Der Messias

14 02 2017

06:00 – Aus dem Innenhof erklingt weihevoll Ludwig van Beethovens Ode an die Freude, intoniert von den Berliner Philharmonikern sowie dem Wiener Singverein unter der Leitung von Sir Simon Rattle. Der designierte SPD-Vorsitzende hebt die Gardine mit der Linken beiseite, während er mit der anderen Hand dem Ensemble huldvoll winkt. Martin Schulz ist wach und kann nun sein Tagwerk beginnen.

06:05 – Die ersten Berichterstatter sind auf der Straße zu sehen. Abhängig von der Krawattenfarbe des ehemaligen Parlamentspräsidenten sollen bis spätestens halb elf die internationalen Börsenkurse feststehen. Da keine Informationen nach außen dringen, einigt sich der Aktienmarkt auf einen sehr stabilen Tag, der vor allem die deutsche Wirtschaft sehr positiv für die SPD einnimmt.

06:21 – Schulz bricht das Brot, dankt und gießt sich noch einen zweiten Kaffee ein. Nebenbei kürzt er seine Nasenhaare, liest sieben Tageszeitungen parallel und hört einen Radiokommentar zur weltpolitischen Lage. „Wer weise ist“, spricht er zu seinem Weib, „der hört zu und bessert sich; wer verständig ist, der lässt sich raten.“ Das auf dem gegenüberliegenden Balkon installierte Richtmikrofon der Christdemokraten fängt die Worte des großen Vorsitzenden auf und befördert sie sogleich in die Wahlkampfzentrale, wo ein Team aus erstrangigen Krypto-, Sozio- und Politologen sie mit Quantencomputern analysiert.

06:54 – Schulz verlässt das Haus. Er winkt ein Taxi heran, dessen Fahrer vor zwanzig Jahren aus dem Irak nach Deutschland eingewandert war, um dereinst den Kanzlerkandidaten ins Büro zu fahren. Vor lauter Rührung bekennt der Chauffeur seine Sünden, konvertiert spontan zum Protestantismus und kauft auf Schulz’ Geheiß in einem kleinen Tabakladen auf dem Weg ein Rubbellos. Mit dem Gewinn von 50.000 Euro unterstützt er den Bau von Brunnen und Mädchenschulen, die wegen der Einstufung Afghanistans als sicheres Herkunftsland jetzt vermehrt von den Taliban bombardiert werden.

07:22 – Der Ortstermin auf Schloss Bellevue, das Schulz für den kommenden Bundespräsidenten Steinmeier sozialdemokratisch einsegnen soll, muss verschoben werden: die Lutherbrücke ist wegen eines Fahrbahnschadens beidseitig gesperrt. Der kommende Kanzler zahlt den Taxilenker an der Anne-Frank-Schule aus, schreitet ans Ufer und geht über die Spree.

07:49 – Der Hausmeister des Präsidentenschlosses öffnet die Pforten. Schulz erkennt sofort, dass dies ein Mann ist, der hart arbeitet. Er verspricht ihm, dass sich in seinem Leben nichts ändern wird. Der ehemalige Handwerker schleicht weinend in den Geräteschuppen, um sich an seinen Hosenträgern zu erhängen.

08:10 – Rasch hat Schulz ein paar SPD-Broschüren ausgelegt, den Mindestlohn beschworen und mehr Gerechtigkeit gefordert. Durch Handauflegen erweckt er eine vertrocknete Topfpflanze wieder zum Leben. Aus dem Hintergrund ist leise ein zehntausendstimmiger Engelschor zu hören.

08:55 – Kurz vor dem Kanzleramt erblickt Schulz unter einer Brücke einen Hohlraum, in welchem lagen viele Kranke, Blinde, Lahme, Verdorrte, die warteten, wann sich das Wasser bewegte. Der neue Prophet der Mitte aber packt einen am Kragen. „Steh auf und wandle“, raunzt er ihn an, „und such Dir einen Job, in dem Du hart arbeiten kannst, weil wir sonst kein Geld haben für einen Wehretat, der den Aktionären hilft, ihr Geld hart für sich arbeiten zu lassen!“ Zehn bis zwölf Jünger winden sich in Ekstase auf dem Kiesweg und verkünden neue Spitzenwerte für die SPD.

09:12 – Die Rentnergruppe aus Würselen will sich unbedingt von Schulz segnen lassen. In Streit um den Platz in der ersten Reihe beginnen erst verbale Auseinandersetzungen, bis Handgreiflichkeiten einsetzen. Der Heilsbringer aus Brüssel betrachtet die Situation aufmerksam.

09:26 – Erste Senioren sind zu Boden gegangen, es wird langsam kritisch. Schulz erläutert der Menge, dass es auf jede gesellschaftliche Gruppe ankommt, die für die gerechte Verteilung der Mittel ihre Stimme erhebt und gegen die Ungerechtigkeit der bisherigen Regierung vorgeht. Ein seit zehn Jahren erwerbsloser Zwangsrentner wirft einen Schuh, der den Retter des Sozialismus nur um Haaresbreite verfehlt. Von oben ertönt die Stimme Helmut Schmidts, der verkündet, dies sei sein lieber Sohn, an dem er Wohlgefallen habe.

09:57 – Schulz setzt seinen Weg mit der U-Bahn fort. Beim Betreten des Bahnsteigs wird er von einem Nichtsesshaften gefragt, ob er mal eine Mark habe. Der designierte Friedensnobelpreisträger macht den Bürger ohne Mandat darauf aufmerksam, dass es inzwischen eine friedensstiftende Währung für hart arbeitenden Europäerinnen und Europäer gibt, die auch weiterhin den Frieden sichere und die Aussicht, dafür hart zu arbeiten.

10:23 – Kaum am Ziel angekommen, da schart sich um den Visionär aus dem Rheinland schon die Menge der Gläubigen. Schulz habe verwahrloste Schulen angeprangert, nun sei er in der Pflicht, den Zustand zu ändern. Per Geistheilung materialisiert der Rasputin des Sozialstaats Landesmittel, die eine Sanierung des Leni-Riefenstahl-Gymnasiums in Bad Senkelteich ermöglichen. Verzückte Schüler streuen Palmwedel auf seinen Weg.

11:04 – Die letzten Wahlumfragen bestätigen, dass die Union keine Chance mehr hat, als Juniorpartner in einer erneuten Koalition mit der Schulz-SPD die Bundesregierung zu stellen. Der Kandidat bleibt jedoch vorerst bescheiden. In einem telefonischen Interview mit der New York Times gibt er zu verstehen, dass er vorerst nur die Führung über die freie Welt anstrebt.

11:33 – Das Büro meldet eine weitere Einladung zu einer Talkshow an. Schulz darf einen Teil der Fragen selbst formulieren. Um die hart arbeitende Mitte zu erreichen, dreht sich das Gespräch nun um Fußball, Alkohol, Verwaltungsrecht und die hart arbeitende Mitte.

11:35 – Gerade noch rechtzeitig ist Schulz im Willy-Brandt-Haus eingetroffen. Ein Maskenbildner, eine Stylistin, ein Psychologe und ein Therapeut machen den Überflieger der neuen Hoffnung in Deutschland fit für eine Aufzeichnung, die in den nationalen Boulevardmagazinen gezeigt werden soll: Martin Schmidt sitzt in der Mitte und arbeitet hart. Die Herausforderung ist immens, ja übermenschlich, doch das Team leistet einen Schwur, hart daran zu arbeiten.

11:36 – Drei Sekunden Videomaterial halten für die Nachwelt fest: Martin Schmidt arbeitet hart, für wen auch immer.

11:37 – Eine empörte Besucherin der Parteizentrale will den Kanzlerkandidaten sprechen, der ihr trotz des Aufstiegsversprechens, eines mit Auszeichnung absolvierten Studiums, einer Promotion summa cum laude, mehrerer Fortbildungen und eines Bildungsgutscheins zur Förderung mangelhaft qualifizierter Arbeitskräfte, die älter als dreißig sind und ihre Erwerbsbiografie durch Schwangerschaft sowie den mutmaßlich vorsätzlichen Unfalltod des Ehegatten sozialschädlich beeinflusst haben, wegen einer nicht zugestellten Vorladung des Jobcenters die vollständige Kürzung der Kosten der Unterkunft sowie der Regelsätze für die Bedarfsgemeinschaft streichen will. „Der Herr aber sprach zu dem Satan“, deklamiert Schulz, „wo kommst du her? der Satan antwortete dem Herrn und sprach: ich habe das Land umher durchzogen.“ Sofort ist die Bürgerin exorziert; sie schmeißt ihm ihr Parteibuch vor die Füße und verschwindet.

12:02 – Bei einem Arbeitsfrühstück im Borchardt, zu dem Milchkalbentrecôte an Auberginenkaviar gereicht wird, serviert die Fachkraft körperwarmen Riesling. Der Messias von Mitte verwandelt den Inhalt der Karaffe durch andächtiges Handauflegen wieder in Wasser.

12:19 – Zwischen Salat und Ananaskaltschale staucht Schulz die israelische Staatsführung am Telefon derart zusammen, dass Premier Netanjahu verspricht, bis Sonnenuntergang die Gründung eines autonomen Palästinenserstaates von der UNO zu erbitten.

12:21 – Steve Bannon meldet sich via Twitter. Er weiß nicht, wie er nach diesen außenpolitischen Schlägen mit Trump verfahren soll. „Setze Gottlose über ihn“, gibt Schulz zurück, „und der Satan müsse stehen zu seiner Rechten.“

13:07 – Der wartenden Menge vor dem Restaurant verkündet Schulz, man hätte den Mindestlohn mit der Einführung der Agenda 2010 verbinden sollen. Die Segensrufe der offensichtlich hart arbeitenden Mitte nehmen kein Ende, da sie nicht hart arbeiten und daher viel Zeit für öffentliche Kundgebungen haben. Außerdem sind sie Angestellte des SPD-Landesverbandes.

13:28 – Im improvisierten Interview mit dem Feministischen Radiokollektiv Berlin fordert der Heiland der irgendwie Roten, unsere Frauen in Ruhe zu lassen. Auf die Nachfrage, in welchem Besitzverhältnis sich welche Frauen befänden, gibt Schulz zu wissen, weder Nationalität noch Glaube, geschweige denn Religion oder das Bestehen eines harten Arbeitsverhältnisses sei für ausschlaggebend, es gehe ihm nur um unsere Frauen. Die zufällig anwesende Justiziarin der SPD stellt klar, dass Vergewaltigungsdelikte durch Asylanten nicht viel häufiger begangen würden. Der Kandidat wird in der Zwischenzeit schon von seinen Frauen mit Blumen beworfen.

13:59 – Die hart arbeitende Mitte hat in einer Mitteilung mitgeteilt, dass sie die Bankenrettung nicht toleriert und Steuerflucht ins Ausland für eine juristisch unbedingt zu erfolgende Straftat erachtet. Der Befreier der hart arbeitenden Mitte nimmt die Botschaft zur Kenntnis. Mehr kann man von ihm nicht erwarten, er muss ja den ganzen Tag lang hart für die Mitte arbeiten, damit ihn die hart arbeitende Mitte auch als hart für die Mitte Arbeitenden Arbeiter wahrnimmt, der hart für die Mitte arbeitet.

14:04 – Um die transatlantische Wertegemeinschaft zu stützen, verkündet der hart für die Mitte arbeitende Kandidat die sofort nach der Wahl zu erarbeitende Gesetzesvorlage, nach der die Gleichheit von Mann und Frau auch gesetzlich als Gesetz gesetzlich Gesetzeskraft haben soll. Alle Zuwiderhandlungen werde Schulz mit mehr Zeit für noch mehr Gerechtigkeit bekämpfe, wenn nicht begegnen.

14:05 – Nach Auskunft identitärer Kreise hat sich Höcke eine Kugel durch den Kopf gejagt, nachdem er den Hoffnungsträger Schulz als das Licht der sozialistisch-nationalen Erneuerung bezeichnet hat.

14:34 – Die Kaffeerunde im SPD-Hauptquartier ist so fidel wie selten. Schulz und Oppermann, Gabriel und Steinmeier liegen sich in prustendem Gelächter in den Armen. Das Volk redet wieder einmal Scheiße. Zum Glück braucht vorerst keiner auf das Geseier zu hören. Gut, dass außer dem künftigen Bundespräsidenten keiner politisch für die Agenda verantwortlich gemacht werden kann.

15:19 – Der Besuch beim Reiterverein Wublitz geht gründlich in die Hose. Erneut versucht der Erlöser, über die Wogen zu schreiten, doch der aufgestaute Seitenarm der Havel teilt sich, als Schulz die Wasser betritt. Nie war es ihm peinlicher, noch nicht Parteichef zu sein anstelle des Parteichefs.

15:56 – Auf der Wahlpressekonferenz gibt Schulz zu Protokoll, dass sicher viele Wählerinnen geneigt seien, nicht mehr SPD zu wählen. „Von den Jungfrauen aber habe ich kein Gebot des Herrn“, erklärt der Sozialistenführer, „ich sage aber meine Meinung, als der ich Barmherzigkeit erlangt habe von dem Herrn, treu zu sein.“ Die Kampagne wird sich demnach eher auf die hart arbeitende Mitte konzentrieren.

16:02 – Das Statistikteam hat ein deutliches Loch in der hart arbeitenden Mitte entdeckt, und zwar die hart arbeitende Mitte, die weiblich ist, aber gar nicht erst hart arbeiten kann, da sie weiblich ist und trotzdem sozialpolitisch vom Parteiprogramm der SPD überzeugt zu werden wünscht. Schulz knallt die Tür hinter sich zu.

16:51 – Die Deutsche Bischofskonferenz ist daran interessiert, den Gedenktag für Sankt Martin zwar parteipolitisch nicht einseitig auszurichten, ihn aber mit humanitärem Gedankengut zu befüllen, wenn dies nicht zu auffällig repräsentiert wird. Den jetzigen SPD-Kanidaten könne man gut mit dieser Rolle betrauen, so der Vorstand; eine deutliche sozialere Ausrichtung werde sich wohl im Laufe der Jahrzehnte entwickeln.

18:09 – Schulz ballert sich im Sturz die dritte Flasche Bourbon in die Rübe. Da die Mikrofone abgestellt und die Reporter ferngehalten werden, gelangen weder seine Forderungen nach sofortiger Rückabwicklung der Agenda 2010, von CETA und TTIP oder die SPD-gestützten Sicherheitsgesetze an die Öffentlichkeit. Auch unschöne Interna über die Waffenverkäufe der amtierenden Bundesregierung bleiben verborgen. Keiner interessiert sich für das Privatleben diverser Minister. Die Sicherheitsleute ziehen Schulz routinemäßig die Schuhe aus, lagern ihn auf die Matratze, ziehen die Vorhänge vor die Fenster, legen eine Krawatte über die Stuhllehne und verlassen den Raum. Morgen ist auch noch ein Tag.





Kochrezepte

29 01 2017

für Kurt Tucholsky

Luise wässert Linsen fein
und wiegt bedächtig Speck.
Dazu ein Löffel Senf, ganz klein
hackt sie die Zwiebel weg.
Wie nun die Brühe wallt und dampft,
rührt sie mit viel Geschick.
Mit zwei Kartoffeln, durchgestampft,
macht sie die Suppe dick.
    Danach ist Emil ganz vernarrt,
    wenn sie nach alter Väter Art
    ihm Eintopf in den Teller gibt –
    das ist’s, was er an ihr so liebt.
    So viel Rezepte, und dies weckt
    den Appetit, weil es ihm schmeckt.

Herr Doktor Finck, der lädt zum Mahl.
Es gibt Forelle blau.
Stets legt er Wert auf erste Wahl,
er misst und wiegt genau.
Behutsam tupft er ab den Schleim
und präpariert den Fisch.
Ein Duft von Essig zieht durch’s Heim –
schon geht das Mahl zu Tisch.
    Er selbst serviert, und dies im Frack.
    Sein Gast genießt den Wohlgeschmack,
    den man ihm nie zutraute, doch
    er ist ein vorbildlicher Koch.
    So viel Rezepte, und dies weist
    eindrücklich hin, wie man gut speist.

Da steht mit Flecken auf dem Schurz
die SPD und rührt.
Was in den Topf kommt, ist ihr schnurz
und auch, wohin das führt.
Am Anfangs sieht’s nach Grütze aus,
doch das ist schnell vorbei.
Brennt’s an, zieht sie den Löffel raus.
Der Rest verkocht zu Brei.
    Was dort im Kessel landet, ist
    schon vor der Küche nichts als Mist.
    Hauptsache, dass die Mütze sitzt,
    auch wenn sie nichts beim Kochen nützt.
    So viel Rezepte, und dies wirbt
    nicht für den Koch, der es verdirbt.





Das letzte Gefecht

26 01 2017

„… sich bereits zuvor parteiintern gegen eine Kanzlerkandidatur entschieden haben solle. Die SPD habe von seinem Verzicht auf den Vorsitz allerdings auch erst aus den Medien…“

„… der bundesweite Absatz von Champagner stark angezogen habe. In unmittelbarer Nähe zum Willy-Brandt-Haus melde Aldi einen Ausverkauf an sämtlichen…“

„… sei die Mehrheit der Sozialdemokraten für Schulz als Spitzenkandidaten gewesen. Dieser Modus rufe in der Partei noch Befremden hervor, da bisher alle Entscheidungen ohne jede…“

„… man einen besonders schweren Fall von Führungsversagen sehe. Petry dagegen sei die…“

„… nicht vorauszusehen gewesen sei. Kraft habe deshalb schwere Vorwürfe gegen den…“

„… scharf zurückgewiesen, dass die SPD mit sehr guten Imageberatern und Wahlkampfmanagern zusammenarbeite. Die Idee zum Rücktritt sei zuerst von Gabriel selbst im…“

„… warte die Partei nun auf eine kritische Würdigung der Entwicklungen aus dem linken Lager. Bei Ablehnung der Linken auf Bundesebene dürfte sich die Befürchtung, der Rücktritt sei vollkommen umsonst gewesen, mit einer neuen…“

„… als schwarzen Tag für die Sozialdemokratie bezeichnet habe. Lindner sei sehr erfreut, dass er das noch…“

„… es sich auch um eine undeutlich formulierte Pressemittelung gehandelt haben könne. Möglich sei, dass Gabriel vorerst nur den Verzicht auf das Amt des Vizekanzlers…“

„… inzwischen erklärt habe, was ein Internet sei. Zypries wolle vorerst keine neuen…“

„… nicht bestätigt worden sei, dass Gabriel erst nach mehreren Rhetorik-Seminaren und Teilnahme an einer Gewichtsreduktionssendung seine Kanzlerkandidatur für 2021…“

„… von Merkel nicht weiter kommentiert worden sei. Sie wolle für den Rest der laufenden Legislatur in einem gewohnten Verhältnis zur SPD weiterhin sämtliche…“

„… auch eine Veränderung des Politikstils sich nicht vermeiden lasse. Die EU-Erfahrungen von Schulz würden es nahelegen, dass die Partei auch auf Bundesebene Inhalten überwinden und sich für eine stabile Machtposition im gesamten…“

„… müsse die Partei dabei auch an den Kandidaten glauben, wenn nicht, so müsse sie auch dran glauben, aber ohne einen…“

„… habe sich die CDU sehr verärgert über die eigenmächtige Entscheidung gezeigt. Die Union müsse nach dem Rücktritt des konservativen SPD-Anführers jetzt allein mit der sozialdemokratischen Parteichefin fertig werden, die sich als nächste…“

„… als eine sehr gute schlechte Lösung bezeichnet habe. Die Grünen seien damit einer Annäherung an die Union wieder um ein ganzes…“

„… die Zukunft der Partei momentan auf der Kippe stehe. Internen Berichten zufolge habe sich Peter Hartz geweigert, aktivierende Maßnahmen für eine selbstverantwortliche…“

„… sei Gabriel mit seiner Dreifachbelastung als Minister, Parteivorsitzender und Bahnfahrer überbelastet gewesen. Da Reisen des Auswärtigen Amtes größtenteils im Flugzeug bestritten würden, sei in Zukunft mit sehr viel mehr…“

„… es unklar sei, ob Gabriel Nahles und Oppermann ebenfalls in ihren Ämtern ersetze und welche Forderungen er dafür…“

„… erwarte die SPD zwar intern innerhalb der ersten Woche, dass der Vizekanzler noch zwei- bis fünfmal umfalle, bevor er sich zwar umentscheide, dann aber nicht, weil er, obwohl sich trotzdem…“

„… werde Gabriel als Außenminister eine stabilisierende Position einnehmen. Er habe sich vorgenommen, vielen internationalen Partnern zu erklären, warum ausschließlich deutsche Waffen langfristig für Entspannung auf dem…“

„… erste Kritik am Vorsitzenden geäußert habe, da er sein Exklusivinterview als Sternstunde des politischen Journalismus in…“

„… für Unruhe in der Parteizentrale gesorgt habe. Wegen lauter Störgeräusche habe man nicht verstanden, ob Gabriel Schulz oder Scholz zum neuen…“

„… für hohe Staatsaufgaben bestens geeignet sei, da er seinen Amtsverzicht nicht über die BILD, sondern eine richtige…“

„… zur offizielle Übergabe in der Parteizentrale auf die Internationale verzichtet werden solle, da es sich keinesfalls um das letzte Gefecht der…“

„… die Knistergeräusche in der Telefonleitung derzeit sehr hoch seien, so dass auch Schwesig unter Umständen in die engere Wahl zur…“

„… man die letzten Reste der Personaldecke mit voller Absicht als unerfahrene Führungsgruppe in den Wahlkampf werfe, um auf die Überraschung der rechtspopulistischen…“

„… dass Altersarmut, Arbeitslosigkeit und Diskriminierung sozial abgehängter Bürger zu den dringendsten Problemen gehörten. Dazu sei jeder SPD-Kandidat gleichermaßen geeignet, da hier die Kernkompetenz für sozialen Abstieg, prekäre Beschäftigungen und…“

„… könne Schulz als völliger Neuling in der Bundespolitik immer noch Kanzlerkandidat der Herzen werden und sich einen Listenplatz für…“

„… aus Sicherheitsgründen aufgezeichnet worden sei. Leider sei der eigentliche Wunsch Gabriels, Helmut Schmidt als Kandidaten zu…“





Niedrig qualifiziert

5 12 2016

„… für mehr Flexibilisierung auf dem Arbeitsmarkt sorgen wolle. Nahles sehe große Chancen durch noch mehr Lockerungen für die…“

„… die Bedürfnisse der Arbeitnehmer wieder in den Mittelpunkt stellen wolle. Die Möglichkeit, im Homeoffice arbeiten zu können, sei nun auch für Bautischler, Bestatter, Chirurgen sowie kaufmännische…“

„… ein Gesetz geben müsse, das Angestellten in Teilzeit eine Rückkehr in Vollzeit garantiere. Die Arbeitgeberverbände seien zuversichtlich, dass eine garantierte Rückkehr derselben Arbeitnehmer in die Arbeitslosigkeit mit Nahles ohne Probleme…“

„… dass die Arbeitszeit nicht mehr durch Tarifverträge begrenzt werden dürfe. So sei eine 70-Stunden-Woche für Pfleger auch heute schon durch Bereitschaftszeiten sehr gut zu…“

„… durch Überstunden und Überlastung am Arbeitsplatz vermehr erkranken würden. Dies sei nun durch flexibilisierte Krankheiten und…“

„… eine bessere telefonische Netzabdeckung für Arbeitnehmer im Homeoffice zu gewährleisten. So sei es auch für Klempner und Straßenbauer möglich, Aufträge unabhängig vom Standort zu…“

„… dass Zeiten der Nichtbeschäftigung grundsätzlich zu Weiterbildungen genutzt werden müssten. Laut eines Referentenentwurfs plane Nahles in der zu erwartenden Arbeitslosigkeit mit neunzig Prozent Rechtsstreit über Bewilligung und Finanzierung der Weiterbildung durch die Bundesagentur für Arbeit, die dann in den verbliebenen zehn…“

„… einen Anteil von einem Viertel Heimarbeit in Aussicht stellen wolle. In Absprache mit den Arbeitgebern sei dies bereits mit Krankheitszeiten und gesetzlichem Urlaub…“

„… eine Bildungsoffensive für alle in Aussicht stelle. So plane Nahles unbefristet Beschäftigte und Unternehmer präventiv zu Bewerbungskursen zu verpflichten, um nach dem Jobverlust so schnell wie möglich eine…“

„… durch Homeoffice bei den Arbeitnehmern eine bessere Kundenorientierung zu erreichen. Die Servicequalität in der Gastronomie lasse sich laut Nahles dadurch um bis zu fünf Prozent…“

„… nicht zahlen könne. Bereitschaftsdienst sei vielmehr durch eine Aufwandsentschädigung zu vergüten, der sich höchstens auf…“

… Telearbeit zu den Zukunftsmodellen gehöre, die Nahles fördern wolle. Arbeitnehmer in der Süßwaren- oder Klobürstenproduktion seien durch moderne Technologien wie Modem und Router von jedem Ort der Welt aus in der Lage, Maschinen zu programmieren, die ihre Arbeitsplätze komplett überflüssig…“

„… den Stundenlohn in den Pflegeberufen einschließlich der Aufwandsentschädigungen zu mitteln, so dass eine Bruttovergütung von weniger als vier Euro zur Sicherung der Wirtschaft…“

„… könne eine kapazitätsorientierte variable Arbeitszeit auch im Homeoffice genutzt werden. Es stehe Arbeitnehmern selbstverständlich frei, ihre Wohnung außerhalb der Arbeitszeiten im Rahmen des jeweiligen Mietverhältnisses an Dritte…“

„… die Zahl der Aufstocker in Pflegeberufen voraussichtlich zunehmen werde. Nahles wolle gemeinsam mit den Arbeitgebern eine Kürzung der Löhne diskutieren, um mehr Anreize für Arbeitslose und Teilzeitbeschäftigte zu…“

„… sich moderne Telearbeit ohne geeignete Computer nicht verrichten ließe. Die Löhne seien nun so anzupassen, dass sich die Betroffenen ein geeignetes Gerät in weniger als dreißig Monatsraten zu je…“

„… werde die Ausweitung des Homeoffice in den niedrig qualifizierten Berufen sicher dazu führen, dass die Arbeitnehmer mehr Zeit für eigene Interessen bekämen, was zu einer Steigerung der Geburtenrate im…“

„… die Einführung von Nachtschichten in der Pflege Alleinerziehenden zugutekomme, die für die Erziehungsarbeit nur die Tage ganz frei und…“

„… gleichzeitig Homeoffice und die neue Freiheit einer Selbstständigkeit verbinden könne. Dies sorge beispielsweise dafür, dass früher abhängig Beschäftigte nun als Unternehmer einfach ihre Arbeit von ebenfalls mit Werkverträgen in ein Kleinunternehmen mit ebenfalls abhängig Beschäftigten und…“

„… auch den Arbeitsort besser auf die Bedürfnisse von Arbeitnehmern abstimmen solle. Nahles sei sicher, dass die Jobcenter innerhalb eines Jahres für jeden Erwerbslosen einen Arbeitsplatz innerhalb eines Umkreises von wenigen hundert…“

„… dass Homeoffice-Lösungen beispielsweise in manchen Wohnsituationen vertragsrechtlich nicht realisierbar seien. Nahles habe die Idee entwickelt, in diesen Fällen in der Nähe der Arbeitgeber kleine Arbeitsplätze zu schaffen, die die Arbeitnehmer als Mieter mit einer kreditbasierten…“

„… doch Korrekturen geben müsse. Das Bundesministerium gehe davon aus, dass es in einigen wenigen Einzelfällen Erwerbslose gebe, die nicht innerhalb eines Jahres einen Job in ihrem Landkreis finden würden, mit dem sie ihren Lebensunterhalt…“

„… davor warne, dass an den Bedürfnissen der Arbeitgeber vorbei gefördert werde. Da es bereits sehr viele überqualifizierte Arbeitssuchende gebe, müsse man in Zukunft auch vor überflexiblen…“

„… es alternative Jobförderungsmodelle geben müsse. Nahles habe den Jobbus erarbeitet, mit dem Erwerbslose zu Beginn einer Woche in drei zufällig ausgewählte Betriebe in mindestens fünfhundert Kilometern Entfernung gefahren würden, um sich mit ihren Bewerbungsunterlagen…“

„… die Höchstarbeitszeit von 48 Stunden ausweiten und gleichzeitig mehr Teilzeitjobs schaffen werde. Es sei ihrer Partei ja auch gelungen, mehr Teilzeitjobs und gleichzeitig mehr arme, überschuldete und…“

„… dass mehr Flexibilisierung auch mehr Eigenverantwortung mit sich bringe. Eine generelle Lockerung des Arbeitsrechts, von Angestellten auch nicht vertraglich vereinbarte Leistungen ohne Lohnausgleich verlangen zu können, dürfe nicht durch einseitige Besitzstandswahrung der…“

„… Lohnkosten und Lohnnebenkosten künftig wieder gemeinsam zu verrechnen, so dass auch der Nettolohn anteilig mit fünfzig Prozent vom Arbeitnehmer…“





Schwerfigur

1 12 2016

„Das heißt, wir können sie schlagen?“ „Logo.“ „Die ist doch total am Ende.“ „Und wieso haben wir erst einundzwanzig Prozent?“ „Das ist das Übergewicht der Union, diesmal werden sie es nicht verkraften.“ „Und dann kommen wir endlich in die Regierung.“ „Wo sind wir denn jetzt?“

„Nein, wirklich.“ „Sie müssen auch mal sehen, dass die SPD die Rolle der CDU komplett ersetzen kann, wenn sie will.“ „Ich weiß aber noch gar nicht, ob wir das…“ „Egal, im Wahlkampf müssen wir das wenigstens versprechen.“ „Hallo!?“ „Er ist mal wieder auf dem moralischen Trip.“ „Typisch linker Flügel.“ „Aber echt!“ „Nein, ich…“ „Wenn Sie sich die Partei seit gut zwanzig Jahren ansehen, dann wissen Sie auch, dass wir das eigentlich schon fast erreicht haben.“ „Sogar besser!“ „Richtig, die SPD ist die bessere CDU!“ „Eben.“ „Und das kommt, weil die CDU die SPD eben auch komplett ersetzt hat.“ „Entschuldigen Sie mal, das ist doch komplett aus der Luft…“ „Mensch, jetzt begreifen Sie es endlich – wenn die Grünen weiter nach rechts rücken, dann müssen sie irgendwann zwangsläufig wieder bei der SPD landen!“

„Das sind doch alles total verrückte Theorien, das können Sie überhaupt nicht…“ „Auf jeden Fall müssten wir mit den Linken reden, damit wir eine Koalition hinkriegen.“ „Auf der anderen Seite könnten wir auch abwarten, bis sie uns konstruktive Kollisions…“ „Hä!?“ „Koalitionsangebote, wollte ich sagen – bis die Koalitionsangebote machen.“ „Sie sitzen immer noch auf dem hohen Ross. Kommen Sie da runter, dann können wir reden.“ „Er hört sich schon an wie die Linken!“ „Armer Kerl.“ „Das kommt davon, wenn man ständig im Kanzleramt abhängt.“ „Wir müssen den Linken nur sagen, dass sie mitregieren dürfen, dann ist alles in Butter.“ „Und der Koalitionsvertrag?“ „Die werden schon nicht so anders sein als die Grünen. Lass sie an die Regierung, dann haben sie sich erledigt.“ „Hat doch Merkel mit der FDP auch so gemacht.“ „Und mit uns.“ „Jetzt werden Sie mal nicht witzig, das zieht bei uns gar nicht.“ „Also wir sagen den Linken, sie dürfen gerne mitregieren, nur eben unter der Voraussetzung, dass sie alle ihre Versprechen brechen muss?“ „Ja.“ „Alle Vorschläge, alle Ideen, alle Reformansätze?“ „Klar.“ „Wozu frage ich das eigentlich?“ „Eben, das würde ich auch gerne mal wissen. Sie haben es doch offensichtlich kapiert.“

„Und was ist mit unserem Wahlprogramm?“ „Wir wollten eigentlich weitermachen wie bisher.“ „Sonst nichts?“ „Mensch, wenn wir Merkel mit einer Sache schlagen können, dann mit Kontinuität. Die hat bei ihr noch nie versagt.“ „Und bei der SPD wissen die Leute seit zwanzig Jahren auch, was sie erwartet.“ „Ich hatte es schon mal gesagt, ich mag Ihren sarkastischen Unterton so gar nicht.“

„Dann sollten wir wenigstens vorab klären, wer sich als Kanzlerkandidat in den Wahlkampf gegen die Schwerfigur Merkel begibt.“ „Schulz?“ „Das ist doch ein Bauernopfer!“ „Sagen Sie das nicht, über den ist so gut wie nichts bekannt.“ „Wenigstens nicht aus der Bundespolitik.“ „Und das wird für die Kanzlerin hochgefährlich!“ „Genau, die weiß dann gar nicht, gegen welchen Gegner sie antreten soll.“ „Und schon macht sie entscheidende Fehler.“ „Das klingt ja alles vollkommen schlüssig.“ „Ja, nicht wahr?“ „Ich hatte Ihnen schon mal gesagt: keinen Sarkasmus!“ „Bis jetzt haben wir doch gar nichts in der Hand gegen einen Wahlsieg der Union.“ „Aber das muss doch gar nicht heißen, dass die noch mal gewinnt.“ „Vielleicht hat ja Seehofer auch einfach keine Lust mehr, sich das noch weiter anzutun.“ „Dann kann sie nur mit uns regieren.“ „Wer sagt das?“ „Erwarten Sie etwa, dass die CDU mit den Linken gemeinsame Sache macht!?“ „Gleich will er uns noch erzählen, die Linken würden das nur tun, um endlich an die Macht zu kommen!“ „Hähähä!“ „Er verwechselt die wohl mit den Grünen, wie?“

„Wie haben Sie sich das eigentlich vorgestellt, das mit der CDU?“ „Naja, die verliert, und dann werden wir…“ „Nein, mit der SPD als neue CDU. Wie wollen Sie das machen?“ „Wir könnten noch ein bisschen weiter nach rechts rücken. Also ein Ohr haben für die Sorgen und Nöte der Menschen, die es nicht so haben mit der Demokratie.“ „Weil wir es auch nicht so haben mit der Demokratie. Schon klar.“ „Das eröffnet uns aber langfristig auch neue Spielräume für Koalitionen.“ „Mit der CSU?“ „Das habe ich jetzt nicht sagen wollen, aber es gibt in der SPD ja auch noch andere Kräfte.“ „Leider.“ „Ich hatte Ihnen schon mehrmals…“ „Jaja.“

„Dann lassen Sie uns die Ärmel aufkrempeln und den Wahlsieg vorbereiten.“ „Gute Idee!“ „Welchen Wahlsieg?“ „Die Kanzlerin ist nach Ansicht ihrer Partei die beste Antwort auf die drohende Politik eines rot-rot-grünen Bündnisses, das die CDU unbedingt verhindern muss.“ „Und wann kommt das mit dem Wahlsieg?“ „Sie wird ja auch als Stabilitätsfaktor gesehen in Europa.“ „Als Retterin der freien Welt!“ „Allerdings!“ „Das ist beachtlich!“ „Hallo? Wahlsieg!?“ „Glauben Sie das etwa?“ „Darauf kommt es doch gar nicht an.“ „Das stimmt, und deshalb glaube ich das erst recht nicht. Die Merkel hat fertig!“ „Und deshalb glaube ich zum Beispiel ganz fest daran, dass wir mit der richtigen Idee, dem richtigen Kandidaten, einem guten Wahlprogramm, einen politischen Neustart in Deutschland hinkriegen.“ „Auf jeden Fall!“ „Na logo!“ „Aber wir haben doch nicht einmal ein Jahr bis zur Wahl. Wie wollen Sie das denn schaffen?“ „Hä!?“ „Wie bitte?“ „Entschuldigen Sie mal – wer redet denn von 2017?“





Rent-a-Sozialdemokrat

28 11 2016

„Ich weiß nicht, ob die Nahles steppen kann, singen kann sie schon mal nicht, das wissen wir, und Steppen kann ich mir ehrlich gesagt auch kaum vorstellen. Tanzen vielleicht, aber lassen Sie die unter keinen Umständen auf den Tisch. Das gibt eine Katastrophe. Also für den Tisch.

Gut, dass wir im Landesverband Hessen noch eine Nichtjuristin ausfindig machen konnten, die ist nämlich gelernte Veranstaltungskauffrau, und das können wir jetzt gut brauchen, weil die Anfragen inzwischen fast alle Viertelstunde reinkommen. Da muss man den Überblick behalten, sonst wird der eine dreimal gleichzeitig gebucht und beim anderen stimmt der Preis nicht.

Rent-a-Sozialdemokrat, Sie wünschen? Kraft? Klar, die wünschen wir uns alle, besonders fürs nächste… – Ach so, die. Die Kraft. Weihnachtsfeier im Schützenverein? Sollte klappen, die Hannelore ist ja eher rustikal unterwegs. Sie haben Erfahrung? Nein, da müssen Sie sich keine Sorgen machen. Die Witze vom Rüttgers erzählt sie bestimmt nicht. Wenn Sie Currywurst haben, sollte der Abend recht unterhaltsam werden. Paar Anekdoten aus dem Pott, Straßenbahn, so was halt. Aber lassen Sie bitte die Rechnung nicht offen herumliegen, sonst wird die hinterher für verfassungswidrig erklärt!

Sehen Sie, so schnell geht das. Wieder ein paar Tausender. Wobei die Kunden ja teilweise auch sehr stressig werden können. Der eine will unbedingt Helmut Schmidt haben, der andere einen SPDler, der gegen Rüstungsexporte ist – hallo!? wo soll ich den jetzt hernehmen, und vor allem, was ist denn an Rüstungsexporten auszusetzen? Na, da muss man eben ganz entspannt bleiben, das regelt der Markt, und wenn der das nicht regelt, dann muss man die Preise erhöhen, sonst… –

Rent-a-Sozialdemokrat, Sie wünschen? Nein, nicht asozial, das haben Sie falsch… nein, wir sind die… – Sie waren nicht zufrieden? Ja Gottchen, wer ist das noch. Wir sind schließlich die SPD, da weiß man, was man hat. Er ist gar nicht gekommen? Da haben Sie aber noch mal Glück gehabt, was meinen Sie, andere zahlen sogar noch drauf, damit Schulz sich gar nicht erst… – Jetzt schreien Sie doch nicht so, das kriegen wir doch alles wieder in den Griff. Das Honorar wird natürlich sofort zurückgebucht, und dann könnten wir Ihnen für die Versammlung im nächsten Quartal Nahles anbieten, Oppermann oder den… umsonst? Klar ist die umsonst, oder haben Sie schon mal erlebt, dass die irgendwas nicht total… –

Mann, der hatte vielleicht eine Laune! Stellen Sie sich mal vor, wir sind im Wahlkampf, dann geht hier aber erst recht die Post ab! Und dann muss man auch noch den ganzen Sicherheitsapparat im Kopf haben, stellen Sie sich mal vor, die AfD bucht den Stegner, das gibt ein Blutbad, der fällt uns am Ende für drei Tage aus, das kann doch keiner wollen! Sie sehen, es ist ein verantwortungsvoller Posten hier, und da muss man natürlich auch immer auf alles gefasst sein. Gestern ruft hier einer aus Berlin an, ich melde mich, wie immer, sagt er: die Kanzlerin. Ich will die Merkel, Preis ist egal, man wird nur einmal im Leben siebzig, und dann soll die hier mit auf die Kegelbahn. Ich sage zu ihm, Sie sind hier aber falsch, wir sind doch Rent-a-Sozialdemokrat, sagt er: logisch, die Merkel ist ja auch die einzige Sozialdemokratin in dieser Scheißtruppe. Ich frage Sie, was machen Sie mit solchen Kunden? Kann man da guten Gewissens den Steinmeier schicken, oder erklärt der ihnen erstmal, dass die Geschenke ihnen von der Grundsicherung abgezogen werden?

Rent-a-Sozialdemokrat, Sie wünschen? Aha, eine Fachtagung. Und Sie sind sich trotzdem ganz sicher, dass Sie den Maas wollen? Ich will da ganz offen sein, die Redebeiträge sind, sagen wir mal: gewöhnungsbedürftig. Der redet am Schluss das Gegenteil dessen, was er am Anfang gesagt hat. Sie kennen das? Ach so, Sie sind auch schon zwanzig Jahre in der SPD. Wir könnten Ihnen Müntefering anbieten. Der ändert seine Meinung immer erst nach der Wahl.

Das Problem ist ja, wie gesagt, unser Portfolio. Die Leute wollen etwas haben, das sie in uns sehen, und dann liefern wir nicht. Gut, das kennt man von der SPD, aber das macht die Sache ja nicht besser.

Uns geht es in erster Linie um den Markenkern, der darf nicht verwässert werden, und wenn wir da immer nur die paar Volleulen losschicken, die man eh aus den Nachrichten kennt, aber nicht mal einen, der auch wirklich Politik macht, also meinetwegen die Staatssekretäre, den Mittelbau in Ministerien und Bundesämtern, die Leute, die etwas von Politik verstehen – da entsteht ein ganz falscher Eindruck von der Partei, und ich wüsste jetzt gern einmal, ob das bei den Leuten nicht sogar erwünscht ist, ob die nur einen Sprechblasebalg haben wollen, der ihnen auf der Weihnachtsfeier ordentlich Schaum auf den Bauch pinselt und mit viel Tamtam erzählt, uns geht es prima, alles dufte, weiter so, wir sind auf einem guten Weg, und Steuersenkung hier, zum Ausgleich Lohnkürzung da, und dann stoßen die noch mal an mit ihrem Champagner, und schon ist Wahl, und dann besinnt man sich auf die wahren Werte in der Politik, und plötzlich… –

Rent-a-Sozialdemokrat, Sie wünschen? Aha, Sie sind insolvent? Naja, das kann man schon feiern, manche Leute feiern ja auch ihre Scheidung. Eine Unternehmensbeerdigung, wenn ich das richtig verstehe? Da empfehle ich Ihnen den Gabriel, der zeigt Ihnen, wie man eine ganze Partei um die Ecke bringt.“





Meine Tante, Deine Tante

27 10 2016

„… jetzt zügig in die Koalitionsverhandlungen einsteigen wolle. Gabriel sei sich sicher, dass Grüne und Linke für das Projekt auf einem guten…“

„… ein frühzeitiges Scheitern drohe. Der designierte Außenminister Kretschmann könne nicht akzeptieren, dass seine Partei nach der Wahl den angekündigten Beitrag zur Energiewende auch wirklich…“

„… Einigkeit darüber herrsche, dass die von Gysi geforderte Vermögenssteuer nicht in den Koalitionsvertrag aufgenommen werden dürfe. Gabriel sehe Steuerhinterziehung als ein in der EU weit verbreitetes Geschäftsmodell, das nicht durch eine verfehlte Gesetzgebung aus Deutschland…“

„… den Bundeshaushalt durch legalisiertes Cannabis konsolidieren könne. Özdemir wolle trotz anderslautender Gerüchte die regionale Produktion aus nachhaltigem Anbau mit steuerlichen Mitteln sehr weitreichend…“

„… neue Arbeitsplätze durch den ökologischen und sozialen Umbau der Gesellschaft gefordert habe. Göring-Eckardt sei zu Kompromissen mit den Linken bereit, wenn diese im Gegenzug eine steuerfinanzierte Missionierung des deutschen Ostens durch die EKD…“

„… halte es Oppermann für nicht zu verantworten, dass sich die Linken bei militärischen Auslandseinsätzen der Bundeswehr weiterhin an die grundgesetzlichen Vorgaben halten wollten. Die Sozialdemokraten seien jedoch im Grundsatz zu einem Kompromiss bereit und würden einer Verfassungsänderung jederzeit positiv…“

„… erstmals wieder Einigkeit zwischen SPD und Grünen erzielt worden sei. Die Lage der Erwerblosen müsse gegen die Interessen der globalisierten Wirtschaft verteidigt werden. Dazu werde die Regierung die Hartz-Gesetze zwar im Wesentlichen beibehalten, eine Absenkung der Regelsätze und unumgängliche Verschärfungen der Sanktionspraxis erst in der zweiten Hälfte der Legislatur…“

„… könne Deutschland jetzt nicht auf eine Ausweitung seiner Rüstungsexporte auf Krieg führende Staaten verzichten. Bartsch habe das Gespräch abgebrochen, als der designierte Verteidigungsminister Kretschmann mit dem Vorschlag, Kriegswaffen immer paritätisch an alle am Konflikt beteiligten Nationen zu…“

„… eine sofortige Angleichung des Lohn- und Rentenniveaus in den neuen Bundesländern fordere. Kipping lehne den Vorschlag der SPD, dafür in drei Stufen eine Rente mit 89…“

„… den Mindestlohn nicht aufweichen wolle. Der designierte Wirtschaftsminister Kretschmann habe allerdings angekündigt, dass es bei den neu zu schaffenden Ausnahmen keine Denkverbote…“

„… aus der Partei ausschließen müsse, da er verfassungswidrige und extremistische Gedanken vertrete, die in einem Linksbündnis nichts zu suchen hätten. Zum Ausgleich für Lafontaine schlage Hofreiter dafür vor, auch Sarrazin aus der SPD zu…“

„… die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zum Kernthema der Verhandlungen machen wolle, um sich den anderen Parteien inhaltlich zu nähern. Riexinger habe allerdings kritisiert, dass dies nur für Gabriel gelte, der als Teilzeitkanzler trotz voller Bezüge das Kabinett in den…“

„… sich die Grenzwerte für Feinstaub und Stickoxide an die neuen deutschen Regelungen anpassen müssten, um die Autoindustrie nicht zu verprellen. Der designierte Umweltminister Kretschmann prophezeie immense Schäden durch den Schadstoffausstoß, der einen Jobboom in der Umwelttechnik wie auch im medizinischen…“

„… drohe Özdemir mit einem Ausscheren und der umgehenden Aufnahme von grün-schwarzen Sondierungsgesprächen, wenn Oppermann nicht aufhöre, sich heimlich mit Kauder zu…“

„… die Mietpreisbremse auch offiziell wieder abschaffen wolle, wenn im Gegenzug Sicherheiten für neue Immobilienkredite gewährt würden. Die von Wagenknecht geforderte Verstaatlichung der pleite gegangenen Banken sei ein weiteres Hindernis auf dem Weg in eine…“

„… könne Deutschland weder auf erhöhte Grenzwerte noch auf Kohlekraftwerke verzichten. Gabriel unterstütze das Vorhaben seines designierten Bildungsministers Kretschmann, der der Krebsforschung am Wissenschaftsstandort Deutschland damit einen sehr viel besseren…“

„… das Koalitionsvorhaben inhaltlich sehr stark verschlanken wolle. Einig seien sich SPD und Grüne darin, einen Großteil des Vertrags gar nicht erst umsetzen zu können, da die Schuldenbremse nur den Notbetrieb bis zur neuerlichen Krise des…“

„… von einer gemeinsamen Substanz getragen sei, die für eine Erneuerung der Politik stehe. Linke und Grüne hätten sich bereits informell darauf verständigt, mit anderen Bündnispartnern auch eine Minderheitenregierung zu…“

„… aber gegen den Widerstand der Linken unbedingt durchsetzen wolle. Die Finanzierung von Homöopathie als Regelleistung der gesetzlichen Krankenversicherungen sei für den designierten Gesundheitsminister Kretschmann eine gute…“

„… sich dahin gehend einig seien, dass eine weitere Kanzlerschaft Merkels das geringere Übel darstelle. Ansonsten genieße Gabriel in der SPD aber ein tadelloses…“

„… die Entwicklungshilfe mehr an die Wahrung von Menschenrechten und Demokratie koppeln wolle. Der designierte Außenminister Kretschmann stimme Gysi zu, gebe aber zu Bedenken, dass die Entwicklung klimaneutraler Elektropanzer eine im internationalen Kontext unabdingbare Ergänzung zum Export von europäischem Geflügel und…“

„… auch mit TTIP nach Karlsruhe ziehen wolle, wenn sich Gabriel nicht endgültig auf eine Meinung festlegen könne. Der SPD-Chef habe verlauten lassen, er wolle erst nach einem Mitgliedervotum die…“

„… nicht mehr zur Verfügung stehe. Die Grünen hätten ihren plötzlichen Ausstieg damit begründet, dass Kretschmann auf keinen Fall als Minister für Landwirtschaft und…“