Gruß aus Sachsen

26 08 2018

für Kurt Tucholsky

September bald, die Weihnacht naht.
Da schöpft man aus dem Vollen
und kauft in Dresden in der Tat
den guten Butterstollen.
Man muss sich dieses Feingebäck
ein ganzes Jahr verdienen,
die Butter bleibt im Sommer weg,
desgleichen die Rosinen.
Doch wie er an der Scheibe kaut,
wird unser Sachse furchtbar laut,
er schmeißt den Stollen wieder hin,
darauf ist kein Verlass.
Da ist noch was ganz andres drin,
  das passt
    wie dies auf das.

Man wählt. Das kommt ja schon mal vor
und ist nicht ungewöhnlich,
so auch in Sachsen. Mancher Tor
nimmt das sogar persönlich,
denn hat er einmal eine Wahl,
wählt er von dreien, vieren
ganz anders als beim letzten Mal.
Wohin soll das noch führen?
Man findet in der Urne glatt
zehn Leute, die diesmal anstatt
nur rechts Demokratie im Sinn.
Der gute Mann wird blass.
Da ist noch was ganz andres drin,
  das passt
    wie dies auf das.

Der eine von der Polizei
ist Bürger seines Reiches.
das ist dem andern einerlei,
er finde für sich Gleiches.
Der eine schwenkt den Hut zum Hohn
auf Grundgesetz und Recht.
Der andere beschützt ihn schon,
dann geht’s ihm niemals schlecht.
Das dient den Staat? und gibt ihm Schutz?
der Klumpen, der aus Schund und Schmutz,
ganz fröhlich fett sein Doppelkinn –
für die Verfassung Hass.
Da ist noch was ganz andres drin
  …
    …

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Messerwisser

10 04 2018

„… jeder Angriff mit einem Messer grundsätzlich als Mord gehandhabt werden müsse. Eine Körperverletzung, so die Deutsche Polizeigewerkschaft, könne schon wegen der Gefährlichkeit von Klingen im…“

„… es zum Allgemeinwissen gehöre, dass jeder Umgang mit Schneidwaren ein hohes Potenzial an schwersten und teilweise tödlichen…“

„… keine Entschuldigung sei. Förster könnten sich, sollte ein Fangschuss versehentlich nicht tödlich gewesen sein, durch eine schriftlich beglaubigte Kopie und drei Zeugen als legale…“

„… weit gefasst sei. Metall im Sinne des Gesetzgebers sei vieles, vor allem aus Metall gefertigte Gegenstände, die man ohne eindeutige Zuordnung zu Schicht, Partei, Religion und sexueller Orientierung kaum…“

„… niemand ein Messer mit sich führen würde, der nicht auch die Absicht habe, damit jemanden zu töten. Dies sei ohne Ausnahme und…“

„… auch mit einem Hammer schwerste Verletzungen ausgeführt werden könnten. Man müsse daher das seit Jahren von fremdrassigen Arbeitern durchseuchte Handwerk mit eiserner Faust…“

„… der Vergleich sich für jeden Menschen sowie die Mitglieder der Deutschen Polizeigewerkschaft verbiete. Eine Schusswaffe sei generell harmlos und werde erst durch die illegale Beschaffung, unsachgemäße Handhabung und einen nicht sofort als Akt der Verteidigung gegen Feinde des Volkes erkennbaren…“

„… nicht protestiert hätten, als man ihre Handtaschen überprüft habe. Da man die Besucherinnen der Opernpremiere jedoch wegen des Mitführens von Nagelfeilen und Schlüsseln noch im Foyer entkleidet und enthaart habe, werde eine Sprungbeförderung des bayerischen…“

„… vermehrt Kontrollen durchgeführt werden müssten, um einer akuten Gefährdung für alle Bundesbürger durch zumeist ausländische und von anderen Rechtsvorstellungen überzeugte…“

„… man davon ausgehen könne, dass der Besitz legaler Messer keinen Ausländer davon abhalten werde, diese zunächst für gesetzeswidrige Zwecke einzusetzen, da das ausländische Recht üblicherweise keinen legalen Messereinsatz im…“

„… im häuslichen Umfeld geführt würden. Es sei zu bedenken, dass Messereinsatz bei häuslicher Gewalt nur eine weitere Form von…“

„… auch deutsche Bundesbürger vom Besitz abhalten müsse, was aber schlechte Wahlergebnisse zeitigen würde. Der Ausschuss habe sich darauf verständigt, dass die Geburt oder mindestens zehnjährige Staatsangehörigkeit in Abhängigkeit von Hautfarbe, Religion oder…“

„… werde der Kontakt mit einem Messer in einer straftatähnlichen Lage eine Tötungshandlung im strafrechtlichen Sinne. Einzelfälle könne der Gesetzgeber dabei natürlich auf keinen…“

„… Brandstiftung keinesfalls mit dem Besitz eines Messers verglichen werden dürfe. Während ein Brand auch fahrlässig durch das Zurücklassen einer fehlerhaft angezündeten Propangasflasche auf einem Haufen von Stroh mit Benzinkanistern und zerrissenem Zeitungspapier erfolgen könne, erfolge eine Messerattacke immer durch planvolles…“

„… nicht ausreiche, dass man die bestehenden Gesetze anwende, da diese am Modell eines Rechtsstaates orientiert und eine windelweiche…“

„… zusammengeschlagen und mit mehreren aufgesetzten Kopfschüssen habe vernichtet werden müssen, um die Sicherheit der deutschblütigen Rasse zu schützen. Wendt habe es mehrmals als ‚Wahnsinn, wie könne jemand, und dann auch noch eine Frau, so viel Hass auf Deutschland haben‘ bezeichnet, dass eine fremdländisch aussehende Person mit allen Anzeichen muslimischen Terrors einen Angriff auf die freiheitlich-demokratische…“

„… noch immer Gerichte über die Strafhöhe entscheiden dürften, obwohl sie bereits im Vorwege selbst über Schuld und Unschuld gerichtet hätten. Im Falle eines Wahlsieges werde Reichelt dies umgehend zum…“

„… als Kriegerwitwe immer ein Kopftuch und einen schwarzen Mantel getragen habe. Meta F. (104) habe in Sindelfingen im lokalen Einzelhandel nur ein preiswertes…“

„… eine Verschärfung der Sicherheitsgesetz nicht automatisch zu weniger Messerattacken führen werde. Dennoch verzichte Seehofer nicht auf weitere…“

„… ihr Leben gelebt haben werde, auch wenn sie durch ihr außergewöhnliches Alter dem deutschen Sozialstaat als typische Zuwanderin ostischer Verlustgebiete über Gebühr zur Last gefallen sei. Spahn begrüße den Tod der…“

„… nicht geklärt sei, ob scharfkantige Kugelschreiber und Druckbleistifte in die Klasse der Volkszerstörenden Terrorwaffen, die Seehofers Rassenwarnstelle am…“

„… weiter zurückgehe. Eine Zunahme an rassistisch motivierter Gewalt sei dagegen seit mehreren Jahren vor allem in Sachsen und…“

„… Politiker immer wieder Angriffen ausgesetzt seien. Gauland habe allerdings das Attentat auf Lafontaine verteidigt, da es sich um einen Feind des deutschen Volkes…“

„… zur objektiven Beurteilung der Straftaten eine Erhöhung des Strafrahmens für Messerangriffe nur dann vorgenommen werden könne, wenn gleichzeitig Angriffe auf Zuwanderer ins deutsche Sozialsystem als nationale Notwehr unter die…“





Gefühle der Verbundenheit

19 09 2017

„Wir leugnen ja gar nicht, dass es diese Netzwerke gibt. Das sind Rechtsradikale, in der Presse sagen sie auch oft, das seien Neonazis, wenn Sie mich fragen, mit dem Begriff können wir leben. Ist ja im Kern nicht wirklich etwas anderes. Und mal ganz ehrlich, wenn sich Reservisten in ihrer Freizeit noch ein bisschen politisch engagieren, ist das nicht auch ein Zeichen von Volksnähe?

Jedenfalls können Sie nicht behaupten, die seien irgendwie abgehoben wie damals die RAF. Die hatten überhaupt keine Verbindung mehr zum Volk, deshalb konnten sie deren Sorgen und Nöte auch gar nicht mehr nachvollziehen. Beim NSU war das freilich ganz anders, aber das ist ja nun leider nicht mehr, da müssen wir wieder auf uns selbst aufpassen. Und da setzt unsere Sicherheitspolitik jetzt an, dass wir gegen diesen unseligen Spartrend der vergangenen Jahre anarbeiten, gegen diese Stellenstreichungen, gegen Videoüberwachung und Bindung der Kräfte in sinnlosen Beobachtungen. Sicherheit gibt es nur, wenn die rechten Leute sich dafür einsetzen.

Wenn wir Arbeitsplätze schaffen wollen, dann müssen wir einfach für die passenden Rahmenbedingungen sorgen. Als Polizist fühlt man sich heutzutage ja so leicht diskriminiert – überall Linke und Demokraten, da braucht man schon ein bisschen Sicherheit, dass wenigstens im Jobumfeld ein einigermaßen rechtes Biotop vorhanden ist. Die nationalistische Gesinnung, vernünftiger Umgang mit Staatsanwälten und Richtern verfolgten Tätern aus völkischer Notwehr, das macht viel aus. Da ist man froh, wenn sich ein paar von den Kameraden als Stabilitätsanker zur Verfügung stellen.

Wir haben da bei der Wehrmacht – heute heißt der Laden ja Bundeswehr, aber die Erfahrungen sind dieselben. Jedenfalls klappt die Integration wesentlich besser, wenn man ein paar Personen an den Schlüsselstellen positioniert. Da weiß man dann beim Erstkontakt am Standort sofort, hier ist man richtig. Du siehst eine Reichskriegsflagge, das gute alte Hakenkreuz, da kommen spontan Gefühle der Verbundenheit auf, mit denen man sich in der Truppe wohlfühlt. Es sind manchmal die kleinen Dinge, verstehen Sie – da hat einer aus Versehen den Stahlhelm zu Hause liegen lassen, und dann hilft man sich eben.

Wenn sich jetzt Rechtsanwälte in diese national engagierten Kreise einklinken, dann ist das für uns durchaus positiv zu sehen. Sie kriegen doch kaum noch einen vernünftigen Strafverteidiger, wenn Sie als Polizeibeamter mal aus Heimatliebe so einen Asylantenschuppen anzünden mussten. Manchmal passiert das schon aus Fahrlässigkeit, aber auf jeden Fall sollte man den Tätern immer eine Chance geben. Oder noch eine. Denn wenn die Gesellschaft es nicht mehr hinkriegt, diese Menschen vor dem Zugriff volksverräterischer Kräfte zu schützen, wer macht das denn dann? Hier müssen wir ansetzen, dafür sollte sich die Politik viel mehr interessieren. Aber das macht die AfD ja demnächst.

Aber um noch mal auf die Personalausstattung der Sicherheitskräfte zurückzukommen, wir haben so viele Personen schon in den Asylantenläden, die ein menschenunwürdiges Arbeitsumfeld erdulden müssen. Da sind ja manche schon, die sagen zu ihren Vorgesetzten, ob man sie nicht wegen guter Führung auch nach Afghanistan abschieben könne, da sei es besser als in diesem Restdeutschland. Lauter kriminelle Ausländer, man hat als deutscher Mann schon Angst, dass die einen vergewaltigen, weil sie ihre Frauen da am Hindukusch gelassen haben zum Kopftuchmädchen machen. Die sind größtenteils einschlägig ausgebildet, manche noch ohne Einblick in den Justizvollzug, aber die meisten sind doch sehr anständige Landsleute, die eine Chance mehr verdient haben als die anderen. Da haben wir den Praxisbezug, die meisten haben Familie und könnten nicht mal eben mit der Truppe in den Busch fahren, und da bietet sich die Polizei wirklich an. Wir müssen da einfach nur wollen.

Vor allem frage ich Sie, wenn diese Leute sich jetzt schon eine Qualifikation nach der anderen draufschaffen, Schießen und Überlebenstraining, das braucht man ja, sobald hier der Bürgerkrieg endlich ausbricht, da haben wir quasi zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Über die Kosten muss man reden können, aber sehen Sie es mal so: wenn wieder ein internationaler Gipfel in einer deutschen Metropole stattfinden sollte, dann sind wir gegen das linke Pack bestens gerüstet. Wenn Sie die Leute alle in Bürgerwehren schieben, können Sie die nur auf kommunaler Ebene nutzen.

Etwas Schwund gibt’s halt immer, der eine steigt aus, der andere tarnt sich als Flüchtling und besorgt sich Sprengsätze, aber sehen wir die Sache doch mal pragmatisch: die Waffen, die hier aus den Kasernen verschwinden, die werden definitiv nicht in Drittweltländer verschoben, Deutschland gilt noch nicht als Krisengebiet, und für jeden Musel, dem wir hier die Birne wegpusten, kommen zehn andere gar nicht erst. Das ist volkswirtschaftlich gut angelegtes Geld, mal ganz davon abgesehen, dass keine Waffe ohne Munition schießt – ein astreiner Vertriebskanal, wenn Sie mich fragen. Wie gesagt, wir sichern nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch unser Heimatland. Meinen Sie, das täte jemand anderes für uns?“





Eigenbedarf

26 06 2017

„Keine Panzer diesmal? Dann kann es sich zwar dennoch um deutsche Patrioten gehandelt haben, aber wir müssen nicht unbedingt von einer Gefahr für die öffentliche Ordnung ausgehen. Das ist ein guter Tag für die Sicherheit in Thüringen.

Wir haben so ermittelt, wie wir immer ermitteln in ähnlich gelagerten Fällen, also erstmal gar nicht, dann haben wir legale Waffen gefunden, und das ist ja erstmal auch noch kein Anlass zu Ermittlungen. Weil diese Leute ja Rechtsradikale sind, aber uns schien kein dringender Tatverdacht vorzuliegen. Die rufen zwar zu einem bewaffneten Umsturz auf, haben aber legale Waffen angemeldet. Da ist doch klar, die werden keine legalen Waffen einsetzen, sonst hätten sie nicht zu einem Umsturz aufgerufen – Sie müssen die nicht für blöd halten, nur weil es Nazis sind – und deshalb haben wir die auch nicht kontrolliert. Außerdem sind sie mit ausländischen Nazis in Kontakt, daher handelt es sich nicht um Reichsbürger, und wir mussten nicht annehmen, dass eventuelle Umsturzpläne mit Waffen ernst gemeint sein könnten.

Klassischer Zufallsfund. Wir haben einen neuen Kollegen, der kennt sich mit den Methoden nicht aus und hat trotzdem ermittelt. Da konnten wir das mit der GSG 9 nicht mehr verhindern. Aber ich glaube nicht, dass es zu einer Anklage kommt. Die sind alle noch nicht als Terroristen in Erscheinung getreten, keiner von denen hat Banken ausgeraubt – bei einer Bank, die andere ausraubt, arbeitet meines Wissen auch keiner – da können wir nur mit zur Bewährung ausgesetzten Strafen rechnen. Wenn Sie sich die Funde mal ansehen, ein paar Lang- und ein paar Kurzwaffen, Waffenteile, das würde ich bei international operierenden Terroristen nicht als sehr erheblich bezeichnen wollen, wenn die einen guten Richter haben, dann geht das als Eigenbedarf und in typischen Kleinmengen durch, das wird nicht groß verfolgt. Internationale Aktionen können Sie damit jedenfalls ausschließen.

Dafür brauchen Sie Beweise. Natürlich kann man mit einzelnen illegalen Waffen auch Banken ausrauben und sich dann von dem Geld wieder neue illegale Waffen besorgen. Oder gleich legale Waffen kaufen. Aber das ist das Gute am Rechtsstaat, wir können uns nicht einfach irgendwelche Straftaten ausdenken und dann so tun, als wären die eine Grundlage, um unsere Bürger möglichst umfassend zu überwachen. Nein, das haben Sie völlig falsch verstanden. Das ist als Patentlösung nur zugelassen bei nachgewiesenem Behördenversagen. Und das verbitte ich mir hier ganz entschieden.

Die wollten an den Waffen auch ausbilden, habe ich mir sagen lassen. Da muss man schon fragen, sind hier für die jungen Leute im Osten etwa die Möglichkeiten zur beruflichen Orientierung durch Behördenarbeit zerstört worden? Das geht nämlich nicht, das Monopol darauf hat die Bundesagentur für Arbeit. Dass hier ein gewisser Wille zur aktiven Umgestaltung des politischen Systems sichtbar ist, mag man nicht verleugnen, aber das heißt ja nicht gleich, dass das ein Alleinstellungsmerkmal von Rechtsradikalen wäre. Wenn ich mir die Pläne der Bolschewisten zur Einführung der Reichensteuer so ansehe, sind hier auch bald Blauhelme im Einsatz.

Wenn man bei dieser Leuten Anleitungen zum Bombenbauen gefunden haben sollte, dann ist das auch nicht weiter schlimm. Das fällt auch eher unter Eigenbedarf, oder glauben Sie echt, dass die das für Geld verkauft haben? Viel zu auffällig. Wir müssen denen ja nicht auch noch die Urheberschaft daran nachweisen, das kriegt man doch im Internet – sogar in Thüringen, aber das weiß eine Spezialistin in unserer Abteilung besser – und dann können wir die Anklage fallen lassen, wenn es keine konkreten Anschlagspläne gab.

Gerade wir hier in Thüringen haben doch die meiste Erfahrung mit alternativen Demokraten, da müssen wir für künftige Entwicklungen besonders sensibel sein. Beschweren Sie sich nicht, wenn in absehbarer Zeit ein Dienstwagen bei Ihnen brennt, das ist eben so bei den Radikalen. Die meisten sind auch nur wegen Neid und, sagen wir mal: weil sie aus historischen Gründen, oder was man in der Schule, da passt man eben nicht immer auf, aber das kann man nicht der Gesellschaft, die sich ja, wie ich finde, aber das würde hier zu weit führen. Meine Meinung. Man muss diese Motive nicht gutheißen, aber mit etwas Verständnis kommen wir einander schon ein Stück weit näher.

Verwechseln Sie hier bitte diese Dinge nicht mit den Propagandaverbrechen. Wenn Sie einem, sagen wir mal, syrischen Frauenschänder seinen Ferrari von der staatlich garantierten Kulturbereichererhilfe finanzieren, damit er jeden Tag die hundert Meter bis zur nächsten Großmoschee fahren kann, dann ist das Demokratie, und wenn Sie dem volksdeutschen Facharbeiter, der trotz seiner Berufsausbildung und ausreichendem Engagement für eine Entwicklung des… –

Cannabis? warum haben Sie das nicht gleich gesagt? Dieses Dreckspack gehört doch ins Lager!“





Bazis

9 01 2017

„… aber auch notwendig mache. So sei eine spezielle Kontrolle von Bayern außerhalb des Freistaates nur zum Schutz der…“

„… grundsätzlich nur verdächtige Personen zu kontrollieren habe. Allerdings müsse man auch die Personenkreise einbeziehen, die nur für den erfahrenen Polizisten eine öffentliche Gefahr…“

„… die CSU-Landesgruppe sich vehement gegen ein Pauschalurteil über alle Bayern wehre. Das Vorgehen der Polizei dürfe keinesfalls Schule machen, sonst sei die Demokratie in Deutschland bald nicht mehr zu…“

„… eine Intensivtäterschaft nicht nachzuweisen sei. Andererseits habe das Landeskriminalamt Bayern statistisch nachweisen können, dass die Beteiligung an Gesetzesverstößen mit einer signifikanten Häufigkeit auf die Beteiligung von…“

„… neige der Bayer an sich zu übermäßige Alkoholkonsum und verübe im Rauschzustand auffällig oft Gewalt- und Sexualdelikte. Durch eine regelmäßige Kontrolle könne so die Häufigkeit von Verbrechen erheblich…“

„… habe die Kontrolle nichts damit zu tun, dass der Freistaat Bayern offiziell als sicheres Herkunftsland…“

„… die meisten Bayern keine Gefahr für die Bundesrepublik Deutschland darstellen würden. Es gebe zwar eine Separatistenbewegung, diese finde aber unter den meisten anderen Landesbürgern keine besonders große…“

„… seien die Polizeikontrollen alternativlos, da der alleinige Einsatz von Videoüberwachung keinen Einblick in die Täterprofile…“

„… ein verzerrtes Bild von der Arbeit der Polizei wiedergebe. Die Beamten hielten nicht nur nach Gamsbärten Ausschau, sondern müssten mit kriminalistischer Erfahrung gezielt verdächtige Personen aus der Menge der…“

„… statt des Fokus auf Bayern viel eher sächsisch aussehende Personen kontrollieren müsse, da die aus dem anderen Freistaat stammenden Bürger durch eine Vielzahl schwerer staatsgefährdender Einzelfälle bereits hinlänglich in Erscheinung…“

„… man Intensivtäter wie Söder, Scheuer und Friedrich, die tatsächlich die politische Stabilität Deutschlands zu gefährden geeignet seien, kaum außerhalb der Landesgrenzen zu…“

„… zeige sich bei den kontrollierten Personen oft eine erheblich aggressive Grundhaltung. Es sei jedoch zu fragen, ob diese Ursache oder Wirkung der polizeilichen…“

„… dass man den Umbau der Kontrolle nach dem Wunsch des Bundesinnenministers vornehme. Ohne die Landesämter für Verfassungsschutz müsse man der Polizei erlauben, zeitnah potenzielle Intensivtäter durch bundeseinheitlich gehandhabte Maßnahmen im…“

„… die Verhältnismäßigkeit gewahrt werde. Solange den kontrollierten Personen keine Straftat nachgewiesen werden könne, seien sie von weitergehenden Maßnahmen nicht oder kaum…“

„… sich nicht um Racial Profiling im engeren Sinne handeln könne. Es würden auch Personen kontrolliert, deren bayerisches Aussehen sie verdächtig mache, obwohl sie möglicherweise aus Hessen, Thüringen oder…“

„… zwar richtig sei, dass der hohe Alkoholkonsum möglicherweise auf genetischen Ursachen beruhe, diese Verknüpfung sei jedoch erst recht verfassungswidrig und nicht mit den Landespolizeigesetzen zu…“

„… handle es sich bei der internen Bezeichnung Bazi für bayerisch zivilisierte Personen nicht primär um eine strafrechtlich besonders in Erscheinung tretende Gruppe, die allerdings durch anhaltende Kontrollen leider…“

„… verfälschen würde. Eine Kontrolle von Bayern außerhalb des eigenen Bundeslandes bilde deren Beteiligung an Straftaten wesentlich…“

„… Kritik an der Arbeit der Polizei lauter werde. Vereinzelt habe man auch ausländische Personen, die erkennbar nicht dem Verdachtsprofil der Bazis entsprächen, durch übertrieben genaue Prüfung von Ausweise und…“

„… dass ein Jahreskalender der Deutschen Polizeigewerkschaft die Karikatur eines Bazis mit Seppelhut und Lederhose zeige, wie er mit einem Maßkrug auf seinen eigenen Kopf einschlage. Dies sei nach Aussage des Vorsitzenden jedoch lustig gemeint und könne daher weder diskriminierend noch im strafrechtlichen Sinne als…“

„… vermehrt Bereitschaftspolizei aus dem Großraum München anzufordern, um bei den Kontrollen eine deeskalierende…“

„… in den Medien große Menschenmengen am Berliner Hauptbahnhof gezeigt habe, von denen allerdings die wenigsten Beteiligten tatsächlich Bayern gewesen seien. Seehofer protestiere ganz entschieden gegen eine Falschdarstellung in der…“

„… hielten sich Bayern oftmals in reinen Männergruppen auf, was von der Bevölkerung als zusätzliche Bedrohung…“

„… alles richtig mache. Als Bundesland, dessen Landtag als einziger dem Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland nicht zugestimmt habe, sei der Freistaat Bayern heute ein verlässlicher Partner und Stabilitätsanker in der betreffenden Region, müsse aber die Konsequenzen für seine eigene Politik in vollem Umfang…“





Reichsbürger in Uniform

8 12 2016

„Es muss da zu viel Information gegeben haben. In Sachsen und um Sachsen herum, also überall, wo der Nationalsozialismus noch nicht alle Sympathien eingebüßt hat, ist das ja sonst eher andersherum.

Das ist an sich schon vorstellbar, dass hier bei uns eine gewisse Nähe der Polizeikräfte zu den Delinquenten geherrscht haben könnte, wobei ich das mit der Herrschaft jetzt nicht mehr als nötig in den Vordergrund spielen würde. In Sachsen gelten immer noch dieselben Spielregeln wie früher, und die haben sich seit 1990 nicht geändert. Wir sind ein sehr kontaktfreudiges Volk, von den Ausländern und der christlichen Minderheit mal abgesehen, aber die müssen ja nicht herziehen, dann passiert ihnen auch nichts.

Unsere Integration geht einen eigenen Weg: wir vermeiden die Konfrontation mit Fremden und sind auch immer sehr offen, diesen Fremden zu zeigen, dass wir auf Gegenseitigkeit setzen. Das ist für uns Weltoffenheit, wir diskutieren gerne mit diesen Personengruppen, wenn sie akzeptieren, dass wir hier zu Hause und deshalb automatisch im Recht sind. Dann kapieren die, wir wollen sie nicht, die können auch nicht wollen, dass wir sie wollen können, und je eher sie weg sind, desto weniger Tote kommen in den Nachrichten. Das ist eine gute Ausgangssituation, vor allem, wenn man danach die Tür hinter sich ins Schloss zieht.

Aber das muss man den Leuten auch irgendwie erklären – wir sprechen hier alle nicht Syrisch, die meisten können kein Wort Afrikanisch, da muss es nonverbale Wege der Kommunikation geben, und so hatten wir uns damals entschlossen, die Polizei als Freund und Helfer zu nutzen. Ein ziviler Auftrag für die, sagen wir mal: nicht vollständig militante Gesellschaft. In Analogie zu den Truppen, die die Außengrenzen gegen die Asylantenflut schützen, die Verteidigung im Innern, die die Werte unseres Abendlandes vertritt. Reichsbürger in Uniform. Die verfügen auf der einen Seite über alle relevanten Informationen zu diesen Invasoren aus fremden Kulturkreisen, und auf der anderen Seite können sie über langjährige und intensive Bekanntschaften die Informationen auch schnell und unbürokratisch an den Mann bringen. Teilweise an Minderjährige. Da ist eine Menge Verbesserungsbedarf, das sehe ich natürlich ein, aber wenn wir als Sachsen da die Rolle des nationalen Vorbildes einnehmen können, dann soll uns das nur rechts sein. Recht, meinte ich.

Wir könnten natürlich Polizisten einsetzen, die nicht aus Sachsen kommen. Sie kennen das von den öffentlichen Kundgebungen gegen das gesunde Volksempfinden, da holen wir uns gerne mal die Kollegen aus den anderen Bundesländern, weil die wissen, wenn die da einem die Fresse eintreten, der kennt sie nicht aus der Nachbarschaft. Andererseits ist das hier ein Problem. Wenn Sie einen Beamten aus, sagen wir mal, Nordrhein-Westfalen hier in die Region versetzen, dann fühlen sich die anderen überfremdet. So kann man ja auch nicht arbeiten.

Das ist eher ein strukturelles Problem, wenn Sie mich fragen. Bewaffnete Banden, die gegen eine gewählte – ich sage da jetzt mal nichts – also auf jeden Fall ist die Regierung gewählt, und die gehen mit Gewalt dagegen vor, wollen einen Umsturz, töten alle, die zufällig im Weg stehen, Sie kennen das, die werden landläufig als Rebellen bezeichnet und von EU-Truppen, oder wenigstens sind die Truppen hier aus den EU-Ländern, die werden also beseitigt. Aber Sie können doch nicht mit Truppen aus der EU gegen offizielle Sympathisanten der deutschen Polizei vorgehen, das geht ja gar nicht!

Natürlich haben wir ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Gegen unbekannt. Ja nun, bei der hohen Dichte an nationalsozialistischen Terroristen in Sachsen, glauben Sie, wir können uns da jedes einzelne Gesicht merken?

Aber Sie müssen auch mal die Vorzüge dieser Arbeitsweise sehen, das machen wir ja schließlich nicht aus dem hohlen Bauch. Es wird immer wieder gesagt, in unserem Bundesland herrsche ein Klima der Angst und Repression – denken Sie, das kriegt man über Nacht hin? Da müssen sich schon alle Kräfte einig sein, und dann muss auch nach einer gelungenen Aktion, Sie nennen das Terrorismus, gut, das ist Ihre Sicht – also nach einem erfolgreich abgelaufenen Attentat muss ja die Polizei wieder in Erscheinung treten, damit die Staatsanwaltschaft nichts mehr zu ermitteln hat. Das haben wir alles vom Verfassungsschutz gelernt. Straftaten planen, geeignete Straftäter rekrutieren und motivieren, führen und ausrüsten, gegebenenfalls Tatbegleitung einschließlich Alibi und Fluchtmöglichkeiten, wo es sich anbietet, kommen Verdunklungshilfen dazu, und dann haben wir natürlich auch operativ die Kräfte unterstützt. Die Gruppe Freital wurde rund um die Uhr abgehört, wir haben mitgeschnitten, was sie von sich gegeben haben, dann haben wir Sprengsätze und Latexhandschuhe mitgenommen, Rechner und alles mögliche, das musste schon sein. Stellen Sie sich mal vor, die wollen irgendwann ein Geständnis ablegen, so wie beim NSU, und dann hat einer zwischendurch das Beweismaterial in Brand gesetzt. Kann man das riskieren?

Machen Sie sich mal keine Sorgen, wir kriegen das schon wieder in den Griff. Irgendwann. Das ist jetzt natürlich nicht schön, gerade für ausländische Investoren, wenn die nach Sachsen schauen, aber Sie müssen eins immer wissen: es könnte noch viel schlimmer sein. Stellen Sie sich vor, die werden alle plötzlich linksradikal!“





Kommunikative Ebene

19 09 2016

„Es könnte sich da auch um eine neurologische Störung handeln. Wenn die Leute plötzlich alle den rechten Arm hochheben, dann haben sie manchmal kollektiv einen verminderten Blutdurchfluss in den zuständigen Organen. Ja, da auch.

Man muss mit den Leuten nur reden, haben wir uns gesagt. Diese Asylanten machen inzwischen so ein Bürgertelefon, wo sich unsere Landsleute über sie beschweren können, da haben wir uns gesagt, das sollte es für uns auch geben. In Wirklichkeit ist das nämlich alles ganz harmlos. Die meisten, die man für Nazis hält, das sind einfach nur Menschen, die ihr Vaterland verteidigen wollen. Also unser Vaterland, damit das mal klar ist.

Hakenkreuze? die würde ich an Ihrer Stelle aber sofort wegmachen. Ja, das ist mir schon klar, dass Sie die nicht selbst an Ihr Haus gemalt haben, aber es ist schließlich Ihr Haus. Das sind Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, da verstehen wir keinen Spaß. Wieso Schadenersatz? Sie haben selbst gesagt, dass das Ihr Haus ist, da muss doch der Staat nicht für den Schaden aufkommen? Das werden erlebnisorientierte Jugendliche gewesen sein, die mal ein bisschen provozieren wollten. Wir waren doch alle mal jung, Sie etwa nicht? Und jetzt entwickeln Sie hier mal keine Vorurteile, die Sie nicht mit eindeutigen Beweisen untermauern können, sondern nehmen Sie Pinsel und Farbe, und dann wird das alles größer und schöner wieder aufgebaut, Freundchen!

Man muss mit denen einfach nur mal reden. Es entstehen viele Vorurteile oder Missverständnisse, wenn man die gemeinsame kommunikative Ebene nicht finden kann. Beispiel? Da ruft uns gestern eine Frau an, auch schon weit über achtzig, weiß man gar nicht, was die das noch zu kümmern hat, die sagt, da brüllt einer in der Nachbarschaft immer herum: Deutschland den Deutschen, Juden ins Gas! Ich sage, beste Frau, sage ich, Sie müssen das mal auf einer rein kommunikativen Ebene begreifen. Es geht da um Ausländer, also alle, die nicht deutsch sind, und auf der anderen Seite geht es um unsere jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger – das ist eben kein Gegensatz, verstehen Sie, man kann ja durchaus Deutscher und Jude sein, also ist das doch ein integrativer Gesamtansatz, der die Gesellschaft gar nicht spalten will. Sie regt sich auf, das sei ein Nazi, rechtes Scheißpack, jetzt seien sie wieder aus ihren Löchern gekrochen, ich sage, beste Frau, sage ich, was sie sich so aufregt. Sie ist doch weder Ausländerin noch jüdisch?

Hallo? Nein, sexuelle Belästigung ist nicht mein Aufgabengebiet, aber kann ich Ihnen trotzdem weiterhelfen? Können Sie das auch beweisen, dass es sich um einen deutschen Staatsbürger gehandelt hat? Sie kennen ihn? Da könnten Sie zum Beispiel zur Polizei gehen. Doch, die müssen Ihnen glauben. Ja, ich weiß selber, dass die alle gleich aussehen, aber wenn Sie den Namen haben und eventuell auch Zeugen für die Tat? Sie haben keine Zeugen? dann ist die Tat ja so rein kriminologisch gesehen gar nicht passiert, oder? Also das ist doch jetzt ein bisschen dünn, finden Sie nicht? Erst sagen Sie, es sei ein Deutscher gewesen, nur weil er so einen Pullover mit Abzeichen getragen hat, und dann wissen Sie nicht mal, wer den Täter gesehen haben könnte? Nein, ich würde Ihnen das auch nicht abnehmen. Erst rufen sie alle nach den Deutschen, die sie vor nordafrikanischen Grabschern schützen, und wenn dann mal einer Hand anlegt, ist Ihnen das auch wieder nicht recht? Sagen Sie mal, was wollen Sie eigentlich in Deutschland? und warum?

Wir haben wirklich sehr mit den Vorurteilen zu kämpfen, auch hier in der Dienststelle. Das geht ja teilweise bis zu richtigen Verschwörungstheorien. Neulich sagte da einer, in der Kaufhalle hätten sie zwei Nazis rausgeschmissen, weil die mit einem ganzen Kasten Bier stiften gegangen seien. Und dann hätten die auch noch versucht, den Filialleiter abzustechen, Rettungswagen, Intensivstation, drei Tage im künstlichen Koma, jetzt ist er halbseitig gelähmt. Waren aber zwei Flaschen Schnaps. Sehen Sie, schon sieht die Situation völlig anders aus.

Oder dass hier angeblich Journalisten von den Rechten aus dem Ort tätlich angegriffen worden seien, gibt es da einen stichhaltigen Beweis? Die waren bestimmt von außerhalb, uns schiebt man dafür die Schuld in die Schuhe. Und überhaupt, wenn die Schmierfinken hier plötzlich im Vorgarten stehen, hat man da als deutscher Staatsbürger etwa kein Widerstandsrecht? Jetzt kommen Sie mir nicht mit Pressefreiheit – was soll ich als Bürger mit einem Grundrecht, das nur für eine Minderheit gilt?

Wir sehen einen ganz klaren Auftrag, nämlich den Schutz der Zivilgesellschaft, die auf keinen Fall in die Auseinandersetzung hineingezogen werden soll. Die sollen ihre Stadt ruhig schützen dürfen, aber wir können ihnen leider nur gewaltfreie Mittel zugestehen. Das muss man auf der kommunikativen Ebene auch regeln, zur Not dann halt nonverbal. Es ist ja im Sinne der Zivilgesellschaft, auch der vielen Benachteiligten, Frauen beispielsweise, die den ganzen Winter über nicht mehr ins Freibad gehen können, weil der Ausländer ja quasi überall schon da ist. Es ist nun unsere Aufgabe, hier für einen geregelten Ablauf der Dinge zu sorgen. Diese Stadt muss doch mal wieder in Ruhe schlafen können.

Hallo? ja, das ist eindeutig rechtsradikal. Hitler ist zwar tot, aber das tut hier nichts zur Sache. Und Auschwitz ist ja gar nicht mehr in Betrieb. Haben Sie da abgesehen vom Nachnamen Einzelheiten in Erfahrung bringen können? ist Ihnen vielleicht der Dienstgrad bekannt, damit wir den betreffenden Kollegen vorab mal in Kenntnis setzen können?“