In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DCXIII)

1 10 2022

Es suchte Albert in Singrist
nach dem Apparat, der ihm misst,
wie viel eine ganze fleischfressende Pflanze
an Fliegen in einem Jahr frisst.

Camilla, die liegt in Juelsminde
im Sommer im Schatten der Linde.
Sie mag keine Sonne,
weshalb eine Tonne
sie aufstellt. „Recht schön, wie ich finde.“

Es zecht Nicolas oft in Roppenheim.
Er kehrt dann nach mehreren Schoppen heim,
die Gattin zu wecken
und sie groß zu necken.
Man meint gar, er kommt nur zum Kloppen heim.

Beobachtet Lærke in Skjern
den Himmel, so sieht sie oft fern
und sieht dort im Dunkel
kaum Sternengefunkel.
Das Dunkel mag sie jedoch gern.

Firmin, der betrachtet in Sartes
den Hund, der die Katze anstarrt,
die ihrerseits guckte
zum Vogel. Der spuckte,
und das bringt Firmin nun in Fahrt.

Es führt Asger meist in Ravnkilde
ein Schelmenstück deshalb im Schilde,
weil jeder drauf baute,
dass er sich nicht traute.
Sie waren nicht wirklich im Bilde.

Noée sagte deutlich in Rossfeld,
was sie dort im Stall von dem Boss hält.
Man ist dort nicht ehrlich,
denn das ist gefährlich,
weil’s sonst geschieht, dass man vom Ross fällt.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DCXII)

24 09 2022

Maksym, der verteilt in Solote
Pakete und Briefe als Bote.
Dazu trägt er fleißig
schon seit sechs Uhr dreißig
ein Päckchen, darin: Pausenbrote.

Tetjana, die schneidert in Jassen
sich Röcke, die immer gut passen.
Sie wird sich zum Wollrock
vom Mann mit dem Zollstock
auch sehr genau ausmessen lassen.

Mychajlo hat in Antrazyt
ein Häuschen, wo er Fische briet.
Man sieht dort gemeinsam,
der Mann ist recht einsam,
da jeder, der’s riecht, sofort flieht.

Da Olena sorgsam in Hwisd
den Kreis auf dem Rasen nachmisst,
lässt sie einen Hasen
im Steckzaun so grasen,
dass er jeden Tag genug frisst.

Marija, die schnitzte in Hirne
ein Standbild. Anstelle der Stirne,
die über der Miene
sonst glatt und rein schiene,
sieht man nun die Form einer Birne.

Wolodymyr kniete in Pniw,
da er das Parkett gründlich schliff.
Wie rhythmisch er hobelt,
wird stets ausgeknobelt.
Er kennt ja beim Holz jeden Kniff.

Es legt Oleh in Dowhopole
sich Kohlenstaub oft in die Sohle,
um heimwärts zu ziehen.
Sie muss ja nicht glühen,
er läuft nur so gern auf der Kohle.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DCXI)

17 09 2022

Francesco aus Garniga Terme
sprach: „Da ich für Rockmusik schwärme,
werd ich investieren
und gut isolieren,
da ich auch nachts sehr gerne lärme.“

Es zeigte sich Alvin in Mound
beim Einkaufen äußerst erstaunt.
In seiner Kombüse
gibt’s Fisch, nie Gemüse –
er fängt nichts, wie man sich zuraunt.

Silvano hat in Borgo Chiese
zwei Bücher. „Da ich nicht viel lese
und manches vergesse,
reicht mein Interesse
daran, und es gibt kein Gewese.“

Es legte sich Hugh in Grand Isle
im Bett mit dem Kopf auf den Keil.
Er maß gut zwei Meter
und sah wenig später:
selbst dies war für ihn viel zu steil.

Es füttert Giuseppe in Dro
die Kühe. Doch nimmt er kein Stroh,
er füttert nur Kräuter.
Die Milch aus dem Euter
macht ihn hernach um so mehr froh.

Es schaufelte Ronnie in Lutts.
Er suchte partout einen Schatz.
Was wollte er haben?
Da war nichts vergraben.
So war alles nur für die Katz.

Don Pietro, der wohnt in Tre Ville
recht fern, denn er liebt seine Stille.
„Ich mag gar nichts hören.
Will mich jemand stören,
passiert’s, dass ich dafür ihn kille.“





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DCX)

10 09 2022

Es züchtete Helen in Shildon
im Garten an Kräutern die milden.
Die kamen, gebunden,
gut an bei den Kunden.
Sie selbst mochte lieber die wilden.

Marie aus St. Ulrich in Gröden,
die nahm für ihr Seminar jeden.
Bedingungen stellt sie
nicht, denn nichts erhellt sie.
Sie pflegt Menschen nur zu verblöden.

Sir Edward, der pflanzt in Southminster
ums Haus herum Hecken von Ginster.
Dies leuchtet so golden,
gefällt auch der Holden,
so stehend am Fenster nun linst er.

Es häuft sich bei Giorgio in Schleis
im Freibad Verweis auf Verweis.
Man ließ ihn aus Gründen,
die jeder kann finden,
im Winter dort nicht mal aufs Eis.

Shaun jagte in Melling-with-Wrayton
die Krähen von all seinen Beeten,
doch als das Ergebnis
blieb ihm das Erlebnis,
dass sie nun vom Dach herab krähten.

Es pflegte Lorenzo in Reschen
den Becher aufs Tischtuch zu dreschen.
Dem Tisch hilft beim Knobeln
nur Hämmern und Hobeln,
dem Tuch helfen mehrere Wäschen.

Kocht Cecily einmal in Preston,
dann meist für ein Festmahl mit Gästen.
Die folgenden Wochen
braucht sie nicht zu kochen,
man isst noch genug von den Resten.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DCIX)

3 09 2022

Elwiro liegt in Leschakmühle
des Nachts in der Tiefe der Pfühle,
doch schläft er nur spärlich.
Das ist recht gefährlich,
denn er sucht im Sommer nur Kühle.

Am Tag hörte Clarence in Pender
im Radio sämtliche Sender.
Die Sprachen alleine,
davon kennt er keine
und auch nichts über diese Länder.

Man hört Maciej, der in Macharren
mit Kisten belädt seinen Karren.
So intensiv dröhnt es,
so sehr übertönt es
die Pferde und ihr Hufescharren.

Es wählte sich Eddie in Mullen
ein Brötchen, das schönste von allen.
Das dauerte Stunden.
Dann hat er’s gefunden.
Es sollte ihn schließlich gefallen.

Es kaufte sich Grzegorz in Ogen
ein Stück Kolophon für den Bogen.
Das ging just zur Neige.
Dass er aber geige,
das war, wie so vieles, gelogen.

Floyd sang jeden Abend in Crete
ein zehn Strophen dauerndes Lied.
Das war schon seit langem,
kaum hat’s angefangen,
der Grund, dass man schnell und weit flieht.

Es hatte Andrzej in Masutschen
ein Fuhrunternehmen mit Kutschen.
Er selbst fuhr nur selten,
sich nicht zu erkälten
und Halsbonbons dabei zu lutschen.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DCVIII)

27 08 2022

Henri, der lag wach in Revelles.
Er wurde beinahe schon hell.
Er kann bei den Schafen
gewöhnlich gut schlafen,
es lag nur am Hundegebell.

Gennadi frisierte in Parkent,
da er von der Kundin das Haar kennt,
wobei er sich richtet,
wenn dieses sich lichtet,
was er von dem Haar, wo es war, kennt.

Bernard, der lag schwitzend in Thennes
im Bett. „Wenn ich jetzt nicht bald penn,
so muss ich mich kühlen,
den Fahrtwind zu fühlen,
weil ich dann ums Haus herum renn.“

Grigoriy, der suchte im Quva
sein Häuschen. Wo er eine Kuh sah,
da ging er rasch weiter.
So fand er dann heiter
sein Haus, wo er auch schon im Nu war.

Thierry briet sich oft in Rebecques
ein Pfännchen Kartoffeln mit Speck.
Hat er dann vergessen,
ob er schon gegessen,
sucht er auf dem Latz einen Fleck.

Rosalija reiste von Xiva
gern überall, wo sie noch nie war.
„Es gibt so viel Ziele,
doch bleiben nicht viele:
es doch nur schön, wo ich Ski fahr.“

Eugène, der ruht nicht gut in Dives.
„Bei offenen Fenstern ich schlief,
so lärmt’s auf der Gasse,
was ich wirklich hasse,
doch sind sie zu, stört mich der Mief.“





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DCVII)

20 08 2022

Es fiel Bořek einmal in Paß
im Keller in sein Whiskyfass.
Der Inhalt war kräftig,
er roch auch recht heftig
und war danach nicht lange nass.

Hassam hat in Shatt al-Arab
ein Lädchen. „Am Morgen, da klapp
ich hoch alle Luken,
wo wir vorher buken.
Die Hitze ist dennoch nie knapp.“

Es mengte sich Artuš in Podwurst
aus Fleischresten selbst eine Rotwurst.
Man muss noch erwähnen,
sie nagt an den Zähnen –
wer jagt, der riskiert eben Schrotwurst.

Es rettet Oz in Kfar Blum
ein Hündchen. „Das ist Heldentum,
doch macht es die Runde?
Ich tat’s für die Hunde
und weniger für meinen Ruhm.“

Dem Radek, der in Planer Brand
frisierte, dem zittert die Hand.
Die Brennschere lässt er
dem jungen Semester,
sonst steht der Salon bald in Brand.

Es schimpft Abbas in al-Baʿādsch.
„Die Frau will Melone? ich latsch
bei brüllender Hitze,
dass ich tot mich schwitze –
die ist ihr zu groß! Es gibt Knatsch!“

Viel Mitleid braucht David in Pinke.
„Ich leg unters Füßlein, das linke,
ein Nüsslein beschwerlich.
So wirkt’s dann auch ehrlich,
weil ich immer weiß, wo ich hinke.“





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DCVI)

13 08 2022

Von Krzysztof weiß man, dass in Ramten
die meisten von allen Beamten,
die jungen und alten,
die alles verwalten,
von seinem Großvater abstammten.

Wenn Gösta, der Hirte aus Lammhult,
durchs Fell seiner Tiere den Kamm pullt,
und er damit holpert
und vor dem Tier stolpert,
dann ist in der Regel das Lamm schuld.

Es hat Stanisław oft in Rotten
im Kleiderschrank zahllose Motten.
Es sind nicht die Hemden,
die Mäntel von Fremden:
er holt sie herein mit den Botten.

Dass Kwame in Mile 91
im Lotto schon dreimal gewann,
so will er jetzt meinen
mit zehntausend Scheinen,
dass er’s auch zum vierten Mal kann.

Man wusste von Roman in Queden,
er mag nicht mit Mitmenschen reden.
Man findet das ehrlich,
doch wird’s ihm beschwerlich:
er lebt vom Erlös zweier Läden.

Es gilt Åke in Nattavaara
als Vorbild für Energiesparer.
Warum, will man fragen,
er sitzt stets im Wagen –
er ist niemals selber der Fahrer.

Es hatte Marzena in Rosen
ein Fachgeschäft extra für Hosen.
Sie saß nun dort drinnen
um sie zu gewinnen,
die Zielgruppe: die Hosenlosen.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DCV)

6 08 2022

Elektriker Štěpán in Gabel,
der zieht durch den Rohbau die Kabel.
Noch ein Kilometer,
es wird immer später –
er ist, wenn’s nichts kostet, spendabel.

Für Keshubhai, der sich in Dhar
ein Häuschen baut, droht nun Gefahr
von schräg gegenüber.
Ihm wäre ja lieber,
dort wohnte kein Bollywoodstar.

Bei František, welcher in Dürre
im Pferdestall pflegt die Geschirre,
die Trensen, die Sättel,
tönt stets Heavy Metal.
Das macht nun die Tiere schier irre.

Lewani hat in Marmaschen
zwölf Ziegen auf der Wiese stehn.
Er mag sie nicht melken,
die Blumen verwelken.
Er muss immerhin nie mehr mähn.

Es baute sich Luděk in Glasern
ein Fahrrad aus Holzkohlefasern.
Es fährt ganz ersprießlich,
so zählt er sich schließlich
zu den biologischen Rasern.

Savitribai hat in Sehore
kaum Werkzeug. „Wenn ich damit bohre,
so ist auch ein Messer
statt gar nichts wohl besser,
schwitz ich dann auch aus jeder Pore.“

Es spiegelt sich Jan in Hubene.
„Seh ich mich am Morgen, ich sehne
für alle begreiflich,
erwogen auch reiflich
als Glatzkopf mich nach einer Mähne.“





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DCIV)

30 07 2022

Emilio, der schwimmt in Sassetta
im Freibad auch bei schlechtem Wetter.
Wenn er eh schon nass wird,
sieht er, wer schnell blass wird,
und ist schon zur Stelle als Retter.

Bas will seine Ruhe in Tzum.
So stellt er sich dauernd dumm.
Sagt man, dass bald jede
ihn hielten für blöde,
so nickt er und spricht: „Eben drum.“

Zum Fußball geht Gian in Borore
nicht wegen des Spiels und der Tore.
Als Ehrenspielführer
schätzt er die Verlierer
und stiftet stets eine Amphore.

Von Kühen hat Pieter in Bornwird
null Ahnung. Er guckt, was zum Horn wird,
so kann er vermuten
zum endlichen Guten,
wo bei der Kuh hinten und vorn wird.

Alberto, der kocht in Bessude,
doch keiner besucht seine Bude.
Zu Himbeeren, Fischen
Grünkohl aufzutischen,
das fanden die Gäste schon krude.

Marinus und Jan, die in Drachten
schon planten, den Chef zu entmachten,
an dem sie so litten,
sind deshalb zerstritten,
bis sie sich zum Schluss dann verkrachten.

Es kauft Carlo in San Sperate
ein Haus und zahlt Rate für Rate.
Er fährt nicht mehr Mofa,
schläft auf einem Sofa
und isst wenig. Bis auf Salate.