Industrieller Maßstab

9 09 2020

„Und wenn wir die Preise anpassen?“ „In welche Richtung, darauf kommt es doch an.“ „Dann würde auch die Qualität steigen.“ „Es geht schließlich um unsere Zukunft.“ „Dann werden die Preise wohl steigen.“ „Das wäre vernünftig.“ „Dann können wir’s ja gleich vergessen.“

„Die Ministerin wünscht sich eine wirtschaftlich erfolgreiche und gesellschaftlich akzeptierte Landwirtschaft.“ „Können Sie mal nachfragen, was sie unter ‚akzeptiert‘ meint?“ „Wenn Sie schon da sind, dann fragen Sie doch auch gleich, von welcher Gesellschaft sie da gerade spricht.“ „Das werden die Handelsgesellschaften sein.“ „Oder meint sie die Produktion?“ „Der Verbraucher hat mit den Erzeugern aber gar nichts mehr zu tun.“ „Eben.“ „Vermutlich schwebt ihr der wirtschaftliche Erfolg der Gesellschaft vor.“ „Also alles doch billiger.“ „Das hieße doch aber, wenn wir die Schnitzel nicht teurer machen, dann haben die Bauern gar keinen Gewinn mehr.“ „Irgendwas stand da noch drin mit Verantwortung.“ „Das finde ich jetzt aber sehr mutig.“ „Wieso?“ „Was meinen Sie, was passiert, wenn jemand Klöckner zur Verantwortung zieht.“

„Ist denn diese Tierwohlabgabe noch aktuell?“ „Das wäre dann ja eine Preissteigerung.“ „Die aber nur dem Tierwohl dienen sollte.“ „Das heißt, dass die Zucht- und Schlachtbetriebe immer noch die Schweine durch die Gegend karren und dann im Leiharbeitergulag weghauen?“ „Mit dieser Abgabe werden dann aber bestimmt die Ställe ein bisschen größer.“ „Das wird sicher teuer.“ „Aber es geht halt um unsere Zukunft.“ „Diese ausländischen Arbeiter, die kann man nicht einfach aussperren?“ „Mit welchem Recht?“ „Dann hätten wir auch keinen Spargel mehr.“ „Dann kann ich aufs Schnitzel auch verzichten.“ „Man könnte das machen, aber dann setzen die Osteuropäer ihre EU-Standards noch weiter runter.“ „Gibt es denn eine Möglichkeit, diese wirtschaftliche Abhängigkeit zu stoppen?“ „Brexit sagt Ihnen etwas?“

„Was würde denn passieren, wenn wir diese Option ziehen würden?“ „Wenn Polen oder die anderen Billiglohnländer…“ „Sie meinen das im Vergleich zur Bundesrepublik, nehme ich an.“ „… die Erzeugerpreise senken würden, könnte der Handel weiter sein Niveau halten.“ „Und das kann man nicht in der nationalen Gesetzgebung regeln?“ „Dann würde es sich aber auch anbieten, die…“ „Wenn er jetzt vom Mindestlohn anfängt, schreie ich!“ „Wieso das denn?“ „Wenn die Verbraucherpreise steigen, können wir irgendwann auch Hartz IV erhöhen.“ „Das ist doch unsere Zukunft!“ „Es ist schrecklich.“ „Und mehr können Sie nicht zu den…“ „Wir müssen doch zugeben, dass es sich um eine schreckliche Entwicklung handelt“ „Richtig, aber in unsere Berechnung wurde der schlimmste Faktor noch nicht integriert.“ „Klöckner?“ „Klöckner.“

„Die macht doch einen sehr guten Job.“ „Sagt die Bundesregierung auch.“ „Merkel leistet sich in letzter Zeit auch mehr fachexterne Berater, wenn sie mal was zum Rausschmeißen braucht?“ „Immerhin hat sie die richtigen Denkansätze.“ „Weil sie die steigenden Kosten kritisiert, die da auf die vielen kleinen Familienbetriebe in der Landwirtschaft zukommen.“ „Dann müsste man Fleischproduktion vielleicht eher im industriellen Maßstab denken.“ „Das kann sie ja.“ „Sie meinen, weil sie eh nur für die Industrie denkt?“ „Die Industrie meint, dass sie denkt.“ „Meint sie das nicht auch?“ „Naja, nur halt nicht maßstabsgerecht.“

„Haben wir wenigstens einen Kompromiss in Aussicht?“ „Die SPD muss wieder querschießen.“ „Was wollen die denn diesmal?“ „Dass geltendes Recht durchgesetzt wird.“ „So kommen wir ja auch nicht weiter.“ „Schlimm!“ „Dabei ist das unsere Zukunft!“ „Es wird dann ja sowieso erst nach der nächsten Wahl umgesetzt.“ „Also ohne die SPD.“ „Hoffentlich ohne Klöckner.“ „Wir haben zweimal Weltkrieg, die Wiedervereinigung, die Eurokrise und Corona ausgehalten, da werden wir doch…“ „Fällt Ihnen auf, dass die Einschläge langsam näher kommen?“ „Dann können wir es ja nur noch vom Markt regeln lassen.“ „Das wäre effektiver als ein Krieg.“ „Nein, durch genossenschaftliche Modelle zum Beispiel.“ „Das geht aber auch nicht von heute auf morgen.“ „Wenn die Regierung so arbeitet wie bisher, fangen die auch erst übermorgen an.“ „Und dann könnte man das alles rechtlich durchsetzen?“ „Dafür wäre dann wieder die EU zuständig.“ „Also niemand?“ „Wir machen nur die Finanzierung.“ „In dem Fall die Gegenfinanzierung.“ „Das sind dann aber natürlich Centbeträge.“ „Um die man auch jahrelang diskutieren kann.“ „Das darf aber nicht an den Verbrauchern hängen bleiben!“ „Regelt das nicht der Markt?“ „Grundsätzlich ja.“ „Wir könnten natürlich auch Subventionen an Umweltauflagen koppeln.“ „Das wäre schon unfair denen gegenüber, die sich nicht daran halten.“ „Also die Mehrheit.“ „Und der Klimaschutz?“ „Regelt den nicht auch der Markt?“ „Wir könnten ja die Preise durch mehr und nicht kontrollierte Subventionen…“ „Dann wird auch das Fleisch wieder billiger.“ „Und wird mehr gekauft.“ „So dass wir im Grunde den Markt damit geregelt kriegen.“ „Genial!“ „Vielleicht haben wir damit eine neue Exportquelle eröffnet.“ „Das ist ein guter Schachzug!“ „Aber die Zukunft!?“ „Welche Zukunft meinen Sie denn?“ „Vermutlich die, die Klöckner schon hinter sich hat.“





Produzierende Unternehmen

23 08 2018

„… ursprünglich Milliardenhilfen von der Landwirtschaftsministerin gefordert hätten, die die Bundesregierung nicht als sinnvolle…“

„… pauschal auf die Landespolitik verweise. Es heiße ja auch ‚Landwirtschaft‘, deshalb könne der Staat keine Hilfsgelder…“

„… eine Pflichtversicherung für Landwirte ins Gespräch gebracht habe. Sie werde nach Ansicht der Freidemokraten zu einer Marktbereinigung führen, da nur stabile Agrarunternehmen sich die Kosten der…“

„… nur vereinzelt zu Ernteausfällen gekommen sei. Da eine so umfangreiche finanzielle Zuwendung jedoch ohne Einzelfallprüfung hätte gewährt werden müssen, sei es der Regierung zu riskant gewesen, auch gut aufgestellte Betriebe mit in den…“

„… auf die offizielle Statistik des Ministeriums für Ernährung und Landwirtschaft warten wolle, da eine seriöse Berechnung der erforderlichen Hilfen nur durch komplexe mathematische…“

„… eine Verteuerung von Erdbeeren erst wieder im kommenden Jahr zu erwarten sei, da der Markt in der Zwischenzeit auf Importware ausweichen könne. Klöckner könne dem Steuerzahler keine so große Staatsbelastung nachweisen, wenn offenbar sei, dass die Verfügbarkeit sämtlicher Konsumgüter immer noch gut bis sehr gut und…“

„… ungefähr ein Drittel der geforderten Summe zahlen werde. Die Bundesregierung sei mit der Entscheidung sehr zufrieden, da sich dadurch etwa jeder dritte betroffene Betrieb…“

„… warne Klöckner nebenbei vor einer veränderten Haltung in der Migrationspolitik. Es gebe in der Landwirtschaft keine Möglichkeiten, noch mehr Zuwanderer zu beschäftigen, wenn diese nicht bereit seien, unter illegalen Arbeitsbedingungen den Erhalt ihrer Jobs zu…“

„… die erwarteten Ernteausfälle nun auch nachgewiesen werden könnten. Das Ministerium habe die offiziellen Statistiken des Ministeriums zwar zur Kenntnis genommen, werde aber vor der Entscheidung …“

„… eher in der Verbreiterung des Angebots liegen müsse als in finanziellen Hilfe, die jährlich gezahlt werden müssten. Klöckner plädiere für eine Ausweitung des Weinbaus auch im Flachland, was angesichts der zu erwartenden Sonnenstunden eine erhebliche Qualitäts- und Mengensteigerung im…“

„… sei jede Zuwendung für Migranten mit einer Investition in Milliardenhöhe verbunden, die auf der anderen Seite dann nicht mehr zur Stützung der landwirtschaftlichen Betriebe…“

„… sogar in der Küstenregion angebaut werden könnten. Fisch und Wein seien eine auch im Einzelhandel gut vermittelbare Kombination von Qualitätsware aus deutscher…“

„… die Zuwanderung über das Mittelmeer auch wetterbedingt geschehe. Klöckner sehe einen sehr gefährlichen Umkehreffekt, der durch vermehrte Migration und eine anwachsende Bevölkerung in Deutschland auch die Erderwärmung ankurbele und so eine noch viel höhere Dürregefahr für die…“

„… es sich nach neuesten Zahlen um eine Katastrophe von nationalem Ausmaß handele, die allerdings einerseits auf Landesebene stattfinde, andererseits globale Ursachen habe, so dass sich das Ministerium außerstande sehe, eine rechtlich sichere Zahlung von…“

„… sich mehrere Konzerne aus dem Bereich der Kfz-Lieferbetriebe sowie die Pilotenvereinigung Cockpit als Großgrundbesitzer ausgegeben hätten, um Agrarsubventionen von der Bundesregierung zu…“

„… nur Betrieben helfen werde, die direkt von der Schließung bedroht seien. Dies könne nach dem Aufbrauchen des Winterfutters für Milchvieh etwa im Herbst eintreten, führe aber nicht automatisch zu einer Hilfszahlung, da dann auch für sehr viel Geld kein Winterfutter mehr in die…“

„… die meisten Höfe Diesel verwendeten. Sie würden nun über eine Entschädigungszahlung ungefähr dreißig Milliarden Euro fordern, die aber erst durch einen juristischen…“

„… werde das Ministerium ohnehin mit der Auszahlung der Hilfsgelder warten, bis Betriebe in Konkurs gegangen seien, da nur so die existenzielle Bedrohung rechtssicher…“

„… es sich um produzierende Unternehmen mit Dieselverwendung handele, die einfach als Automobilindustrie eingestuft werden könnten. Auf diese Art bekäme auch die Bundesregierung eine Handhabe, um die Rettungsmilliarden ohne vorherige Prüfung der Bedürftigkeit an die…“

„… erhebliche Ausfälle der Kartoffelernte durch eine Steigerung der Getreidepreise ausgeglichen würden. Klöckner sehe hier eine Chance, den Verbrauchern den Kartoffelmangel durch preislich höherwertige Backprodukte zu vermitteln, was zur Stärkung der ökonomischen Sicherheit in vielen Haushalten der Unterschicht und ihrer…“

„… zur Stützung der Landwirtschaftsbetriebe nur eine seriöse Methode geben könne, die die Bankenaufsicht derzeit prüfe. Indem sich die Höfe in einem Schnellverfahren zu .…“

„… Betriebe, die aus eigenen Mitteln die Verluste hätten auffangen können, etwa durch Abbau von Arbeitsplätzen oder den Verkauf von Acker- und Weideflächen zum Erwerb von Futtermitteln, nicht an den Hilfen beteiligen werden. Die Bundesregierung begrüße dieses als ‚griechische Solidarität‘ bekannte Modell des freiwilligen Lastenausgleichs und hoffe, dass sich die angespannte Lage durch nationale…“

„… rate Klöckner den Höfen, als börsennotierte Startups neues Kapital zu akquirieren und innerhalb weniger Jahre auch ohne Primärproduktion wieder ausreichende Kreditwürdigkeit zu…“





Beerendienst

28 04 2014

„… bestätigt, dass durch die Einführung eines Mindestlohns die deutschen Verbraucher mit erheblichen Preissteigerungen für Spargel und Erdbeeren…“

„… sich der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbands Bernhard Krüsken nach neuesten Erhebungen besorgt gezeigt, dass bei dem zu erwartenden Preisanstieg nicht mehr genug Erdbeeren produziert werden könnten, um jeden Verbraucher täglich mit mindestens zwei Kilo Früchten zu…“

„… es nach Angaben von Agrarverbänden die größte Schwierigkeit sei, die gestiegenen Preise beim Verbraucher auch durchzusetzen. Fachleute aus dem Einzelhandel hätten dies allerdings für ein vorgeschobenes Argument gehalten, da dazu lediglich das Preisschild mit dem aktuellen…“

„… natürlich verkürzt dargestellt worden sei. Üblicherweise würden gestiegene Lohnkosten nie an den Verbraucher weitergegeben, sondern vom Gewinn der Konzerne abgezogen, weshalb die deutsche Wirtschaft auch seit Jahren einen Aufschwung nach dem anderen…“

„… könne man, so Krüsken, natürlich auch die für den Export bestimmten Erdbeeren für den nationalen Markt zur Verfügung stellen, was jedoch zu enormen Umsatzeinbußen auf dem Außenhandelssektor führe. Man sehe ja bereits auf dem Strommarkt, dass durch derartige Operationen die Energiekonzerne am Bettelstab…“

„… fordere die CSU, die Spargel- und die Erdbeersaison zusammenzulegen, um den Verbraucher nur einmal im Jahr mit einer derartigen Preissteigerung…“

„… habe FDP-Sozialexperte Westerwelle vor allem moniert, dass die Kräfte ja bereits durch Hartz-IV-Leistungen zu den Privilegierten gehörten und zusätzlich durch bis zu 6,50 € pro Stunde wahre Reichtümer…“

„… schlage die INSM vor, bei der Einführung von Mindestlöhnen die Saisonarbeiter durch einen Solidaritätszuschlag an der Wirtschaftsentwicklung in Deutschland zu beteiligen. Dieser errechne sich aus der Differenz der aktuellen Löhne zum Mindestlohn und werde direkt an die Arbeitgeber entrichtet, um Stabilität auf dem Arbeitsmarkt…“

„… habe das Verbraucherschutzministerium den CSU-Plänen strikt widersprochen. Maas habe errechnet, dass dann dem Verbraucher trotz anders lautender Finanzplanungen der Union nicht das doppelte Investitionsvermögen zur Verfügung stehe, um gleichzeitig Erdbeeren und Spargel zu…“

„… zu mehr Freiheit aufgerufen. Anlässlich einer Heiligsprechung habe Gauck die Erntehelfer auf die jährlich wiederkehrende Chance hingewiesen, die sie nur zu nutzen bräuchten: sowohl als Spargelstecher wie auch als Erdbeerpflücker zu arbeiten, um dadurch doppelt so viel…“

„… wolle die CSU aus Gerechtigkeitsgründen vor einer Anhebung der Löhne in der deutschen Landwirtschaft erst Textilarbeiterinnen in den Billiglohnländern so viel zahlen wie den Vorstandsvorsitzenden von…“

„… liege das Problem nicht speziell am Fachkräftemangel, sondern an der mangelnden Bereitschaft illegaler Einwanderer, die deutsche Wirtschaft durch uneigennützige Arbeit an der Spitze der europäischen…“

„… habe Henkel mit einem weiteren Preisanstieg gedroht, wenn chinesische Bauern nicht Arbeitskräfte aus Tibet nach Norddeutschland zu schicken bereit wären, um die Preisstabilität des europäischen…“

„… sei laut Henkel auch möglich, dass die deutschen Spargeläcker von der Deutschen Bank gekauft und an chinesische Großunternehmer verpachtet würden, die ihrerseits Arbeitskräfte aus Tibet und…“

„… als reine Panikmache bezeichnet. Die INSM sehe es zwar als realistisch an, dass sich im Zuge der Globalisierung chinesische Unternehmen auch auf deutschem Agrarland ausbreiten würden, die Arbeitskräfte jedoch seien aus Herkunftsländern wie Bulgarien und Rumänien viel besser und…“

„… schaffe sich Deutschland ab. Sarrazin habe dem SPD-Parteitag vorgerechnet, dass bei einer Einführung des Mindestlohns ein Kilo Spargel in ungefähr 1,4 Millionen Jahren so teuer sei wie heute ein einziger…“

„… zu Problemen mit dem Aufenthaltsrecht führen könnte. Seehofer halte den Import billiger Arbeitskräfte aus Rumänien zwar grundsätzlich für unerlässlich, habe sich aber bereits vor der Europa-Wahl so positioniert, dass er jede Arbeitsmigration mit dem lebenslangen Verbot der Wiedereinreise in die Bundesrepublik…“

„… die Bonuszahlungen jährlich um ca. 300 Prozent zu erhöhen. Die West LB wolle es nicht so weit kommen lassen, dass ihre Mitarbeiter, ungeachtet etwaiger Vorstrafen, sich kein frisches Obst mehr…“

„… dass die hauseigene Zucht von Erdbeeren aus alten Sortenbeständen unter Strafe stelle, vor allem hinsichtlich solcher Sorten, die noch nicht genetisch optimiert seien. Genaueres zu den Vorschriften des Transatlantischen Freihandelsabkommens könne Gabriel noch nicht sagen, da der Bundestag die Inhalte erst dann erfahre, wenn die Verträge bereits beschlossen und…“

„… die Binnenkonjunktur in Deutschland endgültig abzuwürgen und die Bundesrepublik zum Armenhaus Europas zu machen. Die Bürger, so der FDP-Vorsitzende, könnten nur noch durch massive Eingriffe in die Wirtschaft noch am Konsum teilnehmen, beispielsweise durch Mindestlöhne oder einen gezielten…“





Gernulf Olzheimer kommentiert (CLXXXVII): Landwirtschaftsskandale

8 03 2013
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Das Radio, der dümmste Freund des Menschen – immerhin quarrt es nur den Schrott raus, den die Werbemittelindustrie für beknackt genug hält, den Beknackten die Hirnrinde zu perforieren – es nölt stündlich neuen Unrat aus der Landwirtschaft in den Äther. Hier wiehert die Lasagne, dort rollt das Freilandei genau aus dem Käfig ins Papppack, und zu guter Letzt ist der Mais, den wir uns notfalls via Zwischenwirt an die Schleimhaut pfriemeln, vom Schimmel verpilzt, nur nicht der, den wir und in den Tank träufeln. Man muss ja Prioritäten setzen, notfalls mit der Jubeltute am Empfänger, die da verkündet: Lebensmittelskandal, nur heute neu.

Das Land, wo jeder, der dreimal sitzen bleibt, auf einem Ministersessel festgelötet wird, es gebiert neue Buhmänner, und einer von ihnen scheint der Gesetzeshüter zu sein. Denn folgend der absurden Logik mancher Proteinproduzenten sind es die Ordnungshüter, auf deren Kappe der laxe Umgang mit Recht und Verordnung geht – nicht der Täter, der unterbezahlte Wachmann ist schuld, wo die drittklassige Plempe ins Volk sickert. Nicht der Bauer, nicht die Agrarschlöcher sind die Schufte, das Vergehen geschieht an der Kühltheke, wo die mit Milchresten verunreinigte Gummikotze je nach Packungsaufdruck als Mozzarella oder Filetsteak in den Volkskörper gedrückt wird. Die Landwirtschaft ist unschuldig wie Turbolilien auf dem Glaswollefeld, basta. Und die Erde ist eine Scheibe.

Wohlfeil wird das Gesabber der moralinsauren Marketingmarionetten: der Verbraucher ist der böse, bäh – gäbe das Schwein, das geizige, nur mehr aus für Rucola und Rüben, alles wäre töfte und nichtsniemandnirgendsnie grübe heimlich tote Chemikalien in die Äcker ein zur klandestinen Förderung des Wachstums, woraufhin die Überreste der Zuchtsau nachts im Kühlschrank apartes Leuchten in drei Trendfarben kultivierten. Wer aber kauft diese frugivore Fremdleistung aus freien Stücken? Wurde der Konsument vorab über die molekulargenetischen Festspiele in der Frikadelle in Kenntnis gesetzt? Und wenn dem so wäre, warum, wo es ja nur an den Wünschen des Käufers liegt, verstößt die Riege renitenter Realitätsverweigerer beharrlich gegen jede Form von Gesetz, wenn sie ihren Separatorenschmadder absichtlich als für den Verzehr durch höhere Primaten geeignetes Zeug in Verkehr bringt, inbrünstig betend, dass auch dieses Mal die Kontrolleure zu blöd für die Kontrolle sind? Bestellt der Esser aufgepumpten Vogelmüll und Gummigemüse per Postpaket? Hätte er denn, entsprechende Barschaft vorausgesetzt, überhaupt eine Chance, dem umverpackten Gammel zu entgehen? Nein und nein. Und nein.

Erstens wird der Konsument nicht gefragt, er kann sich auch nicht wehren – was ihm die Industrie zum Fraß vorwirft, ist vorab genormtes Formgekröse, Pflanzabfall und die Ergebnisse der Wiederverwertungstechnologie. Kein Kunde käme je auf die Idee, flehentlich nach Sondermüll zu weimern, weil ein Ei auf lange Sicht einen Cent billiger zu haben wäre. Schon gar nicht vermag der Endbenutzer von Milch und Mehl das Verfahren der Materialstreckung einzusehen und zu beurteilen, ob die ganze Grütze nicht doch gesundheitsschädlich sein könnte – die Entscheidung schließlich lässt sich der Nahrungsmittelmulti nicht aus der Hand nehmen, er schiebt nur de Verantwortung zu gerne auf das arme Schwein ab.

Weil es zweitens sich nicht wehren kann, wenn Preisdiktat und die süffisant „Lohn“ genannten Brosamen der Feudalisten die Nachfrage vorgeben, zu der die kapitalistischen Zuchtbetriebe ein passendes Angebot liefern, bestehend aus Menschenliebe und naturidentischen Aromastoffen. So verschwiemeln sich Anspruch und Wirklichkeit, eins in des anderen Gegenteil verkehrt. Der Esser ist meist Aufnahmeorgan für die Hinterlassenschaft der Banken, die zu billigerer Produktion raten, zu dubiosen Surrogatprozessen, billigem Gepansche und elendem Etikettenschwindel, der seine lauthals verbreitete Rechtfertigung ungefragt auskotzt: wer Eier zum billigsten Discounterpreis fordert, nimmt die Pauperisierung ganzer Landstriche billigend in Kauf und hat hinfort zu schweigen.

Drittens jedoch kommen die Besserverdiener, die sich tatsächlich Bioeier leisten können, Fleisch vom Bioschwein, ökologisches Getreide und ganzheitlich gemahlenes Getreide aus Vollkeim mit Einzelkornzertifikat – dumm nur, dass diese Kunden genau die Zielgruppe sind, die genug auf dem Markt lässt, eigens rechtssicher gewachsenes Fleisch kaut und doch von kognitiv naturbelassenen Hökern über Ohr gehauen wird, wo sie sich doch korrekt verhalten. Nicht am Ende stinkt der Dreck, sondern bereits am Eintritt in die Verwertung, und er riecht nach Lüge und Beschiss, je mehr, desto emsiger die Abfallindustrie uns den Kram aufs Brot schmiert.

Es gab frühere Jahrhunderte, in denen man Milchfälscher und Sägemehlbäcker mit größter Sorgfalt aufs Rad geflochten, gevierteilt, geköpft und in der Sickergrube entsorgt hat. Nicht alles in dieser Zeit war schlecht.





Gernulf Olzheimer kommentiert (CXLIII): Bio-Wahn

23 03 2012
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Früher – als die Gummistiefel noch aus Holz waren und die Kinder zu Kaisers Geburtstag eine weniger auf die Nase kriegten – war grundsätzlich alles besser. Natürlicher. Gesünder. Die Kartoffeln waren dicker (und es gab noch Kartoffelkäfer), die Hühner konnten noch richtige Eier legen (und zehn Prozent der Bevölkerung konnten sie sich leisten) und die Welt war ganz einfach sauberer, vor allem der Dreck im Schweinestall und die Erde zwischen den Rüben. Damals. Jene ferne Zeit, die wir uns so verzweifelt nicht zurückwünschen, weil mit ihr Pocken, Zichorie und Zwickel wiederkämen. Und doch bräuchten wir sie eigentlich, weil es sonst die Nostalgie nicht gäbe und den unerfüllten Wunsch nach Reinheit, Unverdorbenheit, kurz: alles, was uns der kreative Umgang mit der Realität vorgaukelt. Man muss nicht fürs Wilhelm Zwo auf die Straße gehen, der Bio-Wahn tut’s auch.

Er grassiert, wo immer der Deutsche sich mit verdauungsfähigem Material aus dem Bereich des Organischen befasst. Bio-Ei, Bio-Möhre, Bio-Huhn und ähnliches Gepopel bietet der Handel feil, klar fasslich dank zweier untrüglicher Kennzeichen: einmal schreit das Schild biologisch-dynamisch und auch ansonsten quarkig in die Landschaft, und dann sieht man’s am Preis, der den Distinktionsgewinn der emissionsarmen Erbse eindrucksvoll ins Auge des Betrachters tackert. Wer zur ganzheitlich gedüngten Gurke greift, tut dies nicht zufällig, sondern für die Galerie. Bioware ist bewusstes Genießen. Wenn gleich auch meist nur den Neid der Betrachter an der Kasse.

Längst gerinnt das Biogezumpel zum sozialen Gegenbild, denn was sollte es auch sonst sein? Allein der Blick, was der Brauchtumsterrorismus dem Premium-Kunden in die Einkaufskörbe kippt, zeigt den intellektuell degenerierten Vollhonk in vollem Effekt. Brühwürfel und Boulette sind bio (unter Vernachlässigung anorganischer Komponenten wäre das nicht von der Hand zu weisen, aber woraus sollten sie auch sonst sein, wenn nicht aus Input für die Schleimhäute), Chips und Mineralwasser. Der Stammhirnverfall der Beknackten scheint an Fahrt aufgenommen zu haben, so die geistig nicht gesegneten Günstlinge ihre Barschaft für derlei Sülzwarenfabrikation hergeben. Ist nicht demnächst die Butter auch schon bio, weil sie auf natürlichem Wege ranzig wird?

Geschenkt, es geht ja um den Gesundheits-, um den Lebensaspekt, warum der Hobbyöko lieber die natürliche Milch mit babylonisch sprechendem Dreckrand als den ultrahocherhitzten Kuhsaft kauft. „Du bist“, greint uns die verdeppte Esoteriktrulla aus der Volkshochschule entgegen, „was Du isst!“ Sobald wir den Mitochondrien beigebracht haben, die Eiweiße aus Tütennudeln und Sojaklops zu unterscheiden, holen wir uns den Nobelpreis von der Käsetheke. Sicher haben bis dahin Kohlrabi und Koriander die Kunst- und Naturdüngersorten auf niedermolekularer Ebene am Geschmack erkannt. Denn welcher Schnittsalat würde sich schon von Bescheuerten pflanzen lassen. Beim Schlangestehen um eine Hirnspende geht die wissenschaftliche Grundausstattung gerne zu Blut und Boden, denn wer würde sich schon an Tatsachen halten, wenn er sich sein Weltbild aus Wunschvorstellungen leichter zurechtschwiemeln könnte.

Ob die handverkratzten Äpfel, das manuell eingekotete Freilandei tatsächlich besser sind? Klar, denn im Gegensatz zur Fließbandproduktion konventioneller Vollwertkekse ist die Biotomate natürlich im Beisein der Bezugsperson in feuchter Watte gezüchtet worden, keinesfalls in der Grünzeugmanufaktur, sondern ebenso in halb automatischer, maschinengestützter Fertigung, bis zum Grenzwert der Industrienorm mit Herbiziden eingenebelt, genmanipuliert, aber eben bio, da nur mit natürlichen Schadstoffen belastet. Als ob die Güllephosphatjauche besser für die keuchenden Fließgewässer wären, als ob der Monokultur mit Ökomais die Artenvielfalt an der Krume nicht genauso scheißegal wäre. Aber Hauptsache, der appetitlich verschrumpelte Mangold in frühlingshaftem Braun passt zum Stickoxid-Profil des grün-alternativlosen Geltungsfressers, der in seinem paternalistischen Besserwisserwahn gleich noch die andere Hälfte der Bescheuerten umerzöge, bekäme er Rabattmarken für nachhaltig gammelnde Hass-Avocados.

Der Bio-Wahn inszeniert, wie eine brüllend doofe Soziokaste sich im eigenen Geschwurbel aus Pseudobetroffenheit und elitärem Konsumismus verrennt, immer mit dem hehren Gefühl, die ganze Menschheit gegen ihren Willen durch runzeligen Rucola zu retten. Gäbe es Bundesverdienstkreuze für die stoische Penetranz, mit der sich Vorzeige-Körnerfresser Welkwirsing in die Gemüsekiste kippen, Wasserrüben aus mehr Wasser als Rübe und Reste undefinierter Knollen zum Endverkaufspreis von Feingold, sie würden sich das Zeug gegenseitig in die Schlichtvisage knoten. Keinem fällt auf, dass selbst die Discounter der mittleren Unterklasse längst ihr eigenes Bio-Sortiment haben (Fertigmüsli mit natürlichem Industriezucker, Sellerie mit unbehandelter Schale, Fleischwurst von glücklichen Mastsauen), marketingtechnisch auf Strom- und Fluchtlinienform gefönt, dabei so niederpreisig, dass nur die Nachhut auf Niedrighirnniveau die Provenienz des Brathuhns aus dem Geflügelgulag leugnen könnte. Erst wenn der letzte mit Felsquellwasser aus den Anden gezogene Spargel biologisch-dynamisch per Flieger nach Nordhessen verlastet wurde, werden sie feststellen, dass man so viel Müll gar nicht trennen kann, um den Hirnplüsch auszugleichen, den sie da verzapfen. Aber wir werden uns daran gewöhnen. Solange das Zeug noch nicht als chinesischen Produktpiraterie aufgekippt ist, das seine Bio-Bömmel in Beijing im Hinterhof angepappt kriegt. Oder wenn auch integrierter Blumenkohl nachts im Kühlschrank wieder anheimelnd brummt und leuchtet. Hoffentlich grün.





Landlust

19 01 2010

„So ein Stoffel! Das lasse ich mir nicht bieten!“ Tanja Ludowig (ihr Namensschildchen steckte noch an der Brust) hätte mich fast über den Haufen gerannt und warf mir stattdessen einen hasserfüllten Blick zu. Ich war doch etwas irritiert, doch Siebels tröstete mich. „Machen Sie sich nichts daraus“, munterte mich der TV-Produzent auf, „sie war eine der schwierigsten Kandidatinnen. Schlechte Laune, ständig wusste sie alles besser, und der erhoffte Traumprinz war auch nicht dabei.“ „Was hat sie denn erwartet“, mokierte ich mich, „zehntausend Milchkühe und eine Million Hektar Getreide?“ Er rückte seine Brille zurecht. „Sie hatten das Exposé gelesen, ja?“ Wie peinlich – dabei hieß die Sendung doch Bäuerin sucht Mann.

„Wir haben ganz einfach zwei Schlüsselfaktoren grundlegend geändert“, erklärte Siebels, während wir über den knöcheltiefen Acker dem Wohnwagen entgegen staksten, „da wäre natürlich zuerst die Geschlechterverteilung. Frauen sind nun mal die Entscheidungsträger in Familienunternehmen, in der Landwirtschaft leisten sie gleichwertige Arbeit und sind sowieso diejenigen, die über Partnerschaft und Ehe zu befinden haben – es ist doch ein alter Hut, sogar im Tierreich wählt das Weibchen den Partner, die Männer bilden sich immer nur ein, dass sie eine Frau erobern.“ Ich folgte ihm, obwohl das Gelände nach dem Schneeregen der vergangenen Tage kaum zu betreten war. „Und die zweite Änderung?“ „Wir zeigen echte Bauern.“

Heidemarie Lübberstedt war gerade sichtlich vergrätzt. „Schicken Sie mir nie wieder so einen Dummerjan“, schimpfte die Landfrau. „250 Kühe, gut und schön, aber wenn ich mir das schon anhöre: so ein Verstoß gegen die Tierkennzeichnungspflicht ab und zu ist doch nicht so schlimm, kann ja mal vorkommen – hat der Mann noch nie etwas von Cross Compliance gehört? Soll ich jetzt für drei Jahre auf die Beihilfezahlungen verzichten, weil dieser Dösbaddel auf meinem Hof die Kontrolleure bescheißt? Der soll sich mal schön woanders ins gemachte Nest legen!“ Sie hatte sich richtig in Rage geredet. „Und der soll Rinderzüchter sein? kann einen Campylobacter nicht von einer Brucellose unterscheiden und will seine Tiere hier in meinen Bestand einbringen? Nee, das kann er sich mal abschminken, nicht mit mir!“ Siebels schmunzelte. Die blondstoppelige Moderatorin hatte ihre liebe Mühe, die Landwirtin zu beruhigen. „Schauen Sie“, sagte der alte Fernsehfuchs, „so leicht lässt sich ein lebensnahes Format mit hohem Unterhaltungswert produzieren. Gewusst, wie!“

Hatte sich Ben, der knapp volljährige Modeltyp mit dem zuhälterbraunen Solariumsteint, etwa im Acker geirrt und gehörte zu einer Superstar- oder Kleiderständer-Show? Siebels guckte kurz auf den Regiezettel, gab dann aber dem Stylisten grünes Licht. „Der gehört rein. Alles okay so.“ „Und Sie werden mir sicher sagen, was dies Modepüppchen hier zwischen Melkmaschine und Rübenvollernter zu suchen hat?“ Er feixte. „Warten Sie’s nur ab.“

Tatsächlich war Leonie, die älteste der drei Breithaupt-Töchter und im sechsten Semester Betriebswirtschaftslehre, nur kurz amüsiert, bevor sie den Beau abkanzelte. „Ja nee, is klar.“ Siebels stieß mir den Ellenbogen in die Seite und biss sich auf die Zähne, um nicht laut loszuprusten. „Das da ist unsere Antwort auf Narumol – das Schickimicki aus der Großstadt.“ Die Nachwuchsfarmerin hatte derweil schon den verbalen Dreschflegel kreisen lassen. „Mit goldverzierten Schühchen in den Schwadmäher, so siehst Du aus! Vielleicht bricht sich der Herr ja noch die Nägel ab, wenn der Düngerstreuer mal repariert werden müsste. Das ist ein älteres Pendelrohrmodell, und wenn man da nicht mit kann – ach, was rede ich da, der ist ja zu blöde, um die Rundballenpresse anzukuppeln!“ Ben kam gar nicht zu Wort. Aber das war auch schon egal, die Jungbäuerin war fertig mit ihm. „Jetzt sieh zu, dass Du die Ausfahrt zum Eiermalen mit Gülcan findest! Du störst! Hier wird nämlich gearbeitet!“

Befriedigt schob Siebels die Thermoskanne mit dem heißen Kaffee zu mir herüber. „Das läuft ja ganz großartig!“ „Und was soll das jetzt bitte? Sie zeigen echte Bauern, das ist ja ganz schön, aber welchen Erkenntnisgewinn haben wir davon?“ Er stutzte. „Das wissen Sie nicht?“ „Vermutlich, dass die Unterschichtensender alle gar nichts dafür können, wenn sie die Zuschauer hinters Licht führen?“ „Falsch. Nennen wir es Umkehrschub: nicht der Bauer, der als der letzte Trottel dargestellt wird, als ein Dummkopf, gerade gut genug, um im Kuhstall den Mist aufzufegen, sondern das Publikum ist blöd. Die Idioten, die plärren, wenn die Frischmilch im Discounter nicht regelmäßig billiger wird, bemerken auf einmal, dass sie zu den Landwirten nicht herabblicken dürfen. Weil sie begreifen, dass sie weder das technische Know-how für diesen körperlich anstrengenden Beruf besäßen noch die Resilienz.“ „Sie meinen, wer sich diese Kuppelschmiere anguckt, ist nicht widerstandsfähig genug?“ „Nein, nur geistig nicht flexibel genug – Bauer sucht Frau erfordert sowohl ein eindimensionales Weltbild, damit das Format seine Wirkung entfaltet, als auch die Unfähigkeit, seine eigene bornierte Perspektive zu bemerken.“

Aus dem Garderobenwagen stieg Marko, beruflich erfolgreich, aber bei Frauen nicht eben wohlgelitten. Der Modderboden suppte ihm sofort in den Hosenumschlag. „Jetzt krieg mal den Arsch hoch, Du Betriebsbremse!“ Sabine raunzte den Volljuristen kräftig an. „Bei drei bist Du im Schweinestall, kapiert?“ Siebels setzte sich behaglich zurecht. „Na, sehen Sie?“