Vogelschiss

17 04 2019

„… und die deutsche Tierwelt zerstöre. Höcke werde es nicht hinnehmen, dass jährlich unzählige Vögel aus dem Ausland ungehindert einwanderten und die angestammte Fauna mit ihren…“

„… schon im Wahlkampf um das EU-Parlament eine Schlüsselrolle spiele. Weidel habe vor dem Bundestag darauf hingewiesen, dass die von Merkel gesteuerte Umvolkung des deutschen Tierbestandes nicht länger im…“

„… die Systemparteien gemeinsam die Grenzen geöffnet hätten, um eine Masseneinwanderung fremder Vögel in deutsche Brutgebiete zu ermöglichen. Reil verstehe zwar nichts von…“

„… die Bezeichnung als linke Vögel nicht von ungefähr komme. Steinbach sehe darin den Beweis, dass alle Sozialdemokraten faschistisch seien, da sie sich mit…“

„… jährlich bis zu fünf Milliarden Vögel allein aus Afrika in die deutschen Ökosysteme einwandern ließen. Damit seien für Höcke die in tausendjähriger Geschichte entstandenen Arten dem Untergang geweiht, wenn nicht sofort alle…“

„… den Islam schon seit vielen Jahren unbemerkt nach Europa importierten. Weidel fordere von der Bundesregierung den sofortigen Stopp des Vogelzugs, um die Population nicht zu einer Vermischung mit…“

„… an der Grenze auch von der Schusswaffe Gebrauch gemacht werden dürfe. Storch wolle vor allem die…“

„… es eine Obergrenze geben müsse. Seehofer wolle die Idee gerne aufgreifen und suche noch nach technischen Lösungen, um die Einwanderung über die bayerischen Grenzen nicht im…“

„… es auch um Magnetismus gehe, der die Vögel ins Land locke. Reil habe zwar als Bergmann keine Ahnung von Magneten, habe aber als Kind schon oft Tauben aus der Nähe betrachtet und…“

„… eine Vogelmaut vor allem in den Freistaaten Bayern und Sachsen sinnvoll sei. Die CSU werde sich mit den anderen undemokratischen Rechten auf einer gemeinsamen Klausur im Münchener Hofbräuhaus intensiv mit dem…“

„… sehe Höcke Mittel- und Langstreckenzieher als afrikanischen Ausbreitungstypus, der sich in Europa ausbreite, um sein Erbgut in die angestammte heimische Population zu…“

„… der Wellensittich mit Unterstützung der deutschen Politik eine Rolle als invasives Nationalgut einnehme, der anderen national wichtigen Arten zustehe. Storch werde sich für eine rigorose Aussonderung aller…“

„… auch eine Schädigung in der Wirtschaft sehe. Meuthen berichte von zahlreichen Drosseln, die den heimischen Arten das Futter streitig machen würden und nicht einmal vor der Plünderung deutscher Vogelhäuschen halt machen würden, was mit immensen Kosten für die…“

„… die Rauchschwalbe es geschafft habe, als typisch deutsche Art in die Kultur einzugehen, womit sie bereits ein Stück Natur wie die Vogelwelt unwiederbringlich zerstört habe. Höcke sehe im Verlust der schwalbenfreien arischen Leitkultur nicht nur den Untergang des christlichen…“

„… Wahlplakate mit Wir haben einen Vogel eher nicht den gewünschten Erfolg gehabt hätten, da sich die Zielgruppe nicht…“

„… es immer weniger Zugvögel gebe. Seehofer sehe darin jedoch ein Indiz, dass sich die deutsche Bevölkerung von mehr Zugvögeln bedroht sehen müsse, da man durch eine einseitige Interpretation der Statistik viel mehr Erkenntnisse über die…“

„… die V-Form als Steuerung fremder Mächte betrachten müsse, die die Auskundschaftung für Chemtrail-Einsätze vorbereite. Als ehemaliger SPD-Experte für Sachen, die mit anderen Sachen zu tun hätten, wisse Reil zwar nicht, ob das eine mit dem anderen…“

„… es in der Bundesregierung linksradikale Kräfte gebe, die den Vogelzug auch auf heimische Arten wie die Kohlmeise ausweiten wollten. Maaßen dürfe seine Informanten nicht preisgeben, versprach jedoch, gegen ein entsprechendes Gehalt noch mehr von den…“

„… auch wieder abschaffen könne. Gauland fordere die deutsche Politik auf, es der italienischen Politik gleichzutun und Singvögel an der Grenze mit Netzen aus der Luft zu…“

„… die Frühislamisierung schon in den ersten Lebensjahren Einzug gehalten habe. Höcke wolle mit der Abschaffung von Alle Vögel sind schon da als verharmlosender Hymne der Umvolkung die völkische Kindeserziehung wieder in gesunde arische Bahnen lenken und mit männlichster Härte den Glauben an die Errettung vor dem Untergang des…“

„… die Bilder von gefangenen Vögeln aushalten müsse. Nur so könne nach Gaulands Meinung die Öffentlich genügend abgestumpft werden, um die Härte folgender Reinigungen des deutschen Volkes von störenden Bestandteilen wie Juden, farbigen Fußballern oder…“

„… nicht geklärt sei, ob der Klimawandel auf die Einwanderung fremder Vögel zurückzuführen sei. Es gebe zwar keinen Zusammenhang, so Reil, dieser dürfe jedoch nicht einfach ignoriert werden bei der Beschreibung der…“

„… den Ausschluss von von Storch aus der Partei rechtfertige. Meuthen können nicht ausschließen, dass es sich auch bei ihr um eine kulturfremde Invasorin handele, die eine gezielte Störung des deutschen…“

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Gernulf Olzheimer kommentiert (CDLIX): Partnerlook

12 04 2019
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Der Geschlechtsdimorphismus hat auch seine guten Seiten. Zwar degradiert manche Fischart das Männchen zum Reservoire für genetisches Material mit praktischer Anklettfunktion am Bauch des Weibchens – wo denn auch sonst – aber wenigstens findet sie ihn dann auch wieder, wenn sie keine besondere Neigung zur Ordnung hat. Alternative Möglichkeiten sind Anketten, Einmauern oder am Boden festnageln, wobei Letzteres gerade am Meeresgrund auf verfahrenstechnische Probleme stoßen könnte. Wie viel einfacher ist doch der Hominide gestrickt, sogar bei Baureihen nach der Steinzeit: auch außerhalb der Wohnhöhle lässt sich der Vater leicht lokalisieren, ohne Ortungsfunktion oder Implantat, wenngleich auch mit einer Kombi aus Instinkt-Dressur-Verschränkung und Hardwareunterstützung. Sie nennen es Partnerlook.

Was als textile Zwangshandlung an der unschuldigen Kollateralbekinderung von n größer gleich zwei einigermaßen funktioniert, zumal bei Zwillingen, fußt bei Paaren auf Handlungszwang. Auch im dichten Gedränge findet man gerne den anderen Teil der Zugewinngemeinschaft wieder, Anleinen ist gesellschaftlich noch nicht akzeptiert, also entscheidet sich gerade der dominante Part zur rigorosen Farbwahl. Der Klempnermeister geht nur in pinkem Pantherprint zum Möbelschweden, weil er sonst am Samstag garantiert zwischen Eingang und Getränkestützpunkt den Anschluss zur Gruppe verlöre. Was auch immer die Neigung hervorbringt, sich öffentlich zum Obst zu machen, es muss mehr sein als der Hang zum theatralischen Scheitern vor wehrlosem Publikum, sonst gäbe es nicht eine Industrie, die Viskose zu ästhetischem Gerümpel schwiemelt, auf dass sich alles außerhalb der fokussierten Zweierbeziehung schon aus Gründen des nervlichen Selbstschutzes für ausgeschlossen erklärt. Nicht jeder mag Grellorange in Verbindung mit frechen Mohairapplikationen, nicht einmal jeder Klempnermeister.

Eigentlich hat die Individualisierung, besser: der Zwang zu ihr jeglichen Wunsch nach Konformität zur Banalität des Blöden degenerieren lassen, und die Einzigartigkeit treibt Blüten sonder Zahl. Reicht es hier und da noch, sich mit unangepasstem Haarschnitt und flamboyantem Schuhwerk nebst den üblichen Metallwaren im Gesichtsbereich plus Ganzkörpertattoo als Teil einer Jugendbewegung zu gerieren, geht erst der Partnerlooker so recht in der Masse unter wie ein durchschnittlicher Uniformträger auf dem Feuerwehrball. Ist also der Versuch, einander selbstähnlicher zu sein als zwei Schlümpfe, die immerhin funktionales Beiwerk mit sich durch den Comicstreifen schleppen, eine falsch verstandene Integration in eine Parallelwelt, die noch unmöglicher existiert als das gezeichnete Ich?

Es ist das niedermolekulare Zusammenwachsen zweier wohl einzeln nicht mehr überlebensfähiger Organismen zu einer größeren Einheit, ähnlich den Polypen, die sich erst in der Kolonie als handelnde Gebilde verstehen. Das wirkt so überflüssig, wie es auch überflüssig ist. Zwischen Verstörung und Selbstaufgabe pressen sich zwei Personen in denselben Phänotyp, als wollten sie krampfhaft ihre durch die Beziehung und andere Abhängigkeiten gewachsene Identitätskrise nach außen krempeln, Abziehbilder ihrer selbst in einer Dialektik, die nicht einmal mehr Schielen erlaubt – einmal nicht aufgepasst, und man legt an auf den falschen Vogel.

Wo sich Paare finden, am Arbeitsplatz, in der religiösen Ausübung oder im offenen Vollzug, sie teilen zunächst ihre Gemeinsamkeiten, um nicht gleich über die Differenzen streiten zu müssen. Gut möglich, dass es zur Bildung einer Persönlichkeit einen gewissen Grundsatz an psychischer Stabilität braucht, aber man kennt das von der Steuer: die Veranlagung geht auch gemeinsam. Und just so kommt es zur Oberbekleidung, die nach einer Doppelblindstudie schreit, gemeinsam produktiv genutzter Stressbewältigung an der Außenhülle zur Innenwelt, die nicht mehr sieht als eine gründlich gespaltene Persönlichkeit. Es ist noch Luft, aber nicht unbedingt nach oben.

Mag es sein, dass Konfliktvermeidung zum Doppelerwerb der Hosen geführt hat, generell sind die multiplen Outfits tatsächlich ein schrilles Signal in die vereinzelte Welt: wir tragen Gelb, wir lieben den Affenarmschnitt, wir haben jeglichen Anflug von Scham weit hinter uns gelassen und schauen dem Einsetzen des Schwachsinns relativ gelassen entgegen, und zwar alle beide. Hier verläuft der schmale Grat, ab der die Symbiose beginnt, aber als Krankheit. Nicht selten endet der anschließende Kontrollwahn in einer lustigen Katastrophe, weil man die Überreste anhand ihrer Verpackung nicht mehr als einzelne Proteinhaufen separieren kann. Aber was soll’s. Nach dem Feuerwehrball hätte man sie auch nicht mehr identifizieren können.





Gefahr erkannt

11 04 2019

„Also man muss doch jetzt endlich mal…“ „Das gefährdet Arbeitsplätze.“ „Sie wissen doch noch gar nicht, was ich Ihnen…“ „Egal. Das gefährdet sicher Arbeitsplätze. Alles, was Sie vorschlagen, gefährdet Arbeitsplätze. Das ist nun mal so in der Wirtschaft.“

„Dann können wir im Grunde genommen nichts tun, weil es sonst Arbeitsplätze gefährden würde.“ „Doch, können wir schon. Es darf nur halt keine Arbeitsplätze gefährden.“ „Dann verraten Sie mir doch mal, was heißt das denn, Gefährdung. Was bedeutet das konkret?“ „Dass so ein Arbeitsplatz nach Meinung eines Experten, manchmal auch nur eines Politikers, in Gefahr sein könnte, sobald es gesellschaftliche Bewegungen gibt, die diesen Arbeitsplatz gefährden.“ „Das ist ein Zirkelschluss, oder?“ „Das mag sein, aber ich möchte nicht darauf eingehen. Es könnte ja Arbeitsplätze gefährden.“

„Nehmen wir nur einmal den Energiesektor, es liegt doch auf der Hand, dass wir durch den Verbleib in der Kohle eine viel größere Anzahl an Arbeitsplätzen in der Erzeugung regenerativer Energie…“ „Nein.“ „Wie, nein?“ „Also erstens ist es diese linksgrüne Solarspinnerei, die die Jobs in der Kohleverstromung gefährdet, und dann kann es ja gar keine Gefahr geben für die Windkraft oder so.“ „Warum nicht?“ „Die Arbeitsplätze gibt es gar nicht, wie sollen die denn dann gefährdet sein?“ „Aber Sire sind doch immer für den technischen Fortschritt, wie können Sie denn dann den…“ „Das täuscht. Wir wollen nichts gefährden. Für eine Entwicklung ist immer noch Zeit genug, wenn alles zu spät ist.“ „Warum ist denn dann die Atomenergie keine Gefahr für die Kohleförderung?“ „Kernkraft ist doch selbst von diesen stalinistischen Schweinen bedroht, die die Sonne verstaatlichen wollen – Sie werfen hier mal wieder Äpfel und Birnen in ein Fass, das schlägt doch dem Boden die Krone aus!“

„Also ist neue Technologie niemals eine reale Gefahr für die Arbeitsplätze?“ „Das würde ich nie sagen, schließlich bringen neue Technologien auch immense Wachstumspotenziale, aus denen ganz neue Jobs entstehen können.“ „Also zum Beispiel die ökologische Landwirtschaft.“ „Naja, das ist nun etwas einseitig gewählt.“ „Weil die Menschen dann länger leben und die Bestatter nichts mehr zu tun haben, richtig?“ „Sie und Ihr Zynismus! natürlich nicht, es hängen Jobs in der Pharmaindustrie dran und bei den Düngemitteln.“ „Und bei der Chemie.“ „Ja, auch.“ „Und bei Onkologen, die den ganzen Krebs wieder wegoperieren dürfen.“ „Die Medizin ist auch ein Wachstumsmotor, vergessen Sie das nicht!“ „Deswegen wollen Sie auch Patienten, die so kerngesund sind, dass sie möglichst noch Organe spenden können, richtig?“ „Ach, lassen wir das.“

„Nein, mal im Ernst: wenn Sie so für neue Technologien sind, warum sträuben Sie sich dann derart vehement gegen den Netzausbau?“ „Tun wir gar nicht.“ „Weil das keine Arbeitsplätze gefährdet, aber Deutschland sämtliche Wettbewerbschancen vermasselt.“ „Das sehen Sie völlig falsch.“ „Ah, jetzt habe ich begriffen: Sie haben dieses uralte Netz noch immer in Betrieb, damit wir niemals mit Robotik und ähnlichen Produktionsinstrumenten konfrontiert werden.“ „Das ist ja nun ausgemachter Unsinn. Sie wissen genauso gut wie ich, dass es mit Robotern ganz neue und viel bessere Möglichkeiten gibt, dem Markt durch qualitative und quantitative Innovation einen eigenen Stempel aufzudrücken.“ „Aber im Bereich der Produktion selbst heißt das erst einmal, dass wir sehr, sehr viele Jobs in den untersten Lohnkategorien verlieren werden.“ „Das mag sein, aber die Politik steuert dagegen, indem sie Arbeitnehmern erlaubt, sich weiterzubilden.“ „Und das schützt Arbeitsplätze in der Produktion?“ „Zunächst einmal in der Weiterbildung. Und dann natürlich auch in der Politik.“

„Im Grunde ist ihr Weltbild doch nichts anderes als permanentes Gejammer, dass es früher besser war.“ „Das kann man so natürlich auch nicht sagen. Es braucht halt immer ein gewisses Korrektiv, aber man tut gut daran, wenn man nicht zu früh alle Überzeugungen über Bord wirft.“ „Wann tun Sie das?“ „Normalerweise warten wir damit, bis es zu spät ist.“ „Es gab noch vor fünfzig Jahren in den USA Verbände, die finanzielle Hilfe vom Staat bekamen, weil die Postkutsche abgeschafft wurde.“ „Der Verbrennungsmotor hat es da in gewisser Hinsicht besser. Den kann sich heute auch der Durchschnittsbürger leisten.“ „Und wenn es eine technologische Entwicklung gäbe, die das Auto überflüssig machen würde?“ „Das wird niemals passieren. Es gefährdet zu viele Arbeitsplätze.“

„Wir sollten mal über die Rüstungsindustrie…“ „Das gefährdet Arbeitsplätze!“ „Ohne Rüstung oder Waffenexporte gäbe es weltweit viel weniger Kriege oder Konflikte.“ „Das würde natürlich viele Arbeitsplätze in der Bundeswehr gefährden.“ „Aha, und das bei der miesen Ausstattung.“ „Und die Berater! was meinen Sie, wie viele Berater ihren Job los sind, wenn einer das Ruder herumreißt.“ „Das heißt, bei einer einigermaßen vernünftigen Führung wäre eine komplette Branche plötzlich total überflüssig?“ „Es gibt keinen Beweis für diese Behauptung.“ „Und wenn Sie nicht diese vielen Auslandseinsätze hätten, könnte man auch die vielen Kampfeinsätze des…“ „Die steigern das Bruttosozialprodukt!“ „Und die Menschen in…“ „Jeder Flüchtling, der dadurch zu uns gelangt, braucht eine Wohnung, Brot, Kleider, eine Versicherung, einen Fernseher, ein Auto, eine…“ „Wissen Sie was? Ich möchte Ihnen so gerne eins aufs Maul geben.“ „Nur zu. Machen Sie ruhig.“ „Gefährde ich da nicht einen Arbeitsplatz?“ „Ich bin Politiker. Das wächst einfach nach.“





Mütterchen und Väterchen

8 04 2019

„Chau iehm riechtiech ejne rejn, Wassili Fjodorowitsch. Chau ihm riechtiech ejne rejn. Wer niecht cheeren wiell, muuss eben fiehlen.

Er chat verseehentliech ejne Speende verstojert. Verseechentlich, er sagt. Wejß man dooch, wo man verstojert Speende, deenken siech Becheerden: daa muuss zu cholen sejn meehr. Außerdeem koosten Stojern Geld, wier kennen es uuns niecht erlauben, meehr als uunbediengt neetich voon uunseren Vermögen dem dojtschen Staat ien den Raachen zu stoopfen. Geht gaar niecht. Das tuut niecht ejnmal ejn Dojtscher, da?

Iehr sejd dooch aalle gegen Deemokratie, Iehr woollt aber niecht wieder ejne Paartei weehlen, was saagt: wier siend gegen Deemokratie. Veeterchen giebt Ojch, dierft Iehr daankbar sejn und Paartei weehlen, was er Ojch giebt. Dojtschlaand chat ejne Schweeche, und das iest Faschiesmuus. Veeterchen wejß das. Und Veeterchen wejß, Iehr wiesst. Niecht vergeessen!

Iehr meegt Koontrolle, da? Wier meegen auch Koontrolle. Wier koontrollieren Aabgeoordnete in Dojtsche Buundestaag, wejl wier reespektieren, Iehr liebt Koontrolle. Iest wie feerngestojerte Auto, was feehrt aan Schnuur. Chat Veeterchen gesaagt, Iehr kriegt Koontrolle, wier Dojtscher Buundestaag und Reest voon Buundesrepubliek. Maacht viel seehr viel ejnfaacher, voor aallem Veeterchen chat ejnfaacher, muuss niecht iemmer miet Kaanzlerien teelefonieren. Ien Dieskuussjon geeht so viel verlooren, besoonders waas Veeterchen wiell. Iehr chaabt dooch auch grooße Voortejle, niecht waahr? Iehr neehmt biellieges Gaas, dafier Iehr geebt Koontrolle, da!

Wier laassen neemlich niecht aalles maachen. Veeterchen maag so gar nicht, wo Politiker chaben ejgene Voorstellungen und Voorstellungen siend auch nooch beschojert. Veeterchen waar seehr enttojscht, wier muussten faallen lassen Peetry. Seehr schaade, wejl wier chaben gezejgt, dass Paartei iest faschiestisch. War auch schoon iemmer faschiestiesch, aber woollten wier nooch niecht zejgen. Iest chistooriesche Veraantwortung, da? Daas leetzte Maal Iehr chaabt Faschiesmuus niecht riechtich chiengekriegt. Chabt ruussiesches Voolk ans Bejn gepiesst. Und GDR chaat niecht riechtich geklaapt, wejl Iehr woolltet Sozialiesmuus, Iehr Troottel. Jeetzt wier woollen kejne Experimente. Ien Ukrajne wier chaben berejts erfoolgreich aalles uunterstietzt, was chat gefiehrt zu gaanz faalsche Nationaliesmus. Nationaliesmus iest faalsch, wenn niecht aus Mietterchen Ruusslaand, da? Wier also briengen riechtiche Nationaliesmus ein die Ukrajne, siend die Meenschen daankbar? Veeterchen chat Geduuld, aber chat niecht iemer Geduuld, wo siech andere Voolk zu schnell entschejden will.

Jeetzt wier chaben geschieckt cheessliche Frau ien Dojtsche Buundestaag. Veeterchen war so entseetzt, dass dojtsche Frau kann ieberchaupt so cheeslich sein. Dann er chat bekoommen Bield von Stoorch, war eer entseetzt, aber chat niecht meehr gewuundert. Frau wierd niecht Presideentin. Iest seehr gut, wejl jetzt kann Paartei, was gaanz und gaar iest faschiestiesch, Aansehen von Buundestaag naachchaltich bescheedigen und Vertrauen ien Deemokratie erschiettern. Deemokratie wierd erleedigt miet Miettel von Deemokratie. Chat auch gemaacht Chitler. Hat auch gemaacht Veeterchen, aber beesser als Chitler. Naach Chitler war kejn Gaas meehr da.

Iest ejne seehr scheene Situatjon: Aanseehen voon Dojtschlaand wierd ienternatjonaal schweer bescheedigt und Iehr fiehlt Ejch ausgegreenzt. Die Paartei wird ausgegreenzt, wejl sie das Aanseehen von Dojtschlaand schweer bescheedigt. Na, da wiesst Iehr, welche Paartei Iehr weehlen miesst. Veeterchen chielft Iehnen, Deemokratie neu zu maachen, wie nach Krieg. Eerst Krieg, dann koommt Veeterchens Deemokratie. Iest Veeterchen ien Geeberlaune, er iest speendabel. Deemokratie fier aalle! Voolksdeemokratie!

Niecht kapuutt maachen, Wassili Fjodorowitsch. Er muuss nooch reeden kennen, da?

Dojtsche deenken iemmer an Aufstieg – aam liebsten viel Geld chaben, niecht meehr aarbejten. Und Koontrolle. Wie Maarjoneette, muuss niecht seelbst arbejten. Chaben wier ienstalliert Maarjoneette in Buundestaag, was iest gar kejne Aarbejt, kaann Veeterchen iemmer maachen, iest ejne grooße Voorbield fier Dojtsche. Dojtsche chaben Voorbield, was niecht aarbejtet, weehlt Iehr Paartei. Glaubt Iehr niecht? Iest er Maarjoneette in Buundestaag, waruum er soonst wierde lojgnen?

Er chat vergeessen? Das iest niecht guut, das iest ieberhaupt niecht guut. Wier brauchen kejne Veertrauenslejte, waas kuurz voor Ergrejfuung voon Maacht abttriennig siend. Veeterchen chat guute Gedeechtnies fier das. Kejner leebt fier iemmer, niecht ejnmal Veeterchen.

Wassili Fjodorowitsch? Sieht aus wie Unfaall?“





Gernulf Olzheimer kommentiert (CDLVII): Der Rückzug ins Irrationale

29 03 2019
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Die Aufklärung hat ganze Arbeit geleistet. Die breite Masse ließ den Glauben an Geister und Dämonen und begann, wenn auch in beschränktem Maße, da es sich nicht einfach einstellte, zu denken. Messen, Zählen und Wiegen bestimmten den Umgang mit den Dingen, der Hominide hörte auf, sich die Welt nach vorgefertigten Erklärungen zu deuten, und gewöhnte sich an die Vorstellung, dass das Wissen begrenzt, aber ausbaufähig ist, während das Glauben vornehmlich transzendente Welten zu bieten hat, die nicht zu verstehen sind und daher den Trost der Machtlosigkeit bieten. Kein Mensch muss sich um die Dinge sorgen, die er nicht ändern kann, lautet das besänftigende Credo vor der Wende, und ihrer sind viele. Dass die zunehmend komplexe und ins Unordentliche treibende Welt als Vorstellung trotzdem dem Willen sich entzieht und nicht wie der Baukasten eines sich selbst ermächtigenden Schöpfers planbare Strukturen offenbart, sorgt für die Reprise des Dämlichen; die Aufgabe, Freiheit auszuhalten, braucht ein solides Fundament auf den Gründen der Humanität, und wo sie nicht ist, wird auf Sand gebaut. Nichts ist so logisch in dessen Folge wie der galoppierende Rückzug ins Irrationale.

Nicht die Globalisierung ist das Feindbild der Ängstlichen, sondern die Vorstellung einer gänzlich liberalen Welt, in der jede Entscheidung nicht auch noch hinterlegt werden muss mit dem Goldgrund moralischer Werte; zwar bietet das Bröckeln der ethischen Unterfütterung in Staat und Wirtschaft auch eine gute Vorlage für die Frustration der Massen, doch das ließe sich durch Gegenwehr kompensieren. Allmählich wird es zum sich selbst organisierenden Prozess, dass die Bürger in einer zu sehr verwalteten Welt sich plötzlich besorgen und nach Ordnung schreien, aber nach einer alten, die sie bereits im Scheitern erlebt haben – sie bleiben unbelehrbar, aber wie im Drang, die vertrauten Fehler noch einmal zu perfektionieren, denn der Abgrund, auf den sie zusteuern, ist doch wenigstens bekannt. Und so füllen sie das Vakuum mit neuen Ängsten, die nach altem Muster funktionieren: die Übermacht des Ungewohnten bietet angenehme Machtlosigkeit, in der sich Unterwerfungsfantasien zusammenbasteln lassen, der Sekundenschlaf der Vernunft gebiert Ungeziefer, die subkutan ins Hirn kriechen und ein Weltbild vorfinden, in dem sich allerlei Unfug schwiemeln lässt: homöopathische Ersatzreligionen aus Rassen-, Verschwörungs- und unkritischer Theorie, Führerglaube und das Recht des Stärkeren, kurz: der konzertierte Rückfall in die offenporige Anschauung des Vormodernen, die ein unbeschränktes Dunkel lieferte, um Spielraum für wirre Deutungen zu schaffen. Die liberale Welt, die jedem Deppen die grundsätzliche Freiheit lässt, sich als intellektuelle Randerscheinung zu erfinden und zu benehmen, macht diese Sache nicht einfacher, sie scheint nur so, wenn man sie nicht hinterfragt, und wer, der sich freiwillig für die Rolle des Narren entscheiden würde, täte das schon.

Längst haben ideologische Erfüllungsgehilfen sich zu dem aufgeschwungen, was sie für Macht halten, damit sie anderen die befreiende Sklaverei anbieten können. Dass sie die Erscheinungsformen der neuen Bedrohung nicht nutzen, kommt nicht von ungefähr; natürlich könnten sie die drohende Klimakatastrophe zur Ersatzreligion aufpusten, doch wer würde schon eine Eschatologie der Ohnmacht entwerfen, die komplett ohne Hoffnung auskäme. Sie setzen auf alternative Verfahren und heilen durch Handauflegen, wobei sie trickreich den neoliberalen Turn ausnutzen, dass der nicht geheilt wird, der zu wenig an die Therapie glaubt. Zum Ausgleich ängstigen sie sich vor Chemtrails als Emanation eines infernalischen Machtapparats wie die Steinzeitler beim Anblick des Wetterleuchtens, denn ohne Teufels Beitrag ist die Ordnung einfach nicht zu deuten, wenn sie hinreichend komplex sein soll. Das Böse erfüllt seinen Zweck, wenn es nur genügend abstrakt sein kann, und was wäre besser geeignet als eine Idee, die allein zu diesem Zweck entworfen wird. Als das Fremde, als unbekannte Variable, beliebig einsetzbare Störgröße oder von den selbstverständlich bösen Machthabern verfügte Setzung ist sie der letzte Grund, auf dem sich noch bauen ließe: die Opferrolle lässt den Bekloppten wieder in beschaulicher Ruhe klagen, dass er die Dinge nicht ändern kann, die er gar nicht ändern will, weil er auch gar nicht wüsste, wozu. Aber er hat ein Motiv, sich zu beklagen, und allein das reicht aus, um es laut zu tun, hinter der Monstranz der eigenen Machtlosigkeit schreitend und den gewohnten Abgrund fest im Blick. Dass die Menschheit sich abschafft, ist ausgemacht, es steht nur zu fragen, wie lange sie dazu braucht. Wer daran schuld sein wird, ist eine müßige Überlegung, denn wer wäre hinterher noch da, um es wissen zu wollen. Aber vielleicht hocken wir dann ja alle gemütlich in der Hölle und wundern uns, dass wir nicht eher auf den Gedanken gekommen sind, in einem mies geplanten Gedankenexperiment zu existieren. Jemand muss Schnaps in das Fass gegossen haben, als unsere Gehirne schon darin lagen.





Lebensmüde

13 03 2019

„… kein genaues Krankheitsbild habe. Zwar seien die vielen Einzelfälle von Rechtsterrorismus durch eine gemeinsame Auffälligkeit gekennzeichnet, es gebe aber keine Grundlage, sie auch in die Psychiatrie zu…“

„… als moralisch minderwertig. Dies sei zwar aus volkstümlicher Sicht hinreichend klar definiert, könne aber einer rechtsmedizinischen Diagnose keine endgültige…“

„… sich das Innenministerium dafür ausspreche, Terrorverdacht vermehr als psychische Störung zu behandeln. Seehofer spreche sich für dies Vorgehen aus, um keine politischen Konsequenzen aus dem…“

„… nur linksextremistische Terroristen unter Verdacht einer psychischen Erkrankung festgehalten würden. Der Glaube, Jesus habe die vielen Mittelklassewagen in Hamburg geparkt, um sie durch den Marxismus zu vernichten, sei eine anerkannte theologische…“

„… wolle man zu einem klaren Konsens kommen. Da das Bundesinnenministerium Terror als Erscheinungsform einer psychiatrischen Erkrankung ansehe, müsse andersherum auch jede psychiatrische Erkrankung als potenzielle Gefahr für die Gesellschaft eingestuft werden. Das bayerische Polizeiaufgabengesetz biete hier einen hervorragenden…“

„… dass Beamten besser vor depressiv Erkrankten geschützt werden müssen, die sich bei einer Geiselnahme in die Luft sprengen könnten. Die Aufklärungskampagne Lebensmüde wollen uns alle töten leiste einen wichtigen Beitrag bei der Früherkennung von…“

„… dass Rechtsextremismus immer eine unbewusste Entscheidung sei, die durch familiäre oder gesellschaftliche Einflüsse im Laufe vieler Jahrzehnte entstehe, könne eine Abwehr dieser Motivation so gut wie unmöglich machen. Der Verfassungsschutz dürfe dies nur als eine…“

„… auf der anderen Seite zahlreiche Formen von Persönlichkeitsstörungen ein erfolgreiches Leben in Politik und Industrie erlauben würden, was nicht gerade als kriminelles…“

„… dass vermehrt Ausländer in rassistische Auseinandersetzungen verwickelt seien. Dies sei leicht dadurch zu erklären, dass sich fremdländische Migranten durch die in der Leitkultur verankerte Ausgrenzung volksfremder Elemente gestört fühlen und dies durch vermehrt aggressives…“

„… sich eine Radikalisierung im Internet auch auf die seelische Gesundheit auswirken könne. Daher müsse die Bundesregierung dafür Sorge tragen, dass das Internet als Auslöser zahlreicher sozial unerwünschter Verhaltensweisen wieder in seine ursprüngliche…“

„… die Rolle von Computerspielen für die frühkindliche Entwicklung erforscht werden müsse. So sei es noch nicht hinreichend geklärt, ob eine starke Beschäftigung damit zu Psychosen oder einer islamistischen…“

„… es sich um emotional abhängige oder autoritäre Persönlichkeiten handele. Der Verdacht, die Hinwendung zum Priesterberuf oder die Zugehörigkeit zu rechtsextremen Kreisen fördere eine Neigung zum Terrorismus, sei jedoch durch die Korrelation solcher Auffälligkeiten keineswegs…“

„… dass vermehrt Inländer in rassistische Auseinandersetzungen verwickelt seien. Die Arbeitnehmer betrachteten dies als eine natürliche Abwehrreaktion der völkischen Kräfte gegen die Überschwemmung mit ausländischen…“

„… dürfe die Rolle von Alkohol als Droge nicht gesellschaftlich oder medizinisch überschätzt werden. Es gebe keinen Beweis dafür, dass sich der vermehrte Konsum von Alkoholika auf die Gewaltbereitschaft von Terroristen auswirke, da diese meist durch andere Einstiegsdrogen wie…“

„… als wissenschaftliche Einzelmeinung gelte. Zwar gebe es Impfkritiker, die Autismus als Folge einer Immunisierung betrachteten, die Entstehung einer bipolaren Störung sei jedoch nicht durch…“

„… zu Kurzschlusshandlungen neigen würden. Dies könne man vor allem im linksextremistischen Bereich feststellen, da die Täter in diesem Milieu nicht über gesellschaftliche Anerkennung verfügten und vor diesen Hintergrund psychische Auffälligkeiten entwickelten, die sich im…“

„… im Gegensatz zu nichtislamistischen Tätern überhaupt keinen Alkohol zu sich nehmen würden. Dies sei ein klarer Beweis für die gesellschaftliche Unschädlichkeit von…“

„… löse schon die Beschäftigung mit Politik bei vielen Bürgern psychische Erkrankungen aus. Die von den Innenministerien koordinierte Maßnahme zur Früherkennung richte sich vor allem gegen linke Sammlungsbewegungen, die durch den Kontakt zu anderen Erkrankten eine bewusste Infektion mit…“

„… die regierenden Sicherheitsbehörden auch an die Hintermänner gelangen, die ausländische Depressive in die Bundesrepublik einschleusen würden, um den Terror gegen das deutsche Staatsvolk endgültig zu…“





In dienstlicher Hinsicht

28 02 2019

„Und irgendwas mit dem Klassenfeind? Hat man Ihnen vielleicht irgendwann mal versprochen, dass Sie den Klassenfeind ins Arbeitslager stecken dürfen? oder dass das Brudervolk der Sowjets uns befreit und dann jeden, der mal CDU gewählt hat, an die Wand stellt? Na, hätte ja sein können.

Jedenfalls machen wir uns große Sorgen, dass Sie als mündiger Staatsbürger, der sich seine politische Meinung alleine bilden kann, von diesen sozialistischen Dreckschweinen unterwandert wird. Da ist es schließlich unsere Pflicht als deutsche Demokraten, dass wir da nicht tatenlos zusehen. Der Feind steht links, das sehen wir nach so langer Zeit immer deutlicher, und da sich die Gesellschaft ohnehin radikalisiert, wird es nicht mehr lange dauern, bis man in Sippenhaft nach Sibirien verschleppt wird, weil man einen Urgroßvater hatte, der einen Hochschulabschluss gemacht hat, statt im Lumpenproletariat an Krätze zu verrecken, wie man das als linientreuer Bolschewist nun mal tut.

Kann es sein, dass Sie sich irgendwann, und sei es auch nur unbewusst, mal sehr systemkritisch in der Öffentlichkeit geäußert haben? Fanden Sie das Grundgesetz immer schon lästig? Hatten Sie die Vorstellung, dass jeder Leninist ganz nach Belieben in die sauer ererbten Villen unserer Leistungsträger einbrechen und die Besitzer einfach abzuschlachten und an ihre Kühlschränke zu gehen, weil Sie sich einbilden, dass diese unsere Mitmenschen den ganzen Tag lang nichts anderes zu sich nehmen als Kaviar, Hummer und Champagner für tausend Euro die Flasche? Oder sind Sie vielleicht auf so eine Bürgerinitiative hereingefallen, die Sie dazu bringt, öffentlich für die Einhaltung von Gesetzen in Bezug auf diesen Umweltschutz zu demonstrieren? Kann ja sein, dass Sie denen sogar Geld gespendet haben, dann ist es auch nicht auszuschließen, dass Sie damit Leute finanzieren, die den gewaltsamen Tod sämtlicher Polizisten in der Republik billigend in Kauf nehmen. Dass wir das als Anfangsverdacht einer sehr schweren staatsgefährdenden Straftat ansehen, möchte ich Ihnen an dieser Stelle durchaus nicht verschweigen. Ich denke Sie wissen, warum.

Hat man Ihnen vielleicht versprochen, dass Sie ab sofort kostenlose Apfelsinen bekommen? Oder die Völkerfreundschaft und eine Reise nach Kuba, um die Helden der Revolution persönlich zu treffen und von ihren Taten zu hören, wie sie in den Mord an Kennedy verwickelt waren? Natürlich dürfen Sie das nicht glauben, das ist alles gelogen. Es gab gar keine Apfelsinen, es sei denn, Sie waren in Wandlitz. Mit solchen Schwindeleien haben die Russen das Volk doch über Jahrzehnte bei Laune gehalten, und wenn Sie sich mal dieses furchtbare Fernsehprogramm ansehen, das die damals hatten, das ist doch kein Wunder, dass die alle depressiv wurden und versucht haben, sich an der Grenze im Stacheldraht erschießen zu lassen, damit sie diese Hetzpropaganda nicht mehr länger ertragen müssen. Das haben wir alles mit erdulden müssen, wir im Westen, die vielen Mauertoten, die für Volk und Führer, ich meine Vaterland, Vaterland meine ich, in den sicheren Tod geflohen sind, weil es drüben keine Nylonstrumpfhosen gab.

Allein in Nordrhein-Westfalen werden jedes Jahr mindestens ein Dutzend linksextremistischer Straftaten verübt, und da ist alles dabei, vom schweren Ladendiebstahl, wo die Täter natürlich jede politische Gesinnung abstreiten und behaupten, sie hätten Hunger gehabt, bis zur heimtückischen Attacke auf Strommasten. Oder Straßenlaternen halt, oder wo man so linksextremistische Aufkleber noch anbringen kann. Wir stehen politisch längst am Abgrund, das ist Ihnen ja wohl klar, dass wir da auch keine Gnade mehr walten lassen dürfen, wenn wir nicht noch mehr schwere und schwerste Taten provozieren wollen. Diese stalinistischen Schweine, die tanzen uns ja mittlerweile auf der Nase herum.

Natürlich können wir das sehr gut trennen. Ich persönlich halte Sie für eine linke Sau, und es würde mich nicht im Geringsten stören, wenn Sie von der Polizei zusammengetreten werden. Aber in dienstlicher Hinsicht bin ich unserem Programm verpflichtet und möchte Sie zum Ausstieg aus der linksradikalen Szene überreden. Sie müssen doch einsehen, dass das ein Irrweg ist, und Sie werden doch schon aus der deutschen Geschichte gelernt haben, dass wir so viele Opfer zu beklagen haben wegen linksextremistischer Umtriebe. Der Kieler Matrosenaufstand, Spartakus, die Attentate auf den Führer, der Volksaufstand 1953, das nimmt ja kein Ende! Und im weiteren Sinne müssen Sie natürlich alles, was sich gegen die Werte des christlichen Abendlandes richtet, als links motiviert ansehen. Diese ganzen Mohammedanerschweine sind ja wohl kaum zufällig nach Deutschland gekommen, als Mutti die Grenzen abgeschafft hat.

Also wenn Sie jetzt nicht gestehen wollen, dann kann ich Ihnen leider nicht helfen. Dann kann ich Ihnen zwar nichts beweisen, aber dank der neuen Polizeigesetze kann ich Sie so lange wegsperren, bis sich keine Sau mehr an Sie erinnert. Schöne Scheiße, was? Also ich würde an Ihrer Stelle jetzt lieber ein Geständnis ablegen. Machen Sie reinen Tisch, dann werden Sie zwar trotzdem bestraft, und ich kann mir keinen Richter vorstellen, der bei einem so verkommenen Subjekt wie Ihnen Gnade vor Recht ergehen ließe, aber Sie verbringen Ihre letzten Lebensjahre vielleicht ein bisschen geläutert und getröstet im Lager. Na, jetzt machen Sie halt schon! Sie sind doch so eine linke Scheißzecke, oder? Was sind Sie? in der SPD!?

Meine Güte, sagen Sie das doch gleich!“