Aktivierendes Pflichtbekenntnis

24 03 2022

„Das mit der Transsubstantiation haben Sie kapiert? Ich frage nur, manchen ökumenischen Teilnehmern ist ja die Unterscheidung sinnlich wahrnehmbarer Akzidentien von einer Substanz im aristotelischen Verständnis gar nicht klar, weshalb wir auch mit Kannibalismusvorwürfen konfrontiert werden. Wer bei uns steuerpflichtiges Mitglied wird, sollte diese intellektuellen Feinheiten schon kennen.

Früher haben sich die Menschen ja größtenteils mit Glaubensinhalten beschäftigt, wenn sie aus der Kirche austreten wollten. Deshalb haben wir ihnen auch unsere Bodentruppen auf den Hals gehetzt, damit wir sie wieder einfangen können. Aber wenn man eben in dieses System hineingeboren wurde, nie etwas hinterfragt hat und seine Zugehörigkeit nur am Lohnzettel merkt, geht das auch leicht. Seit wir jetzt so eine Art aktivierendes Pflichtbekenntnis mit Kompetenzprüfung haben – erinnert ein wenig an die linksreformatorische Täuferbewegung – ist die Sache natürlich schwieriger geworden. Früher mussten man nur mal auf der Straße fragen, was Pfingsten bedeutet, mit den Antworten hätte man ein Zirkusprogramm bestreiten können. Jetzt haben wir einen qualitätsgesicherten Prozess, der nur die aufgeklärten und religionsgeeigneten Personen in die Kirche reinlässt. Das ist schon ein Fortschritt.

Haben Sie das Faltblatt zur Dogmatik gelesen? Das wird abgefragt. Besonders das Dogma von der päpstlichen Unfehlbarkeit, das müssen Sie kennen. Das hat der Papst übrigens zuletzt beim Dogma der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel in Gebrauch genommen. Praktisch, oder? Das ist so ein echter Boss Move, Sie können sich als Papst einfach nicht irren, und wenn Ihnen eine tolle neue Idee für einen Feiertag einfällt, für den es keinen biblischen Beweis gibt, zack! Unfehlbarkeit. Also das müssen Sie neben der Eucharistie drauf haben, sonst können Sie sich so eine Messe schenken.

Natürlich ist da jede Menge Murks dahinter, der schlicht auswendig gelernt wird. Das betet man nach, das sind die Spielregeln bei Kulthandlungen, wann der Priester die Mütze aufsetzt und mit der Spardose die Kirche vollqualmt. Als Protestant ist die Vorbereitung auf die Kirchenzugehörigkeit eher Gedächtnistraining, da sagen Sie sämtliche Gebote und das Glaubensbekenntnis auswendig und die Erklärungen im Katechismus, die dann gleichzeitig als Ersatz für theologische Grundsatzdiskussionen gelten. Man muss ja nicht alles wissen, man muss nur wissen, wo es steht, und was es bedeutet, ist ja nicht ganz so wichtig. Wenn Sie Ihren Pastor mit ontologischen Fragestellungen nerven, halten Sie nur den Betrieb auf.

Bei den Katholiken ist das schon anders, da wird auf moralische Fragen besonders geachtet. Vor der Firmung beispielsweise werden Sie gefragt, ob Sie denn auch rein sind – also im kultischen Sinn, was natürlich ein gewisses Alter voraussetzt, aber ab sieben sollte man schon wissen, was falsch und was richtig ist, und ab dann kann man so einem Kind schon mit Schuldgefühlen die Restexistenz in die Tone treten. Hat der Firmling noch kein eigenes Sündenbewusstsein entwickelt – Glück gehabt, man weiß ja nie, wo der Pfarrer da seine Finger drin gehabt hat. Und fühlt sich das Kind sündig, dann ist es für die Idee einer psychischen Unterdrückung gewonnen. Professionelle Katholiken entledigen sich regelmäßig durch die Beichte vom Druck und sündigen dann fröhlich weiter, aber das wird ja so gut wie nie öffentlich empfohlen. Verboten hat es die Kirche aber bisher nicht, zumindest nicht bei ihrem hauptamtlichen Personal.

Ja, da sind Sie überrascht, aber das ist halt der übliche Weg. Erst werden Sie umfassend über die Inhalte aufgeklärt, dann können Sie entscheiden, ob Ihnen der Spaß die monatlichen Gebühren wert ist. Gemäß Bundesgesetz ist ein Kind schon ab dem vollendeten zehnten Lebensjahr zu hören, wenn in der religiösen Erziehung eine Veränderung eintritt. Was da vorher stattgefunden hat, wurde zum Glück für die Kirchen bisher gar nicht berücksichtigt. Da wurden Sie in die Konfession Ihrer Eltern geboren, ab dann gilt: mitgegangen, mitgefangen. Ausnahme war auch hier, wenn Sie wegen einer Behinderung als nicht vernünftig genug erschienen, um wider die Vernunft die Eucharistie zu empfangen. Sie sind ja erst beim Verstehen der Transsubstantiation in der Lage, diesen Ritus intellektuell zu erfassen. Aber das hat die Kirche schon vor Jahren abgeschafft, auch erst nach der Vorhölle, weil Sie durch den Tod vor der Taufe irgendwie doch sündig sind – in dem Fall war das Ableben vor der Firmung der Grund für die mangelnde Reinheit, sonst ist das andersrum oder hängt vom Sündenbewusstsein ab, aber so eine Fundamentaltheologie macht ja nur Spaß, wenn man sie machen kann, wie’s halt in den Kram passt.

In der Hinsicht ist Religion tatsächlich so etwas wie eine limitierte Gesellschaft. Natürlich nur für die, die das hauptberuflich betreiben. Sie müssen für die Aufnahme in den Club erst mal Prüfungen ablegen, hier und da werden Gebühren fällig, und wenn Sie erst mal drin sind, können Sie machen, was Sie wollen. Ob Sie jetzt Fußpfleger sind oder Priester, ganz egal. Falls Sie doch einmal Stress kriegen, hetzt der Verein die besten Anwälte auf das Rechtssystem außerhalb der eigenen Mauern, und ob das wirklich strafbar ist, wenn Sie vor einem Firmling die Hosen herunterlassen, das entscheiden dann im Zweifel Sie selbst.

Sie müssen sich nicht jetzt entscheiden, Sie haben Zeit, und wenn Sie gar nicht wollen, lassen Sie es einfach. Nur noch ein gut gemeinter Rat, weil hier ja noch andere Prospekte herumliegen: die andere Esoterik ist auch nicht kostenlos.“





Abramakabra

19 07 2012

„… sei es zwar strafrechtlich verboten, Personen bei lebendigem Leibe zu verbrennen, man müsse zum Schutz der Religionsausübung allerdings der römisch-katholischen Kirche ein Sonderrecht einräumen, das eine legale Hexenverbrennung…“

„… die Verfolgung und Verurteilung der Hexen ein christliches Kulturgut sei, das nicht durch profane Mittel des Rechtsstaates…“

„… formal um ein Tötungsdelikt handele. Da allerdings in der Überlieferung der Kirchenväter das Strafgesetzbuch nicht erwähnt werde, könne man nicht mit…“

„… das Denunziantentum ausdrücklich gelobt habe. Nur auf diese Art, betonte Uhl, könne man auch gefährliche Terroristen aus dem…“

„… habe Joachim Kardinal Meisner eine zügige Lösung der Gesetzeslage angefordert. Beobachter hätten bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass der Erzbischof von Köln, der an einem neuen Holocaustvergleich arbeite, sich in der Presse…“

„… da die Hexenverfolgung laut SPD-Vorstand auf einer mehrere Jahrhunderte langen Tradition des Volksglaubens beruhe, die man respektiere und…“

„… nicht als fundamentalistisch zu werten. Die Kirche bekämpfe lediglich die Anzeichen des modernen Zeitalters wie Satanismus, Atheismus, Justin Bieber oder…“

„… sei eine sehr genaue Differenzierung notwendig. Der Bund der Vertriebenen der Maya könne keine rituelle Opferung von Sklaven fordern, nur weil der Vatikan die Hexen als…“

„… dass Hexenverfolgung nicht weniger als die Staatsräson Deutschlands sein müsse. Merkel habe in diesem Zusammenhang gefordert, auch im internationalen Vergleich eine…“

„… habe von der Leyen eine Quote von 99% bei den Hexen vorgeschlagen. Gleichzeitig sei auch in Erwägung zu ziehen, die Schlecker-Frauen in…“

„… ein Verhältnis zur Demokratie, das man nicht mehr als Verhältnis zur Demokratie bezeichnen könne. IM Friedrich kündigte an, die ablehnende Haltung der Linkspartei zur Hexenverbrennung als Anlass zu nehmen, die Beobachtung durch den Verfassungsschutz noch wesentlich über das bestehende Maß…“

„… sei eine juristische Definition von Hexerei bisher noch nicht erfolgt. Das in 57 Sekunden durch den Bundestag gehebelte Gesetz sehe nun vor, jeden als Hexe zu bezeichnen, ein Widerspruch sei zwar möglich, habe aber keine rechtswirksame…“

„… sich eine Gleichstellung von Scharia und Hexenhammer verbitte. Das eine sei eine angeblich von jenem höheren Wesen, das wir verehren, inspirierte Schrift, das andere jedoch eine von anerkannten Wissenschaftlern…“

„… der menschenrechtspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion Beck bestätigt, nicht die geringste Ahnung zu haben, daher sei es ihm völlig egal, zu welchem Thema er…“

„… könne eine Einmischung der deutschen Justiz in die Praktiken der allein selig machenden Kirche nicht geduldet werden. Überdies sei mit Hilfe theologischer Beweisführung sehr wohl die Existenz der Hexen zu…“

„… dürfe sich, so Merkel, Deutschland vor den arabischen Freunden nicht zur Komikernation machen. Zur Sicherung der Arbeitsplätze in der Waffenindustrie habe sie…“

„… zu einer spontanen Zusammenrottung vor dem Lichtspielhaus gekommen sei. Schünemann habe die öffentliche Vorführung eines Harry-Potter-Films als Propaganda für teuflische…“

„… gemäß dem Rechtsgutachten der Erzdiözese München und Freising keinerlei Handhabe. Schadenszauber sei als untauglicher Versuch mit strafrechtlichen Mitteln nicht zu greifen, daher dürfe auch die weltliche Justiz nicht…“

„… habe Rösler vorgeschlagen, Synergien zu nutzen durch die Privatisierung der Hexenprozesse. Das daraus entstehende Wachstum würde die Mittelschicht um mehr als…“

„… könne die SPD nach längerer Bedenkzeit einer Legalisierung der Hexenverbrennung nicht mehr vorbehaltlos zustimmen. Man sei aber bereit, das Gesetzesvorhaben mitzutragen, wenn man im Gegenzug den Widerstand gegen den Fiskalpakt…“

„… handele es sich nicht um ein Religionsprivileg, da die Hexenverfolgung nicht durch kanonische Schriften durch kanonische Schriften gestützt seien; deshalb die römisch-katholische Kirche als Ganzes abzulehnen sei daher keine…“

„… Schröder ebenfalls empfehle, Feministinnen sofort auf den Scheiterhaufen zu…“

„… gebe es außerdem keinen historischen Beweis, dass Hexen zu Deutschland…“

„… sei eine Trennung von Staat und Kirche durchaus gegeben, wenn der Staat endlich seine Finger von den berechtigten Interessen der…“

„… auch eine außenpolitische Isolation zu befürchten. Westerwelle betonte, dass Deutschland als Exportnation die Absatzgebiete im Kongo, in Benin und Angola nur dann werde verteidigen können, wenn man das Recht der Einwohner auf das Abschlachten von Frauen, Kindern und…“

„… keinen tragfähigen Kompromiss, wenn die Hexenverbrennung zwar in Deutschland offiziell verboten, im Vatikan jedoch ausdrücklich erlaubt würde. Benedikt XVI. halte die Einschränkung der legalen Folter und Vergewaltigung für den schwersten Schlag gegen den Katholizismus, der in Deutschland seit dem Reichskonkordat…“





Schnittchen

1 07 2012

für Kurt Tucholsky

Ja, trommelt Euch schnell auf den Bauch –
  das ist der Gipfel!
Es geht um jenen frommen Brauch
  mit einem Zipfel,
den schneidet man dem Knaben,
so will’s der Vater haben.

Man muss das tun! Es führt zum Heil,
  weil’s religiös ist!
Das diskutiert man nicht mehr, weil
  es furchtbar bös ist,
es nicht so zu erhalten,
vor allem für die Alten.

Darin zeigt sich des Urteils Sinn:
  zu Recht beschneidet,
was überflüssig ist, darin
  die Freiheit leidet.
Verstümmelt Euch und fasst es
gern selbst. An Kindern lasst es.





Schleier-Haft

3 05 2010

Silvana Koch-Mehrin hatte sich durchgesetzt. Mit den Stimmen der Liberalen, der bürgerrechtstreuen Partei des verfassungsorientierten Rechtsstaats, verabschiedete die Regierung das Burka-Verbot. Keine muslimische Frau durfte ab sofort noch in Ganzkörperhülle auf die Straße treten, wenn sie nicht empfindliche Strafe riskieren wollte. Die freiheitlich Gesinnten triumphierten, während die freiheitlich Gesonnenen überlegten, ob man sich noch bedeckt halten dürfe; am Ende würde auch das schon als Straftat gesehen. Die Menschenrechtler waren empört; offenbar hatte der Antiislamismus gerade zum Sprung auf die Leitkultur angesetzt. Verfechter des Vermummungsverbots führten die rasche Wirkkraft derartiger Gesetze ins Feld. So war schon kurz nach dem Minarettverbot so gut wie kein Türmchen mehr in der Schweiz sichtbar.

Führende Islamwissenschaftler kritisierten die Liberalen. Wie der Koran in Sure 33 betone, sei Verschleierung kein Mittel zur Unterdrückung der Frauen, sondern im Gegenteil ein wirksamer Schutz gegen ihre Belästigung. International renommierte Religionssoziologen, voran Franz Josef Wagner, stimmten zu. Vor Belästigung durch verschleierte Frauen müsse man eben wirksam schützen. Nicht auszudenken, wenn etwa BILD hinfort in undurchsichtiges Gewirk gehüllte Damen zeigen müsse. Dies vergewaltige ja die Pressefreiheit.

Bald meldeten sich erste Verfassungsrechtler zu Wort und monierten die handwerklich schlechte Fertigung des Gesetzes. Bei einer Verordnung, die die Ex-Kolumnistin der Intellektuellenpostille praline durch ihre Mitarbeit zu verantworten habe, dürfe man wohl eine juristisch bessere Schöpfung erwarten. Die FDP-Fraktion reagierte prompt. Im Zusammenhang mit Koch-Mehrin von Arbeit zu sprechen sei eine dreiste Unterstellung und durch nichts zu rechtfertigen. Dennoch ließen die Kritiker nicht locker. Trotz des Gesetzes würden in Deutschland die Frauenrechte weiterhin missachtet, nicht nur durch häusliche Gewalt oder Zwangsprostitution. In einer Erklärung des DGB, aus dem sich nach und nach mehrere Parteien und Verbände wieder verabschiedeten, prangerten die Arbeitnehmervertreter an, dass das Gesetz nur gegen Unschuldige gerichtet sei. Der rechte Flügel der CDU widersprach heftig; das Gesetz sei keineswegs nur gegen Unschuldige gerichtet, es helfe auch, Opfer zu kriminalisieren. Zudem stehe es im Rechtsstaat selbstverständlich jeder unterdrückten Frau frei, sich gegen solche Behandlung zur Wehr zu setzen, etwa durch Organisieren von Massendemonstrationen.

Als amtierender Chef der FDP äußerte Guido Westerwelle, man werde islamistischem Terror und anderen sozialistischen Bedrohungen in Nordrhein-Westfalen mit Steuersenkungen begegnen.

Ein unschöner Zwischenfall geschah auf dem Wochenmarkt in einer Kleinstadt nahe Stuttgart. Als die Hausfrau Swetlana Bernštejner plötzlich von fremder Hand berührt wurde, setzte sie sich mit ihrem Weidenkorb sowie einem Stockschirm zur Wehr. „Äch wärd Dir jeben mich anpacken, Jungchen“, brüllte die Russendeutsche, die lange Jahre in der Jungbullenaufzuchtstation Sieg des Kommunismus von Werchnjaja Pyschma in der Oblast Swerdlowsk Zuchtstiere gehandhabt und jeden Arbeitstag mit dem schwungvollen Lied Mütterchen Russland, für Dich ziehen wir den Faschisten die Zunge zum Arsch raus begonnen hatte. Einen der Polizisten, die ihr das Kopftuch zu entreißen suchten, drosch sie gleich an Ort und Stelle bewusstlos, die anderen dreizehn stießen sie mit knapper Mühe in einen Transporter. „Äch hab jedacht, der Herr Offizier mecht mir unsittlich“, gab die resolute Frau zu Protokoll.

Anlässlich einer Ausstellungseröffnung ließ es sich Koch-Mehrin nicht nehmen, mit dem aus Paris angereisten Karl Lagerfeld auf einem Foto posieren zu wollen. „Wer Frauen verhüllt“, so die Brüsseler Spitze, „nimmt ihnen Gesicht und Persönlichkeit.“ Der Couturier lehnte ab. Naserümpfend sagte er, man sollte die Ausschuss-Politikerin zwangsweise in eine Burka stopfen.

Schlimm wurde es, als Leyla a’Nyeyembe noch auf dem Flughafen München von unerbittlichen Schutzleuten abgeführt werden musste. Kein Flehen half ihr, kein Weinen. Der Gesetzestext ließ keinen Spielraum zu: Frauen, die bodenlange Gewänder trügen auf Gebot von Organisationen, die unter dem Deckmantel der Religionsausübung die Demokratie mit gezielten Menschenrechtsverstöße zu schädigen und durch ein Terrorregime zu ersetzen versuchten, seien streng zu bestrafen. Gewalt, Drohungen, Machtmissbrauch oder Befehlsgewalt dürften keine Druckmittel gegen Frauen sein. Es ging nicht anders. Schwester Scholastika, die gekommen war, um ein Benediktinerinnenkloster in Kenia aufzubauen, landete in Schleier-Haft.

Die Deutsche Bischofskonferenz legte sofort vehementen Protest ein. Die Union tobte. Koch-Mehrin legte nach. „Die vollständige Verhüllung von Frauen ist ein aufdringliches Bekenntnis zu Werten, die wir in Europa nicht teilen“, erklärte sie. Damit das Gesetz zügig in der Zivilgesellschaft ankomme, solle das Vermummungsverbot auf den Karneval ausgedehnt werden. Sogar Innenminister de Maizière blieb skeptisch.

Jetzt schlug das Bundesverfassungsgericht zu. Das Gesetz nur auf Frauen anzuwenden sei ein Verstoß gegen das Grundgesetz. Es war nur folgerichtig, dass zwei Sicherheitsbeamte den Heiligen Vater, der gerade im Begriff war, das Rollfeld zu küssen, mit einer Elektroschockpistole niederstreckten. BILD verkniff sich, die Fotos vom hüllenlosen Pontifex zu veröffentlichen. Man müsse, sagten manche, auch nicht jeder Idee aus Brüssel folgen.

Und dann kamen die Landtagswahlen.