Ballermänner

29 07 2014

„… die Waffenexporte an Russland streng zu überwachen beschlossen habe. Die deutsche Politik sehe sich daher in der Pflicht, einen wesentlichen Teil ihrer Zusagen an ihre Kunden…“

„… würde die Bundesregierung sich zur Wahrung des internationalen Dialogs erst nach der Münchener Sicherheitskonferenz auf eine genau definierte Embargo-Linie festlegen wollen. Steinmeier sei zuversichtlich, mit seinem russischen Kollegen eine gemeinsame Lösung…“

„… müsse auch die Rüstungsausfuhr aus der EU gestoppt werden. Ausnahmen dürfe es nur geben, wenn die Waffenbestellungen bereits vor der russischen Intervention in der…“

„… auch auf längerfristige Kundenbindung Rücksicht nehmen müsse. So könne eine Neuorientierung des russischen Militärs in Richtung China nach der sicherlich schon bald erfolgenden Beilegung der Krimkrise das deutsche Wirtschaftswachstum für viele Jahre empfindlich…“

„… habe die Kanzlerin bereits energisch dementiert, dass es zu einer vorbeugenden Verstaatlichung der größeren Waffenkonzerne kommen könne, da sich die Banken noch nicht entschlossen hätten, die…“

„… die Verbraucherrechte gestärkt würden. Beispielsweise könne Russland auf eine Nachlieferung von Ersatzteilen bestehen oder den Ersatz im Falle einer Fehlfunktion trotz korrektem Einsatz in kriegerischen…“

„… ganz bestimmt nicht im Sinne einer gesamteuropäischen Stabilisierung sei, wenn die negativen Wachstumsbewegungen sich gegen eine Stärkung der Binnenmärkte…“

„… vor allem aus Bayern zu beziehen. Es müsse daher eine Sonderabgabe geben, um nicht einen Stellenabbau bei den Rüstungsbetrieben im Freistaat zur Sanierung der anderen Länder in…“

„… natürlich nicht verbieten könne, dass sie ihre deutschen Waffen in Katar oder Bahrain kaufen würden, da diese Staaten sich in der Region als Anker der Stabilität…“

„… laut SPD-Chef Gabriel um viele Familienbetriebe handele, die mit Recht stolz seien auf ihre lange Tradition im Waffenbau. Er habe zwar Krupp nicht allein als…“

„… könnte die Verringerung der Waffenexporte letztlich zu einer empfindlichen Schwächung der Eurozone…“

„… die deutsche Rüstungsindustrie als Innovationsmotor verstehe. Ohne deutsche Waffen gebe es keine Kriege, ohne die es wiederum keine deutschen Waffen…“

„… sei für Merkel auch eine Teilverstaatlichung nicht das Mittel der Wahl, wenn die Finanzierung keine ausreichende…“

„… fehle es laut Seehofer auch an Motivation für die technische Weiterentwicklung, wenn die Waffensysteme nicht mehr in Bayern geordert würden. Der Ministerpräsident fürchte daher, dass innerhalb weniger Jahre die Bombenhersteller genauso rückschrittlich sein könnten wie der Rest des bayerischen…“

„… vor den Auswirkungen auf die Zulieferer warne. Der Aufschwung sei vor allem bedroht, wenn sich nicht genügend zivile Ersatzprodukte zur Herstellung in den Waffenschmieden…“

„… auf die Völker verbindende Komponente der Rüstung hingewiesen habe, wie beispielsweise Krupp in vielen Kriegen sämtliche Parteien mit Wehrtechnik beliefert hätte. Gabriel sehe sich gerade in der Tradition der SPD als Friedenspartei im Jahr 14 verpflichtet, eine Zukunft im…“

„… die Kombination von Waffentechnik und Klimaschutz inhaltlich durchaus vermittelbar sei. Leider beschränke sich das auf Bereiche wie Management und PR, während die Herstellung noch sehr schleppend…“

„… dass Dobrindts Zitat ‚Ohne deutsche Waffen werden wir alle zu Griechenland‘ zwar wortgetreu und nicht aus dem Zusammenhang gerissen sei, jedoch mehr metaphorisch verstanden werden müsse, um den gesamteuropäischen…“

„… würden die Waffenhersteller einer Verstaatlichung ohnehin nur dann zustimmen, wenn sie die daraus resultierenden Gewinne nicht an die Steuerzahler…“

„… eine Umstellung auf Friedensproduktion noch nicht annähernd Marktreife besitze. Der elektrisch betriebene Zweisitzer V-2, in der Entwicklungsabteilung liebevoll Ballermännchen genannt, werfe ein schlechtes Licht auf die Konzernleitung, die aus diesem Grund nur noch als Ballermänner…“

„… sei Deutschlands Rolle als führende Industrienation inzwischen auch geeignet, für den internationalen Waffenhandel mehr Verantwortung zu übernehmen, um das deutsche Verständnis von Wohlstand und Gerechtigkeit für den Rest der Welt nachhaltig…“

„… bereits so verzweifelt, dass sie Ilse Aigner zum Entwurf eines Zehn-Punkte-Plans für die…“

„… sei es nicht möglich, die vielen arbeitslosen Rüstungsarbeiter zu vermitteln. Vor allem bedauere von der Leyen die damit korrelierende Schließung der vielen Bundeswehr-Kitas, die nun keine Anschlussverwendung mehr für…“

„… warne auch die AfD vor dem Anwachsen asiatischer Waffensysteme, die ohne vernünftig übersetzte Gebrauchsanweisungen, ohne den Segen eines christlichen Geistlichen und ohne umweltgerechten…“





Kriegsspiele

16 06 2014

„Da wird sich der Herr Bundespräsident aber freuen, wenn Sie den Herrn Bundespräsidenten einladen. Der Herr Bundespräsident hat sich extra den ganzen Vormittag für Sie frei gehalten. Weil der Herr Bundespräsident nämlich schon irgendwie wusste, dass Sie ihn einladen würden. Also den Herrn Bundespräsidenten.

Wir müssten uns da vorab über ein paar Dinge unterhalten. Zum Beispiel über die Wortwahl des Herrn Bundespräsidenten. Da muss der Herr Bundespräsident ja schließlich wissen, was der Herr Bundespräsident sagen darf. Bewaffnete Konflikte sind eher verpönt. Kann man das irgendwie netter ausdrücken? irgendwas mit Freiheit vielleicht? Nein, Praxiseinsatz geht nicht. Das sagt der Herr Bundespräsident ungern. Anwendungsfall, Betrieb, Materialverbrauchssituation – Sie müssen mal für einen Moment vergessen, dass Sie Waffenhersteller sind. Der Herr Bundespräsident ist schließlich der Herr Bundespräsident, da müssen wir etwas auf Neutralität achten. Sonst wären bestimmt andere Industriezweige beleidigt.

Und bitte keine Anspielungen auf die arabische Welt. Natürlich weiß der Herr Bundespräsident, dass das Schlüsselkunden sind, aber der Herr Bundespräsident kann darauf nicht immer Rücksicht nehmen. Am Ende müsste er noch sagen, dass die Islamisten zu Deutschland gehören, und das ist schon mal schiefgegangen mit einem Bundespräsidenten.

Man darf das ja auch nicht nur wirtschaftlich verstehen, sondern man muss das auch als politisch begreifen. Der Herr Bundespräsident versucht das auch immer zu berücksichtigen, wenn der Herr Bundespräsident irgendwo etwas sagt. Deutschland muss eine starke Rolle – nein, das nehmen wir mal besser wieder raus. Der Herr Bundespräsident hätte das so nicht formulieren wollen, wenn Sie der Meinung sind, der Herr Bundespräsident hätte das nicht so formulieren sollen. Deutschland muss eine Rolle der Stärke spielen. Gut so? Gut so. Und dafür muss Deutschland auch andere Nationen, sagen wir mal, ermächtigen – kann man das sagen? ist der Herr Bundespräsident für Ermächtigungsgesetze nicht auch zuständig? – und als Stabilitätsanker in den Regionen ausrüsten, die eher nicht so von Demokratie geprägt sind. Eher von Bodenschätzen. Damit stabilisieren wir die heimische Wirtschaft. Also unsere heimische Wirtschaft, ist ja klar, und deren heimische Wirtschaft können die dann auch stabilisieren. Aber das müssen die halt selbst machen.

Also was das Politische angeht, der Herr Bundespräsident verbindet das ja meist mit den ganz großen gesellschaftlichen Visionen. Wenn diese ganz stabilen Staaten möglicherweise mal in der Folge gesellschaftlicher – also da wird es auch oft instabil, und dann braucht mal die Stabilität des – Ihre Waffensystem sind ja… Also kurz und gut, wenn das Zeug irgendwann abgeschrieben ist und auf dem Schwarzmarkt von den eigenen Rebellen gekauft wird, dann kriegen wir diese ganze Scheiße ins eigene Land rein in Form von Terroranschlägen. Da ist es doch ein Zeichen vorausschauender Planung, wenn der Herr Bundespräsident bereits die Gesetzeslage für eine Komplettüberwachung ins Leben gerufen hat, oder?

Wir können noch nichts sagen, haben Sie da Verständnis. Der Herr Bundespräsident äußert sich eigentlich erst, wenn die Lage völlig aussichtslos ist, vorher wird die deutsche Außenpolitik wie immer im Bundeskanzleramt erledigt. Gut, die Sicherheitskonferenz, aber da schicken Sie ja die Unterlagen eh gleich ins Wirtschaftsministerium. Wir müssen die politische Situation aufmerksam beobachten, dann können wir auch ein Empfehlung aussprechen. Der Herr Bundespräsident hat sich aber noch nicht entschieden, ob er Syrien oder den Irak als mögliche Testgebiete nennen soll. Die Türkei scheidet ja leider aus.

Nein, nicht so. Dass das ein NATO-Land ist, interessiert uns eigentlich nicht. Da wären die Waffenlieferungen dann auch nicht weiter schlimm. Aber seit den Meinungsverschiedenheiten mit dem türkischen Premier kann der Herr Bundespräsident sich nicht mehr kritisch äußern, ohne dass ihn die Oppositionellen dort mit einem demokratischen Intellektuellen verwechseln. Sie wissen, das mit der Stabilität. Da sind wir nicht verantwortlich.

Also doch der Irak? Der Herr Bundespräsident ist ja sehr für Investitionssicherheit, und wenn Sie da jetzt investieren, dann können Sie sicher sein, dass die bewaffneten Auseinandersetzungen – also dass der Krieg da losgeht. Bedauerlicherweise ist der Herr Bundespräsident nicht auch noch für die Außenpolitik zuständig, damit Sie ganz sicher sein können. Aber wir können zumindest dafür sorgen, dass man auf Deutschland hört. Oder von uns hört. Oder etwas vom Herrn Bundespräsidenten.

Das müsste jetzt schon ein sehr gewichtiger Fall sein, dass der Herr Bundespräsident auch für Ihre neue Kampagne als Werbeträger fungieren würde. Sie vertreten deutsche Wirtschaftsinteressen, schon klar. Aber schauen Sie, das hat damals auch schon nicht so gut geklappt, und ich bezweifle, dass der Herr Bundespräsident sich jetzt für eine Neuauflage hergibt. Wir bräuchten einen Einsatz, der auch den Verbündeten der Bundesregierung als angemessen schiene. Ein Land, das systematisch Bürgerrechte missachtet, wo eine korrupte Klasse auf den Menschen herumregiert, wo Wahlen eine Farce und die gesellschaftlichen Missstände übermächtig sind. Bundeswehreinsatz im Innern? Großartige Idee!“





Gernulf Olzheimer kommentiert (CCXXVI): Der Krieg gegen den Terror

24 01 2014
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Die Menschheit – und das ist das Problem, dass es die Menschheit war und nicht ein paar Karnevalspräsidenten der unwichtigsten Staaten hinter den sieben Bergen – hat einen Krieg überstanden, noch einen, einen Kalten Krieg, die Banalität des Blöden und den Knall, mit dem die politischen Glaubenssysteme auseinanderflogen. Eins pfiff scheinbar zusammen wie ein perforiertes Gummiferkelchen, das andere bildet sich ein, bis heute überlebt zu haben. Doch hat es das? Und wenn ja, wozu? Und wenn das hier das Zeitalter der vergoldeten Sitzflächen sein soll, was war dann der Krieg? oder war es am Ende umgekehrt?

Der Clash der Kulturen ist ein deutlich vorzivilisatorisches Modell: wer nicht dieselbe Sprache grunzte, anders roch, nicht zu Nnng’txx betete oder auch nur ein Tal weiter wohnte, durfte rechtskonform zu Biomasse gekloppt werden. Diverse Geistesgrößen, Anstreicher und Texaner waren damit schon gründlich überfordert, weshalb sie die Anleitung dankend zur Kenntnis nahmen und eine Partie Nachdenken aussetzten. Allein die Idee, Kulturkreise mit dem Stechzirkel abzuteilen und in quasistaatliche Grenzen einzupferchen ist eine Beleidigung des Hominiden, sie funktioniert weder in Afrika noch in Asien nur ansatzweise, höchstens bei Deutschen und Österreichern lassen sich zeitweilig ähnliche Defekte feststellen. Und schon haben wir die Realitätsverweigerung mit Anlauf für die geistig nicht gesegneten Schichten aus der Schublade geholt, den Rassismus und seine humpelnden Geschwister. Was aber macht der gemeine Heckenpenner, wenn er in seiner sozialen Situation keinen adäquaten Feind hat, um die Zwangslage auszuleben? Woher den Terror nehmen und nicht stehlen?

Eine Gesellschaft, die neben den wenigen zum Popanz aufgeblähten Unterschieden zum überwiegenden Teil aus Identitäten besteht, muss ihre Bedrohungen orgiastisch inszenieren, um sich überhaupt abgrenzen zu können. Syrer, Kurden, Norweger und Saudis, Süd- und Sauerländer und andere Abrahamiten, Wahhabiten, Salafisten, Pseudochristen, Tali- und Katholiban essen Brot und Reis, fahren Autos, lesen Zeitungen und tragen Unterwäsche, nutzen den elektrischen Strom, den Funkverkehr und Schusswaffen. Manchmal auch aus ähnlich gelagerten Gründen. Also ist es der atypische Geruch, die undurchschnittliche Nase, das allgemein und was auch immer Fremde, das die anderen anders und fremd und damit zu Fremden und den Anderen macht, die ja zum Glück nicht so gleich sind, als dass man sich mit ihnen verständigen können müsste. Was aber, wenn der Fremde an sich schon fast in der amorphen Masse einer konturlosen Gesellschaft verschwimmt und sich die Distinktion nur noch an drei Haaren herbeizerren ließe?

Man nimmt ein Haar, es ist breit genug, um sich gegen die dräuende Gefahr zu wehren. Schon ist das Alltägliche Überträger der Seuche – Brot und Zeitungen, Unterwäsche, Zahnpastatuben auf der Flugreise – und wer das in die Hand nimmt, Sauerländer oder Saudi, ist schon wumpe. So wird der Krieg zum bürgerlichen Vergnügen für die ganze Familie, ein Vorbild für immer neue Verschwörungstheorien, die sich ein paar prominent platzierte Heißdüsen aus den billigen Resten von der Rampe schwiemeln. Die Schlacht findet am Hindukusch hinterm Dorfbrunnen statt und auf den Weihnachtsmärkten, in der U-Bahn und auf der Festplatte. Die Menschheit – und hier ist es erst recht ein Problem, wenn ein nicht gerade bedeutender Teil von ihr sich selbst als absolut Menschenhaftes zu begreifen wagt – schrumpft und büßt an Macht und Einfluss ein, plärrt aber um so lauter nach Einfluss, Macht und Absolutheit. Und erklärt alles, was dem Anspruch zuwiderlaufen könnte, zum Terror, nicht ahnend, dass sie selbst den Krieg erklärt hatten.

Denn wie sonst soll ein in sich geschlossenes Weltbild, das nur dann verteidigt werden muss, wenn sich diese verdammte Realität nicht daran halten will, beim Wirtschaftswachstum etwa oder bei der Klimaerwärmung – wie sonst soll ein patentierbares Weltbild Geschichte oder eine metaphysische Perspektive entwickeln, wenn nicht durch eine zünftige Apokalypse? Längst sind wir eine Welt, und wenn der Nachbar die Bombe zusammenrührt, mit der wir uns gemeinsam in die Luft jagen, so hält er sich an die Hausordnung der Götterdämmerung. Das Gefährliche ist das Fremde, und wir sollten nach herrschender Meinung der meinenden Herrscher nie versuchen, es uns vertraut zu machen. Der Terror ist eine Funktion der Gesellschaft, der Krieg gegen ihn ein wenigstens engagiert geführter Versuch, die Selbstauslöschung nicht mit allzu viel Stil über die Bühne zu bringen. Das wenigstens unterscheidet uns dann vom Finalgetöse, wie es sich die heiligen Schriften aus den tintigen Fingern gesogen haben. Dann gehen wir alle dabei drauf, die Menschheit – und das dürfte nicht einmal ein Problem darstellen.





Kriechspiele

9 09 2013

„Sehr schön. Runter mit dem Kopf. Ganz runter. Tiefer. Noch tiefer. Noch tiefer. Sehr schön. Und jetzt ganz langsam zur Seite kippen. Hervorragend. Ich bin sehr zufrieden mit Ihnen, Herr Westerwelle.

Wir machen dieses Yoga ja schon länger. Seit vier Jahren. Inzwischen geht’s auch ganz gut. Er hat seine Lektion gelernt und setzt sie konsequent um. Schauen Sie sich mal sein Syrisches Kamel an. Wie aus dem Bilderbuch. Er kann inzwischen aus jeder, ich wiederhole: aus absolut jeder Position umfallen. Wirklich perfekt. Und sehr zuverlässig.

Kinn am Boden lassen. Jetzt den Hintern anheben und dabei das Rückgrat ganz durchbiegen, Herr Westerwelle. Weiter. Weiter. Noch weiter. Ganz durchbiegen. Sehr schön. Die Starke Antwort können Sie, Herr Westerwelle. Hat zwar etwas gedauert, aber das lag ja nicht daran, dass Sie es nicht wollten, oder? Mutti hat’s Ihnen erst jetzt erlaubt. Und noch tiefer runter. Und noch tiefer. Sehr schön. Mutti kann stolz sein auf Sie.

Wir hatten ja so unsere Anfangsschwierigkeiten. Er wollte immer seine eigenen Übungen machen. Den Hysterischen Höckerschwan. Den Berliner Brüllaffen. Richtig, es sah albern aus. Und es führte auch zu nichts. Vernünftiges Yoga verleiht Kraft und hat nachweislich positive Effekte auf die psychische Gesundheit. Wie gesagt, wenn man es auch vernünftig macht. Aber er wollte halt nicht besonders effektiv sein, es sollte nur jeder staunen, dass er sich so toll verrenken kann. Ich weiß auch nicht, woher er das hat.

Man ist ja großem Druck ausgesetzt. Das muss man dann auch irgendwie kompensieren. Manche würden jetzt spezielle Atemübungen ausführen oder Baum-Yoga – aber in dem Kurs waren ein paar Grüne, und das wollte er nicht. So Übungen mit Energieaustausch. Wollte er einfach nicht. Und dann der Kurs für Kleinkinder. Da ist ihm Rösler immer über den Weg gelaufen, den hätte ich auch nicht mitgemacht. Also haben wir uns für eine ganz individuelle Methode entschlossen. Kriech-Yoga. Es kommt seiner natürlichen Körperhaltung sehr entgegen, wir riskieren weniger Verletzungen beim Aufwärmen, und die Ergebnisse können sich sehen lassen.

Sehr schön. Jetzt die Hände ganz fest an den Leib und langsam weiterbewegen. Immer hier an der Markierung auf dem Boden entlang. Stellen Sie sich vor, dass das die Fünf-Prozent-Hürde ist, Herr Westerwelle. Sehr schön machen Sie das. Sehr schön. Sehr gut. Lieber Aal liegt Ihnen.

Außerdem spart das Kräfte. Beim Power-Yoga, da muss man richtig arbeiten. Haben Sie schon mal einen von der FDP arbeiten sehen? Eben. Dann kann ich meine Bude hier zumachen. Bekenntnis zur Wertegemeinschaft, Souveränität, Grundgesetz für Anfänger, Basteln mit Speckstein, können Sie alles an der Volkshochschule buchen. Wir haben uns halt auf andere Sachen spezialisiert und fahren ganz gut damit.

Da darf man jetzt aber nicht mit Taijiquan verwechseln. Das ist erstens chinesisch und zweitens ist es Kampfkunst. Und mit allen drei Sachen hat das hier nichts zu tun.

Den Herrn de Maizière hatte ich neulich mal. Probehalber. Es blieb aber dabei. Ich hatte das Gefühl, er würde das hier nicht ernst nehmen. Er hatte irgendwas von Kriechspielen gehört, aber da muss er wohl etwas verwechselt haben. Fliehender Falke. Nie gehört.

Gruppenunterricht? Wäre irgendwie schwierig. Nicht wegen des Platzbedarfs, aber stellen Sie sich mal vor, das ganze Kabinett würde bei mir auf der Matte stehen. Alle machen dasselbe, Mutti macht’s nach, und dann sagt sie plötzlich, sie hätte es erfunden. Meuternder Mautesel. Kopfwackeldackel. Das geht doch so nicht.

Und die Knie zusammen. Sehr schön, Herr Westerwelle. Ganz zusammen. Und krümmen. Krümmen, habe ich gesagt. Sehr schön, diese Blindschleiche. Ich könnte mir keine bessere Übung für Sie vorstellen, Herr Westerwelle.

Wir wissen natürlich noch nicht, wofür es überhaupt gut ist. Bisher hat er sich nur gerne in Bodennähe bewegt, weil er sich dann nicht immer auf sein intellektuelles Niveau herabbegeben musste. Aber wenn es jetzt auf die Schnelle etwas Größeres zu tun gibt, Robben im Dreck, Wüste oder Stacheldraht, dann muss man vorbereitet sein. Da sind Fähnchen im Wind und Größenwahnsinniger Gockel nicht so gefragt. Da braucht es Kriechtiere. Zünglein an der Waage. Winselnder Wurm. Man wird dadurch so schön flexibel. Da kann man auch mal Sachen mitturnen, die man nicht begreift. Oder Standhaftigkeit hinter dem Rücken der Amerikaner demonstrieren. Bis einer aus Versehen den Ventilator anschaltet.

Sehr schön, Herr Westerwelle. Fein gemacht. Ich würde sogar sagen, Sie haben sich diesmal selbst übertroffen. Und gut, dass Ihnen das vor der Wahl passiert ist. Jetzt brauchen Sie sich keine Sorgen mehr zu machen, dass Sie hinterher keine Zeit mehr für solche Übungen haben.“





Rote Linie

29 08 2013

„Keine Ahnung, noch ist ja nichts passiert. Aber so schlimm wird’s nicht sein. Rein, Bomben abwerfen, raus. Drei Tage oder so. In etwa wie Afghanistan.

Sie müssen dabei sein! Die USA haben schon viel zu lange keinen neuen Krieg angefangen, und angesichts unserer kleinen Verstimmungen sollten wir auch ein bisschen Mitleid mit den Amis haben. Betrachten Sie es als humanitäre Geste, dass wir die Luftschläge gegen Syrien mittragen. Sonst fängt Obama noch an zu weinen, und das wollen Sie doch sicher nicht, oder? Oder!?

Meinetwegen können das die Rebellen gewesen sein, das ändert nichts daran, dass wir schnell eine militärische Intervention brauchen. Ja sicher, gegen Syrien. Was bitte ist daran denn so kompliziert? Als irgendwelche afghanischen Taliban 9/11 verübt haben, sind die doch auch in den Irak einmarschiert. Was ist daran unlogisch? Hier, das sollten Sie mal in Ihre Überlegung miteinbeziehen: das sind doch Völker, bei denen seit Menschengedenken keine Ruhe ist, die muss man zu ihrem Glück zwingen. Ja, auch wir! Das ist ein Bündnisfall! Die USA greifen an, da sind wir als Bündnispartner doch automatisch beteiligt? Und überhaupt, Gasangriff – die machen was mit Gas, und Deutschland ist nicht dabei? Ich bitte Sie!

Außerdem, das sind doch alles Islamisten. Ja, alles Islamisten, zumindest sind die alle islamisch. Ist doch sowieso alles dasselbe. Richtig, und ob da jetzt der Iran oder der Sudan oder die Türken sich auf den Schlips getreten fühlen – ich weiß selbst, dass Schlipse westlich sind, aber das ist doch jetzt auch egal – die Hauptsache ist doch, wir haben mal klare Kante gezeigt gegen die. Das rettet uns die Wahlen! Stellen Sie sich das mal vor, auf der Wahlkampfveranstaltung in Hellersdorf: ‚Solange diese Kuffnucken zu Hause Krieg spielen, kommen uns von denen keine Asylanten rein!‘ Ich sage Ihnen, da tobt die Masse! Da kann die AfD sich zu den Schlägerdarstellern gleich das Publikum dazukaufen, damit überhaupt einer zusieht, wie sie diesen Magermilchgoebbels von der Rampe schubsen.

Alles Islamisten! Sie, da können Sie Bomben schmeißen, auf wen Sie wollen, da treffen Sie immer den Richtigen! Und das Tolle ist, die sind untereinander so richtig gut vernetzt. Wie diese Islamisten halt so sind, am Ende ist es doch wurst, ob das Sunniten oder Schiiten oder Saudis sind, Hauptsache ist doch, die fühlen sich angegriffen. Und wer sich angegriffen fühlt, der plant auch Terroranschläge. Doch, echte Terroranschläge. So richtig mit Bomben und Fernzündern, in Zügen und Flugzeugen, im Reichstag und im Einkaufszentrum. Was weiß ich, wo. Bin ich Terrorist? Mir ist das doch piepe. Hauptsache, wir können endlich diesen ganzen Datenschutz abschaffen und mein Schwager verkauft mehr Videokameraattrappen. Ich habe ihm nämlich die Hälfte vom Betriebskapital geliehen, und jetzt bin ich Anteilseigner. Also kommen Sie mal in die Gänge, sonst macht diese ganze Krise ja gar keinen Spaß mehr.

Überhaupt, wenn wir jetzt in konstanter Furcht vor islamistischen Terroranschlägen leben müssen, dann machen doch die Waffenlieferungen zu den Saudis auch wieder Sinn. Doch, ehrlich: wenn uns mehr Terroranschläge drohen, muss man durch mehr Waffen die Stabilität fördern – und wenn die Waffen zu mehr Bürgerkrieg führen, dann erhöht sich automatisch die Gefahr von neuen Terroranschlägen. Ist das nicht einsame Spitze?

Machen Sie bloß keinen Rückzieher! Wenn wir jetzt hinter die rote Linie zurückweichen, dann haben wir alles verloren, was wir uns in den letzten Jahren so mühevoll aufgebaut haben. Abgesehen von der Mineralölsteuer, wenn die Konzerne wieder die Benzinpreise anziehen, wir können endlich wieder Bundeswehrstandorte aufbauen. Aufbauen, hören Sie? aufbauen! Nicht schließen, aufbauen! So nah waren wir nie an der finalen Vollbeschäftigung durch explodierenden Binnenkonsum! Ist Ihnen nicht klar, dass dies der allerletzte Strohhalm zum Glück ist?

Um Himmelswillen, stecken Sie jetzt nicht den Kopf in den Sand! Es eröffnen sich uns große Chancen – wir reden hier von Jahrzehnten der Stabilität! Die Amis wollen doch den Assad gar nicht weghaben, ist Ihnen denn das gar nicht aufgefallen? Ach wo, das Regime ist ihnen ganz egal. Und da liegt doch der Hase im Pfeffer begraben: ob da Assad weitermacht oder seine Getreuen, ob da die einen ans Ruder kommen oder die anderen die Macht übernehmen, Demokratie wird es da auf unter gar keinen Umständen geben. Jedenfalls nicht auf absehbare Zeit. Und was heißt das? Richtig, wir können so lange Waffen liefern und vor Terroranschlägen warnen, wie wir lustig sind. Nichts wird sich ändern, abgesehen von den Aktienkursen der deutschen Stahlindustrie. Eben, und wenn es tatsächlich die Rebellen gewesen sein sollten, dann ist es doch sowieso gleichgültig, wen wir da plattmachen.

Außerdem können wir den ganzen NSU-Mist noch eine Weile kochen lassen, irgendwo fliegen mit Sicherheit wieder Brandsätze, und dann müssen wir uns nicht mehr darum sorgen, ob es irgendwo in der Welt Länder gibt, in denen man uns nicht mehr mag. Vor allem, wenn man noch größere Schulden bei uns hat. Also machen Sie endlich mal Nägel mit Köpfen. Noch so eine Pleite wie in Libyen will hier im Aufsichtsrat keiner mehr sehen. Hatte ich mich diesmal klar genug ausgedrückt, Frau Bundeskanzlerin?“





Give Peace a Chance

27 08 2013

„Nein!“ „Warum nicht?“ „Nein!“ „Das ist kein Grund. Sie müssen doch einen Grund haben, dass Sie…“ „Ich lasse mich nicht auf Diskussionen mit Ihnen ein. Wir reden hier von weitergehenden politischen Maßnahmen gegenüber Syrien, und die werden wir auch mit aller Konsequenz zur Durchführung kommen lassen. Aber mehr nicht!“

„Jetzt mal Spaß beiseite, Sie können doch einen solchen militärischen Eingriff…“ „Es handelt sich aber um keinen.“ „Warum nicht?“ „Es ist ja noch gar kein Militär da, außerdem: marschieren wir gerade ein?“ „Das ist doch nur eine Frage der Zeit.“ „Das sagen Sie! Wir wollen den Frieden in der Region so lange wie möglich sichern, deshalb lassen wir uns auf diese Sichtweise nicht ein.“ „Frieden!? Welchen Frieden wollen Sie denn da sichern? Da ist doch gar keiner!“ „Ach, und weil da der Frieden gerade ungesichert ist, kommen Sie mit militärischer Präsenz? Das ist eine ungerechtfertigte Handlungsweise, die zu Instabilität in der…“ „Also geben Sie zu, dass der Frieden brüchig ist und so bald wie möglich mit…“ „Ungerechtfertigt!“ „… militärischen Mitteln…“ „Absolut ungerechtfertigt! Sie bringen die Lage noch zum Explodieren!“

„Wir haben diese ganze Grütze ja schon seit Afghanistan durch, aber bitte.“ „Das können Sie gar nicht miteinander vergleichen.“ „Afghanistan war ein bewaffneter Einsatz.“ „Aber wir haben doch gar keine Waffen! Dies ist eine ganz normale Aktion, die die Stabilität der Auseinandersetzung um die politischen Auseinandersetzungen stabilisiert.“ „Manchmal habe ich den Eindruck, Sie glauben, was Sie da sagen.“ „Jedenfalls ist das etwas ganz anderes als Afghanistan.“ „Weil wir in Afghanistan eingefallen sind?“ „Weil es da keine Stabilität gab.“ „Verstehe. Der Stabilitätsanker ist ja Saudi-Arabien. Sagt zumindest unsere Bundesregierung.“ „Und?“ „Deshalb liefern wir da auch so viele Waffen hin.“ „Eben. Weil es da Stabilität zu stabilisieren gibt. Manchmal habe ich schon den Eindruck, Sie sind ein bisschen naiv.“

„Stellen Sie sich etwa im Ernst vor, Sie marschieren da unter Waffen ein und lösen einen Konflikt?“ „Das wäre dann ja ein bewaffneter Konflikt, und so weit wollen wir doch nicht gehen.“ „Was ist das denn sonst?“ „Ich will Ihnen schon etwas entgegenkommen: das ist, ich würde mal umgangssprachlich sagen, eine gewisse Spannung in der Region vorhanden.“ „Und das rechtfertigt keinen bewaffneten…“ „Ich würde es lieber als humanitären Einsatz bezeichnen.“ „Was ist daran humanitär?“ „Denken Sie mal an die vielen zivilen Opfer. Wir können doch die zivilen Opfer nicht einfach so schutzlos…“ „Wem denn?“ „Wir wissen es noch nicht genau, aber das wird sich schon noch zeigen. Sie müssen ein bisschen Vertrauen haben.“ „Und warum betonen Sie die zivilen Opfer so?“ „Ich bitte Sie – man kann doch angesichts einer derart ernsten Lage nichts Beschönigendes sagen. Das sind wir schon den zivilen Opfern schuldig.“ „Und wenn die nicht zivil wären?“ „Dann müsste man es nicht so betonen. Sie sehen, wir haben wieder einmal verdammtes Glück gehabt!“

„Ich gebe es auf.“ „Schon?“ „Ja, ich gebe es auf. Vermutlich werden Sie mir jetzt auch erzählen, dass Sie für Mädchenschulen nach Syrien wollten. Und zum Brunnenbohren.“ „Quatsch! Das ist ein sehr weit entwickeltes Land…“ „Wie bitte!?“ „… das nur ein paar Maßnahmen zur Stabilisierung der Demokratie braucht.“ „Haben Sie jetzt vollkommen den Verstand verloren? Demokratie gibt es doch so gut wie überhaupt nicht in Syrien!“ „Deshalb müssen wir da auch so schnell wie möglich eine geopolitisch kluge Entscheidung vor Ort fällen, die uns eine auf die Erfordernisse von Staat und Gesellschaft abgestimmte Operationsweise ermöglicht.“ „Und dass wir den Einsatz von Massenvernichtungswaffen damit verharmlosen, das fällt Ihnen gar nicht ein?“ „Wir setzen eben in Bezug auf internationale Partnerschaftsverstärkung gerne auf durchgreifende Modelle, die bei der jeweiligen Bevölkerung eine nachhaltige Resonanz erzeugen.“ „Also ein Eingreifen mit Waffengewalt gegen die Regierung.“ „Das haben Sie gesagt.“ „Was ist es denn anderes?“ „Ein im Interesse der Staatengemeinschaft robust gestaltetes Mandat zur Befriedung der unplanmäßig verlaufenden innenpolitischen Steuerungsverläufe.“ „Meine Güte, Sie haben wohl die Kanzlerin gefressen!“ „Das Eingreifen an der Seite unserer Verbündeten ist alternativlos, deshalb müssen alle notwendigen Mittel auch mit effektiver Abwehr gekoppelt sein. Ich will dabei nicht verhehlen, dass wir jenseits der roten Linie, wo wir uns heute befinden, durchaus eine massive Warnung als ersten Schritt gegen die Regierung durchführen könnten.“ „Und das heißt?“ „Wir könnten beispielsweise bei einer präventiven Auseinandersetzung Kollateralschäden taktisch miteinbeziehen.“ „Kollateralschäden? Taktisch!?“ „Wir warnen die syrische Regierung jedenfalls, dass dadurch die Wahrscheinlichkeit ziviler Opfer erheblich steigen könnte.“ „Aber… aber…“

„Jetzt gucken Sie nicht so. Das wird eine ganz einfache Sache.“ „Ein einfacher Militärschlag.“ „Sie werden sehen, wir senken nachhaltig das Potenzial für einen bewaffneten Angriff im Innern, und dann haben wir höchstens kürzere Gefechte zur Verteidigung unserer Interessen.“ „Jaja.“ „Und die internationale Gemeinschaft wird die Entspannung am Konfliktherd erreichen.“ „Ach was.“ „Und es wird eine gute Zusammenarbeit mit der Bevölkerung geben.“ „Und dicke Aufträge für die deutsche Waffenindustrie.“ „Hör mal, Sportsfreund – Krieg!?“





V2 wie Vendetta

28 01 2013

„… habe der Marschflugkörper eine Ortschaft in der Nähe von Potsdam beschossen. Merkel bezeichne deshalb alle Aktionen, bei denen Deutsche durch Waffen getötet würden, nicht nur umgangssprachlich als Krieg und rief zu…“

„… verurteile Außenminister Westerwelle den Luftschlag scharf. Er als FDP wolle der Aufrüstung nur zustimmen, wenn eine klare sicherheitspolitische…“

„… seien nach Ansicht der SPD geostrategische Interessen bedroht, dennoch spreche sich die Fraktion gegen den Einmarsch in…“

„… habe IM Friedrich die Waffen als besonders verabscheuungswürdig bezeichnet, da sie aus weiter Distanz abgefeuert würden, was nur äußert feige und niederträchtige…“

„… ein technisches Versagen des Flugkörpers nahezu ausgeschlossen werden. Der CSU-Sicherheitsexperte Uhl halte damit einen Vorsatz für erwiesen, so dass der Angriff als kriegerische…“

„… habe der Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz den Einsatz bewaffneter Drohnen als barbarischen Akt gegeißelt. Immer, so Zollitsch, entscheide ein Mensch, eine Rakete abzuschießen, worin sich die Minderwertigkeit der islamischen…“

„… dürften die islamistischen Attentäter keinesfalls dieselben Waffensysteme benutzen, die den UNO-Blauhelmen für…“

„… senke der Einsatz bewaffneter Drohnen die Hemmschwelle auch in der eigenen Bevölkerung. Besitz und Verkauf von Killerspielen, so Bosbach, seine eine zweifelsfrei feststehende Folge aus der Gefahr durch terroristische…“

„… habe der Bundeswehrsprecher die ausländischen Flugkörper als Maximierung von Gefahr eingestuft, die nur in äußerst wenigen Fällen treffsicher…“

„… zeige der Einsatz, dass es sich nur um eine gezielte Tötung handeln könne. Alle Versuche, den Einschlag als Unfall zu erklären, seien lediglich Schutzbehauptungen oder nicht plausible…“

„… weise de Maizière an dieser Stelle nochmals darauf hin, dass die deutschen Drohnen nur der Abschreckung dienten, während die ausländischen als Kriegswaffen zur gezielten Tötung von…“

„… habe der stellvertretende Sprecher des Verteidigungsministeriums bewaffnete Drohnen für militärisch sinnlos erklärt. Sie seien geeignet, Soldatenleben zu retten, töteten dafür jedoch unschuldige Zivilisten und…“

„… eine sofortige Ächtung aller Drohnen. De Maizière rufe gleichzeitig dazu auf, sehr viel mehr deutsche Waffenexporte zu…“

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„… habe der Marschflugkörper eine Ortschaft in der Nähe von Kabul beschossen. Merkel bezeichne deshalb Aktionen, bei denen Personen durch Waffen getötet würden, nur umgangssprachlich als Krieg und rief zu…“

„… begrüße Außenminister Westerwelle den Luftschlag. Er als FDP wolle der Abrüstung zustimmen, wenn eine klare sicherheitspolitische…“

„… seien nach Ansicht der SPD geostrategische Interessen bedroht, dennoch spreche sich die Fraktion gegen den Truppenabzug in…“

„… habe IM Friedrich die Waffen als besonders menschenrechtsschonend bezeichnet, da sie aus weiter Distanz abgefeuert würden, was nur äußert intelligente und zuverlässige…“

„… ein technisches Versagen des Flugkörpers als nahezu erwiesen bezeichnet werden. Der CSU-Sicherheitsexperte Uhl halte damit einen Vorsatz für ausgeschlossen, so dass der Angriff als friedenssichernde…“

„… habe der Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz den Einsatz bewaffneter Drohnen als Akt der Nächstenliebe begrüßt. Immer, so Zollitsch, entscheide ein Mensch, eine Rakete abzuschießen, worin sich das Verantwortungsbewusstsein der christlichen…“

„… dürften die deutschen Truppen keinesfalls andere Waffensysteme benutzen als die der UNO-Blauhelmen für…“

„… senke der Einsatz bewaffneter Drohnen die Hemmschwelle in der afghanischen Bevölkerung. Besitz und Verkauf von Killerspielen, so Bosbach, seine eine zweifelsfrei feststehende Voraussetzung für die Gefahr durch terroristische…“

„… habe der Bundeswehrsprecher die ausländischen Flugkörper als Minimierung von Gefahr eingestuft, die in so gut wie allen Fällen treffsicher…“

„… zeige der Einsatz, dass es sich nur um einen Unfall handeln könne. Alle Versuche, den Einschlag als gezielte Tötung zu erklären, seien lediglich Schutzbehauptungen oder nicht plausible…“

„… weise de Maizière an dieser Stelle nochmals darauf hin, dass die deutschen Drohnen nur der Abschreckung dienten, während die ausländischen als Kriegswaffen zur gezielten Tötung von…“

„… habe der stellvertretende Sprecher des Verteidigungsministeriums bewaffnete Drohnen für militärisch sinnvoll erklärt. Sie töteten unschuldige Zivilisten, seien dafür jedoch geeignet, Soldatenleben zu retten, und…“

„… eine sofortige Anerkennung aller Drohnen. De Maizière rufe gleichzeitig dazu auf, sehr viel mehr deutsche Waffenexporte zu…“





Vollhorst

31 05 2010

„… und hier der Platz voller gedicht… dichter Leute, stehender, dichter, stehender… also stehend dicht, verdichtet, verstanden? Ja, ich weiß ja auch nicht so recht, ob das zu schmierig… schwierig meine ich, schwierig, ja? Ist aber auch schwer, das ist Schwester… schwerster Arbeit, für schwere, für Schwestern, die sich sicher hier versichern: hier in der schönen, in der, diese Anstalt, die – nein, halt! Veranstaltung, die Sie hier in der, durch der, die Anstalt hier veranstaltet, ja, dass Sie auch sehen, dass es nötig war, was ich hier zur Sprache sage, wenn ich zu Wort komme, dann wünsche ich mir manchmal, wenn ich wieder mit der Sprache – wenn mir die Worte… gebe ich mein Wort, dass es auch zur Sprache kommt, dass es auch nötig wird.

Weil das, wir müssen das hier drinnen auch im Innern, also wenn wir uns erinnern, ist noch alles da drinnen, dann muss man auch sagen, das sagt man auch so, so sagt man, schon in der Sage sagt man, dass man sich da erinnert, das liegt an dem Lied, an dem das liegt, wo wir hier statt Bürger, Staatsbürger anstatt, dass… das Lied, das leider staatlich statt… statt stattlich… liedlich, leidlich liederlich, statt staatlich Bürgerlied bürgerlich ist meine, ich meine, gemeinhin ist immerhin und wieder gemeinsam als bürgerliches Lied, das ich hier meine, aus meiner Freiheit von, Meinungsfreiheit, die wir bürgerlich, befreit von, Meinung und also solche gemein hin und her und wieder als solche statt staatlicher Meinung, wie ich meine, dass diese als solche auch frei von meiner Meinung, die ich, ein Freier, und als solcher auch Demokrat, die meiner Meinung nach auch frei und als solche auch frei von Demokratie, die als meine Demokratie gemeinsam bürgerliches Leidgut… Liedgut, das als solches gemein… und den Gefahren, den… gemeingefährlichen Gefahren der demokratischen… die Meinungsfreiheit… frei von gefährlichen Demokratien, die als solche… solche freien Meinungen, meine Meinung, die als solche gemeinfrei von… Freiheit als die, die ich als solche meine, die Freiheit, die mein Lied als Leid, die Leidkultur, die als solche, als Liedkultur, die frei von solcher Kultur sich gemein und uns beschützt, im Schützengraben, erst den Schützen, der uns gemein, als die Gemeinde, die da als solche, die meinen, dass wir frei, dass wir – solchermaßen als freie Gemeinde im Schutz, und dann im Grab, weil wir müssen uns ja als solche, die sich frei graben, statt an bürgerlichen, schutzbürgerlichen Gräbern, die wir zu schützen hier frei von Kultur uns gemein machen, gemein sind, als Gemeinsinn, als solcher, sind immerhin und auch staatlich als Kultur anerkannt, das müssen wir anerkennen, wenn wir als Bürger erkennen, dass wir als solche, also frei von Anerkennung und als solche ohne Schutz dem Grab, das uns frei und dann auch als die von den Beschützern, den Geschützten, die stattlichen Geschütze, die uns als solche und statt der Demokratie, die frei von Meinung und ein Lied, das wir hier und heute gemeinsam, haben wir dem Kommu… der Dichter, der auch der Komponist, der als freier Komponist, als solcher frei in seiner Meinung, vor der wir uns hier und heute schützen müssen, damit wir die nicht begraben, die uns vor der Freiheit, die, so meine ich, als Gemeinheits… als Gemeinschaftsaufgabe, die wir denen aufgeben, die uns als solche auch schon aufgegeben haben, wenn wir uns aufgeben, was zugegeben uns als Mutige, denen jede Zumutung zuzumuten ist, weil wir als solche über die Zumutbarkeit auch regeln, wo wir als Gemeinschaft gemein und dann, wie ich meine, als Staatsbürger hoheitlich sehen, was uns deutsch… als Deutsche deutlich, im Sinne einer deutlichen Hoheit, deutschen Hoheit, die als solche die Bedeutungshoheit, Deutungshoheit macht, ist, die deutsche Macht, die macht deutlich, dass die Deutschen deutlich Macht und das, das bedeutet, dass das bedeutet, dass das Bedeutende als Macht Hoheit deutet, wo wir Eindringling… eindringlich den Eindruck erhalten haben, dass diese Gericht… Richtung, die uns als solche richtiggehend als gerecht und, wenn wir selbst uns rächen, dann als Gerächte in einer deutschen, in einer deutlichen Richtung, die sich eine Bedeutung zumisst, die als vermessen, gemessen an den Maßen derjenigen, die als Masse das Maß sind, was nicht ins Gericht… Gewicht fällt, weil Fallen als solches, oder wenn man das, wenn man jemanden vermisst, dass man da vermisst, was als solches vermessen wäre, sind wir bereits am Ziel und zielen auf ein solches, das wir erst beim Handeln kriegen als kriegerisches Handeln für einen Handel, oder wenn wir Händel suchen, so dass gerade uns Deutschen, über den Sinn der Elemente, über alter-, über mittelalterliche über die heutige Dichtung über das Ganze als solches eine sich uns zeigende Angelegenheit, die wir, und das ist mein Anliegen für eine schwierige Lage, und das ist nicht nur etwas, was man nicht tun sollte, sondern es ist etwas, was man tun sollte.

So kann nun die gesamte Notwendigkeit und den Sinn, der uns notwendig erscheint, auch unter kulturellen Gesichtspunkten, wo wir als ein demokratischer Staat, gleichzeitig mit unserer Kultur, auch mit unserer, nicht auch, sondern mit unserer Dichtkunst ist das hier sehr klar in Erscheinung getreten. Man muss auch, um diesen Preis, seine Interessen wahren. Mir fällt es schwer, das so zu sagen, aber ich halte es für unvermeidlich, dass wir dieser Realität ins Auge blicken. Und ich also solcher soll Sie auch von meiner Frau…“





Köhlerglaube

29 05 2010

Die Herrschaft schickt die Schergen;
die sollen, wenn es knallt,
was übrig bleibt, verbergen.
Der Schornstein wird sonst kalt.

Mit List soll das bezwecken,
dass brav die Heimat schweigt.
Die Mannschaft darf verrecken,
wenn nur der Zins noch steigt.

Stoß zu mit Deinem Dolche,
der Blut am Boden adelt –
am Ende sind’s doch solche,
die man dafür noch tadelt.

Die Wahrheit, ach! die Lehre,
die gibt’s glatt obendrein.
’s ist Krieg. Und ich begehre,
nicht schuld daran zu sein.





Totale Sicherheit

25 01 2010

„Und warum sollen wir uns umgewöhnen?“ „Weil es sonst nicht mehr sinnvoll ist.“ „Was heißt denn: sinnvoll?“ „Dass Sie nicht mehr verstehen, was um Sie herum geschieht. Dass Sie einfach komplett aus dem Rahmen fallen und zum Risiko werden.“ „Zum… verdammt, ich kann es nicht sagen!“ „Sagen Sie’s. Los, sagen Sie’s!“ „Sicherheitsrisiko, meinen Sie?“ „Richtig. Sicherheitsrisiko.“

„Ich verstehe es aber nicht. Können Sie es mir nicht noch einmal erklären?“ „Da gibt es nichts zu erklären.“ „Warum nicht?“ „Die Bundesregierung, der Sie Ihr ganzes Vertrauen schenken, hat es so beschlossen.“ „Warum?“ „Weil Sie ihr vertrauen.“ „Das habe ich nicht behauptet, es ist auch gar nicht…“ „Vertrauen Sie der Bundesregierung. Wir wissen besser als Sie, was für Sie richtig ist.“ „Warum?“ „Weil wir entschieden haben, auf uns zu vertrauen.“ „Warum?“ „Weil das sicher ist.“ „Absolut sicher?“ „Absolut sicher.“ „Aber Sie haben doch gesagt, dass Sicherheit eine neue…“ „Sie sind nicht befugt, darüber nachzudenken.“

„Also bitte! Sie geben hier Handzettel aus, in denen diese Botschaft ganz klar beschrieben ist. ‚Sicherheit und Krieg sind dasselbe‘, das steht da.“ „Das heißt aber nicht, dass jetzt Krieg und Sicherheit…“ „Warum steht dann auf der Rückseite: ‚Krieg und Sicherheit sind dasselbe‘?“ „Die Bundesregierung macht keine inkonsistenten Aussagen.“ „Aber Sie haben doch eben gerade der Aussage der Bundesregierung widersprochen? Wie können Sie…“ „Sie sind nicht befugt, diese Frage zu formulieren.“

„Warum müssen denn dann unsere Grundrechte ständig weiter abgebaut werden?“ „Die Sicherheit erfordert es.“ „Gibt es denn Sicherheit?“ „Wir können Sie beruhigen, die Sicherheit der Insassen der… ich meine: der Bundesbürger…“ „Wenn Sie Sicherheit und Krieg gleichsetzen, bereiten Sie denn dann nicht einen Angriffskrieg gegen die Insassen der Bundesrepublik vor?“ „Ihre Frage basiert auf einer ungerechtfertigten Gleichsetzung.“

„Das hieße doch aber, wenn es keine innere Sicherheit gäbe, dass es dann besser wäre für die Freiheit der Bürger – wäre dann nicht im Umkehrschluss auch die innere Sicherheit oder auch nur die Bestrebung, sie herzustellen, eine Bedrohung der Bürger und damit eine Bedrohung der Freiheit?“ „Sie denken zu viel.“ „Warum?“ „Das macht unsicher.“ „Das ist doch gut., wenn wir damit die Sicherheit gefährden, die uns bedroht?“ „Damit würden wir aber andere bedrohen.“ „Wenn unsere Sicherheitsbestrebungen dazu führen, dass die Bedrohungslage von uns selbst ausgeht, dann wäre es doch auch viel besser, wenn wir nicht mehr die Sicherheit anstreben würden?“ „Das beruht auf einem logischen Denkfehler.“ „Auf welchem?“ „Weiß ich nicht.“

„Und jetzt müssen die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt werden?“ „Das ist der einzige Weg, um der drohenden Bedrohung sicher zu begegnen.“ „Und wodurch?“ „Wir brauchen noch mehr Sicherheitstechnik.“ „Und Versicherungen?“ „Wenn wir uns versichern, dass wir im Sicherheitsfall mehr Sicherheit haben, dann haben wir jetzt, also vor dem sicheren Eintritt des Sicherheitsfalls, auch wieder Sicherheit.“ „Sie sagten doch aber, dass es keine Sicherheit geben könne?“ „Das ist etwas ganz anderes. Sie verwechseln das mit Absicht.“

„Und das Sicherheitspersonal?“ „Wir haben auch die Verpflichtung, dass wir wirtschaftlich…“ „Arbeiten Sie mit den entsprechenden Verbänden zusammen?“ „Wir als Politik haben den Auftrag, die Sicherheitswirtschaft in diesem unserem Lande zu stärken. Die Sicherheitsbranche ist ein wesentlicher Faktor für unsere uneingeschränkte Solidarität mit befreundeten Sicherheitsmächten.“ „Welche Sicherheitsstandards müssen eingehalten werden für die innere Sicherheit?“ „Wir überlassen es der Sicherheitsbranche, diese Fragen in einem sicherheitsrelevanten, lassen Sie es mich ruhig so sagen: im einzigen sicherheitsrelevanten Kontext zu betrachten, und das ist der wirtschaftliche Kontext. Deutschland soll wieder sicher sein, Deutschland muss wieder sicher werden!“

„Wie wird sich die deutsche Außenpolitik vor diesem Hintergrund positionieren?“ „Wir sind Teil internationaler Sicherheitsabkommen. Das verpflichtet uns zu Sicherheitsleistungen, die uns Sicherheit zusichern.“ „Welche anderen Sicherheiten können die Deutschen denn erwarten von der Bundesregierung?“ „Datensicherheit, Rechtssicherheit, und wir versichern Ihnen, dass wir in den kommenden Jahren der christlich-liberalen Bürgerlichkeitsmitte vor allem ein Ziel haben: die Sicherheit aller Bundesbürger. Jeder soll an dieser Sicherheit ganz direkt beteiligt sein.“

„Es bleiben noch einige soziale Fragen…“ „Da wäre natürlich einmal die Rentensicherheit – wir werden sie nicht in Frage stellen, genauso, wie wir auch die Arbeitsmarktreformen so gestalten werden, dass die Erwerbslosen mit mehr Sicherheit rechnen können.“ „Und die Versicherungsbranche?“ „Die ist auf jeden Fall ein ganz starker Partner. Für einzelne Teile der Regierungskoalition natürlich nur.“

„Und das Grundgesetz? Was werden Sie für das Grundgesetz tun?“ „Wir haben immer gesagt, dass wir die Rechtssicherheit auch auf die Verfassung ausdehnen werden, deshalb werden wir auch und gerade dem Grundgesetz mit immer neuen Sicherheitsbestrebungen begegnen, bis wir irgendwann sagen können: unsere Verfassung ist vollkommen abgesichert.“ „Warum?“ „Damit Deutschland ein Synonym ist – ein Synonym für die totale Sicherheit.“