Glückskekse

19 11 2018

„Also er hat jetzt zwei zweimal diese Figur mit dem Hütchen bewegt, und die hatten dieselbe Farbe. Ach, das ist beim Schach immer so? Da können Sie mal sehen, wie gut unsere Prognosen sind. Wir beschäftigen uns nicht mit den Einzelheiten und haben deshalb auch immer irgendwie Recht.

Ich war gleich gegen die Schachmeisterschaft, aber machen Sie das mal Wirtschaftsredakteuren klar. Die haben in der Regel Theologie studiert oder andere Sachen, die man nur beweisen kann, wenn man nicht genau weiß, woran man glaubt, oder wenn sie richtig gut sind, haben sie das Studium zwischendurch geschmissen, haben geheiratet oder sich privat mit dem Strafvollzug beschäftigt, weil sie von den anderen Börsentipps wussten, wie man geldgierige Knalltüten nach Strich und Faden betrügt – und nicht, wann man mit der Scheiße aufhören sollte. Einige wenige haben plötzlich ihre moralischen Anwandlungen, die gehen auch ins Fernsehen, aber die machen dann Homeshopping, auch nicht schlecht, da wird man als Arschloch wenigstens fest bezahlt fürs Lügen, oder sie werden Autor für Glückskekse. Glückskekse gehen immer, und Horoskope kriegen Sie mittlerweile billiger aus dem Archiv.

Ja, wir beobachten inzwischen eine Menge sehr unterschiedlicher Variablen, um unsere Datenbasis zu vergrößern und unsere Leistungen ein bisschen wissenschaftlicher zu machen. Was twittert Trump? Hat Kramp-Karrenbauer öffentlich verkündet, dass die geplante Zwangshomosexualisierung durch die linkfaschistischen Abtreibungsveganer Schuld ist an der Kreuzigung vom lieben Jesulein? Und sammelt die AfD schon Spenden, damit sich Weidel für die Knastdusche Korken reinstecken kann? Früher hätte man das Wetter mit einem Laubfrosch analysiert, aber auf Zufälle kann man sich ja heute einfach nicht mehr verlassen.

Man kann ja auch die Anzahl der islamistischen Attentate als Grundlage nehmen, aber das stößt auf ein geteiltes Echo. Die einen beschweren sich, dass die Erdrotation noch nicht als islamistischer Terror gerechnet wird oder die Geburt vom Säuglingen in Guatemala, bei denen nicht ausgeschlossen werden kann, dass einer von zehn Millionen eventuell mal zum Islam konvertiert, die anderen finden es nicht okay, dass man die neunundneunzig Prozent der islamistischen Attentate einrechnet, nur weil sie in islamischen Ländern stattfinden. Meistens würfeln wir dann, weil die Ergebnisse genauer sind.

Manchmal kann man die Daten extrapolieren – hat nichts mit dem Raumpflegedienst zu tun, echt nicht – wenn man schon die nötigen Zahlen vorliegen hat. Hier haben wir beispielweise einen Anstieg der Börsenkurse, der führt dazu, dass an der Frankfurter Börse die Kantine mehr frequentiert wird, meistens in der Mittagspause, und dann steigt hinterher der Kaffeekonsum bei Schmittchen, das ist der Laden gegenüber, die bieten nicht so einen Urinersatz in Halbschwarz an, sondern richtigen Kaffee, den brauchen Sie auch, wenn Sie diesen Brechreizbeschleuniger aus der Fressetage in Ihren unschuldigen Magen gejagt haben, und dann holen sie sich auch immer einen Schokoladenkuchen. Als Belohnung. Wir nehmen das als Indikator: wenn der Schokoladenkuchen sich gut verkauft, steigen die Börsenkurse.

Wenn man’s genau betrachtet, ist es natürlich umgekehrt, aber noch haben sich die Volkswirte nicht damit befasst, und Betriebswirten fehlt es am Durchblick.

Fußball ist natürlich auch immer gut, da versteht man die Ergebnisse auch einigermaßen schnell, aber das ist dann auch schon der Nachteil: jeder versteht die Ergebnisse. Außerdem kann man das momentan echt nicht bringen. Bisher war die Sache immer klar, die Bayern gewinnen, also gibt es gute Börsenwerte, der DAX steigt, alles gut, morgen sehen wir weiter. Und jetzt? Das ist alles so kompliziert, das kann man auf die einfachen Sachverhalte nicht mehr anwenden. Gut, immer noch besser als Politik, da ist es auch wieder andersherum, aber das war ja jetzt auch nicht die Frage. Sonst könnte man schon die Entscheidungen der Bundesregierung für die Börse verantwortlich machen, aber das wollen Sie nicht wirklich, ich sage nur: Haftung. Die Merkel hat doch dreizehn Jahre lang vermieden, dass sie irgendwas tut, was sich sofort als politisch verwertbar herausstellen würde. Und wenn Sie sich angucken, was da heute so durchs Kabinett kriecht, das ist ja nicht einmal wirtschaftlich für sein Handeln zur Verantwortung zu ziehen.

Strompreise? das wäre mal eine Überlegung wert, die haben auch meist nichts mit der Wirtschaft zu tun. Und dann die letzten Prognosen für die SPD – die Kleinigkeiten hinter dem Komma machen oft viel aus, man soll sich da nicht täuschen – und die Einschaltquoten für den Tatort. Das ist für das Geschäftsklima immer ganz wichtig, wenn man die richtigen Zahlen parat hat, und wenn man dann gefragt wird, woher man die hat, einfach sagen: wir haben den Leitindex ausgerechnet, oder das waren die Ergebnisse der letzten fünf Quartale hochgerechnet auf die aktuellen Zahlen. Oder irgendwas halt. Aber gucken Sie mal, der hat wieder eine Figur bewegt, und jetzt hat er sie vom Spielfeld genommen. Fragen Sie mich nicht, was das bedeutet, aber irgendwas bedeutet das. Das bedeutet, dass sich da irgendwas bewegt, und jetzt fragen Sie mich nicht, was und wohin. Das erklärt Ihnen heute Abend diese Tante da im Fernsehen. Die versteht das auch nicht, aber vielleicht etwas genauer als wir.“

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Pawlowscher Reflex

18 11 2018

Wer einmal aus dem Blechnapf frisst,
der wird sich daran so gewöhnen,
dass er den Teller nicht vermisst.
Man muss ihn nicht einmal verhöhnen,

er passt sich ein und schluckt und schweigt,
er kennt wohl seine eignen Schranken.
Wenn er einmal die Fäuste zeigt,
zeigt ihm den Blechnapf. Er wird danken.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CDXIX)

17 11 2018

Sieht Lukáš im Wald von Wrchhaben
in Schwärmen die finsteren Raben,
ist er frohen Mutes
Die Tiere tun Gutes,
wie sie sich an allerhand laben.

Abdelhamid fährt in Naʿur
nach längeren Jahren zur Kur,
den Kreislauf, die Nerven,
die Sinne zu schärfen.
Man merkt es bisher, wie er fuhr.

Ist Květa in Tyssaer Wände
mit Hund irgendwo im Gelände,
wird sie ungelogen
fast waagrecht gezogen
und hat immer zu wenig Hände.

Geht Søren am Morgen in Thisted
aufs Feld, weiß er nicht nur, wo Vieh steht,
am Zaun und am Wasser,
bald trocken, bald nasser,
er sieht, wann es weshalb auch wie steht.

Ist Jiřina fleißig in Wieles,
tut sie zum Erreichen des Zieles
nichts, was dahin führte,
was dann induzierte
nicht viel, aber immerhin vieles.

Es wünschte sich Tonje in Knaben
zum Weihnachtsfest allerlei Gaben –
nur hier zum Verständnis,
aus eigener Kenntnis –
für jene, die sie noch nicht haben.

Ist Jitka mal in Unter Brand
verärgert, weil sie nichts fand,
verknotet sie alles
(im Falle des Falles
echt alles) an knallrotem Band.





Gernulf Olzheimer kommentiert (CDXL): Die Verduftung der Welt

16 11 2018
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Die gelbe Schlonzbeere roch ganz leicht nach Kadaver, um Insekten anzuziehen, die sich in ihren klebrigen Blüten verfingen wie grenzdebile Deppen im Inneren einer rechtsextremistischen Partei. Die Fliege hatte keine Zeit, ihre empirisch gewonnenen Daten an die nächste Generation weiterzugeben, Uga schon. Nach Verzehr der Frucht stellte sich zu heftigem Magengeräusch Schwallhusten ein, den man so schnell nicht vergaß, falls man ihn denn überlebte. Fortan steckte der gute Genosse seinen Riechkolben nur noch in die Kräuter der Wiese und in die kommunikativen Partien der Artgenossen, die mit ihren Schweißdrüsen Smalltalk machten. Ab und zu schwiemelte er der Holden Blümchen ins Haupthaar, doch aus ganz anderen Gründen. Noch hatte der Mensch die Nase nicht voll.

Eines Tages siegte der Lochfraß im limbischen System und der Hominide erfand den objektungebundenen Duftstoff. Vermutlich hatte die Chemie sich mit der Herstellung von Kampfgas und Karzinogenen bis dato unausgelastet gefühlt, so dass sie nun die Vernichtung der Menschheit auf dem psychologischen Weg einschlug, und wahrlich, es ward so. Mit synthetisierten Essenzen, die ein Schwimmbecken zu Erbsensuppe verwandeln konnten und die Alpen in Graubrot, eroberten die Giftmischer die Großhirne der molekülgesteuerten Triebwesen, konditionierten sie auf allerlei modischen Schnickschnack für die Schleimhäute und trieben sie herdenweise in die heillose Abhängigkeit, bis die amorphe Kundenmasse wie gebannt vor dem Regal stand mit dreiunddreißig Spraydosen, weil es in der Postmoderne auf der Bedürfnisanstalt anders nicht mehr stinken darf als in einem Rosengarten auf Speed.

Eine durchschnittliche Plattenbaubutze ohne Atemschutz zu betreten führt zu psychedelischen Effekten. Leichte Herznoten von Bohnerwachs und Linoleum schwappen noch aus der Außenwelt unter dem Zugluftdackel durch, doch schon watet man in knietiefem Vanillepudding. Meeresbrisen schleifen die Netzhäute plan beim Betreten der Nasszelle, in Wohnzimmernähe wummert ein Armageddon aus Lavendel die Gesichtsebene in den Hinterkopf nebst Riesenbabypuder für Rosmarins Nachgeburt. Heimelig kratzt die Kombi aus Kunstwildleder und Pottwalkotze im Rachen, und während das geneigte Schimmelhirn die Kohle für diesen olfaktorischen Vernichtungsfeldzug gegen die Restsynapsen in die Kasse geholt hat, pfifferte im Dreiminutentakt eine elektronische Aerosolkanone eine Jasminoffensive ins umgebende Gasgemisch, die im abgestandenen Zustand riecht wie getoastete Bonbons nach der Exhumierung. Willkommen zur Stunksitzung.

Das Ergebnis ist der komplette Kontrollverlust, das Gift macht inzwischen die Dosis. Die zivilisierte Welt oder das, was wir noch dafür halten, riecht bei orkanartiger Gegenwindstärke nach Sandelholz mit Erdbeeren, als habe sich das die Evolution persönlich aus den Rippen geleiert, und spricht jeder natürlichen Aromenverteilung Hohn. Was Limettenschale und Koriander an der Haarwurzel zu suchen haben und gemähtes Gras am Küchenboden, weiß der Marketingexperte des Tensidkonzerns, und er behält es zur Vorsicht auch für sich. Bald riechen die Autos von innen nach Kuheuter, aber halt – jede Rostlaube wird im Wert längst verdoppelt von einer Überpopulation an Duftbäumen, die das Wagendach nach vorne unten zieht. Tanne-Topinambur oder die Apfelapokalypse treten an gegen ein manisches Melonenmassaker, um des Lenkers Reflexe zu zerstören. Warum diese Verkleisterung des zentralen Nervensystems nicht mit mobiler Ozonzwangsversorgung seitens der UNO gekontert wird, ist geradezu ruchlos.

Die meisten Isoprenoide vertreiben Kleintiere, vermutlich beschießt der Bescheuerte seine eigene Bude grenzwertflexibel mit Geraniol, Limonen und Citral, um die Wirkung schon mal an sich selbst zu testen. Dass das Zeug lustige Allergien auslöst, weil es bis tief in die Lungenäste kriecht und über die welke Oberfläche inkorporiert wird, das weiß der Kunde, aber zum Zelten auf dem intellektuellen Standstreifen hat er noch eben schnell eine Schütte Duftkerzen organisiert, um den Schmodder über die steigende Reizschwelle des Aromatenjunkies zu hieven. Lieblich knallt Benzol an die Schädeldecke, diesmal von innen, und grüßt im Vorbeifluss die anderen Lösungsmittel auf dem Weg zur Leber. Wozu der Behämmerte noch raucht, erschließt sich nicht mehr wirklich. Mit verstörender Intensität imprägniert der Mix aus Chanel Nummer 50.000 und dem Zimttodesstern alle Klamotten, die gute Kinderarbeitsware aus Bangladesch macht in der U-Bahn Fruchtfliegen aus Fernost nervös, und ein leichter Film aus Paraffin und Aloe vera legt sich tückisch-sanft auf die Tapeten. Irgendwann in einer stürmischen Nacht wird irgendein Nachbewohner Stimmen aus dem Inneren der Dielenbretter hören, die ihm befehlen, Bielefeld zu zerstören und in seine Heimatgalaxie zurückzufliegen. So wird’s geschehen, denn wir wissen seit dem Pleistozän: Chemie ist gefährlich, aber Zugluft tötet.





Schnäddärädäng

15 11 2018

„… eine europäische Armee aufstellen wolle. Die Leitung werde jeweils mit den Regierungschefs der Europäischen Union in den…“

„… parallel zum Vorsitz im Rat der Europäischen Union angeführt werde. Kurz werde als amtierender Generalfeldmarschall der…“

„… könne jedes Land seine Neuverschuldung durch zusätzliche Übernahme von Truppenteilen kompensieren. Kritikern sei bewusst, dass dann eine rein italienische Armee in der…“

„… als Verkehrssprachen jeweils die Landessprache, daneben wahlweise auch Deutsch oder…“

„… sich die österreichischen faschistischen Regierungskräfte gemeinsam mit der AfD für eine Umbenennung in Christlich-Abendländische Wehrmacht ausgesprochen habe und die…“

„… warne Steinbach ausdrücklich vor der Armee unter Donald Tusk als Präsidenten des Europäischen Rates. Die Polen hätten schon einmal einen Weltkrieg gegen Deutschland begonnen und seien noch heute eine von linken Kräften unterwanderte jüdische…“

„… italienische Panzer einsetzen wolle, die durch ihre Geschwindigkeit für eine beschleunigte Truppenabsetzbewegung im Zuges des…“

„… das Bayerische Heer mit einer eigenen Gebirgsmarine an den Manövern teilnehmen werde. Großadmiral Markus I. Söder werde mit einem neu zu bestimmenden Defiliermarsch an der…“

„… ausstatten könne. Der Umsatz der deutschen Rüstungskonzerne könne sich durch die EU-Armee innerhalb weniger Jahre mehr als…“

„… sich Österreich nicht entscheiden könne, seine Truppenteile auf Deutsch oder in der Landessprache zu…“

„… freiwillig Zugeständnisse bei den Brexit-Bedingungen mache, wenn Großbritannien sich in der Schlussphase nicht an der Planung beteiligen wolle. Insbesondere beim Management der Truppenverpflegung habe es heftige…“

„… nur dann zustimme, wenn die EU-Armee mit der Schusswaffe gegen die Asylbetrügerflut an der deutschen Außengrenze eingesetzt werden könne. Weidel schließe im Falle einer Versagung allerdings ihren Rücktritt kategorisch…“

„… im Verteidigungsfall einheitliche Formulare benutzt werden könnten. Diese müssten allerdings erst durch Freigabe im Europäischen Parlament und eine namentliche Abstimmung im…“

„… nach der zweiten Gesprächsrunde geklärt sei, dass neben der jeweiligen Landessprache nur Französisch als…“

„… keine Ausfuhrbestimmungen von Waffen habe. Die Vergabe der Aufträge könne daher nicht einfach durch eine Ausschreibung an einen Verwandten von Ursula von der Leyen gehen, sondern müsse zunächst durch eine in ihrer Familie angesiedelte Beratungsfirma mit dem…“

„… pochten die Vereinigten Staaten heftig darauf, dass auch amerikanische Rüstungsgüter bei der Ausstattung der Armee berücksichtigt würden. Trump habe andernfalls einen Handelskrieg gegen sämtliche…“

„… jetzt nur noch Französisch als Verkehrssprache zugelassen werden solle. Alle anderen Landessprachen seien bis auf Weiteres…“

„… sei die Bundeswehr nicht davon überzeugt, dass ohne Wiedereinführung der Wehrpflicht eine ausreichende Truppenstärke zu…“

„… hoffe die AfD andererseits auf eine schnelle Einsatzfähigkeit der Armee, um Merkel von den EU-Soldaten standrechtlich…“

„… sich auch für den Einsatz als schnelle Eingreiftruppe empfehle. Voraussetzung sei, dass ein Einsatz von der NATO mindestens zwei Wochen im Voraus angekündigt werden müsse, wenn er nicht mit einem Verfahren wegen…“

„… den Einsatz der EU-Truppen im Innern noch diskutiert werde müsse. Scholz empfehle einen Test beim nächsten G20-Gipfel, der gerne unter seiner persönlichen…“

„… nicht als Garant sehe, dass zwischen den europäischen Staaten nun Frieden herrsche. So sei Orbáns Forderung, nur nichtjüdische Soldaten in der Truppe einzusetzen, nicht mit der EU-Menschenrechtskonvention zu…“

„… könne sich durch eine neue Verantwortung der deutsche Militarismus endlich von den Belastungen der Geschichte lösen. Gauland fordere regelmäßige Auslandseinsätze, die beispielsweise zu einem durch Kolonien vergrößerten Absatzmarkt für viele deutsche…“

„… sicherstellen werde, dass bei Abspaltungen aus der Europäischen Union die Armee nicht gegen einzelne souveräne Mitgliedsstaaten oder austrittswillige Teilgebiete eingesetzt werden dürfe. Söder würde im Falle des…“

„… zu Verwicklungen kommen werde, falls französische Panzerspähfahrzeuge von deutschen Armeeangehörigen gelenkt würden. Die Frage, ob das Herkunftsland des jeweiligen Waffensystems oder seines Bedieners für die Rechtmäßigkeit…“

„… dass die Ausstattung mit deutschen Kampfflugzeugen nur zu einer bedingten Abwehrbereitschaft der EU-Armee führen werde. Andererseits könne man durch die mangelhafte Qualität der Ausrüstung gut unterstreichen, dass es sich um eine Friedenstruppe für die…“





Eine Frage der Ehre

14 11 2018

„Wir können jetzt davon ausgehen, dass diese Partei im politischen System der Bundesrepublik angekommen ist?“ „Sie selbst würden zwar nie etwas derart Demokratisches wie Bundesrepublik sagen, aber: ja. Der Parlamentarismus ist hier ja nicht tangiert.“

„Und warum tut die AfD das?“ „Opferhaltung.“ „Opferhaltung?“ „In einem Rechtsstaat gibt es nun mal kein besseres Mittel als einen Gesetzesverstoß, um verfolgt zu werden.“ „In letzter Konsequenz würde das ja tatsächlich bedeuten, dass diese Nationalsozialisten sich mit Absicht eine Reihe von notorischen Verbrechern ins Parlament und in die Partei setzen.“ „Da ist was dran. Wenn man wenig zu verlieren hat, handelt man meist ohne Rücksicht auf Verluste.“ „In juristischer Hinsicht?“ „Auch, aber in allererster Hinsicht natürlich unter moralischen Gesichtspunkten.“ „Sie meinen, dass sich hier eine kausale Verbindung feststellen ließe?“ „Allerdings. Wer lügt, stiehlt auch.“ „Also keine Verbrecher aus verlorener Ehre.“ „Verwechseln Sie hier bitte nicht Ursache und Wirkung und vor allem lassen Sie sich nicht täuschen, was den Vorsatz betrifft.“

„Wenn die Vorsitzende nun illegale Parteispenden angenommen hat, ist sie also in den Umgangsformen der politischen Klasse angekommen.“ „Richtig. Den Holocaust relativieren oder die Wehrmacht für ihre Verbrechen feiern können die anderen Soziopathen aus der Parteispitze auch, aber ein Spendenskandal, den man trotz offensichtlicher Beweise leugnet und für den man jede personelle Konsequenz ausschließt, das ist schon eine Frage der Ehre.“ „Ganovenehre?“ „Beleidigen Sie mir die Ganoven nicht. Mit diesem Schachzug hat sich Weidel ein hervorragendes Zeugnis als künftige Bundeskanzlerin ausgestellt, zumindest nach den Maßstäben dieses rechtsextremistischen Haufens.“ „Weil sie sonst keinen nennt, der an den Spenden beteiligt gewesen ist?“ „Das muss sie hier gar nicht, im Gegensatz zu dem Dicken aus Oggersheim sind hier die üblichen Verdächtigen belanglos.“ „Wobei es interessant ist, dass Weidel als Vertreterin der Überlegenheit des Deutschtums gemäß faschistischer Rassentheorie sich von einem Fremdvolk aushalten lässt.“ „Das entspricht ihrem Berufsbild.“ „Dass sie sich aushalten lässt. Im Übrigen hatten auch ihre Vorgänger wenig Probleme damit, Fremdvölker für sich arbeiten zu lassen und in ihren Ländern zu leben wie die Made im Speck. Noch wissen wir ja nicht, wie die Geschichte diesmal ausgeht, Anschluss oder Reichsprotektorat.“

„Der problematische Faktor ist hier also eher, dass Weidel nicht zurücktritt.“ „Für die Stellung im Parteiensystem ist das natürlich von großem Vorteil.“ „Das müssen Sie mir erklären.“ „Laut nationalsozialistischer Propaganda sind die Altparteien, das heißt die bisherigen Akteure der parlamentarischen Demokratie, zutiefst korrupt.“ „Gut, das ließe sich fallweise überprüfen.“ „Ihr Handeln wird nicht durch das Interesse am Wohl des deutschen Volkes geleitet, es orientiert sich ausschließlich am Eigennutz.“ „Das ist ersichtlich.“ „Indem die Altparteien das politische System auf diese Art stabilisieren, machen sie sich selbst unangreifbar.“ „Das hieße in letzter Konsequenz, dass diese Partei vorsätzlich ihrer Bereicherungsabsicht nachgeht, damit sie irgendwann in die Regierungsverantwortung gelangt.“ „So kann man es sehen.“

„Was ich nicht begreife, ist die Weigerung, für die illegale Spende die Verantwortung zu übernehmen und von allen Mandaten und Ämtern zurückzutreten.“ „Geben Sie mal einen Tipp ab.“ „Ich glaube auch nicht, dass sie damit demonstrative Nähe zu Seehofer oder Solidarität mit Maaßen zeigen will. Oder umgekehrt.“ „Sicher nicht. Diese Partei ist ja nicht angetreten, um sich ins Rechtssystem der Bundesrepublik zu integrieren. Sie ist angetreten, um es mit Füßen zu treten.“ „Und die Opferhaltung?“ „Spielt eine nicht unwichtige Rolle, schließlich will sich dieser gärige Haufen ja partout als akut von der Vernichtung bedroht gerieren. Da ist es schon ganz praktisch, wenn die eigene Klientel die kriminelle Energie juristisch nicht so ganz nachvollziehen kann.“

„Was spricht für die Möglichkeit, dass es sich um eine Falle handelt?“ „Sie meinen, die ganze Partei sein planmäßig ins offene Messer gelaufen? Das müssen Sie mir erklären.“ „Wenn ich vorher schon weiß, dass diese Partei nach dem Grundsatz der Selbstbereicherung funktioniert und alle rechtlichen Bedenken vom Tisch winkt, sogar bei eindeutig illegalen Spenden aus dem Ausland, dann ist das doch wie Fische fangen mit der Flinte in einem Fass.“ „So einfach würde ich es mir nicht machen. Die meisten Verschwörungstheorien haben ein höheres Komplexitätsniveau, und sehen Sie es mal realistisch: wer hat so viel Geld und will der AfD schaden? Die jüdische Weltverschwörung?“

„Andererseits, könnte es nicht sein, dass Weidel einfach ein bisschen übertrieben hat?“ „Wegen ihrer unverhohlen nationalsozialistischen Äußerungen? Weil sie im Sinne ihrer eigenen Partei eine parasitäre, gemeinschaftsschädigende Existenz ist, die man aus dem Volkskörper ausmerzen sollte?“ „Ach nein, nicht deshalb. Trotzdem.“ „Trotzdem?“ „Jeder weiß, dass sie so reagieren würde. Die Partei hat bis jetzt immer die Führung abgesägt, solange sie keinen richtigen Führer hatte.“ „Und sie meinen, das würde die Partei jetzt einfach so machen, ohne mit der Wimper zu zucken?“ „Selbstverständlich. Das ist eine Frage der Ehre.“





Seppuku

13 11 2018

„… doch Anfang 2019 zurücktreten wolle. Um die Christsozialen mitzunehmen, wolle ihnen Seehofer jedoch auf einem…“

„… moniert habe, dass es keine Nachfolgeregelung für das Amt des Bundesinnenministers gibt. Dobrindt wolle sich gegen die zweitklassige Konkurrenz nicht…“

„… Söder bereits ein Türschild bestellt habe. Vorerst werde er jedoch als CSU-Chef der Herzen im…“

„… nun doch nicht vom Ministeramt zurücktreten, möglicherweise aber seine Mitarbeit einstellen werde. Man habe im Bundesministerium des Innern bemerkt, dass Seehofers sporadische Fehlzeiten so gut wie keine negativen Auswirkungen auf die…“

„… erst den Sonderparteitag abwarten wolle. Es sei für Seehofer mental einfacher, wenn von den Christsozialen aktiv aus seinem Amt entfernt würde, weil damit die Schuldfrage auch in…“

„… habe sich Dobrindt damit bereits hinreichend als Innenminister als Innenminister qualifiziert. Er selbst habe in seiner Zeit in Berlin keinerlei messbare Regierungstätigkeit entfaltet und sei daher der bestmögliche Kandidat für einen…“

„… grundsätzlich nicht als Kritik an der Kanzlerin verstehen dürfe. Seehofer habe aber nochmals klargestellt, dass Merken zwar alle Mitglieder des Bundeskabinetts selbst vorschlagen dürfe, hinsichtlich der CSU-Minister aber keine…“

„… dass nach Seehofers Demissionierung nicht mehr die unionstypische Streitkultur in der Bundesregierung herrsche. Es sei mit einer Aufweichung vieler…“

„… habe Seehofer selbst die disziplinarischen Maßnahmen gegen Maaßen geplant. Im Falle eines vorzeitigen Amtsverzichts fürchte er jetzt allerdings, dass diese auch wie vorhergesehen…“

„… man dem kleinen Mann auf der Straße nicht erklären könne, warum Seehofer für seine bisherigen Intrigen zur Schädigung der Kanzlerin ohne Konsequenzen habe Minister bleiben können, jetzt aber ohne klar ersichtlichem Grund…“

„… Inkompetenz kein Ausschlusskriterium für ein Ministeramt bedeute. Dobrindt sei ein sehr gutes Beispiel, wie er selbst im…“

„… noch auf dem Posten des CSU-Vorsitzenden bleiben müsse, bis abschließend geklärt sei, ob mit einer Rückkehr zu Guttenbergs in die…“

„… sehe sich die CSU insgesamt in der Pflicht, nach Merkel und von der Leyen ein nicht für Frauen geeignetes Amt an eine…“

„… es sich nicht um die Kompensation eines Minderwertigkeitskomplexes handele, da Dobrindt genau wisse, dass die Bayern viel besser als der…“

„… ein schwieriges Ressort wie das Heimatministerium nicht an einen Nachfolger vergeben werden könne, da nur er selbst wisse, was sich dahinter eigentlich…“

„… die Forderung der Grünen nach einem sofortigen Rücktritt vehement zurückgewiesen habe. Im Gegensatz zu den Grünen habe er viel öfter einen Rücktritt als Innenminister angekündigt und wisse daher viel besser, wie man…“

„… nicht von seinen kargen Ruhestandsbezügen und den wenigen Aufsichtsratsposten überleben und noch eine Modelleisenbahn finanzieren könne. Seehofer wolle daher erst eine gut dotierte Position in einem…“

„… sich im Wahlkampf als Stimme der Vernunft begriffen habe. Wer die Bayern kenne, sei nicht verwundert darüber, dass die CSU einen derartig massiven Verlust an…“

„… über einen ablösefreien Transfer an die AfD nicht mehr verhandelt werde. Söder sehe die Schadwirkung Seehofers als so enorm an, dass nur eine hohe Summe für so einen begnadeten Feind der freiheitlich-demokratischen…“

„… aber nicht gesagt habe, wann der Parteitag stattfinden werde. Eine bis Ostern, also quasi Pfingsten, das heißt bis zur Sommerpause, ungefähr bis zum Herbst oder in die…“

„… die Christsozialen sich erst dann erneuern könnten, wenn die SPD den Prozess so weit abgeschlossen habe, dass die…“

„… im Sinne einer Damnatio memoriae den Namen Seehofers aus den Geschichtsbüchern des Freistaates Bayern tilgen werde. Söder wolle dies noch von seiner Heiligsprechung zum…“

„… nicht die linksfaschistischen Kräfte in der Bundesregierung unterstützen dürfe, Deutschland in einen Satellitenstaat der Taliban zu verwandeln. Friedrich fordere den sofortigen Staatsstreich gegen die Untertanen der Merkeljunta, die wegen Verrat an der christlich-heterosexuellen Rasse in die…“

„… auch die Europa-Wahlen negativ beeinflussen werde. Söder halte den Abgang seines Vorgängers durch Seppuku für die angemessene…“

„… wolle Seehofer im Zuge der Frauenförderung in der CSU erst dann den Vorsitz aufgeben, wenn eine adäquate Nachfolgerin für den Posten des…“

„… nicht als Leiter im Bundesministerium des Inneren, sondern nur noch als Sonderbeauftragter für…“