Rückbildungskurs

16 09 2020

„Oder wir machen ihn zum Außenminister.“ „Weil er da keinen Schaden anrichten kann?“ „Dann schon lieber statt Klöcker im Ministerium für Land-und Lobbywirtschaft.“ „Und sie wird dann ins Innenministerium versetzt?“ „Sollte da nicht Müller das letzte Jahr verbringen?“

„Im Prinzip kann ja Scholz alles.“ „Dann wäre er als Nachfolger von Altmaier…“ „Naja, im Prinzip schon alles, aber im Sinne von ‚recht viel, und ein paar Dinge sogar durchschnittlich gut‘.“ „Deshalb wird Scholz ja auch Kanzler und nicht Altmaier.“ „Falls Spahn es nicht wird.“ „Kollegen, wir bleiben jetzt erst mal im Bundeskabinett.“ „Dann müsste Scholz doch auch Umwelt können.“ „Oder Inneres.“ „Da hat er ja schon einschlägige Erfahrung gesammelt.“ „Was genau meinen Sie mit ‚einschlägig‘?“ „Ich wäre ja eher für Justiz.“ „Das macht doch schon Schulze?“ „Wüsste ich jetzt nicht.“ „Die wechselt doch in die Landwirtschaft.“ „Gut, das liegt ja auch nahe.“ „Deshalb wäre ich bei ihr auch eher für den Bereich Arbeit und Soziales.“ „Weil Heil dann Familienminister wird?“ „Nee, Soziales.“ „Ist er doch schon.“ „Davon hat man bisher nicht viel mitgekriegt.“

„Und Karliczek im Justizressort?“ „Da wäre sie endlich mal nicht überqualifiziert.“ „Haben wird denn sonst kein Ministerium, das nicht unbedingt vom Föderalismus gleich ausgebremst wird?“ „Das Verteidigungsministerium.“ „Gut, ich präzisiere die Frage: haben wird kein Ministerium, in dem man Parteikarrieren ausklingen lassen kann, das nicht vom Föderalismus ausgebremst wird?“ „Man kann das Bundesverteidigungsministerium nur als sehr gutes Sprungbrett für bessere Aufgaben nutzen.“ „Soso.“ „Dann wäre AKK als Außenministerin so gut wie gesetzt.“ „Wenn man Scholz als Nachfolger nähme.“ „Das würde den Bundeswehreinsatz im Innern erheblich beschleunigen.“ „Sehr gut.“ „Dann müssten wir nur eine neue Aufgabe für Schäuble finden.“ „Der ist doch gar nicht mehr Minister.“ „Seit wann denn das nicht mehr?“ „War mir gar nicht aufgefallen.“ „Jedenfalls hätten wir dann keine Finanzierungsprobleme mehr in der Armee.“ „Bei Schäuble?“

„Spahn würde sich auch gut im Kanzleramt machen.“ „Das ist die einzige Chance für ihn, den Laden mal von innen zu sehen.“ „Was hatte der noch mal gelernt?“ „Wenig.“ „Dann ist er da genau richtig.“ „Besser als im Außenministerium.“ „Weil die denken, dass Westerwelle zurückkommt?“ „Das wäre nicht ganz so schlimm.“ „Und Maas?“ „Also als Kanzleramtsminister ist das normalerweise der Durchlauferhitzer für Bellevue.“ „Schon wieder ein SPD-Präsident?“ „Er kann ja zwischendurch noch eine Legislaturperiode Gedöns machen.“ „Oder wieder Justiz.“ „Nee, der ist überqualifiziert.“ „Und deshalb muss er gerade als Außenminister einen Rückbildungskurs machen?“ „Fortbildung machen Sie in diesem Staat jedenfalls so schnell keine.“

„Die wirtschaftliche Zusammenarbeit ist auch immer noch frei.“ „Weil Scholz das nicht so gerne macht?“ „Der streitet sich dann immer, ob Klöckner die besseren Insiderinformationen hat.“ „Es geht da eher um Entwicklungshilfe.“ „Die kann sie sehr gut vertragen.“ „Bleiben Sie mal ernst, das wäre doch eher etwas für Giffey.“ „Die dann von Lambrecht abgelöst wird.“ „Falls Spahn sich nicht spontan anders entscheidet.“ „Und dann grätscht Seehofer nach.“ „Wieso Seehofer?“ „Weil er immer das macht, was nicht in seinen Aufgabenbereich fällt.“ „Soso.“ „Dann könnte er sein christliches Profil ja mal bei der Entwicklungshilfe schärfen.“ „Hat er einen Ruf zu verlieren?“ „Deutschland schon.“

„Wer ist eigentlich auf diese bescheuerte Idee gekommen?“ „Sie haben das Büro von der von der Leyen aufgeräumt…“ „Jetzt schon?“ „… und dabei einen Karton mit zehn Millionen Euro gefunden.“ „Für Koks reicht das nicht.“ „Jedenfalls nicht bis zur Wahl.“ „Soso.“ „Das würde auch nicht gehen, weil das gemäß Haushalt nur für Beraterhonorare ausgegeben werden darf.“ „Und für welches Ministerium?“ „Das stand da nicht, also haben sie die nächstbesten Berater angerufen und gesagt, sie sollen einfach irgendwas machen, bis das Geld alle ist.“ „Das kann ich einfach nicht glauben!“ „Haben Sie in den letzten zwanzig Jahren mal zugeschaut, wie Gesetze zustande kommen?“

„Trotzdem, wir müssen mal zu einer Lösung kommen.“ „Wirtschaft und Finanzen wieder zusammenlegen und dann Scholz als…“ „Lieber Seehofer.“ „Das macht der nicht.“ „Der tut doch eh nie was.“ „Also will der nur spielen?“ „Irgendwas muss doch Heil machen.“ „Ich wäre froh, wenn der irgendwas machen würde.“ „Ich wäre schon froh, wenn der irgendwas nicht machen würde.“ „Und dann Altmaier als Ernährungsminister.“ „Oder in die Bildung.“ „Dann müsste Schulze noch Justiz oder Gesundheit mitmachen, weil ja Spahn in der Justiz…“ „Das wäre zweimal Justiz, da müssen wir einmal Justiz abziehen.“ „… oder in den Finanzen, dann kann er auch Landwirtschaft.“ „Und AKK macht Kanzleramt?“ „Und Heimat.“ „Könnte man das Heimatministerium nicht gleichzeitig mit der Justiz ins Familienministerium überführen und dann Scholz endgültig ruhigstellen?“ „Oder mit Verteidigung und Arbeit für Klöckner.“ „Da kommt aber viel raus.“ „Wäre keine Verschlechterung.“ „Oder das Sozialministerium direkt in die Finanzen integrieren.“ „Warum nicht umgekehrt?“ „Guter Plan!“ „So?“ „Moment, wir haben noch einen ganz vergessen.“ „Ach ja, Scheuer.“ „Machen Sie sich mal keine Sorgen, den kriegen wir unter. Der ist derart vielseitig, der versagt in jedem Ministerium.“





Finanzspritzen

8 09 2020

„… einen Untersuchungssausschuss vor der Hamburger Bürgerschaft einsetzen wolle. Bisher habe Scholz zu den Cum-Ex-Geschäften zwar alle Vorwürfe zurückgewiesen, auf der anderen Seite jedoch alles eingeräumt, was sich nicht mehr in…“

„… es keine rechtsfreien Räume gebe. Vielmehr habe der Bundesfinanzminister selbst durch ein Gesetz dafür gesorgt, dass die illegal erstatteten Zahlungen nur rechtmäßig in der Hand von…“

„… sehe die Hamburger SPD-Fraktion den Ex-Bürgermeister als entlastet an. Weder könne man einen Zusammenhang mit der HSH Nordbank noch Verstrickungen mit den G20-Krawallen als…“

„… den Deutschen Bundestag nicht in seiner Funktion als Kanzlerkandidat der SPD belogen habe, sondern als ehemaliger Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg. Da Scholz nun aber dieses Amt gar nicht mehr innehabe, fühle er sich nicht mehr in der Verantwortung für den…“

„… nicht auszuschließen sei, dass Scholz die Rückzahlungen zur Vermeidung einer drohenden Bankenkrise gestoppt habe. Möglich sei aber auch, dass die Privatbank selbst ohne Wissen des SPD-Bürgermeisters Verbindungen zum Fiskus…“

„… würden sich auch die Sozialdemokraten in ihrer Wahl des Kanzlerkandidaten bestätigt sehen. Scholz beweise durch seine Vergangenheit, dass er ebenso wie Friedrich Merz eine große Nähe zur Wirtschaft sowie erhebliche Kompetenz in der…“

„… dass von Warburg ein Berater instruiert worden sei, eine stringente Argumentation für die Steuerbehörde zu entwerfen. Dass die SPD nur auf Anweisung der Bank gehandelt haben könnte, trage bereits zur Entlastung der…“

„… die Spende an die Hamburger SPD rein zufällig kurz nach einer Wirtschaftsprüfung erfolgt sei. Leider habe die Partei kein Konto bei Warburg gehabt, so dass die Zahlung nur über einen…“

„… würden Kanzler üblicherweise erst nach der Wahl den Bundestag trotz erwiesener Tatsachen belügen. Die Sozialdemokraten seien fest davon überzeugt, dass dies nur für Scholz spräche, als Regierungschef die…“

„… die Bankberater von Steuererhöhungen abgeraten hätten, da zahlreiche Leistungsträger dann keinen finanziellen Spielraum mehr besäßen und dies die Versuchung für weitere Cum-Ex-Geschäfte oder andere…“

„… auch Finanzspritzen für weitere Vorhaben sammeln würde. Es sei daher nicht auszuschließen, dass ein weiteres Kohlekraftwerk in…“

„… sichere die Kanzlerkandidatur von Scholz der Partei auch große Stimmanteile im gehobenen Mittelstand, der nun nicht mehr auf die CDU als…“

„… habe Scholz zwei der drei Treffen mit dem Co-Chef von Warburg vergessen, da er durch die Lektüre einer Biografie von Helmut Kohl einen oder mehrere Blackouts im…“

„… trage man als Regierender Bürgermeister große Verantwortung für die Wirtschaft, vor allem, wenn eine Bank schon durch Rückzahlung illegaler Gewinne in eine gefährliche Schieflage zu geraten drohe. Scholz’ Amtsnachfolger habe sich durch sein beherztes Eingreifen für eine politische Karriere in höchsten Ämtern qualifiziert und werde damit…“

„… endlich wieder einen Spitzenkandidaten habe, der sich frühzeitig mit Machtpolitik befasse und mit epochaler Fähigkeit zum Aussitzen eine große Chance besitze, eine geistig-moralische…“

„… Teil eines langfristigen Plans sei. Scholz bereite eine Senkung der Wirtschaftskriminalität in der Bundesrepublik vor, die durch eine innovative Gesetzgebung in der SPD-geführten Regierung auf den niedrigsten Stand seit…“

„… ob es sich um einen verfassungsrechtlich umstrittenen Eingriff in die Abgabenordnung handele. Scholz weise jedoch darauf hin, dass nur sehr wenige Bürger von dieser Rechtsunsicherheit betroffen seien, so dass für die breite Bevölkerung zu keiner Zeit eine Gefahr bestanden habe, zu hohe oder steuerrechtlich problematische…“

„… hätte eine Rückforderung falsche politische Signale ausgesendet. Die Sozialdemokraten hätten immer wieder mit dem Vorurteil zu kämpfen, das Kapital aus Deutschland zu vertreiben oder wenigstens den Kapitalisten ihre…“

„… sei es für Scholz aber noch zu früh, sein Ehrenwort zu geben. Allerdings bestehe auch kein Zweifel daran, wer die Spenden an die…“

„… es erhebliche Schwierigkeiten gebe. Viele der Cum-Ex-Beträge seien inzwischen ausgegeben worden und könnten daher nicht zurückgefordert werden, was insgesamt wieder zu einer ungerechten Behandlung der…“

„… rücke die SPD grundsätzlich nicht von ihrem Spitzenkandidaten ab. Solange mit Scheuer und Klöckner Mitglieder der Bundesregierung jeden Standard unterlaufen können, gebe es keinen Grund für Scholz, sich als…“

„… auf einen strikten Sparkurs einstimmen werde. Der Bundesminister der Finanzen sehe nicht nur durch die Folgen der Corona-Pandemie die Notwendigkeit, soziale Errungenschaften auf den Prüfstand zu stellen und gegebenenfalls mehr Eigenverantwortung von den Bürgern zu verlangen, da Deutschland durch sinkende Steuereinnahmen mehr Instrumente zur Planungssicherheit für die Banken und den Handel…“





Gernulf Olzheimer kommentiert (DXXX): Die konformistische Revolte

4 09 2020
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Üblicherweise erkennt man sie an nicht mehr akzeptablen Haartrachten, Kleidern außerhalb des gesellschaftlich tolerierbaren Geschmacks oder den falschen Drogen. Sie heben sich demonstrativ ab von dem, was sie Mainstream nennen und was innerhalb dieses Mainstream normal heißt. Ihr jugendliches Alter verleiht ihnen neben einer gewissen Rücksichtslosigkeit gegenüber den Alten, die ihnen diese ganze Scheiße eingebrockt haben, auch ein hoffnungsvolles Zeitfenster, um die ganze Scheiße zu beseitigen. Die Revolte widersetzt sich dem Zustand, je nach Standpunkt wird aus einem Aufwiegler im mählich schwindenden Licht der Geschichte ein Freiheitsheld, der als Anker im gesellschaftlich zementierten Zeitgeist für die Beharrung steht, gegen die spätere Generationen von Halbstarken trefflich randalieren können. Was aber, wenn die Krawalleros den Krieg für noch mehr Scheiße anzetteln?

Gegen jedes Problem, sei es wirtschaftlicher, politischer oder sozialer Natur, in letzter Zeit auch als geballte Konsequenz der spätkapitalistischen Zerstörung des planetaren Lebensraums, haben die Aluhütchenspieler am rechten Rand die Antwort parat: finde eine Minderheit, der man die Schuld in die Schuhe schieben kann, ignorier das Problem in allen seinen Voraussetzungen und Folgen, und wenn es damit komplett in die Grütze geht, dann kommt nach dem großen Knall und ein paar Toten mehr als geplant sicher wieder eine Jugend, die sich nicht mit dem Narzissmus der konformistischen Revolte zufrieden gibt. Vorerst aber jodeln die autoritär gepolten Schlümpfe nach der Regression, weil sie gegen ihr demoliertes Ego treten, um sich danach in der typischen Opferhaltung der infantilen Omnipotenz zu suhlen. Sie wollen Teil der Macht sein, am liebsten der Allmacht, noch lieber aber sich ihr bedingungslos unterwerfen. Wir überaus praktisch, dass die verklemmten Parallelexistenzen mit ihren blutiggebissenen Fingernägeln als feiges Streberpack noch gesellschaftlich integriert werden, da analfixierte Schwachmaten für den Mittelbau der Diktatur unersetzliches Schleimbeutelmaterial sind.

Regelmäßig fällt dieses Gebaren zurück auf geistige Gehhilfen wie nationale Identität und rassistische Feindbilder (ohne die populistisch-identitäre Politik niemals überlebensfähig wäre), damit sich die Waschlappenkaste Allmacht und Potenzgefühl zusammenfantasieren kann. Sie sind nicht handlungsfähig als Subjekte der sozialen Ordnung, als deren Opfer sie sich begreifen, da ihr gesellschaftlicher Platz nach eigener Einschätzung nur am Ende der Nahrungskette sein dürfte – wo sie sich in einer zunehmend komplexeren Welt nicht aus Gnade an der Autorität berauschen dürfen, die ihnen vollkommene Befehlsgewalt verleiht, erleben sie ihre narzisstische Kränkung täglich neu, indem sie andere als gleichgestellt erleben, als nicht mehr per se unterworfen und minderwertig, und flugs leiten sie daraus das Bestehen einer tiefen und bösen Ungerechtigkeit ab, die nur mit Hilfe von struktureller Gewalt und radikaler Vereinfachung beseitigt werden kann.

Damit der angeblich revolutionäre Impetus noch ein bisschen aus der Urne stauben kann, schwiemelt sich der ideologische Bodensatz aus den üblichen Versatzstücken traditionell bestehender Gruppen, Rassen oder Völker eine erneuernde Wirkung zusammen, großdeutsch oder panslawisch, bei mangelnder Impulskontrolle gerne auch christlich-abendländisch, damit keiner riecht, welch ein Aufstand der Gartenzwerge hier von Aposteln der Unterkomplexität verkündigt wird. Noch in der Verniedlichungsstufe einer geistig-moralischen Wende, mit der die Kamarilla um den oggersheimer Gesäßtaschenspieler die soziale Segregation, das Familienbild katholischer Klemmschwestervereine und die Tiefenzerstörung aller ethischen Wert der europäischen Aufklärung zum Staatsauftrag werden ließ, zeigte sich die manische Wut der Versager, dass sie das Rad der Geschichte nicht einfach anhalten, besser: demontieren können, damit keiner das Scheitern der Entsolidarisierung auch nur als unausweichlich bemerken würde.

Die Flachdachscheitelbübchen mit den scharfen Bügelfalten, die ihre ersten Masturbationsübungen unter einem Kanzlerstarschnitt absolviert haben, sind nie in Konflikt geraten mit den Herrschern, die sie doch am liebsten mit dem Schlagring vom Thron befördert hätten – sie haben abgewartet, sich in der Zwischenzeit radikalisiert und nie ihre Idole in Frage gestellt. Sie haben geschossen, aber nur nach unten, um ihre Reputation in der Bourgeoisie nicht durch Lackschäden zu gefährden. Ab und zu haben sie zugebissen, wenn eine der Mächtigen nicht mehr zu halten war; dann mussten sie zu den Siegern gehören, denn keiner mag die, die einen Gestrauchelten im Zweifel verteidigen. So sauber gewaschen und adrett frisiert dieser Aushub sich dem sogenannten Volk andienert, er will nicht als eine amorphe Masse, die ihn wählt, bis es nichts mehr zu wählen gibt. Sie wählen ihn und sie geben ihm die Macht, es zur Schlachtbank zu führen. Sie versprechen uns Scheiße, und keiner kann sagen, sie hätten ihr Versprechen je gebrochen.





Rote Null

18 08 2020

„… es einen Linksruck in der deutschen Politik geben müsse, um die sozialen und wirtschaftliche Folgen der vergangenen beiden Jahrzehnte wieder in den Griff zu bekommen. Scholz wolle bei den…“

„… diesmal aber wirklich gelingen könne. Zwar sei von den Sozialdemokraten noch nie eine Wahl in der Mitte gewonnen worden, die Partei werde diesmal aber ganz bestimmt die…“

„… durch Prestigeprojekte wie die europäische Finanztransaktionssteuer untermauern wolle, dass die SPD weder gegen die Investorenelite gerichtet sei noch vorhabe, den Sozialstaat auszuweiten. Die Linksorientierung könne vor diesem Hintergrund in einer deutlich abgemilderten Form im…“

„… mehrheitlich als konservative Stimme wahrgenommen worden sei, die jede Erneuerung innerhalb der Partei abgelehnt habe. Damit genieße Scholz intern einen sehr großen Rückhalt, da er für Kontinuität stehe und für eine sehr…“

„… könne sich die restliche SPD durchaus eine linksorientierte Politik vorstellen in einem System, in dem die Wirtschaft von der Bundesregierung per Impuls gesteuert werde und trotzdem für ihre eigenen Entscheidungen weiterhin verantwortlich bleibe. Da dies jedoch genau umgekehrt und…“

„… sich die Partei keinesfalls ins Tarifrecht einmischen werde, solange es Ausweichlösungen mit Schokolade und konsensorientierten…“

„… weder wisse, wofür er als Minister stehe, noch welche Linie seine Wirtschaftspolitik nach der Wahl verfolgen werde. Esken werte dies als typisch sozialdemokratische Programmatik, die sie nicht in der Person von Olaf Scholz, wohl aber in der Regierung eines…“

„… im Ausland bereits als stark linkslastiger, ja revolutionärer Aufbruch in eine neue europäische Ära der Sozialpolitik verstanden werde. Heil werte dies als Diffamierung, die durch die erfolgreiche Unterstützung der Bundesregierung bei Themen wie Klima- und Verkehrspolitik schon hinreichend widerlegt und daher als nicht mehr haltbare…“

„… dass die Orientierung an der Mitte für den Kanzlerkandidaten bereits eine Art Linksruck darstelle. Dies müsse durch politische Maßnahmen in die andere Richtung relativiert werden, damit der Wähler die SPD nicht den Eindruck erwecke, sich nach der Wahl als neue…“

„… auch nach der Wahl keine neuen Schulden aufnehmen werde, da dies die grundlegende im Koalitionsvertrag festgelegte Basis sei, mit der die Sozialdemokraten ihre Zukunft gestalten wollten. Aus Imagegründen wolle das designierte Kabinett aber bisher noch auf die Bezeichnung Rote Null für den designierten…“

„… kein Anlass zur Sorge sei. Schröder wisse noch aus seiner eigenen Kanzlerschaft, dass eine in der SPD lange vorher diskutierte inhaltliche Frage spätestens bei ihrer Entscheidung so gut wie keinen nennenswerten…“

„… habe Merkel dem Vizekanzler eine leichte gesellschaftliche Modernisierung empfohlen, um die Zukunftsfähigkeit der sozialen Marktwirtschaft zu sichern. Beobachter seien allerdings davon überzeugt, dass Scholz dies nicht oder nur unter erheblichen ideologischen…“

„… müsse die Partei auch erforschen, ob die Linksorientierung bei den Linken nicht als eine zeitlich begrenzte Propaganda der Sozial- oder Wirtschaftspolitik ankomme, die durch eine fiskalische Begünstigung der…“

„… mehrmals enttäuscht habe. Der deutsche Wähler sehe Scholz daher als große Hoffnung, er wolle nicht noch einmal aus anderen Gründen enttäuscht werden und vertraue darauf, dass unter den bisherigen Umständen ein vollkommen verändertes Ergebnis der…“

„… als Kompromissangebot betrachte. So werde Scholz auch Privathaushalten die Schulden erlassen, wenn diese dreistellige Milliardenbeträge pro Geschäftsjahr in die…“

„… es nichts nütze, den Wählbarkeits-Wumms bei den potenziellen Partnern einer Koalition zu bewerben, solange nicht feststehe, ob eine an der Linken orientierten Politik für die Grünen nicht auch eher hinderlich oder wenigstens…“

„… die Krise ideologisch einfach nur besser genutzt habe, obwohl er es nicht verstehe, die Deutschen in die angemessene Panik zu bringen, mit der ein Wirtschaftskrieg gegen die von Merkel angezettelten Corona-Sklaven zu gewinnen sei. Chrupalla werde nach der Machtergreifung die endgültige Ausrottung des…“

„… könne Scholz je nach den beauftragten Forschern ein Wahlergebnis zwischen fünf und fünfundsiebzig Prozent erzielen, weshalb eine klare Ausrichtung gegen die sozialdemokratisch ausgerichtete Linkspartei auch erst nach den Wahlen endgültig im…“

„… es an der Wählerschaft hänge. Unterhalb der absoluten Mehrheit werde der SPD-Kandidat nicht mit Splittergruppen links der Mitte koalieren, ab fünfzig Prozent habe er es auch nicht mehr nötig, sich mit dem…“





Wem Gott will rechte Gunst erweisen

5 08 2020

„Nicht anfassen, klar? Ich sagte: nicht anfassen, heilige Scheiße! Und das Ding heißt Mund-Nasen-Schutz, der hat unter dem Riechkolben nichts zu suchen, verstanden!? – So, und sie wollen mir jetzt ernsthaft erzählen, Personenschützer für Laschet sei ein toller Job, weil man da so viel sieht?

Da sieht man auch viel, aber das meiste von dem, was man sieht, das will man gar nicht gesehen haben. Das war schon vor ein paar Wochen so, als er noch überall durch die Talkshows mit dem… – Ich hatte gesagt, Sie sollen das nicht anfassen. Das ist Hygienebereich, und da dürfen Sie nicht rein. Nein, und für Sie dürfen die auch keine Ausnahme machen. Das ist ja gerade der Sinn der Sache, dass da nicht jeder Depp reinmarschieren darf. Das geht nicht, und jetzt hören Sie auf zu labern, wir haben nicht den ganzen Tag Zeit.

Vor etwa zwei Wochen waren wir noch bei den Küchenbauern, genau dieselbe Show. Er wollte ein paar dufte Fotos in der Fabrik machen, aber bitte nur Luxussegment, Schleiflack und Edelstahl, am besten Currywurst, aber mit Sternekoch. Gut, die Herstellungsleiterin war auch echt kooperativ, aber er wollte einfach nicht in die Fertigung, um sich die neue CNC-Abkantpresse für Titanstahloberflächen im Gastrobereich anzugucken. War ihm zu laut. Außerdem hat ihm einer gesteckt, dass er mit Helm noch bekloppter aussieht. Gab dann natürlich Stress wegen der Presseerklärung, aber dann hat ihm der Wahlkampfmanager beigebogen, dass das ein PR-Termin auf seinen Wunsch war, nicht auf Anfrage des Unternehmens.

Ging dann auch wie zu erwarten in die Hose, als die Belegschaft wissen wollte, ob sein Theater im Fernsehen wegen dieser komischen Studie echt sein musste. Kurzarbeit ist das eine, aber die meisten haben auch Kinder, und wenn die sich in der Schule infizieren, dann können sie selbst auch zu Hause bleiben, und das zahlt ihnen dann keiner. Der hat sich natürlich gar nicht erst auf eine Diskussion eingelassen, würde ich ja auch nicht machen, wenn ich keinen blassen Schimmer hätte, was ich zu den momentan wichtigsten politischen und sozialen Problemen auf der Welt sagen sollte, aber dann… – Sie sollten diese verdammten Handschuhe nicht ausziehen, klar!? Heilige Scheiße, wie viele Brüder muss der Mann haben? Einer alleine kann doch gar nicht so dämlich sein!

Ich weiß auch nicht, was da schiefgelaufen ist. Wahrscheinlich alles. Am Tor hat er plötzlich zu singen angefangen: ‚Wem Gott will rechte Gunst erweisen‘. Sollte wohl irgendwie witzig sein, von wegen Wurstfabrik. Vorgestern in Gütersloh hätten sie ihm dafür noch die Fresse poliert, aber das sind auch seine Wähler. Die kennen ihn. Deshalb fährt er da auch nur mit hochgekurbelter Scheibe durch und vermeidet Blickkontakt mit den Einheimischen. Für die Sicherheit kann da keiner garantieren. Da kann er sich seine blöden Scherze auch in den… – Das ist grob entsehntes Kalbfleisch, steht doch am Bottich. Lesen hilft. Und Sie müssen hier nicht alles anfassen, hatte ich Ihnen das schon mal gesagt? Gut, dann halten Sie sich gefälligst daran. Ob ich hier rausfliege, ist mir ziemlich egal, aber wenn Sie hier rausfliegen, dann wissen Sie, was Phase ist.

Also falls Sie sich fragen, wozu die Nulpe einen Personenschützer braucht: der schützt ihn vor der dümmsten Person im Raum. Vor sich selbst. Wir haben das trainiert, Griff von hinten, Hand vor den Mund, zack! ab nach Düsseldorf. Wir dürfen das leider nicht. Wurde untersagt, und die Order kam von ganz weit oben. Ich weiß nicht genau, was Merkel damit bezwecken will, habe aber eine leise Ahnung. Möglicherweise will sie ihn für immer in Nordrhein-Westfalen verklappen. Da wird er dann ähnlich beliebt sein wie Flüchtlinge in Sachsen.

Er hält sich jetzt schon für den Bundeskanzler. Kann natürlich auch daran liegen, dass er hier am Tor von den Vertragsarbeitern für den Kanzler gehalten wurde. So gut ist mein Rumänisch nicht, es war irgendwas mit ‚Dummes Arschloch‘. Und da wird’s jetzt kompliziert, weil er sofort weg wollte und im… – Das ist kein Streichelzoo, kommen Sie da weg! Die Schweine sind für das nächste Grillwochenende bei Ihren Küchenbauern, und wenn Sie da jetzt nicht die verdammten Flossen rausnehmen, fangen Sie sich irgendeine Seuche ein. Bei dem billigen Vieh können Sie davon ausgehen, dass irgendein Virus mit im Preis inbegriffen ist.

Nein, ich es weiß auch nicht, wer dem Mann gesagt hat, dass jede Knalltüte in die Politik gehen muss. Ich will es auch gar nicht wissen. Wobei sich der Eindruck verfestigt, dass es sich mittlerweile um nackte Verzweiflung handeln muss. Das macht doch kein normaler Mensch. Oder haben Sie Merz je durch Blutlachen stapfen sehen? Also jetzt nicht im übertragenen Sinn, Bilder von ihm an der Börse und in Rüstungskonzernen gibt’s schließlich genug. Was soll das denn jetzt werden? Die katholische Barmherzigkeit, die ihm Röttgen nicht wegsödert? Der Mann ist doch durch!

Und genau das müssen wir jetzt bis zum bitteren Ende durchstehen. Dass der Mann für den Kanzler gehalten wird: geschenkt. Dass er sich selbst für den Kanzler hält, das ist schon anderen passiert. Aber dass er sich selbst für den Bundeskanzler hält, als solcher angesprochen wird und dann auskneift, das ist echt… – Halt, da können Sie auf gar keinen Fall rein, das ist der Viehtunnel, da kommt gleich das Bolzenschussgerät, und dann sind Sie… Langsam gehen, Herr Laschet! Große Schritte! Augen zu und durch!“





Darknet

13 07 2020

„… dass der Stadtbezirksbeirat Dresden-Neustadt beschlossen habe, das Internet an einzelnen Tagen abzuschalten. Noch herrsche zwar keine Klarheit darüber, wie das technisch umzusetzen sei, die Räte seien aber fest entschlossen, sich noch vorher zu…“

„… den Internethandel kontrollieren müsse. Da die Konkurrenz für die lokalen Geschäfte zu groß werde, müsse man auch durch Maßnahmen wie diese eine abschreckende Wirkung auf die…“

„… die statt der geplanten verkaufsoffenen Sonntage ausgewählt würden. Man wolle an diesen Tagen das Internet von zwölf bis achtzehn Uhr ausschalten, um durch Umsatzeinbußen bei den…“

„… verteidige die FDP Sachsen den Vorschlag. Man sei im Osten dankbar für jedes Angebot, bei dem Rechtsradikale ihre Zustimmung oder eine…“

„… sei die Aktion ja nicht als Bestrafung der Händler zu verstehen. Es handele sich vielmehr um eine pädagogische Maßregel, mit deren Hilfe die Bürger dazu gebracht werden sollten, ihr Geld wieder vermehrt im…“

„… nicht verstanden habe. Die Bezirksräte seien jedoch zwischenzeitlich darüber in Kenntnis gesetzt worden, dass es weder einen Ausschaltknopf noch einen Stecke gebe, mit dem man einfach die…“

„… wolle die AfD-Fraktion im Stadtrat die Aktion nur mittragen, wenn diese ausschließlich dem deutschen Einzelhandel diene. Falls deutsche Geschäfte am Sonntag geschlossen seien, müsse man ausländische Geschäfte doppelt schließen, um die Zerstörung der völkischen Wirtschaft durch die linksextremistisch-islamistische Merkel-Junta in…“

„… kaum verhindern könne, dass alle Dresdner ihre Onlinekäufe dann nach achtzehn Uhr tätigen würden. Die FDP Sachsen wolle dies jedoch durch Steuererhöhungen für Geringverdiener so wenig attraktiv wie…“

„… zu einer Gefährdung der Bürger komme, da von einer Abschaltung auch die Infrastruktur des Universitätsklinikums an der TU Dresden betroffen. Die Landesregierung sehe dies aber weniger als Problem, da zahlreiche Patienten sowieso an Corona und anderen Erkrankungen des…“

„… aber keine Internet GmbH & Co. KG im örtlichen Branchenbuch gefunden habe. Die Bezirksrätin der Grünen wolle deshalb beim CCC nachfragen, ob es sich eventuell um eine nur im Ausland arbeitende…“

„… natürlich nicht in den Einzelhandel gehen könnten, da die verkaufsoffenen Sonntage ja schon abgesagt worden seien. Die Stadt vertraue deshalb auf die Vernunft der Bürger, dass sie ihre Käufe an den jeweils folgenden Werktagen in den…“

„… habe die Partei Die Partei zu verantworten. Oberbürgermeister Hilbert halte das Vorhaben für ‚geisteskranke Scheiße‘, die ‚nur von zugekoksten Hohlschädeln‘ ernst genommen werden könne und habe angeregt, dies auch auf Bundesebene mit Parteichef Lindner zu…“

„… die zuständigen technischen Einrichtungen einzeln schließen lassen wolle. Die Polizei habe bereits zugesagt, verdachtsunabhängig die Deutsche Telekom AG mit mehreren Hundertschaften zu stürmen, wenn sie dabei straffrei bis zu…“

„… sei es beispielsweise für Unternehmen in der Produktion so gut wie unmöglich, den Betrieb für sechs Stunden ruhen zu lassen, da eine Vielzahl der Maschinen in der Industrie 4.0 ohne eine durchgängige Netzanbindung nicht mehr rentabel betrieben werden könnten. Hilbert habe sich dafür ausgesprochen, die Netzpause flexibel auch an einem anderen Tag in den…“

„… die Straßenbeleuchtung in der sächsischen Landeshauptstadt netzgesteuert arbeite. Die CDU-Fraktion warne eindringlich vor einem Darknet, das durch die Unterbrechung der…“

„… wolle sich die Partei Die Partei nicht dazu äußern. Die Stadtverwaltung habe den Vorschlag, statt des Internets lieber überflüssige Politiker abzuschalten, zunächst ohne Prüfung auf die verwaltungsrechtliche Machbarkeit des…“

„… sich der Verein Silicon Saxony entschieden gegen den Vorschlag ausspreche, da die Wirtschaftsregion Sachsen schon durch wenige gezielte Selbstbeschädigungen einen erheblichen Vertrauensverlust bei internationalen Investoren erleiden könne. Sachsens Ministerpräsident Kretschmer habe zugesichert, dass für den Bereich Mikroelektronik ein kleines bisschen Internet aus Resten vom jeweiligen Vortag in den…“

„… verteidige die FDP den Plan. Man wolle ja das Internet deshalb abschalten, damit die Bürger ausreichend Gelegenheit bekämen, sich die von den Geschäftsleuten präsentierten Waren anzusehen. Da es außerhalb der Wohnung ja kein Internet gebe, werde man bei gutem Wetter eine sehr…“

„… nicht zutreffend sei, dass der Stadtrat keine Möglichkeit sehe, den Einzelhandel in Dresden in den Zeiten der Pandemie zu unterstützen. Es müsse allerdings ausgeschlossen werden, dass von den Aktionen der Onlinehandel profitiere, auch wenn er in der Region Dresden ansässig sei oder den…“

„… habe die AfD-Fraktion nochmals darauf gedrungen, dass bis zur Montagsdemonstration die technische Infrastruktur wieder vollständig…“

„… dass eine Stärkung des regionalen Handels für Online-Vertriebskanäle das Problem nicht löse. Hilbert verstehe nicht, wie man beispielsweise eine Pizza über das Internet versenden wolle, und werde eine Steuersenkung daher nicht als…“

„… das Konsumklima wieder so ändern werde, dass nur der stationäre Einzelhandel gestärkt aus der Krise hervorgehe. Der Stadtrat werde durch die Abschaffung der Maskenpflicht eine positive…“





Spenderorgane

8 07 2020

„… den Fleischproduzenten nur beraten habe, wie dessen osteuropäische Mitarbeiter in ihrer Freizeit mit der Deutschen Bahn reisen könnten. Gabriel sei über diese Consultingleistung hinaus keine…“

„… die Spenden nur angenommen habe, um den Fußballverein als wichtiges Kulturgut für alle Bürger von Nordrhein-Westfalen zu erhalten. Es sei nicht in Laschets Interesse gewesen, Schalke 04 wettbewerbswidrig vor dem…“

„… nicht in seiner Funktion als Bundesminister für Wirtschaft unterstützt habe. Zwar sei es durch juristische Expertise nicht zu einer Strafzahlung an das Bundeskartellamt gekommen, Gabriel habe aber direkt keinen finanziellen Vorteil aus dem…“

„… nicht jedem Bürger ein Nackensteak in die Hand drücken könne. Mit einer Spende für die anstehenden Corona-Tests wolle Laschet sich daher gezielt an sozial schwache Personen wenden, die ohne ihn als mitfühlenden Landesvater nicht im…“

„… bei der Fusion im Aktienhandel tätig gewesen sei. Der vormalige SPD-Chef habe dem Unternehmen selbstverständlich Wertpapiere aus dem Bereich Fleisch und Geflügel empfohlen, da er von der wirtschaftlichen Stärke der…“

„… knapp achtzehn Millionen Einwohner habe, die jeweils für ein halbes Jahr wöchentlich fünf Euro erhalten hätten. Da der Ministerpräsident die gut zwei Milliarden Euro direkt an die wichtigsten Betriebe im Küchenbau gezahlt habe, könne das Land NRW von einer schnellen und gerechten…“

„… einer Fehlinformation aufgesessen sei. Natürlich lasse sich Gabriel nicht mit Fleischwaren bezahlen, da er dies dem Bundesverband der Obst- und Gemüsehändler gegenüber nicht als…“

„… müsse er sich als Landesvater auch um die Belange der Fremdarbeiter kümmern. Bisher sei noch nicht geklärt, wie hoch die Spendensumme für Handdesinfektionsmittel und Masken ausfallen werde. Die Landes-CDU habe aber bereits ihr Ehrenwort gegeben, dass Schalke 04 die Lieferung kostenfrei und in der richtigen…“

„… vom Vizekanzler a.D. erhalten habe. In dem Manuskript habe er seine Erfahrungen als Business-Coach in der Autoindustrie zusammengefasst, da er selbst aus Zeitgründen nur noch die vertraglich vereinbarten Honorare bekommen, nicht aber an den regelmäßigen Konferenzen zur…“

„… sich NRW keine Radwege mehr leisten könne, da das Land der Autobauer Rücksicht auf Arbeitnehmer in dieser Schlüsselbranche nehmen müsse. Die im Haushalt dafür veranschlagten Gelder wolle der zukünftige Unionsvorsitzende als Ergänzung zum Ausbau der Bundesautobahnen im Bereich…“

„… halte es Gabriel auch für legitim, als unabhängiger Experte für die Fleischindustrie ein bezahltes Interview mit dem…“

„… dass er noch nicht als Bundeskanzler handele. Laschet unterstütze die Fleischproduzenten in seinem bisherigen Verantwortungsbereich bisher punktuell und nur da, wo sich die Gefahr einer wirtschaftlichen Unwucht auf dem Markt im…“

„… für die Deutsche Bank aber nur noch selten tätig sei. Der Sozialdemokrat bringe nun zum Selbstkostenpreis für wenige Millionen Euro pro Jahr sein Fachwissen über Insiderhandel und Insolvenzbetrug an den…“

„… wolle Laschet im kommenden Jahr auf eine Spende an die Sternsinger verzichten. Aus der CDU-Führung heiße es dazu, der nächste Regierungschef wolle frühzeitig den Verdacht zerstreuen, er bevorzuge einseitig kulturelle Vereine oder Verbände eines Bundeslandes, das sich auch eigenständig aus Landesmitteln und…“

„… gegen eine Bezahlung von weniger als hunderttausend Euro tätig geworden sei. Dass das Stuttgarter Bahnhofsprojekt allerdings von Gabriels Beratungsleistungen für osteuropäische Arbeiter aus der Fleischindustrie profitiere, könne man noch nicht eindeutig als…“

„… dass Spenden für Pflegekräfte niemals aus Steuergeldern kommen könnten. Der Ministerpräsident habe eine Unterstützung kategorisch abgelehnt, sich aber bereiterklärt, zweimal vor Pressevertretern jeweils eine Minute lang zu klatschen, wenn dies noch am selben Abend im WDR sowie in den anderen regionalen…“

„… nicht haben ausschließen können, dass der ehemalige Bundesumweltminister versehentlich eine Agentur für Klimaschutz beraten habe. Aus seinen Aufzeichnungen gehe hervor, dass er 2019 ein größeres Honorar erhalten habe, Gabriel könne sich nur nicht mehr erinnern, worin genau seine…“

„… möglichst vor der Wiederwahl einen großen Betrag an die Energieversorger ausschütten wolle. Da dies andersherum nicht funktioniere, habe sich Laschet entschlossen, zu sozialistischen Mitteln zu greifen, um die notleidenden Konzerne vor dem…“

„… auf Kritik aus dem SPD-Präsidium reagiert habe. Sollte es langfristig Probleme mit Mitgliedern des Bundeskabinetts geben, die für hohe Summen in die Wirtschaft gingen, sei Gabriel gerne bereit, dies als strategischer Berater für die politische Kommunikation der Partei mit einem entsprechend lukrativen…“

„… nach Medieninformationen nicht bei Spahn, wohl aber bei Söder und Merz nachgefragt habe. Noch sei nicht klar, wie Laschet die in seinem Schreiben genannten Summen finanzieren wolle, mit denen er die beiden Konkurrenten von einer Kandidatur zur…“





Schwarzer Afghane

24 06 2020

„Hundert Mann pro Tag, weniger macht hier keinen Sinn. Wir müssen ja deutschlandweit liefern, an uns hängen ganze Supermarktketten, und wenn Sie mit der üblichen Arbeitsbelastung und einer durchschnittlichen Krankenquote von zehn Prozent rechnen, dann ist das schnell verbraucht. Ich hatte es Ihnen ja gesagt, der Fleischmarkt ist hart.

Zweihundert wären natürlich noch besser, und dreihundert sind richtig gut. Wenn die sich hier mal was einfangen, müssen die ganz schnell ersetzt werden. Wir arbeiten immer noch daran, dass die gesetzlichen Kontrollen mindestens eine Woche vorher angekündigt werden, aber dann haben Sie es immer wieder mit Beamten zu tun, die sich nicht an solche regeln halten wollen. Geradezu kriminell, wenn Sie mich fragen. Wenn uns jetzt nur ein paar Kleinigkeiten dazwischenkommen, Hitzeperiode mit verlängerter Grillsaison zum Beispiel, dann haben wir ein Problem. So schnell kriegen Sie die nicht ausgetauscht, nicht mal mit Werkverträgen. Zumal man dann auch noch die ganze Lieferkette mit Subunternehmern berücksichtigen muss. Das dauert ja teilweise ewig, bis man die Leute dann auch hier in der Fabrik hat. Denken Sie nicht, dass das einfach verdientes Geld wäre. Da steckt viel Arbeit dahinter. Schwere Arbeit.

Sehen Sie mal, es ist ja auch eine Frage der Bürokratie. Wenn wir hier Betriebsräte zulassen würden, dann könnten wir den ganzen Scheiß auch gleich in die Tonne treten. So müssen wir trotzdem für jeden, der die Arbeitnehmerfreizügigkeit in der EU ausnutzt, den ganzen Papierkram erledigen. Für die Rumänen und Bulgaren gibt es das ja erst seit 2014, und die haben sich da schnell eingefuchst: in Deutschland malochen, weil wir den Arbeitsmarkt nicht richtig abgeschottet kriegen. Wir werden doch von denen ausgenommen wie die Weihnachtsgänse, die wollen ja teilweise das Geld noch mit über die Grenze nehmen. Ich meine, da hört es doch auf. Wer in Deutschland sein Geld verdient, der soll es doch bitte auch hier ausgeben. Das ist nur fair. Und da kommt unsere Immobilienverwaltung ins Spiel.

Ich habe keine Ahnung, ob der Bulgare zu Hause überhaupt so etwas wie Kühlschrank und Dusche kennt, aber hier kriegen die das einfach so in die Wohnung eingebaut. Einen Kühlschrank pro Wohnung, eine Dusche. Gucken Sie sich um in Deutschland, mehr haben die meisten Mieter auch nicht zur Verfügung. Gut, die wohnen auch nicht mit zehn Mann auf fünfzig Quadratmeter, aber der Bulgare ist da pflegeleicht. Er kriegt ja auch nichts anderes. Sonst muss er eine Eigentumswohnung in bester Lauflage mieten, er darf sich ja überall in der Europäischen Union niederlassen. Meinethalben kann er auch jeden Morgen mit der Straßenbahn aus Sofia herfahren. Wenn er pünktlich zu Schicht da ist, haben wir kein Problem damit.

Nur dieser elende Stress mit dem Arbeitnehmerdatenschutz, das geht einem echt auf den Zwirn. Dies dürfen wir nicht, das dürfen wir nicht, Sie dürfen heute ja noch nicht einmal in der Personalabteilung fragen, wann Kollege Sowieso Geburtstag hat, um ihm eine Schachtel Pralinen zu schenken. Nur wegen Arbeitnehmerdatenschutz. Aber vergessen Sie einmal, die ganzen Daten sofort parat zu haben, wenn die staatliche Kontrolle kommt. Da können Sie direkt Insolvenz anmelden. Und da haben wir uns gesagt: das geht einfacher. Nicht Leute austauschen, Prozesse optimieren. Leiharbeit, Werkverträge, das fliegt uns eines Tages wahrscheinlich um die Ohren, schon rein kostenmäßig ist da bald das Ende der Fahnenstange erreicht. Glauben Sie es mir, das geht besser.

Den entscheidenden Anstoß hat nämlich die Politik selbst gegeben. Wie ich einmal vor dem Fernseher saß, da hat so ein sympathischer Typ erzählt, wie er sich die internationale Situation so vorstellt. Die Schleuserbanden, die die Leute übers Mittelmeer herholen, die Asylindustrie, die sich an denen eine goldene Nase verdient, Anwälte, die gut davon leben, Abschiebungen zu verhindern – das ganze Programm. Dann zappe ich weiter, da sehe ich einen Kühltransporter an der Autobahn, 71 Leichen an Bord – da hat’s bei mir gefunkt, und das habe ich dann dem Vorstand so vorgetragen. Ich meine, Kühllaster haben wir selbst, und der Rest ist jetzt auch nicht so kompliziert.

Wir sind direkt ins Geschäft mit eingestiegen – natürlich erst mal nur mit Subunternehmern. Wegen der Haftung. Aber es rechnet sich, da können Sie sagen, was Sie wollen. Wir haben Preisstabilität, und das sage ich Ihnen als Fleischproduzent: wenn der Preis stimmt, dann scheiß ich auf Qualität. Wir nehmen direkt ab Erzeugerland, Papiere sind egal, mir ist egal, was Sie da liefern. Meinetwegen steht hier ein schwarzer Afghane am Band. Die Renditen sind inzwischen so hoch, jetzt können wir uns von der Politik auch die erwünschten Kontrollen kaufen und sie dann ausfallen lassen. Die Leute sind auch nicht schlechter als die anderen, Krankenquoten werden schon lange nicht mehr geführt – wer nicht arbeitet, ist eben draußen. Und wenn mal etwas dazwischenkommt, ein Arbeitsunfall oder eine Kleinigkeit mit dem Infektionsschutz, Illegale ohne Aufenthaltstitel werden nicht vermisst. Unsere Maschinen arbeiten rund um die Uhr. Vollkommen unauffällig. Und das sage ich Ihnen, die beschweren sich nicht. Da können Sie selbst nachschauen in der Fabrik. Falls Sie jemanden finden, der Deutsch versteht.“





Don’t ask, don’t tell

23 06 2020

„… sich auch in Deutschland anwenden lasse. Das Land Nordrhein-Westfalen werde nach den jüngsten Infektionsausbrüchen eine vollständige Lockerung der Maßnahmen durchsetzen, um die Stimmung in der Wirtschaft wieder zu…“

„… ohnehin nur unzureichend seien. Es gebe schon jetzt nicht ausreichend Tests für normale Teile der Bevölkerung oder Ärzte und Pfleger, solange man systemrelevante Fußballer, den Ministerpräsidenten, seine Familie und das…“

„… die Fallzahlen des Robert-Koch-Instituts nur noch für den internen Dienstgebrauch freigeben wolle. Die Neuinfektionen würden eine wichtige Rolle bei der Dynamik gesamtwirtschaftlicher Entscheidungen spielen und könnten auch für den DAX eine sehr negative…“

„… sofort Hilfen für die betroffenen Betriebe bereitstellen werde. Die Landesregierung sehe es als ihre Aufgabe an, unverschuldet in Not geratene Konzerne vor Gewinneinbrüchen zu schützen, die durch unachtsames Einschleppen des Virus durch fremdländische Arbeiter in den…“

„… wolle Laschet erreichen, dass die positive Stimmung in der Wirtschaft auch auf die Wähler übergehe, die dann den besten Kanzlerkandidaten der Christdemokraten mit uneingeschränkter…“

„… gebe die Landesregierung die Fallzahlen auch intern nicht mehr an die zuständigen Stellen weiter, um personalintensive Diskussionen im Keim unterbinden zu können. Es stehe den Leitern der kommunalen Behörden allerdings frei, sich mit Medien aus den anderen Bundesländern zu…“

„… habe sich deutlich gezeigt, dass die vom Bundesgesundheitsministerium installierte schnelle Meldekette von Infektionsfällen nicht funktioniere, wenn sie die Datenübermittlung länger als zwei Wochen verzögere. Der Ministerpräsident habe im Kabinett vorgeschlagen, Nordrhein-Westfalen so weit als möglich von den nationalen Strukturen abzukoppeln, um nicht mehr in der Statistik der…“

„… seien sämtliche Zwangsmaßnahmen gegen infizierte Personen und ihre Familien im Rahmen der Gefahrenabwehr zu rechtfertigen. Dass die Nachrichtensperre über die abgeriegelten Gebiete auch mit polizeilicher Unterstützung durchgesetzt werde, habe der Innenminister mit Sorge um eine in der Bevölkerung aufkommende…“

„… sehe Laschet es als sein gutes Recht an, Fernsehtalkshows über Pandemie-Themen nicht in seinem Regierungsgebiet ausstrahlen zu lassen. Dies sei keine staatliche Zensur, sondern eine der Volkserziehung geschuldete…“

„… und den Weg in eine verantwortungsvolle Normalität beschreiten werde. Da es im Land so gut wie keine Latex-Handschuhe mehr gebe, müsse man jetzt auch keine mehr anschaffen. Ärzte und Pfleger sollten jetzt einfach ohne Schutzkleidung weiterarbeiten und in Bezug auf die Risiken ihres Berufes anerkennen, dass Menschen nun einmal sterblich seien und für die Wirtschaft allenfalls als eine nicht so…“

„… habe Reul die Massenkundgebung von Verschwörungsideologen in Düsseldorf persönlich genehmigt. Wer COVID-19 als Instrument einer von Bill Gates und den Reptiloiden geplanten Auslöschung der arischen Herrenrasse bezeichne, so der Innenminister, dem könne man keine vorsätzliche Angstpropaganda vorwerfen, indem er die Infektion als schlimmer darstelle, als diese tatsächlich im…“

„… dass Lehrkräfte sich nicht mehr testen lassen müssten, wenn der Verdacht einer Infektion bestehe. Eine präventive Quarantäne in den Kellern der Schulgebäude würde ausreichen, um Lehrer auch weiterhin sicher im Schulbetrieb zu…“

„… dürfe der Staatsschutz auch weiterhin Personen aus der Öffentlichkeit entfernen, die den Medien gegenüber zu viele Informationen aus von der Infektion betroffenen Betrieben im…“

„… wolle Laschet die öffentlich-rechtlichen Sender vollständig abschalten lassen. Propaganda sei in Nordrhein-Westfalen bis auf Weiteres nur noch erlaubt, wenn sich die Regierung selbst im…“

„… am Plan einer weiteren Konzentration der Krankenhausversorgung festhalten werde. Da die Pandemie von der Landesregierung nun offiziell als nicht existent bezeichnet worden sei, dürfe es keine weitere Verzögerung geben, die von Bertelsmann und den Klinikkonzernen angemahnten Sparzwänge auch unverzüglich in allen…“

„… nicht ausschließen könne, dass die Person vorsätzlich gehustet habe. Es lasse sich nicht mehr feststellen, aus wie vielen Waffen sich Schüsse gelöst hätten. Die Polizeibeamten seien von Reul persönlich beglückwünscht worden, da sie sich nicht hätten einschüchtern lassen von einem mutmaßlich linksextremistischen Terroristen, der nur die Verächtlichmachung des Rechtsstaates für seine hetzerische…“

„… habe man Gütersloh durch Panzergrenadiere beschießen lassen müssen. Wer sich Anweisungen der Landesregierung widersetze, die Quarantäne-Areale ohne polizeiliche Erlaubnis zu verlassen, der müsse nun mit den härtesten…“

„… starke Umsatzrückgänge im Küchenbau verzeichne, da die Geräte nicht aus den gesperrten Kommunen in andere abgeriegelte Gemeinden geliefert werden könnten. Dies werde jedoch im Weihnachtsgeschäft alles wieder in…“

„… auf die Intensivstation verlegt worden sei, da die Spontanatmung dauerhaft ausgesetzt habe. Für den Ministerpräsidenten habe man eine nicht krankenversicherte Fremdarbeiterin mit leidensverkürzenden Maßnahmen in den…“





Goldstandard

17 06 2020

„Der moderne Staatsmann muss gerüstet gut sein für vielseitige Aufgaben in der globalen Wirtschaft sowie der geostrategischen Entwicklung. Deshalb bietet unser Unternehmen frühzeitig die fachliche Kompetenz an für die besten Führungskräfte, die man für Geld bekommt. Vertrauen Sie uns.

Früher konnte man ja als Eierdieb einer Partei beitreten und wurde irgendwann bis ganz nach oben durchgereicht. Die meisten schafften es irgendwann nicht mehr und haben nur noch ein Jurastudium absolviert, das sieht professionell aus, ist aber nicht dasselbe. Es fehlt einfach der Praxisanteil, man hat kaum Gelegenheit zum Netzwerken, es fehlt an den nötigen Verbindungen. Wenn Sie Präsident werden wollen, dann reicht das, aber ein Ministeramt mit anschließender Versorgung aus Steuergeldern auf einem Vorstandsposten können Sie vergessen. Da brauchen Sie einfach das richtige Rüstzeug, mit anderen Worten: Sie brauchen uns.

Ihnen kommt das sicher ein bisschen komisch vor. Keine Produkte, keine Kunden, Angestellte haben wir auch nicht, nur eine Briefkastenfirma und ein paar Chefposten, die das Geld verwalten. Also wir arbeiten jedenfalls mit Geld, das reinkommt, und irgendwo muss das dann ja auch wieder hin. Es ist die perfekte Struktur, um sich alle Kenntnisse und Fähigkeiten anzueignen, die man als moderner Berufspolitiker braucht. Wir sind eine Anstalt der zeitgemäßen Fortbildung für Lobbyismus. Hier werden Sie auf alles vorbereitet, was Ihnen den späteren beruflichen Erfolg sichert – abseits des lästigen parlamentarischen Tagesgeschäfts. Sie wissen nicht genau, wer Sie bezahlt, Sie wollen es auch gar nicht wissen, die Hauptsache ist, das Geld kommt pünktlich. Sie treffen ein paar halbseidene Arschlöcher, den einen oder anderen überzeugten Nationalsozialisten, ein paar Waschweiber, die auch gerne andere Leute vergasen wollen, aber nicht den Arsch dazu in der Hose haben, und die besorgen das Geld. Worum es sich handelt? Erste goldene Regel des Lobbyismus: reden Sie nicht darüber und vergessen Sie nicht, dass es Ihren Freundeskreis gar nicht gibt. Sonst haben Sie das Nachsehen.

Wenn Sie anfangs noch Skrupel haben sollten, das ist ganz normal. Steigern Sie sich da nicht rein, das tut nicht gut. Manche sind ja der Überzeugung, sie müssten ihrem Land dienen, und dann nehmen Sie ordentlich Geld dafür, dass Sie mithelfen, den Parlamentarismus zu unterwandern. Weicheier. Für solche Leute ist hier kein Platz. Nehmen Sie die Kohle, sonst nimmt sie einer mit mehr moralischer Flexibilität. Am Anfang wird Ihnen das noch nicht ganz geheuer sein, dass man so eine Knalltüte wie Sie überhaupt als vollwertiges Mitglied behandelt. Aber Sie wissen, Sie werden gewisse Aufgaben für die Gesellschaft erledigen müssen. Schmutzige Sachen. Nichts ist umsonst. Und dann wachsen Sie langsam in die Gesellschaft rein und auch in Ihre Rolle. Bis Sie irgendwann zur nächsten Generation gehören und von den Neuen erwarten können, dass die Ihnen den Dreck aus dem Weg räumen.

Hier zu Beispiel geht es um Edelmetall. Man sagt sich ja, dass der Euro nur ein von jüdischen Bankhäusern lanciertes Spielgeld ist, das für die deutsche Wirtschaft lediglich vorübergehend eine gewisse Bedeutung haben dürfte. Wenn wir erst wieder ein vernünftiger Nationalstaat sind, der dies europäische Gesindel von der Backe gekriegt hat, zählen nur noch echte Werte. Wir setzen auf den Goldstandard. Wir drücken den Emporkömmlingen so ein hübsches Stückchen in die Hand und sagen ihnen, dass sie es behalten dürfen. Abtransportieren müssen sie es selbst. Wie Sie das anstellen, ist nicht unser Problem. Wenn Sie sich nicht ganz bekloppt anstellen, dürfte es sogar funktionieren. Und dann hängen Sie mit drin.

Sie dürfen für uns Geld von neuen Investoren einsammeln – alte werden Sie nicht finden, das ist korrekt. Die kennen uns schon. Leiern Sie das Geld denen aus der Tasche, die es in die nächstbeste Pfütze schmeißen können, ohne bankrott zu gehen. Wenn Sie es richtig machen, nehmen Sie den Staat aus. Der vermisst das Geld nicht. Es gehört ja nicht ihm selbst, nur den Steuerzahlern. Nutzen Sie dazu alle Tricks, die Ihnen einfallen, Sie wissen ja: der Zweck heiligt die Mittel. Und Sie wollen doch nicht vor Ihrer Zeit als unzuverlässiges Mitglied wieder in die mediokre Ausschussarbeit entlassen werden, wo Ihnen eine fachlich außerordentlich spannende Karriere als Fachmann für Umgehungsstraßen im landwirtschaftlich genutzten Osten winkt, während die anderen sich die anderen den Champagner aus der Flasche trinken. Wäre doch schade.

Zehn Millionen. Aber wir sind ja auch keine Unmenschen, wir lassen Ihnen einen Monat Zeit. So eine Summe, die wirklich spurlos versickern soll in der Verwaltung, die muss ordentlich verplant und organisatorisch versaubeutelt werden. So schnell wie das Bundesverteidigungsministerium ist eine Parlamentsverwaltung ja nicht, und Sie sind ja auch kein offizieller Berater. Also lassen Sie sich etwas einfallen. Überlegen Sie sich irgendeinen Scheiß, je haarsträubender, desto besser. Kleiner Tipp: wenn Sie irgendeinen Mist mit Sicherheit und Terror vom Stapel lassen, glaubt man Ihnen nicht, man fragt aber auch nicht nach, weil da jeder das Geld aus dem Fenster rausschmeißt für Sachen, die technisch nicht funktionieren, aber unbedingt sein müssen, weil sie andere auch haben könnten. Schaffen Sie das? Briefpapier? Famose Idee, Sportsfreund, ganz famose Idee. Ich wusste, wir würden uns einig. Und ganz im Vertrauen, so schön ist Mecklenburg-Vorpommern auch wieder nicht.“