Atlantis 21

26 10 2021

„… einen Anstieg von etwa zwei Millimetern pro Jahr messe. Damit sei Sylt noch nicht akut durch den Klimawandel gefährdet, eine Überflutung der Nordseeinsel sei jedoch so gut wie…“

„… fordere Lindner, dass die Regierung ein nationales Notprogramm zur Rettung der Insel beschließe. Angesichts der Immobilienpreise sei der drohende Verlust eine nicht hinnehmbare…“

„… dass der Meeresspiegel vor Helgoland seit 1954 bereits um fünfzehn Zentimeter gestiegen sei, während der Anstieg vor dem Festland viel geringer ausfalle. Merz mache ein von linksradikalen Geologen manipuliertes Messergebnis für regional unterschiedliche Strömungen verantwortlich, die er als Bundeskanzler durch echte deutsche…“

„… das Arbeitslosengeld abschaffen oder wenigstens halbieren werde, sobald er als Finanzminister dazu in der Lage sei. Lindner sehe keine andere Möglichkeit, die Rettung der Insel ohne eine unsolidarische Steuererhöhung oder neue Schulden zu bewerkstelligen, wenn nicht die…“

„… seien die Bewohner der Insel nicht davon zu überzeugen, dass nur eine zeitnahe Umsiedlung auf das deutsche Festland für sie in Frage komme. Es gebe bereits eine Bürgerinitiative, die die Klage vor dem Bundesverfassungsgericht in einen…“

„… der Meeresspiegel nicht gleichmäßig steige, sondern durch eine Anhebung des Meeresbodens an einigen Stellen auch erhöht werde. Merz werde eine demnächst in Deutschland erfundene Technologie dazu nutzen, den nicht von Menschen ausgelösten Anstieg des Meeresbodens durch den Anstieg des Meeresbodens, der den angeblichen Klimawandel nebensächlich erscheinen lasse, mit einem in…“

„… auch der Tourismus als wichtiger Zweig der schleswig-holsteinischen Wirtschaft betroffen sei. Die Landesregierung benötige für ein Projekt zur kompletten Eindeichung allerdings Bundesmittel, die nur durch Steuererhöhungen oder ein Aussetzen der Schuldenbremse für mehrere…“

„… nicht möglich sei, da der Freistaat Bayern durch die Alpen und unzählige Naturschutzgebiete einen akuten Mangel an bebaubarem Wohnraum aufweise. Söder habe als erster Ministerpräsident die Aufnahme von Klimaflüchtlingen auch aus Deutschland strikt zurückgewiesen, um nicht durch vorschnelles Handeln einen Präzedenzfall zu…“

„… nur sehr schwierig zu bauen sei. Mehrere ostdeutsche Firmen hätten sich zwar bereit erklärt, zur Schaffung neuer Jobs in der Baubranche eine zehn Meter hohe Mauer rund um die gesamte Insel zu errichten, diese könne dann aber nur noch aus der Luft versorgt oder durch eine unterseeische…“

„… seien deutsche Ingenieure in der Lage, ein Rückhaltebecken in der Größe des Saarlandes vot der Nordseeküste auszuheben. Merz plane ein etwa hundert Kilometer tiefes Loch, das er als Kanzler persönlich einweihen werde, um Deutschland als den wichtigsten Industriestandort in der ganzen…“

„… sehe das Projekt Atlantis 21 in der Schutzmauer keine Öffnungen vor, da diese in absehbarer Zeit von der Nordsee unter Wasser gesetzt werde. Damit sei auch der Badetourismus vorbei, falls nicht ein mit Meerwasser gespeistes Hallenbad auf Sylt die Möglichkeit für einen…“

„… auch in Sachsen nicht willkommen seien. Der AfD-Landesverband drohe im Falle einer Umsiedlung von Syltern mit massiven Ausbrüchen des völkischen Selbstbestimmungsrechts, der auch durch Schusswaffen oder…“

„… dass die Bautätigkeiten nun von erheblichen Protesten begleitet würden. Es sei vorerst nicht mit einer Fortsetzung der Ausschachtungsarbeiten zu rechnen, da sich zahlreiche Bewohner Westerlands an die Maschinen gekettet hätten, um die…“

„… die Insel als Reservat für Geflüchtete nutzen wolle. Höcke halte die Ansiedlung rassefremder Elemente vor der Abschiebung für geboten, um die Durchseuchung der Volksgemeinschaft mit fremden Infektionskrankheiten nicht zu…“

„… eine kostenneutrale Lösung gesucht werden müsse, die Steuersenkungen für die Mittelschicht mit einem Jahreseinkommen bis dreißig Millionen Euro erlaube. Merz schlage vor, dass jeder Sylter zehn Erwerbslose zugeteilt bekomme, die das Wasser in die Nordsee zurück schippen sollten, damit der Tourismus sich nicht in der…“

„… die Baggermaßnahmen gestoppt werden müssten, da das Ausbreitungsgebiet der auf Sylt heimischen Kartoffel-Rose gefährdet sei. Bis zur gerichtlichen Klärung werde daher auf eine weitere Aufspülung vor dem Hörnumer…“

„… habe Merz im Falle eines Wahlsieges vor, den von linksfaschistischen Ökoterroristen gegen die Wirtschaft geplanten Umweltschutz praktisch umzusetzen. Jeder Sylter erhalte hundert Hartz-IV-Empfänger, die als Eindeichung vor der…“

„… sei die Zunahme von Sturmfluten an der Nordsee sehr wahrscheinlich. Für Lindner bedeute dies, dass Leistungsträger ab sofort durch eine steuerfinanzierte Steuersenkung für Investitionen in eine steuersubventionierte…“

„… das Projekt nicht ausreiche, auch wenn die gesamte Insel eingedeicht werde. Grundstücke und Gebäude seien nicht mehr versicherbar, wenn die Wahrscheinlichkeit für Elementarschäden bei 100% liege. Eine Gefährdungsklasse, die eine dauerhafte Zerstörung der Landschaft einkalkuliere, sei nicht mehr mit einer herkömmlichen…“

„… ausländische Investoren sich zufrieden über den Deal mit der Bundesregierung zeigten. Laschet habe mit seiner Anwerbung einer neuen Autofabrik Erfolg gehabt, da das Wassermanagement in der als Industriepark ausgewiesenen Fläche erhebliche…“





Gernulf Olzheimer kommentiert (DLXXXV): Die Krisenkaskade

8 10 2021
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Rrt begriff, aber er begriff zu spät. Seine Sippe hatte in mühevoller Kleinarbeit über Jahre das Wäldchen neben der westlichen Felswand gefällt, um immer genug Feuerholz zu haben für gebratene Singvögel. Erst wurde die Jagd beschwerlich, weil die Beute sich aus den gelichteten Baumkronen zurückgezogen hatte, dann lohnte sich nicht einmal mehr der Weg zum Schlagen. Ein Drittes sollte aus den beiden Mängeln erwachsen, und das wussten sie erst bei Einbruch der kalten Jahreszeit: keiner hungerte, ohne zu frieren, denn auch thermische Bedürfnisse waren ohne das Material nicht mehr hinreichend zu befriedigen. Hält der Jetztmensch in seiner Hybris sich auch für intellektuell zuverlässig ausgestattet, er bewältigt die ungleich komplexere Krisenkaskade der Gegenwart nicht viel besser.

Er beherrscht sie, um die Wahrheit zu sagen, gar nicht, da er sie nicht einmal erkennt. Die aktuelle Krise in der Holzversorgung liegt tatsächlich nicht allein am Mangel; die Bretter sind nicht weg, sie kleben nur vor anderer Stirn. Wie üblich auf einem freien Markt steigt der Preis für Bauholz, wie er für Weizen ebenso rasch angezogen hat. Hauptakteur China hat sich zum Exportweltmeister entwickelt, verdrängt Deutschland auf den dritten Rang und kann sich neben den USA einen leisten, die so an anderer Stelle fehlen. Der dürrebedingte Mangel in der Forstwirtschaft ist nur ein Teil der Geschichte, der Rückgang von Weizen- und Maisernten nur eine Facette im Kampf um die Belieferung der größten Volkswirtschaften. Der gemeine Dorfdepp, der sein Haus nur verlässt, um die Nudelregale vor einer drohenden Plünderung leer zu kaufen, sieht wie immer nur die Hinterseite des Wasserfalls.

Zugleich wird es schwierig für Landwirte, die nötigen Getreidemengen überhaupt zu erzeugen, da auch die Düngemittel fehlen. Dass China erheblich mehr Phosphatdünger kauft, als es selbst exportiert: geschenkt. Auch hier steigen die Energiepreise, da noch nicht ausreichend regenerative Erzeugung in der Wirtschaft ankommt – wahrscheinlich standen die Windräder alle zu nah an der Fabrik, irgendeine Bundesregierung musste die Fotovoltaik plätten, es ist halt kompliziert. Abgesehen davon sorgt die Dürre für sinkende Wasserspiegel, auf denen keine Vorprodukte angeschifft, keine Abwässer entsorgt werden können. Bereits hier bewirkt eine ungute Schleifenbildung durch verkettete Effekte für den Ernterückgang. Wer den Intellekt von Fischfutter als ausreichend ansieht, wird sich nicht lange mit den Gründen herumärgern: der Chinese war’s. So lässt sich wenigstens ein Wahlkampf bestreiten.

Vielschichtig wird es bereits bei den Chips, ohne die wir weder Mobiltelefone noch Autos bauen können – Deutschland wird kampfunfähig – obwohl es noch nicht zu wenig Ausgangselemente gibt. Vernachlässigen wir für einen Moment die US-Firmen, die EU-Firmen nötigen wollen, nicht mehr für chinesische Firmen zu arbeiten, damit am Ende keiner mehr seine Kunden beliefern kann. Es sind die pandemiebedingten Probleme, die sich in den Lieferketten aufstauen, Wassermangel (schöne Grüße von vorhin) und die üblichen Preiskonflikte. Wir merken: zu wenig verfügbare Arbeitskapazität durch die COVID-19-Bedrohung ist ein neuer Player, den Rest kennen wir aus der Mottenkiste. Würde uns jetzt noch jemand erklären, dass die aus Asien exportierte Containerkrise genau dieselben Ursachen hat, aber zum Ausgleich weiter reichende Folge auf die ganze Lieferketten- und Logistikkrise, wir wären halbwegs glücklich. Warum muss man immer einen Grund zum Verzweifeln finden.

Die zahlreichen Nebenwirkungen – Armut, Wohnraummangel, Waffengewalt, Drogenkartelle, Kriegspolitik gegen Konsumenten – sind nicht monokausal zu erklären, auch wenn es die Geschäfte mancher Regierung viel leichter macht. Aber nichts weniger schwiemelt die fadenscheinig zusammengewirkten sozialen Folgen besser zurecht als die Realität in manchen kapitalistischen Staaten, die sich mit Wirkungen auf die eigene Bevölkerung ebenso wenig befassen wollen wie mit denen auf andere. Der Klimawandel hat in den vergangenen Jahrzehnten die Ausbreitung von Fledermausarten gefördert, wie er die europäischen Singvögel, die Blütezeit der Bäume und den Ertrag des Getreides manipuliert. Mit fremden Spezies in Kontakt zu geraten war also riskant, aber nicht ungewöhnlich, und wurde Trigger mannigfaltiger Katastrophen, die wir uns vorher nicht hatten vorstellen können. Wir haben immerhin in globalem Maßstab versagt.

Wäre es nur eine Überschwemmung, die eine nicht vorhersehbare Wendung nähme, da die Flut auch die Abflussventile verstopft, wir könnten uns durch neuen Baumaßnahmen gegen den Dünkel der Unwissenheit stellen. Aber die Katastrophen der Zukunft lassen nicht nur einfach die Bäume vor der eigenen Haustür verdorren, sie lassen vergessen, dass die Welt ein komplexer Regelkreis ist, bei dem man jeden Tag die Folgen seiner Dummheit zahlt. Ab einer gewissen Zeit merkt man es. Aber auch da bleibt die Gefahr, dass man den Klimawandel für verhandelbar hält, wenn man nur jede Landschaft mit Spundwänden zuballert. Falls es Spundwände noch gibt. Oder Lieferketten für Spundwände.





Gernulf Olzheimer kommentiert (DLXXXIV): Der ökologische Verzichtsdiskurs

1 10 2021
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Was tut er nicht alles, der Mensch. Fährt mit dem Auto zur Arbeit, kauft Gemüse in Einmalplaste und benutzt nie die Pinkeltaste. Kein Wunder, dass die Polkappen verkochen und der Permafrost sich in die Atmosphäre verabschiedet. Wäre er doch nur vernünftig, sagen alle, wir könnten Klimaziele mit lockerer Leichtigkeit wuppen und uns selbst feiern für diesen Sieg der Vernunft – aber nein, es muss der energieineffiziente Kühlschrank sein, aus dem er seinen Schampus zwitschert, damit er die alte Umweltsau in den Hühnerstall kriegt. Der Mensch ist dumm, das ist unbestritten, aber lässt sich das abstellen? Zur Not mit konsequentem Verzicht?

Fehlverhalten, das haben Debatten um innere Sicherheit und Wirtschaftskraft uns eingehämmert, beginnt in der kleinsten Keimzelle der Gesellschaft. Der ordentliche Bürger sammelt Buntmetall, gibt seine Spende für den Bürger in Uniform und hat die Nase gerne im Briefkasten des Nachbarn, der ja ein Volksverräter sein könnte. Natürlich braucht es kein Gesetz, um die Einhaltung der Kehrwoche in einem manierlichen Mietshaus sicherzustellen, das wird von den Erfüllungskräften schon organisiert, um zu klären, wer noch in der Kaste mitmachen darf. Und so übt sich der kapitalistisch sozialisierte Zonk in der Tugend des Mülltrennens, während der Strom spart und Verpackungen löffelrein zur allgemeinen Begutachtung an den Straßenrand verlastet. Fleißig nutzt er auch die modernen Möglichkeiten, die ihm das Netz bietet: hier und da, bereitgestellt von allen großen Ämtern und Verbänden, summiert er auf, was alles er tut und treibt, das CO2 in die Luft bläst. Wie viel Fleisch und Baumwolle hat der gemeine Mann verbraucht, wie oft ist er in den Urlaub geflogen, wie heizt er, und womit? Emsig schwiemelt er zusammen, was seine Selbstkritik in stattliche Form zu blähen weiß, und kriegt hernach das Ergebnis: schuldig mit Vorsatz. Wer Biogurken in Kunststoffpelle kauft, will halt ins Fegefeuer.

Dabei ist die Mär vom ach so privaten ökologischen Fußabdruck denn auch nichts anderes als ein relativ abgeschmackter PR-Stunt, den sich die Fossilienverbrennerindustrie ausgedacht hat, um dem durchschnittlichen Dreipersonenhaushalt den pechschwarzen Peter zuzuschieben, warum sich das Klima von Kipppunkt zu Kipppunkt hangelt. Der individuelle Verzicht, so greint’s aus der moralisch frisch gebleichten Etage, muss unbedingt sein. Wer da noch nicht seine Flusskreuzfahrt im Paddelboot macht, werfe die erste Grillwurst! Dazu gelingt es den Grünwäschern durch das abgeschrägte Framing locker, mit erhobenem Zeigefinger dem Volke die sittliche Überlegenheit unter die Nase zu reiben. Wie das Ökostrom aus eigenem Sonnenkollektor fürs Zehn-Zimmer-Passivhaus nutzt! Abgasfreie 600 PS! Rüben aus dem Hochbeet! Warum kann das denn nicht einfach jeder?

Weil es eben nicht jeder so einfach kann. Es ist eine politische Entscheidung, Windräder aus der Energieerzeugung zu verbannen und die gesamte Fotovoltaik mit Anlauf und Ansagen in die Tonne zu treten, samt aller Arbeitsplätze – wer dann seine elektrische Schleuder mit Diesel über die Autobahn schwiemeln muss, weil es dort keine vernünftige Schienenverbindung gibt, hatte eben keine andere Wahl. Das Altölkondom über dem Grünzeug ist bei Verbrauchern beliebt wie Pickel. Und wer in einer Mietwohnung lebt, hat kaum Einfluss auf Qualität und Alter von Sanitär- oder Küchenausstattung, Heizung und Dämmung, die er selbst bezahlen darf, damit sein Vermieter nicht plötzlich verhungert. Dazu kommt dann das Paradoxon der angeblichen Verbotsparteien als kognitiver Dissonanzgrundton, bei dem wir denken sollen, die Gewissensprüfung sei gleichzeitig unsere Schwachstelle und uns durch defizitäre Entscheidungen von Wirtschaft, Politik und System aufgedrückt. Das Muster funktioniert in aufklärungsfeindlichen Kreisen derart gut, dass es für beliebige Schuldzuweisungen herhält: wer nicht jeden Kriegs- oder Klimaflüchtling schnellstens in die zerbombte Heimat abschieben will, muss sich fragen lassen, ob er ihn im eigenen Wohnzimmer aufnehmen will, wie man auch Erwerbslosigkeit als individuelle Schwäche ansieht. L’État, c’est moi.

Wenn es mal so wäre. Das angebliche Wesen hat sich längst abgekoppelt und füttert die Frustration der durchschnittlich Engagierten, die irgendwann keinen Bock mehr haben, gegen die weltfremden Eskapaden einer Regierung zu demonstrieren, die sämtliche Klimakiller mit Subventionen polstert und Hilfsgelder aus dem Fenster schmeißt, als wäre eine Welt ohne Postkutschen und Schreibmaschinen nicht mehr existenzberechtigt. Solange Theoretiker sich trösten, dass die Gesellschaft den Menschen formt, können wir uns jeden Versuch in die Haare schmieren, die Verhältnisse zu ändern, wenigstens nicht auf wohlgesittete Art. Mit Fackeln und Äxten sähe die Sache gleich ganz anders aus, sie würde auch ungleich mehr Spaß machen. Natürlich muss die Menschheit sich in Verzicht üben, nur wollen eben nicht die verzichten, die bisher nichts mit Solidarität oder Verursacherprinzip am Hut hatten. Für sie war der Mensch ein schnell nachwachsender Rohstoff. Wir können auf diese Haltung verzichten. Und wir könnten es uns langsam auch leisten.