Eröffnungsbilanz

6 05 2021

„Heilige Muttergottes, wie kann ein einziger Mann so eine Scheiße reden!“ „Da haben Sie recht, es ist wirklich ganz großartig.“ „Hören Sie mir überhaupt zu?“ „Selbstverständlich.“ „Ich rede von Laschet, dem Kanzlerkandidaten der Union!“ „Ich auch.“

„Sie haben das nicht ganz verstanden, dieser Mann fährt gerade ein komplettes Bundesland an die Wand und hat schon angekündigt, dass er die Bundesrepublik genau so zerstören wird, wenn man ihn lässt.“ „Doch, und ich denke, dass die meisten das auch kapieren.“ „Der Typ ist eine Katastrophe!“ „Ich würde Ihnen nicht widersprechen.“ „Wer auch immer auf den Gedanken kommt, diesen Idioten zu wählen, muss geistig zurückgeblieben sein!“ „Das ist eine starke Meinung, aber ich bin da wirklich ganz bei Ihnen.“ „Sie stimmen mir zu!?“ „Aber ja doch, ich bin vollkommen Ihrer Ansicht, mit dem kleinen Unterschied, dass ich diesen Mann für die letzte Rettung halte, die unserer Partei noch bleibt. Wenn wir ihn nicht hätten, würde das alles in einem gewaltigen Desaster enden.“ „Sie meinen, wenn wir nach sechzehn Jahren mit Merkel wieder in der Opposition landen?“ „Schlimmer – wenn wir mit diesem hirnverbrannten Arschloch an der Spitze regieren müssten.“

„Also ist es die Rettung, wenn Laschet nicht zum Bundeskanzler gewählt wird?“ „Noch besser, wenn die Union gar nicht erst in die Nähe einer Regierungsbeteiligung gelangt.“ „Ich verstehe – die Aufarbeitung der aktuellen Situation wäre in der Regierung sicher schwierig, und man weiß auch nicht, wer da wieder in welchen Ministerämtern sitzen würde.“ „Ganz kalt.“ „Sondern?“ „Denken Sie an den ganzen Dreck, den unsere Partei in den vergangenen sechzehn Jahren angehäuft hat.“ „Das müsste man mal aufarbeiten.“ „Sie sind lustig, das wird einen furchtbaren Kassensturz geben für die Grünen, und nach der Eröffnungsbilanz kann sich die neue Bundeskanzlerin eigentlich gleich einen Strick nehmen.“ „Schrecklich!“ „Finden Sie? also für die Union ist das doch ganz komfortabel.“ „Was soll denn daran komfortabel sein?“ „Überlegen Sie mal und deklinieren Sie die Sache durch alle Felder der Politik durch, dann stellen Sie fest, dass uns gar nichts Besseres passieren kann.“

„Also Sie stellen sich vor, dass alle Schulden, die wir in der Coronalage machen mussten, den Grünen auf die Füße fallen.“ „Das ist der übliche Standard, den wir bei jedem Regierungsverlust als Bonuspunkt verbuchen konnten.“ „Nur mussten da bisher immer die Sozen den Karren aus dem Dreck ziehen.“ „Richtig, und da nur Esoteriker und völlig außerhalb der Realität lebende Knalltüten an einen Kanzler Scholz glauben, haben die Grünen das an der Hacke.“ „Aber ist das wirklich so gut?“ „Wir haben ja noch mehr zu bieten, denken Sie nur mal an Ressorts wie Verkehr und Infrastruktur.“ „Wir haben das bisher nur mit Vollidioten besetzt, jede Menge Geld in sinnlose Projekte versenkt und jede Innovation von langer Hand versemmelt.“ „Genau, und das haben wir auch mit der Digitalisierung getan.“ „Au weia!“ „Jetzt denken Sie doch nur mal, was diese arme Frau mit ihren Ministern vorfindet und was sie alles in einer Legislaturperiode tun müsste, um nur die gröbsten Fehler zu beheben.“ „Das schafft man nicht in einer Legislaturperiode.“ „Schön, dass Sie es auch merken.“ „Das heißt, sie kann machen, was sie will…“ „… und wird doch nichts hinkriegen.“ „Genial!“ „Aber das ist ja nur die halbe Miete, sie wird einiges anleiern und auf den Weg bringen, was mindestens eine zweite oder eine dritte Amtszeit bräuchte.“ „Und da kommen dann wir und sagen, dass wir uns die Lösung aus dem Ärmel schütteln, während sie vorher nur noch mehr Baustellen verursacht hat.“ „Sie haben es erfasst.“ „Großartig!“

„Und dann überlegen Sie mal, welche Folgen die Coronalage für die Wirtschaft hat und für die Privathaushalte.“ „Es gibt Hilfen, aber die jetzigen werden bestimmt bis zur Wahl nicht ausgezahlt.“ „Exakt. Und überlegen Sie sich, wie viele Betriebe dann auch offiziell insolvent sind, obwohl sie ihre Pleite jetzt schon vor sich herschieben.“ „Der ganze Sozialbereich wird explodieren.“ „Der Arbeitsmarkt wird in sich zusammenfallen.“ „Man muss wohl mit bürgerkriegsähnlichen Zuständen rechnen, wenn die Grünen ernst machen.“ „Und gehen Sie davon aus, wenn sie auch nur eines der Klimaschutzziele, die sie im Wahlprogramm genannt haben, angehen, dann wird man ihnen den Schädel einschlagen, weil es viel Wichtigeres gibt als erneuerbare Energien.“ „Andererseits, wenn sie es nicht machen…“ „… werden wir die ersten sein, die die Grünen als reine Mogelpackung beschimpfen, die von ihren Wahlversprechen sowieso nie etwas umsetzen wollte.“ „Das ist epochal!“ „Es wird den politischen Diskurs nachhaltig verändern.“ „Nach einer oder zwei Legislaturperioden sind die Grünen dann nicht mehr in der Lage, die Bundesrepublik zu regieren.“ „Darauf richten sich unsere Hoffnungen.“

„Und wenn sich die Wähler nun aus reiner Angst für die Partei entscheiden, die sie eh immer schon gewählt haben?“ „Wir haben einen schweren Soziopathen am Start, einen chronischen Lügner, der nicht nur seine eigene Korruption vertuscht, sondern auch noch die dreckigen Geschäfte seiner Familie. Ein Wissenschaftsfeind, der sich mit seiner Blödheit sogar noch brüstet.“ „Und das hilft?“ „Es ist absolut sicher.“ „Und wie werden wir dann in vier Jahren Baerbock los?“ „Meine Güte, das ist eine Frau, die hat Kinder und war noch nie vorher in einer Regierung – sie kann’s einfach nicht!“





Menschen für Markus

1 04 2021

„… vor einer Zerreißprobe stehe. Die ersten CDU-Abgeordneten des Deutschen Bundestages hätten sich für Markus Söder als Kanzlerkandidaten der Union ausgesprochen und die…“

„… noch nicht zur Kenntnis genommen habe. Laschet werde die Anfragen der Presse erst dann wieder kommentieren, wenn er von der Mehrheit der Basismitglieder in der…“

„… vor allem eine Persönlichkeitswahl sei, die den Nachfolger der Bundeskanzlerin bestimmen werde. Da Laschet über gar keine verfüge, könne sich die rheinland-pfälzische CDU auch nicht für einen…“

„… sich keine klaren Präferenzen gebildet hätten. Andererseits sei es den Grünen auch völlig egal, wer als Zweitplatzierter bei der Wahl zum…“

„… auf die Frage mit Stimme voll und ganz zu, Stimme zu oder Stimme eher zu geantwortet hätten. Nur 1,2% hätten sich neutral verhalten, 0,3% würden auf eine Kanzlerkandidatur trotzdem mit…“

„… verbitte sich Laschet jede Kritik an seiner Fähigkeit, als Nachfahre Karls des Großen die Regierung des Deutschen Reichs zu übernehmen. Sofort nach seiner Inthronisation werde er allen Zweiflern ihre gotteslästerlichen…“

„… als einzige Gegenstimme die Kritik von IM Seehofer gehört worden sei. Dieser halte es zwar für legitim, dass Preußen von einem bayerischen Kanzler regiert werde, könne aber keinen Regenten, der nicht als mischblütiger Franke oder im…“

„… habe sich auch die SPD gefragt, ob die Union ein verbrieftes Recht auf die Regierung besitze. Daher unterstütze Scholz die Pläne der CSU durchaus sehr und wünsche dem bisherigen Kandidatenkandidaten einen möglichst…“

„… als linkslinker Klassenzerstörer angesehen werden müsse. Wer den Retter der Wirtschaft an die moskauhörigen Bayernsozialisten verrate, verdiene einen sofortigen Parteiausschluss. Ziemiak sei…“

„… eine Schnellumfrage unter sämtlichen in Berlin anzutreffenden Abgeordneten durchgeführt habe, um die Chancen des Christsozialen zu eruieren. Gemäß Allensbach würden 87% der CDU-Parlamentarier den CSU-Chef gar nicht kennen, dies aber auch nicht für einen Hinderungsgrund halten, ihn in einer offiziellen…“

„… berichte der Landesverband NRW, dass bereits mehrere tausend ältere Damen in beigen Mänteln mit der Flugschrift Menschen für Markus durch normale Wohngebiete gehen würden, in denen sonst Küchenbauer und…“

„… ohnehin nicht verstehe, wie man einen pädophilen Schwerstalkoholiker für ein Staatsamt handeln könne. Merz wolle sich nicht mehr mit der Angelegenheit befassen und werde erst nach dem Suizid von…“

„… die Wechselstimmung sich noch nicht recht abzeichne, da zahlreiche CDU-Abgeordnete ihre Mandate bis zur Wahl beibehalten müssten, um die vertraglich vereinbarten Prozente an die Partei für Geschäfte mit Industriekonzernen in der…“

„… es keinen Bonus auf die Ergebnisse geben werde. Klöckner habe daraufhin ihre Teilnahme an der Tagung mit sofortiger Wirkung…“

„… sich die Wahl eines FDP-Kanzlers durch eine CDU-gestützte AfD-Mehrheit anbiete. Kubicki werde dies nicht nur organisieren, sondern auch durch exzellent gespielte Überraschung im…“

„… eine kleine Minderheit in der CDU sich für die Fortführung der Kanzlerschaft von Merkel ausgesprochen habe, immer vorausgesetzt, sie sei in der Lage, die CDU-Ministerpräsidentinnen und ihre männlich erscheinenden Kollegen aus der Partei zu vertreiben. Unter den Präsidiumsmitglieder habe sich jedoch spontan Widerstand gegen etwaige Demokratieübertreibungsmodelle innerhalb der…“

„… sich für mehr Teilhabe ausgesprochen hätten. Zwar sei die an der AfD orientierte Gruppe lediglich an einer Minimierung der Pflichten für Abgeordnete interessiert, um möglichst hohe Nebenverdienste generieren zu können, ihr Anliegen sei aber eine in der Fraktion durchaus verständnisvoll diskutierte…“

„… Söder damit gedroht habe, seine ohnehin noch nicht erklärte Absicht zur Kandidatur als Bundeskanzler abschlägig zu bescheiden. Nach Beobachtung im Konrad-Adenauer-Haus sei dies eine Bedrohung, die allerdings ausschließlich auf die Christdemokraten und ihre…“

„… zu ersten Annäherungen bereit sei. Laschet wolle das Amt des Regierungschefs übernehmen, wenn er dafür keinen Verkehrsminister aus der…“

„… schwinde das Vertrauen der CDU in die Linkspartei, nach dem Wahlsieg die Steuersätze für wirtschaftsrelevante Clankriminelle deutlich zu reduzieren. Daher sei eine Unterstützung der Opposition im Falle der Nominierung von Armin Laschet auch eine kaum mit dem Markt zu regelnde…“

„… nicht weiter damit beschäftigt habe. Merkel wünsche jedem Kandidaten die größtmögliche Chance auf ein körperliches Überleben in der…“





Drei Tage tot

31 03 2021

„Irgendwas mit Eiern, aber damit kennen wir uns hier nicht so aus. Überhaupt sind diese christlichen Traditionen in der Partei eher Teil der Folklore, das überlassen wir sonst eigentlich eher der SPD. Wir sind ein Ausschnitt der Gesellschaft, und da gibt es nun mal auch Arschlöcher.

Sie hatten eigentlich angefragt, wen wir denn als Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl ins Rennen schicken würden, oder? Da muss ich Sie enttäuschen, so schnell wird da keine Entscheidung fallen. Jedenfalls nicht in dieser Woche. Es ist zwar alles momentan sehr unangenehm, weil gerade die Bundeskanzlerin noch mal zeigt, wie man die Partei durch die Scheiße manövriert, weil daran nämlich der Kanzlerkandidat gemessen wird, vor allem der von uns. Aber Hand aufs Herz, insgeheim hatten Sie doch auch eher damit gerechnet, dass wir das aussitzen, wie wir immer alles ausgesessen haben. Na, da können wir Sie jetzt schlecht hängen lassen. Wir sitzen das gemeinsam aus, zumindest intern, und ob Sie sich an der Gemeinsamkeit beteiligen, das dürfen Sie dann aus lauter Eigenverantwortung frei entscheiden.

Das liegt nicht am Personalmangel. Den gibt es zwar auch in der CDU, aber wir haben uns erstmal entschlossen, ihn nicht zur Kenntnis zu nehmen. Wenn wir ihn nicht sehen, dann ist er auch nicht da, und da wir derzeit auch irgendeine Knalltüte für die vielen Ämter in Partei und Staat gefunden haben, können wir ganz überzeugt sagen: Personalmangel? Welcher Personalmangel?

Wir haben uns jetzt zur radikalen Ehrlichkeit entschlossen, das heißt, wir stehen zu allen unseren Verfehlungen, und was noch wichtiger ist, wir werden nie mehr versprechen, uns zu bessern. Dass wir den Menschen irgendein Theater im Büßerhemd vorspielen, das nehmen die uns einfach nicht mehr ab. Kann man ja auch verstehen, nach der Menge an Korruption und schwarzen Kassen und jüdischen Vermächtnissen, da nimmt man einem die Rolle als Saubermann einfach nicht mehr ab. Deshalb gehen wir jetzt offensiv nach vorne und verkünden, dass alles genau so bleibt, wie es ist. Das passt nicht nur zu unserem politischen Stil, von den Inhalten mal ganz zu schweigen – wir wollen halt an die Macht kommen, und wenn wir an der Macht sind, dann wollen wir da auch bleiben. Das passt vor allem zu unserer Gesinnung. Von uns kann man nichts mehr erwarten, und darauf kann man sich auch verlassen.

Schauen Sie sich mal die katholische Kirche an, die haben doch dasselbe Problem. Die gibt es zwar schon ein paar Jahre länger, aber was heißt das denn schon? Das sind ein paar wirklich üble Arschlöcher, die missbrauchen Kinder, vertuschen das alles und lassen Gutachten in der Schublade verschwinden, die Opfer werden vertröstet und beleidigt und dann noch unter Druck gesetzt, und die miesen Schweine dürfen dann in einer anderen Gemeinde wieder die Hosen runterlassen, weil kein Staatsanwalt dieses degenerierte Scheißpack ins Kittchen bringen kann. Das ist eine hervorragende Konstruktion, und die haben sogar noch den Vorteil, dass sie vom Staat die Kohle hinten und vorne reingesteckt kriegen, auch wenn sie längst entlassen worden sind. Da könnte man glatt überlegen, ob man das mit den christlichen Werten doch mal ernst nimmt.

Genau deshalb gibt es auf den Personalmangel auch nur eine richtige Antwort: Kontinuität. Kurze Unterbrechung, meinetwegen drei Tage tot, aber dann geht’s weiter wie bisher. Dieselben Idioten machen dieselben Fehler, nur ein bisschen besser, weil sie die ja schon vom letzten Mal kennen. Wenn Sie ehrlich sind, und das dürfen Sie jetzt ja, dann ist Kontinuität doch genau das, was die Deutschen am meisten schätzen. Es geht zwar den Bach runter, aber es gibt keine Überraschung.

Das wird Sie auch nicht mehr wundern, wenn wir vorschlagen, die Löcher im Haushalt, die unsere korrupten Kollegen gerissen haben, mit Kürzungen im Sozialbereich wieder zu stopfen. Damit wir die Steuern für ein paar gierige Drecksäcke senken können, die uns dann wieder das eine oder andere lukrative Angebot machen, Löcher in den Haushalt zu reißen. Die Folgen fortgesetzter Korruption sind allen bekannt, aber wir haben begriffen, dass nur Transparenz wirklich hilft. Sie wissen vorher, dass wir auf Recht und Gesetz pfeifen, und so sind Sie dann hinterher auch nicht überrascht, wenn wir Sie bescheißen und für unsere eigene Gier auch noch zur Kasse bitten. Wenn wir Ihnen das schon vorher ankündigen, dann haben Sie tatsächlich Politiker, die ihre Wahlversprechen halten.

So, mehr Pressekonferenz kann ich Ihnen heute leider nicht bieten. Wir hatten zwar ganz fest damit gerechnet, dass Laschet als der tollste Hecht der Partei die Bundeskanzlerin zum Rücktritt drängen und dann als Amtsinhaber in die Wahl stolpern würde, aber er ist ihr mehrmals sehr unglücklich ins Messer gelaufen. Das Kanzleramt ist in Gefahr, an der Amtsinhaberin liegt das nicht.

Denn unsere einzige Gefahr ist derzeit die SPD. Sollte die SPD die Koalition platzen lassen, haben wir nicht nur Personalprobleme, dann müssen wir etwas vorlegen, das nach Wahlprogramm aussieht. Und dann gnade uns Gott, oder wer auch immer. Schlimmer könnte nur noch ein Misstrauensvotum sein, das die Bundeskanzlerin selbst auslöst, weil sie keine Lust hat, ihre Ministranten alle einzeln an die Wand zu stellen. Wenn sie geschäftsführend weiter an der Regierung bleibt, können wir den Laden gleich zumachen. Und falls Laschet und Söder beide den Schwanz einkneifen und auf Merkel als Kontinuitätskanzlerin setzen: dann doch lieber gleich tot. Aber kontinuierlich.“





Modellregion

30 03 2021

„… als künftiger Bundeskanzler zur Verfügung stehe. Laschet sehe die Wahl zwar als nicht mehr notwendig, um sich der liebenden Verehrung des deutschen Volkes zu versichern, er werde aber alles tun, um die beste Regierung, die die Deutschen…“

„… jetzt noch nicht auf eine Koalitionsaussage festlegen lassen wolle. Mit ansteigender Temperatur rechne die CDU aber damit, dass sich die absolute Mehrheit wieder erreichen lasse, so dass keine…“

„… werteorientierte Politik weiterhin im Fokus der Union stehe. Generalsekretär Ziemiak habe angekündigt, er werde von allen Parteiämtern zurücktreten, wenn er es nicht verhindern könne, dass die Grünen die Scharia und eine allgemeine Zwangsislamisierung in Deutschland…“

„… mehr Wirtschaftskompetenz als die vom Kommunismus geprägte Merkel-CDU besitze. So habe Laschet vorgeschlagen, statt einer Fortführung des Kurzarbeitergeldes einfach eine Absenkung der Löhne auf das Niveau dieses Betrages zu ermöglichen, der bei Vollzeitjobs gleichzeitig eine erhebliche Steigerung auf den Märkten und im…“

„… bestehe unter den Mitgliedern des aktuellen Bundeskabinetts ein breiter Konsens, für mehr Kontinuität alle unionsgeführten Ressorts einfach mit den bisherigen Amtsinhabern zu besetzen. Die eingesparten Beträge könne man den Ministern direkt als steuerfreie Boni auf…“

„… warne Ziemiak davor, dass der linke Flügel der ohnehin an Moskau orientierten SPD offen für eine Zusammenarbeit mit der Antifa sei. Die Union dürfe aber keine sprunghaften Änderungen in der politischen Ausrichtung des Landes dulden und werde den Antifaschismus immer mit erbitterten…“

„… unbedingt erhalten bleibe. Ein gemeinsames Bekenntnis mit der CSU zur deutschen Bratwurst werde alle Pläne der Grünen, den Zwangskonsum veganer Lebensmittel bereits im Kindesalter zu verordnen, bereits im Keim…“

„… dass die CDU gegen sämtliche Widerstände der linksgerichteten Kräfte Änderungen wie den Mindestlohn und die Ehe für alle eingeführt habe. Laschet werde dieselbe soziale Verantwortung für alle Bürger in einer unionsgeführten…“

„… dass die Ministerpräsidenten der Union den Vorstoß unterstützen würden, ihre Bundesländer sofort nach der Regierungsübernahme in eine Modellregion zu überführen, in der keine vom Bund erlassenen Gesetze mehr Geltung besäßen. Die Zustimmung von bis zu 100 Prozent der Wähler sei theoretisch nicht auszuschließen, was als sicheres Zeichen für einen Sieg des…“

„… müsse der Technologiestandort erheblich verbessert und für die Automobilindustrie als Schlüsselbranche optimiert werden. Laschet sehe in der Abschaffung von Rad- und Fußwegen eine notwendige Abkehr vom Umweltextremismus der letzten Regierungen, die zum Niedergang der…“

„… die Kampagne vorgestellt habe. Zwar sei bei den Christsozialen der Slogan Das Land steckt in der Scheiße – Weiter so! nicht ganz unumstritten, man behalte sich aber vor, für Bayern eine individuelle Lösung zu…“

„… für Transparenz sorge. Der Vorschlag, die arbeitsfähigen Erwerbslosen verpflichtend in der Intensivpflege zu beschäftigen, sei zwar für die von seinem Sohn gegründete Zeitarbeitsfirma sehr lukrativ, außer einer Anschubfinanzierung und einer regelmäßigen Provisionszahlung sehe Laschet keine marktverzerrenden…“

„… alles verhindern werde, dass die Grünen die entschädigungslose Zwangsumwandlung sämtlicher Einfamilienhäuser in Scheinasylantenheime vor dem Bundesverfassungsgericht als notwendige Strafe für den Holocaust durchboxen würden. Dies sei für Ziemiak klar antisemitisch und müsse für Politikerinnen wie Claudia Fatima Roth in ihrem fanatischen Rassismus gegen Weiße sofort eine…“

„… werde im Falle eines Wahlsieges sofort die tägliche Veröffentlichung der Statistiken des RKI eingestellt. Laschet nerve es langsam, dass jeder ehemalige Student das Konsumklima zerstören könne, ohne dass das gesunde Volksempfinden ihn mit einer angemessenen…“

„… habe er in der Talkshow Habeck als ‚linke Intellektuellensau‘ bezeichnet, die ‚angetreten sei, um Deutschen das Schnitzel als Kriegsverbrechen zu verbieten‘. Ziemiak sehe diese Äußerung als von der Meinungsfreiheit gedeckt, da er damit nicht der Ansicht einer Regierung widerspreche, schon gar nicht einer, der er selbst nach der Wahl als…“

„… aber nicht als Zensur verstehe. Laschets Verständnis des Bundeskanzlers sei das eines für alle wichtigen Dinge zuständigen Landesvaters, der aber unabhängig entscheiden könne, was wichtig und was eher nicht ganz so…“

„… keine politischen Gemeinsamkeiten mit der AfD auf Bundesebene sehe. Das heiße allerdings nicht, dass es nicht teilweise zu programmatischen Überschneidungen komme, aus denen sich auf lange Sicht politischen Gemeinsamkeiten für…“

„… den als ARD und ZDF bekannten linken Staatsfunk nicht abschaffen, aber reformieren werde. Die CDU plane eine gründliche ideologische Säuberung der ökoterroristischen Sender, die nur noch der staatlichen Lenkung unterstehen und keine Hetzpropaganda mehr auf ihren…“

„… noch viel Zeit bleibe. Söder werde in einer der folgenden Regierungskoalitionen seine Arbeit als Klimakanzler aufnehmen und wünsche der CDU bis dahin einen möglichst schmerzlosen…“





Stabile Ergebnisse

22 03 2021

„… nach der Auszählung von etwa einem Zehntel der Stimmen nur knapp über zwölf Prozent liege. Damit sei die Union nach aktuellem Stand nicht mehr in der Lage, die Bundesregierung zu…“

„… dass es sich um eine statistische Verzerrung handle, die Laschet lange vor dem Wahlsonntag prognostiziert und mathematisch erklärt habe. Da die Mehrheit der Wählerinnen und Wähler sich per Briefwahl entschlossen habe, ihn als Retter der deutschen Nation in der tiefsten Krise seit Karl dem Großen an die Spitze des Volkes zu setzen, würden durch die restlichen Stimmen eine überwältigende Mehrheit für die…“

„… in mehreren großen Städten sogar zu SPD-Ergebnissen wie zu Brandts Zeiten gereicht habe. Es sei aus einer Vielzahl an Wahlkreisen berichtet worden, dass seit 1949 konstant unionsdominierte Bezirke vollständig an den…“

„… dass der Bürger nach einen langen, harten Lockdown mit bis zu dreitausend Corona-Toten am Tag nun wieder frohgemut die Chance auf ein schönes Sonntagserlebnis genutzt hätten, das Laschet in der Ministerpräsidentenkonferenz mit größter Entschiedenheit habe durchsetzen können. Ein Briefwahlanteil von neunzig Prozent sei sicher nur eine von bolschewistischen Sendern wie ARD oder ZDF ausgedachter Grund, um von der wie zu erwarten schlechten Rechercheleistung der…“

„… und weiterhin falle. Während die sich stabilisierenden Trends die Grünen als eindeutigen Sieger der Bundestagswahl sähen, sacke die Union auf derzeit 10,6% ab, womit sie nach SPD, FDP und Linken nur noch ganz knapp vor der…“

„… werde die Mehrheit die guten Taten des künftigen Kanzlers sicher nur aus Angst vor einer Fortsetzung des Merkel-Regimes missverstanden haben, so dass sich die Stimmabgabe im Wahllokal auf etwa acht bis neun…“

„… stabile Ergebnisse in den meisten Kreisen hervorgebracht habe. Söder bedauere den Verlust der absoluten Mehrheit in manchen langjährigen Hochburgen der Christsozialen, sehe sich aber auch als Regierungsschef gestärkt, seinen Kurs mit den politischen Partnern im Freistaat weiterhin zu…“

„… die Stimmabgabe per Briefwahl von den linksgrünen Staatsmedien nur deshalb so aggressiv propagiert worden sei, um die politische Agenda der sowjethörigen Parteien für eine Neuauflage der DDR vorzubereiten. Laschet werde aber weiterhin für Freiheit und Wirtschaft auf dem Boden des…“

„… nicht mehr zu halten seien. Ein einstelliges Ergebnis für die Union könne daher schon aus arithmetischen Gründen gar nicht mehr…“

„… aus denen die Stimme des Wählers spreche. Die Deutschen hätten der CDU den klaren Auftrag zur Regierungsbildung gegeben, auch wenn die aktuellen Zahlen nur für eine Minderheitsregierung unter Duldung aller staatsfeindlicher Kräfte des ökostalinistischen…“

„… noch zu überraschenden Stimmzuwächsen komme. So könne eine komfortable Mehrheit für Grün-Rot bereits zum jetzigen Zeitpunkt als sicher gelten, ohne dass die vereinzelten Einbrüche der SPD auf Werte unter 30% in den süddeutschen…“

„… eine Reform des Wahlrechts angekündigt habe. Gleich nach der Wahl zum Kanzler werde Laschet die Bundestagswahlen so umorganisieren, dass die Bevorzugung großer Parteien, die nicht dem Volke dienen würden, ausgeschlossen werden müsse, um die wahren Interessen des…“

„… sich bei etwa sieben Prozent festige. Da noch etwa ein Drittel der Stimmen ausgezählt werden müssten, könne allerdings noch keine verbindliche Aussage über den Verbleib der Union im…“

„… nicht dem Volkswillen entsprechen könnten, wenn diese bereits mehrere Wochen vor der Wahl abgesandt worden seien. Laschet sehe nun das Recht auf seiner Seite, die Bundestagswahl als staatsfeindliche Boykotthetze gegen die einzige legitime Rettungs- und Regierungspartei für ungültig erklären und sich selbst als Sieger zu…“

„… laut Analyse der Forschungsgruppe Wahlen nicht allein zu einer politisch motivierten Willensbildung geführt habe. Eine deutliche Abneigung der Wähler gegen den CDU-Kandidaten habe sich frühzeitig auf die…“

„… sofort gestoppt werden müsse. Laschet habe den Einsatz der Bundeswehr im Innern angedroht, wenn die Auszählung der Stimmen weiterhin…“

„… nicht gesichert sei. Zwar stehe die Union derzeit noch bei 5,3%, man könne allerdings davon ausgehen, dass es diesmal Stammwähler, so wie sie bisher die Ergebnisse fast aller Wahlen maßgeblich beeinflusst hätten, überhaupt nicht mehr…“

„… für einen gemeingefährlichen Spinner halte, mit dem er sicher nicht in Koalitionsverhandlungen treten werde, da Laschet in seinem Umfeld eine toxische Wirkung ausübe, die nichts als Schäden hinterlasse. Meuthen wolle außerdem…“

„… zum Führer und Bundeskanzler ausgerufen habe. Laschet habe sich mit wenigen Getreuen wie Streeck, Reichelt und Spahn in den Kelleranlagen unter dem Reichstagsgebäude eingeschlossen und drohe mit einer Vernichtung Deutschlands, die aber bis Weihnachten definitiv abgeschlossen und…“

„… drei Stimmen die Überschreitung der Fünf-Prozent-Hürde bewirkt hätten. Merz stelle sich als neuer CDU-Chef, Fraktionsführer, Wirtschafts- und Außenminister in Personalunion sowie Vizekanzler in einer Koalition mit den Grünen zur Verfügung, die auch mit einem Ergebnis von 52,6% nicht ohne die Expertise eines Politikers arbeiten könnten, dessen Erfolge aus der Verbundenheit mit dem…“





Korruptionsobergrenze

11 03 2021

„… Konsequenzen aus den Korruptionsfällen der letzten Wochen ziehen müsse. Die Union werde dies noch rechtzeitig vor den nächsten Wahlen, bei denen sie eine negative Wirkung auf das…“

„… habe Fraktionschef Brinkhaus von einem klaren Verhaltenskodex gesprochen, den sich die Abgeordneten des Deutschen Bundestages unter Umständen schon in der nächsten Legislatur als…“

„… wolle die Unionsfraktion zunächst einmal Aufklärung betreiben, bevor sie rechtliche Schritte gegen einzelne Mitglieder einleite. Dies sei aber stets von einer Selbstanzeige abhängig, da man die betrügerische Bereicherung an Steuermitteln für weniger ehrenrührig halte als einen…“

„… Zuverdienste zunächst intern bekannt zu machen, um die seit Adenauer gepflegte Liste der besten Nebenverdiener fortschreiben zu können. Wer sich dieser Tradition verschließe, könne von der CDU abgemahnt und zu einer Strafzahlung in Höhe des Nebenverdienstes verurteilt werden, der dazu allerdings auch erst freiwillig an die…“

„… nur für aktive Beratungs-, Vermittler- und Rechtshilfetätigkeiten anfalle. Vor allem junge Abgeordnete, die nur am Aufbau von Kontakten in die Wirtschaft interessiert seien, müssten als noch strafunmündig aus den entsprechenden…“

„… zunächst für einfache Parlamentsmitglieder gelte. Brinkhaus habe keine rechtliche Möglichkeit, die Gewissensentscheidungen von Mitgliedern der Bundesregierung juristisch eindeutig zu…“

„… nie Mitglied der CDU gewesen sei, außerdem habe er seine Unterschrift nur als Vater geleistet. Laschet verweise außerdem darauf, dass nur Bundestagsabgeordnete, die einer Straftat überführt worden seien, seine persönliche…“

„… wolle Brinkhaus die Kanzlerin auch über ihre Regierungszeit hinaus dafür gewinnen, den Mitgliedern im Falle eines Gesetzesverstoßes ihr vollstes Vertrauen auszusprechen, damit diese von Presse und Öffentlichkeit gleich darauf als…“

„… zur Vereinfachung der Verfahren eine Korruptionsobergrenze einführen wolle, um die Arbeit des Deutschen Bundestages nicht unnötig zu erschweren. Werde dieses Limit nicht erreicht, so könne die Unionsfraktion als Ausgleich eine 20-prozentige Steigerung der…“

„… die an amoralischer Widerlichkeit nicht zu übertreffenden Schamlosigkeiten der vergangenen Tage betreffe, mit denen sich die Union in der politischen Geschichte als das Zentrum der gierigen Vaterlandsverräter gezeigt habe. Da Amthor seine Schummeleien schon vor längerer Zeit in den…“

„… einen 9.999-Euro-Schein einführen wolle, der als Zahlungsmittel für besonders beauftragte Personen zugelassen werde. Spahn werde sich um die Zulassung des…“

„… kenne Laschet offenbar Abgeordnete, die an Deals um Masken und Labormaterialien beteiligt gewesen seien. Er wolle diese jedoch nicht nur aus familiären Gründen oder wegen moralischer…“

„… dürfe die Öffentlichkeit nicht mit einem Generalverdacht auf die Entwicklungen der letzten Wochen reagieren, wie es zum Beispiel viel angebrachter bei Linksextremisten oder ALG-II-Empfängern sowie den…“

„… auch die Namen der Spender kenne, die im Fall von geschäftlicher Bevorzugung an die CDU gespendet hätten. Als zukünftiger Kanzler könne er diese Firmen nicht nennen und habe sein Ehrenwort gegeben, sie auch vor einem parlamentarischen Untersuchungssausschuss nicht durch…“

„… lege Brinkhaus großen Wert darauf, dass es sich auch bei drei Dutzend zu erwartenden Fällen in den kommenden Tagen immer um Einzelfälle, in der CDU sogar um bedauerliche…“

„… sei auch die Task Force mit Spahn und Scheuer nicht imstande, normale Verhandlungen mit Wirtschaftsunternehmen zu führen, da sie bisher ausschließlich Angebote einzelner Firmen aus einer Liste, die von der CDU und ihren…“

„… neue Korruptionsfälle grundsätzlich per Fax an die Bundestagsverwaltung melden müsse. So wolle die Union durch eine Entzerrung die…“

„… wehre sich Laschet, bereits vor der Wahl zum Bundeskanzler eine eigene Finanzaffäre in der Union verursacht zu haben. Er sei seiner Zeit eben weit voraus und habe dies bereits erledigt, um sich als Regierungschef mit anderen und wichtigeren…“

„… habe Lindner die schnelle Einführung eines Transparenzregisters gefordert, in dem verzeichnet sei, welche Wirtschaftsunternehmen nur von CDU und CSU und welche auch für Geschäfte mit den anderen Parteien im Bundestag eine…“

„… werde es Geschäfte mit persönlichen Provisionen für Beratungs- und Vermittlungsdienste in der CDU künftig nur noch geben, wenn diese bei der Partei zuvor angemeldet und genehmigt worden seien. Laschet werde dies seinerseits für eine kleine Provision, die er durch den Vorsitzenden, den Kanzler, die CDU Nordrhein-Westfalen sowie…“

„… der Beschluss der Unionsfraktion für vorab zu klärende Sanktionen, die einen Verbleib in Amt und Mandat sowie in der Partei ausschließlich für CDU und CSU gelten dürfe. Es sei in dieser stark angespannten Lage erforderlich, dass man andere Parteien nach moralflexiblen Ansichten beurteilen könne, um die Bundestagswahl nicht durch die…“





Stellvertreterkrieg

23 02 2021

„Das ist nicht Ihr Ernst!?“ „Doch.“ „Das ist doch aber verfassungsrechtlich gar nicht möglich!“ „Hat das die Union je interessiert?“ „Das wird doch nie im Leben funktionieren!“ „Ein Grund mehr, es zu versuchen, oder?“ „Söder und Laschet, das wäre…“ „Endlich mal eine echte Doppelspitze.“

„Das wäre die vorweggenommene Spaltung der Bundesrepublik.“ „Ich will Ihnen nicht unbedingt widersprechen.“ „Die Leute wissen doch jetzt schon nicht, wen sie wählen sollen!“ „Die Leute wissen eher nicht, wen sie nicht wählen sollen, und dieses Modell löst das Problem sofort.“ „Das heißt, wenn ich Söder nicht abkann, wähle ich Laschet?“ „So ähnlich.“ „Das heißt doch letztlich nur: wenn ich den wähle, kriege ich auch die ganze Scheiße, die ich nicht will.“ „Das dürfte im politischen Geschäft schon länger bekannt sein, und meines Wissen ist das nicht unbedingt auf die Union beschränkt.“ „Und wie stellen Sie sich die Regierung vor, sollen die beiden Kanzler dann immer Streichhölzchen ziehen, wer da etwas entscheiden darf?“ „Nun, sie müssen sich schon ein bisschen kompromissbereit zeigen.“ „Was ja zu den Kernkompetenzen von Söder und Laschet zählt.“

„Schauen Sie, wenn es wirklich zur Koalition mit den Grünen kommen sollte, muss der Kanzler auch eine Menge Zugeständnisse machen.“ „Aber das können Sie doch gar nicht vergleichen!“ „Ja, es wird natürlich dann keine inhaltlichen Rivalitäten mehr geben.“ „Weil die Grünen sich der Union unterordnen?“ „Auch, aber die Kanzler werden sich weniger wegen inhaltlicher Konflikte streiten.“ „Mit den Grünen würde Söder vermutlich schnell seinen Frieden machen.“ „Mit Laschet auch, immer vorausgesetzt, der hält seine Klappe.“ „Also nie.“ „Aber das wäre mal ein realpolitischer Vorschlag, der die Interessen der ganzen Bevölkerung so weit wie möglich berücksichtigt.“ „Naja, wer auf einen Macher steht, der pragmatische Entscheidungen trifft und sich als Krisenmanager volksnah in Szene setzt, kriegt halt Söder.“ „Der Rest kriegt Laschet.“

„Und wer wäre bei den beiden Vizekanzler?“ „Das ist doch kein politisches Amt.“ „Das heißt, sie vertreten sich gegenseitig?“ „Das wäre denkbar.“ „Als gegenseitige Stellvertreter?“ „Ja.“ „Und wenn die sich zanken, haben wir Stellvertreterkrieg?“ „Jetzt sehen Sie mal nicht gleich so viele Probleme, es hat doch auch seine guten Seiten.“ „Nämlich?“ „Der Unterhaltungswert ist doch viel größer.“ „Und was ist mit den großen Herausforderungen für die hart arbeitenden Menschen da draußen im Land?“ „Glauben Sie ernsthaft, irgendein anderer Kanzler würde in vier Jahren auch nur ein einziges Problem in Angriff nehmen?“ „Stimmt auch wieder.“

„Aber jetzt stellen Sie sich mal vor, die CDU…“ „Das müsste man dann natürlich ändern, weil die beiden Parteien nicht getrennt voneinander in den Wahlkampf gehen.“ „Also nicht CDU und CSU nach Ländern getrennt?“ „Eine Union, die dann im gesamten Bundesgebiet antritt.“ „Aber stellen Sie sich trotzdem mal vor, diese Union würde nicht die absolute Mehrheit bekommen und müsste mit den Grünen koalieren.“ „Das ist ausgeschlossen.“ „Dass die Union die absolute Mehrheit verfehlt?“ „Dass diese Union mit den Grünen regiert.“ „Wie soll denn sonst die Regierung zustande kommen?“ „Wie immer. Die SPD macht das wie vor vier Jahren, wenn die Union es nicht gerissen kriegt, wedeln die mit dem Schwanz.“ „Aber das wäre ja ein ewiger Krisenherd, in dem keine vernünftige Entscheidung getroffen werden kann.“ „Also ungefähr das, was wir jetzt schon haben.“

„Wirft Söder dann nicht irgendwann hin, wenn er nicht mehr alleine regieren kann?“ „Denken Sie daran, Laschet war immer für eine Teamlösung.“ „Naja, aber erstens für die CDU, zweitens mit Spahn, und drittens so, dass andere arbeiten und er seine Rübe in die Kameras hält.“ „Ich glaube kaum, dass das anders gekommen wäre als jetzt.“ „Sie meinen, Laschet hätte auch da nur die zweite Geige gespielt.“ „Höchstens.“ „Dann hätte er vermutlich irgendwann das Handtuchgeworfen.“ „Das sind doch erst mal keine schlechten Aussichten, oder?“

„Und wer vertritt dann die Bundesrepublik im Außenverhältnis?“ „Wer gerade dran ist.“ „Das heißt, die müssen dann doch knobeln?“ „Das würde vermutlich Söder übernehmen, der arbeitet ja quasi schon im Ausland.“ „Und Laschet wäre als Kanzler auch etwas sehr peinlich.“ „Für Staatsbesuche kann man den schon nehmen.“ „Können Sie sich den im Élysée vorstellen?“ „Also nur für Staatsbesuche bei uns.“ „Ach so.“ „Wenn wir ausländischen Gästen diese Knalltüte vor die Nase stellen, dann denken die sofort, Deutschland ist ein bisschen doof, aber harmlos.“ „Und für Amerikaner?“ „Die haben den Unterschied zwischen Bayern und Deutschland eh noch nicht kapiert, da würde ich jetzt nicht mehr dran rühren.“

„Und wer wäre da die Frau?“ „Wieso die Frau?“ „Einer muss doch die Frau sein, das ist doch immer so in einer Doppelspitze.“ „Wer hat Ihnen denn den Bären aufgebunden?“ „Die Grünen machen das, die Linke, mittlerweile auch die SPD, da kann die CDU doch auch mal eine Frau mit in die Doppelspitze nehmen.“ „Das würde nie funktionieren.“ „Weil es in der Union nicht genug Frauen gibt?“ „Das nun nicht gerade.“ „Ich weiß es nicht, vermutlich wird von der Leyen als Bundespräsidentin entsorgt.“

„Also ich bin jetzt überzeugt, wir brauchen eine Teamlösung für Deutschland.“ „Sehr gut.“ „Und das klappt auch tatsächlich?“ „Aber sicher doch!“ „Gut, ich verlasse mich darauf!“ „Hallo, Berlin? Ich bin’s, ich wollte nur sagen: es hat etwas gedauert, aber einen Wähler haben wir schon mal.“





Dünnluft

15 02 2021

„Sie meinen, der macht es wie Stoiber?“ „Ach was, so bekloppt ist er auch wieder nicht.“ „Dann bleiben ja kaum noch Möglichkeiten.“ „Aber sicher doch.“ „Sie meinen…“ „Genau. Er macht es wie Merkel.“

„Aber Merkel hat doch damals Stoiber den Vortritt gelassen.“ „Genau das wird Söder jetzt auch machen.“ „Ach so.“ „Dachten Sie, ich meine Laschet?“ „Wäre der denn nicht normalerweise der legitime Nachfolger von Merkel?“ „Was soll an Laschet normal sein?“ „Naja, er ist korrupt, er redet Unsinn, seine Lösungen sind Teil des Problems, und jeder fragt sich, wie man dieser Knalltüte je hat Verantwortung über irgendetwas gegeben hat.“ „Das würde zumindest für seinen Parteivorsitz sprechen.“ „Dann wäre er der legitime Nachfolger von Merkel.“ „Und deshalb lässt ihm Söder auch den Vortritt bei der Kanzlerwahl.“ „Die Deutschen halten ihn aber für ungeeignet.“ „Und was daran sollte Söder hindern, Laschet als Kandidaten zu unterstützen?“ „Die Verantwortung für Deutschland und seine…“ „Wer jetzt als Ministerpräsident Verantwortung für Deutschland empfindet, lässt sich einschließen und schluckt den Schlüssel runter, aber lässt sich nicht als Kanzlerkandidat aufstellen.“

„Was sollte denn Söder davon haben, dass er Laschet den Vortritt lässt?“ „Seine Beliebtheit in Bayern schwindet rapide.“ „Die von Laschet nicht.“ „Nein, den halten nur die Deutschen für komplett unfähig.“ „Das ist eine sehr viel größere Basis für einen Kanzlerkandidaten.“ „Und Sie meinen, die Deutschen bleiben sich treu und wählen dann doch die größte Pfeife? selbst die eigenen Wähler wollen ihn nicht.“ „Bis zur Wahl sind es ja noch ein paar Monate.“ „Stimmt, da kann man dann die Pfeife in den dunklen Keller schicken, damit die Partei sich Mut macht.“

„Immerhin hat Laschet eine Wahl gegen Merz gewonnen.“ „Merz ist ein aufgeblasener Versager.“ „Das hat auch keiner ernsthaft bestritten.“ „Wenn Laschet gegen einen Sack Zement gewonnen hätte, würde es keiner an die große Glocke hängen.“ „Aber gegen Söder ist er auch nicht angetreten.“ „Kunststück, denen ist ja auch die SPD näher als die Christsozialen.“ „Sie meinen, man sollte da so eine Art Abstimmung machen?“ „Die machen die beiden Vorsitzenden unter sich, und wie gesagt: Söder lässt Laschet den Vortritt.“ „Obwohl er die besseren Umfrageergebnisse hat?“ „Alles eine Frage der Koalition.“ „Was haben denn die Grünen damit zu tun?“ „Denken Sie doch mal nach: wen halten denn die Grünen für wahrscheinlicher?“ „Söder.“ „Eben, deshalb kriegen sie Laschet.“ „Was ist denn daran logisch.“ „Söder würde sich mit den Grünen vier Jahre lang herumstreiten und dann nach Bayern zurückkehren, weil ihm der Laden unsagbar auf den Senkel geht.“ „Und deshalb lässt er Laschet den Vortritt?“ „Mit etwas Glück haben wir dann Grün-Rot-Rot, die Grünen beißen sich die Zähne an Scholz als Witzekanzler aus und sind froh, wenn sie mit jemandem regieren können, der sich ohne fremde Hilfe die Schuhe zubinden kann.“ „So hatte es Merkel damals auch gemacht.“ „Eben, und genau deswegen lässt Söder Laschet diesmal den Vortritt.“

„Meinen Sie denn, dass es danach für Schwarz-Grün reicht?“ „Danach sicher.“ „Und warum jetzt noch nicht?“ „Halten Sie die Grünen für viel, aber so dämlich können die gar nicht sein.“ „Dann bleibt Laschet ja nur noch eine Neuauflage von Schwarz-Gelb.“ „Wenn Sie mir noch erklären, woher die Stimmen der FDP kommen sollen?“ „Vielleicht hat Laschet ja irgendwo noch was im Keller?“ „Oder sein Filius kommt günstig an Zweitstimmen ran, man weiß ja nie.“ „Theoretisch könnten die Grünen ja auch Scholz wegen seiner politischen Erfahrung zum Kanzler wählen.“ „Oder die CDU wählt Lindner, weil die Lackpreise gerade im freien Fall sind.“ „Wollen Sie mich veralbern?“ „Wer hat denn angefangen?“

„Die Stimmung in der Bevölkerung könnte sich aber verbessern, wenn es erst mal mehr Impfstoff gibt und Lockerungen und…“ „Und das geht dann auf das Konto des Deppen von Düsseldorf?“ „Söder kann sich doch nur besser in Szene setzen, sonst hat er auch nicht mehr zu bieten als durchschnittliche Politik.“ „Eben. Er lässt Laschet sich aufplustern und wartet genüsslich, bis der sich wieder in heiße Dünnluft zerlegt.“ „Wenn die CSU nicht einmal einen Bayernplan vorlegt, dann will Söder sicher ohne Gegenkandidaten für die Union antreten.“ „Wenn die CSU keinen Bayernplan vorlegt, dann tritt Söder gar nicht für die Union an, sondern lässt Laschet aus eigener Kraft auf die Nase fallen.“ „Mit Söder hätte die Union doch die höheren Chancen, warum macht er es dann nicht für die Partei?“ „Sie sind doch ein erwachsener Mensch und haben jede Menge Wahlen miterlebt – ist Ihnen jemals ein Politiker untergekommen, der es nur die Partei macht?“

„Gut, wahrscheinlich haben Sie recht: Söder lässt Laschet den Vortritt, wartet vier Jahre ab und bewirbt sich als gemeinsamer Kandidat, der an die großen Erfolge von Merkel anknüpft, die damals vor ihrem Abtritt die Pandemie so erfolgreich besiegt hat.“ „Der Karnevalspräsident kann sich aufs Altenteil zurückziehen, in Deutschland wird wieder durchregiert, diesmal von den Amigos.“ „Es sei denn…“ „Was?“ „… Laschet gewinnt ganz überraschend die Wahl und wird Kanzler.“ „Das werden vier entsetzliche Jahre.“ „Für Söder?“ „Für Deutschland.“





Leithammel

20 01 2021

„Das reicht höchstens für den Trostpreis.“ „Meinen Sie.“ „Ja, meine ich.“ „Aber es hat doch schon mal ganz gut geklappt.“ „Was?“ „Das mit dem Vorsitz.“ „Verzeihung, wenn ich nachfrage: in welcher Partei, bitte!?“

„Laschet wird das schon irgendwie hinkriegen.“ „Genauso wie die Pandemiemaßnahmen oder die Energiewende: irgendwie.“ „Sie müssen das jetzt natürlich schlechtreden, aber er ist ja nun mal eine integrierende Persönlichkeit.“ „Deshalb integriert er auch so viele Millionen in die Tasche der CDU.“ „Einer muss es ja machen.“ „Und zum politischen Programm fällt Ihnen nichts ein?“ „Naja, wir als Deutsche tun uns ja traditionell schwer mit großen Veränderungen, deshalb ist ein Vorsitzender, der auf möglichst viel Kontinuität setzt, auch richtig.“ „Die ganze Karre rast auf den Abgrund zu, und diese Grinsrübe freut sich, dass er sie auf Kurs halten kann.“ „Sie interpretieren da schon wieder Dinge hinein, die gar nicht gefragt waren.“ „Das mit der Kontinuität hat Kramp-Karrenbauer jedenfalls auch schon sehr gut hingekriegt.“ „Sie sind ungerecht, die musste sich damals noch mit Merkel als Bundeskanzlerin herumschlagen.“ „Und wer ist heute Kanzlerin? Olaf Scholz?“

„Jedenfalls müssen wir mit Laschet nicht immer diese Klimaschutzschlagzeilen…“ „Weil dann über Klimaschutz keiner mehr diskutiert.“ „Wir haben das Wirtschaftswunder damals auch nicht allein mit Klimaschutz hingekriegt, schon vergessen.“ „Die Fünfziger haben gerade angerufen, sie wollen ihre Ausreden zurück.“ „Wir haben doch alles in der Hand für einen hervorragenden Aufschwung.“ „Das war der Text von Kohl.“ „Er hat schließlich das Land damit auch geeint.“ „Leider haben sie ihn nur im Osten dafür mit Eiern beworfen.“ „Heute kann man das besser machen.“ „Stimmt, Kohl musste sich ja nicht von Virologen sagen lassen, wie man Entscheidungen in einer Pandemie trifft.“ „Für solche Entscheidungen gibt es jetzt immerhin die richtigen Fachminister, die er…“ „Fällt Ihnen etwas auf?“ „Was denn?“ „Ach, war nur eine Frage.“

„Meine Güte, wenn man Deutschland endlich wieder nach vorne bringen will, darf man nicht zimperlich sein.“ „Dieser Mann zerstört in seinem Bundesland Dörfer und vertreibt Menschen, um die sowieso dem Untergang geweihte Kohleindustrie noch ein bisschen länger am Leben zu erhalten.“ „Wenn er das mit der Kohleindustrie schafft, rettet er bestimmt auch die CDU vor dem Untergang.“ „Er lässt Gutachten verschwinden, in denen das Abbaggern als vollkommen überflüssige und nur zur Klimaschädigung geeignete Maßnahme zum finanziellen Vorteil der Energiekonzerne erkannt wird.“ „Da haben wir jetzt endlich mal einen Vorsitzenden, der sich gegen diese Hysteriker aus der Klimaterrorbranche zur Wehr setzen kann, und Sie sind immer noch nicht zufrieden.“ „Sie müssen doch auch mal an morgen denken, da brauchen wir solche Persönlichkeiten.“ „Morgen?“ „Da wählen die Deutschen den Bundestag, schon vergessen?“ „Vor allem wählen da nicht nur die Westdeutschen den Bundestag.“ „Ja, warum?“ „Weil wir mit dem grandios abstinken werden. Darum.“ „Jetzt denken Sie doch mal strategisch.“ „Laschet als Vertreter des Ostens!?“ „Natürlich ist er für eine Kontinuität in Deutschland.“ „Das erzählen Sie mal den Typen in Dresden, die heute schon an ihren Laschet-muss-weg-Plakaten pinseln.“ „Aber die wollen doch auch die gute, alte Zeit wieder.“ „Was an den verkalkten Ansichten Laschets mit seinem Klerikalnepotismus gut sein soll, erzählen Sie mir ein andermal.“ „Das hat doch bei Kohl auch…“ „Die Steigerung von Kohl war schon Köhler, und das hat auch nicht ganz hingehauen. Außerdem war das die Nachgeburt des rheinischen Vulgärkatholizismus, und wie Sie den in den Osten transplantieren wollen, bleibt sicher auch Ihr Geheimnis.“ „Man kann das dem Osten sicher als jüdisch-christliches Abendland verkaufen, oder?“ „Dann wissen Sie sicher auch, wie wir dem Osten einen Parteifunktionär ohne nennenswerte Bodenhaftung oder Führungsqualitäten im eigenen Bundesland als neuen Leithammel schmackhaft machen können.“ „Er hat eine sehr deutliche eigene Meinung, das wird man denen doch als osttaugliche Strategie unterjubeln können? außerdem fand er Sarrazin immer schon gut, den könnten wir für den Wahlkampf bestimmt nach Sachsen oder…“

„Gut, Sie wollen also in Sachsen und Thüringen einen Sack aufstellen, der alles wie Merkel macht und eine tolle Zukunft verspricht, solange nur die Fleischindustrie und die Küchenbauer ihre Gewinne nicht einbüßen.“ „Wollen Sie lieber einen asozialen Kapitalisten, der den ganzen Osten an die Banken verscheuert?“ „Dann hätten wir ja gleich Merz nehmen können.“ „Eben, sehen Sie. Ich meine, wir können doch jetzt nicht jede Wahl rückgängig machen, nur weil es im Osten Probleme gibt.“ „Das war mir auch klar, aber Sie verstehen es nicht: wir sind immer noch beim Parteivorsitz, der Rest ist noch gar nicht dran.“ „Mir fällt nichts mehr ein.“ „Mit auch nicht.“ „Spahn hat sich zur Vorsicht auch gleich disqualifiziert.“ „Röttgen?“ „Ich dachte, es ginge hier um den Vorsitz?“ „Auch wieder richtig.“ „Dann bin ich mit meinem Latein am Ende.“ „Warten Sie mal. Hallo, München? Grüß Gott, Herr Ministerpräsident, nur eine kurze Frage: wenn die CSU jetzt doch in ganz Deutschland antreten dürfte – Ihnen wäre das egal, wer unter Ihnen Kanzler wird, oder?“





Kleine Anfrage

14 12 2020

„Der Herr Ministerpräsident unterstützt alle Anregungen aus der Wissenschaft, zumindest die, die ihn selbst unterstützen. Ja, das dürfen Sie so schreiben, wenn Sie den Artikel bis, warten Sie mal, Mittwoch veröffentlichen. Danach müssen wir die aktuellen Entwicklungen in dieser Katastrophe abwarten.

Natürlich Katastrophe. Laschet als Pandemie zu beteichnen, so weit kommt’s noch. Da überschätzen Sie seine Möglichkeiten nun doch ein wenig, und das kann er schon ganz gut alleine. Er ist ein sehr flexibler Politiker, der seine Wirklichkeit immer schnell und unbürokratisch an das anpasst, was er gerade als seine Meinung ansieht – und nein, das ist eben nicht genau umgekehrt, das macht er wirklich so. Sie sehen ja, dass er dadurch enorm authentisch wirkt. Seiner Meinung nach.

Pressestelle des zukünftigen Kanzlers von ganz Deutschland, welches Anliegen haben Sie? Ist uns nicht bekannt, aber das hat die AfD vor vier Monaten schon gesagt, da war es noch ganz richtig, jetzt wollen sie das absolute Gegenteil, also muss es komplett falsch sein, und Herr Laschet hat gerade das Gegenteil vom Gegenteil – ja, ich weiß, aber lassen Sie mich den Satz erst zu Ende bringen, danach ist der Rest von Deutschland dran – und das Gegenteil war aber schon vor drei Monaten bei ihm falsch, weshalb er jetzt nämlich das Gegenteil vom Gegenteil vom Gegenteil fordert. Wie vor sechs oder sieben Monaten, das wissen wir nicht mehr so genau. Aber von einer gemeinsamen Absprache mit anderen demokratiefeindlichen Parteien kann keine Rede sein. Der Herr Ministerpräsident erledigt seine Geschäfte immer ganz alleine.

Dazu stehen wir jetzt auch in engem Kontakt mit mehreren Wissenschaftsorganisationen. Da sich Laschet nicht von irgendwelchen Wissenschaftlern vorschreiben lässt, was er Wissenschaftlern erklären soll, lässt er sich von Wissenschaftlern erklären, was er Wissenschaftlern vorschreibt. Das ist eine sehr kluge Haltung, und das findet Laschet auch. Er kann sich das wahrscheinlich sogar erklären. Dieser Lockdown vor Weihnachten war nämlich eigentlich seine Idee, er hatte es nur nicht so kommuniziert. Es wurde ja auch schon mehrfach angemerkt, dass die Kommunikation zwischen Wissenschaftlern und Politik nicht vernünftig funktioniert hat. Das hat die Politik auch schon festgestellt, und deshalb wird die ja wohl kaum selbst schuld sein daran. Wir können als Politik immer nur das umsetzen, was uns von den Wissenschaftlern vorgegeben wird, und wenn die Wissenschaft bei ihren Vorschlägen die Wünsche der Politik nicht berücksichtig, ist das dann etwa unsere Schuld?

Pressestelle des zukünftigen Kanzlers von ganz Deutschland, welches Anliegen haben Sie? Ah, die Bildungsministerin. Sie ist ja nicht explizit für die Wissenschaft zuständig, deshalb kann sie auch nicht in Entscheidungen des Herrn Ministerpräsidenten eingreifen, Erkenntnisse der Wissenschaft als Basis seiner Entscheidungen zu nehmen, um dadurch seine Entscheidungen für etwaige Erkenntnisse der Wissenschaft… – Rufen Sie einfach später noch mal an, in diesem Ressort ist jetzt niemand mehr in vernehmungsfähigem Zustand.

Den klugen Landesvater, der später einmal der zukünftigen Kanzlers von ganz Deutschland werden wird, zeichnet seine hervorragende Personalwahl aus. Er hat das jahrelang in Berlin beobachtet, dass die geistig nicht ganz so gesegneten Mitarbeiter knapp unterhalb der eigenen Position ein sehr gutes Signal sind: man kann auch wenig Intelligenz mit anderen Qualitäten ausgleichen, wenn man nicht bis an die Spitze kommen will. Jetzt messen wir diese Intelligenz im Abstand zum Ministerpräsidenten, die Ergebnisse sind dementsprechend. Man sollte die Bürger nicht für dumm verkaufen, dafür eignen sich die eigenen Mitarbeiter meistens viel besser, da man für die auch mehr bekommt.

Wenn jetzt die Wissenschaft Maßnahmen gegen die Pandemie empfiehlt, die so nicht mit Laschet abgesprochen sind, weil Laschet sich nicht von den Wissenschaftlern vorschreiben lassen will, wann er sich mit ihnen abzusprechen hat, dann ist in erster Linie sein Personal gefragt. Deren Fehlleistungen werden ja nicht von ihm getätigt, und deshalb muss auch nicht er zurücktreten, wenn Mist rauskommt.

Pressestelle des zukünftigen Kanzlers von ganz Deutschland, welches Anliegen haben Sie? Harter Lockdown ab dem 14. Dezember? Das hat der Herr Ministerpräsident nie gefordert, das ist eine bloße Unterstellung der Medien, die sich ausschließlich auf Wissenschaftler berufen, die vorher nicht bei… – Ich bekomme gerade noch eine Verfügung rein, es handelt sich doch um eine richtige Aussage, die die Pressestelle des zukünftigen Kanzlers von ganz Deutschland so gemacht hat, aber das war erst auch erst heute, und wir wussten nicht, ob das, was der Herr Ministerpräsident heute gesagt hat, auch heute noch gilt oder erst wieder gestern, weil dann das richtig ist, was er morgen gesagt hat. Nein, ich bin nicht besoffen. Ich bin ja kein Ministerpräsident.

Als zukünftiger Kanzler muss man auch mal Härte zeigen. Wenn es zum Beispiel nach Ansicht der Schulministerin keine Schulschließungen geben darf, obwohl man selbst als Ministerpräsident der Wissenschaft befohlen hat, genau das dem Ministerpräsidenten zu befehlen, dann muss einer den Kopf dafür hinhalten. Und da kommen Sie ins Spiel. Der hier, Dings… Verbraucher ist nicht das richtige Wort, irgendwas anderes. Nicht Wähler. Die Bürger, genau. Die Bürger. Dazu sind die ja da.“