In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CDXXVI)

19 01 2019

Es schneiderte Đuro in Strengen
bei Hosen meist perfekte Längen,
doch muss bei den Schnitten
er stets in der Mitten
die Beine erheblich verengen.

Da Shimshon der Braut in Kfar Szold
Juwelen und allerhand Gold
als Mitgift zu schenken
beschloss, ließ ihn denken,
sie sei ihm ja sowieso hold.

Hört Damir den Wachhund in Schellengradt,
holt er ihn herein noch im Hellen gerad.
Er kennt ja sein Tierchen
in seinem Revierchen
und weiß, ihm selbst wird oft das Bellen fad.

Schlägt Wasis in Sébikotane
am Morgen schon Unmengen Sahne,
macht er nicht viel Worte.
Er weiß, eine Torte
ist fertig, bevor man ihn mahne.

Kippt Zlata die Taschen in Zutsch
am Tisch aus, dann in einem Rutsch.
Dann kramt er und wendet,
was immer so endet:
die Schlüssel, die Schlüssel sind futsch!

Paul pflastert in Sotuma Sere
die Auffahrt samt Parkplatz und Kehre.
„Ich hoffe, das Pflaster
reicht hier auf dem Laster,
weil ich es sonst irgendwann teere.“

Pfropft Vojko die Bäume in Chweimen,
hofft er, dass die Reiser bald keimen.
Will das Okulieren
dann doch zu nichts führen,
beginnt er, das Zeug zu verleimen.

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In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CDXXV)

12 01 2019

Belinda, die flirtet in Ballenstein
und mancher tappt in ihre Fallen rein,
der guckt, statt zu denken.
Dem wird sie nichts schenken,
sie will nur zu seinem Gefallen sein.

Abdullah sägt in Bir al-Abd
ein Türblatt aus, dass richtig klappt,
doch kommt zu den Türen-
noch Schlossergebühren,
da hier auch ein Türschloss noch schnappt.

Im Walde sucht Dušan in Drautz
nach Eulen. Er stolpert – pardauz!
kommt er rasch zum Liegen.
Er sieht nur noch fliegen
vom Ast in den Himmel den Kauz.

Dambudzo, der pflegt in Harare
ein Lager wohl über die Jahre
an kostbaren Weinen.
Er trinkt, will man meinen,
davon, statt, dass er sie verwahre.

Beáta, die friert’s in Großschützen
am Kopf, denn sie trägt keine Mützen.
Trotz recht großer Ohren
hat sie sie verloren,
sie wollten bei ihr nie recht sitzen.

Fährt Clayton zu schnell in San Ġwann,
liegt es am Motorradgespann.
Was er nämlich glaubt, ist,
wie schnell es erlaubt ist,
berechnet sich immer pro Mann.

Verkauft Ľuba in Bursanktpeter
Versicherungen, fährt sie später
nicht mehr zu den Kunden.
Sie hat’s nicht gefunden
und schickt einfach ihren Vertreter.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CDXXIV)

5 01 2019

Steigt Tomáš hinauf in Klein Krosse,
so klettert er Sprosse um Sprosse
aufs Dach, um die Ecken
und Kanten zu decken –
und alles im Auftrag der Bosse.

Man hört Kwame in Sogakofe
beim Singen im Haus und im Hofe
recht laut und beständig,
doch klampft er elendig
dazu, und zwar Strophe für Strophe.

Veronika fehlt in Klein Skal
beim Kofferauspacken der Schal.
„Das sind“, spricht sie grantelnd,
den Nacken ummantelnd,
„jetzt drei, die ich dies Jahr bezahl!“

Amanda seufzt in Matakohe.
„Auch wenn ich dem Tier selten drohe,
die täglichen Funde
und andere Hunde
sind schuld, dass ich ihn jetzt entflohe.“

Vít schor Schaf um Schaf in Klein Schöd.
„Am Anfang ist dieses ja öd,
doch dann wird es hektisch,
da Schluss mit elektrisch –
ein Kurzschluss ist nun im Gerät.“

Sägt Ljupčo die Bretter in Šum,
wird eines von vieren meist krumm.
Der Ohrschutz entgleitet,
der Winkel sich weitet,
denn schon lenkt ihn ab das Gebrumm.

Sprach Jaroslav doch in Klein Prennet:
„Ihr Brüder, die Müll Ihr nicht trennet,
seid gänzlich verloren.
Bald kommt mir zu Ohren,
dass Ihr in der Hölle, ach! brennet.“





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CDXXIII)

15 12 2018

Dass Jarosław Bücher in Breesen
besitzt, kann er auch keines lesen,
trifft ja nach Bericht zu.
Er deckt sein Gesicht zu
und liegt und kann wunderbar dösen.

Ignacio, der grub in Sagunt
gern Dinge aus, meist sind sie rund.
Für Archäologen
befremdlich, bezogen
sie sich für ihn: passt in den Mund.

Wioletta, die lässt sich Argenau
frisieren. „Man schneidet hier haargenau,
das dauert zwar Tage,
doch ist’s, keine Frage,
echt günstig: ich seh, wo ich spar, genau.“

Spricht Thom, Auftragsmörder in Lysekil:
„Dass ich rein beruflich nur Miese kill,
das liegt an der Kohle,
die ich mir so hole,
da ich ganz moralfrei nur diese will.“

Es pflegt Bolesław in Blindgallen
dem Modegeschmack zu gefallen.
Es lässt, will man meinen,
ihn unmerklich scheinen.
Man sieht dieses Zeug ja bei allen.

Éric in Bruyères-le-Châtel
sang gerne, jedoch laut und grell.
Man schätzte die Töne,
als eine Sirene
kaputt ging, recht gründlich und schnell.

Dass Krzysztof und Witold in Dampen
im Dunkel trotz strahlender Lampen
herumtappten, trügt es
den Schein? vielmehr liegt es
am Schatten von zwei großen Wampen.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CDXXII)

8 12 2018

Alžbeta hilft gerne in Katsche
den Bauern heraus aus der Patsche.
Sie weiß zur Genüge,
meist sind es die Pflüge –
sie zieht sie heraus aus der Matsche.

Weil Gordon in Radcliffe on Trent
die meisten der Fachhändler kennt,
bestellt man ihm alles
im Falle des Falles
mit Nachlass von gut zehn Prozent.

Geiz zeichnet Ján aus, der in Lintz
sein Geld verleiht zum Wucherzins.
Beim Arzt, kann man lesen,
steht er auch am Tresen
und nimmt gleich zwei Stück Pfefferminz.

Geht Svante am Morgen in Rynge
zum Acker, so sind seine Schwünge
schon kräftig bemessen.
„Man darf nicht vergessen“,
sagt er, „dass von Hand ich noch dünge.“

Pavol hat in Bursanktgeorgen
just schuldenbedingt große Sorgen.
Die Gläubiger harren,
man hört sie gar scharren –
nun muss er sich wohl etwas borgen.

Man sieht Eyvind schwitzend in Bogen,
den Schlitten hat er wohl gezogen
samt Päckchen und Lasten,
die nur darauf passten –
ein Zugtier hat er nie erwogen.

Slavomír kratzte in Horke
im Wald jedem Baum an der Borke.
Man sieht’s an den Bäumen,
denn könnten sie träumen,
sie kratzten zurück mit der Forke.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CDXXI)

1 12 2018

Wenn Svatopluk Holz klaubt in Lipen,
hört er in der Höhe ein Piepen.
Die Männer, die packen
den Kopf in den Nacken
und leeren dabei ihre Kiepen.

Hockt Abner wie immer in Mason
am Abend alleine am Tresen,
liegt’s nicht an Getränken
(so sollte man denken):
er kann nur zu Hause nicht lesen.

Kocht Mojmír im Gasthof in Kummerpursch,
so schreit er dem Jungen: „Der Hummer, Bursch,
kommt gleich in das Wasser!“
Der Knabe wird blasser –
er ist halt ein fürchterlich dummer Bursch.

Es führte Marisa in Afton
ein Haus mit drei Dutzend Geschäften.
Sie presste mit Züchten
aus sämtlichen Früchten
und handelt mit allerhand Säften.

Da Václav als Förster in Meßholz
oft aneckt, spricht er: „Ich vergess Holz
im Wald und auf Wegen,
wo immer gelegen,
denn meistens schlag ich unter Stress Holz.“

Ist Lucy verspätet in Riga,
verstellt sie den Uhren die Zeiger.
„Das ist zwar recht drastisch,
doch zeigt es auch plastisch,
wie sehr ich mich da hineinsteiger.“

Ist Ondřej im Ställchen in Langhaid,
sieht er nach dem Pferdchen. Es sprang weit.
„Das sind so Geschichten,
man soll mir’s berichten,
bevor ich umsonst hier entlang reit.“





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CDXX)

24 11 2018

Hat Sándor viel Kunden in Kühlestal,
passiert es im Lauf des Gewühles mal,
dass er recht erhitzt ist.
Dann geht er verschwitzt, isst
und trinkt dann auch gerne ein Kühles mal.

Emeka hat in Surulere
im Kassenbereich meistens Leere.
Kein Kunde, der kaufte,
der sich nicht auch raufte
im Laden, und sich dann beschwere.

Fährt Arpad zum Baugrund in Prader,
so nimmt er nicht einfach den Lader.
Der Kran ihn anleitet
und alles begleitet
ein Kipper, ein ganzes Geschwader.

Arnaldo aus Praia do Forte
war stadtbekannt, da er oft schnorrte.
Um dies zu verhindern,
zog er mit den Kindern
an Werktagen durch andre Orte.

In Evas Salon, der in Naßraden,
sah man immer öfter en masse Waden,
denn in dieser Hitze
fand man sie schon spitze:
man konnte bei ihr auch im Fass baden.

Es züchtet sich Jelschan in Lenger
zwei Hunde: begnadete Fänger,
recht wendige, schnelle,
die jagen nicht Bälle,
die üben mit dem Rasensprenger.

Oft ärgert sich Gábor in Rathold,
wer sich dort im Hof auf den Rad trollt,
dort hupt und läutet,
und was es bedeutet,
dass er nachts auch sich bei zwei Grad tollt.