Ansichten eines Clowns

9 04 2019

„… als terroristische Vereinigung verbieten müsse. Die Staatsanwaltschaft beim Amtsgericht Gera werde die Werke der Gruppe 47 mit der ganzen Härte des deutschen Strafrechts als…“

„… Staatsanwalt Zschächner die Ermittlungen in eigener Verantwortung leite. Er betrachte es als seine Hauptaufgabe, künstlerisches Schaffen, das nicht von der Reichsschrifttumskammer freigegeben worden sei, mit den Mitteln von Feindstrafrecht und…“

„… über den Kunstbegriff nicht gestritten werden dürfe. Für die Staatsanwaltschaft sei dies jedes Buch, das ein durchschnittlicher Jurist intellektuell zu verarbeiten verstehe, was zu vehementen Protesten unter den juristischen…“

„… eine demokratische Elitenbildung als Ziel gesellschaftlicher Gruppen nicht vorgesehen sei. Die Gefahr, dass rassefremde Elemente in den…“

„… und keine feste Mitgliederliste besitze. Zschächner werte die Vereinigung daher als im Untergrund verankert und fordere eine sofortige erkennungsdienstliche Behandlung aller Bürger, die sich nicht umgehend für die Reinerhaltung des völkischen…“

„… sich nicht einfach um eine kriminelle Vereinigung handeln könne. Die Staatsanwaltschaft sei davon überzeugt, dass die Gruppe terroristische Ziele verfolge und daher große Gefahr für das…“

„… das geschriebene Wort eine große Macht auf das Volk habe und als Tatmittel geeignet sei, Aufruhr und Zerstörung der Gesellschaft herbeizuführen. Die Springer-Presse wende sich einmütig gegen den…“

„… nichts mit der politischen Ausrichtung der ermittelnden Beamten zu tun hätten. Justizminister Lauinger habe ausdrücklich hervorgehoben, dass es beispielsweise in seiner Partei überzeugte Demokraten gebe, die kein Problem darin sähen, das Grundgesetz vollumfänglich als den…“

„… hätten sich Mitglieder der Gruppe 47 selbst mehrerer Straftaten bezichtigt, unter anderem im Zusammenhang mit dem für Deutschland nicht befriedigend gelaufenen Krieg. Für die Behörden liege der verdacht nahe, dass es sich dabei um Wehrkraftzersetzung handeln müsse, die nur mit straf- oder standrechtlichen…“

„… sich auch die Medien an der Diskussion beteiligen sollten. Die Welt-Chefredaktion habe aufgedeckt, dass die Bande in enger Verbindung mit der Terroristin Katharina Blüm stehe, die eine Anleitung zu Polizistenmord verfasst habe. Dieses Buch werde unter dem Deckmantel der Literatur sogar öffentlich im…“

„… sei die Bundesrepublik ein freies Land, daher stehe es jedem Menschen zu, sich innerhalb der Grenzen der Verfassung eine eigene politische Meinung zu bilden. Dieses Recht besäßen auch Staatsanwälte, die nur durch ihr Amt nicht von einer politischen Betätigung ausgeschlossen werden dürfen und alle anderen…“

„… sich die Gruppe 47 nun erstmals selbst zu Wort gemeldet habe, da sie bisher nichts von den Ermittlungen habe wissen können. In einer Stellungsnahme bezeichne sie die Ausführungen des Pressesprechers als Ansichten eines Clowns, der sich nicht mehr im…“

„… bei zahlreichen Mitgliedern der Gruppe ein Bekenntnis zur sozialistischen Gesellschaftsform aktenkundig sei. Dies sei bereits ein Merkmal gewesen, das für eine strafrechtliche…“

„… das Ermittlungsverfahren möglicherweise auf persönlichen Wunsch von Höcke eingeleitet habe. Die Staatsanwaltschaft beim Amtsgericht Gera hebe in diesem Zusammenhang hervor, dass außerdienstliche Freundschaften zwischen Beamten und Politikern deutscher Volksparteien nicht nur nicht strafbar, sondern auch im gegenseitigen…“

„… sich gegen die Vorverurteilung gewehrt habe. Die Staatsanwaltschaft habe in bestem Wissen gehandelt, da auch vor 1933 zahlreiche Künstler wegen Angriffs auf die öffentliche Moral verfolgt worden seien, bis sich durch den Führer die deutsche Ehre wieder in einem…“

„… von linksradikalen Kräften in der SPD gesteuert werde. Zschächner mache auch die Landesregierung von Thüringen verantwortlich für das Versagen der Ermittlungsbehörden gegen den Terror gegen das gesunde Volksempfinden, der sich in vielfacher…“

„… hier keine Rechts-, sondern vielmehr eine Linksbeugung stattfinde. Die AfD im thüringischen Landtag werde gegen den antifaschistischen Mainstream mit der ganzen Härte des…“

„… könne ein Staatsanwalt mit seinen privaten Geldmitteln tun, was er für richtig halte. Eine Spende an die AfD sei weder illegal noch ein Verstoß gegen Dienstrecht, zumal die Summen immer so gering gewesen seien, dass sie nicht im Bericht der…“

„… die Aktivität der Gruppe 47 keinen künstlerischen Wert besäßen, sondern einzig und allein ausgerichtet seien auf den Verkauf von Büchern an ein Publikum, das im Herzen immer noch die Volksgemeinschaft des deutschen Staates und der nationalen…“

„… dass Zschächner ab sofort nicht mehr als Pressesprecher Staatsanwaltschaft tätig sei, sondern um eine andere Aufgabe gebeten habe. Es sei nicht auszuschließen, dass er als Sonderberater beim…“

Werbeanzeigen




Alternative Interpretationsarten

4 04 2019

„… dass es keine Anhaltspunkte für eine weitere Steigerung der Kriminalität in der Bundesrepublik gebe. Dies bedeute aber, so Innenminister Seehofer, dass auch niemand wisse, wie sich die Kriminalität in den nächsten zehn, zwanzig oder hundert Jahren unter besonderer Berücksichtigung der…“

„… zahlreiche Delikte von ausländischen Tätern begangen würden. Die CSU weise ausdrücklich darauf hin, dass nichtbayerische Deutsche sogar schwere Straftaten unter dem Einfluss von keinem Alkohol im…“

„… auch die Zahl der Handtaschendiebstähle sehr stark zurückgegangen seien. Seehofer halte dies für ein äußerst alarmierendes Zeichen, da jeder einzelne Handtaschendiebstahl nun zu einer quasi explosionsartigen Steigerung der statistischen…“

„… sich ein allgemeiner Trend zu immer weniger Straftaten erkennen lasse, der zudem noch durch eine höhere Bereitschaft der Bevölkerung, potenziell straffällige Personen unmittelbar durch eine Überstellung an die polizeilichen…“

„… stehe für den Bundsinnenminister fest, dass Deutschland eines der sichersten Länder der Welt sei. Dass es dafür keiner umfassenden Beobachtung aller Bürger durch die Polizei bedarf, sei ein sehr gefährlich…“

„… kein einziger Fall bekannt sei, in dem ein buddhistisches Kloster im Freistaat durch illegal aus dem Tschad eingeführte Marschflugkörper am Dachfirst beschädigt worden sei. Die CSU weise darauf hin, dass ein einziger Fall dieser Art eine Steigerung der Statistik um einhundert Prozent bedeute, was geradezu katastrophale Auswirkungen für die gesamte…“

„… weniger als ein Prozent der Bevölkerung von schweren Straftaten betroffen sei. Von einer ausgewogenen Verteilung auf alle Einwohner könne daher keine Rede sein, was eine äußerst ungerechte Verteilung der…“

„… die Steigerung der statistischen Häufigkeit auch bei zehntausend Marschflugkörperangriffen auf buddhistische Klosterdachfirste nur hundert Prozent betrage. Seehofer habe hier eine von offensichtlich linksextremistischen Mathematikern gesetzlich festgelegte Täuschungsstrategie entdeckt, die automatisch zu einer riesigen Unsicherheit in der gesamten…“

„… wenn weniger als ein Prozent der Menschen von schweren Straftaten betroffen sei. Dass diese Quote geringer sei als beispielsweise der Anteil von Migranten, deute darauf hin, dass kein ursächlicher Zusammenhang bestehe, den man aber bestimmt noch anhand alternativer Interpretationsarten…“

„… noch nicht ausgerechnet habe, wie wahrscheinlich ein Lichtschwertangriff von einem dreibeinigen Außerirdischen im Münchener Personennahverkehr sei. Für Scheuer stehe zum Zeitpunkt der Entscheidung nur fest, dass man das Geld für eine Aufrüstung aller Bürgerwehren mit Machete und Panzerfaust so schnell wie…“

„… der Anteil an Ausländerkriminalität seit Jahren konstant bleibe. Da es aber immer weniger Ausländer gebe durch die Sicherheitspolitik der CSU, müsse der einzelne Ausländer krimineller geworden sein oder proportional mindestens so kriminell wie vorher sein, da sonst eine nicht proportionale Verteilung der gleichbleibenden Straftaten auf eine nicht konstante Menge aller…“

„… die gefühlte Anzahl der Straftaten von Ausländern ebenfalls steige, obwohl dies keine Entsprechung finde in der Anzahl der tatsächlichen Straftaten, was für Seehofer ein Indiz für eine schleichende Gefahr durch Ausländer sei. Um sich wieder der Realität anzunähern, bedürfe es einer erheblichen Steigerung von Ausländerkriminalität, was der Bundesminister als äußerst…“

„… Wohnungseinbruchsdiebstähle in Häuser mit mehr als neunzig Zimmern überhaupt nicht verzeichnet seien. Würde man die Überwachung des Internets ausweiten können, erwarte das Ministerium einen Rückgang der Taten auf minus zehn Prozent, was zugleich den Wirtschaftsstandort Deutschland für fremdländische Investoren um einen wesentlichen…“

„… das Gefühl der Verunsicherung bei den Bürgern im Allgemeinen zugenommen habe. Seehofer verdanke dies der Aufklärungsarbeit seines Ministeriums, das immer wieder vor den Gefahren eines Atomkrieges, vor einer Übernahme der Staatsgewalt durch einige der vielen tausend noch unbekannten linksradikalen Terroristen oder einer von Nichtbayern verursachten Grippe, die weite Teile der biobajuwarischen Bevölkerung in einen regelrechten…“

„… sich das Unsicherheitsgefühl der nicht von Straftaten betroffenen Bürger auf einem sehr hohen Niveau bewege, da sie immer in der Erwartung leben müssten, als nächste von möglicherweise durch Ausländer verursachten Straftaten zu…“

„… es keinen Grund zur Entwarnung gebe, da jederzeit mit einem Anstieg aller Straftaten auf ein bisher nicht nachzuweisendes Rekordniveau gerechnet werden müsse. Das Bundesministerium verdanke dies der ausgezeichneten Arbeit der Polizei, die sich ganz im Dienste der rechtsstaatlichen…“





Hysterischer Materialismus

20 03 2019

„Die Drecksau heißt Aische. Da freut man sich doch darauf, dass ihr mal einer die Fresse poliert, oder? Wir sind der Verfassung verpflichtet, nicht der Ausrottung der deutschen Rasse, oder sehe ich das falsch? Als Deutscher und als Polizist?

Verstehen Sie mich nicht falsch, meine politische Gesinnung verbietet mir ansonsten jede Sympathie mit dem Fortschritt, aber was das an technischer Erleichterung mit sich bringt, das ist schon enorm. Ein nationales – wie sich das schon anhört, national! – Datenbanksystem, und dann auch noch mit linksversiffter Hilfe auf Opferschutz getrimmt, das ist doch Ostern und Weihnachten auf einen Tag! Ganz ehrlich, das ist der feuchte Traum unserer Facebook-Gruppe, dass wir diesen ganzen Ausländerdreck jetzt endlich auf einem Haufen haben, die Bundesregierung hat den Prozess angestoßen, und die Innenminister sind seit Jahren nicht die geistig minderbemittelten Arschlöcher, die diesen ganzen Scheiß gegen jeden gesunden Menschenverstand durchgedrückt haben. Das muss man doch echt feiern, oder?

Dass Sie bei einer Straftat die Ermittlungsakten kommen lassen und in Erfahrung bringen können, wer der Täter war, vielleicht gab es ja noch den einen oder anderen Tatverdächtigen, das hat man ja sonst immer nur erfahren, wenn die Springerpresse den vor Abschluss der Ermittlungen als Täter hingestellt hat, aber das war schon die Ausnahme. Normalerweise musste man immer erst bis ganz zum Schluss warten, und dann ist so einer von den Jungs schon mal verloren gegangen, die Akten fielen im Laufe der Jahre immer mal wieder in den Schredder, hier konnte man gegen einen nicht mehr ermitteln, weil er vom Verfassungsschutz bezahlt wurde, da tauchte einer ganz ab – ab und zu tauchte einer auch mal ab, wurde beim Auftauchen fürstlich bezahlt und tauchte dann wieder ab – aber dann war die Sache auch meist im Sande verlaufen, und die Opfer waren manchmal schon tot, bevor man sie an die Wand stellen konnte. Von den Zeugen wollen wir mal gar nicht erst reden.

Wie gesagt, die heißt Aische, wohnt in einem Viertel, in dem normalerweise so ein Kanakendreck gar nichts zu suchen hat, und dann lässt sich die blöde Sau von einem national gesinnten Kameraden eine reinhauen. Das wäre sonst ein schwieriges Ding geworden, aber dank der neuen Opferdaten von der Sozenschlampe – also für Sie natürlich Frau Barley, Sie brauchen sich ja nicht an interne Dienstanweisungen zu halten – kriegen wir nicht nur die Fakten raus, die den mutmaßlichen Täter belasten könnten, wenn sie bis zum Prozessbeginn immer noch zugänglich wären. Da wäre sonst echt das Ende der Fahnenstange. Aber jetzt geht’s einfach mal weiter, und das ist natürlich ein Grund zur Freude, nicht wahr?

Unsere kleine Türkensau hatte den einen oder anderen Unfall im Familienkreis, da kam es bisher zu keiner Strafanzeige wegen häuslicher Gewalt, aber die Ergebnisse sind natürlich zufällig in der Datenbank, man muss aus ermittlungstaktischen Gründen ja immer gut vorbereitet sein, und dann ergibt sich auch das eine oder andere. Wenn man der Alten eine ins Zahnfleisch gibt, könnte man sie ja parallel dazu entsprechend bearbeiten und ihr schonend beibringen, dass sie besser die Klappe hält und sich zufällig mehrmals die Tür vom Kühlschrank aufs Maul gehauen hat, wie es ja auch schon vor zwei Jahren der Fall war. Dazu muss man gar nicht die Strafprozessordnung erneuern, dazu muss man einfach nur in die Datenbank gucken. Sie war einmal Opfer, dann bleibt sie es auch. Und wie das in der deutschen Justiz behandelt wird, darüber müssen wir doch nun echt nicht mehr reden.
Also ich finde die SPD ja immer noch gut. Sie erlaubt uns mit antidemokratischen Mitteln die Demokratie zu beseitigen – das ist besser als beim letzten Mal, da mussten wir es noch legal bis zum Reichstagsbrand schaffen. Jetzt kommt diese total rückgratlose Schlampe angekrochen und bittet uns, dass wir ihr beim Kotzen aufs Grundgesetz die Haare halten – wenn den Sozen die Verfassung schon derart egal ist, warum sollten wir uns denn dann noch darum scheren? – das ist wirklich der Freibrief für uns, unter Ausnutzung der Mittel, die uns die Regierungskoalition bietet, dem ganzen Land eine reinzuhauen. Diese Linksterroristen, die ständig über die Grenze fahren müssen, versorgt die Schengen-Hysterikerin an der CDU-Spitze – die wechseln sich mit hysterischem Materialismus ab, wenn Sie mich fragen –der Rest sind polizeiliche Anzeigen, die immer dann versehentlich geändert werden, wenn eine andere Dienststelle Einblick zu nehmen droht. Falls es den Staatsanwalt dann noch interessiert, warum sich Aische mit drei bis vier aufgesetzten Genickschüssen das Leben genommen hat.

Dass uns der Vorwurf gewacht wird, beim geringsten Anlass alles zu speichern, was auch nur irgendwie mit einer Person in Verbindung gebracht werden könnte, ganz egal, mit welcher, das ist jetzt schon ein bisschen undifferenziert. Das müssen Sie schon verstehen. Daher arbeiten wir jetzt auch ohne einen Anlass, also aus eigenem Ermittlungsinteresse und mit einem gewissen Erfolgsrisiko. Sie wissen ja sicher, wie wir das meinen. Ach, wissen Sie was? Nächste Woche kommt hier die Anfrage der AfD, weil wir eine Statistik zur Religionszugehörigkeit in die Datenbank aufgenommen haben. Da freuen sich doch die Juden, wenn’s beim nächsten Mal schnell geht.“





Anscheinterrorismus

18 03 2019

„Sehe Sie den da?“ „Den mit der roten Jacke?“ „Nein, den mit dem Rucksack.“ „Ja, der wartet wohl gerade auf seinen Bus.“ „Das glauben aber auch nur Sie.“ „Worauf soll er denn sonst warten?“ „Auf die beiden anderen.“ „Auf welche beiden anderen?“ „Na, Komplizen halt. Das könnte doch ein Terrorist sein.“

„Woraus schließen Sie das, dass es sich um einen Terroristen handeln könnte.“ „Man kann nie wachsam genug sein.“ „Das hat keiner bestritten.“ „Sehen Sie, dann geben Sie mir doch recht.“ „Dass man wachsam sein sollte, rechtfertigt aber noch lange nicht, jemanden als Terroristen zu betrachten, der einfach nur auf seinen Bus wartet.“ „Wissen Sie das ganz genau?“ „Dass es kein Terrorist ist?“ „Dass der auf seinen Bus wartet. Wir haben dafür überhaupt keinen Beweis.“ „Wir haben auch keinen Beweis dafür, dass er Terrorist sein könnte.“ „Das muss man im Zuge präventiver Abwehrfahndung immer voraussetzen können, wenn gewissen Anhaltspunkte vorliegen.“ „Für den hier liegt unter anderem der Anhaltspunkt vor, dass er an einer Bushaltestelle steht und auf die öffentliche Uhr schaut.“ „Offensichtlich kommen seine Komplizen zu spät.“ „Sie wissen noch nicht einmal, dass es ein Terrorist ist, und schon reden Sie von Komplizen?“ „Das ist eine mögliche Theorie, es gibt ja immer mehrere.“ „Endlich sehen Sie ein, dass Sie auf dem Holzweg sind.“ „Es könnte sich nämlich auch um einen Einzeltäter handeln, der bloß den Anschein erweckt, auf die Komplizen zu warten. In Wahrheit zieht er das Ding gleich alleine durch.“ „Welches Ding denn? Das ist nur ein ganz normaler Mann, der an der Bushaltestelle steht.“ „Ja, aber doch nur dem Anschein nach. Darin liegt doch gerade die Gefahr, dass wir Terroristen zu spät erkennen, weil wir sie nicht einem bestimmten Typus zuordnen können und dann keine Maßnahmen ergreifen.“

„Wie wollen Sie denn einen normalen Passanten einem terroristischen Spektrum zuordnen, wenn Sie aus den Aufnahmen dieser Überwachungskamera überhaupt keine Rückschlüsse ziehen können?“ „Jetzt hat er sich bewegt!“ „Das sehe ich auch.“ „Das kann man natürlich auch schon als aggressive Handlung deuten, weil er gleich unmittelbar losschlagen wird. Vermutlich ein Linksterrorist, der Autos anzündet.“ „Wie kommen Sie denn jetzt darauf?“ „Weil alle, die ein Auto anzünden, eben links sind.“ „Ich meine, wie kommen Sie darauf, dass es eine aggressive Handlung ist, wenn man von einem Fuß auf den anderen tritt? Dem ist nur kalt, weil er am frühen Morgen an der Haltestelle steht und auf den Bus wartet.“ „Außerdem dreht der sich bewusst von der Kamera weg, so dass wir ihn mit der Gesichtserkennung nicht erfassen können.“ „Das ist eine Bushaltestelle, man steht immer mit dem Gesicht zur Straße, wenn man auf den Bus wartet.“ „Ja, aber das ist wieder nur eine Erklärung. Es kann eben auch sein, dass es ein Linksextremist ist, der nicht will, dass wir ihn erkennen.“ „Und wenn es ein Rechtsextremist ist?“ „Der würde sich nicht wegdrehen. Der weiß, dass wir ihn schon kennen.“ „Und jeder, den Sie nicht kennen, ist ein Linksterrorist?“ „Zumindest könnte es hier den Anschein haben, oder wir können es zumindest nicht ausschließen. Deshalb auch die Überlegungen, wie wir am besten seine Radikalisierung stoppen.“

„Eben war das für Sie schon ein Terrorist, jetzt wollen Sie seine Radikalisierung verhindern?“ „So könnte aus so einem Terroristen vielleicht noch ein psychisch verwirrter Einzeltäter werden. Die lassen sich nicht aufhalten, aber dann können wir in den Medien wenigstens sagen, dass wir ihn nicht haben aufhalten können, weil es ein psychisch verwirrter Einzeltäter gewesen ist.“ „Und wie radikalisiert der sich gerade?“ „Der bewegt sich, sehen Sie doch.“ „Das ist noch keine Radikalisierung.“ „Wenn einer derart harmlos wirkt, dann müssen wir doch davon ausgehen, dass der Dreck am Stecken hat.“ „Also doch ein Neonazi?“ „Jetzt erzählen Sie doch keinen Unsinn, dafür gibt es keinen stichhaltigen Beweis.“

„Und was machen wir jetzt?“ „Verhaften. Es wäre immerhin möglich, dass er sich zu einem Gefährder entwickelt.“ „Weil Sie ihm eine Straftat nachweisen?“ „Wir können sie ihm zutrauen, das reicht im Vorfeld der Anscheinsgefahr völlig aus.“ „Eventuell Bankraub?“ „Sie meinen, weil es sich um einen Linksterroristen handelt, der seine Bande durch Bankraub finanziert?“ „Wie die Marxisten vom NSU.“ „Eben, aber woher wollen Sie wissen, dass der ein Bankräuber ist?“ „Sie haben doch gerade gesagt, der ist viel zu harmlos.“ „Ist er ja auch.“ „Der trägt ja nicht mal eine Strumpfmaske.“ „So gesehen haben Sie natürlich recht.“ „Er könnte die aber auch unmittelbar vor der Bank aufziehen.“ „Das wäre vielleicht möglich.“ „Und jetzt überlegt er, welche Bank er ausrauben soll, weil die nächste mindestens einen Kilometer weit entfernt ist.“ „Ja, das stimmt.“ „Und Fluchtfahrzeug hat er auch keins. Oder sehen Sie etwa eins?“ „Nicht, dass ich wüsste.“ „Er könnte natürlich auch öffentliche Verkehrsmittel benutzen, aber dafür fehlt uns der Beweis.“ „Aber er steht gerade an einer Haltestelle, das ist höchst verdächtig!“ „Und er hat keine Strumpfmaske auf, dann kann es nur ein Räuber sein.“ „Moment mal, der raubt eine Bank aus? Ganz alleine an einem Werktag um die Uhrzeit? Ohne ein Fluchtfahrzeug?“ „Deshalb ist er ja so nervös.“ „Weil er auf das Fluchtfahrzeug wartet?“ „Nein, auf die Komplizen. Die kommen zu spät.“ „Wieso kommen denn die Komplizen zu spät?“ „Die haben den Bus genommen.“





Gernulf Olzheimer kommentiert (CDLV): Die Rückkehr des Autoritären

15 03 2019
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Für Uga war die Sache einfach. Er befahl, der Rest folgte, weil er zu folgen hatte; das war das Gesetz, oder zumindest natürliches Recht, bevor es Gesetze gab. Das bedeutete das größte Stück Fleisch (für Uga), uneingeschränkte Zuneigung seitens der Frauen (für Uga) und das Recht auf eine bevorzugte Behandlung bei der Aufteilung von Beutegut (für Uga). Die anderen Mitglieder der Sippe dagegen profitierten davon, dass sie einen Führer nicht zeitraubender Einzelkritik unterziehen mussten, sondern seine Entscheidungen als gut und nützlich akzeptieren konnten. Hätte sein Schwager nicht bei der Verteilung der von ihm erbeuteten Säbelzahnziege dem Gebieter eins auf die Lichter gekloppt, die Sache wäre gut gelaufen (für Uga). So aber einigte sich die Höhlengemeinschaft auf die Etablierung der Herrschaft eines großen Egos, was auch Vorteile mit sich brachte. Sie konnten alle ein bisschen lockerer mit der Evolution umgehen, denn für dieses Gesellschaftsmodell braucht es bis heute nicht viel Rechenleistung zwischen den Ohren. Die turnusmäßige Rückkehrt des Autoritären profitiert jedes Mal wieder davon.

Denn sie fußt exakt darauf, dass ein sehr lautes Männchen die Population gut vorhersehbar in die Scheiße reitet. Für Jahrzehnte haben sich diverse Formen von Zivilisation und Demokratie gehalten, möglicherweise sind sie so weit Folklore geworden, dass ihr Wegbröseln selbst als ein Zeichen von Modernisierung gedeutet wird, jedenfalls als der Aufbruch und das große Abenteuer Zukunft, die sich nicht mehr in erstarrten Formen von sozialer Praxis ergehen will. Die Geschichtsallergiker haben den Frieden so weit verinnerlicht, dass sich die herrschende Kaste langsam etwas anderes ausdenken muss, um noch sinnvoll unterdrücken zu können, was sich an selbst organisierten Prozessen im Kollektiv abspielt. Zwei Dinge helfen ihnen beim Herrschen, die mangelnde Reflexionsfähigkeit der Masse und ihr Bedürfnis nach Schwäche.

Hat der Grad der Komplettverdeppung eines ganzen Volkes pathologische Formen angenommen und ist der Opportunismus in der bräsigen Bande zu Hochform gediehen, so haben die Kriegsverkäufer Konjunktur und können ihrem Gefolge jedes Gepopel als eherne Wahrheit vorkauen, es wird schon geschluckt. Gerne setzt das dem erkennbar offenporigen Intelligenzprekariat Botschaften von an den Zähnen schmerzender Beklopptheit vor, dümmliche Erklärversuche aus hastig in die Luft geschwiemeltem Dünnsinn, gerne in Gestalt von gruppenbezogenen Gewaltfantasien, was zugleich die Identität stärkt durch Ausgrenzung, die als brutale Selbstermächtigung begriffen wird, denn sie ergibt sich aus wirr geronnenen Denkmustern: wer etwas besitzt, wird auch immer Neider haben, und wer Neider identifiziert hat, muss sie möglichst präventiv unschädlich machen. So lassen sich je nach Interessenlage Völkerscharen gegeneinander aufhetzen, wenn es zur Mobilisierung der geistigen Nichtschwimmerschaft dient. Dass überhaupt eine Selbstermächtigung notwendig ist, muss zwar dem Brüllmüll durch explizite Machtlosigkeit erst beigebracht werden, doch ist sein Bedürfnis nach Schwäche die wichtigste und ideale Voraussetzung dafür, von einer Clique kreischender Suppenkasper vorgeführt zu werden.

Die Geschichte wiederholt sich nicht als Farce, sie sieht erst im Rückblick aus wie eine gründlich versaubeutelte Neuinszenierung beschissener Vorlagen von Sekundenschlaf am Abgrund. Immer und immer wieder tapert die sogenannte Nation in denselben Dreckhaufen, fühlt sich wohl in der stinkenden Wärme, die ihnen noch als Stallgeruch angepriesen wird, und feiert sich selbst für seine Heldentaten: sie sind irgendwo geboren, wo sie aus Zufall immer noch leben, weil die geologischen Verhältnisse ihnen noch nicht den Garaus gemacht haben. Im Laufe der Jahrtausende ist das keine nennenswerte Leistung, im Takt messbarer Historie nicht einmal ein Achtungserfolg. Aber wer schwach ist, lebt von dünner Kost; nicht in Dingenskirchen zu wohnen, das scheint manchen von ihnen schon als geradezu göttliches Privileg. Redet man ihnen jetzt noch ein, dass der charismatische Alte an der Spitze dieser verkoksten Rotte ihnen das verschafft hat, sie rennen dem unsortierten Wortdurchfall der Schnackbratzen blindlings nach. Gerne beugt das sein restliches Rückgrat, lauscht Drohung und Versprechen, denn der emotional flexible Anhang dieser Blödföhne weiß, man gehört lieber zu den Siegern, sonst wird man von der Geschichte und ihren Akteuren zum Verlierer gemacht.

Es wäre leicht, das Autoritäre, den Führerstaat, die absolute Monarchie der Darmleuchter und ihren Hass auf das Aufgeklärte als Kompensation von Ängsten zu deuten. Es lebt aus dem Paradox, die eigene Schwäche mit noch mehr Machtlosigkeit zu verrechnen, damit wenigstens einer Verantwortung tragen kann. Wohin er sie trägt, wo er sie reinwirft und was dabei rauskommt – das wollen wir nicht mehr wissen, denn das ist Zukunft und damit böse. Suhlen wir uns in der Vergangenheit, in ihr liegt, scheint’s, Heil. Auch wenn es meistens gerade andersherum kam. Und nicht als Farce.





Lebensmüde

13 03 2019

„… kein genaues Krankheitsbild habe. Zwar seien die vielen Einzelfälle von Rechtsterrorismus durch eine gemeinsame Auffälligkeit gekennzeichnet, es gebe aber keine Grundlage, sie auch in die Psychiatrie zu…“

„… als moralisch minderwertig. Dies sei zwar aus volkstümlicher Sicht hinreichend klar definiert, könne aber einer rechtsmedizinischen Diagnose keine endgültige…“

„… sich das Innenministerium dafür ausspreche, Terrorverdacht vermehr als psychische Störung zu behandeln. Seehofer spreche sich für dies Vorgehen aus, um keine politischen Konsequenzen aus dem…“

„… nur linksextremistische Terroristen unter Verdacht einer psychischen Erkrankung festgehalten würden. Der Glaube, Jesus habe die vielen Mittelklassewagen in Hamburg geparkt, um sie durch den Marxismus zu vernichten, sei eine anerkannte theologische…“

„… wolle man zu einem klaren Konsens kommen. Da das Bundesinnenministerium Terror als Erscheinungsform einer psychiatrischen Erkrankung ansehe, müsse andersherum auch jede psychiatrische Erkrankung als potenzielle Gefahr für die Gesellschaft eingestuft werden. Das bayerische Polizeiaufgabengesetz biete hier einen hervorragenden…“

„… dass Beamten besser vor depressiv Erkrankten geschützt werden müssen, die sich bei einer Geiselnahme in die Luft sprengen könnten. Die Aufklärungskampagne Lebensmüde wollen uns alle töten leiste einen wichtigen Beitrag bei der Früherkennung von…“

„… dass Rechtsextremismus immer eine unbewusste Entscheidung sei, die durch familiäre oder gesellschaftliche Einflüsse im Laufe vieler Jahrzehnte entstehe, könne eine Abwehr dieser Motivation so gut wie unmöglich machen. Der Verfassungsschutz dürfe dies nur als eine…“

„… auf der anderen Seite zahlreiche Formen von Persönlichkeitsstörungen ein erfolgreiches Leben in Politik und Industrie erlauben würden, was nicht gerade als kriminelles…“

„… dass vermehrt Ausländer in rassistische Auseinandersetzungen verwickelt seien. Dies sei leicht dadurch zu erklären, dass sich fremdländische Migranten durch die in der Leitkultur verankerte Ausgrenzung volksfremder Elemente gestört fühlen und dies durch vermehrt aggressives…“

„… sich eine Radikalisierung im Internet auch auf die seelische Gesundheit auswirken könne. Daher müsse die Bundesregierung dafür Sorge tragen, dass das Internet als Auslöser zahlreicher sozial unerwünschter Verhaltensweisen wieder in seine ursprüngliche…“

„… die Rolle von Computerspielen für die frühkindliche Entwicklung erforscht werden müsse. So sei es noch nicht hinreichend geklärt, ob eine starke Beschäftigung damit zu Psychosen oder einer islamistischen…“

„… es sich um emotional abhängige oder autoritäre Persönlichkeiten handele. Der Verdacht, die Hinwendung zum Priesterberuf oder die Zugehörigkeit zu rechtsextremen Kreisen fördere eine Neigung zum Terrorismus, sei jedoch durch die Korrelation solcher Auffälligkeiten keineswegs…“

„… dass vermehrt Inländer in rassistische Auseinandersetzungen verwickelt seien. Die Arbeitnehmer betrachteten dies als eine natürliche Abwehrreaktion der völkischen Kräfte gegen die Überschwemmung mit ausländischen…“

„… dürfe die Rolle von Alkohol als Droge nicht gesellschaftlich oder medizinisch überschätzt werden. Es gebe keinen Beweis dafür, dass sich der vermehrte Konsum von Alkoholika auf die Gewaltbereitschaft von Terroristen auswirke, da diese meist durch andere Einstiegsdrogen wie…“

„… als wissenschaftliche Einzelmeinung gelte. Zwar gebe es Impfkritiker, die Autismus als Folge einer Immunisierung betrachteten, die Entstehung einer bipolaren Störung sei jedoch nicht durch…“

„… zu Kurzschlusshandlungen neigen würden. Dies könne man vor allem im linksextremistischen Bereich feststellen, da die Täter in diesem Milieu nicht über gesellschaftliche Anerkennung verfügten und vor diesen Hintergrund psychische Auffälligkeiten entwickelten, die sich im…“

„… im Gegensatz zu nichtislamistischen Tätern überhaupt keinen Alkohol zu sich nehmen würden. Dies sei ein klarer Beweis für die gesellschaftliche Unschädlichkeit von…“

„… löse schon die Beschäftigung mit Politik bei vielen Bürgern psychische Erkrankungen aus. Die von den Innenministerien koordinierte Maßnahme zur Früherkennung richte sich vor allem gegen linke Sammlungsbewegungen, die durch den Kontakt zu anderen Erkrankten eine bewusste Infektion mit…“

„… die regierenden Sicherheitsbehörden auch an die Hintermänner gelangen, die ausländische Depressive in die Bundesrepublik einschleusen würden, um den Terror gegen das deutsche Staatsvolk endgültig zu…“





In dienstlicher Hinsicht

28 02 2019

„Und irgendwas mit dem Klassenfeind? Hat man Ihnen vielleicht irgendwann mal versprochen, dass Sie den Klassenfeind ins Arbeitslager stecken dürfen? oder dass das Brudervolk der Sowjets uns befreit und dann jeden, der mal CDU gewählt hat, an die Wand stellt? Na, hätte ja sein können.

Jedenfalls machen wir uns große Sorgen, dass Sie als mündiger Staatsbürger, der sich seine politische Meinung alleine bilden kann, von diesen sozialistischen Dreckschweinen unterwandert wird. Da ist es schließlich unsere Pflicht als deutsche Demokraten, dass wir da nicht tatenlos zusehen. Der Feind steht links, das sehen wir nach so langer Zeit immer deutlicher, und da sich die Gesellschaft ohnehin radikalisiert, wird es nicht mehr lange dauern, bis man in Sippenhaft nach Sibirien verschleppt wird, weil man einen Urgroßvater hatte, der einen Hochschulabschluss gemacht hat, statt im Lumpenproletariat an Krätze zu verrecken, wie man das als linientreuer Bolschewist nun mal tut.

Kann es sein, dass Sie sich irgendwann, und sei es auch nur unbewusst, mal sehr systemkritisch in der Öffentlichkeit geäußert haben? Fanden Sie das Grundgesetz immer schon lästig? Hatten Sie die Vorstellung, dass jeder Leninist ganz nach Belieben in die sauer ererbten Villen unserer Leistungsträger einbrechen und die Besitzer einfach abzuschlachten und an ihre Kühlschränke zu gehen, weil Sie sich einbilden, dass diese unsere Mitmenschen den ganzen Tag lang nichts anderes zu sich nehmen als Kaviar, Hummer und Champagner für tausend Euro die Flasche? Oder sind Sie vielleicht auf so eine Bürgerinitiative hereingefallen, die Sie dazu bringt, öffentlich für die Einhaltung von Gesetzen in Bezug auf diesen Umweltschutz zu demonstrieren? Kann ja sein, dass Sie denen sogar Geld gespendet haben, dann ist es auch nicht auszuschließen, dass Sie damit Leute finanzieren, die den gewaltsamen Tod sämtlicher Polizisten in der Republik billigend in Kauf nehmen. Dass wir das als Anfangsverdacht einer sehr schweren staatsgefährdenden Straftat ansehen, möchte ich Ihnen an dieser Stelle durchaus nicht verschweigen. Ich denke Sie wissen, warum.

Hat man Ihnen vielleicht versprochen, dass Sie ab sofort kostenlose Apfelsinen bekommen? Oder die Völkerfreundschaft und eine Reise nach Kuba, um die Helden der Revolution persönlich zu treffen und von ihren Taten zu hören, wie sie in den Mord an Kennedy verwickelt waren? Natürlich dürfen Sie das nicht glauben, das ist alles gelogen. Es gab gar keine Apfelsinen, es sei denn, Sie waren in Wandlitz. Mit solchen Schwindeleien haben die Russen das Volk doch über Jahrzehnte bei Laune gehalten, und wenn Sie sich mal dieses furchtbare Fernsehprogramm ansehen, das die damals hatten, das ist doch kein Wunder, dass die alle depressiv wurden und versucht haben, sich an der Grenze im Stacheldraht erschießen zu lassen, damit sie diese Hetzpropaganda nicht mehr länger ertragen müssen. Das haben wir alles mit erdulden müssen, wir im Westen, die vielen Mauertoten, die für Volk und Führer, ich meine Vaterland, Vaterland meine ich, in den sicheren Tod geflohen sind, weil es drüben keine Nylonstrumpfhosen gab.

Allein in Nordrhein-Westfalen werden jedes Jahr mindestens ein Dutzend linksextremistischer Straftaten verübt, und da ist alles dabei, vom schweren Ladendiebstahl, wo die Täter natürlich jede politische Gesinnung abstreiten und behaupten, sie hätten Hunger gehabt, bis zur heimtückischen Attacke auf Strommasten. Oder Straßenlaternen halt, oder wo man so linksextremistische Aufkleber noch anbringen kann. Wir stehen politisch längst am Abgrund, das ist Ihnen ja wohl klar, dass wir da auch keine Gnade mehr walten lassen dürfen, wenn wir nicht noch mehr schwere und schwerste Taten provozieren wollen. Diese stalinistischen Schweine, die tanzen uns ja mittlerweile auf der Nase herum.

Natürlich können wir das sehr gut trennen. Ich persönlich halte Sie für eine linke Sau, und es würde mich nicht im Geringsten stören, wenn Sie von der Polizei zusammengetreten werden. Aber in dienstlicher Hinsicht bin ich unserem Programm verpflichtet und möchte Sie zum Ausstieg aus der linksradikalen Szene überreden. Sie müssen doch einsehen, dass das ein Irrweg ist, und Sie werden doch schon aus der deutschen Geschichte gelernt haben, dass wir so viele Opfer zu beklagen haben wegen linksextremistischer Umtriebe. Der Kieler Matrosenaufstand, Spartakus, die Attentate auf den Führer, der Volksaufstand 1953, das nimmt ja kein Ende! Und im weiteren Sinne müssen Sie natürlich alles, was sich gegen die Werte des christlichen Abendlandes richtet, als links motiviert ansehen. Diese ganzen Mohammedanerschweine sind ja wohl kaum zufällig nach Deutschland gekommen, als Mutti die Grenzen abgeschafft hat.

Also wenn Sie jetzt nicht gestehen wollen, dann kann ich Ihnen leider nicht helfen. Dann kann ich Ihnen zwar nichts beweisen, aber dank der neuen Polizeigesetze kann ich Sie so lange wegsperren, bis sich keine Sau mehr an Sie erinnert. Schöne Scheiße, was? Also ich würde an Ihrer Stelle jetzt lieber ein Geständnis ablegen. Machen Sie reinen Tisch, dann werden Sie zwar trotzdem bestraft, und ich kann mir keinen Richter vorstellen, der bei einem so verkommenen Subjekt wie Ihnen Gnade vor Recht ergehen ließe, aber Sie verbringen Ihre letzten Lebensjahre vielleicht ein bisschen geläutert und getröstet im Lager. Na, jetzt machen Sie halt schon! Sie sind doch so eine linke Scheißzecke, oder? Was sind Sie? in der SPD!?

Meine Güte, sagen Sie das doch gleich!“