Gernulf Olzheimer kommentiert (CCCLXXVI): Das Recht auf Angst

23 06 2017
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Rrt und seine neuronal ungesegnete Rotte lagen auf Anstand, als es dumpf hinter ihnen schnaubte. Das Wollnashorn war’s, jene Art, die geschmort gut zu Schnuffelbeerkompott passte, meistens jedoch die Hominiden zu Blutsuppe verarbeitete und dem männlichen Nachwuchs damit den frühzeitigen Familienanschluss sicherte. Der geölte Blitz war noch nicht erfunden, hier jedoch wäre die passende Gelegenheit dazu gewesen, denn die ganze Schar fegte heulend durch die Steppe, voll auf Adrenalin, und nichts kennzeichnet die vermeintlich fähige Affenart mehr als das geplante Durchdrehen unter erwartbaren Umgebungsvariablen. Die Erleuchtung ist noch nicht greifbar, da schießen sie schon die Kronleuchter aus. Noch ist seine Zunge nur des Lallens mächtig und die Religion nicht erfunden, aber dunkel dräut ihm, er habe ein Recht auf Angst.

Denn damit wird alles besser, das arme Hascherl darf kleinkindisch in scheuer Lähmung harren, bis der starke Mann das Böse weggeräumt hat. Zwar legt der gemeine Blödkolben größten Wert auf eine zünftige Reifung, will überall mitreden, fühlt sich für jede Verschwörungstheorie aufgeklärt genug und hat sowieso das Schnittbrot im Alleingang erfunden, aber er ginge aber nie ohne Pfeifen in den Keller, es sei denn, er kann damit sein präpotentes Gehabe gegenüber dem Objekt klein a ausleben. Das gibt Halt und Hoffnung: bald ist aller Tage Abend, bis dahin kann er in geübter Starre hocken.

Denn Angst konserviert. Wer sich nicht bewegt, fühlt seine Fesseln nicht – wer daran arbeitet, eine Fesselgesellschaft zu errichten, nimmt diesen Umstand gerne mit – und richtet sich wiederum bequemer ein in einem Marionettenstaat, der die Heilmittel lieber auf die Wände malt, anstatt sie durch gezieltes Eingreifen einzusetzen. Geistige Laubsägearbeiten dieser Couleur rechnen fest mit der Panik, die sich unter der Couch einigelt, und nur die stützt durch pure Ignoranz den Abbau aller demokratischen Rechte, gegen die furchtloser Widerstand gefragt wäre. Mit Logik und tapferer Rationalität lässt sich der Schrecken bekämpfen, mit Irrationalität wird die Angst geschürt zur reinen Laberlohe, die an den Synapsen glodernde Flut anschwappt. Sie ist schließlich das perfekte Marketinginstrument für Waffen, Versicherungen, Vitaminpillen und rechtsradikale Propaganda. Wer würde dazu schon Nein sagen.

Tief greift das in die Persönlichkeitsstruktur ein, berührt die Kernbereiche der Psyche an blutenden Punkten – gelernt ist gelernt, und sozialisiert ist sozialisiert, wir schleifen das Erbe zahlloser Väter mit uns herum, sehen nicht einmal, wie wir uns von den Traumatänzern unterscheiden und pusten alles zur Panik auf, was nicht vor uns wegrennt. Von der fallenden Kokosnuss auf dem Karibiktrip die Birne zermarmelt zu kriegen ist wahrscheinlicher als das Ableben in der dschihadistischen Splitterbombe, vor allem als Einwohner von Bad Gnirbtzschen an der Schlömma, und doch schreiben die Zeitungen nie doppelseitige Farbberichte über tote Touristen in der Südsee. Vermutlich hat auch dies Methode: die geneigte Politik macht Angst zur medientauglichen Waffe, um ihren Krieg gegen die Verfassung zu rechtfertigen, und wer würde Grundrechte wegen ein paar Palmen aushebeln können. Dabei unterliegt der scheinfreie Zweibeiner einer üblen Paradoxie: er gibt seine Feigheit als zivilisatorisch errungene Notwendigkeit an, ist in Wahrheit aber doch wieder der bornierte Urmensch, der im infantilen Stadium der Abwehr von Scheingefahren bleiben will. Lauter promovierte Neger fluten sein Schlesien, die Frauen wollen ihn nicht mehr, die Kinder studieren so Sachen mit Medien, der Chef wird laut und die Entscheidung ist denkbar eng: ab in die Prärie oder dem Alten eine reinzimmern. Der Blödföhn ist physiologisch immer noch im Pleistozän. Es ist die hardwarenahe Programmierung, die das Fluchttier schockgefriert und in der selbst verschuldeten Unmündigkeit verleimt; so muss der Bescheuerte keine Aktivität ergreifen und kann sich in der Angst suhlen, die je um je sich festsetzt als Urgrund der Unfähigkeit. Wer auch immer sich die Erde untertan machen wird, diese Querkämmer schon mal nicht.

Und so evozieren sie immer neue Beklemmnis, Horden von Muslimen, homosexuelle Lehrer, freie Bildung, alleinerziehende Mütter, Länder ohne Grenzen und eine Gesellschaft, die die Aufklärung zur Kenntnis genommen hat. Sie haben es noch nie gesehen, wahrscheinlich würden sie die Aufklärung nicht einmal bemerken, wenn sie ihnen hinterrücks in den Nacken atmete, aber sie würden rennen, alternativ: ihre eigene Unfähigkeit in Hass auf jedes andere Objekt ummünzen, sich hilfsweise in etwas integrieren, das es ohne sie nicht geben müsste. Zur Freiheit gehört auch das Recht, die Hysterie einer Gesellschaft zu ignorieren. Aber was kümmert das die Hysterie. Und was hätte sie mehr zu bieten als Angst.





Umschulung

19 06 2017

„Nehmen Sie Platz, Sie haben heute alle Unterlagen dabei? Leistungsbescheid, Krankenkasse, das AfD-Parteibuch? Ich stelle Ihnen den Gutschein sofort aus, morgen früh geht’s los. Acht Uhr, die Adresse des Bildungsträgers hatte man Ihnen ja mitgeteilt, angesichts Ihrer Staatsangehörigkeit waren wir auch davon ausgegangen, dass Sie mit der deutschen Sprache keine semantischen Probleme haben.

Sie werden sich um Ihren Lebensunterhalt selbst bemühen. Die Partei, die Leutchen wie Sie mit parlamentarischen Mandaten über Wasser hält, löst sich ja gerade in ihre Bestandteile auf. Seien Sie froh, dass wir Ihren Vorschlag mit dem Arbeitslager für Erwerbslose nicht ernst genommen haben, Sie säßen sonst nicht hier. Etwas mehr Dankbarkeit, wenn ich bitten dürfte. Wir praktizieren hier den deutschen Rechtsstaat, den Sie anscheinend nicht ausreichend verinnerlicht haben.

Gut, Sie haben nichts gelernt, Fortbildung war bei Ihnen umsonst, und jetzt kommen Sie bei der Bundesagentur angeweint, dass Sie Ihre Miete nicht bezahlen können? Lassen Sie mich kurz überlegen. Bisher war das doch auch nicht Ihr Problem. Als bildungsresistente Deckschicht auf dem rechten bis rechtsextremen Radikalismus – wir kommen noch zu der Unterscheidung, Sie halten jetzt einfach mal die Füße still – haben Sie sich bislang gerade so durchgemogelt, wie? Das ist schön, so wollen wir den Bundesbürger. Arbeiten, Konsumieren, die Reproduktion ist natürlich Privatsache, aber wenn der Gehorsam aufhört, wird’s halt kritisch. Lustig nur, dass ich das Ihnen erzähle.

Schauen Sie, an geistig minderbemittelten Deppen – Sie haben das Parteibuch, also sind Sie ein geistig minderbemittelter Depp, stehen Sie doch wenigstens dazu – lässt sich das besonders gut erklären. Sie meinen ja auch, man müsse bloß die Einstiegsdrogen wie Cannabis verbieten, dann gäbe es auch keine Drogentoten mehr. Ich mag Sie, ganz ehrlich. So etwas wie Sie kriegt man ja ohne Geld und Schutzanzug nicht mehr zu sehen. Warum nur werden so viele Kiffer niemals heroinabhängig? Und wenn sie es werden, ist es nicht eher eine Korrelation, weil sie ihr Gras unter der Hand bei einem Verbrecher kaufen müssen? Sind nicht auch die meisten Rechtsextremisten irgendwann mit einem gekochten Ei am Frühstückstisch gesessen? Warum verbieten wir dann nicht einfach Eier, um den Rechtsextremismus loszuwerden? Und ist ein gekochtes Ei pro Tag genug, um aus geistig minderbemittelten Deppen wie Ihnen zuverlässig völkische Vollidioten zu machen? Haben Sie es schon kapiert? Genau deshalb bekommen Sie jetzt Ihre Umschulung zum Islamisten.

Glauben müssen Sie da gar nichts. Machen Sie sich von der Vorstellung frei, dass Sie irgendeine Art von Vorwissen bräuchten für eine Karriere als Terrorist – als rechter Mitläufer bestand Ihr Weltbild auch größtenteils aus zusammengefegtem Halbwissen und wirren Verschwörungstheorien. Was Sie an Kenntnissen über den Islam brauchen, lesen Sie sich an zwei Tagen aus einem Heftchen an, das lernen Sie dann auswendig, so gut es geht, und dann brauchen Sie es nie wieder. Eine militante Gesinnung, Hass auf die Gesellschaft, paranoide Züge, das können wir bei Ihnen alles voraussetzen, und dann sollte der Gruppenunterricht aus Ihnen einen Top-Terrorunterstützer machen. Weitere Bildungsziele wie Selbstmordattentäter sind nicht ausgeschlossen.

Wir brauchen engagierte Leute wie Sie! Ist das denn nicht ganz in Ihrem Sinn? Ihre eigene Partei steht auf dem Standpunkt, dass nur islamistischer Terror die völkische Ideologie retten kann. Setzen Sie sich für Deutschland ein! Schlappschwänze wie Höcke und Poggenburg braucht doch kein Schwein. Deshalb gehen Sie mit gutem Beispiel voran in den Tod, das Vaterland wird’s Ihnen dann schon danken.

Doch, das ist mein Ernst, warum fragen Sie? Es ist die richtige Tätigkeit, um das gesellschaftliche Feindbild zu erhalten. Erinnern Sie sich noch daran, was ich Ihnen gerade von der Korrelation erzählt habe? Sie sind für uns eine hervorragend zur fachlichen Weiterbildung geeignete Arbeitskraft, deren Flexibilität auf dem sozial relevanten Markt einen hohen Stellenwert hat. Warum sind Sie in die AfD eingetreten, wissen Sie das noch? Eben, die ganze Richtung. Und wir ändern jetzt einfach Ihre Marschroute. Es geht ja beim Terror nicht um die Radikalisierung des Islam. Es geht lediglich um die Islamisierung von ein paar Radikalen. Radikal sind Sie, das haben Sie bereits unter Beweis gestellt, und so weit ist Ihr Denkmodell ja nicht vom IS entfernt. Das bilden Sie sich bloß ein.

Sie werfen doch den sogenannten Eliten vor, ein diktatorisches System errichten zu wollen, dabei wollen Sie es selbst. Wen Sie als Eliten sehen, das möchte ich gar nicht mal wissen. Vermutlich Leute, die einen Schulabschluss haben. Und jetzt ist es für Sie schon eine Zumutung, wenn Sie Ihr Geld mit Arbeit verdienen müssen? Weil wir Ihnen einen Job verschaffen, der Ihnen durchaus zumutbar ist? Ich muss schon sagen – das lassen Sie mal nicht Ihre Parteigenossen hören, die lesen Ihnen am Ende noch das Wahlprogramm vor. Ja, natürlich können Sie das ablehnen, aber dann zahlen wir eben auch nichts mehr. Wo wollen Sie dann hin? Nach Ungarn?“





Hitzschlag

6 06 2017

„Sie müssen doch auch mal das Positive sehen! Wenn es wirklich Erderwärmung gibt, dann kann man das bestimmt irgendwie wirtschaftlich nutzen, oder? Das heißt mehr Arbeitsplätze, mehr Stimmen bei der Bundestagswahl, so muss das laufen!

Hören Sie mal, wir sind hier in der CDU, da ist Regierungsverantwortung, oder wenigstens ist hier wichtig, dass wir regieren. Da können wir uns nicht ständig von irgendwelchen Kanzlerinnen erpressen lassen, sonst läuft hier bald gar nicht nichts mehr. Also jammern Sie nicht, machen Sie mal lieber ein paar Vorschläge, wie man die ganze globale Sache hier irgendwie vermarkten könnte. Das mit der Temperaturerhöhung ist ja schon ein guter Anfang, aber so nützt uns das noch nichts.

Sie meinen touristisch? Klingt gut. Safari in der Lüneburger Heide! Da könnte man das ganze Zeugs nachzüchten, das vom Artensterben bedroht ist, und dann können Sie vor Ort Elefanten abknallen! Da steigen Sie in den Münchener Hauptbahnhof ein und sind im Grunde genommen gleich in Afrika. Hübsche Hotelanlage dazu, Pool, ein paar Neger als Zimmermädchen, fertig ist die Laube. Nein, doch das nicht – ich bitte Sie, nur weil wir da ein ordentliches Schwimmbad reinbauen, muss man das nicht gleich mit Sonnenkraft beheizen. Das ist irgendwie blöd, da könnten wir gleich ein veganes Frühstücksbüfett anbieten. Sehen Sie lieber die Standortvorteile, wenn wir ausländische Touristen nach Deutschland locken. Wir haben hier Sonne, die Bimbos saufen ab und gehen uns mit ihrem ewigen Gejammer nicht mehr auf die Nerven – Win-Win, Kollege! Dann können wir endlich mit der Scheißentwicklungshilfe für die Hungerleider Schluss machen und haben mehr Biodiesel für uns. Das werden noch Zeiten!

Das mit der Wissenschaftlichkeit, das ist doch auch wieder so ein Totschlagargument. Wenn etwas nicht wissenschaftlich begründbar ist, dann sollen die Leute nicht daran glauben? Ist doch Unfug! Das sagen Sie mal der Kirche, da haben Sie aber sofort ein Verfahren am Hals! Meine Güte, wem sagen Sie das – die sind ja nicht besser. Also als Union sind wir natürlich der kirchlichen Tradition verpflichtet, aber diese Drecksäcke kommen einem ja immer gleich noch mit Christentum! Schöpfung bewahren, wenn ich diese Kommunistenscheiße schon höre! Die sollte man alle ins Arbeitslager stecken, da können sie in Ruhe beten, dass sie irgendwann wieder rauskommen! Wir lassen uns jedenfalls nicht länger von dieser Windkraftlobby moralisch erpressen. Oder von den Solaranlagenbauern. Das sind lauter polnische Juden, die die deutsche Wirtschaft zerstören wollen, haben Sie das nicht gewusst? Also ich glaube auch nicht daran, das sagt nur die Steinbach, und die ist halt Mitglied in unserem Arbeitskreis.

À propos Schöpfung, wir müssten wir dann mal nachdenken über neue Fischfangmöglichkeiten. Wenn es bald in der Nordsee Thunfisch gibt, sind wir auf die teuren Importe nicht mehr angewiesen. Das macht natürlich auch mit den Handelswegen eine Menge aus, dass wir dann die Bundeswehr nicht mehr zur Sicherung der Rohstofftransporte brauchen. Die Rüstungsgüter können wir dann in Saudi-Arabien loswerden und in Israel, bisher mussten wir uns immer entscheiden, aber das ist ja nun vorbei. Sie finden das unmoralisch? Wie lange sind Sie schon in der Partei, wenn ich mal fragen darf?

Wir haben dann auch ganz neue Rohstoffe im Auge, das kann ich Ihnen flüstern. Wenn die Tundra auftaut, dann kommt da Methan raus, dafür müssten Sie eine Milliarde Kühe auswringen. Man müsste Finnland irgendwie luftdicht verschweißen, was weiß ich – da oben leben sowieso nur Säufer und Rentiere, die kriegen das wahrscheinlich gar nicht mit, dann reißen wir den Energiemarkt so richtig auf und verkaufen denen ihre eigene Scheiße als biologisch-dynamische Stromzukunft! Mann, das sind vielleicht Perspektiven!

Gut, Schleswig-Holstein können wir in die Tonne treten. Schade um Sylt. Niedersachsen sowieso. Hamburg dann wahrscheinlich auch. Mit dem Rest muss man dann mal sehen, wir haben da nicht so wirklich Ahnung, aber unsere Aktionäre sitzen zum größten Teil in den USA. Denen ist das wumpe, ob Europa absäuft. Und wir, also Sie und ich, ich meine, was soll uns groß passieren? Sie sind siebzig, ich bin auch fast siebzig, bis der Planet die Grätsche macht, sind wir beide hoffentlich tot. Ach was, auf Ihrem Grab würde sowieso keiner die Blumen gießen. Sie sind genauso ein Arschloch wie ich. Nur, einer von und hat einen Maserati in der Garage und neunzig Millionen in Panama, und Sie sind es nicht.

Terrorismus? Das halte ich jetzt aber für sehr weit hergeholt. Die ganze Menschheit in Geiselhaft nehmen für niedere Beweggründe, ideologische Verblendung und – wie jetzt, Sie vertreten ernsthaft die Ansicht, es gibt gar keinen Klimawandel? das sollen alles bloß Messfehler sein? Sind Sie noch ganz richtig im Kopf, Kollege? Nee, bedaure. Bleiben Sie mal in Ihrer Parallelwelt, mit Ihnen will die CDU nichts zu tun haben. Noch nicht.“





Kinderüberraschung

5 06 2017

„… und beobachten dürften. Ab sofort wolle das Bundesamt für Verfassungsschutz auch Kinder mit in ihre ermittlungstechnischen…“

„… vorerst nur in Schulen, Kindergärten oder Sportvereinen geschehen solle. Laut IM Herrmann (CSU) werden die regierenden Sicherheitsbehörden nur da, wo eine sofortige Abschiebung oder ein…“

„… zusätzliche Gelder bereitgestellt habe. Die Überwachung möglicherweise salafistischer Buben und Mädel im Freistaat dürfe nicht an den Hürden des Sozialstaates…“

„… eine Beobachtung von Kindern deshalb sinnvoll sei, weil sie von ihren Eltern beeinflusst würden. Wenn man die Gefahrenquelle nicht abstellen könne, müsse man doch wenigstens…“

„… noch kein einheitlicher Weg gefunden worden sein solle, wie man V-Leute in die Kita…“

„… eine Routinekontrolle der weihnachtlichen Wunschzettel durch Lehrkräfte der Primarstufe zu einer Überforderung des…“

„… alle erwachsenen Linksradikalen, Muslime, Drogenhändler, Autoanzünder, Sozialhilfebetrüger und Mietnomaden einmal Kinder gewesen seien. Mit einer Verschärfung der Sicherheitsauflagen könne sich die Gesellschaft nachhaltig von den erwartbaren Schäden durch…“

„… dass eine zentrale Steuerung des Verfassungsschutzes durch den Bund für Herrmann nicht in Frage komme. Bayern habe nicht das Grundgesetz abgelehnt, um es jetzt durch die Hintertür wieder zu…“

„… die schnelle Eingreiftruppe als Kindergarten-Cops beworben worden sei. Das Landeskriminalamt habe sich jedoch gegen diese fragwürdige Bezeichnung des…“

„… Waffenattrappen sichergestellt habe, die eindeutig den Kindern zugeordnet werden könnten. Die Erklärung, ein Cowboy- sowie ein Polizistenkostüm seien vom letzten Fasching, habe der Einsatzleiter als nicht ganz…“

„… wie eine Schulung erfolgen könne. Es bestehe laut Herrmann kein Zweifel, dass V-Kinder in der Praxis einen erheblichen…“

„… und mehrfach gegen EU-Recht verstoßen würde. Außerdem sei ein Ei mit Warnhinweisen wegen einer als Kleinteil verschluckbaren Kamera im Einzelhandel kaum als…“

„… es zwar noch keine Beweise dafür gebe, dass fremde Mächte ihre Kindersoldaten in deutschen Schulen ausbildeten, man aber bereits jetzt an einem Programm arbeite, um sie durch mangelhafte Mathematikkenntnisse zu…“

„… es sich bei dem festgenommenen Kind um die Tochter einer Sparkassenmitarbeiterin ohne Migrationshintergrund gehandelt habe. Der Verkäufer habe die Lutscherkette mit einem Sprengstoffgürtel verwechselt, worauf die Polizei das Einkaufszentrum weiträumig…“

„… dass Kinderüberraschung in mehreren Schreibweisen mit und ohne Bindestrich bereits markenrechtlich geschützt sei. Die CSU habe keine Chance, ihr Konzept zum finalen Rettungsschuss an Minderjährigen unter diesem…“

„… dass eine zentrale Steuerung des Verfassungsschutzes durch den Bund für Herrmann nicht in Frage komme. Bayern habe nicht das Grundgesetz abgelehnt, um es jetzt durch die Hintertür wieder zu…“

„… sich mehrere katholische Geistliche gemeldet hätten, die das Videomaterial aus der Kita inspizieren wollten. Sie seien zwar wegen früherer Verfehlungen nicht mehr berechtigt, die kirchlichen Einrichtungen zu betreten, würden aber mit den Filmen sehr sorgsam und…“

„… die Kontaktbereichsbeamten ausnahmslos durch mangelnde Pädagogikkenntnisse aufgefallen wären. Darüber hinaus seien sie aber bereits an Schlapphüten, beigefarbenen Trenchcoats und aufgeklebten Oberlippenbärten…“

„… sensibles Vorgehen angemahnt habe. Die Christsozialen wollten die Figur des Terrorkaspers, der alle unschuldigen Kinder totmache, vorerst nicht mehr in den…“

„… Zeugenaussagen von Dreijährigen nicht den Ansprüchen der Staatsanwaltschaft standhielten. Der Inlandsgeheimdienst habe keinen Unterschied zu seinen üblichen…“

„… durch einen Hack angezapft habe. Das Babyfon habe neben einem sehr unruhigen Schlafrhythmus jedoch keine nennenswerte…“

„… den vierjährigen Jungen mit Schokolade zur Herausgabe von Informationen habe bewegen wollen. Die Erzieherin sei wegen einer gefährlichen Körperverletzung erkennungsdienstlich behandelt worden, nachdem sie den bisher im Drogenmilieu tätigen Beamten mit einem Schlagring beide…“

„… zu einem schweren Zwischenfall in der katholischen Kindertagesstätte Mariahilf in Bad Tölz gekommen sei. Das anrückende SEK habe nur noch das geklaute Förmchen sowie den vollständig zerstörten Sandkuchen in der…“

„… keine ungesetzlichen Maßnahmen dulde. Hermann habe nochmals klargestellt, dass auch eine anlassbezogene Überwachung von Kindern, die aus Familien sogenannter Reichsbürger stammten, einen nicht zu rechtfertigenden Eingriff in die Unverletzlichkeit des…“





Schweigbarer Rest

4 06 2017

für Erich Kästner

Fahnen, wo man Blut vergoss
und die Namen schnell vergaß,
dumme Schweine, hoch zu Ross,
denen man viel Ruhm beimaß.
Ach, das Land ein Jammertal –
die Geschichte ungerecht,
war man noch so liberal,
trotzdem ging es ihnen schlecht.
Jeder hielt sich sittsam raus,
gingen unter Mann und Maus,
Krieg nach alter Väter Brauch.
  Wart nur,
    balde
      schweigst Du auch.

Heute ist man aufgeklärt.
Wo man satt und sittsam ist,
lebt es sich ganz unbeschwert,
weil man wieder schnell vergisst.
Ach, das Land ist in Gefahr,
und wenn nicht, sorgt man dafür
weil der Feind zu harmlos war
oder draußen vor der Tür.
Wieder schweigt der Bürger fein,
hüllt sich sacht ins Träumen ein,
lispelt Deutschland, wie im Hauch…
  Wart nur,
    balde
      schweigst Du auch.





Mutmaßliche Insassen

1 06 2017

„… mit neuen Gesetzesverschärfungen nicht warten dürfe, bis sie notwendig seien. Die rechtlichen Möglichkeiten, so de Maizière, müssten schon im Vorfeld auf gefährliche…“

„… viele Tausend Verbrechen gegeben habe, die von der nationalen Polizei nicht hätten aufgeklärt haben können. Darüber hinaus befänden sich zahllose rechtskräftig verurteilte Straftäter auf freiem Fuß. Angesichts dieser bedrohlichen Entwicklung habe sich das Bundesministerium des Innern entschlossen, alle Dänen sofort nach dem Grenzübertritt mit einem aufgesetzten Kopfschuss unschädlich zu…“

„… es sich bei Austauschschülern immer um potenziell illegale Einwanderer handeln könne, die ohne gültiges Visum die Bundesrepublik betreten könnten. De Maizière wolle daher ausschließlich deutsche Austauschschüler in der…“

„… jede Flagge von einem Straftäter gehisst werden könne, der dann direkt nach dem Hissen einer Flagge eine Straftat hissen wolle. Eine Beflaggung öffentlich Gebäude sei für den gescheiterten Ex-Verteidigungsminister nicht mehr zu…“

„… man keinem Bürger ansehen könne, ob Hakenkreuzschmierereien auf einem jüdischen Friedhof nicht vielmehr als Karnevalsscherz gemeint seien. Eine Vorverurteilung sei daher mit dem deutschen Strafrecht nicht…“

„… bereits in Tempo-30-Zonen eine prozentual sehr erhebliche Geschwindigkeitsübertretung die Regel sei. De Maizière wolle mit Waffengewalt durchsetzen, dass alle Kraftfahrzeuge, die im zweiten Gang durch die…“

„… die Kirchen kritisiert habe, dass sie die Auseinandersetzung mit dem Islam zu sehr dem Staat überließen. Eine gesetzlich festgelegte Pflichtpredigt über die kulturelle Überfremdung der christlichen Nation werde als vorbeugende Maßnahme des Innenministeriums viele…“

„… auch eine Selbstbezichtigung, sich mit der Ideologie der Reichsbürger zu identifizieren, für eine Strafverfolgung nicht ausreiche, da erst ein rechtskräftiges Urteil, beispielsweise nach einem Mord an Vollstreckungsbeamten, ausreichende Hinweise auf eine eindeutig undemokratische…“

„… dass sich die Kirchen zu sehr in die Debatte um die Zwangsislamisierung einmischten. De Maizière habe vor, durch eine Verfassungsänderung die Einheit von staatlicher Grundgesetztreue und christlicher Verkündigung auf Kosten des…“

„… das deutsche Waffenrecht keiner strengeren Anwendung bedürfe. Man sei ohnehin nach jeder spektakulären Straftat lange damit beschäftigt, den letzten Termin der Überprüfung von Waffen- und Munitionsschränken zu überprüfen, daher seien überstürzte Maßnahmen nun fehl am…“

„… theoretisch auf dem Kirchentag hätte geschehen können. Eine Pflichtversicherung gegen atomare Einschläge sei zwar unbezahlbar, in Hinblick auf die Wirtschaft müsse man einen gewissen Schutz vor…“

„… jeder Bundesbürger unter zehn Jahren ein mutmaßlicher Insasse einer Jugendstrafanstalt werde, sobald er nur die Voraussetzungen dafür erfülle, was aber nach derzeit geltendem Recht jederzeit legal möglich sei. Auch vor eine frühzeitig erfolgenden Zwangsmaßnahmen sei die Erziehung daher nicht…“

„… islamistischer Terrorismus erkennbar sei an Personen, die den westlichen Lebensstil, insbesondere den exzessiven Konsum von Alkohol und…“

„… allein in Bayern mehr Trunkenheitsfahrten ohne Todesopfer ausgingen als es seit dem Ende des Krieges Einbruchdiebstähle in Deutschland gegeben habe, was die Einstufung als Bagatelldelikt mehr als…“

„… dass so gut wie alle Gefährder die islamischen Maßstäbe von religiös motivierter Ernährung und Drogenmissbrauch verletzt hätten. Der Verkauf von Biermischgetränken an fremdländisch aussehende Personen sei ein nicht mehr zu tolerierender Angriff auf…“

„… mehrmals Lastkraftwagen als Tatmittel eingesetzt hätten. Mit dem vollständigen Verbot des Straßenverkehr sei die Bundesrepublik ein Stück weit…“

„… Steuerhinterziehung ein wesentlich harmloseres Delikt darstelle als beispielsweise Sozialleistungsbetrug, da hier der Steuerzahler, also die Bundesregierung in schamloser Weise als…“

„… die Postkarte als Trägermedium so aus der Mode gekommen sei, dass sie als bestmöglicher Transportweg terroristischer Nachrichten wieder in den Fokus des Verfassungsschutz gerückt sei. Der Inlandsgeheimdienst werde vor einem Verbot selbst einen Testlauf mit Terrorbotschaften auf Postkarten durch V-Leute im…“

„… vor einem Untersuchungsausschuss noch nie gelogen habe, es sei denn, es habe sich um die Landesverteidigung, die innere Sicherheit oder die Parteifinanzen der CDU gehandelt. Daher müsse man von einer Unschuld ausgehen, die auch ohne entlastendes Material jederzeit…“

„… zu Kopfschmerzattacken führen könne. Das Verbot von Speiseeis sei aus rein fürsorglichen Erwägungen heraus erlassen wollen, da das Volk nicht alleine…“

„… dass viele Hinweise auf radikalisierte Einwanderer offensichtlich auf die unsolidarische, verräterische Eigenart muslimischer Kulturkreise zurückgehe. Verübten die zuvor angeschwärzten Gefährder Terrorakte, so sei dies nicht selten ein Akt des Aufbegehrens gegen die ihnen fälsch zugeschriebene Rolle eines radikalisierten Einwanderers in der christlich-abendländisch…“





Demokratisierungshelfer

24 05 2017

„Also kriegt man die nicht ab Werk?“ „Haben wir denn da Herstellerhaftung?“ „Die Musels packen das doch sowieso nicht.“ „Wäre aber preiswerter.“ „Je mehr es die Steuerzahler kostet, desto mehr sind die empört!“ „Das kostet doch nichts.“ „Das ist ja das Empörende!“

„Deutschland schafft sich ab!“ „Immer mehr Flüchtlinge…“ „… den Deutschen!“ „… integrieren sich und finden…“ „Sieg Heil!“ „… Arbeit.“ „Krieg geil!“ „Das sind apokalyptische Zustände! Wenn man davon ausgeht, dass wir bis ’39 ein völkisches Interesse daran bekunden konnten, die Polacken aus dem Reich zu bomben, dann können wir diese Zustände nicht dulden!“ „Am Ende ist das noch, und die wollen alle Deutsche werden!“ „Das können die vergessen, zu viele Neger!“ „Sind denn die Polen nicht alle rot?“ „Poggenburg!“ „Ja, ich mein doch bloß.“ „Wir müssen wieder viel mehr den Brennpunkt…“ „Das ist wieder Aufforderung zu Straftaten.“ „Dann sollte man vielleicht eher die sozialverträgliche Schnellentfernung von Heimen für volksfremde Parasitärexistenzen fordern?“ „Ja, das klingt verfassungskonform.“ „Nein, jetzt hören Sie mir doch mal zu!“ „Zensur!“ „Lügenpresse! Lügenpresse!“ „Was habt Ihr denn geraucht, der gehört doch zur Partei?“ „Egal, der hat eine eigene Meinung! Lügenpresse! Lügenpresse!“

„Wenn jetzt die USA sich für eine etwa andere Konstellation einkaufen…“ „Heißt das nicht, die engagieren sich für Friedensverhandlungen?“ „Guter Witz!“ „Jedenfalls sieht das ganz einfach aus.“ „Die Flossen auf eine Nachttischlampe legen und mich fotografieren lassen, das kriege ich auch noch hin.“ „Aber wenn der einen Deal mit den Islamikern macht, ist der Islam nicht politisch tot?“ „Warum machen wir dann keinen Deal mit den Islamikern?“ „Weil wir dann politisch tot wären.“ „Sind wir doch jetzt schon.“ „Das kann man so nicht sagen.“ „Das ist doch schon wieder typisch Lügenpresse!“

„Unser Problem ist doch, dass die Menschen sich nicht mehr für die wirklichen Probleme interessieren.“ „Also für die drängend Probleme wie Bildung, Infrastruktur und…“ „Unsere Probleme.“ „Ist denn Bildung unser Problem?“ „Ja, aber nicht so.“ „Unser Problem ist, dass das nicht unser Problem ist.“ „Deshalb interessieren sich die Menschen auch nicht dafür.“ „Alles Volksverräter! Lügenpresse!“ „Und unser Problem ist dann was?“ „Dass sich die Leute nicht für unsere Probleme interessieren.“ „Dabei haben wir doch aber welche!“ „Das interessiert nur die Leute nicht.“ „Und wenn wir unsere Probleme zu den Problemen der Leute machen?“ „Ja, wir könnten sagen, dass wir mehr Geld brauchen.“ „Poggenburg!“ „Ich hab nichts gesagt.“ „Genau das ist doch das Problem.“

„Wir bräuchten zum Beispiel mehr Polizei.“ „Also bei dem, was wir vorhaben, kann ich mir eher weniger Polizei vorstellen.“ „Das ist doch jetzt schon ein Problem.“ „Es wird überall eingebrochen, und was macht die Polizei?“ „Die haben doch neulich erst so eine Bande ausgehoben.“ „Das waren aber alles Ausländer!“ „Abschieben! alle abschieben!“ „Die waren doch schon im Ausland.“ „Dann eben noch mal abschieben!“ „Lügenpresse!“ „Können wir denn jetzt behaupten, dass die Polizei nichts tut?“ „Das Problem ist doch eher, dass die Polizei mit diesen fremdländischen Tätern aufräumt und uns die Themen für den Wahlkampf stiehlt.“ „Dann bräuchten wir weniger Polizei?“ „Und wo kriegen wir die her?“ „Mann, denken Sie doch mal nach!“ „’tschuldigung.“

„Der Bedarf an Demokratisierungshelfern ist ungebrochen.“ „Was!?“ „Demokratisierungshelfer. Sie nennen die nur nicht so.“ „Wer soll das denn bitte sein?“ „Lügenpresse!“ „Das sind fremdvölkische Kostgänger, die die derzeitige kommunistische Regierung ins Land holt.“ „Also alle abschieben?“ „Nee, er will doch noch mehr von denen, oder?“ „Volksverräter! Volksverräter!“ „Wieso Demokratisierungshelfer?“ „Je mehr von denen ins Land kommen, desto mehr werden wir gewählt.“ „Wir soll das denn funktionieren?“ „Ohne die wären wir schon vor zwei Jahren nicht mehr da.“ „Und das würde der Demokratie dienen.“ „Nein, die dienen der Demokratisierung, weil wir die Partei sind, die die Demokrate bringt.“ „Das habe ich jetzt nicht verstanden.“ „Lügenpresse!“ „Jetzt hören Sie doch mal mit diesem dämlichen Gebrüll auf!“ „Volksverräter!“ „Das liegt alles an diesen Altparteien, die machen einen linkslinken Wahlkampf, und das ist unfair!“ „Die bieten Lösungen an!“ „Könnten wir mit unseren Problemen nicht mal bei denen…“ „Poggenburg!“ „War nur so eine Idee.“ „Wir könnten auch die Regierung übernehmen, dann bombardieren wir irgendwas, und dann kommen Flüchtlingen, dann haben wir wieder ein Thema für den Wahlkampf, und dann werden wir in den Bundestag…“ „Haben Sie das jetzt genau durchdacht?“ „Müsste klappen.“ „Also mir leuchtet das ein.“ „Okay, dann machen wir das so. Hauptsache, es sieht demokratisch aus.“