Minus mal Minus

21 01 2021

„… deutlich verschärft werden müssten, um die Inzidenzwerte bundesweit zu senken. Sämtliche Bestimmungen der Ministerpräsidenten seien daher auf die Zusammenarbeit der Länder ausgelegt, wie die Spitzen von Kanzleramt, RKI und…“

„… die Schulen aber unter keinen Umständen schließen würden, da die SPD die Infektionsraten bei Kindern und Jugendlichen falsch gewichtet sähen. Schüler würden sich, so Giffey, nur nach dreizehn Uhr, bei Ganztagsschulen nur nach sechzehn Uhr anstecken, was auch für die…“

„… sich der schwedische Sonderweg als falsch herausgestellt habe. Da im Gegensatz zu deutschen Bestimmungen dort keinerlei Ausgangssperren verhängt worden seien, werde man nun in allen Kommunen die Bürgerinnen und Bürger nach 21:00 Uhr in den…“

„… ab sofort gelte. Dass Personen, die noch nicht in Besitz einer FFP2-Maske seien, kein Ladengeschäft betreten dürften, um FFP2-Masken zu erwerben, habe Laschet als zu vernachlässigende Größe bezeichnet, mit der sich Deutschland als Nation von Sportwagenhändlern nicht…“

„… den Besuch von Kirchen weiterhin nicht einschränken wolle, wenn konsequent auf Gesang verzichtet werde. Dies umfasse allerdings nicht die Kultstätten anderer Religionen, denen mutmaßlich eine sehr viel höhere Infektionsrate durch andere Gebetsriten oder…“

„… gelte eine Plexiglasscheibe zwischen zwei Personen nicht als ausreichender Infektionsschutz und könne durch polizeiliche Maßnahmen sofort entfernt und als Ordnungswidrigkeit geahndet werden. Die Installationen im sächsischen Landtag seien folgerichtig nicht abgebaut worden, da dort sehr viel mehr als nur zwei Personen gleichzeitig in den betreffenden…“

„… genau kontrolliert werde, ob Busfahrgäste erst um 20:59 Uhr zugestiegen seien, um aus Vorsatz die polizeilichen…“

„… müsse man von einer Maskenpflicht bei medizinischem Personal in Arztpraxen absehen, um die Beschäftigten nicht zu verunsichern. Im Gegensatz zu Klinikmitarbeitern sei bei niedergelassenen Ärzten nicht mit Gefahren für…“

„… rate man der Bevölkerung zu Masken mit Ausatemventilen, die für Klinikmitarbeiter zwar nicht untersagt, aber auch nicht empfohlen worden seien. Abgesehen von gesundheitlichen Schäden habe der Bundesgesundheitsminister eher den infektionsbedingten Ausfall von Pflegern in Kauf genommen, da arbeitsrechtliche Konsequenzen noch sehr viel teurer als der…“

„… dass die Probe des Chors der Heilig-Kreuz-Kirche in Bad Gnirbtzschen keinesfalls als Ordnungswidrigkeit gewertet werden könne, falls es ein Öffnungsverbot für Nagelstudios gebe. Nach der theologischen Grundregel Minus mal Minus macht Plus seien hier sämtliche…“

„… auch Verkaufspersonal keinen Mundschutz mehr tragen müsse. Der Einzelhandel nehme dies mit Erleichterung zur Kenntnis, könne aber nicht versprechen, dass bisher freiwillig versprochene Pauschalen zum Kauf von Masken auch weiter von den Arbeitgebern…“

„… hätten die Ministerpräsidenten recht herzlich um eine Selbstverpflichtung der Wirtschaft gebeten, Heimarbeit statt Anwesenheitspflicht im Betrieb zu erlauben. Bei Zuwiderhandlungen seien sich die Länderchefs einig, dass man mit dem Wohlwollen der Konzerne rechne und auf ein gutes Einvernehmen bei Parteienfinanzierung und…“

„… könne man bei Arztpraxen von einer sehr niedrigen Corona-Rate ausgehen, da kommunale Gesundheitsämter mit erheblichem Einsatz dafür sorgen würden, dass dort keine Untersuchungen, Tests oder anderweitig qualifizierte…“

„… keine Bezuschussung finanziell schwacher Bevölkerungsschichten geplant sei, um FFP2-Masken zu subventionieren. Lindner rate Rentnern und Erwerbslosen zu mehr Engagement am Aktienmarkt, um sich durch solidarischen Aufbau eines Privatvermögens an der Entlastung der Leistungsträger zu beteiligen, die während der Pandemie durch vorbildliche Bereicherung den…“

„… die nächtlichen Ausgangssperren auch zu vermehrter häuslicher Gewalt führen könnten. Die unionsgeführten Länder hätten sich für unregulierte Betriebsöffnungen ausgesprochen, da sich der Frust der Arbeitnehmer so am besten am Arbeitsplatz in eine Steigerung der Wertschöpfung und die…“

„… dass die Schulen in Baden-Württemberg schon zwei Wochen eher geöffnet werden müssten, um eine rechtzeitige Gewöhnung der Bevölkerung an das Erwerbsleben zu gewährleisten. Etwaige Infektionsspitzen bei Kindern könne man tolerieren, da das Alter der Erstwähler sich noch weit über…“

„… erste Urteile erwartet würden, dass eine Maskenpflicht hinter einer Plexiglasscheibe in Sachsen und Hessen grundsätzlich nicht bestünde. Da die Demonstranten der Querdenkersekte in der Innenstadt von Wiesbaden jeweils ein kleines Stück transparenten Kunststoff mitgeführt hätten, sei die von der Union ausgehandelte Ausnahme letztlich als Stärkung der Grundrechte zu verstehen, die auch die FDP als lobenswertes Signal an den…“

„… im Devotionalienhandel weiterhin einfache Stoffmasken benutzt werden dürften. Die Deutsche Bischofskonferenz sei sich sicher, dass allein aus dem Glauben ausreichend Schutz bestehe, wie es auch durch den Innenminister und seine…“





Supernanny

11 01 2021

„Das ist ja vorwiegend wegen der sozial schwachen Familien. Manche können sich ja nicht mal einen SUV leisten, manchen geht es derart dreckig, da hat die Frau eine Berufsausbildung. Und die muss noch arbeiten. Für die erhalten wir die Präsenzpflicht aufrecht, damit nicht auch noch den DAX verreckt.

Das Problem hätten wir kaum, wenn nicht derart viele Kinder in staatliche Regelschulen gehen würden. Abgesehen von dem Geld, das das kostet – das ist mindestens eine Steuersenkung – das ist ein Verwaltungsaufwand, und dann müssen wir zum Schluss auch noch irgendwas für die Kinder tun. Also für die von den armen Leuten. Wenn Sie eine private Krankenversicherung abgeschlossen haben, dann erwarten Sie doch auch nicht, dass man Ihnen das Geld aus der Tasche zieht und davon gesetzlich Versicherte durchfüttert, oder?

Natürlich tun wir auf die Art etwas gegen die Armut. Es leben so viele Menschen unterhalb der Armutsgrenze, nur ein Auto, teilweise nicht mal mit Wohneigentum, und in solchen Familien groß zu werden, das muss man sich gut überlegen. Den Kindern selbst kann man die Entscheidung ja nicht zumuten, die meisten sind wahrscheinlich subjektiv schon in diesem Bodensatz verhaftet – da ist es doch gut, die oberen Einkommensgruppen durch noch mehr Lohnarbeit in den unteren zu fördern, weil wir sonst bei den Kindern aus den besseren Haushalten den sozialen Abstieg auslösen könnten. Stellen Sie sich mal vor, so ein ganz normales Kind kriegt irgendwann mal mit, in der Nachbarschaft gibt es Eltern, die sind zu Hause, wenn ihre Söhne und Töchter aus der Schule kommen. Was würden wir uns da für ein Volk heranziehen!

Bildung ist immer noch der wichtigste Schlüssel für dieses Problem. Man muss ja nicht unbedingt etwas damit anfangen können, es darf auch nicht zu lange dauern, deshalb ja G8, aber wenn man den Nachwuchs so bis sechzehn aus dem beschäftigt kriegt, dann ist das doch ein ganz vernünftiger Mittelweg. Ab dann können die sich auch selbst versorgen, notfalls müssen sie sich dann einen Job suchen, eventuell sogar eine Lehrstelle, aber das ist dann nicht unser Problem. Sonst könnten wir die Kinder vor die Glotze setzen, das reicht heute für einen durchschnittlichen Abschluss in so einer staatlichen Schule aus. Es muss halt jemand die Drecksarbeit machen.

Man kann ja leider die Blagen nicht einfach in den Hort verfrachten. Mir fällt auch gerade nichts Besseres ein, Kindermädchen vielleicht, das kann sich doch jeder Regierungsdirektor leisten, oder als Bankvorstand oder Staatssekretär. Ich verstehe gar nicht, wie sich die Leute überhaupt erst Kinder anschaffen und dann nicht mal das Geld für eine professionelle Betreuung haben. Man muss doch auch Prioritäten setzen, dann kauft man sich halt den Maserati, wenn die Kleinen aus dem Gröbsten raus sind, dann ist ja auch meist Zeit für die nächste Scheidung und man hat den besseren Überblick über die Finanzen. Immer nur vom Staat verlangen, dass wir die Supernanny spielen, das ist doch echt unsolidarisch. Das müssen diese Bürger einsehen.

Wir haben seit Jahren alles dafür getan, dass das Thema Digitalisierung in den Köpfen ankommt. Erst die Vorratsdatenspeicherung, Uploadfilter, wir haben teilweise in einigen Regionen nur noch ganz kleine Funklöcher, und die sind noch nicht mal in Industriegebieten, und jetzt planen wir Flugtaxis. Wenn Sie sich andere Länder anschauen, die sind vielleicht hier und da schon viel weiter, aber so weit wie wir sind die bestimmt noch nicht. Weil wir ja ein Technologiestandort sind, und das heißt, wir sind sowieso viel besser als andere.

Das heißt natürlich noch nicht, dass wir heute alles mit Digitalisierung hinkriegen wollen, da müsste man erstmal die Pädagogen fragen, ob sie das auch möchten. Wir können ja nicht über deren Köpfe hinweg entscheiden – das sind ja schließlich keine Eltern. Deshalb überlegen wir uns das gut, ob wir sie fragen, und dann noch mal, wann wir sie fragen werden. Bis dahin ist Präsenzunterricht in der Regelschule absolut alternativlos.

Und dann haben wir auch das Problem mit der häuslichen Gewalt. Das könnte theoretisch in allen Schichten auftreten, aber es gibt gesellschaftliche Schichten, die man nicht als Schicht bezeichnen sollte. Eher als Sphäre. Wenn da mal Konflikte auftreten sollten, dann belästigt man damit eher nicht die Schule, und wenn doch, dann hat man die notwendigen Mittel, um die Schäden zu beseitigen. Wir müssen also auch hier eine soziale Auslese durchführen, und wieder sind es die unteren gesellschaftlichen Bereiche, die uns zu diesem Schritt zwingen. Damit tun wir uns keinen Gefallen, das dürfte allgemein bekannt sein, aber anders können wir dem Problem nicht begegnen. Und alles das muss man nun abwägen gegen ein anderes Rechtsgut, nämlich die Gesundheit unserer Leistungsträger. Wir haben uns also zu diesem Schritt entschlossen, dass wir die Präsenzunterricht ausschließlich für die Regelschulen beibehalten, in denen die Schülerinnen und Schüler bis zur unteren Mittelschicht sich infizieren. Das kann und muss ihnen zugemutet werden, schließlich kann Schule als Bildungsvermittlung und soziale Institution nicht das Versagen von allen Elternhäusern auffangen. Und wenn wir jetzt noch eine Lösung finden, die Kinder ganz aus ihrem familiären Umfeld herauszulösen, damit die Wertschöpfung für unsere Wirtschaftsbetriebe unvermindert erhalten bleibt – also ich bin da sehr zuversichtlich. Vermutlich beim nächsten Lockdown.“





Gernulf Olzheimer kommentiert (DXLVI): Demagogie als Geschäftsmodell

8 01 2021
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Manches begann mit der Ausbreitung der Pest. Während das gemeine Volk trüb aus der Wäsche guckte, hatten die Händler des Heils schon Arznei aus fernen Ländern parat. Allerlei Krauts, Beeren und krümelartige Substanz wechselte den Besitzer, wobei ein Part des Geschäfts zutiefst überzeugt von der Wirkung des Therapeutikums war – bei Kunden aus dem Publikum teils auch beide. Das tat nun der Verbreitung derartiger Wundermittelchen keinen Abbruch, im Gegenteil: da die Gesellschaft mit dem Intellekt von Zahnbelag ausgestattet war, graste ein Scharlatan nach dem anderen die Lande ab und ließ seiner Konkurrenz die übrig, die das Spektakel so weit überlebten, dass ihnen die Kreuzer noch lose im Beutel saßen. Möglicherweise schwiemelte sich der zweite Zocker eine ganz andere Story zurecht, doch wen störte das, solange sie Pülverchen, Pillen und anderen Schnickschnack kauften? Esoterik als Geldquelle ist bekannt, seitdem Hominiden Geister und Dämonen in eine institutionelle Ordnung mit konstantem Finanzierungsbedarf überführt haben. Warum sollte dieses Geschäftsmodell nicht auch für Demagogie funktionieren?

Zwar kommen die Wirkstoffe heute größtenteils aus Parallelwelten, aber ein Unterschied ist das nicht. Die Mehrheit weiß, dass es mehr als einen Kontinent gibt, und eine Minderheit hält die Erde wieder für eine Scheibe. Durch Alphabetisierung haben die westlichen Ausbeuternationen immerhin die Lesekompetenz so weit gesteigert, dass der durchschnittliche Knalldepp seine Kröten für wirre Wahnergüsse in debilen Traktaten ausgibt, die die Denkfähigkeit des Kunden nach dem Erwerb nicht zwingend erfordern. Hauptsache, der Führer hat mit einem Haufen Papier oder anderweitigen Medien über seinen Kampf in Kenntnis gesetzt, wer bisher noch keine Erleuchtungsmöglichkeit für seine Rübe zu finden vermochte. Ein Amulett mit Bildnis der Heiligen Stultitia hätte es auch getan, leider kann man den Bommel nur einmal verticken. Der Absatz erfordert also Märkte, die sich verstetigen lassen, düster verquaste Abomodelle, Lizenzen, Vereine, kurz: alles, was sich mit etwas menschenfeindlicher Energie der Gier dienstbar zur Seite stellt, um die Realitätsallergiker systemkonform ausbluten lässt.

Lustigerweise nutzen diese Klötenkönige genau das System und seine rechtlichen Statuten, die sie an anderer Stelle bekämpfen oder wenigstens tapfer ignorieren, um nicht von unerlaubterweise geistig gebildeten Quertreibern argumentativ am Kopf erwischt zu werden. Aber wie es auch Beamte gibt, die heulend ihr Gehalt einklagen von einem Staat, der für sie gar nicht existiert, ist Habgier stets ein zuverlässiges Mittel, um jeden Anstand streifenfrei zu entfernen.

Trefflich eignen sich moderne Dienstleistungen für den Vertrieb, etwa Wallfahrten zum Auflauf der Heckenpenner, touristisch aufgemotzt zum Event unter medialer Begleitung, die als Werbesperrfeuer auf sämtlichen Kanälen nicht nur das Begehren weckt, selbst unter den dümmsten Zufallsgeburten durch die Gegend zu stolpern, sondern auch ein veritables Markenbewusstsein generiert, im Namen des ausgegebenen Produkts Botschafter zu sein für die Unterkellerung des Niveaus, für die man freudig abgelascht hat. Unter den Triefaugen des obersten Aasgeiers lassen sich die kognitiv suboptimierten Aluhütchenspieler zu Allotria treiben, an denen sie natürlich selbst schuld sind. Der Demagoge tut nichts, der will nur am Spiel verdienen.

Anfänger verticken nun den billigen Tinneff, Mitgliedsausweise, Teilnahmebescheinigungen für den Tag X, an dem die eigene Blödheit gegen das Recht verteidigt wird, die Profis versprechen schon die gehobenere Klientel an, die sich mit Vernunft nicht mehr abfindet. Früher besorgte man liquiden Fürsten Einhörner, dem Volk getrockneten Mist derartiger Fabeltiere, immerhin: die Kasse klingelte. Heute tut’s schon ein Wisch mit ärztlichem Testat, die Restwelt nicht mit seinem Gesichtsübungsfeld belästigen zu müssen, sinnvoll wie ein Brennholz-Verleih, rechtssicher wie ein Lottoschein, der nach der Ziehung ausgefüllt wird. Denn die Welt ist so einfach, wie sie kompliziert aussieht; an jedem Tag steht ein Dummklumpen mehr auf, als zuvor von ihnen auf die Nase gefallen sind. Der Tisch ist also auf Dauer reich gedeckt.

Früher mussten pseudoreligiöse Extremisten noch öffentliche Hexenverbrennungen organisieren, um ihren Machtanspruch vor den Grützbirnen zu zementieren, heute geben Verschwörungsterroristen einfach eine ausländische IBAN an und lassen sich am Fiskus vorbei die arbeitsscheue Parallelexistenz mit einer luxuriösen Apanage polstern, um vor den Stumpfstullen auf der Straße und im Internet als erfolgreich, also rechtschaffen dazustehen. Es ist nichts als die konsequent zu Ende gedachte Praktik des Spätkapitalismus, nicht für jeden Profit Leichen suchen zu müssen, über die man gehen kann, wenn es auch in entgegengesetzter Richtung klappt. Denn jeder, der ins Gras beißt, hinterlässt ein bisschen Geld, und den Prozess gilt es zu beschleunigen. Wäre es nicht so elegant und schlüssig, man hielte es für einen perfiden Verschwörungsmythos. Aber was sagt das schon.





Freiheit, die wir meinen

7 01 2021

„Also auch keine Leber, Lunge, Knochenmark – Hirn kann man bei Ihnen ausschließen, aber das will eh keiner haben. Das ist Ihr völlig freier Entschluss, und damit es im Falle eines Falles nicht zu Verwechslungen kommt, sind Sie auch absolut sicher in der Nichtspenderdatenbank gespeichert.

Das hat für Sie überhaupt keine negativen Konsequenzen, Sie dürfen weiterhin alle Geschäfte betreten, Kinos – gut, Museen kommen für Ihre Bildungsschicht eh nicht in Frage, aber wenn Sie im Urlaub mal irgendwo ins Museum wollen, dann steht Ihnen das jederzeit frei. Es gibt da keinen Pass, den Sie am Eingang vorzeigen müssen, weil wir in den deutschen Museen nur Organspendern Zutritt gewähren. Das hat die Bundesregierung jetzt noch einmal ganz klar zum Ausdruck gebracht, dass wir das auf jeden Fall vermeiden wollen, weil das nur zu sozialen Verwerfungen führen würde. Und mit sozialem Verhalten haben Sie’s nicht so, oder?

Sie haben es verstanden. Schön, dann muss ich Ihnen die Hintergründe auch nicht mehr erklären, Sie sind ja als Epidemiologe auch gleichzeitig Jurist und Politiker und alles zusammen, da verstehen Sie ja alles besser als die anderen. Sie haben in Ihrem neuen datenbankgestützten Dokument hinterlegt, dass Sie auf Transplantationen verzichten. Das ist der Deal. Und Sie haben deutlich zu verstehen gegeben, dass Sie eine Impfung gegen das Virus ablehnen. Ich frage Sie jetzt nicht, ob das so war, wir haben es schriftlich in dreifacher Ausfertigung. Was wollen Sie da sagen? Dass Sie das Prinzip nicht verstanden haben? Ja, so geht es offenbar ein paar mehr Menschen in dieser Gesellschaft.

Sie bekommen keinen Pass, in dem drinsteht, wann und wo Sie geimpft worden sind, damit Sie damit ins Museum gehen oder eine Flugreise unternehmen können. Das wäre höchst ungerecht. Also nicht Ihnen gegenüber. Nur den Zwanzig- oder Dreißigjährigen, die sich bisher immer solidarisch verhalten haben in der Pandemie. Die werden nicht geimpft, weil sie noch nicht dran sind. Und die sind im Nachteil gegenüber Ihnen, die sich nicht impfen lassen wollen? Unsinn. Bei denen steht, dass sie die Impfung nicht ablehnen, deshalb dürfen sie unter Einhaltung der notwendigen Sicherheitsvorschriften in den Flieger oder ins Museum. Falls die Museen mal wieder öffnen. Es gibt keine Verbote. Es gibt auch keine Sonderbehandlungen, auch wenn Sie das herbeifantasieren. Es gibt nur Regelungen, die für die gesamte Bevölkerung gelten. Man nennt das übrigens Privatautonomie.

Privatautonomie, das ist, wenn jeder ganz legal machen darf, was er will. Das entspricht ja im Wesentlichen Ihren Überzeugungen, nur eben mit dem Unterschied, dass sich die anderen dabei an Gesetze halten. Wenn Sie in der Kommentarspalte eines Onlinemediums herumpöbeln und Ihr Unfug gelöscht wird, ist das ja auch keine Zensur, oder ist die Bundesregierung Betreiber der Zeitung? Ach Gott, ich wusste, dass das jetzt kommt.

Privatautonomie ist Busfahren. Sie dürfen in jeden Bus einsteigen, solange noch Platz ist. Es gibt keine Zugangsvoraussetzungen, Sie müssen keine Monatskarte kaufen, Sie müssen nicht nachweisen, woher Sie das Geld für den Fahrschein haben. Aber wenn Sie betrunken sind, weist Sie der Busfahrer auf die Beförderungsbestimmungen hin und fährt ohne Sie weiter. Sie können dagegen natürlich auch demonstrieren. Nur Klagen wäre noch sinnloser.

Sie wollen klagen? Aber gerne. Die gerichtliche Aufarbeitung eines solcher Ausschlusses – für Sie noch mal: es handelt sich hier nicht um eine Zugangsbeschränkung, oder braucht man hier in Deutschland jetzt ein Fahrgastdiplom? – die gerichtliche Aufarbeitung dürfte Jahre dauern, und sie hat leider keinerlei aufschiebende Wirkung. Sie haben sich ja für das Primat der ungehemmten Wirtschaft entschieden, jedenfalls steht das im Programm der Partei, die Sie wählen – Lesen kann man von Ihnen nicht verlangen, ich weiß – und da zählen halt Menschen nicht. Gewöhnen Sie sich daran, dass alles, was Sie tun, Folgen hat. Man nennt das Freiheit. Die Freiheit, die wir meinen.

Jede private Krankenversicherung wird sich überlegen, ob sie Sie mit Diabetes, Asthma und einem Bandscheibenschaden aufnimmt. Wenn Sie eine Wohnung brauchen und kein Vermieter Ihnen eine vermieten will, haben Sie Pech gehabt. Wenn Sie für Ihr Auto keine Kaskoversicherung kriegen, weil Sie ein wirtschaftliches Risiko darstellen, ist das Ihr Problem. Der Staat hat damit nichts zu tun.

Sie sind doch ein großer Freund des russischen Systems, oder? Schauen Sie, die Rentner in Moskau nutzen die Metro, die Straßenbahn und die Busse normalerweise kostenfrei. Man hat ihnen die Karten gesperrt, damit sie nicht ständig in der Stadt herumgondeln. Wer sich zweimal impfen lässt, der darf wieder fahren. Ist das nicht ungerecht? Sehen Sie, und wie lustig, dass es sogar Ihnen auffällt. Sie müssen jetzt auch nicht herumjammern, weil es so viele gibt, die sich gar nicht impfen lassen dürfen. Abgesehen davon, dass Sie die bisher nur für Ihre wirren Verschwörungsmythen benutzt haben, sind Ihnen unschuldige Menschen doch sowieso egal.

Natürlich können Sie Ihre Meinung jederzeit ändern. Sie müssen keinen Widerspruch einlegen. Sie werden auch nicht dazu gezwungen. Ändern Sie einfach Ihre Ansichten und tun Sie dies kund, am besten verbunden mit der Einsicht, dass die auf dem Grundgesetz fußende Selbstbestimmung sämtlicher Bürger nicht nur für Sie gilt. Was Sie beispielsweise bei der Meinungsfreiheit auch noch vor sich haben. Und noch werden Sie ja nicht erschossen, wenn Sie mal eine Blutspende brauchen. Noch nicht.“





Eigenverantwortung

6 01 2021

„… die Finanzierung des Gemeinwesens ändern wolle. Im Falle eines erneuten Wahlsieges plane die Union, sämtliche Steuern abzuschaffen und eine gerechtere Verteilung der Lasten auf die…“

„… für SPD und Grüne nicht verhandelbar sei. Eine Regierungskoalition sei so unter keinem CDU-Kanzler möglich, ebenso kein Angebot einer rot-grün geführten Regierung an einen…“

„… bei den Freidemokraten für eine anfängliche Skepsis gesorgt habe. Lindner beklage eine für seine Partei schwerer werdende Zukunft, wenn er nicht mehr ohne jeden erkennbaren Anlass radikale Steuersenkungen fordern und die Entlastung der…“

„… alle Bundessteuern überflüssig seien, wenn die Umsatzsteuer dafür erheblich ansteige. Merz sehe in diesem Modell allerdings nur dann eine Vereinfachung, wenn ein bedingungsloses Grundeinkommen zur Unterstützung der unteren Einkommensschichten nicht eingeführt würde, da sonst eine statistische Verzerrung der…“

„… wolle die Union keinesfalls pauschal das Verbot von Steuern durchsetzen. Es müsse aber auf den Prüfstand gebracht werden, ob die heutige Umsetzung des bisherigen Systems noch für eine wirtschaftliche Zukunft und einen…“

„… nach dem Prinzip der Verantwortungsethik die Steuern aus gutem Willen nicht mehr zu berechnen und die Bürger so viel zahlen zu lassen, wie diese selbst für angemessen hielten. Offen bleibe im Vorschlag der Kirche, ob etwaige Defizite wie in ihrem eigenen Haushalt auch weiterhin durch staatliche Zuwendungen in Form von…“

„… bedeute die Abschaffung der Steuern auch den Wegfall der strafbaren Steuerhinterziehung. Der als Initiationsritus in höhere Gesellschaftsschichten unabdingbare Tatbestand müsse jedoch erhalten bleiben, da sonst zu viele Bürger, die durch Zufall oder sogar Arbeit zu Vermögen gekommen seien, in Kreisen verkehren könnten, zu denen sie nicht…“

„… sämtliche Steuern in ‚Solidaritätszuschlag‘ umbenennen wolle. Da die Bundesregierung nie vorgehabt habe, diesen endgültig abzuschaffen, könne man nun durch eine Anpassung von dessen Berechnung und Verwendung schnell eine gute…“

„… bedeute dies Erwerbslosigkeit für alle Steuerberater. Laschet plädiere daher dafür, die Betroffenen zu Vermögensverwaltern umzuschulen, was sich bei dem zu erwartenden Wohlstand vieler Wirtschaftsführer in seinem persönlichen Umfeld auch als durchaus lukrative und…“

„… von der Deutschen Bischofskonferenz als Missverständnis bezeichnet worden sei. Sollte durch Wegfall von Lohn- und Einkommensteuer auch die Kirchensteuer abgeschafft werden, müsse der Staat ersatzweise eine Abgabe in Höhe der bisherigen…“

„… dass viele Bürger ihre Steuern und Abgaben durchaus gerne zahlten und diese auch aus freien Stücken entrichten würden. Ein strafbewehrter Zwang widerspreche für die FDP dem Ideal eines demokratischen, leistungsorientierten…“

„… es eine Überlegung wert wäre, Lohn- und Einkommensteuern zu halbieren. Die Union plane dies jedoch erst für die kommende Pandemie und werde bis dahin weiter mit erprobten Instrumenten auf die…“

„… werde bereits durch einzelne Posten wie Branntwein-, Tabak- oder Pferdesteuer erreicht, da man auf die entsprechenden Waren verzichten könne. Zum Augleich schlage die Union vor, auch bisher nicht besteuerte Wirtschaftsgüter mit…“

„… habe die FDP bereits jetzt durch die vielen angeordneten Betriebsuntersagungen eine Vielzahl an Einkommensminderungen in kleinen Firmen verzeichnet, die dadurch bereits stark an Steuern gespart hätten. Zum Ausgleich fordere Lindner die Senkung des Spitzensteuersatzes, um durch eine einfache, niedrige und gerechte…“

„… plädiere Merz für eine vollkommene Steuerfreiheit bei Aktien- und Vermögensbesitz, Erb- oder Mieteinnahmen sowie oberhalb einer gewissen Einkommenshöhe. Um die unteren Gesellschaftsschichten nicht von der Mitwirkung an der Staatsfinanzierung auszuschließen, könne man gerade Renten und kleine Einkommen durch eine Anerkennung in Form von hoher…“

„… dass sämtliche Daten der Steuerzahler ohne Höchstdauer aufbewahrt und mit deren Einnahmen zusammengeführt werden sollten, um die ungefähr zu erwartende Höhe der freiwilligen Zuwendungen an die Finanzämter zu bemessen. Die Regierung setze dabei auf die Eigenverantwortung der Bürger, die im Interesse der Gemeinschaft eine korrekte…“

„… bei einer Erhöhung des Grundfreibetrags auf den Wert des Spitzensteuersatzes formal die Besteuerung der Einkommen erhalten bleibe. Es sei jedoch zu erwarten, dass dieses System nur von wenigen sehr Wohlhabenden verstanden werde, was immerhin zu Einnahmen aus den unteren…“

„… als ersten Schritt die Kraftfahrzeugsteuer abschaffen wolle. Im Gegenzug werde Merz durch eine negative Abgabe für Fußgänger oder Radfahrer die verfassungsrechtliche Ausgewogenheit des…“

„… werde das Finanzamt zumindest Löhne und Gehälter künftig direkt einziehen und einbehalten. Den Steuerpflichtigen werde danach eine Summe zurücküberwiesen, deren Höhe sich unter anderem nach der…“





Gernulf Olzheimer kommentiert (DXLII): Déformation professionnelle

27 11 2020
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Es gab damals noch keine Berufe wie Klempner oder Architekt. Die Vielzahl der haushaltsüblichen Tätigkeiten griff noch ineinander. Wer wie Rrt gern Sachen an andere Sachen hieb, wurde als Dengler beschäftigt. Der Sippenälteste kloppte Steine auf allerlei Holz, Holz auf noch weicheres organisches Material, bei unausweichlichen Gelegenheiten auch auf lebende Organismen – ausgenommen die Sippe, die sonst nicht unbeschadet überlebt hätte – und gab seine Fähigkeiten an die nächste Generation weiter, die sie einigermaßen beizubehalten, wenn nicht gar zu verbessern suchte. Manches klappte, wie zum Beispiel Metallerzeugung und Bäckerhandwerk, und vieles, Juristerei, Betriebswirtschaftslehre oder Suchmaschinenoptimierungswesen, lief gewaltig aus dem Ruder. Nichts aber blieb ehern wie die Überzeugung, dass jedes Wissen seine ewige Bedeutung für den schäbigen Rest des Weltenlaufs werde entfalten können, so sich nur niemand mit mehr als nötigem Durchblick in den Weg schmisse. Die Déformation professionnelle hatte freien Lauf.

Natürlich kennen wir heute den beruflich leicht getrübten Blick, der die Gewerke in ihrem kleinen, beschränkten Stolz auszeichnet. Der Installateur mag beim Anblick der Gästetoilette denken, dass der Mitbewerber für schmierige Spannen eine grob verdengelte Querschlonzmuffe angedreht hat, die noch nicht einmal ein Durchflusslutschstück zum zölligen Druckvorentschnatzen bietet. Soll sein. Bei einem bündigen Ebenenversatz in dimensionaler Fugendrift lässt er den Fliesenleger trotzdem die Platten in die Horizontale schwiemeln, weil er weiß: wenn man die falsche Ausbildung hat, ist Klappehalten immer eine wertvolle Option. Doch nicht nur die historisch angewachsene Basis des Know-hows ist bedeutsam, sie greift geradezu auf die Gebiete aus, die Wissen, wie auch immer es aussehen mag, zur entscheidenden Basis unserer Intelligenzgesellschaft erhebt. (Vermutlich würde diese Aussage auch andersherum funktionieren. Vielleicht aber nicht besser.)

Wer einmal als Lehrer gelernt hat, mit Kindern und Jugendlichen die Untiefen ihrer Defizite zu durchgraben, fühlt sich nicht unbedingt beschränkt, wenn nur Physik oder Erdkunde als Ventile ihres professionellen Belehrungsdrangs sich in ihre Biografie geschwiemelt haben. Hier und da labert eins in der Gemüseabteilung auch als verstrahlter Grünzeugguru über die national-spirituellen Effekte der Brokkolizucht voll, ohne sich an Regeln von Anstand und Sozialverträglichkeit zu halten, die die durchschnittlichen Grützbirnen bei völlig normaler Schwankung im Gleichgewichtshaushalt hinnehmen, weil die Gaben eher gießkannenmäßig verteilt wurden. Jedes durchschnittliche Grillfest unter unschuldigen Anrainer, schuldlos auch über Gemarkungsgrenzen hinweg, endet in brüllendem Brechreiz, sobald ein Grundschulerzieher der Gesellschaft beibringt: wer mit der ersten Wurst fertig ist, legt die Hände auf den Kopf. Wer dann noch weiterredet, kriegt keinen Salat mehr. Wer diskutieren will, schneidet die Ananas und geht dann nach Hause.

Es geht immer noch schlimmer, deshalb saugt eine Reihe von Berufen ihre Sicht auf die Dinge ein und lässt an den Gebrauchsmöglichkeiten kaum eine nennenswerte Chance. Jeder Friseur würgt beim Anblick der Schädel, bevor der Kronleuchter im Theatersaal verlischt. Jeder Zahnarzt bricht in Schweiß aus angesichts grinsender Kanzleretten aus dem sauerländischen Abraum. Doch nicht nur das Fachidiotentum, die gesamte Population ohne eine Perspektive, die auch nichts mehr erklärt, macht die Verbildung greifbar: wer sein ganzes überflüssiges Leben lang gedacht hätte, als Politikaster eine wie auch immer wichtige Rolle zu spielen, fliegt mit Schmackes aus der Reality Soap. Es blubbert auch ohne ihn weiter.

So seiern Verkehrspolizisten unaufhaltsam von der Ordnungswidrigkeit weiter, weil sie ihr ganzes Leben nicht viel mehrgesehen haben. Soziologen quaken ihre Umwelt voll. Anwälte ertränken ihre schuldfreie Hominidenumgebung mit pladdernden Plädoyers und dehnbaren Einschätzungen, ob das Huhn die Straße mit hinreichendem Tatverdacht auch tatsächlich freiwillig überquert haben könnte. Man weiß es nicht. Man hält es irgendwie aus.

Kritisch wird es, wenn die Bekloppten sich zu Experten entwickeln in einer Profession, von der sie keine wie auch immer geartete Ahnung haben. Mehrere tausend Knalltüten, siegesgewiss und in ihrer Kompetenz weltweit ungeschlagen, wissen viel mehr als der Bundestrainer, weshalb er auch nicht gewonnen hat. Nach einem kurzen Abstecher in die Atomphysik haben wir uns an die allgemeine Habilitation im Fachgebiet der Seuchenmedizin gewöhnt und sehen eine Ausbildung als Paketbote, Bankkaufmännchen und Ich-hatte-da-gar-keine-Zeit als gleichwertig an. Man kann ruhig Schuster sein, man darf nur nicht unbedingt bei seinem Leisten bleiben. Wer ist schon gegen interdisziplinäres Denken.





Scheiße Weihnachten

24 11 2020

„… keine Hoffnung mehr machen könne. Laschet habe die Hoffnung auf einen guten Ausgang des Pandemiejahres aufgegeben und sehe die härtesten Weihnachten, die die Nachkriegsgenerationen je erlebt hätten. Das Aussterben der Deutschen stehe damit unmittelbar…“

„… sich die CDU Nordrhein-Westfalen von ihrem Ministerpräsidenten bestens vertreten fühlen würden. Als weinerlicher Untergangsprophet sei er die geeignete Wahl, um seine eigene Qualifikation als Nachfolger der Bundeskanzlerin und die zu erwartenden Folgen seiner Regierung zu…“

„… arbeite der Einzelhandel unermüdlich an der Belieferung der Verbraucher mit Zanderfilet, französischen Rotweinen und Eiskonfekt. Eine Unterversorgung der Haushalte sei aber mutmaßlich nicht zu erwarten, da die vom Bundesministerium für Ernährung angegebenen Kalorienrichtwerte um mehr als achthundert Prozent über dem…“

„… etwas zurückgeben sollte. Führende CDU-Politiker hätten sich an Seenotretter und Helfer in den griechischen Lagern für Geflüchtete gewandt, um Lebensmittelspenden für Deutsche in Not zu erhalten. Laschet habe Fett- und Zuckerrationen für die gefährdeten Kinder in Köln, Düsseldorf und…“

„… in den vergangenen Jahren regelmäßig von Unterhaltungselektronik und Schmuckwaren angeführt worden seien. Sollte es im diesjährigen Weihnachtsgeschäft nicht zu einem Umsatzrekord kommen, habe man keine Hoffnung mehr, dass sich Deutschland je von den Folgen des Krieges und dem Ende des Wirtschaftswunders im…“

„… auch bei den Leistungsträgern angekommen sei. Merz habe sich beschwert, dass er wegen steigender Nachfrage keinen Jahrgangschampagner mehr ordern könne und nach eigener Aussage ‚diese Billigpisse für unter hundertfünfzig Euro‘ trinken müsse, die ‚jeder arbeitsscheue Hartz-IV-Spast‘ sich leisten könne. Das gehe die Öffentlichkeit nichts an, aber er werde als zukünftiger Kanzler sofort die…“

„… seien jetzt die Bundesbürger aufgefordert, der Welt zu beweisen, wie man sich kurz vor dem endgültigen Untergang tapfer seinem Schicksal stelle. Dafür, so Laschet, dürfe man aber nicht nur einmal im Jahr eine neue Einbauküche kaufen und dann auf die Erholung der Industrie warten, man müsse mit sehr viel mehr Engagement und unter Einsatz der letzten Eigenkapitalreserven alle…“

„… die Versorgung mit Smartphones deutlich besser sei als am Kriegsende. Nach Untersuchungen der Bundesnetzagentur sei dagegen der Anschluss weiter Teile des ländlichen Raums an das Internet noch genauso mangelhaft wie bei…“

„… fordere Laschet auch von den anderen EU-Regierungen mehr Solidarität. Sonderzahlungen als Stütze des Bundeshaushalts seien willkommen, eine Versorgung der Bevölkerung mit Rosinenbombern könne ebenfalls kurzfristige Linderung der…“

„… als unlauteren Wettbewerb ansehe. Söder habe sich in der Münchener Fußgängerzone unter der Weihnachtsbeleuchtung mit dem Slogan Wir schaffen das ablichten lassen, um die Bundesbürger auf einen couragierten Shutdown einzustimmen. Merz werde diesem billigen linken Populismus, der sogar von einer Frau in die Welt gesetzt worden sei, mit knallhartem…“

„… sei klimatisch weit von den Wintern vor 75 Jahren entfernt. Der Deutsche Wetterdienst sehe derzeit keine Anzeichen für Temperaturen, bei denen ein Erfrierungstod trotz Zentralheizung und ausreichender Bekleidung drohe. Möglich sei dies auch durch die Verlängerung des Braunkohleabbaus in den…“

„… sich gegen die Anzeige der Autoverleiher nicht wehren könne. Eine gerichtliche Verfügung gegen den Konzern, der mit dem Konterfei des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten unter dem Schriftzug Scheiße Weihnachten geworben habe, sei schon in der ersten Instanz als unbegründet und nicht einmal…“

„… jeder Verbraucher im Schnitt vier Zentner Schokolade kaufen könne, von denen weniger als hundert Gramm ohne Kinderarbeit hergestellt worden sei. Merz empfinde dies gerade angesichts eines für unsere nationalen Jungens und Mädels ausgerichteten Festes als skandalöse Verzerrung des Marktes und wolle als Bundesreichsführer nur noch Süßwaren, die von negroiden Halbaffen zum Wohle der rassisch überlegenen…“

„… dass der kommende CDU-Vorsitzende mit seiner Einschätzung durchaus richtig liege. Nach Ansicht der WerteUnion sei der derzeitige Lockdown der Kanzlerdiktatorin faktisch die Ausschaltung der Grundrechte, um die Herrschaft des von jüdischen Bankiers finanzierten Islams an die Stelle des christlichen Weihnachtsfestes zu…“

„… bereits empfindliche Einschnitte für alle Verbraucher spürbar seien. Lindner habe selbst erleben müssen, dass drei Kunden auf einen vorbestellten Porsche kämen und leistungsbereite Deutsche ohne verdächtig pigmentierte Hautfarbe mit fremdländischen Produkten wie Ferrari oder…“

„… es eine Frage der Ehre für die deutschen Durchschnittsverdiener sei, nicht nur Gedanken und Gebete, sondern auch Barmittel für verarmende Millionäre bereitzuhalten. Wer nicht frühzeitig auf Aktien von Logistikdienstleistern gesetzt habe, müsse jetzt auf die Unterstützung von ganz normalen Landsleuten, die immer an den Sieg des Kapitalismus über die…“





Böllerrebellen

18 11 2020

„… auch in Deutschland zu untersagen. Das in den Niederlanden von der Bevölkerung sehr positiv aufgenommene Böllerverbot zum anstehenden Jahreswechsel könne auf kommunaler Ebene eine entlastende Wirkung auf den…“

„… wie im KZ gehalten würden. Schiffmann werfe der Bundesregierung vor, das Volk wie die in Auschwitz inhaftierten jüdischen Untermenschen zu behandeln, die an Silvester keine Möglichkeit gehabt hätten, sich aus eigener Entscheidung in…“

„… die Wirtschaft unter einem Verbot leide. Lindner beklage eine neue Qualität in der Art, wie Merkel Deutschland in eine ökofaschistische Diktatur verwandeln wolle. Wer durch mangelnden Feinstaub absichtlich nicht an Krebs erkranke und gezielt die Aktien börsennotierter Klinikkonzerne sabotiere, müsse als Volksfeind aus dem…“

„… die Feuerwerksartikel nicht einfach vom Einzelhandel ein Jahr lang eingelagert werden dürften, da die Geschäfte dazu sicherheitstechnisch nicht in der Lage seien. Söder habe angeregt, bei der Suche nach einem Endlager für atomaren Müll den Freistaat Bayern endgültig auszunehmen, wenn dieser im Gegenzug sich bereit erkläre, alle…“

„… dass private Silvesterknallerei ebenso obsolet sei wie Pferdekutschen, Schreibmaschinen oder Verbrennungsmotoren. Da Baerbock für diese Anregung Morddrohungen erhalten habe, sei Weidel davon überzeugt, dass ein Verbot der Grünen nur noch eine Frage der…“

„… sei die von den Böllerrebellen angemeldete Demonstration vom OVG Bautzen auch genehmigt worden. Während der Kundgebung dürfe kein Feuerwerk abgebrannt werden, es sei aber nicht mit polizeilichen Kontrollen zu rechnen, da die Gefahr für die Beamten viel zu…“

„… sei die Überfüllung in den Klassenzimmern durch tödliche Unfälle leichtsinniger Jugendlicher zu korrigieren. Lindner sehe die verheerenden Folgen des Gesundheitsterrors unmittelbar im Schulbetrieb, der unbedingt wieder auf die normale Auslastung eines…“

„… habe Scheuer noch nicht bemerkt, dass der Hauptstadtflughafen zwischenzeitlich in Betrieb genommen worden sei. Sein Plan, gegen eine persönliche Provision, einen Aufsichtsratsposten beim BER und andauernde Straffreiheit wegen vergangener und zukünftiger Gesetzesverstöße die Pyrotechnika auf dem Gelände des…“

„… einen Umsatz von etwa 130 Millionen Euro kalkuliere. Altmaier bedaure den Verdienstausfall der Branche, müsse jedoch angesichts steigender Boni in der Luftfahrt- und Automobilindustrie klare Prioritäten setzen, um sich nicht in den Ruf einer einseitigen…“

„… ob der im Demonstrationsaufruf enthaltene Appell, sich selbst und anderen durch mitgeführte illegale pyrotechnische Artikel Gliedmaßen gezielt wegzusprengen, als Aufforderung zum Begehen von Straftaten im Sinne des §130a StGB zu werten sei, müsse noch geklärt werden. Zuvor werde das Sächsische Oberverwaltungsgericht abwarten, ob es während der Kundgebung wirklich zu einem oder mehreren Fällen von vorsätzlicher…“

„… sei es gute deutsche Tradition, Unschuldige durch eigenmächtiges Handeln in Lebensgefahr zu bringen und den Opfer die Schuld daran zu geben. Merz wolle dies als Regierungschef so schnell wie möglich als verfassungsmäßig verbrieftes…“

„… mache ein Absinken der Müllmenge zum Jahreswechsel die Entsorgungsbetriebe so gut wie arbeitslos. Die SPD könne dies nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren und schlügen vor, den Mitarbeitern regelmäßig zum 31. Dezember zu kündigen, um sie am 2. Januar wieder mit einem unbefristeten…“

„… dass RKI, Ärzteverbände und Kliniken ein Feuerwerksverbot forderten. Laschet habe keine Lust mehr, sich von Laien die Wirtschaft in NRW erklären zu lassen und riet den Medizinern, sich lieber um halbwegs vernünftige Lösungen für einen guten Schulbetrieb im Land der Küchenbauer zu…“

„… in die Gegendemonstration abgefeuert worden seien. Die Polizei habe diese wegen der nächtlichen Lichtverhältnisse nicht einzelnen Teilnehmern zuordnen können, gehe aber davon aus, dass es sich um ein verkehrsübliches Risiko handle, wie es auch zum Jahreswechsel in jeder…“

„… auch eine große Gefahr für Arbeiter in den Feuerwerksfabriken, die immer noch häufig durch Explosionen ums Leben kämen. Gauland halte dies jedoch für unerlässlich, da es für Mexikaner oder Inder eine Ehre sei, für die Interessen der deutschen Rasse zu…“

„… seien 57% der Deutschen der Ansicht, aus Umwelt- und Sicherheitsgründen sei dauerhaft auf Silvesterfeuerwerk zu verzichten. Scheuer habe betont, man könne wie bei einem generellen Tempolimit auf den Autobahnen nicht einfach den Mehrheitswillen der Wähler umsetzen, da es sich um national gewachsene kulturelle…“

„… werde die stalinistische Kanzlerin bald auch noch Autorennen in den Innenstädten verbieten, um Kindern, die weder Steuern zahlen noch Wertpapiere kaufen könnten, ein bequemes Leben in der sozialen Hängematte zu erlauben. Lindner werde es nicht dulden, dass die herrschenden linken Terrorverbände sich über Recht und…“

„… Flüchtlingen und Asylbewerbern für den 31.12. eine befristete Arbeitsgenehmigung erteilen könne. Sollten sich diese als Handlanger für ihre deutschen Arbeitgeber an Böllern verletzen, so sei durch eine rasche Abschiebung die Zahl der freien Intensivbetten in Deutschland keinesfalls…“





Nationale Identifikationsfigur

9 11 2020

„Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass es da eine Verschwörung gibt.“ „Aber theoretisch kann man das doch annehmen.“ „Dann wäre es nur eine Theorie, aber es ist hier praktisch.“ „Dann liegt es an der Ideologie.“ „Deshalb nennt man es jetzt ja auch Verschwörungsideologie.“ „Und das soll alles erklären?“ „Eben gerade nicht.“ „Dann haben wir ja wenigstens den Beweis.“

„Was soll das denn jetzt heißen?“ „Als Politiker muss man ein gewisses Verständnis haben.“ „Und die ganzen Knalltüten, die überhaupt keine Ahnung haben, sind wegen einer Verschwörungsideologie noch nicht Bundeskanzler?“ „Also die meisten, die ich bisher erlebt habe, waren einfach inkompetente Arschlöcher.“ „Kann ich so bestätigen.“ „Das hat aber nicht die Partei so beschlossen?“ „Ich kann mir das nicht vorstellen.“ „Höchstens, dass sie die inkompetentesten Arschlöcher befördert haben, weil die zu viel wussten.“ „Warum wussten die zu viel?“ „Weil man mit weniger Inkompetenz und mehr krimineller Energie schon in den Knast kommt?“

„Wenn man sich aber in einem Bereich der Politik schon qualifiziert hat?“ „Zum Beispiel?“ „Es gibt ja auch Leute, die kommen aus der Wirtschaft und sind als…“ „Das nennt der Qualifikation?“ „Dann wäre ja jeder Freizeitkicker schon als Bundestrainer einsetzbar.“ „Die meisten Freizeitkicker würden das unterschreiben.“ „Die meisten Abteilungsleiter auch.“ „Aber wenn man da in eine Abteilung versetzt wird, ist das nicht oft mit einem Karriereknick verbunden?“ „Deshalb soll man es ja auch lassen.“ „Weil man keine Ahnung hat.“ „Oder alles besser weiß.“ „Das eine muss das andere ja nicht unbedingt ausschließen.“

„Die moralische Tragbarkeit?“ „In meiner Jugend hätte ich Ihnen noch zugestimmt, aber langsam wird’s etwas schwierig.“ „Die Preise sind in den vergangenen Jahrzehnten echt in den Keller gerutscht.“ „Manche halten das auch für eine der wesentlichen Zugangsvoraussetzungen zu höheren Ämtern, dass sie eine gewisse moralische Hornhaut haben und nicht mehr antastbar sind.“ „Es gibt immer Lücken, und es gibt immer jemanden, der weiß, wo sie sind.“ „Stimmt.“ „Wobei auch die Leute natürlich ihren Preis haben.“ „Das regelt der Markt.“ „Der regelt aber auch, dass die Preise irgendwann anziehen.“ „Dann muss man das halt nachjustieren.“ „Den Preis?“ „Die Moral.“ „Aha.“

„Aber die Beliebtheit?“ „Bei wem?“ „Hm.“ „Ja, stimmt auch wieder. Mein Fehler.“

„Die Nützlichkeit für die Wirtschaft?“ „Hatten wir schon.“ „Ein Problem dürfte eher sein, ob einer die Nützlichkeit der Wähler für die Wirtschaft in den Vordergrund stellt.“ „Wenn einer dabei nicht über Leichen geht…“ „Die Frage hatten Sie aber schon verstanden?“ „Man muss ja nicht gleich das ganze Volk auf einmal umbringen.“ „Das würde der Wirtschaft auch nichts nützen.“ „Man könnte das langsam durchziehen.“ „Dann steigen aber die Infektionszahlen.“ „Dagegen hilft Zuwanderung.“ „Das erzeugt wieder neuen Rassismus, den man im nächsten Wahlkampf gezielt schüren kann.“ „Und das bindet wieder die Wähler.“ „Wobei das die Aktienbesitzer gar nicht mitkriegen.“ „Was auch nicht neu ist.“ „Macht das einen Politiker nun sympathischer?“ „Wenn er im Wahlkampf behauptet, die Fremden seien an allem schuld?“ „Gut, dann ja.“ „Aber auch nicht bei allen.“ „Die Hauptsache ist doch, es reicht für die Wiederwahl.“

„Sozialkompetenz?“ „Sie sagten ja schon, dass Sie das mit etlichen Jahrzehnten Abstand verfolgen.“ „Dann eben Digitalkompetenz.“ „Waren Sie in den Jahrzehnten wenigstens in Deutschland unterwegs?“ „Gibt es denn irgendeine Art von Kompetenz, die man haben muss, weil man sonst seine Wahl komplett vergessen kann?“ „Immerhin haben Sie Humor.“ „Oder es war eine rhetorische Frage.“ „Für Wirtschaftskompetenz muss man ja auch nur wissen, wer sich über Steuersenkungen freut.“ „Ist das nicht ein komplett anderes Ressort?“ „Halten Sie jetzt aktive und passive Korruption auseinander?“ „Ab Bundesebene muss man das gar nicht mehr.“ „Ist ja auch derselbe Haushalt.“

„Aber diese Beliebtheit beim Wähler, die muss man sich ja irgendwie erarbeiten.“ „Die meisten wollen das gar nicht.“ „Die Bundeskanzlerin wird ja von einigen ‚Mutti‘ genannt.“ „Das finde ich aber höchst despektierlich.“ „Mehr als ‚Birne‘?“ „Man muss doch den Eindruck haben, dass diese Person als Person…“ „Nicht als Persönlichkeit?“ „Da gibt es ja bei den meisten nicht mal groß irgendwas zu spalten.“ „… oder dann eben als Persönlichkeit für Deutschland steht.“ „Halten Sie die Mehrheit der Deutschen für solche Vaterlandsverräter?“ „Also jetzt erlauben Sie mal!“ „Naja, als nationale Identifikationsfigur geht der jedenfalls nicht durch.“ „Ich verlange von Ihnen trotzdem eine…“ „Jetzt lassen Sie’s mal gut sein.“ „Ich…“ „Ja, ich auch.“ „Mehr hat er auch nicht gesagt bisher.“ „Das reicht nach seinem Verständnis.“ „Für Deutschland?“ „Für das Amt.“ „Das kann sogar sein, wenn man sich den internationalen Vergleich anschaut.“ „Also hätte er anderswo auch Chancen?“ „Außer ihm glaubt das keiner.“ „Das reicht ja auch.“ „Weil das sonst keiner glaubt?“ „Das wäre im internationalen Vergleich ja schon wieder positiv.“ „Mein Güte, kann man das denn jetzt nicht einfach mal klar auf den Punkt bringen? Es gibt eben widerlich dumme Arschlöcher, denen jeder nässenden Ausschlag wünscht!“ „Das klingt eigentlich plausibel.“ „Ich kann das nachvollziehen.“ „Doch, ja.“ „Herr Merz? Ich glaube, wir haben es. Es gibt da einen Verdacht, warum Ihre Landsleute auf Sie als Bundeskanzler eher nicht so scharf sind.“





Maskenball

2 11 2020

„Müsste man nicht genau jetzt die Schulen wieder schließen?“ „Dann können die Eltern aber nicht zur Arbeit, und die Wirtschaft bricht ein.“ „Ah, jetzt verstehe ich!“ „Gut, dann haben wir’s ja.“ „Danke, schönen Tag noch!“ „Ebenso!“

„Ach, warten Sie mal – mir waren da noch ein paar unlogische Sachen aufgefallen.“ „Unlogisch? da überschätzen Sie die Kreativität der Politiker.“ „Ich meine zum Beispiel die Restaurants.“ „Was ist mit denen?“ „Die sind jetzt geschlossen.“ „Das war beim letzten Mal auch schon so.“ „Allerdings, und das müssen Sie mir mal erklären.“ „In den Lokalen treffen sich Menschen aus ganz unterschiedlichen Haushalten, hier besteht erhöhte Infektionsgefahr, also sind die zu.“ „Diese erhöhte Infektionsgefahr, die besteht doch auch in Hotels.“ „Ja, aber nicht bei Dienstreisen.“ „Wenn also der Vorstand mit seiner Sekretärin…“ „… dann halten die sich meist nur in einem Zimmer auf.“ „Und Familien?“ „Da muss man zumindest Außenkontakte wie Schule oder einen Arbeitsplatz unterstellen, deshalb sind Hotels für private Übernachtungen zu gefährlich.“ „für Dienstreisen nicht?“ „In Zuge der Vereinfachung haben Bund und Länder diese Regelung auch an die allgemeine Entwicklung angepasst.“ „Was heißt das jetzt konkret?“ „Dass die Restaurants auch zu sind.“

„Also Sie erzählen mir jetzt gerade, dass die Restaurants zu sind, weil sie geschlossen werden mussten…“ „Hören Sie, diese Regierung setzt auch eine Drogenbeauftragte ein, die öffentlich erklärt, Cannabis sei nicht erlaubt, weil es verboten ist.“ „Das ist nett, wie Sie meine Erwartungen immer wieder untertunneln.“ „Nur für Sie.“ „Danke, aber ich kapiere es immer noch nicht.“ „Damit wir die Wirtschaft schützen können.“ „Die Wirtschaft? sind Restaurants, Bars und Hotels keine Wirtschaft?“ „Sie haben das Wort ‚Wirtschaft‘ etwas zu wörtlich verstanden, wie?“ „Ist denn die Gastronomie kein Wirtschaftszweig? Gibt’s da keine Arbeitsplätze?“ „Wenn die Leute sich im Restaurant infizieren, können sie nicht mehr zur Arbeit, und das wollen wir doch nicht, oder?“ „Dann erklären Sie mir doch mal, warum im Gegensatz zu den Restaurants die Kantinen offen sind.“ „Weil die Leute irgendwas essen müssen.“ „Das hätte ich jetzt nicht erwartet.“ „Sie sehen, unsere Politik steht für marktkonforme Demokratur mit menschlichem Antlitz.“

„Was ist denn bitte der Unterschied zwischen einem Restaurant und einer Kantine?“ „Wenn Sie den nicht kennen, dann möchte ich nicht wissen, in welche Restaurants Sie gehen.“ „Infektionsmäßig.“ „In der Kantine bekommen Sie die Speisen nicht an den Tisch serviert und haben so gut wie keinen Kontakt zum Personal.“ „Dafür sitzt man da aber meistens bunt durcheinander an langen Tischen, und jeder kommt aus einem anderen Haushalt.“ „Aber alle arbeiten in derselben Firma.“ „Das ist doch nicht zu vergleichen!“ „Schauen Sie, es gibt ja auch Berufe, die nehmen ein weitaus höheres Risiko auf sich. In meiner Anwaltskanzlei zum Beispiel gehen wir in der Mittagspause gerne mal zum Italiener.“ „Das geht jetzt natürlich nicht mehr.“ „Korrekt. Wir opfern uns für die arbeitende Bevölkerung, und ich würde gerne Anerkennung von Ihrer Seite bekommen.“ „Soll ich klatschen?“

„Sie sehen, es ist nicht zu machen.“ „Warum kann man in Restaurants nicht einfach lüften?“ „Lüften? Soll ich da etwa im Mantel sitzen und meine Kalbsschnitzel in mich reinstopfen?“ „Es wird ja wohl möglich sein, irgendwo Luftfilter zu installieren.“ „Viel zu teuer.“ „Das ist doch Sache der Gastronomen, das zu entscheiden.“ „Ach so, Sie sprechen immer noch von den Restaurants.“ „Aber selbstverständlich. Fenster auf, Schal um, alles wird gut.“ „Das vergessen Sie mal ganz schnell wieder, das geht nämlich physikalisch gar nicht.“ „Ach.“ „Das sollte man mit etwas Mittelstufenwissen aber verstehen, dass Luftmassen sich nicht austauschen, wenn es draußen zu kalt ist.“ „Und Sie sind sich sicher, dass diese Bundesregierung nicht dafür den Klimawandel beschleunigt?“ „Also bitte!“

„Das klingt alles total logisch, deshalb dürfen auch nicht ein paar Dutzend Personen aus mehreren Haushalten in einem Bus sitzen.“ „Wer hat Ihnen denn das erzählt?“ „Wäre doch logisch.“ „Da gilt selbstverständlich die Maskenpflicht.“ „Sie haben schon länger nicht mehr in einem Bus gesessen?“ „Was hat mich verraten?“ „Ach, nichts. Es ist nur nicht unbedingt so, dass die Leute das ernstnehmen würden.“ „Das würde auch unseren Bürgerrechten widersprechen, wenn man diese Freiheiten für alle einschränkt. Und die Bundesregierung kann da ebenso wenig machen wie die Länder.“ „Dass es in jedem deutschen Transportunternehmen so etwas wie Beförderungsbedingungen gibt, hatte sich auch noch nicht herumgesprochen?“ „Jetzt verlassen Sie aber langsam den demokratischen Sektor!“ „Wenn wir den Gebrauch von Masken in den öffentlichen Verkehrsmitteln besser kontrollieren würden, dann hätte davon übrigens auch die Wirtschaft etwas.“ „Das ist doch eine Milchmädchenrechnung!“ „Und wenn man beispielsweise besseren Verkehr für die Schüler organisieren würde, dann hätten wir auch nicht das Theater mit den Infektionsherden in den Bildungseinrichtungen.“ „Jetzt lassen Sie endlich die Finger vom deutschen Verkehr, das ist doch alles viel zu teuer!“ „Weil das der Steuerzahler trägt? Der muss doch jetzt schon für den Murks aufkommen, den der Verkehrsminister fabriziert.“ „Davon verstehen Sie nichts, das ist alles systemrelevant.“ „Für den Verkehrsminister und seine Freunde vielleicht.“ „Meine Güte, ich kann es ja auch nicht ändern, es ist nun mal eine komplexe Situation, die so gar nicht vorgesehen war.“

„Naja, vielleicht kommen wir ja mit etwas mehr Gottvertrauen durch die Sache, wobei: gibt es denn noch Gottesdienste?“ „Die Bürger brauchen einen gewissen geistlichen Beistand, aber mehr als die Börsenkurse können wir momentan nicht bieten.“ „Wundern Sie sich nicht, wenn das zu gewalttätigen Protesten führt.“ „Hauptsache, die Leute tragen dabei eine Maske.“