In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CCCXCVIII)

23 06 2018

Will František sich in Pulpetzen
an Früchten und Beeren ergötzen,
so wird er sie waschen,
um daran zu naschen
und sie dann mit Schnaps zu benetzen.

Dass Ove sich oft in Karise
im Freien aufhielt, auf der Wiese,
im Wald, in den Lüften,
lag an ihren Düften,
denn drinnen war meistens nur miese.

Es rüstet sich Radek in Pflanzen
am Samstag heraus. Er will tanzen.
Er holt aus der Truhe
Den Anzug, die Schuhe.
Dann geht er auf Suche nach Wanzen.

Dass Ayşe fürs Kleid sich in Küre
beschafft fünfzig Meter Bordüre,
reicht für viele Kleider,
doch fragt sich der Schneider,
wohin das bei mehreren führe.

Es fühlte sich Mořic in Pohl
stets nach seinen Mahlzeiten hohl,
gebläht und geweitet,
was keiner bestreitet.
Er aß ja nichts andres als Kohl.

Empört war Agnès in La Brigue.
„Wenn ich meine Meerschweinchen wieg,
zeigt die falschen Werte,
wo sich’s doch gehörte,
dass ich auf der Waage mit lieg.“

Ließ Vilém den Ausflug in Rasseln
am Ende vom Wetter vermasseln?
Den Picknickkorb packt er
als bislang noch Nackter.
Er hörte den Regen schon prasseln.

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In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CCCXCVII)

16 06 2018

Es störte sich Naďa in Polzen,
dass Männer, vor allem die stolzen,
mit Axt und mit Sägen
verbotenen Wegen
oft folgen, um groß abzuholzen.

Taisuke verfolgt in Owase,
wie sich die verzweifelte Base
die Freier lang warm hielt,
stattdessen im Arm hielt
ein Haustier sie; dies war ein Hase.

Es hatte sich Milan in Ohren
den Schutzmann zum Helden erkoren.
Man merkte, der Gute
war laut an der Tute,
drum hat sie die Sehnsucht verloren.

Kështjella, die hatte in Stroc
auf Misswahlen echt keinen Bock.
Erst ließ man sie tanzen,
um sich ranzuwanzen,
danach ging es nur um den Rock.

Man wusste bei Egon in Pirken,
was Pollen und Gräser bewirken.
Ihn ließen die fiesen
Bestandteile niesen,
vor allem sehr schlimm bei den Birken.

Éric feiert schleunigst in Beausse
bei Börsenschluss eben die Hausse,
die er durch die Käufe
und Zahlungsverläufe
beeinflusste bei Tütensauce.

War Hynek mitunter in Priesen
auch ärmlich, da oft in den Miesen,
so will er doch täglich
(was doch schlicht unmöglich)
ein Luxusgefährt einfach leasen.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CCCXCVI)

9 06 2018

Iwona beschwert sich in Pasterwitz:
„Wenn ich auf dem Rastplatz im Laster sitz,
kann ich kaum noch stehen,
so kann es geschehen,
dass ich ganz allein hier beim Knaster schwitz.“

Wanis testete in al-Wigh
die Möbel. „Worauf ich gern lieg,
bedarf ich der Schonung,
das schmückt meine Wohnung.
Am besten passt hierzu meist Teak.“

Agnieszka besaß in Groß Kessel
zwei Bänkchen sowie einen Sessel.
„Hab ich Langeweile,
gibt es Körperteile,
die hier oder dort ich dran fessel.“

Armindo, sagt man, aus Parede
bekam auf dem Kirchweihfest jede.
Dies gab es nur jährlich,
er war ungefährlich
und harmlos. Der Rest war Gerede.

Hat Błażej sich mal in Polommen
recht pünktlich zu sein vorgenommen,
weil etwas sehr eilig
samt Schwur hoch und heilig,
ist etwas dazwischengekommen.

Regine, die zeigte in Bø
die Kleider in Beige und in Bleu,
mit Rüschen, mit Schleifen,
und kann’s nicht begreifen:
zu jedem sagt ihr Gatte: „Nö.“

Es gießt. Nina in Nieder Saathen
kann durch ihre Straße nur waten,
so holt dieses Mädchen
ein knallrotes Bötchen
zum Aufblasen von ihrem Paten.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CCCXCV)

2 06 2018

Es wundert sich Mihály in Schüttern,
dass Katzen und Hunde oft zittern,
die in seiner Hütte
stets fern von der Mitte
das Fallen des Daches schon wittern.

Es konnte sich Willem in Smilde
trotz sämtlicher bunter Gebilde
beim Lernen nichts merken.
Um dieses zu stärken,
führt er Eselsbrücken im Schilde.

Dass Géza als Priester in Elend
die Herren und Damen vermählend
auch ohne Papiere,
das ärgert sie schiere.
Meist waren die Ringe auch fehlend.

Wenn Nishant in Pattadakal
zum Bader geht, bleibt ihm die Wahl:
er wird nur gebürstet,
getränkt, wenn ihn dürstet,
ansonsten rasiert man ihn kahl.

Es sorgte sich György oft in Mischkolz:
„Wenn ich meine Bäume nicht frisch holz,
wird’s kraus und verbogen,
die Bretter verzogen,
und daraus macht man selten Tischholz.“

Es brannte bei Tøger inTved
im Fenster die Kerze noch spät,
da er in den Nächten,
den guten und schlechten,
noch sah, wie’s dem Morgen ergeht.

Wenn Sándor beim Angeln in Kischludt
den Kahn bis zum Bord voll mit Fisch lud,
dann rudert er redlich,
macht alles unschädlich,
bis dass er die Freunde zu Tisch lud.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CCCXCIV)

26 05 2018

Wenn Waldemar, Bauer in Gutenwirt,
die restlichen Pferde im Guten schirrt,
sieht er doch mit Grausen
der Ehefrau Flausen,
da dieses Gehöft schon vor Puten schwirrt.

Amado in Abra del Sauce
sprach: „Wenn ich am Abend mich brause,
ist es zum Erfrischen.
Genug Zeit dazwischen,
dass ich mal kämme und lause.“

Ludwika, die sah, wie in Kappe
ihr Kater vor der Katzenklappe
gebannt auf die Tür starrt.
Dahinter das Tier narrt
der Hund, der durch langt, dass er schnappe.

Biboul war verärgert in Ndop.
„Wenn ich diesen Lärm hier nicht stopp,
der mir stets den Schlaf raubt,
kann’s sein, nur ein Schaf glaubt,
dass ich es nicht dafür verklopp!“

Es macht Paweł in Hohenleese
am Marktstand recht großes Gewese,
wer neben ihm aufbaut
und ihm zu laut draufhaut.
Er fürchtet, ihm schimmelt der Käse.

Swetlana, die wütet in Langepas.
„Da ich diesen Stallknecht schon lange hass,
der stets ungewaschen
mit Dreck in den Taschen,
ist’s, dass ich ihn nur mit der Zange fass.“

Der Heimwerker Józef in Kobelwitz
sagt: „Wenn ich am Sonntag am Hobel sitz,
wo andere wandern,
ist’s schön für die andern.
Ich freu mich, dass ich dabei nobel schwitz.“





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CCCXCIII)

19 05 2018

Wenn Roman, Buchhalter aus Nettonitz
sprach: „Wenn ich schon mit Brutto – Netto schwitz,
kann ich bilanzieren
und mich amüsieren,
ich habe dabei noch in petto Witz.“

Émile, der versuchte in Puurs
sich oft in der Kunst des Parcours,
zu Fuß und beim Radeln
schont er seine Wadeln
niemals. Wo es langging, er fuhr’s.

Dass Mojmír die Hunde in Pfefferschlag
bewachte, weil er keine Treffer mag,
wollt ihn schon verdrießen
bei Nachbarn, die schießen,
wohin er auch immer die Kläffer trag.

Ach, Ljupčo verachtet in Višni
den Haushalt: er deckte den Tisch nie,
er wollte nicht kochen,
und jetzt auch seit Wochen
sagt man, dass er finge den Fisch nie.

Vlastimil klebte in Neistadt
die Fenster der Kirche mit Blei, statt
auf Kleber zu warten
von allerhand Arten.
Wohl dem, der sein Blei stets dabei hat.

Fanendo, der trug oft in Dutse
zum Anzug ein Hemd mit Kapuze.
Befragt, was das solle,
sagt er, dass das Tolle
sei, dass er zum Tragen sie nutze.

Simona, die sammelt in Rehwasser
vom Vordach im Winter das Schneewasser.
Es floss manches Tröpfchen
hinab in ihr Töpfchen –
so hatte sie stets genug Teewasser.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CCCXCII)

12 05 2018

Tadeusz blieb oft in Klein Sunkeln
bei Nacht auf der Straße im Dunkeln,
da er beim Verstecken
in finsteren Ecken
viel mehr sah von dem Sternenfunkeln.

Acácio, der nahm in Ginetes
kein Frühstück, vielmehr war’s ein spätes,
bevor der Tag anfing
und er rasch aufs Amt ging.
Ein Krümel im Bart, der verrät es.

Lech, Altphilologe in Moys,
saß wochenlang oft im Gehäus
und schuf aus Folianten
sich eigne Giganten.
Er hielt sich mitunter für Zeus.

Ruperto, der schlief in Basud
zwar nackt, aber nie ohne Hut,
falls ihm wer begegnet
im Traum, und es regnet,
weil man das ja wirklich nicht tut.

Jan wusch gründlich aus in Lessaken
zwölf Tücher, gewaltige Laken.
Die zog in dem Teich er
gebündelt zugleich er
im Boot hinterher mit dem Haken.

Hans-Herbert, der pachtet in Eingarten
am Waldesrand sich einen Kleingarten.
Ein Zaun, eine Hütte,
Fauteuil in der Mitte,
so lässt sich auf Sonnenschein fein warten.

Es kaufte sich Zdzisław in Korngut
ein Rindvieh. Er fand es von vorn gut,
hat bei dessen Flanken
schon andre Gedanken –
von vorn sah er eben das Horn gut.