Ritter Rost

9 08 2017

„Naja, wir müssen die wirtschaftlichen Interessen Deutschlands besser schützen, insbesondere die der Schlüsselindustrien, und wie könnte man das besser als mit einem Wirtschaftsminister, der nicht Gabriel heißt?

Als Wirtschaftsminister hatte er seinerzeit noch gesagt, dass wir Waffenlieferungen in Krisengebiete zurückfahren müssten. Zurückfahren, ja? von einem generellen Stopp hat er nichts gesagt, und von panzerbrechender Munition oder Streubomben war da nie die Rede. Nicht mal von diesem Urandreck, der sowieso verboten ist, wenn man es sich nicht leisten kann, dass einer genau nachguckt. Das kann man halt als Wirtschaftsminister nichts sagen, weil man da nicht nur für die Wirtschaft zuständig ist, sondern auch Parteivorsitzender. Da haben wir uns gesagt, lassen wir den Dicken machen, wer weiß, was für ein verlogenes Arschloch Parteivorsitzender wird, wenn dieses verlogene Arschloch mal nicht mehr Parteivorsitzender ist. Und jetzt ist er eben Außenminister. Da fällt Völkermord ja automatisch in sein Ressort. Also bei Deutschen, nicht wahr.

Natürlich haben wir die Geschichte dabei nicht aus den Augen verloren. Wir hatten damals eine Menge um die Ohren, nach dem Krieg, ist ja jetzt schon fast hundert Jahre her, aber wie gesagt: das ist Geschichte. Da knüpft unsere in der Tradition verwurzelte Partei auch an. Zum Beispiel diese nicht zu leugnende Neigung, immer die richtigen Leute zum falschen Zeitpunkt, oder umgekehrt, aber bei Brandt und Schmidt hat’s halt nicht so geklappt. Regieren, das ist nämlich den eigenen Kopf durchsetzen und ihn dann auch noch hinhalten müssen. Im Gegensatz zu Opposition ist das schon Mist. Und wenn Sie erst einmal und dann immer wieder damit auf die Nase gefallen sind, dann merken Sie, Politik ist Schrotthandel.

Außerdem ging es sowieso nur um Kleinwaffen, also Buntmetall. Das ist eher Umweltrecht, da hatte Gabriel auch schon gezeigt, dass man als Versager nicht automatisch aus dem Bundeskabinett ausscheiden muss. Man munkelt, er wäre fast zum Verteidigungsminister degradiert worden. Aber da müssen wir uns nicht verstecken, wir sind da ganz schmerzfrei. Vor allem, was uns selbst betrifft.

Wie sollen wir Geschäfte machen, wenn man die stabilen Partner selbst bei der UNO nicht findet, weil man sie nicht mehr sucht? Bekommen Sie sollten jetzt das nicht in den falschen Hals. Gerade unter diesen historischen Gesichtspunkten ist die Schrottdemokratie ein, wir nennen das: retrograde Zukunftsorientierung, und da ist dieser Minister der Garant einer hinten wie auch sonst offenen Haltung gegenüber jedem, ich betone: jedem. Deutschland darf sich in Anbetracht seiner Geschichte nicht zum Moralapostel aufschwingen, das ist Ihnen ja wohl klar, deshalb verzichten wir als Schrottdemokratie konsequent auf jede echt oder auch nicht echte Vortäuschung von Moral. Da sind wir dann auch mal absolut authentisch, wenn Sie verstehen.

Gucken Sie, in der Schrottpartei Deutschlands gibt es die, die sich von Klarsichthüllen ernähren, und dann gibt es die, die sich Büroklammern in die Nase pfeifen. Da muss man sein Profil finden. Für uns heißt das, sich in der langsam progressiver werdenden Landschaft, die nach und nach ins linke Lager sifft, konservative Positionen zu gewinnen. Man weiß ja nie, wo man sich später mal trifft, so koalitionsmäßig – Noske te ipsum, sagte schon der Lateiner, nicht wahr. Wenn wir schon mit Kulturen kooperieren, die Ehebruch unter Strafe stellen oder Homosexualität, dann müssen wir auch die Mittel zur Verfügung stellen, dass diese Gesellschaften sich weiterentwickeln. In welche Richtung auch immer, Hauptsache wirtschaftlich.

Das ist die Kanzlerin, Sie müssen das auch mal in Betracht ziehen. Die FDP hatte schon damals einen Außenminister, der sich als Hampelmann der Rüstungsindustrie – egal, Hampelmann war er sowieso, und das Fliegengewicht, das die jetzt hochpusten, ist auch nicht besser. Wenn Gabriel als Ritter Rost gegen die bürgerliche Gesellschaft zu Felde zieht, dann ist das sicher auch im Sinne der deutschen Wähler. Erhöhte Eingriffsbefugnisse für Sicherheitskräfte und Militär, also für die Polizei, das muss man dann sehr verantwortlich an sich selbst testen. Gott sei Dank, dass dieses verdammte Pazifistenpack sich in Hamburg zur Verfügung gestellt hat, da mussten wir in Katar keine Kanaken mehr vom Gerüst klatschen. Sehen Sie, auch das ist Globalisierung – wir hatten uns Februar 2014 für eine Neuausrichtung der Ausfuhren von Kriegsgerät ausgesprochen, da kann auch schon mal etwas in Vergessenheit geraten. Vielleicht dachte Gabriel damals, es ginge bloß um die Neuausrichtung von Kriegsgerät, und da wollte er als Außenminister nichts versprechen, was er halten kann.

Jetzt seien Sie mal nicht so aufgebracht, denken Sie lieber mal an die ganzen Erfolge. Munition, bis der Arzt kommt – Sie brauchen gar nicht so zu gucken, wenn der nicht kommt, kommt eben ein anderer – und jede Menge Kopflocher für den Irak, für Indonesien, also alle Länder, in dem man noch Wachstumspotenzial für islamistischen Terror fürs Bruttosozialprodukt mobilisieren kann. Und für die Wiederwahl. Man muss den Prozess in Gang halten, sonst gibt es Leute, die unangenehme Fragen stellen oder möglicherweise die richtigen. Man muss den Prozess in Gang halten, welchen auch immer. Wir leben das vor. Wer rastet, der rostet.“





Blasenschwäche

9 12 2015

„Sie hätten die VW-Aktien natürlich halten können, aber das wäre dann ein langer, unsicherer Prozess geworden. Also das mit den Aktien. Und dann haben wir auch noch ein Tief bei den Ölpreisen, vor allem im europäischen Raum, das muss natürlich berücksichtigt werden. Da muss man jetzt schon ein bisschen kreativ werden.

Der DAX schwächelt momentan ja auch eher. Da halten wir uns als Anleger selbstverständlich zurück. Aber irgendeine kurzfristige Lösung muss sich da finden lassen, Sie haben ganz Recht. Nur eben eine überlegte. Jetzt bloß nicht den Kopf verlieren!

Solange die Finanztransaktionssteuer noch nicht umgesetzt werden kann, brauen Sie sich wenigstens keine Sorgen zu machen, dass Sie plötzlich für Dinge zahlen müssen, für die andere nicht zahlen. Als Arbeitsloser beispielsweise zahlen Sie hier so gut wie nie Börsenumsatzsteuer. Da müsste die Politik mal ran, wenn Sie mich fragen.

Wir raten ja unseren Anlegern zu ganz neuen Modellen. Bodenschätze bringen es heute auch nicht mehr. Bis das abgebaut ist, bis man da einen Konflikt organisiert hat, damit man Handelswege oder Pipelines oder solche Sachen bauen kann, das ist zu unsicher. Da kann ich ja gleich Aktien von der Deutschen Bank verkaufen. Gut, so beknackt sind die Anleger jetzt auch wieder nicht. Aber Sie verstehen das Prinzip: neue Märkte da eröffnen, wo wir sie finden. Und solange der IS nicht zu kommt, gehen wir eben zum IS.

Unsere Anlagen, meine ich natürlich. Schauen Sie, das ist ein risikofreudiges Unternehmen, aber multinational aufgestellt. Und sehr gute finanzielle Basis, müssen Sie zugeben. Wenn man so viel Geld aus der öffentlichen Hand bekommt, dann ist doch das Kreditausfallrisiko vernachlässigbar, oder? Das haben wir uns auch gedacht und gleich einmal einen Fonds aufgelegt.

Es geht uns da ausdrücklich nicht um Exporte, das ist viel zu einseitig. Sie müssen das als ganz neues Modell verstehen. Wir liefern nur noch die Einzelteile und die Bauanleitungen, und dann können die Gotteskrieger sich ihre eigenen Knarren zusammenbauen. Natürlich geprüfte Qualitätsware, wo denken Sie hin – den billigen Schrott für die breite Masse kriegen Sie in den USA preiswerter.

Sie tun damit sogar etwas für die deutsche Sicherheit. Doch, direkt für den Staat. Bedenken Sie, wir brauchen mehr sichere Arbeitsplätze, wir brauchen die Steuern – Lohnsteuern wohlgemerkt, was die Rüstungskonzerne machen, das können wir ja nicht beeinflussen und die Politik vermutlich auch nicht – und wir können dann immer sagen, wo unsere guten deutschen Qualitätswaffen sind. Das entzieht doch den Gerüchten über Proliferation aus saudischer Hand jeden Boden, und da das dann auch der Sicherheit unserer Stabilitätspartner im Nahen Osten dient, haben wir eine Win-Win-Situation.

Oder Personalmanagement. Wenn die Regierung die Leiharbeit einschränkt, könnten wir noch vorher die Ausbildung für den IS organisieren. Dass die Infrastruktur in Syrien bereits vorhanden ist, wissen wir aus erster Quelle. Das sollte doch auch eine längerfristige Angelegenheit werden. Ich gebe ja zu, die private Altersvorsorge ist auch nicht mehr so effektiv, da müssen wir uns beizeiten nach etwas Unterfütterung umsehen. Für die kapitalgedeckten Versicherungen.

Die Zulieferer für die Taliban haben sich nicht als besonders verlässliche Partner gezeigt. Das ist keine fünfzehn Jahre her, und wir mussten schon den Abzug in Aussicht stellen. Wer hat denn daran verdient? Die letzte Sicherheitskonferenz wollte sich schon gar nicht mehr damit befassen. Rückgang der Neuentwicklungen, Abbau der Produktivkräfte, dann gibt es höchstens dreimal so hohe Boni wie erwartet – damit können Sie doch einen Laden gar nicht mehr über Wasser halten. Es boomt ja momentan nichts so richtig, und wir müssen uns auf die nächste Hochkonjunktur erst wieder vorbereiten. Da ist noch nichts in Sicht. Die Wirtschaft leidet im Augenblick an einer ausgeprägten Blasenschwäche. Wir brauchen also neue Anlagemodelle, und wir brauchen sie jetzt.

Die Türkei ist momentan natürlich ein gewisser Unsicherheitsfaktor. Auf der einen Seite eine gute Dividende, weil sie noch mehr als genug Öl haben – kleiner Insidertipp, müssen Sie ja nicht jedem erzählen – und auf der anderen Seite höchst problematisch, weil die Russen dem Tourismus schaden. Ich meine, wenn so eine beliebte Region touristisch erst einmal beschädigt ist, dann dauert das mitunter Jahre, bis Sie wieder eine vernünftige Rendite kriegen. Da können Sie Ihr Geld ja gleich in Dresden versenken. Staatsanleihen kann ich Ihnen empfehlen. Türkische Staatsanleihen. Wenn Sie die letzten Jahre betrachten, der türkische Staat ist doch ein grundsolides Unternehmen. Der wurde bisher noch kein bisschen beschädigt. Durch nichts. Wenn das nicht kreditwürdig ist, was dann?

Der Euro wird auch immer schwächer, Zinsen kriegen Sie schon lange nicht mehr, und die Europäische Zentralbank schmeißt trotzdem wie blöde Geld auf den Markt. Die leiden vermutlich auch unter Blasenschwäche, aber an Ihrer Stelle würde ich da trotzdem nicht investieren. Der Islamische Staat ist zwar auch nur eine Parallelgesellschaft wie die EZB, aber die machen wenigstens kein Geheimnis daraus.

Sie haben sich entschieden? IS und Sonderfonds Gold für Dresden? Das passt ja. Wenn ich’s nicht besser wüsste, würde ich sagen: zukunftssicher.“





Betriebsbedingt

22 10 2015

„… dass die deutschen Waffenlieferungen in diesem Jahr zugenommen hätten. Die Wirtschaft sei ohne diese nicht in der Lage, sich…“

„… sei die große Wende bei den Sozialdemokraten ausgeblieben. Gabriel habe dies strikt zurückgewiesen und darauf bestanden, er habe zuvor Waffenexporte abgelehnt, nun aber in allen denkbaren Bereichen forciert, was sehr wohl als eine Gesinnungsänderung in Bezug auf die…“

„… sei es unmöglich, die Rüstungsindustrie in einem so engen Zeitfenster auf zivile Produkte umzustellen. Das Wirtschaftsministerium habe bereits versucht, Spähpanzer und Unterseeboote für den Privatgebrauch bauen zu lassen, dies sei jedoch auf Grund der hohen Folgekosten in der oberen Mittelschicht noch nicht zu einer befriedigenden…“

„… widersprochen habe. Ein Teil der Rüstungsexporte seien gar keine Waffen, sondern lediglich Munition, was aber die Opposition in ihrer typisch populistischen Art nicht einmal…“

„… habe die deutsche Rüstungsindustrie bereits weitreichende Vorkehrungen getroffen, um die Exporte rechtssicher zu machen. So habe ein großer Hersteller von Faustfeuerwaffen in sämtliche englischsprachigen Bedienungsanleitungen drucken lassen, dass das Aushändigen der Produkte an Kleinkinder unter sechs Jahre unverzüglich zum Erlöschen sämtlicher Garantieansprüche an den…“

„… könne die deutsche Wirtschaft sich nicht einfach umstellen. Gabriel habe nochmals betont, dass Deutschland eine Exportnation sei, für Waffenimporte bestehe keine Notwendigkeit, solange die…“

„… sei die Lieferung von Militärfahrzeugen nach Russland ein gutes Zeichen. Die Bundesregierung sei davon überzeugt, dass Putin kurz vor dem Zusammenbruch stehen müsse, wenn er so viel Geld in deutsche Wehrtechnik investieren müsse. Die SPD habe daher angeregt, noch viel mehr Waffen nach Russland zu…“

„… nicht den Tatsachen entspreche. Ein Teil der deutschen Rüstungsgüter sei eben für den eigenen Gebrauch bestimmt, man habe beispielsweise die Panzerattrappe aus einem Besenstiel niemals für den Export nach…“

„… wesentlich besser als der Handel mit Produktionslizenzen, da durch mangelhaft hergestellte Waffen eine erhebliche Gefahr für den Weltfrieden…“

„… müsse Deutschland bereits aus historischen Gründen sämtliche hier produzierten Waffen außer Landes bringen, um nicht versehentlich einen verfassungsfeindlichen Angriffskrieg zu…“

„… ein vollkommen anderes Verständnis von Kriegen und Konflikten habe. Solange Außenminister Steinmeier aus einem Land ohne nennenswerte gesundheitliche Einschränkungen wieder zurückkommen, so der Vizekanzler, könne man auch nicht von einer Krieg führenden Partei…“

„… es richtig sei, dass der Koalitionsvertrag eine viel restriktivere Handhabe von Waffenverkäufen vorgesehen habe. Die Sozialdemokraten hätten dieses Verhalten ihres Vorsitzenden als betriebsbedingtes Umfallen bezeichnet, das man bei Sigmar Gabriel sofort hätte mit einkalkulieren müssen, weshalb jede Kritik an ihm heute falsch und geradezu…“

„… den Kauf von 3.000 Maschinenpistolen bestätigt habe. Nach Ansicht des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle sei dies normales Konsumverhalten, die Vereinigten Arabischen Emirate würden wie andere Verbraucher auch gerne die vergünstigten Familienpackungen…“

„… achte die deutsche Rüstungsindustrie neben der nachhaltigen Produktionsweise auch auf Dual-Use-Produkte, die nicht nur für Angriffskriege, sondern auch zur Verteidigung der Regierungen gegen demokratische…“

„… keine andere Wahl als den Waffenexport. Die derzeit in Deutschland produzierte Menge an panzerbrechenden Waffen sei derart groß, dass ihre Lagerung innerhalb der Landesgrenzen täglich einen Betrag von über…“

„… diene die Belieferung mit Waffen auch der internationalen Verständigung auf friedlicher Ebene, so Gabriel. Der Vizekanzler habe betont, dass ohne die Exporte nach Katar niemals die Zwangsarbeiter die Sportstätten errichtet hätten, die in absehbarer Zeit für ein konfliktfreies Zusammentreffen der fußballbegeisterten Nationen im…“

„… aber die Ausfuhr von Pistolen stark zurückgegangen sei. Es sei nicht bestätigt, so ein Unternehmenssprecher, dass die US-amerikanischen Zwischenhändler, die auf automatische Feuerwaffen umgeschwenkt seien, wirklich dieselbe Kundschaft…“

„… sei die Sicherheit Deutschlands nur dann gewährleistet, wenn die Bundesrepublik den ersten Schritt gehe. Angesichts der Probleme mit der technischen Ausrüstung der Bundeswehr sei eine Waffenpartnerschaft mit anderen Staaten, die möglicherweise dadurch selbst Lieferanten für die Armee werden könnten, eine multilaterale und friedenssichernde…“

„… lasse sich die deutsche Bundesregierung bei jeder Lieferung an Saudi-Arabien schriftlich bestätigen, dass diese Waffensysteme nur moralisch einwandfreie und gerechtfertigte…“





Kätzchenvideos

10 06 2015

„Und dann stehen auf einmal eine Milliarde bis an die Zähne bewaffnete Dänen – okay, so viele sind natürlich unrealistisch, das muss ich schon zugeben. Sorry. Ich bedauere diesen Fehler. Es tut mir sehr, sehr leid. Also es sind eine halbe Milliarde Skandinavier, und sie werden die Bundesrepublik Deutschland innerhalb weniger Sekunden auslöschen.

Gut, es wird ein paar Stunden dauern, nach unserem Szenario werden sie alle über den Bodensee kommen. Die Schweiz werden sie schon platt gewalzt haben., da ist keine Gegenwehr mehr zu erwarten, und sie werden mit ein paar Tausend Flugzeugträgern einmarschieren. Wieso, ein paar Tausend – wo sollen die denn alle herkommen? Der Bodensee ist schließlich groß, wer weiß schon, was diese Skandinavier aushecken. Oder die Schweizer. Haben Sie eine Ahnung?

Auf jeden Fall zeigt uns dies Beispiel einmal mehr und deutlich genug, dass man nicht vorsichtig genug sein kann. Oder hätten Sie gedacht, dass man einen Luftschlag über dem Bundestag mit Panzerkreuzern auf dem Bodensee vorbereitet? Da brauchen Sie als Bundesverteidigungsministern aber auch sehr viel Fantasie, damit Sie sich das ausmalen können. Wobei, Sie haben nur den Malstift. Die Linien gibt die Rüstungsindustrie Ihnen schon vor. Sie müssen nur noch das bisschen Krickelkrackel auf den Verträgen erledigen.

Denn schauen Sie mal: gab es nicht immer einen wunderschönen Himmel über Deutschland? Eben, und da wir uns den durch Luftschläge nicht kaputt machen lassen dürfen, müssen wir eben aufrüsten. Machen doch alle. Und wenn alle aufrüsten, dann können wir das ja wohl auch, oder?

Nicht zuletzt aus Gründen der Arbeitsmarktpolitik. Dieses Abwehrsystem hat nun mal einige Milliarden Euro Volumen, da muss man handeln. Sonst schnappen einem diesen Auftrag die Chinesen vor der Nase weg, und das können wir nicht riskieren. Schon aus sicherheitstechnischen Bedenken heraus. Chinesen montieren die Technik, die uns in der EU vor den Chinesen schützen soll! Da können wir ja gleich die Vorratsdatenspeicherung ins Ausland vergeben!

Tun wir schon? Bedaure, das entzog sich meiner Kenntnis. Ich dachte, die Amis sind bei MEADS schon ausgestiegen, dann können wir das als nationalen Alleingang machen, dann klappt das nämlich auch. Wie damals bei den, äh, Drohnen. Das haben wir auch ganz alleine hingekriegt.

Wieso eigentlich Milliardengrab? Immerhin bekommen wir ja auch etwas für unser Geld. Irgendwann. Hoffentlich. Aber Milliardengrab, meine Güte – es kostet sehr viel weniger als dieser Hauptstadtflughafen, und es wird sicher viel schneller fertig. Und es hat sich bisher auch noch niemand beschwert, oder?

Natürlich hätte man den alten Raketenabwehrschirm weiterentwickeln können. Man kann meistens noch etwas anfangen mit alten Sachen, vor allem dann, wenn sie sich bewährt haben. Wenn man sich auf sie verlassen kann, weil die Ergebnisse für sich sprechen. Aber denken Sie immer daran, diese Regierung und ‚Weiterentwickeln‘, das glauben Sie doch selbst nicht.

Das Geld bleibt doch im Land, das geht bloß nach Bayern. Das ist sozusagen die Summe, die die Bayern beim Länderfinanzausgleich ausgegeben haben, und die kriegen sie jetzt wieder erstattet. Am Bundeshaushalt vorbei. Falls Sie sich fragen, wie die CSU auf die Idee mit der Maut gekommen war.

Denken Sie doch auch mal an die vielen positiven Nebeneffekte! Das wird noch zu vielen schönen Debatten kommen, Schmierentheater im Bundestag, Untersuchungsausschüsse, Lügen, ein Nachrichtenmagazin druckt Unterlagen ab, deren Existenz vorher standhaft geleugnet worden war, und viele Jahre später bekommen Sie etwas, das mit dem eigentlich bestellten Ding gar nichts zu tun hat. Wenn Sie das stört, warum spricht denn dann heute keiner mehr über den Stuttgarter Tiefbahnhof?

Außerdem werden die Deutschen gar nicht wissen, was MEADS ist. Das hört sich an wie ein Kätzchenvideo, und auf dem Niveau verkauft von der Leyen das dann auch der SPD.

Klar können Sie so argumentieren, dass es bisher noch keinen einzigen Raketenangriff auf Deutschland gegeben hat. Aber wenn wir bald ein tolles neues Abwehrsystem haben, dann kann sich das ja schnell ändern.

Ist das Ihr Ernst? Mit den Russen reden, statt Waffensysteme zu bauen? Bei aller Liebe, bei der Vorstellung wird mir gerade sehr unwohl. Wenn wir mit den Russen reden. Also von der Leyen. Dann kriegen wir dasselbe Ergebnis doch mit ein paar neuen Waffen viel preiswerter hin.

Nein, Sie müssen sich damit abfinden, wir werden um MEADS nicht herumkommen. Die Sache ist nämlich politisch durchaus notwendig. De Maizière hat das mit den Drohnen versemmelt, und zur Belohnung durfte er wieder Innenminister werden und die Verfassung weiter abschaffen. Aber von der Leyen, wenn Sie jetzt denken, das mit den Hubschraubern, G36, Besenstielpanzer – glauben Sie, man wird so einfach Reichskanzlerin?“





Opfer

13 05 2015

„Aber wenn wir jetzt überreagieren, dann haben wir erst recht Stress.“ „Wenn wir gar nicht reagieren, haben wir den Zustand jenseits von Stress, Kamerad.“ „Wir müssen uns entscheiden.“ „Aha.“ „Wir müssen uns für einen entscheiden, der für die Fehler und Versäumnisse des Ministeriums…“ „Man merkt, Sie sind kein Soldat. Sie sind langsam im Dienst einer christlichen Partei degeneriert.“

„Man kann eben nicht immer selbst für alles geradestehen.“ „Sonst wären Sie ja auch nie Ministerialbeamter geworden.“ „Aber jetzt müssen wir eben auch mal zusehen, dass wir gemeinsam…“ „Das sind ja ganz neue Töne. Bisher hat Ihr Ministerium sich doch immer um alles gedrückt, was nach gemeinsamer Verantwortung aussah.“ „Von gemeinsamer Verantwortung hat ja auch niemand etwas gesagt. Eigentlich wollte ich nur gemeinsam mit Ihnen einen Schuldigen suchen, den wir dann vor die Tür setzen können.“ „Ehrenhaft natürlich.“ „Selbstverständlich. Unehrenhaft kann man nur bei Ihnen entlassen werden, in unserem Haus sind sie automatisch immun. Sonst brauchen Sie Ihren Schreibtisch gar nicht erst einzuräumen.“

„Ihre Ministerin hat personelle Konsequenzen angekündigt.“ „Wir denken auch schon darüber nach, ob wir die Ressorts nicht umstrukturieren.“ „Und was bringt das?“ „Nichts.“ „Warum dann?“ „Weil ein Rücktritt auch nichts bringt. Aber der kostet ja sehr viel mehr Geld.“ „Und Sie meinen, das stellt die Öffentlichkeit ruhig?“ „Nein, aber ein Rücktritt löst ja auch keine Probleme.“ „Das verstehen Sie unter persönlicher Verantwortung.“ „Vorhin war’s noch gemeinsame Verantwortung. Können Sie sich nicht entscheiden?“ „Jetzt werden Sie mal nicht…“ „Okay, wir versetzen einen Mann in den einstweiligen Ruhestand.“ „Einstweilig?“ „Nach den nächsten Wahlen kann die Sachlage ja vollkommen anders aussehen. Und keiner erinnert sich mehr an ihn.“

„Und währenddessen dürfen wir mit dem alten Schrott weiter in bewaffnete Konflikte ziehen.“ „Das Soldatenleben ist nun mal kein Ponyhof, Herr Feldwebel. Das hätten Sie vorher googeln können.“ „Schnickschnack! Sie ziehen sich hier mit etwas Theaterdonner aus der Affäre, damit in Ihrem Laden alles so weiterlaufen kann. Die alten Seilschaften, die alten Lobbyistenfreundschaften, die alten Deals mit Lieferungen in Kriegsgebiete.“ „Ist doch prima. Dann müssen Sie die Waffen wenigstens nicht mehr auf ihren Missionen im Nahen Osten verlieren, damit die Aufständischen sie zufällig finden.“

„Dann werde ich Ihnen mal etwas sagen: wir werden selbst die Schuldigen zur Rechenschaft ziehen und…“ „… an die Wand stellen? Dann mal viel Spaß dabei.“ „Einer wird das Scheißding doch gekauft haben.“ „Falls Sie auf Peter Struck reflektieren, der ist nicht mehr auf dem Posten.“ „Und Scharping?“ „Lassen Sie den Mann bloß in Ruhe. Der ist imstande und tritt in Badehose vor dem Untersuchungsausschuss auf.“

„Dann werden wir eben de Maizière dafür verantwortlich machen.“ „Das lässt die Kanzlerin nicht zu.“ „Komisch. Dabei soll sie doch immer noch sehr daran interessiert sein, dass er sie nicht im Amt beerbt.“ „Eben, aber wegen eines schlecht konstruierten Gewehrs wird sie ihn nicht opfern.“ „Wieso denn nicht?“ „Dann könnte er sich noch in irgendein anderes Ministerium retten, wie das mit Merkels Mannschaft sonst auch passiert. Aber wenn sie ihn über den NSA-Skandal stolpern lässt, ist er richtig erledigt. Glauben Sie, die Kanzlerin lässt sich so eine Chance entgehen?“

„Wenn wir schon gerade dabei sind, wir hätten gerne vernünftige Helikopter.“ „Abteilungsleiter.“ „Und funktionsfähige Schützenpanzer.“ „Abteilungsleiter.“ „Und ein paar Gasmasken, die man auch im Ernstfall tragen kann.“ „Wie gesagt, Abteilungsleiter. Fragen Sie den.“ „Der ist doch nicht an diesem ganzen Mist schuld.“ „Wenn jetzt die Ministerin zurücktritt, glauben Sie etwa, die wäre daran schuld gewesen?“ „Aber sie wird die Verantwortung übernehmen müssen.“ „Warum das denn? wäre sie dann Ministerin geworden?“

„Wir drehen uns im Kreis.“ „Finden Sie?“ „Es muss doch wohl möglich sein, personelle Konsequenzen so zu ziehen, dass auch die tatsächlich Schuldigen an einer Sache bestraft werden.“ „Also so, als würde man für einen Krieg die militärische Führung zur Rechenschaft ziehen, nur weil sich der Kriegsgrund als von den Geheimdiensten zusammengemogelter Müll herausstellt?“ „Das kann man ja wohl gar nicht vergleichen.“ „Also dann so, als würde man Ausbilder auf Marineschiffen zur Verantwortung ziehen für den Tod von Rekruten oder einen Oberst für Raketenangriffe auf Zivilisten?“ „Ich weiß nicht, worauf Sie hinauswollen.“ „Finden Sie nicht, wir sollten die entlassen, die sich wirklich am meisten mit der Sache befasst haben? diejenigen, die aus der Berufspraxis wissen, was sie getan haben?“ „Gute Idee. Woran hatten Sie gedacht?“ „Wir haben hier einen Hausmeister, der steht sowieso kurz vor der Pensionierung. Ich denke, damit wären Sie einverstanden?“





Siggi Sauer

11 09 2014

„… trotz der Schuldenbremse eine Anpassung des Wehretats auf zwei Prozent des…“

„… für eine sehr gute Idee halte. De Maizière wolle schnellstmöglich einen Plan ausarbeiten, wie die Bundesregierung mindestens 500 Milliarden ausgeben könne, ohne auch nur ein funktionsfähig gefertigtes Waffensystem zu…“

„… eine radikale Einsparung der Rentenbezüge ungefähr dieselben volkswirtschaftlichen Folgen hätte wie eine neue kriegerische Zerstörung. Die Bundesregierung habe sich erfreut gezeigt, dass auch ohne direkte Verschlechterung von Bausubstanz und Umwelt eine nachhaltige…“

„… die Anschaffung vieler Schützenpanzer und Raketenwerfer notwendig sei, um die Renovierung der Bundeswehr-Kitas zu rechtfertigen. Von der Leyen wolle auf gar keinen Fall eine unnötige Kuschelatmosphäre auf den Truppenstützpunkten verbreiten, daher brauche das Heer auch eine einsatzorientierte…“

„… auch die Wehrbereitschaft zu stärken, um die Feinde Deutschlands in ihre Schranken zu weisen. Es bedürfe größter Anstrengungen, um nicht nochmals den kompletten Zusammenbruch wie im Jahr 1945 zu riskieren, weshalb eine Ausrichtung der Streitkräfte auf den präventiven Kraftschlag notwendiger denn je sei. Gauck wolle trotzdem…“

„… Prostitution und Steuerhinterziehung ebenso Eingang ins Bruttoinlandsprodukt gefunden hätten, um auf dem Papier Wirtschaftswachstum zu erzeugen. Je mehr illegaler Waffenhandel nun statistisch erfasst werde, desto besser sei dies für das Ranking der deutschen Exporte im internationalen…“

„… nicht nur einzelne Branchen schwerpunktmäßig fördere. Durch Waffenhandel profitiere mittelbar die Binnenkonjunktur, da Bestattungs- und Gartenbauunternehmen in der…“

„… auch im Sinne des Sparhaushalts sei. Nur durch eine Reihe gezielter Kürzungen im Bereich Bildung und Frühförderung könne man den Personalbedarf der Bundeswehr…“

„… eine illegale Waffenlieferung aufgedeckt habe. Das Bundeswirtschaftsministerium habe durch Insidertipps die Pistolenfabrik als tragende Säule des nationalen Wohlstandes entdeckt und sich für erhebliche höhere Subventionen…“

„… gleichzeitig dafür Sorge tragen müsse, dass die zur Verteidigung angeschafften Güter auch benutzt würden. Zwar könne man Russland keinen atomaren Erstschlag befehlen, doch werde man durch diplomatische…“

„… auch nach einer richterlichen Durchsuchung nicht gestoppt worden sei. Zum Dank dafür trage der Vizekanzler nun die Siggi-Sauer-Medaille für unbürokratisches…“

„… nur durch eine Ausstattung der Bundeswehr mit neuem Gerät, insbesondere durch eine bereits jetzt angezahlte Bestellung für die Modellreihe 2029, da die 2014 bestellten und 2038 gelieferten Minenräumfahrzeuge schätzungsweise 2020 nicht dem aktuellen Stand der technischen…“

„… den Zustand der Bundeswehr als desolat bezeichnen müsse, was nach Ansicht der Verteidigungsministerin nur an der Führung des…“

„… auch durch überraschend stark ansteigende Einzelposten. So habe die Bundeswehr erst kurz nach dem Einmarsch in die afghanische Wüste bemerkt, dass es sich um eine größtenteils mit Sand bedeckte, nicht vollständig ebene und teils…“

„… voraussichtlich 200 Hubschrauber ordere, von denen 100 für den Manövereinsatz, weitere 100 jedoch als Ersatzteillager für die…“

„… umweltgerecht vorgegangen werde. Die Bundesregierung wolle zuvor in Erfahrung bringen, ob bei der letzten Verteidigung der Demokratie am Hindukusch zurückgelassene Fahrzeuge…“

„… müsse man auch in der Rüstungsindustrie zeitgemäße Produktionsstandards pflegen. Eine Nachlieferung von Hubschrauberteilen sei generell unwirtschaftlich, da so der Aktienkurs der…“

„… angesichts der derzeit überall in Wuppertal aufzufindenden Islamisten anzuraten sei, einen Bundeswehreinsatz im Innern, der schon durch die wesentlich geringeren Transportkosten…“

„… ebenso darauf zu achten, ob in Entwicklungsländern gefertigte Munition aus Kinderarbeit stamme. So trage die Bundesregierung zur Stabilisierung der Familien bei und schaffe Alternativen zur Turnschuhproduktion oder zur Vermietung kleiner Mädchen an…“

„… vorgeschlagen habe, einen Großteil der jetzigen Rüstungsausgaben umzuwidmen. Indem von der Leyen die Gelder für Brunnen und Mädchenschulen…“

„… Waffen und andere Rüstungsgüter vorwiegend an instabile, religiös fundamentalistische Staaten zu verkaufen, so dass die dadurch entstehenden Theokratien, die in Europa als Terror wahrgenommen würden, einen erheblichen Bedarf an Waffen und anderen Rüstungsgütern…“

„… zu einer Entspannung auch außerhalb der NATO beitrage, wenn Deutschland Waffensysteme bei russischen Herstellern…“

„… eine Erhöhung von Sozialausgaben als völlig illusorisch bezeichnet habe. Insbesondere die Anhebung des Arbeitslosengeldes sei geeignet, noch weniger Anreize für Erwerbslose…“





Ballerspiele

20 08 2014

„Und bitte verschonen Sie mich mit irgendwelchen Friedensinitiativen! Ich meine, gucken Sie mal, wir sind es ja gewohnt, in der Kritik zu stehen, aber irgendwo ist doch auch mal Schluss. Nur weil wir Rüstungsbetriebe sind, muss man doch nicht die Menschenrechte für uns außer Kraft setzen.

Ich hatte es ja damals gleich gesagt, diese Koalition wird uns nichts als Scherereien bringen. Dass die SPD uns verrät: geschenkt. Machen die immer. Aber dass die wirklich mal machen, was die Wähler wollen, das ist unerhört. Das finde ich total unmöglich! Rüstungsexporte verbieten, nur weil es sich um Kriegsgebiete handelt – das ist doch die reinste Doppelmoral! Wir liefern ja schließlich auch Ausrüstung an die Bundeswehr, und Deutschland führt doch im Irak auch immer noch Krieg, oder?

Wir sind doch auch ein Teil des deutschen Wohlstandes, gucken Sie mal, wir sind fast hunderttausend Arbeitnehmer in der deutschen Rüstungsindustrie. Wenn man so viele Arbeitsplätze von heute auf morgen einfach streichen würde, sagen wir mal in der Pflege, meinen Sie nicht, dass man das merken würde? Ich finde, das würde man sofort merken, und deshalb kann man doch nicht einfach eine ganze Branche in den Ruin treiben. Das ist doch aus humanitären Erwägungen schon gar nicht durchführbar, das verstößt doch bestimmt gegen die Verfassung!

Ja, und diese Dual-use-Sache wieder. Wir achten doch schon bei der Produktentwicklung auf solche Sachen. Die Panzer, die wir den Saudis jetzt liefern, gucken Sie mal, die kann man doch auch gegen die eigene Bevölkerung einsetzen. Das ist doch alles absolut regelkonform, da braucht’s ja nicht einmal mehr einen bewaffneten Konflikt. Deshalb ist das, was wir da machen, doch auch Friedenssicherung. Und wir können nun wirklich nicht alle plötzlich Präzisionsbauteile für die Autoindustrie fertigen. Das würde viel zu viele Autos ergeben, und das ist dann wieder schlecht für die Umwelt. Sie müssen sich doch mal klarmachen, gucken Sie mal, wenn man mit dem Auto richtig Gas gibt, das tötet doch mit seinen Abgasen eine ganze Kleinstadt irgendwo in Hinterindien – wenn Sie richtig Gas geben und vorher einen trinken, dann bringen Sie vielleicht nur zwei bis drei Familien um, es sei denn, Sie rasen auf ein Stauende rauf, aber solche extremen Einzelfälle wollen wir jetzt mal nicht nehmen, das verzerrt doch bloß wieder die Statistik. Und dann vergleichen Sie das mit einer Pistole. Da kommt ein Schuss raus. Mit dem müssen Sie erst mal treffen! Da stirbt ein Mensch, und wenn wir ehrlich sind, der wäre irgendwann eh gestorben, gucken Sie mal, die Umwertverschmutzung und der ganze Krebs, und Sie wissen ja, plötzlich ist das Pflegepersonal weg, da sind Sie früher oder später auch hinüber. Das können Sie uns nicht zum Vorwurf machen!

Das Problematische ist doch jetzt schon, dass wir nie wirklich Planungssicherheit haben. So ein bewaffneter Konflikt, der entsteht vielleicht über Nacht, da müssen wir dann mehr Leute einstellen, als wir ausbilden konnten, und das sieht man an der Qualität. Aber wie viele solche Konflikte versanden dann, bevor sie richtig begonnen haben? Mit etwas Pech kommt eine Friedenskonferenz dazwischen!

Man könnte ja notfalls ein paar Arbeitslose auswildern in den deutschen Mittelgebirgen. Gucken Sie mal, die kriegen sowieso zu viel Kohle, Miete ist umsonst, da muss die Sanktionsschraube mal ordentlich angezogen werden, und dann werden die auch obdachlos, und dann kann man die im Wald unterbringen. Notfalls ziehen wir einen Zaun um den Stadtpark in ein paar Ballungsräumen, muss man eben nicht so weit in die Pampa fahren, um mal ein bisschen zu schießen. Das ist sicher auch gesünder als diese Ballerspiele, gucken Sie mal, da ist man an der frischen Luft, die Hand-Auge-Koordination wird auch geschult, und dass die Sportwaffenhersteller ein paar Arbeitsplätze mehr gut gebrauchen können, das liegt ja auf der Hand. Nur halt nicht zu viele, sonst haben wir ja keine Arbeitslosen mehr. Aus dem Ausland importieren? Gute Idee. Doch, finde ich sehr praktikabel. Das schon wenigstens den deutschen Rentner. Meine Meinung!

Aber gucken Sie mal, wir leben doch vom Wirtschaftskreislauf. Wenn sich Armeen Waffen kaufen, werden die irgendwann auch eingesetzt, und die anderen müssen sich dann auch Waffen kaufen, und dann müssen sich die Armeen wieder neue – naja, und so weiter. Durch die Globalisierung, also das, was wir so darunter verstehen, Sie wissen doch noch, wie das der Bundespräsident erklärt hat? Nee, nicht dieser, der Köhler. Also der hat die Globalisierung erklärt, und dadurch haben wir heute den Terrorismus. Weil das ja ein Wirtschaftskreislauf ist, gucken Sie mal, die kaufen sich Waffen, und dann gibt es da zwar keine Armeen, aber wenn die keine Mädchenschulen und keine Krankenhäuser und Missionsstationen haben wollen, dann muss man die leider unter Beschuss nehmen, und dann entsteht da Terrorismus. Und deshalb kaufen die dann neue Waffen, mit denen sie die Mädchenschulen und den freien Handel – naja, und so weiter.

Auf jeden Fall muss man das auch unter dem Gesichtspunkt der nationalen Sicherheit betrachten. Wenn wir hier in Deutschland keine Waffen mehr herstellen dürfen, dann heißt das, dass alle anderen Länder proportional mehr Waffen herstellen, und dann findet Rüstung nur noch außerhalb von Deutschland statt, und dann werden irgendwann nur noch Waffen verkauft, die von außen gegen Deutschland gerichtet werden können, gucken Sie mal – das ist doch eine Aufforderung, Deutschland mit einem Angriffskrieg zu überziehen, oder? Und wir dürfen nicht einmal die Nationen, die sich dafür eventuell dankbar zeigen würden – also jetzt nicht für den Angriffskrieg, sondern für die Waffen – die dürfen wir nicht mehr mit Waffen beliefern? Das ist ein Skandal!

Und jetzt kommt dieser Gabriel da mit der Botschaft, dass Menschenrechte wichtiger seien als Exporte. Gucken Sie mal, warum haben wir denn dann die Merkel zur Kanzlerin gewählt?“