Kevin allein zu Haus

13 02 2019

„Ob die Frau Nahles zu sprechen ist, wollte ich wissen. Die ist doch jetzt, also zumindest müsste sie um diese Uhrzeit, ich rufe ja immer so am späten Vormittag durch, dann ist sie – wie? Homeoffice? Das ist doch ein Scherz, oder?

Ja, ich warte. Hallo? Meine Güte, ich kann doch dieses Dossier nicht alleine rausgeben, ich muss doch Rücksprache halten mit dem… – Hallo? Gut, dass ich Sie dran habe, Frau Nahles, ich wollte den Teil über die Qualifizierung von Arbeitslosen über 58 noch mal… – Hallo? Hört mich überhaupt einer in diesem Saftladen? Ich meine, es ist die SPD, da redet sich jeder irgendeinen Quatsch zusammen und weiß, dass sowieso keiner zuhört, aber ich muss das hier bis morgen verschicken!

Hallo? Na endlich, ich warte hier ja nun schon eine halbe… – Ach, Sie sind es gar nicht. Dann geben Sie mir doch mal Herrn Scholz, irgendeiner muss den ganzen Spaß doch bezahlen. Mäht gerade den Rasen? Haben Sie im Willy-Brandt-Haus jetzt keine Gärtner mehr, die Sie zum Mindestlohn befristet beschäftigen können? Irgendwer wird sich doch finden lassen, der mir sagen kann, wie wir die berufliche Bildung von Arbeitnehmern mit mehr als einem Vermittlungshemmnis… – Klar, wenn’s ans Eingemachte geht, ist wieder keiner zuständig, und wenn die Sache in die Hose geht, sind sie alle nicht schuld, weil von Anfang an keiner zugehört hat. So müsste ich mal arbeiten, dann säße ich aber schon längst unter der Brücke. Hallo? Ja, hier auch, jetzt stellen Sie mich gefälligst zu Herrn Scholz durch, der ist doch da? Sie haben doch eben gerade gesagt, der ist draußen und mäht den… Wie, zu Hause? Der ist nicht zu sprechen? Der Bundesfinanzminister ist ab sofort mittwochs im privaten Arbeitszimmer und nur nach Rücksprache erreichbar? Haben Sie noch alle Tassen im Schrank!?

Das musste ja irgendwann so kommen, Gabriel hat das damals schon vorexerziert. Samstags gehört Vati mir. Jetzt lassen sich die feinen Herrschaften gar erst nicht mehr im Büro blicken, jetzt haben sie alle die digitale Arbeitswelt entdeckt, die sie bei anderen so schön abwürgen können, weil es für eine anständige Infrastruktur kein Geld gibt. Ganz groß!

Hallo? So, und jetzt stellen Sie mich gefälligst an Herrn Heil durch, der ist doch für Soziales noch zuständig? Also gestern war er’s noch, was er heute treibt, will ich gar nicht… Joggen? Ganz davon abgesehen, dass ich die Bilder nicht mehr aus dem Kopf kriege, wieso joggt der Mann? Haben Sie mal auf die Uhr geschaut? Nein, das hat nichts damit zu tun, dass es für die SPD immer zu spät ist, ich will wissen, wie ein Minister am helllichten Tag, am Werktag wohlgemerkt, wie der jetzt joggen kann? Mobiles Arbeiten? Wie soll ich mir das vorstellen, Herr Heil schleppt sich schwitzend durch den Tiergarten und zwei Staatssekretäre rennen mit dem Notizblock hinter ihm her, um seine Geistesblitze mitzuschreiben? Wollen Sie mich verarschen!?

Ja, ich warte. Wir können das den ganzen Tag machen, meine Zeit ist das ja nicht, die hier gerade abläuft. Erklären Sie mir doch einfach mal, was der ganze Kram hier soll, die einen sitzen zu Hause, die anderen arbeiten von unterwegs aus, keiner ist mehr erreichbar – das soll die Zukunft dieser Republik sein? Sie wollen das erst mal an sich selbst testen? Sonst haben Sie keine Sorgen? Ja, ich weiß auch, dass es um die Zukunft Deutschlands geht, aber Sie verwechseln das mit der Zukunft der SPD. Obwohl ich auch hier nicht gerade das Gefühl habe, dass Sie wissen, was Sie da tun. Langsam habe ich den Eindruck, diese Partei ist ein Zombie. Die übersteht jeden Suizid.

Können Sie mich nicht einfach mal an jemanden durchstellen, der wenigstens körperlich anwesend ist? Ist da überhaupt noch jemand? Herr Kühnert? Ach Gottchen, Kevin allein zu Haus – nee, lassen Sie mal gut sein. Der schreibt es auch nur auf einen Zettel und der nächste schmeißt den dann in den Schredder. Das können wir uns sparen.

Meine Güte, wer hat denn Telefondienst in diesem Saftladen? Herr Maas? Das ist doch nicht zu fassen, der Mann ist… – Nachmittags? Was genau heißt das bei Ihnen? Der Botschafter? Wie, Sie haben den afghanischen Botschafter ins Saarland gefahren, weil der Außenminister am Vormittag das diplomatische Personal nur in seinem Bungalow empfängt? Was kommt denn als nächstes, alle Staatssekretäre nur noch in Teilzeit? Und der Bundespräsident macht das dann als geringfügige Beschäftigung? Ich schätze mal, das macht den Job dann auch für Alleinerziehende wieder attraktiv, richtig? Hallo? Hallo?

Wenn sie wenigstens nicht diese verfluchte Musik in der Warteschleife hätten – ‚Brüder, zur Sonne, zur Freiheit‘, ja, das könnte Euch passen, ich hocke hier im Büro und Ihr macht Euch einen gemütlichen Tag, was? Das soll der Linksruck sein? dass ich nicht lache! Mehr haben Sie nicht zu… – Sie haben ein Beschwerdemanagement? Verstehe, und wie soll das funktionieren? Wer macht das? Herr Steinbrück? Entschuldigen Sie mal, das ist doch… – Wie, schriftlich? Ich soll die Beschwerde schriftlich einreichen, und dann entscheidet der Vorstand, wann ich noch mal anrufen soll? Sagen Sie mal, hören Sie mir überhaupt zu? Sie haben dieses verdammte Dossier zum Arbeitslosengeld bei mir angefordert und mir gesagt, wenn ich nicht bis… –

Warteschleife. Jetzt wird es mir aber zu bunt hier, stopfen Sie sich doch den Mist sonst wo rein! Und wenn Sie irgendwas vorher selbst ausprobieren wollen, dann nehmen Sie gefälligst Ihre verfluchte Grundrente!“

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Ostschutzmittel

30 01 2019

„Und diese Strategie ist schon ausgereift?“ „Das, was davon existiert, ist tatsächlich schon sehr, sehr gut.“ „Muss ich auch sagen.“ „Jawoll.“ „Und was existiert davon?“ „Also bisher – wissen Sie da nicht schon irgendwas?“

„Das soll jetzt ja nicht irgendein Schnellschuss werden, wir setzen da schon auf Nachhaltigkeit.“ „Wegen der strategischen Wirkung und so.“ „Aha, und was verstehen Sie so unter Nachhaltigkeit?“ „Dass das länger nachhält.“ „Also vorhält.“ „Also wenigstens bis zu den Landtagswahlen.“ „Das klingt ja mal wieder höchst professionell.“ „Ja, nicht wahr?“ „Und die CDU macht das auch mit?“ „Wenn wir die sozialdemokratischen Mehrheiten in Ostdeutschland zurückgeholt haben, dann kann uns doch die CDU egal sein.“ „Jawoll.“

„Die Infrastruktur könnte man zum Beispiel schon mal vergessen.“ „Sie meinen ‚verbessern‘.“ „Da habe ich mich wohl verlesen.“ „Vergessen können Sie die jetzt schon, da muss sich gar nicht viel ändern.“ „Deshalb ja auch.“ „Und erst mal ist es natürlich gut, dass wir da auf einem Parteitag einen Beschluss fassen…“ „Wann findet der statt, kurz nach 2020?“ „… was wir als Infrastruktur und als verbesserungswürdig sehen.“ „Die Autobahnen sind ja teilweise schon ganz gut.“ „Dann sollten wir da auch kein Tempolimit mehr andenken.“ „Macht sowieso nur Unruhe.“ „Und dass sich die Leute gar kein Auto leisten können?“ „Da sehen Sie es, die ganzen Asylanten kriegen Unterkünfte und noch Taschengeld, und die Arbeiter müssen für ihre Sozialleistungen anstehen!“ „Sind Sie sich ganz sicher, dass Sie in der richtigen Partei sind?“ „Sie können mich ja rauswerfen lassen, im Osten dauert das doppelt so lange!“ „Jetzt lassen Sie ihn doch mal, er ist seit der Wiedervereinigung ein bisschen enttäuscht, dass das mit dem Sozialismus nicht so recht geklappt hat.“ „Deshalb probiert man es hier jetzt ja auch eher mit Nationalsozialismus.“ „Die Leute können sich schlicht keine Autos leisten, Kollegen.“ „Und deshalb sollen wir jetzt die Tram über die Autobahn fahren lassen?“ „Sie sind lustig, das lernt man also in Berlin?“ „Wir wäre es denn dann mal mit öffentlichen Verkehrsmitteln?“ „Das rentiert sich nicht.“ „Eben, die Fabriken sind so weit außerhalb, da bauen wir doch jetzt keine Autobahnen mehr hin.“ „Obwohl, wenn der Höcke das versprechen würde…“

„Außerdem müsste man mal das Netz in den Osten bringen.“ „Damit die Jugendlichen nur noch aufs Handy starren?“ „Genau dafür bringen die Einwanderer doch ihre Smartphones mit, wollen Sie, dass die Sachsen und Thüringen auch noch islamisieren!?“ „Vielleicht würde das ja ein paar Fachkräfte anlocken, die die Pflegesituation in den Bundesländern entspannen.“ „Hätte, könnte, wäre!“ „Dann hätten wir auch mehr Geld für die Renten.“ „Das eine hat doch mit dem anderen nichts zu tun.“ „Das denken Sie, aber die Bevölkerung im Osten ist halt durch Niedriglöhne und die Teilzeitfalle in eine schlechte Ausgangsposition geraten, was die Altersvorsorge angeht.“ „Dabei ging es uns noch nie so gut seit der Wiedervereinigung.“ „Schon mal überlegt, dass das eine mit dem anderen zu tun haben könnte?“

„Und über künstliche Intelligenz redet natürlich wieder mal keiner.“ „Was wollen Sie denn im Osten mit künstlicher Intelligenz?“ „Wenn Sie sich die letzten Wahlen anschauen, dann sehen Sie, mit der natürlichen kommt man hier nicht weit.“ „Das ist der Wandel durch Innovation.“ „Und wer wird da eingesetzt?“ „Ich dachte, das könnten wir mit der Einwanderung aus dem Westen irgendwie steuern?“ „Woher nehmen Sie denn da die Fachkräfte?“ „Die im Osten haben nicht genug Ausbildungsplätze, also könnte man die …“ „Das mit dem Vergessen war doch keine schlechte Idee.“ „Diese künstliche Intelligenz könnte man ja auch in der bürgernahen Verwaltung einsetzen.“ „Und zur Kinderbetreuung, oder was meinen Sie?“ „Ich weiß ja nicht. Roboter in der Krippe?“ „In der DDR war’s auch nicht anders.“ „Für das Geld kriegen Sie jedenfalls keine Erzieherin.“ „Und die macht auch noch Urlaub und wird krank.“ „Oder schwanger.“ „Sag ich doch.“ „Dann können die Frauen sich wieder ganz auf ihre Karriere konzentrieren.“ „Sehen Sie, Kollege, so geht nämlich Frauenförderung.“ „Jawoll!“

„Wenn wir erst mal die Kindergrundssicherung im Osten ausprobiert haben, dann können wir ja die Bahnpreise erhöhen.“ „Wie passt das denn bitte zusammen?“ „Mehr Geld für den Konsum, dann kann man auch die Preise anpassen.“ „Und je mehr Umsatz, desto mehr Gewinn.“ „Und Arbeitsplätze.“ „Arbeitsplätze!“ „Jawoll!“ „Die sind das optimale Ostschutzmittel.“ „Also bald boomt es hier, davon kann sich der Westen eine Scheibe abschneiden.“ „Irre!“ „Außerdem wird ja die Infrastruktur für die Kinder sowieso kostenlos.“ „Dann bezahlen nur die Eltern?“ „Die haben dann ja wieder Jobs und können sich die Bahn auch leisten.“ „Und der Staat sollte endlich aufhören, das Engagement der Schulen zu beschneiden.“ „Finde ich auch.“ „Nur diese Freitagsdemos, die sind weiterhin verboten?“ „Sie können ja am Montag nach Dresden fahren, wenn es Ihnen nicht passt.“ „Wir machen das schon, Kollege.“ „Eben, und dann haben wir ja auch noch die CDU.“ „Und Sie wollen ernsthaft mit denen…“ „Na, die machen doch sowieso alles wie die AfD, damit sie nichts machen müssen und trotzdem keine Wähler verlieren.“ „Sehen Sie, so ist das hier im Osten. Wir lernen halt immer noch gerne vom Sieger.“





Schnauze

14 01 2019

„Und er hat tatsächlich gesagt, dass er sich die Kanzlerkandidatur zutraut?“ „Meine Güte, diese Springerschmierlappen haben ihn gefragt, da kann er schlecht nein sagen.“ „Warum eigentlich nicht?“ „Weil sonst die SPD endgültig weg ist.“ „Und was ist sie jetzt?“

„Ich verstehe ja, dass Sie das kritisch sehen, aber dann müssen Sie auch konkrete Vorschläge zur Verbesserung der Situation…“ „Nicht schon wieder die alte Leier!“ „Haben Sie Lösungsvorschläge, ja oder nein?“ „Den ganzen Laden in die Tonne treten, aber mich fragt ja wieder keiner.“ „So leicht dürfen wir es uns auch nicht machen, schließlich haben wir staatspolitische Verantwortung.“ „Für die SPD?“ „Nein, für… ach, ist ja auch egal jetzt.“ „Dann sagen Sie’s halt, ich meine, Sie glauben doch noch an das Wunder von Berlin, oder?“ „Erstmal müssen wir uns erneuern, das sagen doch alle.“ „Sehen Sie es mal positiv, wenn wir das eh nicht schaffen, dann sollten wir es wenigstens glaubwürdig beenden.“ „Wie das denn?“ „Na gucken Sie, Scholz gibt uns das gute Gefühl, mit diesem Kandidaten tun wir alles für eine Erneuerung – und wir verhindern gleichzeitig wirksam, dass sie stattfindet.“ „Sie meinen, das geht?“ „Das hat die SPD bisher mit dem Sozialismus auch hingekriegt.“

„Warum beißen sich jetzt alle an diesem Mann so fest?“ „Weil er dieses gewisse Etwas hat.“ „Wie bitte?“ „Naja, knapp unterhalb von Charisma.“ „Entschuldigen Sie mal, was haben Sie denn da wieder geraucht!?“ „Dann hören Sie sich mal an, was der sonst so von sich gibt. Wenn Sie nicht so genau hingucken, dann kann man den Eindruck kriegen, Schmidt hätte sich in der Hausnummer geirrt.“ „Oder in der Partei.“ „Ach was, das ist doch seine Masche.“ „Sie meinen, der macht das mit Absicht?“ „Alles.“ „Alles?“ „Zunächst: Hamburg. Wenn ein Kanzler irgendwo herkommt, dann aus der Hansestadt.“ „Die Merkel ist doch aber aus der Zone?“ „Und in Hamburg geboren.“ „Ach so.“ „Eben. Und dann dieses weltmännische Verstehen von Volkswirtschaft, da merkt man doch: der hat so einen preußischen Chic, der macht das nicht für Geld.“ „Der wandert hinterher in die Wirtschaft ab, darauf können Sie aber Gift nehmen.“ „Was er danach macht, ist schnurzegal. Und dies harte, man möchte sagen: männliche Durchgreifen in höchster Gefahr für seine Stadt!“ „Sie wollen jetzt nicht die Sturmflut 1962 mit dem Polizeieinsatz bei der Kapitalistenparty vergleichen?“ „Schmidt hat auch aufs Grundgesetz gepfiffen.“ „Aber doch nicht auf Artikel 1!“

„Wissen Sie, so eine Koalition mit der Union kann ganz lustig sein, man muss nur die richtige Konstellation finden.“ „Sie meinen ernsthaft, dass die SPD den Kanzler stellt und die CDU den Junior macht?“ „Andersrum will’s der Wähler nicht mehr, so viel steht schon mal fest.“ „Jetzt verlieren Sie langsam den Boden unter den Füßen.“ „Und mit der Sachpolitik machen wir es dann wie mit der Erneuerung.“ „Die findet also auch nicht statt?“ „Zumindest nicht so, wie sich die Opposition aus Grünen und Linken das vorstellt. Mit einem echten Wirtschaftskanzler kann man doch Hartz IV nicht abschaffen.“ „Wirtschaftskanzler?“ „Merz hätte das auch nicht gemacht.“ „Entschuldigen Sie mal, das ist doch Realsatire! Von einem SPD-Kanzler wird man erwarten, dass er sich um die Mieten kümmert und um die Löhne, um Kitas und Pflege und…“ „Macht er doch, jede Wette. Unsere Kampa wird der Knaller, sollen Sie mal sehen!“ „Also wieder nur ein Wahlkampfkanzler?“ „Denken Sie an sein Vorbild, wir werden ein politisches Beben sehen, das geradezu an einen Ruck erinnert. Jetzt erleben wir Scholz-Schnauze.“ „Schnauze?“ „Naja, die Schnittmenge mit Schmidt ist nicht gerade groß, aber irgendwo muss man doch anfangen.“ „Ich wäre sehr vorsichtig mit dem Spitznamen, gerade in Hamburg hat man seinen Brechmitteleinsatz gegen Kleinkriminelle immer noch gut im Gedächtnis.“ „Das wäre eher eine parteiinterne Bezeichnung.“

„Wenn ich das richtig verstanden habe, ist er innerhalb der eigenen Partei auch umstritten.“ „Das kann man so sehen, es halten sich ja noch andere für kanzlertauglich.“ „Weil?“ „Na, aus Gründen halt.“ „Nein, ich meine… ach, vergessen Sie’s.“ „Schauen Sie mal, in dieser Hinsicht ist doch Scholz ein absolutes Multifunktionswerkzeug.“ „Das verstehe ich nicht.“ „Klar, das muss man auch erlebt haben, aber…“ „Nein, nicht so.“ „Sehen Sie, der Sozialismus, politische Inhalte, die Erneuerung, und jetzt auch noch die Kanzlerschaft – das ist ein Zukunftsmodell für die Sozialdemokratie!“ „Also wir träumen von der Kanzlerschaft, aber wir wissen genau: mit dem Mann kann man sich das langfristig in die Haare schmieren.“ „Jawohl, und dann kommt erst die Zukunft: wir haben eine Perspektive, von Wahl zu Wahl.“ „Von Ewigkeit zu Ewigkeit, das wollten Sie doch sagen?“ „Oder so, jedenfalls ist mit solchen Kanzlerkandidaten ausgeschlossen, dass wir je auch nur in die Nähe der politischen Verantwortung geraten.“ „Ab jetzt Ausruhen auf der Oppositionsbank?“ „Für den Rest des Lebens, oder wenigstens solange, wie es die SPD noch gibt.“ „Und danach?“ „Wie, danach?“ „Das muss ja nicht unbedingt zusammenfallen.“ „Stimmt, aber wenn man erstmal die richtige Erfahrung gesammelt hat, ein Profil, ein Image, verstehen Sie, was sich auch in der Öffentlichkeit gut verkaufen lässt, dann kann man das doch wirklich auch mal einsetzen und sich für die Gesellschaft, also die Wirtschaft, verstehen Sie, die braucht solche Köpfe immer.“ „Was soll ich in der Wirtschaft?“ „Wer redet denn von Ihnen? Ich rede von Olaf Scholz!“





Rückabwicklung

1 11 2018

„Aber zumindest jetzt könnte man doch erst mal die wichtigen Dinge erledigen und den…“ „Welche wichtigen Dinge?“ „Und wer erledigt das?“ „Und warum erst jetzt?“ „Heilige Makrele, haben Sie denn die letzten Jahre geschlafen?“ „Ich meine, wenn wir die SPD nicht in die Regierung kriegen, dann sollten wir sie jetzt raus nehmen.“ „Und das bezeichnen Sie als Erneuerung?“

„Wenn wir uns jetzt für ein Linksbündnis öffnen wollten, müssten wir auch linke Politik machen.“ „Ach was!“ „Gut, dann eben nicht.“ „Und damit ist das dann schon abgehakt für Sie?“ „Wir haben die Koalition jetzt schon mal für uns als beendet erklärt.“ „Sie haben den Pofalla gemacht?“ „Aber nur intern, es muss ja irgendwie weitergehen.“ „Das heißt nicht, dass wir in dieselbe Richtung gehen müssen, in die wir bisher gegangen sind.“ „Nicht?“ „Im Prinzip nicht.“ „Aha.“ „Also müssen wir in die Richtung zurück, aus der wir kommen.“ „Das dürfte aber eine lange Reise werden.“ „Naja, der Weg ist halt auch das Ziel.“ „Aber wie manchen wir das den Wählern klar?“ „Wir könnten das als unsere Abwicklung bezeichnen.“ „Ich weiß ja nicht.“ „Als Rückabwicklung?“ „Meinen Sie, das kommt an?“ „Eher als wir, schätze ich.“

„Vielleicht sollten wir die Werbung ein bisschen besser gestalten.“ „Ein bisschen?“ „Heilige Makrele, wir sind kurz vor dem Absaufen, und er will in Zeitlupe nach oben schwimmen?“ „So viel Geld haben wir gar nicht!“ „Was heißt denn überhaupt: ein bisschen?“ „Naja, wir müssen nicht gleich so mit der Tür ins Haus fallen, sonst verwechseln die uns mit den Linken.“ „Also keine explizit linken Inhalte.“ „Das dürfte bei der jetzigen SPD verhältnismäßig einfach zu machen sein.“ „Und natürlich die Personalfrage, die ist im…“ „Endlich mal Fortschritt!“ „Jau, weg mit Nahles!“ „Also ich hatte eher gemeint, wir brauchen neue Gesichter.“ „Das hatte ich auch so verstanden.“ „Auf den Plakaten.“ „Meine Güte, was soll denn der Unsinn wieder? Wen wollen Sie denn da noch plakatieren?“ „Vielleicht jemanden, der eher so die jungen Leute anspricht. Richtige Sympathieträger halt.“ „Und an wen hatten Sie da so gedacht?“ „Peter Maffay.“ „Entschuldigung, wen!?“ „Peter Maffay.“ „Meine Güte, der kann doch unterm Tisch durchlaufen!“ „Da passt er ja wenigstens zu den Umfrageergebnissen.“ „Meine Güte, ist Ihnen klar, wie alt der Mann ist?“ „Also wir fanden den ja früher toll, und der ist auch…“ „Der vergrault uns noch die letzten Pensionäre!“

„Aber wir können jetzt nicht alle zurücktreten.“ „Warum denn nicht?“ „Sie sind vielleicht schon abgesichert, aber ein paar Leute müssten regelrecht arbeiten gehen.“ „Igitt!“ „Schlimm!“ „Und das in einer Arbeiterpartei!“ „Warum werden wir denn nicht mehr gewählt?“ „Weil wir beschissene Politik machen?“ „Weil in dieser Partei dieselben Idioten seit zwanzig Jahren eine zunehmend beschissene Politik machen, die keiner mehr sehen will.“ „Die Politik?“ „Ich glaube, er meint die Idioten.“ „Wie groß muss der Leidensdruck sein, dass man statt uns die Linken wählt?“ „Heilige Makrele, das ist doch überhaupt nicht miteinander vergleichbar!“ „Sollen wir uns jetzt alle selbst abschaffen?“ „Da wüsste ich wenigstens einen, der uns erklärt, wie das funktioniert.“ „Wieso haben wir den eigentlich noch nicht abgeschafft?“ „Solidarität und so. Macht man ja in der Partei mit seinen Genossen.“

„Und dann haben wir natürlich noch das Problem mit den Migranten.“ „Also wenn Sie mit denen ein Problem haben, ich habe keins.“ „Naja, ich auch nicht, aber der öffentliche Diskurs ist doch insgesamt eher in die Richtung gerutscht.“ „Das hat die CSU auch gedacht.“ „Gegen die SPD würde aber keiner auf die Straße gehen.“ „Nicht mehr.“ „Wieso nicht?“ „Wenn ich der SPD beim Sterben zugucken will, bleibe ich zu Hause und warte ab, wann es passiert.“ „Aber Migration ist nun mal ein höchst problematisches Thema.“ „Also höchst problematisch ist eher, wie mit dem Thema in der Öffentlichkeit umgegangen wird.“ „Und in den Medien.“ „Brauchen wir mehr Medienpräsenz?“ „Jedenfalls nicht beim Thema Migration, das wird doch eh alles in die rechte Ecke gedrückt.“ „Wir könnten doch hier als linkes Gegengewicht…“ „Heilige Makrele, wenn Sie in irgendeine Talkshow kommen, dann ist doch der Grüne schon da, der Ihnen erklärt, wie man’s richtig macht!“

„Vielleicht müsste man die Partei tatsächlich mal umvolken.“ „Bitte was!?“ „Sagt doch jeder, dass das sowieso gerade passiert.“ „Sie meinen, wir sollten alles austauschen, Programm und Richtung und Vorstand und Köpfe und alles?“ „Ja, aber Nahles muss natürlich bleiben.“ „Ah, verstehe. Sie hat uns in die Bredouille gebracht, sie darf die Suppe jetzt auslöffeln.“ „Nein, aber ich dachte, ein bisschen Kontinuität könnte uns doch nicht schaden. So als Wiedererkennungswert.“ „In der Geisterbahn hängen immer noch die alten Köpfe, und er spricht von Wiedererkennungswert!“ „Heilige Makrele!“

Wir bräuchten eben eine Person, die das Land wirklich verändern will.“ „Einen, der von den Bürgern respektiert wird.“ „Sozial eingestellt.“ „Ein Mensch mit einer Perspektive.“ „Mit politischem Weitblick.“ „Und Anstand!“ „Genau, eine echte Persönlichkeit!“ „Authentisch!“ „Aber…“ „Und mit Vernunft!“ „Aber…“ „Aber, aber – was aber?“ „Warum sollte so einer noch in der SPD sein?“





Auferstanden in Ruinen

24 07 2018

„Jetzt erklären Sie mir doch mal bitte, wofür Ihr Laden eigentlich noch existiert.“ „Also gut: die SPD ist eine Arbeiterpartei, die sich in Deutschland um die Demokratie verdient gemacht hat.“ „Das sind alles Sachen aus dem letzten Jahrtausend, ich meine: heute. Wofür steht diese Partei heute?“ „Das kommt darauf an.“ „Sagen Sie es doch gleich. Gar nichts mehr.“

„Das kann man so nicht sagen.“ „Wie dann?“ „Das kommt darauf an.“ „Der Finanzminister hat offensichtlich den wirtschaftlichen Fortschritt ins Auge bekommen.“ „Was ist falsch daran?“ „Dass es nicht der Fortschritt der Deutschen ist. Wirtschaftlich gesehen schon gleich gar nicht.“ „Sie meinen, wenn wir als europäische Partner unsere anderen europäischen Partner partnerschaftlich behandeln, dann ist das für uns als europäische Partner schädlich?“ „Wenn Sie mit europäischen Partnern Google und Amazon meinen, dann haben Sie wohl einen größeren Schaden als befürchtet. Oder ein grundlegend anderes Verständnis von Wirtschaft, Europa, Demokratie oder Partnerschaft als der Rest in diesem Land.“ „Das entspricht genau der Linie unserer Bundesregierung.“ „Merken Sie selbst, oder?“

„Was spricht gegen eine friedliche Koexistenz?“ „Dass es die nicht gibt. Wenn die einen immer auf die anderen schießen, können Sie sich das in die Haare schmieren.“ „Gerade vor dem Hintergrund eines drohenden Handelskrieges müssen wir als Europäer uns doch kompromissbereit zeigen.“ „Das scheint ein Trauma in Ihrem Laden zu sein, wenn man Ihnen eine reinhaut und Sie blutend im Rinnstein liegen, sagen Sie: die haben mir nicht die Kehle aufgeschnitten, das muss ein Kompromiss sein.“ „Immerhin müssen wir damit auch die Zukunft dieses Landes gestalten.“ „Müssen? Sie können’s ja nicht mal.“ „Das weiß man immer erst hinterher.“ „So wie Dreiunddreißig.“ „Einmal ist keinmal.“ „Oder Achtundvierzig.“ „Ich…“ „Oder Neunzig. Mir fällt noch mehr ein, wenn Sie Zeit haben. Für wann hatten Sie den Bestatter bestellt?“

„Wir wollen ein effizientes System schaffen.“ „Für wen?“ „Für die Wirtschaft.“ „Das ist wer?“ „Naja, die Menschen, die da arbeiten. Also die das Geld, das ist ja die Wirtschaft…“ „Das ist falsch, aber richtig.“ „… und die soll eben profitieren.“ „Tut sie auch. Leider am falschen Ende.“ „Weil wir nicht verhindern können, dass unsere Partner aus den USA…“ „Da Sie es nicht verhindern können, sind es nicht unsere Partner.“ „… ihre Gewinne…“ „Die fließen über europäische Briefkastenfirmen.“ „… zu ihren eigenen Regeln…“ „Mit anderen Worten: wenn mit Ihre Regeln nicht passen, haue ich Ihnen eine rein und sage dann, nach meinen Regels sei das okay?“ „Das ist sehr, sehr unfair ausgedrückt. Das ist eine absolute Frechheit. Und ja, das ist meiner Ansicht nach absolut korrekt, Ja, das kann man so sagen. Richtig. Ja.“ „Aber was viel wichtiger ist, wer davon profitiert, das sind doch nicht die Bürger.“ „Die Wirtschaft ist nun mal auf die Bürger nicht angewiesen. Das ist nun mal das Gute an der postmodernen Wirtschaft, dass sie einen eigenen Wert darstellt, den wir verteidigen können als Partei, die sich auch als Vertreterin der Zukunft sieht.“ „Der Zukunft zugewandt, wenn ich es recht verstehe?“ „Verstehen Sie das so?“ „Auferstanden in Ruinen. Sie verstehen es halt nicht besser.“

„Immerhin können wir die Unternehmen, die in Europa nur Briefkastenfirmen gründen, damit sehr effektiv besteuern.“ „Also zwei Promille statt sechzig Prozent.“ „Das müssen Sie verstehen, wir tun das nicht gegen die Bürger, wir tun das für die Wirtschaft.“ „Also für deren Werte?“ „Genau.“ „Das tröstet mich. Was die Zivilgesellschaft im Moment als Werte vor sich herträgt, taugt ja noch weniger.“ „Haben Sie ein Problem damit?“ „Mit der Zivilgesellschaft? das Problem hat scheint’s nur der Finanzminister. Wer erklärt, Europa müsse gezielt gegen Steuerhinterziehung vorgehen, um das ganze Verfahren dann auch gezielt zu vermeiden, der hat seinen Frieden damit gemacht, dass die Bürger von der wirtschaftlichen Entwicklung genauso schnell abgekoppelt werden wie die Aktienkurse von den Resten der Realität.“ „Wenn Sie sich mal die Relation ansehen, kurz nach der Einheit…“ „Ja, wir hatten ja auch nichts in Dahlem und Blankenese.“ „Aber sehen Sie mal, die Wirtschaft ist doch in gewisser Hinsicht auch für die Menschen da.“ „In gewisser Hinsicht?“ „Meinen Sie denn, die ganzen Waffen für Saudi-Arabien produzieren sich von alleine?“





Auf die Fresse

31 05 2018

„… nicht alle bei sich aufnehmen könne. Der Vorstand habe Nahles jedoch darauf hingewiesen, dass von einer Öffnung der SPD für sämtliche Interessenten nie die Rede…“

„… ein folgenschweres Missverständnis vorliege. Die inhaltliche Beliebigkeit der Vorsitzenden müsse sich ja nicht zwangsläufig auswirken auf ihre Vorstellung von einer …“

„… vorgeworfen worden sei, mit rechten Worthülsen die AfD-Stammwählerschaft zu umwerben. Nahles habe dagegengehalten, sie wolle nur den besorgten Bürgern, die sich aus Angst um die Zerstörung der Herrenrasse…“

„… durch die Ansage, die Politik künftig vollkommen alleine und ohne Rücksprache mit der übrigen Parteiführung zu gestalten, für eine klare Abgrenzung gegenüber undemokratischen Kräften werben wolle, die sich nicht um die…“

„… auch unter SPD-Anhängern das Vertrauen in die Vorsitzende rapide erodiere. Ein Sprecher habe betont, Nahles wolle durch ihre Äußerungen in Bezug auf den inneren Zusammenhalt jetzt erst recht verhindern, dass die Partei von Kritikern und Oppositionellen unterwandert würde, weil dies die Meinungsvielfalt sehr negativ…“

„… die Akzeptanz für die Sozialdemokratie nicht erst seit den vergangenen Monaten sinke. Es handle sich um einen länger anhaltenden Prozess, der allerdings von der Partei erst in den letzten…“

„… im nächsten Wahlkampf klarmachen werde, dass ein Verbot der SPD mit allen Mitteln verhindert werden müsse. Nahles habe betont, dass sie sich daran messen lassen werde, ob sie dieses Wahlkampfziel vollständig und uneingeschränkt erreiche und sich gegen die politischen…“

„… wolle die Partei, was ihre Neuaufnahmen angehe, die AfD als sichere Herkunftspartei einstufen. Dies sei umgekehrt auch der Fall gewesen, weshalb sich jetzt eine…“

„… müssten laut Nahles auch rechtsstaatliche Notwendigkeiten wie die Vollsanktionierung von psychisch erkrankten Erwerbslosen funktionieren, wenn man das gesunde Rechtsempfinden der hart arbeitenden Leistungsträger im…“

„… zu einer extrem gefährlichen und kaum mehr zu korrigierenden Verschiebung politischer Kräftefelder in der deutschen Parteienlandschaft gekommen sei. Um das tragende Gleichgewicht einer wahrhaften Demokratie zu erhalten, müssten sich mit Ausnahme der SPD alle anderen…“

„… nicht Partei für beliebige Befindlichkeiten zugewanderter Schmarotzer mit Pigmentanomalie heiße, sondern Sozialdemokratische Partei Deutschlands. Darin drücke sich aus, dass der Wille zur Macht auch siebzig Jahre nach…“

„… die Sicherheitsthemen einer SPD-geführten Bundesregierung eher schwer fallen dürften, weshalb bereits jetzt ausgemacht sei, dass sich die Schwerpunkte in Nahles’ erster Kanzlerinnenschaft eher auf Sozialabbau und…“

„… einen durchsetzungsstarken Rechtsstaat gefordert habe. In diesem Zusammenhang habe es auch Überlegungen gegeben, die Gewerkschaften auf ein Maß zu reduzieren, das die Wirtschaft nicht mehr als…“

„… ein konkretes Szenario gefordert habe, wer in einer künftigen Alleinregierung der SPD noch als Bürger gelten dürfe, um den sich die Arbeiterpartei mit ihrer ganzen Energie und…“

„… ungefähr so unbeliebt sei wie Kurt Beck. Das Wahlkampfteam habe ihr geraten, künftig nie wieder in der Öffentlichkeit zu…“

„… hege die Vorsitzende inzwischen auch deutliche Sympathien für den NSU, dessen Mitglieder jahrelang einer zielgerichteten Tätigkeit nachgegangen seien, ohne einmal durch den Antrag auf Sozialleistungen oder einen Strafzettel die deutsche Öffentlichkeit negativ zu…“

„… die Sorgen der Wählerschaft durchaus verstehe. Wenn die Deutschen sich entschieden hätten, eine bestimmte Bevölkerungsgruppe für alle subjektiv negativen Empfindungen verantwortlich zu machen, dann könne die SPD sich diesem von einer relativen Mehrheit beschlossenen Urteil schon aus demokratischen Erwägungen nicht…“

„… das Polizeigesetz aus Bayern anwenden müsse, um den erwartbaren Ansturm auf die Ortsvereine möglichst schnell wieder zu…“

„… weder in einem Vollzeitjob noch als Rentner die Teilhabe am deutschen Wohlstand genössen. Man könne aber diese Randgestalten in einer gesetzlichen Ordnung nicht auf Dauer als…“

„… müsse die SPD sich in Ländern wie Bayern, in denen eine absolute Mehrheit im Landtag nur noch eine Frage der Zeit sei, durch konsequente Abschiebungen von CSU-Gegnern aus der linken Ecke profilieren, da man den konservativeren Hardlinern sonst nicht das Gefühl vermitteln könne, als durchaus wählbare Kraft vom rechten Rand einen gesellschaftlichen…“





Posttraumatische Störung

26 04 2018

„… eine Erneuerung der Partei erst dann gelingen könne, wenn sie sich endlich auf ihre alten Werte zurückbesinnen könne. Die inhaltliche und vor allem programmatische Ausrichtung der SPD werde in einem längerfristigen Prozess des…“

„… aber vorerst nicht durch konkrete Reformvorhaben zu gefährden, die sich in der Abstimmung mit dem Koalitionspartner beim Scheitern zu einem schwierigen…“

„… erfahrene Kräfte erfordere, die die SPD aber in großer Zahl und mit durchaus beeindruckender Qualifikation aufbieten könne. Nicht einmal die Union sei in der Lage, eine Garde ausgezeichneter Krisenmanager zu liefern, die die Partei nach jeder Bundestagswahl vor dem Schlimmsten…“

„… bereits erste gravierende Missverständnisse ausgelöst habe. So sei das Präsidium größtenteils davon überzeugt gewesen, dass die Werte der SPD auf den Hartz-Gesetzen und der Agenda 2010…“

„… erst in der Oppositionsrolle zu einer richtigen Erneuerung käme. Dennoch sei die Neigung der Führungspersonen, unter der Last schwerer und schwerster Gehälter mit Ansprüchen auf Übergangsgelder und Pensionen einen sicher dereinst auch historisch wichtigen Anspruch auf die nationale…“

„… ob eine Erneuerung durch kleinere Arbeitsgruppen innerhalb der Bundestagsfraktion oder eher auf Länderebene diskutiert werden könne. Dagegen habe man auch die Möglichkeit, einen Beauftragten in der…“

„… man wesentliche Verschärfungen des Asylrechts und den Abbau des verfassungsmäßig garantierten Schutzes mitgetragen habe. Die SPD könne sich aber zu diesen aus Sorge um das Vaterland getanen Schritten nur bekennen, wenn man diese auch weiterhin, gerade vor der drohenden Überflutung Europas durch muslimische und anderweitig unerwünschte…“

„… aber viel für den Schutz des Borkenkäfers getan habe. Die Allianz der Nach-Kohl-Ära habe auch in diesem biologisch-dynamischen Grund, den man gemeinsam mit den Bündnisgrünen nun verlassen werde, eine wirkmächtige und…“

„… zeitgleich mit der Wahl der Vorsitzenden auch die Möglichkeit gehabt hätte, eine Beauftragte für Parteierneuerung zu wählen. Es sei jedoch zu kompliziert gewesen, alle Delegierten einer doppelten Abstimmung zu unterziehen, weshalb man sich für die personelle Einheit von…“

„… sich möglicherweise negativ ausgewirkt habe, aber für den Wirtschaftsstandort Deutschland wichtig gewesen sei. Man könne daher den Wiederaufstieg der SPD durchaus mit der Genesung der Industrienation, die in näherer Zukunft bereits die ersten Schritte zur Digitalisierung und…“

„… sich nicht bei den Erwerbslosen und anderen Angehängten entschuldigen dürfe, die laut Staatsdoktrin der SPD mehr Eigenverantwortung hätten zeigen müssen, um die…“

„… dementiert habe. Nahles sei nicht die Erneuerungsbeauftragte, da dieses Amt erst nach einer Abstimmung mit den Ländern und dem Seeheimer Kreis in der kommenden…“

„… fast alles tun werde. Scholz, Maas und Lauterbach hätten sich lediglich verbeten, mit Stricknadeln vor die…“

„… sonst auch die Reichsten des Landes eine Entschuldigung erwarten könnten, dass die Rendite sich nicht auf zwanzig Prozent pro…“

„… den Beweis sofort antreten wolle. Da dies jedoch allen anderen Wortführern nie gelungen sei, habe die SPD keine Bedenken, dass Nahles innerhalb weniger Monate wieder in der…“

„… für das Erneuerungsprogramm eine Agenda 2030 zu früh komme. Bisher habe es von Seiten der Jungsozialisten nur Anträge gegeben, man werde also einen vorherigen…“

„… erst psychisch auffangen müsse. Die Wahlverluste seit 2005 stellten für die SPD eine sich steigernde posttraumatische Störung dar, die in einer fortwährenden Rückkoppelung mit den Ergebnissen von Landtagswahlen und…“

„… zunächst über strukturelle Defizite forschen müsse. Eventuell seien auch die Gehälter der Spitzenpolitiker zu niedrig, so dass nur gering qualifiziertes Personal im…“

„… die Tagesgagen des Dalai Lama zwar hoch, aber steuerfinanzierbar seien. Man plane die notwendige Erleuchtung für das Ende der Sommerpause, spätestens jedoch im…“

„… Wetten abschlösse. Der neu gewählten Parteivorsitzenden sei diese spezielle Form des Misstrauensvotums von erheblicher…“

„… die Aufbauorganisation in der SPD einer systematischen Erforschung bedürfe. Erst dann könne überhaupt mit Begriffen wie Modernisierung oder…“

„… sehr zögerlich gegenüber ausländischen Vorschlägen zeige. Nur bei den britischen Kollegen habe sich die Partei spontan aufgeschlossen und…“

„… erst nach einer erneuten Bundestagswahl entschieden werden könne, ob das Konzept zur innerparteilichen Erneuerung allgemeine Zustimmung erhalten habe. Man könne dann in einem zweiten Schritt auch programmatische…“