Trautes Heim

30 04 2020

„… habe Heil vor, das Recht auf Arbeiten im Homeoffice noch in diesem Jahr gesetzlich zu garantieren. Er werde …“

„… zahlreiche arbeitsrechtliche Problematiken eröffne. Das Arbeitsministerium habe bisher noch keine Berater gefunden, die den Vorschlag prüfen und in einen praxistauglichen…“

„… von den Arbeitgeberverbänden ohne weitere Gespräche abgelehnt werde. Auch aus der Richtung der Gewerkschaften habe Heil nicht besonders viel Unterstützung für seinen Plan zu…“

„… die Heimarbeitsplätze den Anforderungen an Arbeits- und Gesundheitsschutz genügen müssten und regelmäßiger Kontrolle durch die Arbeitgeber unterliegen würden. Die im Auftrag der Berufsgenossenschaften stichprobenartig mehrmals pro Jahr durchgeführten Besuche seien…“

„… dass Nahles dieses Versprechen auch schon gegeben habe. Die SPD betone in diesem Kontext nochmals, dass es sich bei der damaligen Ministerin um ein Versprechen, nicht aber um eine…“

„… könne das Maurerhandwerk sich mit dem Projektpapier Trautes Heim insofern nicht einverstanden erklären, als dass es in einem Rohbau nicht ausreichend Strom, Licht und sanitäre Anlagen gebe, um für die Büroarbeitsplätze der kaufmännischen und…“

„… die Pflegedokumentation vor und nach den inzwischen zwölfstündigen Schichtzeiten erledigen dürfe. Spahn habe sich bereiterklärt, durch diese Regelung der Forderung entgegenzukommen, dass es nach dem Ende der Pandemie keine einfache Rückkehr zur Normalität geben solle, wie sie vor der Krise im…“

„… könne man Heils Aussage daher eventuell auch nur als Ankündigung werten. Dies sei aber nach Einschätzung der SPD-Führung schon mehr als ein Versprechen und müsse daher auch in die…“

„… es auch einen Rechtsanspruch auf schnelles Internet geben müsse. Da die Bundesregierung hier nur externen Sachverstand aufbringen könne, müsse man diese Entscheidung bis nach dem…“

„… rechtliche Probleme geben könne, falls es sich um Mietwohnung handele, in denen Ausübung einer gewerblichen Tätigkeit untersagt werde. Die Regierung empfehle vor der Kündigung des Arbeitsverhältnisses zunächst, einen Baukredit zur Errichtung eines…“

„… im Lebensmitteleinzelhandel nicht zu schaffen sei. Die Aufteilung der einzelnen Waren auf private Wohneinheiten bedeute vielfach eine Unterbrechung der Kühlkette, was sich negativ auf zahlreiche…“

„… bis zur Ergonomie der Sitzmöbel gehe. Es könne allerdings keine Zuschüsse für Auslegeware und Leuchtmittel geben, auch wenn diese auf Anordnung des Arbeitgebers einheitlich im…“

„… dass aber eine schnelle Internetverbindung zugesichert werden könne, wenn der Standort sich in den bisher als tauglich eingestuften Regionen befinde. Die Kosten seien bis auf Weiteres jeweils von den Arbeitnehmern zu tragen, die auf der anderen Seite diese Anschlüsse nach Dienstschluss auch für private…“

„… aber auch erst mit dem Koalitionspartner abgesprochen werden müsse. Heil lehne eine zu schnelle Diskussion ab, da sonst die gesetzliche Regelung nicht mehr in diesem…“

„… müssten Arbeitnehmer auch mit Kontrollen durch mehrere in der Wohnung installierte Kameras rechnen. Eine Bild- und Tonübertragung aus dem Badezimmer sei zwar nicht gestattet, wohl aber ein unmittelbar vor dem Raum angebrachter…“

„… im Koalitionsausschuss besprochen werden könne, sobald sich die Gelegenheit ergebe. Die SPD habe sich noch nicht darüber abgestimmt, ob sie zum Ausgleich eine Rentenkürzung oder eine erneute Verschärfung der Sanktionspraxis im…“

„… Kundenwünsche berücksichtigt werden müssten. So sei es etwa legitim, die Angestellten in einheitlicher Betriebskleidung bzw. Uniform in der Videokonferenz zu befragen, wer stattdessen in einer Jogginghose vor der Kamera sitze, müsse im Wiederholungsfall mit einer fristlosen…“

„… auch einen sehr großen Schritt in Richtung Arbeitnehmerfreundlichkeit bedeute. Dies wolle die SPD aus Prinzip auf jeden Fall verhindern, da sie sonst zu viele Wähler in der…“

„… dass die Möglichkeit des Homeoffice auch nur einmal in der Woche genutzt werden solle, um den sozialen Kontakt zwischen den Mitarbeitern nicht vollständig zu unterbinden. Ausnahmen seien nur da vorgesehen, wo sich Konzerne wegen der Gewinneinbrüche keine Mieten mehr leisten wollten und durch den Abbau von…“

„… Anreize für den Kauf von Oberklassewagen biete. Die Kraftfahrzeughersteller sähen, dass die Führungskräfte nun viel mobiler sein müssten, um ihre Untergebenen persönlich zu kontrollieren, was sich nur durch mehr hochpreisige…“

„… da Betriebskindertagesstätten geschlossen werden könnten, wenn den Arbeitnehmerinnen zu Hause mehr Zeit zur Betreuung ihrer Kinder zur Verfügung stehe. Es sei für die Arbeitgeber ein richtiger Schritt auf dem Weg zum…“

„… habe die Union versprochen, Heils Vorstoß im Wahlkampf zu unterstützen, wenn das Thema bei den Koalitionsverhandlungen ohne jede weitere Diskussion wieder aus dem…“





Liquidatoren

13 04 2020

„Klatschen reicht doch?“ „Eben, das sind nicht mal Ärzte.“ „Und keine von denen wählt uns.“ „Wieso nicht?“ „Seit wann sind denn Krankenschwestern Beamte?“

„Jedenfalls müssen wir jetzt etwas gegen das Personal…“ „Sie haben die Vorlage nicht gelesen.“ „Wieso, hier steht doch…“ „Personalmangel. Wir sollen etwas gegen den Personalmangel tun.“ „Ist das nicht der Job vom Gesundheitsminister?“ „Wir sind für Arbeit zuständig.“ „Und für Soziales.“ „In dieser Angelegenheit nur für Arbeit.“ „Das trifft sich gut, Soziales kann der Heil ja erst recht nicht.“

„Wir können nicht warten, bis Spahn Pfleger aus Ostasien geholt hat.“ „Außerdem kriegt man die momentan eh nicht über die Grenze.“ „Weil die aus Asien kommen?“ „Ich glaube, Spargel geht erst mal vor.“ „Ach so.“ „Ausbilden ist ja auch nichts.“ „Das dauert ewig.“ „Die Krise aber möglicherweise auch.“ „Und dann ist Corona irgendwann plötzlich vorbei, und wir wissen nicht, was wir mit dem ganzen Pflegepersonal anfangen sollen.“ „Die beantragen dann doch bloß Sozialleistungen.“ „Das kommt uns teuer zu stehen!“ „Sie sehen, das ist der vollkommen falsche Ansatz.“ „Allerdings!“ „Also woher nehmen und nicht stehlen?“ „Wie es die Vorlage vorsieht: längere Arbeitszeiten.“

„Und das hilft jetzt gegen höhere Ausfallquoten wegen der Infektionen?“ „Weil wir dann ja auch proportional mehr Schutzvorrichtungen haben.“ „Wieso mehr Schutz, ich dachte…“ „Proportional, meine ich. Normalerweise muss so ein Mundschutz acht Stunden halten.“ „Vorgesehen war er aber für zwei Stunden.“ „Und dann auch nur, wenn keine neuen Patienten kommen.“ „Wir haben aber keinen neuen.“ „Spahn hatte aber doch welchen bestellt?“ „Darum gibt es ja auch keinen.“ „Verstehe.“ „Und jetzt verlängern wir die Schicht auf zwölf Stunden, dann haben wir proportional mehr Arbeitszeit.“ „Das ist ja deshalb schon betriebswirtschaftlich ratsam, weil die Pfleger dann nicht mehr so oft putzen müssen.“ „Wieso das denn nicht?“ „Bisher haben wir die Pfleger einmal nach der Schicht die Station säubern lassen.“ „Macht das nicht das Reinigungspersonal?“ „Dafür gibt man doch heute kein Geld mehr aus.“ „Und so ein Pfleger kennt die Ecken.“ „Wenn schon putzen, dann doch bitte auch kompetent.“ „Wir reden hier von einer Klinik und nicht von einem Ministerbüro!“ „Ja, ich habe es kapiert!“ „Und das geht ja jetzt alles nicht mehr so von der Arbeitszeit ab.“ „Das heißt aber auch, es wird ein Drittel der Raumpflege nicht mehr…“ „Ja, wir sparen ein Drittel ein.“ „Wir werden ja sehen, ob wir dann auch ein Drittel mehr Tote haben.“ „Und wenn nicht, können wir das den Aktionären als Sparmaßnahme verkaufen.“ „Mehr Netto vom Brutto!“ „Super!“

„Gut, das heißt jetzt allerdings auch, dass wir mehr Infektionen beim Pflegepersonal riskieren.“ „Es wurde doch gerade gesagt, die Sterblichkeit sei geringer als angenommen?“ „Außerdem muss auch nicht jeder gleich tot umfallen.“ „Aber dann haben wir wieder mehr Ausfallquoten.“ „Wenn wir gerade die Arbeitnehmerrechte etwas updaten, wir könnten auch gleich für mehr offene Stellen in der Branche sorgen.“ „Das ist attraktiv für Neueinsteiger.“ „Und es werden mehr eingestellt.“ „Wie das denn?“ „Die Lockerung des Kündigungsschutzes ist nun mal ein hervorragendes Instrument für Arbeitgeber, neue Jobs zu schaffen.“ „Sehr richtig!“ „Wer würde denn die vielen neuen Pfleger in der Krise einstellen, wenn er sie nicht hinterher sofort wieder vor die Tür setzen könnte?“ „Man muss ja auch langfristig denken.“ „Und Personalkosten sind schließlich der entscheidende Faktor für eine vernünftige Rendite im Gesundheitssektor.“

„Wobei auch die geringere Ruhezeit eine sehr schädliche Wirkung auf das Immunsystem ausübt.“ „Also wieder mehr Infektionen.“ „Das ist gut, da es die Empathie mit den Erkrankten fördert.“ „Ich sehe da gewisse Synergieeffekte.“ „Aber es bleibt letztlich die Frage, ob eine verlängerte Schicht nicht zu mehr Fehlern in der Behandlung führt.“ „Das hatte ich auch schon erwogen.“ „Bitte!?“ „Je mehr Patienten versterben, desto schneller werden die beatmeten Plätze auf der Intensivstation wieder frei.“ „Das bedeutet mehr freie Betten.“ „Also alles, was der Gesundheitsminister wollte.“ „Und nicht wusste, wie er das nach dem Bettenabbau wieder auf die Reihe kriegen soll.“ „Und natürlich durch mehr Patienten mehr Fallpauschalen.“ „Also mehr Geld für die Aktionäre.“ „Hervorragend!“ „Damit dürfte unsere Wiederwahl gesichert sein!“ „So weit würde ich noch nicht gehen.“ „Aber auf jeden Fall die Rendite.“ „Da dürften Sie eher recht haben.“

„Das heißt virologisch, dass wir damit auch früher den gewünschten Durchseuchungsgrad für die Herdenimmunität erreicht haben.“ „Ja, das ist ein angenehmer Nebeneffekt.“ „Und wir haben die größten Schwierigkeiten auf dem Arbeits- und auf dem Wohnungsmarkt behoben.“ „Sehr gut!“ „Da wäre jetzt allerdings noch das Problem, dass sich die Pfleger krankschreiben lassen, wenn sie krank sind.“ „Daher der gelockerte Kündigungsschutz als flankierende Maßnahme.“ „Damit die Pfleger…“ „… nicht versehentlich Patienten anstecken.“ „Aber dann bräuchten wir ihnen doch nicht zu kündigen?“ „Es geht um die Fahrlässigkeit.“ „Wenn das mit Absicht okay ist, dann sind wir ja wieder in der Gewinnzone.“ „Großartig!“ „Ich hoffe, dass das Pflegepersonal das auch mitmacht.“ „Aber sicher.“ „Als Helden der Krise!“ „Die werden sich darum reißen, für das Volk da zu sein.“ „Bis zuletzt!“ „Na, etwas gruselig hört sich das ja schon an. Fast so wie die Liquidatoren, die man damals in Tschernobyl in die verstrahlte Scheiße geschickt hat, damit sie die Gefahr beseitigen und dann dabei draufgehen.“ „Das ist die richtige Einstellung!“ „Hurra!“ „Ich wusste es, die brauchen wir!“ „Ja, für später.“ „Wie meinen Sie das denn?“ „Die können doch mit der SPD gleich weitermachen, oder?“





Morbus Sarrazin

29 01 2020

„Und Sie sind sich absolut sicher?“ „Fundamental orientierte Muslime.“ „Verstehe ich nicht.“ „Das ist jetzt nicht die Frage, Herr Kollege. Ich wüsste viel lieber, wie wir dieses Arschloch diagnostisch einordnen.“ „Haben Sie doch eben getan.“ „Wie jetzt?“ „Naja, als Arschloch.“

„Was sind denn bitte fundamental orientierte Muslime?“ „Die orientieren sich fundamental.“ „Gut, aber woran jetzt genau?“ „Er meint sicher, dass Islam für die nur fundamentalistisch denkbar ist.“ „Also als Wahnidee.“ „Dann müsste er für die doch Verständnis haben?“ „Fundamentales sogar.“ „Aber wenn sich Muslime fundamental an etwas orientieren, sind sie dann nicht Fundamentalisten?“ „Ja, kann man so sehen.“ „Das heißt, dass ein rechtsradikal orientierter Wirrkopf die fundamental orientierten Extremisten in der Partei entdeckt…“ „Dann frage ich mich, warum er nicht in der Partei bleibt.“ „Will er ja. Er hat nur Angst, dass sie ihn endlich rausschmeißen.“ „Und dann?“ „Müsste er in diese Partei gehen, die seiner politischen Gesinnung eher entspricht.“ „Das wird schwierig.“ „Stimmt, da sind ja nur fundamental orientierte Extremisten.“

„Ob man das als Angststörung erklären kann?“ „Also Sie meinen eine Störung, bei der man nur überlebt, wenn man anderen ständig Angst machen kann?“ „Möglich, es hat damals bei Erwerbslosen angefangen.“ „Und dann kamen irgendwann diese genetisch minderwertigen Kopftuchmädchen.“ „Ich würde eher auf eine schizoide Störung schließen.“ „Weil er sich die Angst nur einbildet?“ „Er braucht sie zumindest, weil sonst sein Weltbild nicht mehr funktioniert.“ „Das klingt auch logisch.“ „Es ist nur bemerkenswert, weil er offensichtlich selbst an das glaubt, was er da verkündet.“ „Manche brauchen eben keine Welt, um sie zu erklären.“ „Wenn er ein geschlossenes Weltbild aus Wahnvorstellungen verfolgt…“ „… könnte es sich auch um paranoide Schizophrenie handeln, meinen Sie?“ „Ich wollte zwar eher auf Fundamentalismus hinaus, aber die Übergänge sind ja fließend, Herr Kollege.“

„Mir fehlt hier allerdings die Konsistenz.“ „Sie meinen, es passt nicht zusammen?“ „Islamische Einflüsse sieht er wahrscheinlich, weil sich die SPD im Gegensatz zur Union befindet und noch nicht von islamophober Hetzpropaganda infiziert ist.“ „Das ist jetzt interessant. Die CDU verkörpert für ihn doch den bürgerlichen Rassismus, den er auch für die SPD haben will.“ „Aber insofern logisch, dass er noch in der SPD bleiben will, weil er sich damit gegen die bürgerliche Mehrheitsgesellschaft stellen kann.“ „Das rechtfertigt dann natürlich auch wieder so eine Opferfantasie.“ „Ich frage mich nur, wie das zu seinen Vorstellungen passt, dass das internationale Judentum Deutschland vernichten will.“ „Naja, wenn er verfolgt wird, dann sicher von allen zusammen, sonst lohnt es sich nicht.“ „Die übernehmen dann zusammen die Weltherrschaft, oder wie soll man sich das vorstellen?“ „Eher nicht. Sonst hätten sie sicher nicht eine Partei im Sinkflug ausgewählt, die solche verwirrten Deppen an Bord hat.“ „Er hat doch dementiert, dass die Partei ihn rausschmeißt?“ „Dement, Herr Kollege, das Wort ist: dement.“

„Wir haben es letztlich mit einem monokausalen Welterklärungsmuster zu tun.“ „Weil er für alles und jeden den Islam heran- und über ihn herzieht?“ „Das ist seine fixe Idee.“ „Ich sehe es eher als eine Zwangsstörung.“ „Aber dann höchstens eine, mit der er uns immer wieder zwanghaft stört.“ „Oder eine, bei der er uns seine Störung aufzwingt.“ „Jedenfalls neigt dieser Patient zu irrationalen Handlungen, obwohl er rational die Unsinnigkeit seiner Denkinhalte erkennt.“ „Erkennen müsste.“ „Müsste?“ „Ab einem gewissen Stadium können wir nicht mehr voraussetzen, dass er seine Störung noch als solche anerkennt.“ „Dann haben wir hier wohl eher mit einer überwertigen Idee zu tun, meinen Sie nicht auch?“ „Indem er gleichzeitig den anderen Minderwertigkeit unterstellt, zum Beispiel in Form eines geringeren IQ.“ „Mich würde daran nur interessieren, wie man auf so eine Idee kommt.“ „Durch einen geringeren IQ vielleicht?“ „Und diese überwertige Idee stellt er dann über seine Partei und sucht sich nicht eine, deren Programm komplett mit seinen Wahnvorstellungen korreliert.“ „Sie haben es erfasst.“

„Meinen Sie, das ist ansteckend?“ „Ich würde es nicht ausschließen. Die Annahme, die SPD sei von Linksextremisten gesteuert, hat er ja nicht zuerst in die Welt gesetzt.“ „Also jetzt wird’s kompliziert: eine linksextremistische jüdische Weltregierung installiert fundamentalistische Islamisten in der SPD, damit sie ihn rauswerfen können.“ „Und er selbst meint, er habe ja nur erkannt, dass die Partei von jüdisch gesteuerten Muslimen gesteuert wird.“ „Irgendwo dazwischen hat er vermutlich seine Richtung verloren.“ „Wenn er seine Medikamente regelmäßig genommen hätte, würde ich annehmen, er hat sie eben nicht regelmäßig genommen.“ „An dieser Stelle bitte keine Spekulation, Herr Kollege. Das würde eindeutig zu weit führen.“ „Oder in die ganz falsche Richtung.“ „Allerdings.“ „Das sehe ich in dieser Symptomatik auch.“ „Richtig, er ist dann doch eher falsch abgebogen.“ „Also nach rechts?“ „Fundamental desorientiert.“ „Folglich ein dummes Arschloch.“ „Herr Kollege, das klingt nach einer Diagnose.“





Oma ihr klein Häuschen

8 01 2020

„Wobei ich jetzt nicht verstehe, was das soll.“ „Das versteht keiner, aber bis dahin können wir die SPD weiterhin als Feind der deutschen Arbeiter an den Pranger stellen.“ „Seit wann haben denn Arbeiter Grundbesitz?“ „Seitdem diese linken Schweine mit ihren Villen im Tessin den verdammten Hals nicht mehr voll kriegen!“

„Offenbar haben Sie das Prinzip nicht kapiert.“ „Wenn man die Zeitungen betrachtet, haben das noch ein paar mehr nicht.“ „Es geht denen darum, dass die Grundstücke enteignet werden! Nicht mal hat sich getraut, was diese Linksfaschisten mit den deutschen Wählern vorhaben!“ „Das ist doch…“ „Das ist verfassungsfeindlich!“ „Wann haben denn Sie zuletzt das Grundgesetz von innen gesehen?“ „Dann wüsste er auch, dass Eigentum verpflichtet.“ „Sie werden mich mit Ihren Spitzfindigkeiten hier nicht aus dem Konzept bringen, Sie nicht!“ „Wenn Sie das schon fürchten, warum glauben Sie dann, dass Sie ein Konzept haben?“ „Wir machen hier eine anständige Zeitung, die wird nicht dieses linke Gesindel an die gleichgeschaltete Macht bringen!“ „Was ist denn heute mit Ihnen los?“ „Verstehe ich auch nicht, sonst hetzt er doch bloß gegen Merkel?“

„Jedenfalls wollen diese stalinistischen Säue die Wähler enteignen, und die einzige Antwort von uns ist der nationale Widerstand!“ „Haben Sie seine Tabletten versteckt?“ „Ich bitte mir Respekt aus!“ „Warum schreiben Sie dann so einen Unsinn?“ „Die SPD wird mit der Bodenwertzuwachssteuer die Eigenheimbesitzer in den Ruin treiben.“ „Warum?“ „Wir werden Verhältnisse haben wie in Amerika, wo die Banken mehr Geld von den Hausbesitzern zurückhaben wollten, als sie ihnen geliehen hatten.“ „Das nennt man Kredit.“ „Und früher gab es auch mal Zinsen im positiven Bereich.“ „Und da ging es auch nicht um Grundstücke.“ „Die SPD ist die Fortsetzung des Nationalsozialismus!“ „Bleiben Sie bei der Äußerung?“ „Ich nehme das zurück, aber meine Meinung wird sich nicht ändern!“

„Es geht doch gar nicht um Immobilien.“ „Aber um die Grundstücke!“ „Ah, langsam sieht er es ein?“ „Und wenn die Grundstücke immer höher besteuert werden, dann kann man sich auch die Immobilien nicht mehr leisten.“ „Also doch keine Einsicht.“ „Allerdings.“ „Es geht um Bauland!“ „Nein.“ „Es geht um Bauland, das der Staat…“ „Die Steuer wird von den Kommunen erhoben.“ „Das ist doch dasselbe!“ „Er lebt offensichtlich in einem anderen Staat.“ „Das Bauland wird vom Staat durch die Kommunen jedes Jahr neu…“ „Nein.“ „Ihre leninistischen Diskutiererei wird Ihnen nicht weiterhelfen, Ihre Revolutionsgarden werden Ihnen das Eigenheim schon noch unter dem Arsch wegpfänden, und dann sitzt Ihr alle aus Solidarität mit Nordkorea auf der Straße! Na, wie schmeckt Euch Klimaspasten das!?“

„Abgesehen davon, dass es um Brachland geht, das erst bei der Umwandlung durch einen neuen Bebauungsplan…“ „Aha, da habe ich Sie schon bei der ersten Lüge erwischt!“ „Dieser Gesetzentwurf will nur eine einmalige Zahlung beim Verkauf an die Kommune besteuern.“ „Das sagen die jetzt – wenn Ihre Oma dann ihr klein Häuschen verkauft, dann ist…“ „Es geht doch nur um das Land.“ „Meine Oma hat das jedenfalls nicht auf Bauland errichtet, oder was meinen Sie, wie man reich wird?“ „Sie denken also, dass die…“ „Sie wollen mir unterstellen, dass ich die illegalen Methoden mancher Bauspekulanten gutheiße, nur weil ich mich gegen die linksextremistische Enteignung der SPD unter Adolf Walter Dings und seiner sicher aus Russland stammenden Parteisekretärin wende?“ „Sie sollten sich einfach mal den…“ „Ich muss mir diese sozialistischen Gleichschaltungsfantasien gar nicht erst durchlesen, meine Meinung steht fest: dieses rote Pack gehört aus Deutschland entfernt, die wollen den Wähler in die Armut treiben!“

„Und deshalb schreiben Sie diese Artikel gegen die Steuerpläne der SPD?“ „Davon verstehen Sie ja offensichtlich nichts.“ „Erklären Sie es uns.“ „Man nennt das journalistische Sorgfaltspflicht.“ „Wie bitte!?“ „Der Journalismus als politische Kraft muss dafür sorgen, dass die Wähler ihren Besitz nicht unter dem Arsch…“ „Welchen Besitz?“ „Welche Grundstücke?“ „Das hat doch der Lindner schon so oft gesagt, wenn man von der Armut bedroht ist und sich keine Miete mehr leisten kann, dann muss man eben Wohneigentum kaufen.“ „Also erstens…“ „Lassen Sie es gut sein, er kapiert es nicht.“ „War mit schon klar.“ „Hören Sie mal, wenn Sie eine Eigentumswohnung kaufen, dann gibt es gar keinen Grundbesitz.“ „Die meisten prekär Beschäftigten können oder wollen, das über lasse ich jetzt mal Ihnen, auf jeden Fall wollen die sich das nicht mehr leisten können – diesem leistungslosen Wohlstand, alle diese parasitären Arbeiter, die in diesem Land leben dürfen, obwohl sie immer noch so arm sind, dass sie sogar Steuern zahlen müssen?“ „Sie haben nicht einmal die…“ „Wenn die Investitionsgewinne aus Bodenspekulation nicht den Leistungsträgern zugute kommen, dann wird sich bald niemand mehr auf das Geschäft einlassen, und dann fließen die hinterzogenen Steuern eben nach England, oder was meinen Sie, wozu wir den Brexit brauchen?“ „Und deshalb muss die deutsche Presse den Wählern Schauermärchen über die SPD erzählen?“ „Sie haben ja noch nicht einmal…“ „Doch.“ „Aber eins würde mich jetzt ja brennend interessieren.“ „Na, dann erzählen Sie mal.“ „Meinen Sie, seine Oma war eine Nazisau?“





Time to Say Goodbye

5 12 2019

„Ja, sehr gut! Und dann kommen Sie gleich von links und… Links, ich habe gesagt: links! Meine Güte, halten Sie sich einmal an die Choreografie, so schwer kann das doch wohl nicht sein, oder ist das Ihr erster Bundesparteitag, Herr Scholz?

Dann bin ich eben laut und dann bin ich eben diktatorisch und das Ergebnis sieht beschissen aus, aber einer muss doch Regie führen in diesem Bums, und das mache nun mal ich. Ja, weil Sie nicht von der Basis engagiert worden sind, und jetzt runter von der Bühne, sonst mache ich Ihnen Luftlöcher in den Anzug. Gib dem Mann mal einer eine Zigarre und dann raus mit ihm! Wundere mich sowieso, wer den auf die Bühne gelassen hat, Müntefering war ja vorhin auch schon da, was wollen die alle hier? Wir haben doch genug Komparsen, oder?

Jetzt mal Licht auf die Esken, bisschen mehr, bisschen noch, bisschen noch, noch, noch – Ihr lasst die immer so farblos aussehen, seid Ihr alle nicht in der Gewerkschaft? Dann mach doch mal Rot, Du Dussel, das muss doch nicht zu diesem lila Zeug im Hintergrund passen! Wer hat das überhaupt da an die Wand genagelt? Fundus? So sehr Ihr aus, das Bühnenbild von der letzten Sommertournee, Väter der Klamotte mit Gabriel als Old Schwätzerhand! Mann Gottes, jetzt mach doch mal ordentlich Licht, das kann man ja nicht mit ansehen! Muss ich da erst selber hochklettern? Na also, geht doch. Und jetzt kommt der Chor langsam rein, Musik! und dann Licht von hinten, und: ‚Putz weg!‘

Heilige Scheiße! Scholz, lernen Sie Ihren Text, da steht nichts von ‚Cum-Ex‘! Außerdem ist das hier nicht Ihr Auftritt, also zurück in die… Rot! Es hat keiner gesagt, dass Sie da oben plötzlich auf Schwarzlicht umschalten sollen, klar!? ‚Fürstin der Finsternis‘ ist drei Türen weiter, wir machen hier einen ordentlichen Parteitag! So, und dann mal alle wieder auf Ausgangsposition. Sie noch etwas nach vorn, ja, und bitte im Takt, immer im Takt bitte, die Arme etwas höher, und im Takt – ja, ich weiß ja auch, dass Ihr das schon tausendmal gehört habt, aber so gehen Parteitage eben. Erst eine Stimme, dann die andere, dann rudern alle wieder zurück, dann kommt der Chor und dann ist Finale. Seien Sie froh, dass wir das nicht als Regionalkonferenz inszenieren. Dann hätten Sie jede Menge Text, aber das Publikum pennt trotzdem weg.

So, und Gasse bitte. Nein, keine Rettungsgasse, Sie sollen nur Platz machen für den alten Mann, der setzt sich dann für sein Solo an die Rampe. Musik, und geben Sie dem Thierse mal ein Handmikrofon. Sie müssen ihm das Ding nicht gleich in den Bart stopfen, der kann das schon selbst halten. Und jetzt der Chor: ‚Wacht auf, Verdammte dieser Erde!‘ Ja, sehr schön! Ich sag’s ja immer wieder, Musical hat nicht besonders viel mit der Wirklichkeit zu tun, die Handlung ist doof, aber die Leute lieben es halt.

Das war sehr schön, gleich den Walter-Borjans dahinter, und Licht! mehr Licht! Wenn Ihr da oben scheiße baut, dann kriegen wir hier unten nie etwas Vernünftiges hin! Der Chor bleibt jetzt hinten, und bitte ruhig zurück, keine Hektik, dann Walter zum Rednerpult, macht dem mal den Schlagschatten weg, das sieht ja schlimm aus. Sie sollen da hinten nicht so einen Lärm machen! Heilige Scheiße, Sie sind in der Szene keine Parteisoldaten mehr, das ist seit dem ersten Akt vorbei! Sie werden auch nicht so lange nach vorne durchgereicht, bis Sie im Vorstand sitzen, klar!? Also noch mal, und bitte!

Herr Scholz, was genau machen Sie da vorne? Ihr Solo? Sie haben kein Solo. Nein. Auch nicht, wenn Sie das zehnmal sagen. Sie haben hier kein Solo, und jetzt gehen Sie bitte von der… – Schmeiß den mal einer raus, oder ich steige gleich persönlich auf die Bühne und hau ihm die Kartoffel vom Hals! Ich habe gesagt, es gibt kein… Abschiedsszene? Wozu brauchen wir denn hier eine Abschiedsszene? Das ist mir völlig wumpe, was Sie da einstudiert haben, das wird nicht gebraucht! Heilige Scheiße, jetzt setzt den endlich vor die Tür!

Jetzt kommen Sie auch noch, was wollen Sie denn schon wieder? Die Abschiedsszene steht so im Buch? Leute, das wüsste ich aber. Und wenn Sie zehnmal der Inspizient sind, es steht nicht im Buch. Wir spielen das nicht. Im Glitzeranzug? auf der Schaukel? Was denkt denn der Mann, wer er ist? Helene Fischer!? Ich schmeiße Euch hier gleich die ganze Probe, wenn Ihr nicht auf der Stelle das… – Mitbestimmungstheater? Ihr habt wohl alle Lack gesoffen! Soll ich jetzt abstimmen lassen, wie das Stück ausgeht? Dann müsst Ihr halt irgendeinen Scheiß von Schirach spielen, aber nicht mit mir!

Musik aus! Wenn Ihr ‚Time to Say Goodbye‘ hören wollt, dann macht das gefälligst in der Pause! Ich will das hier nicht mehr hören! Wir machen die Ensemble-Szene noch mal von vorne, danach den Abgang, beide von links wieder rein, und dann ist das Ballett vorne. Ich sagte: vorne! Und Sie da, was soll das mit der Maske? Wer soll das sein, Greta? Das können Sie bei den Grünen machen, wir haben diesen Mummenschanz jedenfalls nicht nötig.

Scholz! Wenn ich Sie noch einmal auf der Bühne sehe, dann werde ich Ihnen die… – Immer feste drauf, mir ist das jetzt egal. Der Saalschutz ist jedenfalls im Preis inbegriffen, und wenn er danach die Klappe aufreißt, dann können wir mit gutem Gewissen sagen, es hat gar keine Polizeigewalt gegeben. So, und dann machen wir hier oben Licht, dann kommt das Finale, und vor dem letzten Vorhang noch mal mit allen Armen hoch. Tschakka. Also wollen Sie jetzt eine Premiere oder nicht!?“





Aus Vernunftgründen

2 12 2019

„… die Wahl der Parteibasis akzeptieren werde. Scholz wisse zwar, dass nur er als alleiniger Vorsitzender in der Lage gewesen wäre, die SPD wieder zu einer absoluten Mehrheit zu…“

„… zahlreiche Ex-Vorsitzende wie Nahles oder Gabriel zur Mäßigung aufgerufen hätten. Das Votum der Mitglieder sei rechtlich überhaupt nicht bindend, man könne auf dem nun anstehenden Bundesparteitag genauso gut den amtierenden Bundesfinanzminister zum…“

„… warne Lindner davor, dass die neue SPD-Spitze Arbeitslager für Leistungsträger einrichten werde, um ein sozialistisches Terrorregime in der deutschen, demokratischen…“

„… als sehr bedauerlich empfinde, dass die erfolgreiche Politik der vergangenen Jahre nicht einfach weitergeführt werde. Kramp-Karrenbauer sei auch persönlich enttäuscht, weil sie damit einen Wahlkampf führen müsse, in dem es zu politischen Themen und nicht zu den üblichen…“

„… würden in der Partei neue demokratische Strukturen eingeführt und alte wieder gestärkt. Weil wolle daher noch nicht vom Untergang der SPD sprechen, sehe aber mit brennender Sorge die…“

„… vor einem Teilzeit-Kanzler warne. Ziemiak wisse jetzt schon, dass die Doppelspitze der SPD dazu führen werde, sämtliche Regierungsämter zu teilen oder halbtags zu bekleiden, so dass eine neue Bundeskanzlerin nur noch vormittags und ihr Co-Kanzler dann nach der…“

„… werde die Verfassungsänderung, nach der der Stalinismus als Staatsziel ins Grundgesetz aufgenommen werden solle, auch die Einheitsrente in Höhe der Grundsicherung bedeuten, wenn Lindner dies nicht durch eine bürgerliche Koalition mit AfD und…“

„… habe Altkanzler Schröder eindringlich vor einer Wahl der beiden Basiskandidaten gewarnt. Er fürchte eine Sozialdemokratisierung der SPD und werde darum alles in seiner Macht stehende tun oder veranlassen, um die…“

„… bei den Linken durchaus begrüßt worden sei. Zwar empfehle man derzeit keine Neuwahlen auf Bundesebene, könne sich allerdings auch eine Minderheitenregierung nicht als…“

„… sei allein die Tatsache, dass die Grünen sich nicht in die Angelegenheiten der SPD eingemischt hätten, ein deutlicher Beweis, dass es sich um eine politische Komplizenschaft handele, die die Umvolkung auf deutschem Boden beschlossen hätten. Chrupalla rufe damit zum bewaffneten Widerstand auf fordere die Erschießung der…“

„… dürfe sich die CDU jetzt nicht erpressen lassen. Kubicki habe Kramp-Karrenbauer noch einmal eindringlich erklärt, dass sie gegenüber dem Koalitionspartner nicht aus Vernunftgründen zu Kompromissen oder…“

„… gebe Scholz den Medien eine Mitschuld. Er habe zwar mehr Präsenz gehabt und auch durch die ihm zur Verfügung stehenden Bundesmittel einen Vorteil genossen, sei jedoch oft kritisiert worden und sehe es daher nicht als einen gelungenen…“

„… habe Schröder nochmals erklärt, dass er als Ersatz der Doppelspitze nicht einspringen werde. Es sei ihm aus Zeitgründen nicht mehr möglich, sich mit der Lage in Deutschland zu befassen, außerdem seien ihm die Niedriglöhne in der Politik nicht…“

„… bisher keine der Anfragen beantwortet habe. Scharpings Büro habe aber zugesagt, noch im Laufe der Woche eine erste Reaktion auf den…“

„… die wirtschaftliche Stabilität in großer Gefahr sei. Die Arbeitgeberverbände wollten nun auf einer Klausurtagung erörtern, mit welchem Angebot die beiden Kandidaten dazu zu bringen seien, Olaf Scholz bei der Wahl den Vortritt zu…“

„… könne der Verfassungsschutz leider nichts unternehmen. Zwar sei es von der Pressefreiheit gedeckt, wenn die Zeitungen des Springer-Konzerns Eskens und Walter-Borjans im Stil eines RAF-Fahndungsplakats abbildeten, es gebe jedoch weder einen Straftatbestand namens ‚Einführung des linken Umverteilungsterrors‘ noch sei die Behörde Teil der staatsanwaltschaftlichen…“

„… warne Lindner davor, dass der linksradikale Arm des Klimairrsinns bald SUV-Fahrer enteignen werde, wenn sich die CDU nicht auf eine von FDP und AfD gestützte Minderheitenregierung im…“

„… sehe Scholz bei den Kandidaten ernsthafte Bestrebungen, die SPD zu spalten. Ein Ausschluss wegen parteischädigenden Verhaltens sei nur noch eine Frage der Zeit und werde seine ausdrückliche Unterstützung finden, wenn sie noch vor dem…“

„… seien die führenden Wirtschaftsverbände sehr besorgt, dass mit der Wahl von Walter-Borjans ein Fachmann für Hetze und Denunziation eine Partei anführen solle. Wenn dies dazu führe, dass Steuerhinterziehung bald so gut wie illegal werde, müsse man sich ernsthafte Sorgen um den Standort Deutschland und seinen guten Ruf als…“

„… werde Scholz sich nicht mehr öffentlich über die Parteiführung äußern. Diese sei so weit unter seinem Niveau, dass er ihr den Eintritt in die CSU empfehle, wo man am Stammtisch jedes Versprechen sofort und…“

„… würden nach Ansicht von Weil alle Wähler in Geiselhaft genommen, da sie bei der nächsten Bundestagswahl über das politische Programm der SPD abstimmen müssten. Dies könne aber nicht der Sinn von Wahlen sein, da die Partei dann politisch arbeiten müsste, anstatt ihren hauptamtlichen Funktionären ein auskömmliches…“





Es fährt ein Zug nach Nirgendwo

27 11 2019

„Das ist eine bodenlose Unverschämtheit! Wenn wir das durchgehen lassen, dann können wir diese Partei gleich der Lächerlichkeit preisgeben! Wir werden das keinesfalls dulden und alle schädliche Einflüsse der Sozialdemokratie so entschieden wie möglich abwehren!“ „Mannometer, da ist aber ein Christdemokrat in Fahrt!“ „Christdemokrat?“ „Sin Sie kein Christdemokrat?“ „Wie kommen Sie denn darauf? Wir sind hier bei der SPD!“

„Läuft nicht bei Ihnen?“ „Olaf Scholz wird mit einem großartigen Sieg die Sozialdemokratie als großes und zukunftsweisendes Gesellschaftsmodell verteidigen gegen alle Kritiker, die ihn totgesagt haben und die SPD als Auslaufmodell ansehen!“ „Super.“ „Sie sind Opposition, oder?“ „Falls Sie auf einen Gipfel in Hamburg zielen, bei dem ein paar Opportunisten im Vollsuff Ihr Parteiprogramm ernstnehmen und es gegen den Koalitionsvertrag verteidigen: nein.“ „Sie sind eine linke Dreckzecke, die noch nicht genug aufs Maul gekriegt hat?“ „Als Bundesministerium wissen wir immer genau, wann es an der Zeit ist, unliebsame Bedienstete in den Schredder zu drücken.“

„Gut, machen wir’s kurz. Was wollen Sie?“ „Nehmen Sie ihn aus dem Rennen.“ „Dann haben die Bürgerinnen und Bürger…“ „Die SPD ist eine Arbeiterpartei.“ „So, wie Sie das sagen, klingt das wie eine Beleidigung von Willy Brandt.“ „So, wie Sie das sagen, klingt das wie eine Beleidigung an Willy Brandt.“ „Aber ohne Scholz kommen wir in der jetzigen Situation einfach nicht weiter.“ „Das ist eine Erklärung für seine expansive Geldpolitik.“ „Für seine was!?“ „Expansive Geldpolitik.“ „Ach so. Ja, das ist natürlich alternativlos.“

„Sie wissen nicht, was er damit gemeint hat?“ „Wir haben natürlich auch nur die Informationen der Parteizentrale, da sitzen sehr, sehr kompetente Wissenschaftler, die die Kompetenz für… was war jetzt noch mal die Frage?“ „Expansive Geldpolitik.“ „Das weiß dann unser Experte, und das muss in dem Fall sicher Olaf Scholz sein.“ „Sicher?“ „Aber absolut!“ „Und wie erklärt er das der Partei?“ „Weil er ja auf dem Parteitag, und da sind alle, die Sie für die Themen, von denen Sie keine Ahnung haben, weil die Sozialdemokratie, die ist als Bewegung für die Industrienation, die den Exportweltmeister…“ „Sie haben also auch keine Ahnung?“ „Nö.“

„Die tollen Milliardenbudgets für Netzausbau und Grundrente sind also…“ „Von wem haben Sie das denn?“ „Von Olaf Scholz.“ „Aber bestimmt nicht schriftlich.“ „Doch.“ „Ernsthaft?“ „Ja.“ „Sie wollen das doch wohl jetzt nicht als Aussage werten, die der zukünftige Parteivorsitzende in einem Wahlkampf als…“ „Nö.“ „Also würden Sie das in einem Wahlkampf nicht erwarten?“ „Das ist hier nicht der Punkt.“ „Sie bezweifeln also, dass er den Vorsitz der SPD als der Partei übernehmen wird, die die nächste Legislaturperiode als stärkste politische Kraft dominieren und die sozialen Kräfte der deutschen politischen Landschaft entscheiden wird.“ „Allerdings.“ „Sie sind auch so eine rechte Zecke, die ihren Hass verbreitet?“

„Fangen gerade mal wir bei der Entlastung der Körperschaftssteuer an.“ „Typisch, rechtslastiges Gefasel!“ „Wurde von der SPD in den Diskurs eingeführt.“ „Das sagt doch nichts.“ „Richtig, nur wird die vollkommen überflüssige Absenkung den Haushalt Milliarden kosten.“ „Ihr Presseberater ist wirklich gut.“ „Die Finanztransaktionssteuer wird nur den Kleinanlegern abgezwackt.“ „Wir sind eine Partei der kleinen Leute.“ „Die Schaufenstershow Cum-Ex wurde perfekt auf Verjährungszeitpunkt und Steuerhinterziehungssumme zugeschnitten.“ „Da können Sie mal sehen, wie gut wir als SPD den Wirtschaftsstandort Deutschland im Auge haben.“

„Also kein Scholzzug.“ „Wir werden das als SPD sehr genau im…“ „Also kein Scholzzug.“ „Das müssen wir entscheiden, sobald sich die Wähler entschieden haben, ob sie…“ „Normal ist doch, dass man das vorher tut.“ „Wir können doch die Wähler nicht beeinflussen.“ „Weil Sie wissen, dass das normalen Wählerpotential nicht von der Entscheidung beeinflusst wird.“ „Ach was.“ „Oder weil Sie wissen, dass das normale Wählerpotential sich entscheidet, wie es will, ohne Entscheidungen der SPD auch nur ansatzweise zu…“ „Ich möchte nicht mehr darüber reden.“

„Immerhin haben wir eine Menge großer Parteiposaunen, die sich für Scholz aussprechen.“ „Das ist nicht so ungewöhnlich.“ „Warum spricht er sich nur für Programmpunkte aus, die die Partei längst hätte umsetzen können?“ „Weil es höchste Zeit ist, dass die Partei sie umsetzt.“ „Und das betrifft auch die Körperschaftssteuer und die…“ „Wenn es Ihnen nicht passt, gehen Sie doch nach drüben!“

„Ich wollte nur noch einmal nachfragen, ob die…“ „Hier ist meine Karte, melden Sie sich gerne, wenn Olaf Scholz Bundeskanzler ist.“ „Und wenn nicht?“ „Seien Sie froh, dann haben Sie das Schlimmste verhindert!“