Über den Jordan

14 03 2018

„Vollverpflegung. Na gut, den Standard der Bundeswehr können wir jetzt natürlich nicht halten, aber die wollen ja auch qualifiziertes Personal. Wir sind eher für die Bürger mit Überzeugung da, das ist ein nicht zu unterschätzender Faktor.

Anreise mit sieben Personen? Da will ich gleich mal nachschauen, wir hätten da Zwei- und Dreibettzimmer, Vollbad, Fernseher, größtenteils mit Balkon, Fitnessraum werden Sie mit Sicherheit keinen brauchen, unser Frühstücksraum ist ab sechs Uhr dreißig geöffnet, da werden Sie die ersten Nachtübungen vermutlich schon hinter sich haben. Ihr persönlicher Trainer wird Sie abholen, dann melden Sie sich beim Einheitsführer, bekommen Ihre Ausrüstung ausgehändigt und die Uniformen, diverse Geräte, über die ich mich an dieser Stelle noch nicht so ausbreiten möchte, und dann geht es auch schon los. Ja, Deutscher sein, das heißt immer und überall zu allem bereit sein, das müssten Sie doch am besten verstehen, oder?

Wir haben auch Spezialausbildungen, das stimmt. Je nach Lehrgang können Sie sich Ihre Inhalte individuell zusammenstellen, mit den Basiskursen, mit vertiefenden Einheiten oder auch mit Expertenwissen. Wir richten uns da ganz nach Ihnen. Und im Gegensatz zu anderen beziehen wir auch Ihr Vorwissen mit ein, das heißt, wir gehen auf Ihre bisherigen Aktionen ein und versuchen sie für den ganzen Kurs als Erfahrungswert nutzbar zu machen. Einer von Ihren Schützlingen hatte ja wie gesagt schon Berührungspunkte mit Brandsätzen, wenn wir da den direkten Umgang üben, wollen wir schon, dass sich die Kameraden gegenseitig die Handgriffe zeigen. Mehrstufiges Lernen in Theorie und Praxis, alles nach neuesten Methoden, das ist unser Anspruch. Wir holen unseren Nachwuchs da ab, wo er steht. Ihrer sitzt gerade? Na, ist ja auch noch ein bisschen hin bis zum Kursstart.

Früher musste man immer nach Jordanien, aber das nützt uns ja nichts. Wir haben uns für Sachsen entschieden, einmal wegen des Naherholungswertes und dann natürlich auch, weil die Einnahmen in Deutschland bleiben. Der Preis ist ja nicht so das Problem, wenn Sie interessierte Kreise haben, die einem überzeugten Bürger die Ausbildung an der Schusswaffe finanzieren wollen, dann kriegt man das schon irgendwie geregelt. Aber wenn man das in deutschen Gauen veranstaltet, da blüht doch das Heimatherz auf.

Die Inneneinrichtung ist verhältnismäßig karg, aber es ist ja auch eher Abenteuerurlaub. Wenn Sie in die Karibik fliegen und den ganzen Tag am Strand liegen, verlangen Sie auch keinen Whirlpool im Hotelzimmer.

Zwischendurch kann man hier auch mal eine geführte Exkursion machen, wir haben Kleinbusse für bis zu zwölf Personen, und vom Camp aus ist man rasch in Freital. Wir möchten unseren Trainees einen möglichst authentischen Eindruck vermitteln von den Einsatzbedingungen, deshalb schulen wir auch an Originalschauplätzen. Die Polizei weiß davon, aber Sie wissen ja: Sachsen. Wir arbeiten hier eng zusammen mit Behörden und Justiz, das macht einiges leichter. Schließlich wollen wir ja, dass sich unsere Dienstleistung als rein touristisches Angebot bei den Leuten herumspricht. Da müssen dann halt mehrere an einem Strang ziehen, wenn Sie wissen, was ich meine.

Das Theoriewissen beschränkt sich deshalb auch nicht auf die üblichen Bereiche wie Umgang mit Schusswaffen oder Rassenkunde, wir wollen den kompetenten und handlungsfähigen Bürger in unserem Institut heranbilden. Umgang mit Polizei und Gerichten, Beweismittelmanagement, das sind Bereiche, da stehen andere noch ganz am Anfang. Wir haben Mut zur Lücke und gehen unerschrocken in eine neue Richtung, das heißt: im Falle eines Falles wissen Sie immer, was Sie zu tun haben. Wenn Sie es nicht durch einen dummen Zufall mit Richtern außerhalb des Standortes zu tun kriegen, sind Sie bestens gerüstet. Früher musste man ja noch Motorrad fahren lernen, das ist heutzutage wesentlich einfacher. Man kann bei uns den Einsatz in der Nachbarschaft trainieren, quasi im Nahbereich, die Gemeinden werden teilweise schon von unseren Leuten geleitet, und das stärkt den Heimatgedanken erst recht. Für uns ist es nicht zuletzt eine Frage des Nachwuchses, dass wir jetzt eine Folgegeneration an die Materie heranführen. Das Gute ist, der reine Aufenthalt in unserem Lager ist strafrechtlich gar nicht erheblich, Sie bekommen Ihre Schulung nur außerhalb, und das müssen sie uns erstmal nachweisen, dass wir nicht unseren Sprengstoff spazieren fahren oder den Knarren die Landschaft zeigen. Das sind, wenn überhaupt, Lausbubenstreiche.

Sieben Personen, geht klar. Haben Sie irgendwelche speziellen Wünsche? Sie können sich auf unserer Homepage gerne schon mal ein wenig vorradikalisieren, wir haben das aktuelle Programm zum Herunterladen eingestellt, und eine Landkarte der beliebtesten Einsatzorte gibt es da auch. Denken Sie immer daran, es gibt jede Menge zu sehen bei uns in Sachsen.“

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Regionalverkehr

11 12 2017

„Sie müssen mal die sächsische Küche mehr in den Mittelpunkt rücken bei Ihrer Berichterstattung! und nicht nur zur Weihnachtszeit! Das kann einen ja ganz aggressiv machen, Sie mit diesem dummen Geschreibe über Rechtsradikale und Nazis, passen Sie bloß auf, dass das nicht mal Konsequenzen hat für Sie, klar!?

Es ist doch wahr – man kann über unser Bundesland jede Menge schöne Dinge schreiben, da muss man sich nicht mal etwas ausdenken, wie das unser ehemaliger Ministerpräsident noch eigenhändig getan hat, und ich sage Ihnen, wenn man die Vorzüge des Freistaates mehr in der Presse lesen würde als immer und ewig das Gemecker über heimattreue Bürger, die etwas übermotiviert daherkommen, dann gäbe es hier auch ein sehr viel angenehmeres gesellschaftliches Klima. Zum Beispiel wären dann diese ganzen ausländischen Besucher, die sich regelmäßig beschweren, die wären dann ja gar nicht da.

Na, worüber beschweren die sich wohl? über Ihre mediale Hetze, so sieht’s doch aus! Überall liest man, in Dresden kann man nach Einbruch der Dunkelheit keinen Fuß mehr vor die Tür setzen – das ist maßlos übertrieben! Reine Stimmungsmache ist das, vermutlich werden Sie für solche Artikel auch noch bezahlt? Gelogen! Gucken Sie doch hin, überall Fackelzüge! Da müssen Sie doch nicht zu Hause bleiben, als aufrechter Deutscher können Sie ganz unbehelligt vor die Tür, und wenn Sie kein Problem damit haben, dass bei uns Vaterlandsliebe noch groß geschrieben wird, dann haben wir auch gar nichts gegen Sie. So ein Touristenvisum hält ja auch nicht ewig.

Schreiben Sie doch mal etwas übers Lausitzer Granitmassiv, wenn Sie das geistig nicht zu sehr fordert. Oder über Kirchenbau in Görlitz, da haben Sie sicher noch jede Menge Nachholbedarf. Das wollen die Leute lesen, nicht Ihre Schauermärchen über Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Das mit der Zwickauer Zelle war ein bedauerlicher Einzelfall, das können Sie nicht allen Sachsen in die Schuhe schieben. Außerdem ist noch gar nicht klar, ob das nicht alles der Verfassungsschutz war, man liest da ja so manches – was Sie übrigens nicht schreiben, das wollen wir mal festhalten – und wenn das schon jemand schreibt, dann wird da auch etwas dran sein, sonst würde man sich wohl kaum die Mühe machen, meinen Sie nicht?

Natürlich müssen wir auch weltoffen sein, ist ja klar – die Weltwirtschaft ist voller Ausländer, das muss man anerkennen, und solange die im Ausland sind und Außenhandel machen, ist das auch total in Ordnung. Da muss man zum Beispiel hinschauen. Dass die Wirtschaft in Sachsen noch Probleme hat, kann man nicht leugnen, die älteren Arbeitnehmer, die kurz vor der Rente, also ab vierzig, die liegen mit dem Einkommen unter dem Durchschnitt und gehen jetzt harmonisch in Altersarmut über, und da muss man sich als Politik und Gesellschaft mal interessiert zeigen. Da sollten Sie einen Bericht für Ihre Zeitung machen, aber dann auch mal kritisch hinterfragen, wo die Kausalität liegt. Die gibt es nämlich, das lässt sich nicht wegdiskutieren!

Der Ballungsraum Chemnitz-Zwickau ist der mit der schlechtesten Bahnanbindung in ganz Deutschland. Wir haben quasi nur Regionalverkehr. Da kommen Sie nicht hin, wenn Sie rein wollen, und noch viel schlimmer ist, hier kommen Sie nicht weg. Das ist doch kein Leben! Den Leuten haben sie früher Reisefreiheit versprochen und was noch alles, und dann kommen die Flüchtlinge hier gratis im Bus angerollt! Das müssen wir bezahlen! Wenn Sie das schreiben, dann ist hier Bürgerkrieg, aber dazu haben Sie auch nicht den Mut, oder!?

Sie schreiben natürlich lieber über den Bund der Antifaschisten, klar. Die haben den Sächsischen Bürgerpreis bekommen? Die haben sich dann doch bestimmt umgehend zur Verfassung bekannt und gegen Extremismus ausgesprochen, oder? Ach, das war danach? Wissen Sie, mir ist das egal, ich befasse mich nicht mehr mit Politik. Die belügt einen sowieso, die Presse schreibt grundsätzlich, was sie will, und wir müssen die Suppe ausbaden. Sie reden die Probleme doch klein, wo Sie können! Aber das lassen wir uns nicht mehr länger gefallen, Sie müssen mal was über unser Waschgerätewerk Schwarzenberg schreiben, gut, das gibt es seit 1990 auch nicht mehr, aber als Vorbild für die moderne Industrieproduktion, von der Badewanne bis zum Waschvollautomaten, das ist doch ein Stück Geschichte, also deutsche Geschichte, auf die man auch mal stolz sein kann, auch wenn die nicht so gut lief? Oder die historischen Grabdenkmäler aus vier Jahrhunderten im Stadtmuseum Meißen, das ist nicht nur für Besucher interessant – die Sachsen sind ja selbst oft nicht so firm mit der deutschen Geschichte, das kann man doch alles noch festigen. Aber wenn Sie als Presse eben nicht mitspielen, dann kann man da nichts machen.

Wenn Sie ständig nur die Probleme in unserem Bundesland in Ihren Schlagzeilen haben, dann ist es doch klar, dass das Ausland und die interessierten Kräfte nichts anderes mehr zur Kenntnis nehmen. Sie wissen schon, wer Sie bezahlt. Dass Sie mit Ihrer Pauschalkritik unserem Land schaden, das ist Ihnen natürlich völlig egal, erst haben Sie die DDR besiegt, und jetzt liefert Ihr linksgrünen Schweine auch noch unser Vaterland ans Messer! Wie lange dauert’s noch, bis man für einmal die Wahrheit sagen wieder in die Gaskammer kommt!? Sie elender Schmierfink, Sie – gucken Sie doch lieber mal nach Thüringen!“





Reichsbürger in Uniform

8 12 2016

„Es muss da zu viel Information gegeben haben. In Sachsen und um Sachsen herum, also überall, wo der Nationalsozialismus noch nicht alle Sympathien eingebüßt hat, ist das ja sonst eher andersherum.

Das ist an sich schon vorstellbar, dass hier bei uns eine gewisse Nähe der Polizeikräfte zu den Delinquenten geherrscht haben könnte, wobei ich das mit der Herrschaft jetzt nicht mehr als nötig in den Vordergrund spielen würde. In Sachsen gelten immer noch dieselben Spielregeln wie früher, und die haben sich seit 1990 nicht geändert. Wir sind ein sehr kontaktfreudiges Volk, von den Ausländern und der christlichen Minderheit mal abgesehen, aber die müssen ja nicht herziehen, dann passiert ihnen auch nichts.

Unsere Integration geht einen eigenen Weg: wir vermeiden die Konfrontation mit Fremden und sind auch immer sehr offen, diesen Fremden zu zeigen, dass wir auf Gegenseitigkeit setzen. Das ist für uns Weltoffenheit, wir diskutieren gerne mit diesen Personengruppen, wenn sie akzeptieren, dass wir hier zu Hause und deshalb automatisch im Recht sind. Dann kapieren die, wir wollen sie nicht, die können auch nicht wollen, dass wir sie wollen können, und je eher sie weg sind, desto weniger Tote kommen in den Nachrichten. Das ist eine gute Ausgangssituation, vor allem, wenn man danach die Tür hinter sich ins Schloss zieht.

Aber das muss man den Leuten auch irgendwie erklären – wir sprechen hier alle nicht Syrisch, die meisten können kein Wort Afrikanisch, da muss es nonverbale Wege der Kommunikation geben, und so hatten wir uns damals entschlossen, die Polizei als Freund und Helfer zu nutzen. Ein ziviler Auftrag für die, sagen wir mal: nicht vollständig militante Gesellschaft. In Analogie zu den Truppen, die die Außengrenzen gegen die Asylantenflut schützen, die Verteidigung im Innern, die die Werte unseres Abendlandes vertritt. Reichsbürger in Uniform. Die verfügen auf der einen Seite über alle relevanten Informationen zu diesen Invasoren aus fremden Kulturkreisen, und auf der anderen Seite können sie über langjährige und intensive Bekanntschaften die Informationen auch schnell und unbürokratisch an den Mann bringen. Teilweise an Minderjährige. Da ist eine Menge Verbesserungsbedarf, das sehe ich natürlich ein, aber wenn wir als Sachsen da die Rolle des nationalen Vorbildes einnehmen können, dann soll uns das nur rechts sein. Recht, meinte ich.

Wir könnten natürlich Polizisten einsetzen, die nicht aus Sachsen kommen. Sie kennen das von den öffentlichen Kundgebungen gegen das gesunde Volksempfinden, da holen wir uns gerne mal die Kollegen aus den anderen Bundesländern, weil die wissen, wenn die da einem die Fresse eintreten, der kennt sie nicht aus der Nachbarschaft. Andererseits ist das hier ein Problem. Wenn Sie einen Beamten aus, sagen wir mal, Nordrhein-Westfalen hier in die Region versetzen, dann fühlen sich die anderen überfremdet. So kann man ja auch nicht arbeiten.

Das ist eher ein strukturelles Problem, wenn Sie mich fragen. Bewaffnete Banden, die gegen eine gewählte – ich sage da jetzt mal nichts – also auf jeden Fall ist die Regierung gewählt, und die gehen mit Gewalt dagegen vor, wollen einen Umsturz, töten alle, die zufällig im Weg stehen, Sie kennen das, die werden landläufig als Rebellen bezeichnet und von EU-Truppen, oder wenigstens sind die Truppen hier aus den EU-Ländern, die werden also beseitigt. Aber Sie können doch nicht mit Truppen aus der EU gegen offizielle Sympathisanten der deutschen Polizei vorgehen, das geht ja gar nicht!

Natürlich haben wir ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Gegen unbekannt. Ja nun, bei der hohen Dichte an nationalsozialistischen Terroristen in Sachsen, glauben Sie, wir können uns da jedes einzelne Gesicht merken?

Aber Sie müssen auch mal die Vorzüge dieser Arbeitsweise sehen, das machen wir ja schließlich nicht aus dem hohlen Bauch. Es wird immer wieder gesagt, in unserem Bundesland herrsche ein Klima der Angst und Repression – denken Sie, das kriegt man über Nacht hin? Da müssen sich schon alle Kräfte einig sein, und dann muss auch nach einer gelungenen Aktion, Sie nennen das Terrorismus, gut, das ist Ihre Sicht – also nach einem erfolgreich abgelaufenen Attentat muss ja die Polizei wieder in Erscheinung treten, damit die Staatsanwaltschaft nichts mehr zu ermitteln hat. Das haben wir alles vom Verfassungsschutz gelernt. Straftaten planen, geeignete Straftäter rekrutieren und motivieren, führen und ausrüsten, gegebenenfalls Tatbegleitung einschließlich Alibi und Fluchtmöglichkeiten, wo es sich anbietet, kommen Verdunklungshilfen dazu, und dann haben wir natürlich auch operativ die Kräfte unterstützt. Die Gruppe Freital wurde rund um die Uhr abgehört, wir haben mitgeschnitten, was sie von sich gegeben haben, dann haben wir Sprengsätze und Latexhandschuhe mitgenommen, Rechner und alles mögliche, das musste schon sein. Stellen Sie sich mal vor, die wollen irgendwann ein Geständnis ablegen, so wie beim NSU, und dann hat einer zwischendurch das Beweismaterial in Brand gesetzt. Kann man das riskieren?

Machen Sie sich mal keine Sorgen, wir kriegen das schon wieder in den Griff. Irgendwann. Das ist jetzt natürlich nicht schön, gerade für ausländische Investoren, wenn die nach Sachsen schauen, aber Sie müssen eins immer wissen: es könnte noch viel schlimmer sein. Stellen Sie sich vor, die werden alle plötzlich linksradikal!“





Völklore

22 11 2016

„… die mutmaßlichen Straftäter nicht als rechte Terroristen verfolgen wolle, da der Verein einen für das Bundesland Sachsen und sein Bevölkerung typischen Zusammenhalt verkörpere, der sich schon oft in der Geschichte als außerordentlicher…“

„… dass einige der Neonazis tagsüber auch sozialversicherungspflichtiger Arbeit nachgegangen seien. In Zeiten, in denen der gesellschaftliche Zusammenhalt mehr und mehr fehle, müsse man dies als positives…“

„… das Kraftfahrzeug eines Stadtrates der Linken durch eine Explosion mit einem illegal hergestellten Sprengsatz schwer beschädigt hätten. Aus umweltschützerischer Sicht sei die Maßnahme allerdings sehr zu begrüßen, die Grünen hätten zum Verzicht auf Autos und…“

„… habe ein Mitglied der Gruppe Freital einen Job als Pizzafahrer ausgeübt. Dies spreche für eine gelungene Integration in die westliche Wertegesellschaft, da auch ausländische Gerichte von diesem mutmaßlichen Neonazi…“

„… für die Hinweise der Ermittlungsbehörden nicht interessiert habe, da der Landesregierung bereits im Vorfeld bewusst gewesen sei, dass der Ruf Sachsens nachhaltig…“

„… ein Parteibüro der Linken beschädigt haben solle. Man müsse den mutmaßlichen Straftätern zugutehalten, dass ein größerer Teil der Deutschen ihre Taten billigend in Kauf nähmen, was als ein entlastendes Moment den Strafrahmen sehr…“

„… die Staatszugehörigkeit oder andere Merkmale nicht als typisch deutsch anerkennen würden. Dies liege nach Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft daran, dass die sächsische Landsmannschaft seit Jahren mit der deutschen Sprache ein eher gebrochenes…“

„… habe die Gruppe Freital aus Vorsicht auf einen medial wirksamen Namen verzichtet, auch sei ihnen im Gegensatz etwa zur Baader-Meinhof-Bande ein solcher von der bürgerlichen Presse nicht angehängt worden. Dies sei ein weiterer bedeutsamer Hinweis, dass die mutmaßlichen Straftäter kein großes Aufsehen aus ihrer nationalen Gesinnung…“

„… zahlreiche Straßenumfragen ergeben hätten, dass PEGIDA-Demonstrationen nur bis zu einer neuen Verfassung für die BRD GmbH…“

„… sie zur Durchführung ihrer Anschläge Sprengstoff aus tschechischen Feuerwerkskörpern benutzt hätten. Dies zeige ihre Problembewusstsein, dass der EU-Binnenhandel durch zu viele Importe aus Ostasien in ein schweres…“

„… den Patriotismus eine spezifisch sächsische Gangart von Heimatliebe praktiziere, die sich bis in die unionsgeführte Landesregierung…“

„… einer der Untersuchungshäftlinge einen illegalen Sprengkörper im Garderobenspind bei den Dresdner Verkehrsbetrieben gelagert habe. Dies deute zuverlässig darauf hin, dass die Gruppe ihre Attentate nicht im Geheimen, sondern mit Kenntnis und Billigung der völkischen…“

„… fürchte das Bundeskriminalamt nun die Gründung mehrerer rechter Terrorzellen in der Bundesrepublik. Die Bundesanwaltschaft habe die Ermittler dahin gehend beruhigt, dass für eine Welle von Nachahmungstätern zunächst einmal ein klares Vorbild geschaffen werden müsse, was bisher…“

„… Anschläge teilweise auf dem abendlichen Heimweg vom Arbeitsplatz geplant hätten. Die Behörden sähen dies als eine besonders gute Work-Life-Balance, die sich bis in die sächsische Unterschicht…“

„… zunächst einmal begreifen müsse, ob sich Sprengstoffanschläge gegen einen katholischen Würdenträger aus allgemeiner Frustration, einer tief greifenden Ablehnung des christlichen Glaubens oder aus der Auseinandersetzung mit der Politik der Bundeskanzlerin der…“

„… eine Beteiligung des Verfassungsschutzes schon deshalb nicht ausgeschlossen sein könne, weil der Verfassungsschutz mehrmals betont habe, dass eine Beteiligung des Verfassungsschutzes auf gar keinen Fall…“

„… der Verfassungsschutz zwar Mitglieder der späteren Gruppe zusammengeführt, militarisiert, im Umgang mit illegalen Waffen und Sprengstoff ausgebildet und sie finanziell unterstützt habe, sie aber über Planung und technische Hilfe einzelner Mordanschläge hinaus so gut wie nicht…“

„… mit der Landesnatur zusammenhängen könne. So sei das sächsische Brauchtum von Alters her eher militant, was sich auch in den Aufzeichnung zwischen 1933 und…“

„… sei auf die mangelnde Bildung der Sachsen zurückzuführen, die jeden ausländischen Besucher ablehnten. Zwar habe die Landesregierung gewaltbereite Jugendliche und Heranwachsende schon frühzeitig davon in Kenntnis gesetzt, dass schwedische oder italienische Touristen den Bau einer Moschee in Freital nicht unbedingt als…“

„… sei die Ablehnung der Demokratie schon vor der totalen Überfremdung mit 0,2 Prozent Muslimen eine feste Größe in der sächsischen Mentalität gewesen. Schuld habe daher alleine die Bundesregierung, die durch fehlende Veränderung der Umstände eine katastrophale Veränderung der gesamten…“

„… viel schärfer gegen den Linksterrorismus vorgehen wolle. Es sei oft dazu gekommen, dass bekennende Sozialisten ihre brennenden Autos auf öffentlichen Verkehrswegen geparkt hätten, dies müsse nun mit Hilfe der Bundesanwaltschaft und engagierter Anwohner aus dem nationalen Spektrum als schwere volksschädliche…“





Sempf

7 11 2016

„Brandsätze haben Sie selber? Ich frage nur, falls die Bundespolizei Sie eventuell unterstützen muss. Wir haben uns so lange diese unqualifizierte Kritik von außen angehört, wenn wir hier in Bautzen mal etwas richtig machen können, und das ist ja bisher so gut wie nie der Fall gewesen, dann machen wir das mit der rechten Härte des brutalsten Staates. Nee, das war auch wieder nicht korrekt, oder?

Ich nehme das hier nur auf, wir haben ganz neutrale Formulare, und da können Sie dann Ihr politisches Anliegen formulieren und eventuell eine Kundgebung anmelden. Haben Sie sich denn schon entschieden, wofür Sie demonstrieren wollen? Ja, das ist jetzt schwierig – Juden gibt es in Bautzen in nicht ausreichender Menge, da würde ich schon eine Minderheitenmeinung annehmen, und die Feinde der völkischen Rasse ins Gas schicken, das klingt geistig behindert, Frauke Petry sagt das auch immer, und die ist da ja eine anerkannte Expertin, und das mit der völkischen Rasse hieße auch, dass die Nationalsozialisten, also Sie, und das mit der geistigen Behinderung, na egal, aber lassen Sie sich mit dem Formular gerne helfen. Das mit dem Lesen ist ja nicht so verbreitet in Ihrer Familie.

Ausländer ausrotten, wie stellen Sie sich das vor? Dass Sie Robaszkiewicz heißen, ist eine Art Grund, aber keine Entschuldigung. Das kriegen Sie außerdem beim Verwaltungsgericht nie durch, das kann ich Ihnen schon mal verraten. Und wie wollen Sie das praktisch machen? Grundgesetzkonform kriegt man das nicht hin, da bin ich jedenfalls schon mal skeptisch. Und im Eifer des Gefechts mobile Genickschussanlagen aufbauen, mein lieber Freund: das funktioniert vielleicht auf dem Parteitag, wenn die Storch oder die Höcke sich den Dreck aus dem Hirn rotzen, aber mit Polizeigenehmigung? Wir sind hier zwar in Sachsen, aber ohne ordentliche Einzelfallprüfung kriegen Sie das nicht durch. Bedenken Sie, wir leben hier in einem Rechtsstaat!

Also die fremdrassigen Mitbürger haben Sie durch ihre reine Anwesenheit in Ihrer Zugehörigkeit zur deutschen Herrenrasse gestört. Ja, habe ich. Und wie genau ist das dann eskaliert? die Ausländer waren plötzlich noch ausländischer? Wie hat sich das denn im Einzelfall geäußert? Nach dem Ziehen der Schusswaffen haben sie sich nicht einem Kampf Mann gegen Mann gestellt, sondern vorsichtshalber haben sie die Flucht ergriffen? Das ist doch ein bisschen dünn. Vierzig zu eins? Und es waren – bitte keine obszönen Ausdrücke, es waren jedenfalls weibliche Personen, wie ich Ihren Worten entnehme – also nur Frauen, und Sie waren eindeutig in der Überzahl, dann ist das klar. Da kann ja ein Kampf Mann gegen Mann gar nicht stattfinden.

Ich weiß es nicht, mit Rechtsradikalismus kenne ich mich überhaupt nicht aus. Ich habe da zwar eine Menge sehr guter Freunde, wer das im Einzelnen ist, das tut hier auch gar nichts zur Sache, aber ich habe eben wirklich null Ahnung. Und da muss die Verwaltung den Willen des Volkes unterstützen, oder jedenfalls der Teile, die sich dafür halten.

Wurden denn Mitglieder Ihrer Initiative von der Polizei nach dem letzten Einsatz verhaftet? Na ein Glück, das wäre auch noch schöner gewesen. Der Justizvollzug ist gnadenlos, da reichen heutzutage ein bis drei Vorstrafen, eine Bewährungsfrist, und schon darf man seine nationale Identität, und das ist noch nicht einmal ein anerkanntes Mordmotiv. Da müsste die Bundespolitik mal was ändern, aber die hören ja immer nur auf die Linkspopulisten.

Haben Sie denn schon eine Route? Ich würde Ihnen vom Kornmarkt, da trifft sich ja ständig der ganze Abschaum, und die Asylanten sind auch da, Sie sollten dann immer nach Osten marschieren, ein paar legale Schusswaffen – haben Sie nicht? ich sagte doch, die Bundespolizei unterstützt Sie gerne – und dann immer in Richtung Friedhof. Das würde die ergebnisoffene Auseinandersetzung mit den Fremdrassigen enorm erleichtern, jedenfalls müsste der kommunale Entsorgungsdienst dann nicht die Reste durch die halbe Stadt karren. Denken Sie mal im Sinne der Allgemeinheit, falls Ihnen das keinen Hirntumor verursacht. Sie tun etwas für Ihr Volk. Für jemanden, der außer Dosenbier, Gonorrhoe und Reichskriegsflagge wenig Abendland mitgekriegt hat, wäre das mal ein patriotischer Akt.

Wir müssen eindeutig die Demonstration gegen etwaige undemokratische Proteste absichern. Das heißt für unsere Verwaltung im Umkehrschluss, dass wir jeglichen Protest als demokratiefeindliche Aktion behandeln, auch dann, wenn er von unserem Bürgermeister kommen sollte. Gut, das war jetzt rhetorisch konstruiert, der redet lieber direkt mit den Feinden der Demokratie, er mag es halt lieber, wenn man ihm nicht zuhört, dann muss er auch nicht so tun, als könnte er das bei anderen, aber im Ganzen ist er auch lieber auf der Seite der Feinde der Feinde der Demokratie. Passen Sie also sehr gut auf, was Sie in Ihr Formular schreiben.

Sie können auch Polizeikräfte anfordern, ja. Die stehen dann voll und ganz zu Ihrer Verfügung. Aber wir müssten das eben vorher wissen, weil Polizei in Bautzen immer nur da ist, wenn man vorher weiß, wo spontane Zusammenrottungen entstehen. Es kann auch sein, dass sich da ein paar demokratische Chaoten hinstellen, denen wollen wir natürlich auf keinen Fall das Feld überlassen, und wenn die sich nicht an Ihre Vorstellungen des vorher schriftlich niedergelegten Demonstrationszwecks halten, muss man die mit polizeilichen Mitteln daran erinnern, dass wir hier das Grundgesetz durchsetzen. Wissen Sie, das ist überhaupt unsere politische Linie: wir reden ja grundsätzlich mit jedem, aber noch lange nicht mit allen.“





Reisewarnung

24 10 2016

„Nein, nicht Terrorismus, Tourismus! obwohl, hier in Dresden geht das eine ja zuweilen fließend in das andere über.

Deshalb belehren wir die Gäste auch lieber vor der Einreise, damit wir dann hinterher nicht wieder so viele Straftaten haben. Und das ist ja auch kein einfacher Prozess, denn was der Sachse als Straftat ansieht, unterscheidet sich teilweise ganz erheblich von der gängigen Rechtsauffassung im übrigen Bundesgebiet. Die eigenen Taten eingeschlossen.

Also Sie waren schon mal in Sachsen? ach so, 1986 – nee, so viel hat sich nicht geändert. Die Einfuhr westlicher Presseerzeugnisse ist immer noch nicht erlaubt, und wir raten von Experimenten damit entschieden ab. Offiziell dürfen Sie sich auch nicht gegen Juden äußern, und wir empfehlen den Reisenden, keine Diskussionen mit Einheimischen darüber anzufangen. Teile der Bevölkerung fühlen sich dabei doch erheblich verunsichert, und dann sorgen die dafür, dass es zu Missverständnissen kommt. Halten Sie zu Themen wie Rassismus oder Gewalt gegen Minderheiten am besten den Mund. Die sächsische Landesregierung sollte Ihnen als Vorbild ausreichen.

Nehmen Sie so eine Fahne mit. Ja, das ist eine Reichskriegsflagge, aber Sie sind halt in Sachsen. Da fallen Sie ohne Reichskriegsflagge viel mehr auf als ohne. Einfach nur bei sich führen, wenn mal eine Menschenansammlung im Weg ist, ziehen Sie das Ding aus der Tasche, brüllen wirres Zeug, und dann lässt man Sie in Ruhe. Welche Sticker? die Hakenkreuzsticker, ach so. Ja, die haben wir noch, aber die geben wir nicht mehr aus. Das ist für die ganz schweren Fälle, wenn sich Passanten gar nicht mehr ins Straßenbild integrieren können und eine Art Schutzwaffe gegen die freie Meinungsäußerung anlegen müssen. Stellen Sie sich vor, Sie geraten in eine Verkündigung des gesunden Volksempfindens und sind vollkommen unbeteiligt, und Sie haben auch keine weiteren Vorkehrungen dafür getroffen, dass man Sie deshalb krankenhausreif schlägt. Da haben Sie ein Problem. Deshalb sollten Sie erstens den Verkehrsfunk genau verfolgen und zweitens die Hakenkreuzsticker immer griffbereit halten. Als Reisegruppe aus Israel kriegen Sie die zum Beispiel umsonst.

Sehr gut kommt ja gerade ein russischer Akzent, aber Sie als Wessis sind leider unterbegabt. Meinen Sie, Sie kriegen vielleicht einen sächsischen hin? Der ist nicht kompliziert, der macht einfach nur Schmerzen beim Sprechen, wenn man’s nicht so gewohnt ist. Wir machen mal einen Test, ja? Also da ist ein Eingeborener, ganz normaler Typ, der sich gerade darüber aufregt, dass die Vergewaltigungen in Sachsen zugenommen haben. Was sagen Sie? Nee, einfach die Kärtchen ablesen: ‚Dö Aösländör nähm ons dö Fräoen wech!‘ Denken Sie nicht so kompliziert, es geht um Wegnehmen, Neid, um die ganz impulsiven Affekte. Denken Sie am besten gar nicht nach.

Aber Sie wollten Kultur, richtig? Dann bleiben Sie am besten von der Frauenkirche weg. Das ist natürlich auch Kultur und auch nur einen August und einen Luther entfernt vom Zentrum des Geschehens, aber das ist ein imperialistischer Bau der Lügenarchitektur. Fragen Sie die Eingeborenen, die werden es Ihnen bestätigen. Die meisten kennen das nicht anders als katalogisierten Schuttplatz. Und dann kommen da ein paar Computerfuzzis und nehmen das schöne Aufbaumaterial weg, klotzen da eine Kirche mitten rein in den antifaschistischen Ortskern und fluten die Stadt mit Wessis. Mal ehrlich, würden Sie da nicht auch mit nationalem Widerstand antworten?

Wenn Sie in die Semperoper wollen, würde ich das nicht gerade am Montag machen. Sie kriegen in der Stadt einfach keinen Parkplatz, und dann haben wir auch die Sicherheitsvorkehrungen erhöht. Sie müssten am besten mit gezücktem Ausweis von der Straßenbahn zur Oper. Polizei hat’s genug, die zeigt Ihnen dann schon, wo’s langgeht. Naja, oder aber auch nicht.

Überhaupt muss ich Sie vor dem Theaterplatz warnen, das ist ganz gefährliches Pflaster. Das wurde aus verpresster Kupferschlacke hergestellt, VEB Mansfeldkombinat Wilhelm Pieck – das ist nämlich stark radioaktiv, müssen Sie wissen. Das Bundesamt für Strahlenschutz sieht keine Gefahr, aber man munkelt, wer sich da zu lange aufhält, der wird weich in der Birne. Wollte ich Ihnen nur mal so gesagt haben.

Frühstücken Sie am besten immer mit einem kleinen Pils zur Auflockerung. In der zweiten Woche, wenn Sie das durchstehen, gehen Sie dann bessrer zu den härteren Sachen über. Lokalkolorit, Sie verstehen – dies ist eine islamkritische Region, da wird großen Wert gelegt auf eine Leitkultur mit Bodenhaftung. Notfalls haben wir hier auf unserer Homepage Schutzumschläge zum Ausdrucken. Überfremdung, Sophie Scholl, Kaffeetassen, Tausend Jahre Männer in Thüringen. Wenn Sie dann mal im Stadtführer nachschlagen, können Sie sich notfalls ad hoc als heimattreuer Passant tarnen. Und, heißer Tipp: Keine Bananen. Schmeißen Sie keine Bananen auf die Einheimischen. Denken Sie immer daran, Sie sind erstmal nur Tourist.“





Regierungserklärung

19 10 2016

„Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, liebe Sachsen, liebe landfremde Elemente,

wenn ich heute das Wort ergreife – wenn in diesem schönen Bundesland schwere und auch staatsgefährdende Verbrechen geschehen, gehört eine Ergreifung natürlich eher zu den selteneren Vorkommnissen – dann ist dies für Sie erkennbar eine sehr schwere und komplizierte Situation. In diesen Stunden ist es für uns alle wichtig, dass wir die Ereignisse der vergangenen Tage kritisch sehen und uns fragen, was da geschehen ist und ob es nicht besser anders hätte geschehen können. Ich stelle mir diese Fragen, so wie ich akzeptiere, dass sich andere diese Fragen ebenfalls stellen. Damit sind wir auf einem guten Weg, wie ich finde, denn sich den Fragen zu stellen könnte ein zweiter guter Schritt auf diesem Weg sein, aber erst müssen wir diesen Weg finden, und dies ist eine schwierige Situation, die wir nicht mit uns überfordern dürfen.

In den Medien, oder was sich Medien nennt, wurde in diesem Zusammenhang Kritik geäußert, die auch den Vorwurf des Staatsversagens zum Inhalt hatte. Ich möchte an dieser Stelle diese Kritik von mir weisen, wie ich es in einer erfolgreichen, positiv eingestellten Politik für die Mitbürgerinnen und Mitbürger unseres erfolgreichen Sachsen bisher getan habe, um Sachsen erfolgreich zu machen. Wir sind, wie gesagt, auf einem guten Weg, der Vorwurf des Staatsversagens ist also rein politisch motiviert und fällt damit in einen Bereich, mit dem ich mich zum Wohle dieses Landes nicht befassen werde. Wir werden im Gegenteil alles tun, um dieses Land vor linksradikalen Hetzern zu bewahren, die jedes Auto anzünden wollen – aus purem Neid auf unser erfolgreiches Land. Aber auch in dieser schwierigen Situation dürfen wir uns der Gefahr nicht beugen.

Es sind, und das möchte ich hier einmal ganz offen aussprechen, auch auf die Gefahr hin, unser bisher gelebtes Verständnis von Transparenz sehr schwer zu beschädigen, Fehler gemacht worden, teilweise schwere und nicht entschuldbare Fehler, die einerseits resultieren aus Vorsatz und einem nachhaltig mangelnden Unrechtsbewusstsein, aber andererseits auch aus grundlegender Unkenntnis der juristischen Gegebenheiten. Die Gründe für diese Fehler mögen nachvollziehbar sein, sie sind aber in ihrem Wesen geeignet, nicht mehr zu behebende Schäden für die Demokratie und den Rechtsstaat zu verursachen. Dies ist unverantwortlich. Ich habe mich daher entschlossen, diese Verantwortung nicht länger zu tragen und mir aus tief empfundenem christlichen Mitgefühl zu verzeihen. Denn, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, Sie haben als das Volk, das Sie jeden Montag sind, teilweise auch an anderen Tagen, natürlich jedes Recht, dass wir als die politischen Führer dieses Landes Vorbild sind und mit einem klaren Bewusstsein vorangehen, mit einem klaren Bewusstsein, wo wir uns befinden, und wo sich die Verantwortung befindet. Das ist für den Moment schon sehr viel, und es erfüllt mich mit tiefer Zufriedenheit, dass wir in der Lage sind, diese unüberbrückbaren Gräben zwar nicht zu schließen, aber wenigstens uns klar zu positionieren und uns auf eine Seite zu stellen.

Es sind in diesem Land immer wieder Fehler gemacht worden, einige bekleiden erfolgreich die unterschiedlichsten Posten in unserem Kabinett, und wir sollten uns der Verantwortung gemeinsam stellen, die einen davor, die anderen hinter denen, die davor stehen, damit Sie als Mitbürgerinnen und Mitbürger dieses Landes wissen: wir stellen uns hinter die Verantwortlichen, die sich vor uns stellen. Wenn es nicht gerade um Dinge wie den sozialen Frieden oder Menschenrechte geht, dann stehen wir alle zusammen. Manche von Ihnen gehen auch, weil es manche gibt, von denen Sie wollen, dass die auch langsam mal gehen könnten. Ich aber rufe Ihnen an dieser Stelle zu: wir haben so vieles in unserem Land erreicht, einiges davon war sogar im Bereich des Gesetzeskonformen, aber wir werden auch diese Herausforderung annehmen und uns klar positionieren auf der Seite des Volkes, wo immer es gerade steht, auch und gerade dann, wenn diesem Volk das Geradestehen schwerfallen sollte.

Wir aber stehen gerade vor großen Aufgaben, die uns große Veränderungen abverlangen. Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, wir haben begriffen: Sie wollen das nicht. Und das ist ja auch ganz klar, dass in unserem Sachsen, das viele Jahrzehnte und Jahrhunderte gut und erfolgreich sein konnte ohne Demokratie und ungebremste Zuwanderung, die großen Aufgaben auf unsere eigene Weise bewältigt werden müssen. Die Zuwanderung, die Ihnen Sorge bereitet, ist nicht mehr vorhanden – wir sind ein weltoffenes Land, und so soll es auch bleiben. Und genauso werden wir es auch mit der Demokratie lösen, damit Sachsen unser Sachsen bleibt. Dafür stehe ich mit meinem Namen hinter mir.

Und so fordere ich Sie angesichts der schweren Lage, die der Stärke und der Zuversicht unseres erfolgreichen Sachsen nichts wird anhaben können, auf, sich über die aktuellen Ereignisse heraus mit Mut und dem Willen zum Erfolg gemeinsam der Herausforderung zu stellen und sich nicht vor den Feinden dieser Gesellschaft zu verstecken. Denn wir alle wissen ja genau, wer unser Gemeinwesen bedroht, durch Ignoranz und Unkenntnis dieses Land spaltet, eine demokratische Zukunft in bester Ordnung und Sicherheit durch kurzsichtiges und im Grunde des Wesens verfassungsfeindliches Handeln verspielt und damit den Menschen Schaden zufügt, der in seiner Wirkung für Generationen gar nicht zu bemessen ist.

Ihre Landesregierung“