In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DXXXIV)

13 03 2021

Felipe in Laguna Yema,
der dichtete zu jedem Thema.
Ob Liebe, ob Schmerzen,
ein Haus voller Kerzen,
er hatte für alles ein Schema.

Es schneidet Raúl in San Roque
den Damen so manch lange Locke,
nur unten, beim Beugen,
man kann es bezeugen,
geht er lieber ganz in die Hocke.

Er fiel Jorge in Pichanal
das Haar aus. Er war beinah kahl
und trug schon für Jahre
nur künstliche Haare.
Ihm blieb dabei kaum eine Wahl.

Rodolfo, der schaut in Lavalle
am Morgen stets zur Mausefalle.
Die Gattin, die klagte,
wenn’s irgendwo nagte.
Er macht’s, doch befreit er sie alle.

Serena in General Güemes,
die fragte beim Sperrmüll stets, wem es
zuvor mal gehörte.
Wenn keinen das störte,
so packt sie’s ein und sprach: „Ich nehm es.“

Es sammelt Hans in Sierra Grande
viel Orden an Spangen und Bande,
doch nicht, um mit Stücken
sich eitel zu schmücken.
Er ziert nur sein Haus als Girlande.

Belén beurteilt in Corrientes
die Schüler nur ob des Talentes.
Sie pfeift auf Zensuren,
und sieht sie nur Spuren
von Eignung, bei Gott! sie erkennt es.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DXXXIII)

6 03 2021

Man hört es, wenn Patrick in Cong
in seinem Hotel zur Saison
so oft wie nur möglich
statt dreimal ist täglich.
Dann tönt durch die Küche der Gong.

Macht Chahryar in Fereydunschahr
sich Schuhe, dann nicht nur ein Paar.
Er nimmt von dem Leder
den Schnitt dann in jeder
der Farben, dass er Arbeit spar.

So klagt Stephen oftmals in Boyle:
„Erst kommt so ein schlimmes Geheul,
der Sohn hat den Wagen
ans Tor angeschlagen –
dann wartet er, bis ich’s ausbeul.“

Es wartete Saeed in Chanke
zwei Stunden wohl hinter der Tanke.
„Was ‚Durchgehend offen‘
heißt, kann man nur hoffen –
vermutlich ‚Geschlossen‘. Na danke!“

Mick stört es, wenn in Passage East
der Papagei Zeitung mitliest.
Nicht nur, dass er meckert
und pfeift, schnalzt und keckert,
er kommentiert auch noch, das Biest!

Es friert Folvio in Girasole,
so geht er zum Keller, holt Kohle
und sieht, seine Schöne,
die Gattin, trug jene
schon weg, damit er sie nicht hole.

Paketschnur hat Percy in Bandon
verknotet fest an beiden Enden.
Er sammelt die Fäden,
auch kurze, nun: jeden
und wird sie noch einmal verwenden.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DXXXII)

27 02 2021

Man sagt, Keaton könnte in Rayne
fast alles, auch Leises, verstehn.
Doch pflegt ihn beim Hören
vor allem zu stören:
wer sagt was, und was ist für wen?

Brigitte ist sportlich in Kleßheim.
„Vom Joggen bring ich, was ich ess, heim.
Dann Klettern und Klimmen,
danach geh ich Schwimmen
und radel im Skifahrerdress heim.“

Gewinnen tat Robby in Scott
gleich dreimal im Lotto, und flott
kauft er ohne Fragen
sich viel Geldanlagen.
Danach war er auch schon bankrott.

Das Schicksal war Grete in Grödig
wohl wegen der Schönheit recht gnädig.
Die Herren, die flirten
zwecks äußeren Werten
sie an. Darum ist sie noch ledig.

Fred kannte man, der in Red Chute
für seine Gemeinde viel tut,
jedoch will’s oftmalen
dann keiner bezahlen.
So nahm er am Ende den Hut.

Es kaufte sich Gottfried in Plain
als Haustier ein putziges Schwein,
gar nicht, um’s zu schlachten –
es tät auf nichts achten,
er lief darum stets hinterdrein.

Es lief William stöhnend durch Zwolle
und zog seiner Gattin den Trolley.
Sie pflegte beim Laufen
beständig zu kaufen,
und schwerer wird’s – mein lieber Scholli!





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DXXXI)

20 02 2021

Es grämte sich Marthe in Aroffe.
„Der Gatte bleibt aus, und ich hoff,
er sitzt jetzt recht gerne
in seiner Taverne,
bevor er zu Haus wär und soff.“

Wenn Dugald ein Auto in Spott
besaß, fuhr er damit recht flott.
Man konnte wohl sagen,
die meisten der Wagen,
die fuhr er mit Vollgas zu Schrott.

Pauline schätzt man in Jeanménil,
weil sie oft im Strafraum umfiel.
Im Augenblick später
tritt sie den Elfmeter
und wendet damit jedes Spiel.

Will Duncan sich stets in Longforgan
im Städtchen so manches besorgen,
verschläft er es täglich.
So wird es unmöglich,
und er verschiebt alles auf morgen.

Carolle schlief nicht gut in La Baffe.
„Wenn ich manchmal drei Stunden schaff,
dann tönen die Glocken.
Die Stadt will mich locken,
dann bin ich fort aus diesem Kaff.“

Man sah Malcolm früher in Duns
als Meister in Schwertkampf und Tanz.
Jetzt wurde er hundert.
Was keinen verwundert,
er trat noch mal an und gewann’s.

Hélène tratschte viel in Knœringue,
bis ihr eine Nachricht entging.
Da sagt die Bekannte
ihr, dass ihr Haus brannte –
was ihr ob des Tratschens entging.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DXXX)

13 02 2021

Es grämte sich Dana in Sobetitz.
„Da ich hier nur in der Garderobe sitz,
sieht man von den Moden
aus Filz und aus Loden
nur, wie ich dann vor lauter Lobe schwitz.“

Vor allem reist Malcolm aus Easton
im Ausland in zahlreiche Wüsten.
Wiewohl er wollt reisen,
es gab dort nur Speisen,
die ihm seine Reisen vermiesten.

Wenn Vendula feiert in Galtenhof,
dann findet sie meist ihre Alten doof.
„Sie finden, die Scheune
tut es nicht alleine,
weil ich zur Not auch mal im Kalten schwof.“

Melinda, die soll in Duchesne
zehn recht große Viehweiden mähn.
„Weil nämlich der Gatte
Lust darauf nicht hatte.
Nur, dass ich es einmal erwähn.“

Stand Ludvík vorm Spiegel in Stich
der ihn mit dem Vater verglich,
da sah er, unsterblich
und jedenfalls erblich,
die Nase, worauf er erblich.

Die Ziege von Mary in Rockville,
die wie der Bock auch nicht den Stock will,
ist äußerst lebendig,
springt hoch und weit ständig
und steht jedenfalls nur am Pflock still.

Vít trägt einen Anzug in Fleyh,
der wirkt noch nach Jahren wie neu.
Der Schnitt ist veraltet,
doch nichts, das sich faltet –
der Stoff nämlich ist bügelfrei.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DXXIX)

6 02 2021

Damien, der ernährt sich in Yutz
recht einseitig, fettig und süß.
„Ich will’s ohne Kuchen
auch manchmal versuchen,
dann ess ich Kohlrabi und büß.“

Wäscht Balysch in Balkanabat
sein Haar, liegt es meistens recht platt.
Um sich zu verwöhnen,
pflegt er es zu föhnen,
doch hat der Föhn nur fünfzig Watt.

Éric, sagt man, der macht in Vroil
als Handwerker von Fall zu Fall
recht günstige Preise,
doch keineswegs leise:
man hört ihn mit lautstarkem Schall.

Als Brauer sorgt Thabo in Mhlume
beim Bier für die schäumende Blume.
Er lässt jeden Morgen
sich Hefe besorgen
aus Brötchen mit feuchtwarmer Krume.

Pierres Haarausfall sah man in Xammes
recht deutlich. Er legte den Kamm
zurück in die Lade.
Er nahm nach dem Bade
statt Bürste nur Handtuch und Schwamm.

Adolfo trägt oft in Panzós
ein Sakko, das ist ihm zu groß.
Dazu er sich nähte
ein Beinkleid, das wehte.
Es ist ihm halt Jacke wie Hos.

Madeleine, die beharrte in Lourdes,
dass ihr Sohn recht ausnahmslos spurt.
Sie hat nichts verziehen
beim Kindererziehen
schon Wochen vor seiner Geburt.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DXXVIII)

30 01 2021

Man sagt, Radosław in Bellienen
will gern sein Geld im Schlaf verdienen.
So pflegt er seit Jahren
die E-Lok zu fahren.
Die rollt von alleine auf Schienen.

Recht gerne schoss Steven in Kyle
am Abend mit Bogen und Pfeil,
das Auge zu schärfen,
statt die Frau zu nerven.
Er traf sie nicht. Im Gegenteil.

Am Morgen pflegt Wiktor in Zemmen
das Haar ohne Kamm sich zu kämmen.
Das dauert zwar lange,
doch ist er stets bange,
am Schrank sich die Finger zu klemmen.

Der Laden von Waldo in Moss,
der lief. Was den Mann stets verdross:
je mehr er sich drückte,
so besser es glückte.
Er war nun mal schließlich der Boss.

Kam Kasimir mal in Altzülz
zum Gastwirt, sprach dieser: „Er will’s,
doch muss ich drauf denken,
nie Schnaps auszuschenken.
Darum kriegt er immer ein Pils.“

Zehn Jahre, dann gab Fred in Neeses
der Frau einen Laufpass. „Oh Jesus“,
sprach blass und betroffen
sein Bruder ganz offen,
„er findet kein Weib mehr wie dieses!“

Kommt Ryszard nachts heim in Woszczellen,
so bringt’s ihm nichts, sich zu verstellen.
Auch zu später Stunde
sind dort keine Hunde.
Wozu also sollte er bellen?





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DXXVII)

23 01 2021

Alcide aß zum Nachtisch in Arques
gern Pfirsiche, Zwieback und Quark.
Er kann’s nicht beweisen,
doch fühlt durch die Speisen
er stets sich gestärkt bis ins Mark.

Es schlug Bobby lang in Belen
auf dem feuchten Steinboden hin.
Zu ungutem Ende
fiel er auf die Hände.
Dadurch schonte er auch sein Kinn.

Es sandte Raimbaut in Gazost
der Schwester zehn Flaschen mit Most.
Nach zwei Wochen lässig
war der aber Essig.
Den schickt er nie wieder per Post.

Liz, Anwältin in Fruit Heights,
genoss jede Phase des Streits,
wie sie gerne sagte.
Als man sie verklagte,
verlor dies sehr schnell seinen Reiz.

Jean ging zur Friseurin in Bars.
Doch war es nicht wegen des Haars,
denn er trug ja Glatze.
Viel mehr braucht die Katze
die Bürste zum Schnurren. Das war’s.

Beklagte sich Heather in Myton,
will sie über Stiefel sich streiten.
Sie kauft sich die Treter.
Noch drei Wochen später
läuft sie darin, um sie zu weiten.

Arlette meidet Charlie in Eup.
Der war auch am Anfang recht lieb,
was doch, frisch getindert,
die Skepsis nicht mindert.
Er war überhaupt nicht ihr Typ.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DXXVI)

16 01 2021

Es grantelte Zbyšek in Tschim.
Die Schwester versetzt ihn in Grimm.
„Sie wäscht die Gardinen,
die sauber noch schienen.
Dies hier ist mein Haus. Ich bestimm!“

Am Abend kam Steve in West Ryde
nach Hause, wie Sternhagel breit.
Und wenn er auch holpert
und stürzt, weil er stolpert,
half keiner ihm. Er sucht gern Streit.

Wacht Otakar in Rothehöh
am Morgen auf, tut ihm was weh,
Was gestern an Türen
Recht deutlich zu spüren,
ist an diesem Morgen ein Zeh.

Schmiert Wilson den Kindern in Wote
zum Schulgang ein Körbchen voll Brote,
so möchte man schwören,
ihn bloß nicht zu stören,
sonst gibt es am Ende noch Tote.

Dass Tomáš fast täglich in Schlan
zur Arbeit schwamm, das war sein Plan,
nach gut vierzig Jahren
ein Sümmchen zu sparen,
denn dann kauft er sich einen Kahn.

Es ärgerten Malcolm in Leeton
in seinem Hotel öfters Briten,
die Restaurantecken
per Handtuch bedecken.
Das ließ er sich nie zweimal bieten.

Sieht Kristýna mal in Radischen
den Gatten die Böden aufwischen,
kein Schalten und Walten
kann sie noch aufhalten.
Sie geht einfach immer dazwischen.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DXXV)

9 01 2021

Henri hängt ans Häuschen in Rangen
zwölf Hühnchen, die am Türstock prangen.
Er will in der Regel
mit Hilfe der Vögel
den Gast mit Gegacker empfangen.

Ted fragte man in Horseshoe Bend,
warum er sein Laub nicht verbrennt.
Doch das kann nur streifen
den Duft seiner Reifen,
den er nur von Kautschuk sonst kennt.

Pauline sucht ein Kälbchen in Rixheim.
Sie findet’s und bringt es auch fix heim,
und da das Tier bummelt
und sie darob grummelt,
bringt sie es mit Hilfe des Stricks heim.

Man sah, Lawrence schielte in Lewes
gebannt auf die Spitze des Schuhs,
obwohl Stiefeletten
den Anblick kaum retten.
Es ging ihm dabei um den Fuß.

Es radelt Pierre in Obersteigen.
Sein Drang, sich in Kurven zu neigen
zu vornehmer Rundheit,
dient kaum der Gesundheit,
statt unelegant sich zu zeigen.

Für Graham sind Straßen in Stites
im Winter von gewissem Reiz.
Doch kann er nicht jodeln
zu Hause noch rodeln.
Er fährt in die Berge. Da schneit’s.

Es zeigt Geneviève sich in Hœrdt
von sämtlichen Nachbarn empört,
die tatsächlich wagen
nach mehreren Tagen,
dass man sie beim Krachmachen stört.