In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DXXXVIII)

10 04 2021

Es züchtete Paul in Mühlgraben
erst Esel, dann Pferde, dann Raben.
Dort blieb manches hängen,
man hört noch die strengen
Geräusche der Vögel beim Traben.

Ernesto schwingt in Fenestrelle
beim Putzen recht träg seine Kelle
und lehnt auf ein Pläuschchen
sich an für ein Päuschen.
Die klebt nun recht fest an der Stelle.

Es lag Othmar gern in Kitzladen
im Sommer an Badegestaden.
Dort war er fast immer,
denn er war Nichtschwimmer.
Er schritt nur rein bis zu den Waden.

Umberto, der lebt in Beinette
beinah ohne Zucker und Fette.
Er nimmt nur Gesundes
ins Rund seines Mundes
und raucht dann eine Zigarette.

Man kann Emmi in Eisenzicken
beim Häkeln und Stricken erblicken,
doch am Wochenende
zieht sie’s aufs Gelände.
Dort wird sie dann stundenlang kicken.

Es sorgt sich Ottavio in Coazze.
„Am Sitzpolster find ich die Katze,
die meist ganz unschuldig.
Ich bin ungeduldig,
dass ich selbst das Auto zerkratze.“

Es pflegt Hermann stets in Großmutschen
am Spielplatz drei Runden zu rutschen,
mit Zuckerln versehen
nicht zu widerstehen,
dieselben beim Rutschen zu lutschen.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DXXXVII)

3 04 2021

Pauline ist beim Laufen in Puxe
mit ihren zwei Hunden recht fix.
Der eine, der wartet
erst ab, wenn sie startet,
und überholt sie hinterrücks.

Kocht Agathon trefflich in Oberschrot,
so sieht er doch oft, dass der Ober droht,
ein Trinkgeld zu kriegen.
Da bleibt oft nichts liegen,
er bringt nicht einmal einem Lober Brot.

Jean-Pierre züchtet in Riquewihr
Chamäleons, denn so ein Tier
wollt sein Weib sich halten.
Es bleibt doch beim Alten,
sie sind jetzt bei ihm statt bei ihr.

Renata ist ernstlich in Billens
das Kleinkind beim Singen nicht willens
kurz hungern zu lassen.
Man sieht, schwer zu fassen,
Aida auch während des Stillens.

Recht ungern gräbt Georges in Saint-Max
den Garten um. Doch ist’s ein Klacks,
mit Hilfe von Tieren
dies Werk auszuführen.
Ihn unterstützt dabei ein Dachs.

Es bügelte Carl in Rechthalten.
Das Eisen will ständig erkalten,
so kann er beim Linnen
stets neu auch beginnen.
Die Wäsche war stets frei von Falten.

Gérard kennt man, wie er in Rupt
ein Brötchen in Milchkaffee stippt,
samt den Konfitüren
zum Munde zu führen,
worauf er den Kaffee dann kippt.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DXXXVI)

27 03 2021

Es kultiviert Ambrose in Eitzen
seit Jahren schon den besten Weizen,
jedoch nicht zum Backen.
Um kein Holz zu hacken,
pflegt er mit Getreide zu heizen.

Trainierte Cornelis in Lemmer,
benutzte er Zangen und Hämmer,
bei sich in der Werkstatt,
damit er sich stärk, statt
am Rohr wie ein Gewichtestemmer.

Es knobelte Torby in Dunn,
wobei er auch meistens gewann.
Das machte die meisten
recht stutzig, die Dreisten
verdächtigten gar diesen Mann.

Jans Flieger hat in Hantumhuizen
sowohl links als rechts je zwei Düsen.
Die nutzte er feste
zum Wohle der Gäste
zum Wärmen für beide Kombüsen.

Es radelt Roberta in Ihlen
am Tag an die zweihundert Meilen,
um kurz vor dem Ende
auf kahlen Gelände
ein Viertelstündchen zu verweilen.

Es nagelte Tessa in Sneek
am Fluss Bretter zu einem Steg.
„Es ist deren Länge,
dass ich mich anstrenge.
Dann geh ich ins Wasser und säg.“

Man sah Joe und Jim, die in Kinston
am Fenster der Nachbarin linsten.
Keiner will gestehen,
da gab’s nichts zu sehen,
obwohl beide dennoch breit grinsten.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DXXXV)

20 03 2021

Didier keltert fleißig in Stonne
und gießt seinen Wein in die Tonne.
Dort will er den Trauben
viel Ruhe erlauben.
Daraus trinkt er danach mit Wonne.

Den Pudding buk Carol in Brundall
stets mit einer einzigen Mandel,
die sonst nie verwendet,
was dann darin endet:
sie kaufte sie einzeln im Handel.

Jeans Brüder kennt man in Reichshoffen,
die stets zu Haus saßen und soffen.
Sie sind ungelogen
von dort nie verzogen.
Man hat sie sonst nirgends getroffen.

„Wohlan“, sprach Scott, Mime in Tring,
„wenn man mir nur Stichworte bring,
so bin ich gewogen
zu viel Monologen –
die größeren Reden ich schwing.“

Émile ärgert’s in Ueberstrass.
„Dem Nachbarn ich oft überlass
viel Werkzeug und Pflanzen,
doch wenn ich beim Tanzen
zur Nachbarin hinüber fass?“

In Christophers Zimmern in Letton
lag alles noch spät in den Betten.
„Fürs Fest muss ich sorgen
bis weit in den Morgen.
Die schlafen noch fest. Wolln wir wetten?“

Es hatte Paul in Stiring-Wendel
die Standuhr mit Zapfen und Pendel,
die recht ungenau war,
weil’s für seine Frau war:
daran schwang zum Trocknen Lavendel.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DXXXIV)

13 03 2021

Felipe in Laguna Yema,
der dichtete zu jedem Thema.
Ob Liebe, ob Schmerzen,
ein Haus voller Kerzen,
er hatte für alles ein Schema.

Es schneidet Raúl in San Roque
den Damen so manch lange Locke,
nur unten, beim Beugen,
man kann es bezeugen,
geht er lieber ganz in die Hocke.

Er fiel Jorge in Pichanal
das Haar aus. Er war beinah kahl
und trug schon für Jahre
nur künstliche Haare.
Ihm blieb dabei kaum eine Wahl.

Rodolfo, der schaut in Lavalle
am Morgen stets zur Mausefalle.
Die Gattin, die klagte,
wenn’s irgendwo nagte.
Er macht’s, doch befreit er sie alle.

Serena in General Güemes,
die fragte beim Sperrmüll stets, wem es
zuvor mal gehörte.
Wenn keinen das störte,
so packt sie’s ein und sprach: „Ich nehm es.“

Es sammelt Hans in Sierra Grande
viel Orden an Spangen und Bande,
doch nicht, um mit Stücken
sich eitel zu schmücken.
Er ziert nur sein Haus als Girlande.

Belén beurteilt in Corrientes
die Schüler nur ob des Talentes.
Sie pfeift auf Zensuren,
und sieht sie nur Spuren
von Eignung, bei Gott! sie erkennt es.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DXXXIII)

6 03 2021

Man hört es, wenn Patrick in Cong
in seinem Hotel zur Saison
so oft wie nur möglich
statt dreimal ist täglich.
Dann tönt durch die Küche der Gong.

Macht Chahryar in Fereydunschahr
sich Schuhe, dann nicht nur ein Paar.
Er nimmt von dem Leder
den Schnitt dann in jeder
der Farben, dass er Arbeit spar.

So klagt Stephen oftmals in Boyle:
„Erst kommt so ein schlimmes Geheul,
der Sohn hat den Wagen
ans Tor angeschlagen –
dann wartet er, bis ich’s ausbeul.“

Es wartete Saeed in Chanke
zwei Stunden wohl hinter der Tanke.
„Was ‚Durchgehend offen‘
heißt, kann man nur hoffen –
vermutlich ‚Geschlossen‘. Na danke!“

Mick stört es, wenn in Passage East
der Papagei Zeitung mitliest.
Nicht nur, dass er meckert
und pfeift, schnalzt und keckert,
er kommentiert auch noch, das Biest!

Es friert Folvio in Girasole,
so geht er zum Keller, holt Kohle
und sieht, seine Schöne,
die Gattin, trug jene
schon weg, damit er sie nicht hole.

Paketschnur hat Percy in Bandon
verknotet fest an beiden Enden.
Er sammelt die Fäden,
auch kurze, nun: jeden
und wird sie noch einmal verwenden.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DXXXII)

27 02 2021

Man sagt, Keaton könnte in Rayne
fast alles, auch Leises, verstehn.
Doch pflegt ihn beim Hören
vor allem zu stören:
wer sagt was, und was ist für wen?

Brigitte ist sportlich in Kleßheim.
„Vom Joggen bring ich, was ich ess, heim.
Dann Klettern und Klimmen,
danach geh ich Schwimmen
und radel im Skifahrerdress heim.“

Gewinnen tat Robby in Scott
gleich dreimal im Lotto, und flott
kauft er ohne Fragen
sich viel Geldanlagen.
Danach war er auch schon bankrott.

Das Schicksal war Grete in Grödig
wohl wegen der Schönheit recht gnädig.
Die Herren, die flirten
zwecks äußeren Werten
sie an. Darum ist sie noch ledig.

Fred kannte man, der in Red Chute
für seine Gemeinde viel tut,
jedoch will’s oftmalen
dann keiner bezahlen.
So nahm er am Ende den Hut.

Es kaufte sich Gottfried in Plain
als Haustier ein putziges Schwein,
gar nicht, um’s zu schlachten –
es tät auf nichts achten,
er lief darum stets hinterdrein.

Es lief William stöhnend durch Zwolle
und zog seiner Gattin den Trolley.
Sie pflegte beim Laufen
beständig zu kaufen,
und schwerer wird’s – mein lieber Scholli!





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DXXXI)

20 02 2021

Es grämte sich Marthe in Aroffe.
„Der Gatte bleibt aus, und ich hoff,
er sitzt jetzt recht gerne
in seiner Taverne,
bevor er zu Haus wär und soff.“

Wenn Dugald ein Auto in Spott
besaß, fuhr er damit recht flott.
Man konnte wohl sagen,
die meisten der Wagen,
die fuhr er mit Vollgas zu Schrott.

Pauline schätzt man in Jeanménil,
weil sie oft im Strafraum umfiel.
Im Augenblick später
tritt sie den Elfmeter
und wendet damit jedes Spiel.

Will Duncan sich stets in Longforgan
im Städtchen so manches besorgen,
verschläft er es täglich.
So wird es unmöglich,
und er verschiebt alles auf morgen.

Carolle schlief nicht gut in La Baffe.
„Wenn ich manchmal drei Stunden schaff,
dann tönen die Glocken.
Die Stadt will mich locken,
dann bin ich fort aus diesem Kaff.“

Man sah Malcolm früher in Duns
als Meister in Schwertkampf und Tanz.
Jetzt wurde er hundert.
Was keinen verwundert,
er trat noch mal an und gewann’s.

Hélène tratschte viel in Knœringue,
bis ihr eine Nachricht entging.
Da sagt die Bekannte
ihr, dass ihr Haus brannte –
was ihr ob des Tratschens entging.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DXXX)

13 02 2021

Es grämte sich Dana in Sobetitz.
„Da ich hier nur in der Garderobe sitz,
sieht man von den Moden
aus Filz und aus Loden
nur, wie ich dann vor lauter Lobe schwitz.“

Vor allem reist Malcolm aus Easton
im Ausland in zahlreiche Wüsten.
Wiewohl er wollt reisen,
es gab dort nur Speisen,
die ihm seine Reisen vermiesten.

Wenn Vendula feiert in Galtenhof,
dann findet sie meist ihre Alten doof.
„Sie finden, die Scheune
tut es nicht alleine,
weil ich zur Not auch mal im Kalten schwof.“

Melinda, die soll in Duchesne
zehn recht große Viehweiden mähn.
„Weil nämlich der Gatte
Lust darauf nicht hatte.
Nur, dass ich es einmal erwähn.“

Stand Ludvík vorm Spiegel in Stich
der ihn mit dem Vater verglich,
da sah er, unsterblich
und jedenfalls erblich,
die Nase, worauf er erblich.

Die Ziege von Mary in Rockville,
die wie der Bock auch nicht den Stock will,
ist äußerst lebendig,
springt hoch und weit ständig
und steht jedenfalls nur am Pflock still.

Vít trägt einen Anzug in Fleyh,
der wirkt noch nach Jahren wie neu.
Der Schnitt ist veraltet,
doch nichts, das sich faltet –
der Stoff nämlich ist bügelfrei.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DXXIX)

6 02 2021

Damien, der ernährt sich in Yutz
recht einseitig, fettig und süß.
„Ich will’s ohne Kuchen
auch manchmal versuchen,
dann ess ich Kohlrabi und büß.“

Wäscht Balysch in Balkanabat
sein Haar, liegt es meistens recht platt.
Um sich zu verwöhnen,
pflegt er es zu föhnen,
doch hat der Föhn nur fünfzig Watt.

Éric, sagt man, der macht in Vroil
als Handwerker von Fall zu Fall
recht günstige Preise,
doch keineswegs leise:
man hört ihn mit lautstarkem Schall.

Als Brauer sorgt Thabo in Mhlume
beim Bier für die schäumende Blume.
Er lässt jeden Morgen
sich Hefe besorgen
aus Brötchen mit feuchtwarmer Krume.

Pierres Haarausfall sah man in Xammes
recht deutlich. Er legte den Kamm
zurück in die Lade.
Er nahm nach dem Bade
statt Bürste nur Handtuch und Schwamm.

Adolfo trägt oft in Panzós
ein Sakko, das ist ihm zu groß.
Dazu er sich nähte
ein Beinkleid, das wehte.
Es ist ihm halt Jacke wie Hos.

Madeleine, die beharrte in Lourdes,
dass ihr Sohn recht ausnahmslos spurt.
Sie hat nichts verziehen
beim Kindererziehen
schon Wochen vor seiner Geburt.