Rote Null

18 08 2020

„… es einen Linksruck in der deutschen Politik geben müsse, um die sozialen und wirtschaftliche Folgen der vergangenen beiden Jahrzehnte wieder in den Griff zu bekommen. Scholz wolle bei den…“

„… diesmal aber wirklich gelingen könne. Zwar sei von den Sozialdemokraten noch nie eine Wahl in der Mitte gewonnen worden, die Partei werde diesmal aber ganz bestimmt die…“

„… durch Prestigeprojekte wie die europäische Finanztransaktionssteuer untermauern wolle, dass die SPD weder gegen die Investorenelite gerichtet sei noch vorhabe, den Sozialstaat auszuweiten. Die Linksorientierung könne vor diesem Hintergrund in einer deutlich abgemilderten Form im…“

„… mehrheitlich als konservative Stimme wahrgenommen worden sei, die jede Erneuerung innerhalb der Partei abgelehnt habe. Damit genieße Scholz intern einen sehr großen Rückhalt, da er für Kontinuität stehe und für eine sehr…“

„… könne sich die restliche SPD durchaus eine linksorientierte Politik vorstellen in einem System, in dem die Wirtschaft von der Bundesregierung per Impuls gesteuert werde und trotzdem für ihre eigenen Entscheidungen weiterhin verantwortlich bleibe. Da dies jedoch genau umgekehrt und…“

„… sich die Partei keinesfalls ins Tarifrecht einmischen werde, solange es Ausweichlösungen mit Schokolade und konsensorientierten…“

„… weder wisse, wofür er als Minister stehe, noch welche Linie seine Wirtschaftspolitik nach der Wahl verfolgen werde. Esken werte dies als typisch sozialdemokratische Programmatik, die sie nicht in der Person von Olaf Scholz, wohl aber in der Regierung eines…“

„… im Ausland bereits als stark linkslastiger, ja revolutionärer Aufbruch in eine neue europäische Ära der Sozialpolitik verstanden werde. Heil werte dies als Diffamierung, die durch die erfolgreiche Unterstützung der Bundesregierung bei Themen wie Klima- und Verkehrspolitik schon hinreichend widerlegt und daher als nicht mehr haltbare…“

„… dass die Orientierung an der Mitte für den Kanzlerkandidaten bereits eine Art Linksruck darstelle. Dies müsse durch politische Maßnahmen in die andere Richtung relativiert werden, damit der Wähler die SPD nicht den Eindruck erwecke, sich nach der Wahl als neue…“

„… auch nach der Wahl keine neuen Schulden aufnehmen werde, da dies die grundlegende im Koalitionsvertrag festgelegte Basis sei, mit der die Sozialdemokraten ihre Zukunft gestalten wollten. Aus Imagegründen wolle das designierte Kabinett aber bisher noch auf die Bezeichnung Rote Null für den designierten…“

„… kein Anlass zur Sorge sei. Schröder wisse noch aus seiner eigenen Kanzlerschaft, dass eine in der SPD lange vorher diskutierte inhaltliche Frage spätestens bei ihrer Entscheidung so gut wie keinen nennenswerten…“

„… habe Merkel dem Vizekanzler eine leichte gesellschaftliche Modernisierung empfohlen, um die Zukunftsfähigkeit der sozialen Marktwirtschaft zu sichern. Beobachter seien allerdings davon überzeugt, dass Scholz dies nicht oder nur unter erheblichen ideologischen…“

„… müsse die Partei auch erforschen, ob die Linksorientierung bei den Linken nicht als eine zeitlich begrenzte Propaganda der Sozial- oder Wirtschaftspolitik ankomme, die durch eine fiskalische Begünstigung der…“

„… mehrmals enttäuscht habe. Der deutsche Wähler sehe Scholz daher als große Hoffnung, er wolle nicht noch einmal aus anderen Gründen enttäuscht werden und vertraue darauf, dass unter den bisherigen Umständen ein vollkommen verändertes Ergebnis der…“

„… als Kompromissangebot betrachte. So werde Scholz auch Privathaushalten die Schulden erlassen, wenn diese dreistellige Milliardenbeträge pro Geschäftsjahr in die…“

„… es nichts nütze, den Wählbarkeits-Wumms bei den potenziellen Partnern einer Koalition zu bewerben, solange nicht feststehe, ob eine an der Linken orientierten Politik für die Grünen nicht auch eher hinderlich oder wenigstens…“

„… die Krise ideologisch einfach nur besser genutzt habe, obwohl er es nicht verstehe, die Deutschen in die angemessene Panik zu bringen, mit der ein Wirtschaftskrieg gegen die von Merkel angezettelten Corona-Sklaven zu gewinnen sei. Chrupalla werde nach der Machtergreifung die endgültige Ausrottung des…“

„… könne Scholz je nach den beauftragten Forschern ein Wahlergebnis zwischen fünf und fünfundsiebzig Prozent erzielen, weshalb eine klare Ausrichtung gegen die sozialdemokratisch ausgerichtete Linkspartei auch erst nach den Wahlen endgültig im…“

„… es an der Wählerschaft hänge. Unterhalb der absoluten Mehrheit werde der SPD-Kandidat nicht mit Splittergruppen links der Mitte koalieren, ab fünfzig Prozent habe er es auch nicht mehr nötig, sich mit dem…“





Rocky Horror Show

3 09 2019

„… bei den Wählern sehr hohe Sympathiewerte einfahre. Die Parteispitze sei sich aber nicht sicher, ob sie die Zulassung zur neuen Vorsitzenden auch durch die gesamte Struktur bekomme. Dennoch könne Helene Fischer mit einer…“

„… als politisch unerfahren, beratungsresistent und egozentrisch gelte, nur die große Bühne suche und selbst dort durch widerliche Penetranz ohne nennenswerte Inhalte auffalle. Scholz sei nach Ansicht von Beobachtern ungeeignet für eine…“

„… sich im nächsten Wahlkampf profilieren wolle. Stegner sehe die Sängerin kritisch, da sie nicht als Doppelspitze in den…“

„… keine dezidierte Meinung habe zu den Themen Rente, Mindestlohn und Pflege. Damit erfülle Fischer eine Grundvoraussetzung, um in der SPD auf so gut wie jede…“

„… das Management von Florian Silbereisen zugestimmt habe, dass es auch gemeinsame Auftritte auf den Bundesparteitagen geben werde. Gleichzeitig wolle man mit Das große Fest der Volkspartei ein Format im öffentlich-rechtlichen…“

„… erst dann, wenn sich ein Landesverband bereit erkläre, sie als Kandidatin aufzustellen. Es gebe bisher noch keine Meldungen, daher rechne Scholz nicht mehr mit dem…“

„… sei Fischer insbesondere für die aktuelle Situation der Sozialdemokratie ausreichend vorbereitet und könne sich gut ins personelle Umfeld einfügen. Sie habe bereits als Darstellerin in der Rocky Horror Show mit sehr vielen…“

„… von insgesamt 15 Landesverbänden nominiert worden sei. Lediglich Hamburg habe sich nicht gegen das Veto des Bundesfinanzministers…“

„… die Fortführung der Koalition mit der Union nicht mehr in Frage komme. Als Arbeitsasylantin müsse Helene Fischer natürlich sofort in ihre Heimat zurückgeführt werden. Seehofer wünsche sich für seinen 70. Geburtstag, dass sie zusammen mit anderen Ausländern wieder die…“

„… sich in Chemnitz für mehr Toleranz mit dem islamistischen Genderterror ausgesprochen habe. Für Maaßen sei Helene Fischer daher eine zionistische Infiltrantin, an deren Hetzjagden zur Zerstörung der arischen…“

„… auf den Regionalkonferenzen nur als Rednerin auftreten solle. Lauterbach habe dies bereits als Wettbewerbsverzerrung bezeichnet, da sie offenbar eine eigene politische Meinung habe und diese auch ohne Rücksicht auf den…“

„… auf die Abschiebung beharre. Seehofer sehe die UdSSR als sicheres Herkunftsland und werde höchstpersönlich die…“

„… habe Lauterbach an Fischer kritisiert, dass sie offensichtlich überhaupt keine Ahnung habe, ob die Sozialdemokraten die Koalition mit der CDU/CSU auf Bundesebene beenden sollten. Dies sei für ihn aber Grundvoraussetzung, um eine…“

„… empfehle die Partei ihr eine Kandidatur als Bundespräsidentin. Die sei zwar aussichtslos, könne sich aber durch geschickte PR-Maßnahmen in eine Deutschland-Tournee einbauen lassen und bringe netto mindestens…“

„… sei es für Fischer vollkommen unmöglich, ohne ein parteiinternes Netzwerk für den Vorsitz zu kandidieren. Sie müsse sich darüber im Klaren sein, dass sie außerhalb des Spitzengremiums so gut wie unbekannt sei und deshalb nicht auf eine Wählerschaft zählen könne, die ihr im Falle eines Sieges eine komfortable Mehrheit im…“

„… zusammen mit allen anderen Kandidaten in ein Dschungelcamp zu bringen, aus dem sie von den Fernsehzuschauern herausgewählt werden könne. Es sei nicht klar, welchen konkreten politischen Nutzen dies Vorgehen habe, deshalb sei es vom SPD-Präsidium einstimmig…“

„… werfe Lauterbach Fischer vor, sie habe bekannt, dass sie zur Fortsetzung der Koalition eine klare Meinung habe und diese auch politisch durchsetzen werde. Der Gesundheitspolitiker finde das sehr problematisch, sehe die Künstlerin als rein populistische Selbstdarstellerin und bemängele, dass sie ein Urteil haben könne, obwohl sie noch gar nicht im politischen Prozess der…“

„… kategorisch ausgeschlossen, mit ihr eine Doppelspitze zu bilden, da sie abgesehen von einer sprichwörtlich durch Null teilbaren Ausstrahlung gesanglich so begabt sei wie ein Sack Streusand. Nahles selbst habe sich über dies Urteil nicht…“

„… sich weder als Kandidat aufstellen lasse noch an der Wahl beteiligen werde. Bohlen stehe für den SPD-Vorsitz nicht zur Verfügung und werde auch keine…“

„… bestehe das Management auf mindestens drei Tanzeinlagen. Sie wolle am Parteitag nur dann teilnehmen, wenn sie in einem silbernen Badeanzug von der Decke herabschweben könne. Fischer werde sich sonst für einen anderen Anbieter…“

„… immerhin die Vorrunde moderieren werde. Bohlen habe die Zusage für insgesamt drei Shows gegeben unter der Voraussetzung, dass er alle Kandidaten persönlich rausschmeißen dürfe und nicht von…“

„… zwar nicht als klassischen politischen Führungsstil bezeichnen könne, doch sei Lauterbach von der bereits regional erprobten Aufführung SPD – Das Musical mehr als…“





Totenstarre

26 06 2019

„Also das ist äh… ja.“ „Ich würde da nichts sagen, aber wir müssen ja.“ „Könnte man da nicht irgendwie so rein strategisch einfach mal die Fresse halten?“ „Die erwarten schon, dass wir uns dazu positionieren, finde ich.“ „Krass.“ „Ja, aber nicht wieder mit irgendwelchen Wortspielen.“ „Wozu das denn? Gesine Schwan ist schon schlimm genug.“

„Sie hat sich selbst ins Gespräche gebracht.“ „Sie hat gesagt, wenn man sie denn fragen täte, würde sie nicht so tun, als würde sie nicht wollen.“ „Also Extrawürstchen.“ „Krass.“ „Das ist doch wieder dieses passiv-aggressive Getue, das einem bei der SPD eh die ganze Zeit auf die Plomben geht.“ „Weil sich da jeder bitten lässt?“ „Weil sie vorher alle so tun, als ob man sie nicht will, weil sowieso jeder weiß, keiner hat so richtig Bock auf diesen Scheißjob.“ „Deshalb will ja auch keiner.“ „Das wissen alle, es will nur keiner wissen.“ „Oder hören.“ „Weshalb es auch keiner weiß.“ „Und wir müssen jetzt die Oma aus dem Osten ranlassen, weil sonst keiner den Arsch nach vorne schiebt.“ „Immerhin ist sie Professorin.“ „Ja, an dieser Homöopathieuniversität Hogwarts an der Oder.“ „Da lernt die Jugend wenigstens noch an Dinge zu glauben, die man nicht sieht.“ „Also hat Kühnert da seinen Dachschaden erworben?“ „Wie kommen Sie denn darauf?“ „So ganz normal kann man doch als junger Mann nicht sein, wenn man mit der eigenen Großmutter eine Partei aufziehen will.“

„Immerhin verlangt sie, dass es erheblicher Unterstützung bedarf, bis sie kandidiert.“ „Tolle Wurst.“ „Was hat sie sonst angedroht?“ „Vermutlich will sie wieder Bundespräsidentin werden, wenn man sie nicht rechtzeitig verhindert.“ „Krass.“ „Wer ist so verzweifelt und stellt diese Frau noch mal auf?“ „Möglicherweise die SPD?“ „Ich sagte ‚verzweifelt‘, nicht ‚meschugge‘.“ „Und dann noch mit Kühnert als Juniorpartner!“ „Immerhin eine Rolle, mit der sich die SPD in Regierung und Opposition inzwischen ganz gut auskennt.“ „Das heißt im Umkehrschluss, dass sie es Kühnert gar nicht zutraut.“ „Also sie hat es ganz klar davon abhängig gemacht, dass Kühnert den anderen Teil der Doppelspitze macht.“ „Und sie hat gesagt, sie sei davon überzeugt, dass Kühnert es nicht will.“ „Das würde nicht mal Schröder wollen, wenn Sie ihn aus dem Flüssiggasparadies entführen würden. „Jedenfalls nicht an der Seite von Gesine Schwan.“ „Und dann haben wir es wieder, sie stellt eine Bedingung auf, von der sie vorher weiß, dass sie nicht erfüllbar ist.“ „Passiv-aggressiv.“ „Krass.“

„Ich frage mich, wie wird man so?“ „Machen Sie das mal mit.“ „Was?“ „Große Koalition. Diesen ganzen Zirkus, wenn Sie eine Chefin haben, die eigentlich ganz vernünftige Ansichten hat, aber eine Reihe von Kollegen, die besser in der geschlossenen Abteilung aufgehoben wären.“ „Stimmt, insbesondere die CSU.“ „Da kann man ja nur mit Renitenz antworten.“ „Oder so unbeweglich werden, wie das unsere Partei seit Jahren ist.“ „Verwechseln Sie das bitte nicht mit der normalen Totenstarre.“ „Dann würde Schwan ja gut zum äußeren Erscheinungsbild der SPD passen.“ „Ich bitte Sie, die Frau ist doch höchstens scheintot.“ „Also Vortäuschung falscher Tatsachen.“ „Dann ist sie auf dem Posten mindestens okay.“

„Und der Kühnert?“ „Würde ganz gut zu ihr passen.“ „Wie soll ich das denn verstehen?“ „Immerhin ist er auch einigermaßen unangepasst.“ „Aber so verzweifelt, dass er sich mit Schwan vor einen Karren spannen lässt, kann man gar nicht sein.“ „Er ist der ideale Kompromisskandidat.“ „Klar, die Kernkompetenz der SPD: Kompromisse finden, wo sie keiner gesucht hat.“ „Das klingt wie die harmonische Verbindung aus Sozialabbau und weniger Klimaschutz, ein Spiel für die ganze Familie von achtzehn bis achtzig.“ „So verbiestert würde ich das gar nicht sehen: sie ist halt die Kandidatin für Leute, die nicht unbedingt nach Fakten gehen, sondern dieses etwas angestaubte Gefühl von Willy-Brandt-Sozialismus wollen.“ „Und er macht uns dann den Helmut-Schmidt-Pragmatismus mit dem etwas spröden Charme der stabilisierenden Mittelschicht, die eine ist, weil sie keine sein will.“ „Ideologisch gesehen?“ „Ja.“ „Krass.“ „Ich meine, jetzt ist es ja auch schon egal, da können wir doch gleich die beiden nehmen.“ „Sie meinen, beschissener wird’s eh nicht mehr?“ „In der Art, ja.“ „Aber das darf doch nicht der Grund sein, jeden Murks zu veranstalten, nur weil man es kann.“ „Dann haben Sie die große Koalition offensichtlich größtenteils verdrängt.“ „Und dazu brauchen wir jetzt eine gescheiterte Leiterin einer Verwaltungsklippschule, die einer strauchelnden Volkspartei die Beine wegtritt.“ „Mit dem Joker im Gepäck.“ „Wenn Sie Kühnert meinen, das ist allenfalls ein Klabautermann auf Süßwasserfahrt.“ „Dabei hat diese Personaldebatte doch auch schon wieder Charme.“ „Finden Sie!?“ „Immerhin spricht man über die SPD, und es geht ausnahmsweise mal nicht um Inhalte.“ „Wie gesagt, die Sache mit der Kernkompetenz.“ „Ich möchte dazu jetzt nichts mehr sagen.“ „Es kann Sie keiner zwingen.“ „Jetzt ändert das ja auch nichts mehr.“ „Wie soll ich das denn verstehen?“ „Ach, das war jetzt nur so als Floskel gedacht. Interpretieren Sie da nichts rein.“ „Hm.“ „Ich meine, so verzweifelt, wie wir gerade sind, warum identifizieren sich da nicht viel mehr Leute mit uns?“ „Wir sind nicht aggressiv genug.“ „Aber passiv.“ „Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.“ „Aber sie stirbt.“ „Das ist das Schöne an unserer Politik.“ „Was?“ „Wir wissen immer genau, wo die Reise hingeht.“





Fundamentalopposition

27 06 2017

„… als einen Anschlag auf die Demokratie bezeichnet habe. Durch ihre Verweigerung von Zukunftsdebatten habe die Kanzlerin für den SPD-Kandidaten eine schwere…“

„… bisher keine Reaktion gegeben habe. Merkel sei nach einem Vortrag mit den Spitzen der Industrieverbände in den…“

„… die Qualität der Regierungspolitik nicht nach herkömmlichen Maßstäben beurteilt werden könne, da die Bundeskanzlerin in der vergangenen Legislatur nichts geleistet habe. Oppermann sei nur aus parteipolitischen Gründen noch im…“

„… das Gerücht gestreut werde, Merkel wolle diesmal kein Fernsehduell gegen den SPD-Herausforderer austragen. Dies sei zwar weder bestätigt noch widerlegt, im Willy-Brandt-Haus werde die Ablehnung allerdings bereits jetzt als vollkommen sicheres Zeichen einer…“

„… sich zur bestehenden Koalition weiterhin bekenne. Gabriel werte dies bereits als Zeichen von Schwäche und Regierungsunfähigkeit, da eine richtige Kanzlerin sich von einer Partei wie der SPD mit größtmöglicher…“

„… dem Kanzleramt vorgelegen habe. Merkel sei aus Termingründen noch nicht in der Lage gewesen, die Äußerungen des Sozialdemokraten für eine Pressemitteilung zu…“

„… müsse sich die Regierungschefin nicht wundern, wenn die übrigen Parteien das unkonkrete Auftreten als Auftakt für eine weitere ideenlose Wahlperiode, an deren Ende die Bürgerinnen und Bürger noch enttäuschter als…“

„… kein Konzept für die Finanzierung der zahlreichen Krötentunnel in Deutschland vorgelegt habe. Nahles werte dies als ein skandalöses Wegducken, das schnellstens von Karlsruhe als nicht mit dem Grundgesetz…“

„… sich auch nicht zu den zahlreichen Grundgesetzverstößen der Agenda 2010 geäußert habe, die die SPD quasi im Alleingang anprangere. Schröder vertrete die Meinung, Merkel könne einfach kein…“

„… auf eine Stellungnahme noch warten müsse, da die geopolitischen Interessen Europas unter der besonderen Berücksichtigung Frankreichs vorerst den Terminplan der Bundeskanzlerin bestimmen würden. Mit einer Reaktion dürfe die SPD jedoch spätestens bis zum…“

„… Verfassungsklage einreichen werde. Gabriel habe sich entschlossen, der Demobilisierung der deutschen Massen durch einen Sitzstreik in der uckermärkischen…“

„… den Regierungswechsel als nationale Aufgabe ansehe, an dem alle fortschrittlichen Kräfte des Landes mitarbeiten müssten. Durch ihre Verweigerung, so Oppermann, unterstreiche die Kanzlerin einmal mehr die Notwendigkeit, diese sozialdemokratisch geführte Regierung ohne eine Beteiligung der Union zu…“

„… dass die CDU außer Merkel kein Programm habe. Die Sozialdemokraten seien deshalb entschlossen, mit allen strafrechtlichen Mitteln eine Einlassung der…“

„… die Gespräche mit den Vertretern einer Handelsdelegation Vorrang gehabt hätten. Vor der angekündigten Konferenz mit dem Koalitionspartner werde Merkel jedoch noch einen weiteren Termin mit chinesischen und…“

„… dass die Bürgerinnen und Bürger keinen Vertrauensschutz genössen, wenn sich die Bundeskanzlerin nicht zu ihren geplanten Plänen in der Planung der Regierungspolitik äußern würde. Die SPD sehe sich daher gezwungen, durch eine Fundamentalopposition alles zu bekämpfen, von dem sie annehmen müsse, dass es in den kommenden vier Jahren von Interesse für die…“

„… die Demokratie bereits jetzt schweren Schaden genommen habe, da Merkel keine einzige Wahlkampfattacke gegen die SPD gestartet habe. Es dürfe nicht sein, dass nur eine einzige Partei in Deutschland die Wähler mit unausgegorenen Hirngespinsten und unfinanzierbarem…“

„… halte es für gesetzeswidrig. Müntefering habe betont, man dürfe Merkel nur an ihren vor der Wahl geäußerten Versprechen beurteilen, nicht aber an den nach der…“

„… einklagen wolle. Oppermann werde die Herausgabe eines wahltaktisch motivierten Statements vor dem Bundesverwaltungsgericht, zur Not auch vor dem Europäischen Gerichtshof für…“

„… einen Sonderparteitag einberufen werde, um die vorläufige Übernahme der Regierungsgeschäfte der Bundesrepublik durch die Sozialdemokraten zu proklamieren. Da sich die Kanzlerin inzwischen nicht mehr über die politische Lage äußere, sei auch nicht mehr anzunehmen, dass sie Teil einer legitimierten Bundesregierung sei, was zur Folge habe, dass der noch aktive Partner der Koalition automatisch in die Rolle des…“

„… das Misstrauensvotum nur noch eine Frage von Tagen sei. Da ihm bisher keiner zugehört habe, werde Oppermann dies in einer schriftlichen Fassung an die Redaktionen des…“

„… die Absetzung des Terrorregimes fordere. Wenn sich Merkel nicht binnen vierundzwanzig Stunden äußere, werde Gabriel den Einsatz der Bundeswehr im Innern…“

„… den SPD-Spitzenkandidaten schon lange und gut kenne. Sie habe Schulz ihr vollstes Vertrauen ausgesprochen und werde mit ihm als Vertreter der Koalitionspartei eine auch in Zukunft sehr…“





Destruktionstechnisch

20 04 2016

„Wir müssen jetzt alle sehr, sehr gut auf Sigmar aufpassen.“ „Damit er nicht ganz so frustriert ist?“ „Quatsch. Vielleicht bietet er uns seinen Rücktritt an, und aus Versehen kriegt es keiner mit.“

„Wir sind uns da wohl einig: der Mann muss weg.“ „Ist doch gar nicht mehr so lange.“ „Noch anderthalb Jahre. Und wir sind schon unter zwanzig Prozent.“ „Und wenn wir den Namen verkaufen?“ „Den nimmt keiner mehr. Nicht einmal ironisch.“ „Hm. Ja, dann muss Gabriel wohl weg.“ „Die Deutsche Bahn hat doch bisher…“ „Nee, die sind doof, aber so doof auch wieder nicht.“ „Tja.“

„Wir könnten vielleicht mit einer anderen Partei fusionieren.“ „Sie haben an die Linken gedacht?“ „Ach was, dann müssten wir am Ende noch soziale Politik machen. Oder sogar sozialdemokratische.“ „Stimmt, das geht nicht.“ „Oder sozialistische.“ „Ich will das nicht hören.“ „Oder…“ „Ich will das nicht mehr hören, klar!?“ „Dann könnten wir uns doch mit der CSU verständigen.“ „Weil Gabriel auch die AfD rechts überholen will?“ „Weil die auch Erfahrung als Steigbügelhalter der CDU haben und bis heute nicht aus einer Regierung geflogen sind, ganz egal, was sie da gerade anstellen.“ „Aber eigentlich sind wir doch schon eine Art erweitertes Stimmreservoir für die CDU.“ „Das sieht dann aber besser aus, wenn die Union gleich die Mehrheit hat und nicht mehr mit so einer unsicheren Partei wie uns koalieren muss.“ „Auch wieder wahr.“

„Wenn wir mit der FDP fusionieren?“ „Als sozialneoliberaler Kleinkoalitionsbausatz?“ „Das Soziale kann man notfalls irgendwann abschmelzen und sich auf die neoliberale Linie konzentrieren.“ „Wozu brauchen wir dann die FDP?“ „Die können uns vielleicht ein paar Tipps geben, wie das mit der Auferstehung von den Toten klappt. Sie haben ja so etwas schon hinter sich.“ „Aber die sind ihre Vorsitzenden irgendwie immer losgeworden.“ „Die haben eben ein noch entspannteres Verhältnis zum Kündigungsschutz als wir.“ „Oder wir werden auch so, wenn wir auf die fünf Prozent zugehen.“

„Könnten wir ihn nicht irgendwie abschieben?“ „Nach Ägypten? die nehmen mittlerweile auch nicht mehr jeden.“ „Mist, und ich dachte schon…“ „Nordkorea?“ „Importieren die Waffen?“ „Die bauen selbst.“ „Schade.“

„Und wenn wir es wie einen Unfall aussehen lassen?“ „Entschuldigung, wonach sah denn die SPD in den letzten zehn Jahren sonst aus?“ „Nein, ich meine die Wahlergebnisse.“ „Ich auch.“ „Dann wäre es doch ganz einfach, wenn wir ihn die Partei an die Wand fahren ließen, und dann ist er weg.“ „Wir auch.“ „Stimmt. Das heißt, Sie. Ich habe ja noch einen Posten im Aufsichtsrat.“ „Warum wundert mich das jetzt nicht?“ „Eigentlich müssten wir doch nur darauf warten, bis die Partei ihren Vorsitzenden zerlegt.“ „Naja, andersherum wird das auch kaum noch möglich sein.“ „Nein, ich meine das auch eher so destruktionstechnisch.“ „Destruktionstechnisch?“ „Bisher hat die SPD alles unterstützt, was sie eigentlich zerstören wollte.“ „Den Neoliberalismus, sinnlose Deregulierungen, Freihandelsabkommen, Sozialabbau, stimmt.“ „Und irgendwann haben die Sachen dann angefangen, die SPD zu zerstören.“ „Und das funktioniert jetzt doch andersherum?“ „Bestimmt. Also hoffentlich, ich meine: es kann nicht ganz ausgeschlossen werden.“

„Die Leute wählen uns doch auch deshalb nicht mehr, weil wir keine Antworten mehr haben.“ „Kein Wunder, haben Sie etwa eine Antwort auf Sigmar Gabriel?“ „Es gäbe da schon Antworten, aber dann haben Sie hinterher nie wieder eine Frage.“ „Gibt es da nicht irgendwas in Brüssel, wo wir den endlagern könnten?“ „Damit er uns da als Kommissar auf den Senkel geht?“ „Wir könnten ihn da doch als Freihandelsknalltüte einschleusen.“ „Dann wird dieses TTIP nie etwas.“ „Na bitte, ist der Alte ja tatsächlich noch zu etwas nutze.“ „Win-Win? ich glaube das erst, wenn ich es sehe.“

„Wir könnten das auch gesamtgesellschaftlich betrachten.“ „Wollen Sie mir jetzt eine Therapie aufdrängen?“ „Nein, aber schauen Sie mal: es gibt in näherer Zukunft immer weniger Geringverdiener, und die stellen ja für uns das größte Problem dar.“ „Sie reden jetzt wieder die Wahlergebnisse?“ „Auch, aber da wäre ja noch das mit den Renten. Die Leute wachsen ja nicht einfach so nach.“ „Aha, dann verfestigt sich also jetzt ein Trend, und dann sind die Wähler langfristig weg…“ „Das ist ein ganz natürlicher Vorgang. Irgendwie organisch.“ „Und wenn die SPD dann irgendwann nicht mehr da ist, ist auch Gabriel weg.“ „Logisch. Es sei denn, er verhungert vorher.“ „An seiner Rente wird’s dann ja wohl nicht liegen.“

„Mal ganz am Rande, wer verwaltet denn dann den Nachlass?“ „Schmidt ist nicht mehr da, oder?“ „Ich fürchte, er ist momentan nicht zu sprechen.“ „Die Wirtschaft?“ „Als die Wirtschaft das letzte Mal der SPD helfen wollte, weil die SPD der Wirtschaft geholfen hat, fing die große Scheiße an.“ „Verstehe. Und sonst?“ „Ich habe keine Ahnung, was man noch machen könnte. Eine richtig große Sache mit einer Persönlichkeit, so ein symbolischer Akt, dass es mit der Sozialdemokratie wieder aufwärts geht?“ „Schröder?“ „Mensch, genial! das wird der Renner!“ „Sie meinen, dass wir bei der nächsten Bundestagswahl mit Schröder ernsthafte Chancen auf den…“ „Wer redet denn von der Wahl – wir stellen Schröder an die Wand! live im Vorabendprogramm! Meinen Sie ernsthaft, danach redet noch einer von Sigmar Gabriel!?“





Erbe der Entrechteten

27 01 2016

„Ja, haben Sie denn nicht so etwas wie eine Rechtsabteilung? Wer macht das denn bei Ihnen, die Steinbach doch? Ach so, das konnte ich nicht wissen. Aber Sie müssen doch irgendeinen haben, der bei Ihnen so Ideologiekram macht, oder? So langsam wird es hier ja ungemütlich – hier bei uns in der SPD.

Der Kollege Oppermann hat es mir hier mal aufgeschrieben, der Zettel muss irgendwo noch herumfliegen. Sie treiben der AfD die Wähler zu. Es gibt da immer mehr rechte Spinner, die sich mit irgendwelchen Naziparolen profilieren wollen, und diese PEGIDA-Deppen sind auch ein Problem, und dann wollen sie alle Ausländer rauswerfen und… Nein, das liegt nicht am Rechtskurs der Union, im Gegenteil. Das liegt daran, dass Sie überhaupt keinen mehr haben. Also keinen Rechtskurs.

Früher konnte man bei der CDU noch gegen Ausländer unterschreiben! Kinder statt Inder! Das Boot war voll! Das ist doch unverantwortlich, was Frau Merkel anzettelt – demokratische Verhältnisse, und das in einer konservativen Volkspartei! Dass die Frau sich nicht schämt! Ich meine, wir sind in einer Regierungskoalition, aber das heißt doch noch lange nicht, dass wir auf den Koalitionspartner auch Rücksicht nehmen müssen. Sie müssen auf uns Rücksicht nehmen, so sieht’s ja wohl mal aus!

Die CDU ist nicht mehr rechts genug. Sie müssen zu unserer Position jetzt ein Gegengewicht bilden, sonst wandern noch mehr Wähler zu den Rechtspopulisten ab. Meine Güte, Sie sehen doch unser Dilemma! Erst waren wir nicht links, dann sollen wir nicht rechts sein – das hält doch auf Dauer keine Partei aus!

Wenn Sie jetzt, nur mal so als Vorschlag, dem Seehofer so kleine Aussetzer erlauben würden, immer mal wieder an der Verfassung vorbei, nur ein bisschen volksverhetzend, und dann… machen Sie schon? Das entzog sich bisher meiner Kenntnis. Aber das reicht doch nicht! Der treibt ja der AfD die Wähler in die Arme, weil er immerzu neue Ultimaten stellt, immer neue Forderungen, die nicht durchsetzbar sind, ständig neue Schnapsideen. Wir kommen da doch gar nicht mehr hinterher, verstehen Sie? Unser Parteivorsitzender, der Herr Gabriel, hat doch schon öffentlich gesagt, er wolle mit den besorgten Bürgern über ihre Ängste reden. Mehr Anerkennung kriegen Sie doch für diese Vollidioten nicht hin. Wenn Sie denen zuhören und Ihnen die Ohren zu bluten anfangen, das ist doch schon ein Ritterschlag, wenn Sie denen nicht sofort ins Gesicht brechen. Aber das kann der Mann doch nicht alleine leisten! das muss doch die Union auch mittragen!

Jetzt hören Sie mir auf mit Friedrich! der Mann gehört doch zum Problemkomplex Bayern dazu, das gilt doch nicht! Und bei Schäuble, das sind ja auch nur halbherzige Versuche. Nein, Sie müssen Frau Merkel sagen, dass die CDU einen ordentlichen Rechtsruck braucht, um unser Land vor den Nazis zu retten.

Wir hatten auch schon eine Demo angekündigt, um so eine Asylantenbude aufzumischen, aber dann hat uns die Frau Kraft wieder zurückgepfiffen. So geht das doch nicht weiter! Wie sollen wir denn da ein Image aufbauen? unter diesem Vorsitzenden? Wir waren mal die Rächer der Enterbten – jetzt will Gabriel bloß noch ans Erbe der Entrechteten!

Mensch, das hat doch früher so dufte geklappt! Wissen Sie noch, damals – Frau Merkel hat ja selbst gesagt, Multikulti sei gescheitert! komplett gescheitert sei das, das hat sie damals gesagt! Wenn sie heute noch mal so einen raushauen würde, das wäre ein Segen für diese Republik. Endlich wieder klare Verhältnisse!

Naja, alternativ könnten wir natürlich unsere Strategie segmentabhängig erweitern. Wenn wir zum Beispiel die Nahles mit dem Satz losschicken, der Islam gehöre historisch nicht zu Deutschland, das würde uns wichtige Marktanteile sichern. Auf der anderen Seite würde sich die Hälfte der Wähler fragen, wie die Alte so etwas ohne fremde Hilfe rauskriegt. Wir hatten vor, eine flüchtlingsbedingte Rentenkürzung ins Spiel zu bringen – da kam uns Schäuble mit seiner Benzingeschichte zuvor. Aber das sage ich Ihnen, das war halbherzig! Damit treiben Sie uns noch mehr in die Enge, und ich möchte nicht wissen, wie Gabriel reagiert, wenn er das nächste Mal solche Querschläger abkriegt.

Er hat sich doch in der Flüchtlingsfrage schon mit einem klaren Ja-aber darauf festgelegt, dass er noch nicht weiß, in welche Richtung er kippt. Wenn er jetzt nachlegen muss und eine Obergrenze fordert und dann noch dauerhafte Grenzschließung und einen Schießbefehl und Deutschland den Deutschen und Ausländer raus, also ich weiß ja nicht – würden Sie das als Koalitionspartner mittragen? Wenn wir da Geschlossenheit erreichen könnten, Gabriel würde sicher mit sich reden lassen, und vielleicht streichelt Frau Merkel auch mal wieder ein kleines Mädchen und freut sich dann mit ihr auf die Abschiebung und…

Also das wäre okay? Gut, das ist ja schon mal etwas. Dann sagt unser Vorsitzender auf dem nächsten Parteitag, dass Dresden schön deutsch bleiben soll, wir kriegen fünfzehn Prozent, und dann können wir den Fettsack absägen. Das sind doch endlich mal wieder Perspektiven für die SPD!“





Die Schrägheit der Masse

25 10 2015

Da stapelt brav der junge Mann
im Gang Konserven auf.
Dass das niemals gut gehen kann –
na gut, noch eine drauf.
Da wackelt’s schon. Von unten her
ein Beben. Ach, der Mut
sinkt ihm, und alles poltert schwer
und fällt und rollt und ruht.
  Wenn das ein bisschen
    wippt
      und wippt,
  wen wundert’s, dass es
    kippt
    und kippt.
  Vom Eingang bis zur Kasse:
    die Schrägheit
      der Masse.

Gespült ist alles Porzellan,
jetzt kommt es in den Schrank.
Babette hat alles wohlgetan,
sie stellt es auf die Bank.
Sie setzt die Teller Schicht um Schicht,
da naht schon das Verderben:
ein Kännchen rutscht, und alles bricht
und springt umher in Scherben.
  Wenn das ein bisschen
    wippt
      und wippt,
  wen wundert’s, dass es
    kippt
    und kippt.
  Vom Schälchen bis zur Tasse:
    die Schrägheit
      der Masse.

Die SPD, sie schwankt und sinnt,
bewegt sich, weil sie muss,
und findet, wenn sie mal beginnt
doch nicht zum rechten Schluss.
Doch wenn sie… nein, das ist zu viel
gehofft. Schon knickt sie ein.
Es ist doch stets dasselbe Spiel
und wird nie anders sein.
  Wenn das ein bisschen
    wippt
      und wippt,
  wen wundert’s, dass es
    kippt
    und kippt.
  Verrat mit Lust die Klasse:
    die Schrägheit
      der Masse.





Friendly Fire

27 07 2015

„… dass Merkel einen ausgezeichneten Job als Bundeskanzlerin mache, weshalb man sich langfristig in der Rolle des Juniorpartners in einer Großen Koalition…“

„… sich Gabriel bis mittags nicht geäußert habe. Er sei dann für zwei Stunden vom absoluten Gegenteil überzeugt gewesen, habe ab den frühen Abendstunden exakt Albigs Urteil vertreten und sei dann wieder…“

„… sei Opposition Mist, was insbesondere dann gelte, wenn diese Rolle von der SPD…“

„… auch nach Steinbrücks Überzeugung. Der ehemalige Kanzlerkandidat habe über seine Partei gesagt, momentan erscheine sie ihm kaum präsent, zentrale Zukunftsfragen zu thematisieren, weshalb er selbst nicht mehr gegen Merkel…“

„… nach dem Verfahren der Organspende vorgehen wolle. Jeder, der nicht ausdrücklich einer Kanzlerkandidatur widersprochen habe, müsse in den kommenden 18 Monaten damit rechnen, von der Parteispitze als…“

„… uneingeschränkt der Partei die Schuld gegeben habe, da sie seine Politik den Wählern nur unzureichend erkläre. Gabriel habe versichert, er könne mindestens tausendmal so viele Stimmen einfahren, wenn der Deutsche nicht so ein hysterisches…“

„… da zwischen Union und SPD so gut wie kein programmatischer Unterschied mehr bestehe. Es sei also damit zu rechnen, dass der Wähler 2017 komplett zu den Sozialdemokraten überlaufe und Gabriel mit überwältigender Mehrheit zu…“

„… bei 25 Prozent eine deutliche Dominanz in der Regierungsarbeit vernehme. Oppermann sei davon überzeugt, dass es sich in Wahrheit um eine Minderheitenregierung der Sozialdemokraten handle, die Merkel als Kanzlerin nur dulde und ansonsten ihre eigenen politischen…“

„… vollkommen verzerrt dargestellt habe. Merkel sei keine ausgezeichnete Regierungschefin, Gabriel habe bloß im Vergleich mit ihr keine nennenswerten…“

„… er nicht bekloppt sei. Außerdem sei Schmidt mit Vorträgen und publizistischen Aufgaben bis 2023 ausgebucht und wolle sich nicht mehr in die Tagespolitik der hinterbliebenen Partei…“

„… die These von Oppermann stütze, da sich die SPD inzwischen exakt so positioniere wie die Union während der vergangenen…“

„… wolle sich Schulz einer Herausforderung 2017 nur dann stellen, wenn gesichert sei, dass er trotz eines wie zu erwartenden negativen Ausganges weiterhin seine vollen Bezüge als Präsident des…“

„… dass Merkel die Wähler seit Beginn ihrer Kanzlerschaft fortwährend belogen, betrogen und hinters Licht geführt habe. Die jetzige Parteiführung sei kompetent genug, 2017 nahtlos an diese Erfolge…“

„… auch beim Absinken auf knapp unter 20 Prozent noch nicht Schaden nehmen müsse. Steinmeier prophezeie seiner Partei eine große Zukunft, wenn sie weiterhin die Regierung quasi von unten…“

„… habe Merkel dies Lob nur verdient, da sie seit Anfang an die sozialdemokratische Politik kopiert und perfektioniert habe. Daher sei ein überraschender Sieg der SPD durchaus sehr…“

„… sei die Sozialdemokratie zu sehr auf die soziale Gerechtigkeit fixiert und müsse viel wirtschaftsfreundlicher werden, um auch bei den Arbeitnehmern und in der Mittelschicht eine Ausweitung ihres Wählerpotenzials…“

„… nicht bestätigt, ob die Kanzlerin Gabriel dafür tatsächlich ihr vollstes…“

„… eine Kandidatensuche ohne Denkverbote für starke Verunsicherung an der SPD-Basis gesorgt habe. Oppermann habe bekräftigt, dass jeder, abgesehen von Andrea Nahles, gut genug sei für…“

„… dass auch ein weiterer, erwartbar dramatischer Stimmenverlust keinesfalls Anlass zur Sorge sei. Man wisse beispielsweise von der Homöopathie, dass mit dem Abnehmen der Substanz ein erhebliches Maß an…“

„… eigene Standpunkt setzen müsse. Wenn Merkel an der Sozialdemokratisierung der Union gearbeitet habe, müsse die SPD nun noch viel stärker auf die konservative Mitte der…“

„… dass Albig sich auch dialektisch geäußert haben könne. Er habe mit keinem Wort in seinem Interview einen möglichen Nachfolger für Merkel genannt, schon gar keinen, der ebenfalls einer so ausgezeichneten Kanzlerschaft fähig sei, was klar aussage, dass die SPD mit vielen Politikern der Union mit nur einer einzigen Kanzlerin bei den kommenden Wahlen haushoch…“

„… es vollkommen gleichgültig sei, wer dem Volkswillen mit der Umsetzung von TTIP oder der Vorratsdatenspeicherung…“

„… lobe Schröder seine Partei als absolut authentisch, da sie als einzige die Folgen der Agenda 2010 an sich selbst ausprobiere: wie man durch tapferes Festhalten an einer Ideologie immer schneller und immer tiefer in die Scheiße einer ausweglosen…“

„… könne nur ein Wechsel an der Parteispitze und eine thematische Neuorientierung der SPD sie ihrem Umfragetief holen. Er sei für einen Neuanfang bereit und stelle sich der Herausforderung, so Sarrazin, der mit überwältigender Mehrheit zum…“





Hier, na – !

22 06 2015

05:44 – Der Vizekanzler schreckt hoch. Hatte er vergessen, den Wecker zu stellen? Er wartet nicht auf den Ton der Signaluhr, sondern stürmt sofort in die Küche, um die Kaffeemaschine anzustellen.

05:45 – Enervierendes Fiepen vom Nachttisch lässt keinen Zweifel: Gabriel hatte nicht vergessen, den Wecker anzustellen. Er hat nur vergessen, ihn auszustellen.

05:47 – Das Zähneputzen geht heute ein bisschen langsamer, denn der Wirtschaftsminister hatte wieder einmal nicht daran gedacht, die elektrische Bürste am Vortag auszuknipsen. Die Batterien sind neu, nur der Saft ist weg. Irgendetwas lässt ihn an seine Partei denken, ihm ist nur gerade entfallen, was das ist.

06:01 – Jetzt fällt ihm wieder ein, warum seit drei Minuten Sturm geklingelt wird: Gabriel muss ins Ministerium, obwohl Montag ist. Immer diese unvorhergesehenen Ereignisse.

06:03 – Die junge Dame mit dem Kleinwagen fühlt sich unangenehm berührt, als der Parteivorsitzende sich hin plötzlich neben sie quetscht. Minuten später fällt ihm wieder ein, dass er seinen eigenen Dienstwagen hat, der direkt vor seiner Haustür steht.

06:29 – Auf dem Weg ins Kanzleramt poltert Gabriel ins Autotelefon, dass er die Atommüllkonzerne sofort dem Erdboden gleichmachen werde, wenn sie nicht sofort hüpfen wollen. Zeitnah fällt ihm ein, dass sein Fahrer ihn zuvor von einem schweren Defekt der Fernsprechanlage unterrichtet hatte. Er telefoniert aus persönlichen Gründen für den Rest der Fahrt mit dem Papst, Prinzessin Lillifee und Angela Merkel.

07:04 – Gabriel marschiert im Stechschritt ins Kanzleramt ein. Sein Fahrer geleitet ihn mit freundlichen Worten wieder zum Auto.

07:32 – Der Vize erscheint gerade noch pünktlich, um sein Grußwort bei der nigerianischen Wirtschaftsdelegation zu verlesen. „Sehr geehrte Damen“, beginnt er, „sehr geehrte Herren, lieber Neger.“

08:13 – Die Einladung der ostdeutschen Landsleute, wieder einmal im herzlichen Einvernehmen über die Entwicklung der deutschen Gesellschaft zu diskutieren, kommt etwas plötzlich. Der Vorsitzende erinnert sich überhaupt nicht, je eine Gruppierung wie PEGIDA gesehen oder gehört zu haben.

08:48 – Die DAX-Vorstände schicken Gabriel ein Fax: mit dem Mindestlohn drohe Deutschland bereits in den kommenden Tagen der Ruin. Fünf minderjährige Prostituierte aus Vietnam seien für einen Vorstandsvorsitzenden noch bezahlbar, daneben ein Lamborghini und ein Zentner Kokain, dann müsse er wieder eine ganze Stunde lang auf seine Kohle warten. Der Sozialdemokrat kann sich nicht erinnern, den Proletarierschweinen je so etwas wie Geld versprochen zu haben.

09:23 – In der Post kommt Gabriels aktueller Rentenbescheid. Gut, dass er mit gezielter Parteiführung dafür Sorge getragen hat, nicht bis 63 erwerbstätig sein zu können.

09:40 – Probeaufnahmen für den wöchentlichen BILD-Artikel. Die Fotografin geht enttäuscht aus dem Ministerbüro. Gabriel hat wieder einmal vergessen, sich 18 auf die Schuhsohlen zu kleben.

10:22 – Den Wirtschaftsminister quält ein unangenehmes Gefühl beim Sitzen. Nach dem Urteil der eilig einberufenen Expertenkommission leidet er unter Rückgrat. Mehrere erfahrene Genossen klopfen ihm aufmunternd auf die Schulter. Sie sagen ihm, in der guten alten SPD gehe das irgendwann von selbst wieder weg.

10:59 – In seinem Veranstaltungskalender entdeckt Gabriel eine Feierstunde der Bundespartei. Er schreit seinen Referenten an, weil der ihm keine Festrede geschrieben hat. Der Referent macht ihn darauf aufmerksam, dass es sich um eine Veranstaltung im Konrad-Adenauer-Haus handelt. Gabriel feuert den Referenten.

11:05 – Endlich erreicht Merkels Stellvertreter jemanden im Kanzleramt. Er fragt, ob er den Herrn Bundeskanzler sprechen könne. Herr Schröder, teilt ihm die Telefonstimme leicht irritiert fest, sei schon länger nicht mehr im Haus gesehen worden. Gabriel legt frustriert auf. Nicht einmal seinen Namen können sich diese Leute merken.

11:24 – Pressevertreter erkundigen sich nach dem Stand der Finanzkrise in Griechenland. Der Wirtschaftsminister bittet um ein kurzes Update seit 2005. Er ist dann wieder im Bild und überlegt sofort, ob man der griechischen Regierung nicht einen Kredit geben könnte.

12:02 – Die neue Arbeitsmarktstatistik trifft ein. Angesichts der immer weiter steigenden Zahl der Arbeitnehmer in untypischen Beschäftigungen beschließt Gabriel, der CDU eine Nachricht zu schreiben, in der er sie für die unmenschlichen Arbeitsmarktreformen während der Koalition mit der FDP zur Rede stellen will.

12:40 – Der Fachkräftemangel ist auch in der Reinigungsbranche angekommen. Gabriel überfliegt kurz die Zahlen und teilt der Arbeitsministerin per Fax mit, dass dies Problem mit der Vorratsdatenspeicherung schon längst gelöst worden wäre.

12:43 – Zufällig anwesende Journalisten werden gedrängt, auf dem Gehweg vor dem Ministerium zu warten, bis der Vizekanzler das Haus verlässt und grußlos an ihnen vorbei schreitet. Er ist jetzt in einigen Nachrichtensendungen, vorausgesetzt, Lettland und Vanuatu zeigen Sigmar Gabriel.

12:59 – In Hessen hat es in einem Chemiewerke eine leichte Explosion gegeben. Nach Rücksprache mit dem Justizminister ist Gabriel der Ansicht, dass ein Terroranschlag nicht ausgeschlossen werden kann.

13:07 – Laut hessischer Landespolizei hat es sich bei der Explosion lediglich um den Zusammenstoß zweier leerer Kesselwagen gehandelt, es entstand nur leichter Blechschaden. Eine konkrete Gefährdung der Bevölkerung bestand zu keinem Zeitpunkt. Auf die Rückfrage der Kanzlerin, wer die Geschichte mit dem Terroranschlag in die Welt gesetzt hat, lässt Gabriel aus Überzeugung dem Kollegen Maas den Vortritt.

13:50 – Immer mehr Akademiker müssen nach ihrem Hochschulabschluss in fachfremden Berufen arbeiten. Um sich auf die nächste Generaldebatte im Deutschen Bundestag vorzubereiten schreibt der Wirtschaftsminister eine Rede, in der er die zu schnelle Umsetzung von TTIP für dieses Problem verantwortlich macht.

14:01 – Tief betroffen nimmt der große Arbeiterführer teil an einer Mahnwache für die Opfer der Spitzensteuersätze. In einem sehr intimen Moment beschließt er, diese Schmach an den Leistungsträgern mit noch mehr Ausnahmen beim Mindestlohn zu tilgen.

14:43 – Gabriel ist der Ansicht, laut Maas müsse sich auf jeden Fall um eine islamistische Drohne gehandelt haben, schon des Knalls wegen. Er meint dabei ausnahmsweise nicht seinen.

15:22 – Eine Einladung national gesinnter Dresdner zum gemeinsamen Spaziergang muss Gabriel aus Zeitgründen verschieben. Um das Interview mit BILD schnellstmöglich nachzuholen, empfiehlt er, den Genossen Sarrazin als Gastredner zu empfangen.

15:39 – Die Ergebnisse der letzten Sonntagsfrage sind da. Die SPD verliert in einigen Großstädten erdrutschartig und büßt in den Flächenstaaten bis zu zwei Drittel ihrer Stimmen ein. Der Vorsitzende frohlockt: mit der Union hat seine Partei immer noch eine absolute Mehrheit.

15:58 – Gabriel fordert die Regierung auf, mehr für die Flüchtlinge aus Afrika zu unternehmen. Auf den Hinweis seiner Bürokraft, dass er als Vizekanzler in der Regierung sitzen würde, um die angemahnten Maßnahmen selbst umsetzen, führt zu einen längeren Tobsuchtsanfall. Danach beruhigt sich der Vizekanzler, da er sich nicht mehr an den Anlass erinnert.

16:16 – Der Bundesparteitag will geplant werden. Gabriel fragt zur Sicherheit vorher, um welchen es sich handelt.

16:49 – Die Dresdner weisen das Ansinnen der Sozialdemokaten entschieden zurück, da Sarrazin ihrer Ansicht nach politisch extreme Äußerungen tätigen würde. Gabriel ist empört. Als Kommunisten würde er seinen alten Parteifreund nie bezeichnen.

17:10 – Im Gespräch mit der Generalsekretärin stellt Gabriel fest, dass den Sozialdemokraten die Regierungsfähigkeit rapide verlustig geht. Ihn stört das nicht, es kommt ihm höchstens auf Mitregierungsfähigkeit an, da er sonst den eigenen Müll dieser Legislaturperiode beseitigen müsste.

18:20 – Bei der Neueröffnung eines Berliner Fünf-Sterne-Hotels hält Gabriel eine kleine Rede, in der er die Bedeutung der Wirtschaftselite für die Globalisierung des Finanzkapitals herausstreicht. Daneben nimmt er einen kleinen Imbiss ein, ein halbes Spanferkel mit gemischtem Salat. Die von ihm angestrebte Summe an Nebeneinkünften für diesen Tag ist damit erreicht.

18:55 – Gabriels Fahrer erhält einen Strafzettel für mehrmaliges Überfahren roter Ampeln. Er behauptet, er habe dies zwar aus eigener, freier Entscheidung so getan, sei aber dennoch dem Parteivorsitzenden gefolgt. Der Parteivorsitzende steckt das Ticket zu den anderen, die er am Ende der Woche Heiko Maas auf den Schreibtisch legen lässt.

19:25 – Nochmals ermahnt Gabriel die Regierung, ihre Regierungsfähigkeit nicht aufs Spiel zu setzen. Sollte die Bundesregierung nicht wie vorgesehen regieren, droht er mit seinem sofortigen Rücktritt und anschließenden Neuwahlen.

19:26 – Merkel schickt eine SMS: „Mach doch!“

20:12 – Der BILD-Artikel kommt zum Probelesen. Foto und Text sind aufgemacht, als würde ein krakeelender AfD-Funktionär rechtspopulistischen Unfug absondern. Gabriel ist sehr zufrieden mit sich.

21:00 – Der Wirtschaftsminister warnt noch einmal eindrücklich vor der Einführung des Euro und besteigt dann seinen Dienstwagen.

21:35 – Der Fahrer von Gabriels Auto wird nochmals angehalten, da aus dem Kofferraum eine Hand ragt. Das Strafmandat geht als Serviceleistung der Berliner Polizei unmittelbar ins Bundesjustizministerium.

22:21 – Vor dem Schlafengehen prägt sich Sigmar Gabriel noch schnell seinen eigenen Wikipedia-Eintrag ein. Die flüchtige Kontrolle im Spiegel legt nahe, dass er doch nicht Markus Söder ist. Verwirrt steigt er ins Bett, grübelt noch ein bisschen und vergisst dann, warum er dort liegt. Darüber schläft er ein.





Hauptsache würdevoll

20 04 2015

„Ja, da muss man den Dingen ins Auge blicken. Das ist manchmal das Schwerste, wissen Sie, und unserer Erfahrung nach kommt das immer auch ganz plötzlich. Auch und gerade dann, wenn man sich lange und intensiv gedanklich auf den Abschied schon vorbereitet hat, gedanklich und im Gespräch, wenn man seine eigene Perspektive auch ein Stück weit überdacht hat und sich denkt, man hätte in der Vergangenheit vielleicht vieles ganz anders gemacht – aber wenn es dann so weit ist, das ist natürlich immer noch ein eigenartiger Moment.

Wobei, es soll jetzt um Himmelswillen nicht herzlos klingen, aber oft ist es doch auch so, dass man im zweiten Augenblick sagt: es ist doch besser so. Das Leiden, das so lange Kraft geraubt und die Situation hoffnungslos gemacht hat, es ist jetzt vorüber. Hat sich, wenn Sie so wollen, an einen anderen Ort transformiert, und wir können nur jetzt nicht erkennen, ob es da ein Fortleben gibt, eine Form von Fortbestehen, wofür man gelebt hat und geliebt und gestritten, wissen Sie, das muss dann jeder mit sich selbst ausmachen, da kann man keinem eine endgültige Botschaft mitgeben. Es kommt da sehrt auf das Individuelle an, wissen Sie, und unserer Erfahrung nach entdeckt man dann in der Vergangenheit plötzlich auch Dinge, die einem plötzlich sehr wichtig scheinen und die man vorher gar nicht so bedacht hatte. Was man besser noch gesagt hätte, bevor es zu spät war, oder vielleicht auch, was man besser noch verschwiegen hätte. Was man nicht mehr ändern kann, wissen Sie, und das ist unserer Erfahrung nach manchmal auch sehr viel. Wichtige Dinge, und die trägt man dann mit sich, auch wenn man weiß, dass es eine zusätzliche Last ist, von der man sich befreien muss.

Die Trauerarbeit können Sie gerne auch in den kommenden Wochen und Monaten dazubuchen, dann kostet das nichts extra. Wichtig ist jetzt erst mal, dass wir die richtigen Schritte gemeinsam gehen, in ein neues Leben, wenn Sie so wollen ist das der Gang, den die Verwaltung oder die öffentliche Hand auch vorgesehen hat, wir leben nun mal in einem Staat, in dem sehr wenig Rücksicht auf unsere tiefsten Gefühle genommen wird, aber unserer Erfahrung nach findet sich dadurch auch oft schnell eine neue Perspektive, eine Orientierung, wie das Leben weiterläuft, weil man nicht einfach die Hände in den Schoß legen kann. Sie werden sehen, das hilft.

Natürlich würdevoll, Hauptsache: in Würde. Man kann da ja auch schon für den kleinen Geldbeutel ein paar schöne Sachen tun, es muss nicht immer so groß und pompös sein, wissen Sie, unserer Erfahrung nach kommen doch gerade die kleinen Dinge von Herzen. Also Blumenschmuck würde ich uni nehmen, maximal zwei Farben, und nicht mehr als drei Stiele pro Trauergast. Naja, dann machen wir ein Gesteck mehr. Platz ist ja, der Sarg ist nicht gerade schmal. Wenn Sie mich fragen, klassische Form. Das ist dann auch schnell wieder entsorgt.

Nehmen Sie lieber das Kondolenzbuch hier. Abwaschbar, man weiß ja nicht, was man bei der Gelegenheit alles anfasst. Oder wen. Wissen Sie, unserer Erfahrung nach kommt es nur auf ganz wenige Dinge an, die man von so einem Abschied auch behält. Vieles lässt man doch zurück, weil man sich in so einer Situation nicht mehr mit den jüngsten Erinnerungen belasten will, mit den schweren Stunden, in denen man immer noch versucht, ein Lichtlein zu sehen in der Ferne, und dann ist man natürlich verzweifelt, wissen Sie, und unserer Erfahrung nach sind es dann diese ganz starken Symbole, Dinge für die Ewigkeit, die mit der Zeit auch ein eigenes Gesicht bekommen, einen eigenen Wert, und ich würde durchaus Granit empfehlen, der ist wetterfest. Die Vogelscheiße können Sie ganz einfach mit einem Papiertuch abwischen, etwas lauwarmes Wasser, oder notfalls eine milde Scheuermilch. Braun? Gute Wahl, das wird gerne genommen. Dies ist ja auch besonders schmuck, da ist so dunkel, man denkt sofort, dass es Schwarz ist. Ist aber Braun.

Lassen Sie sich damit noch ein bisschen Zeit, man ist da im ersten Augenblick immer etwas überstürzt, wissen Sie, und unserer Erfahrung macht man im unmittelbaren Abschiedsprozess auch die Fehler, die man hinterher am ehesten bereut. Es häuft sich in den vielen Jahrzehnten nun mal eine Menge Zeugs an, manches davon auch nicht unbedingt geschmackvoll und viele Dinge sicher auch von eher fragwürdiger Art, aber so ist das nun mal, wenn man ein Gesamtbild vor sich sieht – da soll man dann nichts beschönigen, das rächt sich sowieso, dann kommt man irgendwann mit einem objektiven Bild aus der Trauerarbeit wieder raus und kann auch wieder positive Gefühle zulassen. Ein bisschen bleibt immer, wissen Sie, und unserer Erfahrung nach ist das gerade mit dem Erbe so eine Sache. Man sollte sich immer auch fragen, was würde man selbst wollen, dass es nun in andere Hände fällt, und was möchte man dann für die eigene Nachfolge lieber ausschließen, und dann sollte man sich immer überlegen, wo ist denn das Eigentum am besten bewahrt, wer kann damit überhaupt etwas anfangen, wer möchte nur aus Eigennutz etwas besitzen?

Also nur eine Schleife? Gerne. Wir würden das gerne auf Naturmaterial arbeiten, das ist dann schneller wieder – haben Sie schon? Liebe SPD, es war besser so. Na, meinethalben. Wenn’s denn würdevoll aussieht.“