Schlüsselposition

28 07 2022

Anne tupfte sich den Schweiß von der Nase. „Stromfresser hin oder her“, stöhnte sie, „es ist zu heiß.“ Luzie nickte. „Ich hole den Ventilator aus dem Keller.“ Sie stand auf, ging durchs Vorzimmer und öffnete die Schiebetür, hinter der sich die kleine Abseite und das Schlüsselbrett befand. Was sich am Brett nicht befand, war der Kellerschlüssel.

„Aber er hat doch immer dort gehangen?“ Ich betrachtete sehr konzentriert die Auslegeware der Kanzlei, denn jeder wusste, in welchem Verhältnis Anne zu Schlüsseln im Allgemeinen stand. Bis auf den Autoschlüssel, inzwischen eine Fernsteuerung für den Wagen, die sich stets in ihrer Handtasche befand und häufig sogar in der richtigen, hatte sie die Schlüssel für Geschäfts- und Privaträume aus Erfahrung in mehrfacher Ausfertigung bei mir und Breschkes deponiert, in der Küchenschublade von Staatsanwalt Husenkirchen und bei Doktor Klengel. „Warum hängt der Kellerschlüssel nicht an diesem Brett“, knurrte Anne, „und warum hängt das Brett nicht an der Tür wie in jedem anderen Haushalt?“ „Weil dies eben kein Haushalt ist“, wandte ich ein. „Luzies Idee, das Brett nicht neben den Eingang zu schrauben, liegt daran, dass zu viele Mandanten die Kanzlei betreten, denen man alles zutrauen kann.“ Sie zog die Stirn in Falten. Das hatte damals auch ihr eingeleuchtet, nicht aber der Gedanke, dass es für Schlüssel nur ein sicheres Quartier geben kann: ein abschließbares Kästchen, klein oder groß, gut zugänglich, aber eben abschließbar.

Luzies Einwand, sämtliche Schlüssel wären so sicher wie in Abrahams Schoß, lägen sie in ihrem Schreibtischschränkchen, hatte Anne frühzeitig in argumentativem Furor beiseite gewischt. „Was soll ich denn machen, wenn Du mal einen freien Tag hast?“ Die Büroleiterin, die stets als erste die Kanzlei betrat, schloss natürlich auch die Laden an ihrem Arbeitsplatz auf. „Notfalls könnte ich die Schlüssel in Deinem Schreibtisch deponieren“, gab sie mit sarkastischem Unterton zurück. „Ich habe ja den Ersatzschlüssel bei mir zu Hause.“ Der Teppich begann wirklich interessant auszusehen.

Das Problem war bekannt, hatte eine Geschichte und zu viel Wirrungen geführt, die auch durch das kleine Gerät nicht besser wurden, das Breschkes Tochter von einer Ostasienreise mitgebracht hatte. Der Schlüsselfinder, der am Corpus delicti befestigt werden konnte, sollte mit Hilfe von Funkwellen aufgespürt werden, wie das ja Anne auch mit ihrem Wagen tat – das sportliche Gefährt war nicht eben unscheinbar, jeder hätte es auf dem Parkplatz leicht ausfindig machen können, doch sie zog es vor, mit dem kleinen Druckknopfdings durch die Reihen zu gehen und beständig um sich zu blicken, wo unter meerschweinartigen Quietschgeräuschen hektisches Blinken sichtbar ist. Allein sie hatte die Vorliebe für den Ablauf nicht auf das rote Plastikteil übertragen, so dass der Kellerschlüssel weiterhin verschollen blieb. Luzie sah sich hilflos in der Abseite um. „Wo ist eigentlich dieser Schlüsselfinder?“

Tatsächlich gibt es Bodenbeläge, denen man nach jahrelanger, regelmäßiger Belastung kaum ihr Alter ansieht. Ganz nebenbei hörte ich, wie Anne aus der Erinnerung den Verbleib des Suchgeräts rekonstruierte; sie hatte ein Loch an der stilisierten Blume entdeckt und ihn aus Gewohnheit zusammen mit dem Schlüssel und der Empfangseinheit an den Ring gehängt, wo sie nun in trauter Dreisamkeit wieder verbunden waren, wo auch immer. „Es kann sich höchstens um höhere Gewalt handeln“, ätzte Luzie, „nichts hindert uns, das Haus einzureißen, wenn wir den Keller betreten wollen.“ Ich spielte vor meinem geistigen Auge einige Szenarien durch, in denen die sich anbahnende Katastrophe ohne größere Folgeschäden abgewendet werden könnte, da kam Anne der entscheidende Gedanke. „Ich habe das bestimmt in der Handtasche.“ Die Nachschau ergab, dass dem nicht so war. Es bestand keine Hoffnung mehr. Vermutlich würde ich so schnell wie möglich einen Ventilator besorgen müssen, um dieses unerträgliche Klima wiederherzustellen.

„Die unterste Schublade!“ Luzie drehte sich auf dem Absatz um, stürmte ins Besprechungszimmer und setzte sich auf den Drehstuhl. „Ich bin ja nicht immer pflegeleicht“, maulte Anne, „aber das geht nun wirklich zu weit.“ „Ach was!“ Luzie hatte das Aktenfach geöffnet, wühlte zwischen den Mappen herum und zog endlich triumphierend das gesuchte Dreigestirn hervor. „Ich wusste doch genau, dass da etwas Rotes unter den Deckeln liegt.“ Ein Druck auf die Sendeeinheit bestätigte, dass zumindest auf kürzere Distanz der am Schlüssel angebrachte Empfänger so zuverlässig wie nervtötend fiepte. „Wir müssen also jetzt den Sender abziehen, dann kommt der Schlüssel wieder ans Brett, und wenn wir ihn tatsächlich einmal nicht finden sollten, dann haben wir immer noch diesen kleinen Helfer.“ Anne seufzte. Es hatte sich nicht nur die Anspannung der vergangenen Stunde in Wohlgefallen aufgelöst, sie konnten nun auch darauf warten, dass ein dienstbarer Geist – nämlich ich – den Ventilator die Treppen bis ins dritte Stockwerk tragen würde. Da es sich um ein Standmodell mit schwenkbarem Kopf handelte, blieb ihnen auch gar nichts anderes übrig, als sich in Geduld zu üben.

Der Ventilator tat, wozu er angeschafft worden war: er wirbelte Luft in den Raum. „Übrigens“, ließ sich Luzie vernehmen, „Breschkes Tochter hat nicht nur einen mitgebracht.“ Und sie zog ein Tütchen aus dem Regal in der Abseite. Noch ein Suchknopf mit Piepser. Anne war perplex. „Kein Problem“, sagte ich. „Wenn der Schlüsselfinder mal verloren geht, kleben wir den anderen an den Empfänger, und Du hast noch einen Ersatz für die Handtasche.“





Besserwisser

20 07 2022

„Also für mich ist das Umerziehung.“ „Das klingt so negativ.“ „Aber das Volk wird doch gezwungen, sein Verhalten zu ändern.“ „Für Sie ist Erziehung also gleich Zwang?“ „Ich will aber nicht von der Regierung erzogen werden!“ „Und was sollte Ihrer Meinung nach eine Regierung tun?“ „Irgendwas besser machen, aber nicht mich erziehen.“

„Ich nehme an, Sie wollen lieber ungezogen sein.“ „Ich lasse mir von einer Regierung nicht per Gesetz das Gendern vorschreiben!“ „Es gibt gar kein Gesetz, das das Gendern vorschreibt.“ „Aber dieser Regierung ist es zuzutrauen!“ „Müssen Sie mir eigentlich auf die Schuhe urinieren?“ „Wo habe ich Ihnen…“ „Ich dachte nur, zuzutrauen wäre es Ihnen ja.“ „Dann ist das ja noch viel schlimmer!“ „Dass Sie mir nicht auf die Schuhe pinkeln?“ „Die Leute derart indoktriniert, dass sie das freiwillig machen!“ „Also gendern manche Menschen aus freien Stücken, ernähren sich vegan, obwohl sie niemand dazu zwingt, und fahren ohne Not Tempo 100 auf der Autobahn.“ „Das ist Terror, und wir wären keine Deutschen, wenn wir dagegen nicht in den Widerstand…“ „Sind Sie eigentlich geimpft?“ „Keine wahren Deutschen!“ „Und wenn sich die Deutschen freiwillig vegan ernähren, ist das dann auch Staatsterrorismus?“ „Man wird als Deutscher ja gezwungen, sich freiwillig zu verhalten!“ „Von den philosophischen Implikationen abgesehen, ist es Ihnen denn zu schwer, einen freien Willen zu entfalten?“ „Gar nichts darf man mehr in diesem Scheißland, das ist genau wie in der…“ „Sie hatten jetzt aber nicht vor, irgendeinen antisemitischen Vergleich anzuführen?“ „Gar nichts mehr darf man in diesem Land, gar nichts mehr!“

„Was würden Sie eigentlich machen, wenn Ihre Stromrechnung plötzlich enorm anstiege?“ „Das sind doch wieder diese Panikbotschaften, die die Ökoterroristen benutzen, um das Volk bevormunden zu können!“ „Die Energiekonzerne haben die Preise jedenfalls schon angehoben.“ „Aber das war nicht aus Gründen der Umerziehung.“ „Wäre es da nicht in Anbetracht Ihrer übrigen Lebenshaltungskosten ganz gut, wenn Sie sich mal ein bisschen mit dem Thema Ressourcensparsamkeit…“ „Ich lasse mich von dieser Regierung nicht wie ein Kleinkind behandeln, damit das mal klar ist!“ „Sie verhalten sich also lieber als asozialer Schmarotzer, wenn ich in Ihrer Diktion bleiben dürfte?“ „Was hat das denn damit zu tun?“ „Und wenn Ihre Stromrechnung auf einmal so hoch würde, dass Sie sie nicht mehr zahlen könnten?“ „Dann kann ich immer noch an den anderen Sachen sparen.“ „Sie sparen, sobald Sie wissen, dass Sie sowieso schon im Minus sind.“ „Das weiß man doch nicht vorher!“ „Was meinen Sie wohl, warum die Regierung Ihnen schon jetzt die eine oder andere Handreichung gibt, sich mit dem Thema Sparsamkeit zu beschäftigen?“ „Das sind diese Besserwisser, die immer meinen, dass sie immer alles schon vorher gewusst haben!“ „Dann haben Sie es ja schon einigermaßen kapiert.“

„Ich finde es nur generell problematisch, wenn die Regierung…“ „Wissen Sie immer ganz genau, dass sich eine Regierung dahinter verbirgt?“ „Das weiß man doch, weil das alle sagen.“ „Und wenn alle sagen, dass man besser Wasser sparen sollte, damit die Rechnung nicht so hoch ist, dann ist das eine Bevormundung?“ „Die Leute sind eben schon so indoktriniert, dass sie alles nachplappern, was sie in den sozialen Medien finden.“ „Was auf Sie nicht zutrifft.“ „Natürlich nicht!“

„Was würden Sie denn ändern, wenn Sie es könnten?“ „Ich kann als Bürger gar nichts ändern, das sind doch die Fakten!“ „Aber wenn Sie es könnten?“ „Dann würde diese ganze Panikmache auf der Stelle beenden!“ „Panikmache?“ „Seit zwei Jahren wird uns gesagt, wir sollen uns endlich mit diesem Virus infizieren!“ „Ich dachte, wir sollen überall Masken tragen und uns impfen lassen, damit eben das nicht passiert?“ „Das hatte ich auch erst gedacht, aber jetzt wird überall gesagt, wenn man sich nicht infiziert, steckt man sich später an.“ „Das ist natürlich ein Unterschied.“ „Und deshalb mache ich diese Panikmache jetzt nicht mit!“ „Sie tragen also Masken, halten Abstand und lassen sich in den nächsten Wochen noch mal impfen?“ „Wieso das denn?“ „Damit Sie sich nicht infizieren müssen, wie die Regierung das von Ihnen erwartet.“ „Wieso denn die Regierung, ich dachte, das machen die Ärzte und dieses Institut?“ „Na, Sie wissen doch ganz genau, dass sich dahinter nur die Regierung verbergen kann.“ „Die kriegt doch das gar nicht hin, genauso wenig wie diese Panik mit der Hitze!“ „Was schlagen Sie stattdessen vor?“ „Man kann sich doch einfach mal freuen, wenn es ein paar Tage lang warm ist.“ „Also dieses Freibadwetter, von dem alle gerade reden?“ „Genau – man muss das den Leuten nur oft genug erklären, dass das ganz normal ist, dann kapieren sie es vielleicht auch irgendwann mal.“ „Sie meinen, das Volk muss endlich aufgeklärt werden?“ „Die Leute müssen doch mal verstehen, dass man mit Tatsachen weiter kommt als mit diesem endlosen Gejammer!“ „Und deshalb wollen Sie, dass sich die Leute über vierzig Grad freuen.“ „Richtig, diese vierzig Grad sind doch keine Horrorvision, das sind Tatsachen!“ „Also auch die Leute, die ernsthafte Probleme mit den Temperaturen haben?“ „Wieso…“ „Die unter Umständen sterben, weil sie diese plötzliche Hitze gesundheitlich nicht verkraften?“ „Das sind doch Tatsachen!“ „Die erkannt haben, dass das schon die Auswirkungen des unumkehrbaren Klimawandels sind?“ „Fakten sind das!“ „Wissen Sie, wie ich das nenne?“ „Äh, nein?“ „Umerziehung, Sie Arschloch!“





Wasserzeichen

30 06 2022

„Zwanzig, noch mal dreißig, also insgesamt einhundertzehn.“ Herr Breschke schloss den Karton und schob ihn zurück unter den Küchentisch. Es duftete, vielmehr: roch nach einer Mischung aus Maiglöckchen und Pfefferminzbonbons. Und noch hatte er keins der Erfrischungstücher benutzt.

„Es geht ja nicht um die Kosten“, betonte der Hausherr, „obwohl sie schon recht preiswert sind, wenn man eine größere Menge davon abnimmt.“ Hauptsächlich dürfte wohl es an der Herkunft dieser Hygieneartikel gelegen haben, die seine Tochter aus einem kambodschanischen Warenlager in Peru mit amtlichen Siegeln in drei ausgestorbenen Sprachen besorgt hatte. Immerhin waren bisher noch keinerlei Hautreizungen aufgetreten, noch benutzte der Alte zweimal am Tag die Brause. „Wenn man Wasser sparen kann, sollte man es auch tun.“ Ich nickte. Allerdings gab ich zu bedenken, dass es für Umwelt und Energiesicherheit auch schmerzfreiere Wege geben würde. „Sich zum Beispiel am Morgen mit dem guten alten Seiftuch zu reinigen, wäre einer davon.“ „Nun ja“, lächelte er, „ich bin nun nicht mehr so gelenkig. Duschen ist ein wenig bequemer, das muss ich schon zugeben.“ „Und wie erreichen Sie dann, sagen wir mal: die Zehen mit diesen Dufttüchern?“

Die Wasserrechnung vom vergangenen Jahr wies einen ganz hübschen Verbrauch auf, jedenfalls für ein kleines Häuschen mit Garten. Letzterer war mit Rasen und Rosen Großverbraucher, vor allem in regenarmen Zeiten. „Ich kann meine Pflanzen nicht einfach vernachlässigen“, betonte der pensionierte Finanzbeamte. „Sie müssen wissen, wir sind als Anwohner verpflichtet, diese Flächen zu begrünen.“ Ich sah mich um. Die große blaue Tonne, die seit Jahrzehnten im Keller stand, würde hervorragend unter den Abfluss der Dachrinne passen; ein kleiner Schnitt ins Fallrohr, ein Regensammler, schon liefe der Niederschlag nicht mehr in die Kanalisation. Er kratzte sich am Kopf. „Das würde sicherlich eine Menge weniger verbrauchen.“ Er blickte sich im Garten um. „Auf der anderen Seite liest man gerade überall, dass Sparen auch schädlich sein kann, wenn man die Leitungen nicht regelmäßig spült.“ „Ihre fünf Minuten Duschen am Tag reichen da vollkommen aus“, beruhigte ich ihn. „Keiner wird Sie zu einem Wannenbad nötigen.“

Das Bad, seit Jahrzehnten in einem funktional wirkenden Rostbraun eingerichtet, war die nächste Etappe. „Diesen Brausekopf haben Sie vor dem Dreißigjährigen Krieg installiert“, mutmaßte ich, was Breschke mit Stirnrunzeln quittierte. „Das Ding wird nicht richtig sauber“, nörgelte er. „Man kann Essig dazu verwenden“, riet ich trotz Skepsis beim Anblick der Gummidichtungen, „manche schwören auf Gebissreiniger.“ Aus dem Schränkchen unter dem Waschbecken kramte er eine vergilbte Dose mit Briefchen heraus, die ein blassblaues Pulver enthielten. „Sagen Sie nichts“, stöhnte ich. „Ja, aber sie hat mit die schon vor zehn Jahren mitgebracht, ich wollte sie erst aufbrauchen.“ Auch der Schlauch hielt einer genaueren Inspektion nicht stand; er war an mehreren Stellen porös und drohte zu brechen, so dass ein Leck bei der täglichen Körperpflege nur noch eine Frage der Zeit war. „Wir werden sicher im Baumarkt etwas Schönes finden, damit drehen Sie dann auch die Wasserzufuhr ab, wenn Sie sich gerade den Kopf shampoonieren.“ Er nickte. „Ich wollte ja die ganze Zeit etwas machen“, sagte er kleinlaut, „aber die Kosten!“ „Herr Breschke“, mahnte ich, „wenn Sie ab sofort auf zu viel warmes Wasser verzichten, hat sich diese Investition im Nu amortisiert.“ Es sah aus, als würde er mit mehreren Unbekannten rechnen. Schließlich nickte er wieder.

„Selbstverständlich können Sie auch in der Küche eine Menge Wasser sparen.“ Ich zog das Besteckfach des Geschirrspülers heraus. Zwei Gabeln, zwei Messer und zwei Suppenlöffel lagen im Auszug. „Ich müsste sonst den ganzen Kasten in den Küchenschrank räumen, wir haben ja so selten Besuch.“ „Sie spülen das Besteck also nach den Mahlzeiten von Hand ab“, konstatierte ich. Horst Breschke schüttelte energisch den Kopf. „Vor den Mahlzeiten, sonst macht es ja gar keinen Sinn.“

Das Minzmaiglöckenaroma der Küchenluft war noch immer dominant, da nahm Breschke eins der Tücher aus der Packung. Die Folie ließ sich leicht aufreißen, und sofort breitete sich das penetrante Bukett im ganzen Raum aus. Der Hausherr rieb sich die Hände mit dem Geruchsträger ein, und es trieb nicht nur mir beinah die Tränen in die Augen. „Das ist fürchterlich“, krächzte ich. „Sie wollen mir doch nicht weismachen, dass Sie sich ab sofort zweimal täglich mit diesem Zeug imprägnieren werden, um Wasser zu sparen?“ Seine Nase zuckte. „Glauben Sie, dass der Gestank mit Wasser und Seife wieder abgeht?“ „Sparen Sie“, ächzte ich. „Aber bitte nicht an Seife und nicht an Wasser, und nehmen Sie bloß warmes dazu!“ Er krempelte sich die Hemdsärmel hoch und verschwand im Bad.

Zehn Minuten später kam er mit rot geschrubbten Fingern wieder aus dem Waschraum. Freudig begrüßte Bismarck, der dümmste Dackel im weiten Umkreis, seinen Herrn, vielmehr: er hatte es wohl vor. Als er aber die Reste der fürchterlichen Aromenverirrung an seinen Händen roch, lief er jaulend ins Wohnzimmer, wo er sich verstört hinter dem Fernsehsessel verbarg. „Sie sehen“, schloss ich, „auch Ihr treuer Gefährte kann dem nichts abgewinnen.“ Er seufzte. „Kann man denn da gar nichts machen, um im Alltag das Wasser effektiver einzusetzen?“ Ich griff zur Blumenspritze auf der Fensterbank. „Nun“, sprach ich und drückte auf den Hebel, „es gibt da manche Möglichkeit.“





Nachtschicht

20 06 2022

„… werde die zu erwartende Hitzeentwicklung in diesem Sommer spürbare Auswirkungen haben, die aber von den Bürgern eigenverantwortlich und ohne öffentliche Unterstützung bewältigt werden könne. Die Bundesregierung plane deshalb keine…“

„… nun Hilfen für die Landwirtschaft benötigt würden. Lindner sehe jedoch angesichts der gerade endenden Spargelsaison keine Möglichkeit, dies im aktuellen Bundeshaushalt zu…“

„… als Brückentechnologie unterstützt werden müsse. Merz rate jetzt zum Bau neuer deutscher Kernreaktoren, die dringend benötigt würden, wenn die ausländischen Atomkraftwerke wegen fehlender Kühlwasserkapazitäten nicht mehr die nötige…“

„… keine Klimaanlagen anschaffen könne, da dies eine zusätzliche Energiebelastung bedeute, die für die Länder finanziell kaum zu stemmen sei. Die Kultusministerkonferenz empfehle wie im Winter Stoßlüften, was nach den Sommerferien in allen…“

„… der Wasserknappheit schnell mit geeigneten begegnen müsse. Söder rate daher, wenigstens in Notfällen auf Bier zurückzugreifen, da dieses ja bereits hergestellt sei und nicht mehr aus dem…“

„… dass sich die Menschen wegen der hohen Temperaturen kaum in der Öffentlichkeit bewegen würden. Für Buschmann sei dies ein Beweis, dass die Infektionsmöglichkeiten sinken würden, so dass eine veränderte Gesetzgebung nicht mehr im…“

„… abgestellte Atomreaktoren ersetzen müsse, um die Wirtschaft mit ausreichend Energie zu versorgen. Lindner sehe eine Möglichkeit im Bau neuer Kohlekraftwerke, da sich bei steigenden Außentemperaturen Kohle schneller entzünde, so dass sich eine höhere Energiedichte mit dem…“

„… die erwartbaren Straßenschäden den ÖPNV behindern würden. Wissing wolle daher das Neun-Euro-Ticket mit sofortiger Wirkung stoppen, um die frei werdenden Gelder in eine Kaufprämie für…“

„… auch die positiven Effekte der Hitzewelle zur Kenntnis nehmen müsse. Angesichts der stark sinkenden Pegelstände in Rhein und Ruhr halte Wüst die Wahrscheinlichkeit einer Flutkatastrophe im Ahrtal in diesem Sommer für so gut wie…“

„… das bisher aus anderen Ländern berichtete Massensterben bei Nutzvieh in Deutschland noch nicht vorgekommen sei. Für den Einzelhandel sei die Versorgung der Verbraucher mit Grillfleisch auf absehbare Zeit gesichert, auch wenn sich die Erzeugerkosten durch die Wasserpreise schnell…“

„… in den Sommermonaten nicht anfallende Heizkosten aus dem Regelsatz streichen wolle. Die Bundesagentur für Arbeit werde im Gegenzug auf eine Erhöhung der Heizkosten für den kommenden Winter verzichten, um eine kostenneutrale…“

„… zum Personalmangel eine erhebliche Gefahr beim Bau von Windkraftanlagen hinzukomme, da viele Arbeiten bei starker Sonneneinstrahlung nicht durchgeführt werden könnten. Für Merz bleibe als logische Folge nur die Errichtung mehrerer hundert Klein-AKWs, die mit einer Laufzeit von wenigen Jahren sehr flexibel und preiswert in der…“

„… die Klimaanlagen am Arbeitsplatz sparen könne. Die Hälfte der Arbeitgeber sei zwar nicht bereit, aus Gründen des Gesundheitsschutzes die Berufstätigkeit auf das Homeoffice zu verlagern, die anderen wären aber daran interessiert, die Arbeitszeiten um zwölf Stunden zu verschieben, so dass sich eine einfachere…“

„… habe sich in den deutschen Schulen weder durch die Pandemie etwas geändert, noch werde sich durch den Klimawandel etwas ändern, da es die deutschen Schulen seien. Stark-Watzinger habe die Kultusminister aufgefordert, sich nicht an den Diskussionen um eine Anpassung des Unterrichts zu beteiligen, da dies nur unnötige…“

„… die Hitze im Sommer speichern und mit Hilfe chemischer Substanzen einlagern solle. Diese Energie wolle Merz’ in den Wintermonaten in die Kernreaktoren einspeisen, um die Energiebilanz auf ein Minimum zu…“

„… zuversichtlich seien, dass die Artenvielfalt in Deutschland reagiere. Tierzüchter würden es als Verbesserung sehen, wenn der Wolf sich durch den Temperaturanstieg wieder nach Osteuropa oder bis nach Asien in seine eigentlichen…“

„… das Modell einer dauerhaften Nachtschicht im Einzelhandel ausprobieren wolle, um die Kunden in den kühleren Stunden des Tages bedienen zu können. Da es sich dabei allerdings um eine generelle Verschiebung der Arbeitszeiten handle, bei alle Tagstunden frei seien, weigere sich der Konzern, die üblichen Schichtzulagen, die sonst aus dem Wechsel von…“

„… man eher bei Alten und Vorerkrankten mit lebensgefährlichen Folgen rechnen müsse. Die Betroffenen würden so nicht an, sondern mit der Hitze versterben, was für Buschmann keinerlei gesetzgeberische Eingriffe in die…“

„… sei die FDP überzeugt, die Energiewende bis 2050 ohne zusätzliche Beschleunigungsschritte erreichen zu können. Es sei nicht ausgeschlossen, dass deutsche Ingenieure bereits in den nächsten Jahren eine Technologie erfinden würden, mit der es möglich sei, Hitze direkt in Benzin zu…“

„… ein genaues Monitoring durchführen werde, auch wenn die Erhebung der genauen Zahlen noch dezentral erfolgen müsse und an Wochenenden und Feiertagen aus technischen Gründen unterbleiben werde. Sollte die Anzahl der Hitzetoten unterhalb der bisherigen Zahlen für COVID-19 bleiben, sehe die Bundesregierung ohnehin keine Veranlassung zu einer allgemeinen…“





Reichspflegedienst

14 06 2022

„… sich für die Einrichtung eines Pflichtjahres für alle Jugendlichen ausgesprochen habe. Steinmeier wolle die Debatte um eine breite gesellschaftliche Mehrheit zur Lösung vieler Probleme wieder in den öffentlichen und allgemein geführten…“

„… positiv aufgenommen worden sei. Hätten die Klinikkonzerne zuletzt die Gehälter für Pfleger senken müssen, weil der Zivildienst abgeschafft worden sei, so könnte man jetzt die Bezahlung noch einmal erheblich senken, da Fachkräfte nur noch für jugendliche Pflichthelfer zuständig seien, nicht aber für Pflege, Dokumentation oder den…“

„… auch in anderen gesellschaftlich relevanten Bereichen gut funktionieren könne. Im rechten SPD-Flügel sehe man analog zu einer Jugendstrafe, die ja neben dem Gedanken staatlich organisierter Rache für individuelle Probleme auch pädagogische Elemente enthalte, wie dies in den Hartz-Gesetzen bereits sehr erfolgreich für eine…“

„… neben dem Einzelhandel auch Gastronomie und Hotels von Personalproblemen betroffen seien. Die Betriebe könnten unbezahlte befristete Kräfte gut integrieren, da bereits jetzt zahlreiche Schüler, Studenten und Auszubildende Erfahrungen in einem Nebenjob als…“

„… für die CDU einer der besten Vorschläge der letzten Jahre sei. Allerdings gehe der Gedanke für Merz nicht weit genug, wenn die Verweigerung nicht mit langen Haftstrafen verbunden sei und…“

„… integriere das Pflichtjahr auch finanziell benachteiligte Familien, die von ihren Kindern eine Beteiligung am Haushaltseinkommen erwarten würden und sich nun solidarisch zeigen könnten mit der Gesellschaft, die sie durch kreative Maßnahmen zur Einsparung im eigenen…“

„… fordere das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung eine sofortige Verkürzung der Schulzeit, da sonst das Alter der Jugendlichen nach Ausbildung oder Studium noch schneller anstiege. Zehn Jahre seien für eine Verwertbarkeit in den meisten Betrieben ausreichend, so der führende…“

„… es dem Bundespräsidenten vor allem um den Abbau von Vorurteilen gehe. Dies richte sich weniger an Politiker, die kaum Berührungspunkte mit der Bevölkerung hätten, sondern eher an die Jugendlichen, dass Politiker nicht doch voll coole Moves machen könnten, die direkte Auswirkung auf das Leben von…“

„… keine weiteren Mittel bereitstellen werde. Lindner sehe nach Investitionen in die Bundeswehr und Tankrabatt keinen Anlass zu sozialen Spenden, die zudem den Bundesfreiwilligendienst als bisher finanziell attraktive Möglichkeit für…“

„… sehe die Kultusministerkonferenz in der Vorlage einen guten Weg. Anders als in den allgemeinbildenden Schulen, die sich auf die Aufgabe konzentrieren müssten, die arbeitenden Eltern von der Betreuung zu entlasten und parallel die Durchseuchung mit Corona zu organisieren, könne ein Pflichtjahr soziale Kompetenzen und Disziplin vermitteln, die sich positiv auf die Eingliederung ins Arbeitsleben und in die…“

„… die Durchleuchtung der Dienstanbieter dem Verfassungsschutz überlassen werde. Es dürfe keine Beschäftigung in staatsfeindlichen Organisationen unterstützt werden, die sich zum Beispiel durch Kritik an mangelndem Klimaschutz außerhalb des politisch erwünschten…“

„… die Bezeichnung ‚Reichspflegedienst‘ in einem internen Papier der SPD nur metaphorisch gemeint sei. Es gehe hier auch vorwiegend darum, die Ableistung des Pflichtjahres zur Voraussetzung für die Zulassung zur Berufsausbildung in einer…“

„… einen breiten parlamentarischen Konsens finde. Sollte die Einführung eines Pflichtjahres gegen Artikel 12 des Grundgesetzes verstoßen, so werde die Koalition von Justizminister Buschmann einen handwerklich sehr, sehr gut gemachten…“

„… sich Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen ein Beispiel an den Dienstverpflichteten nehmen könnten. Für beide sei die Situation nicht befriedigend, außerdem werde die Qualität der Leistungen erheblich absinken. Indem sie sich mit Kritik zurückhalten würden, hätten sie ebenfalls eine Chance, sich solidarisch zu verhalten und den Jugendlichen eine positive…“

„… 600.000 Jobs an Dienstpflichtige vergeben könne. Die Bundesagentur für Arbeit erwarte davon eine spürbare Marktentlastung, die bisher nicht durch Zuwanderer oder…“

„… bereite eine einjährige, nicht entlohnte Tätigkeit in Vollzeit viele Jugendliche aus ärmeren Familien auch hinreichend aufs Leben vor. Wer bis dahin nicht von ALG II gelebt habe, könne so eine bessere Nachvollziehbarkeit des späteren…“

„… es keine Absprachen mit der Bundeswehr gebe, den Wehrdienst wieder einzuführen. Um die Waffenlieferungen an befreundete Staaten jedoch zu unterstützen, könnte sich die Rüstungsindustrie ein einjähriges Praktikum in der Fertigung von…“

„… werde es der Markt regeln. Für die FDP sei auch denkbar, dass Pflegehilfen mit einem geringen Geldbetrag entlohnt würden, beispielsweise in Form eines Ein-Euro-Jobs, der den Übergang in eine Ausbildung als natürliche Folge des…“

„… es sich um sozialversicherungspflichtige Arbeit handele, die weder entlohnt noch auf die gesetzliche Rentenversicherung angerechnet werde. Die Bundesregierung sehe in der Konfrontation mit den asozialen Auswüchsen des Arbeitsmarktes eine charakterbildende Maßnahme, die eventuell erst im Nachgang zu einem besseren Sozialverhalten bei den…“





Gernulf Olzheimer kommentiert (DCXII): Der Parkplatz

29 04 2022
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Als der Hominide anfing, sich aus seinem seit Zehntausenden von Jahren angestammten Habitat herauszubewegen, stellte sich mittelfristig die Frage nach dem Transport unhandlicher Objekte. Pferd, Esel und Kamel waren nur drei Möglichkeiten, mit Sack und Pack über schwieriges Gelände zu ziehen, falls sich Ausgangs- und Zielpunkt nicht auf dem Wasserweg verbinden ließen. Da lag die Nähe zum Nutztier noch in praktischen Erwägungen begründet – Haus und Stall waren nicht selten unter einem Dach, was in kalter Witterung auch Wärme lieferte. Doch schon mit der Kutsche schwand die Fühlung, zumal sie nur von einer begüterten Minderheit als Fortbewegungsmittel unterhalten wurde. Die engen Gassen der Stadt waren verkehrstechnisch gar nicht auf derartige Konstruktionen vorbereitet, zumal dann nicht, wenn sie aus Platzgründen eine Menge Leute für Handel, Handwerk und allerlei krumme Geschäfte aufnehmen mussten. Keiner war an den ratternden Kästen interessiert, die geräuschvoll auf dem Pflaster holperten, an Hausecken stießen und die natürliche Gangart des Menschen störten. Was also brachte uns auf den bescheuerten Gedanken, das mit Parkplätzen zu versuchen?

Deutschland hat grob gerechnet zwei davon pro Einwohner, obwohl nicht einmal jeder ab legalem Alter ein Kraftfahrzeug besitzt. So ist durch das Auto, das vor der Wohnung, dem Arbeitsplatz, dem Supermarkt oder dem nächstgelegenen Bahnhof steht, im Naherholungsgebiet, in der Tiefgarage, an der Autobahnraststätte oder vor dem Friedhof, eine immense Fläche sinnlos verkloppt, zuzüglich der gefühlten fünf Viertel Standstreifen in den Städten, die als Reservoir für die sich langsam leerenden Asphaltareale dienen, die ihre Blechlawine jeden Tag wieder in die Landschaft schwiemeln. Diese simultane Verkehrs- und Bauzerstörung, die das als christliches Abendland geplante Gepräge westlicher Gestaltung unter dem Vorwand der Verwertung von Mensch und Maschine, letztlich aber nur der des Kapitals, in verfüg- und verschiebbare Materie wandelte und noch wandelt, macht aus Metropolen schnell durchfahrbare Klappkulisse, die sich easy vermarkten lässt, wo immer man aussteigen kann.

Im Grunde ist der Parkplatz der natürliche Feind des zwangsautomobilen Menschen. Nie ist er da, wo man ihn braucht, meist gibt es davon zu wenig, weil der Autoverkehr mit der linearen Anlage von Stellplätzen exponentiell anschwillt, sie sind zu eng und zu klein, nicht barrierefrei und konstanter Quell der Frustration für alle Kfz-User. Wie es der Markt nun einmal vorschreibt, zocken Körperschaften und Konzerne mit Fleiß den ruhenden Verkehr ab, mit Parkuhren, Parkscheinen, Höchstparkdauern, alles im Preisbereich, der für andere Dienstleistungen ohne nennenswerten Kundenvorteil dem Deppen in die Nähe einer Hirnembolie treiben. Zwar kann er auf der Suche nach einer Freifläche zehnmal um den Häuserblock heizen, um danach seine Einkäufe doch wieder eine Stunde lang durch die Gegend zu schleppen; er kann aber auch kurz die Zeit aus den Augen verlieren, voll in die Bußgeldfalle tappen und Spaß mit saftigen Strafgebühren haben. Der Gourmand der Schotterverschwendung plant für den Besuch im Shopping Center gleich drei volle Stunden ein, um sich den Nasenstüber zu ersparen, und berappt für den Sicherheitspuffer doppelt. Dazu kommen Kraftstoff- und Nutzungs-, Umwelt- und Arbeitszeitkosten, die allein die Jagd nach der Parkbucht verursachen: jährlich 40 Milliarden. Gut, dass das auch alle Radfahrer subventionieren.

Hat der Blechdödel die leere Lücke erst einmal entdeckt und zwängt den modischen Straßenpanzer hinein, stellt er nicht selten fest, dass in den Jahren nach dem letzten architektonischen Upgrade die Seitenstreifen nicht gerade breiter wurden – das hat der Führer nach dem Krieg also nicht viel größer und schöner aufgebaut, Volkswagen hin oder her. 40% der Autounfälle entstehen beim Rangieren auf dem Terrorterritorium piepend rückwärts fahrender Stahldinger, durchschnittlicher Vollkaskoschaden: 2.200 Euro. Etwa 42 Stunden Lebenszeit verbringt der Bekloppte mit dem schmerzhaften Prozess der Parkplatzfindung, Ein- und Ausfahren, und dem lieblichen Knirschen am Kantstein, wenn die Felge ein letztes Mal Lebenszeichen von sich gibt.

Nur eins bringt den Nanodenker kurzfristig in den Zustand der Zurechnungsfähigkeit, und das ist das Hindernisrennen für alle, die gerade aus dem Auto ausgestiegen sind und sich wundersamerweise in fluchende Fußläufige verwandeln, die von Honks ohne Sinnesorgane und einer Reaktionszeit auf der Minutenskala fröhlich zu artistischen Übungen auf dem Gehweg getrieben werden. Die Vergeudung des urbanen Raums feiert sich gerne mit Blutopfern und Hässlichkeit, während die Mobilpest von einer Standfläche zur nächsten bollert, um dort wieder in hoheitsvoller Bewegungslosigkeit zu vegetieren. Im Falle von Kamel und Pferd, Esel und Kutsche wäre das wenigstens ästhetisch erträglich, würde weniger Todesopfer fordern, weniger Feinstaub und Gestank verursachen und besser sein für das, wofür wir die Städte überhaupt gebaut haben. Aber dann gibt’s ja Beknackte, die das Auto brauchen, weil sie deshalb aufs Land gezogen sind. Wegen der Parkplätze.





Abwasser

20 04 2022

„Sie können mir ja gleich die Tür aufhalten“, schnaufte der Mann und hob zwei Flaschenträger in den Flur. „Vielleicht möchten Sie auch probieren?“ Luzie sprang wie angestochen hinter dem Tresen auf. „Ich hatte mich doch klar genug ausgedrückt, wir wollen Sie hier nicht mehr sehen!“ Keuchend stellte er seine Fracht auf den Boden. „Das sagt mir Ihre Chefin vielleicht am besten selbst.“

Eigentlich hatte ich nur einen Umschlag in der Kanzlei abgeben wollen, und so hatte ich gar nicht gefragt, ob Anne überhaupt da sein würde. Was den Vertreter anging – als solcher war der unangenehme Zeitgenosse ja hinlänglich zu erkennen – so teilte er mir sofort mit, dass er einen Freund des Hauses, nämlich Staatsanwalt a.D. Husenkirchen, sehr gut kenne. Ich blickte auf die billige Visitenkarte. „Und er kennt Sie auch?“ Unbeirrt packte er sein Dutzend Flaschen aus und baute sie vor Luzie auf. „Sie werden sich wundern“, frohlockte er, „es gibt allein in Deutschland an die 800 Sorten Wasser, und bei mir finden Sie genau das richtige Getränkt für Ihren Bedarf.“ „Machen wir das kurz und schmerzlos“, unterbrach sie ihn. „Sie packen Ihr Gesöff wieder ein, und dafür bekommen Sie garantiert alle Ihre Flaschen wieder heil hier heraus.“ Mit geradezu bewundernswerter Ignoranz zeigte er mir das ganze Sortiment. „Wie bevorzugen Sie denn Ihr Wasser?“ Ich blickte ihn und seine Batterie an. „Heiß“, gab ich zurück, „über einen auf Stufe 8 gemahlenen Robusta gefiltert, ohne Milch, ohne Zucker.“

Immerhin hatte der Knilch, der sich auf seinem Kärtchen hochtrabend als Sommelier bezeichnete, auf levitiertes Informationswasser in strukturierter Vollmondabfüllung verzichtet. Aber er ließ sich von nichts und niemandem beirren, hebelte vermittels des Flaschenöffners einige Flaschen auf und goss ein paar der Gläser auf dem Beistelltischchen neben dem Tresen voll. „Ihre Kunden brauchen natürlich vor allem eine gesunde Alternative, deshalb haben wir einen ganz besonderen Tropfen mit viel Eisen.“ „Wir haben keine Kunden“, knurrte Luzie, „wir haben Mandanten, und unser enteisenter Sprudel aus dem Supermarkt hat noch keinen von denen vergiftet.“ Ich schob ihm das Glas zu. „Wir können das bei Ihnen aber gerne ausprobieren.“ „Natürlich ist auch eine Anreicherung mit lebenswichtigem Sauerstoff problemlos möglich.“ Wie zum Beweis, dass er an alles glauben würde, was er da von sich gab, nahm er einen großen Schluck aus einem anderen Glas. „Dieses Wasser speichert ungefähr 100 Milliliter reinen Sauerstoff pro Liter, meinen Sie nicht, dass das ausgezeichnet zu einem sportlich durchtrainierten Mann wie Ihnen passt?“ Ich wies auch das zweite Glas ab. „Passen Sie auf“, begann ich milde, „wenn ich ganz in Ruhe vor mich hin atme, nehme ich bis zu 300 Milliliter Sauerstoff aus der Luft auf, wenn ich Holz hacke oder mit der Axt hinter Ihnen herlaufe, dann steigert sich das um das Dreifache, und das muss noch nicht mal durch den Magen-Darm-Trakt, wo es sowieso ganz woanders wieder zum Vorschein kommt.“

Der Schlüssel knackte kurz im Schloss, schon stand Anne in der Kanzlei. „Was machen denn Sie hier schon wieder?“ Keck reichte er ihr ein Glas. „Wonach sieht es denn aus?“ Ihr Blick war schon vorher nicht übermäßig freundlich, hatte aber noch genug Potenzial, sich zu verfinstern. „Sie packen jetzt Ihr ganzes Abwasser zusammen und sind in zehn Sekunden auf der Straße, oder ich stopfe Sie mit Ihrem Sammelsurium in den Altglascontainer.“ „Alles in der Pfandflasche“, krähte er, „als moderne und nachhaltige Rechtsanwältin setzen sie natürlich auf umweltschonende Verpackungen und tun damit Ihren Kunden…“ „Ich habe keine Kunden“, zischte Anne. „Ich habe Mandanten, und Sie sollten sich schon mal einen Kollegen suchen, der Sie aus einer Anklage wegen Hausfriedensbruchs raushaut.“

Sie griff sich die Karte, die ich auf den Tresen gelegt hatte. „Wassersommelier“, las sie. „Was es nicht alles gibt, was man alles nicht braucht.“ „Das ist eine anerkannte Bezeichnung“, antwortete er mit gekränktem Unterton. Sie ging gar nicht darauf ein. „So weit ich weiß, kümmert sich ein Sommelier um Güter, die zwecks Veredelung im Keller aufbewahrt werden – vielleicht hat es sich nur nicht bis zu mir herumgesprochen, warum man Wasser einlagern muss, und dann auch noch unterirdisch.“ Er schmollte. „Er gibt ja auch Brotsommeliers.“ Anne schob eine Flasche nach der anderen wieder in die Träger hinein. „Wenn Sie mal nichts Besseres zu tun haben, setzen Sie sich in den Keller und denken nach. Wasser und Brot dürften Sie ja genug haben.“

Doch so leicht wollte er sich anscheinend nicht geschlagen geben. „Ich verkaufe Ihnen hier ja keine esoterischen Getränke“, erklärte er. „die anderen haben ja Edelsteinwasser im Programm oder eine spezielle Anreicherung mit Naturstoffen, wobei ich das sogar verstehen kann, wenn man die richtigen Mikroelemente reindosiert.“ „Lieber Freund“, sagte Anne mit einer ganz gefährlichen Sanftmut, „Sie dosieren sich Ihren Kram jetzt gerne sonstwo rein, und dann dürfen Sie gehen, ohne jemals wieder zu uns zu kommen.“ Sie drückte ihm das verbliebene Glas vom Tresen in die Hand, das er in einem Zug hinunterstürzte. Vielleicht war er etwas gekränkt, oder es war das Wetter, jedenfalls ging es ihm gar nicht mehr gut, als er hastig die Tür hinter sich ins Schloss zog. „Ich muss noch die Blumen gießen“, sagte Anne und griff nach dem Kännchen auf dem Tresen. Luzie leerte die letzte halbe Flasche stillen Brunnenquells in das Kupfergefäß. „Vielleicht hat er ja recht“, antwortete sie, „und eine moderne und nachhaltige Rechtsanwältin hat für jeden Anlass das passende Wasser.“





Teflonseelsorge

5 04 2022

„Sie müssen nicht jeden Tag die Sondersendungen sehen, wirklich nicht. Wenn Sie das Gefühl haben, es ist immer dasselbe, dann brauchen Sie sich damit nicht mehr zu belasten. Sie erfahren ja nichts, was Sie nicht vorher schon gewusst haben. Ihnen macht das die Urlaubsstimmung kaputt? Das ist natürlich ein sehr überzeugendes Argument. Lassen Sie sich da bloß nichts anderes einreden.

Ich mache das ja auch schon ein bisschen länger und komme eigentlich aus dem kirchlichen Bereich, da wurden wir alle gesprächstherapeutisch geschult, damit wir Krisensituationen bei den Menschen erst einmal erkennen und einordnen, bevor wir uns an die Lösung machen. Heute kann man das vergessen, weil alle in der Krise sind, die einen mehr, andere weniger. Die Menschen, die sich in echten akuten Schwierigkeiten befinden, die kann man inzwischen vernachlässigen. Die rufen nicht mehr an. Wenn wir hier Anfragen bekommen, dann solche wie diese Dame gerade. Du hast drei Wochen Karibik gebucht und die gute Stimmung ist futsch, wenn ewig dieses Gejammer von den Ukrainern kommt, sollen sie endlich kapitulieren, man wird ja ganz depressiv bei den Dieselpreisen. Wir sind selbstverständlich ganz und gar neutral, weil wir nicht wissen, was sich bei den Menschen hinter einem Konflikt verbirgt, aber auf Dauer geht es einem gewaltig auf die Plomben.

Krisengesprächsteam, was kann ich für Sie tun? Ja, das ist natürlich sehr belastend. Wenn man sein ganzes Leben lang ein Aktiendepot aufgebaut hat und jetzt miterleben muss, wie die eigenen Kinder große Summen für Geflüchtete spenden – Sie haben es vermutlich gerade nicht leicht. Zunächst mal ist Ihr Vermögen natürlich noch in Ihrer Hand, das ist sicher, und Sie müssen auch auf keinen Fall eine Schenkung vornehmen oder Ihr Erbe zu Lebzeiten verteilen. Sie hatten damals an Zwangsarbeitern verdient? Ihr Vater, interessant. Das ist dann doppelt schwer für Sie, dass diese bösen Menschen Ihnen zum zweiten Mal alles wegnehmen wollen, was Sie sich mit ihnen erarbeitet haben. Beziehungsweise Ihr Vater. Ja, Sie müssen Verantwortung einfordern, damit das Vermögen nicht einfach so zerstreut wird. Machen Sie doch ein hübsches Lippenbekenntnis, das kostet wenig, und dann können Sie sogar Ihre Geschäfte mit der russischen Tochtergesellschaft in aller Ruhe weiterführen. Oder glauben Sie, dass bei Ihnen der Bundeskanzler vor der Tür steht und den Laden dicht macht? Na also!

Diese furchtbaren Belastungen. Die Leute haben alle ihr Päckchen zu tragen, es gibt aber eben auch solche, die haben einfach keine Lust dazu. Für die sind wir dann da, damit sie sich bei uns auskotzen können. Als Teflonseelsorge. Bei Anruf Absolution. Das muss man eben verstehen. Irgendwo in einem anderen Land sterben Menschen im Bombenhagel, aber sie sterben eben in einem anderen Land. Für uns wird es nur unangenehm, wenn die Talkshow an jedem Abend eine Viertelstunde später kommt. Und überhaupt, das sind ja auch wieder Ausländer. Die nehmen uns die Jobs weg, die wir nicht mehr machen wollen. Was das alles wieder kostet. Und es gibt keine billigen Nudeln mehr, dabei ist im Keller noch Platz für einen Doppelzentner.

Krisengesprächsteam, was kann ich für Sie tun? Angst ist jetzt ganz kontraproduktiv. Wenn Sie sich ständig ausmalen, was Putin alles in Ihrem Leben zerstören könnte, verlieren Sie möglicherweise Ihre Resilienz. Sie riskieren damit, dass Sie genau den Stress, den diese Einschränkungen auf Ihr Leben haben könnten, auch dann erleiden, wenn diese Einschränkungen überhaupt nicht stattfinden. Sie sind dann traumatisiert, ohne ein Trauma erlitten zu haben, und werden ständig retraumatisiert, weil Sie keinen Anlass finden, den man abstellen könnte, um Ihre Traumatisierung zu lindern. Seien Sie dankbar für die Dinge, die Sie in Ihrem Leben haben, die Ihnen positive Energie geben, die Sie stärken. Und wenn es tatsächlich zu einem Tempolimit auf der Autobahn kommen sollte, dann können Sie die Situation noch einmal neu bewerten, okay?

Diese ganze Selfcarescheiße, Achtsamkeit beim Amoklauf, was glauben Sie, wie uns das zum Hals raushängt? Aber wir dürfen uns niemals moralisch über unsere Mitmenschen erheben, das geht gar nicht, weil man jedes Problem immer subjektiv aus der persönlichen Krisenwahrnehmung beurteilen soll. Wenn die Miete nicht mehr bezahlbar ist, das ist nicht so schlimm, dann wird man halt arbeitslos und freut sich, dass das Amt für einen zahlt, aber wenn man plötzlich lauter Arbeitslose in seinen Mietshäusern hocken hat, droht der Wertverlust. Da ist man höchstens noch froh, wenn man dieses Pack morgens im Supermarkt anschnauzen kann, weil man weiß: wenn die sich beschweren, sorgt man für die Kündigung. Das artet auch manchmal in Arbeit aus, und wir dürfen das dann bedauern.

Uns haben sie immerhin noch gesagt, wir sollen Visionen entwickeln. Aufstiegsversprechen, von der langen, harten Arbeit wird man reich, jeder kann es schaffen. Sie haben leider vergessen, die Realität an ihre Märchen anzupassen. Jetzt ist unsere Aufgabe, ihnen lauter tröstliche Perspektiven zu eröffnen, dass es schon nicht so schlimm wird, dass es zwar Opfer geben wird, aber ganz sicher nicht bei ihnen. Wir wissen das. Wir zahlen ja dafür, dass es ihnen nie schlechter geht als jetzt. Sie brauchen uns nur für diese Entlastung. Sonst nicht.

Krisengesprächsteam, was kann ich für Sie tun? Sie fühlen sich so richtig schlecht, seit Ihnen einer gesagt hat, dass Sie ein asoziales Stück Dreck sind? Depressive Verstimmung und Schlafstörungen? Sie haben Angstzustände? Sie fürchten um Ihr Leben? Das freut mich jetzt aber, Herr Lindner!“





Drohende Gefährdung der öffentlichen Sicherheit

21 03 2022

05:55 – Leise zieht Enno T. (45) die Tür des gelb gestrichenen Bungalows hinter sich ins Schloss und schreitet vorsichtig über den knirschenden Kies der Garagenauffahrt, um die schlafenden Nachbarn nicht zu wecken. Der Fertigungstechniker öffnet die Tür seines Mittelklassewagens, setzt sich hinters Steuer und versucht, den Motor zu starten. Nach gut vier Minuten vergeblichem Georgel gibt er es auf.

06:02 – Im Schatten der Dunkelheit robbt Jens K. (23) unterhalb der Gartenzäune von Grundstück zu Grundstück. Dabei balanciert er einen gerade halb gefüllten Schlauch aus Kunststoff auf dem Rücken, an dessen Oberseite sich ein Ventil befindet. Keiner hat ihn bisher in der Morgenfrühe bemerkt.

06:08 – T. war es gelungen, so gut wie lautlos die Kofferraumklappe seines Wagens zu erreichen, wo er einen Kanister mit Superbenzin vermutete. Zwar wusste er schon am Vorabend, dass der Tankinhalt nicht mehr für Arbeitsweg ausreichen würde, er war aber zuversichtlich, dass er die Strecke bis zur nächstgelegenen Zapfsäule schaffen könne. Dies hatte sich nun als falsch herausgestellt.

06:16 – Lara M. (31) verlässt das Haus zeitgleich mit ihrem Lebensgefährten Tobias J. (31). Die zahnmedizinische Fachangestellte und der Erzieher schließen ihre Fahrradschlösser auf, nehmen auf ihren Drahteseln Platz und gleiten so gut wie lautlos den Nachtigallenweg in südlicher Richtung entlang bis zur Kreuzung Kiebitzredder. Nur ein schwacher Lichtschein huscht an K. vorbei, der gerade unter das Fahrgestell eines SUVs kriecht.

06:22 – Personenschützer Goran B. (37) tritt vor die Tür. Nach einigen Aufwärmübungen joggt er auf den Gehweg, um seine kleine Morgenrunde von der Ecke Amselschlag über den Lerchenstieg bis an den Stadtrand zu laufen. Alles scheint wie immer.

06:25 – Mit Hilfe eines Schraubendrehers und einer Messerklinge macht K. sich daran, den Tankdeckel des Straßenpanzers zu öffnen. Erst misslingt der Versuch, da die Abdeckung durch ein Schloss gegen unbefugten Zugriff gesichert ist, dann bricht die Klinge im Spalt zwischen Deckel und Karosserie ab. K. gerät in Panik. Schließlich rutscht er mit dem verbliebenen Werkzeug beim Versuch, Fragmente des Messers zu entfernen, horizontal ab und fügt dem schwarzen Mattlack auf dem amerikanischen Fahrzeug eine erhebliche Schramme zu. K. lässt sich im letzten Moment unter den Wagen gleiten.

06:37 – Die Hoffnung trog. T. kann zwar unter einer verschmutzten Plastikplane und mehreren Bierflaschen den Vorratsbehälter ausfindig machen, muss jedoch feststellen, dass dieser leer ist. Ein an der Unterseite befindliches Loch steht im Verdacht, am Zustandekommen dieses Sachverhalts beteiligt gewesen zu sein. Mit einem heftigen Schwung schlägt T. den Kunststoffkanister an die Unterkante des Kofferraums.

06:55 – Als Ludger N. (55) sein E-Auto aus der Garage rollt, fallen ihm auf der gegenüberliegenden Straßenseite zwei Sattelzugmaschinen auf, die direkt hintereinander parken. Eines der Fahrzeuge kann der Pädagoge dem Berufskraftfahrer Nico F. (58) zuordnen, das andere ist ihm nicht bekannt.

07:10 – Die Luft ist rein. K. kann sich kriechend aus der Zwangslage befreien, schreckt jedoch im blendenden Lichtkegel eines durchfahrenden Autos zusammen. Beim Versuch, möglichst schnell wieder in Deckung zu gehen, stößt er sich empfindlich am Außenspiegel des Großraumgefährts, der sich auch erwartungsgemäß unter leichter Schallentwicklung vom vorderen Kotflügel löst.

07:16 – In der Zwischenzeit war T. nicht untätig. Er vermutet einen zweiten Kanister in der Garage, die er nun hektisch durchwühlt. Das Kipptor steht einen Spalt breit offen, so dass Rentnerin Christa E. (79) bei der Morgenrunde mit Zwergpinscherdame Lilo vom Versuch eines Einbruchdiebstahls ausgehen muss. Überhastet läuft sie nach Hause in den unteren Rotkehlchenbogen, um telefonisch eine Polizeistreife anzufordern.

07:27 – Verstohlen klingelt Mirko Z. (57) an F.s Haustür. Der langjährige Truckerkollege aus der Spedition Rotzhorst & Co. schlüpft ins Haus. Dann ist nichts mehr zu sehen.

07:38 – T. hat endlich einen kleinen Rest Sprit im Regal des Autoraums ausfindig machen können. Er füllt die gut anderthalb Liter in den Tank ein, doch das Ergebnis ist nicht befriedigend. Der Wagen springt zweimal kurzfristig an, bevor der Motor beim Lösen der Kupplung jäh absackt. T. schlägt wutentbrannt die Fäuste aufs Lenkrad.

07:45 – Endlich trifft auch die Polizeistreife im Nachtigallenweg ein. Polizeiwachtmeister Jens K. (44) und Polizeihauptmeisterin Sandra O. (26) nehmen den Tatort sehr genau in Augenschein, bis sie bemerken, dass es hier keinen Tatort gibt, da sich T. anhand seiner Dokumente als Bewohner des Anwesens ausweisen kann. Die beide Beamten wünschen ihm noch einen erfolgreichen Start in den Tag und treten den Rückzug zur Wache an.

08:04 – Die Tour hatte ein bisschen länger gedauert. B. kommt verschwitzt an seinem Haus an. Als er sein Auto erblickt, hat er einen Wutausbruch. Die gut zwanzig Zentimeter lange Schramme in der Nähe des Tankdeckels veranlasst ihn zu dem laut geäußerten Versprechen, den Verursacher dieser mutwilligen Sachbeschädigung durch rohe Gewalt zeugungsunfähig zu machen. E., die an der Ecke Amselschlag gewartet hatte, um das Eintreffen der Ordnungshüter abzupassen, überlegt kurz, ob die drohende Gefährdung der öffentlichen Sicherheit eine weitere Meldung an die Polizei rechtfertigen würde.

08:06 – Unbemerkt kann sich K., der nach seiner leichten Kopfverletzung noch leicht benommen ist, aus dem Schatten des SUV auf der Beifahrerseite entfernen. Gebückt schlängelt er sich um das Auto, erreicht den Gehsteig und flieht vom Tatort. Aus Unachtsamkeit dreht er das Einlassventil seines Sammelschlauchs um wenige Millimeter auf, so dass tröpfchenweise Kraftstoff entweichen kann. Im Rückwärtsgehen stößt er heftig an einen Lichtmast, lässt den Benzinbehälter zu Boden gleiten und sucht das Weite.

08:15 – F. und Z. verlassen das Haus und besteigen beide ihre Sattelschlepper. Beim Ausparken gibt es einige kleine Schwierigkeiten, so dass außer einer enormen Geräuschentfaltung in den ersten Minuten nicht viel geschieht. F. gestikuliert heftig, da er die notwendigen drei Meter nicht zurücksetzen kann, die der Kleinwagen hinter ihm in Anspruch nimmt. Er gehört der Studentin Anja W. (22), die gerade ihre Eltern besucht. Z. steigt aus der Fahrerkabine und klingelt am Haus des Ärztepaars. Keiner öffnet.

08:26 – Kevin U. (29) biegt aus dem Meisenweg in die Straße ein. Der Paketbote hält vor dem Haus der Intensivpflegerin Greta K.-H. (43), die sich zur Zeit auf Doppelschicht im Städtischen Klinikum West befindet. Da die Rollläden am Haus zur Linken ebenfalls heruntergelassen sind und der Bewohner Heribert P. (86) sein Hörgerät aus Bequemlichkeit oft gar nicht erst benutzt, versucht er es auf der rechten Seite. DJ Fla$hBäm, bürgerlich Karlheinz V. (56), ist erst in den frühen Morgenstunden von der Schlagerparty im Tanzpalast Eldorado zurückgekehrt und deshalb nicht zu zielführenden Diskussionen mit dem Lieferanten bereit. Auch ein zweites und drittes Klingeln führt nicht zum gewünschten Erfolg: V. nimmt das Paket vom Versandhaus VeganoFit nicht an.

08:38 – B. hat den ganzen Keller nach geeigneten Instrumenten durchsucht. Schließlich fiel zwischen dem Neuner- und einem Brecheisen die Wahl auf letzteres Objekt, mit dem der muskulöse Mann in Rage das Haus verlässt.

08:43 – Z. kehrt unverrichteter Dinge zurück. Beim Anblick der beiden Zugmaschinen hat er endlich den rettenden Einfall. Er besteigt die Kabine und fährt knapp zehn Meter vorwärts, so dass F. nun ohne Gefahr einer Kollision ausparken und wenden kann.

08:54 – Inzwischen hat T. den Betrieb informiert, dass er wegen einer Autopanne nicht zur Arbeit erscheinen kann. Nach telefonischer Ankündigung einer schriftlichen Abmahnung für vorsätzliches oder zumindest grob fahrlässiges Fernbleiben vom Arbeitsplatz erleidet T. einen Weinkrampf. Er kauert sich auf den Boden vor sein immer noch nicht fahrbereites Auto und ergibt sich in das nicht mehr zu Vermeidende.

09:12 – Nach einer geradezu filmreifen Szene, in der U. der schräg gegenüber wohnenden Kerstin A. (44) erklärt, er müsse alle nicht ausgelieferten Sendungen wieder in die Zentrale fahren und dort persönlich für die jeweiligen Waren bezahlen, so dass er bereits jetzt sein Gehalt für die nächsten zehn Jahre schuldig sei, nimmt die Heilpraktikerin mit Schwerpunkt Karmische Chakren-Homöopathie den Karton endlich an. U. tupft sich den Schweiß an und sinkt auf der Treppe zusammen, aber er ist vorerst gerettet. Nur noch vierzehn Stunden und knapp zweihundert Pakete.

09:20 – Unterdessen haben die beiden Trucker unter Benutzung ihrer unvorschriftsmäßig lauten Signalanlagen den Nachtigallenweg abgefahren und blockieren jetzt von der Kreuzung Kiebitzredder bis zur Ecke Amselschlag den gesamten Straßenzug mit quergestellten Fahrzeugen. Wie man an den Transparenten auf den Wagen sowie Botschaften, die sie über Außenlautsprecher verkünden, schnell erkennen kann, richtet sich ihr Protest gegen den ihrer Auffassung nach von Klimahysterikern inszenierten Preisanstieg bei Kraftstoffen. Mit laufendem Motor und Abgaswolken wollen sie ein Ende der Abzocke erzwingen.

09:22 – E. bringt ihre verängstigte Hündin in Sicherheit. Sofort, nachdem sie zu Hause angelangt ist, ruft sie erneut die Polizei an und gibt eine nicht hinnehmbare Lärmbelastung zu Protokoll. Da der diensthabende Beamte auf der Einsatzleitstelle sich wenig motiviert sieht, dem Treiben ein Ende zu setzen, erwähnt sie die Unzulässigkeit des Hupens gemäß §16 StVO, was als Ordnungswidrigkeit ein Bußgeld von jeweils zehn Euro nach sich ziehen würde. Als E. mit Dienstaufsichtsbeschwerde droht, gibt Ewald M. (63) nach und übermittelt den mit dem Ort vertrauten Polizisten den Einsatzbefehl.

09:36 – Nach längerem Verweilen in der Embryonalstellung fällt T.s Blick auf einen Beutel, der unterhalb der Hecke auf seinem Grundstück liegt. Der Geruch ist ihm geläufig. Elektrisiert springt er auf und untersucht den Plastikschlauch – das Ventil droht abzubrechen, da es sich um sehr minderwertigen Kunststoff handelt, andererseits ist das Gebinde mit gut zehn Litern Sprit gefüllt. Er beschließt, die kostbare Essenz langsam in den Tank zu gießen, um keinen Tropfen zu vergeuden.

09:45 – Er ist an zwei Seiten gefangen. U. begreift seine Situation. Nach menschlichem Ermessen wird er den Nachtigallenweg nicht so schnell verlassen, zumindest nicht in seinem Lieferwagen. In kalter Wut geht er zu Z., der gerade auf Stufe 10 Country aus dem Makrofon brüllen lässt. Als der König der Landstraße den fluchenden Paketfahrer bemerkt, öffnet er das Fenster und gießt ihm die verbleibende Hälfte einer Flasche Bier auf den Kopf.

09:48 – Unterdessen hat B. den Tatort genau unter die Lupe genommen, den Tathergang rekonstruiert und eine heiße Spur herausgearbeitet. Er folgt einer unscheinbaren Tropfspur, die charakteristisch nach Superbenzin riecht und von seinem SUV bis direkt an das Grundstück reicht, auf dem T. in meditativer Ruhe vor dem Tankdeckel seines Autos kniet, um den Beutel in seine Limousine zu entleeren. Mit einem gezielten Schwung hackt B. den Kufuß in die Frontscheibe, muss jedoch feststellen, dass das Verbundglas das Werkzeug nicht mehr freigibt. T. flieht in Panik ins Haus.

10:02 – Die aus Richtung Lerchenstieg kommende Besatzung des Streifenwagens wird jäh gestoppt, da der Sattelschlepper von F. die Fahrbahn auf voller Breite versperrt. Nach kurzer Beratschlagung sind die Beamten sich einig, den Sachverhalt nicht zu untersuchen. Da es sich offensichtlich um eine nicht angemeldete Kundgebung handelt, könne diese auch nicht einfach aufgelöst werden. Der Wagen fährt im Rückwärtsgang wieder über Drosselweg und Kuckucksredder in die Kastanienallee. Auch die Parkplätze in der Nordstadt brauchen das Auge des Gesetzes.

10:14 – U. hat die Nase voll. Als er B. entdeckt, der noch immer T.s Wagen mit Fußtritten traktiert, da er die Brechstange nicht aus der Windschutzscheibe herausziehen kann, hat er einen Einfall. Er steigt auf die Motorhaube und zieht das Werkzeug mit einem Schwung heraus wie Artus Excalibur aus dem Stein. Heftig das Eisen schwingend läuft er zu dem Kraftfahrer zurück.

10:19 – Ein drittes Mal verständigt E. die Leitstelle, doch M. reagiert äußerst ungehalten. Er gibt der alten Dame zu verstehen, dass Streitigkeiten unter Nachbarn, die wohl aus Lackschäden resultieren, erstens von der Versicherung aufgenommen werden und zweitens keinen Hubschraubereinsatz im betreffenden Straßenzug rechtfertigen, wenn das Gebiet derzeit wegen größerer Barrikaden für Einsatzfahrzeuge nicht erreichbar sei.

10:33 – Z. hat es sich inzwischen mit Schinkenbrot und Zigaretten in der Koje bequem gemacht. Noch läuft der Motor, da der Disponent für den folgenden Tag eine 450-Kilometer-Tour angekündigt und die Betankung beider Fahrzeuge angeordnete hatte. U. nähert sich dem tuckernden Zuggefährt und drischt ohne Rücksicht auf Verluste das Brecheisen in die Front des Sattelschleppers. Scheinwerfer splittern, das Glas spritzt, schließlich wird auch die Scheibe getroffen. Z. beugt sich aus dem Fenster und schreit wütend um sich, weil er gerne schlafen will.

10:38 – In Frotteemantel und Badeschlappen steht V. hinter dem gewaltbereiten Paketboten. Der Schallplattenunterhaltungskünstler will jetzt endlich mal schlafen und stört sich am Geräuschpegel, den U. beim Zertrümmern der Zugmaschine verursacht. Der Versandlogistiker verfehlt V. nur haarscharf, worauf sich dieser in heller Aufregung flieht. Er will sofort die Polizei rufen.

10:42 – Unbemerkt ist Z. aus dem Laster gestiegen und steht nun in martialischer Pose vor U. Der Schriftzug Keine Sprit-Abzocke – Nationaler Widerstand jetzt macht noch einmal sehr deutlich, worum es den beiden Aktivisten geht. In der Hand hält der Trucker eine täuschend echte Replik einer russischen Armeepistole, bei der es sich eigentlich um ein Gasfeuerzeug handelt. Voller Wut schleudert U. den schlaffen Plastikschlauch, der noch einen Rest Benzin enthält, weshalb er ihn auch mitgenommen hatte, gegen Z., der reflexartig den Abzug betätigt.

10:43 – Die mannshohe Stichflamme lässt Z. in Sekunden in Flammen aufgehen, der brennende Beutel dagegen wird direkt in die Fahrerkabine geschleudert und löst dort eine Verpuffung aus. In einer gewaltigen Detonation fliegt der Schlepper als Ansammlung kleinteiliger Reste in alle Richtungen. E., die an der Ecke Amselschlag das Geschehen verfolgt hat, erleidet spontan ein Knalltrauma. Z. hat keinen nennenswerte Behaarung mehr, die der Pflege bedürfte. U. wurde durch die Druckwelle in den Vorgarten der Ärzte befördert, wo er halb im Liguster hängt und sich nicht ohne fremde Hilfe wird befreien können. A. eilt mit einem Pendel zur Unfallstelle, um durch eine zeitnahe Anamnese die Potenzierung der Notfallglobuli bestimmen zu können. Ein Anwohner aus der Wachtelgasse, der den Nachtigallenweg als Durchgangsstraße nutzt, radelt verstört vorbei. So endet der Morgen in einer Reihenhaussiedlung, deren Bewohner einfach nur mit dem Auto zur Arbeit fahren wollten.





Kalter Krieg

7 02 2022

„… einen einmaligen Zuschuss gewähren werde, um die Heizkosten zu zahlen. Die Bundesregierung habe die Summe durch eine repräsentative Stichprobe der Haushalte, sie sich für den…“

„… gleichzeitig zur Sparsamkeit aufrufe. Das Bundesministerium für Umwelt halte eine Raumtemperatur von 16 °C für durchaus vertretbar, solange es sich nicht um Wohnungen von Leistungsträgern handele, die nicht unter der von Geringverdienern verursachten Krise leiden dürften, um den sozialen Zusammenhalt zu…“

„… erst im Juni gezahlt würden. Sollten sich innerhalb des nächsten halben Jahres Haushalte wegen der fälligen Nachzahlungen überschulden oder in die Privatinsolvenz rutschen, biete man ein bereits in den Coronahilfen erprobtes System einer gemeinsamen Warteschlange an, die sich in die…“

„… seien noch nicht ausreichend Häuser mit Wärmedämmung versehen. Die energetische Sanierung der Wohngebäude könne beispielsweise durch einen Teilverkauf finanziert werden, was allerdings nur im Falle von Wohneigentum oder Genossenschaftsanteilen, nicht aber bei…“

„… der Betrieb von Heizlüftern zwar nicht für die Einhaltung der Klimaziele dienlich sei, in einer akuten Zwangslage aber eine schnell umzusetzende Lösung darstelle. Die Stromerzeugung könne nach Anerkennen der EU-Taxonomie immerhin durch grüne Kernkraft und Bio-Braunkohle weiter im…“

„… könne auch der Umbau der Heizungsanlage zur Verbesserung der Wohnsituation beitragen. Im Falle einer Mietwohnung müsse dies natürlich mit dem Hauseigentümer besprochen werden, da auch die Kosten für eine neue Heizung voll auf die Mieter umgelegt werden könnten, was sich im…“

„… der Zentralverband der Deutschen Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümer darauf hinweise, dass ein mutwilliges Absenken der Raumtemperatur zu Schäden an der Mietsache sowie zu Störungen an den Interessen anderer Mietparteien führe. In diesem Falle sei eine Welle von Kündigungen, auch fristlosen, und Räumungsklagen zu…“

„… habe die Regierung mit Zirkelschlüssen in der Sozialgesetzgebung gute Erfahrungen gemacht. So würden auch weiterhin die ärmsten Haushalte in die Berechnung des Arbeitslosengeldes einbezogen, um die Kosten statistisch unter Kontrolle zu…“

„… sich die Mehrkosten bei Einbau einer Pelletheizung für vier durchschnittliche Wohnungen bei einer linearen Steigerung der Energiepreise umgerechnet schon nach 110 Jahren rentieren, bei einem Haus mit 40 Wohneinheiten bereits nach elf Jahren, bei einer Wohnanlage mit…“

„… der Betrieb von Gartengrills, insbesondere gasbetriebener Geräte, keine ausreichend sichere Alternative zur Zentralheizung darstelle. Zwar dürfte ein dadurch entstehender Wohnungsbrand durch thermische Energie das Problem kurzfristig lösen, es sei jedoch coronabedingt mit personellen Engpässen bei der Feuerwehr zu rechnen, was sich negativ auf die Bausubstanz von…“

„… möglich sei, dass durch Überschuldung die Haushalte in den Bezug von ALG II fallen würden. Da hier einen Zuschuss als Einkommen gewertet würde, müsse man die Zahlung aussetzen, um nicht noch tiefere Löcher in die Kassen der…“

„… dass sich aber der Einbau einer Heizung für Holzpellets nur dann lohne, wenn ausreichend Brennmaterial auf dem Markt zur Verfügung stehe. Die jetzige Situation sei schwierig, die Regierung müsse davon ausgehen, dass pro Bürger nur eine tägliche Menge von etwa 100 Gramm Holzspänen für den Betrieb einer…“

„… die Mithilfe der Bevölkerung erforderlich sei. Die Bundesregierung setze auf das Wissen der Senioren, die beispielsweise in den Kriegs- und den Nachkriegsjahren Lifehacks zum Überleben in der rohstoffarmen Gesellschaft gelernt hätten. Die von der Kohleindustrie geförderte Initiative Opa erzählt aus dem Kalten Krieg sei ein Teil der Strategie, mit dem sich die Bevölkerung aus der…“

„… sich unabhängig machen müsse von den sozialistischen Preistreibern. Merz fordere eine autarke Wirtschaft, die mit deutschem Heizöl den Widerstand gegen die Ostblockstaaten und ihre…“

„… durch geschickte Dämmung den Anstieg der Innenraumtemperatur im Sommer verursache. Die Dachgeschosswohnungen, die sich danach als Sauna verwenden ließen, dürften wesentlich zu den Mieteinnahmen der…“

„… sei in der Generation 90+ die Verwendung eines heißen Ziegelsteins zum Aufwärmen des Bettes noch weit verbreitet. Es müsse jedoch vorher eruiert werden, ob und wie sich ein Ziegel ohne zusätzliche Energiekosten erwärmen lasse, da dies als Empfehlung der Bundesregierung einen…“

„… begrüße Merz den Plan der Jungen Union, eigens für die Erderwärmung geförderte deutsche Braunkohle zu verheizen. Durch eine Steigerung der Lufttemperatur um mindestens drei Grad werde es eine spürbare Verringerung der Heizkosten in…“

„… wenn die Personen überdurchschnittlich lange in ihrer Wohnung aufhalten würden. Es müsse zunächst geklärt werden, ob eine dauernde Nutzung der Wohnräume fürs Homeoffice wirklich nötig sei oder ob diese Arbeiten nicht auch in Cafés, auf Parkbänken oder im…“

„… zum Vorzugspreis erhältlich sei. Der in vielen Größen gefertigte Strickpullover mit der Deutschland-Fahne sei ein starkes Signal an die Bürgerinnen und Bürger, dass auch in politisch schwierigen Zeiten die Bundesregierung sehr…