In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CCCXCIII)

19 05 2018

Wenn Roman, Buchhalter aus Nettonitz
sprach: „Wenn ich schon mit Brutto – Netto schwitz,
kann ich bilanzieren
und mich amüsieren,
ich habe dabei noch in petto Witz.“

Émile, der versuchte in Puurs
sich oft in der Kunst des Parcours,
zu Fuß und beim Radeln
schont er seine Wadeln
niemals. Wo es langging, er fuhr’s.

Dass Mojmír die Hunde in Pfefferschlag
bewachte, weil er keine Treffer mag,
wollt ihn schon verdrießen
bei Nachbarn, die schießen,
wohin er auch immer die Kläffer trag.

Ach, Ljupčo verachtet in Višni
den Haushalt: er deckte den Tisch nie,
er wollte nicht kochen,
und jetzt auch seit Wochen
sagt man, dass er finge den Fisch nie.

Vlastimil klebte in Neistadt
die Fenster der Kirche mit Blei, statt
auf Kleber zu warten
von allerhand Arten.
Wohl dem, der sein Blei stets dabei hat.

Fanendo, der trug oft in Dutse
zum Anzug ein Hemd mit Kapuze.
Befragt, was das solle,
sagt er, dass das Tolle
sei, dass er zum Tragen sie nutze.

Simona, die sammelt in Rehwasser
vom Vordach im Winter das Schneewasser.
Es floss manches Tröpfchen
hinab in ihr Töpfchen –
so hatte sie stets genug Teewasser.

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In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CCCXCII)

12 05 2018

Tadeusz blieb oft in Klein Sunkeln
bei Nacht auf der Straße im Dunkeln,
da er beim Verstecken
in finsteren Ecken
viel mehr sah von dem Sternenfunkeln.

Acácio, der nahm in Ginetes
kein Frühstück, vielmehr war’s ein spätes,
bevor der Tag anfing
und er rasch aufs Amt ging.
Ein Krümel im Bart, der verrät es.

Lech, Altphilologe in Moys,
saß wochenlang oft im Gehäus
und schuf aus Folianten
sich eigne Giganten.
Er hielt sich mitunter für Zeus.

Ruperto, der schlief in Basud
zwar nackt, aber nie ohne Hut,
falls ihm wer begegnet
im Traum, und es regnet,
weil man das ja wirklich nicht tut.

Jan wusch gründlich aus in Lessaken
zwölf Tücher, gewaltige Laken.
Die zog in dem Teich er
gebündelt zugleich er
im Boot hinterher mit dem Haken.

Hans-Herbert, der pachtet in Eingarten
am Waldesrand sich einen Kleingarten.
Ein Zaun, eine Hütte,
Fauteuil in der Mitte,
so lässt sich auf Sonnenschein fein warten.

Es kaufte sich Zdzisław in Korngut
ein Rindvieh. Er fand es von vorn gut,
hat bei dessen Flanken
schon andre Gedanken –
von vorn sah er eben das Horn gut.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CCCXCI)

5 05 2018

Markéta, die joggte in Leiter
recht locker mit einem Begleiter.
Nach zehn Kilometern
in den falschen Tretern
lief er dann recht locker noch weiter.

Hat Mihail in Anenii Noi
auch Bargeld wie andere Heu,
er spart an den Mitteln.
So ist zu zwei Dritteln
aus Zeitung bei ihm Katzenstreu.

Wenn Eliška Rad fuhr in Lieben,
wär sie gern zum Tee noch geblieben.
Doch trank man dann heftig,
sie spürte das kräftig
und musste das Rad danach schieben.

Es züchtete Willem in Budel
seit Jahren schon goldene Pudel.
Die Tiere sind häufig
und dann ziemlich läufig –
so hat er inzwischen ein Rudel.

Es stapelte Kamil in Mader
oft Kisten und Kästen als Lader
und kam dann ins Kippen
beim kleinsten Antippen.
Er hat halt dafür keine Ader.

Was Niamh so oft in New Ross
beim Arbeiten furchtbar verdross,
war neben den Schichten
und den Stempelpflichten
ein Griesgram. Der war auch ihr Boss.

Es bastelt sich Jiří in Lohm
aus Streichhölzern, einem Atom
und viel Gummiringen
(nebst anderen Dingen)
ein Kraftwerk. Jetzt kommt bald der Strom.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CCCXC)

28 04 2018

Da Grażyna sich in Weydicken
Versandhandelspäckchen ließ schicken,
beschloss sie, ein Drittel
entsprach ihrem Mittel.
Vom Rest will sie gar nichts erblicken.

Da Nūrs Aufzucht in al-Husun
auf Truthähne ging, fand sie nun
mit wenig Entzücken
die Ware als Küken.
Ihr Businessplan geht nun auf Huhn.

Da Mikołaj schrubbte in Teschen
der Grafschaft gar schöne Kaleschen,
macht er manches reinlich
und säuberte peinlich
die Kutsche nach dutzenden Wäschen.

Es fragte sich Christophe in Kandi,
wen sucht man sich nur als Mann, die
Mannschaft zu stärken
mit sportlichen Werken –
am Ende des Tages gewann die.

Alicja, die pflegte in Tiege
beim Bauern die einzige Ziege.
Das Tier war gesellig,
die Pflege gesellig,
doch machte die Geiß schnell die Biege.

Taaneti dient in Aobike
im Gasthaus sich hoch von der Pieke
und findet, die Gäste
sind daran das beste,
die Uniform jedenfalls: schnieke!

Martyna, die putzte in Willenberg.
„Was ich hier schon mal in den Rillen berg,
ist fürchterlich dreckig
und fein. Aber speckig,
und deshalb brauch ich einen Rillenzwerg.“





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CCCLXXXIX)

21 04 2018

Es steckte sich Milan in Plasche
den Milchsack in die Manteltasche.
Der leckte. Vom Stecken
gab es schlimme Flecken.
Jetzt nimmt er zur Vorsicht die Flasche.

Beim Schach klaute Hilda in Aur
dem Gatten erst Bauer nach Bauer,
dann Läufer mit Türmen.
Nach Entrüstungsstürmen
merkt sie, er ist deswegen sauer.

Es pflegte sich Vojtěch in Neuern
den Schlot mit Kaminholz zu feuern,
das volltönend knallte.
Oft musste der Alte,
dass es nicht zu jung war, beteuern.

Es weckt Anneli in Lemböte
recht spät und leis die Morgenröte.
Wenn Vögel erklingen,
muss sie sich dann zwingen,
dass sie nicht den Wecker dann töte.

Man sah Dušan oft in Mogolzen
mit Freunden auf dem Schulhof bolzen.
Sie dribbelten, kickten,
sie sind die Geschickten,
doch kann keiner so wie er holzen.

Erfunden hat Ursli in Spiringen
als neueste Sportart das Skiringen.
Auf Brettern zu raufen
will man nicht abkaufen –
olympischen Ruhm wird es nie bringen.

Dass Lenka aus Bayern nach Nakel
viel Brauchtum bringt, sieht man als Makel.
„Beim Bier sind sie locker,
doch falln sie vom Hocker
sobald ich mich fingerlnd verhakel.“





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CCCLXXXVIII)

14 04 2018

Wenn Gyula den Weizen in Mesch
sich vornimmt, sagt er: „Was ich dresch,
ist gar nicht erheblich,
doch ist es schon löblich,
Hauptsache, ich wirk dabei fesch!“

Abdallah, der stöhnt in Remeil:
„Die Nägel, die ich täglich zähl
als Lehrling, verwirren
mich mehr als die Irren,
so dass ich die Zahl stets verfehl!“

Dass Rezső sich in Großmorast
beständig an die Nase fasst,
ist einerseits peinlich
und wirkt auch nicht reinlich.
Der Gattin wird er so zur Last.

Hat Minni genäht in Karkaudsch,
spricht er: „Wenn ich dies Leder knautsch,
wird’s weich und geschmeidig.
Für Hosen, das meid ich,
es taugt dann gut auf eine Couch.“

Dass Béla den Traktor in Saad
ganz schnurgerade fuhr bei der Mahd,
lag nicht an Gewandtheit –
es war auch das Land breit –
er folgt nur dem gespannten Draht.

Es nieste der Pepi in Schöder
im Hühnerstall bei einer Feder.
Das Leiden, das kindlich
erwarb er, empfindlich
brach’s aus bei den Federn. Bei jeder.

Da Sándor sich oft in Neuriß
des Nähens mit Zwirnen befliss,
passierte es ständig,
dass er sich einhändig
zerstach und den Faden zerbiss.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CCCLXXXVII)

7 04 2018

Es weigert sich Leszek in Kauern,
den Brüdern ein Häuschen zu mauern.
Der Mörtel war brüchig,
der Auftrag anrüchig –
da half bei ihm auch kein Bedauern.

Es hatte Vann in Battambang
seit Jahren bereits einen Drang,
in Tunneln zu lärmen.
Dafür will er schwärmen.
Es ging ihm speziell um den Klang.

Lässt Waldemar sich in Judzicken
am Sonntag am Stammtisch mal blicken,
will er nicht bei Bieren
viel rumdiskutieren.
Er pflegt in der Zeit meist zu stricken.

Wenn Grigor beim Kegeln in Dvin
antritt, geht’s nicht um den Gewinn.
„Es ist doch erquicklich
und mindestens schicklich,
dass ich mal nicht zu Hause bin.“

Wenn Stanisław sich in Klein Wronnen
im Scheine von flackernden Tonnen
ins Licht stellt, man kennt es,
dann kokelt und brennt es.
Er möchte sich nur daran sonnen.

Was Orhan beim Shoppen in Akçakent
bei fast allen Händlern genügend kennt,
sind zu hohe Preise.
So ist es recht leise,
doch hörbar, wenn er nach dem Shoppen flennt.

Ist Rosa verstimmt in Kulessen,
so muss sie meist Süßwaren fressen.
Je mehr sie dann kaute,
war hinterher Flaute,
und sie hat dann alles vergessen.