Sozialpädagogische Maßnahme

19 02 2020

„Also einmal aufs Maul? Ich frage Sie das fairerweise vorher, dann können Sie nachsehen, ob Sie noch genug Bargeld dabei haben oder per Scheck zahlen wollen. Karte nehmen wir nicht, da bleibt Ihnen nur Ersatzhaft, aber die kostet halt auch noch mal extra. Ist nicht meine Entscheidung.

Die Gebührenordnung der Bundespolizei ist klar aufgegliedert, wir haben eine eindeutige Struktur, die Preise stehen fest. Eine Identitätsfeststellung kostet 53,75 Euro, die Anordnung zur Gewahrsamnahme 74,15 Euro, fünfzehn Minuten Fahrt auf die Wache jeweils 15,69 Euro, erkennungsdienstliche Behandlung mit Fotos und Fingerabdrücken 59,50 Euro, und für jede Viertelstunde in Gewahrsam nochmals 6,51 Euro. Im Vergleich zu anderen Epochen ist das eine sehr beachtenswerte Steigerung in Bezug auf die Transparenz. Da kriegten Sie den Kadaver, Rübe extra, und eine Rechnung über 2000 Reichsmark von der Gestapo. Mit etwas Glück gewährt Ihnen die Bundespolizei sogar Ratenzahlung, wenn Sie nicht als politisch unzuverlässig gelten. Oder Sie kriegen Punkte bei Payback.

Streiten kann man sich über vieles, wenn ich beim Zahnarzt sitze, frage ich mich auch manchmal, warum der den sechsfachen Satz für die Füllung abrechnet – hier stellen Sie fest, dass die Fahrt zur Wache einmal um die Ecke ging und trotzdem 48 Stunden berechnet wurden. Das ist so eine relativitätstheoretische Sache, da müssen Sie mich nicht fragen. Falls Sie nicht noch zusätzlich Ärger kriegen wollen. Aber sehen Sie’s so, beim Zahnarzt zahle ich auch nicht, die Rechnung geht an die Volksgemeinschaft. Hier dürfen Sie Ihre Polizei direkt mit Ihrem Vermögen unterstützen. Das ist doch auch schon etwas.

Außerdem ist das ein klares Signal für die Demokratie und den Rechtsstaat: bisher hatte man als Bürger in dieser linksversifften Kanzlerdiktatur immer den Eindruck, dass die Umverteilung nicht funktioniert, und hier sehen Sie, dass Einnahmen eindeutig der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt werden. In anderen Polizeistaaten ist das vielleicht noch nicht der Fall, aber in Deutschland sind wir immer ein bisschen weiter. Mag sein, dass wir mehr aus unserer Geschichte gelernt haben als andere.

Jetzt kommen Sie mir nicht damit, dass die Allgemeinheit dafür zahlen sollte, weil wir schon von Ihren Steuern hier herumkurven. Niemand muss ständig Grundrechte in Anspruch nehmen, es geht auch mal ohne. Nennen Sie es meinetwegen eine sozialpädagogische Maßnahme. Aber noch ist es hier nicht so schlimm wie in den USA, wo die öffentlichen Haushalte durch die Knäste finanziert werden. Das passiert Ihnen hier nicht, solange die Justiz immer noch derart unzuverlässig ist.

Klar, es ist auch eine Frage, ob Sie sich das leisten wollen. Das ist wie mit den Sanktionen für Arbeitslose im Leistungsbezug, wenn da die Quote noch nicht erfüllt ist, preisen Sie das am besten mit ein, damit Sie keine bösen Überraschungen erleben. Identitätsfeststellung werden Sie vermutlich gar nicht zu befürchten haben, Sie sehen ja nicht aus wie ein afrikanischer Zuwanderer. Das kommt bei denen immer gut, wenn Sie einen erwischen, der es nicht passend hat, dann nehmen Sie den mit auf die Wache, sechsfacher Satz. Wie Zahnarzt, dauert nur ein bisschen länger. Wenn Sie öfters mal betrunken sind, kann es auch teuer werden. Hauptsache, Sie werden nicht obdachlos. Um die machen wir immer einen großen Bogen. Drei Stunden Fahrt auf die Wache sind schnell erledigt, aber wer zahlt einem das?

Für Dauerdemonstranten können wir vorab auch kostenlose Fingerabdruckpässe anfertigen, dann sparen Sie Zeit und Geld. Kommt nur darauf an, ob Sie auf der richtigen Seite der Demo stehen. Hier den Staat gegen aufrechte Widerstandskämpfer in Misskredit bringen und sich einfach mit einem offiziellen Dokument aus der Affäre ziehen geht gar nicht. Das ist ja fast so, als würden Sie mit einem Presseausweis gegen Misshandlung protestieren. Das ist hier ein Rechtsstaat, also haben auch alle dieselben Chancen. Oder eben auch nicht. Die Mittelschicht kann sich diese Preise meistens auch leisten, aber wenn Sie so einen Fußballhooligan haben, meinen Sie nicht, dass da der Strafcharakter der Zahlung erst richtig durchgreift? Deshalb ist es ja unter rechtsstaatlichen Gesichtspunkten auch der absolute Wahnsinn, auf Autobahnen ein Tempolimit einzuführen. Tempolimit, das müssen Sie dann mit Strafen bewehren, sonst hält sich keiner daran, und wer soll das denn dann eintreiben? Wir etwa!?

Nein, die Verlagerung der Strafzahlung in den vorjuristischen Raum ist schon ganz in Ordnung. Es wird zu viel Gebrauch von der Justiz gemacht, und das ist nicht nur eine Ressourcenverschwendung, das schafft verwaltungsrechtlich immer auch diese vollkommen unnötige Widerspruchsmöglichkeit, die uns den ganzen Prozess ausbremst. Wenn wir immer unserer Kohle hinterherrennen müssen, dann dauert es ja ewig, bis wir Wasserwerfer beschaffen können, geschweige denn finanziell nachhaltig nutzen. So müssen Sie das sehen. Und dann sind die Wirtschaftsgipfel als staatstragendes Event in Deutschland nicht mehr denkbar.

Also Sie haben nur noch einen Hunderter, und ich kann nicht wechseln. Dann mache ich Ihnen ein Angebot: ich hau Ihnen richtig eine rein, zwanzig Prozent Rabatt, und der Rest stimmt so. Deal?“





Anonyme Alkoholiker

18 02 2020

„… sei die Klarnamenspflicht in allen Bereichen des öffentlichen Lebens, d.h. innerhalb sowie außerhalb der eigenen Wohnung, eine schnellstens gesetzlich zu verankernde…“

„… mit sogenannten Ego-Shootern anfangen wolle, bei denen Jugendliche im Alter von vier Jahren zu linksterroristischen Straftaten wie Raubmord, Brandstiftung und Schwarzfahren ermutigt würden. Seehofer wolle die verpflichtende Eingabe der Steuer-ID in sämtliche…“

„… aber vorerst nur in Online-Netzwerken angewandt werden solle. Die Bedienung von Computern außerhalb der eigenen Wohnung dürfe nur dann erfolgen, wenn eine Person davon in Kenntnis gesetzt werde, was nach Meinung des Bundesrates auch einmal pro Quartal ausreiche, wenn das Schreiben durch eine authentifizierte…“

„… nicht auf Zeitfahrausweise beschränkt bleiben dürfe. Auch Einzelfahrten dürfe man in Zukunft nur nach Bestätigung der Identität kaufen, um Straftaten, die während der Benutzung von Bus und Bahn verübt würden, sofort durch die jeweils zur Verfügung stehenden Zeugen schnell und…“

„… für Werbezwecke genutzt werden dürfe. Der Bundesinnenminister sehe hier jedoch wenig Chancen, die Bedürfnisse der deutschen Wirtschaft zu befriedigen, da eine Erhebung der Daten im Regelfall nur über den Umweg der Vermeidung von Hassverbrechen erfolgen könne, was jedoch nicht einfach durch Ablehnung von Milchprodukten oder vegan hergestellten…“

„… stelle sich Scheuer aber noch quer, dass der eigene Pkw künftig ausschließlich mit einem Zugangschip gelenkt werden dürfe. Zum Ausgleich habe das Bundesjustizministerium die Freiheit der deutschen Autofahrer, mit einer beliebig hohen Blutalkoholkonzentration am Straßenverkehr teilzunehmen, als wichtiges Grundrecht des…“

„… für zukünftige Wahlverfahren benutzt werden könne, wenn die Wähler sich mit einem elektronischen Dokument am Computer ausweisen müssten. Man könne so bei unklaren Mehrheiten gezielt die Wähler einer Partei kontaktieren, um sie zu einer Korrektur ihres bisherigen…“

„… auch Offline-Spiele verbesserte Sicherheit benötigten. So sei auch im Kegelsport nicht mehr auszuschließen, dass sich antifaschistische Ideen ausbreiten könnten, die nur durch Ausweise und elektronische Sicherung von Wurfergebnissen, die man dann bei der Anmeldung von Demonstrationen direkt mit der polizeilich erfassten…“

„… aber wenigstens in Bayern und Sachsen ausgenommen werden müssten. Die namentliche Erfassung der Anonymen Alkoholiker stelle in den anderen Bundesländern hingegen keine Verletzung des gesetzlichen…“

„… vor dem Betreten von Ladengeschäften ein persönliches Einchecken erfordere, um die Kunden präventiv von dem Ladendiebstahl durch andere Personen schützen zu können. Das Ziel sei es, so Seehofer, die Kaufkraft der Bundesbürger nicht durch die kriminelle Energie von Arbeitslosen und anderen sozial schwachen potenziellen Verbrechern unnötig zu…“

„… sensible Daten auch besonders geschützt werden müssten, wenn etwa Strafanzeige gegen Rechtsradikale erstattet werde. Die Herausgabe von Anschrift und Telefonnummern an alle Beamten der Polizeibehörde sei begrüßenswert, da sich so möglichst viele vorsorglich um den Schutz der…“

„… bedürfe es erhebliche krimineller Energie, um auf einer in Deutschland abrufbaren Internetseite unter einem gefälschten Namen zu posten. Derartige Straftaten, so der Bundesminister für Digitale Infrastruktur, würden auf der ganzen Welt nur zwei bis drei Experten, die mit erheblichem Fachwissen auf dem Gebiet der…“

„… könnten auch soziale Medien nur noch von Erwachsenen genutzt werden. Seehofer setze seine Hoffnung darin, dass durch die generelle Pflicht zur Nennung des Klarnamens für potenzielle Opfer aus gesellschaftlichen Minderheitengruppen auch die Bedrohung durch Intensivtäter, die bisher unter ihrem Klarnamen Straftaten angekündigt sowie zum Teil dann auch…“

„… ebenso für Bäckereien anwendbar sein müssten. Lindner wolle die Chipkarten mit den Datenbanken des BAMF verknüpfen, um künftig schnell herausfinden zu können, ob sich volksfremd aussehende Elemente durch vorsätzliche Geburt in Elternhäuser von deutscher Staatsangehörigkeit Rasseprivilegien erschlichen hätten, die ihnen laut Abstammungsnachweis überhaupt nicht…“

„… die beispielsweise bei Beleidigung und Androhung von Gewalt vereinfacht würden, da nun die Polizei direkt entscheide, gegen welche der beteiligten Personen ermittelt werde, ohne dass es eine eigene Ermittlung in den…“

„… nehme die Klarnamenspflicht auch die Angst davor, dass Namen, Anschriften oder andere Aufenthaltsorte, die mit einem Profil verknüpft seien, im Internet veröffentlicht würden. Wenn die Daten von vornherein transparent und für alle zu benutzen seien, könne sich eine Chancengleichheit etablieren, die wesentlich zur Veränderung des…“

„… noch nicht über ausreichende technische Mittel verfüge, um eine digitale Lösung möglich zu machen. Scheuer habe darum den Gesetzesentwurf, nachdem Personen in Deutschland unter Strafe nicht mehr ohne ihr Namensschild angetroffen werden dürften, vor dem Bundesrat und den…“





Gefährderansprache

10 02 2020

„Die Sache ist ja die: wir reden immerzu nur mit den Leuten, aber mit dem Volk? Das ist für Sie jetzt vielleicht dasselbe, aber das zeigt auch, dass Ihr Verständnis für die Befindlichkeiten hier im Osten einfach nicht ausreicht.

Wir zählen jetzt 12.700 gewaltbereite Personen, die zwar völkische Interessen vertreten, aber einem Gesetzesverstoß gegenüber leider nicht abgeneigt sind, und die müssen wir irgendwie in den Griff kriegen. Da haben wir mal alle rausgerechnet, die auch in anderen Dateien geführt werden, Zuhälter, Drogenhändler, AfD, teilweise gibt es da ja auch Überschneidungen, und dann bleiben uns noch 50 Rechtsextremisten, mit denen wir in den Dialog treten müssen. Das ist erstmal eine ganz gute Zahl, weil wir 50 natürlich viel besser in den Griff kriegen als 12.700. Stellen Sie sich mal vor, da würden zehntausend Nazis vor der Tür stehen, das wäre ja nicht machbar. So viel Kaffee und Gebäck haben wir gar nicht im Haus.

Wir setzen auf den Dialog, und das heißt für uns, wir sind immer gesprächsbereit. Klar, man muss auch auf das Volk zugehen, aber für viele ist es sehr schwierig, wenn man sich als bekennender Nationalsozialist öffnen soll. Das ist nie einfach, man weiß ja nicht, wie die anderen reagieren. Zu Teil schlägt denen sogar komplettes Unverständnis entgegen, die können sich überhaupt nicht mehr vorstellen, wie man in einem derart geschlossenen Wertekanon heute leben kann. Da geht viel Entschlossenheit verloren, viel Mut. Darum warten wir lieber ab, bis diese völkischen Kräfte sich selbst bei uns melden. Das ist zwar bisher noch nicht vorgekommen, aber wir sind fest davon überzeugt, dass es sie gibt. Wir vertrauen da auf unsere eigene Statistik, nach der mindestens 12.700 Extremisten in Deutschland existieren.

Problematisch ist ja, dass wir auf lokaler und kommunaler Ebene immer weniger Menschen finden, die sich politisch betätigen wollen. So ein Dorf braucht halt seinen Bürgermeister, und woher nehmen und nicht stehlen? Wir haben da frühzeitig den Dialog gesucht, weil wir wie gesagt mit dem Volk reden wollen, dann kriegen wir auch raus, was diese Leute so bewegt. Die Sorgen, die diese Bürger haben. Und sehen Sie, so haben wir schnell herausgefunden, dass die gar nichts gegen Politiker haben, die wollen nur eben keine linksextremen Volksverräter wie die aus der CDU – wir nehmen die Erfahrungen hier sehr ernst, die wenigsten sind sich ja noch im Klaren darüber, dass die Ost-CDU auch so eine SED-Blockpartei, und die kann man den Leuten hier halt nicht mehr vorsetzen. Die wollen einen anständigen Kompromiss, also einen von der AfD, vielleicht noch einen von der NPD, wenn’s nicht langt, wird halt mit Identitären aufgefüllt, und dann sind alle zufrieden.

Deshalb müssen wir noch viel entschlossener gegen den Linksextremismus vorgehen, weil mit dem Anwachsen der rechte Kräfte natürlich starke Proteste in der Bevölkerung provozieren, und diese linksextremistischen Gefährder muss man beizeiten ansprechen. Beispielsweise beim Innenminister, der ja verantwortlich ist, dass man hier nachts sein Auto noch auf der Straße stehen lassen kann, ohne dass es von Volksverrätern angezündet wird. Sie sehen, wir handeln durchaus im nationalen Interesse, es geht ja um das Bruttonationalprodukt.

Die Hemmschwelle bei den antidemokratischen Kräften sinkt. Früher musste man noch eine ganze Synagoge anzünden, heute reicht es aus, wenn das Büro eines Bundestagsabgeordneten beschossen wird. Da rollt eine Welle der Gewalt durch das Land, Aufkleber, Hakenkreuze werden einfach mit Hassparolen übermalt, teilweise fordern diese Leute, dass man rechte Funktionäre, die diesen Ausdruck des gesunden Volksempfindens nicht als Straftat werten wollen, juristisch belangen sollte. Wenn Sie die Justiz in Deutschland kennen, dann ist das natürlich klar als Bedrohung zu werten. Da will sich dann auch kein Volksgenosse mehr in die lokalen und die regionalen Parlamente mehr wählen lassen, weil die meisten ja fürchten müssen, dass die Justiz sie da wieder rausholt, trotz Indemnität. Das ist in meinen Augen wirklich nicht tragbar.

Wir sind darum auch dazu übergegangen, in den ganz offensichtlichen Fällen, wo wir eine Gefahr für die Öffentlichkeit sehen, diese extremistischen Kräfte direkt anzusprechen. Das geht teilweise bin in die SPD hinein, die sich mittlerweile anmaßt, die einzelnen Landesregierungen mitbestimmen zu wollen. Das ist nach demokratischen Maßstäben so nicht mehr hinnehmbar, und deshalb müssen wir da jetzt auch dringend handeln. Wir haben inzwischen allein im Netz einen Anstieg von Hasskriminalität auf der linken Seite, der bei zwei bis drei Prozent liegt – nicht einmal da kann sich das Volk noch unbehelligt bewegen. Wir können nicht einmal mehr sicherstellen, dass sich Islamisten im Netz frei artikulieren können, und wenn die fehlen, haben wir bald gar keine Sensibilität mehr für zeitgemäße Überwachungsmaßnahmen. Sie sehen, es ist alles sehr eng miteinander verwoben. Gleichzeitig fehlt aber dann auch dem Verfassungsschutz personeller Nachwuchs, die müssen ja eine gewisse Erfahrung für den Job mitbringen und bleiben dann später in ihrer jeweiligen Gruppierung. Dafür reichen uns die 12.700 einfach nicht aus, und wir müssen das dann wieder ausbaden. Wenn es gar nicht anders geht, dann helfen wir auch schon mal aus, personell und natürlich auch schon mal organisatorisch. Sie sehen also, es ist heutzutage nicht einfach, dieses Land im Griff zu haben – als Bundeskriminalamt.“





Wut zur Wahrheit

16 01 2020

„Merkelnutte?“ „Merkeldrecksnutte!“ „Wenn Sie mich fragen: Dreckmerkelnutte.“ „Drecknutte!“ „Aber das ist…“ „Scheißdreckmerkel!“ „Dreckige Merkelsau!“ „Kanzlernutte!“ „Das würde ich nicht nehmen.“ „Warum nicht?“ „Wenn Weidel diese Judenrepublik übernimmt, könnte uns der Begriff noch auf die Füße fallen.“

„Worauf haben wir uns überhaupt geeinigt?“ „Seit wann einigt man sich in der Partei!?“ „Wer hier nicht tut, was der Führer will, kriegt eins in seine linksversiffte Volksverräterfresse!“ „Wir sollten diesen Ausdruck aber nicht mehr verwenden.“ „Warum nicht?“ „Hat die Merkelnutte die jüdischen Antifa sonst mit der Vernichtung der Volksgenossen beauftragt?“ „Nein, Herr Meuthen hat die…“ „Die pädophile Pissratte soll sein Maul halten, sonst ist hier Auschwitz!“ „Jawoll!“ „Jedenfalls hat er gesagt, wir sollen nicht mehr diese juristisch angreifbaren Beschimpfungen…“ „Die Sackratte gehört ins Gas!“ „Auschwitz!“ „Sieg Heil!“ „Deutschland! Deutschland!“

„Hören Sie mir doch mal zu, es geht um die…“ „Hat der Führer auf die Judenpresse gehört?“ „Die hätten ihm noch viel eher den Holocaust in die Schuhe geschoben!“ „Wenn wir mittelfristig an die Regierung kommen wollen, dann…“ „Wieso denn mittelfristig?“ „Der ist doch von der jüdischen Antifa gekauft!“ „Nationaler Widerstand!“ „Wir werden uns gegen diese linksversifften Juden schon noch durchsetzen!“ „Auschwitz! Auschwitz!“ „Aber wir haben es damals auch nur so geschafft: legal an die Macht kommen und dann durch Notstandsgesetze…“ „Den Notstand haben wir jetzt schon!“ „Weg mit der Merkelsau!“ „Wir brauchen dazu die Mehrheit der…“ „Kann die linksversiffte Nazisau mal einer in die Genickschussanlage prügeln?“ „Wieso Nazi?“ „Weil jeder, der sich als linker Sklave der jüdischen Weltherrschaft daran macht, das Erbgut der deutschen Rasse auszulöschen, eine Nazisau ist!“ „Ach so.“

„Jedenfalls möchte der Bundesvorstand, dass wir uns als Partei nicht mehr so…“ „Dass man das jetzt nicht mehr sagen darf, finden Sie also gut?“ „Das haben doch die linksversifften Altparteien so eingefädelt!“ „Wir haben die Wut zur Wahrheit!“ „Auschwitz!“ „Seien Sie doch mal realistisch: Sie alle sind asoziale Arschlöcher.“ „Ja und?“ „In Deutschland gilt man eben als asoziales Arschloch, wenn man nicht mehr für Konzerne arbeiten will, die die jüdische Weltherrschaft finanzieren!“ „Und wir brauchen auch keine pädophile Drecksau, die sich der Judenjustiz unterordnet, weil wir keine Spenden mehr für die Partei bekommen sollen!“ „Die gehören doch auch alle nach Auschwitz!“ „Die Spender aus der Schweiz?“ „Wieso nicht? Sind doch auch Ausländer, oder?“ „Wir alle wollen in nicht allzu ferner Zukunft ein gut bezahltes Amt in der Partei annehmen, für das wir nicht arbeiten müssen.“ „Ja und!?“ „Dazu müssen wir doch erst mal staatstragend werden, nicht wahr?“ „Solange es diese Arschkriecher in der Regierung gibt, kann uns diese linksversiffte Mischpoke doch egal sein!“ „Wir werden das Land an dem Tag übernehmen, an dem unser Führer es uns befiehlt!“ „Bis dahin muss sich die Partei aber auch auf einen Führer geeinigt haben.“ „Wieso das denn?“ „Jetzt kommt der uns auch noch mit Demokratie!“ „Hören Sie mal, mit Demokratie ist das bei uns wie mit den Nazis: alle anderen sind nicht demokratisch, deshalb schaffen wir alle anderen ab, klar?“

„Jedenfalls möchte ich Sie bitten, künftig mit Ihren Äußerungen in der Öffentlichkeit etwas mehr auf die…“ „Damit will sich Meuthen doch nur bei den linkslinken Multikultiparteien einschleimen und die Umvolkung fördern!“ „Wahrscheinlich kriegt die Drecksnutte dafür von den Juden auch noch ordentlich Kohle!“ „Merkel?“ „Nee, Meuthen natürlich.“ „Ach so.“ „Sollen wir denn alle zum Beobachtungsfall werden?“ „Könnte das echt ein Problem werden für die Partei?“ „Ich kenne ein Dutzend V-Leute, die sind alle bei uns.“ „Ja und?“ „Die kommen zumindest sehr leicht an geheimes Material aus der Parteiführung.“ „Scheiße.“ „Stimmt, mehr steht da meist auch nicht drin.“

„Vielleicht kann man ihn ja umstimmen, wenn man ihm klar nachweist, dass die besorgten Bürger sich diesen Maulkorb nicht gefallen lassen und trotz der Einschränkungen ihre Meinungsfreiheit gegen die Parteijunta verteidigen?“ „Wir könnten ja die Partei neu gründen.“ „Noch mal?“ „Der III. Weg existiert ja schon.“ „Wir wollen sowieso das Vierte Reich.“ „Auschwitz!“ „Demonstrationen waren schon immer ein gutes Medium, um die Sorgen der Bürger in die Politik zu tragen.“ „Wobei wir der Polizei auch sehr zu Dank verpflichtet sind, die uns vor diesen linksversifften Gutmenschen und ihrem Grundgesetzwahn beschützt haben.“ „Es wird Zeit für eine nationale Hetzjagd auf diese Rasseschädlinge!“ „Chemnitz! Chemnitz!“ „Halt, wir haben ja die größte Gefahr unterschätzt!“ „Ach so?“ „Meinungsfreiheit gut und schön, aber was machen wir eigentlich, wenn die Merkelsau nicht mehr im Amt ist?“ „Wir könnten natürlich die neue Kanzlerin…“ „Ja?“ „Keine Ahnung.“ „Das müsste der Führer, also ich meine, der dann von der Partei demokratisch gewählte…“ „Wenn das Meuthen ist, der kriegt von mir eins in seine Antifafresse!“ „Das lassen wir uns nicht gefallen!“ „Chemnitz! Nee, Moment mal…“ „Was machen wir denn dann mit denen, die sich jeden Tag danebenbenehmen?“ „Hm, ich habe da eine Idee.“ „Tourette?“ „Oder ist das von Rassefeinden beschädigtes deutsches Erbgut?“ „Ich würde es so nennen: bedauerliche Einzelfälle.“





Systemkonformer Blackout

15 01 2020

„… unabdingbar sei. Schäuble werde die Pflicht zur Nennung des Klarnamens im Internet auch dann durchsetzen, wenn das Bundesverfassungsgericht dieses wie bereits im Urteil vom…“

„… müsse die Kommunikation von den als erstes greifbaren Verantwortlichen leben. So könne man etwa bei politischen Diskussionen schnell einen persönlichen Ansprechpartner für eine sehr viel intensivere…“

„… werde die Gefahr von Online-Bankraub durch die Namensnennung erheblich gesenkt. Seehofer fürchte, dass sich viele Bürger im Darknet eine Internet-Burka kaufen würden, mit denen Bitcoins im Wert von vielen…“

„… die Gerichte entlastet werden könnten. Wenn bei ansteigender Anzahl von Privatklagen der Weg zur Ermittlung der Prozessgegner immer noch durch die Telekommunikationsbetreiber und die sozialen Medien erschwert werde, müsse man die juristischen Möglichkeiten erheblich in den…“

„… müssten sich eher die Politiker schützen, da sie immer öfter von offensichtlich linksextremen Chaoten mit dem Tode bedroht würden, da sie die arische Herrenrasse durch Umvolkung ausrotten. Als allerletzte Konsequenz befürchte Schäuble Brandanschläge auf SUVs, was sich gerade aus verfassungsrechtlicher Sicht nicht mit dem…“

„… sich Hans-Hermann Mueller-Luedenscheid durch die Verkürzung durch Umlaute schuldig gemacht habe. Die Verurteilung sei daher eine…“

„… fremdländische Terroristen nicht mehr dadurch unterschieden werden könnten, wenn die Personen nur als Ali Ali oder Muhammad Muhammad registriert seien. Die deutsche Namenskonvention müsse sich zur Not zwangsweise auf die…“

„… größere Transparenz herstelle. Spahn befürworte die Klarnamenspflicht gerade auch für nicht geoutete Homosexuelle und Transpersonen. So könne sich ein erheblich intensiverer Kontakt mit den Nachbarn, aber auch mit den nicht so…“

„… selbst verantwortlich seien. Ein Kinderwunsch könne entweder direkt über eine Institution gemeldet werden oder durch eines der inzwischen mit De-Mail assoziierten…“

„… hetze die Mehrheit der Rechtsradikalen, die Polizei und Staatsschutz bereits hinlänglich bekannt sei, auch unter Nennung ihrer Klarnamen. Dies halte Schäuble jedoch für vertretbar, da sich durch eine Ausweitung des öffentlich Sagbaren vielleicht die Rückführung potenzieller Rechtsterroristen in die christlich-demokratische…“

„… sei der Staat zwar nicht direkt mit der Kontrolle der Online-Profile betraut, müsse aber langfristig durch die Sicherstellung eines nur in Deutschland verwendbaren Einheitsprofils die…“

„… nicht mit der Spam-Abwehr in Verbindung gebracht werden dürfe. Es sei ein nicht zu rechtfertigender Eingriff in die Vertriebswege eines Großhändlers, wenn dieser nicht die Anschriften seiner…“

„… dass Ausländer gar keine Berechtigung hätten, sich in Deutschland in deutschen oder auch nur deutschsprachigen sozialen Medien durch einen eigenen Account zu betätigen. Der Abbruch der diplomatischen Beziehungen durch Bundeskanzler Kurz sei allerdings nur wegen einer rein…“

„… mit Buttersäure angegriffen worden sei. Der türkischstämmige Kreistagsabgeordnete habe schon damit gerechnet, dass von seinem Bundesverband keinerlei…“

„… besser sei, dass nur die in Deutschland registrierten Deutschen sich in sozialen Netzwerken betätigen dürften. Dies sei zwar schwierig, da der regierungsseitig programmierte Algorithmus Namen wie Cohn oder…“

„… leichter ausfindig gemacht werden könne, da die Einwohnermeldeämter ihre seit 1934 nicht mehr geänderten Vorschriften nun einer kritischen Bestandsaufnahem unter zogen hätten. Es gebe in den…“

„… die Meinungsfreiheit für Berufsgruppen wie Journalisten für die Bundesregierung nicht ersichtlich sei. Diese könnten sich auch gefahrlos in ihren berufsbedingt genutzten Medien äußern, wo dies nicht der Fall sei, müsse man ohnehin von einer geschäftsschädigenden Absicht in der…“

„… private und berufliche Meinung nicht immer übereinstimmen müssten. Dies könne der normale Bundesbürger aber auch an Stammtischen oder in Initiativen wie PEGIDA zum Ausdruck bringen, um die…“

„… von persönlich Verantwortlichen lebe. Da Schäuble sich gerade nicht erinnern könne, wer ihm den Briefumschlag überreicht habe, nehme er sein Recht auf den systemkonformen Blackout in Anspruch, da er nicht die Absicht habe, die Geschichte der…“

„… müssten sich Nutzer schon deshalb durch eine von der Bundesregierung genehmigte Stelle beglaubigen lassen, da sie sonst nicht durch eine von der Regierung registrierte Stelle beglaubigt seien. Für Seehofer reiche dies vollkommen aus, um Strafverfahren gegen alle, die sich nicht im…“

„… zunächst durch die Steuer-ID geschehen könne. Schäuble habe in Aussicht gestellt, dass es eventuell eine Lockerung der Namenswahl geben könne, wenn im Gegenzug die hoheitlichen Bezeichnung in jedem Profil von…“

„… Ausnahmen geben müsse, die aber strenge Kriterien der Behörden geregelt seien sollten. Angehörige der Parteien, die in Bund, Ländern und Gemeinden durch öffentliche Tätigkeiten beschäftigt seien, sowie deren Angehörige, Freunde, Bekannte, Nachbarn, abhängig Beschäftigte, namentlich bekannte Nichtbekannte im Verhältnis eines Bekanntschaftsverhältnisses, nicht näher bekannte Unbekannte, deren Verhältnis zu den Nichtbekannten sich in einem unbekannten oder noch nicht bekannten…“

„… dass der neue Personalausweis auch eine elektronische Funktion zur Anmeldung im deutschen Internet beinhalte. Das Innenministerium habe damit endlich den vollen Zugriff auf die Kommunikation im Netz und könne sich bei drohender Gefahr zeitnah einschalten. Als neuer Koordinator zur Abwehr des Linksterrorismus werde Maaßen eine eigene Behörde im…“





Bleiberecht

13 01 2020

„Natürlich erinnern wir uns noch sehr gut an den Vorfall, der wird ja demnächst drei Jahre alt. Die Berliner Polizei hat viel zu tun, hier brennen Autos oder wir müssen Leute im Brunnen erschießen, da kann man nicht immer alles auf dem Schirm haben. Aber das wissen wir schon, da ging es ja um nicht direkt einheimische Bevölkerung.

Das war Berlin Union, das muss man nicht ganz so ernst nehmen. Das ist ungefähr so, als würde man einen Hamburger beim HSV verhaften, weil der nicht die erforderliche Promillegrenze überschritten hat. Wir nehmen da schon Rücksicht, schließlich haben die Innenminister von uns immer wieder Kultursensibilität gefordert. Aber wenn das soweit kommt, dass wir die Einwanderer anders behandeln, dann können wir da auch nichts anderes machen. Die Hetzpropaganda ist zwar schlimm, aber man kann das als Organ des Staates auch nicht ganz ignorieren.

Außerdem sehe ich hier eine sehr unsaubere Verwendung des Begriffs Fremdenfeindlichkeit. Der Typ soll laut unserer eigenen Pressemitteilung fremdenfeindlich beleidigt worden sein – meines Wissens nach stammte der aus Berlin, es kann sich also nicht um einen Ortsfremden oder anderweitig Zugereisten handeln, und den kann man dann auch gar nicht fremdenfeindlich beleidigen. Was Sie meinen, das ist Rassismus, aber den hat es laut der Pressemitteilung eben nicht gegeben. Zumal es ja laut neuesten wissenschaftlichen Untersuchungen gar keinen Rassismus gibt, weil das mit den Rassen nicht wissenschaftlich ist. Es gibt halt Menschen, die sind mehr wert als andere, weil die in der richtigen Leitkultur geboren wurden und nicht mit einer Hautfarbe, die hier nicht hingehört. Die fallen auch überall gleich auf, und zwar jedem. Bei einer ganz normalen Polizeikontrolle fallen die gleich auf, und wenn es noch keine Kontrolle ist, dann macht man eben eine daraus. Aber das kann man nicht als Fremdenfeindlichkeit bezeichnen.

Eigentlich hat sich diese Diskussion sowieso schon erledigt, wir können gar keine Rechten sein, weil wir selbst von denen bedroht werden. Denken Sie an den Polizeichef von Oldenburg. Gut, man hat als Polizeichef keine Politiker zu kritisieren, und wenn, dann diese linke Marionettenregierung unter der Terrorkanzlerin. So ein Nestbeschmutzer muss sich gar nicht wundern, wenn ein paar patriotische Bürger ihn daran erinnern, dass eine einzige Kugel reicht, um ihn loszuwerden. Das darf man zwar auch nicht sagen, immerhin wird hier eine Straftat angekündigt, aber möglicherweise ist da am Ende auch nur Fahrlässigkeit im Spiel. Der Lübcke, der soll ja auch nur sehr unglücklich gestanden haben, als die Pistole auf seinen Schädel gerichtet war.

Da muss man mit den Bezeichnungen schon sehr genau bleiben. Die ausländische Person hat sich natürlich auch nicht durch Sprachkenntnisse hervorgetan, und dass er Bundesfreiwilligendienst in einer Kita geleistet hat, das zeigt doch nur, dass er hierher gekommen ist, um den Deutschen auch noch soziale Betätigungen streitig zu machen. Das sind doch die Fakten!

Jedenfalls wurde diese Person, offensichtlich ein Afghane, im Verlauf ihrer Infiltration in deutsches Hoheitsgebiet erheblich an der Schulter und am Kopf verletzt, wobei wir zu den Kopfverletzungen gar nichts sagen können. Das war wie gesagt ein Afghane, da kommt so was vermutlich häufiger vor. Die laufen da ja sowieso alle mit dem Turban durch die Gegend, es kann also auch eine reine Schutzbehauptung sein. Der Mitarbeiter, der ihn nun so wie behauptet verletzt haben soll, der hat zu dem Zeitzpunkt überhaupt keine Uniform getragen. Da frage ich Sie: war das denn dann überhaupt ein Polizist? Dieser Ausländer kann sich doch gar nicht durch den tätlichen Angriff eines Polizisten auf ihn traumatisiert fühlen, wenn der gar nicht als Polizist zu erkennen gewesen ist. Möglicherweise hat er die Uniform ja auch nicht getragen, weil er gedacht hat, das würde sich nicht mit seinem Hobby vertragen. Das war also die reine Rücksichtnahme, verstehen Sie? Das kann man doch einem Beamten nicht zum Vorwurf machen, dass er Dienst und Freizeit so säuberlich trennt, oder?

Es ist eine gemeinschaftlich begangene schwere Körperverletzung, aber das muss man doch nicht als rassistischen Übergriff werten. Ansonsten haben wir hier einen Fall von Hasskriminalität, und das heißt für das Opfer: Bleiberecht. Wo soll das denn bitte hinführen? Da provoziert einer eine Kontrolle durch offensichtlich nicht normale Hautfarbe, lässt sich dabei rassistisch beleidigen, der darf dann für den Rest seines Lebens bleiben, und schon haben wir durch den die nächsten, die ständig Kontrollen provozieren. Irgendwann haben wir dann in unserer Heimat als Weiße ein Problem auf dem Bahnhof, nur weil wir als Fremdvolk in Deutschland ständig in rassistisch motivierte Kontrollen von diesen Prügelbullen reingeraten – das kann doch nicht im öffentlichen Interesse sein!

Natürlich sind wir für Bleiberecht, aber für das Bleiberecht der Deutschen hier in Deutschland! Und deshalb muss der Kollege natürlich auch im Polizeidienst bleiben. Wenn Linksextremisten Ihr Auto anzünden, dann würden Sie doch auch nicht warten wollen, bis mal irgendein Polizist sich zu Ihnen bequemt, Sie wollen doch eine ausreichende Personaldecke und genug tatkräftige Polizisten, die ihren Beruf noch ernstnehmen, oder? Polizei, das ist kein Job, den man nach Schichtende an den Nagel hängt. Das muss man leben, verstehen Sie?“





Gernulf Olzheimer kommentiert (CDXCIV): Angstsprache

13 12 2019
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

So oft hatte Uga das große grüne Felltier noch nicht gesehen, eigentlich noch nie, doch das machte nichts, denn keiner außer ihm wusste, dass es gar nicht existierte. Dieser kommunikative Vorsprung, dem Rest der Sippe mit einem bösartigen Räuber in den Ohren zu liegen, den es nicht einmal gab, hatte bereits seinem Erzeuger die Herrschaft über alles gesichert, was in der Mehrfamilienhöhle zwischen Zeugung und Hintritt herumlief. Zur Gründung der Dynastie blieben noch ein paar Generationen, die zur strukturellen Unterdrückung perfekt geeignete Religion war noch nicht hinreichend differenziert im kollektiven Bewusstsein verankert, also musste die Mär von der reißenden Bestie immer und immer wieder in die Schädel geschwiemelt werden, damit sie alle, die es hätten besser wissen können, für die reine Wahrheit hielten. Bis auf die, die sich das Motiv von Mund zu Ohr zuflüsterten, um das Volk unter der Knute zu halten, schmückte alles sich in der eigenen Angst die Bedrohung aus und tänzelte selbständig an der Wahngrenze umher.

Nichts wirkt so suggestiv auf den unteren Dreckrand der Gesellschaft wie die Vorstellung, in die Ecke getrieben zu sein durch multiple Furcht vor dem Altbösen. Die diffuse Gefahr durch alles Fremde, das nur deshalb da ist, weil man es eben nicht nachweisen kann – im Zweifel wird es von der ebenso schröcklichen Mehrheit verleugnet – sichert jener aufrechten Heldenrasse stets den Grund, sich kurz vor dem Schlafengehen noch einmal einzunässen, weil der Untergang unmittelbar bevorsteht. So wird aus der Wanderung von je zwei Lummerländern pro tausend Einwohnern die schleichende Lummerlandisierung der Herrenrasse, die mathematisch schon in wenigen Milliarden Jahren den kompletten Austausch des Erbguts von versaubeutelten Maden nach sich zöge. Wer sich da nicht die Nägel bis zum Ellenbogen abkaut, wird völlig zurecht als Verräter gebrandmarkt.

Allenthalben quarrt dies degenerierte Geschiss von der Herrschaft des Unrechts, als wäre dies Land, in dem jedes Gesichtsübungsfeld seine Austrittsöffnung aufreißen und nach Belieben verbales Granulat unter sich lassen darf, längst eine Diktatur; wäre sie es, die Diktatoren hätten dieses glitschige Geschmeiß längst in organische Ruhe überführt, statt sich das feucht-völkische Gerülpse noch länger anzuhören. Die aber erbechen nach wie vor okkulte Drohbotschaften über den Schmodder der verhetzten Zufallsgeburten in den Grenzen eines angeblich nicht mehr existierenden Staates und suhlen sich im Opfermythos, den es ohne die Waschweiber mit Braunanstrich gar nicht gäbe.

Offensichtlich fehlt dem dümmlichen Gefasel der Stumpfklumpen noch immer die Konsistenz, mit der eine Endzeitsekte aus ihren Mitläufern mehr herausholt als den brennenden Wunsch nach konsequenter Schnellverdeppung. So müssen auch hier Chimären her, Umvolkung, Volkstod, das Versinken in Gewalt, die man leider nicht selbst verursachen konnte. So muss auch hier das billige Märchen immer und immer wieder vorgegreint werden, damit es noch die Beklopptesten glauben, die sich partout nicht fürchten wollen vor einer auf niedermolekularer Ebene so gut wie unbeweglichen Gegenwart, die ihre näherungsweise überflüssige Existenz idealtypisch widerspiegelt. Ihnen fehlt die geistige Leistung, sich angegriffen zu fühlen, also muss man es ihnen in den Frontallappen meißeln, damit der Blutdruck messbar steigt und sie sich für Führer, Dings und Bums eins auf die Fresse hauen und im Trommelfeuer zu Mobmarmelade ballern lassen. Weil irgendein arbeitsscheuer Soziopath sie für seine Profilneurose braucht.

Müßig, dass ausgerechnet das Müllbeutelimitat, das sich zur Weltherrschaft aufschwingen will, nicht viel mehr zu bieten hat als ausgekaute Phrasen und Patentrezepte wie den Plan, zwei Drittel der Bevölkerung zu entsorgen, wenn sie sich der Rettung durch diese Trivialkoholiker widersetzen sollten. Kein Sturm bricht los, die Mehrheit fasst sich angesichts dieser klinischen Doofheit höchstens an den Kopf. Seit der Zeit der primitiven Stammesgesellschaften, in der die braunen Nappel verharren, haben sich die Aufgeklärten vermehrt durchgesetzt und glauben nicht mehr an jede Kasperade weichlicher Heulbojen, die peinlich mit ihrem Plastearmageddon herumwedelt, weil ihnen keine eigene Götterdämmerung einfällt.

Wobei ja nichts gegen Angst spricht. Es wäre wohl durchaus legitim, würde man dem Pack alttestamentarische Strafen in Aussicht stellen dafür, dass sie mit ihrem Geweimer jedem geistig gesunden Endrundenteilnehmer auf die Plomben gehen, während sie Tod und Verderben höchstens ankündigen, aber nicht liefern können. Warum sollte sich eine ganze Gesellschaft in deren Hosen machen? Leichter wäre es, das ganze Kartell des organisierten Lügens aus den Fugen zu kratzen. Das bisschen Gejammer halten wir aus. Dem Teufel ist es gleich.