In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CDLVI)

17 08 2019

Ist Karel am Fischen in Angel,
so gibt’s meist sekündlich Gerangel,
dass einer die Netze
des andern verletze.
An Fischen herrscht nämlich dort Mangel.

Ballaké, der just in Tessalit
ums Abwaschen Streichhölzer zieht,
ist wieder zufrieden.
Er hat es vermieden,
weil er stets den Kürzeren sieht.

Ist Jitka auch in Vinzenzsäge
am Mittag noch reglos und träge,
hat ihr Arzt viel Kummer.
Sie ist schon im Schlummer,
bevor er sie fragt, woran’s läge.

Guillermo kauft in Uruapan
gewaltig ein. Dies ist sein Plan:
er will Korb und Kasten
nach Hause verlasten
und mietet dazu einen Kran.

Beim Schwimmen merkt Věra in Stecken,
ihr reicht nicht dies zu kurze Becken.
Pythagoras’ Lehre
denkt sie in die Quere
und schwimmt gleich von Ecken zu Ecken.

Es leitet Kofi in Nkwabeng
ein Internat. Hier ist man streng,
und um dies zu zeigen,
ist er durchaus eigen:
die Schuhe sind stets viel zu eng.

Es lagen drei Brüder in Zwittebach
im Bett. Da war der in der Mitte wach.
Der zweite, wenn’s pochte,
nicht aufstehen mochte.
Am Ende sah schließlich der dritte nach.

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In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CDLV)

10 08 2019

Es sprach Bauer Zygmunt in Mallschütz:
„Wenn ich heute wieder in Stall sitz,
liegt’s nur an den Knechten,
die oft auf dem rechten
Weg straucheln und ich vor dem Fall schütz.“

Matīss frühstückt oft in Ugāle,
doch kommt ihm nie Milch in die Schale.
Er pflegt, sich von Beeren
und Saft zu ernähren –
er ist halt mehr für das Frugale.

Der Architekt Jerzy aus Nauten
errichtete prächtige Bauten,
doch wohnt im Gemäuer
kein Mensch. Viel zu teuer.
Die Mieter ihm niemals vertrauten.

Mateo in Little Belize,
der kriegt schon im Bad eine Krise.
Rechtwinkliges störend
und also empörend
nervt ihn eine leicht schiefe Fliese.

Es seufzt Gotthold in Ackermühle
ob einer bedrückenden Schwüle.
Statt nachts sich in Kissen
zu wühlen, beflissen
sucht er in der Wanne nach Kühle.

Es aß neulich Ang in Kolhabi
aus Neugier ein wenig Kohlrabi.
Ihn störte das Milde,
so wählt er das Wilde
und würzt jenen Kohl mit Wasabi.

Malt Anton zur Freude in Streitz,
freut ihn manches Bild. „Andrerseits
schau ich auch dahinter,
im eisigen Winter
passt’s auch, wenn ich manches verheiz.“





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CDLIV)

3 08 2019

Es kochte sich Tomáš in Häu
aus Kräutern ein feines Gebräu.
Die Freunde im Osten
wollten sofort kosten,
Hauptsache, das Zeug war noch neu.

Es schnitzte sich Willy in Trogen
aus Hartholz zum Sport einen Bogen.
Er hat keine Eile,
jedoch, seine Pfeile
vergaß er dabei, ungelogen.

Will Ľubomír mal in Großrippen
vom Teller mit Brot etwas stippen,
so runzelt der Vater
die Stirn. Doch was tat er?
Er darf mit dem Löffel nur nippen.

Geht Waldmar in Mälarbaden
am Morgen schon früh in den Laden
und trägt zum Befremden
nur knopflose Hemden,
so kauft er dann Nadel und Faden.

Es führte Renata in Höhlenhain
die Freundinnen gerne in Höhlen rein.
Es gab keinen Kuchen,
stattdessen nur Fluchen.
Sie lud einfach alle zum Nölen ein.

Ertüchtigt sich Igor in Zym,
so findet die Folgen er schlimm.
„Ich hab in den Armen
seit Tagen, Erbarmen!
nur Schmerz, wenn ich mich dran hoch klimm.“

Karina in Käsmarker Tränke
stellt in ihren Garten zehn Bänke.
Nur zwei sind für Gäste,
erkleckliche Reste
verbleiben als Platz für Geschenke.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CDLIII)

27 07 2019

Es nähte sich Max in Klein Lissen
aus Stoffresten gerne mal Kissen
für seine Matratze,
jedoch seine Katze
hat sie dann behende zerrissen.

Wenn Leroy in Nieuw-Rotterdam
am Morgen im Pool Bahnen schwamm,
so hat er seit Jahren
kaum Stress mit den Haaren.
Der Kahlkopf braucht nie einen Kamm.

Es ließ sich Marie in Klein Stengeln
entnerven von zahlreichen Bengeln.
Besonders beim Wandern
mit Söhnen und andern
ertrug sie nur mäßig ihr Quengeln.

Es repariert Brahim in Fraita
die Dachrinne dort auf der Leiter.
Schon kommt er ins Wackeln,
will nicht lange fackeln
und hämmert gemächlich dann weiter.

Hat Ernest Besuch in Klein Schwein,
fällt ihm zum Bewirten nichts ein.
So brät er beständig –
das kann er auswendig –
nach Hausrezept ein Hühnerbein.

Anselmo besuchte in Dande
den Botschafter, wo ihm am Rande
für zahlreiche Taten,
die auch wohlgeraten,
ein Orden verliehn wird am Bande.

Soff Adam erneut in Klein Peterwitz,
so sprach er: „Wer weiß, wo ich später sitz –
der Kneipen sind viele,
worauf ich meist ziele,
dass ich morgen beim Sanitäter schwitz.“





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CDLII)

20 07 2019

Es gärtnerte Jan in Markt Frain
mitunter im Wald und am Rain.
Gar flott und nicht träge
harkt er dort die Wege.
Was glänzt es im Wald nun so fein.

Es klagte jüngst Ingvild in Drag,
den Gatten traf endlich der Schlag.
„Dahin kann es führen,
mich zu imitieren.
Er trinkt meist mehr, als ich vertrag.“

Will Antonín in Ober Neuern
die Preise im Wirtshaus verteuern,
so gibt er zurate
die Schuld stets dem Staate.
Er muss es ja schließlich versteuern.

Gustave schlug im Wäldchen in Linter
sein Holz für den Ofen im Winter
und legt es auf Bitten
nicht vor seine Hütten.
Er stapelt es lieber dahinter.

Fährt Jiří am Samstag in Mies
zum Einkaufen, findet er dies:
die Ware beschränkt sich
aufs Teure. Er denkt sich,
dass er diesen Ort gern verließ.

Eulogio kriegt in Talugtug
am Morgen nicht immer den Zug.
So kann man ihn sehen,
am Bahndamm zu gehen,
wie er sein Rad noch mit sich trug.

Bei Ladislav weiß man aus Mutterberg:
„Dass ich hier im Haus einen Kutter berg,
ganz ohne Gewässer,
wird dadurch nicht besser,
ich hüte ja nur meiner Mutter Werk.“





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CDLI)

13 07 2019

Es pflegt Małgorzata in Wormen
aus Ton Blumentöpfe zu formen.
Es kaufen die krummen
durchaus nicht die Dummen.
Sie arbeitet halt nicht nach Normen.

Der Hund von Óscar in Tortel
war ihm für die Couch viel zu hell.
Nach anderthalb Jahren
mit reichlich viel Haaren,
da färbte er ihm dann das Fell.

Es züchtete Bronka in Thyn
Geranien. Trotz aller Mühn
mit Wasser und Dünger
und Seife am Finger
will keine von ihnen mehr blühn.

Man sah, Issa tobte in Bumpe.
„Die elend verdammte Gelumpe!
Touristen, die laufen
aufs Feld, um zu saufen
und leiern den Griff von der Pumpe!“

Tadeusz aus Vogelgesang
hat Beine, die sind nicht gleich lang.
Doch ist er ein schlauer
und praktischer Bauer
und mäht damit einfach am Hang.

Paulino aus Ribeira Grande
war lange Zeit nicht mehr im Lande.
Allein, dass er kehrte
zurück – man verehrte
im dafür zehn Orden am Bande.

Agata flocht in Wernegitten
oft Körbe aus Stroh. Die entglitten
beim Tragen den Händen,
sind nicht zu verwenden.
Da muss man als Kunde schon bitten.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CDL)

6 07 2019

Nataša, die sammelt in Abstall
tagtäglich vom Hof neuen Abfall
statt Besen mit Flinte.
„Das ist keine Finte,
weil ich, wer was hinwirft, gleich abknall.“

Sid Ahmed, der oft in Tichitt
zur Nachtzeit sein Lieblingspferd ritt,
tat dies nicht aus Triebe
dem Pferd nur zuliebe.
weil es in der Hitze so litt.

Es badet Tadeja in Banne
am Samstag stets heiß in der Wanne.
Dort wäscht sie auch Kleider,
wenn Platz ist, und leider
auch Töpfe und manch eine Pfanne.

Prosper, der Kneipier in Kibwesa,
der wäscht und er trocknet die Gläser.
Wo Risse, die kleinen,
und Sprünge erscheinen,
beklebt er die Gläser mit Tesa.

Kann Vinko sich auch in Woretzen
besonders am Radio ergötzen,
hört er nur, was laut ist,
was Nachbarn vertraut ist
und diese nicht sehr an ihm schätzen.

Verehlicht war Rikke in Hillerød,
doch fand sie auf Dauer die Pille blöd.
„Ich mag mich nicht beugen
dem ständigem Zeugen,
dass ich den Mann in aller Stille töt.“

Es kauft sich Alojzij in Brese
die Zeitung. „Wenn ich darin lese,
was alles passiert ist,
dass man informiert ist –
das meiste davon ist nur Käse.“