In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CCCXXXI)

25 02 2017

Dass Chira am Sonntag in Knees
trotz Schwielen auf ihrem Gesäß
sich einschloss am Örtchen,
war ihr wert ein Wörtchen:
„Der einzige Tag, dass ich les!“

Meist sah man, wie Éamonn in Trim
zum Arzt ging. Es war selten schlimm,
meist Husten, oft Rücken
vom Turnen und Bücken.
Den Arzt macht er reich mit Klimbim.

Es fürchtet Crin sich in Großlasseln
vor nichts mehr als vor Kellerasseln,
besonders, dass diese
auf Obst und Gemüse
im Keller bewusst niederprasseln.

Es ließ Taylor langsam in Klosten
zwei einst schöne Wagen verrosten.
Das Blech hat schon Löcher,
der Rest ist noch schwächer,
doch spart ihr dies Kfz-Kosten.

Wenn Călin vom Feld in Besotten
nach Haus kam, warf er die Klamotten
schon ab vor dem Keller.
Die Gattin war schneller,
schon sucht sie auf ihnen nach Motten.

Wenn Siw, Architektin in Malung,
Beton gießt, lässt sie die Verschalung
nach mehreren Fällen
vom Kunden erstellen.
Sie wartet sonst nur auf Bezahlung.

Arina, die zweifelt in Kokt.
„Wenn Ihr auch das Heu bis hier zogt,
wie kommt’s, dass die Wetter
die Fracht durch die Bretter
nur vorne abräumten? Ihr logt!“





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CCCXXX)

18 02 2017

Es kocht Adam gern in Bertossen
sich Fisch, doch er ist stets verdrossen,
dass er schon beim Schuppen
an den Fingerkuppen
sich festhängt an sämtlichen Flossen.

Merhawi bestellt in Massaua
sein Feld. Kenntnis fehlt ihm als Bauer,
so erntet er schwerste
Getreide. Die Gerste
bringt ihn schließlich weiter – als Brauer.

Zofia, die beichtet in Krühne,
doch fehlt’s ihr am Ernst für die Sühne.
Dem Pfarrer zu büßen
kann sie kaum genießen.
Sie tut’s nur auf größerer Bühne.

Saúl kam in Villahermosa
ins Bad. Als die Gattin er so sah
in Wäsche aus Seide,
fühlt er keine Freude.
„Warum“, fragt er, „trägt sie heut Rosa?“

Es macht Małgorzata in Brutzen
ein Eimerchen Sand sich zu Nutzen.
Denn statt ihn zu streuen
und sich dran zu freuen,
nimmt sie ihn, die Wand zu verputzen.

Dass Blaže, der Fuhrknecht in Dojran,
beständig meist karrte das Heu ran,
tat er nur aus Güte.
Mit schlichtem Gemüte
drischt er nun auch Korn. Das ist neu dran.

Es wundert sich Ida in Altenzoll,
ob sie wohl die Magd nun behalten soll.
Die ist nicht dreißig,
recht folgsam und fleißig,
doch labert sie ständig den Alten voll.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CCCXXIX)

11 02 2017

Liana, die hielt sich in Briger
zehn Hunde, ein Schwein, einen Tiger
sowie viele Schafe.
Dafür gab’s die Strafe:
der Tiger blieb. Sie ist jetzt klüger.

Tushui, der rollt schnell in Pingtung
des Hofbauern Karre mit Schwung
hinauf auf die Planken –
an Morschheit sie kranken –
und fliegt, mitsamt Fracht, in den Dung.

Ovidiu, dem platzt in Großschlatten
der Reifen. Er fährt auf dem Platten
noch drei Straßen weiter,
dann lädt er die Leiter
vom Dach. Und schleift rechts auf zwei Latten.

Bakili, der stößt in Phalombe
beim Graben wohl auf eine Bombe,
wiewohl dies Ding hohl ist
und voll Alkohol ist –
der Zoll hinterließ eine Plombe.

Es hielt Anișoara in Moichen
nicht viel von den alten Gebräuchen.
Was sie werktags kochte,
war gut, doch es mochte
kein Gast, derer viele entfleuchten.

Mswati trainiert in Big Bend,
da er bis zum Weckerklang pennt
und dann statt zum Zuge
zu Fuß wie im Fluge
zur Arbeit den Marathon rennt.

Dass Olga in Kyrieleis
bedächtig, doch immer mit Fleiß
im händischen Pflücken
auszieht, nimmt ihr Rücken
mit Fassung. Sie erntet ja Mais.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CCCXXVIII)

4 02 2017

Wenn Zdenka sich setzte in Bautsch,
dann räumte sie erst mal die Couch.
„Die Hüte des Gatten,
die ihr Ende hatten,
such ich, weil ich sie oft zerknautsch.“

Veweziwa klebte in Tses
Tapeten. „Wenn ich mich vermess,
verschneid ich die Bahnen.
Man soll es nicht ahnen,
dies Handwerk ist tatsächlich Stress.“

Des Nachts erwacht Václav in Frain
und sieht dort im Mondlicht ein Bein.
Doch er hofft vergebens
der Frau seines Lebens,
es sind nur ein Stuhl und ein Schein.

Ein Pferd kam zu Jorge in Güines.
Es kannte die Bar schon, so schien es.
Der Kellner wurd blasser,
der Wirt schrie: „Hol Wasser,
das Pferd ist hier Gast! los, bedien es!“

Wenn Bohumil putzte in Blauda,
dann montags. „Sonst ist meine Frau da,
die das alles störte,
schon wenn sie mich hörte
beim Saugen – sie ist sehr genau da.“

Beim Bauen rammt Morten in Syvsten
den Pfosten links hinten am tiefsten
hinein ins Gelände.
So sieht man am Ende,
sie war von den Hütten am schiefsten.

Es fühlte sich Jan in Groß Krosse
als Herr, der regiert auf dem Schlosse.
Tatsächlich befiehlt er;
in Wirklichkeit spielt er
jedoch nur den Knecht für die Rosse.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CCCXXVII)

28 01 2017

Er hielt sich Amanda in Repton
zwei Kellner, die exzellent steppten.
So folgt man mit Blicken
und reinem Entzücken,
dieweil sie am Gast kräftig neppten.

Camilla aus Gellerupparken
sah man niemals Laubwerk aufharken.
Sie hat stets zwei Jungen
dazu sich gedungen,
bevorzugt die ausreichend starken.

Melinda sucht in Brough and Shatton
die Katzen, die unter den Betten
meist schlafen, durch Schauen
vor quiekenden, grauen
gefährlichen Mäusen zu retten.

Roberta, die gründet in Għarb,
da kürzlich ihr Gatte verstarb,
ein kleines Geschäftchen
mit Obst und mit Heftchen.
Man las nichts. Das Obst, das verdarb.

Es kaufte sich Bryan in Quorn
ein Rind. Erst sah er’s nur von vorn
und war recht erschüttert,
da es schnauft und wittert,
und hinten war’s ganz ohne Horn.

Antoine sah man, der in Sibut
im strömenden Regen mit Hut,
doch sonst wenig Kleidung
zwecks Nässevermeidung
spazierte. Der Hut stand ihm gut.

Bartholomew lebte in Writtle
als Kritiker mehr vom Gekrittel,
statt selber zu geigen.
Talent war ihm eigen,
doch fehlten ihm einfach die Mittel.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CCCXXVI)

21 01 2017

Es nähte die Vroni in Mutten
den Mönchen bisweilen die Kutten.
Es dauert nicht lange,
man kauft von der Stange.
Jetzt näht sie nur noch die kaputten.

Giovanni tendierte in Lüsen
nach längeren Feinanalysen
mit Fleisch, Fisch und Broten
und Nahrungsverboten
zum strikten Verzehr von Gemüsen.

Es nervten Adele in Peist
die Kunden im Laden zumeist
mit dümmlichen Fragen.
Statt dies zu ertragen,
schrie sie: „Ihr geht mir auf den Geist!“

Als Linda am Bahnhof in Freienfeld,
da diesmal der Wagen im Freien hält,
nicht guckt auf die Treppen
wie allerhand Deppen,
sie prompt auf den Bahnsteig mit Schreien fällt.

Es gründet Irene in Grüsch
ein Waschinstitut nur für Plüsch.
Ob Teddy, ob Kissen,
die Kunden, sie wissen,
nach drei Tagen ist alles frisch.

Begab sich einst Tresl aus Natz
am Kücheneingang auf die Hatz,
merkt sie auch nach Stunden:
der Fang bleibt verschwunden.
So war alles stets für die Katz.

Es schmückt Elinore in Cunter
das Haus. Täglich wurde es bunter.
Den Nachbarn, die wähnten,
dass Augen schon tränten.
Sie nahm all den Schmuck dann herunter.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CCCXXV)

14 01 2017

Es wundert sich Bohdan in Nesselwitz.
„Des Abends, wenn ich hier im Sessel sitz,
ist’s warm und behaglich,
doch irgendwann fraglich,
warum ich direkt hier am Kessel schwitz.“

Beim Flechten sprach Wiktor in Bikin:
„Dem Knecht gib die Ruten, dann schick ihn
heraus, sie zu wässern,
wird er sie nicht bessern,
dann komm wieder rein. Und dann knick ihn.“

Es prüft Małgorzata in Loyen
im Auftrag der Damen die Treuen.
Das Gute belegt sie,
den anderen pflegt sie
Respekt für die Frau einzubläuen.

Es trug Ekrem langsam in Dedeler
die Speisen auf. Schon kam der Knödel her,
der manche der Gäste
erquickte aufs Beste –
damit es nicht dampft, muss der Wedel her.

Wenn Zygmunt die Garben in Nipter
betrachtet, dann schnippt er
nur mal mit den Fingern,
er weiß von den Dingern,
was dann nicht recht fest steht, das kippt er.

Es mault Aljaksandr in Braslau:
„Man kocht hier so schlecht, dass ich Gras kau!
Ich kann es nicht ändern,
dies zählt zu den Ländern,
in denen ich nicht mal den Fraß klau!“

Auf Radosławs Grund in Monethen
pflegt er täglich Unkraut zu jäten.
Er zupft jedoch alles
im Falle des Falles
heraus. Dies führt zu leeren Beeten.