In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CCCXC)

28 04 2018

Da Grażyna sich in Weydicken
Versandhandelspäckchen ließ schicken,
beschloss sie, ein Drittel
entsprach ihrem Mittel.
Vom Rest will sie gar nichts erblicken.

Da Nūrs Aufzucht in al-Husun
auf Truthähne ging, fand sie nun
mit wenig Entzücken
die Ware als Küken.
Ihr Businessplan geht nun auf Huhn.

Da Mikołaj schrubbte in Teschen
der Grafschaft gar schöne Kaleschen,
macht er manches reinlich
und säuberte peinlich
die Kutsche nach dutzenden Wäschen.

Es fragte sich Christophe in Kandi,
wen sucht man sich nur als Mann, die
Mannschaft zu stärken
mit sportlichen Werken –
am Ende des Tages gewann die.

Alicja, die pflegte in Tiege
beim Bauern die einzige Ziege.
Das Tier war gesellig,
die Pflege gesellig,
doch machte die Geiß schnell die Biege.

Taaneti dient in Aobike
im Gasthaus sich hoch von der Pieke
und findet, die Gäste
sind daran das beste,
die Uniform jedenfalls: schnieke!

Martyna, die putzte in Willenberg.
„Was ich hier schon mal in den Rillen berg,
ist fürchterlich dreckig
und fein. Aber speckig,
und deshalb brauch ich einen Rillenzwerg.“

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In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CCCLXXXIX)

21 04 2018

Es steckte sich Milan in Plasche
den Milchsack in die Manteltasche.
Der leckte. Vom Stecken
gab es schlimme Flecken.
Jetzt nimmt er zur Vorsicht die Flasche.

Beim Schach klaute Hilda in Aur
dem Gatten erst Bauer nach Bauer,
dann Läufer mit Türmen.
Nach Entrüstungsstürmen
merkt sie, er ist deswegen sauer.

Es pflegte sich Vojtěch in Neuern
den Schlot mit Kaminholz zu feuern,
das volltönend knallte.
Oft musste der Alte,
dass es nicht zu jung war, beteuern.

Es weckt Anneli in Lemböte
recht spät und leis die Morgenröte.
Wenn Vögel erklingen,
muss sie sich dann zwingen,
dass sie nicht den Wecker dann töte.

Man sah Dušan oft in Mogolzen
mit Freunden auf dem Schulhof bolzen.
Sie dribbelten, kickten,
sie sind die Geschickten,
doch kann keiner so wie er holzen.

Erfunden hat Ursli in Spiringen
als neueste Sportart das Skiringen.
Auf Brettern zu raufen
will man nicht abkaufen –
olympischen Ruhm wird es nie bringen.

Dass Lenka aus Bayern nach Nakel
viel Brauchtum bringt, sieht man als Makel.
„Beim Bier sind sie locker,
doch falln sie vom Hocker
sobald ich mich fingerlnd verhakel.“





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CCCLXXXVIII)

14 04 2018

Wenn Gyula den Weizen in Mesch
sich vornimmt, sagt er: „Was ich dresch,
ist gar nicht erheblich,
doch ist es schon löblich,
Hauptsache, ich wirk dabei fesch!“

Abdallah, der stöhnt in Remeil:
„Die Nägel, die ich täglich zähl
als Lehrling, verwirren
mich mehr als die Irren,
so dass ich die Zahl stets verfehl!“

Dass Rezső sich in Großmorast
beständig an die Nase fasst,
ist einerseits peinlich
und wirkt auch nicht reinlich.
Der Gattin wird er so zur Last.

Hat Minni genäht in Karkaudsch,
spricht er: „Wenn ich dies Leder knautsch,
wird’s weich und geschmeidig.
Für Hosen, das meid ich,
es taugt dann gut auf eine Couch.“

Dass Béla den Traktor in Saad
ganz schnurgerade fuhr bei der Mahd,
lag nicht an Gewandtheit –
es war auch das Land breit –
er folgt nur dem gespannten Draht.

Es nieste der Pepi in Schöder
im Hühnerstall bei einer Feder.
Das Leiden, das kindlich
erwarb er, empfindlich
brach’s aus bei den Federn. Bei jeder.

Da Sándor sich oft in Neuriß
des Nähens mit Zwirnen befliss,
passierte es ständig,
dass er sich einhändig
zerstach und den Faden zerbiss.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CCCLXXXVII)

7 04 2018

Es weigert sich Leszek in Kauern,
den Brüdern ein Häuschen zu mauern.
Der Mörtel war brüchig,
der Auftrag anrüchig –
da half bei ihm auch kein Bedauern.

Es hatte Vann in Battambang
seit Jahren bereits einen Drang,
in Tunneln zu lärmen.
Dafür will er schwärmen.
Es ging ihm speziell um den Klang.

Lässt Waldemar sich in Judzicken
am Sonntag am Stammtisch mal blicken,
will er nicht bei Bieren
viel rumdiskutieren.
Er pflegt in der Zeit meist zu stricken.

Wenn Grigor beim Kegeln in Dvin
antritt, geht’s nicht um den Gewinn.
„Es ist doch erquicklich
und mindestens schicklich,
dass ich mal nicht zu Hause bin.“

Wenn Stanisław sich in Klein Wronnen
im Scheine von flackernden Tonnen
ins Licht stellt, man kennt es,
dann kokelt und brennt es.
Er möchte sich nur daran sonnen.

Was Orhan beim Shoppen in Akçakent
bei fast allen Händlern genügend kennt,
sind zu hohe Preise.
So ist es recht leise,
doch hörbar, wenn er nach dem Shoppen flennt.

Ist Rosa verstimmt in Kulessen,
so muss sie meist Süßwaren fressen.
Je mehr sie dann kaute,
war hinterher Flaute,
und sie hat dann alles vergessen.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CCCLXXXVI)

31 03 2018

Veronika schmückte in Mauth
zur Hochzeit recht üppig die Braut
mit Schloss vor den Türen.
Nicht sie zu entführen
besorgt sie, nur dass sie was klaut.

Es ritt Fidelis in Mahela
behend über Berg und durch Täler,
dass auf alle Fälle
er sich dort vorstelle.
So kümmert er sich um die Wähler.

Martina bediente in Reste
alleine meist Hunderte Gäste
mit Brot und mit Butter
als einfaches Futter.
Das war dann für alle das Beste.

Yogendran, der werktags in Kuah
zum Markt mit dem Omnibus fuhr,
der wollte die Waren
recht preiswert hinfahren.
Es störte sein Federvieh nur.

Es wollt Dušan kürzlich in Nusten
die Kerzen alleine auspusten,
die er auf dem Kuchen
vorfand. Beim Versuchen
blieb dieses, verhindert vom Husten.

Mesías sitzt in Los Amates
und findet: dort ist etwas Hartes,
das dort in der Couch sitzt
und ihn mächtig, autsch! spitzt –
es ist nur das Ende des Drahtes.

Da Štefan der Rücken in Theben
so schmerzt, kann er kaum Schweres heben.
Er steht an den Leitern
bei den Bauarbeitern,
die schaufeln dann unten die Gräben.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CCCLXXXV)

24 03 2018

Ignacy beschloss, dass in Kehlen
er notwendig sei, da beim Wählen
Genauigkeit wichtig
und jedes Blatt richtig.
Jetzt sitzt er bis nachts und muss zählen.

Arlindo fand in Blumenau
noch niemals die passende Frau.
Sie waren ansehnlich
und wussten gewöhnlich
sehr viel. Er war halt nicht so schlau.

Irene verkaufte in Golz
zwei alte Gebäude aus Holz.
Für sie waren immer
die Würmer noch schlimmer,
so dachte sie sich: „Ach, was soll’s…“

Es legt Dicky in Opunake
in einen Topf voll mit der Lake
aus Meersalz und Wasser
ein Tier, das in nasser
Umgebung auch lebt, eine Krake.

Dass Stanisław sich in Kamien
versucht, an den Wurzeln zu ziehn,
befleißigt die Pflanzen
fürwahr nicht, im Ganzen
zu wachsen, viel mehr: ganz zu fliehn.

Vanessa spielt oft in Zentral
im Lotto, und die Lieblingszahl
liegt stets an den Rändern.
Sie kann es nicht ändern,
sie kreuzt das an. Echt. Jedes Mal.

Jadwiga hat abends ins Soffen
des öfteren Freunde getroffen,
die einiges tranken
und daher nur wanken.
Man kann für die Herren nur hoffen.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CCCLXXXIV)

17 03 2018

Es wäscht Šárka oft in Klein Bocken
den Kunden vorm Schneiden die Locken.
Doch schäumt der Salon voll,
und das kommt davon, soll
man meinen: sie nimmt Seifenflocken.

Alphonse tanzt zu gern in Toulouse
mit Damen eng im Klammerblues.
Man schätzt ihn als Tänzer,
das Rendezvous schwänzt er
danach. Er steht nicht auf Geschmus.

Alžběta wirft gerne in Laas
den Schweine ihr Kraut vor als Fraß,
das sie zu dem Braten,
der daraus geraten,
sie ebenfalls – außenrum – aß.

Arumugam strich in Südost
den Zaun dreifach, und zwar mit Most.
Er sagt ihm der Bauer,
das Zeug sei recht sauer,
so schützt es ihn heuer vor Rost.

Man hört Karolína in Kratschen
im Schweinestall überlaut matschen,
was sich nicht verbessert,
wenn man nach ihr wässert.
Jetzt hört ohrenfällig man Platschen.

Francesc hatte Glück, dass in Pal
die Rechnung vorlag nur als Zahl –
so zahlt der Kunde
die Summe, die runde,
da datumsfrei gleich sieben Mal.

Es kann Ondřej just in Kohlstätten
vorm Pfändungsbeamten nur retten,
was für das Betreiben
des Hauses muss bleiben.
Das sind im Hotel, logisch: Betten.