Gernulf Olzheimer kommentiert (CCCXCVII): Mit Rechten reden

15 12 2017
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Mit Rechten reden. Was für eine unsinnige, was für eine sinnlose, absurde, aberwitzige, blöd- bis vollständig stumpfsinnige Aktion. Von Idioten für Idioten. Das fasst man kurz an und weiß: erstes Stück Scheiße heute in der Hand. Mit Rechten reden. Als gäbe es keinen Hunger in der ersten Schicht. Keine Mangelernährungssyndrome, keine Ödeme, kein Knurren. Die Offiziere hätten es als Demütigung empfunden, hätte man unter ihnen einen so behandelt, wie man ihn eben empfunden hätte. Dieser Rückschlag wäre verheerend gewesen.

Mit Rechten reden. Klüger wäre es, unter Wasser auszuatmen. Eine Betonwand anzubrüllen. Rasen anzumaulen. Kies. Streusand. Es in einen Sack zu sprechen und ihn an die Kellertreppe zu lehnen. An die Wand zu nageln. Von der Brücke zu schmeißen, auf die Autobahn, aufs Rollfeld, in die Gemengelage, ins Kabinett, in die Produktion, in den Spielraum, den ihm die Wirtschaft lässt. Man kann das auf die Straße malen, und sie stiefeln doch darüber hinweg. Man kann es auf Wände malen und auf andere Wände sprühen. Auf Bürgersteigen in Form von Hüpfkästchen bannen, fotografieren in der ephemeren Form vor dem Eintreffen von Regen oder Straßenreinigung, nachempfinden als Ballett oder Bürgerkrieg oder beides, nacheinander oder simultan, mit verklebten Mündern von Paketband, Mullkompressen, Kunststofffolie, Sprühpflaster und dem Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland. Letzteres ist in Insiderkreisen wenigstens dem Namen nach bekannt.

Mit Rechten reden. Das ist, als würde man mit dem Krebs diskutieren, um ihm sein soziales Stigma zu nehmen, damit sein Image wieder besser wird und er die Hipness von Laktoseintoleranz bekommt. Als würde man ihm helfen, ein neues Selbstbewusstsein zu entwickeln, die Angst vor sich selbst zu verlieren, sich selbstsicherer zu fühlen, ganz anders in der Gesellschaft aufzutreten, auch mal die eigenen (hahaha!) Rechte einzufordern, sich nicht kleinmachen zu lassen, wieder ein positives Bild zu gewinnen. Als würde man ihm helfen, mit der lästigen Vergangenheit als Scheißkrankheit Schluss zu machen, als Schreckbild, gegen das man sich mit Klugheit und etwas Vernunft schützen kann, mit einem kleinen bisschen Reflexion, was man tut und was man denkt. Als würde man den Krebs adeln mit der Vision, einer von uns zu sein.

Mit Rechten reden. Als würde man sich diese elend verschwiemelte Mixtur aus grölendem Stolz und peinlicher Wehleidigkeit nicht schon als stinkendes Gerinnsel aus dem Gehörgängen popeln, als würde man diese verquaste, verlogene, mit Mystik, Mytho- und Egopornografie vermatschte Braunsuppe nicht schon beim Anblick stinken hören, weil der Sud langsam vor sich hinköchelt und nicht besser wird, wenn Generation für Generation geistig minderbemittelte Arschlöcher, rückgratlose Karrieristen, Minderleister und Pleitiers, Verstörungstheoretiker und andere Fachkräfte für angewandte Soziopathie ihre schwieligen Mauken in den Kessel stecken. Als würde man diese ausgekauten Worthülsen, die aus Sperrholz gehämmerten Argumentationsversuche, das luftdichte Verschließen vor der Wirklichkeit in einer sektenähnlichen Stereotypie nicht rückwärts mitsingen können, weil sich seit dem Bettnässer aus Braunau und seinen völkischen Vollspaten nichts geändert hat. Scheiße bleibt Scheiße, in welcher Verpackung auch immer.

Mit Rechten reden. Weil dieser intellektuelle Sondermüll, die von jeder Sachkenntnis ungetrübte Wortkotze, die Denkschwäche dahinter und die elende Borniertheit, als sei der deutsche Analphabet aus besserem genetischen Material geklöppelt als sein nigerianischer Bewährungshelfer, noch mehr Aufmerksamkeit braucht und noch lange nicht so salonfähig ist, wie das die Drahtzieher wüschen. Von den winselnden Würstchen auf der Straße lässt man sich Wutausbrüche auf die Bundeskanzlerin vortanzen, weil sie das Wetter schlechter gemacht hat, weil die Araber uns die Luft wegatmen und durch die nicht vorhandenen Ausländer weniger deutsche Frauen von echten Deutschen vergewaltigt werden. In dieser Realitätsersatzflüssigkeit köchelt das Großhirn langsam schnittfest, wichtige Areale gehen unter, die vegetativen Schaltkreise bleiben über, mit denen man jeden Rotz nachlallt, der einen auf der Straße angefallen hat, stumpfe Parolen für dumpfe Knalltüten nachjodelt und auf Menschen einprügelt, die man nicht kennt. Das kann weg.

Mit Rechten reden. Als hätten wir nicht schon genug Probleme, holen wir uns diesen Sott, den Nationalstolz als Auszeichnung, Auswurf im Schädel zu tragen statt des üblichen Strohs, in den Diskurs der bürgerlichen Gesellschaft, das Geplärr der Horden, mit denen der Aufgeklärte nichts zu tun haben will. Mit Rechten redet man nicht. Man schmeißt dieses Pack raus und lässt es in dem Rinnstein, aus dem es gekrochen kam. Das ist sein Schoß, nichts anderes. Mit Rechten reden? Niemals. Die können uns mal hakenkreuzweise.

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Kokolores

14 12 2017

„Alles raus?“ „Alles.“ „Wir können uns darauf verlassen?“ „Freilich.“ „Können wir uns denn dann auch wirklich auf einen…“ „Also jetzt hören Sie mal, wie sollen wir denn Koalitionsverhandlungen führen, wenn Sie uns nicht schon hier vertrauen?“

„Der Punkt ist doch, dass wir Ihnen nicht generell Misstrauen entgegenbringen wollen.“ „Genau das tun Sie doch gerade.“ „Wir wollen doch keine Streitpunkte in eine Verhandlung einbringen.“ „Die letzten Verhandlungen sind gescheitert, obwohl wir gar keine Streitpunkte hatten.“ „Sehen Sie? Müssen wir das provozieren?“ „Die Menschen draußen im Land wollen eine stabile Regierung.“ „Menschenskinder, Sie rufen doch selbst auf jedem Parteitag und bei jedem Streit zur Geschlossenheit auf!“ „Ja, aber parteiintern.“ „Und wenn wir das als Koalition auch versuchen würden?“ „Das nimmt uns am Ende wieder keiner ab.“ „Wieso nicht?“ „Die letzte Koalition hat uns doch auch keiner abgenommen.“

„Dann sagen Sie doch mal, Kohle?“ „Nein.“ „Wir haben aber doch…“ „Nein!“ „Die Wirtschaft ist sich darüber im Klaren, dass…“ „Das ist mit uns nicht zu machen! Wir werden darüber nicht reden!“ „Also ist noch nicht klar, dass Sie die Kohle als Energieträger mittel- bis langfristig weiter fördern wollen?“ „Wir haben uns noch nicht entschieden, das wird ganz demokratisch auf einem Votum der Parteibasis geschehen, und dann legen wir das dem Parteivorstand vor, und dann sehen wir weiter. Aber wir werden darüber vorerst nicht diskutieren.“ „Aus Angst.“ „Weil Deutschland eine stabile Regierung braucht, und wir wollen uns nicht verschließen.“ „Das heißt also, dass Sie den Schwanz einkneifen und die Sache einfach so weiterlaufen lassen, wenn Sie nicht mehr wissen, wie Sie sich entscheiden wollen, ja?“ „Sie können Ihre verdammte Koalition gleich alleine machen.“ „Schon gut, ich habe doch gar nichts gesagt!“

„Wir bieten Ihnen außerdem an, das Thema Grundeinkommen in der kommenden Legislatur nicht zu behandeln.“ „Hatten wir auch nicht vor.“ „Wir aber.“ „Schön, und was heißt das jetzt?“ „Das impliziert natürlich auch, dass Hartz IV erstmal nicht verändert wird.“ „Klar.“ „Als Regierung muss man sich das sehr genau überlegen. Da steckt eine Menge sozialer Sprengstoff drin.“ „Aha.“ „Nicht nur für den sozialen Bereich.“ „Schön.“ „Auch der Arbeitsmarkt wird natürlich in Mitleidenschaft gezogen.“ „Interessant.“ „Die Regierung wird sich den Vorwurf gefallen lassen müssen, dass sie einen Großteil der Menschen überhaupt nicht auf dem Schirm hat.“ „Wissen Sie, seit wann wir das hören? Das hat uns noch nie interessiert.“ „Das war mir ja vorher schon klar.“ „Von wem kamen noch mal diese Hartz-Gesetze?“ „Wer hat sie verschärft?“ „Wollen wir wirklich auf diesem Niveau reden?“ „Sie brauchen eine regierungsfähige Mehrheit.“ „Wir können auch ohne Sie regieren.“ „Ja, das merken wir seit Monaten.“ „Können wir wieder vernünftig miteinander umgehen?“ „Das hängt doch ganz von Ihnen ab.“

„Waffenhandel, noch so ein Thema.“ „Aber das bedeutet auch Arbeitsplätze.“ „Diese Kritik an den ethischen Maßstäben unseres wirtschaftlichen Handelns sollten wir aber mal ernst nehmen, finden Sie nicht?“ „Sie können das gerne ausklammern, aber die Fakten sind doch bekannt. Warum soll sich die Wirtschaft in der Bundesrepublik von ihren größten Erfolgen distanzieren?“ „Wir müssen den Wählern schließlich erklären, warum wir wieder einmal so komplett versagt haben.“ „Das kriegen die früher oder später sowieso raus. Dann geht’s ums Ganze, der Wahlkampf läuft schon, und der Rest ist Geschichte.“ „Das finden Sie gut?“ „Lassen Sie uns doch über das Thema Bürgerversicherung reden.“ „Nein, alles gut. Wir brauchen keine öffentliche Debatte über die Rüstungsindustrie, das verstehen die meisten Bundesbürger sowieso nicht.“ „Da sind wir ganz bei Ihnen.“

„Immerhin haben wir noch einen Aktenordner voll.“ „Aber das sind doch Nebenkriegsschauplätze, oder sehe ich das falsch?“ „Türkei?“ „Solange die nicht in der EU sind, sehe ich das als Nebensache.“ „Ehegattensplitting sollte man auch nicht weiter verfolgen.“ „Abgesehen von der Steuerreform.“ „Verbrennungsmotoren?“ „Haben wir die Grünen in der Koalition?“ „Auch wieder richtig.“ „Wozu regen wir uns dann auf?“ „Solange wir uns nicht über ein Einwanderungsgesetz streiten müssen?“ „Mindestlöhne?“ „Rechtsextremistische Gewalt?“ „Haben Sie nicht irgendwann mal einen Ordner mit Kram angelegt, den Sie in der Regierung machen wollen?“ „Ja, Sie etwa auch?“ „Wir haben da ‚Kokolores‘ draufgeschrieben.“ „Lustig!“ „Aber wir sollten uns nicht auf solche Kleinigkeiten…“ „Der Hauptstadtflughafen?“ „Ist Ländersache.“ „Dann sollten wie den Terrorismus nicht zu sehr in den Fokus nehmen.“ „Die Netzneutralität.“ „Überhaupt den Netzausbau.“ „Also Netzpolitik.“ „Ja, das kann man als Gesamtpaket ignorieren.“ „Dann die Sozialpolitik?“ „Arbeitnehmer.“ „Den Wohnungsbau.“ „Und den Umweltschutz.“ „Die Bahn.“ „Aber nur, was den Fahrgast an sich betrifft.“ „Versteht sich.“ „Autobahnmaut?“ „Geht ihren Gang.“ „Dann haben wir die Grenzen…“ „Obergrenze!“ „Stimmt, den CSU-Quatsch.“ „Aber jetzt haben wir’s, oder?“ „Sollten wir, ja.“ „Dann verhandeln wir worüber?“ „Höhere Diäten.“ „Das ist vernünftig.“ „Deshalb nennen wir es ja auch Konsens-Koalition.“ „Ich glaube, das ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.“ „Wie wahr…“





Regionalverkehr

11 12 2017

„Sie müssen mal die sächsische Küche mehr in den Mittelpunkt rücken bei Ihrer Berichterstattung! und nicht nur zur Weihnachtszeit! Das kann einen ja ganz aggressiv machen, Sie mit diesem dummen Geschreibe über Rechtsradikale und Nazis, passen Sie bloß auf, dass das nicht mal Konsequenzen hat für Sie, klar!?

Es ist doch wahr – man kann über unser Bundesland jede Menge schöne Dinge schreiben, da muss man sich nicht mal etwas ausdenken, wie das unser ehemaliger Ministerpräsident noch eigenhändig getan hat, und ich sage Ihnen, wenn man die Vorzüge des Freistaates mehr in der Presse lesen würde als immer und ewig das Gemecker über heimattreue Bürger, die etwas übermotiviert daherkommen, dann gäbe es hier auch ein sehr viel angenehmeres gesellschaftliches Klima. Zum Beispiel wären dann diese ganzen ausländischen Besucher, die sich regelmäßig beschweren, die wären dann ja gar nicht da.

Na, worüber beschweren die sich wohl? über Ihre mediale Hetze, so sieht’s doch aus! Überall liest man, in Dresden kann man nach Einbruch der Dunkelheit keinen Fuß mehr vor die Tür setzen – das ist maßlos übertrieben! Reine Stimmungsmache ist das, vermutlich werden Sie für solche Artikel auch noch bezahlt? Gelogen! Gucken Sie doch hin, überall Fackelzüge! Da müssen Sie doch nicht zu Hause bleiben, als aufrechter Deutscher können Sie ganz unbehelligt vor die Tür, und wenn Sie kein Problem damit haben, dass bei uns Vaterlandsliebe noch groß geschrieben wird, dann haben wir auch gar nichts gegen Sie. So ein Touristenvisum hält ja auch nicht ewig.

Schreiben Sie doch mal etwas übers Lausitzer Granitmassiv, wenn Sie das geistig nicht zu sehr fordert. Oder über Kirchenbau in Görlitz, da haben Sie sicher noch jede Menge Nachholbedarf. Das wollen die Leute lesen, nicht Ihre Schauermärchen über Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Das mit der Zwickauer Zelle war ein bedauerlicher Einzelfall, das können Sie nicht allen Sachsen in die Schuhe schieben. Außerdem ist noch gar nicht klar, ob das nicht alles der Verfassungsschutz war, man liest da ja so manches – was Sie übrigens nicht schreiben, das wollen wir mal festhalten – und wenn das schon jemand schreibt, dann wird da auch etwas dran sein, sonst würde man sich wohl kaum die Mühe machen, meinen Sie nicht?

Natürlich müssen wir auch weltoffen sein, ist ja klar – die Weltwirtschaft ist voller Ausländer, das muss man anerkennen, und solange die im Ausland sind und Außenhandel machen, ist das auch total in Ordnung. Da muss man zum Beispiel hinschauen. Dass die Wirtschaft in Sachsen noch Probleme hat, kann man nicht leugnen, die älteren Arbeitnehmer, die kurz vor der Rente, also ab vierzig, die liegen mit dem Einkommen unter dem Durchschnitt und gehen jetzt harmonisch in Altersarmut über, und da muss man sich als Politik und Gesellschaft mal interessiert zeigen. Da sollten Sie einen Bericht für Ihre Zeitung machen, aber dann auch mal kritisch hinterfragen, wo die Kausalität liegt. Die gibt es nämlich, das lässt sich nicht wegdiskutieren!

Der Ballungsraum Chemnitz-Zwickau ist der mit der schlechtesten Bahnanbindung in ganz Deutschland. Wir haben quasi nur Regionalverkehr. Da kommen Sie nicht hin, wenn Sie rein wollen, und noch viel schlimmer ist, hier kommen Sie nicht weg. Das ist doch kein Leben! Den Leuten haben sie früher Reisefreiheit versprochen und was noch alles, und dann kommen die Flüchtlinge hier gratis im Bus angerollt! Das müssen wir bezahlen! Wenn Sie das schreiben, dann ist hier Bürgerkrieg, aber dazu haben Sie auch nicht den Mut, oder!?

Sie schreiben natürlich lieber über den Bund der Antifaschisten, klar. Die haben den Sächsischen Bürgerpreis bekommen? Die haben sich dann doch bestimmt umgehend zur Verfassung bekannt und gegen Extremismus ausgesprochen, oder? Ach, das war danach? Wissen Sie, mir ist das egal, ich befasse mich nicht mehr mit Politik. Die belügt einen sowieso, die Presse schreibt grundsätzlich, was sie will, und wir müssen die Suppe ausbaden. Sie reden die Probleme doch klein, wo Sie können! Aber das lassen wir uns nicht mehr länger gefallen, Sie müssen mal was über unser Waschgerätewerk Schwarzenberg schreiben, gut, das gibt es seit 1990 auch nicht mehr, aber als Vorbild für die moderne Industrieproduktion, von der Badewanne bis zum Waschvollautomaten, das ist doch ein Stück Geschichte, also deutsche Geschichte, auf die man auch mal stolz sein kann, auch wenn die nicht so gut lief? Oder die historischen Grabdenkmäler aus vier Jahrhunderten im Stadtmuseum Meißen, das ist nicht nur für Besucher interessant – die Sachsen sind ja selbst oft nicht so firm mit der deutschen Geschichte, das kann man doch alles noch festigen. Aber wenn Sie als Presse eben nicht mitspielen, dann kann man da nichts machen.

Wenn Sie ständig nur die Probleme in unserem Bundesland in Ihren Schlagzeilen haben, dann ist es doch klar, dass das Ausland und die interessierten Kräfte nichts anderes mehr zur Kenntnis nehmen. Sie wissen schon, wer Sie bezahlt. Dass Sie mit Ihrer Pauschalkritik unserem Land schaden, das ist Ihnen natürlich völlig egal, erst haben Sie die DDR besiegt, und jetzt liefert Ihr linksgrünen Schweine auch noch unser Vaterland ans Messer! Wie lange dauert’s noch, bis man für einmal die Wahrheit sagen wieder in die Gaskammer kommt!? Sie elender Schmierfink, Sie – gucken Sie doch lieber mal nach Thüringen!“





Ergebnisoffene Maßnahmen

7 12 2017

„… dass die Durchsuchungen generell gegen Extremisten gerichtet seien. Man habe nur mit einer Razzia gegen Linke begonnen, da diese in den letzten Monaten vermehrt im Fokus der…“

„… kein milderes Mittel eingesetzt werden könne. Gerade eine Hausdurchsuchung, bei der auch Kinder von Polizeigewalt betroffen seien, übe eine besondere pädagogische Wirkung für die politische Bewusstseinsbildung des…“

„… vermisse auch die Bundeswehr größere Bestände an Spähpanzern und Flugabwehrraketen. Solange nicht geklärt sei, ob sich Linksradikale Waffensysteme für den bundesweiten Einsatz gegen demokratische Umtriebe angeeignet hätten, müsse man in alle Richtungen…“

„… und sich deshalb nicht über körperliche Auseinandersetzungen beschweren könne. Plan der Polizeiführung sei schließlich ein Schlag gegen die…“

„… könne auch eine ergebnislose Fahndung letztlich als Ergebnis gewertet werden. Damit sei gesichert, dass der Staat die mutmaßlichen Terroristen wegen gezielter Vernichtung von Beweismitteln vor das…“

„… müsse man die Fahndungen auf jeden Fall als legal bezeichnen, solange noch kein gerichtliches Verbot von…“

„… zahlreiche gespitzte Bleistifte sichergestellt worden seien. Da diese nicht zur Ausfertigung rechtlich bindender Dokumente verwendet werden dürften, liege der Verdacht nahe, dass damit Betrug, Urkundenfälschung oder eine…“

„… nur auf Befehl gehandelt habe. Es sei während der Durchsuchung zu zahlreichen schweren psychischen Beeinträchtigungen der Beamten gekommen, die durch die Brutalität ihrer Kollegen nachhaltig traumatisiert worden seien. Dies sei ein erschwerendes Moment, für das man die Linksextremisten mit der vollen Härte des…“

„… dass der Tatvorwurf des schweren Landfriedensbruch durchaus aufrecht erhalten werde. Wer die aktuellen Verhaltensauffälligkeiten bei Vorschulkindern kenne, der wisse sehr genau, dass es auch minderjährige Verdächtige im…“

„… im Umkehrschluss das Auffinden von Bleistiften ein Indiz für die linksradikale politische Ausrichtung von Personen sei, die bisher noch nicht strafrechtlich in…“

„… müsse es für die zahlreichen spontanen Aktionen zwingend eine gemeinsame Planung gegeben haben. Auch der Bundesminister des Innern könne bei der Auswertung von Straftaten durch Polizisten keinen…“

„… vermute die Polizei vorwiegend ausländische Täter, weshalb auch die Suche in Göttingen und…“

„… dessen ungeachtet jede Art von Schreibgerät zwingend als Waffe zu betrachten sei. Der Staat habe daher das Recht und die Pflicht, jeden, der als Terrorist in diesem Sinne in der…“

„… eine Baumsäge beschlagnahmt habe. Da der Baumbestand auf der Elbchaussee allerdings bisher nicht angetastet worden sei, gehe man von einer weiteren, möglicherweise in der Vorweihnachtszeit geplanten…“

„… zur Verfügung stellen müsse. Öffentlich-rechtliche Medien, die ihr Bildmaterial nicht an die Bundespolizei lieferten, seien Verräter, die von der Volksgemeinschaft nur eine…“

„… ein Verurteilter zwar aus der Untersuchungshaft habe entlassen werden müssen, was aber nicht im Sinne einer rechtsstaatlichen…“

„… auch nach zwei Tagen keinen der unbekannten Täter identifiziert habe. Dennoch habe die Aktion bewiesen, dass die Polizei keinerlei Einmischung in…“

„… nicht im Vorfeld geklärt werden müsse, ob es sich um eine sinnvolle Aktion handeln müsse. Vielmehr könne eine ergebnisoffene Maßnahme ebenso für die politische Entscheidung einer…“

„… Bäume absägen könne, um aus dem Holz gefährliche Tatwerkzeuge in Form von Bleistiften und…“

„… sei ein Großteil der verdächtigen Personen der Polizei bereits namentlich bekannt. Die Hausdurchsuchungen hätten daher nur den Zweck gehabt, den Aufenthaltsort und das Umfeld der Beschuldigten informell zu…“

„… für die Baumsäge aber keine Quittung beibringen könne oder wolle. Da es sich nach Einschätzung der Polizei dabei auch um ein Eigentumsdelikt handeln könne, müsse man von einer international agierenden kommunistischen…“

„… es sich bei der linksradikalen Verschwörung um ein durch moderne Kommunikationsmittel gesteuertes Komplott handele, dem nur durch eine anlasslose Speicherung sämtlicher…“

„… sich Scholz eindeutig geäußert habe. Er werde alle linken oder als links anzusehenden oder als politisch zu verstehenden Aktivitäten oder deren Versuche oder Neigungen, die man als Aktivitäten, die als Versuch oder eine Art einer Form, die man als Form, die links oder versuchsweise oder gegen das Bürgertum oder auf eine Art, die als Form, die als eine Art von Versuch von Form als…“





Schafkopf

6 12 2017

„Alles, nur nicht die!“ „Wen sonst?“ „Ihnen ist klar, dass wir mit unserer Haltung als sexistische Partei einen Großteil der Wählerinnen verlieren werden?“ „Ja, meinetwegen!“ „Hören Sie mal, wenn wir jetzt in eine Regierungskoalition wollen, muss unsere Führung eine…“ „Alles, auch Wurzelbehandlung oder Auspeitschen – aber nicht Nahles!“

„Die hat doch bis jetzt einen ganz guten Job gemacht.“ „Naja, wenigstens hat sie nicht so viel verraten, was uns noch tiefer reinreiten könnte.“ „Und sie hat diesmal noch nicht gemeckert, dass es bei den Koalitionsverhandlungen keinen Alkohol gibt.“ „Weil es noch keine Koalitionsverhandlungen gab.“ „Müssen Sie uns mit Nebensächlichkeiten aufhalten?“ „Jetzt machen Sie mal einen Punkt!“ „Wer hat denn angefangen!?“ „Ruhe jetzt! Der Auftrag von der Parteispitze ist klar, wir brauchen ein Tandem, eine Hälfte weiblich, und das muss bis zum…“ „Wer wird denn die andere Hälfte?“ „Ich ging bisher von Schulz aus.“ „Der kann ja auch die Frauenrolle ausfüllen.“ „Trotz Bart?“ „Diese ewige Unentschlossenheit, dieses divenhafte Getue, das ist doch anziehend, oder?“ „Haben Sie eine Ahnung!“ „Dann würde sich die FDP ja nicht vor Angeboten retten können.“ „Haben Sie eine Ahnung!“ „Bei denen liegt es am Geld.“ „Ach so.“

„Dabei haben wir doch eine ganze Reihe guter Politikerinnen.“ „Mir fallen jetzt gerade keine ein.“ „Die Dings.“ „Genau.“ „Äh…“ „Ja, an die hatte ich auch gleich gedacht. Die wäre fast mal Kandidatin geworden, ich weiß nur nicht, wofür.“ „Sie meinen sicher Schwesig?“ „Nee, die war älter.“ „Die ist doch aber noch recht jung.“ „Ich meine die andere.“ „Klar, die ist dann natürlich älter.“ „Aber auch nur im Vergleich.“ „Und mit dieser Diskriminierung wollen wir hier auch gar nicht erst anfangen.“ „Weil die andere zu jung ist?“ „Ach, egal.“

„Dabei hatte Schulz doch gesagt, er wolle ein Kabinett im Falle seines Wahlsieges paritätisch besetzen.“ „Da ist er ja fein raus.“ „Wieso?“ „Weil wir die Wahl nicht gewonnen haben.“ „Er wollte eh nur Kanzler werden, wenn die Merkel verzichtet.“ „Also gar nicht.“ „Das sagen Sie!“ „Vermutlich hat er das gesagt, weil er wusste, dass man mit Merkel einfach keine Frauenquote machen kann.“ „Haben wir denn wenigstens genügend Quotenfrauen?“ „Wie kommen Sie denn jetzt darauf?“ „Schauen Sie sich doch die anderen Parteien an: eine Frauenquote führt zwangsläufig zu Quotenfrauen.“ „Wenn wir die CDU wären, könnte man das annehmen.“ „Sind wir aber nicht!“ „Ja, schade.“ „Bitte!?“ „Naja, dann wären wir ja an der Regierung und könnten ein Kabinett ohne Quotenfrauen… nee, ich komm noch mal rein.“

„Es geht ja jetzt vornehmlich darum, dass wir auf dem Parteitag…“ „Dann ist das gar nicht für die politische Praxis bestimmt?“ „Seit wann hat das, was ein Parteitag beschließt, Relevanz für die politische Praxis?“ „Haben Sie Nachsicht mit dem Kollegen, er ist erst seit zehn Jahren Genosse.“ „Na, dann…“ „Höre ich da einen ironischen Unterton?“ „Müssen Sie das immer thematisieren?“ „Ich möchte Sie ungern zurechtweisen, aber wir haben hier eine Mission zu…“ „Dann lassen Sie sich doch was abschneiden und kandidieren Sie selbst!“

„Man kann doch jetzt nicht die erstbeste…“ „Mit der Skatrunde im Hinterzimmer war das auf Ladesebene früher immer einfacher.“ „Lange her.“ „Aber für die politische Praxis war’s dufte.“ „Wem sagen Sie das!“ „Vielleicht spielen die Herren jetzt mal eine Runde Doppelkopf?“ „Unsinn, was soll das denn bringen?“ „Vielleicht finden sie dann raus, wer in diesem Spiel der Schafskopf ist?“ „Das ist doch lächerlich!“ „Geht denn Ulla Schmidt als neue Ehrenvorsitzende durch?“ „Dreyer ist doch auch noch da.“ „Oder Kraft.“ „Die will ja nicht mehr.“ „Wieso nicht?“ „Weil sie es kann.“ „Dann könnten wir Nahles nehmen.“ „Weil sie es nicht kann?“ „Ja, aber sie will.“

„Mit dieser… hier, Dings…“ „Ich kann den Namen auch nicht aussprechen, aber mit der kann man auch die Ausländerquote abfrühstücken.“ „Eben, das zeigt doch, wie integrativ wir sind!“ „Immer dann, wenn es um nichts mehr geht.“ „Es geht immerhin um unsere Beteiligung an einer…“ „Sage ich ja, es geht um nichts mehr.“ „Das ist doch echt eine…“ „Was regt Sie an einer realpolitischen Einschätzung denn überhaupt so auf?“ „Nichts, aber ich kann doch mal sagen, dass ich das nicht gut finde!“ „Also sind Sie ausländerfeindlich?“ „Jetzt platzt mir aber gleich der Kragen!“ „Sehen Sie, eine typische Verschiebungsreaktion, er will nur von seiner rechten Gesinnung ablenken!“ „Ich verlasse die Partei!“ „Das finde ich jetzt aber übertrieben.“ „Naja, vielleicht ist er noch nicht emanzipiert genug für eine Parteichefin.“

„Also es geht um nichts mehr.“ „Ja, aber das…“ „Also: ja!?“ „Ich würde es nicht direkt so sagen, aber es ist eben eine…“ „Er meint, wir müssten uns damit abfinden, dass unsere Entscheidungen nicht mehr berücksichtigt werden. Keine von unseren Entscheidungen, damit wir uns richtig verstehen.“ „Alles weg?“ „Wenn wir sowieso am Ende sind, dann sollten wir…“ „Verschonen Sie uns mit Ihren Ratschlägen, das ist unsere Sache!“ „Nein, ich wollte es nur wissen: wir sind im Arsch?“ „Naja, es ist…“ „Ja oder nein!?“ „Wenn Sie so fragen: ja.“ „Und wer verwaltet den ganzen Mist?“ „Hm.“ „Die Frage ist interessant.“ „Stimmt!“ „Kann ich die Nahles noch mal sehen?“





Umfassend gewährleistet

5 12 2017

„… jede Person ein potenzieller Terrorist sei. Der Bundesminister des Innern plane vor diesem Hintergrund die Überwachung von Wohnräumen und elektronischen Geräten durch eine lückenlose Ausspähung aller in Deutschland befindlichen…“

„… nicht ausgenommen werden könnten. Das Beichtgeheimnis sei zwar theoretisch nicht gefährdet, man müsse jedoch vor dem Hintergrund der Verwicklung in zahlreiche Missbrauchsfälle auch die Kirche als relevante Zielgruppe für…“

„… nicht alle Ausländer in ein Scoring zu überführen gedenke. Beispielsweise könne man alle guten Wirtschaftspartner wie Dänemark, Saudi-Arabien oder die…“

„… man moderne Digitalgeräte wie MP3-Spieler vernetzen müsse, um herauszufinden, ob sich durch radikale Inhalte islamistische Attentäter in Deutschland…“

„… dass eine Einstufung als sicheres Herkunftsland nicht gleichzeitig bedeute, dass von diesem Staat keine erhöhte terroristische Gefahr…“

„… es für Mitglieder der Regierugsparteien keinen Anlass gebe, von genereller Kriminalität auszugehen. Es habe zwar vereinzelt Fälle von Vorteilsnahme und Steuerhinterziehung gegeben, doch sei eine pauschale Vorverurteilung eine unzulässige und…“

„… das Scoring in Zusammenarbeit mit den potenziellen Koalitionspartnern auf Bundes- und Länderebene erstellen wolle. Der rechte Flügel der Union wolle auch für zukünftige Kooperationen der AfD inhaltlich eine Basis des…“

„… prüfe das Bundesjustizministerium ein Verbot analoger Schreibmaschinen. Bei einer vollständigen Umstellung auf elektronische Datenverarbeitung im Postverkehr sei umfassend gewährleistet, dass Anschlagspläne zeitnah an die zuständigen Stellen im…“

„… dass diplomatisches Personal immer ausgenommen sei. Die Maßnahmen sollten nach Ansicht von de Maizière stets für Bürgerinnen und Bürger, die keinen…“

„… alle in Deutschland geführten Telefonate mitschneiden müsse. Es sei nicht notwendig, das dadurch entstandene Material auch auszuwerten, da auch das Bundeskriminalamt sich keinerlei Erkenntnisgewinn von der…“

„… Autofahrten bereits im Vorwege behördlich angemeldet werden müssten, so dass jede Abweichung von der genehmigten Route in Abhängigkeit von der aktuellen Verkehrslage bereits Rückschlüsse auf die…“

„… nach dem allgemeinen Verbot von Glühlampen nur noch WLAN-fähige Leuchtmittel verkauft werden dürften, deren Betriebszeiten in einer zentralen Datenbank…“

„… es aus rechtlichen Gründen nicht möglich sei, Schusswaffen mit einem GPS-Sender auszustatten. Dies sei ein Eingriff in die Rechte der Staatsbürger, der nicht durch das Grundgesetz…“

„… mit einer nicht übertragbaren Chipkarte ausgestattet werden müsse, die vor der Benutzung eines Kraftfahrzeugs in ein Lesegerät eingeführt werde. Eine bundeseigene Firma, die sich schon auf Hardwarelösungen für Hartz-IV-Empfänger und andere soziale Randgruppen spezialisiert habe, werde eine technisch befriedigende…“

„… auch Smart-TV-Geräte überwache. Die Software kontrolliere, wann genau die Nutzer mit systemkritischen Medieninhalten aus den öffentlich-rechtlichen…“

„… könne durch einen Waffen-Tracker lediglich festgestellt werden, ob eine illegale Schusswaffe benutzt oder bewegt werde. Da man aber nicht wisse, wer mit dieser Waffe umgehe, sei eine Kontrolle ein sinnloses…“

„… ob mediale Darstellungsformen wie Theater oder Lichtspiel gesetzeskonform zu einer digitalen Darbietung gezwungen werden könnten. Es reiche nicht aus, den Besuch dieser Veranstaltungen zu kontrollieren, es müsse auch aufgezeichnet werden, wer sich mit welchen anderen Personen eine…“

„… den Datenbestand der Krankenkassen nur für einzelpersonenbezogene Fahndungsmaßnahmen verwenden wolle. Dies schließe jedoch nicht die Auswertung von DNA-Daten zur Klärung der Zugehörigkeit zu Rassen, Hautfarben oder…“

„… von den Kontrollen ausgenommen werden müssten. Dies gelte nicht nur für V-Personen, sondern auch für Mittelsmänner, ausgespähte Personen und…“

„… ob auch Kleidungsstücke oder Schuhe ohne eine Möglichkeit der Deinstallation zur Ortung der Träger genutzt werden könne. Dadurch sei es auch möglich, auf die elektronische Fußfessel ohne eine richterliche Genehmigung zu…“

„… nicht willentlich riskiere, durch Zielfahndungsmaßnahmen den Verdacht einer Observierung von Rechtsradikalen zu erwecken. Diese Personen würden unter Umständen sogar in der Lage sein, die rechte Szene zu verlassen, wodurch wertvolle Kontakte in die…“





Gnadenlos

30 11 2017

„Bei einer Kohleausstiegsaufhebungsquote oder so, da hätten wir diskutieren müssen, aber so!? Bazis, das wollen wir doch nicht. Das müssen wir aus der Schusslinie räumen. Sonst geht diese Regierung genau so den Bach runter wie alle anderen davor!

Wenn wir als Christsoziale schon andere Parteien neben uns in einer Koalition dulden, dann müssen wir auch dafür Sorge tragen, dass wir die Zügel in der Hand behalten. Und da hat der Schmidt Christian alles richtig gemacht, verstehen Sie? Man kann nicht immer nachfragen, sonst ist es doch auch kein Alleingang mehr.

Also abgesprochen war es schon, nur mit Seehofer eben. Wir können nicht auch noch mit der SPD koordinieren, wo wir der Kanzlerin vors Knie treten. Das führt jetzt wirklich zu weit. Das läuft nicht mal als Sorge um Deutschland durch. Und das ist das Letzte, was wir gerade gebrauchen können.

Ein generelles Dieselfahrgebot außerhalb Bayerns, auf solche Ideen muss man erst mal kommen! Dafür braucht es die CSU! Wenn das die Sozen akzeptieren, dann sind sie einfach zu heiß gebadet, und wenn sie es nicht akzeptieren, dann läuft alles nach Plan. Wir brauchen hier eine Emser Depesche, sonst landen wir wieder in einer Konstellation, in der wir von Berlin aus regiert werden und nicht aus München. Das können wir uns nicht bieten lassen, damit wäre zumindest die nächste Landtagswahl vergeigt.

Das ist doch eine traumhafte Situation für den Schmidt Christian. Der hat eigentlich keine große Amtsbefugnis mehr, weil er seine politische Zukunft größtenteils hinter sich hat, fachlich hat er eh nichts zu melden, rausschmeißen kann man ihn nicht, es würde aber auch nichts bringen, weil der Schaden bereits entstanden ist, und jetzt warten alle gemeinsam, bis er vom Stuhl kippt. Also Seehofer ohne die Modelleisenbahn, wenn Sie so wollen. Und jetzt müssen Sie sich das mal praktisch vorstellen: der Schmidt Christian ist unsere absolute Allzweckwaffe. Mit dem kriegen Sie alles weg, was nach vernünftiger Regierungsarbeit aussieht. Und das ist derzeit eine Menge.

Den können Sie natürlich gegen das deutsche Reinheitsgebot einsetzen, aber jetzt stellen Sie sich mal vor, der fährt auf einmal dem Steinmeier in die Parade. Oder Gabriel, jedenfalls außenpolitisch. Also überall da, wo nicht Bayern ist, wir definieren die Außengrenze ja ein bisschen anders als der Rest des Landes. Jetzt stellen Sie sich mal vor, jemand wie der Schmidt Christian ruft bei der EU an und sagt zu denen: Buam, sagt er, seid‘s nicht bös, aber wir würden auch gerne raus. Bayxit oder so. Das ist nicht mit der Kanzlerin abgesprochen, welche Meinung sie da vertritt, dürfte auch klar sein, aber wenn das Vertrauen in die Bundesrepublik erst mal ordentlich angeknackt ist, was meinen Sie, was da in Brüssel passiert? Die werden sich alle auf den Bauch schmeißen vor dem Schmidt, in Wehklagen werden die ausbrechen, allesamt, und wenn sie uns dann richtig sauer sind, weil es nur Theaterdonner war, da wird Gabriel das ausbaden müssen, und wir sind fein raus.

Sie müssen ja wissen, der Mann ist eigentlich Experte für Außen- und Sicherheitspolitik. Der weiß, wie er sie aus dem Gleichgewicht bringt. Und das nutzen wir natürlich gnadenlos aus. Gnadenlos an die Macht – eigentlich ein Titel für einen guten Wahlkampfschlager, finden Sie nicht? Der ist so gut, damit könnte sogar der Söder Ministerpräsident werden. Dobrindt eher nicht, aber für Söder würde es reichen. Wahrscheinlich sogar für Aigner.

Im Verteidigungsministerium war der Schmidt Christian übrigens auch, und jetzt überlegen Sie sich mal, was man da theoretisch alles rausholen könnte. Diplomatische Verwicklungen, Irrungen und Wirrungen, und er ist als evangelischer Franke ins Kabinett gekommen. Der genießt derart viel Minderheitenschutz, den können Sie sogar auf Trump hetzen. Das ist immer ganz angenehm, wenn man sich die Leute zu verpflichten weiß. Man muss ihnen dann nicht immer alle Aufgaben diktieren, man gibt ihnen einmal kurz die Direktive, und dann drehen die Deppen durch. Wir haben den Schmidt dazu gebracht, die Grünen wegen des veganen Schnitzels anzupöbeln. Wahrscheinlich würde er auch in den Abendnachrichten erzählen, dass er sich nie die Füße wäscht, wenn man ihn nur deutlich genug an die Belange der Partei erinnert. Wir könnten ihn auch losschicken, dass er in der Öffentlichkeit behauptet, die SPD habe Lindner geschmiert, weil sie unbedingt in eine Koalition mit Merkel will. Dann kriegt er hinterher einen netten Aufsichtsratsposten oder wird in den Rundfunkrat entsorgt. Das muss ja auch nichts Schlechtes sein, wenn man so wie der Chef für die Landespolitik keine große Rolle mehr spielt.

Wie meinen Sie das, die SPD findet das klasse? weil eine geschäftsführende Regierung auf keinen Fall rechtlich bindende Entscheidungen für die Nachfolgerin trifft? Und die Sozen verlangen jetzt von der Kanzlerin, dass sie den Schmidt Christian kurz vor dem Ende noch zum Rücktritt drängt, was er aber nicht tun wird, weil er sonst ein Problem mit der Partei bekommt, und wenn sie es nicht tut, dann verlangen sie eine Kompensation von ihr? Am Ende noch auf Kosten der Christsozialen? Weil das den Preis nach oben treibt? Kann ich das mit den Grünen noch mal sehen!?“