Gernulf Olzheimer kommentiert (DCXXIV): Die Fluchtwilligen

22 07 2022
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Üblicherweise und selten bestritten zählt die Menschheit zu ihren zivilisatorischen Leistungen, noch die entlegensten Winkel dieses Planeten besiedelt zu haben. Manches zeitigte Folgen, auf die wir besser verzichtet hätten, aber immerhin zog es Volksstämme auf schmalen Booten über den Pazifik, um sich auf winzigen Inseln inmitten der endlosen Weite niederzulassen, bis Generationen und Jahrhunderte später raffsüchtige Europäer auf dickbäuchigen Schiffen angesegelt kamen, um Gold und Sklaven zum Ruhme einer ausgedachten Figur mit weißem Bart zu ihren Königen zu schaffen. So viele Gründe, wie es geben mochte, seine Heimat unfreiwillig zu verlassen, so viele gab es schon, es freiwillig zu tun: um sich beruflich zu verändern, in einer inspirierenden Kultur zu leben, signifikanten Anderen zu folgen, vielleicht auch aus dem billigen Idealismus, das Gras jenseits des eigenen Zauns als grüner empfinden zu können. Letzteres lässt den durchschnittlichen Hohlschwätzer kalt, er droht nur mit der Auswanderung, warum auch immer.

Wenn wir tatsächlich unseren Strom nur noch aus erneuerbaren Energien beziehen, ein Grüner im Bundeskanzleramt sitzt, Tausende von Migranten mit anerkannten Bildungsabschlüssen bürgerliche Berufe ergreifen und eine allgemeine Impfpflicht beschlossen wird, dann greift der Blödföhn zum schärfsten Schwert, das er zur Rettung der Nation findet, und dräut mit mutigem Rückzug. Sicherlich, so sinniert der heroische Querkämmer, wird das ganze Volk greinend zu seinen Füßen liegen und ihn zum Bleiben bewegen – als sei ein sinkender Kahn ohne Ratten nicht mehr manövrierfähig. Was der Weichstapler allerdings in einem fernen Land will, wo er doch nur seine Heizung im Winter um ein, zwei Grad herunterdrehen müsste, um sich nicht als Klappskalli zu outen, das ist noch nicht bekannt.

Was im Frontallappen eines schnellverdeppten Denkschwächlers vor sich geht, wenn er bereits bei der angekündigten Maskenpflicht im Herbst mit Flucht droht, will man gar nicht wissen, nur: wohin, wenn nicht in eine gut organisierte Diktatur, in der die Sicherheitskräfte gerne den Schlagstock zücken, wenn man endlich mal seine Meinung frei äußern will oder ein bisschen verärgert ist, dass man auch da Masken tragen und eine Zwangsimpfung über sich ergehen lassen muss, wenngleich das mit der Heizung nicht so schlimm ist, weil es da eh keine gibt. Im bunt zusammengeschwiemelten Privatkino der intellektuellen Aufstocker scheint es für alle Länder dieser Erde sicher nichts Schöneres zu geben, als Spinner in ihrer Mitte aufzunehmen, die weder die Landessprache beherrschen noch eine nennenswerte Chance auf dem Arbeitsmarkt haben, aber frohen Mutes sind, dass man sie mit genügend hohen Sozialleistungen durchfüttert und von ihnen keine Integrationsbemühungen verlangt. Dann ist sicher der Fabrikarbeiter aus Bad Gnirbtzschen, der diese böse Coronadiktatur zurücklässt, die die linksextremistischen Mainstreammedien erfunden haben, damit die Umvolkung schneller geht, als Hausmeistergehilfenstellvertreter in Gruslojansk seines Lebens wieder froh.

Wie jede Trotzreaktion fußt diese angedrohte Auswanderung aus Widerstand gegen die Realität auf dem kindischen Beharren, als besäße man ein natürliches Recht, die Mehrheit in Gesellschaft und Staatswesen zu überstimmen, um sich scheinbar in reiner Selbstbehauptung gegen den Rest der Welt stellen zu können und damit auch noch Erfolg zu haben. Es erinnert an den kreischenden Knaben auf dem Boden vor dem Süßigkeitenregal, nur viel unsinniger, denn manche Mutter schmeißt für die Blagen Bonbons in den Einkaufswagen, um ihre Ruhe zu haben und die öffentliche Peinlichkeit zu vermeiden, doch ist bislang kein Fall bekannt, in dem ein verschwörungsgläubiger Knalldepp durch Emigration in eine Bananenrepublik das deutsche Steuersystem beeinflusst hätte. Es entbehrt auch nicht einer gewissen Ironie, dass ausgerechnet die bewegungsunwilligsten Grützbeutel, die nicht mal über die von ihnen verteidigten Privilegien der meist männlichen, kartoffelweißen Mittelschicht verfügen, eine geradezu darwineske Leistung wie die Aufgabe ihrer gesamten Existenz in einer der sichersten, am reibungslosesten funktionierenden Demokratien mit relativ stabiler Wirtschaft und noch nicht akut lebensbedrohenden Folgen des Klimawandels ankündigen. Als würde es einen verhandlungsfähigen Bürger stören, wenn dieses Gelump sich zum Ableben in den Urwald verzöge.

Deshalb sollte es Konsens sein in unserem Staat, den Fluchtwilligen nicht den Weg zu versperren – den Rückweg durchaus, denn wer kann schon Gutes daran finden, den gescheiterten Parallelexistenzen schon wieder die Einbürgerung in der alten Heimat zu finanzieren, wenn es beim ersten Versuch schon nicht geklappt hat. Denn noch viel teurer, noch viel gefährlicher und unheilvoller für die Gesellschaft wäre es, diese kognitiv Verunfallten in die innere Emigration zu verlieren, wo sie sich mit allerlei Blendwerk in Reichsideologien niederlassen, um mit ihrer passiv-aggressive Persönlichkeitsstörung dem Rest der Bevölkerung auf die Plomben zu gehen. Dann lieber weg. Und tschüß.





Affen

26 05 2022

„… nicht von einer neuerlichen Pandemie ausgehe. Die Mehrheit der Experten würde trotz der in mehreren europäischen Ländern gleichzeitig auftretenden Infektionen keine Gefahr sehen, die vergleichbar wäre mit der…“

„… sich der Stuttgarter Verein Wachsame Bürger für friedlichen Protest gegen die Ausrottung der Menschheit durch Karl Lauterbach zu einem Protestmarsch auf den Reichstag verabredet habe. Ziel der Kundgebung sei die Erstürmung des Parlaments, die Abschaffung sämtlicher bis dahin verordneten Maßnahmen zum Infektionsschutz in der Affenpocken-Pandemie sowie die Ausrufung des Deutschen Reiches in den Grenzen von…“

„… werde die medizinische Situation in der Lügenpresse bewusst grob falsch dargestellt. Der ehemalige Schlagersänger Michael Wendler habe darauf hingewiesen, dass es gegen das MP-Virus ein erst seit wenigen Monaten zugelassenes Medikament gebe, das von Ärzten in der ganzen EU verschrieben werde. Dies sei der Plan einer von internationalen Kräften gesteuerten Bande, die…“

„… wisse Homburg aus absolut sicherer Quelle, dass es sich bei dem Virus um eine Unterart von SARS-CoV-2 handle, die aus einem unterirdischen chinesischen Labor stamme und im Auftrag von Merkel durch Wissenschaftler aus den…“

„… habe Wendler glaubhaft versichert, er wisse, dass die EU eine überwiegend von Ausländern ins Leben gerufene und bewohnte Tarnorganisation sei, die nur dazu geschaffen worden sei, um am Tag X das Königreich Deutschland von allen Seiten zu umschließen. Nur die Flucht ins sichere Ausland könne die von den bösen Mächten bedrohten Bürger noch vor ihrem sicheren…“

„… weiterhin der Verdacht bestehe, dass die Infektion mit Pocken bei Präsident Putin schwere Symptome wie Krebs, Demenz und Verstopfung ausgelöst habe. Wagenknecht halte ein von der NATO und ihren Geheimdiensten durchgeführtes Attentat für sehr wahrscheinlich und fordere den sofortigen Waffenstillstand der vom Westen gesteuerten Aggressoren, um die Leiden der russischen Bevölkerung endlich zu einem…“

„… verfüge Homburg über absolut verlässliche Informationen, dass der Erreger im Auftrag von Bill Gates in der Ukraine aus jüdischen Goldhamstern extrahiert worden sei, die sich zuvor mit dem…“

„… nicht auszuschließen sei, dass die EU die Tötung ihrer gesamten Bevölkerung geplant habe, um vorher noch das Vermögen ihrer Einwohner mit dem Verkauf des Pockenmedikaments zu erhalten. Dies wisse Wendler, da er in engem Kontakt zu Attila Hildmann stehe, dessen vegane Bananenlimo gegen Pocken und…“

„… unterstelle Weidel der Bundesregierung, die 1973 abgeschaffte Impfung gegen Pocken als Bio-Waffe gegen das deutsche Volk einsetzen zu wollen. Sie gehe davon aus, dass auch in diesem Fall die Weigerung, sich ein von Bill Gates und der NASA entwickeltes Serum spritzen zu lassen, durch lange Haftstrafen, Tod durch den Strang oder Bußgelder in Höhe von bis zu…“

„… habe Homburg durch mehrere Vergleiche mit US-amerikanischer DNA nachweisen können, dass aus dem Blut von Christenknaben gewonnenes Erbgut zur Aufzucht eines Virus benutzt worden sei, das ausschließlich Angehörige der deutschen Rasse und ihre…“

„… in den sozialen Medien die Theorie verbreite, dass die Bundesregierung die Pandemien eigentlich in alphabetischer Reihenfolge habe starten wollen, was aber durch eine Verwechslung schiefgegangen sei. Schiffmann benötige zur weiteren Aufklärung der Menschheit aktuell etwa 800.000 Euro, die er gerne als Spende für den…“

„… dass internationale Virologen seit Jahren vor einer Ausbreitung der Pockenerkrankung warnen würden. Dies sei für Weidel ein untrügliches Indiz für die planmäßige Vorbereitung und Durchführung der nächsten Pandemie, die laut WHO gar nicht mehr eintreten könne, weil das Virus ja schon vor fast 50 Jahren durch die…“

„… nicht klar sei, ob Wendler die Regierung beschuldige, ab sofort per Gesetz das Tragen von Affenmasken anordnen zu wollen. In anderen Nachrichten habe er noch angekündigt, dass er nach Deutschland importierte Affenmasken für alle Teilnehmer an den Anti-Impf-Kundgebungen der Querdenker und…“

„… glaube Weidel nicht daran, dass die in der EU zugelassenen Arzneimittel tatsächlich gegen die Affenpocken eingesetzt werden könnten. Da es nur Anzeichen dafür gebe, dass die nächste Pandemie planmäßig vorbereitet und durchgeführt werde, müsse man auch davon ausgehen, dass das Volk durch eine bewusste Falschinformation zunächst in Sicherheit gewiegt werde, bevor die…“

„… müsse es die ersten Impfschäden bereits geben, da man davon ausgehen könne, dass die Bundesregierung den Tod aller Zwangsgeimpften wie immer verschweige. Wodarg wisse, dass etwa 300% aller Deutschen bereits verstorben seien und dass bis zum September mindestens hundert Milliarden Menschen, fast alle jünger als ein Jahr, durch chemische Experimente in den…“

„… habe das Merkel-Regime Coronakritiker und den Impfwiderstand in den Kliniken planmäßig euthanasiert. Für Homburg stehe fest, dass diese tapferen Kämpfer bei der aktuellen Pandemie nicht mehr stören sollten und deshalb in vielen…“

„… bedürfe es keiner Massenimpfungen, da ein Großteil der Bevölkerung bereits immun sei. Auch das RKI sehe weithin keinen Anlass zur…“





Doppelt halb so schlimm

16 05 2022

„Natürlich kam das für uns alle total überraschend. Dass wir Probleme mit der Polizei haben, das war uns ja allen mehr oder weniger klar, nachdem der vorige Bundesinnenminister das trotz gerichtsfester Beweise als linke Hetzpropaganda bezeichnet hatte. Aber dass es jetzt tatsächlich so viel ist, wie seine Kritiker ihm immer vorgeworfen haben, das konnte ja keiner wissen.

Zehnmal mehr rechtsextremistische Polizisten, als wir bisher abgestritten haben, das ist natürlich ein echter Hammer. Und das kommt alles davon, dass der Verfassungsschutz endlich mal die nötige Arbeit bei der Aufklärung geleistet hat. Jetzt haben wir verlässliche Zahlen, mit denen wir nicht nur umgehen können, wir können auch viel schneller gegen potenzielle Straftäter vorgehen, wenn es eine tatsächliche Straftat gegeben haben sollte.

Sie müssen aber auch mal die Relationen sehen. Wissen Sie eigentlich, wie viele Polizisten es in der Bundesrepublik Deutschland gibt? Dann müssen Sie die Anzahl der möglicherweise nicht auf dem Boden des Grundgesetzes stehenden Beamten auch mal an dieser Menge messen, sonst entsteht hier leicht ein vollkommen verzerrtes Bild, und das will ja wohl auch keiner. Natürlich ist die Vorstellung nicht schön, dass man bei einer Kontrolle auf einen Nazi in Uniform trifft, aber wenn Sie beispielsweise in eine S-Bahn einsteigen, wissen Sie da immer, wer welche politische Gesinnung hat? Oder welche Vorstrafen?

Wenn Sie das ins richtige Verhältnis setzen, wird auch schnell klar, dass zum Beispiel diese Riesenmenge an Munition und Kriegswaffen, die von der Bundeswehr gestohlen wurde, auf viel mehr Einzelfälle verteilt werden muss. Das heißt, dass jetzt die Menge an Waffen, die jeder einzelne Soldat entwendet hat, nur noch zehn Prozent der vorherigen Mutmaßung beträgt. Das sind insgesamt neunzig Prozent weniger im Durchschnitt, und das sollten wir im Lichte dieser neuen Aufklärung als sehr gutes Zeichen verstehen.

Und es ist ja kein Anstieg, das muss man auch immer wieder betonen – es handelt sich vielmehr um die konsequente Aufklärung des sogenannten Dunkelfeldes, das heißt, nicht die Kriminalität in Polizei und Armee hat zugenommen, sondern die Arbeit unserer Bundesbehörden hat sich um ein Vielfaches verbessert. Von einem Rechtsruck kann also gar keine Rede sein, weil sich die Faktenlage ja nicht geändert hat. Und wenn das Bundesamt für Verfassungsschutz eine erheblich bessere Arbeit abliefert, dann sollte man das zu schätzen wissen.

Kommen Sie mir jetzt nicht schon wieder mit den üblichen Formulierungen wie ‚auf dem rechten Auge blind‘, davon wird es ja auch nicht besser. Fakt ist, dass die Untersuchungen jetzt ein sehr viel differenzierteres Bild zeigen, und wenn Ihnen nur einfällt, dass der Verfassungsschutz da ja vielleicht auch früher mal hätte herausfinden können, dann frage ich Sie: wie denn? Vielleicht haben wir ja in der letzten Zeit erst die richtigen Methoden für so eine Studie entwickelt, vielleicht trauen sich die Beamten ja auch jetzt erst, über ihre politischen Ansichten zu sprechen, wo allgemein bekannt ist, dass eine nationalsozialistische Ideologie in der Polizei einen nicht automatisch stigmatisiert. Die Polizei und die Bundeswehr sind ja Spiegelbilder der Gesellschaft, also muss man diese Menschen auch ein Stück weit integrieren, meinen Sie nicht?

Und ich möchte darauf hinweisen, dass es sich zum jetzigen Zeitpunkt ja immer noch um reine Verdachtsfälle handelt. Möglicherweise sind das nur Missverständnisse, unter Umständen haben wir auch in den Chatgruppen viele Mitglieder, die nur ab und zu mal mitlesen, wenn andere rassistische Witze machen oder den Holocaust leugnen – man muss eben im Zweifel auch für den Angeklagten sein, auch wenn das gerade Polizisten gar nicht so gerne hören, weil ihre kriminalistische Erfahrung ja gerade das oft nicht hergibt. Am Ende haben wir sehr viel weniger Nazis in der Polizei als AfD-Wähler in der Bevölkerung, dann wäre die Relation sogar umgekehrt proportional, und das wäre echt doppelt halb so schlimm.

Wenn Sie jetzt noch berücksichtigen, dass unter diesen Rechtsextremisten auch solche sind, die als Kontaktpersonen zu einschlägig bekannten Nazis in teilweise terroristisch orientierten Netzwerken enttarnt wurde, dann relativiert sich das nochmals. Diese Neonazis waren uns ja schon bekannt, dass die Netzwerke unterhalten, wusste jeder, und dass sich da keine Demokraten tummeln, das kann man keinem weismachen. Also war das Ausmaß schon bekannt, wir hatten nur nicht genau gewusst, wie viele Polizisten sich unter Extremisten befinden. Da sind jetzt sämtliche Kontakte offengelegt worden, in rechtsextreme Parteien, zu Hooligans, zu anderen Sicherheitsbehörden, zu Reichsideologen – dass die auch zu anderen Sicherheitsbehörden Kontakt haben, das ist doch ein gutes Zeichen, das erwartet man ja von der Polizei. Stellen Sie sich mal vor, im Verfassungsschutz gäbe es keinen, der schon mal einen Nazi gesehen hat. Wie soll man denn dann die rechte Szene beobachten?

In einem hatte der vorige Bundesinnenminister nämlich recht: wir haben kein strukturelles Problem mit Rechtsextremismus in den Sicherheitsbehörden. Es handelt sich möglicherweise um zu viele Nazis, aber die Strukturen sind ja nicht radikal oder gar extremistisch. Und mal ganz ehrlich, Sie und ich, wir sind beide richtige Deutsche, wir sind beide weiß, zumindest ich bin nicht jüdisch versippt oder sonst irgendwie fremdrassig – wovor sollten wir denn bitte Angst haben?“





Arish

27 04 2022

„Haben Sie Ihr Attest dabei? Wir brauchen schon den Nachweis, dass Sie ungeimpft sind, sonst kann es unter Umständen zu Zwischenfällen kommen, das werden Sie sicher verstehen. Ein bisschen muss man auch als Querdenker für seine Sicherheit tun.

Haben Sie denn gut hergefunden? Das freut mich, dass Sie ein Navigationsgerät hatten. Nein, nicht: haben, Sie hatten das. Damit so ein Ding funktioniert, braucht man eine Reihe geostationärer Satelliten, die es ja gemäß Ihrer Überzeugung gar nicht geben kann, weil die Erde eine flache Scheibe ist. Und die Funksignale können Sie nicht mit dem Gerät empfangen, das ist Ihnen ja jetzt auch klar. Aber machen Sie sich keine Sorgen, hier brauchen Sie das gar nicht. Es ist alles gut ausgeschildert, Sie müssen eigentlich nur den einsprachigen Hinweisen folgen. So ein Auto brauchen Sie nur draußen, und da sich unsere Mitglieder überwiegend als stark technikfeindlich bezeichnen, nehmen wir Ihnen das auch ab. Doch, bei uns gilt Mehrheitenschutz. Das ist in Ihren Augen sicher die richtige Interpretation von Basisdemokratie, oder?

Das ist überhaupt nicht ideologisch gemeint, ich bitte Sie – selbstverständlich können Sie hier mit dem Fahrrad verkehren. So eine Kraftübertragung per Tretkurbel ist eigentlich Wissenschaft, aber das wollen wir mal nicht so eng sehen. Außerdem ist das hier eine diktaturfreie Zone, so wie Sie sich das beispielsweise von Russland gewünscht haben. Wir bestimmen, was hier gemacht wird, und wenn wir sagen, das hier ist keine Diktatur, ist das auch keine.

Elektrogeräte? gehen wir doch mal logisch an die Sache heran. Kann man diesen elektrischen Strom sehen? Also ich kann das nicht. Natürlich bewegt sich so ein Elektromotor, aber können wir ausschließen, dass es sich dabei um eine von den Eliten ausgehende Verschwörung handelt? Denken Sie mal nach, wem gehören denn die Fabriken und die Konzerne, in denen die solche Elektromotoren herstellen? Motoren, selbstverständlich – aber ist es wirklich so, dass die sich durch elektrischen Strom bewegen und nicht nur mit elektrischem Strom? Sie müssen das mal ganz genau überlegen, eigentlich ist das doch gar nicht nachweisbar. Wenn Sie ein Kabel in die Hand nehmen, und da fließt dieser elektrische Strom durch, dann können ja nur Sie selbst sagen, dass Sie etwas merken. Meinen Sie nicht, dass das genau so von denen geplant wurde, dass man dieses subjektive Gefühl von elektrischem Strom überhaupt nicht messen kann? Das ist eine nur zu diesem Zweck erfundene Technologie, die eigentlich gar nicht existiert. Und wenn die wirklich existieren würde, dann müssten ja alle sterben, die einmal unter Strom gesetzt wurden, weil man ja mit einfachen wissenschaftlichen Methoden nachweisen kann, dass elektrischer Strom tödlich ist. Deshalb muss der auch für alle verboten werden.

Wieso Unsinn? bei Impfungen ist das doch auch so, oder wollen Sie das etwa bestreiten?

Außerdem können Sie Ihren Fernseher gleich vor dem Tor lassen, den brauchen Sie hier auch nicht. Ja, weil er einen Stecker hat, gut mitgedacht. Aber das ist auch wegen der Lügenmedien, die wir hier nicht wollen. Das hat nichts mit Diktatur zu tun, schließlich wollen wir das ja alle nicht – sind Sie jetzt doch nicht mehr für Mehrheitenschutz? Das ist unsere Definition von Demokratie, wenn Sie sich damit nicht abfinden können, dann haben wir kein Problem damit, dass Sie uns verlassen. Das ist ja eine freie Gemeinschaft hier, deshalb nehmen wir uns auch die Freiheit, jeden rauszuschmeißen, der uns nicht passt.

Sie haben doch sicher auch Verständnis, dass wir Ihre mitgeführten Medikamente gründlich unter die Lupe nehmen. Es mag ja sein, dass Sie von den Kopfschmerztabletten keine bleibenden Schäden haben, aber Sie sollten sich nur einmal diese Liste anschauen. Lauter Nebenwirkungen. Nach einer für uns vernünftigen Logik, die Sie auch erst zu uns in diese Gemeinschaft geführt hat, sollten Sie wissen, dass das Chemikalien eines Industriekonglomerats sind, das weltweit nach denselben Geheimnissen arbeitet und sicher nur eins im Sinn haben kann: mit millionenfachem Leiden und Tod unschuldiger Menschen an diesen sogenannten Nebenwirkungen riesige Summen zu verdienen, und das im vollen Einverständnis mit den diktatorischen Systemen, die Arzneimittel offiziell zulassen und als harmlos deklarieren, um durch Umsatzsteuern daran ihren Anteil abzukriegen. Zusätzlich reglementieren diese Staaten auch die Ärzteausbildung, so dass keiner nach dem millionenfachen Tod von Menschen in Kliniken, Krankenhäusern und Hospitalen tödliche Medikamente wird nachweisen können. Ich möchte Sie nicht beleidigen, aber wenn Sie sowieso schon in Besitz eines Fernsehers sind, liegt es doch nah, dass Sie bisher ausschließlich der Feindpropaganda aufgesessen sind und gar nicht wirklich wissen, wie Sie von der linksfaschistischen Merkeldemokratur in ein dummes Schlafschaf verwandelt wurden?

Sie wollten zu den Arish People, jetzt passen Sie sich hier auch an, sonst können Sie gleich wieder gehen. Dass Sie als rassereine Weiße mit deutscher DNA aufgenommen wurden, sollte Ihnen doch zu denken geben, oder nicht? Hier hält man sich an die Regeln, hinterfragt sie nicht, und es gibt auch keine Diskussionen, warum das so ist. Wenn Sie alles das rückhaltlos unterstützen, was wir für Sie viel besser wissen, als Sie das jemals besser wissen könnten, dann sind Sie hier richtig. Im Lager und in unserer angeschlossenen Kampfgruppe, die uns vor dem Volkstod schützt.

Sagen Sie mal, ist das ein Smartphone? Haben Sie da etwa 5G eingeschleppt!?“





Biomüll

19 04 2022

„Das ist so nicht ganz falsch, aber irgendwie doch. Dass Deutschland, also: die chemische Industrie in der Ukraine unterirdische Geheimlabore unterhält, ist natürlich Quatsch. Die sind weder geheim noch unterirdisch. Im Gegensatz zu Putins Niveau.

Meine Güte, Sie kaufen auch manchmal Waren aus dem Supermarkt? Dann muss Ihnen doch klar sein, dass man Majonäse mit legalen Mitteln nie zu dem Preis hinkriegt, den das Zeug kostet, nicht mal vor dem Krieg – die Globalisierung hat uns oft das Überleben gerettet, was die Kalkulation betrifft, aber was macht man, wenn es keine Rohstoffe mehr gibt? Die Öltanks jedenfalls sind oberirdisch, und das weiß dieser russische Schmierlappen ganz genau. Ohne ukrainisches Sonnenblumenöl keine deutsche Majonäse.

Dabei will die zugesoffene Halbglatze ja nur ablenken, weil in Russland gerade keine Majonäse mehr lieferbar ist. Das war ja praktisch an der alten Sowjetzone, man wusste für die nächsten fünfzig Jahre genau, was man liefern sollte. Ab und zu gab es dann keine Gläser für die Majonäse, aber das war nie unser Problem. Früher hat man dafür einen von den Produktionsleitern nach Sibirien geschickt, dann wurde ein Minister rausgeschmissen, jetzt wird der Minister nach Sibirien geschickt, der Putin dreißig Jahre lang verschwiegen hat, dass Putin vor dreißig Jahren die Glasproduktion eingestellt hat, um mehr Majonäse zu exportieren. Wenn es ganz schief läuft, hat einer von denen einen Herzinfarkt.

Haben Sie sich mal gefragt, was wir mit dem Biomüll anstellen, den wir im Westen sortenrein trennen? Machen Sie sich keine Sorgen, der verlässt in genau der Mixtur die EU, nur eben nicht mit dem Ziel bioökologisch-dynamischer Kompostierung für eine nachhaltige Versorgung mit Obst und Gemüse. Hauen Sie zwei Zentimeter Analogkäse drauf und kloppen Sie Plastefolie drüber. Den Scheiß schiebt sich der Komsomolze in die Mikrowelle, oder was hatten Sie jetzt gedacht?

Aus der Perspektive ist es ja fast schon wieder einzusehen, dass der Russe so einen Aufstand um seine chemische Industrie macht, beziehungsweise: um unsere multinationale Versorgung mit genau den Konsumgütern, die man da so braucht. Wenn Sie zufällig mal in einem Moskauer Tiefkühlregal nach Fischstäbchen gesucht haben, verstehen Sie schnell, warum die so scharf auf B-Waffen sind. Die haben den Großen Vaterländischen Krieg gegen diesen Bettnässer aus Braunau mit Taschenmessern und Nagelfeilen gewonnen. Reine Handarbeit, absolut keine Wissenschaft. Und jetzt plärren diese Idioten herum, wenn die Ukrainer ihr Kriegsschiff mit dem Dosenöffner absaufen lassen.

Wobei uns das als Zulieferer für die chemische Industrie vollkommen egal sein kann. Wir haben genug zu tun mit den Rohstoffen für Chemtrails und Putins Nervengift, da müssen wir nicht auch noch mit Viren herumexperimentieren. Wir hatten ja nicht mal Zeit, als uns die Chinesen vor ein paar Jahren die Beteiligung an der Entwicklung von neuen Grippeerregern angeboten hat. Wir hatten das nicht mehr weiter verfolgt, scheinbar haben die Russen damals den Deal auch angeboten gekriegt, und die konnten sich die Rohstoffe nicht leisten.

Jetzt könnte man den Spieß natürlich umkehren und eine internationale Delegation nach Russland schicken, um das ganze Land nach unterirdischen Geheimlaboren zu durchsuchen. Lassen Sie da mal die richtigen Fachleute in der Kommission sitzen, die würden welche finden. Vermutlich sogar in der Ukraine. Diese Pippi-Langstrumpf-Logik wenden die Russen ja schon seit Ewigkeiten an: es muss in der Ukraine Geheimlabore für Biowaffen geben, denn wir sind fest davon überzeugt, dass die über Biowaffen verfüge, und wo sonst sollte man so was herstellen, wenn nicht in einem Geheimlabor.

In gewisser Hinsicht muss ich Ihnen sagen, dass uns die ganze Diskussion auch irgendwie beruhigt. Solange die Verschwörungsdeppen schreien und ein paar dumme Arschlöcher immer neue Gründe finden, warum Russland von den Amerikanern angegriffen wird, interessiert sich nämlich keine Sau dafür, was wir in der Majonäse verklappen. Ein bisschen Realitätsverlust ist ganz gut fürs Geschäft, immer vorausgesetzt, es ist Ihre Realität. Und das ist doch der eigentliche Punkt: je unglaublicher die Verschwörungserzählungen werden, desto blinder werden die Leute für das Unglaubliche, das direkt unter ihren Augen stattfindet. Wenn Sie sich mal wirklich dreckige Biotechnologie ansehen wollen, dann besichtigen Sie unsere Öltanks.

Abgesehen davon, dass diese zitternde Pissnelke uns für so böse hält, dass wir es sogar mit einem ausgewachsenen Faschisten wie ihm aufnehmen – und wir wissen, wohin das führt, wenn man sich bei einer Kriegserklärung verschätzt, er hat das noch vor sich – ist es ja fast schmeichelhaft, wenn Putin uns zutraut, dass wir diese Kampfstoffe entwickeln können. Ohne seine Hilfe. Oder zumindest nicht in Kooperation mit dem Irak. Oder China. Da könnte man ja jetzt mal überlegen, ob das nur so ein Ablenkungsmanöver von den Russen ist oder ob die sich tatsächlich ärgern, dass wir auch Kampfstoffe haben. Oder Viren. Oder zumindest Hochschulen mit einem Labor, in dem man alles bauen kann, was man für einen ordentlichen Angriffskrieg braucht, und das ist eine ganze Menge. Oder was meinen Sie, woher Putin sein Viagra kriegt?“





Kammerflimmern

18 04 2022

„… aus seinem Haus entführt hätten. Die aus der rechtsextremistischen Szene in Rheinland-Pfalz Niedersachsen und Brandenburg stammenden Querdenker würden Lauterbach an einem geheimen Ort gefangen halten, da er im Auftrag der Zionistischen Weltregierung das…“

„… zwar im März von Beamten des BKA festgenommen, aber wegen wirrer Aussagen über einen unmittelbar bevorstehenden Bürgerkrieg sofort in eine psychiatrische Klinik verbracht worden seien. Der Generalbundesanwalt rechne mit schweren staatsgefährdenden Straftaten aus der…“

„… eine erste Spur verfolge. Unbekannte hätten bereits in der Nacht mehrere Verkehrsschilder in Pattensen übermalt, um ein Verkehrschaos auf der Bundesstraße 3 zu erzeugen. Da es keinen Hinweis auf die Täter gebe, müsse das LKA Niedersachsen die Sachbeschädigung zunächst als linken Terror werten, da sie nur wenige Wochen vor dem 1. Mai und im Zusammenhang mit Autos in der…“

„… auch vom Bundesinnenministerium geteilt werde. Faeser habe dazu aufgerufen, Anschläge mit Sprengstoff oder kleinen Atombomben auch schon vor der Durchführung der Polizei zu melden, da sich die derzeitige Unterbesetzung der Dienststellen sehr negativ auf die Ermittlungen des…“

„… mit Kammerflimmern in eine Klinik geflogen worden sei. Der in rechtsradikalen Kreisen bekannte Gymnasiallehrer Jens T. habe mit einer Gruppe maskierter Männer eine Befreiungsaktion in einem Transformatorenhäuschen in Mertloch durchführen wollen, sei jedoch wegen mangelnder Schutzkleidung durch einen Lichtbogen von…“

„… werde das Kommando Lutz Bachmann zu gegebener Zeit ein Lebenszeichen von Lauterbach senden. Zuvor wolle der Kommandant eine Zahlung von 500 Milliarden Euro auf seinem Konto bei der Stadtsparkasse Koblenz abwarten, das er für die weitere Führung der Geschäfte der Reichsregierung im…“

„… kritisiere Precht, dass die Regierung den besorgten Bürgern weite Teile ihrer Forderungen nach dem Ende der Pandemie oder die strukturelle Unterdrückung vulnerabler Gruppen erfülle, ihren eigentlichen Wunsch nach einer gewaltsamen Errichtung eines völkischen Staates verweigere. Er halte einen gesellschaftlichen Frieden für möglich, wenn der Staat sich ergebe, da so die Aggression der Institutionen gegen den…“

„… nicht gefährdet sei und sämtliche Aufgaben weiterhin wahrnehmen könne. Ministerien von Bund und Ländern könnten die Abwesenheit des Chefs für gut vier Wochen, vor der Bundestagswahl sogar für bis zu…“

„… habe Reichskanzler Günther B. den Befehl zur standrechtlichen Erschießung von Weidel gegeben, da diese sich nach Bekanntwerden der Absetzung der Regierung zur Reichskanzlerin habe ausrufen lassen. Der Anlagenmechaniker aus Celle betrachte sich als einzig legitimen Nachfolger von Kevin P., der seinerseits Reichskanzler statt des Oberregierungsrates a.D. Adolf K. aus…“

„… für echt halte. Das dem BKA vorliegende Schreiben der Völkischen Bewegung Vechta bezichtige die Bundesregierung, Güter wie Öl und Mehl aus dem Verkehr gezogen zu haben, um die Vorbereitungen zum Umsturz für das deutsche Volk zu erschweren. Über den Inhalt gebe es noch keine Erkenntnisse, da sich der als Drahtzieher der Warenknappheit bezichtigte Minister Lauterbach noch immer nicht im…“

„… schon vor Wochen gewarnt habe, dass es aus der Querdenkerszene zu Anschlägen kommen werde. Da es im Bundesinnenministerium jedoch kein eigenes Referat für diese Gruppierung gebe, könne eine Risikobewertung der aktuellen Lage erst vorgenommen werden, wenn wirklich Personen oder Sachen zu Schaden gekommen seien, da sich auch die juristische Bewertung erst aus dem…“

„… sich der Verdacht nicht erhärtet habe, dass das Berliner Trinkwasser von Rechtsterroristen mit Drogen angereichert worden sei. Die Berliner Wasserbetriebe hätten einen leicht erhöhten Wert bei Kokain und MDMA festgestellt, dieser sei aber noch im Rahmen der üblichen Messwerte in der…“

„… gehe die Bundesanwaltschaft derzeit nicht von einer erhöhten Gefahr für die Mitglieder der Bundesregierung aus. Es seien seit den PEGIDA-Demonstrationen immer wieder Galgen für Politiker gezeigt worden, ohne dass dies zu Straftaten zum Nachteil konkreter Personen geführt habe, so dass es derzeit keine…“

„… fordere Lindner ein Notstromsystem für Tankstellen. Bei einem flächendeckenden Ausfall der Elektrizitätsversorgung könnten unschuldige Autofahrer nicht mehr mit dem subventionierten Kraftstoff versorgt werden, was die Anstrengungen der FDP komplett torpediere. Ein Sondervermögen von sechs Milliarden Euro für diese flankierende Maßnahme sei alternativlos, wenn man nicht die…“

„… werde Buschmann ein handwerklich sehr gut gemachtes Gesetz vorlegen, das Datenschutz für Benutzer von Messengerdiensten und das Aufklärungsinteresse der Ermittlungsbehörden in einer vernünftigen Balance hält, die auch die Freiheit der Menschen in ausreichendem Maße…“

„… in einem Schreibwarenladen in Mitte erkannt habe. Lauterbach sei von zwei Personen im Regierungsviertel angesprochen worden, die ihn auf die Rückbank eines Kraftfahrzeugs genötigt hätten. Er sei an der anderen Seite wieder ausgestiegen, ohne dass dies bemerkt worden sei, und habe in den folgenden Stunden Termine wahrgenommen, ohne dazwischen die Nachrichten im…“





Absatzbewegungen

9 03 2022

„… die Klage der Alternative für Deutschland abgewiesen habe. Damit sei die Beobachtung der Gesamtpartei durch den Verfassungsschutz nun…“

„… von jüdischem Zersetzungsgeist gesteuerte Meute, die das gesunde Volksempfinden wegen Schändung der arischen Rassegemeinschaft im KZ entsorgen werde. Weidel lehne das Urteil ab und…“

„… für die Partei insgesamt sehr überraschend gekommen sei. Chrupalla habe in einem Gespräch mit der deutschen Presse zugegeben, dass er bereits seit mehreren Tagen keine Nachrichten mehr aus dem Kreml bekommen habe, um sich auf diese Entwicklung angemessen vorzubereiten und die…“

„… es ausreichende tatsächliche Anhaltspunkte für verfassungsfeindliche Bestrebungen innerhalb der Partei gebe. Gauland weise die Anschuldigung mit Empörung zurück, es gebe seiner Ansicht nach überhaupt keine Verfassung, weshalb es auch keine verfassungsfeindlichen…“

„… die Existenz des völkischen Flügels nicht mehr nachweisen könne. Höcke verweise darauf, dass dieser innerparteiliche Organisation sich in der Nachfolge der NSDAP befunden habe und folglich nach 1945 gar nicht mehr im…“

„… nun auch zahlreiche Beamte wie Lehrer oder Polizisten nicht mehr offen zu ihrer politischen Gesinnung stehen dürften. Höcke sehe dies als grobe Verletzung der Meinungsfreiheit und werde sich in Karlsruhe mit dem…“

„… die Suche nach einem Schuldigen bereits begonnen habe. Weidel sehe Chrupalla als nicht ganz unschuldig, da er seine Rolle an geistig nicht gesegneter Hampelmann nicht nur überzeugend gespielt, sondern auch aus seiner eigenen…“

„… von einem dunklen Tag für die Demokratie in Deutschland gesprochen habe. Wendt fürchte, dass bald offen nationalsozialistische Polizisten für offen nationalsozialistische Demonstranten keine offen nationalsozialistischen Kundgebungen mehr anmelden und durchführen dürften, was zu einer linksextremistischen Diktatur führen werde, in der niemand mehr für Frieden, Freiheit und…“

„… auch auf positive Resonanz gestoßen sei. Meuthen werde die schriftliche Begründung des Urteils abwarten. Er erwarte keine konstruktiven Beiträge aus den Reihen seiner ehemaligen Partei, da dort keiner mehr in der Lage sei, Schriftsätze von mehr als einer Seite Länge inhaltlich zu…“

„… auch Steinbach sich wieder von der AfD distanziert habe. Wenn es dort keine Millionen für einige ihrer privaten Projekte gebe, dann werde sie sich mittelfristig wieder in die CDU integrieren, die auch einen sehr angenehmen rassistischen und wirtschaftsliberalen Kurs in den…“

„… sich von Storch festgelegt habe, dass die deutsche Siegerjustiz ein von der Reichsregierung nicht anerkanntes Feindstrafrechtsgesetzbuch zur Urteilsfindung vorgelegt bekommen habe, das von den Reichsbürgern nicht anerkannt werden müsse. Sie wolle schnellstmöglich den Angriff der Russen gegen die Alliierten, die auf deutschem Boden die erneute Kapitulation des…“

„… sehe die Parteiführung ein Problem, bei dem die meisten Mitglieder des rechten Teils der AfD nicht mitgehen würden. Da man das Urteil komplett durch alle Instanzen anfechten werde, müsse man damit auch die Zuständigkeit der Gerichte und somit des Staates anerkennen, was bei vielen Volksdeutschen für erhebliches…“

„… verwahre sich Chrupalla strikt gegen die Beschuldigungen. Bei ihm habe das Finanzgebaren von Weidel immer schon den Verdacht genährt, dass diese sich als linksfaschistischer Maulwurf in die Partei der…“

„… es innerhalb der Polizei, aber auch in der Bundeswehr zu unerwarteten Absatzbewegungen kommen könne, die auch durch eine allgemeine Dienstpflicht nicht mehr in den…“

„… offen von einer Volksverhetzung spreche. Gauland mache der deutschen Justiz den Vorwurf, sie wolle die Partei jagen, was eine moralisch total widerwärtige Gesinnung aller…“

„… auch große Hoffnungen hege, dass die AfD vor allem in den ostdeutschen Bundesländern nicht mehr gewählt werde, obwohl sie eine faschistische Partei sei, die den Nationalsozialismus wieder als Doktrin einer Militärdiktatur gewaltsam einführen wolle, sondern weil sie eine faschistische Partei sei, die den Nationalsozialismus wieder als…“

„… keine einheitliche Meinung sehe. Das Urteil lasse die Möglichkeit offen, ob sich bei einem Richtungsstreit innerhalb der Partei letztlich die verfassungsfeindlichen Bestrebungen durchsetzen würden. Nach Chrupallas Ansicht müsse man diese Auseinandersetzung aber erst abwarten. Sei eine Abschaffung des Staates erfolglos, müsse die AfD weiter als rechtsstaatlich betrachtet werden, könne sie aber die BRD GmbH abschaffen, dann sei das Urteil des Kölner Gerichtes eh für die…“

„… die finanzielle Rettung der Partei bedeute. Weidel habe in einem Hintergrundgespräch die Möglichkeit erörtert, dass die Führungsriege der AfD sich geschlossen als V-Leute anwerben lasse, um über eine ausreichendes Einkommen neben den parlamentarischen Ämtern zu verfügen, dabei aber Erkenntnisse dem Verfassungsschutz nur in…“

„… behalte sich die Partei im Gegenzug auch eine Beobachtung des Verfassungsschutzes vor. Es könne aktuell aber nicht geklärt werden, wer für diese Aufgabe geeignet sei und ob das Ziel der AfD, den Staat und seine Organe abzuschaffen, überhaupt vereinbar sei mit diesem doch sehr…“





Gernulf Olzheimer kommentiert (DCIII): Die Verschwörung gegen den Staat

25 02 2022
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Der Deppenzug torkelt wieder durchs Land, es geht gerade nicht mehr um die vom Weltjudentum in Auftrag gegebene Zwangsislamisierung der unbesiegbaren deutschen Herrenrasse, sondern um den nur mit dem Holocaust wirklich vergleichbaren Genozid am germanischen Volk durch Masken und Impfstoff. Morgen werden es wieder die Windräder sein, die der reptiloide Kommunistenkanzler in die Landschaft klotzen lässt, auf dass Infraschall das arische Weib unfruchtbar mache. Oder die von der Regierung unrechtmäßig erhobene Umsatzsteuer, die einer der zahlreichen Reichskanzler nach der Medikamentenausgabe wieder abschaffen wird. Sie marschieren, weil sie nicht wissen, warum. Und sie werden weiter marschieren, solange man ihnen nicht verrät, wofür. Ihre Demonstrationen sind kein Ausdruck des Volkswillens, sie sind der Anlass, der Evolution Erfolg zu wünschen bei der Beseitigung der Reste. Sie marschieren für eine Verschwörung gegen einen Staat, den es nicht gibt.

Verschwörungsideologien sind wie Märchen, sie ploppen nicht einfach unmotiviert in die Existenz, sie werden fein säuberlich aus allgemein bekannten Motiven geformt und für einen kommunikativen Bedarf in die Welt entlassen. Gemeinsam ist ihnen eine wirre Realitätsallergie, die sich aus allerlei Esoterik, Halbwissen, zwanghaftem Aberglauben und auf Widerspruchsfreiheit getrimmtem Unfug stricken lassen. Gemeinsam ist ihnen auch diffuse Wut auf irgendeine Klasse, meist mit Juden oder wenigstens fremdartigen Mächten assoziiert, die in ihrer Machtfülle konsequenterweise die ganze Menschheit auslöschen wollen, da sie ja sonst diese Macht nicht haben müssten – die Rückprojektion funktioniert prächtig, und wie bei Reichsbürgern und ähnlichen Geschichtsblinden folgt aus dem Furor der Wunsch, den ganzen Staat zu zerstören.

Nun wäre das nicht neu, nicht einmal in der hiesigen Geschichte, die mehrmals von links bis rechts terroristische Zertrümmerungsambitionen gesehen hat, zuletzt im Deutschen Herbst und seinen Folgen. Doch im Vergleich zu den RAF-Sympathisanten, die mit ideologischem Blick eine antifaschistische, dann antiimperialistische Aktion mit neomarxistischen Versatzstücken aus der Gewaltorgie herauslasen, begnügt sich die Masse nicht mit Solidaritätskundgebungen, wenn sie auch Brandsätze schmeißen kann. Die aufgewiegelte Plebs muss folglich in eine eindeutige Richtung geführt werden, einen konkreten Feind ausmachen und ihn herausfordern können; statt der nebulösen Elite, die unpersonifizierbar in finsteren Kellern hockt, auf internationalen Konferenzen die Strippen zieht und ihre Befehle aus dem Erdinnern oder der übernächsten Galaxie erhält, richtet sich der Hass auf die Diktatur, die wohl für alles verantwortlich ist, was dem Mustermann in die Hose geht. Erst mit einem konkreten Feindbild, so widersinnig dies in einem Verschwörungsmythos aussehen mag, kann der zweite Schritt vollzogen werden: Widerstand, nach Möglichkeit und Wunsch auch bewaffnet, hier konsequent mit dialektischem Maskenspiel einer antinazistischen Stoßrichtung verkleidet.

Es bedient nicht nur Assoziationen an die USA, die unter der alzheimernden Winselwindel fast zur Tyrannis geworden wäre, es mobilisiert auch den Drang, sich wie am Ende des Kalten Kriegs gegen ein marodes Regime in Stellung zu bringen, das von einer Rotte Stumpfstullen schon als sturmreif geschossen betrachtet wird. Was erwartet man auch von einer wundergläubigen Auskenneria, die sich bereitwillig das Gegenteil der Wirklichkeit einreden lässt, ihre eigene Instrumentalisierung nicht merkt und zu einer inhaltlichen Kommunikation sowieso nie in der Lage war. Verheerender ist nur, dass dies Konglomerat in den Hotspots des Geplärrs verfängt und die regionalen Verwaltungen nötigt, vor den Klötenkönigen einzuknicken. Nichts Dümmeres könnten sie tun, denn jede Durchsetzung geltenden Rechts durch lokale Behörden würde die verhetzte Menge zum finalen Beweis ihres Diktaturnarrativs aufblasen. Schon sind wir bei der hermetischen Abschottung der Verschwörungsideologie gegen die Objektivität, die bloß Einflüsterung böser Mächte sein kann. Ein perfekter Teufelskreis.

Wir haben es der zaudernden Politik, auch der dummdreisten Polizei zu verdanken, die die Gefahr kleinredet, wenn sie von Kegelkumpanen ausgeht. Nicht einmal auf brachiale Gewalt reagiert das, die längst die Ebene von gesinnungsmäßigen Protest oder doktrinärer Besserwisserei verlassen hat und auf reale Opfer zielt, im wahren Wortsinn übrigens. Der Mob ist die Materialisierung einer Wahnidee, die sich vielleicht aus mangelnder Wirksamkeit in naher Zukunft zum stochastischen Terror wandelt. Nicht erst, seit Spaziergänger vor den Privathäusern von Politikern pöbeln, merkt man, dass der Protest nur eine vorgeschobene Maskerade ist, die nicht lange nötig ist, da man die Raserei dahinter riechen kann. Sie lassen sich für etwas auf die Barrikaden schicken, weil sie bisher nicht Pulver und Blei in den Bauch kriegen, als Pappkameraden des braunen Gesindels, das sie am Nasenring durch die Gosse zieht: im Osten nichts Neues. Gäbe dieser verhasste Staat nach, sie wären verloren.





Präventivmaßnahmenpaket

23 02 2022

„Ich weiß jetzt gar nicht, wo die Frau wohnt. Die Musik ist zwar ganz okay, ab und zu höre ich die im Auto auch mal, aber ich würde jetzt nicht im Melderegister nach Helene Fischer suchen. Was die Kollegen machen, kann ich natürlich nicht sagen.

Vielleicht machen die das auch in der Pause, das kann man nie wissen. Und wenn man schon mal dabei ist, erinnert man sich auch noch an andere Namen und guckt, ob es dazu einen Datensatz gibt. Sie wollen mir doch jetzt nicht erzählen, dass Sie noch nie den Namen von einer Kollegin gegoogelt haben, weil Sie wissen wollten, was die privat so macht! Und das ist ja auch gar nicht strafbar, also müssen Sie sich wegen dieser Mails auch gar nicht aufregen. Die waren eventuell gar nicht so gemeint.

NSU 2.0, das schreibt sich erst mal sehr einfach. Wir betreiben ja bei uns keine Staatsbürgerkunde, die Beamten müssen sich selbst fortbilden, und wenn Sie die ganze Zeit mit Falschparkern oder Fahrraddiebstählen beschäftigt sind, dann haben Sie dazu vermutlich gar keine Zeit mehr. Als Polizist ist man ja ständig im Stress, die Politik verlangt echt eine Menge, dann muss man auch noch Straftaten in der eigenen Dienststelle aufklären – ich möchte Sie mal sehen, wo Ihnen da der Kopf stehen würde. Das muss doch auch ein Schock sein, wenn Sie aus der Presse erfahren, dass auf Ihrem Revier ein Kamerad während der Dienstzeit Straftaten begangen haben soll. Das hat sich ja zum Glück sehr schnell aufgeklärt, das war ein Unbeteiligter, der rein zufällig auf der Dienststelle an den perfekt gesicherten Dienstcomputern richtige Passwörter eingegeben hat. Es gab keine Anzeichen für ein gewaltsames Eindringen, der Tatverdacht der gezielten Computersabotage erhärtete sich nicht, also können wir davon ausgehen, dass unsere polizeilichen Maßnahmen perfekt wirksam waren. Das wäre ja auch noch schöner, wenn die bei uns einbrechen würden.

Wie gesagt, Sie googeln den Namen von der Kollegin, den Sie gerade gehört haben. Diese Leute, die sich ausgesprochen antirassistisch geäußert hatten, die behält man als Polizist natürlich im Visier. Da kann es dann schon mal sein, wenn man in einer ruhigen Minute vor der Kartei sitzt, dass man sich mal für die interessiert. Vorbereitende Maßnahmen gehören schließlich zu einer guten Polizeiarbeit – wir warten zwar ab, bis bei dieser Anwältin Brandsätze in die Kanzlei geschmissen werden, aber wenn es passiert, dann haben die Kameraden schon mal ein Profil erstellt, damit man weiß, was das Opfer getan hat. Damit man dann den Täter besser versteht. Es ist ja auch nicht ganz auszuschließen, dass so eine Person Selbstjustiz übt, weil sie von den Ermittlungsmethoden der deutschen Polizei nicht überzeugt ist. In den Ländern, aus denen die stammen, ist Polizeiarbeit oft etwas robuster. Das muss nicht schlecht sein, aber hier können wir das nicht bieten, wenigstens nicht offiziell.

Ich würde es nicht Stalking nennen, aber um das Opfer – es ist ja erst mal nur ein potenzielles Opfer, bis etwas passiert, das man nicht hatte erwarten können – um die Personen besser zu verstehen, müssen wir auch in ihren Nahbereich eindringen. Da ist so eine Bedrohung für manche Polizisten ein geeignetes Mittel, damit sich diese Person direkt zu uns begibt oder zumindest erkennen lässt, dass ein Kontakt mit der Polizei erwünscht ist. Das gehört zum Präventivmaßnahmenpaket, damit wir dann die weiteren Schritte intern abstimmen können, auch in Hinblick auf eine spätere Strafverfolgung.

Beim Verfassungsschutz wäre das ja erheblich einfacher. Da würden wir selbst die Brandsätze in die Kanzlei schmeißen, einen Täter ermitteln und dann den Fahndungserfolg verkünden, der mit der auf Rechtsterror reduzierten Erwartungshaltung gar nichts zu tun haben muss. Wir haben das so gut wie möglich zu realisieren versucht, aber irgendwas ist ja immer.

Dass wir die betreffende Person jeweils per Fax abgerufen haben, dürfen Sie auch als entlastendes Moment werten, weil wir damit natürlich Spuren hinterlassen haben, nicht absichtlich, aber wir haben uns für eine Vorgehensweise entschieden, mit der uns eine Beweismittelvernichtung zumindest rein fahrlässig nicht vorgeworfen werden kann. Das ist schon ein Unterschied, weil wir keine illegalen Technologien verwendet haben. Wenn man mit einer legalen Waffe seine Ex erschießt, sollte das ja auch strafmindernd wirken.

Dass unsere abgerufenen Daten dann außerhalb der Dienststelle weitergereicht wurden, ist für uns so bedauerlich wie nicht zu erklären. Wie gesagt, Sie googeln Ihre Kollegin, und dann rutscht Ihnen in der Kneipe mal raus, dass Sie sie scharf finden. Oder Sie zeigen da ein Foto. Das sind Dinge, die im Privatbereich unserer Beamten stattgefunden haben, wir haben selbstverständlich keinen Zugriff auf solche Inhalte. Der Datenschutz ist in Deutschland ein hohes Gut, und solange niemand nachweislich nur durch solche Zugriffe ums Lebens gekommen ist, können wir da gar nichts tun. Sie werden es nicht verstehen, aber das Grundgesetz gilt eben nicht nur für Opfer von Straftaten. Seien Sie froh, dass wir in einem Rechtsstaat leben, in dem das eine Selbstverständlichkeit ist.

Ein gewisser Prozentsatz der Bevölkerung hat ein Problem mit Gewalt, ist rechtsextremistisch und leugnet den Holocaust, hat kriminelle Energien und ist trotz hoher Strafandrohungen jederzeit bereit, die Gesetze zu übertreten. Da kann man nichts machen. Wir als Polizei sind nur Spiegel der Gesellschaft.“





Friedensmarsch

21 02 2022

„Und Sie bleiben bei 500.000 Teilnehmern? Ich frage, weil beim letzten Mal nur dreißig da waren. Wenn Sie den Spaziergang diesmal wieder für eine halbe Million anmelden, dann gelten ab heute die aktualisierten Verwaltungsvorschriften. Das macht für jeden angemeldeten Teilnehmer eine Gebühr von 730,49 Euro, zahlbar sofort.

Natürlich können Sie mir jetzt drohen, dass ich nach Ihrer Machtergreifung im Arbeitslager lande. Gehen Sie davon aus, dass mich das nicht wirklich beeindruckt. Dafür habe ich von Ihnen und anderen Anmeldern zu viel gehört. Und vielleicht finde ich dann ja den Stempel nicht mehr, mit dem ich Ihren Antrag beglaubigen muss, damit er zur Polizei geht. Das kann schon mal passieren. Oder wir stellen auf einmal fest, dass kurz vor der Kundgebung der Geldeingang noch nicht bestätigt wurde. Das wird Sie nicht von der Zahlungsverpflichtung befreien, denn Sie haben schließlich einen Polizeiapparat für 500.000 gewaltbereite Extremisten bestellt, und wenn Sie den nicht nutzen, dann ist das nicht unser Problem.

Sie können sich das nach der Gebührenordnung schnell ausrechnen. Es gibt eine Grundgebühr für verfassungsfeindliche Kundgebungen – in Ihrem Fall sind wir sogar so kulant und stufen Sie nur als verfassungskritisch ein – und die entsprechenden Aufschläge. 23,40 Euro für erwartbaren Einsatz von Wasserwerfern mit Reizgas, 12,33 Euro Aufschlag auf die Unfallpauschale durch Mitführen verbotener Schutzbewaffnung gegen Vollstreckungsbeamte, und hier haben wir noch 0,88 Euro fürs Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen. Damit sind dann auch Hitlergruß und Horst-Wessel-Lied abgedeckt. Die entsprechenden Demonstrationsgrößen haben wir aufgeführt, das heißt, Sie können natürlich am Wochenende mit ein paar Kumpels spontan die Reichskriegsflagge durch die Stadt tragen, aber ab tausend Mann wird’s dann empfindlich teuer.

Die Polizeibegleitung wird gestellt. Sie können das auch nicht umgehen, wenn Sie die Bürgerwehr als Ordner rekrutieren. Auch dann nicht, wenn die Beamten aus der Polizeistaffel in ihrer Freizeit in einer rechtsnationalen Kampfgruppe Wehrsport und Selbstverteidigung gegen Demokraten betreiben. Sie bekommen die zugewiesen, die die Verwaltung für geeignet hält. Was nicht unbedingt bedeuten muss, dass die auch geeignet sind.

Berittene Polizei bekommen Sie nicht, da in der Vergangenheit die Einsatzmittel zu oft zur Abwehr einer Gegenkundgebung missbraucht wurden. Das ist nicht Ihre Aufgabe, sich darum zu kümmern, dafür sind ja die 3,54 Euro anteilig in der Pauschale für Wasserwerfer und Reizgas enthalten. Wenn Sie sich prügeln wollen, schmeißen Sie wie jeder andere Nazi auch Brandsätze in eine Unterkunft für Geflüchtete. Das machen Sie ja sonst auch immer, weil es dafür keine Anmeldeformulare braucht.

Sie brauchen sich jetzt gar nicht so aufzuregen, das ist ja nun Privatsache, die Regierung hält sich da vollkommen raus. Deshalb haben wir in der Verwaltung beschlossen, dass Sie gleich behandelt werden. Das war nie Ihre Absicht, Sie wollen ja grundsätzlich mehr Rechte als andere, wenn Sie sich für Gleichheit aussprechen, aber da müssen Sie jetzt durch. Sie demonstrieren ja offiziell für die Wiederherstellung verfassungsmäßig garantierter Freiheiten, und ob die nun abgeschafft wurden oder nicht, das geht uns hier nichts an. Meinetwegen melden Sie eine Kundgebung zum Artenschutz des Einhorns an. Kostet etwas weniger, und vielleicht kommen da auch mehr.

Selbstverständlich interessieren wir uns für die Teilnehmer Ihrer Demonstration. Sie melden da ja an, dann müssen Sie auch dafür sorgen, dass keine Extremisten mitlaufen. Pauschale? Sie haben das nicht ganz verstanden. Natürlich werden wir Sie für Straftaten aus dem extremistischen Umfeld zur Verantwortung ziehen, das ist mit der Zahlung nicht einfach abgegolten. Wir finanzieren das nur gerne ein bisschen besser, weil wir in der Pandemie und durch die vielen Umweltaktivisten momentan sehr viel zu tun haben. Da können Sie nicht auch noch von uns erwarten, dass wir für Sie zum Nulltarif tätig werden. Und für 54,90 Euro werden wir die Erkenntnisse unserer Ermittlungen auch an den Verfassungsschutz weiterleiten. Sie marschieren ja offiziell für das Grundgesetz, dann sollten Sie damit eigentlich gar kein Problem haben.

Noch mal, Sie müssen bei der Kundgebung sämtliche Auflagen einhalten. Es gibt keinen Bonus für Maskenverweigerer und Sie können das auch nicht im Voraus bezahlen. Diese 1,44 Euro sind nur für die Routinekontrollen, und wenn uns zu viele Personen auffallen, die sich nicht an die Auflagen halten, dann brechen wir die Veranstaltung eben ab. Beschweren Sie sich gerne, das beschleunigt Ihren Antrag nicht. Und ich möchte Sie an dieser Stelle gleich einmal bitten, Ihre Aggressionen nicht an den Beamten auszulassen. Sie haben diese Kundgebung ausdrücklich als gebührenermäßigten Friedensmarsch angemeldet, damit sparen Sie pro Kopf 140,37 Euro, trotz der erwartbaren Straftaten aus der Menge heraus. Dazu zählen auch Schilder und Transparente, auf denen zu Gewalttaten gegen Politiker aufgerufen wird. Wir können nicht dafür garantieren, dass die so beleidigten Amtsträger im Nachgang Strafantrag gegen Sie oder eine der an der Demo beteiligten Personen stellt. Nur damit das auch klar ist.

Anfahrt? Verpflegungspauschale? Tut mir leid, aber kann es sein, dass Sie uns gerade mit der Antifa verwechseln?“