In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DXXI)

28 11 2020

Philippe kleidet sich in Marac
am Werktag stets in grauem Sack,
um nicht aufzufallen.
Man kennt ihn vor allem
am Sonntag, da geht er im Frack.

Elijah, der ging in West Chester
bei Regen aufs Feld im Südwester.
Ihm diente die Kleidung
zur Unlustvermeidung,
und der, den er trug, war sein bester.

Es ließ sich César oft in Wingen
zum Abendbrot zwei Pizzen bringen.
Dann aß er die eine
oft langsam alleine,
um dann Nummer zwei zu verschlingen.

Den Zaun hatte Jerry in Boston
gebaut aus viel hölzernen Pfosten.
Man riet zu Metall ihm,
doch auf keinen Fall ihm,
zu nehmen die, die dann nicht rosten.

Des Nachts lag Édouard in Manspach
bei schaurigen Lauten oft wach.
Er hörte es krächzen
und knurren und ächzen.
Es war nur ein Kauz auf dem Dach.

Es kaufte sich Horace in Hyden
zwei Hunde. Er mochte sie leiden,
denn will einer rennen,
geht einer gleich pennen.
So hat er stets Zeit für die beiden.

Es wollte Fleurette sich in Wisches
nicht für eine Seite des Fisches
beim Speisen entscheiden.
So sitzt sie auf beiden
der Seiten nun gleich ihres Tisches.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DXX)

21 11 2020

Es bastelt Jan in Altcüstrinchen
aus allerhand Schrott ein Maschinchen
zum Bimmeln und Blinken.
Es hupt und kann winken,
doch unterhält’s nur zwei Kaninchen.

Beim Fischen packt Sheldon in Bremen
das Tier ungeschickt an den Kiemen.
Das haut unverdrossen
mit sämtlichen Flossen
zurück. Daher trägt er nun Striemen.

Alojzy pflegt in Bogumillen
bei all seiner Arbeit zu brüllen,
denn ob der Traktoren
dröhnt’s in seinen Ohren.
Am Abend sitzt er stets im Stillen.

Die Gänse von Eugene in Patten
gehörten nicht so zu den fetten,
die Nahrung verweigern
statt Schwere zu steigern.
Sie konnten sich nur dadurch retten.

Es lebt Paweł gern in Babanten
mit Nichten und Schwestern und Tanten,
nur Weihnachten immer
nimmt er sich ein Zimmer.
Da feiert er fern der Verwandten.

Man sagt, Melvin kannte in Beals
die Regeln kaum des Billardspiels,
vermutlich gar keine.
Doch spielt er alleine,
so macht es nichts. Und ihm gefiel’s.

Eugeniusz, der schmückte in Bargen
im Wäldchen die Tannen. Die kargen
bekamen Lametta
und Kugeln vom Retter,
so lagen sie nicht mehr im Argen.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DXIX)

14 11 2020

Henri kochte Brei in Athis
aus Milch und ein paar Löffeln Grieß,
den er, weil zu flüssig,
dann einfach unschlüssig
als Suppe im Kochtopf beließ.

Da Clyde ohne Brille in Mahwah
im Bad war, wo er nur noch nah sah,
sucht er nach den Seifen
und konnte nichts greifen,
da außerdem keine mehr da war.

Estelle tastet in Val-de-Meuse
am Gartenschlauch. Der war porös,
so dass, als sie kratzte,
derselbe zerplatzte
mit fürchterlich lautem Getös.

Schießt Gregory Bogen in Niles,
so sorgt er sich wegen des Pfeils,
den andere schossen
meist ganz unverdrossen
zum Nachteil seines Hinterteils.

Es stöhnt Élodie in Lagesse.
„So sehr ich mich auch hinein press,
das Ding ist zum Tauchen
nicht mehr zu gebrauchen –
ich komme nicht mehr in den Dress.“

Es spielte Cathrine in Fort Lee
am Abend gern eine Partie,
da Schach sie stets freute.
Den Gatten es reute,
da sie dabei jedes Mal schrie.

Es ließ Jean-Philippe in Emlingen
sich Haken im Häuschen anbringen,
woran, statt an Schränken,
man kann es sich denken,
dann sämtliche Dinge dranhingen.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DXVIII)

7 11 2020

Auf Bedřichs Dach sitzen in Hradzen
gewöhnlich ein paar Dutzend Spatzen.
Soll er, wird man denken,
dem Aufmerksamkeit schenken?
Wild werden dabei nur die Katzen.

Man wusste, dass Gerben in Grootegast
seit langem schon belegte Brote hasst,
die in den Schulpausen
die Schüler verschmausen.
Vom Hausmeister hagelt’s Verbote fast.

Dort steht Vojtěchs Scheune in Mauthaus.
Da kommt es am Abend meist laut raus,
die Söhne, sie feiern.
Das Bier fließt. Sie reihern.
Das sieht für den Bauern vertraut aus.

Ruuds Schiffe kennt man in Hornhuizen:
sie fuhren mit riesigen Düsen
auf schaukelndem Wasser.
Es wurde bald nasser
durchs Bullauge in die Kombüsen.

Hat Alex sich in Langentriebe
gefragt, wer sein Motorrad schiebe,
hat nun keiner Neigung.
Nun kommt eine Steigung.
Es zeigt halt kein anderer Liebe.

Es putzte Frits gern in Winschoten
auf allerlei Häusern in Schloten.
Den Ruß er entferne,
versprach er, doch gerne
nicht im Betrieb zum Schutz der Pfoten.

Galt Kamila in Kiskamühle
weithin als die distanziert Kühle,
massiert sie von Herzen
trotz Patientenschmerzen.
Sie zeigte dort keine Gefühle.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DXVII)

31 10 2020

Jeannette putzte in Oberentzen
ihr Schuhwerk. Es musste stets glänzen,
worauf sie’s gut fasste,
damit es auch passte
zum Ballkleid bei sämtlichen Tänzen.

Gennadi hat in Katar-Jurt
die Ladung anständig verzurrt
und sehr gut gesichert.
Der Lehrling, er kichert:
was nicht mehr aufgeht, ist der Gurt.

Es modelliert Jean in Puberg
und sieht distanziert auf sein Werk –
ob napoleonisch,
royal, mild-ironisch,
es wird immer ein Gartenzwerg.

Gerlinde fuhr in Mitterstockstall.
„Nun bin ich zwar auch schon im Rock prall,
doch bei Motorchosen
trag ich lieber Hosen,
damit ich nicht auch noch vom Bock fall.“

Rémi züchtete in Oudrenne
viel Schweine. „Fürwahr, ich erkenn
am Gang meine Sauen.
Man kann mir vertrauen,
auch wenn ich meist hinterher renn.“

Sitzt Slayman mal in Kampong Trach
am Abend allein auf dem Dach,
vermeidet er jede
Neigung zum Gerede
und spielt gegen sich selber Schach.

Man kannte Gaston in Pierrefitte,
der sich oft und gern und laut stritt,
als Nachbarn, anstelle
des Hunds aus der Hölle,
weil unter ihm jedermann litt.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DXVI)

24 10 2020

Es kaufte sich Jimmy in Brooten
ein Horn. Darauf konnte er tuten
mit recht lauten Tönen.
Sein Sohn pflegt zu stöhnen,
er wird aus den Ohren verbluten.

Sägt Amy sich in Henriette
die Bretter zurecht für ein Bett,
will sie ohne Lücken
den Rahmen bestücken.
Am Ende fehlt dennoch ein Brett.

Es schneiderte Mason in Ellendale.
„Weil ich noch am Abend die Ellen zähl,
den Stoff abzuschneiden,
kann ich es gut leiden,
wenn ich dann den Sitzplatz im Hellen wähl.“

Man kennt Sidney, Richter in Millerville.
„Wenn ich im Prozess einen Killer will,
den pfleg ich im Nacken
und sonst wo zu packen,
dann wird bei mir sogar ein Brüller still.“

Man könnte, sagt Courtney in Lutsen,
bei Würsten fast alles verpatzen.
Will man ihre Spitzen
zu hastig erhitzen,
so werden die Mitten zerplatzen.

Kartoffeln hackt Ethan in Storden
und stapelt sie auf in den Horden.
Die standen im Keller,
und stapelt er schneller,
so würden sie fast überborden.

Klopft Steven das Leder in Brewster,
das er nimmt als trefflicher Schuster,
so muss er drauf passen
und Atemluft lassen.
Ein Paar ruiniert er durch Huster.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DXV)

17 10 2020

Es pflegt Zygmunt oft in Cadinen
im Boot in den vielen Kabinen
an Möbeln zu sparen,
doch hängt er seit Jahren
die Bullaugen dicht mit Gardinen.

Yogendran feilt in Penampang
seit langen am richtigen Klang.
Er spielt auf der Flöte
von morgens bis späte
und unterlag längst einem Zwang.

Ach, Władysław in Dargeröse
war schnell seinen Nachbarn recht böse,
die ihn doch empfingen
mit stinkenden Dingen,
mit nächtlichem Lärm und Getöse.

Hat Anak jüngst in Sindumin
ein Gartengerät mal verliehn,
um’s nie mehr zu sehen,
muss man das verstehen.
Er lässt es mit den Nachbarn ziehn.

Gar wild wird Tadeusz in Czarnen,
will man über seinen Zaun harnen.
Es wir schon noch klappen,
die Täter zu schnappen.
Er muss vor dem Hund ja nicht warnen.

Es sitzt Moktar stumm in Ouadane
am Morgen schon früh in der Bahn,
den Arzt aufzusuchen.
Schon hört man ihn fluchen.
Wer sich nun nicht rührt, ist sein Zahn.

Der Staatsanwalt Jan in Barkehmen
pflegt jeden genau zu vernehmen.
Statt mit Paragrafen
sie alle zu strafen,
schreit er nur: „Ihr solltet Euch schämen!“





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DXIV)

10 10 2020

Alphonse, dem in Nogent-en-Othe
schon lange die Insolvenz droht,
zieht noch nicht den Stecker.
Er ist schließlich Bäcker.
So bleibt ihm noch immer sein Brot.

Filipe nimmt in Inhambane
vom Laster die fast neue Plane.
Die tut’s noch, so denkt er,
und ab sofort schwenkt er
beim Fußball mit der größten Fahne.

François fand beim Hausbau in Schneckenbusch
beim Hinsehen in allen Ecken Pfusch.
„Dies wird dazu führen
beim Stuckreparieren,
dass ich mit dem Geld an den Decken kusch!“

Malësor serviert in Berane
im Eiscafé Kuchen und Sahne,
doch die Kunden dürsten
nach Bier und nach Würsten.
Hier gibt es jedoch nur vegane.

Jean-Paul, der spaziert durch Neufchef.
„Wenn ich meine Nachbarn mal treff
auf der kleinen Runde,
so warnen mich Hunde
vorab schon mit ihrem Gekläff.“

Abdelkébir schaute in Fint,
wie es durch die Dachluke rinnt.
Doch statt sie zu dichten,
den Schaden zu richten,
sitzt er davor sprachlos und sinnt.

Didier kennt man in Staffelfelden
samt Sohn als besondere Helden,
die Vorgärten harken
und Autos, die parken,
sofort beim Gendarmen zu melden.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DXIII)

3 10 2020

Weiß Eliška wirklich in Katzengrün,
warum jeden Abend die Katzen fliehn?
Sie hat’s rausgefunden.
Es liegt an den Hunden,
die tagsüber an ihren Tatzten ziehn.

Man sagte, bei Floyd in Fort Totten
gab es in den Schränken nie Motten.
Es liegt an der Küche,
wo für die Gerüche
wird täglich viel Knoblauch gesotten.

Es kann Eva in Hungerleiden
sich morgens nie richtig entscheiden,
ob Rock oder Kittel,
halb, kurz und zwei Drittel –
so pflegt sie sich dann zu verkleiden.

Man fragte Gerardus in Eijsden,
warum dort die Leute nicht reisten
aus den Niederlanden.
Die Zeit war vorhanden.
Sie konnten es sich selten leisten.

Beständig geht Martin in Mastung
hinaus und dem Feld er verpasst Dung
von all seinen Kühen
mit schrecklichen Mühen.
Für ihn war das eine Belastung.

Mitch, Großgrundbesitzer in Heil
hantierte mit Bogen und Pfeil.
Auch auf langen Strecken
kann er nichts verstecken:
am Ende traf’s sein Hinterteil.

Wo Lukáš und Jan in Leimgruben
im Wäldchen oft Gräben aushuben,
hört man sie oft fluchen,
da Würmer sie suchen.
Sie angelten gern, diese Buben.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DXII)

26 09 2020

Antoine mähte Rasen in Klang,
wobei er um Gleichgewicht rang.
Der Mäher kürzt rege,
doch stets in der Schräge.
Das ist halt der Nachteil am Hang.

Es lockte Henricus in Rhoon
wohl aus seinem Horn keinen Ton,
als man ihm erzählte,
dass das Mundstück fehlte.
Das war’s nicht. Das wusste er schon.

Man sah Maurice in Offroicourt
beständig auf der linken Spur.
Man wusste seit Jahren,
dass er trotz Gefahren
ein britisches Kraftfahrzeug fuhr.

Dschalal ruhte schon in Umm Qasr
seit Tagen und Nächten im Wasser.
Dies soll dazu führen,
Gewicht zu verlieren.
Er nahm nicht ab. Er war nur blasser.

Man wusste von Charles, der in Sessenheim
nur höchst selten kehrte zum Essen heim.
Sucht er sich Lokale,
geschieht’s viele Male,
dass er sich dort deckt mit Adressen ein.

Es warf Gijsbert in Loon op Zand
die Kronkorken über den Rand
der Mole am Hafen,
dass Schiffe sie trafen.
Dies minderte kein Flaschenpfand.

Oft pflückt Isabelle in Kirschnaumen
am Tag an die zehn Kilo Pflaumen,
wobei sie den Früchten
begegnet mit Züchten.
Ihr größtes Talent ist ihr Daumen.