In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CCCXLVIII)

24 06 2017

Es ruderte Jan in Naulehnen
zur Probe in allerhand Kähnen.
Er saß nicht behaglich,
und es war nicht fraglich,
woran es denn lag: an den Spänen.

Wenn Shtjefën mit Nachbarn in Laç
am Zaun stand, ging es meist um Klatsch,
um Autos und Uhren
und dumme Frisuren.
Doch meistens ging es nur um Quatsch.

Emilia, die hielt sich in Lutzig
ein Hündchen mit Pfoten, so schmutzig,
dass sie ihren Boden
mit Stroh schützt und Loden.
Davon abgesehen war’s putzig.

Humberto fand in Cravo Norte
beim Schenken nie die rechten Worte,
auch wenn mit Paketen,
wenn sie sich verspäten
er sich auskennt – zwecks der Transporte.

Im Nebel fährt Tym in Nossuten
und kann auf dem Weg nur vermuten,
was um ihn herum fährt,
da er öfters auch hört,
wie Dinge um ihn herum tuten.

Chorloogiin hat in Dschargalant
stets Nadel und Faden zur Hand,
da er in Gebäuden,
die er sonst wird meiden,
zur Rückkehr sich unten anband.

Elżbieta spannt eilends in Pammern
die Leine quer durch alle Kammern,
um in ihrem engen
Haus Wäsche zu hängen,
befestigt mit allerhand Klammern.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CCCXLVII)

17 06 2017

Florea hat Angst in Holzmengen
vor Leuten, die sich um ihn drängen.
Er fürchtet nicht Diebe,
nicht Fraun krank vor Liebe,
ihn graut davor, dass sie dann sängen.

Mahmoud trug oft Mütze in Mâl.
Am Haar lag’s, da nun deren Zahl
sich ständig verringert,
wenn er darin fingert.
Vom Drehen wird er alsbald kahl.

Man fand bei Iosif in Großschogen,
da er äußerst eisern erzogen
nicht Tee, Schokolade
noch Tabak. Wie schade,
er hielt allesamt nur für Drogen.

Es ärgern Tewfik in El Shatt
die Karten. Er kauft sie in Matt,
um Glückwunsch zu senden,
und kann nichts verwenden
davon. Das Papier ist zu glatt.

Laurențiu sagt in Hohe Minne
man nach, dass er eigentlich spinne,
da mit der Gitarre
er singend verharre,
und zwar auf er der Burg höchster Zinne.

Wenn Tom Quallen in Ulimang
im Meer schwimmen sieht, ist sein Drang
die Dinger zu fassen
statt schwimmen zu lassen
trotz Schmerz größer als jeder Fang.

Gheorghe ist oft in Neuflagen
beschäftigt mit allerhand Sagen,
mit Hexen und Geistern
und zahlreichen Meistern
sowie ihren schrecklichen Plagen.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CCCXLVI)

10 06 2017

Im Schwimmbad schmiss Šimon in Bäckenhain
so manches direkt in das Becken rein.
Die Putzleute fluchen.
Sie müssen lang suchen
und machen das Bad längst mit Säcken rein.

Wenn Omer nachts in Acumcum
noch wach liegt, dann bringt ihn dies um:
das Schwirren der Schrecken
wird ihn nie so wecken
wie dieses, das Hummelgebrumm.

Es wischt Karolína in Tutz
von Fenster und Wand jeden Schmutz.
Da sie schon lang dienert
und gern handfest wienert,
so leidet darunter der Putz.

Metodi sitzt in Sweti Wlas
beständig am Abend im Gras.
Es ist recht gemütlich,
recht lauschig und friedlich,
allein seine Hosen sind nass.

Es schneiderte Lukáš in Broden
aus allerhand Stoff neue Moden.
Bald stört ihn die Wolle,
Tweed nimmt ihm Kontrolle,
und er verlegt sich ganz auf Loden.

Was Jānis liebt, sieht man in Dunte,
hält er Feuerchen an die Lunte,
auch gern ungebeten.
Er steht auf Raketen,
und zwar ganz besonders auf bunte.

Es sah Soňa abends in Tschern
im Bett bis zum Einschlafen fern.
Sie macht, dass im Liegen
die Stromkosten stiegen.
Seitdem las sie zunehmend gern.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CCCXLV)

3 06 2017

Zufrieden ist Roman in Pianken,
die Gäste, sie tranken und tranken.
Sie ordern oft Weine,
dann stehn sie alleine,
bis zwei dann zur Tür hinaus wanken.

Es duschte sich Ivar in Bjuv
niemals so, wie Gott ihn einst schuf.
Er trug Hemd und Socken,
meist nass, selten trocken –
er achtet doch auf seinen Ruf.

Tadeusz sah man, der in Ruhden
vom Jahrmarkt abbaute die Buden.
Dann sah man zwei Laster,
die sie mit dem Zaster,
der dabei abfiel, voll beluden.

Narciso hat sich in Conner
vom Rauchen ein halbes Pfund Teer
im Sacktuch gefangen.
Das sollte wohl langen
fürs Schlagloch, vielleicht auch für mehr.

Wenn Wojciech und Ludwik in Statzen
sich weiterhin so am Kopf kratzen,
wenn sie nichts verstehen,
dann wird man bald sehen:
in kürzester Zeit sind da Glatzen.

Abdallah poliert in ʿAtaq
die Tür mit matt goldenem Lack.
Er sieht recht bescheiden.
Um Fehler zu meiden
erkennt er den Ton am Geschmack.

Dass Jarosławs Pferde in Rufen
beständig mit Schäden an Hufen
und Beinen auffallen,
sieht man schon bei allen.
Sie laufen zu oft über Stufen.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CCCXLIV)

27 05 2017

Es wundern Gerlinde in Gaas,
die abends im Garten noch las,
die Maiblumendüfte,
wie feucht sind die Lüfte –
es quaken die Frösche im Gras.

Sieht Genrich, der Spieß aus Arutsch,
die Hosen, so sind sie nun futsch.
Nur noch kurze Beine,
der Rest auf der Leine.
Jetzt wird’s erstmal nichts mit dem Putsch.

Es züchtet Hans in Oberdrosen
recht haltbare Sorten von Rosen,
die zwar auch verblühen,
doch scheut er nicht Mühen.
Er bietet sie an – auch in Dosen.

Dass Nixon macht in Kabarnet
beim Laufen den Rückstand oft wett,
bringt manche Sekunden.
Man hat rausgefunden,
er geht schon mit Schuhen ins Bett.

Es pflegte sich Joschi in Welten
im Frühling partout zu erkälten.
Die Ärzte, die stutzten,
was sie auch benutzten.
Er musste im März immer zelten.

Boughera verkauft in Boughouf
Skulpturen, die er auch erschuf.
Die waren aus Käse.
Das bringt kaum Erlöse,
doch hat keiner diesen Beruf.

Der Loisl, der schoss sich in Tadten
recht wunderlich Tiere zum Braten.
Die Gäste vertrauten
ihm nicht, was sie kauten.
Sie mussten es immer erraten.





Ende statt Schrecken

21 05 2017

Brönnheim grummelt. Geld ist Geld.
Da gibt’s nichts zu schönen.
Wer die Ware auch bestellt,
der hat dann zu löhnen,
und Vertrag bleibt dann Vertrag,
ganz nach Vätersitten.
Wer’s nicht halten will, der mag
nicht um Aufschub bitten.
Schließlich ist der Lieferant
wohlgelitten und kulant,
doch ist dies ein Geldverleih?
  Schulz!
    und vorbei!

Lorchen mistet richtig aus,
was ihr Gotthold brachte,
Plüsch und Briefe, alles raus,
woran sie einst dachte,
konnte nachts schon nicht mehr ruhn.
Da er sie betrogen,
kommt der ganze Plunder nun
aus der Tür geflogen.
Wer die Ehe ihr verspricht
und den Schwur mit Dämchen bricht,
lernt sie kennen! frank und frei,
  Schulz!
    und vorbei!

Horch, was humpelt dort durchs Land?
stöhnt und ächzt in Qualen?
Manchen ist das wohl bekannt,
pünktlich zu den Wahlen
gräbt der Onkel tief im Schrank –
alle solln was kriegen! –
und verspricht für etwas Dank
egalweg zu siegen.
Lasst es. Die Geschichte lehrt,
Ihr habt diesen Mist beschert
Euch. Und uns. Was es auch sei.
  Schulz?
    –





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CCCXLIII)

20 05 2017

Dass František immer in Krisch
die Decken und Lätzchen ganz frisch
sich stärkt und auch plättet,
das hilft und das rettet
den Freitag. Er hasst nämlich Fisch.

Dading fragt man, ob in Oele
er heimlich beim Mahlwerk sich stehle,
was dort sich an Dunst fängt,
wobei seine Gunst hängt
vielmehr an der Vielzahl der Mehle.

Marie macht sich’s leicht, die in Kleppen
beim Umzug partout will nichts schleppen,
nicht Kisten noch Kasten.
Sie kann dabei rasten,
sie findet genug starke Deppen.

Ofentse sah man in Lobatse
Grimassen oft schneidend. Die Fratze
erinnerte viele
an kindliche Spiele,
nur nicht an sein Vorbild, die Katze.

Da Květa nie putzte in Kladen,
nicht Fenster noch Bad, Boden, Laden,
so fanden am Ende
im Innern der Wände
die Heimat Millionen von Maden.

Madeleine suchte in Ambilobe
fürs Feiern die richtige Robe.
„Im Großen und Ganzen
sind es die Finanzen,
weshalb ich danach selber tobe.“

Jindřich, der fürchtet in Manisch
die Fragen der Nachbarn recht panisch.
Er sagte den Furien,
er käm aus Asturien.
Der Schwindler, er spricht kein Wort Spanisch.