In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CDX)

15 09 2018

Will Eliška in Moldauquelle
ins Lädchen, und zwar auf die Schnelle,
nimmt sie, jede Wette,
das Rad, dessen Kette
oft hakt, und kommt nicht von der Stelle.

Iwannis, der raucht in al-Haul
bisweilen schon mehr, als er soll.
Nur Samstag vorm Putzen
kann er rauchfrei nutzen,
dann sind alle drei Ascher voll.

Steht Šárkas Gefährt in Markt Schurz
im Parkverbot, ist ihr das schnurz.
Der Lack ist jetzt kratzig,
doch denkt sie sich patzig,
zwei Stunden sind für sie doch kurz.

Younès, der warb in Oukaïmeden,
er leiste Ersatz auch bei Schäden,
bei Fahrlässigkeiten
und zu allen Zeiten.
Die Crux: er versicherte jeden.

Da Jan durchaus in Mildeneichen
nicht wusste, warum sie sich gleichen,
erforscht er mit Feuer
das Wesen der Eier
und ließ sie durch Kochen erweichen.

Da Trudy, die Nichte aus Oxon Hill,
partout dabei bleibt, dass sie boxen will,
hilft Tantchen beim Üben
und hält nach Belieben
für sie dort im Stall einen Ochsen still.

Wenn Gašpars Gesellen in Luken
des Nachts ihre Brötchen fein buken,
dann zog er die Lädchen
fest zu, denn im Städtchen
soll’s, wie er glaubt, zu der Zeit spuken.

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In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CDIX)

8 09 2018

João frisiert in Lagares
stets mit den Strukturen des Haares.
Nur wenn beim Blondieren
die Haare krepieren
kann er nicht viel machen – so war es.

Prudencio erklärte in Tame,
es sei das entscheidend Infame,
dass er von den Kunden
doch niemals gefunden.
Die anderen nennen’s Reklame.

Fernando nahm neulich ins Rates
viel Geld aus der Kasse. Er tat es,
da er manche Scheine
verprasste für Weine.
(Er forderte nicht, er erbat es.)

Carl Gustaf verschaffte in Knäred
den Eltern, solange es währet,
Versicherung reichlich,
was sonst unausweichlich
sie früh und entscheidend versehret.

Es schubste Luís in Merufe
die Schafe von Stufe zu Stufe
zum Melken. Die Tücke
lag stets in der Lücke
der Stufe auf dem Weg der Hufe.

Graciela, die führte in Wilde
beileibe nichts Böses im Schilde,
Doch waren untrüglich
und ihr fast unfüglich
zu sehen gar böse Gebilde.

Ricardo sah in Rio Mau
im Garten fast gar nichts in Blau.
Lavendel und Flieder
sind nichts, das Gefieder
bevorzugt er von einem Pfau.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CDVIII)

1 09 2018

Bei Dušan sind kürzlich in Achten
Verwandte, die Zeit dort verbrachten,
recht träge geworden.
Dann sah er die Horden
bei ihm ungefragt übernachten.

Wird Märta beim Putzen in Ryd
nach mehreren Stunden sehr müd,
so putzt sie erst fertig
geistesgegenwärtig,
sonst geht was kaputt. Gott behüt!

Ist Vlado verschnupft in Kleinrippen,
wird er in Tee Zwieback stippen,
ganz heimlich und leise.
Die andere Speise
kommt ihm nicht mehr über die Lippen

Chiletso trinkt in Cape MacLear
zum Frühstück bereits starkes Bier.
Die Regel zitiert er
gern und ignoriert er,
denn irgendwo ist es nach vier.

Ist Ľubomír wütend in Barsch,
ist er wie gewöhnlich recht harsch
und setzt sich zum Dämpfen,
die Wut zu bekämpfen
fürs erste einmal selbst in Marsch.

Ricardo in Puerto Limón
geht früh mit der Zeitung davon.
Er wird sie nicht lösen,
er will drunter dösen.
„Fürn Kopf“, sagt er, „wenn ich mich sonn.“

Patrícia wird abends in Eulenbach
im Mondenschein erst mit den Eulen wach.
„Ich schlafe am Tage
und wach ohne Klage
mit ihnen gern, wenn ich sie heulen mach.“





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CDVII)

25 08 2018

Tadeusz, der pflegt in Flösten
sich selber Kaffee oft zu rösten.
Er führte im Schilde,
man mag ihn nur milde,
ihm schmeckt’s fast verbrannt noch am besten.

Wassili, der schenkte in Tjumen
Verwandten des öfteren Blumen.
Die Onkel, die mied er,
denn hier unterschied er
die Damen wie Basen und Muhmen.

Man hörte bei Wojciech in Bzurren
beständig ein ganz leises Knurren.
Sein Hund war’s, der schlief nicht,
denn die Heizung lief nicht,
sie lieferte nur leises Surren.

Michelle wünschte sich in Te Puke,
man soll auf ihr Grab eine Luke
vom Segelschiff setzen,
dass man mit Entsetzen
sich fürchte, ob sie daraus spuke.

Hat Zdzisław einmal in Czerwanken
am Abend nur trübe Gedanken,
geht er auf in den Garten,
weil dort auf ihn warten
die Bäumchen, die Sträucher und Ranken.

Es ließ Linda manchmal in Huyton
sich zu manchen Käufen verleiten.
Meist waren es Hosen,
die kurzen, die losen,
und meistens, da waren’s die weiten.

Dass Włodzimierz immer in Guhsen
der Gattin sich nähert zum Schmusen,
ist ihr schon fast peinlich,
dabei ist er reinlich
und schätzt sie nur für ihren Busen.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CDVI)

18 08 2018

Es ärgerte Vlasta in Moorkopf:
„Wenn ich bei der Ankunft ans Tor klopf,
will ich keinen stören,
doch niemand wird’s hören,
wenn ich vorher nicht zehnmal vorklopf.“

Tauana schraubt in Tuanai
am Fahrrad herum. Alle drei
der Kränze sind feste,
die Schaltung die beste –
die Kette jedoch, die dreht frei.

Spricht Otakar manchmal in Nußlau
der Holden: „Wenn ich eine Nuss kau,
die ich nach dem Knacken
mir schieb in die Backen,
kann’s sein, dass ich mir einen Kuss klau.“

Hat Ramesh mal Freizeit in Feni,
bleibt er auch zu Hause. „Ich geh nie
zu anderen Leuten
und schau nicht nach Bräuten.
Denn die, die ich such, seh ich eh nie.“

Es stöhnt Jitka müde in Nettolitz.
„Was ich bei der Buchhaltung netto sitz,
ist nicht zu ertragen.
Es hilft auch kein Klagen,
hätt ich nicht stattdessen in petto Witz.“

Chum trug Fackeln durch Anlong Veng.
„Die Gassen sind vielfach so eng,
dass ich mit den Flammen,
mit allen zusammen,
mir ständig die Nase verseng.“

Dass František sich in Neuhütte
mit Altmetall eindeckt und bitte,
ihm solches zu bringen,
will nicht in ihn dringen,
bis er’s vor die Nachbarstür schütte.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CDV)

11 08 2018

Boglárka, die saß in Falschnone
und kümmerte sich nicht die Bohne,
was dieses Büro tut.
Sie saß, und so war’s gut,
und schaute auf die Telefone.

Cecilio, der kippte in Cheles
am Mittag sehr gerne ein Helles,
doch niemals aus Flaschen.
Er will ja nichts naschen,
er braucht aus dem Fass nur ein Schnelles.

Da Ádám im Reitstall in Oßlipp
sich schwer tat, weil er fast vom Ross kipp’,
hält er sich nun gerade
im Sattel. Wie schade,
weil er sonst genau wie der Biss wipp’.

Es kauft sich Scévole jüngst in Blou
als Haustier zunächst eine Kuh,
dann Heu, fest und trocken,
zwei passende Glocken.
Denn Stall gab es gratis dazu.

Wenn Géza ganz amtlich in Kemend
als Kommissar Diebe vernehmend
hebt die Augenbrauen,
packt alle das Grauen.
Der Anblick ist absolut lähmend.

Hilário hat in Negomane
von zahlreichen Lastern noch Plane
und näht unter Schwitzen
aus Stücken und Schlitzen
die weltgrößte Stadionfahne.

Es macht Dénes in Spanischwiese
im Milchgeschäft fortwährend Miese.
Die Kunden? von dannen.
Dann fehlen die Kannen.
Erst jetzt sieht er: dies ist die Krise.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CDIV)

4 08 2018

Hat František jetzt in Fünfhunden
im Teppich die Linsen gefunden,
so war es sein Wille.
Er braucht keine Brille
und misst seine Suche nach Stunden.

Ist Mārtiņš besorgt in Aizpute,
so hält man ihm immer zugute,
dass er auch mit Mühe
beleidigte Kühe
nur schiebt. Er nimmt niemals die Rute.

Da Dagmar oft Kerzen in Hummeln
zu Ende brennt, muss sie von Stummeln
die Leuchter befreien.
Dies führt bei der Treuen
zu endlosem, schrecklichem Fummeln.

Hans-Kristian, der Geld leiht in Lundeborg,
spricht: „Wem ich die Kohle im Grunde borg,
ist mir nicht geläufig,
denn ich sehe häufig,
dass ich mich dann nach meinem Funde sorg.“

Es malt Mořic sich in Gefild
am Gartenzaun hängend ein Schild,
für Vierbeinerwesen,
von Menschen gelesen,
und eigentlich ihnen auch gilt.

Man sagte von Youssef aus Atfih,
er sei doch recht reich, denn er hat Vieh.
Doch ist dies geliehen
und muss täglich ziehen,
getrennt auch in Rauh- und in Glattvieh.

Am Tresen sitzt Jan in Groß Lippen
und tat Brötchen in den Tee stippen.
Nicht, weil er das mochte,
die Flüssigkeit kochte
und war viel zu heiß, sie zu kippen.