Personalkosten

11 08 2020

„Das hat Sie überrascht? also das überrascht mich jetzt aber. Dass Sie das überrascht hat. Wir haben den Mitarbeitern doch ganz deutlich gesagt, dass sie für uns unverzichtbar sind. Jeder einzelne Mensch ist für uns systemrelevant, wirklich. Nur die Löhne halt nicht, oder überrascht Sie das auch?

Dass die Löhne bei uns im Einzelhandel in den letzten zehn Jahren real gesunken sind, das liegt am gesellschaftlichen Trend. Wir können ja auch nicht einfach so die Löhne anheben, da wir sonst die Nachfrage nach unseren gesellschaftlich und auch marktmäßig relevanten Jobs schwächen würden. Sie wissen doch, wie das in der Pflege ist: da gibt es auch keine zu hohen Gehälter, teilweise sind die mit Zulagen, die dann nicht gezahlt wurden, oder mit den Boni, die man hat ausfallen lassen, dadurch sind die Personalkosten dann auf einem konstanten Niveau gehalten worden. Und die Zahlen der beschäftigten Mitarbeiter eben auch. Denn stellen Sie sich das mal vor, die hätten die Gehälter einfach mal so angehoben. Man hätte den Pflegekräften ja signalisiert, dass die gar nicht systemrelevant seien, weil die das am Ende nur fürs Geld machen. Das wäre in höchstem Maße unfair, und so wollen wir im Einzelhandel unsere Tarifpolitik gar nicht erst anfangen.

Wir haben durchaus stabile Umsätze, das ist korrekt. Einerseits die Hamsterkäufe, das war für uns eine erhebliche Stärkung, und dann haben die Kunden seit der Senkung der Mehrwertsteuer auch sehr viel mehr bei uns gekauft, was sie sonst nicht gekauft hätten. Wir müssen die Senkung nicht aus eigener Tasche bezahlen, aber für uns ist sie ein hervorragender Werbeeffekt. Dass einige Händler den Kunden darüber hinaus noch höhere Rabatte gewähren, das ist Marktverzerrung, aber das halten wir aus. Unsere Mitarbeiter können ja gerne bei denen einkaufen, wenn es ihnen bei uns im eigenen Laden zu teuer ist.

Auf der anderen Seite müssen Sie beachten, dass wir durch die Umstellung auf niedrigere Steuersätze einen erheblichen Mehraufwand an Personal hatten, der unsere Kosten nach oben treibt. Würden wir jetzt noch mehr Mitarbeiter einstellen, die dann auch genau wissen, dass es sich um einen Job mit viel Stresspotenzial handelt, dann müssten wir die Löhne auch anheben – das kann man den Mitarbeitern nicht zumuten. Wo bleibt denn da die Lohngerechtigkeit? Wenn wir jetzt Mitarbeitern, die Mehrarbeit geleistet haben, die Vergütung dafür wegnehmen würden, die ja eigentlich der Erhöhung der Löhne entspricht, dann wäre das letztlich auch schon Betrug, und dann würden wir keinen mehr finden, der uns bei Mehrarbeit unterstützt, und das wäre kein gutes Signal für andere Einzelhändler.

Außerdem müssen Sie hier das Prinzip der situationsangepassten Lohnzurückhaltung immer auf dem Schirm haben. Wenn eine Rezession droht, will man die Ausgabenseite unter Kontrolle haben, damit man nicht in die roten Zahlen kommt, wenn es dann auf dem Tiefpunkt zu hohe Lohnkosten sind im Vergleich zu den anderen Posten, die Sie für ein laufendes Geschäft berücksichtigen müssen. Wenn dann die Umsätze langsam wieder steigen, wenn sich dann der Aufschwung ankündigt, dann muss man doppelt vorsichtig sein, weil jetzt jede Gehaltserhöhung die Chancen auf dem Markt wieder zerstören kann, weil die Kapitalbasis nie angegriffen werden darf. Und wenn Sie auf dem Höhepunkt sind, voll im Boom – das weiß ja jedes Kind, da ist es unmöglich, die Löhne zu erhöhen, weil es viel zu wenige Arbeitskräfte gibt, und da der nächste Abschwung schon am Horizont drohen könnte, wäre es ja geradezu Wahnsinn, den Leuten mehr zu zahlen als unbedingt nötig.

Und betriebswirtschaftlicher Unsinn ist es auch, aber das wissen Sie ja. Wir haben schließlich eine Verantwortung für den Markt, und gerade wir im Einzelhandel sollten uns dessen immer bewusst sein. Wir kalkulieren nach dem Minimalprinzip: so wenig wie möglich ausgeben, damit wir den Vorteil auch weitergeben können. Das sichert Marktanteile, und damit ist es auch sozial verantwortlich, weil es Arbeitsplätze sichert. Kommen Sie noch mit? Ein Beispiel: wir können die Verkaufspreise für Fleisch nicht beliebig gestalten, weil wir da nicht genügend Kontrolle haben, deshalb müssen wir einen Teil der Kontrolle abgaben an die Produzenten. Wie die ihre Ware erzeugen, das entzieht sich letztlich unserer Kenntnis, deshalb können wir das ja auch nicht kontrollieren. Vermutlich haben die da ihre eigene Kalkulation, aber uns geht das gar nichts an, wir brauchen dann eben nur den Preis für das Produkt, und da setzt dann unsere eigene Betriebswirtschaft an. Wenn wir den Preis nicht optimieren können, dann gefährden wir Arbeitsplätze, und letztlich werden wir damit unserer sozialen Verantwortung nicht mehr gerecht.

Das ist ja auch alles ganz schön, wenn sich die Politik hier einmischen will und wenn sie einen allgemeinen Tarifvertrag für den Einzelhandel fordert, aber Sie müssen bedenken, wir haben einen durchaus funktionsfähigen Markt, unsere Branche ist stark, zum Teil sind unsere Börsenkurse gerade extrem stabil, wenn wir uns gerade konsolidieren müssen, und dann müssen Sie auch an die Zukunft denken, denn wir brauchen auch für andere Lagen noch ausreichend Mitarbeiter, damit wir den Markt versorgen können, ob mit Pandemie oder ohne. Da müssen Sie als starke Branche auftreten und den Bewerbern sagen können: unsere Jobs sind so systemrelevant, dafür gehen Kunden sogar auf den Balkon und klatschen. Oder was meinen Sie, wie man so einen Konzern in die Gewinnzone führt?“





Gernulf Olzheimer kommentiert (DXXVI): Kapitalistischer Eskapismus

7 08 2020
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Früher, als die Gummistiefel noch aus Holz waren, da schien jene unlösbare Verbindung von Religion und Gesellschaft noch sinnvoll zu sein; wer mühselig und beladen war, und das waren eben alle, suchte Erquickung im Glauben, wo sich die unfreundliche Realität ein Stück weit ausblenden ließ. Zwar hält sich der Unterhaltungswert von zwanzig Rosenkränzen für Durchschnittspersonen ohne ausgesprochene Leidensbejahung in engen Grenzen, doch schon die Heilige Messe mit Brot und Wein, Weihrauch und Georgel stärkte die Kraft der Menschen, in einer Welt voller Sünde und miserabler medizinischer Versorgung vor der Erfindung von Flaschenbier und Streamingdiensten den notwendigen Beitrag zur Erhaltung weltlicher Güter im Dienste der Obrigkeit zu leisten. Uns geht es vergleichsweise gut, wir haben Flaschenbier und Streamingdienste, zahlen Steuern, statt den Zehnten abzugeben, und befinden uns trotzdem in einer eher noch mieseren Lage. Die Religion hat sich in die Transzendenz verkrümelt, das System verspricht so gut wie jedem irdisches Heil, wo er nur gewillt ist, dafür anderen eins aufs Maul zu geben, und nur die Ewigkeit ist geblieben, dummerweise in Gestalt des Hamsterrades, dem Sinnbild des Kapitalismus. Was aber hält uns heute so leidensfähig?

Das Flaschenbier ist es nicht, da abgesehen von ein paar aufgekratzten Werbespots keiner das Zeug zum Objekt unserer existenziellen Träume macht. Wir haben aus unseren affektiven Bedürfnissen, aus der Suche nach Entspannung und Ablenkung, einen Hochleistungssport gemacht, der selbstverständlich den Gesetzen des Marktes genügt: immer die beste Gelegenheit suchen, das Minimalprinzip verfolgen, und alles außer uns ist Feind. Wenn wir uns schon zu Tode amüsieren müssen, dann soll es wenigstens erfolgreich sein. Was uns integriert, Identifikation und Selbstfindung gibt, ist nur Nebenwirkung der hektischen Suche nach emotionaler Erregung, die erst mit dem Übergang zur Biomasse jäh abbricht, weil wir die Endlichkeit begreifen. Aber begreifen wir denn überhaupt die Wirklichkeit davor?

Wo uns die Conditio humana mit voller Wucht einholt, breitseitlich trifft und aus der Bahn kegelt, bemerken wir, dass die apokalyptischen Reiter noch immer munter ihre Runden drehen. Technisch sind wir inzwischen imstande, den Planeten mehrfach in die Luft zu jagen, wenn nicht zuvor aus klinischer Beklopptheit heraus unsere Art die erste ist, die sich zielgerichtet selbst ausrottet, weil sie ihre religiösen Fantasievorstellungen hier auf Erden verwirklichen will – der Kapitalismus ist die Religion geworden, die sich den Nachwuchs in den Gierschlund stopft, und also kann sie nicht mehr als teils sinnvolle, teils ins Absurde entlastende Gegenwelt der materiellen Gesellschaftsordnung dienen, sondern nur noch sich selbst auf sich selbst beziehen, womit dann auch die Identifikation brüllend an die Wand fährt, wo der ganze Rest schon herunter rinnt. Selbst da, wo der große Grauschleier der Langweiligkeit das Sein in unerträglich breiigen Stumpfsinn verschwiemelt, bleiben nur noch Entfremdung und Angst, die im Rausch weggeshoppt werden, im perpetuierenden Partymarathon über die Klippe stolpern, auf der Flucht vor der Flucht rund um den Globus fliegen und immer neue Fluchtpunkte suchen, bis wir mit touristischen Mitteln den Rest der Umwelt erledigt haben.

Sehnt sich der Realitätsallergiker nach Katharsis im Sinne der Tragödie oder einfacher Regeneration, wie sie eine Woche Malle im Ethanolkoma en passant erledigt als Fußtritt in den Resetknopf? Ist Gleichgewicht von intelligenzabstinenter Duldung der Istzeit und idealtypischer Traumwelt mit oder ohne Hilfsmittel aus der Drogenküche ein guter Weg, auch wenn ihn die obersten Zehntausend für sich behalten? Harmonisieren wir uns gerade zu Tode, um den Boden unter den Füßen zu finden, damit die Würg-Life-Balance Balance uns nicht versehentlich den Magen umkrempelt? Oder ist der Schmodder doch nur verzweifelte Reaktion auf den Triebstau, den Priester der Betriebswirtschaft in uns erzeugt haben, als sie drakonische Strafen für die Steuerhinterzieher unterhalb der Armutsgrenze mit Notwehr gegen den Staat für Steuerhinterziehung oberhalb der Milliardengrenze verteidigten, weil man den Stumpfstullen stets vorturnen muss, dass sie als Opfer der intellektuellen Raumkrümmung nicht in ihrer eigenen Blödheit gefangen sind, sondern in den taktischen Grenzen des Systems?

Was auch immer sich hier anstaut, es sucht nach einem Ventil. Dies Virus hat uns nur angezählt, das nächste ebnet ein, was die Flut an Zivilisation nicht mehr beseitigen wird. Religionen mögen noch Heil versprechen, solange es keiner Marktanalyse nach Verbraucherzufriedenheit unterzogen wurde, doch der Kapitalismus kann mit Freiheitsversprechen, die nur Narkose von der Sklaverei meinen, nicht viel erreichen. Wir wären gerne Kapitalisten, uns fehlt nur das Kapital, weshalb eine Ersatzreligion mit der Option auf Mitmachgerede so kläglich versagt. Die alten Vorstellungen hatten noch eine Gemeinschaft der Heiligen, quasi das Zwei-in-eins-Produkt der virtuellen Spiritualität. Welcher Knalldepp gibt das für den sozialen Vollkollaps aus?





Gernulf Olzheimer kommentiert (DXXV): Der Krieg gegen Drogen

31 07 2020
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Die Prohibition war ein großer Erfolg. Keiner hatte mehr Zugang zu alkoholhaltigen Getränken, nur noch die, die es wirklich wollten. Während sich das Verbrechertum in den Metropolen allmählich zu professionalisieren begann und sein Business mit Gewalt durchsetzte, starben immer mehr harmlose Säufer an Billigfusel, vergälltem Sprit und Hinterhofplempe. Besser scheiterte nur der Krieg gegen Drogen.

Wüste Geschichten kursierten damals in den Gepeinigten Staaten: Afroamerikaner, Latinos und Mexikaner würden im berauschten Zustand über die weiße Frau herfallen, ein Muster, das noch heute von dementen Drecksäcken in Führungsposition für alles benutzt wird, was man sich auf Adderall aus der Hirnrinde rotzt. Weiße, so das Märchen, würden durch Hanfrauchen wahnsinnig und suizidal. Nach einem Zwischenspiel, in dem ein paar Millionen Soldaten auf Panzerschokolade die halbe Welt in Schutt und Asche legten, waren den die Schuldigen schnell gefunden. Linke Pazifisten und Schwarze, die sich kein Meth reinpfeifen wollten, um Vietnam in die Steinzeit zu ballern, mussten so schnell wie möglich diskreditiert werden. Dass von Adenauer bis Kennedy das politische Establishment weiter fleißig Speed schmiss – geschenkt.

Die Auswirkungen auf die Gesellschaft der großen Wirtschaftsnationen waren nie wirklich ein Geheimnis, mehr noch: die Gesetze des Marktes funktionieren geradezu vorbildhaft da, wo sie gar nicht funktionieren sollen. Die Nachfrage bleibt, da man den Drogenkonsum nicht einfach durch eine rationale Verbraucheransprache wegsteuern kann, denn Sucht (falls man partout pathologisieren will) ist eben kein unabhängig von anderen Stellgrößen kontrollierbares Phänomen; sogenannte legale Drogen wie Alkohol oder Nikotin fördern lediglich die kognitive Dissonanz, dass Missbrauch nur da vorliegt, wo eine Regierung sich im Kopfschrott der Ideologie verrennt. Weicht der Kunde auf potentere Produkte aus, steigt auch bei sinkendem Angebot der Preis, Herstellung und Vertrieb von allerhand Betäubungsmitteln wird ein attraktives Geschäft, und wie in der Prohibition weniger Wein und Bier, dafür aber mehr Schnaps erzeugt wurde, da mit raumsparend lager- und transportfähigem Alkohol die Marge optimiert werden kann, so füllen auch Designerdrogen aus dem Baukasten schnell und einfach die Kassen der Kartelle. Volkswirtschaft ist kein Hexenwerk. Wer hätte das ahnen können?

Die Erkenntnis, dass Korruption nicht nur auf Entwicklungsländer beschränkt ist, in denen Mohn und Coca kultiviert werden, ist ebenso neu. Keiner hätte für möglich gehalten, dass sie eine lukrativere Einnahmequelle als Sweatshops wäre oder als der Polizeidienst. Exakt so bekommt Gewaltherrschaft ein stabiles Fundament, allerdings nur da, wo die Industrienationen sie dulden. Die Gewalt in der eigenen Nachbarschaft übernehmen die Gangs, die Kriminalisierung und soziale Ächtung formten, da die Minderheiten eh zum Abschuss freigegeben worden waren. Natürlich schwiemelt sich das auch hier noch eine scheinbar wasserfeste Welterklärung zurecht, dass die ausgegrenzte Unterschicht ja mit dem Drogenkonsum schon angefangen hatte, als der rechtschaffene Herrschaftsapparat seinen Krieg noch nicht erklären wollte. Mit der Stigmatisierung und Kriminalisierung der verhassten Segmente wird der Prozess zum Perpetuum mobile und zum Ideal eines jeden Krieges, der sich selbst und damit die ernährt, die keinen Sinn in ihrem Leben sehen, als andere zu unterdrücken und zu vernichten.

Der angenehme Nebeneffekt, der ökonomisch vor allem der Oberschicht zugutekommt, ist die Gefängnisindustrie, die absurd hohe Haftstrafen für Bagatelldelikte und den sicheren Nachschub an Delinquenten als gute Grundlage für den Reibach feiern. Was die Wirtschaft doppelt schädigt, die Stilllegung hunderttausender Arbeitskräfte bei hirnverbrannten Kosten, unterfüttert dann auch die rassistischen Vorurteile einer Politik, die Schwarze wegen ihrer Haftkarriere deklassiert, während der Drogenkonsum unter Weißen weiter verbreitet ist und von ihnen gesteuert wird. Das wird die Law-and-Order-Bullen in den Entwicklungsländern nicht kratzen, sie kopieren ungeniert die Gewalt der weißen Anführer, nur noch gewaltsamer. Da die Knäste in Kuala Lumpur nicht ganz so sauber sind wie eine JVA in Japan, gleitet das Verfahren oft in Menschenrechtsverletzungen ab, in Säuberungen, Hinrichtungsorgien und Schutzgelderpressung, um das nackte Leben zu retten. Der Mensch ist schlecht und verdient nichts Gutes. Wenigstens das kann man den Militärdiktaturen sofort glauben.

Natürlich könnte man den Markt austrocknen, indem man die Verbote aufhebt, die Konsumenten sozial betreut, den Stoff einer Qualitätskontrolle unterwirft, ihn hoheitlich abgibt und besteuert. So, wie man in einer ohnehin fragilen Wirtschaft auch die Existenz der Bevölkerung durch die Zahlung eines bedingungslosen Grundeinkommens sichern könnte. Aber der schöne Krieg an allen Fronten, um die verdammten Minderheiten, die in der Summe eine Mehrheit sind, um sie alle zu knechten – denkt denn keiner an den schönen Krieg?





Blindgänger

28 07 2020

„Sonntags durchgängig, aber Sie müssten dann schon in die regionalen Verlautbarungen schauen, ob in Ihrem Bundesland, Regierungsbezirk oder Landkreis eine Sonderregelung installiert wurde. Kann ja gut sein, Sie jubeln da gerade für so ein paar Krankenschwestern im öffentlichen Dienst, und in Wirklichkeit sollten Sie für unsere deutschen Küchenbauer applaudieren, die dann gar nicht mitgemeint sind. Wie ungerecht wäre das denn?

Also wir organisieren hier nur die erste Ebene der Kommunikation. Was wir nicht abwimmeln können, wird an die zweite Ebene durchgestellt, und dann kommt die dritte. Und ab da ist es dann auch schon egal, das interessiert die Öffentlichkeit sowieso nicht mehr. Die Hauptsache ist doch, dass Sie auf dem Balkon stehen, so Sie denn einen haben in Ihrer Wohnung, sonst müssen Sie halt zu den Nachbarn. Ist ja wieder erlaubt. Würde auch der raschen Durchseuchung Vorschub leisten, aber das nur nebenbei. Also der Balkon. Je öfter Sie klatschen, desto besser. Allerdings muss das alles korrekt organisiert werden, und hier kommen wir ins Spiel.

Wir haben das mal ausgedruckt, das ist nicht so einfach. Als Ablaufdiagramm ist das natürlich ein bisschen übersichtlicher, aber auch nur für die jeweiligen Kommunen, sonst passt das wieder nicht auf eine Seite DIN A3. Also hier sehen Sie zum Beispiel Dienstag, 14:00 Uhr und Mittwoch ab halb vier bis spätestens sechs, aber nicht an Feiertagen oder in den Schulferien, wobei die beweglichen Ferientage gehen da ja noch mal extra, aber das ist schon wieder auf Landesebene koordiniert. Also Dienstag von 14:00 Uhr bis 15:30 Uhr. Wer? ach so, da muss ich mal nachsehen. Gelb mit Schraffur ist Brummifahrer. Dienstag und Mittwoch, wenn Sie für die Brummifahrer klatschen wollen. Bis zum Mittag können Sie Erzieherinnen und Erzieher mit Ihrer Geräuschentwicklung erfreuen, dann ist Mittagsruhe. Ab zwölf. Das gilt dann aber wieder nicht für Sonntage, weil da keine Mittagsruhe gilt, da müssen die meisten Bürger nicht zur Arbeit, und da sollte auf Empfehlung der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen auch applaudiert werden. Ist zwar bundeseinheitlich koordiniert, aber einer muss ja sagen, wo es langgeht, nicht wahr?

Verwechseln Sie das nicht mit innerstädtischen Regelungen, die sind dann noch einmal extra. Die kreisfreien Städte beispielsweise können hier aus der geplanten Planung ausbrechen und selbst planen, in Köln beispielweise ist das am Mittwoch für die Autohändler. Da dürfen Sie dann auch bis acht Uhr durchklatschen, aber nicht in den Herbstferien. Da wird das auf Donnerstag verlegt, und am Mittwoch sind die Lehrer dran. Weil die halt zu Hause sind, wir rechnen ja damit, dass in den Herbstferien in der zweiten Welle eh keiner mehr verreist.

Das Problem ist, hier melden sich alle paar Tage Blindgänger. Die verwechseln uns immer mit einer Beschwerdestelle, weil das anscheinend so ist in Deutschland: wenn einer für die Planung zuständig ist, erwartet man auch immer gleich, dass er dafür sorgt, dass der ganze Kram auch klappt. Also ich bin seit dreißig Jahren hier, das wüsste ich dann. Wie gesagt, Blindgänger – neulich hatten wir hier einen Intensivpfleger, der hat sich beschwert wegen der Schokolade. Wir haben es extra so eingerichtet, dass Spahn die nicht selbst übergibt, aber manche müssen anscheinend immer ein Haar in der Suppe finden. Ich möchte es mal so ausdrücken: in der Position sollte man vielleicht dankbarer sein, dass man sich bei überschaubarem Gehalt ausgewogen ernähren kann. Schokolade zählt jedenfalls nicht zu den Lebensmitteln, die man übermäßig zuführen sollte. Aber was verlangt man schon von einem Intensivpfleger.

Montags ab halb zehn können Sie hier, das ist der grüne Bereich mit Sternchen, das ist für den Einzelhandel. Die sind ja immer froh, wenn sie die Kunden zufrieden stellen können, deshalb reicht bei denen überschaubarer Applaus, ab und zu mal ein Pfandbon zum Selbsteinlösen, das wär’s dann aber auch. Nein, ich sehe gerade, das Sternchen ist erst ab 10:00 Uhr. Ist auch irgendwie logisch, so viel muss man da auch nicht klatschen. Das soll ein sehr begehrter Beruf sein, teilweise sind die Leute schon zufrieden, wenn sie da geringfügig beschäftigt sein dürfen. Da muss man der intrinsischen Motivation auch mal ihren Lauf lassen, sonst verwandelt sich das in eine Art emotionales Grundeinkommen. Wenn Sie jeden Tag gelobt werden, dass Sie noch zur Arbeit erscheinen, dann verliert das irgendwann seinen Reiz und Sie kündigen innerlich. Für den Arbeitsmarkt kann das negative Folgen haben, aber die Konsequenzen für die Rendite sind noch viel schlimmer. Das kann doch keiner wollen.

Wir haben hier noch jede Menge Berufe, mit denen Sie sich auseinandersetzen können, immer dann, wenn Sie mal ’ne Ecke Zeit haben, alles gut lesbar aufgelistet. Teilweise haben wir regionale Unterschiede, hier sehen Sie zum Beispiel die Zellstoffindustrie – einer muss das Toilettenpapier ja herstellen, das Sie da so fleißig wegbunkern. Da können Sie freitags gerne klatschen, das ist hellblau mit Schraffur, oder ist das mit Seitenbalken? Naja, Sie können sich das selbst mal abgucken, ich muss mich jetzt wieder um die Koordination der einzelnen Berufsgruppen in den Zulieferbetrieben der Automobilindustrie kümmern. Das macht sich ja nicht von alleine. Wie jetzt, Krankenschwestern? und auch noch im öffentlichen Dienst? Wieso soll man denn da klatschen? Haben die sich ihren Job nicht selbst ausgesucht?“





Solidaritätsabschlag

27 07 2020

„… unbedingt längere Ladenöffnungszeiten in Deutschland brauche, um die krisenbedingten Umsatzeinbußen ausgleichen zu können. Linder plädiere für zusätzliche…“

„… könne sich die FDP einen weiteren verkaufsoffenen Sonntag pro Monat vorstellen. Im Weihnachtsgeschäft müssten alle Sonntage für die Geschäftsleute zur Verfügung stehen, da es sonst kein ausreichendes…“

„… über kein zusätzliches Personal verfüge. Die Einzelhandelsketten hätten außerdem in einem Protestbrief an das Bundeswirtschaftsministerium die mangelhafte Planbarkeit der Verkaufszeiten moniert, da vorherige Werbeaktionen meist mit einer Verspätung von…“

„… mit Rückgängen in Milliardenhöhe zu rechnen habe. Scholz könne zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Prognosen abgeben, ob es weitere Hilfen für Freiberufler und…“

„… dass durch Schichtzulagen für Sonn- und Feiertagsarbeit ein Großteil der Umsätze wieder aufgewogen werde. Der Einzelhandel habe dadurch so gut wie keinen…“

„… sei das Konsumklima durch die Pandemie sehr schwer getroffen worden, was nicht zuletzt durch die veränderten Sicherheitsbestimmungen geschehen sei. Wie die Maßnahmen in NRW bereits gezeigt hätten, sei auch durch vorschnelle Öffnungen bei Autohändlern und Küchenbauern keine positive…“

„… die Schichtzulagen von den Arbeitgebern zumindest an den verkaufsoffenen Sonntagen einbehalten werden dürften. Lindner fordere von den Verkäuferinnen und Verkäufern ein Bekenntnis zur deutschen Wirtschaft, das sich durch einen freiwilligen Solidaritätsabschlag in Höhe von…“

„… die Zugangsbeschränkungen des RKI den Plänen der Liberalen widersprächen. Die Behörde wehre sich außerdem gegen die Anschuldigung, im Auftrag von Bill Gates und der Bundeskanzlerin eine Angstkampagne vor der kommenden zweiten Infektionswelle zu schüren, um die Wirtschaft vor der unausweichlichen absoluten Mehrheit der FDP bei den Bundestagswahlen schwerstens zu…“

„… halte Lindner die generelle Maskenpflicht in Ladengeschäften zwar für notwendig und sehr sinnvoll, wolle sie aber für Einzelaktionen gezielt aussetzen können, um ein besonders intensives Shoppingerlebnis in den…“

„… sich erneut gegen die Ausweitung der Öffnungszeiten positioniert habe. Die EKD stimme der Deutschen Bischofskonferenz dahin gehend zu, dass der arbeitsfreie Sonntag als Errungenschaft der bürgerlichen Gesellschaft eine…“

„… als linkssozialistische Volksverräter, die die endgültige Zerstörung Deutschlands betreiben würden, um sämtliche bürgerlichen Freiheiten gegen ein Terrorregime einzutauschen. Wenn es der Kirche nicht passe, so der Vorsitzende der Liberalen, dass sich die Mehrheit der Deutschen für ein Leben mit Bananen und echtem Kaffee entschieden hätten, dann könne sie sich gerne nach Nordkorea oder in die…“

„… nicht ausreichend für Klarheit gesorgt habe. Scholz sehe keine Veranlassung, Nettoeinkommen von mehr als einer Million Euro von allen Steuern und Abgaben zu befreien, um den Erwerb von Sportbooten, Sportwagen, halb automatischen Schnellfeuerwaffen und…“

„… auch Banken und Sparkassen über weniger Umsätze klagen würden. Die erwartbare Rezession könne logischerweise auch in den verringerten Löhnen und Gehältern der…“

„… vermutlich an den linksradikal gesteuerten Mainstreammedien im kommunistisch versifften Merkelstaat liege, wenn das GEZ-Fernsehen den liberalen Parteiboss nur verkürzt zitiere. Dieser habe die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt eben nicht als große nationale Herausforderung, sondern als die logische Folge einer migrantenfreundlichen Gefühlsduselei, in der fremdrassige Invasoren den rassisch zugehörigen Leistungsträgern den…“

„… lehne die FDP aber Konsumgutscheine kategorisch ab. Überbordende Transferleistungen seien nur ein Anreiz für Arbeitnehmer, ihre Jobs zu kündigen und sich aus dem Arbeitslosengeld große Vermögen anzusparen, anstatt die Wirtschaft durch regelmäßigen Konsum in einem…“

„… sich der rechte Flügel der CDU für eine Dienstpflicht stark mache. Merz wolle noch nicht von Zwangsarbeit sprechen, sehe aber eine auf mehrere Jahre angelegte Streichung aller ALG-II-Bezüge, wenn sich arbeitsscheue Volksteile nicht zur unentgeltlichen Unterstützung der…“

„… die arbeitsrechtlichen Bestimmungen in Hinsicht auf Höchstbeschäftigungsdauer sowie gesetzlich vorgeschriebene Ruhezeiten nicht flexibel genug erscheinen würden. Lindner sehe daher kein Problem darin, fristlose Kündigungen auch ohne Grund durch eine sofortige…“

„… nicht im Interwebnetz stattfinden dürfe. Die FDP habe Fachexperten befragt, die ihnen bestätigt hätten, dass sogenannte IP-Adressen sich nicht in einem Raum, der innerhalb der…“

„… den Abbau von Arbeitsplätzen im Handel möglichst bürokratiearm zu gestalten. Lindner wisse zwar nicht, worum es sich bei diesem Beschluss der Partei handele, er habe allerdings auch keine klare Meinung, da er keine Kompetenz auf den…“

„… für einmaliges oder mehrmaliges Klatschen von mehreren Personen. Dies verpflichte, so der FDP-Chef, zur Unterstützung von Branchen, die in der Corona-Krise noch sehr viel mehr von den…“





Gernulf Olzheimer kommentiert (DXX): Fleischverzehr

26 06 2020
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Als der Hominide selbst noch in artgerechter Bodenhaltung durch die Urwälder krauchte, sich von mobilen Eiweißquellen mühsam zu ernähren versuchte oder alles lutschte, was zwischen Baum und Borke zu finden war, da hatte er noch eine lange Reise vor sich, einerseits, was den Intellekt betraf, andererseits in Bezug auf seine körperlichen Fähigkeiten. Die Nahrung war so rar wie degoutant – der Begriff Schmetterlingssteak hatte eine vollkommen andere Bedeutung. Zudem nahm der Urmensch seine Mahlzeiten to go zu sich, es sei denn, er konnte das schmackhafte Fluchttier von der Notwendigkeit des Verweilens überzeugen, in manchen Fällen auch davon abhalten, seinen Jäger als Zwischenmahlzeit zu betrachten. Dazu brauchte es Geschick und Geschwindigkeit, für die dagegen Proteine förderlich waren; diese wiederum ergaben Schläue und Schmackes. Mehr oder weniger tote Tiere zu essen schien den Chefprimaten nachhaltig zu stärken. Es hätte so weitergehen können.

Doch irgendwann war’s der Jäger und Sammler wohl leid, von der Hand in den vorgewölbten Mund zu leben. Und wie er dem Keimen und Blühen der Gräser so zusah, die ersten Paarhufer zähmte und deren Milch als Sättigungsbeilage entdeckte, wuchs in ihm der Gedanke, statt Blätterdach und Höhle so etwas wie eine Behausung zu benutzen, wie ihm das ständige Umherziehen in fremder Umgebung zu ersparen wusste; nur manchmal noch blubbert der archaische Reflex wieder auf, wenn der moderne Honk auf der Bundesautobahn im Stau steckt und in einer gewaltigen Übersprungshandlung seinen Zorn gegen den Himmel brüllt. Auch wenn es noch keine Städte gab, der Sapiens konnte den Klimawandel vernünftig kompensieren. Er erfand das Brot, und er erfand das Bier. Alles war gut. Vorerst.

Es hätte auch dauerhaft so bleiben können, wäre nicht tierisches Eiweiß, das für Jahrtausende ein Luxusprodukt überwiegend für den aristokratischen Geltungskonsum bleiben sollte, irgendwann in die Mühle des Kapitalismus geraten. Dem Bauern hatte man noch jeden Sonntag sein Huhn im Topf als Anzeichen wachsenden Wohlstandes versprochen, wohl wissend, dass man ihn damit regelmäßig zur Vernichtung seiner eigenen Produktionsmittel trieb. Mit dem Ausbrechen der Industrialisierung, die vor Tier und Mensch nicht halt machte, wurde beide das, was sie bis heute sind: Ware.

Die betriebswirtschaftliche Optimierung ist nicht einfach, wenn das Benutzgetier alsbald ganz nach Kundenwunsch seziert wird. Das Versprechen vom Aufstieg durch herrschaftlichen Fleischverzehr ist dem kapitalistischen Kleinknecht heiß zu Kopfe gestiegen; er dünkt sich distinguiert, wenn er vom Opfer nur noch Filet frisst, vom Hühnchen nur noch die geschmacksfrei gezüchtete Brust auspopelt und den Rest in die Verwertung rülpst. Der Diener am DAX kennt kein Schwein mehr, er kennt nur noch Gehacktes, und selbst das nur noch in aseptischer Verpackung, die just an der Blutrinne gestopft wird.

Wie den eigenen Tod verklappt die schöne neue Gesellschaft der Zweckmäßigkeit das Zermetzeln eigens dafür erzeugter Tiere in die Effizienzzonen der Wirtschaft: ein Stück Vieh auf seinen Nutzwert als Wurst und Braten dimmt die Emotion und führt sie auf die Notwendigkeit zurück, die uns allen längst in Fleisch und Blut übergegangen ist. Weder Angst und Dreck noch der Verbrauch an Sklaven, die Schnitzeltiere über die Klinge springen lassen, rechnet der Gewohnheitsgriller ein. Als wüchse das Kotelett am Baum, so pfeift sich der Hohlrabi den Zellhaufen rein, der ihm dröges Gemüsekauen erspart. Die Evolution, sie frisst ihre Kinder.

Dass es auch mit weniger geht, fleischarm, gar fleischlos bis frugivor, bringt blind an der Keule nagende Fortschrittsglaubende in rohe Wut. Der Veganer nämlich, heult’s am Schwenkrost, muss ja diese und jene Stoffe zuführen! Der ist nicht, was er isst! Als sei der Hormoncocktail, der die Rippchen geschmeidig macht, pure Natur, vom lieben Gott persönlich der Sau injiziert, die sich nichts anderes gewünscht hat als die kurze Inkarnation im Liegen, damit der Speck ihr behende am Arsche schwillt. Ach, wie glücklich, wer sich Krebs und Gicht in die sterbliche Hülle schwiemelt, weil er ja vor seinem äußerst durchschnittlichen Ableben noch jede Menge Sondermüll in den Wohlstandsbauch ballert.

Wohlan, machet die Leberwurst teurer, dass die viel beschworene gesellschaftliche Mitte greint und die ärmeren Schichten freiwillig Kraut und Rüben in den Topf tun! Dumm nur, dass es nichts nützen wird, denn der Widerwart an Zuständen, der jetzt die Fleischindustrie beherrscht, er wird sich nicht an höheren Preisen brechen, wie auch eine billige Nietenhose aus billigem Stoff nur ein paar Meter entfernt im selben Textilgulag gefertigt wird wie die Designerjeans, die sich nur durch ein Label mit klingendem Namen von den Proletenplünnen unterscheiden lässt. Wir verdrängen tapfer den Zusammenhang zwischen Leid und Leberkäse, Gulasch und Grauen. Der Mensch entfremdet sich nicht nur vom Werk des industriell betriebenen Schlachtens, er entwertet mit dem Akt an sich auch das Erzeugnis. Er ist, was er isst: Wurst. Was da reinkommt, weiß er besser nicht.





Schwarzer Afghane

24 06 2020

„Hundert Mann pro Tag, weniger macht hier keinen Sinn. Wir müssen ja deutschlandweit liefern, an uns hängen ganze Supermarktketten, und wenn Sie mit der üblichen Arbeitsbelastung und einer durchschnittlichen Krankenquote von zehn Prozent rechnen, dann ist das schnell verbraucht. Ich hatte es Ihnen ja gesagt, der Fleischmarkt ist hart.

Zweihundert wären natürlich noch besser, und dreihundert sind richtig gut. Wenn die sich hier mal was einfangen, müssen die ganz schnell ersetzt werden. Wir arbeiten immer noch daran, dass die gesetzlichen Kontrollen mindestens eine Woche vorher angekündigt werden, aber dann haben Sie es immer wieder mit Beamten zu tun, die sich nicht an solche regeln halten wollen. Geradezu kriminell, wenn Sie mich fragen. Wenn uns jetzt nur ein paar Kleinigkeiten dazwischenkommen, Hitzeperiode mit verlängerter Grillsaison zum Beispiel, dann haben wir ein Problem. So schnell kriegen Sie die nicht ausgetauscht, nicht mal mit Werkverträgen. Zumal man dann auch noch die ganze Lieferkette mit Subunternehmern berücksichtigen muss. Das dauert ja teilweise ewig, bis man die Leute dann auch hier in der Fabrik hat. Denken Sie nicht, dass das einfach verdientes Geld wäre. Da steckt viel Arbeit dahinter. Schwere Arbeit.

Sehen Sie mal, es ist ja auch eine Frage der Bürokratie. Wenn wir hier Betriebsräte zulassen würden, dann könnten wir den ganzen Scheiß auch gleich in die Tonne treten. So müssen wir trotzdem für jeden, der die Arbeitnehmerfreizügigkeit in der EU ausnutzt, den ganzen Papierkram erledigen. Für die Rumänen und Bulgaren gibt es das ja erst seit 2014, und die haben sich da schnell eingefuchst: in Deutschland malochen, weil wir den Arbeitsmarkt nicht richtig abgeschottet kriegen. Wir werden doch von denen ausgenommen wie die Weihnachtsgänse, die wollen ja teilweise das Geld noch mit über die Grenze nehmen. Ich meine, da hört es doch auf. Wer in Deutschland sein Geld verdient, der soll es doch bitte auch hier ausgeben. Das ist nur fair. Und da kommt unsere Immobilienverwaltung ins Spiel.

Ich habe keine Ahnung, ob der Bulgare zu Hause überhaupt so etwas wie Kühlschrank und Dusche kennt, aber hier kriegen die das einfach so in die Wohnung eingebaut. Einen Kühlschrank pro Wohnung, eine Dusche. Gucken Sie sich um in Deutschland, mehr haben die meisten Mieter auch nicht zur Verfügung. Gut, die wohnen auch nicht mit zehn Mann auf fünfzig Quadratmeter, aber der Bulgare ist da pflegeleicht. Er kriegt ja auch nichts anderes. Sonst muss er eine Eigentumswohnung in bester Lauflage mieten, er darf sich ja überall in der Europäischen Union niederlassen. Meinethalben kann er auch jeden Morgen mit der Straßenbahn aus Sofia herfahren. Wenn er pünktlich zu Schicht da ist, haben wir kein Problem damit.

Nur dieser elende Stress mit dem Arbeitnehmerdatenschutz, das geht einem echt auf den Zwirn. Dies dürfen wir nicht, das dürfen wir nicht, Sie dürfen heute ja noch nicht einmal in der Personalabteilung fragen, wann Kollege Sowieso Geburtstag hat, um ihm eine Schachtel Pralinen zu schenken. Nur wegen Arbeitnehmerdatenschutz. Aber vergessen Sie einmal, die ganzen Daten sofort parat zu haben, wenn die staatliche Kontrolle kommt. Da können Sie direkt Insolvenz anmelden. Und da haben wir uns gesagt: das geht einfacher. Nicht Leute austauschen, Prozesse optimieren. Leiharbeit, Werkverträge, das fliegt uns eines Tages wahrscheinlich um die Ohren, schon rein kostenmäßig ist da bald das Ende der Fahnenstange erreicht. Glauben Sie es mir, das geht besser.

Den entscheidenden Anstoß hat nämlich die Politik selbst gegeben. Wie ich einmal vor dem Fernseher saß, da hat so ein sympathischer Typ erzählt, wie er sich die internationale Situation so vorstellt. Die Schleuserbanden, die die Leute übers Mittelmeer herholen, die Asylindustrie, die sich an denen eine goldene Nase verdient, Anwälte, die gut davon leben, Abschiebungen zu verhindern – das ganze Programm. Dann zappe ich weiter, da sehe ich einen Kühltransporter an der Autobahn, 71 Leichen an Bord – da hat’s bei mir gefunkt, und das habe ich dann dem Vorstand so vorgetragen. Ich meine, Kühllaster haben wir selbst, und der Rest ist jetzt auch nicht so kompliziert.

Wir sind direkt ins Geschäft mit eingestiegen – natürlich erst mal nur mit Subunternehmern. Wegen der Haftung. Aber es rechnet sich, da können Sie sagen, was Sie wollen. Wir haben Preisstabilität, und das sage ich Ihnen als Fleischproduzent: wenn der Preis stimmt, dann scheiß ich auf Qualität. Wir nehmen direkt ab Erzeugerland, Papiere sind egal, mir ist egal, was Sie da liefern. Meinetwegen steht hier ein schwarzer Afghane am Band. Die Renditen sind inzwischen so hoch, jetzt können wir uns von der Politik auch die erwünschten Kontrollen kaufen und sie dann ausfallen lassen. Die Leute sind auch nicht schlechter als die anderen, Krankenquoten werden schon lange nicht mehr geführt – wer nicht arbeitet, ist eben draußen. Und wenn mal etwas dazwischenkommt, ein Arbeitsunfall oder eine Kleinigkeit mit dem Infektionsschutz, Illegale ohne Aufenthaltstitel werden nicht vermisst. Unsere Maschinen arbeiten rund um die Uhr. Vollkommen unauffällig. Und das sage ich Ihnen, die beschweren sich nicht. Da können Sie selbst nachschauen in der Fabrik. Falls Sie jemanden finden, der Deutsch versteht.“





Don’t ask, don’t tell

23 06 2020

„… sich auch in Deutschland anwenden lasse. Das Land Nordrhein-Westfalen werde nach den jüngsten Infektionsausbrüchen eine vollständige Lockerung der Maßnahmen durchsetzen, um die Stimmung in der Wirtschaft wieder zu…“

„… ohnehin nur unzureichend seien. Es gebe schon jetzt nicht ausreichend Tests für normale Teile der Bevölkerung oder Ärzte und Pfleger, solange man systemrelevante Fußballer, den Ministerpräsidenten, seine Familie und das…“

„… die Fallzahlen des Robert-Koch-Instituts nur noch für den internen Dienstgebrauch freigeben wolle. Die Neuinfektionen würden eine wichtige Rolle bei der Dynamik gesamtwirtschaftlicher Entscheidungen spielen und könnten auch für den DAX eine sehr negative…“

„… sofort Hilfen für die betroffenen Betriebe bereitstellen werde. Die Landesregierung sehe es als ihre Aufgabe an, unverschuldet in Not geratene Konzerne vor Gewinneinbrüchen zu schützen, die durch unachtsames Einschleppen des Virus durch fremdländische Arbeiter in den…“

„… wolle Laschet erreichen, dass die positive Stimmung in der Wirtschaft auch auf die Wähler übergehe, die dann den besten Kanzlerkandidaten der Christdemokraten mit uneingeschränkter…“

„… gebe die Landesregierung die Fallzahlen auch intern nicht mehr an die zuständigen Stellen weiter, um personalintensive Diskussionen im Keim unterbinden zu können. Es stehe den Leitern der kommunalen Behörden allerdings frei, sich mit Medien aus den anderen Bundesländern zu…“

„… habe sich deutlich gezeigt, dass die vom Bundesgesundheitsministerium installierte schnelle Meldekette von Infektionsfällen nicht funktioniere, wenn sie die Datenübermittlung länger als zwei Wochen verzögere. Der Ministerpräsident habe im Kabinett vorgeschlagen, Nordrhein-Westfalen so weit als möglich von den nationalen Strukturen abzukoppeln, um nicht mehr in der Statistik der…“

„… seien sämtliche Zwangsmaßnahmen gegen infizierte Personen und ihre Familien im Rahmen der Gefahrenabwehr zu rechtfertigen. Dass die Nachrichtensperre über die abgeriegelten Gebiete auch mit polizeilicher Unterstützung durchgesetzt werde, habe der Innenminister mit Sorge um eine in der Bevölkerung aufkommende…“

„… sehe Laschet es als sein gutes Recht an, Fernsehtalkshows über Pandemie-Themen nicht in seinem Regierungsgebiet ausstrahlen zu lassen. Dies sei keine staatliche Zensur, sondern eine der Volkserziehung geschuldete…“

„… und den Weg in eine verantwortungsvolle Normalität beschreiten werde. Da es im Land so gut wie keine Latex-Handschuhe mehr gebe, müsse man jetzt auch keine mehr anschaffen. Ärzte und Pfleger sollten jetzt einfach ohne Schutzkleidung weiterarbeiten und in Bezug auf die Risiken ihres Berufes anerkennen, dass Menschen nun einmal sterblich seien und für die Wirtschaft allenfalls als eine nicht so…“

„… habe Reul die Massenkundgebung von Verschwörungsideologen in Düsseldorf persönlich genehmigt. Wer COVID-19 als Instrument einer von Bill Gates und den Reptiloiden geplanten Auslöschung der arischen Herrenrasse bezeichne, so der Innenminister, dem könne man keine vorsätzliche Angstpropaganda vorwerfen, indem er die Infektion als schlimmer darstelle, als diese tatsächlich im…“

„… dass Lehrkräfte sich nicht mehr testen lassen müssten, wenn der Verdacht einer Infektion bestehe. Eine präventive Quarantäne in den Kellern der Schulgebäude würde ausreichen, um Lehrer auch weiterhin sicher im Schulbetrieb zu…“

„… dürfe der Staatsschutz auch weiterhin Personen aus der Öffentlichkeit entfernen, die den Medien gegenüber zu viele Informationen aus von der Infektion betroffenen Betrieben im…“

„… wolle Laschet die öffentlich-rechtlichen Sender vollständig abschalten lassen. Propaganda sei in Nordrhein-Westfalen bis auf Weiteres nur noch erlaubt, wenn sich die Regierung selbst im…“

„… am Plan einer weiteren Konzentration der Krankenhausversorgung festhalten werde. Da die Pandemie von der Landesregierung nun offiziell als nicht existent bezeichnet worden sei, dürfe es keine weitere Verzögerung geben, die von Bertelsmann und den Klinikkonzernen angemahnten Sparzwänge auch unverzüglich in allen…“

„… nicht ausschließen könne, dass die Person vorsätzlich gehustet habe. Es lasse sich nicht mehr feststellen, aus wie vielen Waffen sich Schüsse gelöst hätten. Die Polizeibeamten seien von Reul persönlich beglückwünscht worden, da sie sich nicht hätten einschüchtern lassen von einem mutmaßlich linksextremistischen Terroristen, der nur die Verächtlichmachung des Rechtsstaates für seine hetzerische…“

„… habe man Gütersloh durch Panzergrenadiere beschießen lassen müssen. Wer sich Anweisungen der Landesregierung widersetze, die Quarantäne-Areale ohne polizeiliche Erlaubnis zu verlassen, der müsse nun mit den härtesten…“

„… starke Umsatzrückgänge im Küchenbau verzeichne, da die Geräte nicht aus den gesperrten Kommunen in andere abgeriegelte Gemeinden geliefert werden könnten. Dies werde jedoch im Weihnachtsgeschäft alles wieder in…“

„… auf die Intensivstation verlegt worden sei, da die Spontanatmung dauerhaft ausgesetzt habe. Für den Ministerpräsidenten habe man eine nicht krankenversicherte Fremdarbeiterin mit leidensverkürzenden Maßnahmen in den…“





Endgültige Kontaktierung

11 06 2020

„… noch in diesem Monat komme. Die Corona-App sei dann in den gängigen Stores erhältlich und könne freiwillig auf die Mobiltelefone der…“

„… habe eine erste Straßenumfrage ergeben, dass die meisten Bürgerinnen und Bürger die App erst dann nützen würden, wenn sie von Professor Christian Drosten vorgestellt werde. Man verbinde mit dem Gesundheitsminister weder medizinische Kompetenz noch Bewusstsein für technische…“

„… müsse man allerdings im Falle eines positiven Testergebnisses immer noch selbst beim zuständigen Gesundheitsamt anrufen. Dieses Telefonat durch einen automatisierten Kontakt mit der zuvor ausgewählten Behörde schon in die Programmierung aufzunehmen sei dem Team erst am Tag nach der offiziellen…“

„… zu kompliziert sei, Termine für den Testbetrieb vor Ort über die App zu vergeben. Es könne außerdem nicht sichergestellt werden, dass es in Deutschland genügend Testsätze gebe, so dass möglicherweise die falsche Bereitstellung von Tests durch die App eine zusätzliche…“

„… zu spät eingeführt werde. Zahlreiche Bundesbürger hätten angesichts der aktuellen Lage gesagt, die App erst nach einer Infektion auf ihr Smartphone herunterladen zu wollen, um die…“

„… zur Sicherheit telefonisch benachrichtigt würden. Dies sei insbesondere deshalb sehr zeitaufwendig, da den Gesundheitsämtern mehrere tausend Mitarbeiter für die Aufklärungsgespräche fehlten, und es sei nicht immer möglich, bei den anonymisierten Kontakten auch die korrekte Person ans Telefon zu…“

„… habe das Ministerium die später Einführung der App verteidigt. Viele bisher an COVID-19 verstorbene Deutsche seien Bewohner von Alters- und Pflegeheimen gewesen, die im Regelfall nicht über ein Smartphone und die dazugehörigen…“

„… nicht geklärt werden könne, ob ein positiver Test die Voraussetzung für die Entgegennahme der Meldung sei, die jedoch bereits vorher an das zuständige Gesundheitsamt weitergeleitet werden müsse, um die Identifikation des jeweiligen…“

„… sei Spahns Vorschlag, die Meldung einer Infektion mit einem Gewinnspiel zu verbinden, nicht wirklich zielführend und werde vom Robert-Koch-Institut deshalb auch nicht…“

„… hätten sich bereits mehrere AfD-nahe Gruppierungen zu Demonstrationen verabredet, in denen sie der Bundesregierung gewollte WLAN-Schäden durch die App-Dauerbenutzung vorwerfen würden. In den WhatsApp-Gruppen, die bereits von anderen Corona-Widerständlern genutzt worden seien, habe man schwere Vorwürfe gegen die…“

„… im Auftrag des Bundesministeriums von seinem eigenen Smartphone angerufen habe. Spahn habe trotz mehrstündiger Versuche an drei Tagen keinen telefonischen Kontakt mit dem…“

„… dass die App keine Möglichkeit biete, sich mit seinem Facebook-Profil anzumelden. Seehofer sehe dies gerade im Hinblick auf zukünftige Fälle der nationalen Sicherheit als erheblichen Vorteil für eine standortnahe…“

„… dass die vom Benutzer eingegebene ID von den Gesundheitsämtern zur Verfügung gestellt werden müsse, bei einer dezentralen Speicherung aber von den Gesundheitsämtern nicht als ID eines bestimmten Benutzers identifiziert werden dürfe. Spahn könne derzeit nicht genau sagen, woher die ID-Nummern der App wirklich stammen würden und rate einfach, sie weiterhin zu benutzen, bis sich ein besseres…“

„… hätte das Programm auch bei einer früheren Einführung nicht die schwer erkrankten oder an COVID-19 verstorbenen Pflegerinnen und Pfleger retten können, da diese sich ja an den Patienten in den Einrichtungen infiziert und somit…“

„… auch nicht, dass eine bereits vergebene ID tatsächlich existiert und eindeutig einem Benutzer zuzuordnen sei. Man wolle beides erst nach Abschluss der Pandemie von den zuständigen…“

„… falsch-positive Ergebnisse sofort aus den Infektionsketten entfernt werden müssten, um nicht einen Großteil der Arbeit sofort wieder sinnlos verpuffen zu lassen. Die endgültige Kontaktierung der potenziell infizierten Personen solle also erst nach einem zweiten Antikörpertest, der nach der ersten Meldung, aber dann nicht im zuständigen Gesundheitsamt, sondern in der…“

„… halte Seehofer die langfristige Einführung einer anlasslosen Vorratsdatenspeicherung für wesentlich einfacher als eine App, deren Bedienung selbst den Entwicklern erhebliches…“

„… wie man mit tatsächlich Infizierten umgehen wolle, die keinen Kontakt zu anderen App-Nutzern aufweisen würden. Bei einer für die Bundesrepublik prognostizierten Abdeckung von 100% der Bevölkerung müsse das Ministerium erst eine schlüssige Interpretation für solche…“

„… müsse es auch ein abgestuftes Paket an Strafen geben für alle, die möglicherweise mit Vorsatz ihr Smartphone nicht ständig am Mann führen. Spahn wolle vorerst keine Freiheitsstrafen in Erwägung ziehen, könne aber durchaus hohe Geldstrafen für das Nichtaufladen von Akkus oder den fahrlässigen Gebrauch von…“

„… habe ein chinesischer Beratungskonzern angeboten, die Aufbereitung der Daten tagesaktuell an die relevanten Forschungsinstitute zu liefern. Von der Leyen habe sich sehr interessiert gezeigt, werde sich aber nicht vor August mit der Sache…“





Wumms

9 06 2020

„… als mutige Entscheidung für die Bürgerinnen und Bürger sehe, die finanziellen Sorgen durch die Folgen der Pandemie einzudämmen. Bund und Länder würden nun gemeinsam eine nachhaltige und unbürokratische…“

„… es leider keine gesetzliche Handhabe gebe, die Differenzen aus der Senkung der Umsatzsteuer an den Verbraucher weiterzugeben. Die Folgen für den Einzelhandel müsse man im wirtschaftlichen Gesamtkontext betrachten, so dass hier eine auf den Bürger fokussierte Strategie praktisch gar nicht…“

„… insgesamt 120 Milliarden Bundeshilfen bereitstellen werde. Dies werde sich auch auf betroffene Betriebe in Gastronomie und Hotellerie auswirken, die nun besonders dafür verantwortlich gemacht werden müssten, dass sich die Infektion nicht ein zweites Mal in den…“

„… die deutsche Wirtschaft schnell wieder auf einen nachhaltigen Wachstumspfad führen wolle, der Arbeitsplätze und Wohlstand sichere. Scholz sehe keine Notwendigkeit, Wachstumsprognosen an sich zu kritisieren, werde dies aber durch eine Neugewichtung der Wirtschaftszweige in den kommenden Monate präzisieren. So werde es mehr Innovationshilfen für Automobilkonzerne und…“

„… sich der Stückpreis einer Salatgurke von 0,49 Euro durch den verringerten Steuersatz um fast einen Eurocent senke. Klöckner habe vorgerechnet, dass eine zwölfköpfige Familie zwei Wochen lang pro Tag und Person nur je zwei Salatgurken kaufen müsse, um eine 400-Gramm-Packung mit grober Bratwurst zu…“

„… auch einen höheren Arbeitsaufwand im Einzelhandel und in der Gastronomie erzeuge, um die Endpreise neu zu kalkulieren. Dies werde unter anderem durch die steigenden Personalkosten und die steuerrechtlichen…“

„… habe die damalige Große Koalition bereits deutlich erklärt, dass es mit ihr keine Anhebung der Umsatzsteuer in Deutschland geben werde. Scholz wolle dies, auch wenn es sich nun um eine zeitlich befristete Maßnahme handeln müsse, ausdrücklich als Nachweis der Zuverlässigkeit der…“

„… zur Stärkung der Wirtschaftsbetriebe einen nationalen Zwangsumtausch ins Gespräch gebracht habe. Im Bundeswirtschaftsministerium gebe es nach wie vor Überlegungen, Löhne und Gehälter oberhalb eines Pauschalbetrages für die Mieten in Form von Konsumgutscheinen auszuzahlen, deren Gültigkeit nur bis zum jeweils nächsten…“

„… als integrativ für den Arbeitsmarkt sehe. Heil sehe große Chancen, entlassene Mitarbeiter in der Produktion halbjährig befristet wieder in den Bereichen Controlling und Buchhaltung zu…“

„… sehe Klöckner einen guten Weg in der Idee, Fleischwaren jeweils nur noch in 10-Kilogramm-Pakten zu verkaufen. So sehe der Verbraucher viel schneller, wie sich die Ersparnis niederschlage, und sei insgesamt konsumfreudiger in den…“

„… lehne die Bundesregierung allerdings die Überlegungen zur Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens ab. Dies sei zwar auch bis zu einem gewissen Maß konsumfördernd, es lasse aber zu wenig Lenkungsmöglichkeiten für einen…“

„… dass mit mehr Fleischkonsum auch die Kleidergrößen zeitnah angepasst werden müssten. Deutschlands Handelsbeziehungen in die Staaten mit billiger Textilproduktion seien für Altmaier ein wesentliches…“

„… eine regionale Ausweitung für den Freistaat Bayern befürworte. Söder wolle damit allerdings nur Deutsche, eventuell auch EU-Bürger, für den Kauf von Autos im…“

„… generell größere Verpackungen anbieten werde. Der Zentner-Mehlsack biete zwar für den Kunden keine Ersparnis, sei aber für Hamsterkäufe bei einer prognostizierten zweiten Welle sehr…“

„… lehne Scholz eine Erhöhung der ALG-II-Leistungen, auch temporär, grundsätzlich ab. Diese Bevölkerungsschicht sei schon aufgrund ihrer sozioökonomischen Einordnung gar nicht am Erhalt der deutschen Wirtschaft interessiert und dürfe nun nicht auch noch durch positive Signale in ihrem…“

„… setze nach internen Berichten die Regierung große Hoffnung in online abrufbare Leistungen für die Bürgerinnen und Bürger, die alleine durch die schlechte IT-Infrastruktur des Bundes nicht oder nur nach sehr langer…“

„… sich der Stückpreis einer Salatgurke von 0,49 Euro durch den verringerten Steuersatz um fast einen Eurocent senke. Scholz habe vorgerechnet, dass ein Erwerbsloser während der gesamten Zeit der Steuerermäßigung sich pro Tag eine Salatgurke kaufen müssen, um eine 400-Gramm-Packung mit grober Bratwurst zu finanzieren. Dies rechtfertige keine unnötigen Ausgaben in ein Prekatiat, das bei der kommenden Bundestagswahl nicht zu…“

„… auch in einem regional notwendigen Shutdown verkaufsoffene Sonntage erlauben werden, um die Konsumlaune der noch nicht erkrankten Bevölkerung auf einem mittleren Niveau zu stabilisieren. Die Bundesregierung werde sich dabei von führenden Virologen beraten lassen, um eine flächendeckende…“

„… die von Teilen der Regierung geforderte Preisstabilität vom Einzelhandel mit sehr großem Interesse aufgegriffen worden sei. Der Sprecher des Bundesverbandes sehe in Sommerschlussverkauf und Weihnachtsgeschäft keine Gründe, die Preise unnötig zu ermäßigen, so dass sich die Gewinne in diesem Jahr sogar oberhalb des…“