Gernulf Olzheimer kommentiert (DLIII): Die Kinder der Mittelschicht

26 02 2021
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Ja, es ist alles so fürchterlich, weil nämlich niemand, wirklich keiner, und zwar buchstäblich keine Sau an die Kinder denkt! Schrecklich! Es ist eine Tragödie! Wir werden alle sterben – das war bisher weder Herrschaftswissen noch stand es im empirischen Kontext je ernsthaft zur Debatte – und die Kinder auch! Die Kinder! Nein, vor einer Kita die asozialen Hohlpfosten aus ihren SUVs zu zerren, ihnen bei Geschwindigkeitsüberschreitung in Tateinheit mit ungebremsten Überfahren eines Fußgängerüberwegs den Schlagring durch den Gesichtsübungsversuch zu ziehen und die Reste in der Kanalisation zu verklappen, das geht nicht. Im Namen der Freiheit Bambini zu opfern für das deutsche Menschenrecht auf Auto, das ist süß und ehrenvoll, vor allem für unterprivilegierte Opfer, die ja einfach neue Kinder in die Welt setzen, wenn man sie nicht rechtzeitig verhungern lässt. Dass in der benachbarten Grundschule der Unterricht auch mal ausfällt, der Putz von der Decke bröselt und die sanitären Einrichtungen eher den Hygienestandard einer Spulwurmaufzuchtstation haben, das ist nicht schön, aber wen interessiert’s. Dass der Nachwuchs der Latte-macchiato-Mammis in der Krabbelmäuse-Gruppe jetzt keinen ganzheitlich vor Erdstrahlen geschützten, regional aufgezogenen Ökorosenkohl mehr kriegen, das macht uns voll total betroffen. Weil diese kollateralbekinderten Grützbirnen der Mittelschicht angehören und wichtig sind.

Wie tröstlich klingt das alles: unsere Kleinen, sie brauchen soziale Zuwendung, die aus staatlicher Hand quillt, Schule als Heimstatt des Humanen, Reit- und Geigenstunden, damit sich bürgerliche Tugend vom Säugling an in Untertanenköpfen fest mit der Vaterlandsliebe verschwiemelt. Fördern ist unsere zweite Natur, Kindeswohl und Schutz der Schwächsten in unserer Gesellschaft lösen wohlig patriotische Gänsehaut aus, wo sie an erster Stelle stehen im Gemeinwesen. Wen würde es nicht zu Tränen rühren, der das in dieser kalten Welt sähe?

Am Arsch. Ginge es den Profilneurotikern um Kinder, sie würden den Fiedelunterricht gegen eine warme Mahlzeit tauschen, den mehr Eltern nicht finanzieren können, weil sie leider kein ausreichend relevantes Einkommen mitbringen, um Laberlurche im Kanzlerwahn auf den Boden der Tatsachen zu bringen. Da werden psychische Auffälligkeiten und voraussichtlich lebensbedrohliches Bauchweh als emotionale Totschlagargumente aus Schmierseife geschnitzt, damit man sich nicht erinnert, dass die Kinder ihnen bisher an der Rosette vorbeigingen – auch und gerade unter Aspekten wie Bildung oder Gesundheitsschutz, auch und gerade in pandemisch zugespitzten Verhältnissen.

Ähnlich funktionieren Politiker sonst nur im Wahlkampf, weil sie dann erst recht ein Interesse haben, sich auf Kosten anderer zu profilieren. Alles abholzen, weil man auf der Trasse durch den Wald eine dufte Autobahn hinklotzen kann, die zufällig zehn Amigos kostenlose Verkehrsanbindung an die Produktionspaläste garantiert? Aber Naturschutz ist doch wichtig, der deutsche Baum muss wieder in unsere familienfreundlichen Naherholungsgebiete mit Schmetterling und Singvogel locken! Rind und Schwein werden als mastfreundliches Eiweiß unter hygienisch abstoßenden Bedingungen mit allerlei Medikamenten vollgepfropft, vor und nach dem Abschlachten hunderte von Kilometern durch die Landschaft gekarrt, weggeballert, zerteilt und in Plastik eingeschweißt in die Supermärkte gekippt? Hallihallo, Milch von glücklichen Bio-Kühen, sonst stresst der Verbraucherschutz wieder sinnlos herum! Der Senior deliriert sauber und satt vor sich hin, damit Pflege und Medizin die Goldgrube für Aktionäre bleibt, die fette Rendite verspricht statt ethischer Standards? Aber es ist Wahlkampf, und jede Stimme zählt! Wobei man derart komplexe Zusammenhänge schon oberhalb des intellektuellen Verständnisrandes sehen kann, den ein Politiker mit der Trittleiter erreichen kann.

So sind dem durchschnittlichen Feuchtbeutel auch die begabten Schülerinnen aus Familien mit Fluchthintergrund herzlich egal, wenn er sie nicht in seinem innenpolitischen Programm als potenziell straffällige Jugendliche zu Abschiebekandidaten hochstilisieren kann, denen man Abitur, Studium oder sonstige Wohltaten angedeihen lassen muss, die bekanntlich nur ihnen selbst nutzen. Das Kind ist für ihn nur ein Accessoire, das man für hübsche Fotos auf den Arm nehmen kann, wenn gerade kein Hund greifbar ist. In seltenen Ausnahmefällen, etwa bei knappen Prognosen, lässt er sich schon mal im sozialen Brennpunkt sichten, wo so gut wie kein digitaler Unterricht stattfindet, nicht einmal in der notwendigen Präsenzbeschulung, da schlicht keine Mittel zur Verfügung stehen für Menschen, die später Auffüllmaterial für die Unterschicht werden, weil sie nicht einmal von ihren neoliberalen Eltern auf den persönlichen Vorteil getrimmt werden und mit solidarischem Verzicht das Pack alimentiert, das vorgibt, sich um ihr Seelenheil zu kümmern. Gut, dass keiner sie auf den Arm nimmt. Am Ende würden sie noch Zeugen, wie man diese Schnösel einebnet, bis sie wie Wahlplakate aussehen, die am Bionadeviertelspielplatz herumhängen. Für uns alle.





Schnittstelle

25 02 2021

„Die AfD ist ganz klar demokratiefeindlich und muss beobachtet, wenn nicht über kurz oder lang verboten werden.“ „Aber nicht, solange sie noch gebraucht wird.“ „Als schlechtes Beispiel oder zum Mitregieren?“

„Die Bundestagsfraktion der Union hat gewisse Befürchtungen.“ „Dass die AfD wie erwartet als verfassungsfeindlich eingestuft und beobachtet wird?“ „Dass der Verfassungsschutz es zwar tut, aber nicht darüber reden darf.“ „Verstehe ich nicht.“ „Also wenn die AfD beobachtet wird…“ „Wovon wir jetzt mal stark ausgehen.“ „… dann ist das für die Union nicht unbedingt schlimm.“ „Kann man auch anders sehen, aber dazu müsste man wohl in der Union sein.“ „Jedenfalls würde das die Position der Union nicht besonders stark…“ „Und dass dann im Wahlkampf jede Menge verfassungsfeindlicher Positionen übernommen werden, scheint Sie nicht zu stören?“ „Das war ja schon vor der AfD der Fall. Wenn die AfD allerdings nicht beobachtet werden sollte, und die Union hat das vorher gefordert, dann müssen wir mit einem gewissen Wahlverhalten bei den AfD-Anhängern rechnen, das die Union nicht gut verkraftet.“ „Sie rechnen mit Trotzreaktionen?“ „Eventuell könnte es gewaltsame Übergriffe auf die Union geben, aber irgendwie werden wir das mit dem Demokratieverständnis der AfD schon erklären können.“

„Das heißt, die Union hat jetzt ein Interesse daran, den parlamentarischen Arm des Faschismus zu verharmlosen?“ „Wer redet denn davon? die CSU will doch nur weiterhin…“ „Also Sie wollen wie bisher Ideen von einer Partei übernehmen, die eindeutig demokratiefeindlich ist, gleichzeitig aber nicht zugeben, dass die Quelle der Ideen sich gegen die Demokratie richtet.“ „Das klingt jetzt fast wie ein Vorwurf.“ „Was Sie nicht sagen!“ „Dem Scholz werden im Wahlkampf auch mal solche Ideen rausrutschen, mit Demokratiefeindlichkeit hat der auch Probleme.“ „Aber der gründet keine eigene Partei als Schnittstelle zum Rechtsterrorismus.“ „Jedenfalls brauchen wir die AfD immer noch als Alternative zur Union, damit die AfD-Wähler dann Union wählen können.“ „Wie soll das denn bitte funktionieren?“ „Ohne AfD gibt es keine AfD-Wähler.“ „Und wer sagt Ihnen, dass AfD-Wähler bei Beobachtung durch den Verfassungsschutz nicht weiterhin rechtsextremistisch wählen, weil sie es wollen?“ „Wir haben dann ja die Chance, uns als Alternative zur Alternative aufzustellen.“ „Und das hat die Union sonst nicht?“ „Wenn es die AfD nicht mehr gibt…“ „Erst mal ist es ja auch nur eine Beobachtung als Verdachtsfall.“ „… dann kann die Union auch keine Inhalte mehr formulieren, wie sie es täte, wenn es die AfD noch gäbe.“ „Also doch ein Ideenlieferant für den rechten Rand.“

„Wir haben ja auch das Problem, dass die Partei sich möglicherweise im Eilverfahren gegen den Verfassungsschutz zur Wehr setzt.“ „Das heißt, die Union möchte einen politischen Gegner, den sie als gesichert rechtsextremistisch ansieht, nicht mehr als rechtsextremistisch bezeichnen.“ „Wir möchten ja nur nicht, dass das am Ende ausgeht wie mit dem NPD-Verbotsverfahren.“ „Das heißt, die Union im Deutschen Bundestag möchte ein Verfahren gegen die AfD verhindern, weil der Ausgang nicht sicher genug ist?“ „Wir würden damit nur ein unnötiges Risiko eingehen.“ „Verstehe, wir werden in Zukunft Gerichtsverfahren gar nicht erst anstrengen, wenn wir sie nicht vorher schon gewonnen haben. Das wird bestimmt für mehr Rechtssicherheit sorgen.“ „Es hängt ja noch an der Beschwerde gegen das Verwaltungsgericht Köln.“ „Die wurde in der Zwischenzeit abgelehnt.“ „Gut, dann müssen wir aber noch das Bundesinnenministerium abwarten, ob das Gutachten des Verfassungsschutzes sachlich richtig ist.“ „Bevor die Union einen Entschluss fasst, lässt sie das Bundesinnenministerium prüfen, ob die Annahmen des Verfassungsschutzes sachlich korrekt sind? könnten wir das öfter so machen? Vielleicht auch erst mal nur mit Entscheidungen des Bundesinnenministerium?“

„Ich denke ja, wir müssen nicht unbedingt die Radikalität der AfD prüfen, sondern nur die Gefahr, die von ihr ausgeht.“ „Für den parlamentarischen Arm des Rechtsterrorismus sollte die doch wohl hinlänglich bewiesen sein.“ „Die wird allerdings mit der Einstufung als Verdachtsfall auch nicht verändert.“ „Das heißt, egal, was wir wie wo mit welchem Ergebnis prüfen, am Ende kommt sowieso immer dasselbe raus?“ „Denken Sie doch nur an die Folgen: am Ende wird der Druck von vielen AfD-Politikern genommen, sich von Rechtsextremisten in der Partei zu distanzieren.“ „Sehen Sie es doch mal positiv: dadurch würde insbesondere im Osten auch der Druck von vielen Politikern außerhalb der AfD genommen, sich von den Rechtsextremisten in der AfD zu distanzieren.“ „Das stimmt allerdings.“ „Die Landesverbände im Osten sind eh schon bis zum Anschlag rechts, bei denen ist es maximal zweitrangig, welche Marinonette aus welcher Partei sich da als Ministrant aufstellen lässt.“ „Hm.“ „Und damit stellt sich für den Wahlkampf die Frage gar nicht mehr, wer da wen kopiert.“ „Mir wäre es trotzdem lieber, wenn ich schon wüsste, wer da als Spitzenkandidat antritt.“ „Bei der AfD?“ „Bei der Union.“ „Warum fragen Sie?“ „Naja, von wegen: Mitregieren.“ „Denkbar, aber…“ „Aber was?“ „Wie lange die AfD die Union noch lässt.“





Kindeswohl

18 02 2021

„… dass Entwicklungspsychologen inzwischen deutliche Parallelen zum Zweiten Weltkrieg sehen würden. Die Situation der Schulkinder sei durch die Pandemie in einem unerträglichen…“

„… sei es der EU nicht zuzumuten, Kinder in den Lagern anders als Erwachsene zu behandeln. Sie hätten sich zwar nicht aus freiem Entschluss in die aktuelle Aussichtslosigkeit gebracht, man dürfe sie aber nicht dem eigenverantwortlichen Handeln ihrer Eltern entziehen, das für die…“

„… schwere Ausnahmezustände bei Kindern unter zehn Jahren konstatiert hätten. Durch den Wegfall geregelter Mahlzeiten, die sich teilweise um bis zu eine Viertelstunde verspäten könnten, sei die Versorgung mit lebenswichtigen Mineralstoffen, Vitaminen und Spurenelementen extrem…“

„… würden Freiheit und Menschenrechte in der Europäischen Union besonders hoch angesehen. Ein zum Suizid bereites Kind dürfe eben gerade als Folge der freien Entfaltung seiner Persönlichkeit nicht an seiner Tat gehindert werden, wenn die EU zu ihren Grundwerten und damit verbundenen…“

„… würden Eltern die Behandlung ihrer Kinder inzwischen offen als ‚faschistoiden Staatsterror‘ bezeichnen. Allein in Sachsen-Anhalt gebe es zwei Mitglieder eines Vereins für Freiheitliches Denken, die dieser Aussage vollinhaltlich…“

„… gebe es nicht ausreichend Verpflegung für alle Kinder. Dies bedeute allerdings nicht, dass die EU gezielt Menschenrechte missachte, da sie nur für Inhaftierte in besonderem Gewaltverhältnis eine einklagbare Fürsorge trage, nicht aber für alle, die durch höhere Gewalt oder ähnliche Umstände in…“

„… sich Kinder mitunter nicht ins heimische Bad zu gehen getraut hätten, da sie die von den Schultoiletten gewohnte fingerdicke Schmutzschicht am Boden vermissen würden. Nach dem Urteil eines Arztes führe dies unweigerlich zum Zusammenbruch des Immunsystems, so dass eine noch schnellere Infektion mit dem…“

„… vier der fünf untersuchten Kinder der Aussage Ich fühle mich durch die links-grünen Maßnahmen zur Vernichtung der deutschen Wirtschaft in meiner verfassungsmäßig garantierten Entfaltung der Persönlichkeit behindert eher zustimmen würden. Drei der vier Probanden in der Altersgruppe bis drei Jahre würden sich stark mit Sophie Scholl identifizieren und hätten Angst, durch somatoforme Störungen nicht wie vorgesehen das Studium der Betriebswirtschaftslehre oder…“

„… dass es nicht fair von den Kritikern sei, die Rechte der in Deutschland lebenden Kinder zum Maßstab des Regierungshandelns zu nehmen. Das Kindeswohl stehe nur da an oberster Stelle, wo es durch erfolgreiche Maßnahmen in einem effektiven Staatswesen zur Sicherung der sozialen…“

„… psychiatrische Auffälligkeiten sich erst nach der Pubertät zeigen würden. So sei es auch nicht auszuschließen, dass elterliche Erziehung nach dem Ende des Homeschooling nicht mehr angenommen werde, was zur intensiven Beschäftigung mit Linksextremismus und anderen Formen des…“

„… sämtliche Regierungschefs innerhalb der EU ein Grundrecht auf Bildung ablehnen würden. Zahlreiche Kinder hätten zwar in ihrer Heimat keine Bildungsmöglichkeiten, viele von ihnen seien jedoch zum Zeitpunkt ihrer Flucht noch zu jung für den Schulbesuch gewesen und würden jetzt als nicht integrationsfähige Zuwanderer eine schwere Belastung für die nationalen Systeme des…“

„… habe sich die signifikante Steigerung des Krankheitsbildes von 0,095% auf 0,098% durch empirische Untersuchungen seit 1949 ergeben. Unter den Symptomen steche besonders Aua im Bauchi hervor, das für mehrere hundert potenziell tödlich verlaufende Erkrankungen…“

„… auch als Eingriff in die Autonomie der Eltern sehe. Die politischen Verantwortungsträger seien nicht in der Pflicht, Erziehungsmaßnahmen in den Auffanglagern zu bestimmen oder Eltern in ihrem individuellem Verhalten zu kritisieren. Auch vorsätzliche Vernachlässigung der Aufsichtspflicht könne derzeit nicht mit jugendrechtlichen Folgen geahndet werden, da es größtenteils an Kooperation seitens der Flüchtlinge fehle, die sich nicht an den Wertekanon der europäischen…“

„… fehle den Kindern inzwischen die feste Tagesstruktur. Es sei nicht auszuschließen, dass sie sich daran gewöhnen und den Schulabschluss ganz verweigern würden, um sich bewusst arbeitslos zu melden und durch anstrengungslosen Wohlstand in der spätrömischen…“

„… dass zahlreiche Experten negative Auswirkungen verneinen würden. Erzieherische Maßnahmen könnten die Folgen der Lagerhaft fast vollständig beseitigen, eine Beeinträchtigung für den späteren Schulbesuch sei nicht zu…“

„… könnten Kinder durch die Fixierung auf den Computer schnell Suchterkrankungen entwickeln. Erst die Wiedereingliederung in deutsche Schulen, die durch die unermüdlichen Anstrengungen aller Kultusminister vollkommen frei von Digitaltechnik seien, werde die Rettung für viele wehrlos den Gefahren der Zukunft ausgesetzte Kinder sein, die wieder in staatlicher Obhut seien, so dass die wirtschaftliche Entwicklung sich endlich…“

„… seien Kinder in den Lagern eher vor einer Infektion mit den neuartigen COVID-Mutanten geschützt, da sie dort weniger Kontakt zu Touristen aus Großbritannien oder Südafrika hätten. Die EU sehe dies als Gesundheitsschutz und werde diese Lage auch nicht mutwillig ändern, um kein Übergreifen auf Polizei, Militär oder…“





Dünnluft

15 02 2021

„Sie meinen, der macht es wie Stoiber?“ „Ach was, so bekloppt ist er auch wieder nicht.“ „Dann bleiben ja kaum noch Möglichkeiten.“ „Aber sicher doch.“ „Sie meinen…“ „Genau. Er macht es wie Merkel.“

„Aber Merkel hat doch damals Stoiber den Vortritt gelassen.“ „Genau das wird Söder jetzt auch machen.“ „Ach so.“ „Dachten Sie, ich meine Laschet?“ „Wäre der denn nicht normalerweise der legitime Nachfolger von Merkel?“ „Was soll an Laschet normal sein?“ „Naja, er ist korrupt, er redet Unsinn, seine Lösungen sind Teil des Problems, und jeder fragt sich, wie man dieser Knalltüte je hat Verantwortung über irgendetwas gegeben hat.“ „Das würde zumindest für seinen Parteivorsitz sprechen.“ „Dann wäre er der legitime Nachfolger von Merkel.“ „Und deshalb lässt ihm Söder auch den Vortritt bei der Kanzlerwahl.“ „Die Deutschen halten ihn aber für ungeeignet.“ „Und was daran sollte Söder hindern, Laschet als Kandidaten zu unterstützen?“ „Die Verantwortung für Deutschland und seine…“ „Wer jetzt als Ministerpräsident Verantwortung für Deutschland empfindet, lässt sich einschließen und schluckt den Schlüssel runter, aber lässt sich nicht als Kanzlerkandidat aufstellen.“

„Was sollte denn Söder davon haben, dass er Laschet den Vortritt lässt?“ „Seine Beliebtheit in Bayern schwindet rapide.“ „Die von Laschet nicht.“ „Nein, den halten nur die Deutschen für komplett unfähig.“ „Das ist eine sehr viel größere Basis für einen Kanzlerkandidaten.“ „Und Sie meinen, die Deutschen bleiben sich treu und wählen dann doch die größte Pfeife? selbst die eigenen Wähler wollen ihn nicht.“ „Bis zur Wahl sind es ja noch ein paar Monate.“ „Stimmt, da kann man dann die Pfeife in den dunklen Keller schicken, damit die Partei sich Mut macht.“

„Immerhin hat Laschet eine Wahl gegen Merz gewonnen.“ „Merz ist ein aufgeblasener Versager.“ „Das hat auch keiner ernsthaft bestritten.“ „Wenn Laschet gegen einen Sack Zement gewonnen hätte, würde es keiner an die große Glocke hängen.“ „Aber gegen Söder ist er auch nicht angetreten.“ „Kunststück, denen ist ja auch die SPD näher als die Christsozialen.“ „Sie meinen, man sollte da so eine Art Abstimmung machen?“ „Die machen die beiden Vorsitzenden unter sich, und wie gesagt: Söder lässt Laschet den Vortritt.“ „Obwohl er die besseren Umfrageergebnisse hat?“ „Alles eine Frage der Koalition.“ „Was haben denn die Grünen damit zu tun?“ „Denken Sie doch mal nach: wen halten denn die Grünen für wahrscheinlicher?“ „Söder.“ „Eben, deshalb kriegen sie Laschet.“ „Was ist denn daran logisch.“ „Söder würde sich mit den Grünen vier Jahre lang herumstreiten und dann nach Bayern zurückkehren, weil ihm der Laden unsagbar auf den Senkel geht.“ „Und deshalb lässt er Laschet den Vortritt?“ „Mit etwas Glück haben wir dann Grün-Rot-Rot, die Grünen beißen sich die Zähne an Scholz als Witzekanzler aus und sind froh, wenn sie mit jemandem regieren können, der sich ohne fremde Hilfe die Schuhe zubinden kann.“ „So hatte es Merkel damals auch gemacht.“ „Eben, und genau deswegen lässt Söder Laschet diesmal den Vortritt.“

„Meinen Sie denn, dass es danach für Schwarz-Grün reicht?“ „Danach sicher.“ „Und warum jetzt noch nicht?“ „Halten Sie die Grünen für viel, aber so dämlich können die gar nicht sein.“ „Dann bleibt Laschet ja nur noch eine Neuauflage von Schwarz-Gelb.“ „Wenn Sie mir noch erklären, woher die Stimmen der FDP kommen sollen?“ „Vielleicht hat Laschet ja irgendwo noch was im Keller?“ „Oder sein Filius kommt günstig an Zweitstimmen ran, man weiß ja nie.“ „Theoretisch könnten die Grünen ja auch Scholz wegen seiner politischen Erfahrung zum Kanzler wählen.“ „Oder die CDU wählt Lindner, weil die Lackpreise gerade im freien Fall sind.“ „Wollen Sie mich veralbern?“ „Wer hat denn angefangen?“

„Die Stimmung in der Bevölkerung könnte sich aber verbessern, wenn es erst mal mehr Impfstoff gibt und Lockerungen und…“ „Und das geht dann auf das Konto des Deppen von Düsseldorf?“ „Söder kann sich doch nur besser in Szene setzen, sonst hat er auch nicht mehr zu bieten als durchschnittliche Politik.“ „Eben. Er lässt Laschet sich aufplustern und wartet genüsslich, bis der sich wieder in heiße Dünnluft zerlegt.“ „Wenn die CSU nicht einmal einen Bayernplan vorlegt, dann will Söder sicher ohne Gegenkandidaten für die Union antreten.“ „Wenn die CSU keinen Bayernplan vorlegt, dann tritt Söder gar nicht für die Union an, sondern lässt Laschet aus eigener Kraft auf die Nase fallen.“ „Mit Söder hätte die Union doch die höheren Chancen, warum macht er es dann nicht für die Partei?“ „Sie sind doch ein erwachsener Mensch und haben jede Menge Wahlen miterlebt – ist Ihnen jemals ein Politiker untergekommen, der es nur die Partei macht?“

„Gut, wahrscheinlich haben Sie recht: Söder lässt Laschet den Vortritt, wartet vier Jahre ab und bewirbt sich als gemeinsamer Kandidat, der an die großen Erfolge von Merkel anknüpft, die damals vor ihrem Abtritt die Pandemie so erfolgreich besiegt hat.“ „Der Karnevalspräsident kann sich aufs Altenteil zurückziehen, in Deutschland wird wieder durchregiert, diesmal von den Amigos.“ „Es sei denn…“ „Was?“ „… Laschet gewinnt ganz überraschend die Wahl und wird Kanzler.“ „Das werden vier entsetzliche Jahre.“ „Für Söder?“ „Für Deutschland.“





Gernulf Olzheimer kommentiert (DL): Symbolpolitik

5 02 2021
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Rrt hatte ein feines Näschen für die Motivation seiner Krieger. Wann immer ein gutes Dutzend der jugendlichen Heißsporne ins östliche Jagdgebiet der benachbarten Sippe eingedrungen und als zwei bis drei Mann starke Trümmertruppe zurückgekehrt war, ereilte ihn im Trancezustand eine Botschaft der Fruchtbarkeitsgöttin – seltener auch eines für Tiere und Gemütszustände verantwortlichen Gottes ohne festen Status in der Vorstellung der damaligen Gläubigen – mit dem Auftrag, die Schmähung über eine vermeintlich heilige Pflanze am Wegesrand zu rächen und dazu Kräuter auf den nächsten Feldzug mitzunehmen und sie mit den gefallenen Gegnern zu bestatten. Rrts Wildererkollektiv bekam nach wie vor gewaltig eins auf die Kalotte, nebenbei kam auch das Bouquet garni als Grabbeigabe in Mode und blieb es in der lokalen Küchentradition bis auf die heutigen Tage, aber das war’s dann auch schon. Mehr als eine holprige Umsemantisierung kam nie zustande. Immerhin, die Symbolpolitik wurde als eigenständiges Genre öffentlichen Handelns ins Leben gerufen, und das mit weit reichenden Folgen.

In einer postmodernen Demokratie – meist ist es eine moderne Postdemokratie – erledigt das die regierende Klasse mit Kasperletheater anstelle der Gesetzgebung. Ändern Gesetze und Verordnungen nichts an der Wirklichkeit, weil beispielsweise die kostspieligen medizinischen Masken machtlos sind, wenn man in einer Pandemie fröhlich Schulen und Betriebe offen lässt, dem degenerierten Kopfschrott beim Demonstrieren zuguckt und ansonsten die Durchseuchung der Massen erwartet, dann schiebt man den bösen Wissenschaftlern die Schuld zu, da sie zu früh, zu spät, zu laut, zu leise oder überhaupt zu warnen gewagt haben. Wer plötzlich mit der Realität ankommt, glaubt nicht an den Endsieg.

Es geht um den brüllenden Führer, der nicht an der Effektivität seiner Maßnahmen gemessen wird, sondern an der Lautstärke seines aus erratischen Wortspenden zusammengeschwiemelten Geblöks. Wie in diesen Zeiten der unterste Dreckrand aus der Jauche nach oben blubbert und gegen den Rest anstinkt, wird nichts besser, und das ist gut so.

Wer dieser Leerlaufhandlung vorwirft, nichts an den drängenden Problemen zu ändern, der hat ihren taktischen Vorteil klar erkannt. Denn nichts fürchtet der Bekloppte mehr als auch nur die geringste Verschiebung irgendwelcher Koordinaten, die Ahnung einer durchbrochenen Kontinuität, die aus welchem Grund auch immer geplante Abweichung vom Zustand seit dem Urknall. Im Mittelalter und zur Kreidezeit hatte es auch Gegenwart gegeben, warum also muss man die im neuen Jahrtausend denn als Differenz vom Durchschnitt betrachten? Die Angst geht so weit, dass selbst die Kaste der Abgehängten, die noch nie über nennenswerte Vermögen verfügt haben und mit legalen Mitteln auch nie in deren Nähe kommen werden, eine moderate Anhebung der Spitzensteuersätze für ihre Ausbeuter kategorisch ablehnt, denn wer vor den Großkopferten nicht dienert, der wird den Armen gegenüber sicher erst recht gierig werden.

Denn für das kognitiv suboptimierte Gefolge ist es allemal leichter, wenn Politik lediglich hübschen Sichtschutz aufstellt vor den Problemen. Guck an, Vorratsdatenspeicherung! Hui, Elektromobilität! Jucheirassa, geschlechtergerechte Sprache, mit der es uns viel leichter reißpiepenegal sein kann, dass Frauen auf dem Arbeitsmarkt so scheiße behandelt werden, wie sie es wahrscheinlich verdienen, weil das ja der Markt regelt! Da werkelt man doch nicht auch noch erst mühsam an der Realität herum, mit der die meisten Deppen intellektuell eh überfordert und der Wähler an sich nicht befasst ist.

Gibt es diese Wirklichkeit denn? Entsteht sie nicht sowieso erst als Konstrukt aus Erkenntnis und Interesse, und das auch erst lange nach der Wahl – wenn alle, die es hinterher schon vorher besser gewusst haben, nicht mehr gehört werden – und auch lange vor der folgenden, bei der sich für die Zusammenhänge aus Symbol und Realität schon wieder keine Sau interessiert? Wir alle hätten es bei genauem Nachdenken wissen können, was auch gut erklärt, warum keiner irgendetwas weiß. Oder hätte wissen können wollen. Wir vertrauen dem Symbol.

Am Ende sind wir dankbar, wenn uns der große Führer auffordert, die Fensterscheiben aller Friseure aus Lippe-Lummerland einzuschmeißen, weil nur die schuld sind an der Ausbreitung der Pest. Es gibt keinen besseren Ausweg nach amtierender Logik. Wem diese Argumentation bekannt vorkommt und wer sie als festen Bestandteil der historischen wie zeitgenössischen Politik erkennt: so ist es. Wenn eine alternative Wirklichkeit reicht, um logische Widersprüche im eigenen Handeln zu verwischen, dann geht der effiziente Leader den einfachen Weg. Er baut eine Mauer an der mexikanischen Grenze, verbietet Killerspiele und stellt Kükenschreddern ab Irgendwanninderzukunft unter lächerliche Strafe, es sei denn, man hat eine Ausnahmegenehmigung, wie sie kostenfrei und unbegründet jedem ausgestellt wird, der keine Lust hat, sich mit einer kariösen Beistellblondine abzugeben. Schön, dass es nun endlich Schokoladenkuss heißt. Da weiß der Nafri, hier kriegt jeder sein politisches Korrektschnitzel.





Einstiegsdroge

3 02 2021

„… sei der Gesetzgeber aufgefordert, diese nicht mehr haltbaren Zustände schnellstmöglich zu beenden. Seehofer sehe die modernen Fahrzeuge als Sicherheitsrisiko und wolle daher sämtlichen SUVs die Straßenzulassung für die Bundesrepublik…“

„… auf vehementen Widerspruch des ADAC stoße. Es existiere keine empirische Basis für die Annahme, dass große Fahrzeuge, die den Insassen ein verbessertes Sicherheitsgefühl vermitteln könnten, für eine steigende Anzahl schwerer und schwerster Unfälle mit Personenschäden und…“

„… lasse die Bundesregierung die Befürchtung nicht gelten, dass der Verkauf herkömmlicher Autos für die von der Industrie prognostizierte Halbierung der Arbeitsplätze verantwortlich gemacht werden könne. Der Wirtschaftsminister sei aber gerne bereit unabhängig von der Notwendigkeit eine Summe von etwa neun Milliarden Euro für die…“

„… führe der gesteigerte Verkauf von SUVs insgesamt zu einer massiven Verrohung nicht nur im Straßenverkehr. Durch das von der Industrie aggressiv beworbene Fahrgefühl verändere sich die Psyche der Besitzer nach und nach und könne so zu einer dauerhaft schädlichen…“

„… lasse sich das vom Verkehrsministerium lange geplante Tempolimit auf Bundesautobahnen angesichts der Haltung der SUV-Besitzer nicht mit denselben Erfolgsaussichten durchsetzen. Scheuer werde mit Unterstützung der Verkehrsgerichte die Sanktionen gegen uneinsichtige Fahrer verstärken, da er ein Anreizmodell für kaum noch…“

„… dass Modelle dieser Fahrzeugklasse überdurchschnittlich oft in Verbindung mit illegalen Transporten oder Bankeinbrüchen stehen würden. Pfeiffer sehe den SUV als Einstiegsdroge in die Kriminalität und rate dem Gesetzgeber, diese schnellstens durch eine rechtssichere…“

„… trainiere ein Fahrer durch die ständige unbewusste Benutzung eines schweren Fahrzeugs die gezielte Kollision mit anderen Verkehrsteilnehmern. Eine Wesensveränderung lasse sich außerdem vor Ampeln, Fußgängerüberwegen und auf den…“

„… würden immer stärkere Reize benötigt, um den Nervenkitzel beim Fahren noch zu fühlen. Das Bundesgesundheitsministerium plane daher eine Aufklärungskampagne, die das Fahrrad gerade für ältere Verkehrsteilnehmer attraktiv machen wolle und dabei auf die sozialen Aspekte der…“

„… eine Suchtproblematik darstelle. Wer sich nur im SUV bewege, entwickle eine Abhängigkeit, die mit Alkoholismus vergleichbar sei. Denkbar seien Aussteigerprogramme, die neue Lebensinhalte eröffnen und damit eine präventionsmedizinisch…“

„… prüfe der Koalitionspartner wenigstens eine Altersbeschränkung beim Verkauf. Da jedoch das Mindestalter für Fahrzeugführer gesetzlich nicht verändert werden könne, benötige man eine andere juristisch durchsetzbare Lösung für die…“

„… würden auch in Fahrschulen zunehmend Simulationsprogramme benutzt, die Unfälle mit unabsehbaren Folgen quasi ohne Konsequenzen für die Probanden durchgehen ließen. Pfeiffer sehe hier ein psychologisch hoch wirksames Modell der Konditionierung auf Fremdschädigung, das die niederen Instinkte von SUV-Fahrern direkt triggere und eine Eignung für den Straßenverkehr total…“

„… gebe es keinen Nachweis, dass SUVs für Amokläufe oder Familientragödien verantwortlich seien. Es komme hin und wieder zu Jagden und Trunkenheitsfahrten in der Fußgängerzone sowie in verkehrsberuhigten Bereichen, doch sei dies nach Annahme des LKA Sachsen eine ganz normale…“

„… klare Grenzen gesetzt werden müssten. Die Drosselung der Höchstgeschwindigkeit auf 25 km/h würde in einem ersten Schritt eine wesentliche…“

„… von überwiegend fremdländischen Clans als Statussymbole benutzt würden. Erwerb und Besitz von SUVs führe nach Seehofers Ansicht direkt in den islamistischen Terror, da sich gewaltbereite Deutsche durch das Vorbild von…“

„… könne auch die MPU vor dem Erwerb eines SUV verpflichtend werden. Wer sich charakterlich nicht eigne, hochbeinige Autos innerstädtisch zu bewegen, dem sei auch eine Abschätzung der Folgen nicht ohne weiteres…“

„… der Mensch nicht mehr im Mittelpunkt des Straßenverkehrs stehe. Der Katholische Deutsche Frauenbund fordere von der Kanzlerin, einen in der Heiligen Schrift nicht genannten Fahrzeugtyp aus der gotteslästerlichen Verwendung für den…“

„… befürchte der Innenminister eine Spirale der Aufrüstung, die durch schwere Fahrzeuge erst in Gang gesetzt werde. Würde man die Benutzung von SUVs weiterhin ohne Restriktionen erlauben, so würden in einer linksextremistischen Regierung unter Olaf Scholz bereits Schützenpanzer legal, was durch weitere Gesetze der grünen Verbotspartei spätestens in der übernächsten Legislatur für ein…“

„… dass in einem ersten Schritt Berichte über besonders spektakuläre Verkehrsunfälle aus den öffentlich-rechtlichen Medien entfernt, später dann auch aus regionalen und überregionalen Angeboten der Printkonzerne getilgt würden. Laschet halte nichts davon, die hysterische Fokussierung auf negative Folgen des Fahrzeugsverkehrs zu…“

„… sei gerade Wehrtechnik in ihrer komplexen Verwendung nicht für jeden Laien nutzbar. Kramp-Karrenbauer wisse aus eigener Erfahrung, dass ein Kampfjet kein Brokkoli sei, und plädiere deshalb für sicherheitsbewusstes Fahren in den.…“

„… die Talkrunde über Unfallfolgen durch SUVs ausschließlich mit den Vorständen deutscher Automobilbauer zu besetzen. Buhrow habe sich für die Sendung entschuldigt und werde aus Gründen der Transparenz vor den geplanten Wiederholungen jeweils Werbespots der nicht beteiligten…“

„… nicht nachgewiesen sei. Zwar müsse man die hohe Zahl von Schusswaffen im Besitz von mutmaßlichen Rechtsterroristen im Auge behalten, doch sei eine Pistole allein noch nicht gefährlicher als beispielsweise ein Computerspiel, mit dem die Anwendung nicht oder nur unter bestimmten…“





Lauch

2 02 2021

„Wobei ich auch immer wieder festgestellt habe, dass sie total humorlos sind.“ „Vor allem haben sie absolut keine Ahnung, wie man über sich selbst lacht.“ „Doch, ab und zu macht das mal einer.“ „Also Sie meinen professionelle Kabarettisten?“ „Das ist dann nur eine einstudierte Rolle.“ „Also Nestbeschmutzung als Geschäftsmodell.“ „Typisch deutsch halt.“

„Man darf das eigentlich gar nicht sagen, sonst wird man gleich als Rassist bezeichnet.“ „Dass man die Mehrheit hier rassistisch findet?“ „Als Mehrheit darf man das sowieso nicht sagen.“ „Das liegt aber auch an dieser deutschen Eigenschaft, dass man natürlich kein Rassist ist, aber alle anderen sind natürlich Rassisten, weil sie einen als Rassisten bezeichnen, sobald sich einer von ihnen als Rassist outet.“ „Das liegt vermutlich daran, dass sie sich immer als ganzes Volk angegriffen fühlen, wenn ihnen einer Nationalismus vorwirft.“ „Manche reagieren dann sogar gewalttätig.“ „Das erkennt man aber daran, dass es Einzelfälle sind.“ „Können die sich denn in der Öffentlichkeit nicht irgendwie anders artikulieren?“ „Was artikulieren?“ „Dass sie als Mehrheit unterdrückt werden.“ „Naja, in der Öffentlichkeit darf man das jedenfalls nicht mehr sagen, sonst wird man gleich unterdrückt.“ „Klar, dann bleibt einem natürlich nur noch Gewalt.“

„Lassen Sie uns bei diesem Thema bleiben: ist es denn gerechtfertigt, dass Deutsche sich zur Wehr setzen, wenn sie sich durch die gesellschaftlichen Verhältnisse angegriffen fühlen?“ „Das Problem ist, Deutsche setzen sich gleich zur Reichswehr.“ „Die wollen ja gar nicht über Diskriminierung sprechen, schon gar nicht vorurteilsfrei.“ „Meinen Sie, die müssten sonst zugeben, zu Recht diskriminiert zu werden?“ „Sie müssten zugeben, dass sie das nur für die eigene Opferrolle behaupten.“ „Das ist eine schwere Anschuldigung!“ „Das fällt aber auch auf fruchtbaren Boden.“ „Wenn ich mir vorstelle, dass man mit solchen Rechtfertigungsmodellen schnell eine enorme Gefolgschaft in den sozialen Medien generieren kann, dann ist das schon plausibel.“ „Sie unterstellen den Deutschen ein gezieltes Vorgehen, das sich…“ „Es sind ja auch nicht alle dumm.“ „Und diese Mechanismen sind seit vielen Jahren produktiv.“ „Da ist vieles historisch bedingt, von den großen Einwanderungswellen unter Friedrich dem Großen angefangen.“ „Und dann haben diese Osteuropäer den deutschen Bergarbeiter ja fast verdrängt.“ „Das sind nationale Traumen.“ „Mag ja alles sein, aber sie haben seit Jahrhunderten immer wieder die Chance gehabt, sich in eine stark von Einwanderung Technologie- und Kulturtransfer geprägte Gesellschaft zu integrieren.“ „Hm, ja.“

„Hätten wir nicht einen von denen fragen sollen, die sich diskriminiert fühlen?“ „Auf der anderen Seite, haben Sie Lust, sich dieses ewige Gejammer anzuhören, dass Deutscher sein inzwischen wie eine Straftat behandelt wird?“ „Das kennt man auch aus ihren Zeitungen.“ „Und sie werden auch in manche Sendungen eingeladen, wo sie immer wieder diese alten Geschichten erzählen.“ „Also wenn man etwas als Geschäftsmodell bezeichnen sollte, dann ja wohl das!“ „Sich diskriminiert fühlen und dafür noch Startgeld kassieren!“ „Widerlich!“ „Dafür habe ich echt kein Verständnis mehr.“ „Wobei wir jetzt genau genommen nicht sehr fair sind, in einer solche Debatte sollte man auch Betroffene zu Wort kommen lassen.“ „Um sich mit Geschichten aus dem Paulanergarten zu langweilen?“ „Anekdotische Relevanz ist eben meist aus einer gewissen Hysterie gespeist.“ „Verstehe, bedauerliche Einzelfälle.“

„Meinen Sie denn, dass der Eindruck, durch Sprache diskriminiert zu werden, auch die Realität widerspiegelt?“ „Wenn wir alles verbieten würden, wodurch sich andere angegriffen fühlen könnten, dann hätten wir gar keine Meinungsfreiheit mehr.“ „Das muss der Diskurs schon aushalten, dass man auch mal Einzelmeinungen toleriert.“ „Und das mit dem Humor ist ja auch kein Einzelfall.“ „Wir reden hier jetzt nicht von Beleidigungen oder verbaler Gewalt, aber wenn man die als Kartoffel…“ „Ja, das Argument kennen wir – die Kartoffel kommt ursprünglich aus Südamerika, das stellt die Identität der Deutschen in Frage.“ „Aber die fühlen sich ja schon angegriffen, wenn sie als Lauch bezeichnet werden.“ „Lauch?“ „Das habe ich jetzt nur für ganz bestimmte Gruppen in Erinnerung.“ „Nach dem Verständnis dieser Deutschen darf aber auch nur ein Deutscher entscheiden, ob irgendetwas objektiv als Beleidigung gemeint ist.“ „Der Diskurs muss also auch aushalten, was manche nicht hören können?“ „Das würde ich dann aber nicht mehr als objektiv bezeichnen.“ „Also wenn ich jetzt einen Deutschen als Bleichgesicht anspreche, dann hat der doch aus sozialgeschichtlicher oder kulturgeschichtlicher Sicht auch immer die Chance, das positiv bewerten zu können.“ „Das sind eben die Erfahrungen, die zum Teil über Generationen…“ „Und weil diese Scheißkartoffel im Geschichtsunterricht gepennt hat, soll ich jetzt Rücksicht nehmen!?“

„Wo sehen Sie denn Wege aus dieser Krise?“ „Wieso Krise?“ „Ich bin gegen Diskriminierung, aber irgendwann muss auch mal gut sein.“ „So sehe ich das auch.“ „Ich sehe das pragmatisch, wenn die den Eindruck haben, sie könnten hier nicht mehr leben, wir hindern sie nicht am Auswandern.“ „Da der Deutsche ja alles besser kann und sich fürs Fernsehen beim Auswandern filmen lässt, ist doch alles gut, oder?“ „Liebe Zuschauer, das war unsere heutige Talkrunde Deutschland direkt live aus Studio C, morgen erwartet Sie an dieser Stelle Markus Willberg mit Zur Sache. Wir wünschen Ihnen eine geruhsame Nacht.“





Schwarzer Block

26 01 2021

„… sich künftig gegen extremistische Aufmärsche besser zur Wehr setzen wolle. Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen plane durch die Änderung des Versammlungsgesetzes eine deutliche…“

„… von der AfD entschieden abgelehnt werde. Meuthen sehe eins der wichtigsten Grundrechte des deutschen Volkes vor der Abschaffung durch die linksfaschistische Junta, die sich ganz im Einklang mit der Scharia und anderen rassefremden…“

„… werde IM Reul keine Anzeichen einer antidemokratischen oder gewaltbereiten Gesinnung dulden. Man könne in der Bundesrepublik auch auf friedliche Weise demonstrieren, wenn dies die Polizei erlaube und es keine Beschwerden von Anwohnern oder…“

„… paramilitärisches Auftreten nicht toleriert werden könne. Ausnahmen seien da vorgesehen, wo das Gedenken gefallener Wehrmachtssoldaten nicht von einer kriegerischen Tradition getrennt werden könnten, um den historischen Hintergrund der Veranstaltung nicht in ein falsches…“

„… vermittle eine Gruppe ganz normaler Demonstranten, die vereinzelt Galgen oder Bilder der Bundeskanzler in KZ-Kleidern mitführe, bei den Bürgern keine gesteigerte Gewaltbereitschaft. Da die Ablehnung nicht den anderen Menschen auf der Straße gegenüber artikuliert werde, könne kein Verbot ausgesprochen werden, das eine Auflösung oder Einschränkung des…“

„… gelte das geplante Verbot nach Angabe des Innenministeriums auch für Einschüchterungen, die von den Demonstrierenden ausgehen würden. Das Auftreten der Teilnehmer dürfe keine Angst bei friedlichen Bürgern auslösen, weshalb auch das Tragen von Uniformen strengstens untersagt werde und nur für Gesamtverbände, die beispielsweise für eine Partei oder anderweitig weltanschauliche…“

„… als ‚linke Scheißzecken‘ bezeichnet habe, die vor 1945 schon einmal ‚das Reich ausradiert‘ hätten. Der 103-jährige Kriegsteilnehmer Herbert H. fürchte sich seit dem Fronterlebnis in Stalingrad vor ‚Dreckskommunisten‘, was die Kundgebung in Bottrop erneut zum Auslöser posttraumatischer Belastungsstörungen gemacht habe. Die Demo der Landesschülervertretung sei durch eine berittene Staffel der Bereitschaftspolizei aufgelöst worden, um die Rechte lebensälterer Mitbürger nicht in…“

„… die Reichskriegsflagge nicht als Bedrohung einstufe. Diese müsse nach dem Urteil des OLG Hamm mindestens einmal vorsätzlich als Hieb- oder Schlagwaffe eingesetzt werden und zu Verletzungen bei Andersdenkenden führen, die nicht mutmaßlich schon durch ihre ablehnende Gesinnung auch mit legalen Waffen zu erheblichen Verletzungen an…“

„… fühle sich Chrupalla wie 1933, wenn er die landfremden Elemente durch die Landeshauptstadt laufen sehe. Die von der Neuen Synagoge in Richtung Johannes-Rau-Platz ziehende Gemeinde dürfe nie wieder die Kultur und das politische Leben so nachhaltig schädigen, wie das in den dunkelsten Jahren des deutschen…“

„… mehreren Schüssen erlegen sei, die sich beim Waffenreinigen und während des Transports in die Notaufnahme gelöst hätten. Die Passantin habe bereits durch das Tragen schwarzer Kleidung einen bedrohlichen Eindruck zu erwecken versucht. Da an dem betreffenden Tag keine Demonstration in Remscheid angemeldet worden sei, habe die Polizei vom gewaltsamen Übergriff des Schwarzen Blocks auf das Bundesland ausgehen müssen, was nur durch gemeinsame Anstrengung im letzten…“

„… künftig Demonstrationen am 9. November generell verbieten werde. Der auch von der SPD getragene Gesetzesentwurf umfasse nach Ansicht der Opposition im Landtag auch für demokratische Kräfte deutliche Einschnitte, die die Distanzierung vom Extremismus erschweren würden, dies sei jedoch für Sozialdemokraten weder neu noch…“

„… die Auflösung des Schweigemarsches befohlen habe. Die etwa hundert Pflegekräfte, die für bessere Schutzmaßnahmen in den Klinken des Landes Nordrhein-Westfalen auf die Straße gegangen seien, hätten durch ihre einheitlich grün und weiße Berufskleidung einen uniformähnlichen Eindruck erwecken wollen, der dazu geeignet gewesen sei, Politiker in Angst zu versetzen, was nur durch sofortige Anwendung von Schlagstock und Reizgas durch die…“

„… es sich bei der getöteten Studentin um ein Mitglied der Partei Die Rechte gehandelt habe. In ihrem Rucksack habe sich neben einer illegalen Schusswaffe und Munition aus Bundeswehrbeständen auch gewaltverherrlichendes Material sowie eine Anleitung zum Bau von Rohrbomben befunden. Reul bedauere den auf einer Fehleinschätzung beruhenden Zugriff und werde in Zukunft für einen besseren Dialog der Polizei mit jungen, patriotisch eingestellten Menschen in…“

„… das Tragen von Uniformteilen nicht verboten sei, wenn es anderen Zwecken als der Einschüchterung diene. Die von einem Verein zur Verteidigung der arischen Volkheit beantragte Verwendung der Hakenkreuzarmbinde zu Sport- oder Straßenkleidung diene friedlichen Zwecken, falls es nicht zu Provokationen durch linke und…“

„… den 27. Januar in diesem Jahr feierlich begehen würden. Unter dem Motto Befreiung von Auschwitz – Einmal und nie wieder! werde eine Delegation von AfD-Parlamentariern aus Bund und Ländern einen Fackelmarsch durch Düsseldorf veranstalten. Im Gegenzug verzichte IM Reul auf die Kontrolle der Schutzmasken, da eine militante Polizei mit dem Grundgesetz nicht…“





Minus mal Minus

21 01 2021

„… deutlich verschärft werden müssten, um die Inzidenzwerte bundesweit zu senken. Sämtliche Bestimmungen der Ministerpräsidenten seien daher auf die Zusammenarbeit der Länder ausgelegt, wie die Spitzen von Kanzleramt, RKI und…“

„… die Schulen aber unter keinen Umständen schließen würden, da die SPD die Infektionsraten bei Kindern und Jugendlichen falsch gewichtet sähen. Schüler würden sich, so Giffey, nur nach dreizehn Uhr, bei Ganztagsschulen nur nach sechzehn Uhr anstecken, was auch für die…“

„… sich der schwedische Sonderweg als falsch herausgestellt habe. Da im Gegensatz zu deutschen Bestimmungen dort keinerlei Ausgangssperren verhängt worden seien, werde man nun in allen Kommunen die Bürgerinnen und Bürger nach 21:00 Uhr in den…“

„… ab sofort gelte. Dass Personen, die noch nicht in Besitz einer FFP2-Maske seien, kein Ladengeschäft betreten dürften, um FFP2-Masken zu erwerben, habe Laschet als zu vernachlässigende Größe bezeichnet, mit der sich Deutschland als Nation von Sportwagenhändlern nicht…“

„… den Besuch von Kirchen weiterhin nicht einschränken wolle, wenn konsequent auf Gesang verzichtet werde. Dies umfasse allerdings nicht die Kultstätten anderer Religionen, denen mutmaßlich eine sehr viel höhere Infektionsrate durch andere Gebetsriten oder…“

„… gelte eine Plexiglasscheibe zwischen zwei Personen nicht als ausreichender Infektionsschutz und könne durch polizeiliche Maßnahmen sofort entfernt und als Ordnungswidrigkeit geahndet werden. Die Installationen im sächsischen Landtag seien folgerichtig nicht abgebaut worden, da dort sehr viel mehr als nur zwei Personen gleichzeitig in den betreffenden…“

„… genau kontrolliert werde, ob Busfahrgäste erst um 20:59 Uhr zugestiegen seien, um aus Vorsatz die polizeilichen…“

„… müsse man von einer Maskenpflicht bei medizinischem Personal in Arztpraxen absehen, um die Beschäftigten nicht zu verunsichern. Im Gegensatz zu Klinikmitarbeitern sei bei niedergelassenen Ärzten nicht mit Gefahren für…“

„… rate man der Bevölkerung zu Masken mit Ausatemventilen, die für Klinikmitarbeiter zwar nicht untersagt, aber auch nicht empfohlen worden seien. Abgesehen von gesundheitlichen Schäden habe der Bundesgesundheitsminister eher den infektionsbedingten Ausfall von Pflegern in Kauf genommen, da arbeitsrechtliche Konsequenzen noch sehr viel teurer als der…“

„… dass die Probe des Chors der Heilig-Kreuz-Kirche in Bad Gnirbtzschen keinesfalls als Ordnungswidrigkeit gewertet werden könne, falls es ein Öffnungsverbot für Nagelstudios gebe. Nach der theologischen Grundregel Minus mal Minus macht Plus seien hier sämtliche…“

„… auch Verkaufspersonal keinen Mundschutz mehr tragen müsse. Der Einzelhandel nehme dies mit Erleichterung zur Kenntnis, könne aber nicht versprechen, dass bisher freiwillig versprochene Pauschalen zum Kauf von Masken auch weiter von den Arbeitgebern…“

„… hätten die Ministerpräsidenten recht herzlich um eine Selbstverpflichtung der Wirtschaft gebeten, Heimarbeit statt Anwesenheitspflicht im Betrieb zu erlauben. Bei Zuwiderhandlungen seien sich die Länderchefs einig, dass man mit dem Wohlwollen der Konzerne rechne und auf ein gutes Einvernehmen bei Parteienfinanzierung und…“

„… könne man bei Arztpraxen von einer sehr niedrigen Corona-Rate ausgehen, da kommunale Gesundheitsämter mit erheblichem Einsatz dafür sorgen würden, dass dort keine Untersuchungen, Tests oder anderweitig qualifizierte…“

„… keine Bezuschussung finanziell schwacher Bevölkerungsschichten geplant sei, um FFP2-Masken zu subventionieren. Lindner rate Rentnern und Erwerbslosen zu mehr Engagement am Aktienmarkt, um sich durch solidarischen Aufbau eines Privatvermögens an der Entlastung der Leistungsträger zu beteiligen, die während der Pandemie durch vorbildliche Bereicherung den…“

„… die nächtlichen Ausgangssperren auch zu vermehrter häuslicher Gewalt führen könnten. Die unionsgeführten Länder hätten sich für unregulierte Betriebsöffnungen ausgesprochen, da sich der Frust der Arbeitnehmer so am besten am Arbeitsplatz in eine Steigerung der Wertschöpfung und die…“

„… dass die Schulen in Baden-Württemberg schon zwei Wochen eher geöffnet werden müssten, um eine rechtzeitige Gewöhnung der Bevölkerung an das Erwerbsleben zu gewährleisten. Etwaige Infektionsspitzen bei Kindern könne man tolerieren, da das Alter der Erstwähler sich noch weit über…“

„… erste Urteile erwartet würden, dass eine Maskenpflicht hinter einer Plexiglasscheibe in Sachsen und Hessen grundsätzlich nicht bestünde. Da die Demonstranten der Querdenkersekte in der Innenstadt von Wiesbaden jeweils ein kleines Stück transparenten Kunststoff mitgeführt hätten, sei die von der Union ausgehandelte Ausnahme letztlich als Stärkung der Grundrechte zu verstehen, die auch die FDP als lobenswertes Signal an den…“

„… im Devotionalienhandel weiterhin einfache Stoffmasken benutzt werden dürften. Die Deutsche Bischofskonferenz sei sich sicher, dass allein aus dem Glauben ausreichend Schutz bestehe, wie es auch durch den Innenminister und seine…“





Leithammel

20 01 2021

„Das reicht höchstens für den Trostpreis.“ „Meinen Sie.“ „Ja, meine ich.“ „Aber es hat doch schon mal ganz gut geklappt.“ „Was?“ „Das mit dem Vorsitz.“ „Verzeihung, wenn ich nachfrage: in welcher Partei, bitte!?“

„Laschet wird das schon irgendwie hinkriegen.“ „Genauso wie die Pandemiemaßnahmen oder die Energiewende: irgendwie.“ „Sie müssen das jetzt natürlich schlechtreden, aber er ist ja nun mal eine integrierende Persönlichkeit.“ „Deshalb integriert er auch so viele Millionen in die Tasche der CDU.“ „Einer muss es ja machen.“ „Und zum politischen Programm fällt Ihnen nichts ein?“ „Naja, wir als Deutsche tun uns ja traditionell schwer mit großen Veränderungen, deshalb ist ein Vorsitzender, der auf möglichst viel Kontinuität setzt, auch richtig.“ „Die ganze Karre rast auf den Abgrund zu, und diese Grinsrübe freut sich, dass er sie auf Kurs halten kann.“ „Sie interpretieren da schon wieder Dinge hinein, die gar nicht gefragt waren.“ „Das mit der Kontinuität hat Kramp-Karrenbauer jedenfalls auch schon sehr gut hingekriegt.“ „Sie sind ungerecht, die musste sich damals noch mit Merkel als Bundeskanzlerin herumschlagen.“ „Und wer ist heute Kanzlerin? Olaf Scholz?“

„Jedenfalls müssen wir mit Laschet nicht immer diese Klimaschutzschlagzeilen…“ „Weil dann über Klimaschutz keiner mehr diskutiert.“ „Wir haben das Wirtschaftswunder damals auch nicht allein mit Klimaschutz hingekriegt, schon vergessen.“ „Die Fünfziger haben gerade angerufen, sie wollen ihre Ausreden zurück.“ „Wir haben doch alles in der Hand für einen hervorragenden Aufschwung.“ „Das war der Text von Kohl.“ „Er hat schließlich das Land damit auch geeint.“ „Leider haben sie ihn nur im Osten dafür mit Eiern beworfen.“ „Heute kann man das besser machen.“ „Stimmt, Kohl musste sich ja nicht von Virologen sagen lassen, wie man Entscheidungen in einer Pandemie trifft.“ „Für solche Entscheidungen gibt es jetzt immerhin die richtigen Fachminister, die er…“ „Fällt Ihnen etwas auf?“ „Was denn?“ „Ach, war nur eine Frage.“

„Meine Güte, wenn man Deutschland endlich wieder nach vorne bringen will, darf man nicht zimperlich sein.“ „Dieser Mann zerstört in seinem Bundesland Dörfer und vertreibt Menschen, um die sowieso dem Untergang geweihte Kohleindustrie noch ein bisschen länger am Leben zu erhalten.“ „Wenn er das mit der Kohleindustrie schafft, rettet er bestimmt auch die CDU vor dem Untergang.“ „Er lässt Gutachten verschwinden, in denen das Abbaggern als vollkommen überflüssige und nur zur Klimaschädigung geeignete Maßnahme zum finanziellen Vorteil der Energiekonzerne erkannt wird.“ „Da haben wir jetzt endlich mal einen Vorsitzenden, der sich gegen diese Hysteriker aus der Klimaterrorbranche zur Wehr setzen kann, und Sie sind immer noch nicht zufrieden.“ „Sie müssen doch auch mal an morgen denken, da brauchen wir solche Persönlichkeiten.“ „Morgen?“ „Da wählen die Deutschen den Bundestag, schon vergessen?“ „Vor allem wählen da nicht nur die Westdeutschen den Bundestag.“ „Ja, warum?“ „Weil wir mit dem grandios abstinken werden. Darum.“ „Jetzt denken Sie doch mal strategisch.“ „Laschet als Vertreter des Ostens!?“ „Natürlich ist er für eine Kontinuität in Deutschland.“ „Das erzählen Sie mal den Typen in Dresden, die heute schon an ihren Laschet-muss-weg-Plakaten pinseln.“ „Aber die wollen doch auch die gute, alte Zeit wieder.“ „Was an den verkalkten Ansichten Laschets mit seinem Klerikalnepotismus gut sein soll, erzählen Sie mir ein andermal.“ „Das hat doch bei Kohl auch…“ „Die Steigerung von Kohl war schon Köhler, und das hat auch nicht ganz hingehauen. Außerdem war das die Nachgeburt des rheinischen Vulgärkatholizismus, und wie Sie den in den Osten transplantieren wollen, bleibt sicher auch Ihr Geheimnis.“ „Man kann das dem Osten sicher als jüdisch-christliches Abendland verkaufen, oder?“ „Dann wissen Sie sicher auch, wie wir dem Osten einen Parteifunktionär ohne nennenswerte Bodenhaftung oder Führungsqualitäten im eigenen Bundesland als neuen Leithammel schmackhaft machen können.“ „Er hat eine sehr deutliche eigene Meinung, das wird man denen doch als osttaugliche Strategie unterjubeln können? außerdem fand er Sarrazin immer schon gut, den könnten wir für den Wahlkampf bestimmt nach Sachsen oder…“

„Gut, Sie wollen also in Sachsen und Thüringen einen Sack aufstellen, der alles wie Merkel macht und eine tolle Zukunft verspricht, solange nur die Fleischindustrie und die Küchenbauer ihre Gewinne nicht einbüßen.“ „Wollen Sie lieber einen asozialen Kapitalisten, der den ganzen Osten an die Banken verscheuert?“ „Dann hätten wir ja gleich Merz nehmen können.“ „Eben, sehen Sie. Ich meine, wir können doch jetzt nicht jede Wahl rückgängig machen, nur weil es im Osten Probleme gibt.“ „Das war mir auch klar, aber Sie verstehen es nicht: wir sind immer noch beim Parteivorsitz, der Rest ist noch gar nicht dran.“ „Mir fällt nichts mehr ein.“ „Mit auch nicht.“ „Spahn hat sich zur Vorsicht auch gleich disqualifiziert.“ „Röttgen?“ „Ich dachte, es ginge hier um den Vorsitz?“ „Auch wieder richtig.“ „Dann bin ich mit meinem Latein am Ende.“ „Warten Sie mal. Hallo, München? Grüß Gott, Herr Ministerpräsident, nur eine kurze Frage: wenn die CSU jetzt doch in ganz Deutschland antreten dürfte – Ihnen wäre das egal, wer unter Ihnen Kanzler wird, oder?“