Amt und Würden

17 06 2021

„Alter, habt Ihr eigentlich noch alle Rillen auf der Erbse!? Wir reden uns seit Jahren Fransen ins Gesicht, dass Ihr Deutschen Euren Laden langsam mal wieder in den Griff kriegt, rein disziplinarisch gesehen, und dann kommt Ihr mit dieser Knalltüte angekrochen? Ob Ihr uns verarschen wollt, hatte ich gefragt!?

Meine Güte, die Kollegen sind gerade erst mit der Erzdiözese Köln fertig geworden, und die sind richtig durch. Wenn ich mir vorstelle, was die sich für Schmutz ansehen mussten, ich würde hinterher unter Waschzwang leiden. Keine Ahnung, seit wann sich der ganze Krempel da aufstapelt, aber es ist mittlerweile bis Rom zu riechen. Und kaum haben wir hier einmal halbwegs Geschlossenheit und Handlungsfähigkeit gezeigt, fallt Ihr Flitzpiepen uns mit Anlauf in den Rücken. Was habt Ihr Euch eigentlich bei dem Theater gedacht? Nein, anders: was habt Ihr Euch überhaupt gedacht? Und womit?

Ihr habt doch nun wirklich ein paar halbwegs vernünftiger Leute, auch wenn Eure Parteispitze zum größten Teil aus Vollidioten besteht. Ich will nicht ungerecht sein, die haben wir auch, vor allem in der Chefetage haben die Typen bei uns auch alle einen mittelschweren Schatten. Aber wie kommt Ihr auf das schmale Brett, dieses komplett verstrahlte Funkenmariechen erst zum Vorsitzenden zu machen und dann auch noch zum Kanzlerkandidaten? Ballert Ihr Euch jetzt den Messwein schon vor dem Frühstück in die Birne? Oder seid Ihr alle einfach nur bescheuert? Der Mann hat doch das Charisma von einer Rolle Müllbeuteln, merkt Ihr denn gar nichts mehr?

Die Peinlichkeit ist doch, es hat sechzehn Jahre lang wunderbar funktioniert, was sage ich: es war die perfekte Symbiose aus Ethik und Verantwortung für den Staat, und wer hat den ganzen Zauber auf die Reihe gekriegt? Ein Frau! Eine Frau, und die ist auch noch Protestantin! Pastorentochter, das ist wie feindliche Übernahme der Konkurrenz! Gegen die Beliebtheitswerte und das internationale Renommee hat ja sogar Ratzinger massiv abgestunken! Unsere treuen bayerischen Bazis haben sich die Taschen vollgestopft und die Verfassung demoliert, wie man das von diesem Egozentrikerverein erwartet hatte, und sie, das preußische Moralengelchen, die Angela hat nicht einmal die Hand aufgehalten, wenn man ihr ein paar Millionen angeboten hat oder einen Sitz im Aufsichtsrat. Die hat sogar allen ernstes an die christliche Empathie als bürgerliche Tugend der Deutschen appelliert, und das größte Wunder ist, dass sie es auch fast geschafft hätte, wenn Ihr degenerierten Deppen im Osten diese Nazibrut mit hochgepäppelt hättet, weil Ihr feigen Arschgeigen dachtet, damit kriegt man kirchenfern sozialisierte Massen dauerhaft unter Kontrolle. Weil Ihr zu doof seid zum Denken, deshalb! Und jetzt kommt Ihr mit diesem Rumpelclown? Was man mit Weihrauch nicht machen sollte, habt Ihr Hilfsministranten aber schon gelernt?

Was rede ich hier eigentlich, über moralische Untragbarkeit hat hier jedenfalls noch niemand ein Wort verloren. Der fälscht mal eben Klausurnoten und kehrt das dann unter den Teppich, und dann hat diese geistige Abrissbirne noch nicht mal den Arsch in der Hose, sich öffentlich dafür zu entschuldigen? Ich dachte, der ist katholisch und weiß halbwegs, wie das mit Beichte und Absolution funktioniert? Jedenfalls nicht so, dass man fröhlich sündigt und dann dem Pfarrer einen vom Pferd erzählt und seine zehn Vaterunser wegbetet und dann fröhlich weiter sündigt. Das mit den Geschäften vom eigenen Sohn und den Buchhonoraren – das war jedenfalls kein Weihnachtsgeld von der Partei – und dann die Auflösung der Stabsstelle Umweltkriminalität, das geht offensichtlich klar? Kamel, Nadelöhr, sonst ist hier alles okay?

Nehmt Euch gefälligst ein Beispiel an Kardinal Marx! Der hat es gar nicht nötig gehabt, seinen Rücktritt anzubieten. Schuld auf sich zu nehmen, wenn man in einer verantwortungsvollen Position ist und für die Verfehlungen an Schutzbefohlenen geradesteht, weil man sein Wort gegeben hat, das man nicht nach Gutdünken einfach mal bricht – schon mal gehört? Ja, das hatte ich erwartet. Mir hätte es gereicht, das als Leitbild demokratisch gewählter Regierungschefs zu verstehen, aber man kann nicht alles haben. Vielleicht kommt Ihr jetzt noch mit der üblichen Predigt, wenn man den Karren schon in die Scheiße gefahren hat, dann darf man auf keinen Fall zurücktreten, weil das ja nicht verantwortungsvoll genug wäre. Also bleibt Ihr alle hübsch in Amt und Bezahlung. Von Würde möchte ich in Eurem Fall lieber gar nicht erst anfangen.

Das mit dem Splitter im fremden Auge, das will ich in Zukunft auch nicht mehr hören. Wenn man als Anbieter für ein ethisches Fundament derart in der allgemeinen Kritik steht, und dann sind an allem immer nur die anderen schuld, vor allem für den ganzen Scheiß, den man nachgewiesenermaßen jahrelang selbst verursacht und sogar noch unter den Teppich gekehrt hat: das ist der beste Weg, um noch mehr Menschen endgültig für seine Sache zu verlieren. Bei uns ging das gut, dann reagierte der Markt, wir hatten millionenfach Anbieterwechsel, und jetzt stellen die Menschen fest, dass man auch ohne uns an irgendwas glauben kann, aber nichts glauben muss. Und dann muss man sich überlegen, ob man das alles immer so weiter machen will, ob man noch jeden Idioten in seinem Namen weiter mit durchfüttern will, wie ein Großkonzern, dem es wurst ist, wofür er seine Lizenzen hergibt. Also kurz und gut: das C ist ab sofort endgültig weg. Die Messe ist gelesen.“





Gernulf Olzheimer kommentiert (DLXI): Freiwillige Selbstverpflichtung

23 04 2021
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Schon im frühen Mittelalter soll es sehr liberal zugegangen sein. Pippin der Mittlere, Hausmeier von Burgund, setzte stets auf eigenverantwortliche Untertanen, denen er sicherheitsrelevante Bereiche der Königsburgen zu Schutz und Verteidigung überließ, indem er ihnen erklärte, dass er im Falle der Pflichtverletzung überhaupt keinen Spaß mehr verstehen würde. Ein brennender Wehrturm, zehn bis hundert feindliche Reiter im Burghof – Rübe ab, und zwar sofort. Kontrolle, das wusste der alte Arnulfinger, ist nur besser, wo Vertrauen herrscht. Nur ab und zu musste er durchgreifen, dann aber mit der zeittypischen Zielstrebigkeit, bei der auch enge Verwandte nicht lange im Weg standen. Die Geschichte, das wusste der Urgroßvater Karls des Großen, würde alles schon richtig einordnen. Die Lehensleute und ihr Gefolge hätten ja genau gewusst, worauf sie sich einlassen würden bei einer freiwilligen Selbstverpflichtung.

So ähnlich funktioniert das Controlling in einer durchschnittlichen Studierenden-WG: zwei bis drei oder mehr verantwortungsbewusste Personen haben die Notwendigkeit verinnerlicht, die Küche und die sanitären Anlagen je nach augenscheinlich eruierten hygienischen Befunden zu säubern, um den Befall mit Ungeziefer oder Kammerjägern vermeidbar zu machen. Der Prozess wird als zeitnah einsetzend bezeichnet und soll möglichst sanktionsfrei gegen die Wohnenden durchgeführt werden. Historische Forschungen zur Motivation haben ergeben, dass sich dieses System sukzessive etabliert hat, als der seit Jahrzehnten gebräuchliche Putzplan endgültig sinnlos geworden war und seine Verankerung im sozialen Gefüge der angehenden Akademiker total eingebüßt hatte. Lebensrhythmus, die psychische Bereitschaft sowie die Akzeptanz eines Stimulus-Response-Modells in der Bedingtheit eines auf die autoritären Wurzeln der bürgerlichen Wohnweise beschränkten Rollenverständnisses brachte die Sache zu einem Kipppunkt: Putzen ist für Nazis.

So sieht es in dieser Gesellschaft auch aus. Da überraschenderweise Machtverhältnisse auch sind, wo man sie erwartet – ein Minister lässt Gesetze erarbeiten, die Wirtschaft wird davon in ihrer freien Entfaltung eingeschränkt – ändert sich auch die Tragweite dieser Pflichten. Fadenscheinig und nicht selten irreführend werden die Beziehungen, wenn sich zeigt, wer wen beherrscht. Gibt der Ministrant den Konzernen das Muster einer verschwiemelten Verpflichtung vor, das diese aus freien Stücken abnicken und ansonsten ignorieren dürfen, dann ist weder ein Rechtsanspruch entstanden noch eine bindende gesetzliche Regelung, die der Gesellschaft Sicherheit gäbe. Die freiwillige Selbstverpflichtung gaukelt Verantwortung und Handlungsfähigkeit vor, wo sie jedes Handeln vermeidet und sich aus der Verantwortung stiehlt.

Was mit etwas Naivität betrachtet noch den Eindruck von Rechenschaft erweckt, ist nicht viel mehr als ein billiger PR-Stunt. Kükenschreddern und Ferkelkastration, Ausstoß von Stickoxiden und Abbau des fairen Handels, der Kleiderschrank mit den Schutzmäntelchen ist gut bestückt und deckt eine Menge übler Lügen zu, die die Politik offiziell nicht bekämpfen kann, weil der Gegenstand sich außerhalb ihres Zugriffs befindet, oder kaum mehr wird bekämpfen können, weil sich die Folgen des Versäumnisses längst zur Havarie entwickelt haben. Die Frauenquote und den flächendeckenden Einsatz von Schulhunden mag man lässlich finden in einer Welt, deren Wirtschaft die Menge des anfallenden Plastikmülls in den Meeren für nicht so gravierend hält, solange der Tourismus davon verschont bleibt, wo aber Protzkarrenbauer statt des versprochenen Drei-Liter-Autos Straßenpanzer vom Band rotzen und ihre Brüder von der Braunkohlelobby die bis zu zwanzig Prozent veranschlagte Reduktion des CO2-Ausstoßes als Freibrief zum Tiefschlaf versteht – Nichtstun ist ja auch irgendwo zwischen 0 und 20 – haben wir die Reinform der lobbygesteuerten Schuldumkehr erreicht.

Wie viel Lächerlichkeit in derartigen Kodizes steckt, sieht der geneigte Realitätsallergiker, wenn die Abgeordneten einer Regierungspartei freiwillig zu beteuern gezwungen werden, sich nur legal die Taschen gefüllt zu haben. Wer nichts zu verbergen hatte, hätte auch keinen Grund gehabt, sich lauthals zu beschweren; wer den Schwanz einkniff und als Lügner auffiel, sorgte nur im Glanz der übrigen Scheinheiligen für bigottes Empörungsgepopel. Der Zweck einer ethischen Maskerade bleibt also die billige Präventiventlastung, damit keiner mehr für den Mist gerade stehen muss, den er in Amt und Würden verursacht hat. So schaffen sich Politik und Wirtschaft gemeinsam rechtsfreie Räume mit zwei separat benutz- und verschließbaren Ausgängen, um ein Vakuum an Einfluss, Zuständigkeit und Moral zu erzeugen, wann immer sie es brauchen. Bis auf Weiteres werden Küken geschreddert, Öl in den Ozeanen verklappt, Wälder für überflüssigen Kohleabbau abgeholzt und Boni an Bänker gezahlt, die die höchsten Umsätze mit Schwarzgeld machen. Nur als Supermarktangestellte sollte man besser keinen Kuchen mitnehmen, der in den Müll gehört. Aber das versteht sich ja wohl von selbst.





Gernulf Olzheimer kommentiert (CDLXXXVIII): Gruppennarzissmus

1 11 2019
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Sehen wir der Wirklichkeit ins trübe Auge: Rrt und seine Sippschaft waren elende Feiglinge. Dass die Evolution sie nicht umgehend in die Sackgasse hat laufen lassen, wo sie mit ihrem Aussterben dem Rest der Hominiden einen Gefallen erwiesen hätte, mag man im Nachgang für Ironie halten, wenn es nicht gar sadistische Züge hätte. Diese weinerliche, zu Haarausfall und Gesichtsvollgrätsche neigende Mischpoke lebte sozial isoliert – es gab auf der anderen Seite der großen Felswand durchaus höhere IQ-Werte mit praktischer Vernunft – und hätte nach Betrachtung der Wirklichkeit allen Grund gehabt, für den Rest ihrer erfreulich kurzen Existenz mit Vergnügen Trübsal zu blasen. Doch dem war nicht so. Sie wickelten sich in wirre Fellreste, hängten Tand und Plunder darum um marschierten durch die Steppe wie von der Sonne auserwählte Helden, wenn sie nicht gerade vor dem Schatten einer Säbelzahnziege auskniffen. Sie waren Könige und Herren der ganzen Gegend, auch wenn sie als einzige dieser festen Überzeugung blieben. Der Gruppennarzissmus hatte voll zugeschlagen.

So geht es gewöhnlich den ärmsten Würstchen, dass sie nicht einmal selbst etwas haben, mit dem sie vor dem Außenspiegel posieren können: Haar, Hintern, Hauer, Habe oder Potenz. Objektiv wird der Typ mit dem feistesten Bauch weniger Geld auf dem Konto haben als andere, während der Reichste vor allem an schwerkraftgeplagtem Bindegewebe leidet. Wie viel angenehmer ist doch das gemeine Gruppendenken, in dem sich abgesehen von den üblichen Idealen wie Auswahl der Götter, temporär vorherrschende Moralvorstellung oder politische Wertmaßstäbe auch jede andere scheinbar mit Doppelplus behaftete Zufälligkeit zum Abbild der Vollkommenheit hochstilisieren lässt. Ist in einer an und für sich nicht weiter auffälligen Kohorte eine bestimmte Haarfarbe vorherrschend, braucht es nur marginale Anlässe, um sie mit allerlei genetischem Märchenmaterial aufzupumpen, bis der blonde Held dem lila Nachbarn auch in aller anderen Beziehung definitionsgemäß überlegen sein muss, weil das so sein muss: das Selbstwertgefühl, das Blondiertheit ab Werk mit sicht bringt, ist von eherner Stabilität, da es nie in der Empirie auf Mängel untersucht werden musste.

Billig wird das preziöses Gepopel, wo es aus der zurechtgestrickten Ersatzteilphilosophie eine für alle Belange wasserfeste Erklärung liefert. Die eigene Gruppe ist immer überlegen, weil nur sie die einzigartige Kombination aus Religion, Hautfarbe und Sprache hat. Der einzigartige Kombinationen haben sämtliche sieben Zwerge hinter den sieben Bergen auch, meist müht sich der Bekloppte nur um eine Zutat wie Schicksal oder ähnlich gelagerten feucht-völkischen Unfug, damit die intellektuelle Ausschussware etwas hat, an dem entlang sie glauben kann, bis der Krieg kommt.

Der angenehmste Effekt aber ist immer noch, dass sich jeder als mitgemeint betrachten kann, und so wird auch der adipöse Meister des Mundgeruchs sich für einen Mustermenschen halten, den nur der Genpool seiner gesegneten Vorväter hinbekommen konnte. Eine Rotte geistig unter ε dümpelnder Darmleuchter quetscht sich vorsätzlich in eine Tradition großer Denker, weil sie alle innerhalb eines zufällig durch Flusslandschaften begrenzten Territoriums geboren wurden und – die einen mehr, die anderen gar nicht – dieselbe Sprache erlernt haben. Dass die Pausenclowns nie eine Zeile der Geistesgrößen gelesen haben geschweige denn sie verstünden, schlüge man sie ihnen in Kunstharz gegossen in die Frontzähne, tut hier nichts zur Sache. Die Ichlinge, hier im Wirlingsgewand, also auch noch ohne eigene Hose, sie sind das perfekte Beispiel für eine neidbehaftete Weltsicht, aus der sie nur durch konsequente Selbstüberhöhung entrinnen können, eine Steigerung, die sich durch die parallel verändernde Gruppe unabänderlich in eine Parallelwelt schwiemelt und die Türen hinter sich luftdicht verschließt. Wer sich als Krone der Menschheit sieht und der Anbetung durch den Rest bedarf, sollte nicht alle anderen abwerten, schon gar nicht dadurch, dass er sie für unfähig erklärt, seinem Vorbild überhaupt folgen zu können. Aber es war schon immer etwas ganz Besonderes, mit nationalbesoffenen oder fundamentalistischen Knalltüten, die auf dem winzigen Fleck Landmasse eingeklemmt die Weltherrschaft herausbrüllten, auf logische Art zu diskutieren. Man kann es lassen.

Letztlich ist es allenfalls putzig zu beobachten, wie sich der Selbsthass in seiner Vereinzelung auch innerhalb der Gruppen Bahn bricht und die einen gegen die anderen aufreibt, so dass zum Schluss wie in einem guten Verein die einen sich als neue Opposition abspalten, die anderen mit der Faust in der Tasche weiter mitmachen, weil sie selbst sich als Anführer sehen. Die Führer jedoch leben nicht besser, meist sind es besonders groteske Unfälle der allgemeinen Entwicklung, die man nach deren eigener Moral längst hätte abservieren müssen. Wir kommen vielfach zu spät. Man hätte sie einfach aussterben lassen können, aber wer weiß das denn vorher.





Kleine Fabel oder Die Tücke guter Vorsätze

6 10 2019

„Ach, wie’s mich friert!“ Er musste überwintern
in einer Höhle, dieser arme Hund.
„Wie schmerzt es an der Nase und am Hintern!
Ich baue eine Hütte, fest und rund!“

Kaum war es Sommer, störte ihn das wenig,
im Sonnenschein lag er wie je zuvor
und schnarchte durch die Nacht wie wohl ein König.
Schon kam der bittre Frost. Und er erfror.





Kleine Fabel oder Hindernisse der Schönheit

25 08 2019

„Natürlich“, singt der Pfau, „sind meine Federn
ganz ungewöhnlich schön. Seht nur den Glanz,
den keiner sah bei andren Pfauenrädern!
Fürwahr, ich habe doch den schönsten Schwanz!“

„Mag sein“, so krächzt die Dohle. „Ganz vorzüglich.
Nun bitte, wem die Äußerlichkeit liegt –
ich sehe außerdem, und zwar untrüglich,
dass man mit diesem Putz recht übel fliegt.“





Gernulf Olzheimer kommentiert (CDXLI): Die Beleidigung

23 11 2018
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Wer mag es ihm verdenken, Rrt war außer sich. „Mooskauer“, kreischte er die hysterisch lachenden Leute an der Öffnung der Sippenhöhle an, „Eure Mütter haben die Nachgeburt aufgezogen!“ Nichts aber verfing, denn mit dem nachgerade uneleganten Abgleiten an der rutschigen Uferstelle und einem Arm voller Brennholz unter der Achsel hatte sich der Hilflose vor den Nachbarn effektiv zum Gespött gemacht, der den Schaden hatte und also eine sozial leicht ramponierte Position. „Ihr Blondinen“, hätte er koffern können, aber noch war die Evolution auch phänotypisch im Ruhepuls, und keiner hätte kapiert, dass helle Haarfarbe, natürlich oder aus des Coiffeurs Chemiekasten zurechtgeschwiemelt, zum Synonym subfontaneller Schlichtmöblierung werden sollte – die Einzelbegriffe wären den Troglodyten nicht mehr als ein verstörtes Runzeln der Nickhaut wert gewesen, wenn überhaupt. So aber musste Rrt Schadenfreude dulden und blieb einen Tag und eine Nacht im Gehäus, bevor sich der erste Hominide an seinen Gedächtnisschwund erinnerte und wissen wollte, wie man den Faustkeil beim Entzünden des Feuers halten musste. Der Alte schluckte seinen Stolz und zeigte es ihm, wohl wissend, dass die Wut in ihm das Werkzeug zu ganz anderen Verrichtungen hätte zwingen können.

Im Verkehr mit Menschen ist die Beleidigung nicht mehr als das feste Vertrauen darauf, dass ein anderer mit derart verwinseltem Ego ausgestattet sei, dass er bei hilfsverbalen Ausstülpungen in die Angst verfallen wird, auch diesen Ichrest noch zu verlieren. Der Schimpfende dübelt wie im Rausch sein Selbstwertgerümpel an dieser Ecke ein und zieht sein Opfer in die Tiefe, meist bis auf sein eigenes Niveau. Denn wer beleidigt, ist im Regelfall auch nur eine Beleidigung für den Durchschnitt.

Dass Invektiven für den in der Schuldkultur ausgebildeten Deppen meist die untere Hälfte des Körpers thematisieren, macht die Sache nicht unbedingt kreativer; das Repertoire der in aller Hast zusammengeschwiemelten Verächtlichkeiten bleibt selten im Gedächtnis, weil es in der Regel komplett austauschbar ist. Der Kränkende schmeißt mit dem Schmutz, den er gerade zur Hand hat, und wer trüge schon ausgewählten Schmodder mit sich herum, wenn er vorhätte, dem anderen nichts weniger als die Ehre abzuschneiden, überhaupt: jene soziale Kategorie, die in der heutigen Gesellschaft längst nicht mehr realisiert wird, wird ersetzt durch das höchst unbestimmte Rechtsgut, sich nicht öffentlich beleidigen zu lassen, jedenfalls nicht wirksam. Wo der eine sich tagsüber bereits beim Vergeben von Tiernamen aufregt – es soll ja noch nirgends einer Klage stattgegeben worden sein wegen Titulierung als Tüpfelkuskus, offenbar hat dieser Kletterbeutler kein Image als schlimmer Fingre unter den Säugern aufgebaut – fühlt sich gar ein anderer geehrt, wenn man ihn als Scheißkapitalisten apostrophiert, und ein Dritter macht sich nichts aus Abfälligkeiten über seine Mutter, weil er weiß, aus welcher Richtung es kommt. Beleidigung setzt zwingend die genaue Kenntnis des zu beleidigenden Subjekts voraus und ist somit gar nicht adäquat zu leisten, schon gar nicht mit dem Standardrepertoire aus dem körpereigenen Sanitärbereich. Zwar wäre auch dies eine Injurie im Sinne des Gesetzes, doch der eigentliche Zweck, die Schmähung des anderen zwecks Fremdgesichtsverlust, dabei möglichst auch ohne Opfer in den eigenen Reihen, wird kaum zu erreichen sein. Erst auf aristokratischem Niveau also wäre die Beschimpfung als eine abgekürzte Verleumdung hinreichend fantasievoll, aber selbst hier bliebe die Prämisse, dass der Schimpfende nie bis selten den bereits blutenden Punkt mit der Klinge trifft, denn im Wesen der Erniedrigung liegt bereits der, wenn auch selten von Talentdetonation gesegnet, so doch vorhandene Wunsch, Unerhörtes über den zu äußern, der einem gerade Parkplatz oder Gatten streitig macht. Man hat das selten auf Tasche.

So bliebe eine einigermaßen funktionsfähige Herabsetzung die sorgsam ausformulierte, die weder gemein noch aus dem üblichen Bauschaum des Affektes gedrechselt erscheinen und dem Gegner keine Möglichkeit lassen, sie aus reinem Trotz auf den Werfer zurückzuschmeißen. Hier kommt der Flachfluch nicht vor, verdammt ist im Allgemeinen die Floskel, aber die Spontaneität leidet doch sehr darunter, wenn kurz vor dem Ausbruch der Tätlichkeiten der Spötter noch kurz in die Unterlagen blickt und den passenden Hohn aus dem Register popelt, aufgestapelt zu wirren Tiraden und geradezu auswendig gelernt, wozu es einer ganzen Menge Wut bedürfte und erkennbar zu viel Zeit, abgesehen von der Enttäuschung, dass man auch dieses Geblök nicht aufbügeln kann, wenn es einmal losgelassen wurde. Wer denkt sich so etwas überhaupt aus? Und warum? Der Teufel soll sie holen.





In letzter Konsequenz

4 11 2018

Man schätzt den Strauchdieb, nimmt er’s von den Reichen,
denn das erscheint den Armen nur gerecht.
Natürlich ist ein Dieb im Grunde schlecht,
doch lässt sich das beileibe nicht vergleichen.
Es stört hier die Moral mitunter wenig,
man merkt es erst, wird dieser Dieb zum König.





Gernulf Olzheimer kommentiert (CDXXVIII): Anstand

24 08 2018
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Sehen wir der Sache ins Auge: der Hominide ist offensichtlich derart defizitär ausgestattet, dass er als einzige Spezies Regeln definieren muss, um sich nicht selbst auszulöschen. Paradoxerweise führt die Einrichtung der menschlichen Gesellschaft in allen ihren Ausprägungen nicht selten dazu, dass genau diese Regeln außer Kraft gesetzt, wenigstens aber gezielt verletzt werden. Es scheint, als habe dieser lächerlicherweise aufrecht durch die fade Existenz stolpernde Depp einen sorgfältig ausgeklügelten Selbstzerstörungsmechanismus in seiner DNA, um die Ergebnisse der Evolution auf dieser mit flüssigem Wasser und Schokolade gesegneten, leicht eiernden Kugel auf ihrem Weg zu einem kochenden Brei in der Sonnenumlaufbahn nicht länger als notwendig zu stören – diese Affenart wird früher oder später von alleine über die Wupper wippen, es ist halt ihre Bestimmung. Doch wozu dann die Erfindung des Anstands?

Zunächst gehen Anstand und Gesellschaft Hand in Hand, und verschaffte einem Teilnehmer einen Vorteil an Distinktionsgewinn. Wer nicht mehr in der eigenen Höhle seine Verdauungsendprodukte unter sich ließ, gehörte bald zu den besseren Kreisen, es stank weniger beim Nachmittagstee und die Fliegen blieben dauerhaft draußen. Der Aufstieg, jene fixe Idee der Urgesellschaft, gelang mit allerlei anständigem Verhalten. Was als gesittet galt, entschieden Sitten, zeit- und ortsneutral nicht zu haben, aber in der Regel stark kodifiziert und so streng beobachtet, dass jeder Fehltritt sanktioniert wurde, mehr oder weniger unangenehm in der Folge bis zum Ausschluss aus ebendieser Gruppe, Schicht, Gesellschaft. Zwar lassen sich mit Hilfe des kategorischen Imperativs einige Universalien herausfiltern – Tötungsdelikte nur im begründeten Einzelfall, Hände weg von der Tochter des Chefs – doch deren Anwendungsintensität galt individuell recht unterschiedlich. Wichtig bleibt, dass die reine Anwendbarkeit der Sanktion bei gleichzeitig sehr deutlichem Vorhandensein der Regel als Instrument sozialer Konstruktion Macht aufbaut und absichert. Dies fängt mit der Benutzung des Messer an, bei Tisch oder gegen genetische Konkurrenten.

Die dysfunktionale Gesellschaft entwickelte sich Hand in Hand mit der Idee der Sitte, nur eben in paralleler Richtung. Was heute als dominanter Typ des Gesellschaftsaufbaus eben jene Idee eines menschlichen Miteinanders nur noch windschief abbildet, ist dem Gegenteil geschuldet; nicht der Anständige, der Unanständige gelangt zu Macht, Einfluss und in die Schichten, in denen sich der Distinktionsgewinn lohnt, allerdings inzwischen auf eine symbolische Weise. Für die Tochter des Chefs darf man sich interessieren, Tötungsdelikte sind nicht mehr tabu, solange sich ein politischer Grund dafür zusammenschwiemeln lässt. Was als moralische Einrichtung galt, wird nun endgültig ad absurdum geführt, wenngleich nicht so perfekt und gleichzeitig beschissen, wie es Menschen in ihren jeweiligen Zwangsgruppen erledigen können, je nach Herkunft, Geschlecht, religiöser Vorstellung oder zufälligem Geburtsort sortiert.

Der erfolgreichste Weg, jede Moral dauerhaft in Vergessenheit geraten zu lassen, ist national, ethnisch oder sonst wie sich identitär gebärdender Haufenzwang, in dem die Teilnehmer blökend einem wirr zusammengehauenen Ideal folgen, um sich gegen die Anfeindungen der Anständigen zur Wehr zu setzen. Offensichtlich haben sie das Prinzip verstanden, jenes Regelwerk sorgt im Kern dafür, dass die Arschkrampen, die man in jeder normalen Gesellschaft ausmerzte, nicht an die Spitze der Pyramide gelangen, und nur darum geht es ihnen: Macht, Einfluss, materielle Versorgung. Der evolutionäre Kampf wird mit grundlegendem Fehlverständnis geführt, dass nicht Kooperation und Ausgleich, sondern blinde Gewalt aus dem limbischen System unter ständiger Ausschaltung der Impulskontrollsteuerung die Sippe irgendwie zusammenhält. Dass diese Kollateralbevölkerung allen anderen auch noch mangelnden Anstand vorwirft, als sei Ethik Knetmasse wie jede Moral auch, ist nicht belustigend, es sei denn aus dem historischen Abstand der Nachgeborenen. Was als untadeliges Verhalten allenfalls in einer Art von Verbrecherehre gelten könnte, hier wird’s jedenfalls auch nicht Ereignis. Begegnen wir ihnen nicht mit Freundlichkeit, nicht mit Verständnis, duseln wir nicht Humanität, seien wir anständig. Denn dieser Kodex erlaubte es vor allem in gesellschaftlich komplexen Situationen mit einfachen und schnell zu realisierenden Methoden die Störenfriede aus der Gesellschaft zu entfernen. Warten wir nicht ab, bis man politische Korrektheit, jenes Schimpfwort für den kränkenden Anstand, als Straftatbestand in den Diskurs einführt, und schauen wir nicht tatenlos zu, bis diese unsere Spezies sich erledigt hat. Helfen wir anlassbezogen und fallweise nach. Und zwar anständig.





Gernulf Olzheimer kommentiert (CCLXXXV): Die politische Lüge

1 05 2015
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Ganz früher war es noch keine Frage des Charakters. Wer zu oft von den falschen Pilzen naschte, mit dem Nasenbein an die Keule geriet oder bei der Weitergabe seiner DNS eine schlechte Performance zeigte, setzte sich nicht durch. So geriet ein Teil der Gesellschaft auf die schiefe Bahn: sie krümmten den Raum, um die ihnen gefällige Wirklichkeit an die ellipsoide Form des Möglichen zu gewöhnen. Wer auch zu oft an den falschen Pilzen geknabbert hatte, schien nicht uninteressiert – die liberale Bewegung war geboren – und wer sich trotz eklatanter Blessuren im Hirnschädelbereich, wie sie Konservative bis heute auszeichnen, für verhandlungsfähig hielt, schraubte die Krümmung im Sinne einer konsensfähigen Gesprächsgrundlage fest. Die Idee des doppelten Bodens war nicht neu, die Idee einer doppelten, da angepassten Wahrheit noch viel weniger, wobei doppelt bedeutet: eine der Wahrheiten ist gar keine. Sie wird nur als solche gehandhabt. So entstand die politische Lüge.

Natürlich weiß der gemeine Epistemologe zu unterscheiden zwischen den Anwendungsbereichen der Unwahrheit, die ihre spezifische Form der Heuchelei hervorbringen. Der einfachste Fall ist die im zivilen Leben gebräuchliche Notlüge. Man weiß doch, dass der politische Entscheidungsträger nur durch multiples Versagen in der Entscheidungskette je über den Äquator gesellschaftlicher Wahrnehmung steigt; aus der Not, dieses Personal überhaupt beschäftigen zu müssen, erwächst die Peinlichkeit, einen Deppen in die vordersten Reihen zu schieben, der aus reiner Dämlichkeit sein Hirnschadenkaraoke coram populo nachlallt. Das Übergangsfeld zur sozialen Lüge mag fließend sein – größtenteils beschwindelt der politische Mensch sich ja selbst, und sei es, indem er seinen Genossen weismacht, er verstünde etwas von dem, was er sagte.

Den größten Teil nimmt die Zwecklüge ein, indes sie plausibel genug erscheint: wer betrügt, fliegt kostenfrei, weiter und oft zum Erfolg. Nichts ist ohne Grund, so auch die motivierte Lüge. Sie entspringt nicht selten derselben geistig-moralischen Überforderung, die der Rest der gestaltenden Tätigkeit mit sich bringt. Im Gegensatz zum frommen Schwindel, der die Funktionsfähigkeit sichert – Banken bauen ihr Geschäftsmodell darauf auf, Politiker ihre öffentliche Einschätzung von Wirtschafts- und Währungskrisen, die Grenzen zum puren Aberglauben sind erstaunlich fließend – verfolgt die funktionale Lüge einen Selbstzweck, der weniger das System erhält als den Lügner. Selber lügen macht fett.

Daher ist die vorsätzliche Lüge der Regelfall. Sie instrumentalisiert das Konzept Gegenwahrheit, die Untertunnelung des eigenen moralischen Anspruchs, der sich oft genug auf religiös bis wahnhaft konstruierte Synapsenprogramme bezieht, wird zur methodisch ausgebauten Ersatzrealität, in der die Ausländer einwandern, um uns die Jobs wegzunehmen und gleichzeitig in der sozialen Hängematte zu liegen, während trotzdem unsere Renten sicher sind. Womit der Zielpunkt der pathologisch-zwanghaften Lüge erreicht wäre, die selten ohne eine innere Systematik auskommt und üblicherweise direkt in die Ideologie führt. Sie braucht den Betrüger wie den Betrogenen, der als stiller Teilhaber am Betrugsgeschehen den Dingen aktiv ihren Lauf lässt. Wahr ist, was die Bekloppten für wahr halten, im Grenzfall unmöglich für falsch, wenigstens für denkbar, falls das Denken des Gegenteils schwierig wird. Auf dieser Suppe kommen Diktaturen geschwommen, und manche fangen klein als marktkonforme Demokratie.

Nachdem niemand die Absicht hatte, jemandem ein Ehrenwort zu geben, ist der Gedanke grotesk, der Belogene selbst würde sich früher oder später beschmutzt von seinem Lügenlieferanten abwenden oder sich wenigstens die elefantöse Plumpheit verbitten, mit dem das politische Personal ihm auf die Plomben geht. Noch selten hat sich die intellektuelle, juristisch und soziologisch hinreichend vorgebildete Schicht der Parteigänger von peinlichem Populismus angewidert abgewandt und wenigstens ein bisschen mehr Mühe beim Bescheißen eingeklagt. So ist die Lüge, mit der man Kriege vom Zaun bricht, am Kochen hält und als Mittel des Machterhalts zum Regierungsprogramm macht, gleichgültig, ob gegen Vietnam oder gegen die eigenen Erwerbslosen, so ist diese Lüge ein im gegenseitigen Einverständnis in kollektive Hirn geschwiemelter Selbstbetrug, an dem man dankbar teilnimmt, weil es das lästige Denken ersetzt. Die politische Lüge vereinfacht das Leben, zwar allen Beteiligten, doch nicht immer so wie beabsichtigt. Wenngleich die Politik dies ihren Subjekten immer wieder zu vermitteln versucht. Es muss sich um die Wahrheit handeln – um eine gut gelogene.





Das Entsetzen oder Wie ich einmal mit Max Horkheimer einen Fernsehkrimi anschaute

4 05 2014

Ein Kind verstirbt; ach, wie man Kinder tötet,
das zeigt Ihr in den kleinsten Kleinigkeiten,
schickt Euch dann an, es weithin zu verbreiten,
dass sich des Bürgers Auge schreckhaft rötet.

Daneben schweigt es, putzt sich, tanzt und flötet:
possierliche Gewalt an Minderheiten,
die uns vertraut ist, Hass zu allen Zeiten,
wie man aus der Verfassung Rechte jätet.

Schon ringen wir nach Fassung. Das Entsetzen
befällt uns pünktlich, ein kathartisch Schauern
nach dem Programmheft, lautstarkes Bedauern.

Am andern Ende ist nun nicht Ergötzen,
doch bleibt ein Menschenleben letztlich Masse.
Dramaturgie, das ists, außerdem: Kasse.