Nahbereichsanalyse

11 06 2019

„Also Sahneschnitzel, und hinterher auch noch Eis mit Früchten. Sie sollten immer sofort aufmerksam werden, wenn Sie solche Indizien bekommen. Der Mann ist Fabrikarbeiter, dem steht das doch gar nicht zu? und außerdem, wovon bezahlt der das, hinterzieht der möglicherweise seine Steuern? Hat der geerbt, und wir wissen es nicht?

Die Hardware kostet ja heutzutage nichts mehr, die kriegt man sogar nachgeschmissen. Aber dann müssen Sie sich natürlich die Geräte kaufen, die die Befehle verstehen. Der Mann hier will offenbar ein Sahneschnitzel, und wie Sie hören, sagt er das auch nur einmal – also wie in jeder guten Ehe, hähähä! Das lässt uns doch direkt darauf schließen, dass er die notwendigen Computer in der Küche hat, die ihm ein Sahneschnitzel machen. Aber wir würden die Daten ja nicht einfach so sammeln, wenn wir nicht die Aufgabe hätten, daraus unsere Schlüsse zu ziehen, verstehen Sie?

Wir wählen nie nach Zufallsprinzip aus, das ist ein Leipziger Stadtviertel, in dem es in den 1970-er Jahren mal sehr große Probleme gegeben hat. Wir hatten die Akten schon zum Schreddern vorbereitet, aber dann hat jemand noch mal drübergeguckt und festgestellt, dass es sich um Widerstand gegen die Regierung gehandelt haben muss. In dem Haus hat mal einer gewohnt, der hat für Meinungsfreiheit demonstriert – solche Nester ziehen die Terroristen auch noch nach Jahren an, das sagt mir meine Erfahrung in dem Beruf, und wenn in dem Haus mal ein Fabrikarbeiter gewohnt hat, so sehr wird sich das ja nicht geändert haben. Sie meinen, die Mieten seien inzwischen kräftig gestiegen durch die Luxussanierung? Da können Sie mal sehen, die Fabrikarbeiter verdienen auch alle viel zu viel. Da müsste die CDU mal was machen!

Gehen Sie mal zurück, hier ist doch noch eine interessante Passage. Da schlägt sein Chef offenbar seine Frau. Sie meinen doch auch, dass wir uns da gerade beide verhört haben, oder? Ja, meine ich auch. Vermutlich meint er, der Chef schlägt nach seiner Frau – dass man sich im Laufe einer längeren Partnerschaft angleicht, ist doch ganz normal. Man muss ja immer damit rechnen, dass es sich um ein wichtiges Mitglied der wirtschaftlichen Elite dieses Landes handeln könnte, und da will man halt nur absolut gesicherten Informationen nachgehen und nicht jedem Internetquatsch. Vor allem müssen Sie da bedenken, wir wissen ja aktuell noch gar nicht, wen wir hier abhören, von daher ist auch immer die Gefahr, dass wir haltlosen Verdächtigungen ohne einen wirklichen Beweis nachgehen. So kann man doch nicht arbeiten!

Wir bringen der Hardware ja inzwischen auch eigene Befehle bei, damit die Trefferquote steigt. Zum Beispiel haben wir jetzt gerade ‚Alexa, mach die Bundesregierung weg‘ nachgeschoben, das bringt uns hier und da noch mehr Möglichkeiten, in eine Nahbereichsanalyse einzusteigen. Wenn wir das durch haben und erst einmal drei bis sechs Monate lang Daten sammeln können, dann wissen wir hinterher, also wenn wir das beantragen, dass wir das auch nutzen, weil wir das dann ja beantragt haben – also hinterher, weil wir ja erst die Daten, also vorher, ist ja auch egal – jedenfalls wissen wir dann fast sofort, ob das auch nötig war. Wir werten die Zugriffe dann natürlich zeitnah aus, manchmal schon im selben Jahr, und wenn zwischendurch irgendwas passiert, Terrorzelle, Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt, jemand ist in der Ausnüchterung verbrannt, dann werden die Ermittlungen viel leichter. Immer vorausgesetzt, dass es sich um einen Täter handelt, von dem wir vorher nicht wussten, dass es einer ist. Sonst müssen wir erst in dem alten Material nachgucken, ob wir das noch brauchen.

Das mit der Bundesregierung ist aber auch nur eine Vorlage, das muss man gar nicht so sagen. Wenn Alexa jetzt etwas hört, das so ähnlich klingt, oder aber auch nicht, dann gleicht sie das mit den Sätzen ab, die sie hören will. In der Hinsicht ist sie wie der Innenminister: die hört auch nur, was sie hören will, und wenn es zu kompliziert wird für eine verfassungsrechtlich saubere Ermittlung, muss man halt hier und da ein bisschen vereinfachen. Aber radikal! Das kann also schon mal passieren, dass Sie der Maschine sagen: „Alexa, ich nehme doch noch eine Tasse Tee“, und die versteht dann: „Ich bin ein Terrorist und möchte bitte, dass die Polizei meine Wohnung stürmt“. Es gibt da ein paar technische Kleinigkeiten, die kriegen auch wir nicht so richtig hingebogen, aber das wissen Sie ja. Wenn man sich auf ausländische Geräte verlässt, ist man aufgeschmissen. Deutsche Waffen ausgenommen.

Jetzt hat er auch noch ein Taxi bestellt! Das können wir gar nicht mehr in einen Zusammenhang bringen, also müssen wir irgendwas annehmen. Da fangen die großen Schwierigkeiten an mit dieser Technik, im Grunde ist das alles noch nicht so weit, aber irgendwo muss man mit dem Abhören doch mal anfangen, oder? Kriminalitätsbekämpfung ist ja das eine, aber wenn man die Bevölkerung bekämpft, dann muss man einfach besser sein als der Gegner, und da muss ich der Bundesregierung mal widersprechen, wenn wir auch so ein Ding auf den Markt bringen und im Gehäuse der Konkurrenz verkaufen wollen, brauchen wir Digitalkompetenz. Sehr viel mehr Digitalkompetenz.

Entschuldigung, haben Sie das jetzt etwa aufgenommen!?“

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Swaglos

3 06 2019

„Hi, liebe Kids, ich habe voll die megakrasse Message für Euch und…“ „Stopp, stopp, stopp!“ „Mach den mal einer weg.“ „Aber…“ „Wer schreibt denn hier die scheiß Texte, das ist doch nicht Ihr Ernst?“ „Der Pressereferent hat…“ „Wie jetzt, der Pressereferent? sonst nichts, Amthor!?“

„Merz wollte den Job jedenfalls nicht.“ „Dann haben Sie nicht richtig mit ihm geredet, für Geld macht der alles.“ „Der Pressereferent hat mir aber eine Liste mitgegeben, was ich nicht sagen soll.“ „Aha, und da steht was drauf?“ „So Wörter wie ‚durfte‘ und ‚urst‘.“ „Er hat die Große Vorsitzende nach ihrem Lieblingsvokabular gefragt.“ „Klingt logisch.“ „Und wer hat diese Flitzpiepe dann hier hingesetzt?“ „Aber…“ „Tippe mal, es liegt am Alter.“ „Wieso, der ist doch auch erst 26?“ „Am gefühlten Alter. Bei dem fühlt die Kernzielgruppe sich einigermaßen verstanden.“ „Also Ü60.“ „Genau.“ „Aber…“ „Sie halten jetzt erst mal die Klappe, solange wir keinen Text haben.“

„Hallo Kids, ich drehe jetzt den Swag auf und erzähle Euch mal von der…“ „Stopp, stopp, stopp!“ „Das hat sich doch die Kramp-Karrenbauer aus den Fingern gelutscht, um die Parteijugend komplett zu kastrieren.“ „Unsere Übergangsvorsitzende?“ „Ob Über- oder Untergang, das werden wir noch sehen.“ „Ich hab da auch eine CD dabei, davon können wir im Hintergrund ein bisschen…“ „Zeigen Sie mal.“ „Helene Fischer!?“ „Wie viel Dreck passt eigentlich in einen einzigen Schädel?“ „Der Pressereferent hat gesagt, das sei jetzt total angesagt.“ „Das ist das Album von 2006.“ „Sind wir jetzt konservativ oder sind wir nicht konservativ?“ „Können Sie vielleicht einfach mal die Fresse halten?“ „Er lernt es nicht mehr.“ „Dann drehen Sie mal schön Ihren Swag auf, wir gucken uns inzwischen nach einem geistig geeigneten Kandidaten um.“ „Darf ich?“ „Wie gesagt, er lernt es nicht mehr.“

„Vielleicht sollten wir’s mal mit krassen News zum Klimaschutz in Deutschland probieren.“ „Das dürfte ähnlichen Erfolg haben wie die Sextipps vom Papst.“ „Vielleicht sollten wir ganz einfach diesen massenmedialen Scheiß hinter uns lassen und auf die direkte Ansprache setzen.“ „Das hat ja bisher im Straßenwahlkampf auch immer dufte geklappt.“ „Seit wann sagen wir ‚dufte‘?“ „Seitdem die Große Vorsitzende das will.“ „Ich stelle mir da eher so eine Eins-zu-eins-Kommunikation vor.“ „Toll, und das funktioniert technisch noch mal genau wie?“ „So also Telefonnummer, wo man anrufen und…“ „Wer ruft denn bitte Amthor an? und das auch noch freiwillig!?“ „Aber…“ „So viele Masochisten gibt es gar nicht in der BRD.“ „Vielleicht wird es ja gerade dadurch Kult?“ „Also Sie meinen, der ist am Telefon derart scheiße, dass es schon wieder cool ist?“ „Das ganze endet dann doch wieder nur als Radikalisierungshotline, weil der Vorstand hier die ganze Zeit Kontrollanrufe tätigt und den Knilch auf Linientreue trimmt.“ „Schreckliche Vorstellung.“ „Er kann ja zwischendurch den Swag aufdrehen.“

„Dann kann er doch mal erklären, warum sich das Präsidium megakrass gegen die CO2-Steuer ausgesprochen hat und jetzt die Flugtaxi-Nummer bis zum bitteren Ende durchzieht.“ „Voll fly für so Technikdödel.“ „Crazy.“ „Ja, voll lol!“ „Schnauze, Amthor!“ „Aber…“ „Die Grünen stehen gerade vor der feindlichen Übernahme des Staates, und Sie wanzen sich an ein paar Teenagerversteher ran, die jedes Jahr meinen, die Jugendsprache jetzt aber endlich gerafft zu haben, wie?“ „Die machen das aber wissenschaftlich, ich hab’s genau gelesen!“ „Sonst hält doch das Präsidium auch nicht viel von Wissenschaft, oder?“ „Wie wär’s mal mit einem Ideenwettbewerb, wer die coolste Entwicklung gegen Mikroplastik im Meer hat?“ „Oder die tollsten Tipps zum Energieeinsparen im Privathaushalt?“ „Amthor, wenn Sie eine Wohnung mit Küche im Plattenbau gemietet haben, dann können Sie da nicht einfach einen neuen Kühlschrank einbauen.“ „Außerdem bezahlt den keiner.“ „Der Vermieter muss sogar zustimmen.“ „Aber…“ „Haben Sie Text?“ „Nein, warum?“ „Dann wissen Sie ja, was Sie zu sagen haben.“

„Können wir das Ding hier nicht lieber als PDF veröffentlichen?“ „Haben Sie sich die Haare extra blau gefärbt, nur damit wir das in einen Text reinschreiben?“ „Aber…“ „Wer hat den eigentlich hier reingelassen?“ „Ich will es gar nicht wissen.“ „Die Große Vorsitzende ruft gerade an.“ „Und?“ „Sie will wissen, ob wir vorankommen und mit welchen Stimmverlusten wir bei den nächsten Wahlen rechnen müssen.“ „Sagen Sie ihr, das wird ganz groß?“ „Was jetzt genau?“ „Sagen Sie’s einfach, sie hört sowieso nur, was sie hören will.“ „Schnelle, prägnante Argumente?“ „Billiger kriegen Sie es nicht hin?“ „Das war jetzt die Vorgabe aus dem Expertengremium.“ „Wir hätten ‚Da kann ja jeder kommen‘.“ „Oder ‚Das haben wir schon immer so gemacht‘.“ „Also damit könnte ich mich sogar anfreunden.“ „Schnauze jetzt, Amthor!“ „Aber…“ „Das sind doch keine Argumente, das ist dasselbe hirnlose Gestammel, das das Präsidium sonst auch schon abliefert!“ „Und das ganz ohne schlechte Musik.“ „Und dann hoffen wir, dass die Große Vorsitzende sich hinterher eine Kugel durch den Kopf jagt.“ „Wieso das denn?“ „Aber…“ „Muss ich das verstehen.“ „Meinungsmache im Internet? Das geht ja gar nicht.“





Gernulf Olzheimer kommentiert (CDLXVI): Influencer

31 05 2019
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Damals lief die Sache eher schleppend. Das Gebiss der Säbelzahnziege zeichnete sich durch eine gewisse Exklusivität aus, wer es als Trophäe um den Hals hängen wollte, musste schon den Kampf mit dem Raubsäuger eingehen. Rrt hatte seitdem Schlag bei den Damen, aber auch mehrere Knochenbrüche, denn sein Vater und seines Vaters Vater – davor verliefen die evolutionären Linien eher kreisförmig oder verloren sich auf den Bäumen – hatten ihren Schmuck mit ins Grab genommen. Es gab noch keine Boutiquen, keinen Online-Handel und erst recht keine Haustürgeschäfte vor der Ein-Sippen-Höhle, nicht einmal eine der wichtigsten Errungenschaften des Kapitalismus, den Geltungskonsum. Dennoch war das Tragen der Beißer modisches Männlichkeitsgebaren und soziales Muss. Heute ließe sich das Produkt mit wenig Aufwand aus Taiwanplaste schwiemeln, echt täuschend, aber täuschend echt, und unter die Leute jubeln, die es zuvor noch nicht einmal gekannt hatten. Alles, was man dazu braucht, sind viele Deppen und ein Influencer.

Es handelt sich nicht um einen Aus-, vielmehr um einen Einbildungsberuf für alle, die sich nicht zwischen Irgendwas-mit-Medien und Unbedingt-berühmt-werden entscheiden können oder wollen. Gut frisierte Grinsebacken halten ihre Fresse ins Internet und geben sich der Illusion hin bzw. für sie her, dass der stetige Erwerb von Dingen an sich im höchsten Maße die Sinnfrage des Lebens mit Antworten stilllegen könne. Seitdem jedes Zeugs einen Markenbotschafter hat, dessen vornehmste Aufgabe es ist, der dödelnden Masse börsennotierte Namen ins Stammhirn zu pfropfen, muss auch das Produkt ins seiner existenziellen Vielfalt ans Vieh vor den Empfängern gebracht werden. Hatte weiland noch die dicke Tante Spülmittel und Bratensaft mit der Ich-Botschaft beworben, mussten in den egozentrischen Achtzigern mählich hippe Schnösel ins Reklamewesen eindringen und sich beim hedonistischen Gebrauch von Raumduft und Lightlimo abbilden lassen. Heut aber will der auf seinen eigenen Screen vereinzelte Konsument den Werber persönlich kennen und geht eine Eins-zu-eins-Beziehung mit ihm ein, in der die wirklich wichtigen Themen verhandelt werden: digitale Unterhaltungselektronik, Massenmode und biokosmetische Chemikalien.

Der gute Onkel, der seine Rübe ins Netz hält, ist nun bekannt dafür, so berühmt zu sein, sowie auch umgekehrt. Dafür baut das System auf den schon in präkapitalistischen Zeiten unziemlich ausgeprägten Verhaltensweisen wie Gier und Nachahmungstrieb, um Ware viral abzusetzen und sich dafür als den netten Experten von nebenan abfeiern zu lassen, der nichts anderes tut, als in einer stylish mit Attrappen dekorierten Wohnkulisse Tuben und Tiegel zu öffnen. Als die Bilder sich noch ausschalten ließen, hieß die Angelegenheit Teleshopping, man sah ein paar anstrengend quasselnde Blödkolben mit dem ultimativen Klappheimtrainer, der Zwölf-Tassen-Kaffeemaschine mit Hängetropffilter samt einer Mörderduschhaube, und nein, es war nicht lustig, den Niedergang der eigenen Spezies via Marketing mitzuerleben. Heute aber ist die Jugend, zumal die äußert klimaneutral eingestellte Gruppe nachhaltig konsumkritischer Nachwuchsdemokraten, komplett schmerzfrei und gönnt sich. Vielleicht sind eine matt aufgeschmirgelte Tagescreme oder ein Textil aus jemenitischer Kinderfertigung aber auch besser geeignet für eine Generation, die sich als globales Phänomen begreift und gerne in amorphen Bündeln schwärmt, weil man sich dabei für intelligent halten kann – die Illusion, sich selbst zu steuern, obwohl man nur instinktiv die Bewegungen der sieben anderen neben und über und unter sich nachmacht, ist eine der Vorgaukelungen von Freiheit, die die neoliberale Sozialisierung in den soi-disant Köpfen der Follower hinterlässt. Das Volk heißt Volk, weil es folgt und keine dummen Fragen stellt.

Wie tröstlich, dass auch die Influencer nur eine betriebswirtschaftliche Stellgröße im Marketing-Mix sind, austauschbar wie eine Verpackung oder die Stellung in der Produktfamilie. Auch sie sind nur gecastete Püppchen, die mit ein paar Millionen Klicks zufrieden sind, die kurz reich werden und dann lange vergessen, weil der nächste berühmt werden will und berühmt werden wird und dann ebenso verweht und vergessen. Denn wer erinnert sich nach all den Jahren noch an egoman grienende Popper, wie sie rauschhaft im Cabrio durch eine gepflegte Landschaft kreisten, das Trendgetränk permanent in Reichweite. Auch Mundpropaganda leidet unter Zahnausfall, und dann hat die Zunge freies Spiel. Der aufgeklärte Verbraucher, der sich so gerne als Alter Ego des mündigen Bürgers über die Verdeppungsförderung der Wirtschaft aufregt, hier könnte er fündig werden. Doch fehlt ihm schon der Glaube, so hört er doch wenigstens die Botschaft. Man kauft sich ja sonst nichts.





Informationsordnung

30 05 2019

„… Meinungsäußerungen aus dem Interwebnetz auch weiterhin getätigt werden dürften. Kramp-Karrenbauer habe aber angeregt, dass eine für Deutschland vorgeschaltete Kontrollkommission alle Inhalte auf negative Einflüsse, die sich der Regierungsarbeit und insbesondere der CDU…“

„… dass es Sondergenehmigungen geben müsse. Reichelt befürchte ein Verkaufsverbot für BILD, wenn jede hetzerische Aussage von Franz Josef Wagner mit einer staatlichen…“

„… die Nachrichten ohnehin viel zu aktuell seien und nicht dem Ziel einer gesellschaftlichen Entschleunigung dienten. Die Idee der Partei, alle Meldungen zwei Wochen vorher zur Kontrolle von Inhalt und Formulierung einzureichen, könne sich schließlich auch positiv auf die soziale…“

„… mit den analog getätigten Äußerungen durchaus vergleichbar seien. Ziemiak sehe CDU-feindliche Äußerungen auf Transparenten durchaus als strafwürdige Handlungen und wolle mit allen legalen Mitteln des…“

„… keine Hitler-Titel mehr publizieren könne. Dem habe die Union vehement widersprochen; es gehe der Pressegenehmigungsstelle im Kanzleramt vielmehr darum, durch aktuelle Schlagzeilen wie Juden in Europa – Hatte der Führer am Ende nicht doch recht? eine neue Sicht auf den…“

„… vorwiegend die Funktion der Volksaufklärung übernehmen müsse, da die Bürger auf staatlich nicht genehmigten Interwebnetzseiten keine staatlich genehmigten Informationen zu…“

„… die Reihenfolge der Nachrichten durch eine Bundesmedienverordnung neu zu gewichten. In Zukunft solle jede Nachrichtensendung am Anfang jeweils eine Stunde selbst produziertes Material aus dem CDU-Newsroom erhalten, und falls dies für die Sendedauer nicht ausreiche, werde sich die Vorsitzende persönlich für ein Interview mit dem…“

„… sich Meinungsbildung im digitalen Zeitalter stark von der analogen Praxis unterscheide. Allein die Tatsache, dass immer mehr Menschen das Risiko eingingen, sich eine eigene Meinung zu bilden, können durch eine sofortige…“

„… auch außerhalb des Internets verboten sein müsse. So habe Ziemiak darauf hingewiesen, dass digitale Medien in der Verfassung mit keinem Wort erwähnt würden und daher auch keinen Anspruch hätten, von der Regierung als…“

„… beispielsweise Bürger, die die Arbeit der CDU positiv bewerten wollten, dies jederzeit ohne Androhung von Strafe tun könnten. Kramp-Karrenbauer habe nochmals betont, dass jede mit Name, Anschrift und Personalausweisnummer gezeichnete Ergebenheitsadresse an die Vorsitzende ohne juristische Folge für die…“

„… schädliche Diskussionsthemen aus der Öffentlichkeit herausgehalten werden könnten, wenn sie nicht ohne vorherige Aufforderung der Behörde für Informationswesen und staatliche Medienaufsicht in einem öffentlichen…“

„… fordere Ziemiak die Bürger zu mehr Wachsamkeit auf. Wer beispielsweise Werbung für Homosexualität, Attentate auf die CDU-Vorsitzende oder den Verzehr von niedlichen kleinen Kätzchen im Internet verbreite, dürfe sich nicht wundern, wenn die staatliche Terrorabwehr mit der ganzen Härte des christlich-demokratischen…“

„… jeder, der den Alleinvertretungsanspruch der Partei in Frage stelle, eine Meinungsdiktatur errichten wolle, die zu Lasten der regierungstreuen Volksgenossen ginge und daher mit gesetzlichen Mitteln und allen anderen…“

„… führe eine zunehmende Meinungsbildung bei einigen dahin funktionsfähigen Arbeitnehmern zu vermehrtem Nachdenken. Die Partei sehe hier eine Bedrohung, die sich nicht nur in der richtigen Wahlentscheidung, sondern möglicherweise auch in einer Abkehr von der marktkonformen Demokratie und dem börsennotierten…“

„… werde die Partei Devianz in jeglicher Form bestrafen. Kramp-Karrenbauer habe aus der Bibel nicht entnehmen können, dass jeder linke Chaot auf einer transsexuellen Toilette legal Blutschande mit Veganern, pigmentierten Scheinasylanten oder sogar ausländischen Atheisten treiben dürfe, um die von Gott geschaffene deutsche Rasse in ihrem Bestand wissentlich zu…“

„… zu einer Veränderung des Diskurses führe, wenn sich Personen unterschiedlicher Herkunft und Bildung ohne vorherige Antragstellung auf illegale Formen der herrschaftsfreien Kommunikation einließen. Ziemiak sehe als Mindestreaktion einer wehrhaften Partei die sofortige Wiedereinführung der Todesstrafe als letztes Mittel, der Zerstörung der CDU eine angemessene…“

„… dass sehr viele Begriffe wie ‚Koran‘, ‚Klimaerwärmung‘ oder ‚Sozialismus‘ in der Bibel nicht vorkämen und also dem Willen Gottes direkt widersprächen. Die CDU werde von der Regierung verlangen, dass dies blasphemische Verhalten mit alttestamentarischen Strafen, die nicht zur Bewährung ausgesetzt würden, und einer behördlichen…“

„… alle, die sich der Autorität der herrschenden Partei durch bewusstes Opponieren widersetzen würden, durch restloses Ausmerzen aus der Volksgemeinschaft zu…“

„… Gott sie dazu ausersehen habe, das deutsche Volk in den Endkampf gegen das Interwebnetz und den Journalismus zu führen. Kramp-Karrenbauer werde das ganze Universum mit ihrer…“





Gernulf Olzheimer kommentiert (CDLXIV): Das Essensfoto

17 05 2019
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Irgendwann hatte Rrt so halbwegs den Bogen raus und begann mit der dunklen Matsche vom Ufer des Tümpels figürliche Muster an die Wand der Großfamilienhöhle zu malen – halbwegs figürlich, da nur der Eingeweihte wirklich wissen konnte, ob es sich bei den seltsamen Formen tatsächlich um die Säbelzahnziege handelte oder um das ominöse Raumschiff, das Jahrtausende später Experten für Präastronautik aus dem Gekrakel würden erkennen wollen. Ehrlich gesagt handelte es sich seinerzeit um eine Art Beschwörung, nicht zu sagen eine sehr historische Form der Speisedarstellung, die den Gästen signalisierte: es gibt Geiß, Baby. Vorab malte der Hausherr an den Felsen, was tags darauf im Feuer gemütlich schmurgeln und den Gaumen der Verwandtschaft delektieren sollte. Hätte man den Hominiden ein digitales Endgerät in die Hand gedrückt, vielleicht hätten sie die Reihenfolge auch schon umgekehrt – erst Kochen, dann Malen. Aber auch heute bildet man erst ab und isst danach, was übrigbleibt. Warum auch immer. Das Essensfoto bleibt eines der soziokulturellen Geheimnisse der Gegenwart.

Zum Beispiel die Frage, warum und wann und in welcher Form man es überhaupt anfertigt, im Netz an unschuldige Opfer verschickt und dafür eine Reaktion erwartet, die das ahafreie Erlebnis übersteigt. Vordergründig knipsen Menschen Salat und Bohnensuppe, um zu zeigen, dass sie es können – sie sind in Besitz eines digitalen Endgeräts und wollen ihre Abhängigkeit an die Kommunikations- und Speichermaschine schlechthinnig zeigen, eine krude Mixtur aus Credo und Mea culpa, zeitgleich der Nachweis einer Zugehörigkeit zur Welt, die ja außerhalb der allwissenden, allumfassenden und allgegenwärtigen Müllhalle nicht mehr stattfindet, es sei denn außerhalb des platonischen Gehäuses, und was sich da an Gebilde an die Höhlenwand schwiemelt, mag sich der Abhängige lieber gar nicht erst vorstellen. Er gehört dazu, mitgegangen, mitgefangen, mitgehangen.

Anders als der gemeine Anorektiker, der einen leeren Designerteller gepostet hätte, schmaddert der Durchschnittslurch Schnitzel ins WLAN, als gäbe es dafür Anerkennung. Die Darreichungsform ist so demonstrativ wie verzweifelt, denn was hätte der Esser auf Sozialentzug zu bieten außer vorgefertigter Ware, wie sie jede beliebige Gasterei dem Vorübergehenden liefert. Anders wird es nur, lichtet der Esser selbst gehobelte Kartoffeln mit Öl und Essig ab, was aber nur dokumentiert, dass er Kartoffeln kaufen kann und in Besitz eines Hobels ist, beides so spektakulär wie ein Fahrrad in China. Größtenteils ersetzt das Teilen die Gemeinschaft zu Tisch, die sich mitesserfreie Kalorienverbraucher in jenen Situationen wünschen, wo sie gegen die Zeit gabeln, Endpunkte eines Netzwerks, in dem alle alleine am Zipfel ihres Hungertuchs hocken. Die mediale Form der Zwangseinladung gerinnt mit der Zeit zur stereotypen Postkarte, wie sie der Tourist aus Leidenschaftslosigkeit an den Rest der Familie sendet: es gibt Betten, das Essen ist gut, das Wetter findet statt, Grüße, aus.

Als Präsident mit Kinderwertigkeitskomplex zeigt man gerne das Ergebnis seiner Verrichtung, der traurige Tellerkauer muss die verrinnende Zeit festhalten, die er für einen knappen Moment im sozialen Milieu seiner Wünsche verbracht hat, eine Mittagspause im Kantinenalltag, Gemeinsamkeit im Szeneviertel, die er ins Medium pfriemeln muss, um aus seiner Existenz überhaupt eine Botschaft zu erhalten. Was sich nicht abbilden lässt, so das Netz in ehernem Diktat, hat gar nicht stattgefunden, und was nicht stattgefunden hat, gibt keine Punkte. Wer sich einmal dazu entscheidet, auf dem Zeitstrahl in Richtung Ego zu surfen, stellt fest, dass das Ding ihm aufwärts zu schwimmen gebietet; es erfordert permanente Energiezufuhr, der Moloch will stetig gefüttert werden, auf dass die Person hinter ihrem Account überhaupt ist. Man stelle sich vor, Prozess und Technik wären noch nicht erfunden, zweidrei Leutchen, die irgendwas mit Medien machen, zücken beim Anblick der Käsestulle hysterisch ihre Schmalfilmkamera, kurbeln knatternd eine Spule herunter, die entwickelt und umgekehrt wird, in Streifen geschnitten und geklebt, überblendet, mit Gabelgeklapper und Gläserklang nachvertont, und doch bleibt nur gelbstichig ruckelnder Bildschrott, der nach drei Wochen müde dem Zerfall entgegen im Keller rottet, weil kaum jemand sagte: wollen Sie mal Frollein Müllers Schwarzbrot sehen? In der Summe entsteht vielleicht der Eindruck, für das bisschen Pudding geliebt zu werden, doch nur ein klein wenig von jedem, nicht messbar, da zu viele zu oft zu viel teilen. Wenn jeder sein täglich Brot in den Äther klotzt, sind alle anderen überfüttert. Danke, satt, Amen.

Wie anders wäre die Geschichte gelaufen, und es hätte beim letzten Abendmahl schon Instagram gegeben. Sehet her, dies ist mein Gemüse, dies ist mein Chardonnay, zehn von zehn Punkten, ein Bild für die Götter. Das letzte Bild, so sagt man, nimmt man mit, vermutlich auch in die Cloud, oder es wird in der Netzhaut gespeichert. Ob das Turiner Tuch Saucenflecken hat? Man weiß es nicht.





Typengerecht

25 04 2019

„So eine leicht getönte Tagescreme vielleicht.“ „Aber auf jeden Fall etwas für den Sommer.“ „Sowieso.“ „Können wir nicht zusätzlich einen Beitrag machen über Trendfarben?“ „Stimmt, das war auch in der letzten Kevin.“

„Wobei Kevin ja auch modelastiger ist als wir.“ „Wird aber gekauft.“ „Ich lese die aber auch wegen der Artikel.“ „Wir könnten den Teil über dekorative Kosmetik diesmal ein bisschen medizinischer halten.“ „Ich würde auch den Aspekt der Verbrauchersicherheit betonen.“ „Haben wir allerdings auch schon im Haushaltstipp.“ „Stimmt.“ „Manche Themen vertragen einen gewissen Fokus und sollten immer wieder in den…“ „Wir sind aber nun mal kein Verbrauchermagazin.“ „Stimmt auch wieder.“

„Jedenfalls haben wir den Modeteil diesmal sehr gut mit den anderen Ressorts abgestimmt, die Fotostrecke steht und wir haben das Go für den Titel.“ „Ich finde das nicht so toll, aber okay.“ „Was stört Sie denn daran?“ „Also ‚Socken und Sandalen – Sieben Super-Kombinationen für den Sommer‘, ich weiß ja nicht.“ „Das hatten die anderen so noch nie.“ „Fragen Sie sich mal, warum.“ „Sowieso.“ „Stört Sie die Produktplatzierung?“ „Also Männer und Schuhe – mehr Klischee geht ja wohl nicht.“ „Ich bitte Sie, wir bedienen einen funktionierenden Markt.“ „Aber deshalb muss man doch nicht über jedes Stöckchen springen und so einen Artikel derart prominent rausbringen.“ „Ich habe ja gleich gesagt, ‚Socken oder Kniestrümpfe?‘ aus der März-Ausgabe ist erst mal genug.“ „Das war ja auch in einem ganz anderen Ressort.“ „Als Alternative könnte ich mir mal was über Elektrowerkzeug vorstellen, ich habe da neulich einen Titel mit…“ „Sonst geht’s aber, Kollege?“

„Das ist Satire, oder?“ „Was verstehen Sie daran jetzt nicht?“ „Also bitte, das muss doch Satire sein.“ „Was stört Sie denn an dem Artikel?“ „Hallo? ‚Mein Bauch gehört mir‘, was soll das denn werden?“ „Wonach sieht es denn auch?“ „Jedenfalls sind die Fotos einfach, ich weiß nicht, schlimm.“ „Wir haben auch einen gesellschaftlichen Auftrag zu erfüllen.“ „Und deshalb diese Fotos?“ „Man hätte auch ein paar weniger nehmen können.“ „Sie verstehen das nicht, wir wollen in dieser Ausgabe mal einen Trend setzen und weg von den ewigen Abnehmtipps.“ „Sowieso.“ „Und hier, alle Gürtel aus dem Kleiderschrank verbannen, das macht doch jeder.“ „Ich finde das sehr gut an der Zielgruppe orientiert.“ „Aber genau das ist es ja, ich will das nicht in unserer Zeitschrift haben!“ „Das haben wir jetzt auch schon gemerkt.“ „Haben Sie ein Problem mit Körperbewusstsein?“ „Haben Sie ein Problem damit, dass diese Fotos…“ „Was sollen wir denn bringen? Eine Fotostrecke mit lauter Hungerhaken nimmt uns doch keiner mehr ab.“ „Aber das hier ist auch nicht typengerecht?“ „Typen!?“ „Sie sollten mal ein bisschen an Ihrer Wortwahl feilen, Herr Kollege. Sonst sehe ich hier wenig Möglichkeiten für eine erfolgreiche Zusammenarbeit.“

„Die Homestory haben wir aber gut integriert.“ „Der spielt bei Schalke, oder?“ „Ich habe den Text jetzt nicht präsent, kann aber gut sein.“ „Dabei würde sich das doch auch für einen Titel eignen.“ „Er wollte aber nicht aufs Cover.“ „Stimmt, er war in Balduin mit Urlaubstipps und will jetzt mal einen Gang zurückschalten.“ „Wenn wir das als Homestory machen, warum ist dann dies Bild mit der Hortensie ganz vorne?“ „Lesen Sie mal die Headline.“ „Ach so, verstehe. ‚Meine schönsten Klettergewächse‘, das deckt dann auch den Bereich Garten ab.“ „Plus Lifestyle, wir haben ja zusätzlich das Tofurezept drin.“ „Ich möchte mal wissen, ob sich das mit Ihren Bauchfotos verträgt.“ „Sie hängen nicht an Ihrem Job, stimmt’s?“

„Aber die Gymnastik im Fernsehsessel, das ist auch nicht neu.“ „Hier, Karl-Heinz vom August 2017.“ „Das war die langfristige Vorbereitung auf die Fußball-WM.“ „Ja, ich habe die CD aufgehoben.“ „Mit der Hintergrundmusik?“ „Die war gar nicht mal so übel.“ „Wir machen die immer an zum Fensterputzen.“ „Man kann auch gut die Terrasse dazu kärchern.“ „Das könnte man mal machen.“ „Ist aber eher ein Thema für den Winter.“ „Modisch aufbereitete Fotostrecke.“ „Zehn Jacken für die Gartenarbeit.“ „Plus Trainingsplan.“ „Gute Idee, ich spreche das mal beim Ressortleiter an.“ „Fehlt denn in dieser Nummer noch irgendwas?“ „Wir hatten noch nie etwas über Autos.“ „Wieso Autos?“ „Autos halt. Technik, Motoren, Modelle, Ölwechsel und den ganzen Kram.“ „Sie wissen aber schon, wo Sie hier sind?“

„Der Aufmacher ‚Die schönsten Biere fürs Wochenende‘ bleibt drin?“ „Ich finde den Text aber grauslig.“ „Zeigen Sie mal her. Au weh, ‚Ein Pils für Peter‘, das geht ja gar nicht.“ „Oder hier, ‚Weizen für Werner‘.“ „Wer hat sich den Schrott denn ausgedacht?“ „Der Praktikant hat sich wohl einen Scherz erlaubt.“ „Das hätte jedenfalls viel früher auffallen müssen.“ „Also ich finde das ja ganz lustig.“ „Lustig, aha.“ „Also das mit dem ‚Bier-Ernst‘, das ist doch tatsächlich…“ „Und Sie meinen, das geht in einer Zeitschrift von unserem Ruf?“ „Meine Güte, wir bringen doch genau denselben Mist wie Karl-Heinz oder die Kevin, da muss man sich doch über so einen Beitrag nicht großartig aufregen.“ „Doch, und wenn das Ihr Qualitätsanspruch an Journalismus sein sollte, dann gehen Sie besser zu einem Herrenmagazin.“





Morbus Glotz

24 04 2019

„… herausgefunden hätten, dass zu langes Fernsehen dem Langzeitgedächtnis schaden könne. Die amerikanischen Wissenschaftler seien nach wenigen Monaten durch eine groß angelegte Studie auf den…“

„… von Gauland bestätigt worden sei. Er habe dazu erst am Vortag eine Sendung gesehen, wisse aber leider nicht mehr, wer wann und auf welchem Programm die…“

„… Nachrichtensendungen nur noch in sehr kurze Einzelblöcke teilen wolle. Es sei für die Sender der Pro7-Sat.1-Gruppe wesentlich, dass kein Beitrag mehr als eine Minute inklusive der Anmoderation und einem…“

„… nicht geklärt worden sei, ob die Probanden der Fernsehsendung nicht mehr gefolgt oder aus Müdigkeit das Interesse an der…“

„… könne wenigstens im deutschen Fernsehen Dieter Nuhr als Störfaktor ausgeschlossen werden, da ein Großteil der Zuschauer dessen Sendungen ausschließlich konsumiere, um hinterher keine Erinnerungen mehr an die…“

„… müsse allerdings bei modernen Fernsehern berücksichtigt werden, dass häufiges Umschalten der Kanäle zur diskontinuierlichen Wahrnehmung der medialen Inhalte führe, wie sie auch bei neuronal geschädigten Patienten in der…“

„… zeige sich bei den Beispielen eine von den Medien unabhängige Verminderung der Intelligenz durch muslimische Zuwanderer. Auch vor einer blutsmäßigen Durchmischung der Rassen sehe Sarrazin bereits eine signifikante Minderung des…“

„… werde RTL das Zeitfenster auf vierzig Sekunden schließen, wobei durch eine längere Anmoderation durch Influencer bereits die Verkürzung der Aufmerksamkeitsspanne auf wenige…“

„… nachdem zahlreiche Faktoren wie Alkohol- und Tabakkonsum herausgerechnet worden seien. Es habe sich in einer ersten Testreihe gezeigt, dass die Erinnerung der Zuschauer für die Anzahl der getrunkenen Gläser Bier wesentlich genauer sei als für den Inhalt einer Abendshow mit dem…“

„… der längere Verbleib vor dem Fernseher neurodegenerative Prozesse fördere, die zu einer fortschreitenden Orientierungslosigkeit führen würden. Dieses führe im Gegenzug zu einem ungewollten Verharren vor dem Fernsehapparat, was zu einer noch stärkeren Einschränkung der Orientierung führe, was dann zu einem ungewollten Verharren vor dem…“

„… dass sich die Intervalle zwischen zwei Werbepausen als maximale Gedächtnisspanne herausstellen würden. Die Wissenschaftler hätten daher angeregt, einen Kontrollversuch in einem Kino durchzuführen, in dem keine…“

„… dass das Betrachten eines Liveberichts vom AfD-Parteitag ähnliche Wirkungen wie eine Lobotomie entfalte. Andererseits sei diese Art von Fernsehprogramm sowieso nur für solche Zuschauer geeignet, die ohnehin weder ein intaktes Langzeitgedächtnis noch andere kognitive Formen von…“

„… an der sprachlichen Struktur liege, die es mit zunehmender Sendedauer immer schwieriger mache, komplexe Inhalte zuschauergerecht zu kommunizieren. arte habe daher bereits ins Auge gefasst, längere Features über die Abholzung des Regenwaldes oder die Geschichte der flämischen Malerei durch Grunzlaute sowie eine australische Krimiserie durch getanzte Untertitel und…“

„… schlage Spitzer ein strafbewehrtes Verbot aller Unterhaltungsgeräte vor bis hin zu E-Books und Kaffeemaschinen mit elektronischer Anzeige. Dann werde eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Fernsehen in der für die christlich-abendländischen Kultur angemessenen…“

„… keine Entschuldigung darstelle. Dennoch müsse gerade der Nachrichtenbereich dafür Sorge tragen, dass durch zu viele negative und emotional aufgeladene Inhalte eine starke Verkürzung der Aufmerksamkeit provoziert werde. Die größte Verantwortung für den Tatbestand liege demnach bei der Politik, die nicht durch entsprechende…“

„… als Morbus Glotz bezeichnet werde. Spahn sei jedoch am Rande der Debatte entgangen, dass es sich lediglich um eine ironische Bezeichnung für den…“

„… eine Studie der Bertelsmann-Stiftung ergeben habe, dass der durchschnittliche Deutsche nicht mehr in der Lage sei, Nachrichtenbeiträge von mehr als zehn Sekunden ohne eine…“

„… politische Beiträge künftig von Mario Barth erklären lassen wolle. In einer Pilotsendung habe sich der Komiker selbst jedoch schwer getan, die Zusammenhänge zwischen Witterungseinflüssen und Getreidepreisen schlüssig in einem einzigen Satz zu…“

„… neue interaktive Formen der Informations- und Wissensvermittlung nutzen müsse. Spitzer schlage vor, das Fernsehen auf einfache bunte Texttafeln zu reduzieren, die der Betrachter erst nach mehreren Minuten Lektüre und einer inhaltlichen Verstehenskontrolle weiterschalten könne, um so Schritt für Schritt komplexere…“

„… aber nicht genannt werden wolle. Als Chefredakteur einer großen deutschen Zeitung mit vielen Bildern sei er davon überzeugt, dass das Lesen von Printmedien pädagogisch viel besser und informativer sei als der Konsum von zu viel…“