Vollbremse

23 08 2017

„Kennzahlen haben wir gerade keine, aber ich kann Ihnen zusichern, Deutschland ist auf einem sehr guten Weg. Ja, das hat die Kanzlerin uns selbst noch gesagt, ich weiß gar nicht mehr, wann das war, aber von uns war sowieso keiner dabei, darum müssen Sie mir das einfach mal glauben. Ist ja eh Wahlkampf, nicht wahr?

Natürlich nehmen wir das mit der Demokratie sehr ernst. Wir sind immer für den Föderalismus, auch dann, wenn es mal nicht den Bund betrifft. Da dürfen die Länder und Gemeinden gerne auch mal ihre eigenen Vorstellungen entwickeln. Es soll da vereinzelt Unternehmen geben, die sehen sich trotz guter Konjunktur schlechter als vor drei Jahren. Wir hatten es vor der Wahl schon gesagt: für die Konjunktur können wir nichts. Aber wir sind trotz allem lernfähig, und deshalb sagen wir heute das Gegenteil dessen, was wir, und das sage ich aus tiefster Überzeugung, damals natürlich auch auf einer sehr guten argumentativen Basis… wo war ich? Ach so, ja.

Das sehen Sie an Dingen wie Reaktorlaufzeiten oder Pkw-Maut oder Wehrpflicht, die Kanzlerin ist sich da treu, weil sie sich ändert.

Man muss das den Wählern anders beibringen, anders als noch vor fünfzig Jahren. Damals hatten wir den Russen, der stand irgendwo in der Zone und wollte uns mit der Planwirtschaft fertigmachen, aber wir hatten auch Coca-Cola und Pershings, und da machte die Sache so einfach. Keine Coca-Cola, kein Fortschritt. Jetzt hat der Russe das Gas, da müssen wir mit einer breiteren Argumentation auf die Wähler zugehen, da wir sonst auf eine Vielzahl schlüssiger Einwände reduziert werden könnten, so wahlkampftechnisch gesehen. Wir haben uns mit den Fachkräften aus dem Innenministerium und den anderen ungeschulten Helfern im Kanzleramt auf eine dreiteilige Taktik geeinigt. Angst, Unsicherheit, Zweifel.

Mal so ganz direkt gefragt, wollen Sie in einem Deutschland leben, in dem Ihr Nachbar Ausländer ist und ein Elektroauto fährt? Ah, tun Sie schon. Wenn Sie mir vorher verraten hätten, dass Sie Unternehmer sind, hätte ich natürlich… ach, egal.

Nein, Sie müssen das mal aus der Perspektive Ihrer Angestellten… woher soll ich denn wissen, wie Sie Ihre Angestellten bezahlen? Gut, also der durchschnittliche Wähler, aber nicht vorbestraft. Der fragt sich natürlich: woher kriegt der da nur ein Luxusauto, der ist doch gar nicht integriert, sieht man doch an der Hautfarbe? Das hat mit Neid nichts zu tun, das ist ganz einfach die Einstellung für ein Deutschland, in dem erstmal dieser Wähler gut und gerne leben möchte, und dann schauen wir mal weiter, klar!? Das ist doch legitim, dass man den Ehrgeiz erstmal für sich selbst produktiv macht, oder sehe ich das so falsch?

Wir arbeiten hier in einer konzertierten Aktion. Das mit den Elektroautos haben wir gemacht, damit die FDP denkt, wir wollen die Grünen ärgern, und das mit dem Breitbandausbau machen wir, damit die Grünen denken, wir wollen der FDP vors Knie treten. Unsere Kanzlerin ist da strategisch äußerst flexibel aufgestellt, sie ist für Koalitionen mit allen zu haben, zeigt es aber keinem. Wenigstens nicht vor der Wahl.

Sie müssen das konzentriert, nein: konzertiert zusammendenken, wir wollen das Elektroauto doch nur als Motivation für die Bevölkerung. Wenn wir da die Vollbremse in Brüssel machen, dann haben wir möglicherweise in ein paar Jahren Wähler, die sehr zufrieden sind, weil die Kanzlerin sich in einem Akt plötzlicher Meinungsvergessenheit total um sich selbst dreht und alles wegdieselt, was vorher noch nach Autoindustrie aussah. Man muss mit der Wirkung von Angst, Unsicherheit und Zweifel arbeiten, dann kriegt man die Wähler auch auf seine Seite.

Wieso wir dann so hohe Subventionen an die Industrie zahlen? Ich habe gerade keine Ahnung, worauf Sie sich beziehen.

Aber wenigstens wirkt es. Die Industrie ist mit der Arbeit der Bundesregierung so unzufrieden, die wollen glatt den Breitbandausbau selbst stemmen, weil sie wissen, dass sie nach noch mal vier Jahren Dobrindt international endgültig am Arsch sind. Angst, Unsicherheit, Zweifel. Wenn wir nachhaltig die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft in die Tonne treten, dann entwickelt sich hier eine Art sozioökonomischer Widerstand, verstehen Sie? Das ist eine Art Hartz IV für die Großkonzerne – Fordern, Fordern, Fordern, und irgendwann fangen die an, sich selbst zu fördern. Wir werden blühende Landschaften haben, Windparks, Solaranlagen, Stromautos, Gewerkschaften – und dann machen wir das Netz mit den Ladestationen kaputt, weil das mit irgendwelchen Wohnraumförderungen nicht mehr hinhaut, wenn vor jeder zehnten Haustür eine Stromzapfsäule stehen muss, und dann haben wir lauter Elektroautos und keinen Strom dafür, und dann sind die Dieselfahrer wieder glücklich, und die Grünen, und die FDP, und die… –

Klar bedeutet das Stillstand. Das haben wir nie geleugnet. Aber dann erklären Sie mir mal: wie soll man denn ohne ausreichend langen Stillstand den Wählern erklären, dass es in den nächsten vier Jahren aber endlich mal Bewegung gibt!?“





Amnesie International

1 08 2017

„… nicht weiter verfolgen wolle, um so kurz vor der Wahl den inneren Frieden der Bundesrepublik zu erhalten. Die Christsozialen hätten dabei an eine vollständige Straffreiheit aller Beteiligten in sämtlichen Automobilkonzernen des…“

„… neu überdenken müsse. Das Auto sei auch ein deutsches Kulturgut, deshalb müsse die Politik mehr tun, um Fahren unter dem Einfluss des deutschen Kulturgutes Alkohol nicht mehr als…“

„… keinesfalls als politisch motivierte Tat anzurechnen sei. Seehofer habe betont, dass sich sein Vorstoß nicht nur auf Bayern, sondern auf ganz Deutschland…“

„… Devisengeschäfte immer strafrechtlich unangetastet bleiben sollten. Im Gegensatz zu Ladendiebstählen seien die Täter vor der Tat meist nicht vorbestraft, weshalb ihnen eine Strafe auch weiterhin nicht…“

„… den Straftatbestand der Steuerhinterziehung zumindest auf Landesebene sofort ersatzlos streichen wolle. Bayern werde natürlich mit gutem Beispiel vorangehen und alle…“

„… dürfe es zwar keine generell Straffreiheit für Dividendengeschäfte geben, die Bundesregierung und sei jedoch auf Wunsch der Banken gerne bereit, Nichtanwendungserlasse sehr individuell und grundrechtsschonend zu…“

„… eine bundeseinheitliche Regelung der Fahrtauglichkeit ausgedient habe. Seehofer lehne insbesondere für Bayern jede Obergrenze ab, da die Bevölkerung hier schon immer sehr viel vertrage und sich nicht zimperlich mit den…“

„… sei auch mit einer Verbesserung der Kriminalstatistik verbunden. Der große Anteil an Steuerstraftaten führe in gewissen Kreisen der Gesellschaft zu einem Makel, den zur Wahrung der sozialen Stabilität kein…“

„… Kombinationsdelikte einführen wolle. So sei nach Dobrindts Wunsch schwere, cyberähnliche Computerkriminalität, die mit einem Interwebnetz ausgeführt werde, automatisch dann straffrei, wenn sie in einem Kraftfahrzeug mit einem Alkoholpegel von mehr als…“

„… die Leistungserschleichung ausdrücklich von den Reformbestrebungen ausgenommen sei. Wer sich kein eigenes Kraftfahrzeug leisten könne, der begehe in Bussen und Bahnen schwerste Straftaten, die zulasten der Allgemeinheit und…“

„… die Wissenschaft seit Einstein verstanden habe, dass jede Geschwindigkeit relativ sei. Daher müsse die Beurteilung vor allem innerstädtischer Tempolimits endlich auf eine physikalische Basis umgestellt werden, die von Bayern aus…“

„… es sich außerdem um eine weit verbreitete und daher menschlich absolut nachvollziehbare Tat handele, die nicht auch noch durch moralisierende Vorwürfe erschwert werden dürfe. Scheuer und Hoeneß seien davon überzeugt, dass niemand besser als sie…“

„… zu den gefährlichsten Substanzen gehöre, deren Erwerb, Besitz und Gebrauch viel härter betraft werden müssten. Beispielsweise habe die Bundesregierung noch nicht genug getan, um den Cannabismissbrauch von Radfahrern, die jährlich mehr als…“

„… dass Grapschen auch außerhalb von Festzelten endlich als Kulturtechnik gewürdigt werden müsse. Zwar wolle Scheuer die generelle Straflosigkeit vorerst nur für deutsche Täter garantieren, er erhoffe sich davon aber eine rasche Versachlichung der…“

„… schwere und gefährliche Körperverletzung oder versuchter Mord noch immer eine zu große Rolle in der Statistik spielten. Aktionen, die aus Liebe zu Volk und Vaterland etwas aus dem Ruder gelaufen seien, könne man ab sofort mit mehr Toleranz und christlicher Barmherzigkeit als…“

„… sich Ampelphasen zum Beispiel durch die Rotverschiebung erst nach dem Quantensprung als Ordnungswidrigkeit herausstellten. Der zügige Abbau der Bußgeldverfahren sei für Seehofer ein Anliegen, das den Wissenschaftsstandort Bayern nachhaltig und…“

„… jeder Bürger des Freistaates das Recht auf eine Doktorarbeit habe. Die rechtlichen Hürden, so Hermann, müssten unverzüglich…“

„… nur dann verfolgen wolle, wenn der Grapscher objektiv den Eindruck gewonnen habe, durch seine Tat sei eine Frau sexuell belästigt worden. Dies könne für eine erheblich größere Rechtssicherheit im…“

„… Strafverschärfungen immer als sehr gut geeignet erschienen seien. Die Landespolitik wolle jedoch deutsche Fabrikate, auch wenn sie im absoluten Halteverbot…“

„… Diebstahl auch oberhalb gewisser Summen straffrei zu stellen, wenn es sich um den Träger eines politischen Mandats oder einen kirchlich…“

„… mit dem Tragen einer Polizistenuniform eine berufsbedingte Amnesie einsetze, die sich auf die Grundrechte sowie alle daraus abgeleiteten gesetzlichen Bestimmungen beziehen dürfe. Der Freistaat werde in enger Kooperation mit Sachsen eine Testphase für den…“

„… im Regierungsbezirk Oberfranken weiterhin gültig sei. Die aus Tunesien stammende Frau habe sonntags vorsätzlich ein frisch gewaschenes Laken in der Öffentlichkeit aufgehängt. Die Abschiebung müsse laut Scheuer sofort geschehen, um allen Einwanderern deutlich zu zeigen, dass in Bayern ohne Ausnahme Recht und Gesetz…“





Etwas Ordentliches

10 07 2017

„Also erst Betriebswirtschaft und danach den Einzelhandelskaufmann? Abgebrochen? Ach so, beide nicht? Naja, das ist natürlich dumm. Sonst könnte ich Sie ja noch als Kundenberater ins Call-Center schicken.

Wieso haben Sie denn das Studium damals nicht weiterverfolgt? Weil Sie arbeiten mussten? Familie gründen? Das ist immer ziemlich schlecht, das habe ich hier mehrmals täglich, dass die Leute arbeiten wollen und Geld verdienen und Berufsausbildung machen und solche Sachen halt – damit hat man auf dem Arbeitsmarkt dann später keine Chancen. Das hätte ich Ihnen gleich sagen können, wobei: Sie waren doch damals beim Arbeitsamt, hat man Ihnen da nichts gesagt, also ich meine, hat man Sie da nicht gewarnt, dass so eine Berufsausbildung unter Umständen eine Sackgasse sein könnte, dass man damit seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt massiv… Ach so. Ja, wenn die Ihnen das raten, weil sie eine freie Stelle haben und Ihnen die Leistungen sonst kürzen, dann ist das etwas anderes. Da sind Sie sozusagen unverschuldet in Not geraten.

Diese Fortbildung, war das etwa Ihre Idee? was kostet denn das, Systemadministrator? Wie bitte!? Sie verballern hier zehntausend Euro von unseren Steuergeldern und reißen dann die Klappe auf, dass man Ihnen nicht sofort einen Spitzenjob anbietet? Und mit dieser parasitären Einstellung wollen Sie dann… – Selbst bezahlt? Wieso das denn? Von dem Geld hätten Sie mehrere Monate lang leben können, was hätten wir da an Arbeitslosengeld gespart!

Aber das ist so mit den Leuten, das habe ich hier ständig. Die setzen sich irgendwas in den Kopf, dann machen sie einen Eignungstest, am besten noch beim Arbeitsamt, und dann bilden die sich ein, nur weil sie eine Fortbildung machen können, seien sie auf dem Arbeitsmarkt besser positioniert. Man muss doch auch mal realistisch bleiben! Wenn ich mir ansehe, was die jungen Leute heute für Ziele haben, immer ins Ausland, Praktika hier, Projekte da, das kann doch auf Dauer nicht gut sein. Wenn Sie als Systemadministrator extra umgezogen sind, so mit neuem Job, anderes Berufsbild, was wollten Sie eigentlich erreichen? Wie, mehr Steuern zahlen? Das denkt man, aber das sagt man doch nicht!

Wir hätten hier natürlich auch so Sachen, die wären jetzt recht kurzfristig zu besetzen, wobei ich da mal nach Ihren beruflichen Erfahrungen sehen muss. Da wäre etwas in der Produktion, es geht um Frischmilch, das heißt es wäre aber eher im Bereich Reinigung. Also in der Industrie. Da könnte ich mir bei Ihnen einen Job gut vorstellen, Sie müssten da natürlich wieder umziehen, aber dafür ist es auch nur auf drei Monate befristet. Aber ich sehe gerade, der Personalchef will keine Akademiker haben, denen muss er alles immer so umständlich erklären. Tja, da hätten Sie mal lieber etwas Ordentliches gelernt und nicht Betriebswirtschaftslehre studiert, mit Ihrer Überqualifikation kann ich Sie da leider nicht vermitteln. Keine Chance.

Ich glaube Ihnen ja, dass Sie Autos reparieren können, aber ohne Qualifikation geht da nichts im technischen Bereich. Das ist nicht nur wegen der vielen Werkzeuge und Maschinen – also stellen Sie sich mal vor, Sie wollen da von jetzt auf gleich, also quasi in weniger als zwei Jahren sollten Sie an der Stanze stehen, das teure Metall, die Rohlinge muss man teilweise mit einem zehntel Millimeter Spiel rausnehmen, das ist echte deutsche Maßarbeit – das ist ja auch wegen der Verkehrssicherheit so. Dass Sie da an einem Pkw einfach mal Bremsschläuche montieren, das geht gar nicht. Wenn da der Druck vom Hauptbremszylinder nicht ankommt, dann verreißen Sie vor Schreck auch noch das Steuer und fahren geparkten Autos in die Tür. Was Sie da alles anrichten können! Das vergessen Sie mal ganz schnell wieder.

Wir hätten hier etwas in der Pflege. Das könnte ich mir ganz gut vorstellen für Sie.

Sie müssen sich halt vernünftige Ziele gesetzt haben. Nein, nicht setzen – gesetzt haben. Sie können doch nicht einfach so aus der Gegenwart die Zukunft beeinflussen wollen, das ist absolut unseriös. Aus der Vergangenheit die Gegenwart steuern, das geht. Aber sonst? Sie müssen auch mal wissen, wann Schluss ist.

Ich mache Ihnen einen Vorschlag: wir haben da doch noch den Niedriglohnsektor. Es muss ja auch einer Päckchen für Ihren Versandhändler packen, solange das noch kein Roboter macht. Oder die Burger für Ihre Mittagspause braten. Wir haben da ein besonderes Qualifizierungsprogramm aufgelegt, das Ihnen weiterhilft: die Dequalifizierung. Doch, Sie haben das schon richtig verstanden. Für die Bereiche, in denen wir noch Arbeitskräfte suchen, bieten wir eine gezielte Zurückbildung an. Bei manchen dauert das natürlich ein bisschen, aber wir wollen die Vollbeschäftigung ja auch erst in der überübernächsten Legislaturperiode hinkriegen. Bis dahin sind Sie vielleicht schon depressiv und haben sich aufgehängt, Kollege Krebs kam vorbei oder man hat Ihnen im Winter die Heizung abgestellt. Da lernt man auch etwas, und zwar fürs Leben.

Nein, war nur Spaß. Wir lassen ja niemanden zurück bei der Dequalifizierung. Auch solche Leute werden gebraucht. Es können nicht alle besonders klug sein oder erfolgreich. Warten Sie mal, hier ist gerade noch etwas reingekommen. Generalsekretär in einer großen deutschen Volkspartei, könnten Sie sich das vorstellen?“





Gernulf Olzheimer kommentiert (CCCLXXVIII): Die Unterwerfung

7 07 2017
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Keiner erinnert sich an Pumpelbert Ohnekinn, die verkommene Letztgeburt Knødebrehts von Olpe-Bitterfeld, mit dessen spektakulärem Ableben das Geschlecht der Westerwälder endgültig seine lästige Existenz drangab. Der vormalige Herzog von Flundern hatte sich einen Namen gemacht als führender Blödkolben der von den Langobarden geduldeten Heckenpenner zwischen Burgund und westgotischer Tiefebene, sein historisches Unglück in der Suppenschüssel aber kümmert bis heute weder Fachwelt noch interessierte Laien, wiewohl der Tage später in braunsaurer Tunke dümpelnde Fürst bis heute als unförmig aufgedunsener Fleck das Wappen der Pumpeliden ziert, ein gestümmelter Geck mit ohne Gesicht. Dass eins seiner gedächte, passiert nur, wenn die vorherrschende Eigenschaft dieser Knalltüte zur Sprache kommt: die Diener auf Knien rutschend unter plärrenden Entschuldigungen das Frühstück servieren zu lassen, allzeit bereit, ihnen das Zepter über die Rübe zu ziehen, damit er sich über die Milchflecken auf der Auslegeware echauffieren könne. So war denn auch keiner sehr überrascht, dass sich der Monarch die Kehle mit dem Bratenmesser durchgesägt hatte, bevor er mit gefesselten Griffeln in die Brühe hüpfte. Personal ist nun mal Vertrauenssache.

Inzwischen sind es die Bäckereifachverkäuferin, der Taxifahrer und die Telefonterrorfachkraft an der Hotline, die sich mit Sehr gerne und ähnlichen Schleimabsonderungen für die Bestellung eines Schnittbrötchens, die notwendige Aufnahme der Kundennummer oder rechtzeitiges Bremsen in Ampelnähe bedanken, was gleichzeitig als passiver Widerstand gegen das verhasste Berufsbild und als aggressiver Akt zu sehen ist gegen die Nonchalance des Kunden, der einfach nur eine Schrippe oder am Hauptbahnhof aussteigen will. Kein Mietkutscher macht das übermäßig gerne, und der, der nachts im Nieselregen vor der Domplatte auf den letzten Zug aus Bad Salzdetfurth wartet, tut es nicht aus reiner Menschenfreundlichkeit, sondern im klebrigen Konkurrenzkampf gegen die anderen Chauffeure, die nur tagsüber und zuschlagfrei fahren. Hör zu, sagt die erzwungene Unterwürfigkeit, ich mache diesen Scheißjob, weil ich nicht anders kann, dabei rutsche ich auf dem Teppich herum, muss jederzeit damit rechnen, dass ich die Plempe in den Flokati pladdere, und die zahlenden Bumsköpfe machen die Angelegenheit auch nicht leichter. Das dusselig um sich wuchernde Gefloskel, bitte gern, bitte gleich, es hat aus dem herrschaftsfreien Diskurs der nach Krieg und Zerstörung erwachsenen Gesellschaft endlich wieder jene Zwangshandlung von Ichlingen im Konkurrenzdruck gemacht, wo jeder seinen Job hasst wie die Kunden und die Kunden wie seinen Job. Mit der komplett verschwiemelten Gefälligkeit erbricht sich auch ihr Gegenteil in Richtung Konsument, der nur spärlich kaschierte Hass.

Warum sollte der Normalarbeitnehmer plötzlich mit ausufernder Penetranz das Joch herrschender Verbraucherwünsche als Zeichen innerer Freiheit feiern? Brezelt der Semmelhändler dem Besteller aus Prinzip einen Sack Küsschen ins Kreuz? oder braucht er die Karmapunkte, um in der nächsten Runde als Etagenkellner die Liebedienerei als Kunstform zu perfektionieren? Mitnichten. Wie in psychotischer Angstlähmung buhlt der Ladner um ein mildes Lächeln, das ihn vor dem Fallbeil zu schützen scheint, wenn beim Jüngsten Gericht der Patron die Anstellung beendet oder verlängert. Nicht der Besteller, der sich freuen sollte, dass man ihm am Sonntag vor acht mit zwei Mohn, zwei Sesam plus halbwegs frischen Rosinenschnecken die Stoffwechselsituation verbessert, der Bäcker hat die Gnade des Herrn zu preisen, dass er seinen Job lieben darf, während König Kunde, der in den Zeitläuften rasch verdrängte Flusenlutscher, der kommt und auch wieder gehen wird, sein Regiment mit Dummheit und Willkür aufrecht erhält, dafür noch Beifall erwartet und die unverbindliche Larmoyanz der Ellenbogengesellschaft.

Professionelle Liebe ist ebendies und auf den ersten Blick erkennbar, jene unpersönlich und ad hoc angeknipste Lächelkonserve, mit der Fisch und Urne, Seife und Knarre über den Tresen wandern. Danke, säuselt das Mädchen im gestreiften Zwirn, dass Sie sich für Rotz & Söhne entschieden haben, schönen Tag noch, beehren Sie uns bald wieder, möge die Erde Ihnen leicht sein. Alles ist gut, sie hat alles getan, weil sie weiß, dass sie in dieser völlig verdübelten Arbeitswelt für jeden Fehler selbst verantwortlich ist und also verantwortlich gemacht werden wird, und hat sie keinen Fehler gemacht, dann wird ihr willenloses Gewimmer eben zum Fehlverhalten deklariert, um sie besser zu steuern, vulgo: sie leichter vor die Tür setzen zu können, wenn sie zu teuer wird, zu alt, whatever. So wird sie zur perfektionierten Overachieverin, ein grinsdebiles Bündel Angst auf der Rutschbahn zum Burnout, innerlich bereits kurz und klein gefaltet, wie in einer paradoxen Reaktion auf die eigene Zombieexistenz. Es gibt keinen Weg, dass sie dem Kunden gleich beim Betreten des Ladens aufs Maul hauen könnte, weil er mutmaßlich nicht passend zahlt. Abgesehen von Berlin.





Ein Kessel Bundes

6 07 2017

„Das meinen wir doch nicht ernst!?“ „Fragen Sie mich nicht.“ „Aber wir haben das Programm doch entworfen!“ „Das ist schon richtig.“ „Und wir ziehen damit auch in den Wahlkampf.“ „Korrekt.“ „Dann muss sich doch jemand Gedanken gemacht haben, was da drinsteht!“ „Nicht zwingend.“

„Dass die Sozen Wahlwerbegeschenke machen, das ist klar, aber wir müssen das doch nicht auch noch.“ „Wegen Steuererleichterungen? die haben die Besserverdienenden auch.“ „Okay, das ist nicht der Punkt.“ „Dann verstehe ich nicht, warum Sie sich so aufregen.“ „Weil wir Vollbeschäftigung versprechen. Vollbeschäftigung!“ „Ja, das habe ich auch gelesen.“ „Mann, Vollbeschäftigung – haben Sie überhaupt eine Ahnung, was das bedeutet?“ „Na logisch, das heißt noch mehr Steuereinnahmen, da sprudeln die Kassen über, dann können wir die Steuern senken, was zugleich mehr Arbeitsplätze in der…“ „Sie hören mir nicht zu.“ „Doch, aber ich wurde in der Vorbereitung auf den Wahlkampf so gebrieft, dass mir immer nur diese Argumente einfallen.“ „Dann denken Sie doch mal nach!“ „Darf man das noch, so kurz vor der Wahl?“ „Meine Güte, wohin sind wir geraten!“

„Nein, ehrlich – was ist denn daran falsch?“ „Sie haben vom Arbeitsmarkt keine Ahnung!“ „Das hat die SPD auch gesagt, und die will sogar den Fachkräftemangel noch…“ „Sie sind ja dümmer, als die SPD erlaubt.“ „Sehen Sie, deshalb sind wir hier ja auch in der CDU.“ „Sie machen mir Migräne!“ „Schreien Sie nicht so, davon wird’s auch nicht besser.“ „Der Fachkräftemangel, von dem Sie da reden, den gibt es doch so gar nicht!“ „Versuchen Sie doch vom Arbeitsamt mal einen Klempner zu kriegen, die haben einfach keinen.“ „Weil die die Leute in Billigjobs drücken, statt sie weiter zu qualifizieren.“ „Das kann doch nicht funktionieren, sonst hätten wir es längst gemacht.“ „Und warum haben wir es nicht gemacht?“ „Zu teuer.“ „Und was will die SPD?“ „Die Leute weiter qualifizieren und das Geld dafür aus der… oh!“

„Okay, dann noch mal von vorne. Wir haben anderthalb Millionen Arbeitslose.“ „Kann sein, ich habe nicht nachgerechnet.“ „Die wollen Sie alle als Fachkräfte einstellen.“ „Das wäre die Lösung!“ „Und wie wollen Sie die qualifizieren?“ „Muss man doch gar nicht, die kann man doch im Billigsektor beschäftigen.“ „Wo denn?“ „Naja, wenn wir zum Beispiel die Textilindustrie wieder nach Europa zurückholen, dann können wir im internationalen Wettbewerb wieder mitspielen.“ „Und wie wollen Sie das anstellen?“ „Über den Preis. Glauben Sie mir, das funktioniert nur über den Preis – die deutsche Arbeit an sich ist qualitativ über jeden Zweifel erhaben!“ „Aber selbst dafür müsste man die Arbeitslosen irgendwie qualifizieren.“ „Meinen Sie? Wenn die in Bangladesch das können, dann muss das deutschen Arbeitskräften auch zuzumuten sein.“ „Das bringt doch nichts, wir haben ja nicht einmal die Fabriken dafür!“ „Die könnte man hier hinbauen, kein Problem – vielleicht investiert Bangladesch ja?“ „Und dann arbeiten deutsche Niedriglöhner für Textilhersteller aus Asien?“ „Sie dürfen nicht vergessen, dass dann der Transport für den europäischen Markt viel preiswerter ist. Da können Sie glatt die Preise anheben – das heißt mehr Steuereinnahmen, die Kassen…“ „Ja, schon gut.“

„Müssen Sie eigentlich bei jedem Konzept der Parteispitze meckern?“ „Dann überlegen Sie sich doch im Gegenzug mal, was Vollbeschäftigung heißt – keine Reserven auf dem Arbeitsmarkt, die Löhne steigen exponentiell, die Lohnnebenkosten auch…“ „Dann können wir uns ja bald wieder eine ordentliche Gesundheitsversorgung leisten und eine ausreichende gesetzliche Rente!“ „… und über kurz oder lang wird der Finanzsektor uns die Ohren vollheulen, weil es dann nämlich kein Wachstum mehr gibt, kapiert!?“ „Ach so.“ „Woher haben Sie eigentlich Ihre volkswirtschaftlichen Kenntnisse?“ „Wir hatten damals so eine Fernsehsendung.“ „Ein Kessel Bundes.“ „Keine Ahnung, es ist schon so lange her.“

„Woher bekommen wir jetzt die Fachkräfte?“ „Weiß nicht, haben Sie eine Idee?“ „Aber wie versprechen wir den Wählern Vollbeschäftigung, wenn wir nicht einmal darauf eine Antwort haben?“ „Haben Sie mal die Vorsitzende gefragt?“ „Das müsste der Generalsekretär wissen, aber was weiß den ich.“ „Dann sollten wir mal ein bisschen mehr Gottvertrauen haben.“ „Wie bitte!?“ „Wir sind immerhin eine christliche Partei, da darf man doch Gottvertrauen haben?“ „Aber doch nicht auf einer argumentativen Ebene, und schon gar nicht in einem der haushaltsentscheidenden Ressorts!“ „Höre ich da etwa Zweifel am Finanzminister?“ „Also jetzt ist ja wohl mal…“ „Und Sie glauben auch nicht an Wunder?“ „Ihre Späßchen können Sie sich sonst wohin stecken!“ „Und Sie haben auch den Überblick über unsere arbeitsmarktpolitischen Instrumente?“ „Wer hat das schon.“ „Sie haben ihn also nicht?“ „Ich will hier jetzt nicht mehr diskutieren, wer was wann wie wem wo sagt, ich will endlich eine Antwort!“ „Arbeitsmarktpolitische Instrumente.“ „Wie, Instrumente?“ „Wir machen halt ein bisschen Zuckerguss auf die Statistik: wer länger als ein Jahr keinen Job hat, gilt nicht mehr als arbeitslos, und zack! Vollbeschäftigung. Oder was hatten Sie jetzt gedacht?“





Schraube locker

28 06 2017

„Meine Güte, dann ist es halt eine Rentenkürzung!“ „Das ist doch nicht das Thema, wir dürfen es nicht so nennen.“ „Wie drückt man das denn bitte positiv aus?“ „Sie sind doch der Experte.“

„Es führt kein Weg an der Sache vorbei: wir müssen die Renten kürzen, sonst haben wir noch viel mehr Altersarmut.“ „Sie meinen, wir haben Altersarmut, gerade weil wir die Renten so stark gekürzt haben.“ „Das ist ein ganz anderes Konzept. Wir sehen das getrennt.“ „Wie kann man das denn bitte getrennt sehen?“ „Er meint vermutlich, wenn wir die Renten unten nicht kürzen, bekommen wir da nicht genug Altersarmut.“ „Nee, wir haben doch genug.“ „Aber nur für oben.“ „Ja, aber auch nur, wenn wir unten Altersarmut erzeugen.“ „Deshalb müssen wir da ja auch genug kürzen.“ „Verstehe.“ „Dann haben wir die Aufgabe ja gelöst.“ „Eben nicht.“ „Wieso?“ „Weil sich ‚Rentenkürzung‘ halt nicht gut anhört, vor allem nicht im Wahlkampf.“ „Und das sollen wir jetzt ändern?“ „Endlich haben Sie es kapiert!“

„Wertschätzungsverlängerung.“ „Bitte!?“ „Die Lebensarbeitszeit ist doch etwas sehr Schönes, und dann…“ „Aber wie kommen Sie dann auf dieses bekloppte Wort?“ „Dass die Deutschen mehr arbeiten dürfen, da ist doch erstmal sehr positiv.“ „Ich wusste es, Sie sind nicht ganz dicht.“ „Doch, wir müssen es ihnen nur ganz langsam wieder ins Bewusstsein zurückrufen, dass die Arbeit, die ihnen zugemutet werden kann, auch ihre guten Seiten hat.“ „Und die werden verlängert.“ „Nein, die doch nicht!“ „Er meint, die Arbeit soll verlängert werden.“ „Ja, aber nur mittelbar. Wir gehen dann halt den Umweg über die Wertschätzung der Rentenversicherungsträger.“ „Und der Staat?“ „Der findet das natürlich auch toll.“ „Weil die, die früher sterben, länger tot sind?“ „Würde ja nicht gehen, wenn die Leute länger arbeiten müssen.“ „Aber in Relation zu ihrer Arbeits…“ „Wertschätzungszeit.“ „Dann gehen die Arbeitslosen demnächst auch zum Wertschätzungsamt?“ „Nee, zur Bundesagentur für Wertschätzung.“ „Das kann doch nicht passen.“ „Doch, bisher sind sie auch wertschätzungslos.“ „Stimmt auch wieder.“

„Dann müsste man auf der anderen Seite die Beitragserhöhungen auch so benennen.“ „Wieso soll man denn noch die Beiträge erhöhen, wenn sich die Lebensarbeitszeit verlängert?“ „Wir haben da mehrere Stellschrauben zur Verfügung.“ „Dann ist bei Ihnen wohl eine Schraube locker.“ „Man könnte durchaus die Beiträge…“ „Also wir machen die Zwangsabgaben höher?“ „Sie sind ja total von der Rolle!“ „Die Bürgersumme wird angepasst.“ „Das klingt so bescheuert, das wird keiner schlucken.“ „Auch nicht schlecht.“ „Moment, wir wollten doch…“ „Dann regt sich die Öffentlichkeit wenigstens einmal richtig auf über diese zynische Volksbeschimpfung, und danach ist auch Ruhe.“ „Genial!“ „Sehr gute Herangehensweise!“ „Das machen wir!“ „Aber wenn wir zum Beispiel über ein Alterssicherungsbeitragsanpassungsgesetz die Beiträge der…“ „Das wäre dann natürlich ein Bürgersummenanpassungsgesetz.“ „Klingt auch doof.“ „Interessiert dann aber schon keinen mehr.“

„Man müsste sich sowieso mal Gedanken machen, ob so ein sozialverträgliches Frühableben nicht neue Synergien freisetzen könnte in einem zukunftssicheren Haushaltsgefüge.“ „Sie meinen: für ein zukunftssicheres Haushaltsgefüge.“ „Oder so, ja.“ „Das klingt aber noch zynischer.“ „Nein, da ist nicht gut.“ „Wieso?“ „Weil’s halt zynisch klingt.“ „Das ist das geringste Problem.“ „Eben, wir brauchen die Beitrags…“ „Bitte!?“ „Also die Bürgersummen der Summenbürger, die die Wertschätzung der Haushalte, oder irgendwie so.“ „Die nächste Bankenkrise kommt bestimmt.“ „Jetzt malen Sie mal nicht gleich den Teufel an die Wand.“ „Das klingt so negativ, wenn Sie das sagen.“ „Man muss die Bürger auch motivieren, sie wollen doch auch im Alter weiterarbeiten, um ihre Grundsicherung aufzustocken.“ „Wenn sie nicht von der Lebenswertschätzungsverbesserung so sehr profitieren, dass sie gar keine Nebenjobs mehr brauchen.“ „Aber wir müssen verhindern, dass sie ihre gesetzlichen Renten zu stark vernachlässigen.“ „Wodurch das denn?“ „Betriebsrenten.“ „Aber auf die hat doch keine Sau Anspruch.“ „Dann nennen wir die doch Unsolidarzuschläge.“ „Klingt sehr gut!“ „Aber unser Rentenkonzept beruht doch auf Betriebsrenten.“ „Ja, wieso?“ „Dann verstehe ich nicht, warum wir sie als unsolidarisch bezeichnen.“ „Wir müssen das in unsere Corporate Identity integrieren.“ „Ach so.“

„Dann können wir jetzt unsere Kleinrenten nach dem…“ „Einstiegsbezug.“ „Das klingt so nach Einstiegsdroge.“ „Ist ja auch irgendwie eklig.“ „Der Kontrast zur Wertschätzungsverlängerung ist mir da noch zu groß.“ „Die ist doch nach dem Einstieg in den Bezug sowieso weg.“ „Die Verlängerung?“ „Die Wertschätzung.“ „Aber man hat doch dann ein ganzes Leben lang für Deutschland, ich meine, man ist dann auch irgendwie…“ „Dann ist man halt ein Kostgänger des Bürgersummensystems.“ „Also im Grunde kurz vor dem Sozialschmarotzer?“ „Wieso davor?“ „Aber…“ „Also ich finde das jetzt rund, so konzeptmäßig gesehen.“ „Ja, kann man machen.“ „Gut, dann machen wir mal weiter. Was steht als nächstes auf der Liste?“ „Arbeitsplatzabbau.“





Überwachungsziel

13 06 2017

„… müsse zur Sicherheit die Videoüberwachung in Deutschland nicht nur erheblich ausgeweitet, sondern auch mit einer …“

„… viele Verbrecher mit dem Taxi fliehen würden. Eine anlasslose Überwachung aller Wagen sei daher aus Präventionsgründen…“

„… aber nicht als überwachungstechnische Maßnahme sehe. Mehrere Einzelhandelskonzerne hätten die Erlaubnis, Kunden einer regelmäßigen Gesichtsüberwachung zu unterziehen, aus Gründen einer besseren Verbraucherbindung im…“

„… dass es immer wieder Gewalttaten gegen Taxifahrer gebe. Zwar sei die Mehrheit der Kunden nicht an diesen Ereignissen beteiligt, doch müsse die Kontrolle der Personalausweisnummer vor Antritt der Fahrt schon zur Amortisation der flächendeckenden Überwachung als Standard…“

„… sich die Christsozialen eine lückenlose Ausstattung von Telefonzellen mit Videokameras und computergesteuerten…“

„… keiner erfreut sein könne, wenn öffentliche Toiletten überwacht würden. Dies jedoch sei gerade das Argument, dass ein so gut wie nie freiwillig aufgesuchter Ort zur Verbrechensaufklärung auf jeden Fall eine unverzichtbare…“

„… dass nach dem Siegeszug der Mobiltelefone so gut wie kein öffentlicher Fernsprecher mehr in der…“

„… dürfe man Spielplätze nicht öffentlich mit Überwachungskameras ausstatten. Das Ministerium habe sich jedoch dafür entschieden, das Wohl der Minderjährigen höchstens durch eine gezielte Überwachung einschließlich einer…“

„… die Gesichtserkennung zunächst nur auf wenige Fachabteilungen zu beschränken. So könne man etwa männliche Kunden in der Etage für Damenunterwäsche anhand der Blickrichtung eindeutig als…“

„… die Aufnahmen auf den öffentlichen Bedürfnisanstalten geschlechtsspezifisch vorgenommen würden. Der Bundesinnenminister habe das Vorgehen damit verteilt, dass die optisch erkennbaren Unterscheidungsmerkmale nicht immer auf gleicher Augenhöhe zu…“

„… das allgemeine Verbot von Sehhilfen vor dem Bundesverfassungsgericht keinen Bestand haben werde. Der in der Union präferierte Kompromissvorschlag, jeden Brillenträger mit einem farbigen Berechtigungsstern auszustatten, finde in…“

„… seit Jahrzehnten keine ausreichende Anzahl an Telefonzellen mehr gebe. Für die CSU sei dies jedoch ein Argument, dass sich ihre Wählerschaft auf genau dieses…“

„… auch Schultoiletten einer Überwachung zuführen wolle. Die Christsozialen hätten dies als notwendig empfohlen, um der Frühradikalisierung zeitig zu begegnen und eine Durchsetzung des christlichen Menschenbildes im…“

„… den kaum mehr vorhandenen Telefonzellen ein Hauch von Ewiggestrigkeit anhänge. Die sei ein schlagendes Argument, warum das Interesse sowohl der islamistischen als auch der bayerischen Fundamentalisten für die technische…“

„… Supermärkte die Aktionsware viel genauer postieren könnten, wenn Überwachungsergebnisse aus Bahnhöfen und Arbeitsämtern einschließlich der Monatsnettoeinkommen für eine…“

„… alle in Deutschland ausgelieferten Telefone nach einer Bundestelefonauslieferungsverordnung mit einer versteckten Frontkamera ausgestattet werden müsse, die permanent Livebilder aus der…“

„… Schwimmbäder nur noch da überwachen wolle, wo die Toiletten keine ausreichenden…“

„… Kosmetiksalons schon deswegen ein interessantes Überwachungsziel seien, weil auch hier Frauen in Burka hier eine vollständige Umgestaltung ihres Aussehens in strafrechtlich nicht einmal relevanter Form…“

„… vorwiegend Damentoiletten überwachen lasse. Nach Angaben des Ministeriums wolle man damit gerichtsfest nachweisen, ob nicht in einem dem Staat und den regierenden Sicherheitsorganen verborgenen Moment junge Frauen heimlich eine gegen die FDGO gerichtete Burka im…“

„… das Datenvolumen bei einer nicht abstellbaren Kamera so erheblich strapaziert würde, dass die Benutzer sofort zu drastischen…“

„… die Schwimmbäder auch bei Besuch von Schulklassen weiter überwacht würden, um einer Radikalisierung vorzubeugen. Die Elternvertreter hätten vergeblich versucht, die Gegner der Archivierung von der rechtlichen Unbedenklichkeit des üblichen…“

„… dass die Überwachung von Toiletten in Opernhäusern, Museen und Landesparlamenten verfassungswidrig sein könnte. Die Durchsetzung werde sich daher vorerst auf JobCenter, Tafeln, Bürgerämter und andere soziale…“

„… sich de Maizière auf seine eigene Fachkompetenz verlassen könne. Er wisse aus Gesprächen mit vielen technischen Profis, dass es den deutschen Nutzern nicht auffallen würde, ob sie innerhalb eines Jahres zwei, drei oder fünf Kilobyte zusätzlich zu ihrem üblichen…“

„… die Telefonzellen von allen Seiten einsehbar seien. Die CSU wolle nun per Landesgesetz wenigstens in Bayern eine bürgerrechtssensible Ausstattung mit Milchglasscheiben durchsetzen, um auf der anderen Seite einen Generalverdacht gegen sämtliche…“

„… die Neigungen des Bundesinnenministers zuvor niemandem bekannt gewesen seien. Die Qualität der Überwachungsbilder habe dazu geführt, dass die Autobahnraststätte innerhalb weniger Minuten von einer polizeilichen…“