Digitale Lederhosen

12 02 2018

„Wenn Sie nicht anständig jodeln können, wie wollen Sie dann im Ministerium arbeiten? Sie müssen sich den Führungskräften doch irgendwie verständlich machen können, oder?

Also in der Stellenausschreibung stand: Kenntnis moderner Kommunikationsmethoden. Das heißt bezogen auf Bayern, dass Sie schon mal eine Schreibmaschine gesehen haben sollten. Bedienen müssen Sie keine, das macht das technische Personal, die können auch die Farbbänder wechseln, aber gesehen haben ist immer schon mal gut. Fernsprecher müssen Sie auch keinen bedienen, wir machen das im Heimatministerium größtenteils im persönlichen Gespräch, das kann man auch ohne Zeugen erledigen, wenn es sich mal um eine Verschlusssache handeln sollte. So Dinge halt, die den Minister nichts angehen, weil man sie ihm sonst vorher erklären müsste.

Ihre Abteilung wäre dann vorwiegend damit betraut, die Landeshymne zu kontrollieren, dass sie auch in jedem staatlichen, staatsnahen oder anderweitig staatlich beeinflussten Betrieb innerhalb der geschlossenen Staatsobergrenzen zu Betriebsbeginn gesungen wird. Bei Betrieben mit Schichtbetrieb gilt der Schichtbeginn gleichlautend als Betriebsbeginn, dann müssen die Kontrollen je zweimal oder dreimal pro Betriebstag wiederholt werden, um eine patriotische Ausrichtung des Betriebes beziehungsweise der Schicht in vollem Umfang zu gewährleisten. Das Aufziehen der deutschen Flagge, wahlweise Schwarz-Weiß-Rot oder die von den Alliierten dem deutschen Volk zur Verwendung übergebene Trikolore, die die Linken schon gegen den Führer in Stellung gebracht haben, damals, das Aufziehen der Flagge ist nicht zu kontrollieren, das ist der Bereich der Anarchie, den diese Liberalinskis aus Karlsruhe uns eingebrockt haben. Aber das bestimmen wir!

Natürlich die Bayernhymne, was dachten denn Sie? dass wir dieses Studentenliedchen da absingen lassen, am besten noch die dritte Strophe!? Das ist hier ein deutsches Heimatministerium und keine islamistische Betriebskita! Wenn Sie maoistische Wunschvorstellungen haben, dann wandern Sie gefälligst nach Kanada aus, aber die nehmen inzwischen auch nicht mehr jeden Kanaken. Aber vielleicht haben Sie als Gutmensch mit Diplom in Flüchtlingsversteherei ja noch Chancen.

Ja, natürlich die Bayernhymne. Glauben Sie, wir können das in Berlin durchgesetzt kriegen? Die lachen sich doch kaputt. Der Seehofer traut sich gar nicht mehr in den Reichstag, seitdem sie ihm in München abgesägt haben. Jetzt haben Sie ihm die Eisenbahn in den Keller gestellt, läuft alles prima, er merkt gar nichts mehr. Gut, der hat bisher auch nicht viel mitgekriegt. Aber jetzt ist er komplett durch, und wir arbeiten hier größtenteils für uns selbst. Mehr ist hier glücklicherweise nicht mehr.

Söder funkt natürlich auch hier dazwischen. Wir haben ihn mit der Fachleitung der Oktoberfeste für den Planungsbereich München ausgelastet, mehr ist da auch nicht möglich. Er kümmert sich um den Preis für eine Maß, das erfordert lange Gespräche mit den zuständigen Stellen, und dann haben wir auch die Abteilung Public Relations, da müssen wir darauf achten, dass die Drogenstraftaten und die Verbrechen gegen die sexuelle Selbstbestimmung in eine andere Statistik überführt werden. Irgendwas mit Ausländern, da sind wir dann nämlich nicht mehr zuständig. Höchstens für digitale Lederhosen.

Außerdem haben wir das Bildungsressort ins Ministerium integriert, Strickliesel und Blasmusik als eigenständige Schulfächer, der Dobrindt hat schon versprochen, dass er keine Prüfung ablegen will, ist ja auch klar, wir können uns damit nicht komplett den Schnitt versauen, jedenfalls ist so ein Bildungsbereich natürlich die beste Waffe gegen das Erstarken anderer rechtsradikaler Parteien. Gut, ich würde es jetzt nicht gleich als konservative Revolution sehen, aber wenn Sie das intellektuelle Niveau von diesen Nachtmützen sehen, dann wissen Sie, wo das alles herkommt. Und wo wir hinwollen.

Dirndlverordnung, können Sie sich auch mal durchlesen. Ist zwar nicht wirklich relevant, aber wenn wir irgendwelche Frauen ins Ministerium reinkriegen sollten, brauchen wir da auch so eine Quotenabteilung. Oder können Sie sich vorstellen, dass sich die Aigner irgendwelche Zehn-Punkte-Pläne zur Einbayerung fränkischer Migranten aus dem hohlen Bauch leiert? Herdschutzverordnung, also Herdprämiengewährungsdurchführungsgesetz und verwandte Maßnahmen, und dann müssen wir nur noch rechtssicher dafür sorgen, dass man in ganz Deutschland keinen Job mehr kriegt, wenn man abtreibt. Und natürlich keine Sozialleistungen, wenn man absichtlich als alleinerziehende Mutter sich den Erfordernissen eines auf Vollbeschäftigung ausgelegten Arbeitsmarktes verweigert.

Warten Sie, da kommt gerade eine Rohrpost aus der Staatskanzlei, das ist dringende Verschlusssache und muss sofort erledigt werden. Vom Horst persönlich. Durchsetzung des bundesweiten Knödeldienstag in allen Kantinenbetrieben. Sonst unterschreibt der keinen Koalitionsvertrag, wetten?“

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Amnesie International

1 08 2017

„… nicht weiter verfolgen wolle, um so kurz vor der Wahl den inneren Frieden der Bundesrepublik zu erhalten. Die Christsozialen hätten dabei an eine vollständige Straffreiheit aller Beteiligten in sämtlichen Automobilkonzernen des…“

„… neu überdenken müsse. Das Auto sei auch ein deutsches Kulturgut, deshalb müsse die Politik mehr tun, um Fahren unter dem Einfluss des deutschen Kulturgutes Alkohol nicht mehr als…“

„… keinesfalls als politisch motivierte Tat anzurechnen sei. Seehofer habe betont, dass sich sein Vorstoß nicht nur auf Bayern, sondern auf ganz Deutschland…“

„… Devisengeschäfte immer strafrechtlich unangetastet bleiben sollten. Im Gegensatz zu Ladendiebstählen seien die Täter vor der Tat meist nicht vorbestraft, weshalb ihnen eine Strafe auch weiterhin nicht…“

„… den Straftatbestand der Steuerhinterziehung zumindest auf Landesebene sofort ersatzlos streichen wolle. Bayern werde natürlich mit gutem Beispiel vorangehen und alle…“

„… dürfe es zwar keine generell Straffreiheit für Dividendengeschäfte geben, die Bundesregierung und sei jedoch auf Wunsch der Banken gerne bereit, Nichtanwendungserlasse sehr individuell und grundrechtsschonend zu…“

„… eine bundeseinheitliche Regelung der Fahrtauglichkeit ausgedient habe. Seehofer lehne insbesondere für Bayern jede Obergrenze ab, da die Bevölkerung hier schon immer sehr viel vertrage und sich nicht zimperlich mit den…“

„… sei auch mit einer Verbesserung der Kriminalstatistik verbunden. Der große Anteil an Steuerstraftaten führe in gewissen Kreisen der Gesellschaft zu einem Makel, den zur Wahrung der sozialen Stabilität kein…“

„… Kombinationsdelikte einführen wolle. So sei nach Dobrindts Wunsch schwere, cyberähnliche Computerkriminalität, die mit einem Interwebnetz ausgeführt werde, automatisch dann straffrei, wenn sie in einem Kraftfahrzeug mit einem Alkoholpegel von mehr als…“

„… die Leistungserschleichung ausdrücklich von den Reformbestrebungen ausgenommen sei. Wer sich kein eigenes Kraftfahrzeug leisten könne, der begehe in Bussen und Bahnen schwerste Straftaten, die zulasten der Allgemeinheit und…“

„… die Wissenschaft seit Einstein verstanden habe, dass jede Geschwindigkeit relativ sei. Daher müsse die Beurteilung vor allem innerstädtischer Tempolimits endlich auf eine physikalische Basis umgestellt werden, die von Bayern aus…“

„… es sich außerdem um eine weit verbreitete und daher menschlich absolut nachvollziehbare Tat handele, die nicht auch noch durch moralisierende Vorwürfe erschwert werden dürfe. Scheuer und Hoeneß seien davon überzeugt, dass niemand besser als sie…“

„… zu den gefährlichsten Substanzen gehöre, deren Erwerb, Besitz und Gebrauch viel härter betraft werden müssten. Beispielsweise habe die Bundesregierung noch nicht genug getan, um den Cannabismissbrauch von Radfahrern, die jährlich mehr als…“

„… dass Grapschen auch außerhalb von Festzelten endlich als Kulturtechnik gewürdigt werden müsse. Zwar wolle Scheuer die generelle Straflosigkeit vorerst nur für deutsche Täter garantieren, er erhoffe sich davon aber eine rasche Versachlichung der…“

„… schwere und gefährliche Körperverletzung oder versuchter Mord noch immer eine zu große Rolle in der Statistik spielten. Aktionen, die aus Liebe zu Volk und Vaterland etwas aus dem Ruder gelaufen seien, könne man ab sofort mit mehr Toleranz und christlicher Barmherzigkeit als…“

„… sich Ampelphasen zum Beispiel durch die Rotverschiebung erst nach dem Quantensprung als Ordnungswidrigkeit herausstellten. Der zügige Abbau der Bußgeldverfahren sei für Seehofer ein Anliegen, das den Wissenschaftsstandort Bayern nachhaltig und…“

„… jeder Bürger des Freistaates das Recht auf eine Doktorarbeit habe. Die rechtlichen Hürden, so Hermann, müssten unverzüglich…“

„… nur dann verfolgen wolle, wenn der Grapscher objektiv den Eindruck gewonnen habe, durch seine Tat sei eine Frau sexuell belästigt worden. Dies könne für eine erheblich größere Rechtssicherheit im…“

„… Strafverschärfungen immer als sehr gut geeignet erschienen seien. Die Landespolitik wolle jedoch deutsche Fabrikate, auch wenn sie im absoluten Halteverbot…“

„… Diebstahl auch oberhalb gewisser Summen straffrei zu stellen, wenn es sich um den Träger eines politischen Mandats oder einen kirchlich…“

„… mit dem Tragen einer Polizistenuniform eine berufsbedingte Amnesie einsetze, die sich auf die Grundrechte sowie alle daraus abgeleiteten gesetzlichen Bestimmungen beziehen dürfe. Der Freistaat werde in enger Kooperation mit Sachsen eine Testphase für den…“

„… im Regierungsbezirk Oberfranken weiterhin gültig sei. Die aus Tunesien stammende Frau habe sonntags vorsätzlich ein frisch gewaschenes Laken in der Öffentlichkeit aufgehängt. Die Abschiebung müsse laut Scheuer sofort geschehen, um allen Einwanderern deutlich zu zeigen, dass in Bayern ohne Ausnahme Recht und Gesetz…“





Föhn

2 05 2017

„… Seehofer keinesfalls seinen Parteivorsitz aufgeben wolle, obwohl er versprochen habe, nicht mehr als Ministerpräsident zu…“

„… zu spontanen Missfallenskundgebungen geführt habe. Ein Großteil der CSU-Mitglieder unter 40 befürchte, zu Lebzeiten nicht mehr in den Genuss einer…“

„… einen Generationswechsel in der Partei zu organisieren habe. Söder sei damit zwar bereits geistig ausgelastet, er strebe jedoch ein Spitzenamt in der deutschen…“

„… die Neuwahlen des CSU-Vorsitzes nicht mehr abhalten wolle. Seehofer wolle davon absehen, die anderen Kandidaten durch negative Ergebnisse in ihrer Loyalität gegenüber dem Vorsitzenden…“

„… den geordneten Übergang der CSU zu einer Partei, die unter herkömmlichen demokratischen Gesichtspunkten in der Landespolitik tätig sei, zwar versprochen habe, aus Sorge um Bayern jedoch vorerst noch nicht…“

„… eine Aufgabenteilung vorgeschlagen habe. Dobrindt wolle die absolute Mehrheit im Freistaat verteidigen, lasse aber Söder die Spitzenkandidatur für die Wahl zum Deutschen…“

„… in der kommenden Legislatur nackt den Mount Everest besteigen, Chuck Norris krankenhausreif zu schlagen und von der Deutschen Telekom AG wie ein geistig zurechnungsfähiger Mensch behandelt werden wolle. Außerdem wolle Seehofer in seinem Wahlkreis eine ganz neue…“

„… eine Parteifront von Stoiber, Huber und Beckstein geführt werde. Laut Huber habe sich das Bündnis jedoch noch nicht entschieden, ob sie für oder gegen den…“

„… die Basis mit einer Petition an Seehofer herangetreten sei, ihn auf Lebenszeit im Amt des Vorsitzenden zu bestätigen, wenn er dafür nie mehr politische Entscheidungen in der…“

„… eine eigene Autobahnmaut verspreche. Scheuer werde vor der nationalen Lösung in Bayern eine ordentliche, kostenpflichtige…“

„… nicht abschließend geklärt sei, ob die Union Seehofer nicht doch als Bundespräsidenten und…“

„… Wulffs Sesselkleber in einem erneuten Testlauf auf die Marktreife vorzubereiten habe. Die Christsozialen hätten sich als freiwillige.…“

„… fachlich vollkommen ungeeignet, charakterlich untauglich und wenig vertrauensvoll im Hinblick auf die Parteiarbeit sei. Darüber hinaus qualifiziere sich Glos durch lange Zugehörigkeit zum…“

„… es auch Stimmen in der Parteispitze gebe, die bayerische Bevölkerung sei noch nicht reif für eine Landespolitik, die andere Kräfte als die CSU in der…“

„… auch eine Karriere als Bundesaußenminister für möglich halte, falls er in Personalunion weiter im Landtag…“

„… und keinerlei belastbare Kenntnisse des Grundgesetzes vorweisen könne. Damit sei Herrmann der beste Kandidat für eine…“

„… eine Mauer an der fränkischen Grenze errichten wolle. Dies könne für eine absolute Mehrheit im…“

„… einer Umfrage zufolge der am besten geeignete Kandidat für die Nachfolge sei. Dobrindt könne als Vorsitzender der CSU einen…“

„… keine absolute Mehrheit anstrebe. Seehofer wolle auch in diesem Fall eine Alleinregierung im…“

„… dass die Partei notfalls einen Sack Kies aufstellen wolle. Dieser sei innenpolitisch nicht erfahren, habe keine klare Aussage über einen Haushalt gemacht und sei in den Flächenkreisen so gut wie unbekannt, habe aber den großen Vorzug, dass er weder Söder noch…“

„… es ohne Seehofer in der Bundesrepublik Deutschland keinen Föhn mehr gebe. Dies sei schwer vorstellbar, könne jedoch …“

„… schließe Guttenberg eine Rückkehr in die Landespolitik aus, weil er dort noch nie…“

„… auf niedere Weihen verzichten wolle. Bei einer künftigen Papstwahl lasse sich Seehofer jedoch nur aufstellen, wenn der Dienstsitz nach…“

„… eine klare Mehrheit als bestmöglicher Nachfolger in der Partei auf sich vereinige. Die Erhebung habe Scheuer als eindeutigen…“

„… als Nachnominierung starte. Es sei noch nicht geklärt, ob Seehofer im Falle eines Sieges eine Personalunion von Frankreich und…“

„… die Fünf-Prozent-Hürde ganz klar übersprungen habe. Aigner habe die Umfrage zwar selbst…“

„… seine Beliebtheitswerte nicht zu steigern seien. Der Ministerpräsident habe angekündigt, dass er auch als Sieger aus den Wahlen hervorgehen werde, wenn er als Spitzenkandidat der Grünen…“

„… die Parteibasis sich nicht für eine Obergrenze der Laufzeit von Seehofer ausspreche, weil sie damit unweigerlich die Frage nach der Endlagerung des…“

„… die FDP sich mit Seehofer als Parteivorsitzendem arrangieren wollten, solange er ihnen den Einzug in den Bayerischen Landtag…“

„… erstmals in Bayern antreten werde. Merkel habe dem bayerischen Landeschef ihr vollstes Vertrauen für die…“





Wir schaffen das

6 02 2017

„Aber wie wollen Sie die Parteibasis dazu bringen, mit dieser Chaotentruppe zu koalieren?“ „Gut, die sind wirklich recht weltfremd.“ „Und sie labern ständig über Befindlichkeiten, anstatt sich mal mit der staatsrechtlichen Realität zu befassen.“ „Und ihr Spitzenpersonal sind echt…“ „Ja, jetzt wissen wir’s ja. Aber das werden die Grünen schlucken müssen, wenn sie mit der CDU koalieren wollen.“

„Man müsste überhaupt viel realistischer sein.“ „Glauben Sie etwa, Merkel würde einen Grünen als Innenminister zulassen?“ „Würden denn die Grünen einen Innenminister von Merkel akzeptieren?“ „Solange er nicht die Bevölkerung verunsichert?“ „Die Grünen sind inzwischen ja sogar offen für Abschiebungen nach Afghanistan.“ „Die sind noch ganz woanders offen, wenn Sie mich fragen.“ „Nun seien Sie mal konstruktiv!“ „Die wollten doch sonst immer Integration.“ „Kriegen sie doch. Zumindest der rechtskonservative Flügel…“ „Steinbach? die ist doch weg?“ „… der Grünen könnte sich in die Union integrieren.“ „Und das klappt?“ „Warum denn nicht?“ „Auf der anderen Seite könnten die Grünen dann nicht mehr so mit Menschenrechten herummachen.“ „Dafür wählen sie dann rechte Menschen.“ „Auch wieder wahr.“

„Haben die denn schon gesagt, wie sie die abgelehnten Asylbewerber abschieben wollen?“ „Sie setzen auf freiwillige Rückkehrer.“ „Das ist ja ein total ausgeklügeltes Konzept.“ „Das wäre nicht mal der SPD eingefallen.“ „Und wie wollen sie das durchsetzen?“ „Ich schätze mal mit freiwilligem Zwang.“ „Also man bevormundet die Antragsteller, enthält Ihnen Rechte vor, erklärt die Missachtung von verfassungsmäßig garantierten Rechten aus nationalem Interesse und gießt das in ein Gesetz?“ „Bevormundung durch einen paternalistischen Maßnahmenkatalog, das würde ich ja noch unterschreiben, aber das andere?“ „Ohne die Hartz-Reformen hätten sie bis heute nie in einer Bundesregierung gesessen.“

„Ein Hauptproblem dürfte der Waffenhandel sein.“ „Richtig, Gabriel ist auch seit Jahren schwer depressiv wegen der Umsatzsteigerungen.“ „Als Grüne würde ich auf Biowaffen umsteigen.“ „Sehr witzig.“ „Man muss da mit der richtigen Motivation rangehen. Immer alles kritisieren ist auch nicht so toll.“ „Zum Beispiel mehr Arbeitsplätze in der Waffenindustrie?“ „Munitionsrecycling, Roboter mit Streumunition aus deutscher Forschung und Entwicklung – und wenn man die als Dual-Use-Produkte möglicherweise in der Dritten Welt noch in der Landwirtschaft einsetzen könnte, dann haben wir doch letztlich alle was davon.“ „Verstehe, wir machen mehr Umsatz und können davon dann mehr Flüchtlinge aufnehmen, die wegen der zusätzlichen Kriege nach Europa kommen.“ „Was gleichzeitig wieder mehr Wirtschaftswachstum bedeutet.“ „Super!“ „Der Friedensnobelpreis dürfte damit nur noch eine Frage der Zeit sein.“ „Das nenne ich mal Motivation!“ „Wir schaffen das!“ „Klasse!“

„Nun mal nicht so schnell.“ „Haben Sie wieder eine unentschlossene Zielgruppe entdeckt?“ „Die Hessen.“ „Ach nee!“ „Meint die Schröder, das sei nicht gerecht gegenüber denen, die sich den Dienstporsche fürs Kindermädchen von der Partei bezahlen lassen?“ „Seit wann kümmert sich die CDU um das intellektuelle Prekariat?“ „Was hat die AfD mit der Schröder zu tun?“ „Inhaltlich sehe ich da eine Menge Überschneidungen.“ „Ethisch auch.“ „Die Union kommt nicht mehr nach.“ „Weil jetzt Kretschmann und Palmer Bouffier rechts überholen?“ „Da kann er mal sehen, wie das ist, wenn man immer nur die Argumentation feindlicher Parteien übernimmt.“

„Aber ein paar Mentalitätsunterschiede müssen sicher schon noch bereinigt werden.“ „Wie kriegt man das denn in der Landwirtschaft hin?“ „Die werden sich sicher einigen, sobald sie das mit der Kernkraft und den erneuerbaren Energien in den Griff gekriegt haben.“ „Das ist dann gleich nach der Entscheidung, ob wir den Schwerlastverkehr noch mehr auf die Straße verlagern oder doch wieder die Schiene nehmen.“ „Ich bin sehr zuversichtlich, dass sich die beiden auf einen gemeinsamen Nenner einigen werden.“ „Nämlich?“ „Dass Machterhalt jede inhaltliche Verbiegung rechtfertigt.“

„Bliebe noch Seehofer.“ „Kann ich Ihren Plan für die Waffenexporte noch mal sehen?“ „Das ist möglicherweise der Knackpunkt, wenn die CSU aus der Regierung aussteigt.“ „Wie bitte!?“ „Haben Sie das etwa nicht auf dem Radar?“ „Wie könnten denn die Grünen ohne die CSU in die Regierung kommen?“ „Eben weil die CSU weg ist.“ „Und die ist weg, weil die Grünen an der Regierung sind.“ „Mensch, großartig!“ „Das ist ja klasse!“ „Also ich versteh’s noch nicht.“ „Was hat die CSU gemacht, als sie im Bund in der Opposition saß?“ „Gegen die Regierung gestänkert?“ „Das machen sie auch, wenn sie gerade an der Regierung sind.“ „Stimmt auch wieder.“ „Sie haben massiv zugelegt und sind in Bayern unschlagbar geworden.“ „Und das macht Seehofer jetzt auch?“ „Wenn er wirklich eingesehen hat, dass Söder und Scheuer und dieser ganze Rest aus fünftklassigen Kläffern die Partei zermarmelt, dann muss er etwas unternehmen.“ „Also hofft er inständig, dass die Grünen eine Koalition mit der CDU hinkriegen, weil er dann nicht mehr regieren muss.“ „Großartig!“ „Jetzt verstehe ich auch den grenzenlosen Optimismus der Kanzlerin. Das ist ja tatsächlich eine historische Chance für Deutschland als moderne EU-Führungskraft.“ „Jetzt weiß ich auch, weshalb sie das damals gesagt hat.“ „Was gesagt hat?“ „Wir schaffen das.“





Kleiner Grenzverkehr

27 09 2016

„… die CSU sich auch nicht mit einer faktischen Änderung des Asylrechts zufriedengeben wolle. Seehofer bestehe weiterhin darauf, dass Merkel den Begriff Obergrenze als offizielle…“

„… sich die Kanzlerin noch nicht entschieden habe, auf einen der Vorschläge einzugehen. Sie wolle weiterhin die Balance zwischen Freiheit und Sicherheit für das deutsche…“

„… faktisch eine Abrüstung zwischen den Unionsparteien bedeute, wenngleich die Christsozialen diesen Eindruck keinesfalls hätten erwecken wollen. Scheuer habe vorgeschlagen, einen oberen Grenzwert als neue Sprachregelung für die…“

„… ein Grundrecht auf politisches Asyl in der Verfassung verankert sei. Karlsruhe werde den Bayern daher keinesfalls die…“

„… den Grenzwertzustand als letzte zu tolerierende Größe ins Gespräch gebracht habe. Als Wissenschaftlerin, so Söder müsse Merkel dieses Paradigma auch zu ihren…“

„… auf dem Treffen der EU-Regierungschefs weiterhin für ein gemeinsames Modell geworben habe, obwohl der CSU-Vorsitzende nochmals eine Belastungsobergrenze der…“

„… warne die Deutsche Bischofskonferenz vor einer verbalen Aufrüstung, die zulasten der Menschen aus Kriegsgebieten und…“

„… dass inzwischen eine endgültige Belastungsobergrenze erreicht sei, die auch durch die Regierungsbeteiligung der CSU nicht mehr als…“

„… eine Klausurtagung vorgeschlagen habe. Söder wolle nichts an der Asylpolitik ändern, da er erst eine verfassungsrechtliche Diskussion der Autobahnmaut für Ausländer abwarten müsse, es sei allerdings für die CSU eine Frage der Glaubwürdigkeit, ob sie oder die Kanzlerin…“

„… auf dem Parteikonvent von einer finalen Belastungsobergrenze gesprochen habe, die Gabriel allerdings durch eine Absenkung in drei Stufen wieder…“

„… nicht zur endgültigen Auseinandersetzung kommen lassen wolle. Das Bundeskanzleramt habe sich entschlossen, die Vorschläge der bayerischen Schwesterpartei erst nach der Prüfung durch eine Expertenkommission…“

„… einen Entscheid abhalten wolle, ob sich die Basis für die oberste Belastungsgrenze aussprechen wolle. Der SPD-Chef habe allerdings schon vorab angekündigt, dass ihm das Votum der Mitglieder total am…“

„… dass es eine Richtgröße für die Asylpolitik geben müsse. Die Landesgruppe bitte Merkel inständig, eine weitere Eskalation tunlichst zu…“

„… habe sich auch Dobrindt in die Diskussion eingeschaltet, da er nicht wusste, worum es sich…“

„… dass auch die inzwischen wieder sinkenden Zahlen eine Orientierungsgröße geben könnten. Eine tatsächliche Orientierung sei jedoch laut de Maizière zwar möglich, aber nicht gewollt, da sie nur eine Verunsicherung der…“

„… die Zustromsperre unbedingt eingehalten werden müsse, wenngleich sich Merkel aus rein politischen Gründen gegen einen…“

„… ein Gesprächsangebot der AfD bestätigt habe. Scheuer wolle vorerst noch von der CSU aus für die Umvolkungskenngröße der…“

„… einen vorsichtigen Formelkompromiss zwischen den beiden Parteien herbeiführen solle. Hasselfeldt habe sich bisher mit dem Grundgesetz nicht näher befasst, wolle jedoch noch in der laufenden Wahlperiode einen…“

„… nähere sich Deutschland jetzt einem Überflutungsendpunkt, den Seehofer bis zur letzten Patrone vor den…“

„… verweise die Regierung auf die bereits gezeitigten Erfolge, die in Bayern nicht gewürdigt worden wären. So sei weder ein Weltkrieg ausgebrochen noch in den Kantinen des Freistaates das Schweinefleisch von den islamistischen…“

„… zwar nicht bewiesen, aber auch nicht widerlegt worden sei, dass der Bierkonsum der vergangenen zwanzig Jahre durch die Zuwanderung seit 2014 nachgelassen habe. Die CSU werde das Volksvernichtungsmaximum nicht mehr als schicksalhaftes…“

„… die Entwertungsschwelle des christlich-jüdischen Abendlandes bereits überschritten habe. Sexuelle Belästigungen kenne man in Bayern sowieso erst seit den im Januar…“

„… müsse man für Deutschland eine völkische Schmerzgrenze definieren, die die Zerstörung des Unionsgedankens in der…“

„… entspreche nicht mehr ihrem Duktus. Merkel habe für die bayerischen Vorschläge nicht mehr übrig als eine…“

„… energisch widerspreche. Seehofer gehe es in erster Linie darum, den Begriff ‚Schmerzgrenze‘ wieder positiv zu…“

„… eine Obergrenze eindeutig und unmissverständlich festlegen und jeden Verstoß sofort sanktionieren wolle. Ein weiterer Übergriff, so die Bundeskanzlerin, reiche aus, um die CDU auch in Bayern zum…“





Christlich-abendländisch begrenzt

15 09 2016

„Sein Reich komme. Kennen Sie? kennen Sie? Ja, das werden Sie in Zukunft kennen müssen, wenn Sie in Bayern Grenzen überschreiten. Seehofer macht’s vor. So einfach ist das nämlich mit der Integration, wenn man sie gar nicht erst macht.

Oder wenn man keinen reinlässt. Dann bleibt Deutschland auch Deutschland, und wir brauchen gar kein Einwanderungsgesetz mehr. Das wollten wir die ganze Zeit haben, das war absolut nötig, weil wir sonst nicht Deutschland sind, aber jetzt ist Wahlkampf, da brauchen wir das gar nicht. Aber ein Einwanderungsbegrenzungsgesetz, das brauchen wir jetzt. Weil wir da aus unserer Erfahrung einige gute Sachen einbringen können. Wenn alle total beschränkt sind, so wie bei uns in der CSU, dann ist die Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit gleich viel einfacher.

Es ist wegen der Integration, ja? deshalb sollen Zuwanderer aus dem christlich-abendländischen Kulturkreis natürlich Vorrang haben, damit wir gar nicht erst integrieren müssen. Wir Bayern sind ein zutiefst christliches Volk, da nehmen wir doch nicht jede dumme Negerfratze aus dem Kral auf. Die machen hier sogar noch den anständigen Deutschen die Pfarrei streitig, und dann beschwert man sich einmal als dominierende Partei im Freistaat, und die Bevölkerung ist so aufgehetzt, dass sie sich auf die Seite von Recht und Gesetz stellt, statt gesundes Volksempfinden walten zu lassen. Sie müssen auch mal genau lesen: christlich-abendländisch. Dass Sie in Afrika von einem Kulturkreis gar nicht anfangen müssen, das ist ja wohl klar, aber abendländisch? seit wann ist denn das da Abendland? Ob Sie nun getauft sind oder nicht, meinetwegen können Sie sogar getauft sein, aber steht irgendwo in der Bibel, dass die ganzen Bimbos in den Freistaat kommen sollen?

Uns ist ja klar, dass das einen Gewissenskonflikt nach sich ziehen wird, aber den werden Sie nun mal aushalten müssen. Seehofer kriegen Sie auch nicht medikamentös weg. Natürlich werden irgendwo auch Menschen verfolgt, die sich zum Christentum bekennen – im Regelfall ist das sogar der Grund für ihre Verfolgung, da haben Sie recht – aber das kann doch nicht unser Problem sein. Bayern ist schon ein sehr reiches Land, und wir bekennen uns ganz klar zu unseren christlichen Wurzeln, aber man muss da doch auch abwägen. Bevorzugung von Christen ja, aber nur im Rahmen begrenzender Gesetze.

Wir haben da sehr wohl von den Taliban gelernt und vom Islamischen Staat. Wenn man Religion so weit instrumentalisieren kann, dass sie sämtlichen eigenen Moralvorstellungen zuwiderläuft, dann hat man eigentlich alles richtig gemacht. Ein Beispiel? können Sie gerne haben, wir nehmen das mit den verfolgten Christen. Sie kommen jetzt, sagen wir mal, aus Nigeria, und da gehören Sie schon seit der Geburt dem Christentum an. Da sind die Islamisten unterwegs und wollen die Scharia einführen, wenn Sie eine Frau sind, dürfen Sie nur in der Burka auf die Straße, oder auch gar nicht, und Ihre Kirche ist schon niedergebrannt worden, Ihren Eltern hat man totgeschlagen und Ihre Nachbarn wurden bei einer christlichen Taufzeremonie niedergemetzelt. Alles nicht schön, aber jetzt kommen Sie ausgerechnet zu uns und erwarten, dass wir jeden auf Kosten des Steuerzahlers durchfüttern?

Das war vor dem Wahlkampf. Da konnten wir noch in Ruhe sachorientierten Populismus betreiben und mussten uns nicht darauf konzentrieren, die Bundesregierung zu boykottieren. Wenn Sie als Teil der christlichen Bevölkerungsgruppe in Nigeria verfolgt werden, dann ist uns das scheißegal. Sie werden dann nicht individuell verfolgt, vermutlich schleppen Sie uns auch noch Ebola ein, und dann dürfen wir Sie an der Grenze zurückschicken. Das ist doch mal eine gemeinsame Lösung, was?

Das ist noch keine Herrschaft des Unrechts, das ist Staatsnotwehr. Weil diese sogenannten Christen, die uns hier überfluten wollen, die leben doch eine vollkommen andere Version des Christentums. Das ist nicht unser Glaube. Feindesliebe – wollen Sie mit der Bibel die Aktienkurse, Arbeitsplätze wollte ich sagen, Arbeitsplätze in der Rüstungsindustrie zerstören? Barmherzigkeit, Herrschaftszeiten! am Ende kommen Sie mir hier noch mit Gnade oder mit der Bergpredigt? Oder mit dem Grundgesetz? Dann lernen Sie uns aber mal kennen!

Unsere Bereitschaft zur Integration ist da ganz einfach überfordert, wir können nicht Christen aus einem ganz anderen Kulturkreis aufnehmen. Die sind so vollkommen anders. Jetzt stellen Sie sich mal einen Altkatholiken vor, einen Bulgarisch-Orthodoxen und einen Mennoniten, und die sollen eine Stunde lang übers Abendmahl reden. Da sind Sie doch froh, wenn keine offenen Knochenbrüche passieren. Da ist es doch mit den Arabern einfacher, da gibt’s einen Islam, der ist böse, und Schluss.

Doch, wir müssen das alles so organisieren, dass es rechtsstaatlich aussieht. Also dass es Ansprüchen ausreicht, die man an einen Rechtsstaat stellen können würde. Deshalb machen wir das mit einer strengen Einzelfallprüfung, da kann man hinterher sagen, der hat seine Chance bekommen, wenn er sie nicht nutzt, dann ist das nicht unser Problem. Wir machen das direkt an der Grenze, der potenzielle Scheinasylant kriegt eine ordentliche Schweinshaxe vorgesetzt, dann hat er einen Integrationsversuch, und dann sehen wir schon. Verweigerung? aus religiösen Gründen? Mir fällt da auch nur einer ein, aber warum fragen Sie? Wir haben das doch alles von den Kollegen in der AfD planen lassen?“





Kini

11 04 2016

„Und dann die goldene Kutsche, Herr von und zu Durchlauchtigkeit, ja gewiss doch. Wünschen der Herr Eminenz zwischendurch die Huldigungen des gemeinen Volkes entgegenzunehmen, weil, dann müssten wir es am Stachus etwas aufstauen, damit der Herr Ministerpräsident es huldvoll begrüßt.

Das ist ja noch gar nichts, Sie sollten erst mal die Tage mit richtig Föhn erleben. Dann redet er von sich grundsätzlich in der dritten Person. Fehlt nur noch, dass er sich mit Ludwig verwechselt. Und da ist es dann auch Tagesform, ob Ludwig II. oder Ludwig XIV. Naja, er findet sich selbst herrlich.

Jetzt hat er die Absetzung von de Maizière als Bundesinnenminister befohlen, wir arbeiten gerade an dem Gutachten, das die mangelnde Kompetenz und die staatsrechtliche Nichtzuständigkeit für die Außengrenzen beweisen soll. Also bei de Maizière. Als letztes Mittel wird er dann wahrscheinlich vors Bundesverfassungsgericht ziehen, oder er wird es wenigstens ankündigen. Aber wir erfahren das ja immer erst unmittelbar vorher, während er seinem Volk die Entscheidungen des Ministerpräsidenten…

Ein kleines Frühstück für den Hofstaat, Herr Hoheit, gerne, und sofort. Ich weiß nicht, ob wir einen Mastochsen im Kühlschrank haben, aber ich werde höchstpersönlich nachsehen. Darf ich den Herrn Majestät daran untergebenst erinnern, dass der Herr heute den Maibaum aufstellen wollte vor der Staatskanzlei? Ja, ich weiß sehr gut, dass es noch nicht Mai ist, aber wenn der Herr Fürst das so befohlen haben, dann machen wir das natürlich. Ja, wir werden das zurückstellen. Juni ist wunderbar, Herr Freiherr, da haben die Leute nichts zu tun und das Oktoberfest hat auch noch nicht angefangen. Das kommt ganz nach Ihrem Wunsch erst im Juli.

So geht das den ganzen Tag, Mastochse, dann möchte er Neuschwanstein auf der grünen Wiese in Garching nachbauen, nur haben wir da nicht mehr genug grüne Wiese, und dann dieser Fimmel mit goldenen Kutschen – ekelhaft. Herrschaftszeiten, als ich hier angefangen habe, da haben wir hier noch Verwaltungsarbeit gemacht, das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen. Beim Strauß, da ging’s wenigstens immer nur um Enzian, ab und zu eine Brotzeit und ein Schweinsbraten, aber wenn ich mir das heute ansehe, es ist doch kein Wunder, dass wir unmittelbar vor dem Staatsversagen sind. À propos Schweinsbraten, kennen Sie das mit dem Münchener Frühstück? Drei Maß Bier, eine Flasche Enzian, ein Paar Weißwürstl und ein Dackel. Jetzt werden Sie fragen, wozu braucht’s den Dackel, aber einer muss doch die Weißwurst…

Jetzt sofort, Herr Höchstwürden? Ich frage wegen der Ausgehuniform, die hat seit gestern einen Fleck. Der Hermelinkragen ist auch nicht aus der Reinigung zurück. Herr Präsidentissimus mussten ja unbedingt die Landesgrenze nach Baden-Württemberg persönlich verbarrikadieren und den Schlagbaum über die Autobahn legen, damit von Norden aus keine Südländer in den Freistaat hereinfluten. Sollen wir da jetzt noch was machen oder warten wir auf weitere Befehle?

Also warten wir auf weitere Befehle, der Herr Ministerpräsident wird sich irgendwas einfallen lassen. Wir dürfen ja nicht vergessen, es handelt sich um die innere Sicherheit, und für die ist der Bundesinnenminister zuständig, aber wenn der etwas macht, dann geht das nicht, weil, das ist eben so. Stellen Sie sich mal vor, ein Bundesminister hat eine Idee und macht das dann einfach – unglaublich in Bayern. Und jetzt sind die Flüchtlingszahlen auch noch rückläufig, was in anderen Worten heißt, der Bundesminister hatte recht, und es sind meines Wissens noch keine terroristischen Anschläge in Bayern gewesen, wenn man mal von den Nazis absieht, die hier ständig irgendwas anzünden, aber man muss doch der Bevölkerung ihre Sorge lassen, weil, was wäre ein besorgter Bürger ohne die? Die meisten Dinge tut man ja, weil man Angst hat – Ängste, besonders irrationale, die sind Triebfedern für das Handeln. Söder, verstehen Sie? Da würde ich ja eher Angst haben von Gespenstern, oder dass der Dobrindt eines Tages erwachsen wird.

Aber der bayerischen Wirtschaft geht’s ja noch gut. Zumindest, solange der Seehofer jede Woche eine neue Kutsche bestellt und einen Pelzmantel und einen Krönungsornat und massenweise letzte Patronen zur Grenzsicherung. Und dann dauert das immer, wenn die Kanzlerin mal nach München kommt – sie muss ja immer erst durch die Personenkontrolle, weil sie nicht die bayerische Freistaatsbürgerschaft besitzt. Erinnern Sie mich, wenn er das nächste Mal anruft, ich wollte ihn nach den Richtlinien fragen für eine offizielle bayerische Leitkultur. Sie wissen, dieses christlich-jüdische Abendland, oder wie auch immer. Neulich war er in der Kirche, er wollte, dass der Herrgott vor ihm die Knie beugt. Vermutlich, weil der ein gebürtiger Araber ist. Das ist der sogenannte Katholizismus, der hat mit Christentum nicht mehr so viel am Hut. Und wir brauchen das jetzt zum Nachlesen, weil, sonst kann man das nicht in die Integration integrieren.

Eine Ansprache ans Volk? Jetzt sofort? Das ließe sich einrichten, uns gehört ja schließlich der Bayerische Rundfunk. Wollen der Herr Oberstkönig sich jetzt doch zum Kaiser ausrufen lassen, oder ist das eine Kriegserklärung an die – Starkbieranstich? Ja, schon recht. Also die goldene Kutsche?“