In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DLXVII)

30 10 2021

Cornelius, der trug stets in Nuth
Krawatte und Anzug und Hut.
Die Feuerwehr dachte,
das Auftreten machte
sich trefflich bei Qualm und bei Glut.

Riccardo, Türsteher in Kiens,
der mochte Touristen, so schien’s.
Wie sie sich auch mühten
und an der Tür wüten
und drückten, er sprach einfach: „Ziehn’s.“

Jan Willem, dem ist meist in Ool
im Küchenbereich nicht recht wohl.
So wird er mit Flüchen
bei allen Gerüchen
nun lüften – es liegt ja am Kohl.

Es will Alessandra in Kaltern
sich niemals erinnern ans Altern.
Sie will sogar meiden
aus Sorge ums Leiden
vergängliche Schönheit von Faltern.

Es knöpft Joost sich in Nieuwenhagen
mit Todesverachtung den Kragen.
Man sieht seine Nöte
an der Gesichtsröte,
doch hat er kaum Luft, um zu klagen.

Als Kaufmann ist Pietro in Laag
vor allem scharf auf den Ertrag.
„Ich habe nun Kunden
vor allem gefunden,
die dumm sind, wie ich es so mag.“

Man kennt Robbert, da er in Steyl
als Schütze mit Bogen und Pfeil
stets zielte auf Scheiben.
Er lässt es nun bleiben,
er traf dabei ein Hinterteil.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DLXVI)

23 10 2021

Florent stellt sich in La Brionne
ein Schirmchen auf. „Wenn ich mich sonn,
muss ich mich bedecken,
schon wegen der Flecken
von Vögeln. Das hat man davon.“

Es stellte sich Alfhild in Hult
im Schreibzimmer gerne ans Pult
und schrieb dort von Herzem,
bis die Füße schmerzen.
Das Arbeitsaufkommen war schuld.

Yvonnes Messer in Podensac
ruht selten. „Da ich nachher back,
muss ich doch die Mandeln
in Stifte verwandeln,
dafür brauch ich den ganzen Sack.“

Am Morgen zieht Gustaf in Nye
den Vorhang schon auf in der Frühe.
Er kann’s nicht erwarten
und blickt in den Garten
hinaus, was um die Zeit schon blühe.

Chantal machte sich in Le Gicq
zum Einkaufen gerne mal schick.
Im Smoking, im Brautkleid
kauft sie nicht, sie klaut heut.
Das macht, sie fängt so jeden Blick.

Louise, die führte in Äng
die Kunstgalerie ernst und streng.
„Geschmacklich und fachlich
bin ich gerne sachlich,
das sieht man auch, wie ich hier häng.“

Als Bläser kam Jean in La Clotte
vom Waldhorn neulich aufs Fagott.
Er macht eine Fron draus,
doch kriegt keinen Ton raus.
Zum Schaden gesellt sich der Spott.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DLXV)

16 10 2021

Es hat Mikołaj in Rogonnen
in der Lotterie jüngst gewonnen
ein Schirmchen. Er stellt es
sich auf und dann hält es
den Regen ab, will er sich sonnen.

Es kachelt Sven in Strömsnäsbruk
die Küche. Dort fehlt noch ein Stück.
„Das wird nicht verderben,
wenn ich aus den Scherben
das Stücken noch zusammen füg.“

Es kann Lisa sich in Rothgörken
partout keine Nachnamen merken.
Nach gar manchem Hohnspruch
hilft das Telefonbuch
dabei, ihr Gedächtnis zu stärken.

Es ließ Olof sich jüngst in Viken
recht viel von Versandhäusern schicken:
knapp drei Tonnen Ziegel
und den Konzertflügel.
Die Post lässt sich dort nicht mehr blicken.

Tadeusz, der pflegt in Reddicken
am Abend oft Socken zu stricken
und sich, samt Verletzen,
auf Nadeln zu setzen,
die dann freilich auffallend knicken.

Hans-Gustav, der wohnte in Slite
schon überall einmal zur Miete,
meist schmutzig und lärmend
die Nachbarn verhärmend
und mietmindernd alle Gebiete.

Es fuhr Czesław oft in Rußhagen
auf Feldwegen mit seinem Wagen.
Das schaukelte kräftig,
auch federt es heftig
und schlug ihm meist schnell auf den Magen.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DLXIV)

9 10 2021

Édouard stellt sich in Rehaupal
am Morgen stets folgende Wahl:
die erste Krawatte,
die er jemals hatte,
trägt er sie nun breit oder schmal?

Roberto in Rio Brilhante,
der diese Gefahr durchaus kannte,
der fährt nach drei Weinen
und Bier in den Beinen
noch Rad, bis ihn Schlaf übermannte.

Es kämmt Alexandre in Saales
ein ganz kleines Stellchen, ein kahles,
mit recht dünnen Haaren.
Das führt zu Gefahren,
denn so sieht’s aus wie ein fatales.

Felipe, der stand in Cianorte
wohl bei einer Frau an der Pforte,
die ihn nicht erhörte,
was ihn auch nicht störte,
bis der Blumenstrauß dann verdorrte.

Benoît züchtet nun in Rodalbe
auch Rinder. Ihn störte ein Kalb,
denn er kennt nur Schweine.
Er füttert’s alleine
mit Milch und mit Heu, halb und halb.

Hernando hat in Cabo Verde
Respekt vor der Größe der Pferde.
So lässt er beim Reiten
sich gerne begleiten
von Schafen – gleich von einer Herde.

Jean-Paul speiste in Rammersmatt
Salate. Er war schon fast satt,
so aß er behutsam,
bevor er den Hut nahm,
noch zwei bis drei Kuchen anstatt.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DLXIII)

2 10 2021

Trug Janko in Neu Stabigotten
im Herbst schon gewaltige Botten,
so kam ihm zu Ohren,
dass andere froren,
wiewohl sie ihn dennoch verspotten.

Es kaufte sich Ārons in Dalbe
ein Tübchen mit fettiger Salbe
für Füße und Hände.
Die ging bald zu Ende.
Weil’s spart, kauft er jetzt eine halbe.

Packt Bronisław abends in Masten
die Kleider recht fein in den Kasten,
so wird’s immer länger,
im Kasten auch enger,
weil diese dort nicht mehr reinpassten.

Es radelt Mukhtar in El Buur
nach Süden. So weit er auch fuhr,
er sieht keine Dörfer.
Er guckt nochmals schärfer,
dann fährt er fort, so stumm wie stur.

Es wollte einst Nelli in Landkeim
fürs Alter zum Wohnen aufs Land heim.
Doch nichts fand das Mädchen
zentral in dem Städtchen.
Es reichte dann nur für ein Randheim.

Es pinselte Alfrēds in Walk
die Stiefel von innen mit Talg.
Er schmiert unverhohlen
wohl auch noch die Sohlen.
Der Bauer kennt ihn, diesen Schalk.

Es wollte sich Jan in Napierken
am Abend mir Suppe wohl stärken.
Wie er dann wohl satt war
und gar nicht mehr matt war,
so fuhr er fort, fröhlich zu werken.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DLXII)

25 09 2021

Wenn Stanislav, Amtmann in Kochet,
die Akten sieht, spricht er wohl: „Pochet
auf Ordnung! ich führe
nur solche Papiere,
die Ihr gemäß Dienstvorschrift lochet!“

Kerai, sagt man , hat in Urdmang
seit Jahren den gewissen Hang,
sich Hosen zu kaufen,
sehr enge, zum Laufen
zu eng. Wohl ein doppelter Zwang.

Kann Vlastimil auch in Kopetzen
die Gäste mit Weinen ergötzen,
so wird seine Küche
durch strenge Gerüche
sie vollends beim Essen vergrätzen.

Es gräbt Nooa in Uteute
ein Loch, dass er’s später mal flute.
Nun hockt er im Garten
am Teich, um zum warten.
Nichts beißt. Immerhin hält die Rute.

Ach, Simona hat sich in Kwon
wohl aufgehalst furchtbare Fron.
Sie legt für ihr Lädchen
auf Dutzende Brötchen
nun Körnchen um Körnchen vom Mohn.

Äbutälip trug in Aral
wenn’s kalt wurde, gerne mal Schal.
Obwohl gar nicht eitel,
bedeckt er den Scheitel.
Er war dort seit Jahren schon kahl.

Verärgert war Jiří in Koschen,
dass Knechte kein Stroh für ihn droschen.
Die lösten die Körner
und gaben sie gern her.
Ihr Eifer war damit erloschen.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DLXI)

18 09 2021

Es achtete Jan in Bartossen
beim Putzen genau auf die Flossen
und hat, euphemistisch
gesagt, aquaristisch
den Fisch mit dem Becken vergossen.

Es kaufte sich Barry in Gowran
ein Rind, das von hinten und vorn
gefährlich anmutet,
doch wenn er sich sputet,
sieht er nur den Schwanz, nicht das Horn.

Olimpia fand in Baarwiese
ein Pfeifchen. Damit sie es bliese,
übt sie fleißig Noten.
Dann hat’s ihr verboten
der Mann. Jetzt übt sie auf der Wiese.

Santiago hat in Tambogrande
den Fallschirm stets unterm Gewande.
„Ich springe behende
herum im Gelände
und weiß auch oft nicht, wo ich lande.“

Hielt Klaudiusz die Parkuhr Brätz
für unnötig, nur für Geschwätz,
wird Stress sie bereiten
beim Zeitüberschreiten.
So will es schon lang das Gesetz.

Tatsächlich ist John in Knockvicar
seit Jahren begeisterter Stricker.
Das wirkt unter Kennern
bei anderen Männern
und ist im Vergleich deutlich schicker.

Aleksy und Jerzy aus Beuthen,
die fuhren ans Meer mit den Bräuten,
die dort unter lautem
Geschrei Burgen bauten,
so dass sie es schließlich bereuten.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DLX)

11 09 2021

Ach, öfters tritt Vít in Audechen
beim Gärtnern leichthin auf den Rechen.
Nur manchmal, da fiel er,
sonst spürt nur den Stiel er
und kann dann nicht darüber sprechen.

Von Folco, da hört man in Gratsch
recht viele Geschichten und Klatsch.
Die handeln vornehmlich
vom Weib und sind dämlich.
Ansonsten erzählt er meist Quatsch.

Wenn Radovan manchmal in Eicht
bei Kunden zu Haus Decken streicht,
steht unten ein Männchen
mit Farbe im Tönnchen,
das ihm dann den Pinsel anreicht.

Renato bezahlte in Gschnon
den Handwerkern selten den Lohn
Sie gingen mit Krach ab
und deckten das Dach ab.
Am nächsten Tag zahlte er schon.

Führt Jindřich sein Pferdchen in Braum
wohl über den Hof, trägt es Zaum
sowohl als auch Zügel,
doch nur fürs Geflügel.
Es wohnt bei ihm im Nebenraum.

Es leistet sich Claudio in Flaas
ein Eselchen. Da es viel fraß,
so muss er seit Jahren
an seiner Kost sparen
und isst wie das Tierchen nun Gras.

Ist Květa mal spät dran in Chlenn,
so sagt sie: „Bevor ich jetzt renn,
behalt ich die Ruhe
und schone die Schuhe,
weil ich sonst sofort wieder penn.“





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DLIX)

4 09 2021

Arnaud bewirbt sich in Faugères.
Er fragt, ob der Posten was wär,
der sei zwar kein Segen,
doch käm’s schon gelegen.
Er macht’s, wie man ahnt, fürs Salär.

Vittorios Chalet in Insone
zeigt an, dass man dort teuer wohne.
Doch sagt man, er habe
zum Sparen die Gabe,
weshalb er es vorwiegend schone.

Pierre reiste an in Almayrac
zur Hochzeit mit Tüten und Sack.
Das war nicht geheuer.
So trug er zur Feier
zerknittert, doch immerhin: Frack.

Es fuhr Remo zackig in Frasco
den Wagen ins nächste Fiasko.
Doch stören ihn Schäden
wohl kaum, denn auf jeden
der Fälle kommt Geld von der Kasko.

Es wunderte sich Jules in Foss.
Als Kind schon bekam er ein Ross,
um es zu begleiten,
doch statt es zu reiten,
bevorzugte Hamster sein Spross.

Es nagelt Aimée in Leutmerken
und schraubt, und in vielen Gewerken,
die auch zu nichts führen,
mag sie dilettieren.
Ihr Mann wird sie darin bestärken.

Henri isst beständig in Sost
nur feinste, gesündeste Kost,
doch mag er nicht laufen,
dafür einzukaufen.
Die Mahlzeiten bringt ihm die Post.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DLVIII)

28 08 2021

Der Schorschl, der brauchte in Kogl
ein Bild vom besonderen Vogel.
Ein Preis, der verlangt es,
am Federvieh krankt es.
„Ah was“, sprach er. „Siehste, ich mogel.“

Es kochte Simone in Stainz
ein Gulasch – so schön war noch keins.
„Ich esse“, so sagt sie,
„nun schnell, da man fragt: wie,
erst meins, danach teilen wir deins.“

Den Holzknecht Andreas in Trag,
den plagten bei fast jedem Schlag
zu fällender Bäume
gar schreckliche Träume.
Er fällt nur noch, wenn er das mag.

Josepha beschwert sich in Glein.
„Bestell ich mir ein Hühnerbein,
um Brühe zu kochen,
so sind es nur Knochen.
Ich schlag diesen Koch kurz und klein!“

Der Pepi ist Bäcker in Paig.
Dem Lehrling gibt er einen Teig,
doch statt den zu backen,
lässt er ihn versacken
und hofft, dass man’s ihm noch mal zeig.

Es legt sich Marlene in Tratten
zum Schläfchen recht gern in den Schatten.
Es fehlt ihr nur diese
recht alte Markise,
so deckt das Gestell sie mit Matten.

Elisabeth wollte in Scheiben
ein Bändchen Gedichte sich schreiben.
Es scheitert im Keime:
ihr fehlten die Reime.
Sie wird beim Roman vorerst bleiben.