Gernulf Olzheimer kommentiert (CCCXCIII): Die öffentliche Verwahrlosung

17 11 2017
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Ja, es gab andere Zeiten. Sie haben Paläste gebaut im Zuckerbäckerstil, Dome, Brücken, hier und da Flughäfen, die innerhalb weniger Jahrzehnte vollendet war, schrecklich schöne Autobahnen als Dual-use-Produkte – das Wirtschaftswunder wollte ja verteidigt sein, und wenn nicht in der Praxis, so konnte man wenigstens in der Theorie damit Kohle scheffeln – und alles, was das ökonomische Herz halbwegs befriedigte, denn es war damals noch auf Nachhaltigkeit aus, wie es seit Menschengedenken der Fall war. Kein Renaissancefürst hätte sich eine Kirche to go in die Stadt schwiemeln lassen, kein Potentat bröselnde Monumente, deren Lebensdauer der Architekt überstanden hätte. Sittlichkeit zeigte sich auch im Wert des Gepränges, das nebst einiger repräsentativer Ziele vor allem der allgemeinen Nutzung ausgesetzt war. Wer aber würde sich schon in einem von Grund auf versaubeutelten Areal wie Ninive oder Castrop-Rauxel über Risse im Beton aufregen. Von hier aus spreitet sich die öffentliche Verwahrlosung ins Land hinein.

Mehrfach haben sich Sozio- und andere Paten der publiken Wissenschaft über die zerbrochenen Fensterscheiben verbreitert; ist erstmal eine kaputt, dauert es nicht lange, bis der Reste der Fassade, des Straßenzugs, des Quartiers, des Landkreises und schließlich die komplette Nordhalbkugel aussieht wie frisch von den Vandalen geplättet. Je mehr aber geschieht, desto eher gewöhnt sich der gemeine Mob an die Verhältnisse, findet das ubiquitäre Gebröckel schon fast normal, ja malerisch, und ist geneigt, den Verhältnissen die Schuld zu geben am Niedergang – je mehr um ihn herum in Schutt und Asche sinkt, desto weniger stört es offenbar den Wut- und Spießbürger, der spontan wie die Kontinentaldrift auf schütteren Schotter schaut, der das Gleisbett mählich verlässt und sich in den fußläufigen Zonen des Infrastrukturrandgebietes niederlässt, als wäre es nichts. Man impft dem Volk ein, es müsse sparen, was nur heißt: wir brauchen die Kohle für allerhand Firlefanz, zum Entschulden der Zocker, neue Wummen und viel Sicherheitsbla, aber nicht für die Schulen, die man im maroden Zustand ja auch viel schneller erkennt. Distinktion, impft man uns ein, geht postmoderne Wege. Wohin die Wege führen, verschweigt man aus Peinlichkeit.

Sorgfältig umnachtet quackelt ein Staat aus reiner Schlafmützensubstanz von moralischem Zwang, wo doch letztlich nur der Fetisch einer auf Gedeih und Verderb festgenagelten schwarzen Null konstituierend ist. Die Achterbahn folgt gerne der Schwerkraft, denn hier verspricht es dem sicher im Sattel Sitzenden den besonderen Kitzel, und die Fahrt ist teuer. Warum auch sollte man sich das als Normalbürger leisten können.

Genau hier setzt an, was die Haltung ebendieses Bürgers ausmacht: nichts. Er hat einfach keine. Indem er die Fußgängerzone behandelt wie sein eigenes Wohnzimmer – es handelt sich tatsächlich um dasselbe Benehmen, nur kann der Bescheuerte nicht in der Halbzeit aufstehen und barfuß zum Kühlschrank schlurfen – trägt er wesentlich dazu bei, wie sich das Ensemble zu rational befreite Zone wandelt und nach kurzer Zeit schon äußerlich so wirkt, wie man sich innerlich den sozial Exkludierten vorzustellen hat. Er fühlt sich wohl im Fluidum des Kaputtbaren, ja er feiert den Verfall, den er anders kaum kennt. Dass er sich in diesem Dreiklang aus materiellem, sozialem und allgemein kulturellem Tiefstand regelmäßig um ein fahrlässig herbeigeführtes Szenario handelt, dessen hässliche Fratze die zur Flucht aktiviert, die verantwortlich sind für das Verhängnis, ist kein Geheimnis und wird gewöhnlich auch nicht verschwiegen; es ist aber als Sachzwang kostümiert allezeit präsent und dient der Monstranz, mit der die Politik uns weismachen will, wie schlecht es der Welt gerade geht – wer würde angesichts dieses Trauerspiels nicht freiwillig auf eine schönere Stadt verzichten, auf klappende Brücken und fahrende Züge?

Der Staat versagt nicht als Idee, sondern in der Erscheinung seines Personals. Es lässt sich einlullen in der Vorstellung, demolierte Straßen seien die unabdingbare Folge eines im Durchschnitt großartigen Landes: wenn so die untere Kante ist, wie viel Gold mag dann in der oberen Schicht auf den Scheiteln der hochweisen Eliten lasten? Keiner bezweifelt das, der zurückkehrt aus der kruden Gleichung, die unten mit Unterrichtsausfall und miserablen Bedingungen für Heerscharen von Müll- und anderen Pflegekräften beginnt und schnell unterm Strich in den öffentlichen Sektor selbst einsickert, als gäbe es noch etwas wie Solidarität im Menschenbild der Mächtigen. Ach was, es gärt lustig vor sich hin, denn erst jetzt ist unter dem dünnen Firnis der Zivilisation sichtbar: es ist, als würde man die Verrohung der Eliten hier dialektisch gespiegelt sehen, demontiert bis zur Abrissreife, ekelhaft und todgeweiht. Welch eine Ironie, dass man sich in den Ruinen der neuen Welt den besseren Menschen so nahe fühlt. Vielleicht ahnt man, Geschöpf das man doch ist, gerade hier, ob es nicht doch Nachhaltigkeit gibt, aber anders, als man es für möglich hielt. Ganz, ganz anders.

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Besser für die Menschen

6 11 2017

„Wobei ich jetzt doch mal sagen muss, die können doch für uns Durchschnittsbürger…“ „Hähähähä!“ „… und sicher auch für die, die von Armut…“ „Aaah-hahahahahaaaa!“ „… also den sozialen Schichten, die über keine eigenes…“ „Ah-ah, Luft… aaaah-hahahahaha!“

„Was haben Sie denn die ganze Zeit!?“ „Äh, ähä, hähähä, hihihiii!“ „Das ist doch nur noch eine Frage der Zeit…“ „Haha, hahaha, häääähähähä!“ „… bis Jamaika wirklich kommt. Da gibt es doch nichts mehr zu…“ „Ihi, hihi, hihihihihi!“ „Jetzt bleiben Sie doch mal ernst!“ „Ah, hahaha, ha. Ha. Haha-ha.“ „Das gebietet schon der sittliche Ernst der Lage, in der wir uns befinden.“ „Ha.“ „Dieses Land muss sich entscheiden zwischen…“ „Aaaah-hahahahahaaaaa!“ „… einer neoliberalen…“ „Ähä-hähä, hähähä!“ „… und einer ökologischen…“ „Maaaaaaa-hahahahahahahaaaaa!“ „Jetzt sagen Sie mir doch mal endlich, warum Sie…“ „Aaaah-haha, haha, ha, hahaaaha…“

„Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen müssen doch stimmen für eine gesunde…“ „Ähä, hä, hähä!“ „… sozialverträgliche…“ „Ihihihi, hiiii!“ „… also soziale, Sozialpolitik, die sozialpolitisch als…“ „Mahahahaa-hahaha!“ „… politische, also wenn Sie wollen, dass es den Putzfrauen besser geht, dann müssen Sie die Schichten entlasten, die die Putzfrauen einstellen!“ „Hehehe!“ „Da haben die ganz recht, die eine vernünftige Wirtschafts-…“ „Hähähä!“ „Jetzt reißen Sie sich mal zusammen, wir müssen das doch auch im Sinne der Betroffenen entscheiden!“ „Mmmmmh, hehehe!“ „Alle reden immer von Bildungsgerechtigkeit, aber wenn man die Gebildeten davon ausschließt, das ist doch auch nicht demokratisch.“ „Hihihi!“ „Und wenn wir die Bildung als Deutschlands Chance auf dem…“ „Aaah-hahahahahaha!“ „… internationalen…“ „Ähä-hähä-hä!“ „… Markt, also wo die Märkte, die Märkte eben sich…“ „Hahahaha!“ „Meine Güte, das Geld für die kaputten Schulen muss doch irgendwo herkommen, aber es nutzt doch nichts, dass wir deshalb gleich alle Reichen ausrauben! Das ist doch nicht Robin Hood hier!“ „Hihihi!“ „Das geht uns alle an, wissen Sie, wenn wir erst einmal wieder durch Überalterung und Armut im Alter eine Lage haben…“ „Ähähähä!“ „… in der wir die Zukunft, also die gesellschaftliche, und da schließe ich die ganze Gesellschaft ein, weil das ja irgendwer auch finanzieren muss!“ „Mmmh, ehehehe!“ „Jawohl, finanzieren! da kommen dann möglicherweise große soziale Fehlbeträge auf uns zu, aber wir können das nicht abfedern, wenn wir die Arbeitnehmer einfach bis Achtzig weiterarbeiten lassen.“ „Hihihihi!“ „Und Sie wollen das dann von den Leistungsträgern finanzieren lassen – Sie haben das mit dem Soli völlig falsch verstanden, darum ist das nämlich auch richtig so!“ „Haaaa-haha-haaa!“

„Mein lieber Freund, Sie machen sich die Sache verdammt einfach.“ „Nnnn, hm-hm, hähähä!“ „Wir sind jetzt an einem Punkt angekommen, an dem wir uns Sorgen machen müssen.“ „Hihihi!“ „Es ist nämlich mit der Demokratie…“ „Hihihihihihihiii!“ „… und dem Staat, also der kann ja auch nicht alles verbieten, zum Beispiel die Ausländer…“ „Hehe-hehe!“ „Es ist doch kein Wunder, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist, wir haben doch so eine hervorragende Exportwirtschaft!“ „Nnnn, hähähä!“ „Unser Staat ist ja nur deshalb so stark, weil unsere Wirtschaft sich nicht beeindrucken lässt von den…“ „Hm-hm, mmmaaaa-hahahaha!“ „Nehmen Sie nur den Dieselskandal, da hat die deutsche Wirtschaft doch bewiesen…“ „Hahahaha!“ „… und der Staat nämlich auch…“ „Hiiiihihihi!“ „Wenn wir alle an einem Strang ziehen, dann bedeutet das mit einem Wort: Arbeitsplätze, Arbeitsplätze, Arbeitsplätze!“ „Hehehe!“ „Das ist doch die Form von Demokratie, die man im Ausland versteht.“ „Hähähä!“ „Und die dürfen wir uns mittelfristig von den Ausländern nicht zerstören lassen, auch in Hinblick auf die Demokratie!“ „Hehehehehe!“

„Und die Klimaziele, die…“ „Aaah-hahahaha!“ „Jetzt hören Sie endlich mal auf, das ist ja nicht mehr feierlich!“ „Ihihihi, hiiii!“ „Wenigstens beim Klimaschutz müssen wir doch mal Vernunft zeigen und dürfen uns nicht alles von der Industrie…“ „Hohohohoho!“ „… gefallen lassen, sonst sind wir am Ende nicht besser als die USA.“ „Äh-hähähä!“ „Aber dazu muss man Kompromisse eingehen und die Brückentechnologien, Kohle und…“ „Ah-ha, ha, ha, hahahaaa!“ „Jawohl, wir müssen aus der Kohle aussteigen, langfristig ist das auch anders gar nicht zu machen, besonders dann, wenn es keine Kohle mehr gibt, aber das muss man doch mit politischem Willen…“ „Aaah-hahahahahaha!“ „Sie haben wohl völlig den Realitätssinn verloren? Sie sind doch am Ende einer, der sich über den Sieg der Rechtspopulisten im Bundestag freut und denen nachläuft, weil sich sonst keiner für den kleinen Mann auf der Straße…“ „Mahahahaa-hahaha!“ „Mir platzt gleich der Kragen, Mann!“ „Ähähähä!“ „Solche Leute wie Sie sind nämlich schuld daran, dass es immer mehr Politikverdrossenheit gibt, weil Sie Parteien wählen, die überhaupt keine Perspektive mehr haben und sich gar nicht für die vielen Menschen draußen im Land interessieren, die Sie eigentlich… hallo!?“ „Äh-hähähä-hähä…“ „Sie kriegen ja gar keine Luft mehr – habe ich etwas was Falsches gesagt?“





Gernulf Olzheimer kommentiert (CCCXCII): Rechter Antifeminismus

3 11 2017
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Führer, wir folgen! Maid und Mutter machen mutig Menschenmarmelade, wenn der Bettnässer aus Braunau es braucht! Das Frauenbild in der Zeit der NSDAPopanze hatte jene lustige Mischung von Brechmittel und Sprengstoff in sich, wie sie sich kein zugekiffter Sozialpädagoge hätte ausdenken können. Mehrheitlich konservativ lehnt die teutsche Frau das feministische Reformprojekt ab, da die Rechtsausleger jedoch Freiheit (die sie meinten) für Weib und Wirklichkeit zum Brauchtumsterrorismus erhoben, wankte und wich Widerstand, weh-weh, auf dass wehrhaft sich militärisches Gemädel am Hülsendrehwerk zeigte. Dafür, Fraue, ist Dein Verlust gut! die arische Geschichte gedenkt Deiner (abzüglich 45 Prozent Generalrabatt vor und nach der Unschuldserklärung) an Sonn- und nicht mehr zu vermeidenden Feiertagen. Zum Schluss aber waren die Deutschherren kuriert, besonders als zehn von drei Abendlandsern im Widerstand gewesen worden waren, und da begann die Rolle rückwärts in der Rolle rückwärts. Der komisch inkonsequente Antifeminismus der Faschisten zeigt auf brachiale Art, was dies als evolutionärer Irrweg auftretende Genomgulasch der völkischen Spulwurmaufzucht zu bieten hatte.

Erwartbar für den rechten Rand ist zunächst der grundlegende Antiliberalismus, der allem, was nicht wie der national wertvolle Krieger aussieht – weiß, Y-Chromosom, geistig allen anderen natürlich weit überlegen – alle Freiheit abspricht. Alles, was da außerhalb der eigenen Kaste kraucht, ist fern der eigenen kleinen Welt Feind, innerhalb knapp über dem Heimtier. Wer sich vom prüden Ideal eines völkischen Zwangsstaates abwendet, wie ihn sich die Sippenkasper in feuchtbraunen Träumen zusammenschwiemeln, ist Gegner, im Falle des konstruierten Geschlechtergegensatz Antagonist, jedenfalls aber kein Fall von Augenhöhe – wie auch soll das ein gestandener Männerbündler mit einer Erziehung aus Erdfraß und Ohrfeigen kapieren, dass es intellektuell Sphären gibt jenseits des tumben Gedödels um Blut und Boden. Die einfachen Formeln, in die Gestaltungsgrundsätze einer auf Machterhalt gegossenen Betonschicht geritzt, waren vielleicht für die Nachwelt lesbar, für Zeitgenossinnen größtenteils lebensgefährlich und allen anderen Beteiligten schlicht nicht wichtig genug. Das Pack hatte sich die Ecke gemalt. Pech.

Wie so vieles am Extremismus ist auch der Antifeminismus die gelebte Ambivalenz des Beknackten. Gemeinsam mit dem ubiquitären Geopfere, das alle Machtmenschen trefflich als Waschlappen erster Kajüte ausweist, will die Schädelvollprothese doch nur Mann sein, Herr und Meister über alles, was er nicht zu den seinen zählt, gleich, ob Neger oder anderweitig am Inbegriff des Nibelungenhelden orientiert. Fräuleins dürfen ruhig Karriere machen, aber die eigene Schlampe kriegt ins Zahnfleisch, wenn sie aus der Küche geht. Der identitäre Dumpfschlumpf geht davon aus, dass er jederzeit vollumfänglichen Anspruch auf das Weib hat, auf jedes Weib und daher aus Prinzip und bis an die Grenze zum Materialbesitz. Ödipus weiß nicht, wie er aus der Nummer unbeschadet wieder rauskommt, der Männerrechtler hat längst Rat. Wie alle Versager, die sich die Umerziehung des linksjüdischen Matriarchats teils wünschen, teils damit endlich eine stringente Erklärung für ihr verpfuschtes Leben haben, nennen sie die Vernichtung des christlichen Abendlandes als höheres Ziel; immerhin haben sie begriffen, die Geschichte hat keine Lust, diese Ausschussware in einem eigenen Arbeitsgang zu plätten.

Umgekehrt ist also der Testosterontroll immer auf dem besten Weg, als klassischer Verlierer seiner von Gott und Vaterland garantierten Privilegien in eine neue Blindgängerrolle integriert zu werden, aus der er nur mit der ihm eigenen sinnlosen und ungerichteten Aggression halbwegs herauskommt. Der machtlose Durchschnittsmann kann sich nicht mehr legitimieren, über den Umweg ritualisierter Virilität rutscht er sukzessive in den Bezirk der Realitätsallergiker, die ihre Unterdrückung durch die omnipotente Frau als permanente Kastration erleben, schlimmer: sie müssen erdulden, dass die noch nicht ganz unter dem Aluhut verdampften Blitzbirnen, die mit Frauen umgehen können, keine gesellschaftlichen Nachteile erleiden, ganz anders also, als es die Doktrin vom verschnittenen Helden vorgesehen hatte. Sie pennen weder beruflich noch privat unter der Hecke, müssen sich nicht regelmäßig ihr bisschen Existenz in eine Biografie umbasteln und müssen auch nicht heimlich weinen, weil sie sich so unverstanden fühlen. Das tut weh.

Die bodenlose Beklopptheit des offenporigen Konzepts von Hass würgt sich erst heraus in Frauen, die Frauen ihren Feminismus als antirechte Gesinnung vorwerfen und sich lieber unterwürfig die Fresse polieren ließen, als einmal die Konsequenz aus ihrer glitschig formulierten Selbstermächtigung zu ziehen: ihren Eigenwert zieht die Brauneva aus der Speichelleckerei. Was man als Faschist, damals wie heute, doch alles von den großen Frauen der Geschichte lernen könnte.





Klimaschutzziele

26 10 2017

„Aber ohne Verbrennungsmotoren!“ „Das sagen dann bitte Sie der Kanzlerin.“ „Warum ich?“ „Ihr Sitz im Parteivorstand ist bombensicher.“ „Er ist aber erst seit Kurzem im Bundestag.“ „Dann kann er’s ja sagen.“ „Dann machen Sie das aber mit der Mütterrente!“

„Klimaschutz geht nicht ohne Verbrennungsmotoren.“ „Hä!?“ „Wenn wir jetzt alle auf Elektroautos umsteigen, dann ist das Klima wieder voll okay.“ „Klingt logisch.“ „Dann brauchen wir aber auch keinen Klimaschutz mehr.“ „Entschuldigen Sie, das ist doch Quatsch!“ „Sie müssen das nur mal mit der Mütterrente machen, da sehen Sie alt aus.“ „Weil die Mütter nicht verbrannt werden?“ „Warten Sie’s ab!“

„Wenn wir die Mütter aus dem Familiennachzug integrieren, können wir das auf dem Arbeitsmarkt irgendwie nutzen?“ „Waren Sie nicht sonst immer strikt gegen die Hartz-Gesetze?“ „Da waren wir auch nicht in Koalitionsverhandlungen.“ „Man könnte die Integration auch einschränken.“ „Muss man nicht.“ „Finde ich auch.“ „Man könnte zum Beispiel auch gleich den Familiennachzug einschränken, dann wäre man aus der Nummer auch raus.“ „Und dafür haben wir die halbe Legislaturperiode gekämpft?“ „Staatsbürgerschaft oder so.“ „Irgendwas mit Vegetariern war auch noch.“ „Nee, das waren die Verbrennungsmotoren.“ „Dann muss die Kanzlerin jetzt nichts davon wissen?“ „Ist sie von der Mütterrente denn noch betroffen?“ „Wir würden uns damit befassen, auch wenn der Koalitionspartner das nicht will, aber dann wollen wir einen Ministerposten mehr haben.“ „Das ist ein Skandal!“ „Ja.“ „Gut, dann wären Sie ja in der Regierungspolitik angekommen, oder?“

„Können wir uns dann wenigstens auf eine solidarische Wirtschaftspolitik einigen?“ „Also Politik, die sich mit der Wirtschaft solidarisch zeigt?“ „Eher umgekehrt.“ „Dann vergessen Sie das mit der Koalition.“ „Moment, Sie können doch nicht…“ „Kann ich.“ „Nein!“ „Wohl!“ „Sie wollen doch auch eine Steigerung der Steuereinnahmen.“ „Dazu müssten die Unternehmen erst mal Steuern zahlen.“ „Ihre kommunistischen Ideen können Sie sich in die Haare schmieren!“ „Und wenn wir dafür die Steuern bei den Superreichen senken?“ „Damit die Unternehmen wieder Steuern zahlen? das klappt doch nie!“ „Im letzten Wahlkampf haben Sie doch damit geworben.“ „Ja, aber das war Wahlkampf.“

„Wollten wir nicht erstmal sondieren?“ „Das tun wir gerade.“ „War mir jetzt auch nicht aufgefallen.“ „Wenn wir schon verhandeln würden, wären wir erheblich konzilianter.“ „Warum nicht umgekehrt?“ „Dann haben wir ein Ziel vor Augen, hier müssen wir den Partner möglichst schon zu grundlegenden Zugeständnissen bewegen.“ „Und wenn man sich hier einfach mal informell verständigen würde, statt gleich die Claims abzustecken?“ „Dann könnten wir danach gar nicht mehr entspannt miteinander verhandeln.“ „Ihnen fehlt anscheinend auch der Alkohol?“ „Und ob!“ „Waren Sie beim letzten Mal überhaupt dabei?“ „Nur informell.“

„Und wenn der Seehofer kommt?“ „Dann laufen wir.“ „Hihihi!“ „Bleiben Sie halt mal ernst!“ „Wer hat denn die bescheuerte Frage gestellt?“ „Wir müssen doch damit rechnen, dass der in die Koalitionsverhandlungen nur eintritt, um alle bisher mit der Kanzlerin erzielten Ergebnisse mutwillig zu zerstören.“ „Also wie bisher immer.“ „Ja, aber diesmal hat er drei Parteien gegen sich.“ „Wen denn noch?“ „Naja, die Kanzlerin.“

„Wir wollen die Stromsteuer jedenfalls senken.“ Mist!“ „Wieso?“ „Wir wollen die komplett abschaffen, da bleibt keine Verhandlungsmasse mehr übrig.“ „Verdammt!“ „Und wenn wir uns jetzt mit der Mütterrente ganz konträr positionieren würden?“ „Vergessen Sie’s.“ „Bitte!“ „Sobald Sie uns sämtliche Klimaschutzziele aus dem Koalitionsvertrag streichen wollen, kommen wir ins Geschäft.“ „Auch bei erneuerbaren Energien?“ „Da erst recht. Wir erwarten von Ihnen eine komplette Blockadehaltung und eine Drohung mit sofortigem Verhandlungsabbruch, und zwar unmittelbar nach dem Durchbruch bei den wichtigen sozial- und wirtschaftspolitischen Zielen.“ „Das können Sie nicht machen!“ „Unser letztes Wort.“ „Sie sind doch verrückt!“ „Die Wähler werden ihn lynchen, auch wenn er drei Tage später nach einem wahren Verhandlungsmarathon mit dem Wunschergebnis vor die Presse tritt.“ „Egal.“ „Das ist das Ende meiner politischen Karriere!“ „Hätten Sie halt nicht die Wahl gewonnen.“ „Sie brauchen also einen Buhmann, richtig?“ „Sie haben es erfasst.“ „Und es geht bei Ihnen nicht eine Nummer kleiner?“ „Gut jetzt, streiten Sie sich nicht. Wir haben wichtigere Punkte auf der Tagesordnung!“ „Sagt wer?“

„Also gut, Mütterrente gegen Steuersenkung.“ „Plus Verbot der Massentierhaltung.“ „Also das ist doch jetzt…“ „Sie bringen die Verhandlungen ja schon zum Scheitern, bevor sie richtig begonnen haben!“ „Machen Sie doch auch so.“ „Okay, aber dann nur unter einer Bedingung.“ „Die da wäre?“ „Das Ministerium für…“ „Abgelehnt!“ „Sie werden mich jetzt nicht zum…“ „Egal, abgelehnt.“ „Wir brechen hiermit die Sondierungsgespräche ab!“ „Wir auch!“ „Jawoll, weg mit dem Dreck!“ „Endlich!“ „Gut, dann werden wir mal ernsthaft. Beim Immissionsschutz hatten wir uns folgende Aufweichungen gedacht.“ „Klingt gut.“ „Können wir mit leben.“ „Das hält sich im Rahmen.“ „Wir hatten uns darauf schon eingestellt.“ „Gut, das ist eine Gesprächsgrundlage?“ „Absolut.“ „Ganz klar.“ „Fein. Herr Kollege, machen Sie dann weiter mit den Verbrennungsmotoren?“





Blaue Periode

18 10 2017

„Natürlich kann man das dann in einem konservativ bis freiheitlichen Kontext interpretieren, weil die Formulierung an sich ja viele Spielräume lässt. Und wenn wir jetzt ‚völkisch‘ gar nicht völkisch meinen, sondern vielleicht in einem ganz neuen, liberalen Sinne, muss man auch uns eine neue politische Aussage zubilligen.

Wir beziehen als Blaue ja das Völkische nicht mehr auf die NS-Ideologie, wie das die AfD getan hat. Gut, das hat damals die Vorsitzende Petry nicht davon abgehalten, antisemitische Klischees und Ausländerfeindlichkeit zu bedienen, aber das ging nicht anders. Diese Partei, der sie ja von Anfang an nur vorgesessen hat, um sie vor den vielen Rechten in Deutschland zu schützen, diese Partei wendet sich ganz entschieden gegen einen Begriff vom Völkischen, der die Nichtvölkischen ausgrenzt. Sie können also durchaus Tscheche sein oder Däne, aber eben nicht Neger. Da ziehen wir schon feine Unterschiede. Als Neger sind Sie nicht Teil einer bestimmten Nationalität. Es gibt das Weltnegertum, das ist heute überall stationiert, und wenn Sie einen Neger identifizieren, dann muss dieser nicht unbedingt auch Deutscher sein, der das Grundgesetz für sich in Anspruch nehmen kann. Das unterscheidet uns von anderen Parteien. Wir schießen auch an der Grenze, aber eher so ganzheitlich. Mehr Rente für Mütter, aber nur für deutsche. Das muss schon einen neuen Anstrich bekommen, damit man das Braun darunter nicht mehr so sieht.

Wir sehen uns als eine CSU für Nichtbayern, also nur für Deutsche. Ob wir uns mit denen auf einen Nichtangriffspakt einigen, das steht noch in den Sternen – unser bisheriges Konzept sieht ja so aus, dass wir den Christsozialen eine Politik zubilligen, die weder christlich noch sozial ist, was für uns koalitionstechnisch durchaus praktikable Lösungen bereithalten könnte. Aber bei der Zielsetzung muss schon klar herauskommen, dass die Seehofer-CSU sich klar an den Forderungen der alten AfD orientiert. Nu so macht das ja auch Sinn: wir setzen unser eigentliches politisches Programm mit Hilfe des größeren Partners um, die CSU verleiht uns den Anstrich einer koalitionsfähigen Partei. Damit sind alle anderen raus.

Betrachten Sie das jetzt aber nicht als blaue Periode, wir werden natürlich langfristig sämtliche inhaltlichen Positionen der AfD neu besetzen und sie damit komplett überflüssig machen, so wie das die Christsozialen jetzt schon in Bayern tun. An Personal mangelt es nicht, wir hätten zwar gerne noch Steinbach gehabt, aber der sind wir zu links. Mal sehen, vielleicht tritt noch der eine oder andere aus oder wir könnten ihn durch die Möglichkeit eines doppelt honorierten Fraktionsvorsitzes auf unsere Seite bringen. Das wird sich zeigen.

Und natürlich haben wir eine freiheitliche Komponente in unserer Politik. Wenn Sie zum Beispiel irgendwas mit dem Islam zu tun haben, dann steht es Ihnen frei, Deutschland zu verlassen. Deshalb setzen wir auf den Dialog, besonders mit den ostdeutschen Wählern, die diese Dialogformen erst richtig in die Öffentlichkeit getragen haben, etwa in Dresden. Da werden uns die Politik und die Medien schon zuhören, weil wir schließlich eine politische Meinung äußern und nicht die AfD sind.

Politisches Programm? Wir müssten das erst abstimmen, sonst wird eine Tolerierung durch die CSU in Bayern schwierig, und wir wollen ja langfristig wenn nicht die Regierung übernehmen, so doch mitregieren. Außerdem muss der Mann unserer Vorsitzenden ja auch irgendwas zu tun haben, als Vater die ganze Zeit zu Hause sitzen und Bankrott machen ist ja auf Dauer auch nichts.

Also sehen Sie uns als anschlussfähige Partei – das hat jetzt nicht mit Österreich zu tun, klar? – die die Forderungen der schweigenden Mehrheit befriedigt. Damit sind wir natürlich nicht automatisch auch politischer Mainstream, das werden wir ja erst, wenn wir dann tatsächlich an der Regierung beteiligt sind. Und selbst da werden wir dann nicht die Systempartei, die wie die AfD unter ihrer Ex-Vorsitzenden lediglich Mandate und Diäten haben will. Hier wird sich Petry jetzt ganz anders verhalten, weil sie weiß, dass sie eine echte politische Chance hat, mit den in der AfD erprobten Mitteln der parlamentarischen Demokratie dieses Land unter ihre Kontrolle zu bringen. Da werden dann wir sie jagen und vor uns hertreiben, und wenn sie der Meinung sein sollte, dass es sich für eine Koalition eventuell lohnen sollte, ihre eigenen Positionen beizubehalten, dann sind wir diejenigen, die das letzte Wort darüber haben. Ist doch nicht so kompliziert, oder?

Wieso die Wehrmacht? und Buchenwald? Dazu können wir uns erst nach dem Bundesparteitag äußern, solange müssen Sie mit Ihrer Berichterstattung dann halt warten. Das werden Sie auch noch lernen müssen, dass wir nicht wie die anderen Parteien ständig in den Talkshows sitzen und die Schlagzeilen der Lügenpresse anführen wollen. Oder warum wollten Sie dieses Interview?“





Original und Fälschung

16 10 2017

„Können wir die rechte Flanke denn jetzt endlich mal schließen?“ „Wir müssen viel breiter aufgestellt sein!“ „Also mehr Angriffsfläche?“ „Aber die…“ „Wir können keine Toleranzgrenze für Intoleranz tolerieren.“ „Aber eine Obergrenze für…“ „Das ist mir jetzt zu viel.“ „Dann brauchen wir weniger.“ „Toleranz, oder wie jetzt?“

„Wieso wollen Sie denn die Alternative rechts überholen?“ „Wo denn sonst, etwa links?“ „Da ist im Moment wenigstens noch Platz.“ „Aber nicht für uns.“ „Wir dulden keine linken Spinnereien.“ „Und rechte?“ „Solange es nicht unsere eigenen sind, könnten wir uns in der Beziehung tolerant zeigen.“ „Und das heißt?“ „Im Wahlkampf wird doch auch viel gelogen.“ „Sie meinen, die Alternative macht ihre Politik grundsätzlich als Wahlkampf…“ „Sie inszeniert ihn als solchen.“ „… und deshalb müssen wir das auch?“ „Solange wir nicht unsere eigenen Spinnereien hinterher aufgeben müssen, ist das doch tolerierbar, oder?“

„Ich wäre für die maximale Provokation.“ „Wen sollen wir denn provozieren?“ „Die Alternative vermutlich.“ „Die doch nicht, die wissen, dass eine Provokation bloß eine Provokation ist.“ „Aber der Wähler, der weiß das nicht.“ „Deren Wähler oder unserer?“ „Da das dieselben sind, brauchen wir uns darüber keine Gedanken zu machen.“ „Wir müssten eher sehen, wie wir danach die Situation wieder in den Griff kriegen.“ „Das wäre mal eine positive Entwicklung, da gebe ich Ihnen recht.“ „Weil wir uns damit von der Alternative abgrenzen?“ „Weil wir das bisher nicht wirklich konnten.“

„Wir sollten eher herausarbeiten, dass unsere bayerischen Werte denen der Alternative sehr ähneln.“ „Das sehe ich anders.“ „Aber die…“ „Wenn etwas etwas ähnelt, dann ähneln die Werte der Alternative unseren bayerischen Werten.“ „Sie meinen das historisch gesehen?“ „Er meint das eher in Bezug auf die Zukunft.“ „Wo sehen Sie da einen Widerspruch?“ „Wenn man so eine Geschichte hat, wozu braucht man dann…“ „Bleiben Sie mal sachlich, meine Herren!“ „Vielleicht kann man das auf unser politisches Führungspersonal beziehen?“ „Ich sehe da vor allem ungebildete, arrogante Arschlöcher, korruptes Scheißpack und widerliche Stammtischnazis, bei denen ich spontan Brechreiz bekomme.“ „Naja, die Alternative hat auch keine besseren Leute zu bieten.“

„Beispielsweise die Familienpolitik.“ „Was ist mit der?“ „Die muss grundgesetzlich gestaltet werden, damit wir den Ausländern nicht zu viel Geld in den Hintern schieben.“ „Dazu müsste man sie aber wieder nicht grundgesetzlich gestalten.“ „Kann man nicht irgendwie eine Obergrenze für Grundgesetzlichkeit…“ „Aber die…“ „Das hat beim Formelkompromiss auch geklappt, und wenn man die Merkel mit irgendwas wegkriegt, schaffen wir die Alternative auch.“ „Wie, wir haben Merkel rechts überholt?“ „Also bei der Familienpolitik schon.“ „Beziehungsweise ist wieder links an uns vorbeigezogen.“ „Und das war grundgesetzlich so in Ordnung?“ „Wenn man uns überholt, ist das nie in Ordnung, merken Sie sich das!“

„Könnten wir nicht etwas von ihr lernen?“ „Ich verstehe, Sie wollen den politischen Gegner am Ende totkoalieren.“ „Die CSU ist nicht die CDU, merken Sie sich das!“ „Aber die…“ „Genau da sehe ich aber das Problem.“ „Wir müssten sonst auf die Alternative inhaltlich zugehen.“ „Eher eingehen.“ „Wenn wir auf die Alternative zugehen, gehen wir also ein?“ „Das habe ich jetzt nicht gesagt.“ „Wir können uns an die Inhalte inhaltlich…“ „Wie denn auch sonst?“ „Wie gesagt, nicht die CDU!“ „Dann müssen wir uns um Inhalte sowieso keine Sorgen machen, oder was wollten Sie damit sagen?“

„Lassen Sie uns das praktisch durchspielen.“ „Als Provokation oder inhaltlich?“ „Kirchtürme statt Minarette!“ „Wie gesagt, inhaltlich oder als Provokation?“ „Kirchturmpolitik können wir doch viel besser.“ „Mit uns gibt es kein Minarett in den bayerischen Dörfern!“ „Kirchtürme haben wir doch schon, wo wollen Sie da neue bauen?“ „Ohne uns würde es nur noch Minarette…“ „Aber die…“ „Übrigens rechte Flanke: dass die Alternative den Anschein erwecken will, sie sei die bessere CSU, das können wir aber auch nicht dulden.“ „Da brauchen wir eine Toleranzuntergrenze.“ „Aber die…“ „Der Wähler wird das denen nie durchgehen lassen.“ „Stimmt, weil er Original und Fälschung unterscheiden kann?“ „Die Alternative jedenfalls versucht wie eine bürgerliche Partei zu wirken – das können wir aber besser!“ „Wie eine bürgerliche Partei wirken?“ „Jetzt machen Sie es doch nicht komplizierter, als es nicht ist!“ „Die Alternative hat doch bisher immer versagt.“ „Und das können wir auch besser?“ „Also jetzt wird’s langsam komisch.“ „Finde ich gar nicht.“ „Wir können uns nicht ständig mit dieser Partei messen, die ist in ein paar Jahren weg vom Fenster.“ „Dann können wir von denen vielleicht noch etwas lernen.“

„Können wir uns jetzt doch auf etwas einigen?“ „Müssen wir?“ „Sollten wir schon.“ „Man könnte jetzt nach außen kommunizieren, dass die Sozen die Alternative groß gemacht haben.“ „Aber die…“ „Und wenn es sie nicht geben würde, dann müssten wir nicht so sein.“ „Wie die Sozen?“ „Das macht schon die Kanzlerin.“ „Weshalb wir auch nicht sein wollen wie die CDU.“ „Weil die Sozen wie die CDU ist.“ „Eher umgekehrt.“ „Da soll noch einer durchblicken!“ „Gut, dann haben wir’s jetzt?“ „Sagen Sie das der Presse: die Christsozialen lassen sich nicht von kurzfristigen politischen Ideen beeinflussen. Wir bleiben eigenständig.“





Kopfpflicht

12 10 2017

„… dass generell keine Unkenntlichmachung des Gesichts in der Öffentlichkeit mehr gesetzlich geduldet würde. Die Polizei werde dies mit der ganzen Härte des…“

„… die ersten Konsequenzen gefordert habe. Drei ältere Damen mit Vollverschleierung seien dem Haftrichter vorgeführt worden, der ihre Zugehörigkeit zur Gesellschaft der heiligen Ursula nicht als Entschuldigung für den…“

„… nur vorläufig festgenommen worden sei. Das Anlegen eines Hutbandes diene allein der Befestigung und stelle noch keinen vermummenden Eingriff in den…“

„… sich der Vatikan nicht in den Streit einmischen wolle. Sobald Kardinäle oder Bischöfe von der Regelung betroffen seien, so das Governatorat, werde man an Sanktionen gegenüber dem…“

„… es sich um eine reine Provokation gehandelt habe. Die tschechische Performancekünstlerin habe sich lediglich mit einer Papiertüte über dem Kopf in der Wiener Innenstadt aufgestellt, um die Polizei durch bewusstes Irreführen über ihre Person zu…“

„… das Anlegen von Sonnenbrillen in den öffentlichen Verkehrsmitteln nochmals unter besondere Strafe zu stellen. Die Gefahr einer Tram-Entführung könne bereits durch einen einzigen Fall auf 100% steigen, deshalb müsse sofort die…“

„… die Ordensfrauen wieder auf freiem Fuß waren. Das Innenministerium habe nochmals darauf hingewiesen, dass bei Sicherheitskontrollen der Habit als potenzielle Tarnung über einem Sprengstoffgürtel oder einer…“

„… die Helmpflicht des Motorradfahrers in dem Augenblick ende, in dem er sein Kraftrad nicht mehr bewege. Strittig sei dennoch, ob er den Helm beim Stopp an Ampeln und Fußgängerüberwegen sofort abzulegen habe oder erst auf eine Anweisung des dazu befugten Beamten der…“

„… auch in Supermärkten und Drogerien Sonnenbrillen zu verbieten. Schwierig sei zwar, dass die im Einzelhandel feilgebotenen Brillen dann nicht mehr anprobiert werden könnten, die innere Sicherheit sei aber damit um einen wesentlichen Punkt näher an die…“

„… das Tragen einer Hundemaske zur Eröffnung eines Fachgeschäfts für Zoofachhandel nicht erlaubt sei, solange eindeutig geklärt sei, dass sich unter der Maske tatsächlich ein…“

„… zu traumatisierenden Erlebnissen komme. Bisher seien nur in den Vereinigten Staaten Schüler in Handschellen abgeführt worden, das Einsatzkommando von Ottakring jedoch habe den Kinderfasching sehr professionell und mit nur geringen Verletzungen der…“

„… dass die chinesische Wirtschaftsdelegation nun des Landes verwiesen werde. Obwohl die Feinstaubwerte durch Pkw in den vergangenen Jahren erheblich zugenommen hätten, rechtfertige dies doch nicht das ganztägige Anlesen von Schutzmasken im Bereich des…“

„… eine Parade mit den Originalfiguren aus Disney World nicht stattfinden könne. Dies entspreche nicht dem europäisch-abendländischen Brauchtum, außerdem sei durch die Maskierung nicht geklärt, ob sich eine männliche oder weibliche Person unter den jeweiligen…“

„… Radhelme grundsätzlich wie Motorradhelme behandelt werden müssten. Dabei ergebe sich nur die Schwierigkeit, dass der Helm erst mit Antritt der Fahrt angelegt und unmittelbar danach angenommen werden solle, was aber gegen andere Sicherheitsvorschriften verstoße, gemäß derer der Helm schon vor Antritt der…“

„… bewusst oft die Figur Darth Vader ausgewählt worden sei. Es habe sich zwar um zehn- bis zwölf Jahre alte Kinder gehandelt, dennoch müsse man polizeilich auch hier Vorsicht walten lassen, um nicht durch eine Massenpanik im…“

„… einen Mundschutz im OP-Bereich getragen habe. Die Geldbuße trage dem Umstand Rechnung, dass es sich um ein öffentlich zugängliches Spital gehandelt habe, das auch von Inländern und…“

„… zu Ehren des japanischen Botschafters aufgetreten seien. Die Darsteller des Nō-Ensembles seien jedoch wegen ihrer stark an Masken erinnernden Schminke noch vor dem Betreten der Bühne direkt in Polizeigewahrsam…“

„… ein Clown auch auf einer Abbildung eine latente Terrorgefahr darstelle, weshalb die Plakate des Circus Knie unverzüglich aus dem…“

„… das Baufahrzeug mit halbautomatischen Schusswaffen abgedrängt und die Arbeiter zum Aussteigen genötigt worden seien. Der vor dem Betreten des Baustellengeländes angelegte Atemschutz falle unter die sicherheitsrelevanten Verbote einer…“

„… die Gasmaske eines Feuerwehrmannes im Einsatz einer hinreichenden Legitimation bedürfe. Diese könne jedoch im Brandfall durch einen formlosen, für sechs Stunden gültigen Antrag, der spätestens einen Werktag vor dem Einsatz…“

„… den Nikolaus darstellen solle. Auch unter Berücksichtigung der aktuellen Bartmode sei die Kostümierung nicht zu…“

„… besser geregelt werden solle. Schwerer Atemschutz dürfe jetzt bereits getragen werden, wenn sich der Brandmeister schriftlich vor dem Einsatz an die oberste Leitung des…“

„… es sich bei dem wegen eines zu hoch über der Nase geschlungenen Wollschals verhafteten Radfahrer um den Bezirkspfarrer Franz Pospischil gehandelt habe. Der Vatikan habe nochmals betont, dass er für Personen unterhalb der Bischofswürde keine rechtlich…“

„… es sich beim Nikolaus in Wahrheit um einen Dissidenten aus der heutigen islamischen Welt handele. Um politische Provokationen mit der Türkei zu verhindern, dürfe keine weitere…“

„… in erster Instanz verloren habe. Mitglieder einer freiwilligen Feuerwehr seien demnach nicht berechtigt, einen beantragten und bewilligten Atemschutz bereits beim Anrücken auf dem Fahrrad, das sich noch auf einem öffentlichen Radweg in der…“

„… als ‚Muselsau‘ beleidigt habe, die ‚ins Gas gehöre‘. Obwohl die koptisch-katholische Kirche mit Rom uniert sei, sehe der Heilige Stuhl keine Veranlassung, die Behandlung des Patriarchen von Alexandrien am Westbahnhof durch die Bezirkshauptmannschaft des…“

„… das neue Wintercouleur der Germania 1937 auch den schwarz-weiß gemusterten Schutz gegen linksjüdische Pest vorsehe. Das Bundesministerium für Inneres wolle von einem Verbot absehen, da es in der Ballsaison nachts auch empfindlich…“

„… zu Boden gerissen und mit mehreren Faustschlägen ins Gesicht lebensgefährlich verletzt habe. Das Kopftuch, dass die Königin von England und Schottland traditionell auf Flugreisen trage, sei dabei im…“