In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DCXXIX)

4 02 2023

Es freute sich Łukasz in Marthe
schon auf eine Urlaubspostkarte.
Das Wetter sei mäßig,
der Hund auch gefräßig –
„Das ist nicht das, was ich erwarte.“

Es wütet Adele in Langenegg
und nimmt ihren Söhnen die Stangen weg,
mit denen sie stören.
Sie wollten nicht hören.
Der eine hat jetzt einen Wangenfleck.

Wählt Bartłomiej aus in Massaunen
fürs Kissen die ganz frischen Daunen,
sucht Feder um Feder
er. So macht’s nicht jeder.
Zum Beispiel nimmt er keine braunen.

Spielt Udo die Harfe in Fluh,
hört man ihm nur recht selten zu.
Er sitzt ja mit Flügeln
zu Haus vor den Spiegeln
mit Löckchen und silbernem Schuh.

Hat Karol mal Krach in Makrauten,
sind’s Knechte, vor allem die lauten.
Er bringt schnell zu essen.
Schon war das vergessen,
man hörte nur noch, wie sie kauten.

Näht Anatol in Gemstelboden
sich Kleider, so nimmt er meist Loden.
Man darf auf nichts hoffen
von anderen Stoffen
zum Smoking wie bei Trachtenmoden.

Der Kornbauer Janusz in Magergut,
der füllt nach der Ernte die Lager gut.
Auf Grund dieser Speicher
ist er längst ein Reicher,
da er etwas gegen die Nager tut.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DCXXVIII)

28 01 2023

Ist Pavla mal schlaflos in Zummern,
wird sie vorm Aquarium schlummern.
Sie sieht Krustentiere
bis morgens um viere
und findet dann Schlaf bei den Hummern.

Es kocht Spiros gern in Adele
für Gäste. „Was ich dann empfehle,
sind Brot nicht noch Schinken,
vielmehr: schnell zu trinken.
Das rinnt ohne Müh durch die Kehle.“

Baut Zdeněk Hochhäuser in Wiesenberg,
dann leidet er sehr unter diesem Werk,
sieht wachsende Türme
aushaltend die Stürme
und steht dabei wie so ein Riesenzwerg.

Es quiekt bei Vassili in Mires
ein Lämmchen. Behufs dieses Tieres –
die anderen mocht er –
sprach er zu der Tochter:
„Gib Fett mir und Tücher, ich schmier es!“

War Eliška kürzlich in Zossen
beim Fensterln gewaltig verdrossen,
so lag’s an der Leiter.
Sie kam gar nicht weiter,
das Ding hatte nur unten Sprossen.

Efstratios verlieh in Kolones
sein Mofa auf Bitten des Sohnes.
Der fährt schon seit Jahren,
doch kann er nicht sparen
am Ratschlag: „Ich sage nur, schon es!“

Vít repariert in Unterhöfen
in Küchen und Wohnzimmern Öfen.
Recht eng wird’s im Tor oft,
er krabbelt hervor oft
mit Abdrücken an beiden Schläfen.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DCXXVII)

21 01 2023

Es trocknete Bo in Lundtofte
sich gerne mit Frottee. Das Softe,
das blieb auch bei vielen
der Tücher beim Spülen,
was er bei Benutzung dann hoffte.

Es knüpfte Matt in La Follette
ein Vorlegerchen für sein Bett.
Er trat nach dem Ruhen
darauf nur mit Schuhen,
das fand er recht taktvoll und nett.

Man hörte bei Karen in Hadsen
die ganze Zeit irgendwen schmatzen.
Es tippt mancher Kenner
auf Kinder, auf Männer –
das waren nur ihre drei Katzen.

Es feuerte Wallace in Huntland
den Grill an, bis er an den Strand rennt.
Es liegt dort der Sand, den
(recht üppig vorhanden)
er nutzt, weil ihm plötzlich die Hand brennt.

Es brachte Johanna in Hald
die Freundin des Gatten zum Wald.
Dort ließ sie sie warten,
ging heim in den Garten.
Recht bald wird’s dort auch ziemlich kalt.

Man brachte Glenn jüngst in Monteagle
nach Diebstahl hinter Schloss und Riegel.
Er grinste: „ich lach knapp,
dann deck ich das Dach ab,
das nehm ich mit, Ziegel um Ziegel!“

Charlotte, die wartet in Fly
am Gartentor morgens schon früh
auf Jesper ganz leise,
der auf Hochzeitsreise –
vergebliche, ach! Liebesmüh.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DCXXVI)

14 01 2023

Jean-Pierre sucht ein Weib sich in Sentzich.
Er ist dort geboren. Man kennt sich.
Es läuft dort genau ab
wie sonst: haut die Frau ab,
bleibt er einfach dort und man trennt sich.

Es lauerte Sijtse in Jeth.
Er lag schon früh morgens im Beet
mit Feldstecher, Lupe
und Harke und Hupe
und hofft, dass kein Wurm ihm entgeht.

Es schmiert Célestin in Taillette
das Holz ein mit fingerdick Fett
und wartet zum Abend,
der Schlaf sei ihm labend.
Ihn störte das knarzende Bett.

Man sah, wie Gerbrandus in Leegte
den Hof schier mit Arbeitswut fegte.
So schrubbt er alleine
wohl über die Steine,
ob sich nur kein Kraut danach regte.

Am Morgen geht Jean-Claude in Strueth
zur Küche, wo er Kaffee brüht.
Oft wartet er drüben,
die Uhr schlägt dann Sieben.
Er ist meistens etwas verfrüht.

Es hängte sich Rinus in Sloten,
auch wenn ihn die Nachbarn bedrohten,
ein Schaf an die Leine
vermittelst der Beine.
Das war, wusste er, nicht verboten.

Fernand, der studierte in Riche
Chemie wohl mit wildem Gezisch,
mit furchtbaren Dämpfen
hat er auch zu kämpfen:
„Weil ich, was ich finde, vermisch!“





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DCXXV)

7 01 2023

Gustavo pflegt in Los Cajones
zwei Pferde, das Erbe des Sohnes.
„Du kannst es schon reiten“,
so sagt er beim zweiten,
„das andere mag nicht, drum schon es.“

Es schlug Duncan in Bow of Fife
sich Feuerholz. „Schon, wenn ich greif,
die schwankenden Dinger,
fühl ich keine Finger.
Sie sind von der Kälte ganz steif.“

Es schleppte Estela in Balde
die Grillkohle mit sich im Walde,
wo sie sie auskippte
und Holz darauf schippte.
Dort lag eine recht große Halde.

Beim Fangen ist Sam in East Linton
geschickt. Er hat mehrere Finten,
das Ziel zu erreichen.
Er kann sehr gut schleichen,
und meistens kommt er auch von hinten.

Kauft Selva ein in Paso Grande,
so trägt sie an ihrem Gewande
auch Schnallen und Taschen
für allerlei Flaschen.
So zieht klingelnd sie durch die Lande.

Man sieht Donald oft, der in Haun
beim Steinstoßen haushoch gewann,
posieren mit Ziegeln
vor allerhand Spiegeln.
Er war halt ein sehr schöner Mann.

Raúl bläst in El Mirasol
Posaune – nicht schön, aber toll.
Man hört das Getröte
in der Morgenröte,
da es vorher schon laut erscholl.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DCXXIV)

17 12 2022

Luigi, der hat in Pallare
fürs Gärtchen wohl eine Fanfare.
Man sieht ihn beim Pirschen
bei Birnen und Kirschen
auf Drosseln und Finken und Stare.

Akwasi, der knackt in Tamale
sich Nüsse. Ihn stört nicht die Schale,
vielmehr sind’s die Kerne.
Er isst die nicht gerne.
Probiert hat er mehrere Male.

Marcello, der kauft in Airole
im Laden sich viel Alkohole.
„Kann mich nicht entscheiden,
so muss ich wohl leiden –
es kommt alles rein in die Bowle.“

Salaheddine zahlt in Demnate
fürs Auto schon Rate auf Rate.
Man will ihm nichts leihen
und auch nichts verzeihen.
Sein Gläubiger ist auch sein Pate.

Elettra in Sestri Levante,
sie litt schrecklich unter der Tante,
die das, was sie kochte,
auf keinen Fall mochte,
bis sie aus dem Haus sie verbannte.

Kwamena, der suchte in Kade
die Schränke durch, Lade für Lade,
um nun zum Spazieren
den Stock mitzuführen.
So blieb er dann ganz zu Haus. Schade.

Lamberto trägt in Rossiglione
im Haus auf dem Scheitel gern Krone.
Er ist zwar kein König,
doch stört ihn das wenig.
Ihm steht es, so geht er nie ohne.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DCXXIII)

10 12 2022

Sitzt Marek daheim in Wolluben,
so achtet er meist auf die Buben.
Der eine ist träge,
der andere rege
und jagt mit dem Hund durch die Stuben.

Begoña, berühmt in Nogales,
die lagert die Hälfte des Mahles,
das sie auf Feld isst,
seit sie auf der Welt ist,
stets hoch auf dem Spitz eines Pfahles.

Nutzt Jitka Konserven in Tschech,
so hat sie ein Werkzeug. „Ich stech
den Deckel am Rand an,
dann knot ich ein Band an,
und damit zersäg ich das Blech.“

Luis balanciert in Alange.
„Ich bin auf dem Hochseil nicht bange,
Ich kann meine Zehen
mit Brille nur sehen,
zur Not habe ich eine Stange.“

Es fühlt Šárka in Unter Zwiedlern
sich mäßig froh unter den Siedlern,
die sich nun bezeigen
als Eigner von Geigen.
Sie lebt quasi nur unter Fiedlern.

Santiago frisierte in Jerte
den Herren wohl Hunderte Bärte.
Er zwirbelte, kämmte,
was ihn jedoch hemmte:
dem Bartwuchs er sich stets versperrte.

Hat Otakar einmal in Woiden
des Schwesterchens Zwillinge: beiden
kann er nichts verwehren,
den Spaß zu vermehren.
Die Schwester, die sieht es mit Freuden.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DCXXII)

3 12 2022

Es störten Andrzej in Schillinnen
am Dachfenster Dutzende Spinnen.
Das soll nicht so bleiben,
er kippte die Scheiben.
Jetzt sitzen sie auch, und zwar drinnen.

Dejene fragt man, ob in Shire
er Pferde für Geld auch ausführe.
Mit Eseln, Giraffen
hat er meist zu schaffen,
und sonst sind es kleinere Tiere.

Alojzy, der kaufte in Rachen
zum Flohmarkt wohl Hunderte Sachen.
Die nimmt er nun heiter,
verkauft sie auch weiter,
um Kreislaufwirtschaft mitzumachen.

Silvère, der besorgt in Morissen
sich Beutel mit vielen Narzissen.
Wie soll er die pflanzen?
Am besten im Ganzen?
Das konnte er freilich nicht wissen.

Für Zbigniew, da war es in Schrimm
zur Weihnachtszeit ganz furchtbar schlimm.
Die Tannen und Fichten,
die schräg, muss er richten.
Er tat’s, wenn auch nur voller Grimm.

Kebede, die lauscht in Babille
dem Lärm. Dann nimmt er seine Zwille,
dem Nachbarn zu sagen,
dass Laute ihn plagen.
Es klirrte. Dann war endlich Stille.

Eugeniusz, der pflegte in Seythen
viel Unsinn im Ort zu verbreiten.
Hört’s jeder und jede,
stellt ihn auch zur Rede,
hört er doch nicht auf. Herrschaftszeiten!





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DCXXI)

26 11 2022

César, der in Arcis-sur-Aube
das Rad auf dem Gartenweg schob,
der wollte vom Strande
nur hochfeine Sande.
Er fand einfach Kies viel zu grob.

Afonso hat in Sabadim
den Husten. Natürlich sehr schlimm,
was durchaus viel Krach war.
So hielt ihm der Nachbar
ein Tütchen mit Bonbons hin: „Nimm!“

Joël, der rasiert in Langatte
sein Kinn jeden Morgen recht glatt.
Schon sehr viele Jahre
hat er keine Haare,
doch trägt er dies glänzend, nicht matt.

João ist oft in Taíde
am Mittag schon rechtschaffen müde.
Wenn Töne ihn stören,
hört er auf zu hören.
So herrscht dort im Haus schöner Friede.

Arlette, die probiert in Altrippe
ein Schnäpschen. „Wenn ich das Zeug kipp,
so habe ich Dusel.
Dann schmeck ich den Fusel
nicht so, als wenn ich daran nipp.“

Es baute sich Duarte in Sortes
ein Zelt auf inmitten des Ortes
von stattlichem Maße.
Er lebt auf der Straße –
und zwar ganz im Sinne des Wortes.

Agnès, die oft in Ortoncourt
zum Fußball mit dem Mofa fuhr,
vergaß nun zu tanken.
Bringt sie das zum Schwanken?
Sie schob das Krad. Da blieb sie stur.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DCXX)

19 11 2022

Putzt Nagmeh den Boden in Kisch,
so funkelt er stundenlang frisch.
„So frisch abgezogen
ist der Glanz verflogen,
so dass ich danach nochmals wisch.“

Domunggus, der kauft in Sabang
sich Kürbisse. Ein guter Fang,
An manchen, da kaut er,
auf andere haut er.
Er wählt sie nur aus nach dem Klang.

Omid nähte sich in Abyane
aus manchem Stück Lkw-Plane
ein Zelt mit zwei Dächern,
an denen mit Löchern
er Planen befestigt als Fahne.

Odekta, die oft in Bontang
mit Ketten um sich herum schwang,
berechnete kräftig
und schwang danach heftig,
Sie tat dies nur aus Forschungsdrang.

Die Wanne von Shahpour in Nain
war voll, doch er hielt nur ein Bein,
genauer: die Zehen
hinein, um zu sehen,
ob’s warm war. Dann ließ er es sein.

Liliyana, die segelt in Ende
im Eiltempo fast bis zur Wende.
Gedenkend der Regel
refft sie dort die Segel
mit Hilfe der Füße und Hände.

Abdolkarim putzt in Andische
Aquarien. „Stören die Fische,
so lass ich sie ziehen,
um vor mir zu fliehen,
indem ich das Wasser anzische.“