Mütterchen und Väterchen

8 04 2019

„Chau iehm riechtiech ejne rejn, Wassili Fjodorowitsch. Chau ihm riechtiech ejne rejn. Wer niecht cheeren wiell, muuss eben fiehlen.

Er chat verseehentliech ejne Speende verstojert. Verseechentlich, er sagt. Wejß man dooch, wo man verstojert Speende, deenken siech Becheerden: daa muuss zu cholen sejn meehr. Außerdeem koosten Stojern Geld, wier kennen es uuns niecht erlauben, meehr als uunbediengt neetich voon uunseren Vermögen dem dojtschen Staat ien den Raachen zu stoopfen. Geht gaar niecht. Das tuut niecht ejnmal ejn Dojtscher, da?

Iehr sejd dooch aalle gegen Deemokratie, Iehr woollt aber niecht wieder ejne Paartei weehlen, was saagt: wier siend gegen Deemokratie. Veeterchen giebt Ojch, dierft Iehr daankbar sejn und Paartei weehlen, was er Ojch giebt. Dojtschlaand chat ejne Schweeche, und das iest Faschiesmuus. Veeterchen wejß das. Und Veeterchen wejß, Iehr wiesst. Niecht vergeessen!

Iehr meegt Koontrolle, da? Wier meegen auch Koontrolle. Wier koontrollieren Aabgeoordnete in Dojtsche Buundestaag, wejl wier reespektieren, Iehr liebt Koontrolle. Iest wie feerngestojerte Auto, was feehrt aan Schnuur. Chat Veeterchen gesaagt, Iehr kriegt Koontrolle, wier Dojtscher Buundestaag und Reest voon Buundesrepubliek. Maacht viel seehr viel ejnfaacher, voor aallem Veeterchen chat ejnfaacher, muuss niecht iemmer miet Kaanzlerien teelefonieren. Ien Dieskuussjon geeht so viel verlooren, besoonders waas Veeterchen wiell. Iehr chaabt dooch auch grooße Voortejle, niecht waahr? Iehr neehmt biellieges Gaas, dafier Iehr geebt Koontrolle, da!

Wier laassen neemlich niecht aalles maachen. Veeterchen maag so gar nicht, wo Politiker chaben ejgene Voorstellungen und Voorstellungen siend auch nooch beschojert. Veeterchen waar seehr enttojscht, wier muussten faallen lassen Peetry. Seehr schaade, wejl wier chaben gezejgt, dass Paartei iest faschiestisch. War auch schoon iemmer faschiestiesch, aber woollten wier nooch niecht zejgen. Iest chistooriesche Veraantwortung, da? Daas leetzte Maal Iehr chaabt Faschiesmuus niecht riechtich chiengekriegt. Chabt ruussiesches Voolk ans Bejn gepiesst. Und GDR chaat niecht riechtich geklaapt, wejl Iehr woolltet Sozialiesmuus, Iehr Troottel. Jeetzt wier woollen kejne Experimente. Ien Ukrajne wier chaben berejts erfoolgreich aalles uunterstietzt, was chat gefiehrt zu gaanz faalsche Nationaliesmus. Nationaliesmus iest faalsch, wenn niecht aus Mietterchen Ruusslaand, da? Wier also briengen riechtiche Nationaliesmus ein die Ukrajne, siend die Meenschen daankbar? Veeterchen chat Geduuld, aber chat niecht iemer Geduuld, wo siech andere Voolk zu schnell entschejden will.

Jeetzt wier chaben geschieckt cheessliche Frau ien Dojtsche Buundestaag. Veeterchen war so entseetzt, dass dojtsche Frau kann ieberchaupt so cheeslich sein. Dann er chat bekoommen Bield von Stoorch, war eer entseetzt, aber chat niecht meehr gewuundert. Frau wierd niecht Presideentin. Iest seehr gut, wejl jetzt kann Paartei, was gaanz und gaar iest faschiestiesch, Aansehen von Buundestaag naachchaltich bescheedigen und Vertrauen ien Deemokratie erschiettern. Deemokratie wierd erleedigt miet Miettel von Deemokratie. Chat auch gemaacht Chitler. Hat auch gemaacht Veeterchen, aber beesser als Chitler. Naach Chitler war kejn Gaas meehr da.

Iest ejne seehr scheene Situatjon: Aanseehen voon Dojtschlaand wierd ienternatjonaal schweer bescheedigt und Iehr fiehlt Ejch ausgegreenzt. Die Paartei wird ausgegreenzt, wejl sie das Aanseehen von Dojtschlaand schweer bescheedigt. Na, da wiesst Iehr, welche Paartei Iehr weehlen miesst. Veeterchen chielft Iehnen, Deemokratie neu zu maachen, wie nach Krieg. Eerst Krieg, dann koommt Veeterchens Deemokratie. Iest Veeterchen ien Geeberlaune, er iest speendabel. Deemokratie fier aalle! Voolksdeemokratie!

Niecht kapuutt maachen, Wassili Fjodorowitsch. Er muuss nooch reeden kennen, da?

Dojtsche deenken iemmer an Aufstieg – aam liebsten viel Geld chaben, niecht meehr aarbejten. Und Koontrolle. Wie Maarjoneette, muuss niecht seelbst arbejten. Chaben wier ienstalliert Maarjoneette in Buundestaag, was iest gar kejne Aarbejt, kaann Veeterchen iemmer maachen, iest ejne grooße Voorbield fier Dojtsche. Dojtsche chaben Voorbield, was niecht aarbejtet, weehlt Iehr Paartei. Glaubt Iehr niecht? Iest er Maarjoneette in Buundestaag, waruum er soonst wierde lojgnen?

Er chat vergeessen? Das iest niecht guut, das iest ieberhaupt niecht guut. Wier brauchen kejne Veertrauenslejte, waas kuurz voor Ergrejfuung voon Maacht abttriennig siend. Veeterchen chat guute Gedeechtnies fier das. Kejner leebt fier iemmer, niecht ejnmal Veeterchen.

Wassili Fjodorowitsch? Sieht aus wie Unfaall?“





Sportstück

4 08 2014

„Gerade als amtierender Weltmeister müssen wir darauf achten, dass der gute Ruf des Fußballsports gewahrt bleibt, und da können wir uns so etwas gar nicht erlauben. Nein, hier müssen knallharte Konsequenzen gezogen werden. Das ist nicht mehr machbar. Wieso Deutschland? Ich rede hier von einer WM in Bayern!

Da können Sie noch so viel erzählen von DFB und Jogi Löw und Nationalmannschaft, schauen Sie doch hin: wir Bayern haben hier die entscheidenden Spieler auf dem Platz gehabt. Und nicht nur bei der DFB-Auswahl. Wer sonst sollte denn sonst die nächste Weltmeisterschaft ausrichten? diese Russen etwa? Das war doch schon nichts mit den Olympischen Spielen. Hat doch alles nicht funktioniert. Haben wir doch gesehen, viel zu wenig Medaillen für die bayerischen Sportler, das lag alles an dieser Organisation da. Ich meine, wer baut auch Stadien für den Wintersport an einem Badeort? Das muss doch in die Hose gehen. Da muss man uns ranlassen.

Schon von der Menschenrechtsseite her, das war ja auch katastrophal in Sotschi. Diese vereinzelten Proteste da von den Frauen mit den Pudelmützen, wie hießen die noch gleich? auf jeden Fall war das im Fernsehen. Das macht man doch nicht! Damit verschrecken Sie doch sämtliche Investoren! Ich sage, da muss man wesentlich härter durchgreifen, wesentlich härter! So etwas würde es in Bayern jedenfalls nicht geben, jedenfalls nicht im Bayerischen Fernsehen. Da schalten wir sofort ab, darin haben wir schon länger Übung als Putin!

Und überhaupt, die ganze russische Gesellschaft entspricht doch nicht den internationalen Standards. Die müssen es doch selbst sehen, dass wir unsere Sanktionen gegen sie richten, weil wir das der Staatengemeinschaft schuldig sind. Die russische Gesellschaft, die russische Regierung, das ist doch ein einziges Konglomerat aus Korruption und Günstlingswirtschaft. Das ist in Wahrheit nichts als Korruption in großem Stil. Im ganz großen Stil! Das werden wir auf keinen Fall unterstützen, und da machen wir einfach nicht mit. Wir als Bayern haben hier die Möglichkeit, auch vor der internationalen Weltöffentlichkeit in allen anderen Ländern ein ganz großes Signal zu setzen, dass wir uns da entscheidend unterscheiden. Korruption in den höchsten Regierungsbereichen – schauen Sie, bei uns im Freistaat Bayern sind wir immer noch sehr traditionsbewusst und pflegen unser Brauchtum daher fast ausschließlich auf familiärer Ebene. Da hat der Staat nichts zu suchen, verstehen Sie? Allenfalls die CSU.

Deshalb wollen wir das ja auch eher sportlich angehen und nicht politisch. Weil, sportlich kennt man Bayern München nämlich überall auf der Welt, beispielsweise als Wirtschaftsunternehmen und von unseren guten Sponsorenkontakten her. Aber den Seehofer Horst, schauen Sie, wie soll ich das jetzt ausdrücken – es ist halt ein Bayer, nicht wahr, und das ist auch an sich nichts Ehrenrühriges, aber er ist halt ein Bayer.

Warum erst jetzt? Nein, das ist uns nur ganz plötzlich eingefallen, wo wir jetzt im Sommer – also wir haben jetzt nur mehr Zeit gefunden, uns mit dem Thema Russland auseinanderzusetzen. Hatte Sie gewusst, dass diese Ukraine, dass das da ganz in der Nähe liegt? Das war früher ja mal Teil der UdSSR, aber die haben sich immer absolut friedlich verhalten. Absolut friedlich. Die Ukrainer, die haben die Sowjets damals nicht ein einziges Mal angegriffen. Die haben gar keinen Krieg gegen die Russen geplant, nicht ein einziges Mal. Und dann marschieren die da jetzt einfach so ein, also es ist kein Einmarsch, aber unser Ministerpräsident, der wertet das als einen. Ich hatte schon gesagt, dass er ein Bayer ist?

Das könnte natürlich auch der bayerischen Bevölkerung sehr helfen, verstehen Sie? Wir haben hier noch infrastrukturell sehr schlecht erschlossene Gegenden, dann haben wir so gewisse Bereiche, bei denen die Bildung eher nicht so weit verbreitet ist – kennen Sie den Dobrindt Alexander? dann wissen Sie jetzt, woran das unter anderem liegt – und das ist eine großartige Chance, dass die Öffentlichkeit mal auf Bayern blickt, wenn wir die WM haben, und dann sehen sie alle, dass wir bisher ganz viel getan haben. Die Russen? ach wo, die würden das doch bloß groß ankündigen, und dann passiert da gar nichts. Das kennt man doch.

Außerdem würde so einer Forderung doch ein intensiver Dialog folgen, auf diplomatischer Ebene, oder vielleicht auch wirtschaftlich, aber auf jeden Fall ein Dialog. Das ist doch viel besser als eine Konfrontation. Natürlich werden wir trotzdem die WM ausrichten, darüber diskutieren wir hier nicht. Aber wir tun etwas für die russische Bevölkerung. Das muss doch mal ein Ende haben mit diesem Totalitarismus, mit dieser Homophobie, mit Filz und Nationalismus und allem. Wie kommen Sie denn jetzt auf Katar?
Uns ist schon klar, dass wir hier rein formal – die FIFA steht über den Gesetzen? das war mir jetzt aber auch neu – also Entscheidungsgewalt im Sinne des internationalen Rechts haben wir hier keine, das ist schon klar. Aber deshalb lassen wir uns doch nicht von den europäischen Visionen abbringen, zu denen uns der Wähler beauftragt hat. Dann bauen wir die Autobahn nach Wladiwostok eben von Garmisch-Partenkirchen aus, klar? Und nur, damit Sie nicht sagen, Sie hätten es vorher nicht gewusst: das Ding wird mautpflichtig!“





Einheitsgebot

12 05 2014

„… nicht ganz Bayern, sondern nur Franken von der Bundesrepublik Deutschland abzuspalten. Die österreichische Regierung habe sich irritiert gezeigt, wolle aber über die Annexion erst im nächsten…“

„… habe dies damit begründet, dass in den nördlichen Regionen des Freistaates vorwiegend Menschen lebten, die sich selbst nicht als Bayern bezeichneten und ebenso von der Mehrheit der Ober- und Niederbayern als…“

„… sich in der Schwabacher Erklärung für eine Neuordnung des fränkischen Raums ausgesprochen habe, durch den die geschichtliche Entwicklung des Stammesherzogtums Franken wieder in eine korrekte…“

„… die territoriale Einheit Frankens außer Frage stehe. Das Präsidium der Frankenpartei wolle jedoch zuvor eine Garantieerklärung Berlins, im Falle einer Unabhängigkeit nicht vom…“

„… von mehreren Versicherungskonzernen sowie Puma, adidas und Nestlé Schöller bestätigt worden sei. Damit sei Nürnberg als provisorisches Zentrum für die politische Einflussnahme auf die Gebietsansprüche des…“

„… in einer Ansprache vor dem Bundesrat zu Geschlossenheit gemahnt. Seehofer wolle zunächst sämtliche diplomatische Mittel ausschöpfen, bevor er die militärische…“

„… für den Fall einer Osterweiterung Baden-Württembergs nicht ausreichend seien. Franken brauche die eigene Armee außerdem, um allen…“

„… hätten Separatisten einige Ausländer festgesetzt. Sie seien unter dem Verdacht der Spionage in einem Ort bei Würzburg…“

„… die Angliederung Schwabens an die Alpenrepublik verhindert werden solle. Augsburg wolle nicht unbedingt autonom werden, könne aber einen Anschluss an Mittelfranken, gegebenenfalls auch an Restoberbayern…“

„… nicht nur in der deutschen Presse ein differenzierteres Urteil abgegeben habe. Sogar in der CDU sei offen diskutiert worden, ob die Regierung Seehofer überhaupt demokratischen…“

„… bestehe inzwischen die Nürnberger Versicherungsgruppe auf dem Führungsanspruch, der andererseits von der Hans Riegelein & Sohn GmbH & Co. KG entschieden…“

„… zu schweren Kämpfen vor dem Referendum geführt. In Erlangen habe eine Wirtshausschlägerei mehrere Verletzte gefordert, nachdem mit Aschenbechern und Maßkrügen bewaffnete Separatisten eine Gruppe bundesrepublikanischer Freischärler aus…“

„… es sich nicht um Mitarbeiter des Internationalen Roten Kreuzes gehandelt habe. Die UNO sei nicht mehr an einer Freilassung interessiert, nachdem bekannt geworden sei, dass es sich um leitende Angestellte des ADAC…“

„… habe der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband bereits vor mehreren Tagen davor gewarnt, einen Engpass mit Bier in der restlichen Republik zu…“

„… auch noch nicht geklärt, wer die Gesetzgebungskompetenz dazu besitze. Dessen ungeachtet wolle Seehofer im Alleingang das Deutsche Einheitsgebot auf den…“

„… zu schweren Ausschreitungen gekommen sei. Vor allem die Touristen hätten die Unterversorgung nicht klaglos…“

„… ein Referendum abzuhalten. Ungeachtet der Drohungen aus dem Kanzleramt hätten die Republikanische Administration Frankenland (RAF) mit der Ausrichtung des…“

„… werde Riegelein notfalls mit Apollo-Optik koalieren, um die Verbindung der Turnschuhfirma mit dem Schweizer Pharmakonzern im letzten Augenblick zu…“

„… die Verhandlungen abgelehnt. Die Delegation sei ergebnislos abgereist, da sich die Getränkelieferanten nicht einstimmig auf den Ersatz mit Kölsch…“

„… Schwierigkeiten zu erwarten seien. Ein Austritt aus der EU könne ausschließlich für Franken nicht oder doch nur in sehr kompliziertem…“

„… falls es zu einer Abspaltung Frankens komme. Die österreichischen Bierreserven seien möglicherweise innerhalb weniger Tage…“

„… die OSZE-Beobachter nicht an der Einreise nach Mittelfranken gehindert habe. Die Regierung weise jedoch darauf hin, dass sich die Zivilisten nicht ohne Zustimmung der fränkischen Junta im Land bewegen dürften, außerdem sei es ihnen strengstens untersagt, die Volksabstimmung zu…“

„… keine Kreditvergabe mehr. Dies könne jedoch nur durch einen erheblichen Anstieg der Rohstoffpreise aufgefangen werden, so dass der Bierpreis vermutlich bereits in den kommenden Wochen…“

„… habe sich die Regierung Mittelfrankens von der Bundeskanzlerin mehr Engagement gewünscht, um nicht ständig mit Seehofer verhandeln zu…“

„… die Produktion wieder aufgenommen habe und zum alten Ausstoß an Fass- und Flaschenbier zurückgekommen sei. Nach unbestätigten Gerüchten habe die Beteiligung der Novartis AG jedoch keinen Einfluss auf die Qualität der Brauerzeugnisse, wenngleich das Unternehmen nun seine Chemieabfälle nicht mehr in ausländische…“

„… werde das Referendum wie geplant stattfinden. Alle Warnungen aus Berlin werde man nicht weiter…“

„… sich Ober- und Niederbayern nahezu einstimmig dazu entschlossen hätten, die Abspaltung Frankens so schnell wie möglich zu…“





Давай, давай!

25 03 2014

„Natürlich besteht überhaupt kein Zweifel, dass überhaupt keine Gefahr besteht. Und umgekehrt. Der Russe ist ja von jeher ein gefährlicher Zeitgenosse, Frau Merkel. Der weiß, was er tut.

Nein, wirklich. Fragen Sie sich selbst, Sie werden sich das bestätigen. Sie sind ja in dem Glauben aufgewachsen, dass der große Bruder gar nichts Böses tun kann und immer recht hat und sich nie mit den falschen Freunden abgibt. Weshalb er ja auch der große Bruder ist. Und deshalb müssen wir uns mit der Kritik am großen Bruder jetzt auch etwas mehr zurückhalten, damit wir keinen Ärger kriegen.

Lassen Sie den Steinmeier ruhig an der langen Leine. Damit kommt er schon zurecht. Der kann gut Anzüge tragen und betroffen aussehen. Und er hat die praktische Erfahrung, Ihre Politik im Ausland zu verkaufen, Frau Merkel. Seien Sie froh, dass Sie den Mann eingekauft haben. Wenn der nichts tut, ist das noch mehr, als Westerwelle je hingekriegt hätte.

Ich wäre für integrierte Schutzmaßnahmen, das macht sich immer gut. Verbinden Sie einfach die Innen- und die Sicherheitspolitik, Frau Merkel. Ihr bisheriges Personal hatte ja nie ein gutes Händchen, wenn es darum ging, die innere Sicherheit nach außen auszudehnen. Holen Sie die militärischen Kräfte einfach rein in die Kontrolle, von der Sie nicht wissen wollen, dass sie stattfindet. Lassen Sie das die Amerikaner machen, oder besser: interessieren Sie sich einfach nicht mehr dafür. Die zerlegen unsere Verfassung sowieso in Einzelteile, ohne Sie vorher zu fragen. Nutzen Sie die Gunst der Stunde, Frau Merkel, und verbinden Sie das Angenehme mit dem Nützlichen. Hören Sie einfach auf, die Amerikaner zu kritisieren. Der Effekt ist derselbe, aber Sie ersparen ihnen eine Menge Diskussionen.

Sie sollten stattdessen sehr gut auf Ihre Verteidigungsministerin aufpassen, Frau Merkel. Nein, nicht wegen der Außenwirkung. Mehr als die hat sie eh nicht zu bieten. Aber bei der Menge an Unsinn, den sie da äußert, empfiehlt sie sich gerade als potenzielle Nachfolgerin im Kanzleramt. Wir sollten das nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Oder nutzen Sie es einfach als Steilvorlage. Mehr militärische Präsenz mit mehr deutscher Beteiligung, das gefällt sicher auch unseren amerikanischen Freunden. Das reduziert ihre Verbindlichkeiten. Und deutsche Truppen in Polen sind ja nichts Neues.

Selbstverständlich behalten Sie die Wirtschaft im Auge, Frau Merkel. Erzählen Sie den Bürgern irgendwas von Freiheit. Notfalls übernimmt das Ihr Präsident bei der nächsten Festtagsrede, das fällt auch nicht mehr auf. Gerne auch die ganz alten Sprüche. Dass unsere Rüstung dem Frieden dient. Oder dass Aufschwung unsere beste Waffe gegen den Kommunismus ist. Was man halt so sagt. Wir brauchen Wirtschaftswachstum, Frau Merkel. Wir sind schließlich bedroht.

Nicht Putin, Frau Merkel. Der Russe. Es ist der Russe, klar? Meine Güte, jetzt seien Sie doch mal froh, dass Sie das endlich so sagen dürfen! Generationen von Westdeutschen hatten Angst vor dem Russen, der plötzlich bei ihnen vor der Tür stehen würde, wenn sie nicht die CDU wählen. Werden Sie jetzt nicht auf einmal unnötig differenziert. Das mag der Wähler vereinzelt gut finden, aber nicht die Wirtschaft. Und Sie wissen schließlich, für wen Sie Politik zu machen haben.

Was meinen Sie denn, wie die Energiewende zu stoppen ist? Der Russe wird uns irgendwann den Gashahn zudrehen, Frau Merkel. Das ist so vorgesehen. Also jetzt nicht direkt so, wie sich das die Amerikaner vorstellen – die sanktionieren die Russen, und die Russen sanktionieren die EU, und dann sanktionieren die Amis wieder die Russen dafür, weil die Europäer ihre Verbündeten sind, und so weiter. Doch, das war so vorgesehen, Frau Merkel. Mit dem kleinen Unterschied, dass die EU diesmal nicht darauf warten wird, bis die Amerikaner uns per Luftbrücke Kernkraftwerke einfliegen. Sie erwarten, dass wir das selbst in die Hand nehmen. Als treue Verbündete.

Ausgeschlossen, Frau Merkel. Windräder an der ukrainischen Grenze, das kriegen Sie nie vermittelt. Den letzten Wirtschaftskrieg haben wir auch nicht mit Solarstrom gewonnen.

À propos, Arbeitsplätze. Hatten Sie schon mal an die Ausdehnung der Beschäftigungsstrategie auf kriegswirtschaftlich relevante Branchen gedacht? Naja, einer muss denen halt die Waffen liefern. Wenn wir es nicht tun, macht es irgendeine andere Nation von gewissenlosen Schiebern, die sich an den bewaffneten Konflikten auf dieser Welt eine goldene Nase verdienen wollen. Da können wir es ja auch gleich selbst erledigen.

Befolgen Sie einfach eine klar strukturierte Agenda, die auf einer ebenso klar strukturierten Ideologie aufbaut. Als Supermacht vertritt man keine Machtinteressen, man kämpft für die Freiheit. Nicht zwingend für die der Völker, es kann auch mal die der eigenen Wirtschaftsoligarchen sein. Jede Kritik an der eigenen Position ist unstatthaft. Und Angriff ist die beste Verteidigung.

Machen Sie sich keine Sorgen, Frau Merkel. Alles wird gut. Bald steht der Russe wieder vor der Tür. Zur Not sorgen Sie eben selbst dafür.“





Der Zar lässt sich fotografieren

10 10 2009

Saure Gurken für zehn Rubel,
alles ist bestellt,
Torten, Mädchen, Wurst und Jubel.
Ob es ihm gefällt?

Zwar sind seine Heldentaten
unbedeutend und
jenes Denkmal, wohlgeraten,
zeigt vorerst den Hund.

Artig eilen die Despoten
zur Gratulation.
Schenkt man etwas? ist’s verboten?
Nein, bis auf den Idioten,
denn den hat er schon.