Lockerungsübung

12 04 2021

„Als erstes die Hotels.“ „Und die Kinos.“ „Aber dann auch die Frisöre.“ „Haben die nicht sowieso schon wieder geöffnet?“ „Stimmt, man kommt ganz aus dem Konzept.“ „Haben Sie noch eins?“ „Und dann natürlich die Schulen, oder müssen wir da noch warten?“ „Wenn der Nahverkehr noch fährt, dann kann man die Schulen auch offen lassen.“

„Die Argumentation erschließt sich mir nicht.“ „Erschließt, haha!“ „Wenn die Kinder mit dem ÖPNV in die Schule fahren, dann kann man doch schlecht die Schulen schließen.“ „Das klingt schon mal logisch.“ „Warum müssen die überhaupt mit dem ÖPNV fahren?“ „Es hat eben nicht jeder ein Auto.“ „Oder die Eltern müssen mit dem Auto zur Arbeit.“ „Dann können die doch den Nahverkehr nehmen.“ „Aber der hat ja sowieso offen.“ „Wieso das denn?“ „Weil die Eltern damit zur Arbeit fahren können.“ „Dann kann man den ja auch gleich offen lassen.“ „Wenn die Kinder damit zur Schule fahren, dann verstehe ich nicht, wieso man die Schulen schließen sollte.“ „Vielleicht wegen der Kitas.“ „Das ist doch nun egal.“ „Eben, Hauptsache ist doch, dass die Kinder in der Schule sind.“ „Oder in der Kita.“ „Weil die Eltern sonst nicht mit dem Auto zur Arbeit fahren.“ „Richtig.“

„Man könnte doch zum Ausgleich die Kinos zulassen.“ „Die sind ja zu.“ „Wieso sind die zu?“ „Wegen der Verhältnismäßigkeit.“ „Sie meinen, verhältnismäßig viele Menschen fahren mit dem Auto ins Kino?“ „Vermutlich eher ins Autokino.“ „Nein, anders: in so einem Kino sind doch viel mehr Menschen als in einer Schulklasse.“ „Und das lässt sich nicht so gut lüften.“ „Und wenn man nur die Hälfte reinsetzt?“ „Also ungefähr so viel, wie man in einem Bus hat?“ „Dann müsste man wegen der Verhältnismäßigkeit auch die Busse verbieten.“ „Dann können die Kinder ja immer noch im Auto zur Schule fahren.“ „Aber die Eltern kommen dann nicht mehr mit dem Bus ins Kino.“ „Dann sollen sie doch zur Arbeit fahren.“ „Und wenn einer nun im Kino arbeitet?“ „Jetzt machen Sie’s doch nicht komplizierter, als es ist!“

„Wenn wir jetzt mal von den Frisören ausgehen, dann haben wir doch für die Kinos und die Hotels auch ein gutes Hygienekonzept.“ „Weil das ja auch Arbeitsplätze sind.“ „Richtig.“ „Moment, da komme ich nicht mehr mit.“ „Irgendjemand muss ja auch im Kino arbeiten.“ „Also war jetzt nicht der Frisör gemeint?“ „Da gehen die Leute ja nicht in ihrer Arbeitszeit hin.“ „Ins Kino aber auch nicht.“ „Jetzt machen Sie doch hier nicht immer solche Schwierigkeiten!“ „Ich meine ja nur, wir sollten für jede Tätigkeit ein vernünftiges Hygienekonzept in Erwägung ziehen.“ „Das würde zumindest neue Möglichkeiten eröffnen.“ „Eröffnen, haha!“ „Lassen Sie doch mal diese Albereien!“ „Kann man denn nicht den Kinos helfen?“ „Zum Beispiel, indem man Unterricht in den großen Kinosälen stattfinden lässt?“ „Wie soll das denn gehen?“ „Wenn man die als Klassenräume benutzt, dann kann man auch die Kinos wieder öffnen.“ „Aber da ist doch die Infektionsgefahr viel zu hoch.“ „Aber nicht in Klassenzimmern, sonst würde man ja nicht die Schulen öffnen.“ „Richtig.“

„Man könnt zum Beispiel die Museen schließen, nachdem sie geöffnet sind.“ „Dazu müssten sie erst mal öffnen.“ „Wieso?“ „Damit man sie wieder schließen kann.“ „Dann könnte man zum Ausgleich die Regeln für Erntehelfer noch mal anpassen.“ „Was haben die mit Museen zu tun?“ „Überlegen Sie mal, wer braucht Museen?“ „Was hat das…“ „Dann müssten wir auch die Schlachthöfe wieder vollständig öffnen.“ „Waren die mal geschlossen?“ „… mit Museen zu tun?“ „Die schließen wir als Ausgleich.“ „Als Lockerungsschließung.“ „Und warum nicht die Museen zum Ausgleich wieder öffnen?“ „Also bitte, nicht jeder, der Spargel kauft, geht auch ins Museum.“ „Und da arbeitet so gut wie keiner.“ „Jedenfalls weniger als beim Frisör.“ „Wir könnten das ja als Lockerungsübung für die Schulen einführen.“ „Also nicht mehr Kinos?“ „Wer mit dem Nahverkehr zur Schule ins Kino fährt, kann ja nicht gleichzeitig ins Museum.“

„Gleichzeitig haben wir immer noch diese Ausgangssperren.“ „Haben wir die?“ „In manchen Städten kombiniert man die bereits mit dem öffentlichen Nahverkehr.“ „Da fährt dann nachts kein Bus?“ „Ist doch okay, die Kinos sind eh zu.“ „Aber es gibt Leute, die dann zur Arbeit fahren.“ „Die müssen dann schon tagsüber fahren.“ „Und wie kommen die zurück?“ „Eigenverantwortung.“

„Gut, also Frisöre und Kinos, dazu Museen zu und Hotels teilweise.“ „Ich müsste nächste Woche in den Heimwerkermarkt.“ „Kann man das auch auf Landesebene lösen?“ „Dann öffnen wir die und ziehen nach drei Tage wieder die Notbremse.“ „Aber bitte nicht mit dem Bus hinfahren!“ „Wenn man da arbeitet, dann kann man sich aber kein Auto leisten.“ „Es geht uns ja erst mal nur um Kunden.“ „Nicht um die Wirtschaft?“ „Also das kann man ja nun wirklich nicht verwechseln!“ „Deshalb kann man doch trotzdem die drei Tage lang die Museen aufmachen!“ „Erzählen Sie das doch Ihrem Frisör!“ „Jetzt beruhigen Sie sich mal, das kriegen wir alles hin.“ „Eine Light-Lockerung wäre eventuell auch möglich.“ „Also im Hotel nur essen, aber nicht die Zimmer nutzen?“ „Dann kann man zum Ausgleich die Restaurants geschlossen lassen.“ „Oder öffnen.“ „Das wäre kein Ausgleich.“ „Aber eine Öffnung.“ „Vorausgesetzt, man fährt mit dem Nahverkehr ins Restaurant.“ „Und ins Hotel?“ „Die meisten nehmen das Auto.“ „Weil die Kinder schon mit dem Nahverkehr ins Kino zur Schule fahren.“ „Gut, dann haben wir’s ja.“ „Nächstes Thema: Büros.“





Gernulf Olzheimer kommentiert (DLIX): Die reagierende Politik

9 04 2021
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Was kann man nicht alles für dumme Dinge tun. Rrt kümmerte sich nicht, dass die Sippe eine halbe Säbelzahnziege in der Höhle aufbewahrte und den Madenbefall durch ein zünftiges Feuer im Zaum halten wollte. Wo die Insekten es nicht schafften, die ehemalige Behausung unbewohnbar zu machen, tat der Rauch sein Werk, zumal nachdem sich die Flammen auch am Interieur genährt hatten. Nun war guter Rat teuer, die Horde hockte im Freien und fror. Ein gewisser Typ von Hominide, der über Anpassungsfähigkeit, Improvisationsgabe oder gar Problemlösungskompetenz verfügt, mag sich hier als evolutionär begünstigt erweisen, andererseits hätte er seine Verwandtschaft gar nicht erst in diese beschissene Lage gebracht. So aber bleibt ihnen, wie es auch heute der Regelfall ist, nur noch die reagierende Politik, um eine ganze Zivilisation vor dem Untergang zu bewahren.

Obwohl es paradox ist, denn gerade die auf Dauer eingerichteten Mechanismen der Sicherung und Vorsorge sind es, die ein Gemeinwesen von der zufälligen Schicksalsgemeinschaft unterscheiden. Die mehr oder weniger kluge, konzertierte und auf Erhaltung des einmal Erreichten bedachte Planung, die Güter und Werte von einer Generation zur anderen weitergibt, handelnd aus Vernunft und im Bewusstsein einer Verantwortung, machen den Staat, der Schutz und Schirm ist vor den Zufällen, der Natur, den Widrigkeiten. In längeren Zeitläufen entsteht mitunter eine Vision, die nicht ohne die Besonnenheit des Vorausschauens auskommt, da sie Ziele bereits erkennt, wo der durchschnittliche Mensch noch nicht einmal Notwendigkeiten sieht.

Nichts davon aber vermag die heutige Politik noch; sie hat die Vorsorge für die Bevölkerung auf ein markttaugliches Niveau heruntergefahren, das die prekären Gleichgewichte gerade eben noch hält, ansonsten aber lieber die täglich anflutende Scheiße zu beseitigen versucht. Das Staatsgebäude wurde auf Geheiß der Wirtschaftslenker im Verein mit den korrupten Erfüllungsgehilfen sturmreif geschossen, damit dieselben Manager, die das Dach abdecken ließen, jetzt Schirme zum Wucherpreis verkaufen können, sobald es regnet. Die Vision könnte sein, etwas zu ändern – was die generelle Motivation sein könnte für die Politik, dass sie an ihre eigene Handlungsfähigkeit glaubt und daran, dass sie sie zur Verbesserung der Verhältnisse einsetzen kann – und die Häuser wieder instand zu setzen. Doch die Politik fährt auf Sicht in ihrem selbst erzeugten Nebel, schwiemelt sich ein paar fadenscheinige Gründe zurecht und probiert lieber die kurzfristige Strategie mit Schirmen für alle, wobei es in der Realität wieder so aussieht, dass die finanziell besser gestellten Bürger die Schirme preisgünstig und teilweise umsonst bekommen, während das untere Dezil am stärksten dafür bluten muss.

Derweil verwaltet der Staat sich fleißig selbst, stellt allerhand Mängel fest und übt sich in lautem Bedauern, weil die Sache mit den Schirmen schon so teuer war. Während andere Staaten die Themen der Gegenwart längst abgekaspert haben, weimert die deutsche Gesellschaft in ihrer Realitätsallergie noch von Zukunft, unplanbaren Gefahren oder dem vielen, vielen Geld, das man in langfristige Lösungen investieren muss. Dass gleichzeitig die Navigation im Qualm die gesamte Politik in eine Art Simulationszustand versetzt, macht es auch erklärbar, dass größtenteils gierige Knalldeppen in die Spitzenämter gehievt werden, in denen sie die Reste des Landes kaputt spielen können. Allein die Wirtschaft verdient auch daran noch, wenn sie die intellektuelle Ausschussware in den Ministerien mit kostspieligen Beratern ersetzt, die den Job der Lakaien so erledigen, dass viel mehr Schirme auf unabsehbar lange Zeit gekauft werden müssen, weil dann jeder ein kleines bisschen preiswerter ist.

Jeder pragmatische Anführer hätte wenigstens eine Schirmfabrik aus dem Boden gestampft, die Hunderte von Arbeitsplätzen bietet. Genau dieser Wille zur Gestaltung ist es, der eine rationale und urteilsfähige Regierung auszeichnen sollte, zumal im internationalen Vergleich. Es ist kein göttliches Schicksal, wenn ganze Volkswirtschaften auf Kante genäht plötzlich platzen, den Aluhütchenspielern ihr wirr zusammengenageltes Zahlenwerk um die Ohren fliegt und ehemalige Entwicklungsländer beim Vorbeiziehen fröhlich winken. So haben wir in fast allen Bereichen, Digitalisierung und Bildung, sozialer Sicherung, Klima- und Umweltschutz, Energie- und Verkehrspolitik, staunend den anderen zugesehen und gewusst: wir müssten etwas tun, auch wenn es jetzt eigentlich schon zu spät ist und deshalb für das Musterland der Effizienz erheblich peinlich wird. So sehen wir lieber zu, wie nach dem Dach langsam die Fassade bröckelt, die Preise für die Instandhaltung steigern, während gleichzeitig im ganzen Land kein Bauarbeiter mehr von seinem Lohn leben kann. Natürlich könnte man ein Schild an die Bude hängen, dass hier bald renoviert wird. Aber das wäre das Eingeständnis, dass der Staat viel zu lange die Hände in den Schoß gelegt hat. Eine Sonntagsrede wird helfen, der laute Ruf nach dem Ruck und die Hoffnung, dass die nächste Regierung den ganzen Mist wegräumt. Wie immer.





Gernulf Olzheimer kommentiert (DLVII): Not invented here

26 03 2021
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Rrts drittältester überlebender Sohn hatte seinen mehrwöchigen Aufenthalt in der Sippenhöhle beim Schwager absolviert und kam mit mannigfaltigen Eindrücken wieder nach Hause. Vor allem kleine Knochensägen, von denen er eine Auswahl als Technologietransfer mitgebracht hatte, weckten das rege Interesse der Gleichaltrigen, nach mehr oder weniger unfallfreien Versuchen, Holz in kleinere Brenneinheiten zu zerlegen, die Fertigung dieser Werkzeuge aufzunehmen. Die Projektgruppe gab ihr Bestes und feilte alsbald einen Satz grober Raspeln, die durch Versuch und Irrtum sukzessiv die paläolithischen Qualitätsstandards jenseits der großen Steppe erreichten. Das Rad war nur noch wenige Jahrtausende entfernt, aber schon jetzt wehte der Geist der Innovation durch die Gefilde am Felshang am großen Tümpel. Nur die Ältesten ließ das kalt. Störrisch und gereizt knickten und knackten sie jeden Tag ihre Äste und rieben sich Schwielen an die Finger, weil sie das neumodische Zeug von den Fremden nicht leiden konnten. Es hatte ja bisher auch ohne geklappt. Sie hatten nichts gegen fremde Erfindungen, nein – aber diese fremden Erfindungen stammten von woanders.

Not invented here, das Markenzeichen der kleinen Klotzköpfe mit dem Schlagbaum vor der Birne – das mag auf einem anderen Kontinent ja gerne funktionieren, aber hier haben wir das immer schon anders als anders gemacht, da geh das gar nicht. Leitplanken aus Sperrholz, die den normalen Beanspruchungen standhalten, beim Aufprall mit hoher Geschwindigkeit jedoch wesentlich weniger schwere Verletzungen verursachen, die kann man vielleicht in Osteuropa bauen, aber sicher nicht in Deutschland. Eine beschichtete Kunststoffmembran zur Aufbereitung von Trinkwasser ohne weiteren Energieeinsatz kann man in Skandinavien sicher vermarkten, aber warum hier? Dass andererseits ein Volk wie die Japaner nichts dabei findet, Autos zu bauen – geschenkt, schließlich handelt es sich um eine technische Entwicklung, ohne die die Welt nicht überlebensfähig wäre. Wen kümmert es da, dass die Einwohner der Region Tokio-Yokohama neue Fahrzeuge nur zulassen, wenn gleichzeitig ein freie Stellplatz nachgewiesen werden kann. Das sollen die Jungs doch gefälligst auf dem eigenen Archipel abkaspern.

Solange die Archäologen noch nicht aus den Kratzern am Säbelzahnziegenschädel nachweisen konnten, ob das Feuer zuerst in der EU, anderen politisch verbündeten Territorien oder im Land der Erzfeinde einer friedlichen Nutzung zugeführt wurde, müssen wir uns eigentlich Geschichte aus Überresten zurechtschwiemeln: Bier, Gartenzwerg und Bratwurst haben einen Migrationshintergrund, doch dass Riemenantrieb und Zahnbürste aus China stammen sollen, ist für den Hohlrabi kaum noch zu ertragen. Üblicherweise ist diese Aversion ein Ausdruck des Gruppendenkens, bei dem ansonsten zurechnungsfähige Personen sich unter dem Druck, als personeller Block einheitlich agieren und das Ergebnis verteidigen zu müssen, frei in der Landschaft herumdelirieren und die von ihnen erzeugte intellektuelle Nulllösung auch noch für einen Talentausbruch sonder gleichen halten – jeder von ihnen weiß, dass jeder von ihnen gerade hirnfreien Rotz rauskübelt, und jeder von ihnen weiß auch, dass es jeder von ihnen weiß. Aber sie sind dazu verdammt, es als Gruppe zu verkünden, und jeder weiß, wie schnell sich in einem Team die geistige Leistung in Feinstaub verwandelt.

Auch unsere Lernfähigkeit leidet. Kontakte in der Pandemie verfolgen? geht sicher nur auf diesen Inseln, deshalb sind die ja das Virus los, was aber an der völlig anderen Kultur der Inselbewohner lag – der gemeine Asiate hält sich ja geradezu eklig genau an Vorschriften, das kann man in der BRD gar nicht machen. Deutschland, die Nation der großen Industriebetriebe, konnte nicht mal eben eine Fabrik für Filtermasken oder Impfstoffe aus dem Boden stampfen. Wir können das nur kaufen, und wer weiß, was man beim Kauf von Masken als Verantwortlicher noch alles kann, der weiß auch, warum man ein Großunternehmen unter staatlicher Aufsicht nur für die zweitbeste Lösung hält.

Die saturierten Industrienationen beharren auf ihren Überzeugungen, und eine von ihnen ist, dass sie alles besser können als die anderen. Diese tumbe Arroganz hat nicht nur einigen Schwellenländern die wirtschaftliche Entwicklung erleichtert, sie gibt ihnen auch das sichere Gefühl, dass die großen Gegner dauerhaft mit Stammesfehden und einem weinerlichen Überlegenheitsgefühl zu tun haben, das jeden Augenblick in die Angst vor dem Verlust der eigenen Bedeutung umkippen könnte. Und so brechen die politischen und ökonomischen Führer Kleinkriege vom Zaun, statt rational zu entscheiden und Know-how zu kaufen. Ein guter Plan für die Knalltüten, deren neoliberale Turbodenke ja dazu geführt hat, Entwicklungs- und Produktionskräfte im eigenen Land einzustampfen. Sicher ist es auch eine Art Entwicklungshilfe, dass der Fernseher jetzt aus Kambodscha kommt. Der deutsche Fernseher.





Stabile Ergebnisse

22 03 2021

„… nach der Auszählung von etwa einem Zehntel der Stimmen nur knapp über zwölf Prozent liege. Damit sei die Union nach aktuellem Stand nicht mehr in der Lage, die Bundesregierung zu…“

„… dass es sich um eine statistische Verzerrung handle, die Laschet lange vor dem Wahlsonntag prognostiziert und mathematisch erklärt habe. Da die Mehrheit der Wählerinnen und Wähler sich per Briefwahl entschlossen habe, ihn als Retter der deutschen Nation in der tiefsten Krise seit Karl dem Großen an die Spitze des Volkes zu setzen, würden durch die restlichen Stimmen eine überwältigende Mehrheit für die…“

„… in mehreren großen Städten sogar zu SPD-Ergebnissen wie zu Brandts Zeiten gereicht habe. Es sei aus einer Vielzahl an Wahlkreisen berichtet worden, dass seit 1949 konstant unionsdominierte Bezirke vollständig an den…“

„… dass der Bürger nach einen langen, harten Lockdown mit bis zu dreitausend Corona-Toten am Tag nun wieder frohgemut die Chance auf ein schönes Sonntagserlebnis genutzt hätten, das Laschet in der Ministerpräsidentenkonferenz mit größter Entschiedenheit habe durchsetzen können. Ein Briefwahlanteil von neunzig Prozent sei sicher nur eine von bolschewistischen Sendern wie ARD oder ZDF ausgedachter Grund, um von der wie zu erwarten schlechten Rechercheleistung der…“

„… und weiterhin falle. Während die sich stabilisierenden Trends die Grünen als eindeutigen Sieger der Bundestagswahl sähen, sacke die Union auf derzeit 10,6% ab, womit sie nach SPD, FDP und Linken nur noch ganz knapp vor der…“

„… werde die Mehrheit die guten Taten des künftigen Kanzlers sicher nur aus Angst vor einer Fortsetzung des Merkel-Regimes missverstanden haben, so dass sich die Stimmabgabe im Wahllokal auf etwa acht bis neun…“

„… stabile Ergebnisse in den meisten Kreisen hervorgebracht habe. Söder bedauere den Verlust der absoluten Mehrheit in manchen langjährigen Hochburgen der Christsozialen, sehe sich aber auch als Regierungsschef gestärkt, seinen Kurs mit den politischen Partnern im Freistaat weiterhin zu…“

„… die Stimmabgabe per Briefwahl von den linksgrünen Staatsmedien nur deshalb so aggressiv propagiert worden sei, um die politische Agenda der sowjethörigen Parteien für eine Neuauflage der DDR vorzubereiten. Laschet werde aber weiterhin für Freiheit und Wirtschaft auf dem Boden des…“

„… nicht mehr zu halten seien. Ein einstelliges Ergebnis für die Union könne daher schon aus arithmetischen Gründen gar nicht mehr…“

„… aus denen die Stimme des Wählers spreche. Die Deutschen hätten der CDU den klaren Auftrag zur Regierungsbildung gegeben, auch wenn die aktuellen Zahlen nur für eine Minderheitsregierung unter Duldung aller staatsfeindlicher Kräfte des ökostalinistischen…“

„… noch zu überraschenden Stimmzuwächsen komme. So könne eine komfortable Mehrheit für Grün-Rot bereits zum jetzigen Zeitpunkt als sicher gelten, ohne dass die vereinzelten Einbrüche der SPD auf Werte unter 30% in den süddeutschen…“

„… eine Reform des Wahlrechts angekündigt habe. Gleich nach der Wahl zum Kanzler werde Laschet die Bundestagswahlen so umorganisieren, dass die Bevorzugung großer Parteien, die nicht dem Volke dienen würden, ausgeschlossen werden müsse, um die wahren Interessen des…“

„… sich bei etwa sieben Prozent festige. Da noch etwa ein Drittel der Stimmen ausgezählt werden müssten, könne allerdings noch keine verbindliche Aussage über den Verbleib der Union im…“

„… nicht dem Volkswillen entsprechen könnten, wenn diese bereits mehrere Wochen vor der Wahl abgesandt worden seien. Laschet sehe nun das Recht auf seiner Seite, die Bundestagswahl als staatsfeindliche Boykotthetze gegen die einzige legitime Rettungs- und Regierungspartei für ungültig erklären und sich selbst als Sieger zu…“

„… laut Analyse der Forschungsgruppe Wahlen nicht allein zu einer politisch motivierten Willensbildung geführt habe. Eine deutliche Abneigung der Wähler gegen den CDU-Kandidaten habe sich frühzeitig auf die…“

„… sofort gestoppt werden müsse. Laschet habe den Einsatz der Bundeswehr im Innern angedroht, wenn die Auszählung der Stimmen weiterhin…“

„… nicht gesichert sei. Zwar stehe die Union derzeit noch bei 5,3%, man könne allerdings davon ausgehen, dass es diesmal Stammwähler, so wie sie bisher die Ergebnisse fast aller Wahlen maßgeblich beeinflusst hätten, überhaupt nicht mehr…“

„… für einen gemeingefährlichen Spinner halte, mit dem er sicher nicht in Koalitionsverhandlungen treten werde, da Laschet in seinem Umfeld eine toxische Wirkung ausübe, die nichts als Schäden hinterlasse. Meuthen wolle außerdem…“

„… zum Führer und Bundeskanzler ausgerufen habe. Laschet habe sich mit wenigen Getreuen wie Streeck, Reichelt und Spahn in den Kelleranlagen unter dem Reichstagsgebäude eingeschlossen und drohe mit einer Vernichtung Deutschlands, die aber bis Weihnachten definitiv abgeschlossen und…“

„… drei Stimmen die Überschreitung der Fünf-Prozent-Hürde bewirkt hätten. Merz stelle sich als neuer CDU-Chef, Fraktionsführer, Wirtschafts- und Außenminister in Personalunion sowie Vizekanzler in einer Koalition mit den Grünen zur Verfügung, die auch mit einem Ergebnis von 52,6% nicht ohne die Expertise eines Politikers arbeiten könnten, dessen Erfolge aus der Verbundenheit mit dem…“





Ehrenerklärung

17 03 2021

„… von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt worden seien. Demnach habe sich die Union, die jahrelang nur als Organisation zum Sammeln von Spenden tätig gewesen sei, gezielt Einfluss auf politische…“

„… sich schockiert gezeigt hätten. Führende Repräsentanten der deutschen Wirtschaft hätten den Verdacht zurückgewiesen, sie seien in die Pläne der CDU zur Unterwanderung der Politik eingeweiht gewesen. Aktionärssprecher der großen Energie- und Verkehrskonzerne hätten einstimmig erklärt, die Union nur aus gemeinnützigen Motiven mit…“

„… sich aber nichts dabei gedacht habe. Das Bundesministerium der Finanzen habe seit 1949 nie Verdacht geschöpft, dass die Einnahmen der CDU zu einem anderen Zweck als der Bereicherung von Funktionären und…“

„… habe man nachweisen können, dass sie direkten Einfluss auf Amts- und Mandatsträger in Bund und Ländern sowie auf kommunaler Ebene genommen habe. Auch höhere politische Positionen beispielsweise in der Bundesregierung seien in der Folge von…“

„… Gesprächsprotokolle sichergestellt habe, in denen die CDU-Büros mit Abgeordneten mehrerer Parteien politische Maßnahmen besprochen hätten. Es sei dem Verband dabei ausdrücklich nicht um die Höhe der Finanzierung gegangen, vielmehr sei eine Agenda für die Vorhaben der Regierung im…“

„… sich auch persönlich an die Öffentlichkeit wenden wolle. Es sei ehrenrührig und falsch, wenn die Medien die Union mit der Mafia vergleichen würden. Zwei Vorsitzende des deutschen Verbandes würden jede Verbindung zur CDU auf das Schärfste zurückweisen und verbäten sich jegliche…“

„… auch dann zu politischen Ambitionen gedrängt habe, wo kein Talent bei den betroffenen Personen ersichtlich gewesen sei. So habe zum Beispiel die Sektion Mecklenburg-Vorpommern einen jungen Mann, der nicht über Berufserfahrung verfügt habe, als Spitzenvertreter für politische Aufgaben in die deutschlandweite…“

„… in Vorständen und Aufsichtsräten großer Unternehmen die politische Meinung erfragt haben sollen, um sie im Gespräch mit Bundesministern und Staatssekretären als eigene Ansichten zu verkaufen. Es scheint nicht ausgeschlossen, dass die CDU durch kontinuierliche Propaganda in den zuständigen Gremien eine gezielte…“

„… habe sich der Sprecher der ’Ndrangheta für Nordeuropa von der Union distanziert. Sein Verein werde einen Unvereinbarkeitsbeschluss für die Mitgliedschaft mit dieser deutschen Organisation publizieren und von seinen Mitgliedern eine Ehrenerklärung verlangen, dass diese weder in der Vergangenheit noch gegenwärtig in der…“

„… dabei ganz in den Hintergrund geraten sei. Es werde vereinzelt von Mitgliedern berichtet, die nur noch pro forma als Spendensammler und in Beraterfunktionen geführt worden seien, tatsächlich aber als Interessenvertreter für Familien- und Baupolitik in den Ausschüssen mehrerer…“

„… werde die Bundesregierung die CDU unter die Lupe nehmen. Im Raum stehe derzeit sogar, der Organisation die Gemeinnützigkeit abzuerkennen, da sie sich weder neutral noch in ausreichendem Maße als…“

„… auch gezielt nach ihrer eigenen politischen Einstellung angeworben seien sollen. So habe die CDU vor allem nach bürgerlich-konservativen Fachkräften gesucht, um deren verdeckte Tätigkeit in den Landtagen und Kommunalparlamenten auf die Regierungsparteien und ihre…“

„… mehrere Großkanzleien bestätigt hätten, dass die Union alle Spenden ordnungsgemäß an die vorgesehenen Empfänger weitergeleitet worden seien. Abgesehen von einem Umschlag, dessen Verbleib bisher nicht habe aufgeklärt werden können, da keine der an der Übergabe beteiligten Personen wisse, wer an der Übergabe beteiligt gewesen sei, sei es in der Organisation nie zu…“

„… die Auswertung der Unterlagen ergeben hätten, dass einige Mitglieder der CDU in den Deutschen Bundestag eingeschleust worden seien. Sie hätten in der Tat Nebeneinkünfte aus ihrer Tätigkeit als Abgeordnete erzielt, die sie nicht…“

„… zu Konflikten gekommen sei. Die Berater, die sich um die Verwaltung jüdischer Vermächtnisse gekümmert hätten, seien gleichzeitig im hessischen Landtag tätig gewesen, um auch anderen Spendern die Möglichkeit einer Einflussnahme auf den…“

„… lehne es die Union ab, ihre politisch tätigen Mitglieder aus den Parlamenten abzuziehen. Der Verband wisse nicht, wo er die Spendengelder sonst zu einem sinnvollen und mildtätigen…“

„… habe es in Führungszirkeln der CDU die Überlegung gegeben, Kassen für die noch nicht in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführten Gelder anzulegen. Diese könnten im Fall von Ermittlungen direkt in die Rechtspflege fließen, um bessere…“

„… den Vorschlag der Opposition zurückweise, ein Register einzuführen, das Spender ausweise, von denen künftig keine Gelder mehr für die…“

„… ihre politischen Tätigkeiten nach den kommenden Wahlen zum Deutschen Bundestag einzustellen, um die Union auf ihr Kerngeschäft als Finanzdienstleister im Bereich Fundraising und Vermögensaufbau zu…“





Gesundes Rechtsempfinden

15 03 2021

„… bekannt geben werde, wie der interne Kodex der Union in Bezug auf strafrechtlich relevante Verfehlungen aussehe. Nach jüngsten Diskussionen um etwaige Vorteilsnahmen habe sich die Fraktion im Bundestag entschlossen, nachdrücklich auf eine strikte Regelung sämtlicher…“

„… natürlich nicht kontrollieren könne, was aber laut Brinkhaus auch nicht zu seinen Aufgaben gehöre. Er vertraue darauf, dass sich keiner der Parlamentarier bei einer subjektiv als Straftat zu wertenden Handlung erwischen lasse, damit der Prozess einer öffentlichen Aufarbeitung nicht den parteiinternen Gesprächen über vergangene oder nicht in die Öffentlichkeit gelangte…“

„… wolle die CDU vor den Ermittlungen gegen Mitglieder des Deutschen Bundestages immer auch die moralische Dimension eines mutmaßlichen Fehlverhaltens in die Gesamtbewertung einfließen lassen. Habe ein Parlamentarier etwa so gehandelt, wie aller Wahrscheinlichkeit nach auch viele andere unbescholtene Bürger es getan hätten, so müsse man einem Volksvertreter wohl zugestehen, dass er ein wenngleich strafrechtlich belangbares, so doch im Geiste des deutschen Volkes ausgeführtes…“

„… Kritik von anderen Parteien als alberne Wichtigtuerei zurückweise. Dobrindt könne sich nicht daran erinnern, dass jemand so bescheuert gewesen sei, Mitgliedern der SED-Nachfolgepartei Bestechungsgelder zu bezahlen, um aus der BRD für immer ein bananenfreies Land zu machen. Da die Linke sich in Ermangelung echter Menschen von zwei Frauen in den stalinistischen Untergang führen ließen, werde er auf ihr Urteil keinen…“

„… lehne es die Union ab, Parlamentarier vor jeder einzelnen Aktion um Unterrichtung zu bitten oder von ihnen selbst unterrichtet zu werden. Es sei in den Fällen, wo sich Mitglieder des Deutschen Bundestages durch unachtsames Verhalten den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ausgesetzt sähen, mit einer Unterrichtungspflicht seitens…“

„… insbesondere die Bemerkung, sie hätte ‚wegen ihres Fettarschs Anspruch auf einen Behindertenausweis‘ als Beleidigung ansehe. Dobrindt habe dies vor etwa dreihundert Zeugen geäußert. Die CSU-Landesgruppe wolle vor einer juristischen Klärung festhalten, dass unabhängig von der Wortwahl immer noch das Recht auf freie Rede auch im Sinne der Wähler seiner eigenen…“

„… vor der Annahme eines Geldkoffers zwei ganze Flaschen eines branntweinhaltigen Getränks verzehrt habe. Der baden-württembergische Abgeordnete müsse zum Tatzeitpunkt nicht mehr zurechnungsfähig gewesen sein, weshalb nur noch eine Einstufung als Rauschtat ihm…“

„… es zahlreiche Bundesbürger gebe, die mit der politischen Einstellung der Linkspartei nichts anfangen könnten und dies täglich an Stammtischen und in privater Runde äußern würden. Die Fraktion könne nicht nachvollziehen, dass einem bekannten CSU-Politiker verboten sein solle, was so oder ähnlich von den hart arbeitenden Menschen draußen im Land tagtäglich tausendfach und oft…“

„… es bei minderschweren Fällen auch zu einer parteiinternen Aufarbeitung kommen könne, was den Vorteil habe, dass sich die Verwaltung des Deutschen Bundestages nicht eigens mit Akten aus polizeilichen und staatsanwaltlichen…“

„… zwei Zeugen übereinstimmend berichtet hätten, dass der Abgeordnete aus dem Ortenaukreis vollkommen nüchtern gewesen sei. Das Büro des Parlamentariers habe bestätigt, dass er das im Geständnis erwähnte Getränk letztmalig im Jahr 2017 zu sich genommen habe, was aber nicht heiße, dass er sich nicht in einem Zustand des…“

„… zu einer engeren Zusammenarbeit mit den Ermittlungsbehörden bereit sei. Brinkhaus wolle dies auf ein gesundes Rechtsempfinden der Bürger begründen und damit den Generalverdacht beenden, die Mitglieder des Deutschen Bundestages seien nur interessiert an ihren…“

„… nicht automatisch bedeute, dass mit den parteiinternen Ermittlungen nach erdrückender Beweislast alle anderen Möglichkeiten einer juristischen Verfolgung ausgeschlossen würden. Die Unionsfraktion halte es aber abgesehen von Kapitaldelikten für sehr justizfreundlich, wenn die vorherigen Sanktionen wie Parteiausschluss oder Niederlegung eines Mandats sich strafmildernd auf die gerichtliche…“

„… der gebürtig aus Kappelrodeck stammende Unionsabgeordnete die angegebene Menge von etwa anderthalb Litern Weizenkorn verteilt auf die Jahre von 1988 bis 2017 getrunken habe. Dessen ungeachtet müsse man ihm aber zubilligen, dass der lang anhaltende Alkoholkonsum ihn bei der Annahme des Schweigegeldes erheblich beeinflusst habe, so dass von einer Schuldunfähigkeit mit an Sicherheit grenzender…“

„… nach einem rechtlich nicht bindenden Verhaltenskodex nicht verurteilt werden könne. Dobrindt werde daher jede Kritik an seiner Person fortan mit strafrechtlichen…“

„… dass die parteiinternen Sanktionen erst dann ausgesprochen werden sollten, wenn die Aufhebung der politischen Immunität gefordert werde. Im Gegenzug wolle Brinkhaus eine Einstellung der strafrechtlichen Ermittlungen erwirken, um eine doppelte und damit in höchstem Maße unmoralische Bestrafung von Politikern, die nur ihrem Gewissen und den jeweiligen…“





Gernulf Olzheimer kommentiert (DLV): Der Sparwahn

12 03 2021
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Irgendwann tief in der Nacht, die guten Tropfen waren längst getrunken, das billige Zeug war weg, und im Keller lagen noch ein paar Flaschen vom allerletzten Fusel, da hatten die Knalltüten nur noch weißes Rauschen in der Birne und fällten Beschluss auf Beschluss, um das ganze Land in eine einzige Tonne kloppen zu können. Alle hackten sich die Hände ab, damit keiner mehr etwas Sinnvolles tun würde. Ein paar von ihnen liefen auf die Autobahn, um sofort und endgültig Miete und Nebenkosten zu sparen. Und einige erfanden im Glanze jodelnder Synapsen das Instrument, das die ganze Nation auf Dauer in der Umlaufbahn des Sozialentzugs halten sollte: wirre Wahnideen des Alles-soll-so-bleiben-wie-es-immer-schon-nie-war, zusammengeballt in der idiotesken Vision eines Sparzwangs, der als Schuldenbremse in die Verfassung kleckert. Damit wir auch morgen noch kraftvoll verhungern.

Man stelle sich einmal vor, eine komplett neue Technologie sei gerade erfunden worden, mit der man Energie so gut wie verlustfrei quer durch das ganze Land, ach was: über alle Grenzen hinweg von einem Ende des Kontinents zum anderen bringen könnte. Menschen stöpseln einen Stecker in die Wand der Behausung, und wie durch Zauberei würde es Licht in jeder beliebigen Butze. Mehr noch, hier und da wüchsen Fabriken aus der Erde, die Maschinen bauen, Brot backen, natürlich auch Waffen zusammenschwiemeln würden, weil der böse Feind ja mittelfristig zurück in die Zeit vor dem Ausbruch des Wohlstandes gebombt werden muss (oder wir verkaufen sie halt irgendwelchen Diktatoren, die ihr eigenes Volk abschlachten), und die Regierung würde trotzdem sagen: wir machen da nicht mit, Infrastruktur kostet nur Geld. Ob man sich auch als Art bewusst entschließen kann, die Evolution anderen zu überlassen, weil dann nicht alles so bliebe, wie es halt sei, das ist noch nicht erforscht. Man kann sich aber die eigenen Hände abhacken, das hält zwar die Evolution auch nicht auf, man fällt ihr aber nicht mehr lange zur Last.

Die unter Volkswirtschaftlern fetischistisch verehrte schwäbische Hausfrau wäre das Ende aller Banken, die tatenlos zusehen müssten, wie zehn Generationen hintereinander Geld in die Matratze stopfen, das irgendwann fürs Häuschen im Grünen reicht, falls die Inflation davon etwas übriggelassen haben sollte. Kein Handwerksmeister würde einen Kredit aufnehmen, um ein Eigenheim finanzieren zu können – wovon auch, wenn auch keiner mehr seines renovieren würde. Was für ein Humbug.

Denn Staatsschulden sind Guthaben der Bürger; indem der Staat Verbindlichkeiten aufbaut, verteilt er deren Gegenwert pro Kopf auf die Konten seiner fiskalischen Subjekte. Nicht einmal das Vererben an Kindeskinder taugt zum Schreckbild, denn mit den Schulden vermacht die Nation auch sämtliche Guthaben, wie ein halb fertiges Haus, in dem ja die Hälfte des Darlehens steckt. Der solide Deutsche aber leiht sich kein Geld, er wartet weiter auf den Lottogewinn, die Ölquelle im Keller, die Sterntaler oder den reichen Onkel aus Amerika, der gar nicht gewusst hat, dass man durch Investitionen quasi automatisch in der Schuldenfalle landet. Hätte er bloß mal Kopfrechnen gelernt.

Und anders als Wirtschaft und Privathaushalte obliegt dem Gemeinwesen eine Aufgabe, für die er schließlich konstruiert, finanziert und ausgehalten wird: die Daseinsvorsorge, die den Staat als das auszeichnet, was er über Zeiten hinweg zu sein hat unter besonderer Berücksichtigung aller möglichen Risiken für seine Bürger. Würde es ein Jahr nicht mehr brennen, keine Kommune schaffte ihre Feuerwehr ab. Heutzutage aber optimiert sich die öffentliche Versorgung tot, indem sie ein Dutzend Wehren zusammenlegt, die schon wenige Stunden nach Ausbruch der Flammen vorbeischaut, um die rauchenden Trümmer zu begutachten – es entlastet die Kassen, der Steuerzahler rückt ein bisschen näher an die Schwarze Null, und weil es sich so dufte anfühlt, wird der komplette Laden alsbald privatisiert. Der Landstrich kokelt gemütlich vor sich hin, die Dividenden der Aktionäre sind mehr als reichlich, und wenn trotzdem die Kosten durch die Decke ballern, greift man doch wieder dem Volk in die Tasche.

Die schwäbische Hausfrau, argumentiert der Politiker, würde nie Töpfe und Pfannen kaufen, es sei denn im Sonderangebot, und auch da nur, wo sie genug Geld auf der hohen Kante hat. Der Staat aber konsumiert nicht, er betreibt Werterhaltung, indem er marode Brücken instandsetzt, Schulen wieder betretbar macht oder für Straßen sorgt, die nicht das Auto zum Zubehör seiner Stoßdämpfer degradieren. Die schwäbische Hausfrau würde ja auch nicht die Heizung bis zum Anschlag aufdrehen, weil keins der Fenster mehr schlösse. Damit finanziert sie also das Eigenheim des Glasers, wie man das in einem Wirtschaftskreislauf wenig überraschend findet. Falls sie nicht lieber erfriert, damit die Banken nicht so alleine sind beim Verrecken. Und das alles soll funktionieren in einem System, das unendliches Wachstum voraussetzt, damit seine theoretischen Grundlagen stimmen. Aber in der Psychiatrie sitzen auch schon Leute für weitaus weniger.





Korruptionsobergrenze

11 03 2021

„… Konsequenzen aus den Korruptionsfällen der letzten Wochen ziehen müsse. Die Union werde dies noch rechtzeitig vor den nächsten Wahlen, bei denen sie eine negative Wirkung auf das…“

„… habe Fraktionschef Brinkhaus von einem klaren Verhaltenskodex gesprochen, den sich die Abgeordneten des Deutschen Bundestages unter Umständen schon in der nächsten Legislatur als…“

„… wolle die Unionsfraktion zunächst einmal Aufklärung betreiben, bevor sie rechtliche Schritte gegen einzelne Mitglieder einleite. Dies sei aber stets von einer Selbstanzeige abhängig, da man die betrügerische Bereicherung an Steuermitteln für weniger ehrenrührig halte als einen…“

„… Zuverdienste zunächst intern bekannt zu machen, um die seit Adenauer gepflegte Liste der besten Nebenverdiener fortschreiben zu können. Wer sich dieser Tradition verschließe, könne von der CDU abgemahnt und zu einer Strafzahlung in Höhe des Nebenverdienstes verurteilt werden, der dazu allerdings auch erst freiwillig an die…“

„… nur für aktive Beratungs-, Vermittler- und Rechtshilfetätigkeiten anfalle. Vor allem junge Abgeordnete, die nur am Aufbau von Kontakten in die Wirtschaft interessiert seien, müssten als noch strafunmündig aus den entsprechenden…“

„… zunächst für einfache Parlamentsmitglieder gelte. Brinkhaus habe keine rechtliche Möglichkeit, die Gewissensentscheidungen von Mitgliedern der Bundesregierung juristisch eindeutig zu…“

„… nie Mitglied der CDU gewesen sei, außerdem habe er seine Unterschrift nur als Vater geleistet. Laschet verweise außerdem darauf, dass nur Bundestagsabgeordnete, die einer Straftat überführt worden seien, seine persönliche…“

„… wolle Brinkhaus die Kanzlerin auch über ihre Regierungszeit hinaus dafür gewinnen, den Mitgliedern im Falle eines Gesetzesverstoßes ihr vollstes Vertrauen auszusprechen, damit diese von Presse und Öffentlichkeit gleich darauf als…“

„… zur Vereinfachung der Verfahren eine Korruptionsobergrenze einführen wolle, um die Arbeit des Deutschen Bundestages nicht unnötig zu erschweren. Werde dieses Limit nicht erreicht, so könne die Unionsfraktion als Ausgleich eine 20-prozentige Steigerung der…“

„… die an amoralischer Widerlichkeit nicht zu übertreffenden Schamlosigkeiten der vergangenen Tage betreffe, mit denen sich die Union in der politischen Geschichte als das Zentrum der gierigen Vaterlandsverräter gezeigt habe. Da Amthor seine Schummeleien schon vor längerer Zeit in den…“

„… einen 9.999-Euro-Schein einführen wolle, der als Zahlungsmittel für besonders beauftragte Personen zugelassen werde. Spahn werde sich um die Zulassung des…“

„… kenne Laschet offenbar Abgeordnete, die an Deals um Masken und Labormaterialien beteiligt gewesen seien. Er wolle diese jedoch nicht nur aus familiären Gründen oder wegen moralischer…“

„… dürfe die Öffentlichkeit nicht mit einem Generalverdacht auf die Entwicklungen der letzten Wochen reagieren, wie es zum Beispiel viel angebrachter bei Linksextremisten oder ALG-II-Empfängern sowie den…“

„… auch die Namen der Spender kenne, die im Fall von geschäftlicher Bevorzugung an die CDU gespendet hätten. Als zukünftiger Kanzler könne er diese Firmen nicht nennen und habe sein Ehrenwort gegeben, sie auch vor einem parlamentarischen Untersuchungssausschuss nicht durch…“

„… lege Brinkhaus großen Wert darauf, dass es sich auch bei drei Dutzend zu erwartenden Fällen in den kommenden Tagen immer um Einzelfälle, in der CDU sogar um bedauerliche…“

„… sei auch die Task Force mit Spahn und Scheuer nicht imstande, normale Verhandlungen mit Wirtschaftsunternehmen zu führen, da sie bisher ausschließlich Angebote einzelner Firmen aus einer Liste, die von der CDU und ihren…“

„… neue Korruptionsfälle grundsätzlich per Fax an die Bundestagsverwaltung melden müsse. So wolle die Union durch eine Entzerrung die…“

„… wehre sich Laschet, bereits vor der Wahl zum Bundeskanzler eine eigene Finanzaffäre in der Union verursacht zu haben. Er sei seiner Zeit eben weit voraus und habe dies bereits erledigt, um sich als Regierungschef mit anderen und wichtigeren…“

„… habe Lindner die schnelle Einführung eines Transparenzregisters gefordert, in dem verzeichnet sei, welche Wirtschaftsunternehmen nur von CDU und CSU und welche auch für Geschäfte mit den anderen Parteien im Bundestag eine…“

„… werde es Geschäfte mit persönlichen Provisionen für Beratungs- und Vermittlungsdienste in der CDU künftig nur noch geben, wenn diese bei der Partei zuvor angemeldet und genehmigt worden seien. Laschet werde dies seinerseits für eine kleine Provision, die er durch den Vorsitzenden, den Kanzler, die CDU Nordrhein-Westfalen sowie…“

„… der Beschluss der Unionsfraktion für vorab zu klärende Sanktionen, die einen Verbleib in Amt und Mandat sowie in der Partei ausschließlich für CDU und CSU gelten dürfe. Es sei in dieser stark angespannten Lage erforderlich, dass man andere Parteien nach moralflexiblen Ansichten beurteilen könne, um die Bundestagswahl nicht durch die…“





Wertschöpfung

9 03 2021

„… nicht im Namen der Gläubigen und nicht im Namen der Kirche spreche. Die Deutsche Bischofkonferenz habe angekündigt, der Union auch auf gerichtlichem Wege die Verwendung des Begriffs christlich sowie dem C als Abkürzung oder ähnlichen…“

„… habe Altmaier darauf verwiesen, dass die Union den Erzbistümern oft erhebliche Summen gezahlt hätten, die nie versteuert worden seien. Die Undankbarkeit der Kirche sei moralisch besonders verwerflich, da man die Verfehlungen einzelner Priester, über die die Partei zahlreiche Dossiers angelegt habe, nie in öffentliche…“

„… mit einem Kirchenvolksbegehren reagiert habe. Kritiker seien zwar überzeugt, dass die römisch-katholische Kirche lediglich von ihren eigenen inneren Auseinandersetzungen ablenken wolle, müssten aber zugeben, dass kurzfristig die Austrittswelle zu Ende…“

„… werte Söder die Angriffe nicht als auf die Christsozialen gemünzt, die schon in ihrem Namen einen eindeutigen Bezug zur Religion trügen. Der bayerische Ministerpräsident werde durch eine schnellstmögliche Durchsetzung des Kruzifix-Erlasses im Freistaat seine positive Grundhaltung gegenüber dem…“

„… würden etwa 99% der Befragten (97% der Unionswähler) die CDU nicht mit dem Christentum in Verbindung bringen. Andererseits habe die Erhebung auch ergeben, dass 95% der Stichprobe keinen der sogenannten christlichen Werte habe benennen können, die sich im Programm der…“

„… sehe Laschet eine weiterhin bestehende christliche Werteordnung in der Partei. Die Würde des Deutschen als unantastbares Rechtsgut sei nicht nur Küchenbauern und Autohändlern, sondern auch Ministerpräsidenten und Virologen als…“

„… die Exkommunikation als Tatstrafe für eine offenbare Häresie sämtliche Parteimitglieder träfe, die nicht durch sofortigen Austritt wieder in die Kirche zurückkehren würden. Ferner habe die Deutsche Bischofskonferenz das im päpstlichen Sendschreiben genannte Verbot gewerbsmäßiger Durchführung von Todsünden als unerlässliche…“

„… eine Los-von-Rom-Bewegung für die katholische Kirche in Bayern angeregt habe. Die CSU werde sich durch eine konservativ-orthodoxe Glaubensgemeinschaft, die sich auch im übrigen Bundesgebiet ausbreiten werde, von den gottlosen Preußen und ihren…“

„… werde von der Evangelischen Kirche in Deutschland mitgetragen. Christliche Werte und christliches Gedankengut seien in der Politik der Union in einem Maße veruntreut worden, dass auch die Lutheraner eine Unvereinbarkeit mit ihrem…“

„… biete der Heimatminister seinen Rücktritt an, wenn er dafür als spirituelles Oberhaupt der Zeugen Seehofers die Leitung über die Partei und ihre…“

„… für die deutschen Ostgebiete keine Rolle spiele. Die Ministerpräsidenten der neuen Bundesländer sähen ohnehin keine christlich- konfessionelle Verankerung der Wähler und würden eine Umbenennung schon vor der Wahl als eine…“

„… habe keinen Markenrechtsschutz für den einzelnen Buchstaben geltend machen können. Die Bundestagsfraktion sei allerdings skeptisch, dass eine offizielle Herleitung des Parteinamens durch den Slogan ‚C wie Clankriminalität‘ ein schlechtes Licht auf die Wirtschaftskompetenz ihrer…“

„… sich schon Jesus für die Überwindung der Juden zugunsten einer kapitalistisch verwertbaren Christenrasse eingesetzt habe. Die Werte-Union sehe sich in einer langen religiösen Tradition, in der der Glaube an eine…“

„… nach Ansicht der EKD Demokratie und Minderheitenschutz sowie Gleichheit und negative Religionsfreiheit zu den verfassungsrechtlich garantierten Grundrechten zählen würden. Diese seien allerdings erstens keine Werte und zweitens historisch gegen den Widerstand der kirchlich geprägten Obrigkeit erstritten worden, so dass von einem christlichen Menschenbild keine…“

„… müsse in einem Rechtsstaat der Markt die Verfügbarkeit der Werte regeln. Auch wenn es ausreichend Rechte für Deutsche gebe, müsse man die christlichen Werte für Nichtdeutsche, die aus nichtchristlichen Kulturen stammen würden, durch natürliche Ressourcenverknappung nur gezielt und zum Nutzen der christlichen Mehrheitsbevölkerung verteilen. Seehofer habe gar nichts gegen eine…“

„… sei es ein christliches Kernanliegen der CDU, die Schöpfung zu bewahren. Merz sehe vor allem die Wertschöpfung als wichtige…“

„… bedeute ein aufgeklärtes Christentum mehr Eigenverantwortung und die Ablehnung eines an Werten nicht mehr orientierten Staates. Die FDP könne sich unter einem konservativen Kanzler eine sehr gute Realisierung dieser alten religiösen…“

„… kritisiere Laschet die einseitig ausgerichtete Ablehnung der Kirche gegenüber der Klima- und Umweltpolitik der Union. Ein seit Jahrhunderten mit ideologischen Scheuklappen operierendes Globalunternehmen ignoriere vollkommen, dass auch die Braunkohle vom lieben Gott geschaffen worden sei, während Wind ein von Sozialisten aus Luft hergestelltes Instrument zur Manipulation der Energiekonzerne und finanzmarktpolitischer…“

„… der Klage stattgegeben habe. Es ist damit der bisher als Demokratische Union bekannten Nachfolgeorganisation auf Grund erwiesener Mängel bis auf Weiteres nicht mehr gestattet, das D in ihrem…“





Organversagen

8 03 2021

„Wer genau bestellt die Dinger jetzt eigentlich?“ „Welche Dinger?“ „Ist doch egal.“ „Wer die bestellt?“ „Nee, welche Dinger jetzt gemeint sind.“ „Leute, hier muss es mal ein bisschen strukturiert zugehen – jeder sollte doch wissen, wofür er nicht zuständig ist.“ „Sorry, ist unsere erste Pandemie.“

„Bin ich denn dann jetzt für die Impfdosen oder für Schnelltests zuständig?“ „Was haben Sie denn bisher gemacht?“ „Nichts.“ „Schon klar, aber in welcher Abteilung?“ „Keine Ahnung, deshalb frage ich ja.“ „Waren Sie im Verkehrsministerium?“ „Ich muss mal auf meinem Türschild nachgucken.“ „Die Ministerien haben sich aber jetzt geändert.“ „Ab wann?“ „In vier Wochen.“ „Also ist das bisher noch gültig?“ „Erst dann, wenn die Task Force mit der Einschätzung fertig ist.“ „Was schätzen die denn ein?“ „Ob die schnelle Eingreiftruppe eventuell zu spät kommt.“ „Nein, ob die überhaupt da ist.“ „Wo ist?“ „Das müssen Sie die schnelle Eingreiftruppe fragen.“ „Ich verstehe jetzt gar nichts mehr.“ „Deshalb haben wir ja die Task Force.“ „Ach so.“

„Warum müssen wir das denn alles machen?“ „Keine Ahnung, vielleicht, weil wir der Staat sind?“ „Das klingt schon mal logisch.“ „Andererseits wäre das privat viel preiswerter.“ „Für den Staat?“ „Für die Wirtschaft natürlich.“ „Solange es nicht unnötig preiswert wird für den Bürger, geht’s ja eigentlich.“ „Das verhindert schon die Task Force.“ „Ich dachte, die müssen erst warten?“ „Wahrscheinlich warten die, bis das Geld weg ist.“ „Oder die Tests gar nicht mehr gebraucht werden.“ „Das wäre natürlich echt eine Menge Geld.“ „Für die Impfung.“ „Eher für die Rentenkasse.“ „Ach so.“ „Soll ich mich darum kümmern?“ „Haben Sie Ahnung davon?“ „Nicht so wirklich.“ „Dann machen Sie mal.“ „Sie können ja fragen, wenn Sie etwas nicht verstehen.“ „Was denn zum Beispiel?“ „Woher soll ich das denn wissen?“

„Haben wir einen Finanzplan?“ „Leute, das muss doch jede Abteilung selber wissen!“ „Also eher nicht.“ „Wir haben einen, aber es ist zu teuer.“ „Das heißt, wir machen es trotzdem?“ „Bisher war das immer so.“ „Aber jetzt müsste man das Geld ja direkt an den Bürger zahlen.“ „Man könnte das der Wirtschaft…“ „Gut, die Friseure haben ja schon ein bisschen was gekriegt.“ „Das ist aber doch nicht die Wirtschaft?“ „Egal, das ziehen wir ab.“ „Wovon?“ „Was wir für die Tests ausgeben.“ „Ich dachte, die müssen wir erst besorgen?“ „Bezahlen wir diesmal erst hinterher?“ „Das sehen wir ja dann.“ „Gut, ich weiß aber nicht, wen ich fragen soll.“ „Was denn?“ „Keine Ahnung, deshalb frage ich ja.“

„Haben wir das eigentlich bei der Bankenkrise damals auch so gemacht?“ „Nee, da ging es ja um etwas.“ „Stimmt auch wieder.“ „Können wir das jetzt nicht einfach wieder so machen?“ „Und was schwebt Ihnen da vor?“ „Jeder sagt, wie viel Geld er will.“ „Und dann kriegt er das einfach so?“ „Manchmal auch mehr.“ „Und das funktioniert?“ „Nee, aber wir könnten das ja wieder so machen.“ „Das kennen die Leute.“ „Das ist allerdings ein Argument.“ „Gut, das lasse ich gelten.“

„Und wer macht jetzt diese Strategie?“ „Welche Strategie nun schon wieder?“ „Meinen Sie den Plan oder das Konzept?“ „Da hatten wir auf jeden Fall noch eine Blaupause, ich weiß aber nicht mehr, wofür die genau war.“ „Wir können ja erst mal die nehmen.“ „Das war irgendwas mit Fußball.“ „Das können wir!“ „Die letzte WM war nicht so der Hit.“ „Dann eben die, die wir hier in Deutschland…“ „Das war das mit der Bestechung?“ „Ich sage doch, das können wir.“ „Dann lassen Sie uns doch die Planung für die Tests gleich mit der Beschaffung zusammenlegen, das ergibt Synergieeffekte!“ „Was hat das jetzt damit zu tun?“ „Sagt man das nicht?“ „Das kostet ja Arbeitsplätze.“ „Sagt man das nicht auch?“ „Meine Güte, jetzt mal ein bisschen flott!“ „Nicht so schnell, wir müssen die Kompetenzen erst noch klären.“ „Genau, in Deutschland muss das Regierungsversagen ordentlich organisiert werden.“ „Dafür regiert momentan das Organversagen.“

„Und wenn wir jetzt auch am Wochenende und nachts impfen würden?“ „Nachts wäre ja okay, aber am Wochenende?“ „Was das kostet!“ „Die anderen machen das doch auch.“ „Welche anderen?“ „Ich habe gelesen, die Leute gehen jetzt sogar rund um die Uhr zum Friseur.“ „Dann denken Sie doch mal nach: wenn die Leute rund um die Uhr zum Friseur gehen, wann sollen sie sich denn dann noch impfen lassen?“ „Wie gesagt, am Wochenende.“ „Das gibt unschöne Bilder, wenn die ganzen Demonstranten demonstrieren, weil man ihnen das Wochenende nimmt.“ „Wann sollen die denn demonstrieren?“ „Keine Ahnung, am Wochenende?“ „Planen Sie da mal was.“ „Dass die Impfungen…“ „Für die Demos am Wochenende, wir müssen das irgendwie aus dem Fernsehen rauskriegen.“ „Bis Ende März ist uns da sicher irgendwas eingefallen.“ „Machen Sie das selbst, oder fragen Sie jemanden, der sich damit auskennt.“ „Wen denn?“ „Weiß ich auch nicht.“

„Koordiniert das denn einer?“ „Wer denn?“ „Und was?“ „Das war jetzt eine rhetorische Frage, richtig?“ „Das hatte ich nicht mitgekriegt.“ „Kein Problem, keiner weiß hier, worum es geht.“ „Dann ist ja gut.“ „Ich muss aber noch mal nachfragen: das hier ist eine Absichtserklärung.“ „Haben Sie etwa ein Problem damit?“ „Als Politik müssen wir wissen, was am Ende herauskommen soll.“ „Im besten Fall natürlich.“ „Das heißt, wir machen das hier alles mit Absicht!?“ „Jetzt regen Sie sich mal nicht so auf, das hat sich bestens bewährt.“ „Wie das denn?“ „So kann uns wenigstens niemand Fahrlässigkeit vorwerfen.“