In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CDVIII)

1 09 2018

Bei Dušan sind kürzlich in Achten
Verwandte, die Zeit dort verbrachten,
recht träge geworden.
Dann sah er die Horden
bei ihm ungefragt übernachten.

Wird Märta beim Putzen in Ryd
nach mehreren Stunden sehr müd,
so putzt sie erst fertig
geistesgegenwärtig,
sonst geht was kaputt. Gott behüt!

Ist Vlado verschnupft in Kleinrippen,
wird er in Tee Zwieback stippen,
ganz heimlich und leise.
Die andere Speise
kommt ihm nicht mehr über die Lippen

Chiletso trinkt in Cape MacLear
zum Frühstück bereits starkes Bier.
Die Regel zitiert er
gern und ignoriert er,
denn irgendwo ist es nach vier.

Ist Ľubomír wütend in Barsch,
ist er wie gewöhnlich recht harsch
und setzt sich zum Dämpfen,
die Wut zu bekämpfen
fürs erste einmal selbst in Marsch.

Ricardo in Puerto Limón
geht früh mit der Zeitung davon.
Er wird sie nicht lösen,
er will drunter dösen.
„Fürn Kopf“, sagt er, „wenn ich mich sonn.“

Patrícia wird abends in Eulenbach
im Mondenschein erst mit den Eulen wach.
„Ich schlafe am Tage
und wach ohne Klage
mit ihnen gern, wenn ich sie heulen mach.“

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In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CDVII)

25 08 2018

Tadeusz, der pflegt in Flösten
sich selber Kaffee oft zu rösten.
Er führte im Schilde,
man mag ihn nur milde,
ihm schmeckt’s fast verbrannt noch am besten.

Wassili, der schenkte in Tjumen
Verwandten des öfteren Blumen.
Die Onkel, die mied er,
denn hier unterschied er
die Damen wie Basen und Muhmen.

Man hörte bei Wojciech in Bzurren
beständig ein ganz leises Knurren.
Sein Hund war’s, der schlief nicht,
denn die Heizung lief nicht,
sie lieferte nur leises Surren.

Michelle wünschte sich in Te Puke,
man soll auf ihr Grab eine Luke
vom Segelschiff setzen,
dass man mit Entsetzen
sich fürchte, ob sie daraus spuke.

Hat Zdzisław einmal in Czerwanken
am Abend nur trübe Gedanken,
geht er auf in den Garten,
weil dort auf ihn warten
die Bäumchen, die Sträucher und Ranken.

Es ließ Linda manchmal in Huyton
sich zu manchen Käufen verleiten.
Meist waren es Hosen,
die kurzen, die losen,
und meistens, da waren’s die weiten.

Dass Włodzimierz immer in Guhsen
der Gattin sich nähert zum Schmusen,
ist ihr schon fast peinlich,
dabei ist er reinlich
und schätzt sie nur für ihren Busen.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CDVI)

18 08 2018

Es ärgerte Vlasta in Moorkopf:
„Wenn ich bei der Ankunft ans Tor klopf,
will ich keinen stören,
doch niemand wird’s hören,
wenn ich vorher nicht zehnmal vorklopf.“

Tauana schraubt in Tuanai
am Fahrrad herum. Alle drei
der Kränze sind feste,
die Schaltung die beste –
die Kette jedoch, die dreht frei.

Spricht Otakar manchmal in Nußlau
der Holden: „Wenn ich eine Nuss kau,
die ich nach dem Knacken
mir schieb in die Backen,
kann’s sein, dass ich mir einen Kuss klau.“

Hat Ramesh mal Freizeit in Feni,
bleibt er auch zu Hause. „Ich geh nie
zu anderen Leuten
und schau nicht nach Bräuten.
Denn die, die ich such, seh ich eh nie.“

Es stöhnt Jitka müde in Nettolitz.
„Was ich bei der Buchhaltung netto sitz,
ist nicht zu ertragen.
Es hilft auch kein Klagen,
hätt ich nicht stattdessen in petto Witz.“

Chum trug Fackeln durch Anlong Veng.
„Die Gassen sind vielfach so eng,
dass ich mit den Flammen,
mit allen zusammen,
mir ständig die Nase verseng.“

Dass František sich in Neuhütte
mit Altmetall eindeckt und bitte,
ihm solches zu bringen,
will nicht in ihn dringen,
bis er’s vor die Nachbarstür schütte.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CDV)

11 08 2018

Boglárka, die saß in Falschnone
und kümmerte sich nicht die Bohne,
was dieses Büro tut.
Sie saß, und so war’s gut,
und schaute auf die Telefone.

Cecilio, der kippte in Cheles
am Mittag sehr gerne ein Helles,
doch niemals aus Flaschen.
Er will ja nichts naschen,
er braucht aus dem Fass nur ein Schnelles.

Da Ádám im Reitstall in Oßlipp
sich schwer tat, weil er fast vom Ross kipp’,
hält er sich nun gerade
im Sattel. Wie schade,
weil er sonst genau wie der Biss wipp’.

Es kauft sich Scévole jüngst in Blou
als Haustier zunächst eine Kuh,
dann Heu, fest und trocken,
zwei passende Glocken.
Denn Stall gab es gratis dazu.

Wenn Géza ganz amtlich in Kemend
als Kommissar Diebe vernehmend
hebt die Augenbrauen,
packt alle das Grauen.
Der Anblick ist absolut lähmend.

Hilário hat in Negomane
von zahlreichen Lastern noch Plane
und näht unter Schwitzen
aus Stücken und Schlitzen
die weltgrößte Stadionfahne.

Es macht Dénes in Spanischwiese
im Milchgeschäft fortwährend Miese.
Die Kunden? von dannen.
Dann fehlen die Kannen.
Erst jetzt sieht er: dies ist die Krise.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CDIV)

4 08 2018

Hat František jetzt in Fünfhunden
im Teppich die Linsen gefunden,
so war es sein Wille.
Er braucht keine Brille
und misst seine Suche nach Stunden.

Ist Mārtiņš besorgt in Aizpute,
so hält man ihm immer zugute,
dass er auch mit Mühe
beleidigte Kühe
nur schiebt. Er nimmt niemals die Rute.

Da Dagmar oft Kerzen in Hummeln
zu Ende brennt, muss sie von Stummeln
die Leuchter befreien.
Dies führt bei der Treuen
zu endlosem, schrecklichem Fummeln.

Hans-Kristian, der Geld leiht in Lundeborg,
spricht: „Wem ich die Kohle im Grunde borg,
ist mir nicht geläufig,
denn ich sehe häufig,
dass ich mich dann nach meinem Funde sorg.“

Es malt Mořic sich in Gefild
am Gartenzaun hängend ein Schild,
für Vierbeinerwesen,
von Menschen gelesen,
und eigentlich ihnen auch gilt.

Man sagte von Youssef aus Atfih,
er sei doch recht reich, denn er hat Vieh.
Doch ist dies geliehen
und muss täglich ziehen,
getrennt auch in Rauh- und in Glattvieh.

Am Tresen sitzt Jan in Groß Lippen
und tat Brötchen in den Tee stippen.
Nicht, weil er das mochte,
die Flüssigkeit kochte
und war viel zu heiß, sie zu kippen.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CDIII)

28 07 2018

Hat Sorin Probleme in Bretz,
so hat er sie mit dem Gesetz.
„Ich weiß“, spricht er schüchtern,
„ich bin selten nüchtern,
wenn ich mal die andern verletz.“

Will Inger die Blumen in Fegen
trotz Dürre zum Wachsen anregen,
sprüht sie mit der Spritze
ganz gegen die Hitze.
Den Vögeln kommt dieses gelegen.

Otilia, die trank oft in Gier
am Abend ein kochendes Bier.
„Das Zeug schmeckt zwar greulich,
doch ist es erfreulich,
dass ich danach niemals mehr frier.“

Waitea, ein Rentner aus Poland,
der sich nach der Arbeit erholend
im Stadtpark vergnügte,
sieht, dass dies genügte.
Er machte dies sehr gerne bowlend.

Als Regisseur sieht Dan in Frauenbach
im Straßenbild gerne den Frauen nach,
nicht, um zu verführen,
nur, um zu taxieren –
er sucht eben gern im genauen Fach.

Yoandri macht im Nueva Paz
am Tag seine Hosen oft nass.
Kollegen erfuhren,
die Temperaturen
sind’s, einzig und ausschließlich das.

Zog Bănel sich in Kleinsanktpeter
die Schuhe aus, merkte es später –
meist früher – ein jeder,
man roch nicht das Leder,
es dampften vielmehr seine Treter.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CDII)

21 07 2018

Es fühlte sich Bogdan in Warde
als Sänger wohl zur ersten Garde
seit langem gehörend.
Er war eher störend
und taugt nur als Karnevalsbarde.

Gualberto trägt in São Miguel
ein Täschchen ganz aus Ochsenfell,
das man an den Enden
kann vollständig wenden.
Manchmal ist es dunkel, dann hell.

Es tat Branko gerne in Zinken
zu Mittag bereits Schnäpse trinken,
was, gar keine Frage,
verkürzte die Tage.
So sah er die Sonne schnell sinken.

Es lag Hassam oft in al-Chaur
am Morgen an der Gartenmauer.
Die Post kommt zu spät ihm,
und darauf gerät ihm
die Laune doch manches mal sauer.

Hat Špela beim Mauern in Ziegelstadt
mal wieder recht gründlich die Ziegel satt,
sieht sie sich im Ganzen
und geht schnurstracks tanzen.
Wohl dem, der bei sich einen Spiegel hat.

Hat Lam keine Lust in Nimule,
geht er morgens nicht erst zur Schule.
Er packt seine Bücher
in trockene Tücher
und liegt schlafend in seiner Kuhle.

Hat Boštjan beim Parken in Tschret
den Nachbarn geschrammt? Ach, zu spät.
Im Fenster hockt passend
ein Rentner, der hassen
ihn ganz aus Gewohnheit verrät.