Gernulf Olzheimer kommentiert (DCXXXI): Die Mehrheitsgesellschaft

9 09 2022
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Irgendwann in grauer Vorzeit führte Pummi, Stammvater der Pummilonen, seinen Clan mit Kind und Kegel in die fruchtbaren Niederungen des heute als Pummilonien bekannten Siedlungsgebiets, das durch Wälder, Fließgewässer und einen nicht zu hohen Gewerbesteuersatz internationale Investoren lockt. Ein paar Lokalfürsten stellten vorübergehend ihre internen Zwistigkeiten ein, brachten den einen oder anderen Herzog professionell um die Ecke, konnten aber gegen den Herrschaftsanspruch des neuen Königsgeschlechts nicht viel ausrichten – mit Ausnahme ihres Einflusses auf die dialektale Prägung des Pummilonischen, das alsbald unter den Nachbarsprachen rückstandsfrei getilgt wurde, auch deshalb, weil Pommi, der angeheiratete Bastard der Pommilunen, hin und wider die Pummilonier zum Neubau ihrer frisch abgefackelten Residenzen zwang. Historisch hatte ein Häuptling im frühen Mittelalter einen günstigen Moment erwischt, war unter die überregional wichtigen Dynastien geraten und bekommt bis auf die heutige Tage eine Rolle in der Nationalerzählung. Was man vor seiner Ankunft schon getan hatte, Fische mit Beerenobst füllen, der Braut einen Knotenstock für lange Winterabende mit dem zugesoffenen Gatten schenken oder den stimmlosen bilabialen Frikativ als Marker für eine unmittelbar abgeschlossene Vergangenheit vor das Verb stellen, tut man dort bis heute, nur gilt es als typisch pummilonisch.

Die Mehrheitsgesellschaft ist eine Chimäre, sie hat nie existiert und kann nicht existieren. Damit wäre das Thema erschöpfend behandelt, nur nicht die Frage, was diese Zwangsvorstellung mit den Menschen anrichtet und wozu. Dass Mehrheiten sich ausnahmslos aus der Überschneidung vieler Minderheiten zusammensetzen, dass es durch die natürliche Fragmentierung sozialer Konstruktionen diese Vorstellung nur als Dominanzfantasie geben kann, ist zugleich Binsenweisheit und Drohung, die sich bestenfalls als falsch verstandene Prophezeiung selbst erfüllt. Dem Deutschen ist alles deutsch, was für die entlegensten Aneignungen gilt, Gartenzwerg und Zipfelmütze, er hat alles erfunden, auch das Mittel dagegen, und lässt es sich zufällig ein paar Jahrtausende früher in Mesopotamien nachweisen, hat er es optimiert, patentiert und im industriellen Maßstab damit die Welt vermüllt. Was innerhalb seiner Grenzen stattfindet: geschenkt, wichtig ist nur, dass es diese Grenze gibt, denn was wäre seine Identität, müsste er sie mit anderen teilen?

Es geht ja selten um Distinktionsgewinn, denn woher sollte der Bratwurstbräter, Kartoffelschäler, Biertrinker sie nehmen? Ist die kulturelle Norm, in Deutschland eingeführte Verhaltensweisen derart als internalisierte Prozesse zu behandeln, schon ein Grund, Abarten von der eigenen Abweichung als ausgrenzungswürdig zu behandeln? Immerhin hat es vergangenen Theoretikern für die Konstruktion eines christlichen Abendlandes gereicht – Spoiler: weder das eine noch das andere – um irgendeine geistige Grundhaltung postulieren zu können, auch wenn dabei allen die Einheit um die Ohren flog, die sie sich zurechtschwiemeln wollten. Das manische Reinerhaltungsgejodel der selbst eingewanderten Beutegermanen einmal beiseite gelassen, klammert sich jeder Angstbeißer an die kleinen Unterschiede, mit denen sich Ossis von Wessis, Personen mit von Personen ohne Behinderungen säuberlich trennen lassen, weil das ja notwendig ist, und wer als Angehöriger obskurer Glaubensgruppen Fuß fassen will, wo ausschließlich anständige Menschen leben, hat als Protestant in manchen Feuchtgebieten keine Chance. Hier sind wir noch nicht bei den offiziell als verboten empfohlenen Kriterien, mit denen man sich als Vermieter, Schwiegervater oder Arbeitgeber am Stammtisch beliebt machen darf, wenn es um die Dominanzkultur eines strukturellen Rassismus geht, wenn man einfach nur aus der Opferhaltung sein Dorf von den bösen Einwanderern fernhalten will, weil sonst auch in den nächsten zehn Jahren keiner mehr da den Landarzt geben will.

Nun muss man nicht denken, es würde den typischen Abwrackschnackern schon reichen, beim ersten Anzeichen von Migrationshintergrund zur Mistgabel zu greifen. Die aber warten nicht auf eine auffällige Hautfarbe, ungewöhnliche Namen oder Nachbarn, die ohne erkennbaren Grund einen akademischen Beruf ausüben. Die alte Form dieser Mehrheitsgesellschaft hätte syrische Neurologen als Allgemeinärzte akzeptiert, beim Eintritt in die Feuerwehr kein Kreuzverhör durchgeführt oder den neuen Dorfwirt schon vor der Insolvenz der neu renovierten Schenke zur Kenntnis genommen. Die heutige Form besteht aus 15% Deppen, 10% Idioten und 9% Gewohnheitslügnern, ungefähr so vielen Soziopathen mit und ohne rassistischen Neigungen, 5% Dummklumpen, 6% Drogenschmeißern und 20% Wahnwichteln. Bleiben wir bei den Deppen, wissen wir ungefähr, wer sich für die Mehrheit hält und warum. Der Rest nimmt billigend hin, dass er sich nicht mit der Integration der anderen abmühen muss. Alles andere ist nicht bekanntes Terrain, im Klartext: Feindesland. Es ist gut, wenn man es kennt, denn nur so kann man um alles eine Mauer bauen. Das hilft uns. Und nur das zählt.





Rechtsverstärkte Solidarität

8 09 2022

„… nur ohne den Freistaat Bayern geplant werden könne, und da es ohne den Freistaat Bayern eben nicht geplant werden könne, werde es gar nicht geplant. Söder habe jedem Versuch der anderen Landesregierungen eine klare Absage erteilt, dass der Nahverkehr auch nach dem Ende des…“

„… dass diese Ansicht nicht generell gegen den Erfolg des Neun-Euro-Tickets gerichtet sei. Für die Verkehrsminister der Länder sei klar, dass nur eine Regelung, die Söders Hoheitsgebiet keine Kosten verursache und den anderen Ländern einen Schaden zufüge, als angemessene Lösung im…“

„… den Entscheidungsprozess im Sinne der Bürger abschließen könne. Eine bis an die Landesgrenze geltende Fahrkarte für den gesamten Nahverkehr sei damit möglicherweise bereits in den nächsten zwei bis drei…“

„… dass die Gratismentalität seit jeher nicht zur kulturellen Identität Bayerns gehöre. Für den CSU-Vorsitzenden dürfe es außerhalb von Freibier und parteiinterner Korruption keine Form von…“

„… auch Anerkennung gefunden habe. So sei der Fremdenverkehr in Baden-Württemberg mit regionalen Urlaubsangeboten in der Nachsaison gut aufgestellt und brauche in diesem Jahr nicht mit einer übermäßigen Beanspruchung durch Gäste aus den benachbarten bayerischen Provinzen zu…“

„… gut für den ÖPNV in Bayern sei. Eine am hohen Niveau der vergangenen Jahre orientierte Fahrpreisgestaltung sichere eine maximal moderate Auslastung, die den Autoverkehr nur marginal zu beeinflussen geeignet sei. Darüber hinaus freue sich BMW auf eine gemeinsame…“

„… sich als Werbekampagne eigne. Die von Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern lancierte Plakatserie Ohne Bayern fahr’n wir an die See sei bisher von Hessen, Rheinland-Pfalz, Bremen, Berlin, Brandenburg und…“

„… eine eigene Nachfolgeregelung präsentieren werde. Das bislang noch mit keinem zugkräftigen Namen versehene 365-Euro-Ticket gelte dann automatisch vom 1. Januar 2023 an für alle Bürgerinnen und Bürger, die ihren Hauptwohnsitz im Freistaat Bayern besäßen und sich nicht im…“

„… auch einen Prozess vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Erwägung ziehe, da die Pläne der Feindländer geeignet seien, durch widernatürliches Verhalten den Zorn Gottes herauszufordern. Wer mit dem Regionalexpress von Baden-Württemberg nach Thüringen fahre, ohne Bayer zu durchqueren, sei ein vom Teufel…“

„… dass die Summe von der Steuerzahlung einbehalten werden könne, notfalls sei sie durch Pfändung einzuziehen. Söder rechne fest damit, dass sich die bayerische Bevölkerung mit der rechtsverstärkten Solidarität ihrer Regierung einverstanden erkläre und so den Haushalt des…“

„… werte die Bundesregierung unterschiedliche Studien aus, die als Kompensation für die Teilhabe am Verkehrsprojekt geeignet scheinen würden. So habe sich jüngst das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz zuversichtlich gezeigt, dass die Standortsuche für ein Endlager gleich in drei Landkreisen der…“

„… in den grenznahen Regionen vermehrt mit Fahrradpendlern rechne, die eine preiswertere Alternative zum Auto ausprobieren würden. Die Landesregierung sehe derzeit leider keinen Weg, die Freizügigkeit ihrer Einwohnerschaft anders als durch regelmäßige, stundenlange Kontrollen an den Bahnhöfen und…“

„… für die Kartografierung des Streckennetzes auf Vorlagen mit Stromtrassen zurückgreifen könne. Das Bundesverkehrsministerium habe die im Netz vorgehaltenen Informationen bereits durch eine entsprechende Anpassung an die neuen…“

„… sei Aiwangers Klage vom Bundesverfassungsgericht nicht zugelassen worden. Der Vorwurf der systematischen Zerstörung der grundgesetzlich garantierten Reisefreiheit durch die Marionettenjunta des Stalinisten Scholz entbehre jeglicher Grundlage. Außerdem sei die Drohung, Winnetou werde nach der Schändung seines Totems Rache nehmen, an Lächerlichkeit nicht zu …“

„… auf dem Stand von 2019 sei, so dass auch seit Jahren verstorbene Bürger gerichtlich zur Zahlung ihrer Ticketgebühren aufgefordert würden. Die Staatskanzlei schätze jedoch, dass es sich dabei um höchstens zehn Prozent der…“

„… von Racial Profiling gesprochen habe. Die Security der Münchener U-Bahn habe bei ihren Kontrollen eine Unterscheidung in ‚reinrassige Bayernleit’‘ und ‚Scheißpreiß’n‘ vorgenommen, die teilweise mit brutaler Gewalt durchgesetzt und…“

„… für spürbare Entlastung an den Hochschulen sorgen werde. Vor allem Bildungsangebote in den östlichen Bundesländern seien nun wieder in ihrer Attraktivität gestiegen, auch Hamburg, Bremen und Bochum würden durch ihre optimale Anbindung an den ÖPNV einen deutlichen Sprung in der…“

„… noch nachsteuern könne. Söder biete an, für das zweite Jahr des 365-Euro-Tickets einen Nachlass von 2,3% herauszuverhandeln. Es sei aber vorausgesetzt, dass dann für beide Jahre der Preis als einmalige, nicht stornierbare oder…“

„… vor dem Bundeskanzleramt ein Feuer aus getrockneten Kuhfladen entzündet habe, um das er schreiend und mit freiem Oberkörper herumgetanzt sei. Mit seinem Protest wolle Aiwanger die von der Bundesregierung beschlossenen Autobahnmaut, die lediglich von Einwohnern des Freistaates kassiert werde, in letzter Minute…“





Das Zeitalter der Bananen

7 09 2022

„Ich habe das nicht ganz verstanden – wofür gehen diese Leute da gerade auf die Straße?“ „Sie wollen ihr normales Leben zurück.“ „Aber es hat sich doch noch gar nichts verändert.“ „Sie haben eben schon ein Problem damit, dass es sich ändern könnte.“ „Und was wollen sie damit erreichen?“ „Keine Ahnung, vermutlich ihr Problem lösen?“ „Also das klingt wirklich gut durchdacht: um ein Problem zu lösen, muss man nur dagegen demonstrieren.“

„Möglicherweise haben diese Leute Angst.“ „Wovor genau?“ „Es ändert sich so vieles.“ „Ich will jetzt nicht von diesem Winnetouquark reden müssen oder von Waschlappen, die beim Gendern weinen: wovor genau?“ „Die Menschen wollen ihr gewohntes Leben nicht ändern.“ „Was heißt denn für diese Leute Normalität, ist das ein Wert?“ „Sie wollen eigentlich nur weiterhin billiges Bier, billige Wurst und möglichst billig überall hinfliegen.“ „Das klingt angesichts des geistigen Horizonts der Deutschen ja schon fast nach einem Wertmaßstab.“ „Sie sind es eben gewohnt, dass es immer so war – jetzt wollen sie, dass es auch immer so bleibt.“ „Mit den Folgen ihrer Wünsche haben sich die Leute eher nicht auseinandergesetzt.“ „Naja, die Politik sagt ihnen, dass man das irgendwann sicher mit einer neuen Technologie in den Griff kriegt.“ „Das klingt eher nach Kleinkindern, die sich schreiend auf dem Boden wälzen, weil sie nicht mehr im Wägelchen herumgefahren werden.“ „Manche sicher auch das noch, oder was denken Sie, woher solche Politiker kommen?“

„Wir haben es mit der Bananenzucht gründlich übertrieben, die genetische Vielfalt der Pflanze aus Verkaufsgründen vorsätzlich zerstört und sehen nun dem Ende der ganzen Art entgegen – was machen diese Leute, wenn sie keine Bananen mehr kaufen können?“ „Wahrscheinlich wird es irgendwo noch ein paar Bananen geben, für teures Geld natürlich.“ „Das ist für den Handel unbedeutend.“ „Es wird irgendeine Lösung geben.“ „Aber keine Bananen mehr. “ „Das heißt, wir werden ein Zeitalter haben, in dem es normal ist, dass es keine Bananen gibt.“ „Gegen diese Normalität wollen die Leute dann mit Kundgebungen vorgehen?“ „Die sind ja eher für den Normalzustand und nicht dagegen.“ „Sie reden sich nicht nur ein, sie wüssten, was normal sei, sie verstehen offensichtlich nicht einmal, was diese Normalität ausmacht.“ „Also die Gründe, die zu dem geführt haben, was sie Normalität nennen.“ „Nicht die Gründe, der Preis.“

„Kann man das einfach so bezeichnen?“ „Jede Konsequenz, ob sozial oder ökologisch, ist ein Preis, nur zahlen wir ihn nicht selbst.“ „Müsste man nicht den Preis für unsere Vorstellung von einem normalen Konsum auf die Dinge drucken, damit man überhaupt merkt, welche Konsequenzen er hat?“ „Hat uns das jemals interessiert?“ „Wir haben die Chance, die ersten zu sein.“ „Abgesehen davon, dass wir das alles schon wissen, wollen wir es nicht mehr hören, und zu spät ist es auch.“ „Und das fasst diese Gesellschaft dann als normal auf?“ „Wie sie alles als normal auffasst, was sie nicht anders sehen will.“

„Warum erklären Betreiber von Kreuzfahrten und Flugreisen den Kunden nicht, dass sie riesige Schäden anrichten?“ „Aus demselben Grund, aus dem die Produzenten von Halbleitertechnik weder von Umweltzerstörung noch von Kinderarbeit reden: sie haften nicht für den Mist.“ „Und moralisch?“ „Da haben wir uns den ökologischen Fußabdruck aufschwatzen lassen als Abzeichen eines porentief reinen Gewissens.“ „Ist das noch normal?“ „Während der Normalbürger mit seiner Pinkeltaste und dem Verzicht auf exotisches Obst die Ressourcen und sein Seelenheil schont, jubeln ein paar Superreiche mit irgendwelchen Dingern zu Wasser oder im Weltraum eine Menge an Giften in die Atmosphäre, die andere nicht im ganzen Leben produzieren können.“ „Weil sie die Konsequenzen nicht fürchten müssen.“ „Und weil wir es dann für normal halten.“ „Und weil es die Wirtschaft ist.“ „Die nur die richtige Rechtsform für ihren Konzern braucht, damit keiner mehr für niemanden haftet.“

„Aber wie kann man es den Leuten beibringen, die dafür auf die Straße gehen?“ „Gar nicht.“ „Ich dachte, Lernen sei ein Zeichen von Zivilisation?“ „Hätten die Leute Zivilisation, sie gingen gar nicht erst auf die Straße.“ „Wir können ja schlecht auf eine Generation warten, die keine Bananen mehr kennt, um ihnen irgendwann zu verraten, wo sie die findet.“ „Es wird keine mehr geben.“ „Haben wir falsch gerechnet?“ „Wir sind gierig.“ „Das ist ein evolutionärer Vorteil.“ „Nur bei stark begrenztem Nahrungsangebot – Aggression ist auch ein evolutionärer Vorteil, bringt aber nichts, wenn Ihr Gegenüber eine Schusswaffe besitzt.“ „Also setzt sich die neue Erkenntnis nicht durch?“ „Ihre Gegner werden mit der letzten Generation sterben.“ „Aber dagegen kann man doch auf die Straße gehen!“ „Machen Sie das, dann werden Sie entweder gleich auf der Straße von einem SUV-Fahrer zusammengeschlagen, oder ein Amtsrichter bedauert es, dass er Sie zu einer Bewährungsstrafe verurteilen muss, weil Sie die Normalität mutwillig gestört haben.“ „Was meinen Sie, wann werden die Erdölraffinerien brennen und die Gastanks?“ „Nicht mehr lange, dann haben wir auch das.“ „Und die Natur?“ „Sie protestiert nicht, sie pegelt unsere Spezies dann da ein, wo wir seit längerem unseren Platz in diesem Ökosystem beanspruchen: normal Null.“





Gemüseähnlich

6 09 2022

„… eine Senkung des Mehrwertsteuersatzes auf Obst, Gemüse, Pilze und Hülsenfrüchte entschieden ablehne. Die FDP-Fraktion in Deutschen Bundestag werde sich gegen den Vorschlag des Bundeslandwirtschaftsministeriums stellen und die fiskalpolitisch nicht machbaren…“

„… fürchte Buschmann, dass der verminderte Steuersatz nicht an die Verbraucher weitergegeben werde, sondern in den Taschen den Handelskonzerne lande. Dies sei seiner Meinung nach bei Energieerzeugern auch völlig normal, dürfe aber als Mitnahmeeffekt nicht auch noch über eine…“

„… dass Obst und Gemüse nicht nur als ökologisch verträglichere Ernährungsform gehandelt würden. Für Kubicki sei damit die Freiheit der Menschen eingeschränkt, auf ärztliche Rat gesündere Mahlzeiten zu sich zu nehmen, wenn man ökologische Ideologien nicht unterstütze und sich für eine möglichst…“

„… für Fehlanreize sorgen werde. Wissing sehe zahlreiche Transportkapazitäten auf Schiene und Straße gefährdet. Er halte es für möglich, dass demnächst auch Äpfel, Birnen oder Bananen nachfragebedingt einen viel höheren Anteil an den Ladungen einnehmen würden als beispielsweise Autos, Diesel oder der…“

„… Kaufanreize falsch gesetzt würden, da hier ausschließlich über den Preis argumentiert werde. Dies verringere nochmals die Steuereinnahmen des Bundes, der sich ein solches Zuschussgeschäft in einer fiskalisch schwierigen Perspektive überhaupt nicht…“

„… außerdem zu undifferenziert sei. Sollten die Verbraucher nicht mehr zwischen den Preissegmenten von Kartoffel und Litschi unterscheiden können, so führe dies zu einer schweren Erschütterung im Kundenbeziehungsmanagement, das letztlich nur noch durch erhöhte Preise und einen wegfallenden Service in den…“

„… zuvor einer rechtlichen Klärung bedürfe, was als Obst und was als Gemüse gehandelt werde. Buschmann verweise auf die einjährige Wuchsform von Paprika, Aubergine oder Tomate, die botanisch allerdings aus einer Blüte wachse und daher als Obstsorten eingestuft werden müsse. Dies sei auch durch ein Bundesgesetz kaum vor Widerspruch aus der Europäischen Union und von den…“

„… dass von der Steuersenkung falsche Signale ausgehen würden. Von der Erleichterung würden auch die profitieren, die ihre Lebensmitteleinkäufe ohne staatliche Hilfen tätigen könnten. Kubicki bevorzuge hier eine Lösung wie ein weitere Spritpreisbremse, die auch ärmeren Haushalten Anreize biete, sich einen Porsche zu…“

„… sich auch aus der Opposition vereinzelte Stimmen melden würden, die steuerfreies Obst und Gemüse durchaus durch den Bundestag bringen würden, wenn im Gegenzug beispielsweise Kleinflugzeuge als Obst und Spekulationsgewinne als gemüseähnliche…“

„… verstehe Buschmann die Kritik der Fleischindustrie an Özdemirs Vorschlägen. So sei offensichtlich nicht bedacht worden, dass es inzwischen in der Fläche kaum noch Ladengeschäfte ohne Fleischsortiment gebe, was schon vom Einkaufsverhalten eine starke Verzerrung des…“

„… dass dies eine weitere Erscheinungsform der Gratismentalität sei. Lindner erwarte durch die Verbilligung von Obst und Gemüse demnächst zivile Aufstände, wenn dies nicht auch auf Konservengemüse ausgeweitet werde, da sich die politisch unaufgeklärte Unterschicht selten mit den wirtschaftlichen Zusammenhängen innerhalb der…“

„… besser den umgekehrten Weg beschreiten solle. Wissing sehe gerade durch die schnelle Verderblichkeit der Ware, die eine ununterbrochene Kühlkette verlange, in pflanzenbasierten Lebensmitteln einen Energiefresser, der durch einen Stromaufschlag und eine zehnprozentige…“

„… letztlich ein Verbot von Obst und Gemüse im Einzelhandel bedeute. Die Supermärkte und Discounter würden ohne Not einen großen Teil des Sortiments in den unteren Preisbereich verschieben, was für Lindner einen erheblichen Imageschaden und eine Schädigung ihres…“

„… stehe eine Gemüsepreisbremse nicht im Koalitionsvertrag und sei außerdem verfassungsrechtlich nur schwierig durchsetzbar. Buschmann sei jedoch davon überzeugt, dass eine Besteuerung von Zufallsgewinnen im vegetabilen Sektor durch ein handwerklich einfaches und…“

„… die Quersubventionierung der Gaskonzernen durch grüne Übergewinne durchaus möglich sei. Dazu sei nicht nur eine Kürzung oder der Wegfall der Umsatzsteuer notwendig, man dürfe sogar für eine deutliche Lenkungswirkung den vollen Satz von neunzehn Prozent einführen, der Sicherheit für ausreichende Boni und Dividenden bei gleichzeitiger…“





Sterbebegleitung

5 09 2022

„Und das soll jetzt der große Wurf sein?“ „Sie hatten etwas von Wucht gesagt.“ „Lächerlich.“ „Da stellt sich doch jetzt die Frage, wer das alles bezahlen soll.“ „Die Mittelschicht.“ „Sie hatten die Frage nicht verstanden: nicht, wem man das alles bezahlt.“ „Und Sie verstehen hoffentlich bald die Antwort.“

„Wir könnten ja auch mal über alternative Maßnahmen nachdenken.“ „Noch mehr?“ „Wer soll das denn alles bezahlen.“ „Es geht eben nicht mehr um zusätzliche Entlastungen, sondern um die, die viel mehr bringen und nicht ständig mit einer neuen Einmalzahlung erkauft werden müssen.“ „Sie meinen jetzt komplizierte Konstruktionen, dass man Eltern im ALG-II-Bezug nicht das Kindergeld als Einkommen wieder wegnimmt.“ „Das wäre ja auch ungerecht, wenn man solche Leute dafür belohnt, dass sie Kinder bekommen, obwohl sie es sich gar nicht leisten können.“ „Nein, wir brauchen eine ganz andere Herangehensweise, die endlich eine Gesamtsituation, multikausale Fehlentwicklungen und eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung sieht.“ „Gesamtgesellschaftlich?“ „Das heißt, dass die Menschen, die mit Geld umgehen können, auch weiterhin für die zahlen dürfen, die’s nicht können.“

„Man könnte ja ab Oktober das Neun-Euro-Ticket wieder einführen.“ „Mir ist kein einziger Aufsichtsratsvorsitzender oder Chefarzt bekannt, der das bräuchte.“ „Sehen Sie’s mal so, wenn die prekär Beschäftigten 520 Euro im Monat kriegen, dann können sie das bald von ihren Steuern wieder mitbezahlen.“ „Und die Reichen?“ „Ach, man nimmt, was man kriegt.“ „Trotzdem würden sie es nicht nutzen.“ „Dann sollen sie es eben nicht kaufen.“ „Was nicht gekauft wird, ist für den Markt auch nicht notwendig.“ „Das könnte man dann von Sportwagen aber auch sagen.“ „Es gibt immerhin eine ganze Industrie, die die herstellt.“ „Und die Händler!“ „Außerdem würden die Leistungsträger bald in andere Länder abwandern, wenn es hier keine Sportwagen mehr gäbe.“

„À propos Sportwagen…“ „Sie hatten jetzt eine Kaufprämie für SUVs erwartet?“ „Die gibt’s schon.“ „Warum?“ „Weil dafür immer Geld da ist.“ „Nein, ernsthaft: wir brauchen ein Tempolimit.“ „Sind Sie noch ganz bei Trost!?“ „Dann kauft sich doch keine Sau mehr einen Sportwagen!“ „Das ist mal wieder so eine typisch ideologische Hassidee, die Sie als verkappter Stalinist nur benutzen, um den Leistungsträgern…“ „Also Krankenpflegern und Polizeibeamten?“ „Das sind doch keine Leistungsträger!“ „Weil sie so selten Sportwagen fahren?“ „Verzicht ist ja gut und schön, aber dann auch für alle und nicht nur für die, die sich ein Auto leisten können.“ „Dann könnten wir ja auch wieder Klassenjustiz und Klassenwahlrecht einführen.“ „Das würde uns wenigsten vor linken Spinnern in der Regierung schützen.“ „Wenn Ihnen Atomstrom lieber ist, wie wäre es mit Neuwahlen?“

„Zum Glück haben sie uns diesen Quatsch mit der Steuerersenkung auf pflanzliche Lebensmittel erspart.“ „Davon profitieren ja auch wieder nur die Linken!“ „Wieso nur die Linken?“ „Die sind doch alle Veganer.“ „Lassen Sie uns doch lieber Fleisch teurer machen.“ „Sind Sie wahnsinnig!?“ „Am Ende darf ich mit meinem Steak auch noch ihre Grünkernscheiße subventionieren!“ „Das wäre doch nur logisch, wenn die CDU inzwischen mit den Gewinnen aus erneuerbarer Energie Gaskraftwerke fördern will.“ „Davon wird ja auch das Gas billiger und wir müssen nicht ständig Entlastungspakete beschließen.“ „Je weniger Ressourcen wir damit verbrauchen, desto besser für die Umwelt.“ „Es geht hier aber gerade nicht um die Umwelt, können Sie mit Ihrer verdammten Ideologie nicht endlich mal in der Realität ankommen?“ „In der Realität sind wir gründlich falsch abgebogen und haben das, was wir Wohlstand nennen, durch einen komplett aus dem Ruder gelaufenen Energieverbrauch von den ärmeren Ländern finanzieren lassen.“ „Ich lasse mir doch mein Steak nicht auch noch von den Überschwemmungen in Pakistan vermiesen!“

„Und die kalte Progression?“ „Das wird die CDU aus Prinzip im Bundesrat verhindern.“

„Immerhin kommen Sie uns nicht mit einer Übergewinnsteuer.“ „Die heißt nur anders.“ „Ich tippe, da musste jemand sein Gesicht wahren.“ „Für die Zeit nach der Politik?“ „Das sind ja bloß wenige Jahre.“ „Und Zufallsgewinne, das klingt ja auch irgendwie total gerecht.“ „Am Ende steht dann in der nächsten Putin-Kampagne, dass die Regierung Erben mit 100% besteuern will.“ „Das wird in der Bundesrepublik kein vernünftiger Mensch fordern.“ „Erzählen Sie das den Querpfeifen.“ „Also die, für die ein Großteil dieser populistischen Politik gerade die globale Sterbebegleitung veranstaltet?“ „Warum sind Sie immer so kritisch?“ „Weil das alles zu spät kommt.“ „Hätte Putin den Krieg Ihrer Meinung also einfach früher beginnen sollen?“ „Nein, aber wir die Energie- und die Verkehrswende.“ „Jetzt warten Sie’s doch erst mal ab.“ „Sie sind gut, wir warten auf eine Strompreisbremse, von der keiner weiß, wie sie rechtlich funktioniert, was sie bringt und ob sie in den nächsten Jahren überhaupt realisiert wird, und dazu wird die CO2-Bepreisung nicht mehr angepasst, damit wir noch mehr Energie verschleudern, um die Folgen des Klimawandels in den Griff zu kriegen.“ „Meinen Sie denn, da kann man noch was mache?“ „Da bräuchten wir eine dauerhaft veränderte Politik, dann müssten wir uns nicht ständig Einmalzahlungen ausdenken.“ „Dazu müsste die Regierung vielleicht einmal ihren Job machen. Einmal.“





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DCIX)

3 09 2022

Elwiro liegt in Leschakmühle
des Nachts in der Tiefe der Pfühle,
doch schläft er nur spärlich.
Das ist recht gefährlich,
denn er sucht im Sommer nur Kühle.

Am Tag hörte Clarence in Pender
im Radio sämtliche Sender.
Die Sprachen alleine,
davon kennt er keine
und auch nichts über diese Länder.

Man hört Maciej, der in Macharren
mit Kisten belädt seinen Karren.
So intensiv dröhnt es,
so sehr übertönt es
die Pferde und ihr Hufescharren.

Es wählte sich Eddie in Mullen
ein Brötchen, das schönste von allen.
Das dauerte Stunden.
Dann hat er’s gefunden.
Es sollte ihn schließlich gefallen.

Es kaufte sich Grzegorz in Ogen
ein Stück Kolophon für den Bogen.
Das ging just zur Neige.
Dass er aber geige,
das war, wie so vieles, gelogen.

Floyd sang jeden Abend in Crete
ein zehn Strophen dauerndes Lied.
Das war schon seit langem,
kaum hat’s angefangen,
der Grund, dass man schnell und weit flieht.

Es hatte Andrzej in Masutschen
ein Fuhrunternehmen mit Kutschen.
Er selbst fuhr nur selten,
sich nicht zu erkälten
und Halsbonbons dabei zu lutschen.





Gernulf Olzheimer kommentiert (DCXXX): Anstand

2 09 2022
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Der Kriegsgrund waren die Buntbeeren. Waren die Jungen noch voller Respekt vor dem Alter, so griff der Älteste in der Einsippenhöhle ungeniert in den Trog, in dem die Früchte lagen. Am ärgsten aber trieb es Uga, sobald nur noch ein paar saftige Beeren übrig waren auf dem Boden. Gerecht oder nicht, die Gier siegte über jeden Verstand, und so wurde er allmählich zum abschreckenden Beispiel für die kommende Generation. Vielleicht würden ja auch sie einmal das soziale Privileg des Alters an der Kalorienausgabe für sich beanspruchen. Vorerst jedoch begnügten sie sich, denn sie wollten keinen Verlust ihres Anstands kundtun. Wir hätte das denn ausgesehen.

Auf Anstand liegt der Jäger nur, damit er mit scharfem Auge entdecken kann, was nicht anständig ist. Schickliches Benehmen, kurz: was sich mit der gesellschaftlichen Stellung der Figur vereinbaren lässt, ohne es beanstanden zu müssen, entgeht den Schnöseln, nur ein Makel nicht. Und so ist es bis heute die Daseinsberechtigung der wohlanständigen Bürger, mit dem Finger auf die Fehler der anderen zu zeigen, damit die eigene Kaste sauber bleibe, achtbar, gediegen. Indes der Mangel liegt nicht im Detail.

So ist Anstand kein Wert für sich, sondern nur der durch Sozialisation in einer bestimmten Umgebung erworbene Kodex an Verhaltensweisen, die eine Person nicht als Außenseiter in einem moralischen Gerippe offenbaren – wer weiß, wie Moral aus zeit- und kulturabhängigen Stellgrößen zusammengeschwiemelt wird, so dass sich beinahe jeder schmerzfrei noch eine zweite leisten kann, der wird über die Verwendung des Begriffs kaum süße Illusionen haben. Gemeinhin verwechselt der reine Tor Anstand und Sitte in Unkenntnis dessen, dass mit dem korrekten Aufhebeln von Krustentieren die Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft bemüht wird und nicht die intrinsischen Wertvorstellungen des guten Menschen eine Rolle spielen, und so bleibt alles in schönster Harmonie: die akzeptierte Moral spiegelt sich in der Verwendung des rechten Bestecks, die Ansichten des Freiherrn von Knigge werden auf hygienische Hacks heruntergebrochen, die fein in eine Tanzstunde passen, und schon bleiben die Anständigen wieder unter sich.

Pustekuchen. Es ist kein Wunder, dass in einem von Gier und Verrohung triefenden Zeitalter – der Effekt des Herabtropfens ist hier übrigens korrekt beschrieben, das Gesindel hockt an der Spitze der Gesellschaft – der Ruf nach Anstand lauter wird, gerade von denen, die die angeblich guten Sitten als Ausdruck tradierter Wertvorstellungen hochhalten. Wer sich schamlos bereichert, lügt und betrügt, dem wird mangelnder Anstand vorgeworfen, was genau bedeutet: wenn man schon auf den moralischen Vorstellungen der Gesellschaft herumkoten muss, dann doch bitte nicht öffentlich. Derlei Verhalten erregt öffentliches Ärgernis, und keiner will, dass es öffentlich sei.

Denn im Grunde ist eine ganze Gesellschaft verroht, wenn sich materiell unterfüttertes Streben nach Macht zum Konstruktionsprinzip entwickelt hat. Fordert eine auf die korrekte Inszenierung der Geschichte erpichte Klasse nun ordentliches Benehmen, ist es so, als habe man ja nichts gegen Wohnungseinbrüche, wünsche sie aber in seiner Nachbarschaft aus Lärmschutzgründen nur am frühen Nachmittag. Ausgewählten moralischen Prinzipien wird Genüge getan, man denkt dabei an die Allgemeinheit, sogar an die Kinder, ansonsten darf jede Schweinerei auf eigene Faust stattfinden. Sicher ist nur, dass vor allem privates Betragen eine gute Note erhält, weil Rocksaum und Haarschnitt wenig Anlass zum Skandal geben. Den Charakter aber zeigt es nicht, wie auch Höflichkeit, die täuschend ähnliche Schwester der Freundlichkeit, vor jeder Arschgeige artig knickst, bevor sie ihr eins über die Rübe zieht.

In einem Gemeinwesen, das sich, ganz auf die Außenwirkung bedacht, eine preziöses Fassade vor die Fratze hält, ist die Sittlichkeit längst zu einer lächerlichen Übung geronnen, zur kategorischen Invektive gegenüber der praktischen Vernunft. Wie das Böse als Freiheit verstanden wird, und so wird es verstanden, besteht der Umgang des Menschen mit sich selbst nur aus Etikette und Schwindel, was als identitätsstiftendes Zeichen jedoch immer schon genug war. Die Hauptsache ist, wir werden dabei anständig verladen und kriegen ordentlich eins auf die Mütze. Inzwischen hat sich die Kinderstube bis auf das Terrain der Kriegsdiplomatie ausgeweitet, und mit stilisiertem Entsetzen blicken wir auf das Unzivilisierte, als könnten wir es bannen. Wer mit dem Finger zeigen kann, reklamiert noch immer den Anstand für sich, die Moral, die Sittlichkeit. Immerhin bleiben wir innerhalb unserer üblichen Wertvorstellungen, und es ist immer gut, wenn sie nicht einer aus dem Wandschrank holt, der sie auch verstanden hat. Wie praktisch, dass das so selten geschieht.





Zielkonflikt

1 09 2022

„… nach der Kabinettsklausur die Ausrichtung der politischen Maßnahmen wieder eine einheitliche Linie angenommen haben dürften. Scholz habe vor allem die gute Stimmung gelobt, die sich auch in strittigen Themen unter den…“

„… ein schnelles Entlastungspaket ermöglichen müsse, das gezielt die unteren Einkommensstufen unterstütze. Merz sehe keine Notwendigkeit, neue bürokratische Hürden aufzubauen, die sich im…“

„… gutes Einvernehmen zwischen den Grünen und der FDP herrsche. Sowohl in der allgemeinen Diskussion als auch in Einzelgesprächen habe es einen Konsens gegeben, dass miserable Gesetze nicht nur aus dem Justizressort und seinen…“

„… die Genehmigungsverfahren zum Ausbau der Fotovoltaik sofort zu straffen oder auszusetzen, um die Energiewende voranzutreiben. Spahn halte eine Finanzierung von Kleinanlagen über zinslose Kredite für durchaus…“

„… einzelne Aufgaben nicht neu verteilt werden müssten, um ein Bild koalitionärer Geschlossenheit in der Öffentlichkeit zu erzeugen. Habeck werde aber künftig vor allem durch Kommunikation und Presseauftritte für den Bundeskanzler eine deutliche Verbesserung der…“

„… nur digital machbar sei. Dies erfordere laut Laschet eine konzertierte Ausbildungs- und Einstellungsoffensive in Bund, Ländern und Gemeinden, die auch durch höhere Gehälter und…“

„… beschlossen habe, vorerst keine Beschlüsse zu fassen, die ministeriumsübergreifende Folgen haben könnten. Das Bundeskabinett habe in einer Beschlussvorlage herausgearbeitet, die sie erst dann als beschlussfähige Vorlage ansehe, wenn sich in einer weiteren…“

„… einen kostenlosen Nahverkehr anbiete. Was in anderen Ländern möglich sei, halte Klöckner auch in Deutschland für machbar, da sich durch die Verkehrswende zugleich ökologische Sparziele an CO2 und Feinstaub sowie…“

„… alle Ministerien der Ansicht seien, es gebe keine kabinettsinternen Streitpunkte. Lediglich die FDP habe betont, sie könne ihre eigenen Ziele teils nicht gegen den Widerstand der SPD, der Grünen, des Bundesverfassungsgericht und der…“

„… das letzte Land in der EU sei, das nicht mit einem Tempolimit für Verkehrssicherheit sorge. Merz werde diesen Gesetzentwurf innerhalb der nächsten beiden Wochen als überparteilichen…“

„… keine Auswirkungen auf aktuell strittige Projekte haben werde. Habeck und Scholz hätten die Diskussion um die Gasumlage genutzt, um die Pläne zu einer Änderung der Verordnung aus der öffentlichen Diskussion zu nehmen, was sich auch positiv auf die Stimmung während der…“

„… eine Abwrackprämie nur dann zahlen werde, wenn kein neues Auto angeschafft werde. Für Röttgen sei die Verkehrswende vor allem durch autofreie Städte, ÖPNV-Anbindung und einen kostengünstigen…“

„… sich auch privat näher gekommen seien. So habe Lindner jedem der Kabinettskollegen erlaubt, mit seinem Porsche um Schloss Meseberg zu fahren, wenn sie sich anschließend im…“

„… sehe Amthor keinen Zielkonflikt bei der Verstaatlichung des angeschlagenen Gaskonzerns. Da Uniper durch nicht erfolgte Rückstellungen an der Grenze zur Insolvenzverschleppung handle, werde man dies nicht durch milliardenschwere Subventionen und einen…“

„… auch über grundlegenden Fragen streiten werde, wenn es keinen Konsens über die Lösung der anstehenden Probleme gebe. Laut Scholz werde es aber auf absehbare Zeit keine Neuwahlen geben, da die Koalition derzeit in einer stabilen Phase sei und sich eingehend mit den Themen der…“

„… als Gesamtpaket vorlegen müsse. So sei die Entflechtung des Energiemarktes für Söder nur mit einer Stärkung regional erzeugter Elektrizität machbar, beispielsweise durch Biogasanlagen oder eine nationale Produktion von Solarpaneelen. Es dürfe hier keine Alleingänge geben, die nicht mit der Bundesregierung und den…“

„… sich bei der Umsetzung zentraler Vorhaben mehr von Gesichtspunkten wie Gerechtigkeit und Respekt leiten lasse. Eine einseitige Ausrichtung an der Machbarkeit eines Projekts sei zwar kurzfristig denkbar, könne aber im Hinblick auf Umfragewerte nicht zu einem befriedigenden…“

„… dass die Gasumlage gegen die Verfassung verstoße. Laschet halte die vom Justizministerium eingeforderte Gleichbehandlung als Maßnahme zur Bereicherung der Wirtschaft, die die Verbraucher mit einer korrupten und mafiösen Struktur im…“

„… eine gemeinsame Linie finden werde, die die Berichterstattung in den kommenden Krisen des Winters 2022/2023 positiv beeinflussen könne. Vor allem setze man auf Synergieeffekte, die in den…“

„… eine viel entschiedenere Unterstützung der ukrainischen Streitkräfte notwendig sei. Für Merz stehe außer Zweifel, die gewaltsame Neuordnung Europas nur durch eine Beteiligung aller NATO-Staaten mit Waffen und Finanzhilfen zu…“

„… wolle die Regierung mehr Transparenz wagen. Durch frühzeitiges Ankündigen geplanter Gesetzesvorhaben werde es für die Bürger leichter, sich langfristig mit den möglichen Folgen einer…“

„… auf Gas- und Öllieferungen aus Russland vollständig verzichten werde. Die Unionsfraktionen im Deutschen Bundestag würden umgehend die…“

„… vor allem auf die Führungsstärke des Kanzlers baue, die auch bisher für die Beliebtheit der Ampelkoalition bei den Wählern, in Wirtschaft und…“





Wohlstandsverlust

31 08 2022

„Haben Sie noch irgendwelche Ideen, wie wir den Wohlstandsverlust aufhalten können?“ „Moment, welcher Wohlstand?“ „Naja, was man so hat.“ „Das heißt also, wenn man den Wohlstand erhalten will, muss man das, was man noch hat, verkaufen?“ „Das könnte kommen.“ „Aber dann hat man ja erst recht keinen Wohlstand mehr.“

„Wir könnten ja Wohlstand neu definieren.“ „Im Sinne der längst fälligen Neugewichtung von Besitz und Einkommen, nehme ich an.“ „Ich dachte eher an ein bisschen mehr Dankbarkeit.“ „Wenn Sie am Morgen in Ihrer unbeheizten Wohnung aufwachen, dann sind Sie dankbar, dass Sie nicht auf der Straße erfroren sind?“ „Sie sehen das viel zu ideologisch.“ „Dann lassen Sie uns doch besser über Besitz und Einkommen reden.“ „Es gibt ja Menschen, die gar nicht so hohe Einkommen haben, wie Sie sich das vorstellen.“ „Wenn ich einen entsprechen hohen Besitz hätte, würde ich auch nicht unbedingt ein hohes Einkommen brauchen.“ „Man kann doch von den Menschen, die viel besitzen, nicht erwarten, dass sie ihren Besitz nur deshalb veräußern, weil andere nichts besitzen.“ „Es sei denn, es handelt sich um eher geringeren Besitz wie beispielsweise eine Altersvorsorge, die man aufbrauchen muss, weil man zwischenzeitlich kein Einkommen mehr hat.“ „Erwarten Sie dann auch, dass jemand, der viel besitzt, einen Teil davon verkauft, nur damit jemand, der wenig Einkommen hat, seinen Besitz davon vergrößern kann?“ „Was stört Sie daran?“ „Wenn Sie einen größeren Besitz wollen, sollten Sie sich doch eher um ein höheres Einkommen bemühen.“ „Deshalb erwarte ich ja auch, dass die, die viel Besitzen, davon die Steuern zahlen, die mein Einkommen weniger beschneiden würden.“ „Und Sie halten das für machbar?“ „Da die, die über hohe Einkommen verfügen, derzeit schon ihre Steuern vermeiden, eher nicht.“

„Wenn Sie mal ein bisschen konstruktiv denken würden, würden Sie sich eher dafür interessieren, wie Sie ein Vermögen aufbauen können.“ „Durch Erben?“ „Dann übernehmen Sie ja einfach nur ein Vermögen, aber Sie bauen keins auf.“ „Sie haben sich also bereits damit beschäftigt, wie Vermögen entstehen.“ „Das kann ja auch in kleinem Umfang beginnen.“ „Zum Beispiel, indem man möglichst schuldenfrei bleibt.“ „Wenn Schulden etwas weiter anwachsen, findet sich meist auch ein Weg, sie aus der Welt zu schaffen.“ „Immer vorausgesetzt, man besitzt ein entsprechendes Vermögen.“ „Als Bank braucht man schließlich auch Sicherheiten.“ „Zum Beispiel staatliche Rettungsprogramme.“ „Deshalb müssen wir jetzt ja sehen, dass wir ohne staatliche Hilfe den Wohlstand erhalten können, damit der Staat genug Geld hat, um solche Programme auch weiterhin anzubieten.“ „Und dann zu hoffen, dass sie nicht in Anspruch genommen werden.“

„Vielleicht könnten mehr Leute einen Nebenjob annehmen.“ „Sie meinen, wer im Schichtbetrieb in der Fabrik steht, hat sicher noch Zeit, nachts Taxi zu fahren.“ „Das ist ein blödes Beispiel, aber Sie haben recht.“ „Dann bräuchten wir nur noch genug Nebenjobs.“ „Eigentlich sollte das auch schon eine Wohngeldreform regeln, damit die Menschen mehr Geld zur Verfügung haben.“ „Wissen Sie, wie lange man auf die Bewilligung so eines Antrags wartet?“ „Dann suchen Sie sich einen Nebenjob in einen Amt für Wohngeld, damit tun Sie Ihren Mitbürgern auch noch etwas Gutes.“ „Das klingt bürgernah, ungefähr wie der Vorschlag, dass sich Hartz-IV-Empfänger gegenseitig die Haare schneiden.“

„Das ist ein gutes Stichwort, wir könnten doch die eigentliche Idee dieser Reform mal wieder in den Fokus nehmen und uns mehr auf unsere wahren Talente besinnen.“ „Ich beispielsweise habe ja die Veranlagung, für ausreichende Löhne zu arbeiten.“ „Das hilft uns aber nicht weiter.“ „Das war klar, das hilft nur der Wirtschaft.“ „Mit der Haltung werden Sie nie ein Vermögen aufbauen.“ „Je weniger Einkommen man akzeptiert, desto schneller wird man reich?“ „Nein, aber es geht doch um geringes Einkommen oder gar kein Einkommen.“ „Das ist wie mit dem Mindestlohn, der ja bekanntlich schon dreimal die Wirtschaft komplett zerstört hat.“ „Ich verstehe ja Ihren Unmut…“ „Das bezweifle ich.“ „… aber diese schockartigen Veränderungen sind nicht zu bewältigen.“ „Deshalb soll jetzt der Bürger den Gürtel enger schnallen, damit die Wirtschaft nicht plötzlich doppelt so hohe Dividenden kassiert statt dreimal so hohe.“

„Ich glaube, Sie haben auch ein vollkommen falsches Bild von Wohlstand.“ „Verstehe, ich bin vermutlich zu materialistisch eingestellt.“ „Das würde ich noch gar nicht mal sagen.“ „Sie kommen jetzt bestimmt gleich mit der sozialen Nummer.“ „Es könnte doch mehr ehrenamtliche Tätigkeiten in der Pflege geben.“ „Das hilft bestimmt vielen von uns, immer vorausgesetzt, sie besitzen eine Klinik oder wenigstens Aktien von so einem Konzern.“ „Vielleicht haben wir dann ja mehr Menschen, die sich für dieses Berufsbild interessieren.“ „Da reicht sicher ein bisschen Applaus auf dem Balkon, da es sich nicht um professionelle Pflege handelt, für die man ein angemessenes Einkommen beanspruchen kann.“ „Haben Sie denn keinen Vorschlag für eine nachhaltige Rettung des Wohlstands?“ „Spielen Sie Lotto?“ „Was ist das denn für eine Frage?“ „Dann gründen ich eben einen Gaskonzern.“ „Und dann!?“ „Dann zünde ich mir die Kippen am Geldschein an und pfeife darauf, was aus Ihrem verschissenen Wohlstand wird, Sie bürgerlicher Parasit!“





Finanzspielraum

30 08 2022

„… es keine verfügbaren Mittel gebe, um den Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland vor dem Ende der Gaskrise voranzubringen. Lindner werde auch weiterhin die Schuldenbremse im…“

„… die Förderung von Gasheizungen auch als Instrument zur Friedenssicherung verstehe. Wenn man gegenüber der Russischen Föderation den weiterhin steigenden Bedarf an Erdgas offen kommuniziere, rege man den Handelspartner unter Umständen dazu an, seine militärischen Ziele zu überdenken und sich gegen eine dauerhafte…“

„… sich nicht vergleichen lasse. Buschmann habe darauf hingewiesen, dass die Regierung zwar die Umsatzsteuer auf Gas, aber nicht auf Sonne senken könne, da sich dies technisch gar nicht…“

„… dass die Bundesregierung keine Umrüstung von Privathaushalten mit Wärmepumpen mehr bezuschusse. Der akute Fachkräftemangel in den Heizungsbaubetrieben mache die Ausgabe der Fördergelder sehr volatil, so dass es sich letztlich um eine Vergabe von zinslosen Krediten an die Bürger handele. Dies sei jedoch mit der aktuellen Haushaltssituation nicht zu…“

„… habe es ergebnisoffene Gespräche mit den Gaskonzernen gegeben, in deren Verlauf theoretisch auch eine Umsatzbeteiligung der Solarbranche hätte beschlossen werden können. Für die Liberalen habe jedoch eine genau entgegengesetzte Konstruktion eher den bisherigen Gegebenheiten des Marktes entsprochen, wie es auch die Gewohnheiten der Wähler aus Mittelstand und…“

„… Luft für drei weitere Monate Tankrabatt sehe, wenn die Besteuerung von Fotovoltaikanlagen durch eine Solidaritätsabgabe durchgesetzt werden könne. Das sekundäre Ziel sei es, die Rentabilität der Kohleverstromung durch gezielte Verhinderung von Marktverzerrungseffekten, die Solarenergie und Windkraftanlagen auf den…“

„… dass die Einspeisevergütung um mindestens 300% erhöht werden müsse, wenn Elektrizität aus traditioneller Herstellung nicht ganz vom Markt verdrängt werden solle. Der Bundeshaushalt müsse durch dauerhafte Subventionen von zehn Milliarden Euro für Benzin und Diesel eine Entlastung der…“

„… habe die Politik bisher zahlreiche sinnvolle Ratschläge zum Einsparen von Haushaltsenergie gegeben. Deshalb müsse es nach Kubickis Meinung auch genug teure Energie geben, damit sich das Sparen für die Bürger, die sich das sowieso nicht leisten können, auch wirklich…“

„… als Kohleverstromungsverhinderungsgesetz wirke. Dies sei allerdings in hohem Maße wirtschaftsfeindlich, da auch fossile Brennstoffe an der Börse eine relevante…“

„… es erste Versuche gebe, die Produktion von Fotovoltaikanlagen in Deutschland anzusiedeln. Im Gegensatz zur Bundesregierung sei Merz nicht von der Machbarkeit überzeugt. Er erwarte von dem Plan keine schnelle Lösung und schlage stattdessen vor, durch den Bau von zehn bis zwanzig neuen Kernreaktoren eine zügige…“

„… auch am Stellenabbau liege, dass in den Verwaltungen die Genehmigungsverfahren zur Nutzung privater Dachflächen für die Fotovoltaik von erheblicher Dauer seien. Buschmann habe sich zufrieden gezeigt und erwarte auch durch den coronabedingten Anstieg der Erwerbsunfähigkeit vieler Mitarbeiter eine Verlängerung der…“

„… die deutsch-chinesischen Beziehungen beim Bezug von Solarpanels eine bedeutende Rolle spielen würden. Söder habe insbesondere auf die Möglichkeit von Nebenbeschäftigungen für Bundestagsabgeordnete hingewiesen, die bereits mit Masken aus dem…“

„… dass Mieter, die in einem Haus leben würden, das sich eine Gasheizung leisten könne, auch genug Finanzspielraum für den Gasverbrauch hätten, da man dem Bürger eine vorausschauende Wahl ihrer Wohnung zumute. Merz sehe allerdings bei Privatflugzeugen eine Schieflage, da sich die ohnehin hohen Kosten für Kerosin, die durch die Steuerbefreiung kaum aufgewogen würden, durch die aktuelle Inflation so gut wie…“

„… da der Energieverlust durch das Lüften von Klassenräumen erheblich teurer sei als der Strom, der von Luftfiltern verbraucht werde. Auch hier sehe Stark-Watzinger erhebliche Defizite für die Braunkohleverstromung, wenn durch unbedachte Einspeisung von zu viel Solarenergie plötzlich eine nicht vorhersehbare…“

„… schlage Lindner vor, die Fördermittel für Wärmepumpen ausschließlich an Spitzenverdiener zu vergeben, auch wenn diese die Gelder nicht in eine technische Anlage, sondern in einen SUV oder eine Kreuzfahrt investieren würden. Dies sei durch die Diversifikation der Umsätze besser geeignet, die wirtschaftliche Stabilisierung der…“

„… habe sich Deutschland nun einmal für eine Kooperation mit Russland entschieden und sei gut beraten, nicht in Verhandlungen mit Partnern wie Iran oder Myanmar zu treten. Neben den fehlenden Transportwegen sei es für Kubicki auch notwendig, die Stabilität der politischen Verhältnisse in den Erzeugerstaaten zu berücksichtigen, um keine…“

„… würden Windenergiekonzerne die Not der Wirtschaft ausnutzen, die oft ohne Elektrizität keine Möglichkeit hätten, Waren herzustellen. Um diesen Umstand schnellstmöglich zu beenden, werde Lindner die gesetzlichen Grundlagen für eine Übergewinnsteuer auf sämtliche Umsätze der…“