In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DLXCIII)

14 05 2022

Es schnorchelte Chelsea in Bruceton
trotz Fieber mit Schnupfen und Husten.
Was sie dabei fühlte,
dass es sie gut kühlte.
Trotzdem musste sie ständig prusten.

Will Walter jüngst in Oberbuchsiten
am Pool im Hotel sich ein Tuch mieten,
muss er lange lauern.
Die Kellner bedauern,
man kann ihm nichts auf sein Gesuch bieten.

Im Garten hat Steve in Due West
ein Bäumchen, das er wachsen lässt.
Dann hört man ihn wettern
beim Harken von Blättern.
Das hasst er noch mehr als die Pest.

Als Künstler lebt Guido in Flumenthal.
„Auch wenn ich hier vorwiegend Blumen mal,
bedarf ich der Farben
und will auch nicht darben,
zumal ich selbst auch nicht mit Krumen zahl.“

Es tischlert sich Eddie in Kline
aus Brettern fürs Haus einen Schrein.
Das macht schnell die Runde,
er tut’s für zwei Hunde,
vielmehr: für der beiden Gebein.

Vegan lebte Beat in Balm.
„Ich kaue recht gern auf dem Halm,
und muss beim Rutschen
am Boden auch lutschen,
schau ich, dass ich ihn dann zermalm.“

Wenn Charlie und Seymour in Bluffton
die Arbeit ein Stück schneller schafften,
so sah man die Brüder
im Werk nicht schnell wieder,
weil sie draußen saßen und pafften.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DLXCII)

7 05 2022

Filippo sieht in Padergnone
vom Fenster aus, wie eine Drohne
sein Grundstück umflattert,
bevor es kurz rattert.
„Glaubt nicht, dass ich das Ding verschone!“

Miguel kehrte gern in Cubelles
beim Wirt ein und trank dort ein Helles.
Meist hat er nur rar Zeit
und wollte zur Arbeit,
darum nahm er nur etwas Schnelles.

Ermanno legt in Cavalese
im Kühlschrank Gemüse zum Käse,
die Butter ins Eisfach,
dem Wein schon er Reis nach.
Sein Weib war ihm deshalb stets böse.

Oswaldo, der war in Alpens
ein Musterbild von einem Stenz.
Was man an ihm hasste,
er prahlte und prasste.
Trotzdem hatte er reichlich Fans.

Es spielt Ugo in Cavedine
mit durchaus gewichtiger Miene
des Eisenbahnwärters.
Kommt einer, so hört er’s
und nimmt schnell die Lok von der Schiene.

Es lebte Enrique in Blanes
fast nur vom Vermieten des Kahnes.
Die Sitzbank, die Ruder
vermietet sein Bruder.
Auch dies war ein Teil seines Planes.

Hantierte Giuseppe in Tres
mit Vasen mal unsachgemäß,
so siegte die Tücke:
es ging ihm in Stücke
so manches recht teure Gefäß.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DLXCI)

30 04 2022

Es kochte sich Malcolm in Eye
Gemüse. Ertönte ein Schrei,
erfüllten die Küche
beträchtliche Flüche,
so ahnt er: davon blieb nur Brei.

Bei Fredrik, der sein Haus in Hylte
mit Andenken bis zum Rand füllte,
ja in der Tat stopfte,
in Ecken auch pfropfte,
sah man, wie er alles vermüllte.

Josiah, der packte in Syston
sein Hab und Gut immer in Kisten.
Er wollte den Kindern
Die Habgier vermindern,
dass sie davon gar nichts vermissten.

Man wusste, dass Sonja in Solbacken
ein Ziel hat: sie will mit dem Zoll schnacken.
Ihr Weg macht es möglich,
so tut sie es täglich.
Man weiß auch, sie kann wirklich toll backen.

Es hustete Harold in Clare
seit Jahren recht heftig und schwer.
Vermisst er das Rauchen,
schien er zu gebrauchen
die Düfte von Asphalt und Teer.

Man sah, Gunnar reinigt in Heden
mit Schwung alle Wände und Böden,
bis er sich empörte,
weil irgendwer störte
dabei ihn. Das galt hier für jeden.

Bei Tim feiert man in South Molton
mit Freunden, die eben noch bowlten
und später dann grillten.
Je mehr sie da brüllten,
geschah’s, dass die Würste verkohlten.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DLXC)

23 04 2022

Es hatte Joël in Beausite
sechs Häuser. „Wenn ich die vermiete,
verlange ich Kohle,
die ich mir gern hole,
weil ich dafür auch alles biete.“

Man sieht Rikke, wie sie in Rungsted
auf ihrem Hof knietief im Dung steht.
Er ist zu berichten,
wie sie nach dem Schichten
danach aus dem Haufen mit Schwung geht.

Von Jeanne weiß man in Vézelise,
von allem nimmt sie eine Prise,
weil sie die Gewürze
auf alles draufstürze,
dass man danach recht kräftig niese.

Es buk Gustav Brot in Torslunde,
das war wörtlich in aller Munde.
Nebst „dies da“ und „jenes“
kauft man „noch was Schönes“.
Am liebsten nahm man „dieses Runde“.

Michel, der sein Weib in Rœschwoog
seit langem ums Kleingeld betrog,
der merkte nach Jahren
mit sinnlosem Sparen,
dass sie ihm die Scheine abzog.

Es ließ sich Marlene in Kokkedal
das Haar tönen. Hier eine Locke mal,
und dort mal zwei Strähnen.
Sie wollte dann löhnen
mit Münzen, gespart in der Socke mal.

Es hat sich Cyril in Menchhoffen
mit Schulfreunden oft schon getroffen.
Die älteren Leute
sieht man auch noch heute,
sie haben stets gerne gesoffen.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DLXXXIX)

16 04 2022

Es ärgerte James in Old Eldon,
wenn Schüler, anstatt sich zu melden,
im Unterricht reden.
Er tadelte jeden
von seinen geschwätzigen Helden.

Ein Strauchdieb war Ģirts in Dobele.
„Wenn ich, was schon vorkommt, mal stehle,
so ist es nur kärglich
und bleibt fast unmerklich,
da ich’s auch nie weitererzähle.“

Kauft Andrew in Stockton-on-Tees
fürs Grundstück ein paar Säcke Kies,
so sieht man ihn fluchen
und Splitter raussuchen.
Die Qualität ist ziemlich mies.

Kommt in Píos Bar in Guatire
die Frage, was er denn so führe,
so gibt er den Gästen
die Auswahl zum Besten:
er hat warme und kalte Biere.

Priscilla in Marske-by-the-Sea,
die auf dem Motorrad stets schrie,
kann auf Fahrgeräten
die Bremsen nicht treten.
Sie will’s, doch sie weiß niemals, wie.

Sitzt Edvīns am Teich von Gulbene,
so hofft man auf Fische, auf schöne.
Doch wird man an Fischen
wohl nichts mehr erwischen.
Er lebt vom Vermieten der Kähne.

Hat Bryan in Houghton-le-Spring
schon Hoffnung, so fehlt ihm der Ring.
Um sich zu verloben,
zieht er viel nach oben,
was er so im Fischteich einfing.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DLXXXVIII)

9 04 2022

Es radelt Tadeusz in Zadel.
Beeindruckend findet’s sein Madl,
die als Untrainierter
ja niemals verführt er.
Schon sticht’s ihm wie Nadeln ins Wadl.

Es hütete Phil in Kilkullen
die Schafe. Damit sie nicht fallen,
montierte er Kissen,
wo sie es nicht wissen
und jedes Mal dagegen prallen.

Seit Jahren hielt Pola in Zietzen
sich Katzen. Wohl sind ihre Miezen
recht lieb und possierlich
und fressen manierlich,
auch wenn sie sie danach stets triezen.

Es pflegt Sam in Carrick-on-Shannon
mit seinen zwei Hunden zu rennen,
auf Berge, durch Wälder,
auch quer über Felder.
Danach wollen alle drei pennen.

Von Adam hört man in Zehnhuben
Musik quer durch all seine Stuben.
Es schliefen die Gäste
wohl gerne noch feste,
trotz Pauken, Posaunen und Tuben.

Der Nichtschwimmer Patrick in Shrule
sitzt dennoch recht gerne im Pool.
Ihm dient zum Verweilen
aus klappbaren Teilen
ein wasserfest praktischer Stuhl.

Der Förster Andrzej in Zowade
Bevorzugt stets saubere Pfade.
Ihm ist auch gelegen
am blitzblanken Fegen,
darum zieht er alle schurgerade.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DLXXXVII)

2 04 2022

Die Söhne von Lewis in Cranston,
die oftmals die Grundschule schwänzten,
die ärgern den Vater.
Streng durchgreifen tat er
mit Regeln, die dieses begrenzten.

Gonzalo fuhr in Tepexpan
am Morgen mit der Straßenbahn,
die sich oft verspätet.
Man kennt es und betet,
sonst sitzt auf den Schienen ein Schwan.

Ist Allen zu Hause in Guild,
kommt’s vor, dass er ungeniert brüllt.
Auch wenn man es nicht sah,
am Fenster ist sichtbar
ein Vorhang, der alles verhüllt.

Jesús mähte nie in Empalme.
„Mich stören zwar auch diese Halme,
doch wo einmal Gras war,
da kommt es zupass gar,
dass ich alles Grün gleich zermalme.“

Ein Bäumchen hat Edmond in Baxter.
Der Baum steht im Garten. Da wächst er
und trägt Aprikosen.
Wohl über die Hosen
geht viel von der Frucht, denn so kleckst er.

Ricardo hat in Cuautitlán
ein komisches Tier: einen Hahn,
der jeden Tag bellte
und sich auch verstellte
als Hund. Dieses Tier lebt im Wahm.

Es züchtet Skip in Gruetli-Laager
zehn Sorten an Nüssen, doch mager
blieb er bei den Früchten.
Er wird sie zwar züchten,
doch den Ertrag kriegen nur Nager.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DLXXXVI)

26 03 2022

Enrico, der fährt in Alpette
das Mofa trotz schleifender Kette
fast drei Kilometer.
Der Schaden kommt später,
doch er gewinnt so eine Wette.

Ermittelte Sverre in Seter
fast bei jedem Mordfall den Täter,
sind Kriminologen
ihm seither gewogen.
Die machten nie großes Gezeter.

Im Helm hat Omar in Cassine
beim Motorradfahrn eine Biene.
Dem Feuerstuhlhelden
dies gar nicht gefällt, denn
er hätt fast verzogen die Miene.

Es putzt Øystein in Vestre Toten
den Hunden und Katzen die Pfoten.
Er selbst trägt nie Schuhe
und kommt aus der Ruhe,
betritt man sein Haus – streng verboten!

Ernesto wohnt in Cortandone.
„Da ich meine Mülltonne schone,
muss keiner sie leeren.
Die Müllwagen scheren
sich auch kaum darum. Nicht die Bohne.“

Es stellte sich Rikke in Tjøtta
aus Holz und Metall fünfzig Götter
wohl in ihre Schränke,
dazu auch Geschenke:
für jeden Bedarf einen Retter.

Maurizio ruft in Borgomale
zehnmal an die Taxizentrale.
Jetzt kommen zehn Wagen,
bei ihm Krach zu schlagen.
„Glaubt nicht, dass ich dafür bezahle!“





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DLXXXV)

19 03 2022

Fernando saß wieder in Foz
beim Schießen hoch auf seinem Ross.
Die Flügel der Mühle,
die weckten Gefühle,
was ihn jedes Mal sehr verdross.

Masoud, der frisierte in Farhad
und freut sich nicht, dass er den Star hat,
den weltgrößten Sänger.
Er kennt ihn schon länger,
nur, dass dieser Künstler kein Haar hat.

Ramón, Gangsterboss in Estorde,
der hat in der Kleingangsterhorde
meist nur Mopedklauer
und Kleingeldverstauer.
Niemals gab es bei ihm auch Morde.

Erbost war jüngst Resa in Pakdascht.
„Wenn Ihr aus dem Süßigkeitssack nascht,
dann will ich zur Strafe,
dass Ihr, wenn ich schlafe,
die Finger nach diesem Geschmack wascht!“

Es fuhr Inés neulich in Frades
zum Schwimmbad. Nach Freuden des Bades,
muss sie es probieren
und schnell memorieren
den richtigen Standort des Rades.

Ehsan hat in Torbat-e Dschām
ein Schuhpaar, mit dem er stets kam,
wonach er nie schaute
und das man ihm klaute.
Es war kaputt. Fürwahr, infam.

Iñigo in Soutomaior,
der sich jüngst die Gattin erkor,
ist zwei Köpfe kleiner
als sie. Doch in seiner
Verliebtheit schaut er gern empor.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DLXXXIV)

12 03 2022

Man sieht, Hjalmar lässt in Sørkjosen
im Fjord sich vom Wasser umtosen.
Er hat an der Nässe
wohl auch Interesse,
verzichtet er doch gern auf Hosen.

Johanna stand in Asserballe
mit ihrem Gefährt in der Falle.
Sie parkt, wo’s verboten,
und muss nun ausloten:
wie weit kommt sie mit einer Kralle?

Bei Steinar sah man schon in Gratangen
Insekten, die ihm stets im Bart hangen.
Das stört ihn elendig,
er fuchtelt beständig
er will nun die Fliegen in Fahrt fangen.

Ein Kettchen trug Jørgen in Kragesand,
das er jüngst bei einem Gelage fand.
Wem dies wohl gehörte,
war, was ihn nicht störte
und für ihn noch niemals zur Frage stand.

Für Thorleif, der nämlich in Alteidet
seit Kindheit schon unter Gewalt leidet,
sind Wiesen und Wälder
vom Korngeist der Felder
verhext, dass er seine Gestalt meidet.

Stand Bjarne am Flüsschen in Fangel,
so stand er dort nie ohne Angel.
Er fing nichts. Gewöhnlich
nimmt er’s nicht persönlich.
An Zeit hatte er keinen Mangel.

Amanda, die knurrte in Tennevoll –
sie frug, was des Gatten Gerenne soll.
„Mit zehn Kameraden
ein Fahrzeug beladen,
das macht sonntags nur meinen Männe toll!“