Gernulf Olzheimer kommentiert (DVII): Politik für das Gestern

27 03 2020
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Es gab Sippenälteste, Stammeshäuptlinge, dann Tyrannen und Könige aus allerlei Geschlechtern, die von Usurpatoren und empor gespülten Fürsten ersetzt wurden, Kaiser, Diadochen, schließlich die Schicht der professionellen Politiker, die sich der Wahl durch eine sogenannte Bevölkerung stellen, alle Jahre wieder. Was es auch gibt, das nicht endet, ist der Verdruss angesichts tönender Versprechen und ihrem kärglichen Ende, das zwischen Dichtung und Wahrheit in ebendieser Verantwortung keimt. Was hatten sie nicht alles aus dem Hut gezaubert, echte Demokratie, Wohlstand für alle, Tugend und Ethik mit Zuckerguss, hurra! Was bleibt, ist je und wieder ein Abglanz, so dünn wie verschlissen, von der Politik für das Gestern, das nie vorbei ist.

Das waren die schönen Tage, in denen es noch genug Zukunft gab, so viel Zukunft, dass man sich als Bürgerlicher Vergangenheit leisten konnte. Man hatte nichts gegen Macht, die ja in regelmäßigen Abständen regelrecht bestätigt wurde. Ab und zu ließ man das Volk befragen, guckte hier und da in die Antworten hinein, ignorierte, was sich nicht mit Parteiprogrammen und Freundschaften in Industrie und Verbänden vertrug, so ging es immer weiter, analog, harmlos-christlich bis feucht-völkisch im Abgang, alles verschwiemelt zu einer schillernden Tunke, die direkt ins Gestern floss. Die kognitive Dissonanz dieser offensichtlich hilflosen Schläue strebte das Nichts an, den abstrakten Fortschritt, in dem aber alles blieb, wie es nie war, ein Zerrbild, nur durchsichtig. Strukturen sind wichtiger als der Inhalt; Menschen sind, man sieht es, austauschbar.

Denn immer wieder erweist sich eine eklatante Lücke zwischen der gefühlten Wirklichkeit in den Köpfen der politischen Entscheider und der weit in die Zukunft denkenden Einstellung der Wähler, die sich nicht mit theoretisierendem Kleinkrempel die Metadiskussion verquarken lässt, sondern, horribile dictu, praxisbezogen denkt und lösungsorientiert vorgeht. Der Krümmungswinkel der EU-Gurke ist ihnen nicht wichtig, aber der Treibhausgasausstoß geht ihnen auf die Plomben. Die Subventionen für Kurzstreckenflüge zur Sicherung fetter Boni in den Chefetagen der Airlines ist für sie kein soziales Ziel, weil sie Kurzstreckenflüge längst für ein nicht mehr benötigtes Relikt aus dem mobilen Neandertal halten. Das Unverständnis der Bürger, auch und gerade der aufgeklärten Mittelschicht, gerinnt zu hässlicher Wut, wenn sie Lobbyopfer ertappt, wie sie Postkutschenbauer, Schreibmaschinenfabriken und Kohlekraftwerke retten wollen, indem sie ihnen Löcher in die Erde buddeln, damit sie sich vor der Sintflut verstecken können. So wie wir Lochkarten und Wählscheibenfernsprecher überwunden haben, werden wir auch Fotovoltaik und Windkraft nicht aus purem Willen wieder los, schon gar nicht in der Vernunftvorstellung der Mehrheit.

Mit etwas grober Logik könnte man ihnen, den alten Männern (die nicht einmal alle weiß sind), die reine Machtgier unterstellen oder einfacher noch Abhängigkeit von wirtschaftlichen Verflechtungen. Es wäre nicht einmal weltfremd. Warum dann aber strategisches Denken ebenso der Vergangenheit angehört, kann das nicht erklären. Das Ende einer mehrheitskompatiblen Politik erinnert an den jähen Tod der Saurier, die noch einmal träge in den Himmel linsen, den Meteoriten schon pfeifen hören und phlegmatisch äußern, es werde vielleicht einen oder zwei von ihnen erwischen, der Rest werde es aber morgen schon verdrängt haben. Es gab kein Morgen. Es gab nicht einmal jemanden, der sich an das Gestern noch hätte erinnern können.

Die Erzählung von der Kontinuität ist gründlich kaputt, weil die Parole Weiter so ohne ein überlebbares Ziel blieb. Hinter all dem tumben Motivationsgeballer, das uns permanent einbläut, jede Krise als Chance zu sehen, damit wir uns über den großen Vorrat an Krisen freuen können, steht die bräsige Ignoranz, dass sich sämtliche Variablen verändert haben, vermutlich sogar die gesamte Umgebung nicht mehr existiert oder demnächst von der schiefen Ebene in den Abgrund rauscht. Sie haben den Arbeitern die 40-Stunden-Woche gegen die kapitalistischen Unternehmer erkämpft, jetzt bringen sie uns bei, dass wir mehr arbeiten müssen, weil es nicht mehr genug Arbeit gibt, obwohl sie alles tun, um die Technik zu zerstören, die uns die Arbeit abnehmen würde – bei voller Rendite für die kapitalistischen Unternehmer. Jede Diskussion mit ihnen ist eine intellektuelle Nahtoderfahrung, und so diskutiert der Betroffene nicht mehr mit, sondern längst ohne, häufiger noch gegen die Wortspender und ihr verbales Granulat. Noch fehlt ihnen der nötige Organisationsgrad, um sie über die Kante zu kippen, doch das ist angesichts der Vernetzung und täglich anwachsender Zukunft nur noch eine Frage der Zeit, die keiner mehr hat. Ein Gestern aus reiner Ungleichheit, das Führer und Geführte kennt, und eine Mainstream-Politik, die ihre komplette Energie mit dem Widerstand gegen die Selbstzerstörung verbraucht, sind wie Einsteins Endgegner. Nicht die Dinge verändern sich, ein Koordinatensystem aus Raum und Zeit beult sich in Zeitlupe aus, wenig, aber messbar. Keiner weiß, wie lange es noch hält. Bis gestern ging es noch.





Gernulf Olzheimer kommentiert (CDLXIX): Das Ende der Volksparteien

21 06 2019
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Ja, noch immer haben wir Demokratie – eine Diagnose, die ungefähr so wenig schockiert wie Nagelpilz im fortgeschrittenen Stadium, denn mit vereinten Kräften und einer gesunden Aggression kriegt man alles wieder weg. Und dazu sind wir seit den Jahrzehnten der galoppierenden Globalisierung geradezu konditioniert – es wird nichts besser, es wird nur vielleicht nicht schlechter als es ohnehin schlechter würde, wenn man es denn ließe, weil es ohnehin gar nicht anders geht. Damit wir die grobe Richtung überhaupt erkennen und schon lange im Voraus begreifen, den Ritt in den Abgrund, die Schussfahrt gegen die Mauer, dazu gibt es die Parteien, jene Wahlvereine, in denen man sich in regelmäßigem Abstand seine Todesart aussucht, Pest oder Cholera, Verhungern, Fleischvergiftung oder Abschmieren durch heillose Verfettung. Das ganze Land meint, in die richtige Richtung zu torkeln, also nennt sich die ganze Veranstaltung Volkspartei. Doch wozu brauchen wir sie?

Zunächst ist es für die politischen Akteure, die Kirche und andere Sekten, Vereine, Verbände, Banken und Konzerne, nicht eben leicht, sich nach eigenem Nutzen Gesetze zu schmieren, wenn die Veranstaltung einigermaßen legitimiert aussehen soll. Damit man nun aber ein ganzes Land in eine Richtung mitnehmen, eine Mehrheit ad hoc und im Handstreich chloroformieren kann, braucht es diese Konstruktion, in der das einzelne Mitglied nichts, die Partei aber alles ist – so ähnlich, wie völkisch erklärt ein Volk funktioniert – mit dem Ergebnis, dass etwas passiert, das der Einzelne natürlich nie wollte, das er aber mitgetragen hat, und das auch noch zum Wohle des Landes. Weshalb man diese Läden aus Notwehr nur Volksparteien nennen kann. Sie sind wie multinationale Großkonzerne, die versuchen, mit zentralistischer Steuerung jenseits aller kulturellen, ökonomischen und geopolitischen Differenzen das eine identische Produkt mit der einen nichtssagenden Reklame in den Markt zu drücken, wo sie annimmt, dass ein paar gelangweilte Vertriebsstrategen beim Würfeln eine Lücke ausgemacht haben könnten. Sie sind wie Universitäten, die kurz nach dem Urknall aus der Trennung von Masse, Masse, Masse, Masse und Masse und Energie entstandenen Klötze aus Masse, Masse und Masse, sorgfältig mit den Ecken alles Universalen verkantet, damit ja nicht versehentlich eine Bewegung durch den Koloss rutschen könnte. Sie sind, und das reicht als Beweis ihrer Existenz.

Aus der Verachtung des Kollektivs entspringt die kollektive Verachtung dieser Dinger, die ein Volk ohne Traum in ihrer behäbigen Absolutheit, in ihrer realitätsresistent verschwiemelten Parallelwelt nicht mehr aushalten kann. Sie brauchen Brot und ein Dach über dem Kopf, aber die Partei für alles und jeden bewahrt sie vor tödlichen Verletzungen durch die echte Erbsenpistole. Sie erblickt in der grauenhaften Zukunft ein Klimainferno, und die Antworten sind so modern wie ein Klingelton-Abo. Mehr noch, die Partei versteht sich als Lieferant für Antworten aller Art, nur dass die Fragen niemand gestellt hat außer ihnen selbst – sie gehen ein auf die Umwohner, auf die Menschen draußen im Lande, vulgo: alles außerhalb des Elfenbeinturms, das noch arbeiten muss, um seinen Lebensunterhalt zu sichern, aber sie behandeln sie, wie das vertrocknete Kindermädchen aus der autoritären Schule seine Kinder behandelt hat, als eine gute Tracht Prügel noch als persönlichkeitsbildend galt. So viel Verständnis, so viel Empathie. Nicht.

Wer kein Profil liefert, und das tun die Parteien nicht mehr, braucht nur noch Wiederwähler. In ihrer panischen Angst aber, plötzlich einen Grund liefern zu müssen für ihre reine Existenz, dreht der Laden den Spieß um: der Kunde ist nicht mehr mit dem legislativen Lieferservice zufrieden, es kann sich nur um mangelnde Dankbarkeit handeln. Also straft die Organisation ihre Unterstützer im besten Falle mit Missachtung, üblicherweise jedoch spuckt man den schnöden Deppen gleich in die Suppe, weil sie unangenehme Fragen stellen: was stellt diese Trümmertruppe an mit unseren Stimmen, was macht sie mit unseren Steuern, was setzt sie uns als Demokratie vor? Die Antworten hängen müde im Wind herum.
Ja, sie haben verstanden, zumindest sagen sie das alle paar Tage und Jahre wieder, wenn sie wieder einmal nicht mitgekriegt haben, aus welcher Richtung die Ohrfeigenmusik kam. Längst haben sie Arbeitsgruppen gegründet, für eine Mörderkohle Unternehmensberater geholt, um herauszufinden: wer sind wir, und wenn ja, warum noch? Wenn das Volk sowieso alles besser weiß und uns genau das schwant, nach jeder Wahl wieder und wieder nach jeder Wiederwahl, warum lösen wir nicht einfach das Volk auf und ein wählen ein neues? Inzwischen glauben sie wirklich, dass sie uns alles verkaufen können, solange sie nur den Preis bestimmen. Die Marionetten haben ihre Fäden durchgenagt und zeigen uns ihre Mittelfinger. Sie werden sich noch wünschen, wir wären politikverdrossen.





Strafstoß

11 06 2018

„Deutschland! Deutschland!“ „Ist ihm nicht gut?“ „Ohne Götze fahr’n wir zur WM! Ohne Götze…“ „Lassen Sie ihn mal die Planung machen, wir haben in den nächsten vier Wochen echt eine Menge vor.“ „Aber die…“ „Lassen Sie einfach.“ „Oléééé, olé-olé-oléééé!“

„Geben Sie mir doch mal die beiden Ordner da drüben.“ „Die mit dem DFB-Aufkleber? aber die sind doch für den Innenausschuss?“ „Eben, da hat der Kollege ganz hervorragend kombiniert. Räume erkennen, mutig nach vorne – und Abschluss!“ „Seit wann befasst sich der Bundestag denn mit der Politik des DFB? machen die jetzt auch schon Fotos mit türkischen Potentaten?“ „Sie kapieren’s einfach nicht.“ „Nein.“ „Deutschland vor!“ „Gucken Sie doch mal in den Ordner.“ „Ein Hoch auf uns, schallalaaa!“ „Parteienfinanzierung!?“ „Eben.“ „Aber da hängt der Spielplan der WM dran, wieso haben wir die Erhöhung der Parteienfinanzierung ausgerechnet auf das Spiel von Kasachstan, nee… was heißt das?“ „Panama.“ „Warum stimmen wir über die Zuwendungen ab, wenn Panama spielt?“ „Weil keine Sau im Plenarsaal säße, wenn gerade die deutsche Mannschaft spielen würde.“ „Das heißt, wir haben die Abstimmungen ganz genau nach dem Spielplan…“ „Richtig. Und wir haben nicht einmal Putin oder die FIFA gefragt, wann Panama spielt. Zumindest kann man uns nichts nachweisen.“

„Wenn ich das richtig verstehe…“ „Oléééé, olé-olé-oléééé!“ „… dann machen wir Politik im Windschatten der Weltmeisterschaft.“ „Wo waren Sie eigentlich in den letzten Jahren?“ „Ich bin neu im Bundestag.“ „Aha, das erklärt manches.“ „Und warum stimmen wir nicht ab, wenn die Deutschen spielen?“ „Habe ich doch schon gesagt: da wäre keiner im Parlament.“ „Immerhin geht es um unsere Partei, meinen Sie nicht, dass es hier eine bessere Lösung geben könnte?“ „Was schlagen Sie vor? dass wir uns zum Wohle des deutschen Volkes opfern?“ „Deutsch-land! Deutsch-land!“ „Gute Idee, vielleicht hört dann endlich mal diese ganze Parteienverdrossenheit auf.“ „Aber jetzt ist die Politik endlich mal handlungsfähig. Wenn Sie vorher die Autobahnen privatisieren oder die Altersvorsorge der Bürger schleifen wollten, mussten Sie immer auf eine Naturkatastrophe warten. Da ist es doch so viel praktischer.“ „Wenn der Klimawechsel so vorangeht, dann haben wir ja beste Aussichten.“ „Ich würde mich nicht darauf verlassen.“

„Aber mal ehrlich, was wollen Sie denn dieses Jahr machen?“ „Wir müssen den Haushalt konsolidieren, unter anderem den der Partei, und da lässt sich an den Sozialleistungen jede Menge sparen. Gerade jetzt, wo so viele Menschen wieder in Arbeit sind, müssen wir uns Gedanken machen, ob wir denen noch ein üppiges Leben finanzieren können.“ „Und den anderen?“ „Die interessiert das nicht, die gucken ja gerade Fußball.“

„Was steht hier im Entwurf, die gestiegenen Kosten für Kommunikation und Sicherheit sind für die Erhöhung der Gelder verantwortlich?“ „Sie ahnen gar nicht, was man da alles beachten muss. Stellen Sie sich vor, jetzt kommt der böse Russe und hackt unsere Computer.“ „Erstens machen das bei uns größtenteils die Amerikaner, und zweitens sind das die Computer des Bundestages.“ „Ich rede doch von unserer Parteizentrale.“ „Und warum stimmen wir dann darüber im Bundestag ab?“ „Immerhin ist das hier ein Rechtsstaat. Wenn wir uns die Taschen voll stopfen, dann immer nur auf gesetzlicher Grundlage.“

„Jetzt mal ernsthaft: finden Sie das gut?“ „Immerhin erhöhen wir nicht schon wieder die Mehrwertsteuer.“ „Haben Sie denn keinen großen Lauschangriff in der Schublade, damit es sich wenigstens lohnt?“ „Könnt man natürlich machen, aber da waren die Bayern schneller.“ „Bayern?“ „Was meinen Sie, warum wir diesen bescheuerten Kreuzerlass bekommen haben? damit sich alle über das Arschloch Söder aufregen und er im toten Winkel Psychiatriepatienten kriminalisieren und seinen Katholibanstaat zum Gestapo-Hauptquartier umkrempeln kann.“ „Und da konnte er nicht auf die Fußball-WM warten?“ „Jeder Knalldepp mit einer halben Hirnzelle hätte das auch so gemacht. Aber er ist halt Söder.“

„Wenn man schon das Deckmäntelchen hat, warum können wir nicht mal eben ein paar richtig krasse Gesetzverschärfungen durchziehen?“ „Was schwebt Ihnen da so vor?“ „Beispielsweise die Höchststrafe für Steuerhinterziehung verlängern und Gelder für die Strafverfolgung locker machen.“ „Die FDP guckt ja auch nicht jedes Spiel. Die AfD auch nicht.“ „Oder eine Finanztransaktionssteuer durch den Bundestag peitschen.“ „Dazu kriegen wir zu viel Kohle von den Banken. Die bringen Sie auch nicht durch, wenn wir Papst, Fußball- und Exportweltmeister werden. Am selben Tag.“ „Dann ist das ja letztlich zutiefst unmoralisch, was wir hier machen.“ „Ich gestehe Ihnen mal zu, dass Moral ein dehnbarer Begriff ist und dass sie noch nicht lange im Bundestag sitzen, aber ja, ich gebe Ihnen vom Grundsatz her erst mal recht.“ „Und das sollen wir als Volksvertreter einfach so vor uns rechtfertigen, richtig?“ „Irgendwo muss man ja mal anfangen.“ „Ich glaube, ich möchte das hier nicht weiter…“ „Sagen Sie mal, was halten Sie eigentlich von einer Erhöhung der Abgeordnetenbezüge?“ „Oléééé, olé-olé-oléééé!“





Stresemann

7 05 2018

„Oder irgendwas mit Leni Riefenstahl.“ „Nee, die kennt doch keine Sau mehr.“ „Da wäre ich mir nicht so sicher.“ „Jedenfalls könnte ein bisschen Kultur nicht schaden.“ „Wir reden hier aber schon von derselben Zielgruppe?“

„Bei Albert Speer denken die meisten wieder an einen TV-Dreiteiler.“ „Was soll man machen, Hitler hat seinen Stammplatz im Nachmittagsprogramm, den kriegen wir die nächsten tausend Jahre nicht mehr von der Backe.“ „Hm.“ „Schöne Scheiße.“ „Goebbels?“ „Ja, ist auch scheiße.“ „Nein, ich meine als Vorschlag.“ „Nee, den kennt doch jede Sau.“ „Man müsste halt irgendeine Persönlichkeit finden, die für die gute Sache steht und dann nicht zu viel negative Punkte in ihrer Biografie hat.“ „Also Luther?“ „Stimmt, das Reformationsjahr war echt ein Knaller.“ „Der soll ja noch wilder gewesen sein als seine Zeitgenossen.“ „Aber hier, Reformation.“ „Also irgendwas mit christlichem Abendland könnte man doch…“ „Das Dumme ist, dass sich jede Menge Christen heute noch auf ihn beziehen.“ „Das könnte problematisch werden.“

„Hat Goethe nicht mal irgendwas über den Islam gesagt?“ „Ja, aber es würde Ihnen nicht passen, das zu lesen.“ „Außerdem ist das doch wieder dieser linke Bildungsterror, den wir nicht unterstützen müssen.“ „Eine parteinahe Stiftung ist aber auch nicht gerade der Wunsch der Wähler.“ „Warum nicht?“ „Weil wir ihnen mal versprochen haben, dass wir mit dieser Tradition der Altparteien gründlich aufräumen werden.“ „Seit wann halten wir Wahlversprechen?“ „Und seit wann interessiert uns, was Wähler wollen.“ „Aber…“ „Wenn wir ein paar Millionen aus Steuermitteln abgreifen können, damit die Parteigenossen nicht immer wieder in die Privatinsolvenz gehen müssen, meinen Sie, dann kümmern wir uns noch um Politik?“

„Horst Wessel?“ „Bei Ihnen piept’s wohl!?“ „Das war kein Kriegsverbrecher.“ „Stimmt, dazu war er zu früh tot.“ „Das wäre es doch, wir müssten einen haben, der sich nicht mehr wehren kann.“ „Weil er schon tot ist?“ „Genau.“ „Michael Kühnen?“ „Nee, den will doch keine Sau mehr kennen.“ „Also wir können jetzt ja schlecht warten, bis Gauland endlich…“ „Warum denn nicht?“ „Am Ende kriegt er das noch mit, und dann haben wir wieder einen innerparteilichen Machtkampf.“ „Man könnte ihn doch als Vorsitzenden ruhigstellen, und dann warten wir so lange ab, bis er platt ist.“ „Und dann?“ „Dann können wir uns immer noch anders entscheiden.“

„Und wenn wir Steinbach direkt vorschlagen?“ „Also das würde ich persönlich übernehmen?“ „Wo wollen Sie das denn vorschlagen?“ „Nein, ich meinte, dafür sorgen, dass die Alte endlich tot ist.“ „Das ist doch nun auch keine Lösung.“ „Sie machen es doch nur für Geld.“ „Sie denn nicht?“ „Ab die macht es ja nicht mal fürs Geld.“ „Eben.“

„Mercedes wäre schon ganz nett.“ „Welche Mercedes?“ „Die mit den Autos.“ „Bitte, was!?“ „Wenn, dann käme für uns sowieso nur Volkswagen in Betracht.“ „Sie wollen doch die Partei nicht an einen Autokonzern verschleudern?“ „Sponsoring ist nicht illegal.“ „Aber das läuft doch bei denen auch anders herum.“ „Ich verstehe die Frage nicht.“ „Es ist doch nicht vernünftig, sich gleich von Anfang an mit einem Industrieunternehmen einzulassen.“ „Das haben wir damals auch nicht anders gemacht, wenn ich mich recht erinnere.“ „Damals?“ „Naja, als wir nach dem verlorenen Krieg… ach, egal.“

„Und wenn der Mossad uns nun finanziert?“ „Das mit der BRD GmbH, okay – aber dass wir Geld vom israelischen Geheimdienst kriegen, das möchte ich von denen selbst hören.“ „Dass wir vom Verfassungsschutz bezahlt werden, ist doch viel wahrscheinlicher.“ „Werden wir ja jetzt schon.“ „Wozu brauchen wir dann noch eine Stiftung?“ „Geldwäsche?“ „Kann man das nicht auch ohne?“ „Ohne Geldwäsche?“ „Ohne Stiftung.“ „Fragen Sie die Banken.“ „Dann kann ich ja gleich zum israelischen Geheimdienst gehen.“

„Immerhin besteht doch noch eine Möglichkeit, dass wir uns nach Stresemann benennen.“ „Was ja auch sinnvoll wäre.“ „Silberstreif am Horizont, oder was meinen Sie?“ „Nee, passt zu unserem Demokratieverständnis: unten abgeschnitten.“ „Na, da haben Sie aber einiges in den falschen Hals gekriegt.“

„Ich wäre ja für Lutz Bachmann.“ „Wir hatten uns doch darauf geeinigt: keine Zuhälter.“ „Aber eine gerade im Osten bekannte Figur, die unseren Wunsch nach Beleibtheit bei den Massen verkörpert und sich auch programmatisch einigermaßen gut in unsere Partei einfügt.“ „Das müsste den Nerv der Zeit treffen.“ „Gegen dieses Allparteienkartell der westlich versifften Scheindemokraten!“ „Also weg mit dem maroden Sozialstaat, aber durch die Hintertür her mit der Diktatur.“ „Und die Eliten können sonntags einen vom Volk erzählen.“ „Und einheitliche Kultur!“ „Jawoll, eine Gleichschaltung muss her!“ „Und wenn uns die anderen Parteien nicht mehr passen, schaffen wir sie einfach ab!“ „Endlich Revolution!“ „Hurra!“ „Sieg Heil!“ „Also, Kollegen: Karl-Marx-Stiftung für nationalen Widerstand. Na, wie klingt das?“





Schwippschwapp

12 05 2016

„Also sollte die CDU nicht nach rechts rücken?“ „Auf keinen Fall. Es gibt zwar gewisse Momente, die eine Übernahme politischer Positionen auch rechtfertigen, aber dies hier sehe ich anders.“ „Weil die Wähler ihre CDU eher im demokratischen Spektrum verorten?“ „Ach was. Die wählen nur lieber gleich das Original.“

„Aber es manche politischen Positionen sind ja auch verhandelbar.“ „Das ist richtig, wir haben ja kein Gesetz, das diese Positionen festschreibt.“ „Deshalb kann auch die CDU sich wie die SPD positionieren?“ „Sie haben halt entdeckt, dass die Wähler gleich das Original wählen.“ „Also die SPD?“ „Nein, die Partei, die noch am ehesten sozialdemokratisch aussieht.“ „Dann müsste doch die SPD…“ „Ich habe mich da wohl leider falsch ausgedrückt: es geht nicht um das Aussehen. Das hat die SPD ja noch.“ „Es geht in der Politik auch um Inhalte?“ „Die älteren Herrschaften werden das noch kennen, aber: ja.“ „Donnerwetter! dann hat die CDU die SPD wegen ihrer Inhalte kopiert? Das hieße ja, dass sie die bessere Politik macht!“ „Ja, aber nur inhaltlich.“ „Moment, eben hatten Sie nur gesagt, dass die…“ „Vergessen Sie nicht, dass es in der Politik so gut wie nie um Inhalte geht.“

„Wenn man jetzt den Rechtsruck der SPD…“ „Ich würde das nicht als Rechtsruck bezeichnen, eher als Tendenz zur Mitte.“ „Jetzt reden Sie schon wie die Sozialdemokraten.“ „Wie wer, bitte!?“ „Ich meine die SPD.“ „Meine Güte, dann sagen Sie das doch!“ „Pardon, ist nur so eine Gewohnheit. Aber wie gesagt, wenn diese Tendenz der SPD hin zu den Positionen der CDU…“ „Der alten CDU, wohlgemerkt. Das ist schon ein Unterschied.“ „Weil die alte CDU da war, wo jetzt die AfD ist?“ „Das ist die ganz, ganz, ganz alte CDU. Das war damals, als die meisten noch nicht mitgekriegt hatten, dass es die SS nicht mehr gibt.“ „Dann eben so eine mittelalte.“ „So ungefähr. Kurz nach Kohl, Schäuble war schon weg, aber Merkel hatte noch nicht richtig angefangen.“ „Gut. Wenn man den Schwenk der SPD auf diese historische Stufe der CDU bewerten sollte, war das denn nicht auch eine Übernahme politischer Positionen?“ „Das mag sein, aber es war nicht dem Verdrängungswettbewerb geschuldet.“ „Sie meinen, dass Gabriel…“ „Doch, der schon. Gucken Sie sich den Mann doch mal an!“ „Nein, ich meine das ja in Hinblick auf die politischen Positionen.“ „Ich auch.“ „Also war es eine Metamorphose?“ „Sagen Sie es doch, wies es ist: die Partei wollte auch mal an die Kohle. Da muss man sich ein Stück weit auch verändern.“

„Die Union rückt also nach links.“ „Wer hat Ihnen denn den Mist eingetrichtert!?“ „Aber die CDU hat doch…“ „Erstens war das kein Linksruck, weil sie die Position der SPD eingenommen haben, und die war ja seit Jahren schon nicht mehr links, sondern im Übergangsbereich zur Mitte.“ „Also liberal?“ „Nein, weil die Liberalen ja auch nicht mehr liberal, sondern… ach egal, auf jeden Fall war die CDU eher an sozialdemokratischen Positionen interessiert, und zweitens ist es die CSU nicht und war es auch nie.“ „Aber die sind doch schon im Namen sozial?“ „Hugenberg hat auch gesagt, sozial ist, was Arbeit schafft.“ „Ich dachte immer, das sei Müntefering gewesen?“ „Hatte ich Ihnen nicht gesagt, dass die SPD nicht links war?“

„Die CSU hat doch aber auch immer wieder rechte Tendenzen aufgegriffen.“ „Aber nie als Teil der Union. Wenigstens hat die CDU darauf immer großen Wert gelegt.“ „Bis auf Koch.“ „Das war nie die CDU. Das waren einzelne Vermächtnisse. Oder man kann vielleicht sagen, er hatte seine Gründe, die Partei vielleicht ein bisschen klarer in eine Richtung zu definieren, um sie an die Bedürfnisse der Wähler anzupassen.“ „Aber da wählen die doch immer das Original?“ „Wenn man damit dem Wähler das Gefühl gibt, dass man es mit der Ausrichtung der politischen Richtung ernst meint, dann ist eine solche Tendenz durchaus sinnvoll. Natürlich nur unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit.“ „Und wenn die SPD jetzt zum Beispiel wieder verstärkt in Richtung Linke…“ „Jetzt bleiben Sie mal auf dem Teppich!“

„Und die Grünen, haben die sich jetzt an die CDU angenähert?“ „Die CDU aber auch an die Grünen.“ „Wobei es dann wichtig ist, wer hat sich da an welche Position…“ „Ernsthaft: ist es Ihnen wichtig, ob in einem Schwippschwapp mehr Schwipp oder mehr Schwapp ist?“ „Wenn die Grünen sich jetzt an die CDU angenähert hat, die aber ihrerseits eine sozialdemokratischere SPD sind, als es die SPD je war, dann ist doch dieses Schwarz-Grün oder Grün-Schwarz eigentlich eine Art Rot-Grün?“ „Aus dem aber auch ganz schnell ein Grün-Rot werden kann, wie Sie wissen.“ „Weil die Grünen sich jetzt so ändern wie die CDU?“ „Nö, die haben ja mit der SPD schon Grün-Rot gemacht und wussten, wie sie einen konservativen Partner aushalten.“ „Also die CDU?“ „Das sind die Sozialdemokraten, die sie statt der SPD zwecks Annäherung rechts überholen. Wegen dieser Verdrängung nämlich, die soll da nicht stattfinden.“ „Und dann sind die Grünen die neue CDU, die jetzt die neue SPD ist.“ „So in etwa.“ „Und wenn jetzt die CSU vom Original verdrängt wird…“ „… hat die AfD rechts von sich keinen Platz mehr.“ „Das ist gut. Da bin ich ja beruhigt.“ „Wieso?“ „Na, wenn das so ist, warum sollte ich dann noch zur Wahl gehen?“





K.O.T.Z.

21 07 2015

„… im letzten Moment verhindert worden, dass das in den Pressemitteilungen vorab benannte $DINGS sich bis in die abendlichen Nachrichtensendungen verbreitet habe. Lucke habe sich für die Neugründung einer…“

„… sich Wutbürger in rechter Radaulaune zwar für eine Petition sächsischer Abgeordneter eigne, denen die Petry-Fraktion inzwischen als linksorientierte Grundgesetzversteher…“

„… für die Benennung der neuen Partei Straßenumfragen gestartet zu haben. Drei der fünf Umfrageteams seien danach nicht mehr in die…“

„… die Teilnahme an den Landtagswahlen im kommenden Jahr vom Namen der Partei abhänge. Die Gründung sei daher noch einmal um einige Stunden…“

„… sich die Mitgliederbewegung standhafter Transatlantiker nicht für eine nationale…“

„… es eine schwarze Liste gebe, nach der nicht alle Neumitglieder in der Partei willkommen seien. Nicht bestätigt sei jedoch, dass die Bonität der Bewerber vom Urteil des Vorsitzenden selbst…“

„… auf die Unterstützung Henkels setze. Die Hanseatische Elite intellektueller Leistungsträger verstehe sich auch als Nachfolge der…“

„… ob der Name Volksfront bereits von einer anderen…“

„… mit dem rechten Flügel zu kombinieren, der als Sarrazin in eigener Gefolgschaft zusammen mit der neoliberalen Gruppierung als S.I.E.G./HEIL eine klare Ausrichtung jenseits der Altparteien…“

„… eine Gruppierung innerhalb der gemäßigten Radikalen abgespalten habe. Die als Weckruf innerhalb des Vereinigungsflügels geltende Fraktion sei zwar isoliert, wolle aber als integrative Kraft in alle Richtungen…“

„… vehement bestritten habe. Unter anderem habe man PEGIDA nicht verwenden können, da der Name bereits durch zu wenig professorale Elemente in der medialen…“

„… Gemeinschaftlicher Aufbruch gesamtgesellschaftlicher Alternativen (GAGA), der durch das Fehlen eines Programms bereits mehr als geeignet…“

„… sich Lucke von etwaigen Weckruf-Strömungen distanziere, die für eine Veränderung der Parteiziele…“

„… erwarte laut Umfrage jeder zweite GAGA-Wähler eine SPD- oder CDU-nahe Politik. Die Parteiführung werte dies als Zeichen der Zustimmung, da nur so eine Koalition mit den bereits im Bundestag vertretenen…“

„… eine Vereinigung der Volksfront mit der Populären Front nur bis zum Bundesparteitag in…“

„… lehne die Nachfolgeorganisation jeden Aufnahmewilligen ab, der einmal Mitglied in einer rechtsextremen Partei gewesen sei. Dass damit Luckes Mitgliedschaft mehr als fraglich geworden sei, habe sich erst während der juristischen…“

„… könne Anständige Leistungsträger für AfD nicht verbergen, dass es sich um einen sehr persönlichen…“

„… sich Demokratische Ermächtigung populärer Patrioten – Die DEPPen nur bis zum ersten Durchgang der Parteitagsplanung…“

„… hänge die Teilnahme auch an der Anzahl der Kandidaten Radikalen Eurokritiker (Sozialliberaler Trupp), die in den Großstädten als Rest-AfD…“

„… Wetten abgeschlossen würden, ob Luckes neues Konstrukt länger halte oder Lothar Matthäus tatsächlich vorher eine Eheschließung mit…“

„… eine Eintragung ins Handelsregister anstrebe, um als ALFA Industries weiterhin den Glühlampenverkauf in der EU kommerziell zu…“

„… um eine Vereinigung der Parteien auf kommunaler Ebene. Mohring habe angeboten, die ausländerkritische Gruppe als Liste 88 mit einem Stillhalteabkommen…“

„… das Parteiprogramm sehr flexibel gehandhabt werde, da es aus den Aussprüchen des Großen Vorsitzenden…“

„… die rechtskonservative Aktion Lebensrecht für alle rechtliche Schritte androhe für den Fall einer Benutzung des Buchstabenkürzels. Daneben habe der Vorstand angekündigt, eine Abtreibung der AfD sei in diesem Fall weder als…“

„… wolle die Industrie um das potenzielle Mitglied Professor Henkel mit ihren Parteispenden noch warten, bis sich eine Beta-Version…“





Bundesparteitag

14 07 2015

„… habe Lucke seinen Austritt erklärt. Es sei ihm unter diesen Umständen nicht mehr möglich, als ehemaliger Vorsitzender der Alternative für Deutschland eine rechtsradikale…“

„… sei Merkel sich bewusst, dass sie die politische Nachfolge in der Union regeln müsse. Sie wolle jedoch vor der kommenden Bundestagswahl keinen…“

„… eigentlich völlig egal, welchen Vorsitzenden die FDP gerade habe, sie sei als Sammelbecken von F-Juristen, Wirtschaftsversagern und vor sich hin welkenden Speichelleckern der Westerwelle-Epoche ohnehin der nach Korruption stinkende Dreckrand der asozialen Heuschreckenkapitalisten und als solcher sehr interessant für Konzerne in der Versicherungs- und…“

„… eine Personalunion zwischen Seehofer und der CSU bestehe, weshalb eine Ablösung des Parteivorsitzenden ohne Blutvergießen auf gar keinen Fall…“

„… zwar nicht gewusst, anlässlich der Anfrage aber eruiert worden, dass auch die Sozialdemokraten einen…“

„… noch keine Aussage tätigen könne, bis die Basis bestätigt habe, dass die Vorsitzenden der Grünen sich ohne ein vorheriges basisdemokratisches Mitgliedervotum über personelle Veränderungen in der…“

„… wolle sich Merkel erst unmittelbar nach dem persönlichen Entscheid im engsten Kreis der CDU über eine potenzielle Nachfolge äußern. Es sei sicher, dass eine gemeinsame Lösung gefunden werden müsse, falls das Klonen nicht bis dahin eine alternativlose…“

„… einer Auffrischung der grünen Doppelspitze nur dann zustimmen, wenn die KandidatInnen durch mindestens zwanzig Jahre in der…“

„… darauf achte, dass der aktuelle Vorsitzende einen Bewährungshelfer hat, der nicht selbst gerade eine Bewährungsstrafe verbüße. Ansonsten sei die NPD weiterhin offen für einen…“

„… die Doppelspitze aus einer allein erziehenden Frau mit Migrationshintergrund und/oder Laktoseintoleranz und einem süddeutschen, verpartnerten…“

„… könne sich Söder durchaus vorstellen, eine CSU ohne Seehofer zu…“

„… habe Die Linke Gysi noch nicht gefragt, ob er den kommissarischen Vorsitz der Partei übernehmen wolle, um im Falle eines Rücktritts gleich auch den Posten des…“

„… wolle Dobrindt nicht ausschließen, eine CSU ohne Söder auch im Alleingang…“

„… ob Mißfelder wegen seiner Ambitionen auf den Vorsitz der…“

„… sich Gauck gegen die Politikverdrossenheit in Deutschland ausgesprochen habe. Ohne die Träger der politischen Kultur und Entscheidung, die Parteien, gebe es keine Freiheit, so dass als neues Datum für die politische Bildung ein Bundes-Partei-Tag mehr Bewusstsein für einen…“

„… dass Aigner eine CSU ohne Söder, Seehofer und Dobrindt für ein durchaus zukunftsfähiges…“

„… eine neue Alternative zur Alternative für Deutschland zu gründen. Lucke könne dabei auf viele ehemalige rechtspopulistische…“

„… die Union zu erneuern. Noch sei nicht klar, ob Merkel ab 2029 eine sozialdemokratische Alternative zur sozialdemokratischen…“

„… sich auch die Freidemokraten eine Neugründung vorstellen könnten, solange sie genug rechtspopulistische…“

„… dass ein Mitgliedervotum der Grünen nur dann gewertet werden könne, wenn die Auszählung artgerecht und…“

„… sei es eigentlich gleichgültig, ob man Gabriel loswerde oder aber eine Neugründung…“

„… werte Gauck jedes Ergebnis als Freiheit für die Deutschen, wenn bei der nächsten Wahl alle Stimmen für Parteien, die die politische Willensbildung des Volkes mit absoluter…“

„… nicht klar, ob sich die Bündnisgrünen noch genug alternativ verhielten oder aber durch eine neue alternativ-alternative Alternative im…“

„… bemühe sich die SPD, die Auflösung der Partei möglichst parallel zur Entwicklung der CDU zu gestalten, um eine weitere Koalition auf Bundes- und Länderebene nicht mehr als nötig durch…“

„… brauche die CSU keine weiteren rechtspopulistischen Rattenfänger. Seehofer könne bis zur letzten Patrone…“

„… nicht genau mitgekriegt. So sei der überwiegend Teil der Nationaldemokraten der Ansicht, Petry habe bereits eine Neugründung der…“

„… wolle man wenigstens einen Parteiaustritt von Sigmar Gabriel schaffen, um bei den nächsten Bundestagswahlen die Fünf-Prozent-Hürde absolut sicher zu…“

„… könne die Union seinetwegen ruhig Merkel rausschmeißen. Seehofer sei für eine weitere Einheitspartei der bessere…“

„… nicht mehr als Bundeskanzler bereitstehe. Es gebe daher keine andere Wahlalternative, verfassungskonform ein Bundeskabinett zu führen. Sonneborn sei bereit, die Bundesrepublik bis auf Weiteres als…“





Braunkohle

3 09 2014

„… dass das Verbotsverfahren gegen die NPD ausgesetzt werde. Bei den Wahlen zum Sächsischen Landtag habe die rechtsradikale Partei gezeigt, dass sie nicht mehr die Relevanz für eine…“

„… habe der ehemalige Parteichef Apfel erklärt, in seiner Gaststätte höchstens zwei Teilzeitstellen für Saisonkräfte zu…“

„… die Mittel für einen Verbotsantrag bereits verplant worden seien. Die CDU habe stattdessen vorgeschlagen, die Gelder für ein Verbot der Linken zu…“

„… habe die sächsische CDU das Ausscheiden der NPD aus der Landespolitik ebenfalls bedauert. Dies sei ein weiterer Verlust für die Demokratie in Ostdeutschland, da so die Wahlbeteiligung beim nächsten Urnengang nochmals geringer als im…“

„… würden die Extremisten auf eine Neuauszählung der Stimmen bestehen. Bis zur Abschaffung des Rechtsstaates durch sie selbst seien sie sicher, dass dessen Wahlrecht auch für sie eine grundsätzliche…“

„… auch nicht als Helfer im Druckgewerbe qualifiziert seien. Außerdem werde dies in Polen sowohl preiswerter als auch wesentlich besser…“

„… die Personalsituation sehr schwierig werde. Pastörs habe zwar sämtlichen Gerüchten energisch widersprochen, die Partei sei derzeit führerlos, könne aber auch keine eindeutige…“

„… dass der Spitzenkandidat Holger Szymanski versucht habe, sich die Marke BRD GmbH schützen zu lassen, um für die künftigen Kommentare im Weltnetz jeweils kostenpflichtige Abmahnungen…“

„… den Verbleib der Braunen in der Landespolitik gefordert habe. So wolle die Union die Alternative für Deutschland nicht als Nachfolger der NPD akzeptieren, da ihr von den bisherigen Nazis sowohl eine bessere Abgrenzung als auch…“

„… ohne die Einnahmen aus der sächsischen Landtagsfraktion quasi mittellos…“

„… gegen die unionsinterne Kritik verteidigt. Auch in der CDU, so Strobl, werde stets nach Tagesform entschieden, ob man das Grundgesetz gezielt bekämpfe oder nur aus Gefälligkeit für Lobbyisten mit nachlässigen…“

„… dass auch Mitglieder gewaltbereiter Motorrad-Gangs sich für Vorstandsposten innerhalb der Partei eignen könnten. Der Bundesvorstand begrüße dies außerordentlich, da sich damit völlig neue Finanzierungsmodelle für den…“

„… sofort abschlägig beschieden habe. Die AfD sei allerdings gegen eine Zusammenlegung der Landesverbände gewesen, da sie bei dieser Fusion auch die Schulden ihrer politischen Partner hätte übernehmen müssen, was beim jetzigen Stand der Goldeuro-Verkaufsaktion noch nicht ganz…“

„… beobachtet worden sei, dass die braunen Abgeordneten nicht nur ihre Möbel, sondern auch Steckdosen und Türklinken…“

„… einen Teil der offenen Finanzen dadurch zu klären bereit sei, indem hauptberufliche Kräfte ein bedingungsloses Grundeinkommen vom BND…“

„… habe Fraktionssprecher Thomsen gegenüber der Presse von Unregelmäßigkeiten berichtet. Nicht alle Parteimitglieder hätten wie verabredet vor den Wahllokalen einen Fünf-Euro-Schein für jede abgegebene Stimme an die…“

„… seien die Tagebücher von Goebbels aufgetaucht, die Szymanski dem stern gegen eine Summe von…“

„… dass die Partei rechtmäßig Gelder aus öffentlicher Hand erhalten müsse, da auch in anderen Bundesländern einer Förderung der Braunkohle…“

„… vermisse die Landtagsverwaltung aus den Räumlichkeiten der Nationaldemokraten auch ein Klappfenster sowie mehrere…“

„… schlage die NPD vor, ihren Verbleib im Landtag mit Hilfe eines Volksentscheides zu…“

„… ob auf Landesebene eine Kooperation mit den Freidemokraten denkbar sei. Die NPD wolle sich nicht politisch mit ihnen verbünden, hoffe aber, sich mehrere Parteispender als Leihgabe…“

„… dass ungefähr 10.000 rechte Wähler diesmal zu Hause geblieben seien. Szymanski habe dies auf die Wetterlage geschoben, die eindeutig Teil einer jüdisch-kommunistischen Klimaverschwörung…“

„… mit einem sogenannten ‚Schrott-Kaufhaus‘ bekannt geworden sei. Die NPD eigne sich allerdings nicht, um als eigenes Produkt auf der Resterampe einen…“

„… eine politische Umorientierung kein Tabu sein dürfe. Nach dem parlamentarischen Ende der FDP gebe es nun niemanden mehr, der sich als hauptberuflicher Mehrheitsbeschaffer für die CDU betätigen wolle. Dies, so Voigt, sei eine Marktlücke, die auch von der AfD nicht bundesweit…“

„… sich de Maizière mit den Rechten solidarisiert habe. Ohne diese tragenden Kräfte des Nationalismus, so der Bundesinnenminister, müsse man einen starken Abbau von Arbeitsplätzen fürchten, was bereits jetzt beim Verfassungsschutz und den…“

„… könne sich Szymanski auch vorstellen, rückwirkend gegen die Fünf-Prozent-Hürde Klage einzureichen. Seine Partei sei generell rückwärts gewandt, daher sei dies ein legitimes…“





Singlefrust

21 05 2013

Vorsichtig behauchte Köchler den Stempel, bevor er ihn langsam und traurig auf den Vordruck presste. Es würde keine Volksfront zur Rettung des Gebrauchsdackels geben, wenigstens keine mit Parteienstatus. Köchler gab das Blatt in die Aktenmappe zurück, schloss sie und legte sie auf den rechten Stapel. Ich wartete.

„Parteien“, hub er mit Bedacht an, „sollten immer dessen eingedenk sein, dass sie nicht für eine einzige Gelegenheit gegründet sind. Man muss da klug vorgehen. Haben Sie sich denn schon einmal Gedanken gemacht, was Sie in die Politik geführt hat?“ Ich blätterte in meinen Unterlagen, fand jedoch keine der vorgefertigten Antworten wirklich gut; sie waren allerdings auch für die erste Bundespressekonferenz vorgesehen. „Etwas mit Frau und Karneval“, stammelte ich, „und vielleicht irgendwie Umweltschutz oder Natur. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, was ich mir gedacht habe.“ Köchler rieb sacht seine Fingernägel. „Das mit dem Karneval ist natürlich ganz aussichtslos.“ Ich legte die Stirn in Falten. „Schon die außenpolitischen Folgen könnten sich als schwierig erweisen“, gab er zu bedenken, „stellen Sie sich nur einmal vor, Sie sollen als Bundespräsident – Sie wollen sicher höhere Staatsämter ausüben? – ein Staatsoberhaupt begrüßen. Und dann stehen Sie da, auf dem roten Teppich. Mit einer roten Nase.“

Ich blätterte weiter in meinen Papieren. „Man könnte ja auch etwas mit Wirtschaft machen.“ Er blickte mich erstaunt an. „Das ist gar nicht schlecht, zumal Sie in eine echte Marktlücke stoßen würden. Die meisten Parteien verstehen von der Sache nicht wirklich viel, das würde Ihre Chance sicher sehr vergrößern.“ Er sah kurz in sein Verzeichnis. „Außerdem ist Wirtschaft ein großartiger Begriff, recht schwammig und für alles zu verwenden, wie Freiheit, Fortschritt, Moral oder Bürgertum. Das ist wie Wurst. Auch wenn man sich ungefähr denken kann, was drin ist, von außen sieht man meist nicht, was einen erwartet.“

„Automobil?“ Er schüttelte den Kopf. „Das ist keine Marktlücke, Bier und Bildung auch nicht. Sie müssen schon ein bisschen origineller sein.“ „Eine Partei für Nichtwähler?“ Köchler besah seine Knöchel und schnippte behutsam ein Stück Konfetti vom Ärmel. „Bedauerlicherweise auch das nicht, und sie hatten selbst darunter zu leiden. Sie haben ihre Arbeit inzwischen eingestellt.“ „Was ist ihnen zugestoßen?“ Er wiegte bedauernd den Kopf. „Sie wurden nicht mehr gewählt.“

Vor meinem geistigen Auge entstand bereits die Kulisse eines pompösen Bundesparteitages, auf dem ich in flammender Rede ein wie auch immer geartetes Argument variieren würde, warum ich (und zwar nur ich) geeignet wäre, den Vorsitz dieser Partei zu führen. Sicher wäre es eine Vereinigung zum Schutz des Gebrauchsdackels vor der Wirtschaft, möglicherweise aber auch genau andersherum. Wer wollte das schon so genau sagen in einer politischen Landschaft, die sich zu schnell entwickelt, um Ahnung von den Erfordernissen der Wirklichkeit zu haben. „Etwas für Rentner?“ Köchler nickte. „Gute Idee, die sterben nie aus. Und ihre Bedürfnisse bleiben immer dieselben. Sie wollen ihre Ruhe und wissen alles besser. Das ist ein nachwachsender Rohstoff.“

In der Informationsbroschüre hatten viele schöne Beispiele gestanden von Sozialisten, bibeltreuen Monarchisten und Reichsbünden für Dinge, die man so wenig brauchen konnte wie einen Reichsbund. Ich suchte in meiner Tasche nach dem Heftchen. „Wenn Sie schon die Umwelt genannt haben, könnten wir da nichts machen?“ Köchler nickte nochmals, diesmal schon ein wenig deutlicher erkennbar. „Ja, aber bitte nicht zu sehr ins Detail gehen.“ Ich sah ihn erstaunt an. „Es muss schon eine gewisse Offenheit vorhanden sein, wenn man sich auf ein einziges Thema beschränkt. Wenn Sie für den Schutz der Wale eintreten, haben Sie Pech gehabt.“ Noch immer verstand ich nicht. „Sie werden entweder die Wale retten und internationale Gesetze zu ihrem Schutz erzwingen – oder die Art verschwindet von unserem Planeten. Dann können Sie Ihre Partei auch beerdigen. Man nennt das Singlefrust.“ „Singlefrust?“ „Richtig“, bestätigte Köchler, „ein einziger Programmpunkt bringt oft nichts als Scherereien. Denken Sie an die Grünen, kaum haben sie den Ausstieg aus der Atomkraft einigermaßen in Aussicht, schon suchen sie sich mit den Windkraftwerken neue Ziele. Denken Sie an die Zukunft.“

„Wo wir gerade bei der Wirtschaft sind, haben Sie noch etwas frei für Rentner?“ Köchler fuhr mit dem Zeigefinger an einer Liste entlang, doch er schien nichts Passendes zu finden. „Es gäbe noch eine Vakanz im rechten Lager“, stellte er fest, „wir haben knapp ein Prozent Nationalisten aus dem bildungsfernen Segment – wollen Sie da nicht etwas versuchen?“ „Ich hätte hier eine schlimm ausländerfeindliche Rede“, gestand ich und lief schamrot an. „Eigentlich wollte ich die gar nicht…“ „Lassen Sie es“, gab Köchler streng zurück. „Sie müssen viel besser zuhören – was hatte ich Ihnen gesagt? Setzen Sie sich die richtigen Ziele. Wenn Sie alle Ausländer loswerden wollen, was tun Sie dann, wenn Sie es geschafft haben? und welche Entschuldigung haben Sie, wenn es nichts gebracht hat?“ „Gut“, sagte ich knapp, „dann wird es wohl nichts. Zumindest diesmal nicht. Ich werde mir einen Job suchen, Politik scheint nichts für mich zu sein.“ „Moment noch.“ Er zog ein Blatt aus dem Stapel heraus. „Könnten Sie sich vorstellen, etwas gegen den Euro zu haben?“





Kernschmelze

14 07 2011

„Bitte nicht hier. Ja, da drüben. Da können Sie sich hinsetzen. Da liegen nur die Parteiprogramme und der ganze Ramsch. Wollen Sie eins? Nehmen Sie mit, stecken Sie’s ruhig ein, wird nicht mehr gebraucht. Natürlich wird das nicht mehr gebraucht, oder wollen Sie ernsthaft behaupten, Sie hätten je ein Parteiprogramm gelesen? Wer liest denn bitte Parteiprogramme? Politiker etwa?

Wir haben uns jetzt entschieden, das heißt: wir mussten uns entscheiden. Es ging nicht mehr mit diesem Bundestagsdings und den Parteien und dem ganzen Kram, verstehen Sie? Wir müssen das jetzt alles fusionieren. Ja, die Parteien. Ob das geht? Das Bundesverfassungsgericht hat jedenfalls gesagt, das mit dem jetzigen Wahlrecht geht nicht. Also gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder macht man etwas Sinnvolles, indem man eine wirklich von Grund auf demokratische, den Bürgerrechten, der Verfassung und dem deutschen Staat verpflichtete Neuerung herbeiführt – oder diese, naja, was so aussieht wie eine handlungsfähige Bundesregierung.

Die Parteien fusionieren, ganz recht. Das wird natürlich auch die eine oder andere Veränderung im politischen Leben mit sich bringen, wirklich! Man muss jetzt nicht mehr monatelang den Kandidaten für den Bundespräsidenten auskungeln, man braucht keinen Kuhhandel mehr, um irgendwelche Grundrechte auszuhebeln, die Hartz-IV-Sätze zu senken oder den Mindestlohn zu verhindern. Sie, das wird eine wirklich ganz andere Stimmung am Markt… in der Politik, wollte ich sagen. In der Politik natürlich. Wie komme ich nur auf Markt?

Es macht doch keiner besser oder schlechter. Das ist doch alles nur Wahlkampf, in Wirklichkeit hackt eine Krähe der anderen kein Auge aus. Es ist doch letztlich egal, wo Sie Ihr Kreuz machen. Gut, das stimmt auch wieder, es ist inzwischen auch wurst, ob Sie’s überhaupt noch machen.

Keine Ahnung. Der Referentenentwurf hat ja CDUCSUSPDFDPGRÜNELINKE als Arbeitstitel, das wird sich vermutlich erst recht spät entscheiden. Wobei es dann ja auch egal ist, ob das nun kurz vor dem Wahlkampf oder schon nach der Bundestagswahl kommt. Im Ergebnis bleibt es sich nämlich gleich. Merkel hat schon einen Vorschlag gemacht. Ihr gefällt am besten Einheitspartei Deutschlands. Klingt ja auch ziemlich vertraut. Wenigstens für Merkel.

Sicher, das wird große Veränderungen nach sich ziehen. Die ganze Politik wird entspannter sein, leichter, eben effektiver und besser. Für jeden. Die Union muss sich bei ihren Koalitionsversuchen nicht mehr entscheiden, welche Hälfte der Wähler sie verprellt – die SPD darf als Juniorpartner der Grünen weiterhin den großen Max markieren – die von der FDP bekommen weiterhin Kohle, ohne arbeiten zu müssen – die Linken müssen nicht mehr zwanghaft so tun, als seien sie moralisch tragbar für die Fundamentalopposition – und die Grünen dürfen endlich zugeben, dass ihnen dieses ganze Umweltgedöns am Arsch vorbeigeht. Eine von Grund auf ehrliche Politik! Können Sie sich etwas Besseres vorstellen?

Das Verhältnis von Politik und Wirtschaft wird sich tatsächlich anders gestalten, da haben Sie mal Recht. Ja, ich denke auch, es wird hier einiges wieder gerade gerückt. Beispielsweise das Primat der Politik, das wird endlich wieder zu sehen sein. Die Politik kann jetzt die Höhe ihrer Spenden besser kontrollieren, schon deshalb, weil ja immer zentral an eine Partei gespendet wird. Kein Neid, keine vergessenen Briefumschläge mehr in Schreibtischschubladen von Lügnern, die hinterher Bundesfinanzminister werden, keine Chance für Spendenskandale. Also wegen der Gesetze, die kann die fusionierte Partei dann ja ändern, wie sie lustig ist. Und damit ist dann sowieso alles wieder legal. Finden Sie das nicht auch prima, dass wir auf die Art endlich eine der schlimmsten Grauzonen der Korruption in Deutschland endlich los sind?

Können Sie das mal aufschreiben? Das mit der Kernschmelze. Ich finde das irgendwie logisch. Ja, das können wir dann für die Werbekampagne nehmen – unter hohem Druck entsteht etwas sehr Energiereiches, das die Zukunft unseres Landes nachhaltig verändern wird. Ja, das gefällt mir wirklich ausnehmend gut. Die Kanzlerin wird begeistert sein.

Übrigens ist das mit der Fusionierung auch eine Angleichung an die realen Verhältnisse, verstehen Sie? Ja, es gab ein paar Probleme, wie immer – die SPD wollte natürlich eine schrittweise Angleichung in drei Stufen durchsetzen, aber sie konnten sich auf dem Sonderparteitag wieder nicht entscheiden, ob sie das einstimmig billigen oder lieber anlehnen sollen. Sie haben es dann abgelehnt, die Fraktion hat sogar einen Grund dafür gefunden, der nicht mit der Fraktion zusammenhing, und dann haben sie einen Deal mit der CDU/CSU gemacht, in dem sie es einstimmig durchgewunken haben. Angeblich unter großen Bedenken, weil sie nicht so genau wussten, worum es dabei eigentlich ging.

Worum es ging? Na, um die Angleichung an die Wirklichkeit. Wenn Unternehmen fusionieren, sind sie hinterher zusammen weniger wert als vorher. Bei Parteien ist das nicht anders – warten Sie mal ab, wer den Laden hinterher noch wählt. Sie etwa? Ach was – die Leute wählen doch schon seit Jahren nicht mehr nach Richtung, denen ist das längst egal. Ob da CDU oder LINKE draufsteht, es geht doch bloß um höhere Diäten, dann machen sie Krieg für die Wirtschaft, und die größten Deppen bekommen die höchsten Ämter. Brauchen wir dazu Wahlen? Und wenn sowieso alles alternativlos ist, wozu brauchen wir dann noch Parteien? Es reicht doch, wenn wir Deutsche sind. Das hat doch schon immer gereicht.“