Eine Frage der Ehre

14 11 2018

„Wir können jetzt davon ausgehen, dass diese Partei im politischen System der Bundesrepublik angekommen ist?“ „Sie selbst würden zwar nie etwas derart Demokratisches wie Bundesrepublik sagen, aber: ja. Der Parlamentarismus ist hier ja nicht tangiert.“

„Und warum tut die AfD das?“ „Opferhaltung.“ „Opferhaltung?“ „In einem Rechtsstaat gibt es nun mal kein besseres Mittel als einen Gesetzesverstoß, um verfolgt zu werden.“ „In letzter Konsequenz würde das ja tatsächlich bedeuten, dass diese Nationalsozialisten sich mit Absicht eine Reihe von notorischen Verbrechern ins Parlament und in die Partei setzen.“ „Da ist was dran. Wenn man wenig zu verlieren hat, handelt man meist ohne Rücksicht auf Verluste.“ „In juristischer Hinsicht?“ „Auch, aber in allererster Hinsicht natürlich unter moralischen Gesichtspunkten.“ „Sie meinen, dass sich hier eine kausale Verbindung feststellen ließe?“ „Allerdings. Wer lügt, stiehlt auch.“ „Also keine Verbrecher aus verlorener Ehre.“ „Verwechseln Sie hier bitte nicht Ursache und Wirkung und vor allem lassen Sie sich nicht täuschen, was den Vorsatz betrifft.“

„Wenn die Vorsitzende nun illegale Parteispenden angenommen hat, ist sie also in den Umgangsformen der politischen Klasse angekommen.“ „Richtig. Den Holocaust relativieren oder die Wehrmacht für ihre Verbrechen feiern können die anderen Soziopathen aus der Parteispitze auch, aber ein Spendenskandal, den man trotz offensichtlicher Beweise leugnet und für den man jede personelle Konsequenz ausschließt, das ist schon eine Frage der Ehre.“ „Ganovenehre?“ „Beleidigen Sie mir die Ganoven nicht. Mit diesem Schachzug hat sich Weidel ein hervorragendes Zeugnis als künftige Bundeskanzlerin ausgestellt, zumindest nach den Maßstäben dieses rechtsextremistischen Haufens.“ „Weil sie sonst keinen nennt, der an den Spenden beteiligt gewesen ist?“ „Das muss sie hier gar nicht, im Gegensatz zu dem Dicken aus Oggersheim sind hier die üblichen Verdächtigen belanglos.“ „Wobei es interessant ist, dass Weidel als Vertreterin der Überlegenheit des Deutschtums gemäß faschistischer Rassentheorie sich von einem Fremdvolk aushalten lässt.“ „Das entspricht ihrem Berufsbild.“ „Dass sie sich aushalten lässt. Im Übrigen hatten auch ihre Vorgänger wenig Probleme damit, Fremdvölker für sich arbeiten zu lassen und in ihren Ländern zu leben wie die Made im Speck. Noch wissen wir ja nicht, wie die Geschichte diesmal ausgeht, Anschluss oder Reichsprotektorat.“

„Der problematische Faktor ist hier also eher, dass Weidel nicht zurücktritt.“ „Für die Stellung im Parteiensystem ist das natürlich von großem Vorteil.“ „Das müssen Sie mir erklären.“ „Laut nationalsozialistischer Propaganda sind die Altparteien, das heißt die bisherigen Akteure der parlamentarischen Demokratie, zutiefst korrupt.“ „Gut, das ließe sich fallweise überprüfen.“ „Ihr Handeln wird nicht durch das Interesse am Wohl des deutschen Volkes geleitet, es orientiert sich ausschließlich am Eigennutz.“ „Das ist ersichtlich.“ „Indem die Altparteien das politische System auf diese Art stabilisieren, machen sie sich selbst unangreifbar.“ „Das hieße in letzter Konsequenz, dass diese Partei vorsätzlich ihrer Bereicherungsabsicht nachgeht, damit sie irgendwann in die Regierungsverantwortung gelangt.“ „So kann man es sehen.“

„Was ich nicht begreife, ist die Weigerung, für die illegale Spende die Verantwortung zu übernehmen und von allen Mandaten und Ämtern zurückzutreten.“ „Geben Sie mal einen Tipp ab.“ „Ich glaube auch nicht, dass sie damit demonstrative Nähe zu Seehofer oder Solidarität mit Maaßen zeigen will. Oder umgekehrt.“ „Sicher nicht. Diese Partei ist ja nicht angetreten, um sich ins Rechtssystem der Bundesrepublik zu integrieren. Sie ist angetreten, um es mit Füßen zu treten.“ „Und die Opferhaltung?“ „Spielt eine nicht unwichtige Rolle, schließlich will sich dieser gärige Haufen ja partout als akut von der Vernichtung bedroht gerieren. Da ist es schon ganz praktisch, wenn die eigene Klientel die kriminelle Energie juristisch nicht so ganz nachvollziehen kann.“

„Was spricht für die Möglichkeit, dass es sich um eine Falle handelt?“ „Sie meinen, die ganze Partei sein planmäßig ins offene Messer gelaufen? Das müssen Sie mir erklären.“ „Wenn ich vorher schon weiß, dass diese Partei nach dem Grundsatz der Selbstbereicherung funktioniert und alle rechtlichen Bedenken vom Tisch winkt, sogar bei eindeutig illegalen Spenden aus dem Ausland, dann ist das doch wie Fische fangen mit der Flinte in einem Fass.“ „So einfach würde ich es mir nicht machen. Die meisten Verschwörungstheorien haben ein höheres Komplexitätsniveau, und sehen Sie es mal realistisch: wer hat so viel Geld und will der AfD schaden? Die jüdische Weltverschwörung?“

„Andererseits, könnte es nicht sein, dass Weidel einfach ein bisschen übertrieben hat?“ „Wegen ihrer unverhohlen nationalsozialistischen Äußerungen? Weil sie im Sinne ihrer eigenen Partei eine parasitäre, gemeinschaftsschädigende Existenz ist, die man aus dem Volkskörper ausmerzen sollte?“ „Ach nein, nicht deshalb. Trotzdem.“ „Trotzdem?“ „Jeder weiß, dass sie so reagieren würde. Die Partei hat bis jetzt immer die Führung abgesägt, solange sie keinen richtigen Führer hatte.“ „Und sie meinen, das würde die Partei jetzt einfach so machen, ohne mit der Wimper zu zucken?“ „Selbstverständlich. Das ist eine Frage der Ehre.“

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Volksmischung

8 11 2018

„… Protest an der Verpackung aufgekommen sei. Die Süßigkeit sei mit dem Aufdruck Ja zu Vielfalt und Toleranz in den Handel gebracht worden, was bei deutschnationalen Kunden auf erheblichen…“

„… korrekt, dass es sich um eine Mischung verschiedenfarbiger Schokolinsen handele, genauer: um einzelne Linsen, die nur durch unterschiedlich gefärbten Zuckerguss als solche im…“

„… zum flächendeckenden Boykott von Schokolinsen sowie allen Waren des Konzerns aufgerufen habe. Es werde zeitnah Kundgebungen in allen größeren…“

„… auch gemäßigte Töne aus der Partei vernommen worden seien. So habe Höcke auf den durchgängig tiefbraunen Kern der Linsen hingewiesen, während Weidel die…“

„… die Gefahr eines Linksrucks auf dem Süßwarenmarkt generell weiter bestehe. Auch Fruchtgummibärchen würden in Regenbogenfarben angeboten, was die Homosexualisierung von Kindern und Erwachsenen ebenso…“

„… fordere die AfD deutsche Schokolinsen aus deutschem Kakao. Da dieser Rohstoff größtenteils aus muslimisch geprägten Ländern stamme, fürchte die Rechte eine Islamisierung des…“

„… sei nun eine als Volksmischung angebotene Linse in den Verkauf gekommen, die der Dresdner Fabrikant in Tüten zu je …“

„… die Säuberungsaktion für den 9. November geplant sei. Die AfD rufe in ihrer Pressemitteilung zum nationalen Widerstand gegen linksversiffte…“

„… nicht den Tatsachen entspreche, dass die Volksmischung ausschließlich in Brauntönen gehalten sei. Vielmehr habe das Produkt in Weiß, Schwarz und Rot eine stark überschaubare Palette an…“

„… seien die ersten Produzenten an einem antifaschistischen Verpackungsdesign interessiert. Es gebe inzwischen mehrere Konzerne, die ihren Absatz vermehrt mit…“

„… den Anbau deutscher Kakaobohnen prüfen lasse. Die Bundesregierung verurteile zwar den rassistischen Hintergrund der Initiative, begrüße sie aber aus arbeitsmarktpolitischen und…“

„… deutsche Produkte vermehrt mit einem multinationalen Aufdruck anbieten wolle. Vor allem die Lebensmittelproduzenten seien darin geübt, mehrfach die Grenze überschreitende Stoffe als…“

„… wenigstens auf Gummibärchentüten gedruckt werden müsse, dass das Produkt Gelatine aus Schwein enthalte, um weitere Zuwanderung islamistischer Kulturbereicherer in deutsche Süßwarenabteilungen zu…“

„… müsse es ein Volksbegehren gegen die Absicht des Einzelhandels geben, traditionelle Begriffe wie Schokolinsen durch Wortschöpfungen wie Multikulti, Gutmensch oder…“

„… die Aktion Brot für die Welt von Merkel erfunden worden sei, um sieben Milliarden arbeitslose Schmarotzer ins deutsche Sozialsystem zu locken und durch die Rassenvermischung eine Zersetzung der deutschen Kultur zu forcieren. Storch fordere die sofortige Liquidierung aller…“

„… Familienpackungen aus dem Sortiment genommen werden müssten, da diese auch von ausländischen Sippen, linken Wohngemeinschaften und sozialistischen…“

„… eine Gruppe identitärer Aktivisten in mehreren Supermärkten Süßwaren mit dem Aufkleber Nur für Jiddenlümmel versehen habe. Kretschmer habe vollstes Verständnis gezeigt. Er selbst wehre sich gegen die Überfremdung durch grüne Stalinisten, die das Volk durch diktatorisches…“

„… generell keine Südfrüchte mehr verkaufen dürften, da diese nicht zur traditionellen Nahrung der deutschen Rasse gehörten. Höcke fordere ein sofortiges Verbot von Bananen, um die männliche Wehrhaftigkeit wieder im…“

„… die Verpackungen deutscher Produkte nur noch mit einem amtlichen Siegel in Verkehr gebracht werden sollten, das die Unbedenklichkeit für rassereine…“

„… könnten sich aufrechte Deutsche nicht mehr ausreichend ernähren, wenn auf jedem Lebensmittel die Umvolkung propagiert werde. Dies sei ein mit dem Holocaust vergleichbarer Versuch eines Genozids an der deutschen…“

„… die Tochter einer AfD-Abgeordneten an einem von dunkelhäutigen Messernmännern unter Zwang verabreichten linksfaschistischen Bonbon erstickt sei. Das Kind sei von mehreren in Burka verkleideten Salafisten jeweils mit einer Panzerfaust und einer Neutronenrakete bedroht worden. Nach dem Zerhacken der Leiche habe die Polizei nur noch die Ausweise aller…“

„… auf die Auslage einer Confiserie uriniert habe, in der die Schokoladenmischung Große Vielfalt angeboten worden sei. Maaßen sei mit einem Kieferbruch und Genitalverletzungen in die Intensivstation des…“

„… der Polizei keine derartige Straftat bekannt sei, außerdem habe die Abgeordnete gar keine Kinder. Es handele sich um einen untauglichen Versuch, die Bonbons der Produktlinie Ja zu gemeinsamen Werten zu diskreditieren, um sie vom Markt und in die…“

„… Reichelt in einer internen Mitteilung darum gebeten habe, erst nach dem 1. Advent die Kampagne gegen Merkel, die gemeinsam mit dem Zentralrat der Juden in Deutschland beschlossen habe, alle Winter-, Jahresend- und Zipfelfiguren mit dem Aufdruck Auf dasz Ihr alle verschwult und die Deutsche Rasze ausstuerbe, zu…“





Azyklische Schwingungen

6 11 2018

„… mit sofortiger Wirkung aus dem Amt entfernt werden solle. Maaßen könne nach seinen jüngsten Entgleisungen nicht mehr für eine…“

„… bitte auch die SPD inständig, ihr etwaige linksradikale Mitglieder aufzuzeigen, auch wenn diese nur an der Basis und in unbedeutenden Ortsgruppen zu finden seien. Der Wiederaufbau der Partei könne so viel schneller und…“

„… Beweise für die Abschaffung der deutschen Rasse vorlegen werde. Der ehemalige Chef des Verfassungsschutzes habe in einem Geheimtreffen mit einer Gesellschaft interessierter Ex-Agenten Material erhalten, das die Finanzierung der Umvolkung mit dem Kapital der…“

„… sich Seehofer sofort von Maaßen distanziert habe. Der verhinderte Sonderbeauftragte habe nach Aussage des Bundesinnenministers behauptet, die Mutter aller Probleme sei die Migration, was die Bundesregierung nur als eine extremistische…“

„… nicht dazu befugt sei, ihn aus dem Amt zu entfernen. Das Bundesamt sei durch seine Besetzung mit ehemaligen SS-Kadern hinreichend legitimiert gewesen, Vertreter der BRD GmbH aber besäßen nicht die Macht, ihn als Leiter der…“

„… sei auch Gauland davon überzeugt, dass es in Chemnitz zu keiner Zeit fremdenfeindliche Ausschreitungen gegeben habe. Die einzig erkennbare Hetzjagd sei die gegen Maaßen, der sich konsequent der linksfaschistischen Propaganda der mit jüdischem Kapital bezahlten…“

„… die Vernichtung der NSU-Dokumente notwendig gewesen sei, um seine eigene Familie zu Maaßen habe berichtet, dass mehrere vermummte, aber deutlich als illegale syrische Einwanderer erkennbare Personen sein Büro durch einen Lüftungsschacht betreten ihm angedroht hätten, ihn bei Zuwiderhandlung sofort zur Homosexualität konvertieren zu lassen. Er sei ebenfalls gezwungen worden, seine Hände auf ein Grundgesetz zu legen, was bei ihm eine schwere posttraumatische…“

„… in jeder seiner bisherigen Beschäftigungen als notorischer Lügner und durch Unfähigkeit in Erscheinung getreten sei. Merz freue sich, bei der Machtübernahme im Dezember einen in seiner Radikalität erfrischenden Gefolgsmann mit neuen Aufgaben für die…“

„… die BRD GmbH den Stuttgarter Tiefbahnhof und den Hauptstadtflughafen nur hätten erbauen lassen, um ein Lager für mehrere Milliarden Kubikkilometer Giftstoffe sowie eine Chemtrail-Basis zur Vernichtung der blutsdeutschen Rasse vorzuhalten. Die Fortsetzung der Bauten sei nur ins Stocken geraten, da sich Merkel weigere, den Austausch der Bevölkerung durch Muslime vor der nächsten Bundestagswahl zu…“

„… sich Seehofer sehr enttäuscht gezeigt habe. Es sei seine Sache gewesen, fremdenfeindliche und offen rassistische Meinungen in die Koalition einzubringen, die Einmischung von Maaßen, obwohl sie im Kern durchaus richtig gewesen sei, hätte dieser nur auf Weisung des Bundesministers des…“

„… beispielsweise für Politiker gelte, die ihre wirtschaftspolitischen Erfahrungen später für eine zweite Karriere in der Wirtschaft einsetzen würden. Da Maaßen sich bisher vor allem theoretisch mit dem Thema Rechtsterrorismus befasst habe, liege es nahe, dass er ab sofort als…“

„… die Diktatur unter der russischen Spionin Angela Doroteowna Merkelowa jede seiner Bemühungen torpediert habe, die Fertigung der Reichsflugscheibe in Deutschland zu…“

„… habe Maaßen bewusst das Platzen der Regierungskoalition betrieben und Seehofer als sein Instrument benutzt. Der Innenminister sei sehr traurig, vor allem deshalb, weil er jetzt erst begriffen habe, dass Maaßen nicht in seinem Interesse gehandelt habe, sondern aus reinem…“

„… sich mehrere AfD-Landesverbände gegen eine Aufnahme von Maaßen in die Partei ausgesprochen hätten. Dieser habe nicht mehr die volle Entscheidungsbefugnis, um Akten verschwinden zu lassen, die eine Beobachtung der AfD durch den Verfassungsschutz verhindern könnten. Außerdem könne die Aufnahme des ehemaligen Sonderbeauftragten als ein deutliches Anzeichen für eine weitere Radikalisierung der…“

„… erste Demonstrationen in Dresden Maaßen als Gastredner angekündigt hätten. Nicht bestätigt sei bisher, ob der Verfassungsschützer für die NPD, die AfD oder die…“

„… das gesamte Aluminium im christlichen Abendland mit HAARP-Molekülen in azyklische Schwingungen versetzt worden sei, um das Erbgut der jüdischen Bolschewiken in die Zellstruktur der deutschen Rasse zu implementieren. Maaßen wisse dies von einem Geheimtreffen auf Sirius, das er mit Hitler, mehreren Marsbewohnern und vielen…“

„… der IS für den Gesundheitszustand von Maaßen die volle Verantwortung übernommen habe. Das Schreiben sei bereits am vergangenen Sonntag in der…“





Maulkorb

5 11 2018

„Diese Altparteien werden wir auf den Müllhaufen der Geschichte schmeißen!“ „Das würde ich an Ihrer Stelle nicht mehr öffentlich äußern.“ „Wir werden die Altparteien erledigen!“ „Nein.“ „Diese Altparteien werden wir abschaffen!“ „Nein.“ „Wir werden die Altparteien…“ „Nein, einfach: nein.“

„Das heißt, diese linksversifften Volksverräter können uns einfach…“ „Nein.“ „Können Sie doch!“ „Es sind keine Volksverräter, und sie sind auch nicht linksversifft. Sie haben eine abweichende politische Einstellung, und wir haben das nun mal zu respektieren.“ „Was sind Sie eigentlich für eine linke Zecke!?“ „Ich bin Ihr Rechtsanwalt.“ „Und da folgen Sie natürlich dieser Siegerjustiz, die eigens dafür installiert wurde, das deutsche Volk in…“ „Ich sage es Ihnen gerne nochmals: nein.“ „Wie, nein?“ „Entweder entledigen Sie sich ganz schnell dieses typisch rechtsextremistischen Vokabulars, oder der Verfassungsschutz beobachtet uns.“ „Das ist Meinungsfreiheit für Sie?“ „Das hat mit Meinungsfreiheit nichts zu tun.“ „Das hat nichts mit Meinungsfreiheit zu tu, wenn diese Merkelhure das deutsche Volk in Geiselhaft nimmt!?“ „Nein.“

„Dann erklären Sie mir doch jetzt mal, was Meinungsfreiheit ist.“ „Wenn Sie eine Parteizeitung hätte, wobei: diese Postillen aus dem Kopp-Verlag, die erledigen das ja schon ganz gut.“ „Das ist unser gutes Recht, dass wir der Lügenpresse etwas…“ „Nein.“ „Und was ist jetzt damit?“ „Wenn Sie ein Parteiorgan unterhalten, erlauben Sie es dann den politischen Gegnern, ihre Meinung darin zu publizieren?“ „Natürlich nicht. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen!“ „Das ist zwar korrekt, zeigt aber auch nur, dass Sie ein dummes Arschloch sind.“ „Hören Sie mal, ich lasse mir von einem wie Ihnen…“ „Wenn Ihr politischer Gegner sich auf die Straße stellt, weil es gerade regnet, und sofort mehr Regen fordert, weil Regen angeblich verboten werden soll, was ist er dann?“ „Ich weiß nicht, ein dummes Arschloch?“ „Langsam kommen wir der Sache näher.“

„Trotzdem würde ich nicht zulassen, dass die in unseren Medien, die die richtige Wahrheit schreiben, ihren linksversifften Mist bringen!“ „Nein.“ „Wie jetzt, nein?“ „Das müssen Sie auch nicht, aber das hat nichts mit Meinungsfreiheit zu tun.“ „Weil?“ „Sind diese anderen Parteien der Staat?“ „Nein, aber…“ „Sind wir der Staat?“ „Wenn wir erst der Staat sind, dann werden wir diese Merkeldiktatur gehörig in den…“ „Also haben Sie immer noch nichts kapiert.“ „Ich muss doch nicht dulden, dass die ihre Propaganda für Homosexualität, Islam und Volkszerstörung in unserer Zeitung machen!“ „Das hat aber nichts mit Meinungsfreiheit zu tun. Das ist Pressefreiheit.“ „Wir haben doch gar keine mehr! Wenn Sie hier in einer vom Staat gesteuerten Sendung die Wahrheit über Merkel sagen wollen, wie sie die Umvolkung der deutschen Rasse…“ „Nein.“ „Sie verteidigen die Zensur der Merkeluntertanen auch noch?“ „Es gibt keine Zensur, ansonsten würde man Ihre Zeitschriften einstampfen. Oder sie würden gar nicht erst erscheinen.“ „Sie wollen uns in die Pleite treiben, daher weht der Wind!“ „Sie haben offenbar ein paar mehr Sachen nicht verstanden.“

„Dann erklären Sie mir doch mal, warum man Weidel als Nazi-Schlampe bezeichnen darf.“ „Weil das von der Meinungsfreiheit gedeckt ist.“ „Ach ja? Und wenn wir Merkel als Muselsau bezeichnen?“ „Meines Wissens haben Sie das bereits getan.“ „Und warum ist das nicht von der Meinungsfreiheit gedeckt?“ „Weil es eine Beleidigung ist, die nichts mit den Tatsachen zu tun hat.“ „Mit Ihren Tatsachen vielleicht, Freundchen, aber mit unseren!“ „Dann wollen Sie die Partei künftig nur noch als Satire betreiben? Ich glaube, das Alleinstellungsmerkmal ist schon weg.“ „Notfalls machen wir das auch.“ „Zur Satiren fehlen Ihnen ein paar Sachen. Eine von ihnen dürfte Intellekt sein, aber lassen wir das.“

„Mit anderen Worten, wir dürfen ab sofort nur noch unter dem staatlich verordneten Maulkorb der Merkeljunta vor der Zerstörung Deutschlands warnen?“ „Es gibt keinen staatlichen Maulkorb, und es gibt auch keine Merkeljunta. Sie dürfen nur ab sofort keine Hetzreden mehr gegen politische Gegner halten, sie bedrohen oder extremistische Reizwörter verwenden.“ „Also Zensur!“ „Meine Privatmeinung ist ja, dass man ein lernbehindertes Stück Scheiße wie Sie mit dem Gewehrkolben voran in die Genickschussanlage prügeln sollte, aber ich sage das nicht öffentlich.“ „Wenn Sie das Echo vertragen, dann probieren Sie das gerne!“ „Es gibt in diesem Land ein paar Gesetze, und das Unangenehme ist, dass sie für alle gelten, also auch für eine Partei, die sich nichts weniger als deren Abschaffung auf die Fahnen geschrieben haben.“ „Das werden wir nach der Machtübernahme…“ „Wenn überhaupt, dann übernehmen Sie die Regierung.“ „Egal, aber wenn wir das mit legalen Mitteln machen sollen…“ „Sogar Hitler hat das geschafft.“ „… und das Volk nicht mehr aufklären dürfen über diese BRD GmbH, die die Merkelsau mit jüdischem Kapital in einen islamistischen Schwuchtelstaat verwandeln will, was sollen wir denn dann machen? Wir können und doch alle eine Kugel durch den Kopf jagen!“ „Ja.“ „Wie, ja?“ „Das ist der erste vernünftige Gedanke. Weiter so!“





Sprengsatz

29 10 2018

„… ein verdächtiges Paket aufgefallen sei, das ins Bundeskanzleramt hätte geliefert werden sollen. Die Sendung habe eine Rohrbombe enthalten, die bei der Explosion einen lebensgefährlichen…“

„… es sich um nationale Notwehr gehandelt habe. Die Kanzlerin habe die Grenzen geöffnet, um die deutsche Rasse zu vernichten, deshalb sei es nun das Recht der Opfer, sich mit gewaltsamen Mitteln zu wehren. Höcke werde selbst in die…“

„… zur Mäßigung aufgerufen habe. Schäuble fordere die rasche Aufklärung der Attentatsversuche durch den Generalbundesanwalt sowie ein hartes Durchgreifen der Justiz, um den Rechtsstaat in seiner vollen Handlungsfähigkeit herzustellen. Es dürfe keine Hysterie in der…“

„… mehrere Päckchen an Spitzenpolitiker der Grünen abgefangen worden seien. Dass es sich bei einer der Schachteln um ein Behältnis mit Erregern der Lungenpest gehandelt habe, könne die Polizei jedoch zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr…“

„… werte Weidel als Ausdruck des Volkszorns, der nicht durch eine linksversiffte Justiz gestoppt werden dürfe. Die Machtergreifung sei nur noch eine Frage der…“

„… seien die Medien mitschuldig. Da die linken Systemsender sich noch immer weigerte, die Kanzlerdiktatorin mit ihrem wahren Namen Fatima Sara Merkel zu nennen und sie als Hure des jüdischen Kapitals zu bezeichnen, müsse es einem deutschen Helden aufgebürdet werden, für die Beseitigung der Rassezerstörer die größten Gefahren für Leib und…“

„… anlässlich einer PEGIDA-Demonstration dazu aufgerufen habe, weitere Bomben an Regierungspolitiker zu schicken. Die sächsische Justiz sehe dies nicht als öffentliche Aufforderung zu Straftaten, da sich nicht mehr feststellen lasse, ob weitere Sprengsätze durch die Aufforderung Bachmanns oder auch in Unkenntnis dessen an die…“

„… sie sich deutlich gegen Rechtsextremismus ausgesprochen habe. Das Management habe mitgeteilt, Helene Fischer sei zur fraglichen Zeit nicht zu Hause gewesen und habe erst durch einen Anruf der Polizei von der Explosion im…“

„… durchaus Verständnis für die Empörung der Bürger draußen im Lande habe. Er selbst habe auch überlegt, ob er als Privatperson an einer Demo der Identitären in Chemnitz hätte teilnehmen sollen. Eine Ausschusssitzung habe jedoch in letzter Minute verhindert, dass Seehofer in die…“

„… ausgeschlossen werden könne. Da sich Fischer als linksextrem geoutet habe, werde die Stiftung Bauhaus Dessau das für die Weihnachtszeit geplante Konzert nun ersatzlos.…“

„… auf die Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern verübt worden sei. Die Sendung sei mit der Paketpost angeliefert und noch vor dem Eintreffen im Gemeindezentrum zerstört worden. Das Behältnis sei nachweislich in Erfurt an die Poststelle des…“

„… ausgeschlossen werden könne, da die Bajuwarische Befreiungsarmee seit Jahrzehnten nicht mehr in Erscheinung…“

„… der sächsische Ministerpräsident die Briefbomben als positives Zeichen sehe. Es gebe in Deutschland nach wie vor freie Meinungsäußerung, was für ein erhöhtes politisches Interesse in der Bevölkerung spreche. Etwaige Sachschäden dürften die besorgten Bürger nicht davon abhalten, ihrem Unmut über den linksislamistischen Mainstream, in den Merkel die BRD GmbH im Laufe der…“

„… den Zentralrat der Juden in Deutschland beschuldige, die Sendung selbst geschickt zu haben. Höcke vermute, dass nur durch eine erneute Zahlung von mehreren hundert Milliarden Euro das Weltjudentum von einer Vernichtung der deutschen Rasse absehen werde, wie es bereits nach…“

„… auch Kardinal Wölki eine Bombe erhalten habe. Wer als Islamversteher das christliche Abendland abschaffen wolle, so Gauland, habe sein Recht auf Minderheitenschutz in der nationalen Erhebung verwirkt. Die nächste Kristallnacht werde die Immobilien dieser Wüstenreligion treffen und zur Entschädigung ihr Vermögen in die Alternative für…“

„… die Grenzen geschlossen werden müssten, da sich der Attentäter bestimmt in Ausland absetzen werde. Seehofer plane bereits die Einrichtung von Selbstschussanlagen, die zunächst nur im Freistaat Bayern, in Sachsen, Thüringen und…“

„… im Schloss Bellevue abgegeben worden sei. es habe sich nicht um eine Postsendung gehandelt, weshalb die Fahndung nun über die Bilder der Überwachungskameras sowie einen Zeugen im…“

„… eine Solidaritätsdemo für Helene Fischer nicht genehmigt worden sei. Meuthen habe versprochen, einen Trauermarsch zu organisieren, sobald Fischer durch einen weiteren Sprengsatz erfolgreich ums…“

„… habe Gauland vorgeschlagen, alle potenziellen Empfänge von Bomben in Schutzhaft zu nehmen, um nicht unschuldige Deutsche als Zufallsopfer zu gefährden. Die Maßnahme könne etwa durch Umwidmung einer KZ-Gedenkstätte zum funktionsfähigen Internierungslager innerhalb weniger Tage den…“

„… noch vor dem Verpacken detoniert sei. Es habe sich vermutlich keine weitere Person auf dem Grundstück befunden, da die Spurensicherung nur eine sehr begrenzte Menge an Leicheteilen habe sicherstellen können. Höcke hinterlasse eine…“





Rechts, zwo, drei, vier

18 10 2018

„Jetzt kommen Sie mal wieder runter! Die Zahlen muss man doch auch richtig einordnen, oder wollen Sie hier wieder nur Hysterie verbreiten? Diese zweihundert Nazis, das war in den letzten zehn Jahren. Wir sind die Bundeswehr, nicht der Verfassungsschutz.

Warum wollen Sie unbedingt, dass wir ein Nazi-Problem haben? Wenn wir das jetzt öffentlich zugeben, dann sind wir doch erst recht attraktiv für Nazis, oder glauben Sie, die gehen nur in Verbände, die sie für Volk und Vaterland erobern können? Wir können doch nicht auch noch Köder auslegen, wenn wir eine anständige Armee aufbauen wollen, oder was stellen Sie sich unter der Bundeswehr vor?

Ja, auf der anderen Seite ist es schon so, dass wir einen gewissen Nachwuchsbedarf haben, und wir können den nicht einfach durch Zuwanderung befriedigen. Dann muss man sich auch mal zu einem Kompromiss durchringen und Bürger mit Besorgnishintergrund für die Verteidigung des Vaterlandes rekrutieren. Ab und zu haben wir ja auch normale Bewerber, und die dürfen wir auch nicht verprellen. Vielleicht besteht bei denen auch ein gewisser Entwicklungsbedarf, das kann man vorher nie wissen.

Natürlich ist das schon etwas kompliziert, wenn unsere Leute überhaupt noch kein Vorwissen mitbringen. Sie müssen zum Beispiel jemanden, der schon über eine gewisse Erfahrung im Umgang mit Schusswaffen verfügt, nicht mehr unbedingt ins Anfängertraining schicken. Dem können Sie auch so ein G36 in die Hand drücken, und dann wissen Sie: da passiert nicht. Wenn Sie schon mal ein G36 in der Hand gehabt haben, dann wissen Sie auch, dass da wirklich nicht viel passiert.

Wir haben deshalb auch diese Nummer mit dem Moorbrand durchgezogen. Das war in Wirklichkeit ein pazifistisches Propagandamanöver – jeder, der das gesehen hat, muss doch jetzt davon ausgehen, dass die Truppe zu blöd ist, um ein Loch in den Schnee zu pinkeln. Oder meinen Sie jetzt, dass das gerade attraktiv wirkt auf nationale Bürger, die sich als Feuerwehrleute beweisen wollen? Das kann ich mir jetzt ja so gar nicht vorstellen. Die Nazis gehen ja auch nicht zur SPD, Sarrazin mal ausgenommen, die gehen gleich zu ihrer Partei. Also müssen wir als Bundeswehr zeigen, wir sind einsatzbereit, zwar momentan und für länger nicht unbedingt, aber wir merken uns das, und wenn wir irgendwann wieder am Ruder sind, dann erinnern wir uns.

Das können die auch? Ja, mag sein. Jedenfalls sind wir als Konservative durchaus in einer guten Traditionslinie und werden und von denen nicht die Butter vom Brot nehmen lassen. Meine Güte, dann meckern Sie halt, weil Sie keine Rommel-Kaserne wollen, aber wenn sogar ein abgehalfterter CDU-Clown den als Vorlage nehmen kann, dann muss man doch auf die Befindlichkeit der demokratisch gewählten, nein: der demokratisch wählenden, wieder daneben: auf die Befindlichkeit derer, die in einer Demokratie irgendwas Wählenden, auf die muss man Rücksicht nehmen. Sonst wählen die am Ende nie wieder.

Gut, wie es jetzt aussieht – es könnte das Ende sein, und dann wählen die tatsächlich nie wieder, aber so weit sind wir noch nicht. Es würde ihnen möglicherweise sehr entgegenkommen, wir leben ja auch in einer Dienstleistungsgesellschaft, aber man muss es ja nicht übertreiben. Wir gehen hier mit demokratischem Vorbild voran, alle Verdachtsfälle werden von uns selbstverständlich als unschuldig angesehen. Man kann doch jemandem nicht eine Handgranate in die Hand drücken, nur weil man ihn für einen Nazi hält. Oder weil ihm schon mal eine abhanden gekommen ist.

Die Gefahr ist doch, dass sich der Militärische Abschirmdienst in unsere Angelegenheiten mischt. Wir müssen dies auch als Repräsentanten der deutschen Gesellschaft scharf kritisieren. Diese Gesellschaft macht nun mal gerade einen starken Rechtsruck durch, und wir sehen uns als eine Wehrmacht, Bundeswehr wollte ich sagen, Bundeswehr natürlich, die sich als Abbild der Deutschen sieht. Das können Sie uns nicht auch noch zum Vorwurf machen, dass wir uns auch ein bisschen sozial engagieren. Und mal ehrlich, wenn wir an den Ernstfall denken, der ja schneller kommt als erwartet, wollen Sie da mit der Strichliste die Front abfahren und abhaken, wer den Hitlergruß gezeigt hat? Also wenn wir unsere Wehrfähigkeit erhalten, so jedenfalls nicht.

Und jetzt kommen Sie mir nicht mit der Dunkelziffer. Die können Sie nicht beweisen, also müssen wir uns über die auch nicht unterhalten. Oder wollen Sie jetzt jeden, der aus einer rechten Organisation kommt, in die Armee aufgenommen wird und unsere integrativen Kräfte auf sich wirken lässt, wollen Sie jetzt jeden als potenziellen Nazi behandeln und wieder rausschmeißen? Wollen Sie auf die Art die nationale Volkswehr desavouieren?

Nee, das können Sie vergessen. Kommen Sie wieder, wenn Sie Beweise haben, sonst passiert hier gar nichts. Wir sind schließlich in Deutschland, da hat alles seine Ordnung. Und wenn Sie der Ansicht sind, Sie müssten sich über uns beschweren, gehen Sie gerne zum Verfassungsschutz.“





Gernulf Olzheimer kommentiert (CDXXXV): Die Radikalisierung der Debatte

12 10 2018
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Dieser eine kleine, dicke König – der Name ist nicht genau überliefert, aber er wird schon gelebt haben, wenngleich lange vor der Aufklärung, wenn nicht vor der Zivilisation – hatte eine Idee, wie man des Untertanengeplärrs Herr und ledig werden konnte. Alle seine Diener, so dachte er, sollten alle Katzen des Landes zusammentreiben und ins Feuer werfen. Da er aber den Sturkopf der Königin zu gut kannte, wusste er, sie würde ihn herunterhandeln, zunächst auf alle schwarzen Katzen, dann auf alle mit blauen Augen. Mehr brauchte er auch nicht, denn als gewiefter Taktierer, der als Kronprinz die Tarifverhandlungen mit der Gewerkschaft der Folterknechte geführt hatte, wusste er, dass man eine Maximalforderung nicht stellte, um sie durchzudrücken, sondern um dem Gegner die Stirn zu bieten, der seinerseits eine Maximalforderung in den Disput wirft. So weit, so gut. Dann kam die Aufklärung, sah sich um und verschwand.

Denn nichts anderes hat dazu geführt, die westliche Gesellschaft in die Gegenwart zu führen, in der eine Frau ohne Erlaubnis des Ehegatten einen Arbeitsvertrag unterschreiben, ein eigenes Konto eröffnen und über ihr in diese Ehe eingebrachtes Vermögen verfügen konnte, was bis heute den Jammerlappen von der Herrenrasselbande ein Dorn im trüben Auge ist. Bis dato auch gilt alles, was der Befreiung von Jahrhunderte dickem Staub diente, als Vernichtungsangriff auf irgendein Abendland, was ad hoc zu Lufteinlagerungen im Schädelkalk führte. Noch führte die liberal getönte Demokratie, die Schäfchen im Schafspelz, das Ideal vom der gesitteten Debatte im Wappen, nach einer, dann nach zwei Diktaturen pures Hirnschadenkaraoke angesichts eines anhaltend zerstörerischen Furors aus dem rechten Lager, der nun seinerseits die politischen Positionen festsetzte: keine Ostgrenze soll anerkannt, der Holocaust straffrei geleugnet und ein toitscher Schlussstrich gezogen werden unter die Ungnade zu früher Geburt. Die dahinter verborgene Strategie bleibt es nicht lange: die Grenzen des Sagbaren sollen ausgedehnt werden.

Das zivilisierte Gespräch, meist ein preziöses Gepopel um Worthülsen, das rechte Waschweiber als Vorstufe zur Schlammschlacht nehmen, um ihre soziopathischen Feuchtgebiete nachzuspeicheln, wird von ihnen durchaus nicht missverstanden als eine Gelegenheit, alles offen und ohne Angst vor möglichen Folgen herauszukreischen, was sie an Hass- und Gewaltvorstellungen in sich tragen; es wird von ihnen so verstanden, und das nicht ohne nachhaltige Absichten.

Je mehr sich die linksliberalen Utopisten in eine Zukunftswelt zurückziehen mit Ideen, die erst in kommenden Generationen verwirklicht werden (Gleichberechtigung, Ehe für alle), die zumindest nicht ohne gesellschaftliche Umbrüche machbar wären (bedingungsloses Grundeinkommen) oder die schlicht hirnverbrannter Schwachsinn sind (eine Welt ohne asoziale Arschlöcher, die sich mit dem Verkauf von Waffen in Krisengebiete die Rosette vergolden), desto eher heult es auf dem anderen Seite des Grabens, jetzt müsse man aber endlich die Zeit wieder zurückschwiemeln bis ins Mittelalter. Und so geschieht es auch; mit ansehnlichem Gegenschub grätscht der Diskurs in Richtung intellektuelle Finsternis.

Die Absicht der Moorleichenlehrlinge ist es, den Extremismus ohne deutliche Klassifizierung als Undenkbares in einer Dauerschleife zu wiederholen und durch die permanente Präsenz in der Debatte als neue Normalität zu etablieren, in stetem Vertrauen darauf, dass die Mehrheit der Deppen alles für normal hält, worüber ständig gesprochen wird – sonst würde ja nicht darüber gesprochen. Zugleich diskriminiert ihr Gezeter jede sinnvolle Debatte als gemeinschaftsschädlich, zunächst, weil sie angeblich die Selbstverstärkung in der Echokammer als radikaler Gegenentwurf stört, schnell aber nur noch, weil sie sinnvoll ist und den Populismus der Emotionsbulimiker empfindlich mit Geist verwässert. Und schon verkehren sich die Seiten: Rechtsextremismus wird als Normalität hingestellt, wer sich aber normal verhält, gilt als linksextrem. Gleichzeitig hält der Extremismus, der die Mitte repräsentieren will, jeden Gegenwind für eine Einschränkung der Meinungsfreiheit, auch bei demokratisch nicht mehr verwertbarem Denkmüll aus seiner Blase, und kombiniert dies geschickt mit der traditionellen Opferrolle des in Geschichte und Gegenwart ständig unterdrückten Freiheitskämpfers im Gefängnis seines eigenen Menschenhasses. So radikalisiert sich die Debatte, bis keine Debatte mehr existiert. Ihre Totengräber sind nicht allein die Schreihälse, es sind pseudolibertäre Moderatoren, die den Erdrutsch nicht sehen und eine Position in der Mitte auspendeln wollen, die sozial verträglich sein muss, weil sie ja in der Mitte liegt, und es sind die Ängstlichen, die dem Dauergebrüll zuhören, weil es zwar radikal ist, aber aus der selbst definierten Mitte tönt. Die Radikalen bedienen dabei allenfalls ihr Zerrbild einer schweigenden Mehrheit. Wenn sie mal täte, es wäre schon viel gewonnen.