In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CDXXXIX)

20 04 2019

Es hortete László in Wallern
zu Ostern schon Mengen an Knallern.
Stets hat einen Rest er
vom letzten Silvester,
damit lässt sich’s jetzt auch schön ballern.

Guus legte sich in Rotterdam
Pomade und Seife und Kamm
in die Manteltaschen,
da er statt zu waschen
am Abend stets zehn Bahnen schwamm.

Da Gyula stets pünktlich in Maan
zur Arbeit kam mit seiner Bahn,
man sehr auf ihn baute.
Dem Wecker misstraute
er und hielt sich dann einen Hahn.

„Das Schaf“, sagte Pentti in Temmes
zum Sohn, „auf die Kiste da stemm es.
Wird es sich beschweren,
sollst Du vor dem Scheren
den Kamm holen, und damit kämm es.“

Hält Ödön sich nun in Klein Zell
zwölf Hunde, so merkt man das schnell,
denn nach dem Ertauben
pflegt er stets zu glauben,
es sei alles still – trotz Gebell.

Sieht Miriam in Marsalforn
den Stier an, so weiß sie: das Horn
ist spitz und gefährlich.
doch schließlich und ehrlich
weiß sie dann auch: hier ist jetzt vorn.

Es ließ Szabolcs in Sarasposten
für Autos sich sehr viel Geld kosten.
Er sammelt die Mühlen
und lässt sie im Kühlen
bei Regen und Wind schön verrosten.

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In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CDXXXVIII)

13 04 2019

Tadeusz verkaufte in Barten
für Reisende zahlreiche Karten.
Die meisten, die waren
veraltet seit Jahren,
auf neue muss man bei ihm warten.

Kommt Tõnu beim Sport in Aruste
schon einmal recht schnell aus der Puste,
steht er auf der Kippe.
„Es klingt zwar wie Grippe,
doch mehr wird es nicht, wenn ich huste.“

Es moserte Leszek in Klotzen,
die meisten der Kunden, die würden nur motzen.
Zwar ist er recht billig,
doch sei keiner willig,
die Rechnung zu zahlen. Zum Kotzen!

Jehuda, Agent aus Beit Jann,
hing wochenlang an einem Mann,
der einfach verreiste.
Es zeigt sich, das meiste
an Arbeit war wertlos sodann.

Hat Bronisław in Blumenfelde
mal Ärger, dann, weil er sich melde
zu spät bei der Leitung
der örtlichen Zeitung,
die er austrägt wegen dem Gelde.

Abdullah, der hat in Dugure
am Tag manche größere Fuhre.
Er liefert das meiste,
wo er herum reiste,
den Rest hat er dann als Retoure.

Probiert Jan ein Hemd in Alt Hammer,
trägt er auf dem Rücken die Klammer,
die klein fabelhafte,
die alles noch straffte –
ein Griff, und das Hemd sitzt noch strammer.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CDXXXVII)

6 04 2019

Alojzij, der Melker aus Hollern,
der schätzt von den Kannen die vollern,
die sich zwar schwer tragen,
die doch auf dem Wagen
nicht so wie die leeren laut bollern.

Es jammert Jo in Kortenaken.
Insekten, vor allem die Schnaken
besuchen ihn ständig.
Er duckt sich recht wendig
und stößt sich. Das ist halt der Haken.

Zu See fuhr Tadeja aus Blath
und wäre recht gern Erster Maat,
doch hat sie von Schiffen
recht viel nicht begriffen.
Am Raddampfer fand sie kein Rad.

Es wunderte Claes sich in Svarte
und sprach: „Meiner Treu und beim Barte
von allen Propheten,
ich kann noch nicht jäten,
weil ich auf den Vollmond noch warte.“

Lev ging in Sankt Peter am Drieht
Bergauf. Einen Wagen er zieht,
der kräftig beladen.
Er weicht einem Schaden
und ist darin wirklich bemüht.

Es humpelt John in Wark on Tyne
Vor allem auf dem linken Bein.
Nur manchmal berauscht er
sich und dann vertauscht er,
dann zieht er es links hinterdrein.

Ist Špela des Nachts auf in Werze,
trägt sie in der Hand eine Kerze,
die tropft aus der Flamme;
wenn sie’s auch verdamme,
ist sie dadurch dann voll von Schmerze.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CDXXXVI)

30 03 2019

Emilia sitzt sinnend in Zwoos
im Wäldchen bei Pilzen im Moos,
fragt philosophierend
ins Baumgeäst stierend:
„Was mach ich? Ich sitze hier bloß!“

Alberto, der Wirt in Fiesole,
spricht: „Wenn ich beim Streit etwas hole,
ist’s erst mal ein Messer,
und wird es nicht besser,
dann kommt ganz zum Schluss die Pistole.“

Ein Dach deckt Jan in Wissowatten
gewöhnlich auf zahlreichen Latten,
die noch auf dem Laster
im Stau. Ja, die hasst er,
die Latten, die sie jetzt nicht hatten.

Es plant Boško in Berlovine,
dass er bald schon viel Geld verdiene.
„Am Waldrand, da wohn ich,
und hier ist viel Honig.
Deshalb halt ich mir eine Biene.“

Fährt Nelli aufs Feld raus in Zauche,
hat sie einen Hänger voll Jauche.
Die ist für die Nachbarn,
die ihr immer nachfahrn.
„Weil ich’s für mein Beet gar nicht brauche.“

Baudouin hat viel Stress in Sombreffe.
„Treff ich im Geschäft meinen Chef,
spricht er nicht sehr leise
und fragt alle Preise –
die kennt er doch aus dem ff.!“

Es sitzt Władysław in Tuchlinnen
bei sehr gutem Wetter stets drinnen,
nicht, um dort zu lesen,
zu schlafen, zu dösen,
er bringt seine Zeit zu beim Spinnen.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CDXXXV)

23 03 2019

Natürlich war Jan in Voigtskrosse
seit Jahren ein treuer Genosse.
Nur sah man bei Wahlen
den Guten niemalen,
er kannte halt zu viele Bosse.

Es sammelte Djimon in Ouidah
von Vögeln nicht buntes Gefieder.
Das kann er gut leiden,
doch zum Unterscheiden
merkt er sich vielmehr ihre Lieder.

Da grummelte Ondřej in Tuschkau:
„Ich sag das nur einmal noch: kusch! Frau,
es sichert die Gelder,
ich brauch keinen Melder,
wenn ich im Geschäft manchmal Pfusch bau!“

Yvonne musiziert in Hell-Bourg
Klavier spielend in einer Tour.
Meist bleibt sie in Moll und
klingt leise noch voll rund,
doch dann wechselt sie jäh zu Dur.

Simona kriegt in Ahornsäge
die Rechnungen und die Belege.
Verrechnet sie alles
im Falle des Falles,
so bleiben meist krumme Beträge.

Schert Bjørnar die Schafe in Hjelle
betrachtet er sorgsam die Felle.
Bei manchen sind Kleckse
und viel Lichtreflexe,
bei manchen ist’s nur eine Stelle.

Wenn František hungert in Wrasch,
sind ihm die Diäten zu lasch.
„Ich brauche die vollen
und harten Kontrollen,
weil ich zwischendurch sonst nur nasch!“





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CDXXXIV)

16 03 2019

Es freute sich György in Huthweide.
„Die Züchterin, die ich gut leide,
hat zwar keine Kinder,
doch sind ihre Rinder
wie Nachwuchs, wenn ich sie gut weide.“

Elvana, Frisörin aus Tale,
hat Ärger jetzt schon viele Male.
Geht’s ums Kundenfinden,
bevorzugt bei Blinden,
sind ihr nämlich vorwiegend Kahle.

Kommt Imre zum Bäcker in Lothard,
klagt er: „Auch wenn ich mal zur Not wart,
dann hoff ich und bange,
dann dauert es lange –
am Ende ist auch noch das Brot hart.“

Als Brahim den Turm in M’Diq
zur Nachtzeit im Winter bestieg,
war er gut gerüstet.
„Wer’s drunten nur fristet,
versteht nicht, wie gerne ich flieg.“

Will Krisztina Kunden in Sabern
mit allerlei Unsinn belabern,
so lässt sie die Dummen
konstant bis zum Brummen
mit viel Esoterik umwabern.

Bhupendra hat in Sukhipur
oft Rücken, drum half eine Kur,
bis er dann zu Hause
werktags ohne Pause
per Kinderrad zur Arbeit fuhr.

Raucht Erzsébet heimlich in Paumasch,
zürnt sie: „Weil ich eigentlich kaum asch,
bin ich so verbittert.
Der Hausmeister wittert
sofort, wenn ich mal an den Baum asch.“





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CDXXXIII)

9 03 2019

Ist Jindřich mal durstig in Milles,
so kauft er sich Wasser. Er will es
partout aus der Flasche,
die er in der Tasche
nach Hause trägt. Und auch nur stilles.

Mishake, der buddelt in Aus
den Garten um wegen der Maus,
die es dort im Korn hat.
Dann geht’s an von vorn, statt
er zieht sich zurück in sein Haus.

Bei Jaroslav gruben in Ruben
die Buben im Wald tiefe Gruben.
Es ärgert den Vater
als Umweltberater.
Jetzt sitzen sie in ihren Stuben.

Piedad feiert in Canalete
oft Feste, und oft sind es späte.
Man hört in den Gassen
nicht so sehr die Massen
an Gästen, nur die Tongeräte.

Es mal Karel in Nieder Wittig
Fassaden mit Schriften recht schnittig.
Nach Rechtschreibung fragte
man nie. Es behagte,
er setzt ja die Worte schön mittig.

Brent fuhr ziemlich laut in Champs Fleurs.
„Das ist nur der Wagen, ich schwör!
Wie mancher, der nicht hört
und stets nur auf Sicht fährt,
so fahre ich nur nach Gehör!“

Es ärgert sich Lubor in Mittelgrund
im Amt beim Ausschöpfen vom Mittelfund.
Da man dort nichts billigt,
so wird ihm bewilligt
aus Mitteln des Bundes ein Drittel Hund.