Toter Mann

31 07 2013

„… in der Nähe von Kandahar abgestürzt sei. An Bord des Helikopters habe sich auch de Maizière sowie fünf weitere…“

„… lehne Merkel politische Konsequenzen ab. Derzeit könne die nur feststellen, dass …“

„… nicht zu eruieren, ob es sich um ein echtes Unglück gehandelt habe. Die US-amerikanischen regierenden Sicherheitsbehörden seien nicht bereit, der Bundesregierung Auskünfte über…“

„… müsse man abwarten, ob sich de Maizière vor der Wahl äußern wolle, falls er vor der Wahl wieder in Deutschland…“

„… wolle Merkel daher keinesfalls den Verteidigungsminister aus dem Kabinett entfernen, sondern zuvor dessen Unschuldsbeteuerungen von ihm selbst bewerten lassen, um eine objektive…“

„… laut Aussage Beemelmans’, dass Beemelmans de Maizière informiert habe, dass der Bundesverteidigungsminister die Drohne nicht kaufen wolle. Es sei absolut sicher, so Merkel, dass de Maizière, wenn er gewusst hätte, was er dazu gesagt hätte, auch gesagt hätte, ob er davon etwas gewusst hätte, weshalb als absolut sicher gelten muss, dass er nur nichts sage, weil er alles…“

„… erste Anzeichen dafür, dass die scheiternde Energiewende durchaus von de Maizière mitverantwortet sein könne, da er nicht rechtzeitig verlautbart habe, nicht daran beteiligt zu…“

„… habe vor dem Untersuchungsausschuss ausgesagt, man habe gezielt die Behördenspitze nicht informiert, um keine Diskussionen vom Zaun zu brechen. De Maizière sei davon allerdings in Kenntnis gesetzt worden, weshalb Merkel ihn als durchgehend ausreichend informiert…“

„… dass de Maizière zuvor verkündet haben solle, er wolle selbst ernten, was er gesät habe. Es handle sich zwar um pathologische Verweigerung der Realität, sie übersteige jedoch nicht das in der CDU übliche Maß von…“

„… sich das Präsidium der Union darauf geeinigt habe, Rücktrittsgründe erst im hohen zweistelligen Milliardenbereich zu formulieren. Schäuble habe daraufhin die Sitzung umgehend…“

„… damit bestätigt, dass Beemelmans die alleinige und umfassende Schuld an der Panne gehabt habe. Da er gar nicht falsch ausgesagt haben könne, so Merkel, könne er nun keine politischen Konsequenzen…“

„… mehrmals in der Regionalpresse berichtet worden sei, dass auf dem Parteitag Fähnchen entwendet wurden. Kauder sei der Meinung, er habe seinerzeit de Maizière deutlich identifiziert, so dass von dessen Schuld heute auszugehen…“

„… da der Staatssekretär nun die komplette Verantwortung für das Euro-Hawk-Debakel trage. Ein Rücktritt komme jedoch nicht in Betracht, da der nur vom Verteidigungsminister selbst…“

„… eine einstimmige Resolution verfasst, die den Anstieg an Personalkosten im Innenressort eindeutig de Maizière zuordne, da dieser bisher nicht gesagt habe, warum er nicht daran schuld sei. Ebenfalls wolle das Bundesfamilienministerium nicht länger hinnehmen, dass die zum 1. August angekündigten Kitaplätze…“

„… das Luftfahrzeug vor dem Aufprall einen 160 Meter tiefen Abhang hinuntergestürzt sei. Mit einer Aussage von de Maizière sei möglicherweise nicht vor der Bundestagswahl zu…“

„… dürfe die alleinige und umfassende Schuld Beemelmans’ nicht angezweifelt werden. Er habe ohne Wissen des Ministers fast eine Milliarde Euro verpulvert, was er nur ohne Wissen des Ministers getan haben könne, da er gesagt habe, dass er dies ohne Wissen des Ministers, der davon nichts…“

„… dennoch nicht zutreffend, dass der Verteidigungsminister zum Sündenbock gemacht werde. Der Vordruck des Formulars ‚Unbeliebtester Bundesminister 2013‘ sei nur aus organisatorischen Gründen mit de Maizière auf Platz 1…“

„… wolle Merkel in diesem Fall nicht von einem Bauernopfer sprechen, da weder der Verteidigungsminister noch dessen Staatssekretär die politische Verantwortung…“

„… müsse die Frage erlaubt sein, warum das Abschneiden der CDU bei der Landtagswahl in Hessen 1983 noch nicht aufgearbeitet worden sei, ohne die Rolle de Maizières einer kritischen…“

„… zeige sich die Kanzlerin optimistisch, dass für weitere Anschuldigungen aus dem Umfeld des Verteidigungsministers schnell und unbürokratisch verantwortliche Personen gefunden würden, denen die…“

„… habe Merkel der Opposition angeboten, die Verantwortung für die Euro-Hawk-Affäre zu übernehmen. Wegen eines Missverständnisses – sie habe die Übernahme der Schuld durch die SPD gemeint – sei es bedauerlicherweise noch zu keinen Absprachen über eine gemeinsame Regierung…“

„… juristisch zu klären, ob die Bezeichnung ‚Verteidigungsminister der Herzen‘ auch beamtenrechtlich in den…“

„… sei de Maizière dabei beobachtet worden, wie er im Konrad-Adenauer.Haus eine Maultasche…“

„… sich die Demokratische Volksrepublik Korea angeboten habe, Nachhilfe zu geben, wie de Maizière auch weiterhin als Ewiger Minister…“

„… im Internet der Entwurf einer Rede aufgetaucht, in der Merkel am Wahlabend den Verlust der Kanzlerschaft bekenne. Sie wolle zwar nur Gutes über Tote sagen, stelle aber fest, dass der alleinige Grund für diese Katastrophe der in den Drohnenskandal verwickelte Bundesminister für…“





Nicht zuständig

29 07 2013

„Die Frau Bundeskanzlerin ist nicht zu sprechen, tut mir leid. Sie ist auch gar nicht hier, und wenn sie hier wäre, wäre Sie in einem wichtigen Telefonat auf der roten Leitung, und dann – das ist die rote Leitung? Ich kann mal nachschauen, aber die Frau Bundeskanzlerin wird wegen Ihnen sicher nicht ihr Frühstück unterbrechen. Rufen Sie später noch mal an, Pofalla. Ihre Außerirdischen werden sich halt ein bisschen gedulden müssen.

Hören Sie mal, für Außerirdische ist die Frau Bundeskanzlerin sowieso nicht zuständig. Die sind von draußen gekommen, also wird das Westerwelle erledigen müssen. Ach so, den haben die schon erledigt? Dann hat das ja sogar noch seine guten Seiten. Ansonsten macht das halt der Innenminister, wie heißt der doch gleich, ist auch egal, der ist eh für nichts zu gebrauchen. Aber grundsätzlich ist in diesem Fall die Frau Bundeskanzlerin nicht zuständig. Und wenn sie zuständig wäre, dann –

Wie jetzt, den Reichstag zerstört? Den ganzen Reichstag? in Schutt und Asche? Ich sage doch, man sollte das ruhig auch mal positiv sehen. Dann müssen wir den nicht mehr… Das mag ja sein, Pofalla, aber was bitte ist die Versicherungssumme gegen den Aufwand, ständig das ganze Parlament auszuhebeln und kaltzustellen und anzulügen und zu hoffen, dass – lassen Sie mich ausreden, Pofalla, das steht Ihnen als Kanzleramtsminister nicht zu, die Frau Bundeskanzlerin zu unterbrechen, und solange die Frau Bundeskanzlerin nicht für Sie da ist, bin ich für Sie die Frau Bundeskanzlerin, und die ist hier sowieso nicht zuständig, also lassen Sie jetzt gefälligst diesen Quatsch. Dann fahren die Touristen eben nicht mehr nach Berlin, um den Reichstag zu besichtigen. Meine Güte, Pofalla! Organisieren Sie irgendeine Gedenkstätte für diese dusselige Ruine, das dürfte Ihren Fähigkeiten wohl am ehesten entsprechen.

Erstens ist das noch gar nicht raus, dass das der Wirtschaft schaden könnte, und zweitens ist dafür dann Rösler verantwortlich. Eine komplette Fabrik? Einfach so mit Laserstrahlen weggezoscht? Das klingt interessant, Pofalla. Fragen Sie gleich mal nach, ob wir uns das patentieren lassen können. Oder nein, warten Sie. Das ist bestimmt eine EU-Angelegenheit. Finden Sie heraus, wer da zuständig sein könnte. Was hat denn Rösler damit zu tun? Pofalla, jetzt denken Sie doch mal. Denken, wissen Sie, wie das geht? Wenn man etwas über Wirtschaft wissen will, wen fragt man da nicht? Na? Richtig, Pofalla. Sehr gut. Und jetzt machen Sie sich wegen einer Chemiefabrik nicht in die Hosen, es gibt ja noch mehr davon in Deutschland. Bei einer Investmentbank, da könnte man schon mal panisch werden, aber 50.000 Arbeitsplätze? Positiv denken!

Chefsache? Ist Ihnen zu heiß, Pofalla? Sonnenstich? Es gibt keine Chefsache. Die Frau Bundeskanzlerin ist hier nicht zuständig. Die einzige Chefsache ist momentan die Sommerpause.

Politische Konsequenzen? Pofalla, jetzt machen Sie doch mal halblang. Der Oppermann von der SPD macht halt Wahlkampf und die Nahles spuckt bei jedem Atemzug eine Rücktrittsforderung aus. Alles ganz normal, das sind Reflexe. Sagen Sie den Leuten, dass Sie erst einmal die Aufräumarbeiten abwarten sollten, bevor wir über Konsequenzen nachdenken können. Gemeinsam mit den Außerirdischen, vergessen Sie das nicht. Immer alles gemeinsam. Wie bei der Bankenkrise. Da haben sich die Banken ja auch beteiligt. An den Überlegungen.

Außerdem sagt die Frau Bundeskanzlerin noch einmal ganz klar – schreiben Sie sich das auf, Pofalla – dass hier deutsches Recht gilt und dass unsere außerirdischen Freunde und Verbündeten sich daran halten müssen. Wenn das nicht der Fall sein sollte, dann werde sich die Bundesregierung in einem gezielten Dialog – Sie sollen sich das aufschreiben, Pofalla! Solche Formulierungen kriegen Sie alleine gar nicht hin, und außerdem sind die Menschen da draußen an diesen Mist gewöhnt, also torpedieren Sie uns nicht die Wiederwahl!

Gut, dann machen Sie mal einen Termin mit dem Anführer. Irgendeiner von denen wird doch zuständig sein. Ist doch überall so. Doch, das können Sie glauben. In einem ordentlichen Staat, oder was es bei den Außerirdischen halt so gibt, da ist auch immer einer zuständig. Also so eine Art Geschäftsführer. Fragen Sie mal nach dem. Der soll einen Termin vorschlagen, oder besser gleich drei, damit wir das nach der Sommerpause irgendwie in den Terminkalender reinkriegen, und dann machen wir da ein erstes Gipfeltreffen für die Presse, und dann können Sie schon mal herumerzählen, dass nach den Wahlen die Frau Bundeskanzlerin mit den Aliens eine gemeinsame Lösung finden wird. Wenn das nicht klappt, schicken Sie halt Friedrich hin. Wenn die den auch noch umnieten, ist es auch nur Sachschaden.

Den Kölner Dom, den können die meinetwegen haben. Jetzt sind wir da auch nicht mehr zuständig. Aber den Stuttgarter Bahnhof, hören Sie, der wird verteidigt! Wir lassen uns hier keine Investitionen kaputt machen, Pofalla, das muss ganz klar zum Ausdruck kommen. Und seien Sie sicher, die Frau Bundeskanzlerin steht vollkommen hinter Ihnen. Absolut. Ganz klare Sache. Warum? Ja glauben Sie denn, dass es ihr etwas nützen würde, jemanden wie Sie zu feuern, Pofalla? Das merkt doch keine Sau. Also halten Sie den Kopf hin, es sind ja nur noch ein paar Wochen. Danke, richte ich aus. Und viel Erfolg, Pofalla. Sie wissen, wenn’s schief geht, wer nicht zuständig war.“





Der Ministrant

28 07 2013

Friedrich, dieser Renommist
hält sich für’n Minister.
Was damit verbunden ist,
das allein vergisst er.
    „Wenn’s nicht die Verfassung schützt,
    wenn’s beim Schnorcheln mir nichts nützt,
    schützt Euch selbst! Hab andre Pläne –
    macht doch Euern Dreck alleene!“

Schließlich sei das Grundgesetz
bloß des Volkes Sache.
Weiter hört man sein Geschwätz,
nichts jedoch zur Sache.
    „Feuerwehr und Polizei?
    Wählerpack? Mir einerlei!
    Wo ich hoble, fallen Späne!
    Macht doch Euern Dreck alleene!“

Einmal kommt der Tag, und dann
wird dies Land sich fragen,
wie der ganze Mist begann.
Dann platzt uns der Kragen.
    „Fahr zur Hölle, falscher Knecht!
    Wenn Du weg bist, kommt das Recht!
    Keiner weint Dir eine Träne –
    machen wir den Dreck alleene!“





Krippewelle

25 07 2013

„… es ab dem 1. August einen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz gebe. Dieser werde von der Bundesregierung durchaus ernst genommen, da die zu erwartende Klagewelle…“

„…das Verwaltungsgericht Köln geurteilt habe, dass die Eltern Anspruch auf einen Kita-Platz hätten, der sich im Umkreis von höchstens fünf Kilometern…“

„… die Anzahl der Kindertagesstätten ausreichend sei. Ein Defizit sei lediglich bei der Bestückung mit qualifiziertem Personal zu…“

„… keine Anzeichen für eine Fehlallokation gebe. Die Lage sei ähnlich gut wie auf dem Arbeitsmarkt und…“

„… gelte als statistisch abgedeckt, wenn sich eine Kindertagesstätte pro Verwaltungsbezirk finde. In wenigen Einzelfällen könne auch eine Kita pro Bundesland als…“

„… errechnet, dass auch die Schleckerfrauen nicht ausreichen würden. Rösler habe angekündigt, dies aus dem Bericht der Bundesregierung streichen zu lassen, die Fassung von 2014 werde dann lediglich die strukturellen Verbesserungen in der Kinderbetreuung…“

„… den Einsatz von Migranten mit Ausbildung in der Kinderbetreuung ablehne, da es sich laut CSU-Chef Seehofer um Wirtschaftsflüchtlinge handle, die nur nach Deutschland gekommen seien, um als Arbeitslose in der sozialen Hängematte…“

„… zu erheblichen Problemen komme, da die meisten der im Industriegebiet beschäftigten Arbeiterinnen ihre Kinder erst zwei Stunden nach Schichtbeginn abgeben könnten. Das Ministerium habe angeregt, die anderthalb bis vier Jahre alten Schützlinge auf dem Parkplatz hinter den Glascontainern abzusetzen, da hier optimaler Schutz gegen Wind und…“

„… die Senioren-Union gedroht habe, Kitas im Wohnumfeld auf dem Klageweg zu…“

„… lehne auch die SPD den Einsatz ausländischer Kräfte entschieden ab. Zwar begrüße die Partei die Einsatzbereitschaft der akademisch ausgebildeten Kräfte, es diene jedoch nicht der Integration, wenn durch ihre Arbeit in deutschen Kindertagesstätten neue Kopftuchmädchen…“

„… dass in städtischen Regionen ca. 40% der gesetzlich vorgeschriebenen Kita-Plätze vorgehalten würden. Dies, so Schröder, sei fast die Hälfte, also quasi schon so gut wie vollständig, womit der restliche Ausbau ein Kinderspiel…“

„… habe die hessische CDU vorgeschlagen, noch mehr Steuerfahnder von ihren Aufgaben abzuziehen, um sie in einem zweiwöchigen Kurs zu Erziehern…“

„… fehlten allein in Düsseldorf noch 300 Fachkräfte. Rösler habe sich optimistisch gezeigt, es seien in den kommenden Wochen genug Firmenpleiten zu erwarten, so dass einer Anschlussverwendung in den Wohlfahrtsverbänden nichts mehr im Weg…“

„… wolle einen kostenpflichtigen Fahrdienst einzurichten, der die niedersächsischen Kinder nach Mainfranken oder ins Erzgebirge…“

„… gar nicht erst bis zu einer Umschulung zu warten. Die Heimwerkermarktkette Praktiker sei personell bereits jetzt in der Lage, ausreichend Fachkräfte sowie Räumlichkeiten für die Betreuung von bis zu…“

„… sich bemühe, ein ausgewogenes Verhältnis von Fachkräften und Kindern zu gewährleisten. Schröder hingegen habe angemerkt, in der CDU gebe es auch nur eine Kanzlerin, und dies habe sich noch nie nachteilig auf die pädagogischen…“

„… nicht zum gewünschten Vertragsabschluss komme. Praktiker weigere sich, Eltern mit FDP-Mitgliedschaft einen Nachlass von…“

„… könnten gerade in strukturschwachen Regionen wie Thüringen oder Bremen arbeitslose Frauen zu Tagesmüttern umgeschult werden. So sei es nach Berechnungen des Schröderministeriums bereits 2015 möglich, den Fahrdienst bundesweit auch für die Inanspruchnahme thüringischer Tagesmütter…“

„… generell die Wahlfreiheit lasse zwischen der Kostenerstattung für den Fahrdienst oder dem Betreuungsgeld. Bei Transferleistungsempfängern werde die Zuwendung gegengerechnet, um nicht versehentlich eine Gleichbehandlung mit den…“

„… eine einheitliche Erziehung in der ganzen Bundesrepublik anzubieten. Die zentralen Sammelstellen für Kinder bis zu sechs Jahren würden durch den ÖPNV jeweils einmal in der Woche bedient, so dass die Familien sich wieder voll auf ihre Niedriglohnjobs…“

„… Förderungen für innovative Konzepte aus EU-Mitteln durchaus möglich seien. Neben Wirtschaftschinesisch und einer Ausbildung zum Scharfschützen biete das KidCenter Ost auch…“

„… irritiert, dass die Erziehungsgruppen eine einheitliche Uniform mit dem Aufdruck Schröder-Jugend…“

„… müsse man mit einer pauschalen Freigabe zur Einschulung immer vorsichtiger sein. Von der Leyen spreche sich strikt dagegen aus, Bildung als kostbaren Rohstoff in jede Gesellschaftsschicht einsickern zu lassen. Außerdem sei so ein nahtloser Übergang zwischen Kid- und JobCenter…“

„… eine gemeinsame Lösung finden wolle. Merkel habe es als innovativen Schritt bezeichnet sowie als familienpolitisch wertvoll im Sinne der CDU-Agenda, wenn die Kinder zweimal im Jahr für eine ganze Nacht bei ihren Eltern…“

„… habe Schröder von der Leyens Kritik als nicht zielführend bezeichnet. Durch die Umsetzung des Krippengipfels seien größtenteils überflüssige Kita-Plätze entstanden, so dass für weitergehende Bildung überhaupt keine finanziellen Mittel…“

„… lehne von der Leyen Schröders Replik vollumfänglich ab. Diese habe durch das Ausweichen auf das Betreuungsgeld dafür gesorgt, dass Kita-Plätze gar nicht erst beansprucht…“

„… Merkel nach der Bundestagswahl nicht mehr zur Verfügung stehe. Die Kanzlerin habe das Vorgehen der Ministerin als Kindergarten…“





Leerverkauf

3 06 2013

„28 Millionen!? die hat doch einen Dachschaden!“ „Ich muss hier entschieden widersprechen.“ „Wieso müssen Sie…“ „Entschieden!“ „Die hat keinen Dachschaden?“ „Doch, aber es sind 28 Milliarden.“

„Okay, dann noch mal Klartext: die alte Agentur hat eine Wahlkampfstrategie erarbeitet, mit der die Kanzlerin voll ins Klo gegriffen hat, und wir werden es wieder ausbügeln.“ „Ergebnisorientiert.“ „Was?“ „Ergebnisorientiert. Im Briefing stand, dass wir ergebnisorientiert vorgehen sollten.“ „Und wie sollen wir uns das vorstellen?“ „So ähnlich wie den Leistungsbegriff der FDP.“ „Oder eher Richtung Kohl: entscheidend ist, was hinten rauskommt.“ „Jetzt lassen Sie mal die Ferkeleien und machen Sie sich einen Kopf, wie wir aus der Nummer wieder rauskommen.“ „Aber das Ergebnisorientierte?“ „Das heißt wahrscheinlich, dass es da ein, naja, so eine Art Ergebnis sollte da schon sein. Oder ist das jetzt überinterpretiert?“ „Naja, erlebnisorientiert heißt bei denen auch bloß, dass dem Wähler Hören und Sehen vergeht.“

„Das mit der Mietpreisbremse könnte man als erstes angehen.“ „Richtig. Zu wenig eigenständig.“ „Aber Merkel hat doch aus der CDU sowieso eine sozialdemokratische Partei gemacht.“ „Eine? Sie hat die sozialdemokratische Partei aus der CDU gemacht.“ „So schwer ist das aber auch nicht, wenn die SPD weder sozial noch…“ „Das bringt uns jetzt nichts, Leute.“ „Aber dass sie die Mieten nur im Fall einer Neuvermietung kappen will, das bringt uns das?“ „Dass man nicht mehr die alten Mieter rausschmeißen darf, um mehr Geld zu bekommen.“ „Und wer denkt an die Vermieter? Die wählen doch nicht mehr die Union.“ „Da steht aber nichts drin von Luxussanierungen und energetischer Wohnraumverbesserung.“ „Und dann kann man die Mieten steigern?“ „Natürlich.“ „Dann sollten wir das so verkaufen, dass es Mietsteigerungen nur gibt, wenn der Wohnraum strukturell verbessert wurde.“ „Genial!“ „Aber…“ „Dann haben wir den Punkt ja schon mal abgehakt.“ „Moment mal, die Wohnungen werden doch aber gar nicht saniert, das kann man doch so nicht…“ „Im Armutsbericht steht doch auch drin, wenn die Arbeitslosenzahlen in die Höhe schnellen und immer weniger Leute von ihrer Arbeit leben können, dann ist das eine strukturelle Verbesserung.“ „Aber…“ „Ruhe jetzt, weiter.“

„Also was jetzt?“ „Man müsste irgendwie klar herausarbeiten, worum es der Kanzlerin wirklich geht.“ „Wiederwahl.“ „Sie hat doch vier Jahre lang ganz konsequent…“ „Wiederwahl!“ „Kann man es sich so einfach machen?“ „Meinen Sie mich?“ „Nee, er meint die Merkel.“ „Das ist doch ein Leerverkauf.“ „Sie denken, die Kanzlerin schiebt hier Sachen über den Tresen, die sie gar nicht hat?“ „Von wem hat sie das bloß?“ „Bestimmt hat ihr Ackermann ein paar Tricks gezeigt.“ „Leute!“

„Könnten wir das mit der Kindergeldanpassung auch mal besprechen?“ „Finde ich prinzipiell ’ne dufte Idee.“ „Ja, sie hat ja noch nicht gesagt, in welche Richtung sie das Kindergeld anpasst.“ „Doch, hat sie.“ „Von 184 auf 219 Euro.“ „Hey, 35 Euro mehr – Deutschland wird einen Kilometer dick mit Blattgold überzogen!“ „Das ist doch eine Anpassung nach unten.“ „Stimmt gar nicht.“ „Doch, das heißt 35 Euro weniger Hartz IV pro Kind.“ „Man könnte jetzt aus Solidaritätsgründen gleich noch die Regelsätze der Arbeitslosen mit kürzen, aber dann muss sie ja schon wieder das Bundesverfassungsgericht ignorieren.“ „Macht sie.“ „Darin hat Mutti Erfahrung.“ „Aber das ist ja so und so auch nur eine Umverteilung nach oben.“ „Weil nur die Wohlhabenden alleine die Kinder kriegen?“ „Weil nur die sowohl Kinder kriegen als auch Kindergeld.“ „Na, dann haben wir den Punkt ja schon mal gerettet.“ „Finde ich auch.“ „Schlage vor, wir nennen es solidarische Zukunftsförderung.“ „Das klingt nach DDR.“ „Oder nach SPD.“ „Wo ist da der Unterschied für die CDU?“ „Weiter.“

„Eine Milliarde mehr Investitionen in Straßen, Schulen und das Breitbandnetz.“ „Klasse Idee.“ „Weil wir mehr Breitbandnetz brauchen?“ „Aber der Straßenbau muss doch auch finanziert werden.“ „Deshalb ja auch mehr Geld für die Lehrer.“ „So, und das machen wir jetzt alles mit einer Milliarde?“ „Nein, mit einer Milliarde mehr.“ „Und wieso wird die ausgerechnet ins Breitbandnetz gesteckt?“ „Weil das sicher total toll ist, wenn wir alle dieses Dings haben, dieses Breitbanddings eben halt.“ „Das findet die Telekom sicher auch klasse.“ „Und der Rösler auch.“ „Der war doch dagegen.“ „Hat er aus Silicon Valley mitgebracht?“ „Oder er hat sich bei Kai Diekmann angesteckt.“ „Weshalb will denn die Kanzlerin eine Milliarde springen lassen für Aufgaben, die die Telekom mit ihren Gewinnen selbst finanzieren sollte?“ „Weil der Ausstieg vom Ausstieg vom Ausstieg vom Ausstieg aus der Kernenergie auch so läuft.“ „Und deshalb fehlt jetzt das Geld, dass wir in die Bildung stecken.“ „Nein, positives Signal: uns geht’s so dufte, wir brauchen gar nichts mehr an die Schulen zahlen.“ „Gut, kann man so verkaufen. Weiter.“

„Und die Berufsunfähigkeitsrente für Mütter?“ „Das habe ich noch nicht so ganz verstanden. Das sollen ja alleine 20 Milliarden Euro sein.“ „Das macht sie sicher, damit wir alle nicht mehr so viel arbeiten, weil dann mehr Arbeitsplätze entstehen, und dann können wir alle wieder mehr arbeiten.“ „Das passt doch hinten und vorne nicht – erstens ist das rausgeschmissenes Geld, weil der konservative Flügel mit der Herdprämie die Mütter viel lieber aus dem Verkehr ziehen will…“ „Dann ist das doch nicht rausgeschmissen, sondern nur überflüssig und muss gar nicht in Anspruch genommen werden.“ „… und zweitens wird damit die Neuverschuldung noch mehr erhöht.“ „Ja und? Das machen die Sozen doch alles wieder weg.“ „Bitte wer!?“ „Die SPD. Bis 2025 sollten sie einen Kandidaten aufgebaut haben, der Merkel wegpustet.“ „Aber die Rente da wird doch jetzt gar nicht mehr ausgezahlt? die wird doch sowieso angerechnet?“ „Aber eben nur bei denen, die sie vermutlich gar nicht bekommen.“ „Und wer sie bekommt?“ „Der hat so viel Geld, dass er sich eine private Vorsorge leisten könnte, aber nicht privat vorsorgen muss, weil er so viel Geld hat.“ „Berufsunfähigkeitsversicherung für Mütter – wer denkt sich so einen Bockmist überhaupt aus?“ „Mutti. Die hat schließlich ihre Unfähigkeit zum Beruf gemacht.“

„So, und wie verkaufen wir den ganzen Kram nun?“ „Wie gesagt: Leerverkauf.“ „Leerverkauf?“ „Die Verpackung, nicht den Inhalt.“ „Super!“ „Moment, ich kapier’s nicht ganz.“ „Großartig! Ganz großartig!“ „Also jetzt zieht sie die Wähler mit diffusen Versprechungen über den Tisch.“ „Das war ja nun nichts Neues. Aber was ist daran bitte so genial?“ „Nach der Wahl macht sie nichts. Nichts!“ „Und? Haben Sie das etwa erwartet?“ „Hallo!? Gleich zum Auftakt 28 Milliarden gespart? Ist das nicht absolut großartig? Danach kann sie wieder vier Jahre lang ganz ungestört nichts tun!“





C-Klasse

30 05 2013

„Leider schon aus. Den hat sich Daimler geholt, tut mir Leid. Aber wenn Sie vielleicht bis nach der Wahl warten möchten, da haben wir wieder jede Menge Ausschuss im Kanzleramt.

Wollten Sie ein bestimmtes Modell? also eher so den Mitarbeiter mit Breitbandinkompetenz? Ich würde Ihnen ja gerne den Pofalla mitgeben, das fällt auch gar nicht auf, aber die Bundeskanzlerin braucht halt ihren Fußabtreter. Warten Sie noch ein paar Tage, dann können wir Ihnen den de Maizière liefern. Hat im Kanzleramt gelernt, Abklingprozess im Innenministerium, Wiederaufbereitung auf der Hardthöhe, der ist für so eine Endablagerung im CDU-Präsidium zu schade. Wäre unwirtschaftlich. Und auf den könnte Merkel wirklich verzichten. Vorausgesetzt, Sie sorgen dafür, dass der Mann nie wieder in die Nähe des Kanzleramts kommt.

Natürlich haben wir immer noch Nachholbedarf in der Bundesregierung. Wir stellen immer wieder fest, dass nicht die besten Kräfte aus der Wirtschaft zu uns wechseln wollen, das macht uns schon etwas traurig. Aber im Prinzip setzen wir alles daran, dass auch nicht die besten Kräfte von uns in die Wirtschaft wechseln. Ich meine, stellen Sie sich das mal vor. Einmal Schröder, einmal Niebel, mehr ist doch echt nicht zu verkraften.

Aber wir sehen das auch positiv. Jetzt, wo wir den Klaeden bei Daimler untergebracht haben, wird das vielleicht doch noch was mit den Elektroautos. Ausgeschlossen ist ja nichts, und ich meine, so rein theoretisch, Deutschland steigert sei Wachstum um gut zehn Prozent, pro Jahr natürlich, langfristig gibt es plötzlich ganz billigen Strom, Vollbeschäftigung setzen wir voraus, die Binnenkonjunktur zieht ganz scharf an, weil die Löhne viel stärker als bisher sinken, und dann schaffen wir eine Million Autos bis 2020. Gut, keine elektrischen. Aber dafür auch keine Million.

Wenn Sie sich Kanzleramt nicht leisten können, würde ich Ihnen ein einfaches Modell aus dem oberen Parteiapparat empfehlen. C-Klasse, wenn Sie wissen, was ich meine. Wir haben Koch im Angebot. Falls Sie jemanden für Bürokratieabbau brauchen. Oder einen, der Ihnen die Steuerfahndung vom Hals hält. Oder nehmen Sie den Mappus. Der hat auch von mehr als einer Sache keine Ahnung, von Politik beispielsweise, oder von Energiewirtschaft, und der wird bestimmt nicht so schnell rückfällig. Nehmen Sie den Mappus, dann kriegen Sie auf Pofalla 50 Prozent Rabatt. Na?

Sie sehen das ganz falsch. Dass ein so guter Mann wie der Klaeden zu unseren Freunden in der Wirtschaft geht, das ist überhaupt kein Zeichen von Verzweiflung. Das ist ein Zeichen von großer Zuversicht und Vertrauen in diese Bundesregierung und die Union unter der besten Kanzlerin, die wir seit der Wiedervereinigung haben. Das ist ein Zeichen von grenzenlosem Optimismus – wenn der Mann damit rechnen müsste, dass die nächste Regierung nicht von der Merkel geführt wird, was will er dann als Schmiergeldbeschaffer beim Autokonzern? Glauben Sie, die lassen den da bis zur Rente rumgammeln und zahlen ihm ein fettes Gehalt, damit er sich von den Sozen in den Hintern treten lässt?

Schließlich sparen wir dadurch nun auch ganz gewaltig. Stellen Sie sich mal vor, wir würden unsere wirtschaftsnahen Kontaktbereichsminister komplett aus eigener Tasche zahlen. Da würde der Rechnungshof aber auf den Tisch hauen. Wir könnten uns keine einzige Drohne mehr leisten. Höchstens noch Niebels Teppichlieferservice. Das geht doch so nicht. Da müssen wir in diesen wirtschaftlich und politisch schwierigen Zeiten der Demokratie auch mal fest zusammenhalten, was zusammengehört, oder?

Weil Sie es sind: den Pofalla, Listenpreis, und dann kriegen Sie den Mappus dazu. Als Dreingabe. Mehr ist er nicht wert, haben Sie auch wieder recht. Aber zwei, naja, anderthalb zum Preis von einem? Kann ich Ihnen nicht sagen. Der wird sicher damit rechnen, weiter Außenminister zu bleiben, aber Sie wissen es ja selbst. Vielleicht wechselt er in die Hotelbranche. Als Frühstückskellner. Filzklasse.

Außerdem tut diese beste Bundesregierung seit dem Krieg, Wiedervereinigung wollte ich sagen, Wiedervereinigung – das ist dasselbe? haben Sie auch wieder Recht – tut die ganz proaktiv etwas gegen den Fachkräftemangel. Wenn die bei Daimler noch nicht so richtig wissen, wie man gute Gesetze formuliert, dann leisten wir ihnen dabei eben gerne mal ein bisschen Schützenhilfe. Haben wir bei seinem Bruder doch auch gemacht, der ist ja auch fast mal unter die Räder gekommen, BILD-Wechsel vermutlich, und jetzt wissen die Jungs bei Springer, welche politischen Möglichkeiten es außerhalb der parlamentarischen Demokratie gibt, wenn man ein nicht mehr funktionierendes Geschäftsmodell rechtlich schützen lassen will. Wir betrachten das als Technologietransfer. Und im Umkehrschluss sehen wir bei den Presseverlagen auch, wie so ein bedingungsloses Grundeinkommen wirkt. Aller Wahrscheinlichkeit nach werden wir feststellen, dass es faul macht und zur Verwahrlosung führt. Dann können wir es hinterher mit gutem Gewissen ablehnen für den Teil der Bevölkerung, der nicht aus dem Kanzleramt kommt.

Wenn ich mal fragen darf, aus welcher Branche kommen denn Sie überhaupt? Internet? Also Sie sind so ein richtiger Spezialist, der auch Ahnung hat von dem, worüber er spricht? Bedaure. Könnten Sie vielleicht bei der übernächsten Regierung noch mal anfragen?“





Bruchlandung

23 05 2013

„Sie können ganz unbesorgt sein, Frau Kanzlerin. Pietät Eichenlaub hat für anspruchsvolle Kunden einfach das Beste. Preiswert, gediegen, für jede Art von Geschmack geeignet. Wir werden Ihren Herrn Verteidigungsminister schon würdevoll unter die Grasnarbe bringen.

Man muss an alles denken, Frau Kanzlerin. Das muss exakt geplant werden. Wenn ich mir die Bemerkung erlauben darf: generalstabsmäßig. Wir streichen Ihrem Herrn Minister den Zapfen, da werden sich seine Nachfolger gleich vom ersten Tag an auf den Rücktritt freuen. Gut, sein Nachfolger. Ich hatte jetzt schon die ganze Zeit bis zur Bundestagswahl gerechnet, Frau Kanzlerin.

Darf man wohl erfahren, auf welche Art der teure Tote das Zeitliche gesegnet hat? Nein, rein berufliches Interesse. Die meisten haben sich den Amtseid verstaucht oder so etwas. Das macht nicht so viel Arbeit, Frau Kanzlerin. Das passt auch ganz gut in eine Urne. Wobei, der Möllemann passte am Ende auch ganz gut in eine Urne. Und den musste man nicht mal unter die Grasnarbe bringen.

Wo wir gerade dabei sind, wollen wir ihn nicht zerstreuen lassen? Er wirkte doch in letzter Zeit immer so ein wenig zerstreut, wenn es um Informationen für den Rechnungshof ging oder vor dem Bundestag. Das würde doch passen. So über Land und über Meer, deutsche Wälder, deutsche Höhen – wir können ihn ja aus seiner Drohne versprühen, wäre das nichts? Na? Ach doch, da geht manches, Frau Kanzlerin. Der Trend ist ja durchaus von mehr multikultureller Offenheit für fremde Sterbearten geprägt. In Afghanistan ist das zum Beispiel ganz anders als hierzulande. Da erlebt man halt immer mal. Sie schicken die Leute in die Wüste, und da beißen sie ins Gras.

Handwerkliche Qualität hat nun mal ihren Preis, Frau Kanzlerin. Für Fünfhundert kriegen Sie halt nicht viel Qualität. Einmal ins Ausland, billiger Aluschrott als Verkleidung, und dann schnell unter den Teppich gekehrt. Mehr ist nicht drin. Und dann reißen bei der Beerdigung die Seile und Ihr Minister fährt in die Grube – Bruchlandung. Wollen Sie das wirklich?

Es hängt halt auch etwas von der politischen Einstellung ab, Frau Kanzlerin. Die älteren Grünen lassen sich vielleicht kompostieren, aber Claudia Roth müssten wir wohl zusätzlich unterpflügen. Lafontaine müsste man einbetonieren, sonst kommt der irgendwann wieder. Ob wir den werten Herrn Minister nicht vielleicht versehentlich schreddern? Das hat er doch immer so gerne gehabt.

Und als Kränze nehmen wir Eichenlaub und etwas Nadelgehölz, ja? Lorbeer geht auch, wobei das natürlich deutlich teurer wird. Nein, ich kann ihnen nicht zwei Rechnungen machen. Wenn Sie das für den Rechnungshof brauchen, dann müssen Sie die eben selbst schwärzen. Pietät Eichenlaub macht das hier so, dass wir keinen Ärger bekommen mit Recht und Gesetz. Und ich halte mich dann auch an die Kostenvoranschläge, Frau Kanzlerin. Wenn Ihnen das nicht passt, müssen Sie sich einen anderen Bestatter suchen. In Ihrem Kabinett sitzen doch genug Totengräber.

Schlichter Eichensarg? Gerne, Frau Kanzlerin. Den hier kann ich ihnen empfehlen. Modell Hardthöhe. Schweineteuer, obwohl er nach nichts aussieht. Von innen geräumiger als von außen, da kriegen Sie ’ne Menge rein. Und natürlich extra solide gebaut, solange Sie ihn nicht verbuddeln. Dann bricht er nämlich verhältnismäßig schnell ein. Also der Sarg.

Kranzschleifen kosten erstmal für die Schleife und dann noch pro Buchstabe. Möchten Sie Atlas oder Taft? Ist eine Frage der Haltbarkeit. Papier haben wir auch. Taft zeichnet sich dadurch aus, dass er reißfester ist, denn können Sie nicht so einfach – also Papier, verstanden. Haben Sie spezielle Wünsche, Frau Kanzlerin? Ach nein, doch nicht das! Letzter Gruß – das geht ja gar nicht! Nehmen Sie Ich habe vollstes Vertrauen in ihn gehabt. Das können Sie recyceln, bis die komplette CDU vermodert ist.

Vergänglich ist ja erstmal alles, Frau Kanzlerin. Das ist nun mal so im menschlichen Leben. Alles ist irgendwann vorbei, für alles gibt es eine Zeit. Kohl ist ja auch nicht mehr Kanzler, nicht wahr? Sehen Sie! Und dann ist es nur eine Frage der Bestattung. Sie können sich zur Vorsicht vorab verbrennen lassen, und dann kommen Sie in eine kleine Metallkapsel, und die kommt dann in eine Urne, und die – natürlich ist das ohne billiger. Ihr Herr Minister war fürs Billige immer zu haben, was, Frau Kanzlerin? Dann sollten Sie hier doch aber mal richtig zuschlagen. Waldfriedhof. Gerne, da beerdigen wir ja auch regelmäßig. Sehr hübscher Bewuchs, stimmungsvoll, kleiner Tannenberg, wie geschaffen für einen Verteidigungsminister, und genau die richtige Bodenfeuchtigkeit. Auf jeden Fall besser als im Sachsensumpf. Da muss ich Ihnen jetzt aber widersprechen, Frau Kanzlerin. Sumpf konserviert. Sie können da zwar jede Menge versenken, aber irgendwann kommt alles wieder raus. Auch kein schöner Anblick, Frau Kanzlerin.

So, alles ausgesucht? Totenhemd, Wurfblumen, Sargschmuck? Gut, dann fehlt uns nur noch der Grabstein für Herrn Verteidigungsminister. Wegen des Datums nämlich. Geben Sie mir einfach die Sterbeurkunde, Frau Kanzlerin. Da dürfte es schon draufstehen. Das Datum, nicht wahr.

Wie jetzt? Nächste Woche!?“





Gottvertrauen

13 05 2013

„Warum wir Sie dafür ausgesucht haben? Sie seien schließlich der Innenminister? Das ist es ja auch. Religion wird in diesem Land immer noch als Teil der Kultur verstanden, und Sie sind schließlich der Innenminister. Warum wir diese Konferenz einberufen haben? Was weiß ich, mit wem sollen wir denn übers Christentum in Deutschland reden? Etwa mit den Gemeinden?

Vergessen Sie das mal ganz schnell wieder. Man redet über eine Religion, aber doch nicht mit deren Angehörigen. Wäre ja noch schöner. Was haben Sie eigentlich bisher gemacht? Den Sicherheitsbeamten beim Regieren zugesehen?

Das mit der Gleichstellung macht doch auch erst Spaß, wenn man es konsequent zu Ende führt. Wir brauchen diese Christentumskonferenz einfach. Und kommen Sie mir nicht mit Kirchentag – das ist eine selbst organisierte Veranstaltung religiöser Gruppen, die da nichts anderes predigen als ihre eigene Weltanschauung, das können wir nicht als Ersatz anerkennen. Politiker? Die Bundeskanzlerin? Ich bitte Sie, die schiebt doch ihre Tränensäcke bei jedem Schützenfest vorbei, das sie nicht rechtzeitig ausgeladen kriegt. Das ist kein Argument. Sie sind im Besitz der deutschen Leitkultur? Lassen Sie sich nicht in der Öffentlichkeit mit solchen Aussagen erwischen. Wie schnell wird man als Terrorist gehandelt.

Sie haben da doch diese Datei, in der alle drin sind, denen man bisher noch keine Straftaten nachweisen konnte, die Sie aber trotzdem für ganz gefährlich halten, weil Sie nicht wissen, warum? Und Sie wollten schon immer mal Gefährder in religiösen Netzwerken suchen? Das wäre jetzt Ihre Gelegenheit. Dann müssen wird endlich nicht mehr zusehen, wie die erzbischöflichen Ordinariate ihre pädophilen Angestellten von Diözese zu Diözese schieben. Und falls da einer Probleme mit dem Steuerrecht bekommt, können Sie auch ermitteln. Schnell und unbürokratisch.

Es geht uns wie gesagt um Integration. Man muss ja in dieser Gesellschaft alle Randgruppen mitnehmen, auch wenn es schwerfällt. Sehen Sie, die SPD hat das mit Sarrazin auch geschafft, da werden wir doch das Christentum irgendwie in der Gesellschaft verankert bekommen, oder? Sie haben da etwas nicht richtig verstanden. Das Christentum in der Gesellschaft. Nicht andersherum.

Natürlich haben wir uns genau ausgesucht, wen wir da einladen, Herr Innenminister. Wir wollen da Maßstäbe für die Integration setzen. So ähnlich wie Sie. Deshalb haben wir sämtliche Randgruppen eingeladen, Kreationisten, Antimodernisten, ein paar Piusbrüder, die Glaubenskongregation – das hieß mal Inquisition, aber was da auf dem Türschild steht, ist uns wurst – und die guten alten Exorzisten. Wir wollen ja durchaus integrieren, und das macht man nun mal am besten mit denen, bei denen man weiß, dass sie es bitter nötig haben. Wollen Sie mit einem lutherischen Dorfpastor über die Trennung von Staat und Kirche diskutieren? Na also. Außerdem sieht es im Fernsehen viel schöner aus, wenn da irgendwelche Knalltüten sich anschreien, wer mit wem wo Oblaten essen darf, ohne aus dem Verein rauszufliegen.

Nein, natürlich wollen wir Sie nicht auf ein paar katholische Hassseiten reduzieren oder auf diese Wirrköpfe, die regelmäßig fundamentalistische Protestmärsche machen, weil ihnen der Gesetzgeber ein Dorn im Auge ist. Das ist sicher auch nur eine verschwindend geringe Minderheit, die nicht in Ihrem Namen spricht. Die haben mit der religiösen Botschaft des Christentums nichts zu tun, sie instrumentalisieren eine nicht von der Mehrheit der Gläubigen getragene Anschauung für allgemein demokratiefeindliche Ziele und verüben regelmäßig Straftaten gegen ihre eigenen Leute – das ist nicht das Christentum, das wissen wir doch. Aber wir verfahren halt so, wie Sie das vorgemacht haben, wir schieben Ihnen die Schuld dafür in die Schuhe. Wenn das im Namen der christlichen Religion passiert, machen wir nicht die christliche Religion dafür verantwortlich, das wäre gegen die religiöse Toleranz; wir machen nur die dafür verantwortlich, die sich ebenfalls zum Christentum bekennen. Hilft nichts? Ja, kann sein. Ist aber immer so mit der Sicherheitspolitik. Wenn nicht mehr als doppelt so viel kaputtgeht wie vorher befürchtet, dann war es ein Erfolg.

Es geht nicht nur um den Religionsunterricht. In erster Linie geht es uns darum, dass Sie Ihre Finger aus den anderen Ausbildungsinhalten raushalten. Sie können ja gerne an die Arche Noah glauben und an diesen ganzen Krempel, aber lassen Sie uns Geschichte und Erdkunde ohne göttlichen Heilsplan unterrichten. Wir lassen Ihnen das Gottvertrauen. Sie lassen den Bürgern ihr Vertrauen in den Staat.

Doch, da haben Sie recht. Integration ist keine Einbahnstraße. Da muss von beiden Seiten etwas passieren. Sehr nett hat das ja damals dieser Herr Ratzinger gemacht. Und seine deutschen Bischöfe haben da auch ganz hübsch sekundiert, als sie behauptet haben, es könne ohne Christentum gar keine funktionsfähige Moral in diesem Staat geben. Das hätte man vielleicht ein bisschen weniger deutlich formulieren können, aber wir haben es kapiert. Integration ist keine Einbahnstraße. Das ist eine Sackgasse, in der man noch mal so richtig Gas gibt.

Sie mögen nicht? Schade. Wir haben alles versucht, Herr Innenminister. Vielleicht überdenken Sie unser Angebot, wenn wir demnächst die Parteien unter die Lupe nehmen.“





Exit

25 04 2013

„… sich der Arbeitskreis gebildet habe, um das konservative Profil der CDU wieder…“

„… den Eltern nicht länger die Abhängigkeit von den Betreuungseinrichtungen zu…“

„… der Ausstieg aus dem Ausstieg aus der Atomkraft zu…“

„… die Arbeitnehmerrechte nicht übermäßig zu stärken, damit die Entwicklung der Wirtschaft…“

„… könne sich Schröder ein Betreuungsgeld vorstellen, falls garantiert sei, dass es nicht von Familien mit Kindern beansprucht…“

„… wolle man neue Technologien wie Digitalisierung, Windkraft und elektrische Apparate nicht mehr unterstützen, um den Glauben der Bevölkerung in den…“

„… den Strompreis möglichst konstant zu…“

„… die Arbeitsgruppe gegen die 68er-Umtriebe bereits zufrieden gezeigt habe, wie die Frauenquote sich…“

„… habe Merkel verkündet, dass das Internet eine moderne Zeiterscheinung sei, derer die bürgerliche Gesellschaft bald nicht mehr bedürfe. Sie plädiere in ihrem Podcast außerdem für…“

„… das Sparprogramm derart zu gestalten, dass die Leistungsträger…“

„… wolle Aigner prüfen, ob die Pläne der Telekom tatsächlich…“

„… mehr deutsche Autos zu kaufen, da die öffentlichen Verkehrsmittel…“

„… dass der Strompreis moderat ansteigen solle, vor allem bei den erneuerbaren…“

„… für die Netzneutralität einsetze. Freiheit, habe Westerwelle betont, sei die Freiheit, den Anbietern genau das zu zahlen, was sie…“

„… die GEZ-Gebühren nur deshalb erhöht, um nicht zu viele Bürger in die Fänge des neumodischen Mediums Radio zu…“

„… könne allein Lohnzurückhaltung ein Mittel gegen die Boykottpropaganda für die Lohnuntergrenze…“

„… das Exit-Programm für Aussteiger aus der rechtsradikalen Szene zu…“

„… habe sich IM Friedrich entschieden, die Bundesverfassungsrichter auf brutalstmögliche …“

„… zur Zeit geklärt, ob Aigner berechtigt sein, das Vorhaben der Deutschen Telekom AG zu…“

„… in den ÖPNV zu investieren, da die Automobilkonzerne sich mit Hilfe öffentlicher Gelder wettbewerbswidrige…“

„… darauf zu achten, dass die Besserverdiener keine zusätzlichen Stromkosten…“

„… übereingekommen, den Atheismus als Kriterium für die Vergabe von Hilfsarbeiten zu…“

„… beim Kauf eines Kartoffelsacks eine, bei einer Schubkarre zwei Überwachungskameras kostenfrei zu…“

„… den Ausstieg aus dem Ausstieg aus dem Ausstieg aus der Atomkraft für…“

„… dass mit dem Absinken der Mindestlöhne auch die Sozialleistungen gestrichen werden müssten, um keine falschen Anreize auf dem Arbeitsmarkt zu…“

„… müsse man den explosionsartigen Anstieg der Strompreise vor allem auf die…“

„… Familien, deren Kinder am freiwilligen Religionsunterricht nicht freiwillig teilnähmen, als Volksschädlinge zu…“

„… den Verfall der deutschen Gesellschaft aufzuhalten. Der Rückzug der Familienministerin sei nur ein Schritt, der aber durchaus…“

„… sich die Kampagne Deutsche, kauft deutschen Döner nur langsam in den…“

„… inzwischen als Exit-Programm aus der Union…“

„… investiere Schäuble freiwillig größere Summen in die Ruinenparks Elbphilharmonie und BER, um kommenden Generationen ein Bild von der Größe des deutschen…“

„… werde zur Steigerung des Konsums jedem Haushalt empfohlen, eine Schnellfeuerwaffe aus deutscher Produktion…“

„… habe Aigner die Art, Anzahl und Rundheit der Löcher im deutschen Käse als skandalöse……“

„… angesichts der politischen Lage inzwischen offen für die legale Sterbehilfe…“

„… der Ausstieg aus dem Ausstieg aus dem Ausstieg aus dem Ausstieg aus der Atomkraft als…“

„… sich das Exit-Programm wegen eines erheblich verkleinerten Budgets nur noch um die verfassungsfeindlichen Umtriebe innerhalb der staatlichen…“

„… dass Deutschland seine Rolle im globalisierten Europa als Agrarnation neu finden werde, um als exportorientiertes…“





Vollstes Vertrauen

24 04 2013

„Vollstes Vertrauen?“ „Ach du Scheiße!“ „Dann ist sie verloren.“ „Warten wir’s ab. Von der Leyen hat schon jede Menge Mist fabriziert und ist nie darüber gestolpert.“ „Aber vollstes Vertrauen? Hallo!? Das ist so gut wie ein Todesurteil!“

„Also lässt die Merkel das jetzt doch nicht durchgehen.“ „Wieso denn nicht?“ „Ich meine, es ist doch die Kanzlerin.“ „Ja und? Hat die sich je bewegt, wenn irgendwas passiert ist?“ „Aber das hier ist doch innerhalb der deutschen Politik.“ „Jetzt mach doch nicht so eine Welle.“ „Dann hätte sie die Koalition schon zehnmal platzen lassen müssen.“ „Aber das ist doch innerhalb der CDU!“ „Gut, das ist schon fast ein Argument.“ „Wieso fast?“ „Wenn die Merkel jedes profilneurotische Arschloch rauswerfen würde, warum ist dann Schäuble immer noch Minister?“

„Aber hier, vollstes Vertrauen.“ „Vollstes? hat sie nicht…“ „Nein, vollstes.“ „Dann gute Nacht.“ „Meine Güte, die ist doch nicht Wulff.“ „Aber vollstes Vertrauen – vollstes Vertrauen! das hat nicht mal der Papst lange überlebt.“ „Wieso, die hat doch…“ „Glauben Sie der Statistik, 100% der Päpste, der denen die Merkel ihr vollstes Vertrauen ausgesprochen haben, sind zurückgetreten.“ „Sag an!“ „Das ist doch…“ „Und hier, Röttgen. Der ist doch auch inzwischen irgendwo in der Pampa.“ „Der war ja mal Muttis Bester.“ „Auch so eine Planstelle, die die Bundesuschi sich ungern streitig machen lässt.“

„Ich glaube ja nicht, dass das so geplant war.“ „Dann hat von der Leyen das also nicht geplant?“ „Doch, die schon.“ „Aber dann war das ja doch geplant.“ „Wenn die was plant, merkt man meistens eh nicht, dass es geplant war.“ „Aber geplant war das eh nicht.“ „Doch, nur nicht von der Leyen.“ „Wie bitte?“ „Von der von der Leyen.“ „Ach so.“ „Vielleicht ist das ja irgendwie schief gegangen, und dann sollte es so sein, wie es geworden war.“ „Geworden ist.“ „Also wie es wurde?“ „Oder wird.“ „Also so, wie es ist.“ „Das kann aber nicht geplant gewesen sein.“ „Nein, aber das ist so passiert.“ „Das ist aber ein ganz schöner…“ „Wieso schön?“ „Jedenfalls ein Unterschied.“ „Ich meine, hat sie nicht dieses Ding mit der Hartzkarte auch so geplant?“ „Weil das derart in die Hose ging?“ „Dann kann sie es nur geplant haben.“ „Du meinst: dann kann nur sie es geplant haben.“ „Aber was hat die Kanzlerin damit zu tun?“ „Die hat doch den Auftrag gegeben.“ „Kann ich mir nicht vorstellen.“ „Naja, die sagt dann, macht doch, was Ihr wollt.“ „Und Uschi?“ „Macht, was sie will.“ „Was die Kanzlerin will?“ „Nein, was die… ach, egal.“

„Dann kann sie es ja bloß selbst gewollt haben.“ „Finde ich auch.“ „Sonst würde die Kanzlerin doch rapide einen Vertrauensverlust erleiden.“ „Und vor allem an Autorität.“ „Hä!?“ „Na, dieses Ding halt, wo man immer so hat, wenn man…“ „Ich weiß schon, was Autorität bedeutet, aber wie kann man das im Zusammenhang mit der Merkel sehen?“ „Wieso hat die denn jetzt keine Autorität mehr?“ „Und was ist mit der FDP?“ „Keine Tiefschläge, bitte.“ „Ist doch wahr, das ist die…“ „Keine Tiefschläge!“ „Sie muss es gewusst haben, sonst würde doch ihre Personalplanung gar nicht aufgehen.“ „Was ist denn das jetzt schon wieder für eine Verschwörungstheorie?“ „Sie will doch bis 2017 Kanzlerin bleiben.“ „Ja und?“ „Ja und danach?“ „Was weiß ich, vielleicht ist bis dahin de Maizière genauso durch wie Schäuble.“ „Oder die CDU hat mit der SPD fusioniert.“ „Dann schon lieber Schäuble.“

„Und die Frauen?“ „Wie, Frauen?“ „Was ist mit Frauen?“ „Es ging doch um die Quote, oder?“ „Ja und?“ „Die sind doch eh nur vorgeschoben.“ „Aber wenn das im Wahlprogramm…“ „Ruhig, Brauner!“

„Also die Merkel hat es gewusst.“ „Das glaube ich nicht.“ „Kann sie gar nicht, sonst wäre sie ja nicht mehr Kanzlerin.“ „Wieso?“ „So was Unprofessionelles würde sie doch nicht einmal in ihrer Nähe dulden, geschweige denn in ihrem Kabinett.“ „Und Schröder?“ „Verdammt!“ „So kurz vor der Wahl schmeißt man doch keine Ministerin mehr raus.“ „Richtig, und lahme Ente kann die Kanzlerin alleine.“ „Auf jeden Fall hat sie es gewusst, schließlich muss sie ja mal zurücktreten.“ „Sie will also nicht weiter kanzlern?“ „Schon, aber nicht bis zum Ende.“ „Also nach 2017.“ „Oder ab 2015.“ „Sie baut vor?“ „Sie will sich rechtzeitig von einer Frau ablösen lassen, die unerschrocken ihren Weg geht und die Partei im Handstreich in die Gegenwart führt.“ „Aha?“ „Das meint er nicht ernst.“ „Quatsch, ist doch die Bundesuschi.“ „Aber wer soll denn die CDU in die Zukunft führen?“ „Jedenfalls nicht die Merkel, die hatte schon ein paar Jahre Zeit, die CDU wieder ins Mittelalter zu bringen.“

„Ich finde ja, sie lässt sich stürzen.“ „Von der Leyen?“ „Von der Leyen von der Merkel?“ „Nein, von der Leyen.“ „Also doch.“ „Egal, auf jeden Fall will sie eine Nachfolgerin, die die amtierende Kanzlern wegmacht.“ „Damit sie sich in die Opferrolle fügen kann.“ „Wie Kohl.“ „Bloß ohne die historische Größe.“ „Unterschätz nicht Muttis Doppelkinn.“ „Was soll denn das bringen?“ „Denk doch mal weiter. Spätestens 2017 kann auch der letzte Deutsche die Merkel nicht mehr sehen.“ „Und dann kommt Uschi?“ „Genau.“ „Also weiß die Kanzlerin doch etwas davon.“ „Offiziell nicht.“ „Und inoffiziell?“ „Spricht sie schon mal ihr vollstes Vertrauen aus.“

„Ich kriege den Gedanken nicht weg, dass das nur ein Bauernopfer war.“ „Steinbach?“ „Wieso denn Steinbach?“ „Ist die schon zurückgetreten?“ „Ist die jemals zurückgetreten?“ „Die hat höchstens zurückgetreten.“ „À propos, vollstes Vertrauen.“ „Und?“ „Hat mal gerade jemand von der Leyens Dissertation zur Hand?“