Bundesarbeitsdienst

24 05 2018

„Klar kann man das besser machen, aber wieso? Ist doch freiwillig?

Sie gucken jetzt komisch, kann ich verstehen, aber was soll denn diese Debatte? Ein Drittel der Teilnehmer am Bundesfreiwilligendienst bricht die Veranstaltung frühzeitig ab. Ich sage: gut so. Auf den Schrott können wir auch gepflegt verzichten, wir sind immer noch eins: freiwillig. Deshalb heißt das auch so. Freiwilligendienst. Hier zählt allein der Wille, und der ist eben nicht mit Geld zu bezahlen. Da ist die Wehrmacht, also was heute Bundeswehr heißt, die ist da schon rückschrittlich. Die haben zwar auch schon Freiwillige, aber denen muss man eben immer noch Geld zahlen, damit sie unser Land verteidigen. Auch irgendwie traurig.

Die jungen Leute haben heute ja eine viel spontanere Lebensplanung, die wollen sich direkt nach der Schule einfach noch nicht an eine Aufgabe binden. Die wollen erst mal in einer Ausbildung herumgammeln, ein Studium schmeißen, ein paar Jahre lang von Hartz IV leben oder ihren Eltern auf der Tasche liegen. Da können wir den Dienst noch so attraktiv machen, die werden immer einen Weg finden, sich aus der Verantwortung zu stehlen. Das ist nun mal so. Gucken Sie sich die modernen Parteien an, die FDP oder die anderen Rechten, die interessieren sich freiwillig auch nur noch für sich selbst.

Vor allem dürfen wir hier keine Erwartungen wecken. Stellen Sie sich mal vor, wir lassen die Bufdis mit Kindern aus dem sozialen Brennpunkt arbeiten. Die sind total euphorisch, studieren sofort Pädagogik, landen in der Schule, und was ist? total am Arsch, sage ich Ihnen, und dann haben wir die Bescherung. Die Trottel müssen wir alle mühsam wieder auf Fabrikarbeiter umschulen. Was das kostet! Und alles, weil nicht alle gesellschaftlich involvierten Kreise mal gemerkt haben, was hier vor sich geht. Stellen Sie sich mal vor, wir hätten dieses Desaster in der Pflege!

Der Freiwilligendienst ist durchaus zu verstehen als ein Einstieg in das Arbeitsleben. So wie der Zivildienst oder der Ein-Euro-Job. Wird nicht direkt bezahlt, ist aber betriebswirtschaftlich sehr gut in die Kalkulation integrierbar. Das muss man den Teilnehmern auch mehr vermitteln: dass sie hier nicht einfach mitmachen können, wie es ihnen passt, sondern dass sie den Dienst in der Sache auch ernstnehmen müssen. Vergleichen Sie das doch mal mit dem Kriegsdienst. Da steht plötzlich der Feind vor der Grenze, die Kanzlerin hat die natürlich mal wieder offen gelassen, und dann haben die vielen Soldaten ganz plötzlich keinen Bock mehr, unser Vaterland gegen den Islam zu verteidigen. Oder wer sonst zur Debatte steht. Das ist doch eine verlorene Generation!

Man könnte das natürlich arbeitsmarktpolitisch auch kombinieren, das ist schon richtig. Wer sich nicht für einen Freiwilligendienst meldet, der wird auch nicht für eine Berufsausbildung zugelassen. Bitte nicht verwechseln mit der anderen Option: wer sich freiwillig meldet, bekommt auch garantiert einen Ausbildungsplatz. Das ist Sozialismus. Damit haben wir hier nichts am Hut. Außerdem wüsste ich gerne mal, woher wir die ganzen Ausbildungsplätze nehmen sollen.

Obwohl so ein Bundesarbeitsdienst schon einige positive Nebenwirkungen hätte. Es gibt ja auch so eine Menge Arbeit, die in diesem Land erledigt werden muss, obwohl es niemanden gibt, der sie zahlen kann – zahlen will, so viel Zeit muss sein. Will. Ist ja ein Freiwilligendienst, da muss doch die Verhältnismäßigkeit gewahrt bleiben. Also ich könnte mir das gut vorstellen, dass wir die jungen Leute in eine sozial angesehene Beschäftigung schicken. Sozial ist ja immer, was Arbeit schafft. In dieser Hinsicht könnten wir den Fachkräftemangel kurzfristig beheben, und es würde dann statistisch so gut wie keine Arbeitslosen mehr geben, weil es ja auch keine Stellen mehr gibt, auf die sie sich bewerben könnten. Dann nehmen wir die aus der Statistik endgültig raus, die Bufdis sind nicht als Arbeitslose gemeldet, und dann wird ein Schuh daraus.

Dass wir die Bezahlung gründlich einschränken müssen, dürfte dann auch klar sein. Wir wollen nicht riskieren, dass plötzlich Langzeitarbeitlose im Freiwilligendienst ihre Lebensläufe aufbessern. Die sind als Negativbeispiel gedacht, als Druckmittel für Niedriglöhner, als Verkaufshilfe für unsere Freunde bei der Springerpresse. Wir können es nicht auch noch zulassen, dass sich diese Schicht durch zu viel Eigeninitiative hervortut.

Und die Orientierungsfunktion sollten wir auf jeden Fall deutlicher herausarbeiten. Für junge Menschen, die noch nicht so richtig wissen, wie der Hase läuft. Denen können wir ein paar Piselotten in die Hand drücken und sagen: ist freiwillig hier, das machst Du gerne oder gar nicht. Darauf sollten wir aufbauen. Wir brauchen junge Leute, die sich für dieses Land einsetzen – zur Not auch gegen das Grundgesetz.“

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Nicht ohne meinen Anwalt

23 05 2018

„So habe ich sie noch nie erlebt!“ Luzie knetete ihre Finger und schaute besorgt zu der Tür, hinter der seit einer guten Stunde der Mandant saß. Anne kam und kam nicht weiter. Es war zum Verzweifeln.

„Ich frage mich sowieso, wie sie diesen Mann vertreten will.“ Die Bürochefin knibbelte hektisch an einer Heftklammer herum, während im Beratungszimmer dumpfes Schweigen herrschte. „Wer ist es denn?“ Sie zuckte mit den Schultern. „Das ist es ja“, seufzte sie. „Er will es nicht sagen.“ „Doch nicht etwa ein Räuber“, argwöhnte ich, „der seine Verteidigerin nur ausnutzt?“ Energisch schüttelte Luzie den Kopf. „Wenn ich es richtig verstanden habe, will er gegen seinen Nachbarn Anzeige wegen Sachbeschädigung erstatten.“

Da öffnete sich unerwartet die Tür. Ein Herr im braunen Anzug hockte auf dem Besuchersessel, in den Händen hielt er einen Stapel Papier. Aber den hatte er, was schnell klar wurde, nicht zur Ansicht mitgebracht. „Wir werden gegen diesen Unhold vorgehen“, deklamierte er, „aber nicht mit unlauteren Methoden! Daraus dreht er uns nur wieder einen Strick!“ Einigermaßen waidwund hing Anne im Türrahmen, erschöpft von einer Stunde vergeblichen Verhörs, während der sie nichts aus dem Mann hatte herausbringen können. „Er hat eine zerkratzte Vordertür“, ächzte sie, „und der Spiegel ist abgebrochen, aber egal – frag ihn doch einfach selbst.“ „Warum nicht?“ Sie grinste schief. Mir war noch nicht klar, warum.

„Ihnen darf ich das sowieso gar nicht sagen“, protestierte er. „Und damit das klar ist, ich rede hier kein Wort mehr ohne meinen Anwalt!“ „Ich hätte auf einen soliden Sprung in der Schüssel getippt“, murmelte Anne. Aber so leicht machte er es uns auch nicht. „Nach diesem neuen Datenschutzgesetz müssen Sie meine Angaben streng vertraulich behandeln!“ „Das wollen wir ja“, wimmerte Anne. „Aber wie soll ich den Fall denn bearbeiten, wenn ich nicht einmal weiß, wer sie sind?“ „Ich darf das nicht einfach sagen“, belehrte er mich. „Erst müssen Sie mich schriftlich belehren, dass ich Ihnen zugestimmt habe – oder war’s umgekehrt? – auf jeden Fall wird alles gegen mich verwendet.“ Ich zog Anne beiseite. „Und Du bist Dir absolut sicher, dass der Typ nicht einfach einen Triller unterm Pony hat?“ „Dessen bin ich mir sogar ziemlich sicher“, gab sie grimmig zurück. „Er hat Luzie wortlos den Vorschuss auf den Tresen gelegt und sich geweigert, eine Quittung zu unterschreiben.“

Ich trat wie unabsichtlich ans Fenster und blickte auf den Vorplatz. „Momentchen“, sagte ich, „ich muss mal eben etwas gucken.“ Eine Minute später war ich wieder im Beratungszimmer. „Nun“, beschloss ich, „wir müssen den Fall zumindest theoretisch angehen, sonst kommen wir nicht weiter. Es handelt sich also um dieses rote Auto, das Ihr Nachbar mutwillig beschädigt hat?“ „Grau“, korrigierte er, „grau. Ich will mich nicht durch eine Falschaussage belasten, und ich hoffe, dass Sie das bemerkt haben.“ Anne nickte ergeben. Ich sah verstohlen auf meinen Schreibblock. Alles passte.

Mit einiger Mühe entlockten wir ihm, dass sich die Tat am gestrigen Abend abgespielt haben musste. „Sie haben natürlich keine Zeugen“, gab ich zu Bedenken. Doch ich hatte mich getäuscht. „Ich stand am Küchenfenster“, tobte der Mann. „Ich musste mit eigenen Augen ansehen, wie dieser… aber das tut jetzt nichts zur Sache. Es war ja auf meinem Grundstück, und da habe ich gesehen, wie er über den Zaun…“ Er biss sich auf die Unterlippe. Offenbar hatte ihn jetzt gerade der Datenschutz von einer vollumfänglichen Zeugenaussage abgehalten. „Aber sonst würde es doch niemand bestätigen, dass sich dieser Nachbar widerrechtlich auf Ihr Grundstück begeben hat, um Ihren Wagen zu zerkratzen?“ Er schnaubte angewidert durch die Nase. „Natürlich!“ Drohend blickte er mich an. „Die ganze Straße weiß, dass er nicht normal ist, jeder weiß das!“ Ein kurzes Häkchen auf dem Schreibblock. Dann stand ich auf. „Luzie wollte das unbedingt haben“, erklärte ich, „und wir werden die Sache danach schnellstens erledigen.“

„Halterfeststellung“, nickte Luzie. „Es gab nur einen grauen Wagen auf dem Parkplatz?“ Ich lächelte. „Genau genommen gab es nur einen mit zerkratzter Tür, aber ich wollte ganz sichergehen. Und dann müssten wir noch wissen, in welche Richtung sein Küchenfenster liegt. Schaffen Sie das?“ Sie rückte ihre Brille zurecht. „Geben Sie mir eine Viertelstunde.“

Es ging wesentlich schneller, und in der Zwischenzeit hatte der Mandant tatsächlich den einen oder anderen sachdienlichen Hinweis gegeben, nur leider langte alles das nicht. Da kam Luzie. Ich nahm ihr den Zettel aus der Hand. „Lassen Sie sehen, Doktor Watson.“ Er blickte mich misstrauisch an. „Ich glaube“, befand ich, „wir können den Fall nun ganz datenschutzkonform einer gerechten Lösung zuführen, und es sollte in Ihrem Sinne und zu bester Zufriedenheit verlaufen.“ Zur Vorsicht stimmte mir Anne sofort zu. „Lassen Sie nur, wir kümmern uns um alles und kommen dann auf Sie zu, wenn wir die nötigen Formalitäten erledigt haben.“ Er war äußerste verwirrt. Anne reichte ihm die Hand und schob ihn aus dem Beratungszimmer in Richtung Flur. „Der Täter wohnt in Nummer 37“, sagte sie. „Das reicht uns.“ „Aber…“ Sie sah im fest ins Auge. „Nur, damit das klar ist – von mir haben Sie das nicht!“





Bundesdatenautobahn

21 05 2018

„… sich nach dem durchschlagenden Erfolg des Dieselgipfels nun dem Mobilfunk zuwende. Die Christsozialen seien fest entschlossen, noch in dieser Legislaturperiode einen ganz neuen…“

„… eine Datenerhebung benötigt werde, um einen Funklochatlas in Deutschland zu erstellen. Bedauerlicherweise sei die Datenübermittlung der Standorte nicht ausreichend geplant worden, da sich durch die vielen Funklöcher eine geringe…“

„… habe Dobrindt die Digitalisierung der Funkmasten vorgeschlagen. Diese könne durch eine zusätzliche Abgabe auf CD-Rohlinge und…“

„… Landkarten an die Anwohner verteilen wolle. Diese bekämen die Aufgabe, die Ergebnisse der Netzabdeckungsanalyse über ein Webformular an das Bundesministerium für…“

„… und schwere Versäumnisse in der bisherigen Führung des Verkehrsministeriums angemahnt habe. Scheuer werde jetzt, da die Behörde in die richtigen Hände geraten sei, mit dem linksgrünen Fortschrittshass aufräumen und endlich die…“

„… IP-basierte Dienste auch von Telefonen genutzt werden könnten. Um die Netzneutralität zu stärken, schlage Dobrindt vor, vor jedem Gespräch eine kostenpflichtige Vergabe von IP-Adressen mit voller Mehrwertsteuer für…“

„… die Netzabdeckung verbessert werden müsse, da der Technologiestandort sonst auf lange Zeit keine Möglichkeit sehe, autonome Flugtaxis in den…“

„… ein größeres Investitionsvolumen nur durch die bereits existierenden Mobilfunkkonzerne zu leisten sei. Diese hätten bereits in der Vergangenheit gezeigt, dass sie durch eine hervorragende…“

„… das interne Papier ausgesagt habe, in der CSU halte jeder sich für gottgleich und alle anderen für geistig behinderte Arschlöcher. Scheuer habe dem jedoch widersprochen; seiner Erfahrung nach habe in der Partei jeder recht und werde deshalb auch als…“

„… die Suche technisch nicht befriedigend zu lösen sei. Scheuer wisse aus eigener Erfahrung, dass man im Funkloch gar nicht mehr merke, dass man im Funkloch stecke, was die weitere Frage aufwerfe, wo ein Funkloch, das sich im…“

„… zunächst mit der Ausbesserung digitaler Schlaglöcher in Deutschland begonnen werden müsse. Die Bundesregierung verfolge eine Theorie, nach der eine Aufrüstung des Arbeitsspeichers in den Funkmasten für mehr Geschwindigkeit sorge. Aus finanziellen Erwägungen sei man davon überzeugt, dass 640 Kilobyte genug für…“

„… noch höhere Funkmasten brauche. Dobrindt werde sich für den Bau tausender Funkmasten in Deutschland verwenden, die so hoch seien, dass ihre Reichweite auch Bayern abdecke, ohne dass die Landschaft im Freistaat durch zusätzliche…“

„… ob eine Karte der deutschen Funklöcher mit strengeren Sicherheitsauflagen erstellt werden müsse. Nach einer Überlegung des bayerischen Innenministers Herrmann müsse man auch damit rechnen, dass sich Schwerstkriminelle gezielt in die Funklöcher zurückzögen, um überwachungsfrei Internetverbrechen und andere…“

„… die Staumelder-App versehentlich immer die CSU-Parteizentrale, das Bundesministerium für Verkehr und die…“

„… für eine bessere Planbarkeit das WLAN in den Zügen der Deutschen Bahn AG auf die Bundesautobahnen umbuchen wolle, da gerade hier ein Upgrade für mehr Service im…“

„… gerne aufgegriffen habe. Seehofer wolle in Zukunft den Bau von Moscheen in Europa nur noch durchsetzen, wenn diese statt eines Minaretts einen sich in staatlicher Kontrolle befindenden Funkmast auf dem…“

„… die Unterstützung der Landesregierungen eingefordert habe. Söders Zusage sei jedoch an das Versprechen geknüpft, jeden Funkmast in Bayern mit einem Kruzifix zu…“

„… müssten die Funklöcher so schnell wie möglich geschlossen werden, da sonst die Polizei im Freistaat keine lückenlose Überwachung der Telefonate, Standorte oder WhatsApp-Nachrichten, die bei einer rein theoretisch denkbaren Gefahr für den…“

„… die Benutzung des Mobilfunks außerhalb geschlossener Ortschaft als Roaming bezeichnet habe, das mit einer neu zu erhebenden Gebühr verbunden sein müsse. Scheuer habe den Vorschlag der Anbieter mit sehr großem Interesse in seine…“

„… versprochen habe, dass eine Umwidmung der Bundesdatenautobahnen nicht mit einer höheren Pkw-Maut einhergehe. Diese werde auch weiterhin nur für Kraftfahrzeuge mit Migrationshintergrund und…“

„… das Heimatministerium mit einem Entwurf für mehr Zufriedenheit in Deutschland geantwortet habe. Wenn die Deutschen nicht mehr so viel soziale Medien nutzten, könne man mit der jetzt schon zur Verfügung stehenden Kapazität alle…“

„… als Integralhelm gebaut werde. Der neue Antennenhelm habe Marktpotenzial, während die autonome Antennendrohne noch viel zu…“

„… Handyverbotsschilder im Bayerischen Wald aufstellen werde. Seehofer rechne damit, dass es hinterher keine Klagen mehr über mangelnde…“

„… die Autoindustrie für ihre Unfallmelder eine durchgehende Netzabdeckung verlange. Scheuer sei sich sicher, dass er die Finanzierung der technisch durchaus machbaren Lösung noch vor 2040 mit…“

„… mehr als übertroffen habe. Die CSU wolle nun so schnell wie möglich den vollständigen Ersatz der Lastkraftwagen mit elektrischen…“





Gernulf Olzheimer kommentiert (CDXIV): Das Geduze

18 05 2018
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Wir wissen es nicht. Sicher war die Sprache der Hominiden im Grundausstattungsbereich eher an der lebensnotwendigen Körperfunktionen orientiert. Die Standesgesellschaft lag noch in einer halben Dimension herum, das Grunzinventar innerhalb der Sippe differenzierte sich nach Lautstärke, aber die wesentlichen Dinge kriegte das Volk schmerzfrei auf die Reihe. Ab einer gewissen Dialektvielfalt wurde es schwierig. Mit der Idee eines höheren Wesens kam vorübergehend die Komplexität der Anrede, aber das währte nicht lang. Manche in der Geschichte verwehte Epoche setzte auf Höflichkeit und teils gekünstelten Affekt, aber was war das alles schon gegen die Vorteile der gewaltfreien Kommunikation. You can say you to me. Es begann das Geduze.

Mit der allgemeinen Planierung der ästhetischen Distinktion durch mangelnden Anstand und dem pseudopolitischen Getöse der Theoretiker wucherte eine egalitäre Pest aus dem soziologischen Gulli, die ihre Tentakeln in die Nasenlöcher einer fast noch Babypuder riechenden Schicht von Hipstern stopfte, ihnen ansehnliche Teile der Großhirnrinde verödete und ihnen das Du einkokelte, wo sonst der Brechreiz verortet sitzt. Pfarrer, Richter, Dealer, alles wurde seiner respektablen Position entkorkt, man duzte nur noch, aber nicht auf die brüderliche Art, wie es auf den ersten Biss den Anschein hätte haben können. Wo die Fremdwahrnehmung eines intakten Miteinanders komplett in die Grütze ging, musste das narzisstische Selbsterleben bunte Blüten schlagen – so kam es, und das war das Problem.

Das brägenreduzierte Gesellschaftskonglomerat duzt einander, als hätte man das Sie durch standrechtliche Exekution beseitigt. Der formlose Umgang zeigt eben das: das kaum in Konturen schwiemelbare Kompott, das amorph in die Ritzen der Selbstachtung sickert, ignoriert jegliche Individualdistanz, kumpelt sich an, als wären alle in kollektiver Besoffenheit, und verursacht der Menge einen Grad an Enthemmung, der gebraucht würde, um die Belegschaft vollständig degenerieren zu lassen. Mit dem Schwinden der Scham setzt der Schwachsinn ein, hier schaltet er bereits röhrend in den dritten Gang.

Stil ist für die meisten Bekloppten nur die greifbare Seite des Besens. Davon abgesehen führt die große Gleichmacherei, die jeden Blödföhn auf die eigene Stufe zerren will, zum großen Einebnen von oben nach unten. Schon schleimt sich der erste Katalog aus dem geistigen Flachland mit der zweiten Person Singular ins Beziehungsgefüge: wir sind alle eine große Familie, schwallt der Schwede, und Du bist das Kind. War ‚Du‘ bisher natürlicher Ausdruck von gewachsener Vertrautheit und Nähe, ist es nun lediglich klebriger Aufpapper einer strikt verordneten Sympathie, die auch für die größten Arschlöcher zu gelten hat.

Einige Fremdsprachen, insbesondere die im deutschen Artikulationsraum verbreiteten, nehmen das ‚Ihr‘ des Mittelalters bis in die Gegenwart in Gebrauch und fahren nicht schlecht damit. Einmal planiert, schon schwinden sämtliche Gefälle, die in der Wirklichkeit sinnvoll sind und produktiv. Wo sich Vorstandsvorsitzende und Azubis gegenseitig das Dumm-Du um die Backen hauen, entsteht eben keine Professionalität, wie Modernisierer meinen, sondern ein schmerzbefreites Gemansche, als sei die traditionelle Form des Stammbaums in diesem Familioiden ein Kreis. Was als infantile Auflehnung gegen vermeintliches Spießertum das gegenüber liegende Extrem zum allein seligmachenden Dogma erhob, mutet einer systematisch strukturierten Welt den Terror des Egalitären zu, indem es ihn einfach als kommunikativen Befreiungskampf und zugleich als dessen Ergebnis präsentiert. Der Schüler aber, der seinen Pauker nicht siezen muss und trotzdem von ihm Noten kassiert, ist auch Mittel, Zweck und Folge eines Irrwegs, in den sich falsche Liberale mit Anlauf und Ansagen verrennen. Sie werden uns befreien, ob wir wollen oder nicht.

Was gaukelt uns in dieser Simulation von Stall- und Nestwärme nicht alles die große, erlösende Liebe vor – weg mit Schlips und Kragen, ein Hoch auf die Berufsjugendlichkeit, die bis zum Schluss fit und leistungsfähig bleibt und nie so wird wie ihre Eltern, vermoost und verknöchert, nur eben verharzt sie obenrum, dreht eher frei, als frei zu sein und deliriert sich einen Schmarrn von Selbsthass mit gelebter Erniedrigung bunt. Denn sie ertragen den ganzen neoliberalen Schrott nur, wenn sie den anderen genauso herablassend behandeln, wie sie selbst in dieser Ansammlung von Kontrollverlust und reziproker Verachtung behandelt werden. Mach platt, was Dich platt macht, dröhnt’s aus dem Maschinenraum. Hier bröseln die Reste einer bis dato noch intakten Intimsphäre. Wer braucht die noch in einer Welt, in der wir uns selbst vermessen und die Ergebnisse hautnah ins Netz stellen. Eine Armlänge Abstand täte uns gut. Es würde so vieles wieder funktionieren, wie es gedacht war. „Wir duzen uns hier alle“, informiert mit Nachdruck und dem Finger am Abzug der Depp seine Umwelt, und die einzig richtige Antwort ist und bleibt: „Schön für Sie.“





Vitalfunktionen

17 05 2018

„Aber sonst haben Sie den Husten nur bei Regen und im Winter? Ah, verstehe. Großraumbüros sind immer ein bisschen lästig, und wenn Sie da mit zwei jungen Kolleginnen sitzen, da kann man sich von deren Nachwuchs schon mal was aus der Kita einfangen. Aber geimpft sind Sie? Ach, das hören wir gerne.

Und Diabetesfälle hat es seitdem in ihrer Familie ja auch nicht mehr gegeben? Das ist beruhigend. Sie sind dann auch komplett aus dem Beobachtungsprogramm für Erbkrankheiten raus, es hat ja keine Verdachtsfälle mehr gegeben. Nur dieser Herr, bei dessen Beerdigung Sie kürzlich waren. Lehrer, sagen Sie? Neunzig? Verstehe, dann haben Sie sich sicher nicht irgendwo angesteckt. Sie wissen ja, wir achten nicht nur auf Ihre eigenen Daten, wir haben auch ein Interesse an Ihrer unmittelbaren Umwelt.

Klar, das sollte alles auf der Karte stehen, aber das ist ein deutsches Projekt. Wir fangen immer mit einer Technologie an, deren Nachfolger gerade als komplett veraltet aussortiert wurde, dann lassen wir es noch ein paar Jahre liegen, warten drei bis fünf Kostenexplosionen ab, die rein zufällig immer dann passieren, wenn wir den Zulieferern sagen, dass es im Grunde gar nicht um den Preis geht, sondern um den politischen Willen und darum, dass wir ohne sie komplett am Arsch wären – und dann haben sich die Verhältnisse so weit gedreht, dass die, die uns die ganze Scheiße eingebrockt haben, längst in der Versenkung verschwunden sind.

Deshalb haben wir jetzt ja das Kombi-Angebot. Sie werden nicht nur für Ihre Ernährung bewertet, sondern auch für Ihre Lebensweise. Wenn Ihre App mehr als die geforderte Mindestschrittzahl feststellt, nehmen wir das wohlwollend zur Kenntnis, das ist doch klar. Ab zweihundert Schritte mehr kriegen Sie ein Smiley. Ab tausend Schritte haben Sie einen Punkt in der Risikobewertungsberechnungsbasis mehr pro Tag, an dem Sie sich wertstoffreich und nachhaltig ernähren – Sie gehen doch in den Bio-Supermarkt? – und dazu noch auf ungesunde Dinge verzichten.

Wo wir gerade bei Ihrer Lebensweise sind, da sollten wir vielleicht mal ein Wort über Ihre Freizeitgestaltung verlieren. Grillwurst, gut und schön. Es wird ja gerade wieder Sommer, da darf man schon mal, aber gleich zwei? an einem einzigen Wochenende? Ich möchte mich über Ihren Cholesterinspiegel hier nicht kritisch äußern, zumal ich auch keine Werte der vergangenen dreißig Tage vorliegen habe, aber meinen Sie nicht auch, dass man es übertreiben kann? Worauf ich hinaus will? Auf das Bier vielleicht, das Sie in derselben Woche getrunken haben? Ich bitte Sie, da muss man doch mal nachdenken – bei einem Frühstücksei hätten wir vielleicht noch ein Auge zudrücken können, aber Bier? Ist das Ihr Ernst?

Also über den Urlaubsbonus müssten wir dann noch mal nachdenken. Sie wollten doch ans Meer? Oder waren Sie im Gebirgsprogramm? Städtereise? kommt für Ihre Lipidwerte leider nicht in Frage, da essen Sie entweder aus dem billigen Supermarkt, oder Sie gehen jeden Tag in die Gastronomie und nehmen zu viel gesättigte Fettsäuren zu sich. Und Zucker. Und Salz. Sie müssen schon mitspielen, wir finanzieren Ihnen den Urlaub ja.

Jetzt werden Sie mal nicht komisch. Wir können Ihren Gesundheitstarif nach vorliegender Prognose steigern oder ermäßigen, und damit finanzieren wir Ihren Urlaub. Von dem Rest, der da übrigbleibt. Und da kann man schon mal verlangen, dass Sie sich nicht vorsätzlich ungesund verhalten.

Außerdem sind Sie in letzter Zeit zu häufig Zugluft ausgesetzt. Ihr Gesundheitsarmband findet, dass Sie nachts die Fenster schließen sollten, rein zur Prävention. Und Sie wollen doch Ihrem Gesundheitsarmband nicht widersprechen, oder? Wenn wir begründete Zweifel haben, dass Sie sich möglicherweise vertragswidrig verhalten, dann könnten wir auch den Zuschuss zum Fitnesskurs wieder streichen. Nicht meine Entscheidung, Ihrem Arbeitgeber müssen Sie das schon selbst verkaufen. Und das hätte dann auch wieder einen gewissen Einfluss auf Ihre gesetzlichen Leistungen.

Hören Sie, wir finanzieren Ihnen doch jetzt schon diesen tollen Kühlschrank, der verhindert, dass Sie Produkte mit zu viel Fett oder Zucker hineinstellen. Ihre Kontrolle der Vitalfunktionen an allen Checkpoints erspart Ihnen bis zu zehn Arzttermine pro Monat. Sehen sie mal, Ihren Bandscheibenschaden vor zwei Jahren, den hätten wir doch nicht einfach übernommen, wenn Sie nicht nachgewiesen hätten, dass Sie regelmäßig eine neue Matratze auflegen und vernünftiges Schuhwerk tragen. Auch wenn das ein Arbeitsunfall war, man kann doch nicht alles durchgehen lassen. Schließlich sind wir eine Solidargemeinschaft, da muss man auch ein bisschen Solidarität von allen Beteiligten verlangen können.

Gut, dann hätten wir erst einmal alles beisammen. Den immunologischen Befund können Sie innerhalb einer Woche nachreichen, den Termin zum Abholen der Ergebnisse hatten Sie schon im vergangenen Jahr gemacht? Dann steht Ihrer Zahnzusatzversicherung ja nichts mehr im Weg.“





Gernulf Olzheimer kommentiert (CDXIII): Die Warteschlange

11 05 2018
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Ob Zellalterung, Säbelzahnziege oder ein Blitz aus heiterem Himmel für die Rückführung in die majestätisch schweigende Biomasse sorgen, am Ende ist alles sterblich. Vor allem der Hominide, der seinen eigenen Verfall zwar nicht direkt mit einem Datum versehen kann, aber dessen generelle Existenz auch nicht bestreiten wird – eben das macht ihn zu der herausgehobenen Affenart, die ihr Erbgut und ihre architektonischen Verwirrungen in die Zukunft klotzen, als gäbe es diese überhaupt – er fühlt die Zeit, wie sie dem Sande gleich zwischen den Fingern ins Ungewisse rinnt, rasch im Wind verteilt und körnchenweise zu Entropie verklappt, die alles, was je zuvor war, zunichte macht. So stand Rrt vor der Höhle der potenziellen Partnerin, die nur noch eben die Nagerzahnkette suchen und ein Pfund Beeren sortieren wollte, und vor ihm war nur noch der Vater einiger ihrer Kinder an der Reihe, die Keule lässig in der Hand, um einige familiäre Kleinigkeiten abzuklären. Momente wie diese lassen die Philosophie entstehen, das Ding zur Bewältigung des Sinnlosen, die Sprache, vielleicht Kunst und Poesie als spielerischen Zeitvertreib im losgelassenen Hier und Jetzt. Oder eben die Warteschlange.

Der Mensch sitzt, und damit fängt der Mist an. Die einzig erträgliche Position des Verharrens, die stehende, bietet im Regelfall den direkten Blick auf das Ersehnte, den Aufzug, der langsam aus dem dreizehnten Stockwerk eintrullert, den Verkäufer am Postwertzeichenschalter, der mit zentauglicher Zeitlupe den Stempel von ganz links nach links und dann nach rechts stellt, seinen Sekundenschlaf der Vernunft absolviert, den Stempel von rechts nach links und dann wieder nach ganz links schiebt und dabei in akzentfreiem Dialekt der Belegschaft zu wissen gibt, wie das am letzten Wochenende war, als er sich die Nasenhaare blondiert hat. Ist man als Kunde, als natürlicher Feind der Kreaturen auf der anderen Seite des Schalters, als Verurteilter in der Reihe gefangen, so sieht man trotz aller sich im Ablauf verschwiemelnden Hemmnisse, trotz der Mehrzahl der Mitarbeiter, die den Raum bloß als optische Störsignale bevölkern, doch das Ziel sich nähern. Schon steht es vor Augen. Da ist es.

Was nun im Sitzkreis, der amtlichen Form des Gruppenstrafvollzuges auf verkeimtem Mobiliar, völlig anders sich verhält. Hier ist die Tür zu, sie bliebe auch verschlossen, wenn Kafkas Torwächter beim Gang in die Mitarbeiterkantine noch einmal umkehren und den Kloschlüssel holen wollte. Es gibt hinter dieser Barriere keinen Ereignishorizont. Starr schwitzt der Verängstigte in der Sitzschale aus schlagfester Widerwärtigkeit, ob er für die Ein- und Ausfuhrgenehmigung schwedischer Schildläuse in Hessisch-Kappadokien auch die nötigen Papiere mit Siegel und Zehenabdruck eingesteckt hat. Jeder Überlebende, der aus der Kammer des Schreckens entweicht und die Flucht antritt, nährt in ihm eine quasireligiöse Hoffnung, jede Mistmade, die vorher eine Nummer gezogen hatte, den Wunsch zu töten. Auch hier schleicht beschäftigungslos eine amorphe Masse dienstunbarer Geister über staubige Flure, doch die Verwaltung ist gewarnt. Kein operierender Honk mit Aktendeckel gerät versehentlich in das Gesichtsfeld der Wartenden, spontan aufflammende Gewalt wird dadurch auf ein unvermeidbares Maß reduziert – der Büroschlaf ist noch einmal gerettet.

Die Steigerung dieser Zumutung ist die Warteschleife, jene intellektuelle Nahtoderfahrung, die hin und wieder für Massenmorde oder den Ausbruch militärischer Konflikte sorgt. Während dem Bekloppten die Trommelfelle mit schmieriger Konservenmelodei zugeschwallt werden, klemmt sich in Dreißig-Sekunden-Intervallen eine joviale Schleimstimme dazwischen und verkündet dem längst aus allen Ventilen vor Adrenalin pfeifenden Maniaken, dass die Wartezeit drei Stunden lang nur noch acht Minuten beträgt. Wer diese Flegelei wegen eines falsch oder gar nicht gelieferten Pakets oder der komplett verwarzten Rechnung seines Telekommunikationsanbieters über sich ergehen lässt, ist ohnedies geneigt, Konflikte mit physischen Mitteln zu bearbeiten, kann aber gerade keinem eine reinhauen, bis die Durchblutung aussetzt. Jede Kontrollmöglichkeit ist durch die technischen Gegebenheiten genommen, das anonyme Opfer in der virtuellen Reihe wähnt sich verraten, verkauft und verarscht, als wäre der Bittsteller der einzige, der nicht wüsste, dass alle anderen sich nach Lust und Laune vordrängeln könnten, nur eben nicht der entnervte Anrufer. Während Verbitterung und Pläne zur Vernichtung dieses Rotationsellipsoiden sich noch die Waage halten, dudelt Saccharinpop mit höhnischem Frohsinn aus dem Endgeräteloch. Das macht die Sache nicht besser.

Bald, wenn wir alle legale Schusswaffen haben, um gegen Arschlöcher mit legalen Schusswaffen in Stellung zu gehen, wird in einem Callcenter die Tür auffliegen, ein völlig verseifter Attentäter wird sich den Weg bis in die letzten Fress-Lüge-Boxen frei ballern und tobsüchtig fordern, dass er in acht Minuten endlich seinen verdammten Mitarbeiter an der Strippe hat. Sie werden es ihm versprechen. Hoch und heilig. Stundenlang.





Arbeitskampf

10 05 2018

„… dass häufig erkrankte Arbeitnehmer nicht in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen würden. Die Deutsche Post AG bewege sich damit aber klar innerhalb der gesetzlichen…“

„… es nicht allein um die Häufigkeit von Erkrankungen gehe, sondern auch um die Summe der Fehltage. Dies erlaube dem Unternehmen eine viel differenziertere…“

„… die Neubesetzung der Stellen nicht einfach werde, wenn es nicht ausreichend Insolvenzen wie Air Berlin oder…“

„… immer noch besser sei als eine andere arbeitsrechtliche Lösung. Da die Arbeitnehmer nicht unmittelbar mit einer personenbedingten Kündigung rechnen müssten, sondern bis zum Ende ihrer Vertragsdauer beschäftigt blieben, könne man das Vorgehen nur als sozial und…“

„… habe das Unternehmen aber ausdrücklich berufsbedingte Erkrankungen nicht als Grund für eine Auflösung des Arbeitsverhältnisses genannt, was im Vergleich der Logistikbranche als sehr…“

„… nur als normalen Vorgang im sozialen Arbeitskampf bezeichnen könne, da sich die Verwendungsfähigkeit für die Mitarbeiter einfach aus den evolutionären…“

„… es gar nicht auf die Arbeitsfähigkeit der Postzusteller ankomme, nur ihre Anwesenheit sei von Belang. Als ehemaliges Staatsunternehmen wolle man keinen…“

„… auch die Arbeitsgruppe Arbeit und Soziales der CDU/CSU-Bundestagsfraktion das Vorgehen begrüße. Nicht geklärt sei jedoch, ob die Union nicht bereits bei der ersten Krankmeldung einen…“

„… sich die Deutsche Bahn AG ein Beispiel an der Praxis der Post nehme. Man könne dann auch langjährigen Mitarbeitern kündigen, um endlich eine imagekonforme Verjüngung des…“

„… die Rechtsprechung der Arbeitsgerichte mit Augenmaß umsetzen müsse. Dass der Ausschussvorsitzende darauf für den Deutschen Comedy-Preis nominiert worden sei, habe die Fraktion durchaus…“

„… sollte ein Briefzusteller schon deshalb gut in Form sein, weil er den ganzen Tag an der Außenluft tätig sei. Dadurch könne man auch sämtliche Kosten für die gesundheitliche Prävention der…“

„… nicht einmal Grund hätten, sich über typische Verletzungen wie einen Hundebiss im Vorgarten zu beschweren. Das Personal sei in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich…“

„… den Zustellern geraten werde, sich aus Gründen des Eigenschutzes schnellstmöglich nach einer anderen beruflichen Perspektive umzusehen, wenn sie durch zu häufige…“

„… korrekt, dass das Vorgehen sittenwidrig zu nennen sei. Dies sei jedoch dem Umstand geschuldet, dass die aktuelle Bundesregierung ihre moralischen Maßstäbe noch unterhalb der…“

„… befristete Arbeitsverträge abschaffen wolle, um sich als verantwortungsvoller Konzern zu zeigen, der seine Arbeitnehmer rechts- und sozialverträglich beschäftige. Um künftig ihre Stellen überwiegend mit Minijobs besetzen, wolle die Post auf Schwangerschaftsnachweise und…“

„… es Alleinerziehenden daher leichter gemacht werde, fristlos zu kündigen. Sie müssten wie bei einem Mietverhältnis lediglich einen neuen Arbeitnehmer für die frei werdende Stelle im…“

„… die Kriterien des Entfristungskonzepts seit mehreren Jahren nicht mehr angewendet würden, da die Post bedauerlicherweise nicht mehr genug Personal fände, das nach einer einzelnen Erkrankung wieder im Unternehmen beschäftigt sowie noch in ungekündigter…“

„… sich in starkem Wandel befinde. Die Arbeitnehmer seien dagegen natürlich frei, sich kollektiv gegen eine Beschäftigung bei diesem Konzern auszusprechen, was jedoch für die Steuereinnahmen eine sehr…“

„… dass auch Schwangerschaft als Grund für eine krankheitsbedingte Kündigung anerkannt werde, allerdings nur in Fällen, in denen eine Schwangerschaft mehr als zwanzig Tage oder häufiger als sechsmal pro…“

„… alle Verträge eine Laufzeit von 24 Monaten besäßen. Die Mitarbeiter hätten also volle zwei Jahre Zeit, sich überlegen, ob sie eine Familie gründen, eine Immobilie finanzieren, Angehörige pflegen oder im…“

„… auch im Raum stehe, in den kommenden zehn Jahren auf eine Lohnsteigerung zu verzichten. Eine solche Lösung treffe alle Mitarbeiter und sei daher nicht nur sozial ausgewogener, sondern betriebswirtschaftlich durchaus…“

„… bleibe den Betroffenen immer noch die Möglichkeit, einen neuen befristeten Arbeitsvertrag mit der Deutschen Post AG zu…“