Schauprozess

16 10 2018

„Aber jetzt müssten wir mal die…“ „Wir!?“ „Also wir alle.“ „Das können wir ohne den Vorstand gar nicht beschließen.“ „Wenn wir nicht jetzt die…“ „Ich würde ja sagen, es ist schon viel zu spät.“ „Dann ist es doch auch egal, was wir machen.“

„Wir könnten erst mal die nächst Wahl abwarten und dann eine Strategie für die…“ „Strategie?“ „Er meint so Sachen, bei denen man sich vorher überlegt, was man sagt.“ „Dann ist Nahles schon mal raus.“ „Mhm.“ „Das finde ich aber sehr gut, so actionmäßig und so.“ „Dass wir jetzt strategisch vorgehen?“ „Dass wir erst mal abwarten. So was kommt bei den jungen Leuten dufte an, die nennen das Prokrastination.“ „Was ist ‚dufte‘?“ „Das war cool, bevor es mega wurde.“ Aha.“ „Aber selbst wenn wir bis nach der nächsten Wahl warten, wir können uns doch jetzt nicht einfach hinsetzen und nichts tun.“ „Ohne den Vorstand würde ich da jetzt keine Prognose wagen.“ „Es muss doch irgendwas passieren!“ „Wir könnten ja aus der Regierung gehen.“ „Meinen sie denn, dass die Pensionen für unsere Minister bisher ausreichen?“ „Und dann sind da natürlich auch jede Menge Staatssekretäre.“ „Die wissenschaftlichen Mitarbeiter im Bundestag nicht zu vergessen.“ „Die Fahrer.“ „Referenten!“ „Und das sage ich Ihnen gleich, ohne den Vorstand…“

„Kann man denn nicht mal eine ordentliche Politik machen?“ „Wir haben leider nicht das Verkehrsministerium, sonst hätten wir es der Autoindustrie schon gezeigt.“ „Alter, hätten wir es denen gezeigt!“ „Wenn man nur Ressorts wie Justiz und Umwelt hat, was soll man denn groß machen? Das ist doch ein Fehler, den der Koalitionspartner macht!“ „Dann muss sich die Partei auch mal zu einer konsequenten Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit…“ „Na, ob Sie das beim Vorstand durchkriegen?“ „Wir müssten bei der Rente viel weiter sein!“ „Vielleicht ist das Parteiprogramm ja auch zu alt.“ „Immerhin sind wir eine sehr alte Partei.“ „Dann müssten wir von der Rente doch mehr verstehen.“ „Bei uns heißt das Pension.“ „Wo ist da der Unterschied?“ „Sie sind noch nicht so lange in der Partei, oder?“ „Lassen Sie ihn, das ist unser Quotenarbeiter. Den brauchen wir noch für den Wahlkampf.“

„Wir könnten doch wenigstens mal vor die Presse gehen und sagen: tut uns leid, aber da haben wir mal Mist gebaut.“ „Sie sind Ossi?“ „Nein, warum?“ „Ich dachte nur. Erst die öffentliche Selbstkritik, danach kommen wieder Ehrungen der Partei.“ „Genossen wie Sie sind daran schuld, dass wir die…“ „Nennen Sie mich nicht ‚Genosse‘!“ „Jetzt hören Sie mal!“ „Gehen Sie doch nach drüben, wenn es Ihnen hier nicht passt!“ „Was soll er denn in der CDU?“ „Wie kommen Sie jetzt darauf?“ „Naja, wo soll man denn heute noch hin. Also als Sozialdemokrat.“

„Bleiben wir doch mal beim Thema.“ „Sie wollen ernsthaft ein Schuldeingeständnis der SPD, damit wir sauber aus der Sache rauskommen?“ „An diesem Hartzscheiß waren die Grünen aber auch beteiligt.“ „Und wir haben Nahles wirklich immer zurückgehalten, wenn sie es noch bescheuerter machen wollte.“ „Das stimmt.“ „Dann würde es doch reichen, dass sie sich aus der Parteispitze zurückzieht, nicht wahr?“ „Mhm.“ „Wenn das der Vorstand wüsste!“ „Ich finde die Idee gar nicht mal so schlecht.“ „Richtig, wenn man bedenkt, auf was für bescheuerte Ideen sie bisher gekommen ist.“ „In jedem Ressort.“ „Und unter jeder Regierung.“ „Ich würde so einen gut inszenierten Schauprozess ganz gut finden.“ „Das ist doch nicht Ihr Ernst!?“ „Wann ist das eigentlich in Mode gekommen, dass man alles an die Wand fährt und immer ohne Rücktritt aus der Nummer rauskommt?“ „Also jetzt doch Neuwahlen?“

„Da bleibt uns jetzt nur noch, die Mitglieder zu befragen.“ „Das macht der Vorstand nicht mit.“ „Verdammt noch mal, gerade darum geht es doch! die Flitzpiepen wissen doch gar nicht mehr, was da in den Niederungen der Politik vor sich geht!“ „Vielleicht könnte man das mal analysieren.“ „Also das ist mal ein guter Plan.“ „Ich will ja nicht unken, aber wenn wir das vor der Wahl machen, dann versauen wir uns möglicherweise die Chancen auf ein besseres Ergebnis.“ „Also doch erst abwarten?“ „Wir können doch nicht nach Antworten suchen, wenn wir nicht wissen, was aktuell gefragt wird!“ „Auch wieder wahr.“ „Meine Güte, es ist doch schon zweimal so gewesen: die Merkel-CDU macht uns kaputt, wir müssen da raus!“ „Dann müssten wir aber irgendwann auch wieder regieren.“ „Das kann doch keiner wollen.“ „Zum Glück ist da auch der Wähler davor.“ „Sehen Sie, auf den stabilen Rechtsstaat ist eben Verlass.“ „Naja, wer weiß, wie lange dieser Segen hält.“ „Wir sollten uns diese Option auf jeden Fall weiterhin offen halten, und dann sehen wir auch, was wir in der Zukunft an Gestaltungsmöglichkeiten finden.“ „Und bis dahin?“ „Konzentrieren wir uns selbstverständlich auf die Sacharbeit.“ „Und in den letzten Monaten?“ „Haben wir uns auch auf Sacharbeit konzentriert. Es kam nur nichts davon in den Medien.“ „Mhm.“ „Das heißt, wir sollten jetzt wieder so eine BILD-BamS-Glotze-Schiene fahren?“ „Solange wir nicht den geeigneten Kanzler haben, müssen wir’s eben auf die harte Tour…“ „Ach was, Sie haben doch alle die Hosen gestrichen voll – harte Tour? Ich gebe Ihnen harte Tour! Ein Grundsatzparteitag muss her, das ganze Präsidium gehört in die Tonne, das neue wird per Urwahl eingesetzt, und dann machen wir vollkommen unabhängig von der Regierung ein komplett neues Programm für eine Zukunft! So muss man das machen, so und eben nicht anders, Genossinnen und Genossen!“ „Das klingt gut!“ „Jawoll!“ „Brüder, zur Sonne, zur…“ „Genau so!“ „Ich bin damit einverstanden.“ „Sie auch?“ „Immer vorausgesetzt, Sie haben das schon dem Vorstand vorgelegt.“

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Personaldebatte

26 09 2018

„Und Kauder?“ „Kanzleramtsminister.“ „Haben wir schon.“ „Generalsekretär auch.“ „Zur besonderen Verwendung?“ „Aber nicht als Staatssekretär.“ „Ich glaube, da verwechseln Sie etwas.“

„Jedenfalls ist Klöckner auch überflüssig.“ „Und Kramp-Karrenbauer.“ „Aber die eine ist noch überflüssiger als die andere.“ „Aber die ist schon so überflüssig, die müsste man befördern.“ „Man kann doch nicht jeden befördern, nur weil er überflüssig ist.“ „Hat Pofalla das schon beendet?“ „Für beendet erklärt, wenn schon.“ „Wo ist da der Unterschied?“ „Bei einem ist es zu Ende.“ „Ach so.“ „Aber wenn man jeden befördert, nur weil er überflüssig ist, wer macht denn die Arbeit?“ „Die, die nicht im Weg herumstehen. Das ist doch der Sinn der Sache.“ „Aber trotzdem müssen wir jeden mit durchfüttern, der überflüssig ist?“ „Haben Sie sich schon mal gefragt, warum man jeder allein erziehenden Mutter und jedem, der nach einem Arbeitsunfall nicht mehr erwerbstätig sein kann, eine Vollkaskomentalität vorwirft?“

„Bei de Maizière hat das doch auch geklappt.“ „Bloß nicht!“ „Wieso?“ „Wenn Sie den befördern, dann wird der wieder Innenminister.“ „Einer muss doch hier die Arbeit machen?“ „Aber doch nicht de Maizière!“ „Wir haben einen Innenminister?“ „Das müssen Sie falsch verstanden haben, der macht seine Arbeit jedenfalls nicht.“ „Deshalb muss man doch nicht gleich de Maizière befördern.“ „Wir versuchen es noch mal im Guten.“ „Mal schauen.“

„Aber es gibt doch auch Ausnahmen, schauen Sie sich beispielsweise mal Löw an.“ „Was hat jetzt Jogi Löw zu tun mit dem Innenminister?“ „Zum Glück nichts, aber haben Sie schon mal gesehen, dass der befördert wurde?“ „Naja, aber höher geht nun mal nicht.“ „Der hat vielleicht die höchste Stufe seiner Inkompetenz erreicht.“ „Also kann der nur noch Bundeskanzlerin werden?“ „Theoretisch ja, aber praktisch nicht. Wir nehmen da lieber einen, der keine praktischen Führungserfahrungen vorweisen kann.“ „Lassen Sie das bloß nicht Nahles hören.“ „Wird die dann Bundestrainer?“

„Überhaupt, die SPD.“ „Nee, das bringt nichts. Das gibt Personaldebatte ohne Ende.“ „Kann man die Partei nicht als Ganzes befördern?“ „Ich wüsste schon, wie.“ „Nämlich?“ „Nach links.“ „Das wählt doch keiner mehr.“ „Die Mitte ist jedenfalls zu weit nach rechts gerückt.“ „Und dahin wollen Sie die SPD befördern?“ „Wenn das Personal das hergibt, dann sehe ich da eine echte Chance.“ „Ich weiß ja nicht.“ „Wollen Sie lieber Nahles als Kanzlerin haben in einer Koalition mit den Grünen?“ „Seit wann stellt der Junior den Kanzler?“ „Vielleicht wäre da eine Chance für die SPD, eine Beförderung zum…“ „Müsste aber eine Sprungbeförderung sein.“ „Hauptsache, es kostet nicht mehr Geld als vorher.“ „Ach was, das wird angepasst.“

„Könnten wir dann nicht auch von der Leyen befördern?“ „Brandmeisterin?“ „Das liegt bei der Truppe ohnehin nahe.“ „Dann kann sie Scheuer gleich mitnehmen.“ „Das wäre dann aber eine Strafversetzung.“ „Für Scheuer?“ „Auch.“ „Da könnte man doch interdisziplinär arbeiten.“ „Sie meinen, alle in einen Sack?“ „Scheuer, Dobrindt, die AfD, den…“ „Also den Sack gibt’s schon, fragt sich nur noch, wer den irgendwann zumacht.“ „Söder.“ „Von innen?“ „Das ist doch Seehofers Baustelle.“ „Wer weiß, wie lange dieser Segen noch währt.“ „Jetzt werden Sie mal nicht mild ironisch, dass hat Deutschland noch nie etwas gebracht.“ „Aber Bayern auch nicht, und davon profitieren wir auch nicht.“ „Sie meinen, weil die von Deutschen zu Bayern befördert wurden?“ „Das machen Sie mal den Sachsen klar.“ „Die könnte mal einer zu Deutschen machen, wenn wir gerade dabei sind.“

„Bliebe noch der Mittelbau im Kabinett.“ „Spahn?“ „Das ist Unterbau.“ „Ach, den würde ich schon gerne befördern.“ „Wohin?“ „Raus.“

„Ja verdammt noch eins, Sie reden hier immer schön um den heißen Brei herum – was wird denn jetzt mit Seehofer?“ „Den können Sie doch nur noch zum Ministerpräsidenten machen.“ „Dem ist doch wurst, wer unter ihm Ministerpräsident ist.“ „Also wird er auch nicht Bundeskanzlerin.“ „Dann wäre der Weg für Nahles tatsächlich frei.“ „Oder gleich Bundespräsident.“ „Das wird problematisch, Sie können Steinmeier nicht einfach so aus dem Weg räumen.“ „Was der im Kanzleramt alles eingefädelt hat…“ „Jedenfalls keinen faulen Kredit, und seine Frau ist nicht mal tätowiert.“ „Und seine Karriere ist nach Bellevue sowieso vorbei.“ „Das wäre doch mal ein Argument für Seehofer: ab in die präsenile Endablagerung.“ „Als parteipolitisches Abklingbecken?“ „Jedenfalls kann er hier so viel Unsinn erzählen, wie er lustig ist, auf den hört keiner mehr.“ „Da muss er sich ja nicht groß umgewöhnen.“ „Aber für Deutschland wär’s schon sehr schön.“ „Und für Bayern erst!“

„Und… sie?“ „Wer?“ „Naja, die.“ „Ach so. Na, was soll schon sein.“ „Aber wenn sie nun mal nicht will?“ „Glauben Sie mir, danach wird man nicht gefragt.“ „Irgendwann muss es doch mal sein.“ „Stimmt, aber man kann das doch nicht einfach so entscheiden.“ „Wir bräuchten da eine gemeinsame Lösung.“ „Als Lösungsprozess.“ „Gegen die Auflösungserscheinungen.“ „Da erscheint mir ein Prozess nicht als Lösung.“ „Nein, das ist auch gar nicht vorgesehen.“ „Also für mich steht das nicht zur Debatte.“ „Und was schlagen Sie vor?“ „Es müsste eine schnelle Lösung sein.“ „Lassen Sie uns doch abstimmen.“





Ausstieg in Fahrtrichtung

4 09 2018

„Sie können Nahles ja viel vorwerfen, aber dass sie Ahnung von den Sachen hat, von denen sie gerade spricht – unterbrechen Sie mich nicht – das muss man einfach mal so annehmen. Man kann nicht immer alles beweisen, das ist ja schließlich Politik und keine Glaubensfrage.

Schauen Sie sich doch mal den Kurs der Grünen an, das ist doch viel zu undifferenziert. Die haben erkannt, dass Braunkohle sehr viel Kohlendioxid erzeugt und die Erderwärmung beschleunigt und unsere Lebensräume zerstört, Versteppung fördert, zu immensen Gesundheitsbelastungen für alle Menschen führt und Waldbrände in ganz Europa verursacht, und was fällt denen ein? Einfach mal die Braunkohle verbieten! Aber ohne Strom, da können wir dann endlich unsere Elektrowagen über die Autobahn schieben, oder wie jetzt!? Dann gehen die Lichter aus! Dann kommt kein Grüner mehr zu seinem Billigflieger nach Mallorca, das sind doch die Fakten! Wir sehen das differenzierter, sehr viel differenzierter. Natürlich könnte man die Kohle von heute auf morgen weglassen, aber diese Ökofuzzis sehen doch gar nicht, was da für ein Rattenschwanz an politischen Entscheidungen dranhängt. Wir als SPD haben schweren Herzens dafür gesorgt, dass man Menschen ihre Heimat unterm Arsch wegzieht, wir haben ganze Dörfer untergepflügt, Kirchen in die Luft gejagt, wir haben Demonstranten, die der Meinung waren, ihre persönliche Ansicht sei wichtiger als die wirtschaftliche Entwicklung der Bundesrepublik und ihrer Aktiengesellschaften, denen mussten wir schweren Herzens von der Polizei die Fresse zertreten lassen, und das soll jetzt alles umsonst gewesen sein!?

Naja, Ansichten halt. Persönliche Ansichten von Demokratie und Grundgesetz. Rein persönlich, das hatte mit der Meinung der Sozialdemokraten nichts zu tun. Wir haben viel Scheiße fabriziert, wir haben Deutschland in drei Stufen in die Gosse gekloppt, wir als Sozialdemokraten – Sie fallen mir jetzt noch einmal ins Wort, dann lutschen Sie Blut – das sind doch alles Vorurteile. Wer ist denn mit kurzer Unterbrechung seit Kohls Ende an der Macht? Sie sollten mal nachdenken, warum. Da kommen Sie auch noch drauf. Dauert bei Ihnen nur länger.

Die Gefahr bei den Grünen ist doch, die meinen das ernst! Die haben teilweise Politiker, die haben regelrecht den Durchblick und wollen das dann auch machen, was die versprechen! Das führt doch zu Kosequenzen: die schaffen alles ab, was uns schadet, und dann sind die irgendwann fertig mit der ganzen Scheiße, dann geht’s uns irgendwann regelrecht gut, aber wie soll man denn so überhaupt eine Wiederwahl organisieren? Ich muss doch meine ganzen Versprechen unrealistisch und ohne jede Sachkenntnis formulieren, inhaltlich so schnell wie möglich torpedieren, anderen die Schuld dafür geben und dann an der Regierung bleiben wollen, damit man das in den nächsten Jahren verschleppen und noch schlimmer machen und wegen der großen Notwendigkeit der Problemlösung Steuern erhöhen und sinnlose Gesetze erlassen kann. Meine Güte, das ist doch das Geschäftsmodell der SPD!

Wenn Sie im Bus sitzen, dann ist doch klar, wie das funktioniert: Ausstieg in Fahrrichtung rechts. Da können wir nicht einfach so eine Partei mit in die nächste Bundesregierung holen, auch wenn die Chancen auf eine absolute Mehrheit, und das sage ich ganz ehrlich, eher gering sein dürften. Wir können nicht alle Baggerseen renaturieren, das schafft Arbeitsplätze, für die wir wieder Migranten nach NRW importieren müssen, und dann haben wir vielleicht eine lebendige Windsurferszene, aber die AfD stellt den Gauleiter. Die sägen uns dann die Windräder ab, weil sie begriffen haben, wenn der Deutsche etwas kann, dann vom Dach springen und dann behaupten, die böse Schwerkraft sei schuld, und weil die eh nicht an den Klimawandel glauben, haben wir Vollbeschäftigung mit Afrikanern, die dann auch wieder abgeschoben werden müssen, am besten von der Asylindustrie, und das ganze Geld war umsonst investiert. Ich meine, da kann man die Einkommensteuer senken, davon haben auch nicht alle was, aber das weiß man wenigstens vorher.

Wir könnten uns eventuell auf eine Kommission verständigen, das hat noch immer geklappt, dass da am Ende nichts rauskam – welches Wort von Schnauze haben Sie eigentlich nicht kapiert!? – ist ja nun mal der Regelfall, weil wir das nicht alleine entscheiden können, sondern immer erst eine Kommission brauchen. Vielleicht steigen dann die Energiepreise in sozial verträglicheren Schritten und wir brauchen nicht mehr so viel an Transferleistungen zu zahlen, weil die Menschen, die keinen Job in der Braunkohlefolgenbeseitigung gefunden haben, nicht mehr heizen können, womit auch, und wer erfriert, kann wenigstens nicht mehr verhungern. Ist doch auch ganz praktisch.

Nein, schlagen Sie sich das aus dem Kopf. Die Grünen werden sie definitiv nicht zur Hausfrau im Größenwahn degradieren. Da werden ganz andere – ich will jetzt nichts hören! – also wir hätten uns vor fünfzehn Jahren darum kümmern müssen, aber da waren wir halt mit Regieren beschäftigt, und wie soll man den Kohleausstieg vernünftig planen, wenn man mit den Grünen dafür sorgen muss, dass die Unterschicht die größte Bevölkerungsgruppe in Deutschland wird? Außerdem, können Sie sich das vorstellen, dass Nahles als Bundeskanzlerin – halten Sie jetzt endlich das Maul, Sie linkes Arschloch!“





Rettungsschirm

22 08 2018

„Wir können das nicht zulassen. Die deutsche Regierung, insbesondere wir als Sozialdemokraten, sind keine Feinde der islamischen Welt, obwohl wir durchaus auch zugeben müssen, dass diese Kultur nicht zu Europa und der europäischen Idee passt, und deshalb müssen wir mit der ganzen Härte der entschlossenen Außenpolitik gegen dieses Terrorregime am Bosporus vorgehen und dem Brudervolk der Türken einfach mal freundschaftlich die Hand reichen, wo wir es am nötigsten haben.

Jawohl, wir. Solidarität ist keine Einbahnstraße, das macht Ihnen höchsten so eine linke Schrulle weis wie die, wie hieß sie noch, egal, aber Sie werden doch nicht denken, Nahles sei links? Diese widerliche Planschkuh, eine bessere Persönlichkeit hat die SPD nie in ihrer Führungsriege gehabt, ach was: seit Schmidt hätte man doch dieses dämlich Dreckspack Mann für Mann in den Häcksler prügeln sollen, großartige Strategen, die unser Land dahin gebracht haben, wo es heute ist, ein Staat im Würgegriff von Banken, Lobbyisten und anderen Nazis, und nur wir als SPD haben uns immer dagegen gewehrt, aber wir konnten das ja auch, wir landen nicht in diesem Niedriglohnsektor, der die Bundesrepublik zerstört hat. Zum Glück nicht auch noch unsere luxemburgischen Schwarzgeldkonten.

Für uns gehört die Türkei einfach nicht zu Europa. Gut, wenn man hört, wie sich dieser zugekokste Soziopath über den Rechtsstaat äußert, den könnte man auch in Deutschland als Minister aufbrauchen, das ist ausbaufähig, und überhaupt hat die Türkei ja ein ganz anderes Rechtsempfinden, was man schon daran merkt, für das Recht an sich empfinden die ja gar nichts. Aber da müssen wir als Deutsche dann auch mal kultursensibel sein, allein in Sachsen passiert derzeit so viel kranke Scheiße, dafür würde man glatt aus der türkischen Polizei rausfliegen – kommen Sie mal in einer Diktatur drei Tage hintereinander pünktlich zum Dienst, dann sind Sie aber ganz schnell unter Spionageverdacht – wegen Plansollübererfüllung. Und mit dem linken Kram kennen wir uns auch bestens aus. Natürlich nicht wir als SPD. Wir stellen alle vier Jahre wieder fest, dass der Plan schon scheiße war.

Aber sehen Sie es mal so, einer muss es doch mal besser haben als wir, und wir kennen uns damit ja auch aus. Wir haben den Griechen immer das ganze Geld vor die Füße gekippt, damit die sehen, wie das ist, wenn einem immer jemand das ganze Geld vor die Füße kippt, aber mehr sollte es ja nicht sein. Wir haben diesen Rettungsschirm auch immer brav wieder eingesammelt, das Geld nach oben durchgereicht – wir können ja nicht mit schlechtem Beispiel vorangehen und das Geld in unsere soziale Hängematte legen, am Ende hätte man die vielen Flüchtlinge vor lauter Geld nicht mehr gesehen in unseren Sozialsystemen, und dann machen Sie sich mal klar, was das für die Pflege bedeutet! – und da haben die Türken wohl gemerkt, wie das ist, wenn man plötzlich in einem brennenden Haus aufwacht und die Feuerwehr kippt noch Benzin nach. Das war natürlich eine CDU-geführte Bundesregierung, lediglich der Finanzminister war noch ein echter Sozialdemokrat, wobei er weder sozial war noch ansatzweise demokratisch, echt möchte ich diese Flitzpiepe sowieso nicht nennen, aber heute können wir uns besser durchsetzen, wir stellen nämlich den Finanzminister, während die CDU leidlich die Kanzlerin schickt.

Also wir stabilisieren ja nicht das globale Finanzsystem – was für ein Schwachsinn, wir stopfen Hunderte von Milliarden in ein System, das über Wasser gehalten wird, damit man Hunderte von Milliarden reinstopfen kann – sondern erstmal nur die Türkei. Wir haben bei den Griechen alles richtig gemacht, deshalb ist es ja auch so kolossal in die Scheiße gefahren, aber das kann man den Türken doch nicht anlasten. Außerdem muss man den Nationalcharakter der Türken berücksichtigen, das sind nationalistische Kriechtiere, wenn man deren nationalistische Voreingenommenheit nicht bis knapp an die Grenze eines nationalistischen Bürgerkriegs begleitet, könnten diese Leute bis an die Grenze eines nationalistischen Bürgerkriegs geraten. Auch wenn das der Lira ein bisschen Luft verschaffen würde, wir müssen ja auch mal an den Euro denken.

Und genau deshalb sollten wir alle sehr froh sein, dass Gabriel nicht mehr Außenminister ist und Wirtschaftsminister schon gleich gar nicht. Das ist nämlich reine Hysterie, was der verbreitet, das mit der Atombombe. Sie fragen sich, woher haben denn die Türken plötzlich die Atombombe, und wir fragen uns: was muss ein einzelner Klappspaten rauchen, damit er überhaupt auf so einen Dünnsinn kommt? Wenn Sie also der Ansicht sind, Gabriel hätte sich seinen Platz in der Psychiatrie neben Nahles verdient, dann haben Sie durchaus recht, der Mann hat ein feines Gespür für theoretische und nicht ganz auszuschließende Möglichkeiten, die dann am ehesten der Wirklichkeit entsprechen.

Und mal ganz ehrlich, wenn der Typ sich die Atombombe holt und außerhalb der NATO einsetzt und eine so nicht geplante Destabilisierung der arabischen Welt einleitet, nein: so eine nicht geplante, auch verkehrt, also es war nicht geplant, dass er so die arabische Welt destabilisiert, was ist denn dann mit den Arbeitsplätzen in der deutschen Rüstungsindustrie? Das wird man doch als Sozialdemokrat wohl noch mal fragen dürfen!“





Auferstanden in Ruinen

24 07 2018

„Jetzt erklären Sie mir doch mal bitte, wofür Ihr Laden eigentlich noch existiert.“ „Also gut: die SPD ist eine Arbeiterpartei, die sich in Deutschland um die Demokratie verdient gemacht hat.“ „Das sind alles Sachen aus dem letzten Jahrtausend, ich meine: heute. Wofür steht diese Partei heute?“ „Das kommt darauf an.“ „Sagen Sie es doch gleich. Gar nichts mehr.“

„Das kann man so nicht sagen.“ „Wie dann?“ „Das kommt darauf an.“ „Der Finanzminister hat offensichtlich den wirtschaftlichen Fortschritt ins Auge bekommen.“ „Was ist falsch daran?“ „Dass es nicht der Fortschritt der Deutschen ist. Wirtschaftlich gesehen schon gleich gar nicht.“ „Sie meinen, wenn wir als europäische Partner unsere anderen europäischen Partner partnerschaftlich behandeln, dann ist das für uns als europäische Partner schädlich?“ „Wenn Sie mit europäischen Partnern Google und Amazon meinen, dann haben Sie wohl einen größeren Schaden als befürchtet. Oder ein grundlegend anderes Verständnis von Wirtschaft, Europa, Demokratie oder Partnerschaft als der Rest in diesem Land.“ „Das entspricht genau der Linie unserer Bundesregierung.“ „Merken Sie selbst, oder?“

„Was spricht gegen eine friedliche Koexistenz?“ „Dass es die nicht gibt. Wenn die einen immer auf die anderen schießen, können Sie sich das in die Haare schmieren.“ „Gerade vor dem Hintergrund eines drohenden Handelskrieges müssen wir als Europäer uns doch kompromissbereit zeigen.“ „Das scheint ein Trauma in Ihrem Laden zu sein, wenn man Ihnen eine reinhaut und Sie blutend im Rinnstein liegen, sagen Sie: die haben mir nicht die Kehle aufgeschnitten, das muss ein Kompromiss sein.“ „Immerhin müssen wir damit auch die Zukunft dieses Landes gestalten.“ „Müssen? Sie können’s ja nicht mal.“ „Das weiß man immer erst hinterher.“ „So wie Dreiunddreißig.“ „Einmal ist keinmal.“ „Oder Achtundvierzig.“ „Ich…“ „Oder Neunzig. Mir fällt noch mehr ein, wenn Sie Zeit haben. Für wann hatten Sie den Bestatter bestellt?“

„Wir wollen ein effizientes System schaffen.“ „Für wen?“ „Für die Wirtschaft.“ „Das ist wer?“ „Naja, die Menschen, die da arbeiten. Also die das Geld, das ist ja die Wirtschaft…“ „Das ist falsch, aber richtig.“ „… und die soll eben profitieren.“ „Tut sie auch. Leider am falschen Ende.“ „Weil wir nicht verhindern können, dass unsere Partner aus den USA…“ „Da Sie es nicht verhindern können, sind es nicht unsere Partner.“ „… ihre Gewinne…“ „Die fließen über europäische Briefkastenfirmen.“ „… zu ihren eigenen Regeln…“ „Mit anderen Worten: wenn mit Ihre Regeln nicht passen, haue ich Ihnen eine rein und sage dann, nach meinen Regels sei das okay?“ „Das ist sehr, sehr unfair ausgedrückt. Das ist eine absolute Frechheit. Und ja, das ist meiner Ansicht nach absolut korrekt, Ja, das kann man so sagen. Richtig. Ja.“ „Aber was viel wichtiger ist, wer davon profitiert, das sind doch nicht die Bürger.“ „Die Wirtschaft ist nun mal auf die Bürger nicht angewiesen. Das ist nun mal das Gute an der postmodernen Wirtschaft, dass sie einen eigenen Wert darstellt, den wir verteidigen können als Partei, die sich auch als Vertreterin der Zukunft sieht.“ „Der Zukunft zugewandt, wenn ich es recht verstehe?“ „Verstehen Sie das so?“ „Auferstanden in Ruinen. Sie verstehen es halt nicht besser.“

„Immerhin können wir die Unternehmen, die in Europa nur Briefkastenfirmen gründen, damit sehr effektiv besteuern.“ „Also zwei Promille statt sechzig Prozent.“ „Das müssen Sie verstehen, wir tun das nicht gegen die Bürger, wir tun das für die Wirtschaft.“ „Also für deren Werte?“ „Genau.“ „Das tröstet mich. Was die Zivilgesellschaft im Moment als Werte vor sich herträgt, taugt ja noch weniger.“ „Haben Sie ein Problem damit?“ „Mit der Zivilgesellschaft? das Problem hat scheint’s nur der Finanzminister. Wer erklärt, Europa müsse gezielt gegen Steuerhinterziehung vorgehen, um das ganze Verfahren dann auch gezielt zu vermeiden, der hat seinen Frieden damit gemacht, dass die Bürger von der wirtschaftlichen Entwicklung genauso schnell abgekoppelt werden wie die Aktienkurse von den Resten der Realität.“ „Wenn Sie sich mal die Relation ansehen, kurz nach der Einheit…“ „Ja, wir hatten ja auch nichts in Dahlem und Blankenese.“ „Aber sehen Sie mal, die Wirtschaft ist doch in gewisser Hinsicht auch für die Menschen da.“ „In gewisser Hinsicht?“ „Meinen Sie denn, die ganzen Waffen für Saudi-Arabien produzieren sich von alleine?“





Hinter dem Neumond

19 06 2018

„Jetzt geben Sie Ihrem Herzen mal einen Stoß!“ „Den verkraftet das nicht mehr.“ „Wir wollen doch nur, dass es wieder politisch vorwärts geht mit Deutschland.“ „Und was vorwärts ist, das bestimmt wer?“ „Dass gerade Sie als Sozialdemokrat so eine Frage stellen, das lässt doch schon tief blicken.“

„Meine Güte, was sollen wir denn machen? Die CSU hat sich verabschiedet aus der Regierung, und die…“ „Mal wieder.“ „Wie, mal wieder?“ „Weil es nicht das erste Mal ist, historisch gesehen schon gleich gar nicht, und sie früher oder später schon zurückgekrochen kommen.“ „Aber dann könnte man doch auch weitermachen, oder?“ „Wenn Ihnen auf lange Sicht fünf Prozent reichen, machen Sie halt so weiter. Alles geht.“ „Was sollen wir denn tun, um die Situation noch…“ „Vor allem: es nicht als Situation sehen, sondern endlich mal merken, dass es sich um einen Trend handelt. Eine länger andauernde Entwicklung mit Gründen und Motiven und Konsequenzen.“ „Und was machen wir dann?“ „Was Sie seit zwölf Jahren schon verpasst haben. Sich erneuern.“

„Sich an der Kanzlerin vorbei zu erneuern, das dürfte aber ziemlich kompliziert sein.“ „Darum brauchen wir jetzt ja auch neue Partner.“ „Damit die Merkel wieder etwas zum Kaputtregieren hat?“ „Dann wären wir aber die CSU los.“ „Die hat sich ja selbst kaputtregiert.“ „Eben, und deshalb müssen wir jetzt eine Truppe pseudoliberaler, bei richtiger Kassenlage in die passende Richtung kippender Turbokapitalisten engagieren, die sich für ein paar Ministerposten jede Kröte ins Maul stopfen lassen.“ „Meinen Sie, Lindner macht das mit?“ „Merken Sie selbst, oder?“

„Falls Sie die Grünen meinen: nein, die machen das nicht.“ „Sie denken, die würden jetzt einfach mit dem Feinstaubgedöns und der Energiewende die europäische Sicherheit gefährden? Nein, dazu sind die viel zu staatstragend.“ „Woran machen Sie das denn fest?“ „Wer hat die Hartz-Gesetze durch den Bundestag gewunken?“ „Stimmt.“ „Außerdem muss so eine Partei sich ja auch zukunftsorientiert entwickeln. Wenn die Grünen jetzt nicht für eine moderate Abschaffung des Asylrechts und die Einstufung aller kriegführenden Nationen als sichere Herkunftsländer sind, können sie später nicht mehr sagen, dass sie dazugelernt haben.“ „Das trauen Sie denen zu?“ „Natürlich, die sind ja nicht die SPD. Die tun was.“

„Mit anderen Worten: Sie verlangen von uns, dass wir uns an der Seite der Grünen unter der Bundeskanzlerin erneuern.“ „Das haben Sie schön formuliert.“ „Geschenkt. Wir können doch mit dieser Partei nur verlieren.“ „Es hat keiner verlangt, dass Sie auch aus der Regierung ausscheiden.“ „Wir wären in dieser rechtsliberalen Koalition doch so gut wie überflüssig.“ „Stimmt.“ „Warum sollten wir dann die Grünen mit offenen Armen empfangen?“ „Als Koalitionspartner. Egal, was die CDU daraus macht.“

„Sie denken, man kann die CSU ersetzen durch diese neoliberalen Besserverdiener?“ „Wozu soll man die ersetzen? Wenn Sie sich den Blinddarm entzünden, setzt man Ihnen auch keinen neuen ein.“ „Und wer führt dann die Koalition?“ „Die SPD. Es darf nur nicht so aussehen.“ „Wie soll das denn bitte funktionieren?“ „Lassen Sie sich halt etwas einfallen. In der ersten Runde hat’s doch auch geklappt.“ „Mit dem Ergebnis, dass wir durch die liberalen Steigbügelhalter ersetzt wurden.“ „Da war Merkel aber auch noch nicht so am Ende wie jetzt.“ „Wir sägen sie zusammen mit den Grünen ab?“ „Noch nicht. Die Frau wird noch gebraucht, weil sie mit ihrer Trümmertruppe erst noch die Reste der Union beseitigen muss. Oder wollen Sie das auch noch übernehmen?“ „Darüber hatte ich mir jetzt noch gar keine Gedanken gemacht.“ „Sollten Sie aber. Der Tag wird kommen, an dem sie weg ist, und dann muss es weitergehen mit diesem Land.“

„So eine ökologisch-soziale Wende wäre einen Versuch wert.“ „Ich sehe, Sie beginnen langsam zu begreifen.“ „Man könnte mit der Mietpreisbremse mal ernst machen, oder die Pflege, da sehe ich noch politischen Bedarf.“ „Exzellent!“ „Natürlich müssten wir dann die Ressorts ganz neu verteilen, oder?“ „Machen Sie nur, ist doch Ihre Regierung.“ „Aber das mit der Umverteilung, wir werden das nicht in einer Legislaturperiode ändern können.“ „Natürlich nicht.“ „Und es ist auch sehr schwierig, die Märkte zu regulieren.“ „Durchaus.“ „Ich sehe sowieso auf dem Arbeitsmarkt gravierende Mängel, die sich nicht einfach so abstellen lassen.“ „Da ist etwas dran.“ „Aber wenn wir gar nichts machen…“ „… macht Merkel auch nichts. Das ist die perfekte Harmonie, schöner könnte so eine Koalition gar nicht laufen.“ „Und die Grünen?“ „Stören nicht, das recht schon aus, um den Laden ruhiger laufen zu lassen als mit den bayerischen Knalltüten.“

„Und das ist wirklich klug, was Sie mir da empfehlen?“ „Aber ja, sonst würden Sie es nicht machen, oder?“ „Also eine richtige Erneuerung der SPD, inhaltlich und…“ „Und?“ „Wenn es nicht nur das Programm betrifft, sondern auch die Richtung, in die wir diese Partei entwickeln wollen, da gibt es noch andere Ideen. Es wurde ja schon oft gesagt, wir sollten zu unseren sozialistischen Wurzeln zurückkehren und wenn wir jetzt zum Beispiel mit den Linken eine…“ „Haben Sie noch alle Latten am Zaun!? Mann, wenn Sie mit dem Scheiß anfangen, meinen Sie echt, die nächste Kanzlerin lässt sich das bieten? Da kennen Sie Nahles aber schlecht!“





Auf die Fresse

31 05 2018

„… nicht alle bei sich aufnehmen könne. Der Vorstand habe Nahles jedoch darauf hingewiesen, dass von einer Öffnung der SPD für sämtliche Interessenten nie die Rede…“

„… ein folgenschweres Missverständnis vorliege. Die inhaltliche Beliebigkeit der Vorsitzenden müsse sich ja nicht zwangsläufig auswirken auf ihre Vorstellung von einer …“

„… vorgeworfen worden sei, mit rechten Worthülsen die AfD-Stammwählerschaft zu umwerben. Nahles habe dagegengehalten, sie wolle nur den besorgten Bürgern, die sich aus Angst um die Zerstörung der Herrenrasse…“

„… durch die Ansage, die Politik künftig vollkommen alleine und ohne Rücksprache mit der übrigen Parteiführung zu gestalten, für eine klare Abgrenzung gegenüber undemokratischen Kräften werben wolle, die sich nicht um die…“

„… auch unter SPD-Anhängern das Vertrauen in die Vorsitzende rapide erodiere. Ein Sprecher habe betont, Nahles wolle durch ihre Äußerungen in Bezug auf den inneren Zusammenhalt jetzt erst recht verhindern, dass die Partei von Kritikern und Oppositionellen unterwandert würde, weil dies die Meinungsvielfalt sehr negativ…“

„… die Akzeptanz für die Sozialdemokratie nicht erst seit den vergangenen Monaten sinke. Es handle sich um einen länger anhaltenden Prozess, der allerdings von der Partei erst in den letzten…“

„… im nächsten Wahlkampf klarmachen werde, dass ein Verbot der SPD mit allen Mitteln verhindert werden müsse. Nahles habe betont, dass sie sich daran messen lassen werde, ob sie dieses Wahlkampfziel vollständig und uneingeschränkt erreiche und sich gegen die politischen…“

„… wolle die Partei, was ihre Neuaufnahmen angehe, die AfD als sichere Herkunftspartei einstufen. Dies sei umgekehrt auch der Fall gewesen, weshalb sich jetzt eine…“

„… müssten laut Nahles auch rechtsstaatliche Notwendigkeiten wie die Vollsanktionierung von psychisch erkrankten Erwerbslosen funktionieren, wenn man das gesunde Rechtsempfinden der hart arbeitenden Leistungsträger im…“

„… zu einer extrem gefährlichen und kaum mehr zu korrigierenden Verschiebung politischer Kräftefelder in der deutschen Parteienlandschaft gekommen sei. Um das tragende Gleichgewicht einer wahrhaften Demokratie zu erhalten, müssten sich mit Ausnahme der SPD alle anderen…“

„… nicht Partei für beliebige Befindlichkeiten zugewanderter Schmarotzer mit Pigmentanomalie heiße, sondern Sozialdemokratische Partei Deutschlands. Darin drücke sich aus, dass der Wille zur Macht auch siebzig Jahre nach…“

„… die Sicherheitsthemen einer SPD-geführten Bundesregierung eher schwer fallen dürften, weshalb bereits jetzt ausgemacht sei, dass sich die Schwerpunkte in Nahles’ erster Kanzlerinnenschaft eher auf Sozialabbau und…“

„… einen durchsetzungsstarken Rechtsstaat gefordert habe. In diesem Zusammenhang habe es auch Überlegungen gegeben, die Gewerkschaften auf ein Maß zu reduzieren, das die Wirtschaft nicht mehr als…“

„… ein konkretes Szenario gefordert habe, wer in einer künftigen Alleinregierung der SPD noch als Bürger gelten dürfe, um den sich die Arbeiterpartei mit ihrer ganzen Energie und…“

„… ungefähr so unbeliebt sei wie Kurt Beck. Das Wahlkampfteam habe ihr geraten, künftig nie wieder in der Öffentlichkeit zu…“

„… hege die Vorsitzende inzwischen auch deutliche Sympathien für den NSU, dessen Mitglieder jahrelang einer zielgerichteten Tätigkeit nachgegangen seien, ohne einmal durch den Antrag auf Sozialleistungen oder einen Strafzettel die deutsche Öffentlichkeit negativ zu…“

„… die Sorgen der Wählerschaft durchaus verstehe. Wenn die Deutschen sich entschieden hätten, eine bestimmte Bevölkerungsgruppe für alle subjektiv negativen Empfindungen verantwortlich zu machen, dann könne die SPD sich diesem von einer relativen Mehrheit beschlossenen Urteil schon aus demokratischen Erwägungen nicht…“

„… das Polizeigesetz aus Bayern anwenden müsse, um den erwartbaren Ansturm auf die Ortsvereine möglichst schnell wieder zu…“

„… weder in einem Vollzeitjob noch als Rentner die Teilhabe am deutschen Wohlstand genössen. Man könne aber diese Randgestalten in einer gesetzlichen Ordnung nicht auf Dauer als…“

„… müsse die SPD sich in Ländern wie Bayern, in denen eine absolute Mehrheit im Landtag nur noch eine Frage der Zeit sei, durch konsequente Abschiebungen von CSU-Gegnern aus der linken Ecke profilieren, da man den konservativeren Hardlinern sonst nicht das Gefühl vermitteln könne, als durchaus wählbare Kraft vom rechten Rand einen gesellschaftlichen…“