In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DV)

8 08 2020

Iwona, die sich in Glaubitten
nebst Schwestern Einmischung verbitten,
sind, nicht sich zu schonen
seit Generationen
die, die sich um quasi nichts stritten.

Es lebte Michel in Retzwiller
Jahrzehnte als Serienkiller.
Recht selten gab’s Treiben,
so sollte es bleiben.
Es wurde im Ort immer stiller.

Dass Wiesław, wenn’s bebt in Kelbassen,
sich sorgt um die kostbaren Tassen,
ist sehr ungewöhnlich.
Er kann dies persönlich
sich wöchentlich nachliefern lassen.

Es hatte Gustave in Kleingœft
ein ansehnlich großes Gehöft.
Schon jung, da verfiel er
als ein Pokerspieler
dem Glück, da er exzellent blufft

Es sägt Grzegorz schwitzend in Heering.
Was Werkzeug, das kaum in den Teer ging,
war nochmals erhitzend,
und dann sah er schwitzend,
das war der Grund, dass es so schwer ging.

Recht selten geschieht’s Jean in Kruth,
dass er sich vorm Spiegel vertut.
Was man ihm oft neidet,
er ist gut gekleidet,
und öfters passt dazu der Hut.

Beschwerte sich Wanda in Görchen,
so liegt’s allenfalls an den Störchen.
Wie sollten verdienen
auf allen Kaminen
die Vögel, sie so einzupferchen?





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DIV)

1 08 2020

Jan philosophiert in Groß Priesen
und hat schon so manches bewiesen.
Mit all seinem Wissen
nach logischen Schlüssen
muss er bei der Lösung stets niesen.

Jeanne widmet sich in Niederentzen
bei Pferden vor allem den Schwänzen.
Sie macht ihre Lehre
für Hundefrisöre
und kann dies am Ross gut ergänzen.

Was Zdeněk oft stört in Deutsch Kahn,
das ist dieser vorlaute Hahn,
der, wenn er mal mähte,
am Zaun saß und krähte.
Das Tier trieb ihn fast bis zum Wahn.

Es radelt Thierry in Lalobbe.
„Meist will ein Passant, dass ich stopp
zum Wegüberqueren.
Das will mich nicht stören,
ich winke und tu so, als ob.“

Recht zornig war Mojmír in Gatterschlag.
„Was ich an Gewicht als Bestatter trag,
ist schwerer als Turnen.
Die Frau nimmt nur Urnen,
warum ich nie mehr diese Natter frag.“

Ein Wind schädigt Yves in Diefmatten
am Jägerzaun zahlreiche Latten.
Die neben ihm wohnen
als Esser von Bohnen,
die sollen die Kosten erstattet.

Haut Jitka dem Kind in Elhoten
am Beerenstrauch oft auf die Pfoten,
denn von jenen Früchten,
die führen zu Züchten,
sind manche, da giftig, verboten.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DIII)

25 07 2020

Aleksy hat in Adlig Borken
kein gutes Verhältnis zu Korken.
Recht rutschige kleine
drückt er in die Weine.
Dann helfen zum Öffnen meist Forken.

Jean-Jacques aus Boissy-sans-Avoir,
der stets auf der Landstraße war,
braust an den Leitplanken
vorbei – ohne Tanken.
Er scheut eben nie die Gefahr.

Fährt Bolesław in Falkenwalde
den Abfall im Wagen zur Halde,
so lauscht er dem Weibe
beim Nörgeln. Beileibe
er denkt sich: „Ja, warte nur. Balde…“

Sitzt Gilles abends in La Rochette
beim Schachspiel, kommt er spät ins Bett.
Doch nach fünf Partien
wird er sich verziehen
und Schlaf bis zwölf macht’s wieder wett.

Agnieszka, die grollt in Dzingellen:
der Hund will nie Einbrecher stellen.
Sie ist zu bedauern,
denn sie muss selbst lauern.
Das Tier will im Hellen nur bellen.

Es stellt sich Maurice in Épône
ins Häuschen hinein einen Thron.
„Wer will’s kritisieren?
Ich darf hier regieren,
da ich ganz allein auch hier wohn.“

Beata sucht sich in Groß Gandern
ein Mannsbild, um mir ihm zu wandern.
Ein Kerl, flink und wendig,
der redete ständig.
Jetzt sucht sie, und zwar einen andern.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DII)

18 07 2020

Es kann Jaroslav sich in Zwoischen
bei Nacht ganz allein im Haus täuschen.
Der Kater, die Fenster,
vielleicht auch Gespenster –
es wird eins sein von den Geräuschen.

Françoise grollt in Asnières-sur-Nouère.
„Was ich auch den Kindern erklär,
verbessern die Schwestern,
doch die sind von gestern
und wissen’s auch nur ungefähr.“

Liegt František einmal in Seeg
im Sommer allein auf dem Steg,
so kommt bald sein Bruder
und bringt ihm ein Ruder.
Zum Schwimmen sind beide zu träg.

Schläft Asgeir in Å i Lofoten,
ist Zutritt im Haus streng verboten.
Die Vorsicht, die hat er
als alter Bestatter.
Im Schuppen, da liegen die Toten.

Will Pavel im Wald in Wilhorschen
das Leben der Bäume erforschen,
gleicht er einem Kinde,
das fühlt an der Rinde.
Jedoch präferiert er die morschen.

Antoine, der in Asnières-sur-Blour
als Zugschaffner jeden Tag fuhr,
kriegt nach langem Warten
zwei Eisenbahnkarten.
Nun fährt er samt Gattin zur Kur.

Pflückt Vratislav Beeren in Steine,
bevorzugt er ausnahmslos kleine,
die ganz oben sitzen
wohl unter den Spitzen,
und bricht sich beinahe die Beine.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DI)

11 07 2020

Es klagte Franciszka in Dambee:
„Wenn ich nur am Morgen den Kamm seh,
so ist es seit Jahren
vorbei mit den Haaren,
weil ich den Zopf dann viel zu stramm dreh.“

Krault Vaibhavi mal in Metpalle,
so findet sie immer die Halle
zum Schwimmsport am besten,
denn Schauer durchnässten
sie außerhalb in manchem Falle.

Alojzy sieht man in Erwienen
die hochfeinen Gäste bedienen,
die im Gasthaus sitzen –
mit recht derben Witzen.
Man merkt’s an den finsteren Mienen.

Lag Mahesh danieder in Chas,
da er nur recht langsam genas,
war’s ihm auch nicht eilig
und direkt kurzweilig,
da er nun mal gern im Bett las.

Es ärgert sich Anja in Dratzig:
die Wolle ist immerzu kratzig,
trotz Waschen und Spülen
will man das nicht fühlen.
Kein Wunder, sie ist deshalb patzig.

Rams Schafe in Thirumalpur
sehn prächtig aus in Modeschur.
Er pflegt seinen Tieren
das Fell zu barbieren,
nur färbt er nicht. Da bleibt er stur.

Die Kronen von Zbigniew in Floste,
die waren ihm heilig. „Ich koste
von fast allen Speisen,
doch nie was mit Eisen,
sonst kommt es noch vor, und ich roste!“





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (D)

4 07 2020

Im Zimmer war’s Šárka in Lindig
bei offenem Fenster zu windig.
Um trotzdem zu bleiben,
durchbohrt sie die Scheiben.
Sie war, wie man ahnt, äußerst findig.

Guillaume fand in Châteauneuf-Grasse
den Rotwein dies Jahr viel zu blass.
Man sah ihn mit Schrecken
mit Kirschsaft ihn strecken.
Das gab immerhin noch ein Fass.

Ritt Ivo die Pferde in Mohren
hinein und hinaus zu den Toren,
so liefen auf Anhieb
auf eigenen Antrieb
die Rösser. Er gab nie die Sporen.

Nadeschda, die führte in Pristen
als Bibliothekarin Listen,
worin sie vermerkend,
gedächtnisbestärkend,
die Leihbücher führt samt der Fristen.

Es angelte Luděk in Passern
am Sonntag in sämtlichen Wassern
und schmiss sofort
den Fang über Bord.
Er zählt nun mal zu den Fischhassern.

Wenn Iain und John in Earl Shilton
im Pub sich mit Bierchen anfüllten,
auf Holzwegen holpern
und darüber stolpern,
dann hört man, wie furchtbar sie brüllten.

Liegt Nikola abends in Oed
im Bett, ist es unendlich blöd,
die Schwester zu hören
und sie nicht zu stören.
Sie nervt stets mit lautem Geflöt.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CDXCIX)

27 06 2020

Es lässt Henryk oft sich in Freythen
am Abend zum Ausgang verleiten.
Er führt über Hügel
und Feld fest am Zügel
ein Pferd, denn er kann ja nicht reiten.

Man kennt Rod aus Wurrumiyanga
seit Jahren als den Freizeitsänger
mit recht lauter Stimme –
doch ist erst das Schlimme,
so schlecht er singt, singt er meist länger.

Trug Tekla den Müll in Gillwalde
im Kübel höchstselbst auf die Halde,
so denkt sie des Gatten,
wenn Streit sie meist hatten,
und murmelt dann: „Warte nur, balde…“

Wenn Chisamba einschläft in Choma,
so weckt ihn nichts, denn wie im Koma
spricht er nicht auf Laute
und gar nichts Vertraute
an, höchstens auf Kaffeearoma.

Hat Bodgan dem Sohn in Fünfhuben
mit Freunden erlaubt, dass sie gruben,
so sieht mal sie jäten
in all seinen Beeten.
Dann gibt es ein Lob für die Buben.

Aelita in Corella Creek,
die täglich auf die Waage stieg,
hat’s nicht mit Gewichten.
„Ich kann gut verzichten,
doch weiß ich gern, was ich so wieg.“

Es führt Marta in Groß Notisten
der Leihbücherei halber Listen.
„Sich oft zu verspäten,
das kostet Moneten.
Darum achte ich auf die Fristen.“





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CDXCVIII)

20 06 2020

Es speist Karel morgens in Schachtelei
zum Frühstück ein einzelnes Wachtelei.
Ist in den Eischachteln
nur Huhn statt von Wachteln,
so achtet er, dass es ein Achtel sei.

Man weiß, Franco hat in Ceriale
ein Laster. „Da ich öfters prahle
mit Autos und Frauen,
muss ich danach schauen,
dass eins wenigstens ich bezahle.“

Es kletterte Milan in Elm
im Kuhstall herum stets mit Helm.
Die Knechte, die ließen
oft Erbsen verschießen.
Er duldet’s, er ist selbst ein Schelm.

Alfredo, der liegt in Varazze
auf einer recht alten Matratze.
„Man kann’s noch nicht sehen,
doch liegt’s an den Flöhen,
dass ich mich schon deshalb oft kratze.“

Es spart Miroslav viel in Saitz.
„Bevor ich die Zeitung verheiz,
liegt sie auf den Tischen,
davor auf den Fischen –
das ist Sparsamkeit, doch kein Geiz.“

Francesco, der nimmt in Carcare
zum Frühstück schon mehrere Klare.
Man sieht’s an der Nase,
die rot vor Ekstase.
Dafür fehlen ihm längst die Haare.

Es kellnerte Lubor in Bober
im feinen Hotel einst als Ober.
So kann man begreifen,
mit Frackhemd und Schleifen
trägt er heut noch Heu durch den Schober.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CDXCVII)

13 06 2020

Man weiß, Sławomir in Arklitten
ist mit seinem Bruder zerstritten,
dem seine Gardinen
zu prunkvoll erschienen.
Er musste sich so was verbitten.

Penelope, die ließ in Skreen
den Frühstückstee sehr lange ziehn.
Nur einmal, da hatte
verspätet der Gatte
das Nachsehn: er musste schnell fliehn.

Jadwiga, die will in Beisleiden
gar jedes Geräusch strikt vermeiden.
Man sah sie im bleichen,
dem Mondlicht, oft schleichen
und kann keinen Ton ihr ankreiden.

Man wusste, dass Husayn in Ḥāz
fürs Leben Romane gern las.
In Pausen, in raschen,
hat er in den Taschen
Lektüre, die er danach maß.

Hat Błażej in Adamsverdruß
nach neun Stunden Schule mal Schluss,
so sprintet er schnelle
zu der Haltestelle.
Als Lehrer fährt er mit dem Bus.

Ist Farid in el-Balabisch
mal durstig, so steht auf dem Tisch
ein Gläschen mit Säften.
So kommt er zu Kräften
und ist danach schnell wieder frisch.

Agnieszka, die klagt in Dominke.
Es fasste behände die Linke
nach Glas und Bestecken,
den Tisch abzudecken,
und blieb hängen stets an der Klinke.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CDXCVI)

6 06 2020

Es orgelt Franziska in Hallstatt,
auch wenn’s in der Kirche viel Hall hat.
Sie will bei Konzerten
nichts überbewerten,
die finden dort auf jeden Fall statt.

Der Josef in Klaus an der Pyhrnbahn,
der fühlte wohl hinter der Stirn Wahn.
Nun meint er inwendig
und sagt auch beständig,
dass Züge mit offenen Türn fahrn.

Es fand Karoline in Steeg
die Lösung. Doch der Rechenweg
war ebenso wichtig
und keinesfalls richtig.
Null Punkte: es fehlt der Beleg.

Den Husten will Kurt in Roßleithen
auf gar keinen Fall mehr verbreiten.
So pflegt er nun nächtens,
was edel und rechtens,
allein aus dem Haus nur zu schreiten.

Es musste ja Edmund in Posern
beim Lotteriespiel ständig mosern.
Mit allen Gewinnen
zieht man froh von hinnen –
er war nun mal bei den Verlosern.

Isolde, die brachte in Molln
des öfteren etwas ins Rolln.
Sie kullert mit Wonne
die blecherne Tonne
für alle, die’s nicht hören wolln.

Man sah Mechthild manchmal in Muth
mit Mütze, doch niemals mit Hut.
So oft sie’s versuchte,
ließ sie es und fluchte.
Er saß auf den Ohren nicht gut.