Freie Markenwirtschaft

16 02 2017

„… da er in seiner Rede zum Verteidigungshaushalt mehrmals ohne einen Zusammenhang zum Thema die Hotelkette West Eastern genannt habe. Der haushaltspolitische Sprecher der…“

„… es sich nicht um einen Einzelfall gehandelt habe. Da die Ehefrau des Fraktionsvorsitzenden eine Leitungsfunktion im Süßwarenkonzern Mulli innehabe, werde das Produkt Fruchtschleckerli gezielt in allen Landesverbänden der Partei zu internen Sitzungen und wahlkampfbedingten…“

„… im hessischen Landtag Flyer für die Naturheilpraxis ihres Lebensgefährten ausgelegt habe, der erst kürzlich nach Wiesbaden gezogen sei. Zusätzlich habe sie mehrmals ein T-Shirt mit dem Rückenaufdruck Homöo Faberim Plenarsaal und in der…“

„… da West Eastern nur für Mitglieder seiner Partei ein preisreduziertes Angebot für Einzelzimmer mit Frühstück bereithalte. Der Beherbergungsbetrieb komme damit etwaigen Befragungen zuvor, die der jüngst eingesetzte Untersuchungsausschuss…“

„… es nicht im engeren Sinn um Wüstenhube gehe, sondern allgemein um Baufinanzierung. Die Landesgruppenchefin habe nur den ersten Namen genannt, der ihr in der parlamentarischen Auseinandersetzung in den…“

„… auch rechtliche Konsequenzen für den Sender nach sich zögen. So habe er bewusst in der Talkshow die Schuhsohle mit dem aufgedruckten Slogan Fruchtschleckerli, die schmecken! in die Kamera…“

„… die Bürgersprechstunde dazu genutzt habe, den Besuch der Heilpraxis zu empfehlen. Nach mehreren Beschwerden habe sie sich zunächst auf Twitter, dann auch in anderen…“

„… die Konferenz zur inneren Sicherheit der EU-Staaten in West Eastern Meeting umbenennen wolle. Der Justiziar der Golden Rose Group habe eine kartellrechtliche Aufklärung der Vorgänge mit sofortiger…“

„… nur mit einer Stimme Mehrheit abgelehnt worden sei. Das Bundespräsidium habe erst kurz vor der geplanten Freigabe erfahren, dass sich der Spitzenkandidat auf den Wahlplakaten mit einer Tüte Fruchtschleckerli habe zeigen wollen, um die jüngere Zielgruppe zu einer…“

„… müsse man im Niedrigzinsumfeld auch dazu übergehen, Bausparverträge einseitig zu kündigen. Dieses habe sie wahrheitswidrig als Verhalten dargestellt, dass alle Bausparkassen mit Ausnahme von Wüstenhube praktizierte, so dass sich die Frage stelle, warum diese einseitige…“

„… Aktienpakete im Wert von fast zwei Millionen Euro erworben habe. Zeitgleich habe der haushaltspolitische Sprecher begonnen, Interviews nur noch dann zu geben, wenn die Kamera das Logo von West Eastern im Hintergrund…“

„… gehe es auch um zweckentfremdete Mittel zur Sanierung eines Schwimmbades sowie eines Kinderhospizes, die der Abgeordnete in seinem Wahlkreis für die Erweiterung der Mulli-Werke von 2007 bis einschließlich…“

„… beide Söhne im Vertrieb der Bausparkasse Wüstenhube arbeiten würden. Sie selbst habe einen Guthabenzins von 5,5% zugesichert bekommen, was angesichts der derzeitigen Entwicklung in der Finanzbranche kaum zu…“

„… eine einstweilige Verfügung erwirken wolle, da das Wahlplakat mit der Aufschrift ‚Politik ohne Schleckerli‘ geeignet sei, einen schweren Schaden für das bekannteste deutsche…“

„… insgesamt hundert Politikern, darunter dem gesamten Bundespräsidium, mehrtägige Aufenthalte in den West Eastern Hotels in Florida, Thailand, Südfrankreich, in Aspen, auf Hawaii und in den kanadischen…“

„… nicht als Wählerbeeinflussung zu verstehen sei. Es bleibe weiterhin erlaubt, an Schulen und Kindergärten Fruchtschleckerli in neutraler Verpackung zu verteilen, die keinerlei Rückschlüsse auf die Partei oder ihre politische…“

„… den Stand in der Fußgängerzone zwar für die Bundestagswahl beantragt, dann aber ausschließlich Prospekte und Informationsmaterial von Wüstenhube ausgelegt habe, so dass von einem politischen…“

„… von einem Insider berichtet worden sei, dass Mulli bereits 2014 damit begonnen habe, die zu je einem Viertel rot, gelb, schwarz und grün eingefärbten Fruchtschleckerli seien entsprechend der Landesregierung im Auslieferungsgebiet in ein anderes Mischungsverhältnis …“

„… Staatsgäste fast ausschließlich in West Eastern Hotels unterbringen wolle. Der Bundesrechnungshof habe dies Ansinnen bereits im Vorfeld als vollkommen…“

„… die Eintragung eines nicht erworbenen akademischen Grades im Personalausweis beantragt habe, da die Bezeichnung Dr. Faber für den gelernten Fliesenleger eine lukrativere…“

„… es sich beim neuen Testimonial, das auf Printanzeigen Fruchtschleckerli lutsche, um die Tochter des Fraktionsvorsitzenden handle. Das vierjährige Kind sei noch nicht geschäftsfähig, so dass die Einnahmen als nicht deklarierter Nebenverdienst des…“

„… beantrage sie die Entlassung sämtlicher Mitglieder des Untersuchungsausschusses, der den Verkauf von Bausparverträgen an…“

„… die Auslieferung einer wahlbezogenen Sonderedition der Fruchtschleckerli mit einem Eilantrag zu verhindern, da die Gefahr bestünde, durch ein Missverhältnis der Farben der Süßware eine erneute Beeinflussung des…“

„… mit dem Vorfall in Verbindung gebracht werde. Der ehemalige haushaltspolitische Sprecher sei im Berliner West Eastern leblos in seiner Suite aufgefunden worden. Es gebe keinen Hinweis auf Fremdverschulden, ebenso könne ein Unfall aufgrund der Spurenlage nicht…“





Gesetzlich versichert

12 12 2016

„Mal ehrlich, erwarten Sie das nicht von uns? so ein Rundum-sorglos-Paket, das Ihnen einfach ein ganz neues Mobilitätsgefühl verleiht? Sieben Tage in der Woche, vierundzwanzig Stunden, immer an Ihrer Seite, wenn Sie in Deutschland unterwegs sind? Wir als Versicherungskonzerne wissen, was Sie wirklich brauchen. Ob Sie wollen oder nicht.

Sie haben ja wirklich recht. Das mit der Bahn als Staatskonzern hat schon nicht geklappt, und dann auch noch die Post, also das, was von dem Laden übrig ist – können Sie sich Autobahnen in Bundeshand vorstellen? Das reinste Chaos, eine Fehlinvestition nach der anderen, nur Reformstau, überall Tempolimits, schrecklich! Deshalb wollen wir als Profis das mal in die Hand nehmen und für echten Fortschritt sorgen. Wir als Versicherungen kennen uns aus mit nationalen Großprojekten, auch mit solchen, die für die Politik zu kompliziert sind und die wir notfalls ohne fremde Hilfe über die Bühne bringen. Gucken Sie sich an, was da in Berlin als Verkehrsminister herumturnt, und dann sagen Sie uns: glauben Sie ernsthaft, die Politik würde eine Autobahnprivatisierung ohne unsere Hilfe schaffen?

Doch, die kommt. Das ist wie mit der Maut. Die wurde auch erst kategorisch ausgeschlossen, und dann stellte sich heraus, dass die Rechnung nicht aufgeht, und darum kommt sie jetzt doch. Die Autobahnprivatisierung wurde abgelehnt, weil sie gegen die Verfassung verstößt. Deshalb ist sie noch ein ganzes Stück wahrscheinlicher als die Maut.

Sie kennen doch Ihre Versicherungen, oder? Jeder hat Versicherungen, Krankenversicherung, Autoversicherung, Haftpflicht, Hausrat, das muss einfach sein. Ein vollkommen alltägliches Geschäft, das hat hohe Akzeptanz bei der Bevölkerung, da macht man gerne mit, da zahlt man ein, und dann ist noch die Frage: zahlt der Laden auch? Ja, man muss das nicht immer so bierernst sehen, denken Sie einfach mal ein bisschen lebensnah, da macht das gleich viel mehr Spaß.

Vor allem verwaltungstechnisch kann man das doch wesentlich vereinfachen. Schauen Sie, so eine Maut ist im Grunde organisatorisch nur der Anfang. Da macht man dann eine Pflichtversicherung, eine Fahrerlaubnis kann man sicher inzwischen bei den Bürgerinnen und Bürgern voraussetzen, deshalb ist der Begriff der Bürgerversicherung auch für den Wahlkampf so gut, und dann zahlen Sie hier ein, und dann dürfen Sie auf der Autobahn fahren. Das Modell bleibt natürlich gleich. Also das von der Krankenversicherung. Sie sind gesetzlich versichert und können dafür auf der Autobahn – oder einer Autobahn, oder vielleicht ist es auch nur ein Streckenabschnitt, das müssen wir dann mal sehen, wenn wir das durchgerechnet haben – also da kann man dann fahren, Kilometerpauschale und fertig. Wenn Sie eine gewisse Hubraumgröße erreichen, können Sie sich – also Ihr Auto, ist ja auch nicht Ihr Hubraum, haha! – dann sind Sie privat versichert. Da müssen wir dann natürlich eine Deckelung für die Kosten einführen, um den Infrastrukturstandort Deutschland nicht zu gefährden. Wenn Sie zum Beispiel jeden Tag auf dem Kreuz Ulm/Elchingen auffahren, und dann zum Flughafen, das sind dann, ich muss mal nachrechnen, aber auf jeden Fall muss man verhindern, dass Leistungsträger die Strecke aus Steuerersparnissen auf ausländischen Straßen zurücklegen, dann haben wir gar keine Einnahmen, und das kann ja auch nicht in Ihrem Interesse sein.

Außerdem, denken Sie doch mal an die Rendite! Sie können sich gar nicht vorstellen, was man für eine Scheißkohle rauskriegt! Gut, nicht Sie. Ihr Part besteht eher darin, die Scheißkohle reinzustecken, das kennen Sie bereits von den Energiekonzernen. Wenn es nicht so gut läuft, ziehen wir die Preise an. Wenn es besser läuft als erwartet, müssen wir leider die Preise nach oben anpassen. Wenn wir von der Regierung wegen unerwarteter Steuergeschenke für korrupte Großverdiener plötzlich extrem hohe Gewinne haben, wird es Sie nicht überraschen, dass wir die Preise kräftig erhöhen, damit die Rendite nicht nur linear steigt, anstatt exponentiell durch die Decke zu brettern. Man muss manchmal schon ein Opfer bringen, und Sie sollten sich bereits daran gewöhnt haben, dass wir Ihre gerne annehmen.

Spinnen Sie den Gedanken einfach mal weiter: was spricht eigentlich – aus unserer Sicht, aber das muss ich Ihnen ja nicht erläutern, dass uns Ihre Perspektive nicht wirklich interessiert – dagegen, dass wir den Energiemarkt auch an die Infrastruktur anpassen? Bis jetzt können wir Ihnen leider nur die üblichen Mineralölprodukte bieten, aber in Zukunft werden Sie auf Elektromobilität umsteigen, und zwar genau dann, wenn wir das wollen. Mit unseren Tankstellen, unseren Steckern, unseren Preisen. Sie werden nichts anderes wollen als Qualitätsstrom aus unserem Angebot. Sie bekommen auch nichts anderes mehr, das macht Ihnen die Entscheidung zusätzlich leicht. Sind wir nicht klasse?

Da können Sie sagen, was Sie wollen, ich finde unser Projekt großartig. Den Bürgerinnen und Bürgern die Daseinsvorsorge organisatorisch so einfach wie möglich gestalten, das ist doch eine prima Sache. Sie fahren in Ihrem selbst bezahlten Auto mit Kraftstoff, den Sie zu einem optimalen Preis bekommen, auf einer Straße, die wir aus gemeinschaftlichen Mitteln für Sie finanzieren, und das alles für einen exklusiven Mitgliedsbeitrag, damit Ihnen auf der Fahrt auch wirklich nichts zustößt. Meinen Sie nicht, dies Modell könnte echt Zukunft haben?“





Rent-a-Sozialdemokrat

28 11 2016

„Ich weiß nicht, ob die Nahles steppen kann, singen kann sie schon mal nicht, das wissen wir, und Steppen kann ich mir ehrlich gesagt auch kaum vorstellen. Tanzen vielleicht, aber lassen Sie die unter keinen Umständen auf den Tisch. Das gibt eine Katastrophe. Also für den Tisch.

Gut, dass wir im Landesverband Hessen noch eine Nichtjuristin ausfindig machen konnten, die ist nämlich gelernte Veranstaltungskauffrau, und das können wir jetzt gut brauchen, weil die Anfragen inzwischen fast alle Viertelstunde reinkommen. Da muss man den Überblick behalten, sonst wird der eine dreimal gleichzeitig gebucht und beim anderen stimmt der Preis nicht.

Rent-a-Sozialdemokrat, Sie wünschen? Kraft? Klar, die wünschen wir uns alle, besonders fürs nächste… – Ach so, die. Die Kraft. Weihnachtsfeier im Schützenverein? Sollte klappen, die Hannelore ist ja eher rustikal unterwegs. Sie haben Erfahrung? Nein, da müssen Sie sich keine Sorgen machen. Die Witze vom Rüttgers erzählt sie bestimmt nicht. Wenn Sie Currywurst haben, sollte der Abend recht unterhaltsam werden. Paar Anekdoten aus dem Pott, Straßenbahn, so was halt. Aber lassen Sie bitte die Rechnung nicht offen herumliegen, sonst wird die hinterher für verfassungswidrig erklärt!

Sehen Sie, so schnell geht das. Wieder ein paar Tausender. Wobei die Kunden ja teilweise auch sehr stressig werden können. Der eine will unbedingt Helmut Schmidt haben, der andere einen SPDler, der gegen Rüstungsexporte ist – hallo!? wo soll ich den jetzt hernehmen, und vor allem, was ist denn an Rüstungsexporten auszusetzen? Na, da muss man eben ganz entspannt bleiben, das regelt der Markt, und wenn der das nicht regelt, dann muss man die Preise erhöhen, sonst… –

Rent-a-Sozialdemokrat, Sie wünschen? Nein, nicht asozial, das haben Sie falsch… nein, wir sind die… – Sie waren nicht zufrieden? Ja Gottchen, wer ist das noch. Wir sind schließlich die SPD, da weiß man, was man hat. Er ist gar nicht gekommen? Da haben Sie aber noch mal Glück gehabt, was meinen Sie, andere zahlen sogar noch drauf, damit Schulz sich gar nicht erst… – Jetzt schreien Sie doch nicht so, das kriegen wir doch alles wieder in den Griff. Das Honorar wird natürlich sofort zurückgebucht, und dann könnten wir Ihnen für die Versammlung im nächsten Quartal Nahles anbieten, Oppermann oder den… umsonst? Klar ist die umsonst, oder haben Sie schon mal erlebt, dass die irgendwas nicht total… –

Mann, der hatte vielleicht eine Laune! Stellen Sie sich mal vor, wir sind im Wahlkampf, dann geht hier aber erst recht die Post ab! Und dann muss man auch noch den ganzen Sicherheitsapparat im Kopf haben, stellen Sie sich mal vor, die AfD bucht den Stegner, das gibt ein Blutbad, der fällt uns am Ende für drei Tage aus, das kann doch keiner wollen! Sie sehen, es ist ein verantwortungsvoller Posten hier, und da muss man natürlich auch immer auf alles gefasst sein. Gestern ruft hier einer aus Berlin an, ich melde mich, wie immer, sagt er: die Kanzlerin. Ich will die Merkel, Preis ist egal, man wird nur einmal im Leben siebzig, und dann soll die hier mit auf die Kegelbahn. Ich sage zu ihm, Sie sind hier aber falsch, wir sind doch Rent-a-Sozialdemokrat, sagt er: logisch, die Merkel ist ja auch die einzige Sozialdemokratin in dieser Scheißtruppe. Ich frage Sie, was machen Sie mit solchen Kunden? Kann man da guten Gewissens den Steinmeier schicken, oder erklärt der ihnen erstmal, dass die Geschenke ihnen von der Grundsicherung abgezogen werden?

Rent-a-Sozialdemokrat, Sie wünschen? Aha, eine Fachtagung. Und Sie sind sich trotzdem ganz sicher, dass Sie den Maas wollen? Ich will da ganz offen sein, die Redebeiträge sind, sagen wir mal: gewöhnungsbedürftig. Der redet am Schluss das Gegenteil dessen, was er am Anfang gesagt hat. Sie kennen das? Ach so, Sie sind auch schon zwanzig Jahre in der SPD. Wir könnten Ihnen Müntefering anbieten. Der ändert seine Meinung immer erst nach der Wahl.

Das Problem ist ja, wie gesagt, unser Portfolio. Die Leute wollen etwas haben, das sie in uns sehen, und dann liefern wir nicht. Gut, das kennt man von der SPD, aber das macht die Sache ja nicht besser.

Uns geht es in erster Linie um den Markenkern, der darf nicht verwässert werden, und wenn wir da immer nur die paar Volleulen losschicken, die man eh aus den Nachrichten kennt, aber nicht mal einen, der auch wirklich Politik macht, also meinetwegen die Staatssekretäre, den Mittelbau in Ministerien und Bundesämtern, die Leute, die etwas von Politik verstehen – da entsteht ein ganz falscher Eindruck von der Partei, und ich wüsste jetzt gern einmal, ob das bei den Leuten nicht sogar erwünscht ist, ob die nur einen Sprechblasebalg haben wollen, der ihnen auf der Weihnachtsfeier ordentlich Schaum auf den Bauch pinselt und mit viel Tamtam erzählt, uns geht es prima, alles dufte, weiter so, wir sind auf einem guten Weg, und Steuersenkung hier, zum Ausgleich Lohnkürzung da, und dann stoßen die noch mal an mit ihrem Champagner, und schon ist Wahl, und dann besinnt man sich auf die wahren Werte in der Politik, und plötzlich… –

Rent-a-Sozialdemokrat, Sie wünschen? Aha, Sie sind insolvent? Naja, das kann man schon feiern, manche Leute feiern ja auch ihre Scheidung. Eine Unternehmensbeerdigung, wenn ich das richtig verstehe? Da empfehle ich Ihnen den Gabriel, der zeigt Ihnen, wie man eine ganze Partei um die Ecke bringt.“





Unser täglich Brot

6 06 2016

„Hören Sie mal, das ist doch Blödsinn!“ „Wir sind im Recht.“ „Im Recht, im Recht – am Arsch sind Sie, wenn Sie jetzt nicht Vernunft annehmen! Wir machen Sie und Ihren Scheißladen platt!“ „Das lösen wir ein bisschen zivilisierter als Sie. Wir sehen uns vor Gericht.“ „Dann klagen Sie doch!“ „Werden wir. Unser Patent gilt weltweit und damit auch für Sie.“ „Aber doch nicht auf Schnittbrot!“

„Jetzt regen Sie sich hier mal nicht künstlich auf, das fällt doch gar nicht ins Gewicht.“ „Sie verlangen Geld dafür, dass…“ „Ich verlange doch kein Geld. Typisch, dass Sie Ihre Hetzpropaganda auf vollkommen falsche Begriffe aufbauen, um die Dummen auf Ihre Seite zu ziehen.“ „Sie fordern Geld dafür, dass Bäcker ihr Brot in Scheiben schneiden.“ „Erstens verlange ich kein Geld, sondern es steht mir wegen meines Patents ein prozentualer Anteil zu.“ „Das ist Geld. Schutzgeld, um es genau zu sagen.“ „Sie ahnen, wie wenig mich Ihre Meinung gerade interessiert.“ „Und zweitens?“ „Zweitens verbiete ich keinem Bäcker, sein Brot zu schneiden. Das kann jeder tun, wie er lustig ist.“ „Ihre Klageschrift sagt etwas ganz anderes.“ „Weil Sie als Verbraucher zu dumm sind, richtig zu lesen. Ich habe keinem verboten, sein Brot zu schneiden.“ „Sondern?“ „Nichts. Jeder darf sein Brot schneiden, er darf es hinterher nur nicht verkaufen wollen.“

„Jahrhundertelang haben Bäcker ihr Brot geschnitten.“ „Sie übertreiben.“ „Jedenfalls sehr lange, und es hat niemanden interessiert.“ „Sie als Verbraucher überzeugen mich jetzt gerade vom Gegenteil, sonst würden Sie nicht so einen Aufstand machen.“ „Das war eine freie Übereinkunft von Produktion und Konsumenten, dass die Ware in einem bestimmten Zustand ausgeliefert wurde.“ „Bis zur Erfindung des Schnittbrots.“ „Weil die Konsumenten hin und wieder eine bestimmte Form der Ware bevorzugt haben, so dass sich diese im Verkehr eingebürgert hat.“ „Es hat also einer eine ganz besonders tolle Idee gehabt?“ „Ja, aber…“ „Die muss dann aber so toll gewesen sein, dass Sie sich als Verbraucher nicht dafür interessieren.“ „Was wollen Sie mir eigentlich gerade sagen?“ „Dass die Erfindung des Schnittbrots eine recht eindeutige Schöpfungshöhe aufweist, die eine Anmeldung als Patent rechtfertigt.“ „Haben Sie das Schnittbrot erfunden?“ „Nein. Muss ich auch gar nicht.“ „Warum nicht?“ „Weil es irgendeiner getan hat, den heute der grüne Rasen deckt. Solange sich der Knilch nicht bei mir meldet, können Sie mich am Patent lecken.“

„Sie schlagen Profit daraus, dass sich in grauer Vorzeit niemand die Herstellung von Schnittbrot rechtlich hat schützen lassen.“ „Aus Ihrem Mund klingt das fast ein bisschen abschätzig.“ „Dann überlegen Sie mal, dass das möglicherweise ein Angestellter im Auftrag seines Arbeitgebers getan haben könnte.“ „Kann ich mir vorstellen.“ „Der hat für seine Erfindung nie eine müde Mark gesehen.“ „Das Leben kann so ungerecht sein.“ „Weil er die Erfindung im Auftrag…“ „Das sagten Sie bereits. Immerhin wurde der Mann nicht entlassen. Mir ist jedenfalls nichts davon zu Ohren gekommen.“ „Sie wissen auch nicht zufällig, ob die Firma, die diese Maschinen in Auftrag gegeben hat, ein Patent hat auf die Herstellung von Schnittbrot?“ „Sie liegen schon wieder komplett daneben. Wenn, dann hat es der Hersteller der Maschine, nicht der, der sie für sein Schnittbrot verwendet.“ „Jedenfalls hat einer diese Maschine erfunden.“ „Und leider vergessen, sie patentieren zu lassen. Finden Sie sich damit ab, dass ich es gemacht habe.“ „Das ist eine derart widerliche…“ „Macht es für Sie einen Unterschied, ob Sie den Erfinder bezahlen oder mich?“ „In der Tat, schließlich wäre das Patent für den Erfinder seit Jahrzehnten erledigt.“ „Dann werde ich jetzt von Ihnen diskriminiert, weil ich die Gnade der späten Geburt für mich beanspruchen darf? Für so ein menschenfeindliches Arschloch hatte ich Sie gar nicht gehalten. Wir könnten Freunde werden.“

„Sie sind nichts weiter als ein widerlicher Geier. Die Wirtschaft und die Menschen leiden unter ihrer Habgier.“ „Wir haben eine gewisse Kreativität im Umgang mit dem Recht entwickelt, das mag ich nicht abstreiten.“ „Und dazu, nur dazu dienen diese Freihandelsscheinverträge, mit denen eine ganze Industrie von Juristen geschaffen wird, um Länder auszunehmen.“ „Das war ein Teil des Versprechens, dass viele neue Arbeitsplätze geschaffen werden.“ „Und deshalb muss ich jetzt für jeden Scheibe Brot, die ich mir abschneide, an Ihre verdammte Kanzlei einen Betrag…“ „Prozentual. Wir haben ja auch ein Herz, mein Gutester.“ „Und Sie werden diesen Schutzgeldbetrag natürlich irgendwann steigern.“ „Das Brot wird ja schließlich auch teurer.“ „Sie werden davon reich, dass ich mir bald kein Brot mehr werde leisten können.“ „Sehen Sie, der Markt birgt Risiken, die man auch durch völkerrechtliche Maßnahmen nicht beseitigen kann.“ „Sie kommen sich wohl besonders witzig vor.“ „Ach, geht so. Aber mal etwas anderes, Sie sollten nicht so viel essen, sondern lieber mal etwas mehr arbeiten.“ „Ich soll was!?“ „Sonst können Sie sich am Ende kein Brot mehr leisten, oder noch schlimmer: Sie steigen um auf ungeschnittenes. Als Global Player in der Wirtschaft muss ich auch ein bisschen darauf achten, dass Sie mir nicht durch Guerillataktiken die Überlebensgrundlage entziehen.“ „Ach Gott, so kurz vor dem Verhungern sind Sie?“ „Wir wollen doch nicht plötzlich Teil eines Wirtschaftskrieges werden, oder?“ „Raus jetzt!“ „Seien Sie doch nicht so empfindlich, ich gehe ja schon. Ach übrigens, was machen Sie da gerade mit der Butter?“





Recht und Ordnung

2 05 2016

„Jetzt müssen Sie mir aber mal helfen. Wieso steht da gerade dieser Mann in Luxemburg vor Gericht?“ „Wegen der Steuerflucht hunderter Großkonzerne. Hatten Sie das nicht gewusst?“ „Moment, aber die Steuern hat doch nicht er selbst hinterzogen.“ „Das ist nicht so wichtig. Hauptsache, da steht endlich einer vor Gericht.“

„Es gab da also Steuerhinterziehungen.“ „Sie müssen das viel differenzierter sehen. Die Gesetze sind nicht gebrochen worden, höchstens ein wenig ausgeleiert.“ „Es gab Gelder von Großkonzernen, die sind planmäßig am Fiskus vorbeigeschleust worden.“ „Ja, das ist korrekt.“ „Also hat es diese Steuerhinterziehung gegeben, richtig?“ „Sie haben es also doch nicht verstanden. Das lief alles ganz gesetzeskonform ab.“ „Eben haben Sie noch gesagt, dass dazu das Recht gebeugt werden musste.“ „Man hat es im Rahmen seiner Gültigkeit ein bisschen deformiert. Aber das war gesetzlich so vorgesehen, daher lief das alles legal ab.“ „Und deshalb stehen jetzt Leute vor Gericht, obwohl es gar keine illegale Hinterziehung gegeben hat?“ „Richtig, das war eine legale Steuerhinterziehung. Man kann nicht immer alles als Verbrechen bezeichnen, nur weil man den Sinn nicht versteht. Schauen Sie sich diese Deppen von PEGIDA an – dieser Sozialmüll schwatzt irgendwas von Landesverrat, dabei weiß keiner von denen auch nur entfernt, was damit gemeint ist. Argumentieren Sie auf dem Niveau?“

„Halten wir mal fest: dieser Betrüger Juncker hat…“ „Also argumentieren Sie auf dem Niveau. Schade, ich hatte Sie für intelligenter gehalten.“ „Der Mann hat Beihilfe zum Betrug geleistet, und es geht dabei um Milliarden.“ „Ein Betrug setzt zwingend eine Betrugsabsicht voraus. Außerdem muss der Betrüger eine Täuschung über Tatsachen vollbringen.“ „Die Betrugsabsicht ist ja wohl recht offensichtlich.“ „Das halte ich für ziemlich absurd. Der Mann war Politiker, das ist ja so, als würden Sie den für zurechnungsfähig erklären.“ „Und deshalb hat er auch niemanden getäuscht?“ „Jeder wusste, dass Juncker ein korrupter Drecksack ist. Aber deshalb muss man ihn doch nicht gleich als Betrüger diffamieren. Achten Sie darauf, dass Recht und Ordnung gewahrt werden. Ein bisschen mehr Anstand täte uns allen gut.“

„Dann erklären Sie mir mal bitte, warum sich der Präsident der EU-Kommission vor einem Untersuchungsausschuss erklären muss, warum er seine eigenen Steuerpraktiken aus Luxemburg in seinem jetzigen Amt genutzt hat.“ „Er ist noch nicht rechtskräftig dafür verurteilt worden.“ „Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass es daran liegen könnte, dass ihn dafür noch keiner vor Gericht gestellt hat.“ „Eben. Diese Typen bezichtigen Juncker der Steuerhinterziehung…“ „Die faktisch stattgefunden hat und bewiesen ist.“ „… und haben dafür noch keinen einzigen Beweis.“ „Sie sagen selbst, dass die Steuerhinterziehung stattgefunden hat.“ „Es war doch eher eine Verminderung der Steuerlast.“ „Eine Verminderung der Steuern auf Null, wenn Sie es genau nehmen.“ „Das war aber zum Wohle der Volkswirtschaft.“ „In Luxemburg.“ „Natürlich in Luxemburg. Wenn die Deutschen auch so ein Steuermodell haben wollen, müssen sie halt ihren Finanzminister fragen, wie man sich eins baut.“

„Wo Sie Schäuble gerade erwähnen, er war doch dafür, die Steuern von Großkonzernen zu veröffentlichen, damit man sie nachprüfen kann.“ „Das kriegen Sie wieder in den falschen Hals. Der will immer nur irgendwas überwachen, dem ist es auch wurst, ob das Steuern sind oder Ihr Telefon.“ „Aber Schäuble will doch, dass die Steuern in Deutschland bezahlt werden.“ „Der will bloß, dass die Konzerne ihre Steuern gefälligst in Deutschland hinterziehen.“ „Na, das erinnert ja an die gute alte Stoppschild-Politik. Straftaten sind okay, aber man darf sie halt nicht sehen.“

„Ich mache mir langsam Sorgen um Sie.“ „Weil ich diese ganzen kritischen Fragen stelle?“ „Ihr Rechtsverständnis, das finde ich schon seltsam. Sie müssen doch mal einsehen, dass sich das alles in einem geordneten Rechtsrahmen vollzieht.“ „Man darf also als Steuerprüfer keine Steuerhinterziehung mehr anzeigen?“ „Das ist doch gar nicht der Punkt. Einer der Straftäter…“ „Sie sagten eben, solange jemand nicht rechtskräftig verurteilt worden sei, dürfe man ihn auch nicht als Straftäter bezeichnen.“ „… ist ja auch Angestellter einer privaten Firma gewesen.“ „Und es stört Sie jetzt, dass er nicht nur kriminelle Machenschaften in der Privatwirtschaft gefunden hat?“ „Meine Güte, das ist ein schwerer Vertrauensbruch! Wenn Ihr Vater ein Bank ausraubt, würden Sie ihn dann einfach beim Staatsanwalt verpfeifen?“ „Der könnte mich nicht einmal zu einer Aussage zwingen.“ „Aber Vater Staat in die Scheiße reiten, so sehen Sie aus! Sie sind mir ein Vogel!“ „Das Verbrechen besteht also darin, dass ein privater Wirtschaftsprüfer Unregelmäßigkeiten in der öffentlichen Verwaltung aufdeckt und damit auch illegale Praktiken des eigenen Arbeitgebers.“ „Richtig. Wenn das keine unglaubliche Schweinerei ist, was denn dann?“ „Dass er dafür nicht einmal die Hand aufgehalten hat?“ „Sollten Sie sich für witzig halten: gute Besserung.“ „Diese drei Männer stehen also in Luxemburg vor Gericht, weil sie ein hochgradig unmoralisches, korruptes Verhalten öffentlich gemacht haben – und nicht die Straftäter setzt man fest, sondern sie selbst müssen um ihre Existenz bangen.“ „Ja.“ „Warum? Verdammte Scheiße, warum!?“ „Meine Güte, bei Ihnen muss ich ja ganz von vorne anfangen. Aber okay. Gut. Also. Wissen Sie, was die Mafia ist?“





Obergrenze

3 03 2016

„Eigentlich haben Sie ja recht.“ „Natürlich haben wir recht. Wir machen ja die Gesetze.“ „Hahaha!“ „Sie verstehen einen guten Scherz, wie?“ „Haha, allerdings! Haaahahahahaha!“ „Wir sind nun mal die Regierung.“ „Und deswegen machen Sie die Gesetze? Haaahahaha, Sie sind mir ein Witzbold!“

„Wir können nun mal keine Rücksicht auf das Volk nehmen, wir haben schließlich unsere Vorgaben.“ „Sehe ich auch so.“ „Das organisierte Verbrechen darf niemals die Oberhand gewinnen.“ „Zumindest nicht, wenn wir nicht unsere Finger mit drin haben, was? was!?“ „Sie müssen sich gar nicht so aufspielen, wir kennen das Problem.“ „Das geht wieder gegen den Waffenhandel, wie?“ „Der stört uns nicht, aber wir wollen wenigstens an den Rüstungsgeschäften mitverdienen.“ „Na dann, uns kann das egal sein.“ „Weil Sie denken, dass wir Sie als Bank nicht kontrollieren.“ „Wir denken, dass Sie uns als Regierung kaum unser Auslandsgeschäft nachweisen können.“ „Hm, naja. Ja. Nein.“ „Und außerdem wissen wir, dass Sie uns nichts nachweisen können.“ „Aber es geht hier um viel wichtigere Ziele. Terrorismus und so.“ „Ah, verstehe. Das hat ja mit Waffenhandel auch nichts zu tun.“

„Deshalb müssen wir, das werden Sie sicher verstehen, diese Obergrenze einführen. Zum Schutz der inneren Sicherheit in Europa. Sonst kommt der Krieg auch zu uns.“ „Verstehe, Sie als Regierung wollen nicht, dass plötzlich die Macht in die falschen Hände gerät.“ „Auch, ja.“ „Und dass die Leute auf einmal denken: wir haben die nicht gewählt, damit sie das Gegenteil von dem tun, wofür wie sie gewählt haben.“ „Wie bitte?“ „Wo liegt denn bitte Ihre Obergrenze? eine Million?“ „Million? wieso Million, wir sprechen hier von fünftausend Euro.“ „Ach so.“ „Ja, wir müssen das genau kontrollieren.“ „Die Geldwäsche oder die Bürger?“ „Die… jetzt reden Sie doch nicht so einen Unsinn!“

„Wissen Sie eigentlich, dass das enorm viel Arbeit macht?“ „Was?“ „Bargeld.“ „Aha, ja. Nein. Aber ist das wichtig?“ „Weil wir uns dafür natürlich auch bezahlen lassen.“ „Das tun Sie doch auch für die gesetzeswidrigen Dispozinsen.“ „Das lassen Sie mal nicht Ihren Bankberater hören, der findet sicher auf die Schnelle einen Grund, warum Ihr Girokonto plötzlich richtig teuer wird.“ „Wir müssen aber das Bargeld ab einer gewissen Menge…“ „Wissen Sie eigentlich, was so ein Schnellfeuergewehr kostet? also mit Munition und Kiste und Versand, und dann muss natürlich auch der Zoll noch ein Auge zudrücken, und der Händler will leben, und Ihre Kollegen im Bundestag müssen im richtigen Moment unter einem Demenzanfall leiden.“ „Das darf man nicht so sehen, sondern vielmehr alles ganz abstrakt. Es geht ja gar nicht um das eine individuell verschobene Schnellfeuergewehr, es geht um die Signalwirkung, dass Geldwäsche ab jetzt illegal ist.“ „In dem Zusammenhang wollen Sie sicher auch gleich die Abgeordnetenbestechung unter Strafe stellen, oder?“ „Unsinn, kein Abgeordneter muss bestochen werden, damit er illegale Waffen in… also Waffen in illegale Krisengebiete… Waffen illegal in…“

„Und Sie finden jetzt diese Obergrenze von fünftausend Euro auch sinnvoll.“ „Nein, aber wir müssen doch jetzt den Wunsch des Gesetzgebers nach Terrorsicherheit…“ „Moment mal, Sie sind doch der Gesetzgeber?“ „Wir handeln aber nur im Auftrag der Zentralbanken.“ „Dann sind also die der Gesetzgeber? und Sie führen das nur aus?“ „Das ist doch jetzt egal, Sie dürfen das doch nicht immer so abstrakt betrachten, wir müssen hier ganz konkret gegen Gefahren vorgehen.“ „Und die gehen vom Geld aus?“ „Die gehen vom einzelnen Bürger aus, der…“ „Sie gehen also gegen den Bürger vor, da der für Sie eine Gefahr darstellt? oder doch für den Gesetzgeber?“ „Ich meine doch, dass…“ „Dann stellen also nicht Sie als Regierung eine Gefahr dar für die Zentralbanken? Ich frage ja nur mal.“

„Wir müssen doch für alles gewappnet sein. Am Ende reisen hier Flüchtlinge ein und finanzieren eine Terrorzelle mit zigtausend Euro, wenn wir nicht aufpassen.“ „Und Deutsche?“ „Die meisten haben doch gar nicht so viel Geld.“ „Also wird man über kurz oder lang diese Grenze sogar noch absenken müssen, nicht wahr?“ „Warum?“ „Stellen Sie sich mal vor, da tarnt sich einer als Arbeitsloser. Der hat doch nie fünftausend Euro.“ „Das nimmt doch keiner auf sich, zur Terrorfinanzierung aufs Jobcenter zu laufen.“ „Nein, da haben Sie recht. Selbstmordattentäter ja, aber Hartz IV?“ „Eben.“

„Wir müssten es uns freilich auch noch mal überlegen, ob wir einer Obergrenze zustimmen. Schließlich haben wir dann gar keinen Bargeldverkehr mehr.“ „Ist doch gut.“ „Und wir müssten uns eine Strategie ausdenken, wie wir den Kunden die negativen Zinsen auf ihre Guthaben verkaufen.“ „Brauchen Sie wieder eine Rettung? Sie müssen das nur sagen!“ „Und dann natürlich der Zugriff auf unsere Konten.“ „Von den Kunden? Sie gewähren Ihren Kunden doch sowieso Zugriff auf deren Geld.“ „Ich meinte eher Sie. Oder den Gesetzgeber. Oder die Regierung. Oder wer halt gerade ein Interesse hat.“ „So ist das doch gar nicht gedacht.“ „Oder das Sie eventuell einzelnen Kunden die Konten sperren.“ „Das können wir doch gar nicht.“ „Nicht mal bei Terroristen?“ „Nein. Ja, also vielleicht doch, aber…“ „Wir müssten Ihnen oder dem Gesetzgeber oder den Sicherheitsbehörden oder den Geheimdiensten…“ „Das ist doch kein Unterschied!“ „… Zugriff auf unsere Daten gewähren.“ „Das wollen wir doch gar nicht, außerdem ist das auch ungesetzlich.“ „Gut, wir könnten uns da arrangieren.“ „Ab wann?“ „Wenn Sie wollen, fragen wir für Sie beim Gesetzgeber nach, welcher Geheimdienst Ihnen das liefert.“ „Na also, geht doch.“ „Da wäre nur eine Kleinigkeit.“ „Ich verstehe nicht?“ „So?“ „Ach so, ja. Gut, wie viel?“ „Wie immer.“ „Sind Sie noch ganz dicht!?“ „Sie müssen ja nicht.“ „Okay, wie immer. Und Sie spenden dann einen Teil wieder zurück als Parteienfinanzierung.“ „Sage ich ja, wie immer.“ „Na, dann haben wir’s ja.“ „Nur noch eins, könnten Sie es vielleicht in kleinen Portionen bezahlen? so um die fünftausend Euro?“





Gernulf Olzheimer kommentiert (CCXCI): Sepp Blatter

12 06 2015

Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer


Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Und hier sind noch einmal sämtliche Gründe, warum ein bis auf die Knochen verrotteter Haufen alter Säcke, die sich bereits beim Anlegen von Schienbeinschonern irreversible Schäden zuzögen, und ihr korrupter Obergartenzwerg sich eine eigene kritische Würdigung angesichts ihres mit Schmackes einsetzenden Niedergangs verdient haben: