Herrenraser

24 01 2019

„… neben Steuererhöhungen auch ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen in Erwägung ziehe. Dies werde sich positiv auf die Schadstoffbilanz und die Ziele der Klimapolitik sowie den…“

„… die ersten Rücktrittsforderungen erhoben würden. Scheuer sehe die Verkehrskommission als nicht kompetent, da sie weder persönliche Bekanntschaft mit der Autoindustrie besäßen noch durch finanzielle Verflechtungen mit…“

„… die Emissionen seit 1990 nicht habe senken können. Der Schadstoffausstoß sei nach wie vor auf einem so hohen Niveau, das man mit der CSU nicht in Verbindung bringen dürfe. Die Kommission sei deshalb nicht in der Lage, einen kostenneutralen…“

„… einen empfindlichen Eingriff in den Straßenverkehr darstelle. Wendt weise darauf hin, dass die meisten Autofahrer überhaupt nicht anders als zu schnell fahren könnten, wodurch sich eine Vielzahl an Geschwindigkeitsübertretungen ergäben. Ein Tempolimit sei also nichts anderes als eine massenhafte Aufforderung zum Begehen von Straftaten, was die Polizei in Deutschland zu einem geballten Protest und juristischen…“

„… habe den Ausbau von Fahrradwegen im innerstädtischen Bereich strikt abgelehnt. Scheuer sehe hierin keinerlei Auswirkungen auf den internationalen Schwerlastverkehr, der als eigentliches Problem der…“

„… sei ein weiteres Zeichen für die Islamisierung der BRD GmbH. Da Muslime in ihrem Kulturkreis an die Transportgeschwindigkeit von Kamelen gewöhnt seien, sehe Gauland hier den Versuch, die Ausrottung der deutschen Identität auf den Autobahnen zu…“

„… notwendige Transformationsprozesse in der Autoindustrie anstoßen werde. Es müsse nur noch kommuniziert werden, dass die Elektromobilität mit 250 km/h weniger schwere Unfälle auf den…“

„… die Kampagne Das Volk will Gas geben gemeinsam mit anderen Rechtsextremisten zu führen. Lindner habe darauf hingewiesen, dass er zur Durchsetzung von Menschenrechten keine Parteigrenzen akzeptiere, sondern rein sachorientiert in den…“

„… inzwischen sehr enttäuscht seien. Der Vorstandssprecher der Volkswagen AG habe geäußert, die Branche könne es mittelfristig nicht mehr hinnehmen, dass die Gesetzgebung von der Bundesregierung komme und nicht wie gewohnt aus dem…“

„… eine genetische Veränderung stattgefunden habe, die es Deutschen nicht mehr erlaube, langsam zu fahren. Nach Sarrazins Berechnungen entstehe in weniger als 150.000 Jahren durch Fehlzüchtungen eine deutsch-ökologische Hybridrasse, die sich nicht mehr fortbewegen könne und darauf angewiesen sei, durch Migranten mit geringerem IQ transportiert zu werden, um ein geregeltes Leben in Deutschland zu…“

„… nicht daran liege, dass Flüchtlinge seltener ein Kraftfahrzeug oder einen Führerschein besäßen. Die geringere Anzahl von Asyltouristen unter den Verkehrsstraftätern sei für Weidel ein weiteres Indiz für die von Merkel verordnete Islamwerbung, die ungerechtfertigte Vorteile für rassefremde…“

„… lehne die FDP eine Ausweitung des Fußverkehrs ab, da hier keine Senkung des Schadstoffausstoßes zu erwarten sei. Jeden Fußgänger mit mobilen Messapparaturen auszustatten, wie es Grüne und andere christsoziale Verbotsparteien propagieren würden, sei eine Verschwendung von…“

„… deutscher Autofahrer durch rücksichtsloses Rasen viel schneller sozialverträglich verstürben. Durch die Verweigerung, verkehrsgefährdend auf deutschen Straßen zu fahren, würden Migranten die Sozialsysteme erheblich belasten. Ein umfassendes Remigrationsprogramm sei für Poggenburg die letzte Chance, die Herrenraser vor dem…“

„… schwere internationale Verwerfungen in der wirtschaftlichen Zusammenarbeit nach sich zögen. Scheuer habe darauf hingewiesen, dass langsam fahrende Autos viel weniger Kraftstoff verbrauchen würden, was letztlich zu einem Erliegen der Erdölimporte führe. Dies könne auch zu einer Verschlechterung der Menschenrechtssituation in Saudi-Arabien, Norwegen oder…“

„… nicht alles schlecht an Hitler gewesen sei. Höcke betone, der Führer habe die Autobahnen vor allem gebaut, um sie an ein Volk von Autofahrern, die ihre rücksichtsloseste Männlichkeit mit dem Gaspedal und der…“

„… müsse das aktuelle Tempo beibehalten werden, da die Deutsche Bahn AG nicht in der Lage sei, notwendige Bestandteile des Straßenverkehrs wie Stau oder Wanderbaustellen in ausreichendem Maße zu…“

„… die Daimler-Benz AG eine Organklage vor dem Bundesverfassungsgericht angekündigt habe. Der Automobilkonzern sei sich seiner Bedeutung für die nationale Wirtschaft und die Stabilität des Staates durchaus bewusst und betrachte sich darum als Verfassungsorgan mit weitreichenden und für die Existenz der Bundesrepublik notwendigen…“

„… erwarte in dieser Sache konstruktive Vorschläge des Bundesverkehrsministers für eine möglichst schnelle und umfassende Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben. Scheuer sei laut Angaben in den vergangenen drei Wochen nicht im Ministerium gesehen worden, auch die CSU sei nicht informiert, wo er sich gerade…“

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Zeitzeichen

23 01 2019

„Wir werden ferngesteuert!“ Drohend schüttelte Herr Breschke die Faust und stapfte durch den schütteren Schnee den Gartenweg entlang, das nachbarliche Haus fest in seinem grimmigen Blick. „Mit einem Wecker fängt es an, und dann werden sie uns irgendwann auch fernsteuern!“

Umständlich putzte sich der Hausherr die Stiefel auf der Fußmatte ab, bevor er mich eintreten ließ. Es duftete nach frisch gebrühtem Kaffee, Frau Breschke hatte einen großen Hefezopf gebacken. Nichtsdestotrotz zog der Pensionär die Stirn in erhebliche Falten. „In der letzten Woche fing es an, da standen auch die Wagen vor der Tür von den Stadtwerken. Hier werden ja alle Nase lang neue Zähler aus- und alte eingebaut – nein, anders: neue eingebaut, und jetzt war Gabelstein dran.“ Dem gehörte das Haus zwar seit dem Verkauf nicht mehr, er genoss aber immer noch lebenslang Wohnrecht in dem renovierungsbedürftigen Bungalow. „Ich habe es erst neulich wieder gelesen“, erklärte Herr Breschke, „sie bauen jetzt überall diese Zähler ein, die über das Internet kontrolliert werden. Und ich sage Ihnen, diese Bande kontrolliert nicht nur die Zähler!“

Der Funkwecker, der seit einigen Tagen auf dem Küchenschrank stand, war das erste Indiz für die Spionagetätigkeit des städtischen Stromversorgers; er ging nach oder setzte, meist mitten in der Nacht, aus. Dass das Gerät so plötzlich seinen Dienst versagte, lag für den ehemaligen Finanzbeamten an der Strahlung, die seither vom Nachbargrundstück ausging. „Ich habe das nämlich auch gelesen.“ Er kramte in einer Mappe mit Kochrezepten, der Abfuhrliste für Sperrmüll und Bauschutt sowie einem Angebot für künstliche Weihnachtsbäume mit Beleuchtung (was seine Tochter nicht unbedingt besser, wohl aber in jeder Hinsicht billiger würde leisten können) einen Artikel hervor, der aus einer Publikumszeitschrift für leichtgläubige, aber zum Ausgleich technisch wenig bewanderte Menschen stammen musste. DCF77 stand in der Überschrift, und der Leser erfuhr alsbald, dass es sich nur um eine Verschwörung größeren Ausmaßes handeln konnte. „Dieses Zeitsignal ist in Gefahr!“ Er blätterte in der Mappe hin und her. „Stellen Sie sich nur die Folgen vor, wenn das entdeckt wird!“

Der Wecker lahmte, und diesmal lag es am Sekundenzeiger, der öfter hakte, als umzuspringen. Ich schaute das Ding argwöhnisch an. „Und Sie sind sich absolut sicher, dass es an einem Smart Meter liegt?“ „Es bleibt keine andere Möglichkeit“, knurrte der Alte. „Diese Technik wird ja bloß eingeführt, um uns lückenlos zu überwachen – wann wir morgens das Licht andrehen, unter die Dusche gehen, das Radio anschalten, den Herd, und wann wir dann abends wieder ins Bett gehen. Aber ohne mich, mein Lieber, ohne mich!“ Es stand offenbar sehr schlimm um sein Vertrauen in die moderne Stromversorgung, denn er war mehr als verärgert. „Der gläserne Bürger“, schrie Breschke unvermittelt. „Wir werden zu gläsernen Menschen, verstehen Sie? Alle!“

Erschöpft hatte er sich auf seinem Küchenstuhl niedergelassen und rührte fahrig in der Kaffeetasse. „Stellen Sie sich das mal vor, die können bald auch die Uhren steuern.“ Ich lehnte mich herausfordernd über die Stuhllehne. „Die? Wen meinen Sie denn damit?“ „Dir Regierung bestimmt nicht“, zischte Horst Breschke. „Die könnte ja, aber sie haben bestimmt noch nicht verstanden, wie man das macht, deshalb treiben jetzt andere ihr Schindluder mit diesen Funkstrahlen.“ Möglicherweise hatte ich ihn endlich verstanden. „Sie denken also, dass ein Geheimdienst oder Schlimmeres unsere Uhren steuert?“ Er nickte. „So ist es. Die senden exakte Zeitzeichen, damit man morgens aufsteht und brav zur Arbeit geht.“ Eine komische Vorstellung, den Ex-Beamten so abschätzig über pünktliche Arbeiter sprechen zu hören. Aber vielleicht hatte er ja auch einen Verdacht? „Vielleicht ist es längst so weit, und sie steuern unseren Verkehr – die einen dürfen zehn Minuten länger schlafen, damit sie nicht gleichzeitig auf die Autobahn fahren, die anderen müssen zehn Minuten früher los, und dann stellen sie in unserer Abwesenheit die Wecker tagsüber einfach wieder zurück.“ Das schien mir ohne ein internationales Komplott nicht machbar, aber sicher hatte ich nur nicht das nötige Hintergrundwissen. „Was, wenn sie einen längst im Minutentakt steuern und regeln können?“ „Wissen Sie“, antwortete ich nachdenklich, „wenn man dieses Land nun unter seine Kontrolle bringen wollte, meinen Sie nicht, man könnte das einfach erreichen, indem man die Uhren in kleinen Abständen immer wieder um ein paar Sekunden zurückstellt, so dass es nie klingelt? Man wacht nachts auf, sieht auf die Uhr, stellt keinen Unterschied fest, schläft einfach immer weiter, und im Nu ist ein ganzes Land besetzt.“ Breschke starrte bleich auf den hakenden Zeiger. „Sie meinen, es hat schon angefangen?“

In der Küchenschublade hatte ich zwei passende Batterien gefunden, sie in den Wecker eingelegt und das Fach zugeklappt. Surrend stellte sich die Uhr, und kurz darauf zeigte sie wieder die exakte Zeit. Herr Breschke guckte ungläubig. „Darauf hätten Sie kommen können“, sagte ich in verschwörerischem Ton. „Nicht am Stromnetz anschließen, dann wird er auch von den Zählern nicht erfasst.“ Er trank einen großen Schluck aus seiner Kaffeetasse. „Man kann heutzutage nicht vorsichtig genug sein. Gut, dass wir uns mit solchen Sachen auskennen!“





Durchsetzungsstarke Arbeit

22 01 2019

„… sich von der Gruppierung National Social Knights of the Ku-Klux-Klan distanziert habe. Es gebe keine personellen Überschneidungen mit der AfD, daher könne Gauland auch nicht die Verantwortung für die…“

„… dass die Kommunikation von rechten, gewaltbereiten Kreisen größtenteils über die sozialen Medien stattgefunden habe. Dies erkläre, warum die Polizei so schnell alle Personen aus dem…“

„… könnten Haftbefehle gegen die ermittelten Personen nicht vollstreckt werden. Es bestehe keine Verdunkelungsgefahr, weil die Rechtsradikalen den Behörden teilweise seit Jahren bekannt seien und sich offen zu ihrer extremistischen Gesinnung…“

„… verbitte sich Gauland eine Gleichsetzung mit dem KKK-Ableger. Diese hätten stets offen eine nationalsozialistische Gesinnung erkennen lassen und Mordanschläge befürwortet, während die Alternative für…“

„… nicht geklärt sei, ob die beschlagnahmten Macheten und Schwerter bei einer sich als ‚Ritter‘ bezeichneten Gemeinschaft nicht eher für ein Mittelalter-Reenactment spreche. Eine Strafbarkeit sei auch für die Behörden erst ab dem…“

„… durchaus möglich, dass es gemeinsame Strukturen mit dem Nationalsozialistischen Untergrund gebe. Die Bundesanwaltschaft werde dies klären, sobald die in 120 Jahre ablaufende Sperrfrist der noch nicht vernichteten Ermittlungsakten eine eindeutige…“

„… müsse die biodeutsche Bevölkerung vor den Tätern keine Angst haben. Die AfD habe bestätigt, dass der nationalsozialistische Außendienst sich lediglich gegen Halbneger und andere fremdrassige Invasoren auf dem Gebiet des…“

„… den Ermittlungsbehörden eine sehr gute und durchsetzungsstarke Arbeit bescheinigt habe. Der deutsche KKK sei erst um 1980 gegründet worden, Seehofer habe dies seinerzeit noch im Internet miterlebt. Dass die Razzia jetzt schon stattgefunden habe, so der Bundesinnenminister, sei eine für Deutschland sehr beruhigende…“

„… vereinzelt Polizisten im deutschen Ku-Klux-Klan gegeben habe. Dies erkläre die Funde der Schreckschusspistolen, da die Beamten wohl aus logistischen Gründen zur aktiven Verteidigung des christlichen Abendlandes ihre Dienstwaffen…“

„… dass einige der Mitglieder durch exzessives Spielen von Ego-Shootern aufgefallen seien. Dem Bundeskriminalamt lägen allerdings keinerlei Hinweise vor, dass sich durch E-Sport eine Persönlichkeitsveränderung, geschweige denn eine Radikalisierung oder…“

„… der Ku-Klux-Klan in Deutschland keine lange Geschichte habe. Die Bundesanwaltschaft sehe bisher nur eine sehr kleine Gruppe, die auch positiv auffalle durch ihre deutsch-amerikanische Freundschaft, die in Zeiten der Globalisierung zur tieferen Verständigung zwischen den…“

„… die Landeskriminalämter Ermittlungen bei öffentlichen Treffen einschließlich einer Kreuzesverbrennung nicht verfolgt hätten. Die Gefahr, dass sie aus Gründen der Rechtssicherheit dann auch Karnevalsveranstaltungen hätten observieren müssen, sie bei der aktuellen Personaldecke nicht mehr zu…“

„… einen ausgeprägten Märtyrerkult pflegen würden. Dass von ihnen besondere Gefahr ausgehe, wolle das Bundesamt für Verfassungsschutz nicht bestätigen, vielmehr sei es so, dass jedes Mitglied, das im Kampf um die weiße Rasse durch Polizeikugeln versterbe, für die Gemeinschaft einen ganz besonderen…“

„… die Finanzierung durch Drogengeschäfte und Zwangsprostitution nicht nachgewiesen werden könne. Man dürfe die bei beim BKA mit diesen Themen beschäftigten Beamten nicht befragen, da sie sehr eng mit der Aufklärung von Straftaten gegen AfD-Mitglieder…“

„… es bereits Ermittlungen gegeben habe, die die Bildung einer terroristischen Vereinigung beträfen. Diese seien nicht fortgeführt worden, da KKK-Mitglieder 1992 einen rein deutschstämmigen Obdachlosen ermordet hätten, was aber nicht ihrem Täterprofil als ausländerfeindliche…“

„… das in den 1990-er Jahren erschienene Magazin des Ku-Klux-Klan nicht mehr verbreitet werde. Medienexperten des Innenministeriums gingen davon aus, dass dies eine Entwicklung sei, die durch das Verschwinden von Printmedien auf dem deutschen Markt begünstigt werde, so dass eine Schwächung der rechtsextremistischen Kreise sich mittlerweile fast logisch aus dem…“

„… von den Neonazis monatliche Beiträge zur Aufrechterhaltung der Gruppe eingezogen worden seien. Gauland sehe hier eine verwaltungsrechtliche Parallele und lehne die GEZ-Gebühren ab, da auch durch diese Zwangsmaßnahme erwiesenermaßen terroristische Gewalt gegen die…“

„… in den Neonazis erst einmal sehr aktive und tatfreudige junge Männer sehe, denen man zuhören müsse, um sich mit ihren Ansichten zu einer sich rasch veränderten Gesellschaft auseinandersetzen zu können. Palmer werde jedoch nicht selbst mit…“

„… wolle die Innenministerkonferenz mit einem demonstrativen Schulterschluss die Sicherheit in Deutschland wiederherstellen, indem Gruppen, die sich bereits real mit Schutzwaffen ausgerüstet, zum Systemwechsel aufgerufen und Straftaten gegen Bürger begangen hätten, die Härte des Gesetzes spüren müssten. Die Aktion AntiAntifa werde Reul mit dem ehemaligen Bundesminister Friedrich sowie anderen hochrangigen…“





Alles nach Plan

21 01 2019

„Sie wollen mir doch jetzt nicht erzählen, dass ein Staatsunternehmen wie die Deutsche Bahn AG auf diesem technischen Standard…“ „Was regen Sie sich denn auf, läuft doch alles nach Plan.“ „Wie bitte!? wann waren Sie denn das letzte Mal in Stuttgart?“

„Meine Güte, das Thema ist doch nun durch, die Protestwelle ist vorbei, die grüne Landesregierung hat sich mit dem Bahnhof abgefunden, und jetzt kommen Sie hier mit Ihrem Geschrei um die Ecke.“ „Weil eben nichts läuft, und schon gar nicht nach Plan!“ „Die Bauarbeiten kommen doch gut voran, ich weiß gar nicht, was es da zu meckern gibt.“ „Der Betrieb ist doch so gar nicht möglich. Stellen Sie sich mal vor, Sie sind Reisender mit Kleinkind und müssen bei einem technischen Defekt…“ „Wer Kinder hat, fährt eh meist Auto.“ „Es geht hier um den Brandschutz, verdammt noch mal! Sie kommen mit einem Kleinkind nicht aus dem Bahnhof raus! Oder wenn Sie eine Gehhilfe brauchen oder im Rollstuhl sitzen oder als…“ „Ich sage es gerne noch mal kursiv für Sie, es läuft alles nach Plan.“ „Bei anderen Verkehrsprojekten wird wenigstens die Notbremse gezogen, wenn der Brandschutz nicht funktioniert, aber für ein Prestigeprojekt wie dieses Milliardengrab, Grab übrigens im wahrsten Sinne des Wortes, da werden immer neue…“ „Jetzt regen Sie sich mal ab, das haben wir doch alles längst von Ihren Erfüllungsgehilfen gesagt bekommen.“ „Sie haben es nur ignoriert. Sie können sich bei einem Unglücksfall in diesem Tiefbahnhof entscheiden, ob Sie lieber verbrennen, ersticken oder totgetrampelt werden.“ „Na, da können Sie mal sehen – bei der Bahn kriegen Sie wenigstens etwas für ihr Geld.“

„Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie die Bundeskanzlerin dieses Ding zur Chefsache erklärt hat.“ „Das sehen wir als Regierungsverantwortliche auch so. Es hat sich nichts an unserer Einschätzung der Sachlage geändert, mehr noch: wir sind der Ansicht, dass wir frühzeitig richtig gehandelt und auf eine nachhaltig tragbare Entscheidung gesetzt haben.“ „Deshalb wollte Merkel diesen Schrott auch als Entscheidung über die Zukunftsfähigkeit dieses Landes haben.“ „Wollen Sie lieber in einem Land leben, in dem man nicht mal einen modernen Bahnhof bauen kann?“ „Dann wandere ich in die Schweiz aus, die haben wenigstens noch eine funktionsfähige Eisenbahn.“ „Gleich werden Sie bestimmt noch witzig und bezeichnen sich selbst als Vaterlandsverräter, stimmt’s?“ „Dann erklären Sie mir mal, warum bestimmte ICE-Züge nicht durch lange Tunnel fahren dürfen.“ „Das liegt weder an den Tunnels noch am ICE, sondern an den kaputten Gleisen. Versuchen Sie nicht, mich für dumm zu verkaufen.“

„Ihnen ist überhaupt nicht klar, was dieses Projekt für Risiken birgt.“ „Dafür wollen Sie von seinen Chancen einfach nichts wissen.“ „Es kann doch nicht sein, dass dieser Bahnhof mit zu engen Zufahrttunneln ausgestattet wird.“ „Die entsprechen der technischen Norm.“ „Die die Bahn für Stuttgart 21 neu definiert und trotzdem unterschritten hat. Neunzig Zentimeter Fluchtweg, da kommen Sie doch mit einer Gehbehinderung nie durch.“ „Wenn es im Tunnel wirklich brennt, sind auch zehn Meter breite Wege sinnlos.“ „Und genau deshalb sind die meisten Bahnhöfe immer noch über der Erde gebaut.“ „Ja, wer weiß schon, wie lange dieser Segen hält.“

„Was machen Sie eigentlich, wenn bei einem Brand Öl ausläuft?“ „Bin ich die Feuerwehr? Ich würde sagen, es wird gelöscht.“ „Hoffentlich wird es gelöscht, bevor die Wassertanks platzen. Was eine Bratpfanne mit rauchheißem Öl macht, wenn man Wasser hineinschüttet, hat sich bis zu Ihnen hoffentlich herumgesprochen.“ „Ich weiß gar nicht, worauf Sie hinauswollen. Es läuft alles nach Plan.“ „Und wenn Dichtungen brennen, Motoren, dann haben wir ein Inferno aus Senfgas und Blausäure.“ „Naja, dazu muss es ja auch erstmal brennen.“ „Können Sie das ausschließen?“ „Natürlich nicht, aber Sie müssen doch trotzdem nicht den Teufel an die Wand malen.“ „Wenn Sie jetzt die Entrauchung mit den typischen Belüftungsmaschinen ausstatten, jagen Sie im Brandfall wie mit einem monströsen Blasebalg Unmengen von Sauerstoff direkt in die Flammen.“ „Tatsächlich?“ „Alles das steht in den Dossiers.“ „Dann müsste die Bahn es doch wohl gelesen haben.“ „Sonst bliebe nur die Möglichkeit, dass die Verantwortlichen Fakten leugnen, ohne vorher entsprechende Gutachten gelesen zu haben.“ „Das kann ich mir nicht vorstellen.“

„Haben Sie sich eigentlich schon mal überlegt, dass sich jeder Terrorist hier die Finger leckt?“ „Ach was.“ „Je mehr diese Versäumnisse beim technischen Brandschutz…“ „Die Sie gerade in der Öffentlichkeit breittreten.“ „… geleugnet und verschleppt werden, desto mehr spielen wir dem Terror in die Hände. Jeder, der diese Katastrophe für technisch machbar hält, wird sich mit der Möglichkeit eines Anschlags auf diesen Bahnhof beschäftigen. Wir servieren sämtlichen Terroristen ein Anschlagsszenario auf dem Silbertablett!“ „Ja.“ „Mehr fällt Ihnen dazu nicht ein!?“ „Es geht uns um Deutschlands Zukunftsfähigkeit, das wissen Sie doch. Wenn dieser Anschlag nicht stattfindet, dann werden wir nie wieder die Chance haben, die Sicherheitsgesetze an unsere Vorstellungen anzupassen. Es läuft, wie ich es Ihnen bereits gesagt hatte, alles nach Plan.“





Aufbruchsstimmung

15 01 2019

„… sei die Gründung von Aufbruch deutscher Patrioten – Mitteldeutschland bereits erfolgt. Poggenburg werde bis zur Bundestagswahl viele Millionen Stimmen für die…“

„… aus persönlichen Gründen erfolgt sei. Mit dem Urteil, dass die Partei den mehrfach mit Haftbefehl gesuchte AfD-Politiker auf zwei Jahre für alle Ämter gesperrt habe, gehe ihm eine wirtschaftliche Grundlage zur Tilgung seiner…“

„… aber explizit ausgenommen worden sei. Thüringen sei ein weltoffenes und demokratisches Bundesland und müsse daher in der Regionalpartei unbedingt eine wichtige…“

„… werde er die Interessen der mitteldeutschen Bevölkerung gegen die restliche BRD GmbH vertreten. Poggenburg verlange nach der Auflösung dieses jüdisch-alliierten Konstruktes allerdings, dass er selbst das Stammkapital auf sein Girokonto bei der…“

„… dass eine Vereinigung der Partei mit PEGIDA parteienrechtlich nicht zu bewerkstelligen sei. Außerdem habe Bachmann in einer Pressemitteilung verlauten lassen, dass er ungern mit einem vorbestraften…“

„… einen eigenen Landesverband der AdP gründen werde. Voraussetzung, so Höcke, sei, dass er selbst den Parteivorsitz als designierter Führer und Kanzler des Deutschen Reiches nach der…“

„… als Wahlkampfziel die Streichung des §130 StGB in den mitteldeutschen Bundesländern in Angriff nehme. Dies solle vor allem der Absicherung dienen, dass nach der Wahl noch ausreichend viele Aufbruch– Mitglieder auf freiem Fuß sind, um eine Regierung zu…“

„… abschlägig beschieden worden sei. Höcke werde nun nach intensiver Rücksprache mit seinen Rechtsbeiständen eine Rückzahlung von Darlehen in Höhe von…“

„… das Logo der neuen Rechtspartei nicht mehr in Blau gestaltet werden dürfe. Petry habe mit einer anwaltlichen Stellungnahme die…“

„… Thüringen explizit von seiner Gruppierung ausnehmen werde, da es sich nicht um einen mittel-, sondern einen ostdeutschen…“

„… gerne dabei behilflich sein werde, die Mauer wieder aufzubauen, um die Bevölkerung in der ehemaligen DDR in einem eigenen Staat zu befrieden. Sonneborn erwarte lediglich, dass die AdP sämtliche Nationalsozialisten in ihre eigene Zone schaffe und sie nicht wieder nach…“

„… scharf verurteilt habe. Für Steinbach sei Ostdeutschland ausschließlich das von polnischen Invasoren nach dem Vernichtungskrieg gegen das Deutsche Reich Gebiet, das seit Jahrhunderten von rassefremden Untermenschen okkupiert werde. Es brauche endlich eine Partei, die unter ihrem Vorsitz die Verfehlungen der deutschen Ostpolitik seit…“

„… dass die Partei den Linksfaschisten Höcke nicht mehr als Mitglieder akzeptiere. Dieser habe durch sein Amtsenthebungsverfahren hinreichend deutlich gezeigt, dass er unzuverlässig und…“

„… nur ein verjiddelter Schmarotzer sei, der im Zuge einer nationalen Staatsnotwehr in die Gaskammer geprügelt werden müsse, da er der Verniggerung durch Museldreckschweine mit voller Absicht Vorschub leiste. Maier werbe öffentlich damit, den Volksverräter Poggenburg mit einem Kantholz zu…“

„… weise Höcke darauf hin, dass jeder, der ihn als Linksfaschisten bezeichne, ein Rechtsfaschist sein müsse. Daher sei er als einziger in der Lage, Deutschland zu retten vor der Gefahr einer Revolte durch Poggenburg und seine linksfaschistischen…“

„… könne sich die AdP Maier durchaus als stellvertretenden Parteivorsitzenden vorstellen, wenn er bereit sei, sein Mandat im sächsischen Landtag mit sofortiger Wirkung für die…“

„… dass auch eine Vereinigung mit der NPD ausgeschlossen sei. Franz sperre sich nicht gegen eine Zusammenarbeit mit anderen rechtsextremen Kräften, es gebe aber bei den Nationaldemokraten bereits ausreichend pädophile Soziopathen, so dass es keiner weiteren…“

„… eine Gegenbewegung im Westen grünen wolle. Gedeon wolle nicht aus der AfD austreten, sehe aber die Legalisierung der Holocaustleugnung und eine rassereine Volksgemeinschaft als in der Verfassung verankertes Staatsziel durchaus als motivierende politische Ziele an. Die von Baden-Württemberg ausgehende Gründung von Sozialer Aufbruch – Nationalisten sei nur eine Frage von…“

„… habe der stellvertretende AdP-Vorsitzende Maier Höcke und die Altpartei AfD als gefährliche Volksverräter bezeichnet, die durch linken Terror die muslimischen Bewohner aus Mitteldeutschland vertrieben hätten, so dass es heute kein ausreichend sichtbares Feindbild für die…“

„… habe Meuthen angekündigt, den Vorsitz der Fraktion zu übernehmen. Er gehe davon aus, dass er dadurch ein dreifaches Gehalt beziehe, sich nicht zu Sachfragen äußern müsse und auch keine…“

„… könne sich Maaßen vorstellen, als Sonderberater für die Bewegung tätig zu werden. Es müsse vor der Bundestagswahl eruiert werden, ob die Partei nach dem Sieg das ganze deutsche Staatsgebiet, nur Mitteldeutschland oder auch von Polen und der Sowjetunion besetzte Gebiete im…“

„… den Zusammenschluss beider Gruppen als Neuer sozialer deutscher Aufbruch – Poggenburg in den Wahlkampf zu führen. Der Bundesvorsitzende sei sich sicher, dass eine Partei, die bereits im Namen klarmache, wofür sie stehe, eine große Zukunft bei den…“





Schnauze

14 01 2019

„Und er hat tatsächlich gesagt, dass er sich die Kanzlerkandidatur zutraut?“ „Meine Güte, diese Springerschmierlappen haben ihn gefragt, da kann er schlecht nein sagen.“ „Warum eigentlich nicht?“ „Weil sonst die SPD endgültig weg ist.“ „Und was ist sie jetzt?“

„Ich verstehe ja, dass Sie das kritisch sehen, aber dann müssen Sie auch konkrete Vorschläge zur Verbesserung der Situation…“ „Nicht schon wieder die alte Leier!“ „Haben Sie Lösungsvorschläge, ja oder nein?“ „Den ganzen Laden in die Tonne treten, aber mich fragt ja wieder keiner.“ „So leicht dürfen wir es uns auch nicht machen, schließlich haben wir staatspolitische Verantwortung.“ „Für die SPD?“ „Nein, für… ach, ist ja auch egal jetzt.“ „Dann sagen Sie’s halt, ich meine, Sie glauben doch noch an das Wunder von Berlin, oder?“ „Erstmal müssen wir uns erneuern, das sagen doch alle.“ „Sehen Sie es mal positiv, wenn wir das eh nicht schaffen, dann sollten wir es wenigstens glaubwürdig beenden.“ „Wie das denn?“ „Na gucken Sie, Scholz gibt uns das gute Gefühl, mit diesem Kandidaten tun wir alles für eine Erneuerung – und wir verhindern gleichzeitig wirksam, dass sie stattfindet.“ „Sie meinen, das geht?“ „Das hat die SPD bisher mit dem Sozialismus auch hingekriegt.“

„Warum beißen sich jetzt alle an diesem Mann so fest?“ „Weil er dieses gewisse Etwas hat.“ „Wie bitte?“ „Naja, knapp unterhalb von Charisma.“ „Entschuldigen Sie mal, was haben Sie denn da wieder geraucht!?“ „Dann hören Sie sich mal an, was der sonst so von sich gibt. Wenn Sie nicht so genau hingucken, dann kann man den Eindruck kriegen, Schmidt hätte sich in der Hausnummer geirrt.“ „Oder in der Partei.“ „Ach was, das ist doch seine Masche.“ „Sie meinen, der macht das mit Absicht?“ „Alles.“ „Alles?“ „Zunächst: Hamburg. Wenn ein Kanzler irgendwo herkommt, dann aus der Hansestadt.“ „Die Merkel ist doch aber aus der Zone?“ „Und in Hamburg geboren.“ „Ach so.“ „Eben. Und dann dieses weltmännische Verstehen von Volkswirtschaft, da merkt man doch: der hat so einen preußischen Chic, der macht das nicht für Geld.“ „Der wandert hinterher in die Wirtschaft ab, darauf können Sie aber Gift nehmen.“ „Was er danach macht, ist schnurzegal. Und dies harte, man möchte sagen: männliche Durchgreifen in höchster Gefahr für seine Stadt!“ „Sie wollen jetzt nicht die Sturmflut 1962 mit dem Polizeieinsatz bei der Kapitalistenparty vergleichen?“ „Schmidt hat auch aufs Grundgesetz gepfiffen.“ „Aber doch nicht auf Artikel 1!“

„Wissen Sie, so eine Koalition mit der Union kann ganz lustig sein, man muss nur die richtige Konstellation finden.“ „Sie meinen ernsthaft, dass die SPD den Kanzler stellt und die CDU den Junior macht?“ „Andersrum will’s der Wähler nicht mehr, so viel steht schon mal fest.“ „Jetzt verlieren Sie langsam den Boden unter den Füßen.“ „Und mit der Sachpolitik machen wir es dann wie mit der Erneuerung.“ „Die findet also auch nicht statt?“ „Zumindest nicht so, wie sich die Opposition aus Grünen und Linken das vorstellt. Mit einem echten Wirtschaftskanzler kann man doch Hartz IV nicht abschaffen.“ „Wirtschaftskanzler?“ „Merz hätte das auch nicht gemacht.“ „Entschuldigen Sie mal, das ist doch Realsatire! Von einem SPD-Kanzler wird man erwarten, dass er sich um die Mieten kümmert und um die Löhne, um Kitas und Pflege und…“ „Macht er doch, jede Wette. Unsere Kampa wird der Knaller, sollen Sie mal sehen!“ „Also wieder nur ein Wahlkampfkanzler?“ „Denken Sie an sein Vorbild, wir werden ein politisches Beben sehen, das geradezu an einen Ruck erinnert. Jetzt erleben wir Scholz-Schnauze.“ „Schnauze?“ „Naja, die Schnittmenge mit Schmidt ist nicht gerade groß, aber irgendwo muss man doch anfangen.“ „Ich wäre sehr vorsichtig mit dem Spitznamen, gerade in Hamburg hat man seinen Brechmitteleinsatz gegen Kleinkriminelle immer noch gut im Gedächtnis.“ „Das wäre eher eine parteiinterne Bezeichnung.“

„Wenn ich das richtig verstanden habe, ist er innerhalb der eigenen Partei auch umstritten.“ „Das kann man so sehen, es halten sich ja noch andere für kanzlertauglich.“ „Weil?“ „Na, aus Gründen halt.“ „Nein, ich meine… ach, vergessen Sie’s.“ „Schauen Sie mal, in dieser Hinsicht ist doch Scholz ein absolutes Multifunktionswerkzeug.“ „Das verstehe ich nicht.“ „Klar, das muss man auch erlebt haben, aber…“ „Nein, nicht so.“ „Sehen Sie, der Sozialismus, politische Inhalte, die Erneuerung, und jetzt auch noch die Kanzlerschaft – das ist ein Zukunftsmodell für die Sozialdemokratie!“ „Also wir träumen von der Kanzlerschaft, aber wir wissen genau: mit dem Mann kann man sich das langfristig in die Haare schmieren.“ „Jawohl, und dann kommt erst die Zukunft: wir haben eine Perspektive, von Wahl zu Wahl.“ „Von Ewigkeit zu Ewigkeit, das wollten Sie doch sagen?“ „Oder so, jedenfalls ist mit solchen Kanzlerkandidaten ausgeschlossen, dass wir je auch nur in die Nähe der politischen Verantwortung geraten.“ „Ab jetzt Ausruhen auf der Oppositionsbank?“ „Für den Rest des Lebens, oder wenigstens solange, wie es die SPD noch gibt.“ „Und danach?“ „Wie, danach?“ „Das muss ja nicht unbedingt zusammenfallen.“ „Stimmt, aber wenn man erstmal die richtige Erfahrung gesammelt hat, ein Profil, ein Image, verstehen Sie, was sich auch in der Öffentlichkeit gut verkaufen lässt, dann kann man das doch wirklich auch mal einsetzen und sich für die Gesellschaft, also die Wirtschaft, verstehen Sie, die braucht solche Köpfe immer.“ „Was soll ich in der Wirtschaft?“ „Wer redet denn von Ihnen? Ich rede von Olaf Scholz!“





Gernulf Olzheimer kommentiert (CDXLVI): Unsinnige Pyrotechnik

11 01 2019
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Das Ritual blieb. Alle Jahre wieder kauten die Jünglinge aus Rrts Sippe samt angrenzendes Volks vergorene Buntbeeren, bis sie erst lustig wurden und dann knapp vor doof. Der erste, der sich nur im Lendenschurz in die Steppe traute, wo die leicht genervte Säbelzahnziege in Ruhe vegetieren wollte, genoss das höchste Ansehen beim Damenflor, stets vorausgesetzt, jene Ziege gab dem kreischenden Knirps nicht eins mit den Hörnern mit, was sich auf die Familienplanung fatal hätte auswirken können. Wer überlebte, konnte sich ruhig zum Deppen machen, denn er hatte es ja überlebt. Dass diese Zuchtauswahl vorwiegend grottoid ausgestattete Vollhonks in den Genpool pinkeln ließ, machte die Evolution nicht unbedingt erfolgreicher und erklärt manche Spätfolge, unter anderem, warum so viel hässliche Flusenlutscher Stammväter ihrer Völker wurden. Und warum das Ritual blieb.

Wir haben das ja heute gar nicht mehr nötig. Statt sich Zufallsalkaloide in die Birne zu drücken, greift der professionelle Nanodenker zum Schnaps, der so wohlig die Synapsen anlöst, und holt sich im Discounter des Vertrauens das Ballerpaket zum Preis eines vergoldeten Lamms – was kann schon schiefgehen in der Kombination? Und wahrlich, sie versuchen mit akribischem Zorn auf die Materie jede noch so klinisch bekloppte Idee zu realisieren, wie man Explosionskörper zum Detonieren bringen kann. Im Ergebnis sprengen sie sich die Flossen weg, lassen Knochensplitter durch die Luft spritzen und marmeln sich mit etwas Glück den Schädel ein. Auch im nüchternen Zustand schaffen sie es, einfach konstruierte Flugkörper bodennah in der Horizontale zu zünden, damit’s dem Nachbarn die Gonaden wegzoscht oder wenigstens seinen Hund atomisiert. Früher hatte es noch gereicht, im Kampf gegen die Elemente heldenhaft der Gefahr ins Auge zu blicken, heute verliert man in einem Arbeitsgang mindestens noch ein Auge, um beim Niki-Lauda-Ähnlichkeitswettbewerb die Endrunde zu rocken. Als Sicherheitsbelehrung reicht Wer das liest ist doof ja längst aus, weil es die Zielgruppe so elegant wie vollständig abdeckt.

Der Traum, rücksichtlos mit der Kettensäge im Anschlag durch ein Wohnviertel zu delirieren, fasst die hart unterdrückten Männlichkeitsfantasien der kernbescheuerten Torfatmer geradezu idealtypisch zusammen: warum sollen nicht auch andere zünftig aufs Maul kriegen, wenn der Dumpfklumpen selbst in einer komplett ersetzbaren Randexistenz vor sich hindümpelt? Schwillt dem Trottel der Kamm, so nähert er sich asymptotisch zutiefst verinnerlichten Selbstvernichtungsbildern, denen die majestätische Ruhe des ehemals Organischen folgt, die Stille nach dem Stuss, wenn sich blässlich die Sonne hebt über den Haufen aus Böller, Bein und Blutopfern. Nichts davon ist neu.

Die Psychoanalyse versucht den Holzschnitt des bornierten Urmenschen zurecht zu schwiemeln, der in Naturgeisterfurcht wilde Heere mit allerhand Gedöns vom Himmel feuern will und postmodern überformt seine alte Heidenangst im Abendland zu kultivieren versucht. Ganz nebenbei erliegt er dem Guckreiz und ästhetisiert seine Angst bis zum kollektiven Knalltrauma. Natürlich braucht der heutige Hominide die Rationalisierung, doch die funktioniert nun einmal nur mit den Zombies auf dem Hirnfriedhof, dem wimmernd verdrängten Grausen, das jammerläppische Zärtlinge treibt, wie sie im Vollbesitz präpotenter Willenskraft Mut proben. Etwas weniger deformierte Protzbrocken reagieren saisonunabhängig ihre Mannhaftigkeit am Kugelgrill ab, andere lassen sich auf Rollschuhen am Rennwagen nachschleifen, bis die Schädelbasis schmackig am Betonboden aufknuspert, doch nur Feuerwerk bietet den Spaß für die ganze Familie, die bei einem Druckstoß die Stratosphäre füllt. Der heimliche Bombenbürger denkt auch an Renommee und Ehre, wenn er dem Sprengsport nachgeht.

Denn unsinnige Pyrotechnik ist mitnichten nur Ausdruck eines grob gestrickten Egos, das gerne die Umwelt kaputt macht, damit es nicht alleine in der Versenkung verschwindet, sie ist ein solide an der Schädelinnenseite festgepfriemelter Marker für soziale Distinktion. Höher, greller, lauter muss es sein, wenn man die Kasper aus der Nachbarbutze in die Schranken weisen will – wer mehr Kohle in die Feinstaubproduktion investieren kann, um die Welt für seine Kinder zu versauen, demonstriert damit Überlegenheit, noch dazu mit einer Ware, die stets der herrschenden Klasse vorbehalten war. Und so zeigen sich Jahr um Jahr Herden verstrahlter EEG-Nullkurven, dass sie die Ausbildungsvorsorge für ihre Brut in den Himmel schießen können, denn nur so nimmt man sie als elitäre Zusammenrottung an der Spitze der Einwohnerpyramide ernst. Man könnte das einfacher haben, aber wer brettert schon mit Absicht seinen SUV in die Leitplanke, um in einem epischen Lichtblitz zu verenden. Die Geister geht es nichts an, sie kennen das Gesülze von der freien Entfaltung der Persönlichkeit in der unmännlichen Gesellschaft, so vorhersehbar ist die Schar derer, die zum Schluss im Do-it-yourself-Armageddon abtreten wollen. Darwin, übernehmen Sie.