Echte Knaller

12 10 2020

„Sie haben das noch nicht so ganz verstanden.“ „Der Wirtschaftsminister hat aber auch gesagt, dass das für den Standort Deutschland eine sehr…“ „Ja, der Wirtschaftsminister.“ „Der redet viel, wenn der Tag lang ist.“ „Und mal ehrlich, dieses 5G braucht heute schon kein Mensch.“ „Von den Kosten mal ganz abgesehen.“

„Und warum steht dann autonomes Fahren als Technologieziel im Entwurf für den neuen Koalitionsvertrag?“ „Deutschland muss halt auch in die Zukunftsfähigkeit investieren.“ „Wir werden von den anderen Industrienationen abgehängt, wenn wir nicht mithalten wollen.“ „Stellen Sie sich mal vor, wir bauen hier Elektroautos, aber wir haben keine technische Infrastruktur, um die bei uns auch fahren zu lassen.“ „Wie peinlich wäre das.“ „Aber echt!“ „Deshalb brauchen wir ja auch schnelles Internet.“ „Aber doch nicht an jeder Milchkanne!“ „Jetzt übertreiben Sie mal nicht, so viele Fabriken wird der Musk da auch nicht in die Gegend bauen.“ „Und für die eine reicht erst mal ein vernünftiges WLAN.“ „Muss ja kein deutsches sein.“ „Wäre auf Dauer vielleicht auch zu fehleranfällig.“ „Von den Kosten mal ganz abgesehen.“ „Und wie sollen die Autos hier autonom fahren, wenn wir weiterhin diese beschissene Netzabdeckung haben?“ „Also ich kann mich nicht beklagen, mein Netz ist ganz okay.“ „Sie sind maximal in der Berliner Innenstadt unterwegs.“ „Wo erwarten Sie denn sonst autonom fahrende Autos?“

„Es gibt eben auch andere Industriezweige, und die müssen auch produzieren können.“ „Das ist ja auch gut und schön, aber das ist alles so 1999.“ „Wir sind im 21. Jahrhundert, schon gemerkt?“ „Da brauchen wir Innovationen.“ „Technologische Trends und neue Ideen.“ „Auch für die Börse.“ „Und warum verbessern wir dann nicht unsere IT-Struktur und digitalisieren die Prozesse, die diese Ideen vorantreiben?“ „Mann, begreifen Sie es doch endlich: es geht um Wählerstimmen!“ „Da kann man nicht damit protzen, dass die Leute sich ihr Arbeitslosengeld jetzt per Mail bestellen können.“ „Das geht doch jetzt auch schon?“ „Meinen Sie, das interessiert einen Leistungsträger?“ „Da brauchen wir Visionen!“ „Konzepte!“ „Echte Knaller!“ „Wie wäre es denn dann mit kostenlosen Tablets für alle Schüler, Studenten und…“ „Das ist kein Konzept.“ „Und eine Vision schon gar nicht.“ „Ein enormer Schub für die Bildung, damit wir endlich die Ziele verwirklichen können, die die Politik schon seit Jahren als Lösung für den…“ „Damit wir dann lauter Informatiker haben, und keine Sau wird mehr Klempner?“ „Sie haben ja lustige Vorstellungen von Bildung, Sie Traumtänzer!“ „Von den Kosten mal ganz abgesehen.“ „Wenn man für etwas Steuern erhöhen muss, kann man es gleich vergessen.“ „Aha, dann lassen Sie uns über Pflege reden.“

„Gucken Sie sich mal das Raumfahrtprogramm vom Söder an.“ „Das ist doch jetzt nicht Ihr Ernst!“ „Seiner war’s ja auch nicht.“ „Weiß man’s?“ „Im Gegensatz zu Stoiber schon.“ „Der war aber davon ausgegangen, dass man einen Zug zum Flughafen schicken kann.“ „Heutige CSU-Minister kriegen keine Züge mehr hin.“ „Dafür aber auch keine Flughäfen.“ „Stimmt auch wieder.“ „Jedenfalls ist so ein Plan wenigstens ambitioniert.“ „Dann könnte man auch jedem Bürger ein bedingungsloses Grundeinkommen versprechen.“ „Das ließe sich sogar finanzieren.“ „Das verspricht aber nicht so viel Prestige.“ „Und das Volk würde auch nicht so jubeln.“ „Wenn man Söder zum Mond schießt?“

„Wir können da nicht irgendwas in den Vertrag reinschreiben, das sehen Sie doch hoffentlich ein.“ „Sonst könnten wir die größte Solarenergiebranche der Welt ankündigen.“ „Das würde kein normaler Mensch der Wirtschaft zumuten.“ „Außerdem ist die Solarenergie schon erfunden.“ „Die Chinesen schaffen das auch ohne unsere Unterstützung.“ „Wir könnten beispielsweise etwas gegen den Klimawandel erfinden.“ „Einen technologischen Durchbruch.“ „Das würde dann auch die Wirtschaft unterstützen.“ „Und die Börse.“ „Und es gibt mehr Arbeitsplätze.“ „Wobei wir dafür natürlich auch in die Bildung investieren müssten, oder sehe ich das so falsch?“ „Wozu das denn nun schon wieder?“ „Die Leute sollen arbeiten, wozu muss man ständig irgendwas lernen?“ „Von den Kosten mal ganz abgesehen.“ „Das wäre ein Exportschlager.“ „Weil es weltweit einsetzbar ist.“ „Sie sehen ja, der Bedarf ist längst vorhanden.“ „Die Politik muss nur noch ausländische Investoren nach Deutschland holen und ein paar große Firmen aufbauen.“ „Damit wir die nötigen Steuereinnahmen haben.“ „Und auf der anderen Seite die Leistungsträger entlasten können.“ „Und diese total tolle Erfindung gegen den Klimawandel, wie sieht die aus?“ „Das weiß doch jetzt noch niemand.“ „Haben wir etwa eine Glaskugel?“ „Oder haben Sie eine und wir wissen es bisher noch nicht?“ „Dann könnten Sie ja ein paar konstruktive Vorschläge machen, statt hier alles schlecht zu reden.“ „Nachhaltige Energie.“ „Und?“ „Gibt es doch schon.“ „Also wenn Ihnen nichts Besseres einfällt, dann sollten Sie vielleicht Ihr Verständnis von Zukunftstechnologie noch mal überdenken.“ „Und zwar gründlich.“ „Heiße Luft liefert uns die Opposition nämlich schon genug.“ „Und wir keine Lust, den Mist öffentlich als unsere wirtschaftliche Zukunft schönzureden.“ „Gut, dann lassen Sie mal sehen, was wir sonst noch an guten Vorschlägen haben.“ „Flugtaxi war schon.“ „Hm.“ „Aber hier, mehr Autobahnen!“ „Allerdings nur im ländlichen…“ „Scheiß drauf – Autobahnen!“ „Ja, Autobahnen!“ „Hallo, Berlin? Wir haben’s jetzt!“





Gernulf Olzheimer kommentiert (DXXXII): Die wissenschaftliche Sprachbarriere

18 09 2020
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Eines schönen Tages, der so finster gar nicht war, wie man sich heute das Mittelalter vorstellt, da schlug Meister Godehard seinem Lehrjungen auf die Schulter und machte ihn mit der wichtigsten Weisheit des Gewerks vertraut, das bis auf unsere Tage seine Gültigkeit besitzt: querstiebige Wunzen immer schöllig abknörzen, weil sonst die Raufen sich verhuddern. Seither haben wir die Kernkraft entdeckt, sind zum Mond geflogen, bestellen Obst und Fahrräder im Internet, sehen ein paar Deppen dabei zu, wie sie hauptberuflich mit Autos immer im Kreis herumfahren, und kippen unseren Müll ins Meer. All dies geschieht aus tiefem Unverstand, da wir die Zusammenhänge des Lebens nicht recht kapieren. Doch kein kluger Mann, kein Handwerker und keine Professorin, würde aus heiterem Übermut je auch nur eine querstiebige Wunze nach Gefühl und Wellenschlag abknörzen. Die Folgen wären immens, nicht sofort ersichtlich, mittelbar aber katastrophal. Wie viel Jammer, Pein und Ungemach ließe sich verhindern, würden wir die klaren Worte der geistigen Vorbilder für Gelehrtheit halten, statt ihnen Simpelei zu unterstellen? Sind wir nicht alle Opfer der wissenschaftlichen Sprachbarriere?

Wo immer Fachleute sich auf einem Haufen befinden, müssen sie sich über die wichtigsten Dinge auf diesem Planeten unterhalten. Erst durch eine lebhafte Diskussion, dass das Geräusch dem gehört, der das Federwild aufbricht, wird die an sich selbstverständliche Regelung vom Waidmann zum anderen nochmals bekräftigt – regelmäßig, wie der Jurist anmerkt, da es überdies billig ist. Der Heizungsbauer denkt sich seins, während Koch und Coiffeur um die Wette blondieren, der Bergmann eine Pfeife bohrt. Nichts ist für den Zusammenhalt in der Gruppe besser als gemeinsames Vokabular, das Sinn stiftet und bisweilen die Zaungäste, die mitreden wollen, es aber nicht können, ausschließt. Außerdem würde es dem Arzt maximal auf die Plomben gehen, statt ‚Hypovolämischer Schock‘ jedes Mal eine Kurzgeschichte zu erzählen, damit die Pfleger wissen, ob es sich noch lohnt, die Ärmel hochzukrempeln. Die Sprache ist eine Übereinkunft synchron tickender Individuen, die sich die Welt ein bisschen einfacher machen wollen, etwas genauer und nicht ganz so unsicher. Ein wesentlicher Prozess der Wissensdifferenzierung besteht darin, unterschiedliche Sachverhalte mit unterschiedlichen Begriffen zu benennen, auch wenn die Alltagssprache regelmäßig die juristische Regelmäßigkeit verkennt. Sie stellt ein Modell her, mit dem sich die Welt erkennen und beschreiben lässt, und sei sie noch so theoretisch.

Der Zwang gewisser Kommunikationslurche jedoch, möglichst verworrenen Schmodder zur Verdeckung von Nullinformation in die Gegend zu schreiben, ist nicht neu und hält an. Wen würde es wundern, beschlösse irgendwann eine ganze Generation, eine Wissenschaftsdisziplin mit voller Ignoranz in die Endablagerung zu befördern, weil ihr zum Mysterium aufgeblasenes weißes Rauschen jeden Versuch im Keim erstickt, sich ernsthaft damit zu beschäftigen? Ist dann der Zweck dieser Beschäftigung mit intellektuell niederschwelligen Angeboten auf einem künstlich hochgeziegelten Niveau nur das Bedienen der Heißluftposaune, um sich selbst unfassbar klug zu fühlen? Jahrhunderte haben die großen Denker um Klarheit gerungen, in den Gräben des Geistes dümpeln lediglich trübe Tümpel vor sich hin. Die Unverständlichkeit wird zum Fetisch, wo sie umgekehrt proportional zum Erkenntnisgewinn der Schwurbelei nur ein Fiepen aus dem Bedeutungsnirwana liefert.

Der Verdacht erhärtet sich zusehends, dass gewisse Disziplinen wie die Soziologie nur dazu erfunden wurden, damit man eine verschwiemelte Terminologie überhaupt verwenden könne, denn wer sonst hätte für den verbalen Bauschaum in flamboyantem Gepränge noch Verwendung als ein Pausenclown, der hysterisch sein Spiegelbild anbalzt. Größtmögliches Getöse liefern sonst nur die heideggernden Hilfshegel, die sich in ihrer Welt als Wille und Zwangsvorstellung heillos verkanten. Wozu auch immer diese Protzbrocken sich ein Rangabzeichen an die eigene Brust tackern, sie erweisen der Suche nach Wahrheit einen Bärendienst. Wie das Sozialgerümpel langfristig als Intelligenzsimulation durchgeht, interessiert nur die im luftleeren Raum, die sich nicht mit anderen Personen abgeben, weil es ihnen objektiver scheint. So wird nun also geworfene Dunkelheit des Soseins im Gewese des Dinglichen ein Ist-Status, dessen sich vorweg befindlicher Entwurf als Eigentlichkeit des Weltbezugs vorweg ist, je nach Vorlauf auch im Gegenteil oder mit Blümchen. Schlimm wird es nicht, wenn einer der Heißluftschlümpfe es nicht durchdringt, richtig schlimm wird es, wenn einer von ihnen vorgibt, den Müll zu verstehen. Mehr Schaden wird nie sein, als wenn Scheinriesen auf den Schultern von Zwergen herumstelzen. Man soll querstiebige Wunzen immer schöllig abknörzen, weil sonst die Raufen sich verhuddern. Mehr reine Hermeneutik geht nicht. Der Rest ist hoffentlich Schweigen.





Organisatorisches Problem

15 09 2020

„… nach der krisenhaften Entwicklung eine neue Definition von Mobilität erfinden müsse. Damit sei die deutsche Autoindustrie jedoch überfordert, da sie ihre Innovationen in den letzten Jahren selten im Dienste der Kunden, sondern eher als verlängertes Sprachrohr der…“

„… sich nicht interessiert gezeigt habe. Merkel sei strikt dagegen, neuerliche Finanzspritzen in die börsennotierten…“

„… unter hohem Veränderungsdruck stehe. Als Wechsel des technologischen Paradigmas unter Beibehaltung der Innovationsvorsprünge schlage Söder vor, die Industrie komplett auf den Bau von E-Scootern und…“

„… sei das Argument, die Autoindustrie habe verkehrstechnisch und betriebswirtschaftlich die wesentlichen Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte versäumt oder sogar konterkariert, nicht stichhaltig, wenn gleichzeitig sowohl die Lufthansa und zahlreiche Kreuzfahrtreedereien enorme…“

„… habe die bisher bevorzugte Lösung, einige Milliarden Euro pro Jahr an Subventionen an die Automobilindustrie auszuschütten, nur Altmaier überzeugt. Es müsse aber gesichert sein, dass Boni weiterhin in voller Höhe ausgezahlt würden, wenn der Wirtschaftsminister nach den Wahlen nicht mehr als Mitglied der…“

„… Arbeitsplätze erhalten müsse. Laschet habe dem bayerischen Ministerpräsidenten energisch widersprochen, der den Bau von Flugtaxis nur im Freistaat statt an bisherigen Standorten in…“

„… dürfe man die Forderung des jetzigen Bundesverkehrsministers, bis 2020 alle Verbrenner gesetzlich zu verbieten, nicht ernst nehmen. Scheuer habe damals unter der Knute führender linksextremistischer Terroristen wie Stoiber und…“

„… Arbeitsplätze in der Branche der Zulieferer verteidigen müsse. Die SPD mache sich für die Arbeiter stark, die bisher als das Rückgrat der deutschen Leitkultur die Fabriken am Leben erhalten habe und fordere den nationalen Umbau der Fahrzeugindustrie in eine Struktur von Kleinmanufakturen, die im Niedriglohnsektor die Wettbewerbsfähigkeit der Konzerne an der Börse und an den großen internationalen Märkten der…“

„… die Kanzlerin erneut verlauten lasse, dass sie den Einzelinteressen der Bundesländer keine Arbeitszeit widme. Sie habe Besseres zu tun, als sich mit diesen…“

„… fördere insbesondere die Verbrennertechnik den Ausstoß klimafeindlicher Gase, ohne die der Aufbau neuer Arbeitsplätze in der Umweltindustrie niemals so nachhaltig und…“

„… sehe die Bundesagentur für Arbeit ein organisatorisches Problem, da in der Autoindustrie der von der Sozialdemokratie zitierte Arbeiter so gut wie nicht mehr existiere. Davon abgesehen sei es jedoch nicht weiter schwer, die Angestellten auf ein Lohnniveau unterhalb von ALG II zu…“

„… auch die FDP überzeugt habe, dass durch einen teilstaatlichen Beteiligungsfonds die meisten Automobilhersteller zu retten seien. Lindner stelle lediglich die Bedingung, dass dieser ausschließlich durch die pauschale Kürzung aller Sozialleistungen finanziert werde, da es ungerecht sei, wenn sich die Aktionäre durch ihre eigenen Abgaben am…“

„… dass der SPD-Vorschlag durchaus nicht abwegig sei. Allerdings wolle die EU zuvor durch ein Gutachten prüfen lassen, ob Deutschland eine Rolle als Billiglohnland nach dem Brexit noch…“

„… führe eine einseitige Förderung von Elektromobilität zur einer Vollbremsung kurz vor der Wand. Scheuer halte dies für nicht vereinbar mit seiner sonstigen Arbeit als Minister, CSU-Mitglied und Autofahrer und werde auch weiterhin die…“

„… als weiteren Vorschlag die Umstellung auf Batterieforschung und Akkubau eingebracht habe. Die SPD wolle vorab noch klären, ob die deutsche Wirtschaft dies im weltweiten Maßstab überhaupt leisten könne, sehe aber ansonsten keine Probleme mit den technischen…“

„… die Autobranche markenunabhängig eine kostenfreie Nachrüstung aller Benziner anbiete, mit der die Fahrzeuge keinerlei Emissionen mehr hätten. Dies beziehe sich zunächst auf die Anzeige auf dem Armaturenbrett, funktioniere nur im Labor und müsse von der Bundesregierung mit einer Einbaupauschale von jeweils…“

„… habe die massive Subventionierung von E-Autos zum Kauf von 90% Fahrzeugen mit Benzin- oder Dieselmotor geführt. Scheuer wolle deshalb nun die Verbrenner mit einer Prämie unterstützen, da sich daraus logischerweise die Förderung von Hybrid- und Wasserstoffantrieb ergebe, die letztlich als gewünschtes…“

„… autonomes Fahren für einen Schlüssel zur Vollbeschäftigung halte. Altmaier wolle zu jedem Neufahrzeug einen Arbeitslosen ausliefern, der dem Halter als sozialversicherungspflichtig beschäftigter Lenker seinen neuen…“

„… müsse der Mentalitätswechsel auch von den Kunden eingeleitet werden, die noch immer zu viele zu schwere und zu schnelle Fahrzeuge kaufen würden. Die Ansage der Bündnisgrünen sei jedoch von Gauland vollständig abgelehnt worden, der darin die Legitimation für die Umvolkung des…“

„… ein Zusammenwachsen von Auto- und IT-Industrie fördern wolle. Wenn die Hersteller künftig die ganze technische Infrastruktur für eine mobile Vorratsdatenspeicherung entwickeln würden, werde Scholz im kommenden Jahr auch über eine Prämie für Verbrennungsmotoren und weitere…“





Gernulf Olzheimer kommentiert (DXXIX): Die Theorie der kulturellen Phasenverschiebung

28 08 2020
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Ein unverzichtbarer Inhalt der Ausbildung zum Jäger und Sammler war der professionelle Umgang mit der Keule, wie sie Ugas Vorväter schon mit einigem Geschick bedienen konnten. Dies umfasste Fertigung und Wartung des Gerät, den Einsatz und die dazu notwendigen körperlichen Fähigkeiten, die meist am Kleingetier trainiert wurden, bis sich zur Jagdprüfung der jugendliche Absolvent einzeln an die Säbelzahnziege wagen sollte. Überlebte er das Examen, und das war nicht ausgeschlossen, so gab es in den folgenden Tagen gleich noch schmackhaft zubereitetes Wildbret. Leider ging allmählich das Wissen um die Keulenjagd unter, obwohl sich noch immer alle Heranwachsenden ans Schnitzen und Ballern machten, um in der Sippe einen Platz als vollwertige Mitglieder zu erlangen. Nur war die Säbelzahnziege inzwischen rar geworden, der Löwe hatte es sich am Ende der Nahrungskette bequem gemacht und fand das Habitat der Hominiden recht wohnlich. Wobei ihn die Hominiden ein bisschen nervten, da sie alle paar Tage mit ihren albernen Keulen ankamen, Lärm machten und dann nicht einmal sättigten. Andere Bewohner des Landstrichs kamen irgendwann auf die Idee, das Jagdgerät an die Beute anzupassen und den vom Fischfang als geeignetes Instrument bekannten Speer auch zum Werfen zu benutzen. Uga aber dachte langsam und an der Problematik vorbei. Was nicht heißt, dass mit ihm die Theorie und Praxis der kulturellen Phasenverschiebung ausgestorben wäre.

Natürlich treibt der technische Fortschritt unsere Gesellschaft an. Täglich schwiemeln sich mehr oder wenige kluge Köpfe neue Erfindungen zusammen und schmeißen sie auf den Markt, um das Leben als solches schöner, bunter, sicherer oder wenigstens für andere weniger angenehm zu machen. Dabei zeigt jedoch die Geschichte, dass die Menschheit zuverlässig zu blöd ist, um damit auch umgehen zu können – in vielen Fällen ist unsere an Bedürfnisse voraufgegangenen Generationen angepasste Welt nicht geeignet, mit der Veränderung umzugehen. So fahren wir heute nicht mehr mit kleinen, wendigen Autos durch die Innenstädte, deren Planung und Bau meist Jahrhunderte her ist, der gemeine Depp walzt im Straßenpanzer durch enge Gassen und nervt mit dem ewigen Gejammer, dass er auf dem Parkplatz nicht mehr aussteigen kann, weil neben ihm dasselbe Monstermodell steht und das Öffnen der Fahrertür zwangsläufig Blechschäden macht. Ab und zu löst ein Krieg die Situation, dann bombt der ehemalige Wirtschaftspartner das historische Ensemble zu Schutt und ermöglicht den Neubau in kraftfahrzeuggerechten Dimensionen. Was so flink und praktisch erscheint, ist jedoch wegen der nicht nur angenehmen Nebenwirkungen unbeliebt und lässt sich auch politisch nur mühevoll durchsetzen.

Dabei wäre diese Lösung tatsächlich hilfreich, wenigstens in Form einer mittleren Katastrophe oder Revolution ist manches denkbar. Zog einst die Industrialisierung Arbeitskräfte zusammen und ließ sie in der Fabrik werkeln, so verharrt doch die Rolle der Frau noch heute im ausgelutschten Klischee als Gattin und Mutter, die zwar irgendwann wieder in den Beruf zurückkehren darf, aber höchstens in der Teilzeitfalle, falls sie überhaupt eine Betreuung für die Blagen bekommt und nicht alleinerziehend den Zorn der Selbstgerechten auf sich lenkt. Auch hier haben militärische Ereignisse die Einbindung der Frau in den Wirtschaftsprozess gefordert und stark beschleunigt, mit dem Ergebnis, dass das im Biedermeier eingekrustete Geschlechterstereotyp gründlich wegplatzte. Insofern wäre sicher eine von den Folgen des Klimawandels getriggerte Havarie ein gewaltiger sozialer Kipppunkt.

Dass wir noch nicht genug von der Gegenwart kapieren, um über die Zukunft urteilen zu können, zeigt der Kopfschrott, der in der aktuellen Krise zum Thema Digitalisierung aus den Luken quillt, hinter denen man Bildungsexperten vermutet, obwohl ihr intellektueller Output daran zweifeln lässt. Selbstverständlich erwarten wir von Kindern und Jugendlichen digitale Kompetenzen, um in der Arbeitswelt anzukommen, während gleichzeitig die pädagogischen Angebote auf dem Niveau von Kasperletheater herumdümpeln, sekundiert von der dünkelhaften Aggression gegen das Smartphone, das lediglich als Suchtfaktor betrachtet wird, oder E-Sport, den durchschnittliche Hobbypsychologen als sicheren Weg in den Terrorismus betrachten. So überzeugt sind wir von den Wundern, die uns die moderne Technik irgendwann bescheren wird, dass wir gar nicht daran denken, die Folgen der digitalen Revolution auf dem Arbeitsmarkt, in Medien und Industrie konsequent zu Ende zu denken. Es wird nicht mehr reichen, Megastores mit Gigaparkplatz auf die grüne Wiese zu klatschen, damit alle für ein Sträußchen Petersilie zehn Liter Diesel in die Luft pesten können. Früher oder später lässt sich ein nicht mehr zu ignorierender Teil der Konsumenten das im Netz georderte Zeug ins Haus liefern. Aber vielleicht ist das unrealistisch, weil wir schon jetzt in den Metropolregionen eine digitale Infrastruktur haben, die in manchem ostasiatischen Fischerdorf um Längen besser ist. Der Krieg findet nicht statt. Wir müssen uns etwas anderes überlegen.





Kölle Alaarm

25 08 2020

„Wenn Sie mir Ihre Telefonnummer geben, dann kann ich Ihnen da etwas Schönes zuschicken. Nein, das ist jetzt noch kein Karnevalsscherz, das machen wir rein dienstlich. Ich müsste nur eben wissen, wo wir die Landeskarnevalsverordnung hinsenden, dann haben Sie die rechtzeitig zur Saison.

Da muss man eben auch kreativ sein, was sage ich: närrisch, närrisch muss man werden, und sich nicht zum Narren halten lassen. Ist ja eben auch eine närrische Zeit, und da muss man dann Sachen, die sowieso schon total bekloppt sind, die muss man dann noch durchgeknallter machen. Was das angeht, haben wir hier eine Landesregierung, die das bis zur Perfektion versteht, das hat sie in den vergangenen Monaten ja auch immer wieder sehr schön bewiesen. Es gibt nun mal ein paar Dinge, die untrennbar zu Nordrhein-Westfalen gehören, die Autohäuser, die Küchenbauer, und dann eben auch der Karneval. Aber man muss das in diesen Tagen vorsichtig machen, damit wir die Wähler genau da abholen, wo sie jetzt stehen. Oder was man halt so sagt, wenn man noch nicht weiß, was Phase ist.

Da wir eine bürgerfreundliche Politik machen, ist es sehr wichtig, dass unsere Entscheidungen in Abstimmung mit den Bürgern getroffen werden. In diesem Fall ist das ein bisschen schwierig, weil sich zahlreiche Bürger, und zwar auch in Gestalt von Karnevalsgesellschaften, gegen einen Karneval in diesem Jahr ausgesprochen haben. Das ist für uns alle äußerst bedauerlich, aber wir müssen daraus die Konsequenzen ziehen, unser politisches Handeln ist in diesem Fall einem höheren Interesse unterworfen und darf sich nicht von kurzsichtigen Wünschen leiten lassen. Selbstverständlich braucht es hier ein gezieltes Vorgehen, und das kann nur heißen, dass der Karneval im Angesicht der durchaus nicht klar abzuschätzenden Zukunftslage natürlich stattfindet.

Selbstverständlich findet der Karneval statt. Das steht jedenfalls für unsere Landesregierung außer Frage, und ich würde sogar so weit gehen, dass der Ministerpräsident damit völlig im Einklang mit seinen bisherigen Maßnahmen handelt. Konsequent und in politischer Hinsicht auf einer absolut nicht verrückbaren Linie, so kennt man diesen für die Union unverzichtbaren Mann, der unsere Geschicke im Land lenkt. Ein Armin Laschet, der es nicht nötig hat, sich ein Virus von Virologen erklären zu lassen, der diskutiert auch nicht mit Karnevalsgesellschaften, wenn es um den Karneval geht. Glauben Sie mir, der hat Besseres zu tun.

Wir haben zum Glück eine gute Infrastruktur in NRW, die wird auch in den Ballungsräumen mit dem Karneval fertig. Also die digitale Infrastruktur meine ich, wir wollen ja Teile der Sitzungen ins Netz streamen, da kann man die sich dann zu Hause angucken oder in der Kneipe, im kleinen Rahmen kann man das sicher auch auf einer privaten Party machen, aber wir setzen da auf die Bereitschaft der Bürger, höchstens fünfzig Gäste einzuladen. Die meisten Wohnungen werden ja mehr auch gar nicht fassen können, im Karneval ist dem Rheinländer eh eine gewisse Neigung zur körperlichen Nähe eigen, und wenn wir dann die Kölschpreise ein bisschen anheben, damit wir der Gastronomie etwas davon abgeben können, ist das doch sozial verträglich im Sinne einer erfolgreichen Landespolitik.

Eventuell könnte man die Büttenredner dabei aus Krefeld zuschalten, dabei würden wir auch auf Synergieeffekte setzen. Oder die Stimmungsmusik, die kann man vorproduzieren, wahrscheinlich hat der WDR den ganzen Bums eh auf Konserve, dann können die das kostengünstig reinspielen. Bei der Gelegenheit können die sich auch mal für das Ding mit der Umweltoma entschuldigen, und gut.

Die Maskenpflicht für Fanfarenzüge muss dann auch juristisch hinterfragt werden. Es kann ja nicht sein, dass die Bläser ohne Mundschutz marschieren und die Trommler mit. Das widerspricht doch dem gesunden Menschenverstand. Wir werden da jetzt ein Gutachten in Auftrag geben, und das wird ganz klar zum Inhalt haben, dass auch die Trommeln ohne Maske laufen dürfen. Wir sind ein weltoffenes Bundesland, Diskriminierung gibt es bei uns nicht, und wir werden das auf jeden Fall durchziehen.

Derzeit arbeiten wir jedenfalls am Konzept für infektionssicheres Schunkeln. Unser erster Ansatz, dass wir die Abstände von jeweils zwei Metern im Sitzbereich einhalten, war betriebswirtschaftlich an der Grenze, aber wir können das noch umsetzen, wenn wir das Gestühl am Boden verschrauben, weil sich das ja bei der Bewegung mit verschieben wird. Die Experten sind sich noch nicht ganz einig, wir haben auch beim RKI schon mal angefragt, und dann haben wir eine Studie in Erwägung gezogen, für die wir freundlicherweise vom Kreis Heinsberg unterstützt werden. Gut, auch von Springer, aber das tut jetzt nichts zur Sache. Jedenfalls haben wir hin und her überlegt, wie wir unser traditionelles Brauchtum in Einklang bringen können mit den notwendigen Vorsichtsmaßnahmen, damit unsere Gastronomie keine Verdienstausfälle hat, und uns ist die Erleuchtung gekommen, beziehungsweise dem Ministerpräsidenten, der hat dann angeordnet, dass nur noch jeder zweite schunkelt. Sie haben das richtig verstanden. So wird man Kanzlerkandidat.

Dann hätten wir nur noch ein paar technische Einzelheiten, wir brauchen ja ausreichend Masken, aber die will der Spahn besorgen, und diesmal hat er gesagt, dass es möglicherweise klappen wird, aber das sehen wir dann. Ich meine, wozu sollen wir uns jetzt komplett verrückt machen in dieser Ausgangslage? Schauen Sie sich das doch mal an – zwei Wochen später sieht doch sowieso alles total anders aus.“





Personalkosten

11 08 2020

„Das hat Sie überrascht? also das überrascht mich jetzt aber. Dass Sie das überrascht hat. Wir haben den Mitarbeitern doch ganz deutlich gesagt, dass sie für uns unverzichtbar sind. Jeder einzelne Mensch ist für uns systemrelevant, wirklich. Nur die Löhne halt nicht, oder überrascht Sie das auch?

Dass die Löhne bei uns im Einzelhandel in den letzten zehn Jahren real gesunken sind, das liegt am gesellschaftlichen Trend. Wir können ja auch nicht einfach so die Löhne anheben, da wir sonst die Nachfrage nach unseren gesellschaftlich und auch marktmäßig relevanten Jobs schwächen würden. Sie wissen doch, wie das in der Pflege ist: da gibt es auch keine zu hohen Gehälter, teilweise sind die mit Zulagen, die dann nicht gezahlt wurden, oder mit den Boni, die man hat ausfallen lassen, dadurch sind die Personalkosten dann auf einem konstanten Niveau gehalten worden. Und die Zahlen der beschäftigten Mitarbeiter eben auch. Denn stellen Sie sich das mal vor, die hätten die Gehälter einfach mal so angehoben. Man hätte den Pflegekräften ja signalisiert, dass die gar nicht systemrelevant seien, weil die das am Ende nur fürs Geld machen. Das wäre in höchstem Maße unfair, und so wollen wir im Einzelhandel unsere Tarifpolitik gar nicht erst anfangen.

Wir haben durchaus stabile Umsätze, das ist korrekt. Einerseits die Hamsterkäufe, das war für uns eine erhebliche Stärkung, und dann haben die Kunden seit der Senkung der Mehrwertsteuer auch sehr viel mehr bei uns gekauft, was sie sonst nicht gekauft hätten. Wir müssen die Senkung nicht aus eigener Tasche bezahlen, aber für uns ist sie ein hervorragender Werbeeffekt. Dass einige Händler den Kunden darüber hinaus noch höhere Rabatte gewähren, das ist Marktverzerrung, aber das halten wir aus. Unsere Mitarbeiter können ja gerne bei denen einkaufen, wenn es ihnen bei uns im eigenen Laden zu teuer ist.

Auf der anderen Seite müssen Sie beachten, dass wir durch die Umstellung auf niedrigere Steuersätze einen erheblichen Mehraufwand an Personal hatten, der unsere Kosten nach oben treibt. Würden wir jetzt noch mehr Mitarbeiter einstellen, die dann auch genau wissen, dass es sich um einen Job mit viel Stresspotenzial handelt, dann müssten wir die Löhne auch anheben – das kann man den Mitarbeitern nicht zumuten. Wo bleibt denn da die Lohngerechtigkeit? Wenn wir jetzt Mitarbeitern, die Mehrarbeit geleistet haben, die Vergütung dafür wegnehmen würden, die ja eigentlich der Erhöhung der Löhne entspricht, dann wäre das letztlich auch schon Betrug, und dann würden wir keinen mehr finden, der uns bei Mehrarbeit unterstützt, und das wäre kein gutes Signal für andere Einzelhändler.

Außerdem müssen Sie hier das Prinzip der situationsangepassten Lohnzurückhaltung immer auf dem Schirm haben. Wenn eine Rezession droht, will man die Ausgabenseite unter Kontrolle haben, damit man nicht in die roten Zahlen kommt, wenn es dann auf dem Tiefpunkt zu hohe Lohnkosten sind im Vergleich zu den anderen Posten, die Sie für ein laufendes Geschäft berücksichtigen müssen. Wenn dann die Umsätze langsam wieder steigen, wenn sich dann der Aufschwung ankündigt, dann muss man doppelt vorsichtig sein, weil jetzt jede Gehaltserhöhung die Chancen auf dem Markt wieder zerstören kann, weil die Kapitalbasis nie angegriffen werden darf. Und wenn Sie auf dem Höhepunkt sind, voll im Boom – das weiß ja jedes Kind, da ist es unmöglich, die Löhne zu erhöhen, weil es viel zu wenige Arbeitskräfte gibt, und da der nächste Abschwung schon am Horizont drohen könnte, wäre es ja geradezu Wahnsinn, den Leuten mehr zu zahlen als unbedingt nötig.

Und betriebswirtschaftlicher Unsinn ist es auch, aber das wissen Sie ja. Wir haben schließlich eine Verantwortung für den Markt, und gerade wir im Einzelhandel sollten uns dessen immer bewusst sein. Wir kalkulieren nach dem Minimalprinzip: so wenig wie möglich ausgeben, damit wir den Vorteil auch weitergeben können. Das sichert Marktanteile, und damit ist es auch sozial verantwortlich, weil es Arbeitsplätze sichert. Kommen Sie noch mit? Ein Beispiel: wir können die Verkaufspreise für Fleisch nicht beliebig gestalten, weil wir da nicht genügend Kontrolle haben, deshalb müssen wir einen Teil der Kontrolle abgaben an die Produzenten. Wie die ihre Ware erzeugen, das entzieht sich letztlich unserer Kenntnis, deshalb können wir das ja auch nicht kontrollieren. Vermutlich haben die da ihre eigene Kalkulation, aber uns geht das gar nichts an, wir brauchen dann eben nur den Preis für das Produkt, und da setzt dann unsere eigene Betriebswirtschaft an. Wenn wir den Preis nicht optimieren können, dann gefährden wir Arbeitsplätze, und letztlich werden wir damit unserer sozialen Verantwortung nicht mehr gerecht.

Das ist ja auch alles ganz schön, wenn sich die Politik hier einmischen will und wenn sie einen allgemeinen Tarifvertrag für den Einzelhandel fordert, aber Sie müssen bedenken, wir haben einen durchaus funktionsfähigen Markt, unsere Branche ist stark, zum Teil sind unsere Börsenkurse gerade extrem stabil, wenn wir uns gerade konsolidieren müssen, und dann müssen Sie auch an die Zukunft denken, denn wir brauchen auch für andere Lagen noch ausreichend Mitarbeiter, damit wir den Markt versorgen können, ob mit Pandemie oder ohne. Da müssen Sie als starke Branche auftreten und den Bewerbern sagen können: unsere Jobs sind so systemrelevant, dafür gehen Kunden sogar auf den Balkon und klatschen. Oder was meinen Sie, wie man so einen Konzern in die Gewinnzone führt?“





Gernulf Olzheimer kommentiert (DXXVI): Kapitalistischer Eskapismus

7 08 2020
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Früher, als die Gummistiefel noch aus Holz waren, da schien jene unlösbare Verbindung von Religion und Gesellschaft noch sinnvoll zu sein; wer mühselig und beladen war, und das waren eben alle, suchte Erquickung im Glauben, wo sich die unfreundliche Realität ein Stück weit ausblenden ließ. Zwar hält sich der Unterhaltungswert von zwanzig Rosenkränzen für Durchschnittspersonen ohne ausgesprochene Leidensbejahung in engen Grenzen, doch schon die Heilige Messe mit Brot und Wein, Weihrauch und Georgel stärkte die Kraft der Menschen, in einer Welt voller Sünde und miserabler medizinischer Versorgung vor der Erfindung von Flaschenbier und Streamingdiensten den notwendigen Beitrag zur Erhaltung weltlicher Güter im Dienste der Obrigkeit zu leisten. Uns geht es vergleichsweise gut, wir haben Flaschenbier und Streamingdienste, zahlen Steuern, statt den Zehnten abzugeben, und befinden uns trotzdem in einer eher noch mieseren Lage. Die Religion hat sich in die Transzendenz verkrümelt, das System verspricht so gut wie jedem irdisches Heil, wo er nur gewillt ist, dafür anderen eins aufs Maul zu geben, und nur die Ewigkeit ist geblieben, dummerweise in Gestalt des Hamsterrades, dem Sinnbild des Kapitalismus. Was aber hält uns heute so leidensfähig?

Das Flaschenbier ist es nicht, da abgesehen von ein paar aufgekratzten Werbespots keiner das Zeug zum Objekt unserer existenziellen Träume macht. Wir haben aus unseren affektiven Bedürfnissen, aus der Suche nach Entspannung und Ablenkung, einen Hochleistungssport gemacht, der selbstverständlich den Gesetzen des Marktes genügt: immer die beste Gelegenheit suchen, das Minimalprinzip verfolgen, und alles außer uns ist Feind. Wenn wir uns schon zu Tode amüsieren müssen, dann soll es wenigstens erfolgreich sein. Was uns integriert, Identifikation und Selbstfindung gibt, ist nur Nebenwirkung der hektischen Suche nach emotionaler Erregung, die erst mit dem Übergang zur Biomasse jäh abbricht, weil wir die Endlichkeit begreifen. Aber begreifen wir denn überhaupt die Wirklichkeit davor?

Wo uns die Conditio humana mit voller Wucht einholt, breitseitlich trifft und aus der Bahn kegelt, bemerken wir, dass die apokalyptischen Reiter noch immer munter ihre Runden drehen. Technisch sind wir inzwischen imstande, den Planeten mehrfach in die Luft zu jagen, wenn nicht zuvor aus klinischer Beklopptheit heraus unsere Art die erste ist, die sich zielgerichtet selbst ausrottet, weil sie ihre religiösen Fantasievorstellungen hier auf Erden verwirklichen will – der Kapitalismus ist die Religion geworden, die sich den Nachwuchs in den Gierschlund stopft, und also kann sie nicht mehr als teils sinnvolle, teils ins Absurde entlastende Gegenwelt der materiellen Gesellschaftsordnung dienen, sondern nur noch sich selbst auf sich selbst beziehen, womit dann auch die Identifikation brüllend an die Wand fährt, wo der ganze Rest schon herunter rinnt. Selbst da, wo der große Grauschleier der Langweiligkeit das Sein in unerträglich breiigen Stumpfsinn verschwiemelt, bleiben nur noch Entfremdung und Angst, die im Rausch weggeshoppt werden, im perpetuierenden Partymarathon über die Klippe stolpern, auf der Flucht vor der Flucht rund um den Globus fliegen und immer neue Fluchtpunkte suchen, bis wir mit touristischen Mitteln den Rest der Umwelt erledigt haben.

Sehnt sich der Realitätsallergiker nach Katharsis im Sinne der Tragödie oder einfacher Regeneration, wie sie eine Woche Malle im Ethanolkoma en passant erledigt als Fußtritt in den Resetknopf? Ist Gleichgewicht von intelligenzabstinenter Duldung der Istzeit und idealtypischer Traumwelt mit oder ohne Hilfsmittel aus der Drogenküche ein guter Weg, auch wenn ihn die obersten Zehntausend für sich behalten? Harmonisieren wir uns gerade zu Tode, um den Boden unter den Füßen zu finden, damit die Würg-Life-Balance Balance uns nicht versehentlich den Magen umkrempelt? Oder ist der Schmodder doch nur verzweifelte Reaktion auf den Triebstau, den Priester der Betriebswirtschaft in uns erzeugt haben, als sie drakonische Strafen für die Steuerhinterzieher unterhalb der Armutsgrenze mit Notwehr gegen den Staat für Steuerhinterziehung oberhalb der Milliardengrenze verteidigten, weil man den Stumpfstullen stets vorturnen muss, dass sie als Opfer der intellektuellen Raumkrümmung nicht in ihrer eigenen Blödheit gefangen sind, sondern in den taktischen Grenzen des Systems?

Was auch immer sich hier anstaut, es sucht nach einem Ventil. Dies Virus hat uns nur angezählt, das nächste ebnet ein, was die Flut an Zivilisation nicht mehr beseitigen wird. Religionen mögen noch Heil versprechen, solange es keiner Marktanalyse nach Verbraucherzufriedenheit unterzogen wurde, doch der Kapitalismus kann mit Freiheitsversprechen, die nur Narkose von der Sklaverei meinen, nicht viel erreichen. Wir wären gerne Kapitalisten, uns fehlt nur das Kapital, weshalb eine Ersatzreligion mit der Option auf Mitmachgerede so kläglich versagt. Die alten Vorstellungen hatten noch eine Gemeinschaft der Heiligen, quasi das Zwei-in-eins-Produkt der virtuellen Spiritualität. Welcher Knalldepp gibt das für den sozialen Vollkollaps aus?





Gernulf Olzheimer kommentiert (DXXV): Der Krieg gegen Drogen

31 07 2020
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Die Prohibition war ein großer Erfolg. Keiner hatte mehr Zugang zu alkoholhaltigen Getränken, nur noch die, die es wirklich wollten. Während sich das Verbrechertum in den Metropolen allmählich zu professionalisieren begann und sein Business mit Gewalt durchsetzte, starben immer mehr harmlose Säufer an Billigfusel, vergälltem Sprit und Hinterhofplempe. Besser scheiterte nur der Krieg gegen Drogen.

Wüste Geschichten kursierten damals in den Gepeinigten Staaten: Afroamerikaner, Latinos und Mexikaner würden im berauschten Zustand über die weiße Frau herfallen, ein Muster, das noch heute von dementen Drecksäcken in Führungsposition für alles benutzt wird, was man sich auf Adderall aus der Hirnrinde rotzt. Weiße, so das Märchen, würden durch Hanfrauchen wahnsinnig und suizidal. Nach einem Zwischenspiel, in dem ein paar Millionen Soldaten auf Panzerschokolade die halbe Welt in Schutt und Asche legten, waren den die Schuldigen schnell gefunden. Linke Pazifisten und Schwarze, die sich kein Meth reinpfeifen wollten, um Vietnam in die Steinzeit zu ballern, mussten so schnell wie möglich diskreditiert werden. Dass von Adenauer bis Kennedy das politische Establishment weiter fleißig Speed schmiss – geschenkt.

Die Auswirkungen auf die Gesellschaft der großen Wirtschaftsnationen waren nie wirklich ein Geheimnis, mehr noch: die Gesetze des Marktes funktionieren geradezu vorbildhaft da, wo sie gar nicht funktionieren sollen. Die Nachfrage bleibt, da man den Drogenkonsum nicht einfach durch eine rationale Verbraucheransprache wegsteuern kann, denn Sucht (falls man partout pathologisieren will) ist eben kein unabhängig von anderen Stellgrößen kontrollierbares Phänomen; sogenannte legale Drogen wie Alkohol oder Nikotin fördern lediglich die kognitive Dissonanz, dass Missbrauch nur da vorliegt, wo eine Regierung sich im Kopfschrott der Ideologie verrennt. Weicht der Kunde auf potentere Produkte aus, steigt auch bei sinkendem Angebot der Preis, Herstellung und Vertrieb von allerhand Betäubungsmitteln wird ein attraktives Geschäft, und wie in der Prohibition weniger Wein und Bier, dafür aber mehr Schnaps erzeugt wurde, da mit raumsparend lager- und transportfähigem Alkohol die Marge optimiert werden kann, so füllen auch Designerdrogen aus dem Baukasten schnell und einfach die Kassen der Kartelle. Volkswirtschaft ist kein Hexenwerk. Wer hätte das ahnen können?

Die Erkenntnis, dass Korruption nicht nur auf Entwicklungsländer beschränkt ist, in denen Mohn und Coca kultiviert werden, ist ebenso neu. Keiner hätte für möglich gehalten, dass sie eine lukrativere Einnahmequelle als Sweatshops wäre oder als der Polizeidienst. Exakt so bekommt Gewaltherrschaft ein stabiles Fundament, allerdings nur da, wo die Industrienationen sie dulden. Die Gewalt in der eigenen Nachbarschaft übernehmen die Gangs, die Kriminalisierung und soziale Ächtung formten, da die Minderheiten eh zum Abschuss freigegeben worden waren. Natürlich schwiemelt sich das auch hier noch eine scheinbar wasserfeste Welterklärung zurecht, dass die ausgegrenzte Unterschicht ja mit dem Drogenkonsum schon angefangen hatte, als der rechtschaffene Herrschaftsapparat seinen Krieg noch nicht erklären wollte. Mit der Stigmatisierung und Kriminalisierung der verhassten Segmente wird der Prozess zum Perpetuum mobile und zum Ideal eines jeden Krieges, der sich selbst und damit die ernährt, die keinen Sinn in ihrem Leben sehen, als andere zu unterdrücken und zu vernichten.

Der angenehme Nebeneffekt, der ökonomisch vor allem der Oberschicht zugutekommt, ist die Gefängnisindustrie, die absurd hohe Haftstrafen für Bagatelldelikte und den sicheren Nachschub an Delinquenten als gute Grundlage für den Reibach feiern. Was die Wirtschaft doppelt schädigt, die Stilllegung hunderttausender Arbeitskräfte bei hirnverbrannten Kosten, unterfüttert dann auch die rassistischen Vorurteile einer Politik, die Schwarze wegen ihrer Haftkarriere deklassiert, während der Drogenkonsum unter Weißen weiter verbreitet ist und von ihnen gesteuert wird. Das wird die Law-and-Order-Bullen in den Entwicklungsländern nicht kratzen, sie kopieren ungeniert die Gewalt der weißen Anführer, nur noch gewaltsamer. Da die Knäste in Kuala Lumpur nicht ganz so sauber sind wie eine JVA in Japan, gleitet das Verfahren oft in Menschenrechtsverletzungen ab, in Säuberungen, Hinrichtungsorgien und Schutzgelderpressung, um das nackte Leben zu retten. Der Mensch ist schlecht und verdient nichts Gutes. Wenigstens das kann man den Militärdiktaturen sofort glauben.

Natürlich könnte man den Markt austrocknen, indem man die Verbote aufhebt, die Konsumenten sozial betreut, den Stoff einer Qualitätskontrolle unterwirft, ihn hoheitlich abgibt und besteuert. So, wie man in einer ohnehin fragilen Wirtschaft auch die Existenz der Bevölkerung durch die Zahlung eines bedingungslosen Grundeinkommens sichern könnte. Aber der schöne Krieg an allen Fronten, um die verdammten Minderheiten, die in der Summe eine Mehrheit sind, um sie alle zu knechten – denkt denn keiner an den schönen Krieg?





Blindgänger

28 07 2020

„Sonntags durchgängig, aber Sie müssten dann schon in die regionalen Verlautbarungen schauen, ob in Ihrem Bundesland, Regierungsbezirk oder Landkreis eine Sonderregelung installiert wurde. Kann ja gut sein, Sie jubeln da gerade für so ein paar Krankenschwestern im öffentlichen Dienst, und in Wirklichkeit sollten Sie für unsere deutschen Küchenbauer applaudieren, die dann gar nicht mitgemeint sind. Wie ungerecht wäre das denn?

Also wir organisieren hier nur die erste Ebene der Kommunikation. Was wir nicht abwimmeln können, wird an die zweite Ebene durchgestellt, und dann kommt die dritte. Und ab da ist es dann auch schon egal, das interessiert die Öffentlichkeit sowieso nicht mehr. Die Hauptsache ist doch, dass Sie auf dem Balkon stehen, so Sie denn einen haben in Ihrer Wohnung, sonst müssen Sie halt zu den Nachbarn. Ist ja wieder erlaubt. Würde auch der raschen Durchseuchung Vorschub leisten, aber das nur nebenbei. Also der Balkon. Je öfter Sie klatschen, desto besser. Allerdings muss das alles korrekt organisiert werden, und hier kommen wir ins Spiel.

Wir haben das mal ausgedruckt, das ist nicht so einfach. Als Ablaufdiagramm ist das natürlich ein bisschen übersichtlicher, aber auch nur für die jeweiligen Kommunen, sonst passt das wieder nicht auf eine Seite DIN A3. Also hier sehen Sie zum Beispiel Dienstag, 14:00 Uhr und Mittwoch ab halb vier bis spätestens sechs, aber nicht an Feiertagen oder in den Schulferien, wobei die beweglichen Ferientage gehen da ja noch mal extra, aber das ist schon wieder auf Landesebene koordiniert. Also Dienstag von 14:00 Uhr bis 15:30 Uhr. Wer? ach so, da muss ich mal nachsehen. Gelb mit Schraffur ist Brummifahrer. Dienstag und Mittwoch, wenn Sie für die Brummifahrer klatschen wollen. Bis zum Mittag können Sie Erzieherinnen und Erzieher mit Ihrer Geräuschentwicklung erfreuen, dann ist Mittagsruhe. Ab zwölf. Das gilt dann aber wieder nicht für Sonntage, weil da keine Mittagsruhe gilt, da müssen die meisten Bürger nicht zur Arbeit, und da sollte auf Empfehlung der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen auch applaudiert werden. Ist zwar bundeseinheitlich koordiniert, aber einer muss ja sagen, wo es langgeht, nicht wahr?

Verwechseln Sie das nicht mit innerstädtischen Regelungen, die sind dann noch einmal extra. Die kreisfreien Städte beispielsweise können hier aus der geplanten Planung ausbrechen und selbst planen, in Köln beispielweise ist das am Mittwoch für die Autohändler. Da dürfen Sie dann auch bis acht Uhr durchklatschen, aber nicht in den Herbstferien. Da wird das auf Donnerstag verlegt, und am Mittwoch sind die Lehrer dran. Weil die halt zu Hause sind, wir rechnen ja damit, dass in den Herbstferien in der zweiten Welle eh keiner mehr verreist.

Das Problem ist, hier melden sich alle paar Tage Blindgänger. Die verwechseln uns immer mit einer Beschwerdestelle, weil das anscheinend so ist in Deutschland: wenn einer für die Planung zuständig ist, erwartet man auch immer gleich, dass er dafür sorgt, dass der ganze Kram auch klappt. Also ich bin seit dreißig Jahren hier, das wüsste ich dann. Wie gesagt, Blindgänger – neulich hatten wir hier einen Intensivpfleger, der hat sich beschwert wegen der Schokolade. Wir haben es extra so eingerichtet, dass Spahn die nicht selbst übergibt, aber manche müssen anscheinend immer ein Haar in der Suppe finden. Ich möchte es mal so ausdrücken: in der Position sollte man vielleicht dankbarer sein, dass man sich bei überschaubarem Gehalt ausgewogen ernähren kann. Schokolade zählt jedenfalls nicht zu den Lebensmitteln, die man übermäßig zuführen sollte. Aber was verlangt man schon von einem Intensivpfleger.

Montags ab halb zehn können Sie hier, das ist der grüne Bereich mit Sternchen, das ist für den Einzelhandel. Die sind ja immer froh, wenn sie die Kunden zufrieden stellen können, deshalb reicht bei denen überschaubarer Applaus, ab und zu mal ein Pfandbon zum Selbsteinlösen, das wär’s dann aber auch. Nein, ich sehe gerade, das Sternchen ist erst ab 10:00 Uhr. Ist auch irgendwie logisch, so viel muss man da auch nicht klatschen. Das soll ein sehr begehrter Beruf sein, teilweise sind die Leute schon zufrieden, wenn sie da geringfügig beschäftigt sein dürfen. Da muss man der intrinsischen Motivation auch mal ihren Lauf lassen, sonst verwandelt sich das in eine Art emotionales Grundeinkommen. Wenn Sie jeden Tag gelobt werden, dass Sie noch zur Arbeit erscheinen, dann verliert das irgendwann seinen Reiz und Sie kündigen innerlich. Für den Arbeitsmarkt kann das negative Folgen haben, aber die Konsequenzen für die Rendite sind noch viel schlimmer. Das kann doch keiner wollen.

Wir haben hier noch jede Menge Berufe, mit denen Sie sich auseinandersetzen können, immer dann, wenn Sie mal ’ne Ecke Zeit haben, alles gut lesbar aufgelistet. Teilweise haben wir regionale Unterschiede, hier sehen Sie zum Beispiel die Zellstoffindustrie – einer muss das Toilettenpapier ja herstellen, das Sie da so fleißig wegbunkern. Da können Sie freitags gerne klatschen, das ist hellblau mit Schraffur, oder ist das mit Seitenbalken? Naja, Sie können sich das selbst mal abgucken, ich muss mich jetzt wieder um die Koordination der einzelnen Berufsgruppen in den Zulieferbetrieben der Automobilindustrie kümmern. Das macht sich ja nicht von alleine. Wie jetzt, Krankenschwestern? und auch noch im öffentlichen Dienst? Wieso soll man denn da klatschen? Haben die sich ihren Job nicht selbst ausgesucht?“





Solidaritätsabschlag

27 07 2020

„… unbedingt längere Ladenöffnungszeiten in Deutschland brauche, um die krisenbedingten Umsatzeinbußen ausgleichen zu können. Linder plädiere für zusätzliche…“

„… könne sich die FDP einen weiteren verkaufsoffenen Sonntag pro Monat vorstellen. Im Weihnachtsgeschäft müssten alle Sonntage für die Geschäftsleute zur Verfügung stehen, da es sonst kein ausreichendes…“

„… über kein zusätzliches Personal verfüge. Die Einzelhandelsketten hätten außerdem in einem Protestbrief an das Bundeswirtschaftsministerium die mangelhafte Planbarkeit der Verkaufszeiten moniert, da vorherige Werbeaktionen meist mit einer Verspätung von…“

„… mit Rückgängen in Milliardenhöhe zu rechnen habe. Scholz könne zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Prognosen abgeben, ob es weitere Hilfen für Freiberufler und…“

„… dass durch Schichtzulagen für Sonn- und Feiertagsarbeit ein Großteil der Umsätze wieder aufgewogen werde. Der Einzelhandel habe dadurch so gut wie keinen…“

„… sei das Konsumklima durch die Pandemie sehr schwer getroffen worden, was nicht zuletzt durch die veränderten Sicherheitsbestimmungen geschehen sei. Wie die Maßnahmen in NRW bereits gezeigt hätten, sei auch durch vorschnelle Öffnungen bei Autohändlern und Küchenbauern keine positive…“

„… die Schichtzulagen von den Arbeitgebern zumindest an den verkaufsoffenen Sonntagen einbehalten werden dürften. Lindner fordere von den Verkäuferinnen und Verkäufern ein Bekenntnis zur deutschen Wirtschaft, das sich durch einen freiwilligen Solidaritätsabschlag in Höhe von…“

„… die Zugangsbeschränkungen des RKI den Plänen der Liberalen widersprächen. Die Behörde wehre sich außerdem gegen die Anschuldigung, im Auftrag von Bill Gates und der Bundeskanzlerin eine Angstkampagne vor der kommenden zweiten Infektionswelle zu schüren, um die Wirtschaft vor der unausweichlichen absoluten Mehrheit der FDP bei den Bundestagswahlen schwerstens zu…“

„… halte Lindner die generelle Maskenpflicht in Ladengeschäften zwar für notwendig und sehr sinnvoll, wolle sie aber für Einzelaktionen gezielt aussetzen können, um ein besonders intensives Shoppingerlebnis in den…“

„… sich erneut gegen die Ausweitung der Öffnungszeiten positioniert habe. Die EKD stimme der Deutschen Bischofskonferenz dahin gehend zu, dass der arbeitsfreie Sonntag als Errungenschaft der bürgerlichen Gesellschaft eine…“

„… als linkssozialistische Volksverräter, die die endgültige Zerstörung Deutschlands betreiben würden, um sämtliche bürgerlichen Freiheiten gegen ein Terrorregime einzutauschen. Wenn es der Kirche nicht passe, so der Vorsitzende der Liberalen, dass sich die Mehrheit der Deutschen für ein Leben mit Bananen und echtem Kaffee entschieden hätten, dann könne sie sich gerne nach Nordkorea oder in die…“

„… nicht ausreichend für Klarheit gesorgt habe. Scholz sehe keine Veranlassung, Nettoeinkommen von mehr als einer Million Euro von allen Steuern und Abgaben zu befreien, um den Erwerb von Sportbooten, Sportwagen, halb automatischen Schnellfeuerwaffen und…“

„… auch Banken und Sparkassen über weniger Umsätze klagen würden. Die erwartbare Rezession könne logischerweise auch in den verringerten Löhnen und Gehältern der…“

„… vermutlich an den linksradikal gesteuerten Mainstreammedien im kommunistisch versifften Merkelstaat liege, wenn das GEZ-Fernsehen den liberalen Parteiboss nur verkürzt zitiere. Dieser habe die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt eben nicht als große nationale Herausforderung, sondern als die logische Folge einer migrantenfreundlichen Gefühlsduselei, in der fremdrassige Invasoren den rassisch zugehörigen Leistungsträgern den…“

„… lehne die FDP aber Konsumgutscheine kategorisch ab. Überbordende Transferleistungen seien nur ein Anreiz für Arbeitnehmer, ihre Jobs zu kündigen und sich aus dem Arbeitslosengeld große Vermögen anzusparen, anstatt die Wirtschaft durch regelmäßigen Konsum in einem…“

„… sich der rechte Flügel der CDU für eine Dienstpflicht stark mache. Merz wolle noch nicht von Zwangsarbeit sprechen, sehe aber eine auf mehrere Jahre angelegte Streichung aller ALG-II-Bezüge, wenn sich arbeitsscheue Volksteile nicht zur unentgeltlichen Unterstützung der…“

„… die arbeitsrechtlichen Bestimmungen in Hinsicht auf Höchstbeschäftigungsdauer sowie gesetzlich vorgeschriebene Ruhezeiten nicht flexibel genug erscheinen würden. Lindner sehe daher kein Problem darin, fristlose Kündigungen auch ohne Grund durch eine sofortige…“

„… nicht im Interwebnetz stattfinden dürfe. Die FDP habe Fachexperten befragt, die ihnen bestätigt hätten, dass sogenannte IP-Adressen sich nicht in einem Raum, der innerhalb der…“

„… den Abbau von Arbeitsplätzen im Handel möglichst bürokratiearm zu gestalten. Lindner wisse zwar nicht, worum es sich bei diesem Beschluss der Partei handele, er habe allerdings auch keine klare Meinung, da er keine Kompetenz auf den…“

„… für einmaliges oder mehrmaliges Klatschen von mehreren Personen. Dies verpflichte, so der FDP-Chef, zur Unterstützung von Branchen, die in der Corona-Krise noch sehr viel mehr von den…“