Pausenclown

12 08 2020

„… die Sozialdemokraten zu einem Sieg führen werde, der die Geschichte der Bundesrepublik zu verändern geeignet sei. Das Präsidium habe die Entscheidung für den Kandidaten kurzfristig zu einem…“

„… die herzlichsten Glückwünsche übermittelt habe, dass die SPD noch immer zu derartigen Visionen in der Lage sei, um die allgemeine und ihre eigene historische Dimension von ganz neuen Entwicklungen einholen zu lassen. Merkel sei davon überzeugt, dass die…“

„… eine größere Rolle spielen werde, um die Sicherheit in Deutschland zu garantieren. Die Hamburger Polizei stehe in Treue fest zu ihrem Oberbefehlshaber und werde sich auch in Zeiten der Demokratie nicht von den…“

„… als Idealbesetzung für die Partei bezeichnet habe. Walter-Borjans sei fest davon überzeugt, dass die SPD so einen in der Entwicklung der Partei einzigartigen…“

„… sich auch Unterstützung von der Union erhoffe, die als aktueller Koalitionspartner noch auf die Sozialdemokratie angewiesen sei und sich das bisher gute Verhältnis nicht durch einen zu sehr polarisierenden Wahlkampf nehmen lassen wolle. Scholz werde nach einer erneuten Abstimmung in der Parteibasis als Der Merkel in die Auseinandersetzung mit dem…“

„… keine mischblütigen Rassefeinde dulde, denen er als Oberreichspolizeiführer nicht im Rang eines Sicherheitssturmbannreichsbevollmächtigten die Grenzen der Leitkultur aufzeigen könne. Palmer habe als Bundesminister des Innern bereits eine Agenda entwickelt, die weit über die…“

„… dass Brechreiz während seiner Reden im Wahlkampf nicht sofort als verfassungswidrige Maßnahmen, die er mit der Polizeibehörde des…“

„… noch nicht unterschrieben habe. Zwar sei in der Führungsebene einer erneuten Großen Koalition bereits dieselbe Ablehnung entgegengekommen wie der aktuellen, aber die Aussage des Kandidaten, sich erst nach dem Wahlabend verbindlich zu den Ergebnissen zu äußern, habe in den inneren…“

„… habe der Bundesverband Deutscher Sadomasochisten (BDSM) die Nominierung der Partei als äußerst…“

„… als Idealbesetzung für die Partei bezeichnet habe. Esken sei fest davon überzeugt, dass die SPD so einen in der Entwicklung der Partei einzigartigen…“

„… erste Signale gegen die Klimahysterie der Union aussende. Mit Motiven wie Diesel Diesel über alles und Soziales Deutschland den sozialen Deutschen, und zwar nur denen, die einen deutschen Pass haben werde die SPD eine starke Botschaft an die zahlreichen linksgrünen Jugendgruppen der…“

„… sich auch die Buchmacher sehr über die Nominierung des Kandidaten gefreut hätten. Eine bessere Wahl des Außenseiters sei noch nie im…“

„… auf innerparteiliche Kritik keine Rücksicht nehmen könne. Scholz wisse, dass er vorwiegend von Anhängern anderer Parteien gewählt werde und sorge sich deshalb kaum um eine…“

„… um einen geistig verwirrten Ausländer gehandelt habe, der die Folgen seines Tuns nicht abschätzen könne. Biden wolle sich nicht in den deutschen Wahlkampf einmischen und…“

„… das Wahlkampfteam nach einer längeren Analyse nicht sehe, dass sich die meisten Bürger nicht von Themen wie Antifaschismus oder einer linksradikalen Kapitalismuskritik beeinflussen ließen. Man werde wie geplant mit der Linie einer starken Nation, die sich gegen feindliche…“

„… die Stelle des Pausenclowns im Hamburger Hafengeburtstagskomitee damit neu besetzt werde. Jones bedanke sich nochmals mit einem sehr…“

„… als Idealbesetzung für die Partei bezeichnet habe. Lauterbach sei fest davon überzeugt, dass die SPD so einen in der Entwicklung der Partei einzigartigen…“

„… zurückgewiesen habe. Selbstverständlich habe es auch Kleinsparern offengestanden, sich in Kleinsparerinitiativen zu formieren, um den Staat in einer gemeinsamen Aktion um mehrere hundert Milliarden Euro durch Cum-Ex-Geschäfte zu…“

„… als Idealbesetzung für die Partei bezeichnet habe. Heil sei fest davon überzeugt, dass die SPD so einen in der Entwicklung der Partei einzigartigen…“

„…der Umgang mit der HSH Nordbank seither so lange verjährt sei, dass man einen neuen Betrug auf Kosten der Steuerzahler ruhig als…“

„… entschieden zurückgewiesen habe, dass im laufenden Wahlkampf Kevin Kühnert als Kandidat für den Bundeskanzler die Entscheidung bringen werde. Scholz weise auf seine lange Dienstzeit als deutscher Parteisoldat hin und wolle auch in dieser Situation keine fachfremden…“

„… als Idealbesetzung für die Partei bezeichnet habe. Sarrazin sei fest davon überzeugt, dass die SPD so einen in der Entwicklung der Partei einzigartigen…“

„… habe Scholz nicht kurz nach der Übernahme seines Ministeramtes Kontakte zu zahlreichen Kreditinstituten geknüpft. Noch habe sich keine Gelegenheit ergeben, die von einer Wahl als SPD-Spitzenkandidat ausgezeichnete Führungsrolle in einer Versorgung als…“





Personalkosten

11 08 2020

„Das hat Sie überrascht? also das überrascht mich jetzt aber. Dass Sie das überrascht hat. Wir haben den Mitarbeitern doch ganz deutlich gesagt, dass sie für uns unverzichtbar sind. Jeder einzelne Mensch ist für uns systemrelevant, wirklich. Nur die Löhne halt nicht, oder überrascht Sie das auch?

Dass die Löhne bei uns im Einzelhandel in den letzten zehn Jahren real gesunken sind, das liegt am gesellschaftlichen Trend. Wir können ja auch nicht einfach so die Löhne anheben, da wir sonst die Nachfrage nach unseren gesellschaftlich und auch marktmäßig relevanten Jobs schwächen würden. Sie wissen doch, wie das in der Pflege ist: da gibt es auch keine zu hohen Gehälter, teilweise sind die mit Zulagen, die dann nicht gezahlt wurden, oder mit den Boni, die man hat ausfallen lassen, dadurch sind die Personalkosten dann auf einem konstanten Niveau gehalten worden. Und die Zahlen der beschäftigten Mitarbeiter eben auch. Denn stellen Sie sich das mal vor, die hätten die Gehälter einfach mal so angehoben. Man hätte den Pflegekräften ja signalisiert, dass die gar nicht systemrelevant seien, weil die das am Ende nur fürs Geld machen. Das wäre in höchstem Maße unfair, und so wollen wir im Einzelhandel unsere Tarifpolitik gar nicht erst anfangen.

Wir haben durchaus stabile Umsätze, das ist korrekt. Einerseits die Hamsterkäufe, das war für uns eine erhebliche Stärkung, und dann haben die Kunden seit der Senkung der Mehrwertsteuer auch sehr viel mehr bei uns gekauft, was sie sonst nicht gekauft hätten. Wir müssen die Senkung nicht aus eigener Tasche bezahlen, aber für uns ist sie ein hervorragender Werbeeffekt. Dass einige Händler den Kunden darüber hinaus noch höhere Rabatte gewähren, das ist Marktverzerrung, aber das halten wir aus. Unsere Mitarbeiter können ja gerne bei denen einkaufen, wenn es ihnen bei uns im eigenen Laden zu teuer ist.

Auf der anderen Seite müssen Sie beachten, dass wir durch die Umstellung auf niedrigere Steuersätze einen erheblichen Mehraufwand an Personal hatten, der unsere Kosten nach oben treibt. Würden wir jetzt noch mehr Mitarbeiter einstellen, die dann auch genau wissen, dass es sich um einen Job mit viel Stresspotenzial handelt, dann müssten wir die Löhne auch anheben – das kann man den Mitarbeitern nicht zumuten. Wo bleibt denn da die Lohngerechtigkeit? Wenn wir jetzt Mitarbeitern, die Mehrarbeit geleistet haben, die Vergütung dafür wegnehmen würden, die ja eigentlich der Erhöhung der Löhne entspricht, dann wäre das letztlich auch schon Betrug, und dann würden wir keinen mehr finden, der uns bei Mehrarbeit unterstützt, und das wäre kein gutes Signal für andere Einzelhändler.

Außerdem müssen Sie hier das Prinzip der situationsangepassten Lohnzurückhaltung immer auf dem Schirm haben. Wenn eine Rezession droht, will man die Ausgabenseite unter Kontrolle haben, damit man nicht in die roten Zahlen kommt, wenn es dann auf dem Tiefpunkt zu hohe Lohnkosten sind im Vergleich zu den anderen Posten, die Sie für ein laufendes Geschäft berücksichtigen müssen. Wenn dann die Umsätze langsam wieder steigen, wenn sich dann der Aufschwung ankündigt, dann muss man doppelt vorsichtig sein, weil jetzt jede Gehaltserhöhung die Chancen auf dem Markt wieder zerstören kann, weil die Kapitalbasis nie angegriffen werden darf. Und wenn Sie auf dem Höhepunkt sind, voll im Boom – das weiß ja jedes Kind, da ist es unmöglich, die Löhne zu erhöhen, weil es viel zu wenige Arbeitskräfte gibt, und da der nächste Abschwung schon am Horizont drohen könnte, wäre es ja geradezu Wahnsinn, den Leuten mehr zu zahlen als unbedingt nötig.

Und betriebswirtschaftlicher Unsinn ist es auch, aber das wissen Sie ja. Wir haben schließlich eine Verantwortung für den Markt, und gerade wir im Einzelhandel sollten uns dessen immer bewusst sein. Wir kalkulieren nach dem Minimalprinzip: so wenig wie möglich ausgeben, damit wir den Vorteil auch weitergeben können. Das sichert Marktanteile, und damit ist es auch sozial verantwortlich, weil es Arbeitsplätze sichert. Kommen Sie noch mit? Ein Beispiel: wir können die Verkaufspreise für Fleisch nicht beliebig gestalten, weil wir da nicht genügend Kontrolle haben, deshalb müssen wir einen Teil der Kontrolle abgaben an die Produzenten. Wie die ihre Ware erzeugen, das entzieht sich letztlich unserer Kenntnis, deshalb können wir das ja auch nicht kontrollieren. Vermutlich haben die da ihre eigene Kalkulation, aber uns geht das gar nichts an, wir brauchen dann eben nur den Preis für das Produkt, und da setzt dann unsere eigene Betriebswirtschaft an. Wenn wir den Preis nicht optimieren können, dann gefährden wir Arbeitsplätze, und letztlich werden wir damit unserer sozialen Verantwortung nicht mehr gerecht.

Das ist ja auch alles ganz schön, wenn sich die Politik hier einmischen will und wenn sie einen allgemeinen Tarifvertrag für den Einzelhandel fordert, aber Sie müssen bedenken, wir haben einen durchaus funktionsfähigen Markt, unsere Branche ist stark, zum Teil sind unsere Börsenkurse gerade extrem stabil, wenn wir uns gerade konsolidieren müssen, und dann müssen Sie auch an die Zukunft denken, denn wir brauchen auch für andere Lagen noch ausreichend Mitarbeiter, damit wir den Markt versorgen können, ob mit Pandemie oder ohne. Da müssen Sie als starke Branche auftreten und den Bewerbern sagen können: unsere Jobs sind so systemrelevant, dafür gehen Kunden sogar auf den Balkon und klatschen. Oder was meinen Sie, wie man so einen Konzern in die Gewinnzone führt?“





Mechanische Lösung

10 08 2020

„… habe Deutschland immer noch einen viel zu großen Nachholbedarf bei der IT-Ausstattung der Unternehmen. Altmaier wolle daher durch eine temporäre Stärkung der Schreibmaschine als…“

„… allen Überlegungen zur Digitalisierung zuwiderlaufe. Auch der Deutsche Industrie- und Handelskammertag sehe keine Vorteile in der…“

„… dass die Deutschen die Schreibmaschine als mutigen Impuls verstünden, der auch bei der nicht ausreichenden Netzabdeckung funktionieren könne. Zugleich wolle das Bundeswirtschaftsministerium durch einen Kreativwettbewerb die Nutzung der Übergangstechnologie für neue und…“

„… große Fehler gemacht worden seien. Die Bundesregierung freue sich daher ausdrücklich, dass nun durch eine ergebnisoffene Diskussion die bereits seit 2005 anvisierten Ziele für eine stärkere Anbindung an die weltweiten Standards im…“

„… der Schreibmaschinenmarkt nicht mehr vorhanden sei. Um den Absatz zu fördern, müsse es mehr verpflichtende Kurse im Tastschreiben geben, die auch auf die speziellen Eigenschaften einer rein mechanischen Maschine beim…“

„… offen sein müsse für neue Entwicklungen. Habeck erkenne zwar keinen Vorteil für die IT-Infrastruktur, wolle sich aber den Plänen in einer schwarz-grünen Koalition nicht verweigern, wenn die Schreibmaschinen weitgehend klimaneutral und unter hinreichend guten ethischen Standards im…“

„… auch Scholz zur Lösung der anstehenden Probleme beitragen wolle. Mit einer einmaligen Sonderabgabe in Höhe der halben Mehrwertsteuer auf alle Halbleiterprodukte könne man eine Stützung der deutschen Schreibmaschinenindustrie erreichen, so dass sich mindestens ein Hersteller als börsennotiertes Unternehmen mit einer größeren Gewinnausschüttung an die Anteilseigner wieder in der positiven Entwicklung des…“

„… sehe die Bundesregierung auch eine Chance in der Schreibmaschinenfertigung, schnell viele tausend Arbeitsplätze zu schaffen für Menschen, die nicht in der Pflege bleiben wollten. So komme die deutsche Wirtschaft gestärkt aus der Krise und könne sich für eine weitere…“

„… erste Ergebnisse der internationalen Runde bestätigt worden seien. China könne sich vor allem auf die Fertigung und die Reparatur mechanischer Schreibmaschinen spezialisieren und biete daher der EU langfristige Konditionen ab, die auch die Teilhabe an Produktinnovationen umfasse. Altmaier habe sich zuversichtlich gezeigt, dass durch die Außenhandelsbeziehungen bald auch wieder mehr Exporte für die…“

„… aber kontrovers diskutiert werde, ob die elektrische Schreibmaschine vertretbar sei. Während Habeck sich für einen größeren Anteil an regenerativen Energien ausspreche, wolle Altmaier die vom Preisanstieg bei fossilen Brennstoffen verursachten Kosten durch Einsparen bei den Privathaushalten dämpfen, so dass mechanische Lösungen sich als effektiveres…“

„… die restliche Kohle recycelt werden könne. Mit etwa hundert Blatt Durchschlagpapier pro Monat könne eine durchschnittliche Maschine die zusätzlichen Subventionen für die…“

„… einen Deal befürworte, solange die Partner zur Fertigung deutschen Stahl verwenden würden. Die Einfuhr könnte im Gegenzug um bis zu…“

„… die Anbindung ländlicher Regionen für die Wirtschaft zu verbessern. Durch Schreibmaschinen seien nun auch preiswerte Gewerbeflächen ohne Stromanschluss möglich, die eine…“

„… noch nicht genau verstanden habe, was die Problematik sei, aber bis zum Ende der Legislatur ein Strategiepapier vorlegen wolle, in dem die Ziele der Digitalisierung durch die wasserstoffbetriebene Schreibmaschine festgeschrieben würden. Scheuer wolle mit weniger als 600 Millionen Euro eine…“

„… als flankierende Maßnahme Nasskopierer in die Betriebe bringe. Amthor habe der Kanzlerin ein Konsortium vorgeschlagen, das hochmoderne Geräte mit Datenanbindung an sämtliche…“

„… und sehr große Potenziale für maßgefertigte Schreibmaschinen erkenne, die individuell an den Bedarf des Kunden angepasst würden. Altmaier habe dies als Modellprojekt für die Industrie 4.0 im Auge und könne sich einen sehr erfolgreichen…“

„… durch die Entwicklung einer lückenlosen Infrastruktur die Innovationen von selbst einstellen würden. Karliczek wolle ein nationales Netzwerk von Schreibmaschinenreparaturbetrieben zur Sicherung der wirtschaftlichen Handlungsfähigkeit in sämtlichen…“

„… erwartet die Wirtschaft Kostensenkungen, die beispielweise durch den Austausch alter EDV durch moderne Schreibmaschinen und eine…“

„… werde eine schreibmaschinentechnische Ausstattung der deutschen Wirtschaft angepeilt, die die Voraussetzungen für die Digitalisierung in der Fläche schaffe. Dann könne die …“

„… ob eine preiswerte Schreibmaschinen-App, die auf den meisten Smartphones laufe, auch für den mobilen Gebrauch gebraucht werden könne. Da dann nur einzelne Dokumente und nicht ein ganzer Datenträger transportiert werden müsse, könne der Austausch von Informationen sehr viel…“

„… von den Unternehmen nicht wie erwartet angenommen werde. Die Bundesregierung wolle stattdessen zunächst mit der Einführung von Flugtaxis in die…“





Dichterleben

9 08 2020

Mir träumte jüngst, mein Ruhm als großer Dichter
sei weit im Volk verbreitet und so groß,
dass aller schönen Künste strengste Richter
mein Werk befunden rein und tadellos.

Ich sollte etwas wünschen. Nun, ich tat es,
und wünschte mir, ich stünd im Lesebuch.
Wohl ohne den Verstand des weisen Rates
entwickelte der Wunsch sich rasch zum Fluch.

Schon lernten meine Verse alle Kinder
und leierten die Reime fleißig ab.
Mein Glanz schwoll an, mein Ansehen nicht minder,
auch flossen die Tantiemen nicht zu knapp.

Natürlich hatte irgendein Minister
ein ganz besonders fades Werk gewählt.
Das liest ein Mensch, dann stutzt er, dann vergisst er,
bevor er sich mit noch mehr Lyrik quält.

Es ging recht schnell, dass Ruhm und Glanz erblassten.
Mein Stern erlosch. Die Meisterschaft verblich.
Inzwischen war ich von den Meistgehassten,
die dichten, eine Klasse ganz für mich.

Schon lästerten die klugen Professoren,
dass außer des Gedichts, das man hier lernt,
kein guter Reim kam einem je zu Ohren.
Man wünscht mich aus den Büchern rasch entfernt.

Ich fristete ein Leben, war gerichtet,
ein Klassiker wie Goethe, tot und grau.
Das Urteil hat mich endgültig vernichtet.
Der Wunsch war alles andere als schlau.

Doch eines stimmt mich immerhin noch heiter:
packt man mit einer Zeile sie am Schopf,
so leiern sie den Rest der Verse weiter.
Die kleben allen ewig noch im Kopf.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DV)

8 08 2020

Iwona, die sich in Glaubitten
nebst Schwestern Einmischung verbitten,
sind, nicht sich zu schonen
seit Generationen
die, die sich um quasi nichts stritten.

Es lebte Michel in Retzwiller
Jahrzehnte als Serienkiller.
Recht selten gab’s Treiben,
so sollte es bleiben.
Es wurde im Ort immer stiller.

Dass Wiesław, wenn’s bebt in Kelbassen,
sich sorgt um die kostbaren Tassen,
ist sehr ungewöhnlich.
Er kann dies persönlich
sich wöchentlich nachliefern lassen.

Es hatte Gustave in Kleingœft
ein ansehnlich großes Gehöft.
Schon jung, da verfiel er
als ein Pokerspieler
dem Glück, da er exzellent blufft

Es sägt Grzegorz schwitzend in Heering.
Was Werkzeug, das kaum in den Teer ging,
war nochmals erhitzend,
und dann sah er schwitzend,
das war der Grund, dass es so schwer ging.

Recht selten geschieht’s Jean in Kruth,
dass er sich vorm Spiegel vertut.
Was man ihm oft neidet,
er ist gut gekleidet,
und öfters passt dazu der Hut.

Beschwerte sich Wanda in Görchen,
so liegt’s allenfalls an den Störchen.
Wie sollten verdienen
auf allen Kaminen
die Vögel, sie so einzupferchen?





Gernulf Olzheimer kommentiert (DXXVI): Kapitalistischer Eskapismus

7 08 2020
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Früher, als die Gummistiefel noch aus Holz waren, da schien jene unlösbare Verbindung von Religion und Gesellschaft noch sinnvoll zu sein; wer mühselig und beladen war, und das waren eben alle, suchte Erquickung im Glauben, wo sich die unfreundliche Realität ein Stück weit ausblenden ließ. Zwar hält sich der Unterhaltungswert von zwanzig Rosenkränzen für Durchschnittspersonen ohne ausgesprochene Leidensbejahung in engen Grenzen, doch schon die Heilige Messe mit Brot und Wein, Weihrauch und Georgel stärkte die Kraft der Menschen, in einer Welt voller Sünde und miserabler medizinischer Versorgung vor der Erfindung von Flaschenbier und Streamingdiensten den notwendigen Beitrag zur Erhaltung weltlicher Güter im Dienste der Obrigkeit zu leisten. Uns geht es vergleichsweise gut, wir haben Flaschenbier und Streamingdienste, zahlen Steuern, statt den Zehnten abzugeben, und befinden uns trotzdem in einer eher noch mieseren Lage. Die Religion hat sich in die Transzendenz verkrümelt, das System verspricht so gut wie jedem irdisches Heil, wo er nur gewillt ist, dafür anderen eins aufs Maul zu geben, und nur die Ewigkeit ist geblieben, dummerweise in Gestalt des Hamsterrades, dem Sinnbild des Kapitalismus. Was aber hält uns heute so leidensfähig?

Das Flaschenbier ist es nicht, da abgesehen von ein paar aufgekratzten Werbespots keiner das Zeug zum Objekt unserer existenziellen Träume macht. Wir haben aus unseren affektiven Bedürfnissen, aus der Suche nach Entspannung und Ablenkung, einen Hochleistungssport gemacht, der selbstverständlich den Gesetzen des Marktes genügt: immer die beste Gelegenheit suchen, das Minimalprinzip verfolgen, und alles außer uns ist Feind. Wenn wir uns schon zu Tode amüsieren müssen, dann soll es wenigstens erfolgreich sein. Was uns integriert, Identifikation und Selbstfindung gibt, ist nur Nebenwirkung der hektischen Suche nach emotionaler Erregung, die erst mit dem Übergang zur Biomasse jäh abbricht, weil wir die Endlichkeit begreifen. Aber begreifen wir denn überhaupt die Wirklichkeit davor?

Wo uns die Conditio humana mit voller Wucht einholt, breitseitlich trifft und aus der Bahn kegelt, bemerken wir, dass die apokalyptischen Reiter noch immer munter ihre Runden drehen. Technisch sind wir inzwischen imstande, den Planeten mehrfach in die Luft zu jagen, wenn nicht zuvor aus klinischer Beklopptheit heraus unsere Art die erste ist, die sich zielgerichtet selbst ausrottet, weil sie ihre religiösen Fantasievorstellungen hier auf Erden verwirklichen will – der Kapitalismus ist die Religion geworden, die sich den Nachwuchs in den Gierschlund stopft, und also kann sie nicht mehr als teils sinnvolle, teils ins Absurde entlastende Gegenwelt der materiellen Gesellschaftsordnung dienen, sondern nur noch sich selbst auf sich selbst beziehen, womit dann auch die Identifikation brüllend an die Wand fährt, wo der ganze Rest schon herunter rinnt. Selbst da, wo der große Grauschleier der Langweiligkeit das Sein in unerträglich breiigen Stumpfsinn verschwiemelt, bleiben nur noch Entfremdung und Angst, die im Rausch weggeshoppt werden, im perpetuierenden Partymarathon über die Klippe stolpern, auf der Flucht vor der Flucht rund um den Globus fliegen und immer neue Fluchtpunkte suchen, bis wir mit touristischen Mitteln den Rest der Umwelt erledigt haben.

Sehnt sich der Realitätsallergiker nach Katharsis im Sinne der Tragödie oder einfacher Regeneration, wie sie eine Woche Malle im Ethanolkoma en passant erledigt als Fußtritt in den Resetknopf? Ist Gleichgewicht von intelligenzabstinenter Duldung der Istzeit und idealtypischer Traumwelt mit oder ohne Hilfsmittel aus der Drogenküche ein guter Weg, auch wenn ihn die obersten Zehntausend für sich behalten? Harmonisieren wir uns gerade zu Tode, um den Boden unter den Füßen zu finden, damit die Würg-Life-Balance Balance uns nicht versehentlich den Magen umkrempelt? Oder ist der Schmodder doch nur verzweifelte Reaktion auf den Triebstau, den Priester der Betriebswirtschaft in uns erzeugt haben, als sie drakonische Strafen für die Steuerhinterzieher unterhalb der Armutsgrenze mit Notwehr gegen den Staat für Steuerhinterziehung oberhalb der Milliardengrenze verteidigten, weil man den Stumpfstullen stets vorturnen muss, dass sie als Opfer der intellektuellen Raumkrümmung nicht in ihrer eigenen Blödheit gefangen sind, sondern in den taktischen Grenzen des Systems?

Was auch immer sich hier anstaut, es sucht nach einem Ventil. Dies Virus hat uns nur angezählt, das nächste ebnet ein, was die Flut an Zivilisation nicht mehr beseitigen wird. Religionen mögen noch Heil versprechen, solange es keiner Marktanalyse nach Verbraucherzufriedenheit unterzogen wurde, doch der Kapitalismus kann mit Freiheitsversprechen, die nur Narkose von der Sklaverei meinen, nicht viel erreichen. Wir wären gerne Kapitalisten, uns fehlt nur das Kapital, weshalb eine Ersatzreligion mit der Option auf Mitmachgerede so kläglich versagt. Die alten Vorstellungen hatten noch eine Gemeinschaft der Heiligen, quasi das Zwei-in-eins-Produkt der virtuellen Spiritualität. Welcher Knalldepp gibt das für den sozialen Vollkollaps aus?





Verdachtsunabhängige Aufklärung

6 08 2020

„… keine Notwendigkeit bestehe, den Umgang mit Listen gesetzlich zu regeln. Solange es eine erhöhte Infektionsgefahr gebe, müsse allerdings jeder Gast seine persönlichen Daten in einer…“

„… den Zweck einer Gästeliste immer da zu ändern, wo sich ein Ermittlungsinteresse abzeichne. Dies wolle die Polizei jedoch im Einzelfall bewerten und sehe ebenfalls kein gesetzliches…“

„… sehe das Justizministerium die Problematik, dass die Polizei nur durch Landesrecht auf die Listen zugreifen könne, während strafrechtliche Ermittlungen durch Bundesrecht bestimmt seien. Ein Gesetzesentwurf könne jedoch frühestens 2028, eventuell auch erst im…“

„… es einen präventiven Abgleich geben müsse. Seehofer schlage eine sofortige Vernehmung aller Restaurantbesucher beim Verlassen des Lokals vor, um verdachtsunabhängig Straftaten aufklären zu können, auch wenn diese nicht stattgefunden hätten. Durch diesen Schnelltest erhöhe sich die Quote der erfolgreich aufgeklärten…“

„… zunächst eine standardisierte Gästeliste nach DIN-Norm verwendet werden müsse. Da das Wirtschaftsministerium noch 12,5 Milliarden Euro zur Rettung der Gastronomie vor den Folgen der Pandemie zur Verfügung habe, werde sich die Bundesregierung mit einem zweckgebundenen einmaligen Zuschuss in Höhe von…“

„… dass der Deutsche Anwaltsverein bereits ein Verbot der Datennutzung als notwendig erachtet habe. Die Deutsche Polizeigewerkschaft lehne dies ab, da andererseits Anwälte sich auch durch die Akteneinsicht im Strafprozess einen Vorteil vor der Ermittlungsarbeit der…“

„… werde der Polizei durch zu viele Gesetze ihre Arbeit ohnehin stark erschwert. Herrmann sehe die Gefahr, dass durch zahlreiche neue Gesetze, die die Beamten wegen ihrer vielen Überstunden gar nicht zeitnah lesen könnten, sich auch die Menge der Gesetzesübertretungen exorbitant…“

„… die Listen nicht verwendet würden, weil dies eine Straftat im Amt darstelle und daher von der Polizei gar nicht gemacht werde. Seehofer habe sich mit dem…“

„… dass Spahn darauf bestehe, die Listen nur durch die Gesundheitsämter freigeben zu lassen, so dass im Falle strafrechtlicher Ermittlungen zunächst eine hausärztliche Untersuchung, die aber nicht von den gesetzlichen Krankenkassen…“

„… befürchte die Polizei nicht nur Mehrarbeit, sondern auch ein erhöhtes Infektionsrisiko. Für Wendt sei dies ein von der linksradikalen Merkel-Diktatur eingefädeltes Verbrechen, um Polizisten in Lebensgefahr zu…“

„… halte Seehofer die Verwendung der Gästelisten bei der Verbrechensaufklärung für nicht erforderlich, wolle aber aus präventiven Gründen die Mindestaufbewahrungspflicht von vier Wochen auf bis zu zwei…“

„… seien die rechtlichen Voraussetzungen sehr komplex, wenn der Restaurantbesuch nur noch mit der Corona-Warnapp gestattet werden solle. Spahn sehe außerdem technische Schwierigkeiten, wenn eine Online-Liste vor Ort ausgedruckt und…“

„… nicht für jede Ermittlung eingesetzt werden dürfe. So dürfe man Bestechlichkeit von Politikern, uneidliche Falschaussage oder andere Bagatelldelikte wie etwa das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen nicht durch zufällig gefundene Adresslisten…“

„… dürfe eine Gästeliste ohnehin nur auf richterlichen Beschluss ausgewertet werden. Dies stelle eine hohe Hürde dar und werde pro Jahr nur wenige hunderttausend Male bei…“

„… sei den Ermittlungsbehörden überhaupt kein Verstoß gegen den Datenschutz vorzuwerfen, da der Missbrauch nicht durch die Bundesregierung verboten werde und demnach rechtlich gar nicht als missbräuchliche Verwendung von…“

„… es um Delikte im öffentlichen Raum gehe, bei denen die traditionell in Deutschland verbreitete Belastungsfreunde zur Aufklärung genutzt werden solle. Die Polizei setze auf die Listen, um besonders schwere Fälle von Falschparken oder die…“

„… als Gewohnheitsrecht betrachtet werde. Da es den Ermittlungserfolg erhöhe, wie dies auch im Falle von Quellen-TKÜ oder Racial Profiling öfter vorkomme, könne eine Zweckänderung gar nicht illegal sein, da sich dadurch das subjektive Sicherheitsgefühl – in diesem Fall der subjektive Eindruck der Polizei bei den…“

„… in besonderen Fällen auf die Auswertung der Listen verzichten wolle, wenn sich Personen des öffentlichen, insbesondere des politischen Lebens in Gaststätten aufhalten würden. Das Recht auf Schutz der Privatsphäre sei selbstverständlich hier viel höher zu…“

„… würden die Polizeibehörden es begrüßen, wenn die Gastronomiebetriebe die Adresslisten auch ermittlungsunabhängig tagesaktuell an die Dienststellen abliefern würden. Im Gegenzug werde man bei Gesetzesverstößen, beispielsweise im Bereich des Infektionsschutzes, gerne ein Auge zudrücken und den Betreibern noch einmal die…“

„… eine Straftat vorliege, wenn Gäste nicht die korrekten Namen, Adressen und Telefonnummern in die Listen eintragen würden. Die Deutsche Polizeigewerkschaft habe zur Strafverfolgung in diesen Fällen gefordert, eine Zweitliste auszugeben, in der die korrekten Daten eingetragen werden müssten, um dann auf richterliche Anordnung eine Ermittlung wegen vorsätzlicher und…“





Wem Gott will rechte Gunst erweisen

5 08 2020

„Nicht anfassen, klar? Ich sagte: nicht anfassen, heilige Scheiße! Und das Ding heißt Mund-Nasen-Schutz, der hat unter dem Riechkolben nichts zu suchen, verstanden!? – So, und sie wollen mir jetzt ernsthaft erzählen, Personenschützer für Laschet sei ein toller Job, weil man da so viel sieht?

Da sieht man auch viel, aber das meiste von dem, was man sieht, das will man gar nicht gesehen haben. Das war schon vor ein paar Wochen so, als er noch überall durch die Talkshows mit dem… – Ich hatte gesagt, Sie sollen das nicht anfassen. Das ist Hygienebereich, und da dürfen Sie nicht rein. Nein, und für Sie dürfen die auch keine Ausnahme machen. Das ist ja gerade der Sinn der Sache, dass da nicht jeder Depp reinmarschieren darf. Das geht nicht, und jetzt hören Sie auf zu labern, wir haben nicht den ganzen Tag Zeit.

Vor etwa zwei Wochen waren wir noch bei den Küchenbauern, genau dieselbe Show. Er wollte ein paar dufte Fotos in der Fabrik machen, aber bitte nur Luxussegment, Schleiflack und Edelstahl, am besten Currywurst, aber mit Sternekoch. Gut, die Herstellungsleiterin war auch echt kooperativ, aber er wollte einfach nicht in die Fertigung, um sich die neue CNC-Abkantpresse für Titanstahloberflächen im Gastrobereich anzugucken. War ihm zu laut. Außerdem hat ihm einer gesteckt, dass er mit Helm noch bekloppter aussieht. Gab dann natürlich Stress wegen der Presseerklärung, aber dann hat ihm der Wahlkampfmanager beigebogen, dass das ein PR-Termin auf seinen Wunsch war, nicht auf Anfrage des Unternehmens.

Ging dann auch wie zu erwarten in die Hose, als die Belegschaft wissen wollte, ob sein Theater im Fernsehen wegen dieser komischen Studie echt sein musste. Kurzarbeit ist das eine, aber die meisten haben auch Kinder, und wenn die sich in der Schule infizieren, dann können sie selbst auch zu Hause bleiben, und das zahlt ihnen dann keiner. Der hat sich natürlich gar nicht erst auf eine Diskussion eingelassen, würde ich ja auch nicht machen, wenn ich keinen blassen Schimmer hätte, was ich zu den momentan wichtigsten politischen und sozialen Problemen auf der Welt sagen sollte, aber dann… – Sie sollten diese verdammten Handschuhe nicht ausziehen, klar!? Heilige Scheiße, wie viele Brüder muss der Mann haben? Einer alleine kann doch gar nicht so dämlich sein!

Ich weiß auch nicht, was da schiefgelaufen ist. Wahrscheinlich alles. Am Tor hat er plötzlich zu singen angefangen: ‚Wem Gott will rechte Gunst erweisen‘. Sollte wohl irgendwie witzig sein, von wegen Wurstfabrik. Vorgestern in Gütersloh hätten sie ihm dafür noch die Fresse poliert, aber das sind auch seine Wähler. Die kennen ihn. Deshalb fährt er da auch nur mit hochgekurbelter Scheibe durch und vermeidet Blickkontakt mit den Einheimischen. Für die Sicherheit kann da keiner garantieren. Da kann er sich seine blöden Scherze auch in den… – Das ist grob entsehntes Kalbfleisch, steht doch am Bottich. Lesen hilft. Und Sie müssen hier nicht alles anfassen, hatte ich Ihnen das schon mal gesagt? Gut, dann halten Sie sich gefälligst daran. Ob ich hier rausfliege, ist mir ziemlich egal, aber wenn Sie hier rausfliegen, dann wissen Sie, was Phase ist.

Also falls Sie sich fragen, wozu die Nulpe einen Personenschützer braucht: der schützt ihn vor der dümmsten Person im Raum. Vor sich selbst. Wir haben das trainiert, Griff von hinten, Hand vor den Mund, zack! ab nach Düsseldorf. Wir dürfen das leider nicht. Wurde untersagt, und die Order kam von ganz weit oben. Ich weiß nicht genau, was Merkel damit bezwecken will, habe aber eine leise Ahnung. Möglicherweise will sie ihn für immer in Nordrhein-Westfalen verklappen. Da wird er dann ähnlich beliebt sein wie Flüchtlinge in Sachsen.

Er hält sich jetzt schon für den Bundeskanzler. Kann natürlich auch daran liegen, dass er hier am Tor von den Vertragsarbeitern für den Kanzler gehalten wurde. So gut ist mein Rumänisch nicht, es war irgendwas mit ‚Dummes Arschloch‘. Und da wird’s jetzt kompliziert, weil er sofort weg wollte und im… – Das ist kein Streichelzoo, kommen Sie da weg! Die Schweine sind für das nächste Grillwochenende bei Ihren Küchenbauern, und wenn Sie da jetzt nicht die verdammten Flossen rausnehmen, fangen Sie sich irgendeine Seuche ein. Bei dem billigen Vieh können Sie davon ausgehen, dass irgendein Virus mit im Preis inbegriffen ist.

Nein, ich es weiß auch nicht, wer dem Mann gesagt hat, dass jede Knalltüte in die Politik gehen muss. Ich will es auch gar nicht wissen. Wobei sich der Eindruck verfestigt, dass es sich mittlerweile um nackte Verzweiflung handeln muss. Das macht doch kein normaler Mensch. Oder haben Sie Merz je durch Blutlachen stapfen sehen? Also jetzt nicht im übertragenen Sinn, Bilder von ihm an der Börse und in Rüstungskonzernen gibt’s schließlich genug. Was soll das denn jetzt werden? Die katholische Barmherzigkeit, die ihm Röttgen nicht wegsödert? Der Mann ist doch durch!

Und genau das müssen wir jetzt bis zum bitteren Ende durchstehen. Dass der Mann für den Kanzler gehalten wird: geschenkt. Dass er sich selbst für den Kanzler hält, das ist schon anderen passiert. Aber dass er sich selbst für den Bundeskanzler hält, als solcher angesprochen wird und dann auskneift, das ist echt… – Halt, da können Sie auf gar keinen Fall rein, das ist der Viehtunnel, da kommt gleich das Bolzenschussgerät, und dann sind Sie… Langsam gehen, Herr Laschet! Große Schritte! Augen zu und durch!“





Demokratisch unterwandert

4 08 2020

„… sich pessimistisch über die Zukunft der Partei geäußert habe, die nach den kommenden Wahlen zum Deutschen Bundestag erneut nicht die Chance haben werde, die Union als stärkste Fraktion zu beerben. Gauland sei der Ansicht, dass die…“

„… vor allem an der Gespaltenheit der Partei liege. Während ein Flügel die Errichtung eines nationalsozialistischen Einparteienstaates anstrebe, wolle ein zweiter andere rechtsextremistische Vereinigungen erhalten, um durch Koalitionen in den Landesparlamenten die…“

„… habe sich Weidel weniger skeptisch gezeigt. Sie stehe als Nachfolge für den alleinigen Vorsitz sofort zur Verfügung und werde die Einheit der AfD auch nach deren Sieg über die…“

„… die Wahrscheinlichkeit, dass Deutschland durch einen islamistischen Terroranschlag radikalisiert werde, durch den Weggang Maaßens aus der Spitze des Verfassungsschutzes auf null gesunken, was für Gauland der Beweis sei, dass der Staat sich bereits entschlossen habe, die Alternative für Deutschland zu jagen und zu…“

„… werteten Beobachter es als kritisch, dass der Vorsitzende das Urteil des eigenen Schiedsgerichts kritisiere. Es könne aber nicht davon ausgegangen werden, dass die Partei insgesamt demokratisch unterwandert worden sei, da sich viele Mitglieder mit eindeutiger Vergangenheit noch im…“

„… sei Sarrazin derzeit nicht willens, seine Mitgliedschaft in der SPD aufzugeben. Weidel habe nicht auf einem Wechsel bestanden, sei aber daran interessiert gewesen, einen Teil der Einnahmen aus Sarrazins Buchverkäufen als Parteispende für…“

„… eine West- und eine Ost-Partei etablieren wolle. Beide seien fest davon überzeugt, dass sie den ursprünglichen Namen Alternative für Deutschland weiter führen dürften und die jeweils andere Gruppierung durch juristische…“

„… sei Meuthen zuversichtlicher. Er stehe jetzt als Nachfolger für den alleinigen Vorsitz zur Verfügung und werde die Einheit der AfD auch nach deren erfolgreicher…“

„… bisher nur als Verschwörungstheorie werte, dass sich Lucke, Petry und Poggenburg mit der Bewegung Blaue Alfa-Patrioten als alternative Alternative zur…“

„… dass sowohl der West- als auch der Ostteil durch gezielte Informationen die Beobachtung der anderen Gruppe durch das Bundesamt für Verfassungsschutz anstrenge. Der Belastungseifer sei inzwischen so groß, dass Mitglieder auch eigene Straftaten an die…“

„… habe Höcke Vertrauen. Er stehe jederzeit als alleiniger Führer für den Vorsitz zur Verfügung und werde die Ehre des deutschen Blutes auch gegen die so gut wie vollendete Zernichtung der Rasse durch jüdisch versipptes…“

„… warne Gauland vor einer Linksverschiebung der Partei. Durch den Ausschluss zahlreicher Extremisten ergebe sich für die Mitte der AfD der Eindruck, die Partei wolle einen linken Faschismus in die politische…“

„… inzwischen doch offen für gemeinsame Auftritte im Bundestagswahlkampf sei. Unklar sei jedoch noch, ob Sarrazin nur über Judengene und den IQ nichtarischer Bevölkerungsteile sprechen oder selbst den Holocaust leugnen wolle, wenn sich dies in den östlichen Bundesländern zur…“

„… durchaus als verzweifelt gelten könne. Meuthen sei inzwischen zur Aufnahme von Geflüchteten in großer Zahl bereit, wenn sich dadurch in der potenziellen Wählerschaft Panik und Ausländerfeindlichkeit stimulieren ließen, die von beiden Teilen der AfD für eine gemeinsame…“

„… Abstand genommen habe. Weidel könne bei der aktuellen finanziellen Lage der Partei nicht auch noch die Honorarwünsche von Sarrazin, die sich weit über dem üblichen Bereich der…“

„… die Bundeskanzlerin in einem Telefonat angefleht habe, noch einmal anzutreten, damit die Merkel-muss-weg-Kampagne als einende Kraft aller Wutbürger weiterlaufen könne. Der Mitschnitt zeige, wie Gauland unter heftigem Schluchzen die ehemalige Vorsitzende der…“

„… die eigentliche Spaltung der AfD sich bereits vor Jahren vollzogen habe. Chrupalla beklage, dass zu viele Mitglieder sich in unnütze politische Sacharbeit verstrickt und zu wenige die finanzielle Absicherung arbeitsscheuer Extremisten in den…“

„… arbeite ein Teil der Parteispitze bereits prophylaktisch an der Propaganda, dass bei einem drastischen Stimmenrückgang Merkel selbst eine Wahlfälschung befohlen habe, um die Umvolkung im Auftrag von Bill Gates und den…“

„… sich auch die Fortführung seiner politischen Tätigkeit in einer eigenständigen Fraktion vorstellen könne. Meuthen bestehe jedoch darauf, dass er sämtliche Bezüge und Entschädigungen für alle Ämter parallel und in voller Höhe…“

„… dass Gauland selbst zur Radikalisierung der Alternative zur Deutschland beigetragen habe. Dies sei ein revolutionär notwendiger Akt gewesen, der jedoch vom deutschen Volk nicht genug unterstützt werde, weshalb der Untergang Deutschlands wie vorhergesagt unmittelbar…“





Verbotsirrtum

3 08 2020

„Irgendwas mit Kindern, sonst haben wir auch gerade keinen Plan. Kinder und Tiere gehen immer, vorausgesetzt, man will die nicht essen. Die Tiere. Aber das ist dann nicht Seehofers Ressort.

Sie verstehen unser Vorgehen vielleicht nicht auf Anhieb, aber deshalb erklären wir es Ihnen auch gerne noch einmal. Die Vorratsdatenspeicherung ist derzeit ausgesetzt, da der Europäische Gerichtshof sich in deutsche Angelegenheiten eingemischt hat. Das machen die immer wieder, zuletzt bei der Maut gegen Ausländer, also nicht gegen Ausländer, aber gegen die ausländischen Autos, das heißt, Autos, die von Ausländern gefahren werden. Das war alles etwas kompliziert, deshalb hat das der Europäische Gerichtshof vermutlich auch verboten, bevor sie das kapiert haben. Deshalb müssen wir jetzt diese Regelung, die der Europäische Gerichtshof ja noch einmal prüfen soll, schnellstmöglich verschärfen. Das machen wir immer, weil das ein Reflex ist. Wenn man etwas nicht zum Laufen bringt, dann haut man ja auch zur Sicherheit noch mal mit dem Hammer drauf.

Es gäbe auch andere Politikfelder, auf denen wir eine Überwachung einführen könnten, aber wir tun das selbstverständlich nur aus Schutzgründen, weil das unser Verständnis von Datenschutz ist. Wir wollen Menschen schützen, wenn es nicht anders geht, auch gegen deren Willen. Da muss man dann aber auch sehr sensibel vorgehen, zum Beispiel mit Flüchtlingen geht da gar nichts. Das wäre einer der Bereiche, in denen wir als CSU durchaus die Politik der großen Entwürfe uns vorstellen würden, aber dann kriegt das am Ende einer in den falschen Hals uns denkt, wir würden Flüchtlinge schützen, und das kann man den Wählern gar nicht zumuten. Das wäre als einseitiger Schutz einer Personengruppe, die gar nicht zum deutschen Volk gehört, das wäre am Ende grundgesetzwidrig. Sie können nicht von uns verlangen, dass wir vorsätzlich gegen die Verfassung verstoßen. Das tun andere in der Politik bereits zur Genüge, und wir müssen das ausbaden.

Natürlich liegt die Verantwortung hier ganz klar beim Koalitionspartner, der sich wie zu erwarten grob fahrlässig verhält. Die SPD besetzt das Amt der Justizministerin mit einer Volljuristin, das ist selbstverständlich eine Provokation, die wir uns nicht so einfach gefallen lassen sollten. Hier wird sowieso eine derart unsachliche Politik betrieben, die nur geeignet ist, den Rechtsfrieden auf lange Sicht zu beschädigen. Die haben eine Frau auf den Posten gesetzt, und das können wir nur als Angriff auf unseren Minister persönlich ansehen. Am Ende muss man sich von diesen Linken noch vorwerfen lassen, wir seien rechtsextremistische Sexisten. Das darf in einer Demokratie nicht passieren.

Es sieht für den Beobachter inzwischen so aus, dass die CSU eine Gesetzesänderung durchsetzen wolle, obwohl das Gesetz selbst verboten sei, aber das stimmt nicht, weil es dann ja schon verboten wäre, aber genau deshalb wollen wir es ja ändern, damit es dann nicht mehr verboten ist. Wäre das Gesetz nämlich nicht mit der Verfassung zu vereinbaren, dann wäre es illegal, aber dann wäre es ja auch kein Gesetz, weil es verboten wäre, aber da es dann gesetzlich verboten wäre, würde es so ein Gesetz gar nicht geben, oder glauben Sie, es gäbe Gesetze, die gesetzlich verboten sind? Das ist der sogenannte Verbotsirrtum, dem der Europäische Gerichtshof da aufgesessen ist. Sehr komplizierte Sachverhalte sollte man deshalb auch nicht den Gerichten überlassen, das kann die Politik besser.

Und Sie kommen jetzt auch mit Rechtsexperten, die meinen, dass man die Vorratsdatenspeicherung gar nicht braucht. Das müssen ja tolle Experten sein, wenn die es besser wissen als der Minister. Wenn wir jetzt über eine Ermittlung wegen des Verdachts des Kindesmissbrauchs – solchen Tätern kann man alles zutrauen, das wissen Sie genau – jemanden schnappen, der auch in der Lage wäre, bei einem bewaffneten Raubüberfall Waffen der Bundeswehr zu erbeuten, mit denen er einen Terroranschlag durchführen könnte, dann möchte ich nicht wissen, was Sie sagen, wenn der Ihre Oma erschießt. Die ist schon seit zwanzig Jahren tot? Das behaupten Sie jetzt auch nur, damit Sie Recht behalten. Das ist mal wieder typisch für Leute wie Sie: die Wirklichkeit immer so zurechtbiegen, dass Sie nie zugeben müssen, sich da gerade gewaltig zu irren. Und wir dürfen natürlich den Kopf hinhalten.

Ihnen wäre es anscheinend lieber, wenn wir gleich das ganze Internet abschalten, richtig? Das ist auch typisch für Populisten wie Sie, sofort eine vollkommen überzogene Forderung in den Raum stellen, die überhaupt niemand erhoben hat, und dann so tun, als sei der Gegner gar nicht an einer sachlichen Debatte interessiert. Dann steht nämlich der andere als Populist da, Sie sind dann fein raus. Aber mit so billigen Tricks kommen Sie uns nicht. Da müssen Sie schon andere Mittel aufwenden.

Mal im Ernst, wollen Sie denn ein Land, in dem jeder einfach falsch parkt? Wenn man das oft genug tut, stellt sich kein Unrechtsbewusstsein mehr ein, die Leute nehmen Drogen und zahlen keine Steuern mehr, wir versinken allmählich in einem Sumpf aus Kriminalität und Verrohung, und dann kommen solche abscheulichen Verbrechen gegen Kinder, wie das gerade erst in, na! wie hieß das denn noch gleich? Das haben die ja noch gar nicht aufgeklärt, da haben die tonnenweise Daten, die waren alle auf diesen Festplatten, und die Polizei hat das ganz ohne die anlasslose… –

Gut, Sie wollen das ja wohl so. Ich informiere den Minister, dass wir die Vorratsdatenspeicherung brauchen gegen diese ganzen linken Volksfeinde!“