Ballermann

10 09 2020

„… dass die sächsische Polizei ab sofort mit kriegstauglichen Waffen ausgestattet werden solle. Nähere Angaben könne der Landesinnenminister aus Gründen der Geheimhaltung allerdings…“

„… ob ein Polizeifahrzeug mit Maschinengranatwerfer als militärische Ausrüstung bezeichnet werden dürfe. Die Panzer würden ausschließlich für den zivilen Einsatz und nur gegen Zivilisten in den…“

„… in einer durch zahlreiche öffentliche Versammlungen geprägten Zeit den SEK-Einheiten eine größere Rolle zuteil werde. Bei parallel verlaufenden Demonstrationszügen von nationalsozialistischen und demokratischen Gruppierungen könne deren Auftreten für ein subjektives Sicherheitsgefühl auf der Seite der…“

„… finde keine Kontrolle über die Beschaffung der Waffen und anderer Ausrüstungsgegenstände statt. Das Parlament sei nicht befugt, in diese sicherheitsrelevanten Bereiche des…“

„… durch zahlreiche Auflagen während der Pandemie erschwert werde. Wenn Demonstranten sich legal mit gefährlicher Schutzbewaffnung wie Gesichtsmasken ausstatten dürften, dann sei ein Wasserwerfer keine angemessene Antwort auf…“

„… mehrere Versammlungen bereits friedlich verlaufen seien, da die mit Granatpistolen und automatischen Gewehren ausgerüsteten Beamten keine Ausschreitungen von den…“

„… müsse man gerade in Sachsen mit möglichen Terroranschlägen gegen Politiker rechnen. Bis dahin würden die Einsatzkräfte ihre Ausrüstung im Einsatz gegen Demonstranten und andere Bürger bestmöglich trainieren, um im Fall einer Terrordrohung sofort mit dem…“

„… werde die Gefahr eines linksradikalen Netzwerks seit Jahren ignoriert. Die sächsische Landesregierung habe zwar nach wie vor keine Anhaltspunkte dafür, dass es linksradikalen Terror im Freistaat gebe, man werde aber nicht so lange warten, bis die ersten Attentate im…“

„… sei dieser Schritt verfassungsrechtlich geboten. Da das Grundgesetz den Einsatz des Militärs im Innern untersage, müsse man die technischen Möglichkeiten der Polizei bis zum Äußersten…“

„… werde auch das G36 mitgeführt, um sich vor dem erwartbaren feindlichen Beschuss durch AK-47-Gewehre zu wappnen. Die Ordonnanzwaffe werde hier jedoch als Dienstwaffe eingesetzt und sei damit weder militärisches Gerät noch…“

„… habe die Polizei damit begonnen, neben den Panzerwagen vom Typ Survivor R auch die Maschinengewehre durchzunummerieren. So falle beim Durchzählen der Ausrüstung ein eventueller Verlust von Polizeipanzern viel eher…“

„… sich als flexibler Arbeitgeber verstehe, der auf die Bedürfnisse seiner Mitarbeiter eingehe und sie entlaste. Es werde daher nur eine Granatpistole mitgeführt, die Reizgas, Blendgranaten sowie gummiummantelte Munition verschießen könne und den Beamten eine bessere Absicherung bei…“

„… den Eindruck vermeiden wolle, dass die Polizisten in Sachsen ihre Ausrüstung nur bekämen, um damit Ballermann zu spielen. Die Regierung des Freistaates habe betont, dass jeder Beamte zu seiner Bewaffnung stets auch ein Exemplar des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland erhalte und man davon ausgehe, dass die meisten diese auch mindestens gelegentlich…“

„… auch Warnungen gegeben habe, dass sich linksradikale oder antifaschistische Kämpfer in den Polizeidienst einschleichen können, um Zugriff auf funktionsfähige Waffen zu erhalten. Die Regierung des Freistaates habe diese Risiken jedoch schon im Keim erstickt und ein Klima in der Polizeitruppe geschaffen, das es linken Aktivisten sehr schwer mache, sich langfristig mit der…“

„… auf ausgewogene Sicherheitskonzepte zurückgreife. So seien Helme und Schutzwesten gegen den drohenden AK-47-Beschuss präventiv geordert worden, bevor es Gründe für deren Anschaffung gegeben habe. Auf diese Weise werde feindlichen Kräften kommuniziert, dass die Polizei für jede Bedrohungslage eine passende…“

„… das Employer Branding der Polizei wesentlich zu verbessern. Seit der Abschaffung der Wehrpflicht, spätestens jedoch mit den in Sachsen weit verbreiteten Bürgerwehren habe sich ein harter Konkurrenzkampf entwickelt, bei dem die Polizei dank ihrer inzwischen verbesserten Gesetzgebung wesentliche Fortschritte im…“

„… auch aus wirtschaftlichen Gründen erfolge. Die Ausrüstung werde größtenteils aus deutscher Produktion angeschafft, so dass Sachsen auch in der aktuellen Krise ohne Exporte eine positive…“

„… dass sich mit dem Wechsel der Ausrüstung auch das Selbstverständnis der Polizisten ändern könne. Eine gewisse Distanz lasse sich zwar durch die neuen Uniformen nicht mehr leugnen, dafür werde aber nach wie vor jeder sächsische Beamte bis zum Tode gegen Fahrraddiebe und…“

„… sei ein gemeinsames Vorgehen nicht mehr ausgeschlossen. Synergieeffekte seien nicht nur bei Waffen und Munition, sondern auch bei Panzern und Wasserfahrzeugen denkbar, was gemeinsame Ausbildung und Manöver an den neuen Systemen umfassen könne sowie ein einheitliches Konzept zur Sicherung des öffentlichen Raums. Kramp-Karrenbauer wolle auf die sächsische Polizei nur da zurückgreifen, wo es für die Bundeswehr keine Möglichkeit mehr gebe, sich mit eigenen…“





Meckie Messer

16 10 2019

„Außerdem gilt das nur für Bayern, weil Sie nämlich einen anständigen Mann außerhalb vom Freistaat nicht finden werden, das sind doch alles Veganer, Schwule und Pazifisten! Mit so einem Gelump, einem dreckerten, gewinnt man doch keinen Weltkrieg!

Wenn diese Grünen, diese linksprotestantischen Lumpen, wenn die uns jetzt auch noch verbieten wollen, dass jeder anständige Deutsche, und damit sind wir Deutschen gemeint, wenn einer aus Kamerun kommt, dann soll der gefälligst nach Kamerun verschwinden! Aber wenn die Terroristen, dieses Bio-Geschwür am Arsch des christlichen Abendlandes, wenn die jetzt anständigen Männern verbieten wollen, ein Taschenmesser zu tragen, dann werden wir dieses Linksfaschistenpack aber abstechen und ausbluten lassen!

Das Unangenehme ist, dass die Grünen das gar nicht verbieten wollen, aber irgendwo muss man ja mal anfangen. Es gibt doch kaum eine Möglichkeit mehr, sich als mittelalter Mann mit Haarausfall und medizinisch ungünstigem Bauchfettanteil in, sagen wir mal, Deggendorf noch wirklich männlich zu fühlen. Da kann man sich als Politiker auch nicht einfach in den SUV setzen und mit zweihundert in der Innenstadt herumheizen, sonst sehen das die jungen Leute und denken sich, cool, da wählen wir FDP, und dann dürfen wir das auch. Ich meine, es sind freie Wähler, aber da hört doch der Spaß auf. Demokratie heißt doch nicht, dass jeder einfach so machen kann, worauf er gerade Lust hat!

Aber gehen Sie hier mal durch die Provinz, in Dingolfing oder Schweinfurt, da sind vielleicht ab und zu noch mal Neger unterwegs, aber die kriegt man nicht weg, die hat der Ami dagelassen. Da können Sie auch nach Einbruch der Dunkelheit noch fußläufig sich durch die Vororte bewegen, Sie werden nicht angegriffen, keine Drogenszene, keine Bandenkriminalität, und wenn Sie nicht an den Stammtisch gehen, werden Sie auch mit radikalen Hetzparolen und Antisemitismus nicht konfrontiert. Es ist ein Jammer, da will man sich doch als Mann aufhängen! Das kann doch gar nicht sein, überall schreiben sie etwas von kriminellen Ausländern und Flüchtlingen, die unsere Frauen vergewaltigen, und wenn man dann nachschaut, sind die einfach nicht da! Ich frage Sie, wie soll man denn so anständige Politik machen?

Anständige Politik, das heißt doch: die Wähler müssen erst einmal Angst kriegen, und wenn man es ihnen dann so richtig besorgt hat, dass sie dann besorgte Bürger werden, dann kann man ihnen die nötige Wut verkaufen, dann hat man Wutbürger. So und nicht anders funktioniert das doch. Und wenn die dann auch noch das Gefühl haben, es ist zwar möglicherweise nicht ganz gesetzeskonform, dass man dem nächsten Neger, der einem über den Weg läuft, den Schlagring durch die Fresse zieht, bevor der ein Dutzend deutsche Frauen vergewaltigt, dann haben wir einen richtigen Zielkonflikt: als Mann, der ein anständiger Deutscher sein will, musst Du zwangsläufig gegen diese ganze linksradikale Mainstreamgesetzgebung ankämpfen, und als letzten Ausweg wählst Du natürlich uns.

Jetzt sagen Sie natürlich, die einzigen Farbigen, den Sie hier nachts in Deggendorf treffen, sind mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Ex-Armeeangehörige, die sollte man also besser nicht angreifen, es sei denn, man möchte ein Luftloch im Schädel. Das stimmt. Aber dann schauen Sie sich überhaupt mal um hier, das ist frustrierend! Absolut null Action! Die Leute wollen bürgerkriegsähnliche Zustände, schließlich wird ihnen das ja so von der Parteiführung versprochen, dass wir uns ganz kurz vor dem Abgrund befinden, wenn wir nicht endlich militärisch hochgerüstete Schutztruppen durch die Lande patrouillieren lassen, oder am besten noch eine Hundertschaft Bürgerwehr mit AK-47 und Handgranaten ausgerüstet, weil der Scheinasylant, der einzige im Regierungsbezirk Oberfranken, sonst in den Dorfbrunnen pinkelt. Wenn es ganz schlimm kommt, kaufen die sich alle eine Spielkonsole, und danach wandern die dann zur AfD ab, weil die den Rechtsradikalismus ernst meinen. Das muss man doch verhindern! Das kostet Arbeitsplätze, nicht nur im Osten, sondern auch in Deutschland!

Wenn wir uns auf unsere guten alten Traditionen besinnen, dann ist das die beste Lösung – das klingt zwar verhältnismäßig konservativ, aber wir wollen gerade im Bereich der Konfliktbewältigung die reaktionäre Note nicht ganz verschweigen. Wenn sich der anständige Bürger mit Angstpotenzial und politisch korrekter Bewaffnung in seiner Heimat wieder zurechtfindet, dann haben wir nicht nur ein großes Stück Integrationsarbeit geleistet, wir haben auch eine Krisenregion hier im Freistaat erschaffen, die echte Konflikte und Auseinandersetzungen bis zu Mord und Totschlag produzieren wird, und das wollen die Menschen doch! Lieber Meckie Messer als Meister Eder!

Gut, dass Sie mit Ihrem Taschenmesser bei einer Schießerei die Arschkarte ziehen, müssen Sie mir nicht erklären. Aber kommen Sie mir jetzt nicht mit Logik, es geht hier schließlich um eine von Gewalt und schwersten Verbrechen geprägte Gesellschaft, und wenn wir das in den Köpfen unserer Wähler verankert haben, dann sind unserem politischen Erfolg ja praktisch keine Grenzen gesetzt. Mehr Selbstschutz, mehr Verteidigungsbereitschaft, und wenn es schief geht, können wir die Leute immer noch im Knast verschwinden lassen. Mal ehrlich, kennen Sie ein Land, in dem das nicht funktioniert hat?“





Räder müssen rollen

12 08 2019

„Gut, es ist nachhaltiger als Fliegen, man macht nicht so viel Kohlendioxid in die Atmosphäre, und es schon auch den Haushalt. Das ist die Ministerin alles bereit hinzunehmen, notfalls würde sie sogar darauf verzichten, dass die Soldaten zwangsweise zwei Pfund Schweineschnitzel verzehren auf der Heimreise. Hauptsache, der Bürger in Uniform kann endlich in vollen Zügen… nee, streichen Sie das mal bitte wieder.

Wir haben wirklich alles schon gehört. Die Deutsche Bahn gibt ja inzwischen schon zu, dass ihre eigenen Züge ihnen viel zu unpünktlich sind, und dass das zu einem schweren Imageschaden für die Truppe würde, wenn man die am Wochenende auf die Schiene bringen würde. Als der Vorstand dann irgendwann witzig wurde und von ‚auf die schiefe Bahn bringen‘ anfing, sind wir einfach rausgegangen. Das ist nun mal ein Staatskonzern, deshalb funktioniert da auch nichts richtig, aber wir sind als Bundesregierung immer noch mehrheitlich daran beteiligt. Deshalb sollte sich die Deutsche Bahn mal mit dem Gedanken anfreunden, dass der deutsche Soldat in Zukunft wieder vermehrt zum Zug kommt, wenn Sie wissen, was ich meine.

In Uniform natürlich, immer in Uniform. Darauf legt die Ministerin sehr großen Wert, schließlich muss man die Truppe doch erkennen. Das hat ja auch seine Vorteile. Stellen Sie sich mal vor, es gibt wieder irgendwelche Auseinandersetzungen auf dem Bahnsteig, irgendein Kulturbereicherer fühlt sich psychisch unwohl und hat aus reinem Zufall ein Küchenmesser in der Jackentasche – wollen wir da erst lange verfassungsrechtliche Bedenken ausdiskutieren oder den Bundeswehrwehreinsatz im Innern einfach mal machen? Sie können ja noch ein paar Tode abwarten, wenn da plötzlich wieder ein Kind ins Gleis geschubst wird, aber das sage ich Ihnen, wir sind effektiver als Seehofer. Das ist die ordnende Kraft des uniformierten Auftretens. Wenn Sie nämlich Mitfahrgelegenheiten für die Soldaten organisieren würden, damit die auch am Heimatort ankommen und nicht irgendwo zehn Kilometer entfernt oder einen Tag später, dann hätten Sie nicht diesen Sicherheitseffekt, den wir heute brauchen. In Vierreihe zum nächsten Hauptbahnhof, dann hätte sich auch so manches Problem mit unerwünschter Zuwanderung schnell erledigt. Oder was, meinen Sie, hätte das für eine Wirkung, wenn man sich übers Mittelmeer schleppen lässt, und dann wird man hier statt von Bahnhofsklatschern erst mal von einem ganzen Bataillon in Flecktarn empfangen?

Sie meinen doch nicht ernsthaft, dass sich die Bundeswehrangehörigen von der Deutschen Bahn abschrecken lassen? Das haben die ernsthaft ins Feld geführt, man muss sich das mal vorstellen! Wir haben Truppenteile, die waren in Afghanistan und auf der Gorch Fock, denen können Sie weder mit einer defekten Klimaanlage noch beschissenen sanitären Einrichtungen Angst machen. Wenn Sie meinen, dass unsere Soldaten vor dem Bordbistro wegrennen, weil sie keinen Quinoasalat mehr sehen können, dann haben Sie sich aber geschnitten. Die kennen den Feind, oder was meinen Sie, warum wir jahrelang den Laden heruntergewirtschaftet haben? Wenn der Laden jetzt denkt, weil ab und zu ein paar Triebköpfe nicht funktionsfähig sind, weil die Türen entweder nicht schließen, nicht rechtzeitig aufgehen oder sowieso komplett blockiert sind, dann haben die sich geschnitten. Wir überhaupt nichts, was auch nur halbwegs funktionsfähig fliegt oder fährt oder schwimmt, klar!?

Früher hat man ja noch ganze Kompanien ins Theater geschickt, wenn das Haus nicht ausverkauft war. Wenn Sie sich heute ansehen, wie die Züge ausgelastet sind, dann ist es doch viel vernünftiger, dass man sie auch bis zum letzten Stehplatz mit Fahrgästen belegt – so ein Zug, der mit 140 Prozent Belegung auf der Strecke bleibt, ist immer noch viel umweltfreundlicher als hundert Mofas, mit denen man sowieso nicht auf die Autobahn darf.

Wenn wir nämlich jetzt diese ganzen Kosten, die durch die Truppentransport entstehen, auf das Militärbudget anrechnen lassen, dann kommen wir auf die zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes und die NATO ist zufrieden – wobei wir dabei ja genau genommen auch das Bruttoinlandsprodukt steigern, so dass wir mehr Zug fahren müssen, um die zwei Prozent zu erreichen, und immer so weiter. Aber das ist ein logisches Problem, damit dürfen Sie der Ministerin nicht kommen. Und wenn Sie jetzt noch berücksichtigen, dass die Truppe ja auch irgendwie an die Front kommen sollte, dann haben wir schon mal eine Einnahmequelle für die Bahn gefunden, die einem Einfaltspinsel wie Scheuer nie in den Sinn käme. Mit dem ICE bis an die Front – Räder müssen rollen, na ja, wie auch immer. Und wenn die Bundeswehr bisher immer dazu gedient hat, um der Wirtschaft das Geschäft aufrecht zu erhalten, dann wird man das doch von der Politik auch mal für die Bundeswehr erwarten dürfen, nicht wahr? Da kann die Ministerin in ihrer Eigenschaft als Vorsitzende der größten Regierungspartei gerne mal die Weichen stellen. Wir müssen rauskriegen, wie man in der Berufsarmee kostenlose Fahrten als geldwerte Leistung versteuert – das kann uns nun wieder der Scheuer verraten, irgendwas muss da bei der Ausländermaut auch gewesen sein in die Richtung – und welche Uniform man da tragen muss, damit die als Fahrkarte gilt. Und ob es da Sitzplätze gibt. Aber so weit sind wir noch nicht. Die Ministerin weiß nicht, was das soll und wie es geht, aber sie weiß wenigstens, dass Deutschland untergeht, wenn wir das nicht schaffen. Wenn das nicht Fortschritt ist, ich frage Sie: was denn dann?“





Wehrmachtlos

20 03 2018

„… in einem desolaten Zustand sehe. Die Alternative für Deutschland könne auch ohne ein Bundesministerium beurteilen, dass die Bundeswehr zu einem minderwertigen…“

„… entschieden zurückweise. Die militärische Führung der Armee könne die Aussagen des Abgeordneten Hampel, der die Truppe wörtlich als verwahrlosten Trümmerhaufen bezeichnet habe, nur als abgeschmackten…“

„… nicht mehr möglich sei, die Ehre des deutschen Volkes durch seine Streitkräfte zu verteidigen. Noch immer werde die Truppe daran gehindert, Sprechchöre gegen die tapferen PEGIDA-Kämpfer mit Panzerfäusten, mobilen Exekutionsgeräten und fliegenden…“

„… nicht einmal von der Leyen sich getraut habe. Der Bendlerblock stifte daher eine Rudolf-Scharping-Medaille für höhere Verdienste um die Truppe und ihren…“

„… keinen Angriff gegen die NATO-Partner darstelle. Da diese per definitionem Nichtdeutsche seien, dürfe man sie auch grundsätzlich als Schädlinge für die…“

„… die fehlgeleitete Friedenssehnsucht eines feigen Untermenschentums spreche, die von der Leyen mit linksfaschistischer Gutmenschenhetze und Verrat an einem Volk ohne Raum, das kurz vor dem Untergang durch die…“

„… mit Staatsbürgern in Uniform nicht zu machen sei. Es müsse wieder ein unbedingter Gehorsam gegenüber der Heeresleitung und eine Fokussierung auf die Tapferkeit als höchsten…“

„… als eine unglaubliche Entgleisung bezeichnet habe. 180.000 Bundeswehrangehörige würden beständig ihr Leben für die Bundesrepublik aufs Spiel setzen, was die nationalsozialistischen Abgeordneten der…“

„… annehmen müsse, dass das Heer nur in einem derart miserablen Zustand gehalten werde, um als Söldnertruppe der muslimischen Invasoren schnellstmöglich die militärische Islamisierung in der…“

„… bisher nur die Versorgung mit Rohstoffen sichergestellt habe. Doch das handelspolitische Konfliktpotenzial gegenüber den USA erfordere nun eine Angriffsarmee, die ohne Rücksicht auf…“

„… die Bundeswehr für eine Neuauflage des Schlieffen-Plans mit einem Zweifrontenkrieg gegen Islam und Demokratie logistisch gar nicht mehr…“

„… nur für die Truppe der BRD GmbH sprechen dürfe. Die wahren Streitkräfte, die für eine Endlösung der rassischen Ausbreitung des…“

„… in Anlehnung an eine Zeit, in der Soldaten noch nicht nach dem Diktat jüdischer Wallstreet-Investoren an die Front geschickt worden sei, als National-Völkische Armee des…“

„… sich wehrmachtlos durch die Nacht bewege, solange die Bundeswehreinsätze im Innern nicht auch den Schutz unserer deutschen Frauen vor dem nordafrikanischen…“

„… mindestens die Hälfte der Wirtschaft auf die Produktion von Rüstungsgütern entfallen müsse, da sich sonst das Ausland in Sicherheit wiege und keinen strategisch wichtigen Deal für eine Zeit nach dem…“

„… eine Teilzeitausbildung bei der Truppe dem nationalen Geist des Wehrgedankens widerspreche. Für Hampel bedeute Deutschsein, immer im Dienst zu sein, was Abwesenheiten mit Ausnahme von militärischen Operationen gänzlich…“

„… als Trachtentruppe verwendet werden könne. Nur in dieser Funktion könne die Bundeswehr einen Einmarsch in Polen ohne de Eindruck einer nationalen Schande im…“

„… nicht nur in Niedersachsen für eine Entsorgung der Hampelmänner…“

„… an der geringen Truppenstärke liege. Zu besseren Zeiten habe es einen Bestand von 18 Millionen Mann gegeben, der angesichts der heutigen Arbeitslosigkeit und im Hinblick auf den baldigen Anschluss Österreichs realistischer als…“

„… gespannt sei, ob auch die mangelhafte Ausrüstung der Polizei für derartige Ausfälle seitens der AfD sorgen würden. Andererseits müsse Hampel sich sofort…“

„… nicht einmal den Deutschen Gruß erkennen würde. Die Rekrutenausbildung müsse wieder in national verantwortliche Form gebracht werden, sonst drohe dem Staat ein katastrophales…“

„… gemeinsame Manöver nicht mehr möglich seien, ohne die Minderwertigkeit der deutschen Streitkräfte zu offenbaren. Die Feinde der Nation würden bei Truppenübungen in der BRD die sofortige Eroberung des…“

„… für deutlich mehr Arbeitsplätze sorgen werde. Die Alternative schlage vor, mindestens zehn Prozent des Haushalts in die Aufrüstung zu stecken, so dass eine dauerhafte Sicherung des…“

„… die Leitung der Bundeswehr nicht der Regierung überlassen dürfe. Vielmehr solle die Neustrukturierung durch eine nicht staatlich gelenkte Armee, die auch nicht der Verfassung unterliege, unter der Führung eines eigenen…





Truppenbild mit Dame

15 05 2017

„Meine Güte, was erwarten denn Sie jetzt? dass wir Helene Fischer singen? Beim Nachtmarsch? Jetzt kommen Sie mal runter, das wird ja echt langsam paranoid hier! Nur weil sich da ein paar Rentner in der Tür geirrt haben, schaffen wir gleich das ganze Truppenliederbuch ab? Geht’s noch!?

Gut, wir wollen jetzt nicht unkooperativ sein, Sie machen auch nur Ihren Job, und wenn Sie die Verteidigungsministerin schickt, bleibt uns nichts anderes übrig, als Ihnen – da können Sie nicht rein, da ist abgeschlossen, also eigentlich müsste da jetzt abgeschlossen sein, das ist nur, gut, dann gehen Sie halt rein. Ist ja offen.

Die Flecken waren da immer schon, wir fanden das damals ganz dekorativ, schließlich kann man in einem Dienstgebäude der Bundeswehr nicht immer die Waffen, wenigstens nicht alle, und nicht jede Nacht, und die Schränke wären dann auch im Obergeschoss gewesen, und da haben wir sie dann an die Wand gehängt. Das ist natürlich gedeckt vom Traditionserlass, gucken Sie sich die Tapete mal genau an, die ist seit 1970 oder noch früher, gut, dann tapezieren wir das eben über. Das kann ja so schwer nicht sein. Jedenfalls haben wir hier alle Hakenkreuze zum Zielschießen schon mal durch – ach, nichts. Da waren ein paar Antifaschisten am Werk. Haben wir natürlich gleich entlassen, weil linke Extremisten, das geht ja gar nicht.

Es ist aber in den letzten Jahren schon sehr viel pazifistischer geworden. Wenn Sie zum Beispiel die aktuellen Uniformen, und dann das Mobiliar, die Beleuchtungskörper, wir heizen ja auch ökologisch verantwortlich mit nachhaltigen Rohstoffen, und wenn Sie mal hier die neuen Bodenbeläge – ja, das ist ein Waffenschrank. Aufmachen? Ach, was soll da schon groß drin sein. Wahrscheinlich Socken, oder vielleicht hat ein Rekrut auch Katzenbilder, die sind bei uns ja immer total beliebt, kennen Sie das, wo so ein Kätzchen mit einem Teddybären im… Kennen Sie also. Ja, die kann man aufmachen, aber man kann die auch zulassen, diese Schränke, die schließen bombenfest, wenn jetzt der Russe kommt, dann sind die absolut… –

Das ist nicht von der Wehrmacht, wir warten nur auf den Austausch gegen moderne Gewehre! Diese Sturmgewehre, die sind doch praktisch wertlos, wenn man einen Schuss bei Raumtemperatur oder vielleicht zwei abgeben will oder eventuell auch muss – keine verdächtigen und gefährlichen Gegenstände, das denken Sie nur, zumindest sind die nicht gefährlich für den Feind, und verdächtig schon gleich gar nicht. Die kennt man in Polen schon etwas länger.

Das ist nur unser Stockwerksignal, wenn es in der Messe Kekse gibt. Wir fanden das mit dem Panzerlied irgendwie passend, und da haben wir die Melodie eben – ja, das kann man jederzeit ersetzen. Das wird den Weltfrieden garantiert fördern, wenn wir hier historisch orientiert kultursensibel für die Inhalte unserer Kommunikationsinstrumente die – ich stelle das mal eben ab, Sie haben Recht, das hört sich scheiße an. Und dieser Ausschnitt aus der Sportpalastrede passt auch nicht so wirklich zum Weckdienst, das fällt mir jetzt auch erst auf.

Internet? Haben wir hier gar nicht. Schauen Sie, da wird man nur auf die schiefe Bahn gebracht, die vielen Bombenbauanleitungen von Anarchisten und anderen linken Spinnern, Abschusslisten, man kann froh sein, dass es noch einen Maifeiertag ohne Tote gibt, und offene Boykotthetze gegen den Staat und seine Organe. Das finde ich regelrecht skandalös. Ihnen ist hoffentlich klar, dass wir uns hier in einer wichtigen Schutzposition – Schutz, nicht Schuss, Sie müssen auch mal genau hinhören – für die Sicherheit des Staates nämlich, die hier in ganz besonderem, ich möchte sogar sagen: das ist auf gut Deutsch wirklich kriegsentscheidend, was wir hier machen.

Unsere Ahnengalerie. Rommel, Keitel, Jodl, Niebel, aber wir haben ja unter jedes Bild schon geschrieben, das sind böse Nazis, mit denen wollen wir nichts mehr zu tun haben. Nach Niebel zum Beispiel werden wir garantiert keine Kaserne benennen.

Das geht dann natürlich noch mal extra. Wenn hier Waffen gefunden werden, das lässt sich nie so ganz vermeiden, aber bei Munition, da verstehen wir keinen Spaß. Das wird den Tätern, und wir betrachten Angehörige der Bundeswehr immer als solchige, immer vorausgesetzt, es sind auch welche, dann wird das denen in voller Höhe vom Sold abgezogen. Da habe ich Rückendeckung von der Bundesverteidigungsministerin, die ihrerseits noch kein vollstes Vertrauen genießt, also zivil nicht als hirntot gilt, und da sind wir auch ganz hart. Da wird nicht zurückgewichen. Wir haben schon alle Schiffe vorläufig aus dem Verkehr gezogen, damit hier keiner meutert. Die Helikopter, das war eher so ein technisches Ding, da hatten wir auch keine mehr von der Wehrmacht im Hangar, aber wir haben alles gegeben. Sie werden hier keine Burka mehr finden, keinen bedauerlichen Einzelfall, wir haben nicht mal mehr Haselnussschokolade am Kiosk – was wollen Sie denn noch? Politische Säuberungen? Wir dienen Deutschland, aber von Demokratie war hier nie die Rede!“





Neue Grenzen

9 11 2016

„Sterben die da wenigstens?“ „Weiß ich nicht, die erste Staffel ist noch nicht abgedreht.“ „Sie dürfen das nicht mit dem Guttenbergmurks verwechseln, da wurde der nur eingeflogen, weil sie in Bayern zu blöd waren, Afghanistan als Kulisse nachzubauen.“ „Und gestorben ist da auch keiner.“ „War egal, das kam ja im Drehbuch nicht vor.“

„Aber wir können ja so eine Serie nicht drehen, wenn da nicht auch realistische Szenen über die Truppe drin sind.“ „Deshalb muss doch nicht gleich jemand abnippeln.“ „Schwieriger Bauchschuss in Großaufnahme wäre doch auch schon ganz nett.“ „Ganz nett!?“ „Meine Güte, ich habe halt früher in der Nachrichtenredaktion gearbeitet.“ „Ach was, als Pressesprecher?“ „Jetzt giften Sie sich mal nicht an, das Projekt ist wichtig genug. Irgendwie muss das in den Markt rein, und wenn’s nicht gewaltfrei geht, dann eben nicht.“ „Also die Markteinführung?“ „Ja, aber das… ach, lassen Sie mich doch in Ruhe!“

„Wir könnten vielleicht den User Benefit mal sehr deutlich fokussieren, ja, da hätten wir subjektiv einen Insight in den…“ „Was labert der Kerl da?“ „Kommt aus der Werbung.“ „Woran merken Sie das?“ „FDP-Notizblock.“ „Ach Gott.“ „Hören Sie mir überhaupt zu?“ „Bis jetzt zum Glück nicht.“ „Hähä!“ „Wissen Sie überhaupt, dass dieser ganze Mist aus meinem Etat bezahlt wird?“ „Wer hat Sie denn gefragt?“ „Die Verteidigungsministerin.“ „Die macht jetzt Werbung?“ „Hat die Alte je irgendwas anderes gemacht?“ „Stimmt auch wieder.“ „Also wir wollen ein Branding für die…“ „Kann dem nicht mal einer das Maul stopfen?“ „Sinnlos. Am Ende nickt die Flitzpiepe die Arbeit der andere ab und verkauft sie als seine.“ „War ja klar.“

„Können wir jetzt vielleicht mal eine klare und staatstragende Botschaft formulieren?“ „Ich meine, wir sollten den USP der Armee nicht über die…“ „Hat man Ihnen ins Hirn geschissen!?“ „Aber die…“ „Stopfen Sie sich Ihren Werbescheiß in eine Körperöffnung nach Wahl, hier geht es um die Sicherheit der westlichen Welt!“ „Warum nur der westlichen?“ „Weil das andere nicht unser Auftrag ist. Arbeiten Sie ohne Bezahlung?“ „Erlauben Sie mal!“ „Na also.“

„Wir sollten da eher so eventorientiert rangehen, da gibt irgendwie mehr so Identifikation.“ „Hä!?“ „Die Rekruten wollen sich da einbringen, das ist eine integrative Erfahrung.“ „Also Ausländer sind da nicht so der Hit, glauben Sie mir.“ „Nein, Sie verstehen das vollkommen falsch. Wir wollen die Menschen da eher so an ihre Grenzen führen.“ „Also doch Ausländer?“ „Obergrenzen vermutlich.“ „Das ist doch nicht mit dem Grundgesetz…“ „Die meinen doch jetzt nicht den Bundeswehreinsatz im Inneren?“ „Der ist verboten.“ „Aber ein bisschen Reklame machen kann man doch schon mal.“ „Ich wollte das eher irgendwie dynamisch ausdrücken, dass die kommende Generation neue Grenzen auch als Selbsterfahrung kennenlernt.“ „Also doch wieder Hindukusch?“ „Vielleicht kriegen die von irgendwo noch ein rostfreies Boot her, dann können die eine Folge Traumschiff in Flecktarn drehen.“

„Wo wir gerade bei der Ausrüstung sind, haben Sie da irgendwelche Vorgaben?“ „Laut Ministerium sollte wenigstens einmal am Tag irgendetwas halbwegs funktionsfähig aussehen.“ „Wie macht man das denn?“ „Fragen Sie die Truppe. Es gibt bei denen ja nichts, was einmal in der Woche tatsächlich als funktionsfähig durchgeht.“ „Also keine Szenen mit Helis, Drohnen, Gewehren oder irgendwie so Zeug.“ „Hä?“ „Technik.“ „Ah so.“ „Auch keine Smartphones?“ „Wenn die Rekruten welche haben, ist das okay. Die müssen sie aber selbst mitbringen.“ „Sie müssen dazu sagen, dass wir in den Kulissen funktionsfähige Lichtschalter haben.“ „Toll, wie haben Sie das gemacht?“ „Das war eine Fremdfirma, die haben einen richtigen Elektriker angestellt.“ „Wow!“ „Respekt!“

„Dann zeigen wir eine Staffel Kriechspiele?“ „Man könnte einen Handlungsstrang auf ein Segelschulschiff verlegen.“ „Und einen in eine Panzerreparaturwerkstatt.“ „Was bringt denn bitte ein Segelschulschiff?“ „Und was bringt eine Panzerreparaturwerkstatt?“ „Aber wir können doch nicht als Leitbild kommunizieren, dass die Rekrutin in Tränen ausbricht, weil sie sich den Ring nicht aus dem Ohr rauspopeln kann.“ „Ja doch, in der Armee stirbt man eben nach Dienstvorschrift.“ „Das finde ich jetzt doch ein bisschen subversiv.“ „Hä!?“ „Es muss eben auch ein bisschen Normalität gezeigt werden, sonst denken doch die Rekruten, dass die Bundeswehr ein total abgehobener Laden ist, in dem jeder machen kann, was er gerade lustig ist.“ „Das darf natürlich nur der Verteidigungsminister.“ „So würde ich das jetzt auch nicht…“ „Und der Rüstungsindustrie würde ich jetzt auch nicht vors Knie treten, klar?“ „Aber…“ „Ich will hier eine gesellschaftlich wertvolle Serie, die dem Aufbau eines politischen Bewusstseins zu Deutschlands geänderter Rolle in der Welt zur Hilfe kommt!“ „Hätten wir nicht ein paar Werbevideos von dem Fuzzi da zusammenklatschen können?“ „Hat der mal für die Waffenlobby gearbeitet?“ „Münchener Sicherheitskonferenz.“ „Da schau her!“ „Aber…“ „Und der subversive Effekt?“ „Haben Sie schon eine ganze Folge gesehen? Dann wüssten Sie nämlich, wozu diese Bundeswehr taugt.“ „Wozu denn?“ „Die stehen an der Grenze und warten so lange, bis richtiges Militär kommt.“





Zivilschutz

10 10 2016

„Eine deutsche Behörde, die sich um internationale Angelegenheiten kümmert, die Interessen deutscher Staatsbürger vertritt und sich des Rückhalts in der gesamten nationalen Politik und Wirtschaft gewiss sein kann, ist das nicht ein Träumchen? will man da nicht sofort mitarbeiten, und sei es auch nur, damit man vom guten Ruf des Hauses angestrahlt wird? Sehen Sie, wir Kriegswaffenhersteller bekommen das spielend hin.

Was soll diese Verharmlosung, wir stellen eben Kriegswaffen her. ‚Rüstungsindustrie‘, das klingt so technologisch, als wären wir Fabrikanten wie alle anderen auch – da fühlt man sich ja glatt beleidigt. Das hat doch kein Herzblut. Kriegswaffen, das ist unser Geschäft, als Hersteller moderner militärisch nutzbarer Technik wollen wir auch ein bisschen Wertschätzung aus der Gesellschaft. Was wir aber auch gerne mit unserer Bundesbehörde für den Zivilschutz untermauern, aus dem Bewusstsein heraus, dass wir eine wichtige Aufgabe zu erfüllen haben in dieser Führungsnation Deutschland.

Das hat der Bundesgerichtshof jetzt ja nochmals bestätigt. Wenn Sie als Ausländer im Ausland dabei sind, wie die Truppe den Gebrauch der von uns mit viel Liebe und Sachverstand entwickelten Systeme erfolgreich zur Durchführung bringt, dann haben Sie Pech gehabt. Zumindest dann, wenn Sie bei der Aktion versterben. Sie müssen sich ja nicht im Kriegsgebiet aufhalten, Ihnen steht es zum Beispiel jederzeit frei, als Flüchtling in einen anderen Teil dieser schönen Welt auszureisen. Das tun so viele, da werden Sie akzeptieren müssen, dass es gewisse schwer wegzudiskutierenden Gründe dafür gibt. Außerdem sind ja manche Kriegsgebiete jetzt auch nicht wirklich Kriegsgebiete – wir folgen da einer Grundregel, dass wir uns strikt an die rechtlichen Rahmenbedingungen halten, keinem dieser Länder den Krieg erklären, deshalb sind es auch keine Lieferungen in Kriegsgebiete, höchstens auf eine umgangssprachliche Art, aber das hat nichts damit zu tun, dass Menschen durch unsere Produkte zu Tode kommen. Auch nicht, dass es sich dabei um Zivilisten handeln kann.

Deshalb haben wir der Bundesregierung auch die Mitarbeit in dieser Behörde angetragen, genauer gesagt: wir haben da im Verwaltungsgebäude eine halbe Etage ausgeräumt, und da sitzen jetzt unsere Juristen an ganz wichtigen rechtlichen Fragen zum Zivilschutz. Nicht Schutz für, nein: Schutz vor Zivilisten. Wir haben ein umfangreiches Programm erarbeitet, mit dem wir international flankierende Maßnahmen für die Militäreinsätze der Bundeswehr unterstützen. Das beginnt bei der Antragstellung im Land des Militäreinsatzes. Gut, als afghanischer Bauer werden Sie mit einem Satz deutschsprachiger Formulare nicht viel anfangen können, vor allem dann nicht, wenn man Ihnen nicht erklärt, welche Belege Sie in doppelter Ausführung beibringen müssen, damit Ihr Antrag auf Entschädigung von uns bearbeitet werden kann. Wir haben das vom BAMF, die haben es von den Hartz-IV-Anträgen, und jetzt sagen Sie mir nicht, dass da niemand mit Erfahrung in der Kriegswaffenbranche seine Finger im Spiel gehabt hat.

Gezieltes Vorgehen, präzise Operationen, um die Rolle Deutschlands in der internationalen Gemeinschaft wieder mit einem gewissen Anspruch auf Führung auszustatten – diese Sprache versteht der Berufspolitiker und zugleich der Wähler. Im Krieg wird nun mal geschossen. Politiker kennen das aus dem Wahlkampf. Deshalb müssen wir als Vertreter des Wirtschaftsstandortes auch einmal an die Zukunft denken. Wir sind nicht akut bedroht, das ist richtig, aber die Einschläge kommen doch langsam näher. Die Wehrpflicht ist schon weg, und dann bildet sich da langsam ein linkes Konglomerat in Berlin, das uns den größten Schaden zufügen kann. Ich sage nur: Pazifismus. Auch da müssen wir auf der Hut sein und die Interessen der deutschen Verteidigungspolitik vertreten, und zwar gegen die Zivilisten. Immer gegen die Zivilisten.

Man muss es ja nicht gleich übertreiben, da hat die Kritik an unserer Arbeit schon recht. Deshalb sind wir auch ganz zurückgenommen und stellen unsere Bemühungen nicht so in den Vordergrund. Wenn die Armee schon Schulen und Krankenhäuser baut und überall Brunnen bohrt, da müssen doch nicht auch noch wir Kriegswaffenhersteller mit irgendwelchen Sachleistungen die Zivilisten auf unsere Seite zu ziehen versuchen. Einerseits wäre so ein Verhalten wirklich nur Doppelmoral, wir haben ja nicht mal eine Moral, wozu dann auch noch zwei – und dann frage ich Sie, wozu gibt es denn die aktivierende Entwicklungshilfe? Wir als Kriegswaffenhersteller können doch nicht jedes Land auf der Erde retten, nur weil wir mit unseren Produkten relativ häufig vor Ort vertreten sind? Wir sind da wie die deutsche Politik, wir sind offen für jede Diskussion auf Augenhöhe, wir akzeptieren auch abweichende Meinungen, aber wir stellen uns in Konfliktsituationen immer vor die Regierung. Sie werden das zu schätzen wissen, wenn wir erst Einsätze im Innern haben.

Sie können ja mal ausrechnen, was da auf uns zukommen würde. Golfkriege, Somalia, Kosovo, Kurdengebiete, Kongo, demnächst Frontex. Ihnen sollte klar sein, welchen Stellenwert wir in dieser geopolitischen Entwicklung hatten und haben. Und ja, das freut mich. Deutschland zu dienen ist doch eine wunderbare Aufgabe. Es ist wunderbar. Wir haben alles erreicht, was wir jemals wollten, denn jetzt dürfen wir es öffentlich sagen: unsere Arbeit dient ausschließlich der Sicherheit.“





Friede auf Erden oder Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft

6 12 2015

Morgen, Kinder, wird’s was geben,
morgen werden wir uns freun;
welch ein Jubel, welch ein Leben
wird im Hohen Hause sein!
Einmal werden wir noch wach,
dann macht Deutschland wieder Krach!

Wie wird dann der Himmel glänzen
von der großen Lichterzahl,
schöner als bei Waffentänzen –
nur, dass man es selbst bezahl.
Wisst Ihr noch vom vorgen Mal?
Ja, so bleibt’s, laut und fatal.

Wisst Ihr noch, Polentepferdchen?
Wann giltst Du als Schläferin?
Und das schöne Krisenherdchen,
so stabil kriegt wer das hin?
Sigmar, unser Harlekin
mit Kanonenmedizin!

Wisst Ihr noch die Panzerwagen
und die schöne Jagd von Blei?
Sechs pro Sarg, bereit zum Tragen
in die Leichenwäscherei?
Unser fleißger Sensenmann
tut ja alles, was er kann.

Welch ein schöner Tag ist morgen,
viele Freuden hoffen wir!
Wirtschaft und Regierung sorgen
lange, lange schon dafür.
O gewiss, wer die nicht ehrt,
der ist Deutschland gar nicht wert!





Kriegsspiele

16 06 2014

„Da wird sich der Herr Bundespräsident aber freuen, wenn Sie den Herrn Bundespräsidenten einladen. Der Herr Bundespräsident hat sich extra den ganzen Vormittag für Sie frei gehalten. Weil der Herr Bundespräsident nämlich schon irgendwie wusste, dass Sie ihn einladen würden. Also den Herrn Bundespräsidenten.

Wir müssten uns da vorab über ein paar Dinge unterhalten. Zum Beispiel über die Wortwahl des Herrn Bundespräsidenten. Da muss der Herr Bundespräsident ja schließlich wissen, was der Herr Bundespräsident sagen darf. Bewaffnete Konflikte sind eher verpönt. Kann man das irgendwie netter ausdrücken? irgendwas mit Freiheit vielleicht? Nein, Praxiseinsatz geht nicht. Das sagt der Herr Bundespräsident ungern. Anwendungsfall, Betrieb, Materialverbrauchssituation – Sie müssen mal für einen Moment vergessen, dass Sie Waffenhersteller sind. Der Herr Bundespräsident ist schließlich der Herr Bundespräsident, da müssen wir etwas auf Neutralität achten. Sonst wären bestimmt andere Industriezweige beleidigt.

Und bitte keine Anspielungen auf die arabische Welt. Natürlich weiß der Herr Bundespräsident, dass das Schlüsselkunden sind, aber der Herr Bundespräsident kann darauf nicht immer Rücksicht nehmen. Am Ende müsste er noch sagen, dass die Islamisten zu Deutschland gehören, und das ist schon mal schiefgegangen mit einem Bundespräsidenten.

Man darf das ja auch nicht nur wirtschaftlich verstehen, sondern man muss das auch als politisch begreifen. Der Herr Bundespräsident versucht das auch immer zu berücksichtigen, wenn der Herr Bundespräsident irgendwo etwas sagt. Deutschland muss eine starke Rolle – nein, das nehmen wir mal besser wieder raus. Der Herr Bundespräsident hätte das so nicht formulieren wollen, wenn Sie der Meinung sind, der Herr Bundespräsident hätte das nicht so formulieren sollen. Deutschland muss eine Rolle der Stärke spielen. Gut so? Gut so. Und dafür muss Deutschland auch andere Nationen, sagen wir mal, ermächtigen – kann man das sagen? ist der Herr Bundespräsident für Ermächtigungsgesetze nicht auch zuständig? – und als Stabilitätsanker in den Regionen ausrüsten, die eher nicht so von Demokratie geprägt sind. Eher von Bodenschätzen. Damit stabilisieren wir die heimische Wirtschaft. Also unsere heimische Wirtschaft, ist ja klar, und deren heimische Wirtschaft können die dann auch stabilisieren. Aber das müssen die halt selbst machen.

Also was das Politische angeht, der Herr Bundespräsident verbindet das ja meist mit den ganz großen gesellschaftlichen Visionen. Wenn diese ganz stabilen Staaten möglicherweise mal in der Folge gesellschaftlicher – also da wird es auch oft instabil, und dann braucht mal die Stabilität des – Ihre Waffensystem sind ja… Also kurz und gut, wenn das Zeug irgendwann abgeschrieben ist und auf dem Schwarzmarkt von den eigenen Rebellen gekauft wird, dann kriegen wir diese ganze Scheiße ins eigene Land rein in Form von Terroranschlägen. Da ist es doch ein Zeichen vorausschauender Planung, wenn der Herr Bundespräsident bereits die Gesetzeslage für eine Komplettüberwachung ins Leben gerufen hat, oder?

Wir können noch nichts sagen, haben Sie da Verständnis. Der Herr Bundespräsident äußert sich eigentlich erst, wenn die Lage völlig aussichtslos ist, vorher wird die deutsche Außenpolitik wie immer im Bundeskanzleramt erledigt. Gut, die Sicherheitskonferenz, aber da schicken Sie ja die Unterlagen eh gleich ins Wirtschaftsministerium. Wir müssen die politische Situation aufmerksam beobachten, dann können wir auch ein Empfehlung aussprechen. Der Herr Bundespräsident hat sich aber noch nicht entschieden, ob er Syrien oder den Irak als mögliche Testgebiete nennen soll. Die Türkei scheidet ja leider aus.

Nein, nicht so. Dass das ein NATO-Land ist, interessiert uns eigentlich nicht. Da wären die Waffenlieferungen dann auch nicht weiter schlimm. Aber seit den Meinungsverschiedenheiten mit dem türkischen Premier kann der Herr Bundespräsident sich nicht mehr kritisch äußern, ohne dass ihn die Oppositionellen dort mit einem demokratischen Intellektuellen verwechseln. Sie wissen, das mit der Stabilität. Da sind wir nicht verantwortlich.

Also doch der Irak? Der Herr Bundespräsident ist ja sehr für Investitionssicherheit, und wenn Sie da jetzt investieren, dann können Sie sicher sein, dass die bewaffneten Auseinandersetzungen – also dass der Krieg da losgeht. Bedauerlicherweise ist der Herr Bundespräsident nicht auch noch für die Außenpolitik zuständig, damit Sie ganz sicher sein können. Aber wir können zumindest dafür sorgen, dass man auf Deutschland hört. Oder von uns hört. Oder etwas vom Herrn Bundespräsidenten.

Das müsste jetzt schon ein sehr gewichtiger Fall sein, dass der Herr Bundespräsident auch für Ihre neue Kampagne als Werbeträger fungieren würde. Sie vertreten deutsche Wirtschaftsinteressen, schon klar. Aber schauen Sie, das hat damals auch schon nicht so gut geklappt, und ich bezweifle, dass der Herr Bundespräsident sich jetzt für eine Neuauflage hergibt. Wir bräuchten einen Einsatz, der auch den Verbündeten der Bundesregierung als angemessen schiene. Ein Land, das systematisch Bürgerrechte missachtet, wo eine korrupte Klasse auf den Menschen herumregiert, wo Wahlen eine Farce und die gesellschaftlichen Missstände übermächtig sind. Bundeswehreinsatz im Innern? Großartige Idee!“





Braver Soldat, schweig

24 04 2014

„Oder eine warme Mahlzeit mit Ziegenkäseeis für alle? Ich weiß es doch auch nicht! Sie stellen immer so komisch Fragen, und am Schluss bin ich dann wieder schuld, wenn Sie keinen Erfolg haben! Was soll man denn aus Ursula von der Leyen noch groß machen, die Frau ist doch ausgelutscht!

Keine Ahnung, warum sie so abgerauscht ist in der öffentlichen Beurteilung. Vielleicht haben aus Versehen alle eine Woche lang gelesen, was sie so von sich gibt, wenn Mikrofone in der Nähe sind. Normalerweise ist das den Leuten doch auch total wurst, solange die Frisur einigermaßen sitzt. Eben noch die Wehrpflicht abgeschafft, jetzt schon im Libanon, das muss man erstmal bringen. Nicht mal unsere Börsenexperten haben eine Erklärung, und die wissen sonst hinterher immer, weshalb sie sich vorher geirrt haben.

Wenn Sie sich erinnern wollen, eigentlich war unsere Agentur dafür gebucht worden, Ursula von der Leyen zur Bundeskanzlerin zu machen, aber das ist wohl irgendwie in Vergessenheit geraten. Nein, wir hatten das mit der Verteidigungsministerin nicht vorgeschlagen, da verwechseln Sie etwas. Wie bei der Bundespräsidentenwahl, als sie sich mit dem Bundespräsidenten verwechselt hat.

Natürlich ist das schwierig. Sie ist keine Quartalsirre wie Seehofer oder Dobrindt. Dann hätten wir sie jetzt auch schon in den Schlagzeilen. Aber das mit der Popularität klappt irgendwie nicht richtig. Klassenfahrten an den Hindukusch? und auch noch zwangsweise? Nee, das finanziert doch auch keiner. Außerdem wird da niemand mitmachen. Oder eine neue Modelinie von Heidi Klum? Also Lagerfeld fand sie niedlich. Aber der hat auch schon gesagt, dass sie Kriegsministerin ist. Das kann man wieder nirgends zitieren.

Ein Buch? Woanders würden Sie jetzt ein Kochbuch veröffentlichen unter ihrem Namen, aber was schreibt man da? Ursels Feldküche? Uschi kann brauchen, was es gelernt hat? Das glaubt einem doch auch keiner. Können Sie vergessen. Die wird am Ende noch zu Wetten, dass…? eingeladen. In die letzte Sendung, wo sich das ZDF noch mal an allen rächt.

Das Problem an Ursula von der Leyen ist doch nicht, dass sie bis jetzt in so gut wie jedem Amt gewesen ist. Das Problem ist, dass sie in jedem Reichspropagandaministerin war.

Dabei ist die Frau doch bestens geeignet für ein Spitzenamt. Vollkommen maroder Haushalt, keine Personaldisziplin, null Planung, der glaubt man doch sofort, dass sie sich nur für die große Linie interessiert und die Details ihren Untergebenen überlässt. Wenn das keine Kanzlerin ist, wer dann?

Wir könnten jetzt natürlich kommunizieren, dass sie die Gelder für Zukunftsplanungen in ihr persönliches Lieblingspersonal investiert, hat anderen auch nicht geschadet. Niebel zum Beispiel hat eine ganze Legislaturperiode überlebt damit. Und er hat damit einige Leute sehr, sehr glücklich gemacht, die sonst hätten arbeiten müssen. Das ist ein feiner Zug, es erinnert an die warmherzige Art, wie sie seinerzeit ihr Familienministerium geführt hat.

Schauen Sie sich mal dieses Umfragetief an, das die FDP da hingekriegt hat. Das ist unglaublich. Sehr professionell gemacht, muss ich schon sagen. Die Stabilität natürlich, nicht das Tief an sich.

Also noch mehr soziales Engagement? Die Bundeswehr als Arbeitgeber der Zukunft? Wir könnten den Aufschwung natürlich mit mehr Arbeitsplätzen in der Rüstungsindustrie erklären. Oder vielleicht eher die gestiegenen Aktienkurse, das wäre noch etwas ehrlicher. Man kennt das zwar bisher nicht von Ursula von der Leyen, aber so langsam kann man sie ja mal inhaltlich in eine andere Richtung bringen als ihre Kanzlervorgängerin.

Wir haben Ihnen das klar genug gesagt: keine Extratouren. Wir können nicht ständig Krisen-PR machen. Warum? Wenn wir jetzt schon den permanenten Verteidigungsfall ausrufen, was machen wir denn dann, wenn wirklich die Opposition Streichhölzer ins Pulverfass schnippt?

Die allgemeine militärische Lage ist ja gar nicht so schwierig. Die Bundeswehr ist kompliziert. Wir hatten es gleich gesagt. Eine Arbeitsministerin, die Arbeitnehmer nur mit Gummihandschuhen anfasst, was soll die denn der Truppe erzählen? Braver Soldat – schweig? Lächerlich!

Vielleicht ist das ja schon der Absturz, für den wir die Grundgesetzänderung gebraucht hätten. Wenn eine Verteidigungsministerin im Luftraum über den deutschen Stammtischen abschmiert, muss die Regierung schnell und unbürokratisch handeln und schnell einen humanitären Einsatz zur Rettung der Truppe beschließen. Wir können die doch nicht einfach so im Stimmungstief hängen lassen.

Mal einen Bundeswehreinsatz im Inneren, so testweise? Kann ich mir nicht vorstellen. Für die nächste Bundestagswahl könnten wir vielleicht eine Art Großaufgebot an Einsatzkräften organisieren, das kriegen wir notfalls noch hin, aber wie lässt man die Oder überlaufen?

Ja, gut. Wir versuchen da mal etwas. Eine Arbeitsgruppe kümmert sich um die Logistik, eine wird sich die restliche CDU vornehmen, und eine wird beten, damit es nicht schon wieder schiefgeht. Und dann brauchen wir nur noch die Zustimmung des Bundestages. Wie viel Mann wollten Sie denn in der Ukraine haben?“