Kippenkosten

19 12 2018

„Das ist ganz einfach das Verursacherprinzip, verstehen Sie? Wenn einer Zigarettenstummel in den Park oder auf den Bahnsteig schmeißt, muss man das erst mühevoll einsammeln und entsorgen, und dann kostet das Geld, und das holen wir uns als Staat natürlich wieder von den Tabakkonzernen.

Sie bekommen das in den falschen Hals, wir sind ja gar nicht gegen Raucher. Doch, wir sind eigentlich gegen Raucher, aber nicht gegen die Tabakkonzerne, weil das ja Arbeitsplätze sind, die wir gefährden, aber irgendwo muss man mit der Ordnungspolitik doch ansetzen, oder? Sonst würden wir als Bundesregierung doch sagen, wir lassen die Raucher selbst die Kosten für die Entsorgung tragen, indem wir einfach die Tabaksteuer noch ein bisschen mehr als sonst anziehen, aber das wäre für uns kontraproduktiv. Die Raucher sollen natürlich auch weiterhin rauchen, das sichert Arbeitsplätze, und dann sollen sie es sich irgendwann wieder abgewöhnen, aber das führt jetzt zu weit.

Meine Güte, das weiß ich doch nicht, woher die Tabakkonzerne die Kohle nehmen. Irgendwie wird es schon einen Posten in der Bilanz geben, den man dafür ausschlachten kann, so genau kenne ich mich mit denen auch nicht aus. Wenn sich die Konzerne das bei den Rauchern wiederholen, dann ist das eine unschöne Entwicklung, die wir ja auch leider nicht beeinflussen können, und wenn man das mal rein betriebswirtschaftlich betrachtet, wenden die auch nur das Verursacherprinzip an. Denn schließlich und endlich sind die Raucher ja schuld an der Verschmutzung durch Zigarettenreste, also müssen wir den Aufwand auch irgendwie refinanzieren.

Sie können das nicht mit den Getränkedosen vergleichen. Die werden einerseits mit Dosenpfand belegt, deshalb werden sie kaum weggeworfen, und andererseits drucken die Hersteller auf die Dosen, dass man die nicht wegschmeißen soll. Die Dosen, nicht die Hersteller. Das heißt, wir bräuchten im Grunde eine Regelung, dass die Tabakkonzerne auf die Zigaretten aufdrucken, dass man sie nach dem Rauchen nicht wegschmeißen soll. Da sehe ich eine produkttechnische Herausforderung, wenn Sie wissen, was ich meine.

Auf den Verpackungen ist kein Platz mehr, das ist aussichtslos. Da steht schon drauf, dass man am besten gar nicht erst anfängt mit dem Rauchen, dann können wir nicht auch noch draufschreiben lassen, was man nach dem Rauchen macht. Ist ja auch irgendwie unlogisch, und wenn die das erst mal als Einfallstor für Klagen entdeckt haben, dann gute Nacht. Wir wollten das immer, die Konzerne wollten das auch, aber wir hatten ja nicht gedacht, dass das irgendwann mal so kommt.

Das Problem könnte bestimmt schon bald darin bestehen, dass sich die Tabakkonzerne in immer kleinere Betriebe zerlegen, und dann haben wir zum Schluss ein Unternehmen, das Zigaretten herstellt, eins, das sie verpackt, eins, das sie vertreibt, und wenn die dann auch noch nach Luxemburg ziehen, kommen wir nie an unsere Kippenkosten. Das ist die rechtliche Unsicherheit, wenn man zu viel Bonbonpapier auf den Gehwegen hat, und dann stellt sich heraus, die Bonbons werden außerhalb der EU von einem Bonbonverpackungskonzern in Bonbonpapier verpackt und wieder in die EU eingeführt, dann müssen Sie eigentlich den Bonbonverpackungskonzern, und wenn Sie in München aus der EU aussteigen, dann sind Sie ja quasi schon in Luxemburg, oder was war noch mal die Frage? Jedenfalls irgendwie so.

Wir kommen ja noch einigermaßen gut weg, jetzt stellen Sie sich mal vor, jeder Raucher trinkt zu jeder Zigarette auch noch einen Kaffee. Nein, nicht diese Becher, das haben wir aufgegeben – die Läden zahlen sowieso keine Steuern, da ist nichts zu holen. Ich meine den Kapselmüll. Wir könnten ganz anders gegen diese Umweltverschmutzung vorgehen, wenn die Verbraucher ihre Alukapseln auf die Straße werfen würden. Im Müll sind die so gut wie wirkungslos, da werden sie entsorgt, wir können nichts in der Öffentlichkeit ausschlachten, reines Verlustgeschäft. Politisch jedenfalls. Aber irgendwas in Richtung Umweltschutz müssen wir jetzt schon unternehmen, das mit dem Klima bringt ja auch gerade nicht so gute Publicity, da könnten wir 3,4 Millionen Tonnen Kohlendioxid einsparen. Das klingt wenigstens schon mal sinnvoll.

Gut, bis dahin müssten wir natürlich noch ein paar andere Produkte in den Plan integrieren. Wattestäbchen, Strohhalme und Einweggeschirr. Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, wie viele Wattestäbchen so an einem durchschnittlichen Strand liegen? Ich würde sagen, dann haben wir hier einen Plan. Da können wir uns in aller Ruhe um die Pappteller kümmern, und das Verbot von Mikroplastik bleibt dann für die nächste Regierung über. Sehen Sie, so geht nachhaltige Umweltpolitik, da denkt man nicht immer nur in Legislaturen, da hat man auch das Ganze im Blick. Ich sehe das schon vor mir, Grünflächen ohne Kippen, Straßen ohne Plastikbecher, und jetzt kommen Sie! Wieso Diesel? Was haben denn Diesel damit zu tun? Sagen Sie mal, wollen Sie mich falsch verstehen? Das ist doch eine ganz andere Baustelle, hier geht es um Umweltschutz, aber das hat doch nichts mit Industriepolitik zu tun, und überhaupt, was hat da die EU mitzureden? Danke, ich kann für Sie nichts mehr tun, das ist nicht meine Zuständigkeit, und ich bin jetzt auch beschäftigt, Termine, Sie verstehen. Ach, sagen Sie mal – die Bananenschale, wo wollten Sie denn mit der hin?“

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Knaller

12 12 2018

„… ähnliche Emissionen wie der Straßenverkehr erwarten lasse. Es sei zwar eine gesetzgeberische Herausforderung, pyrotechnische Artikel gerade zum Jahreswechsel einzuschränken, dennoch müsse man die gesundheitlichen…“

„… ohnehin Gefahren berge. Durch das Verbot von Silvesterraketen sei auch eine der regelmäßigen Unfallquellen nicht mehr als…“

„… dass BILD die Volksrakete als saisonales Angebot bewerbe. Unabhängig davon sei auch die Kampagne ‚Deutsches Feuerwerk für Deutsche‘ gemeinsam mit der Alternative für…“

„… die Partikel in anderen Luftschichten angereichert würden und erst ausfielen, sobald die Feiernden wieder in den Häusern seien. Die Mittelstandsvereinigung der CDU könnten keine nennenswerten Gefährdungen für die…“

„… eine Anwendung von Luftraketen nur gestatten werde, wenn eine Fahrerlaubnis für Pkw vorliege. Scheuer werde eine Sonderlösung für die anderen…“

„… offensichtlich das Ausbringen von Chemtrails über Deutschland störe. Das Raketenverbot sei ein von den internationalen Feindmächten inszeniertes Programm zur Zerstörung des Volkes und seiner…“

„… das Ende des Jahres in der christlichen Zeitrechnung betreffe. Weidel sehe darin eine von der mit jüdischem Kapital finanzierten Kanzlerdiktatorin beschlossene Maßnahme der Islamisierung der abendländischen…“

„… eine Plakette an der Windschutzscheibe gefordert werde, wenn Pyrotechnika zur Explosion gebracht würden. Die Aufkleber für österreichische Knaller seien jedoch aus rechtlichen Gründen in Bayern nicht…“

„… das Ziel sei, eine neuartige Rakete mit Feinstaubfilter zu entwickeln. Dies könne durch ein von der EU gefördertes Programm zum Standard der pyrotechnischen Industrie im…“

„… mit dem Abbau von Arbeitsplätzen gedroht habe. Merz wolle darum eine Steuerbefreiung für die Hersteller von Knallern und…“

„… nicht aufgehe. Zwar habe Bär recht, wenn sie die Elektromobilität als wichtigen Schritt zu einer Eindämmung von Feinstaubemissionen bezeichne, es könne jedoch mit einer Entwicklung von Elektroraketen für den Verbrauchermarkt nicht vor dem Jahr…“

„… ab 2029 verkauft werde. Bis dahin könne die Produktion handelsüblicher Knallkörper in der Europäischen Union den…“

„… Einzelteile aus dem Vereinigten Königreich geliefert würden. Die Grünen sähen dies als gutes Zeichen an, da durch die kommenden Zölle auf Chemikalien weniger Raketen auf den Kontinent gelangten und somit die…“

„… dass Drohnen mit Licht- und Soundeffekten nur ein mäßiger Ersatz für die traditionellen Lichter, Flugkörper oder…“

„… Tür und Tor öffnen würden. Meuthen sehe nach einem Knallkörperverbot und dem Tempolimit auf deutschen Bundesautobahnen eine Pflicht zur Zwangsislamisierung aller reinblütig arischen…“

„… da nicht unterschieden werde, ob die gesundheitlichen Schäden durch Feinstaub, Verbrennungen oder ein Knalltrauma hervorgerufen würden. Die Statistik könne aus diesem Grund nicht verwertet werden, um eine gesetzliche…“

„… zum größten Teil aus Fernost stammen würden. Merz halte allerdings fest an seiner Absicht, den deutschen Handel mit einer großen…“

„… die Aktion Brot statt Böller vor dem Aus stehe, wenn sich die geplante gesetzliche Regelung gegen den Verkauf von…“

„… mit einer Klage der EU-Kommission rechnen müsse, wenn die Grenzwerte bis zum 2. Januar nicht…“

„… werde man den Deutschen nach den Silvesterraketen das Schweinefleisch verbieten. Gauland habe in seiner Rede vor dem Deutschen Bundestag bestätigt, dass diese Aussage wörtlich in den Migrationspakt aufgenommen worden sei, um die Umvolkung so schnell wie möglich in den…“

„… aus Sicherheitsgrünen benötigt werde. Durch eine Verschärfung des Sprengstoffgesetzes würden viele semiprofessionelle Terroristen bei ihren Anschlägen auf Moscheen, Flüchtlingsunterkünfte oder Wahlkreisbüros der Linken gleich auf illegale Explosiva zugreifen, was eine zusätzliche Gefährdung für sie darstelle. Das Bundesamt für Verfassungsschutz habe angekündigt, dass es vor einer allgemeinen Schulung aller V-Leute keine Attentate mehr im…“

„… von den Gelbwesten aufgenommen worden sei. Sie würden zusätzlich zum Jahreswechsel eine kostenlose Ausstattung aller Deutschen mit Boden-Luft-Raketen im Wert von…“

„… könne sich Merz mit einer Reglementierung der Sprengkörper einverstanden erklären, wenn im Gegenzug das Asylrecht vollständig aus dem…“

„… viele Bundesbürger am Neujahrsmorgen über starke Kopfschmerzen klagen würden. Ob dies an einer gesteigerten Feinstaubbelastung liege, gehe allerdings nicht aus den Angaben der…“





Bedingt betriebsbereit

22 11 2018

„… es keine andere Möglichkeit der Kontrolle gebe, da die Dieselfahrzeuge nicht einzeln durch technische Maßnahmen des…“

„… die Reste des Kameranetzwerks zur Einführung der Pkw-Maut noch verwendungsfähig seien. Der technische Zustand könne noch nicht beurteilt werden, doch stehe für das Ministerium bereits fest, dass die Geräte auf jeden Fall zum…“

„… alle Dieselfahrzeuge mit einem Chip ausgerüstet werden könnten, der sich automatisch in die Verkehrsleitsysteme diverser deutscher Städte einbuche. So werde der Fahrer durch ein Signal von seiner unrechtmäßigen Verwendung des Fahrzeugs in Kenntnis gesetzt und habe dann selbst zu entscheiden, ob er zu Lasten der Allgemeinheit in die jeweiligen…“

„… lehne Scheuer eine Registrierung aller nicht mehr umweltverträglichen Diesel-Kfz entschieden ab. Dies sei ein juristisch nicht begründbarer Generalverdacht, der sofort durch die deutschen Gerichte und den…“

„… dass Plaketten möglicherweise nicht mehr von der Windschutzscheibe zu entfernen seien. Der ADAC warne vor einem Aufkleberzwang und drohe mit einer Klage vor dem…“

„… auch Autokennzeichen nicht mehr als Träger von Funksignaleinrichtungen taugten. Die Bundesregierung wolle daher die Auszeichnung der Personenkraftwagen durch eindeutige Markierung auf dem Autodach zum Standard für die…“

„… wenige Kameras zur Installation der Pkw-Maut auf deutschen Autobahnen tatsächlich noch bedingt betriebsbereit seien. Scheuer rechne mit einer Überprüfung, die innerhalb weniger Jahre die vollständige…“

„… auch durch maschinenlesbare Codes geleistet werden könne. Zwar müsse das durchschnittliche Tempo innerhalb der Zugriffszone bis auf Schrittgeschwindigkeit gesenkt werden, doch könne so wenigstens rechtssicher die…“

„… nur noch die Homosexualisierung unserer zwangsveganisierten Kinder im Sinne habe und in der jeder Neger, auch wenn er gar kein Ausländer sei, in einem auf einen reinblütigen Deutschen zugelassenen Pkw herumfahren dürfe, als ob er Menschenrechte besäße. Da die von der Regierung zur Überwachung von Fahrzeugen mit Dieselmotor bereitgestellten Daten nur zur Überwachung von Fahrzeugen mit Dieselmotor genutzt werden sollten, fordere Wendt, die Kanzlerin umgehend vor den Volksgerichtshof zu…“

„… Reichsbürger die Eigenschaft der Barcodes als krebserzeugende Strahler kritisiert hätten. Kramp-Karrenbauer habe daraufhin unter dem Hinweis, in der Bibel stehe nichts von der Bestrafung deutscher Autofahrer und Jesus habe dies bestimmt nicht gewollt, ihren Rücktritt als Generalsekretärin, CDU-Vorsitzende, Kanzlerin, Schriftführerin ihrer Selbsthilfegruppe und…“

„… auch abgelehnt habe, die Maut-Kameras überhaupt überprüfen zu lassen. Der Abteilungsleiter habe sein Ehrenwort gegeben, dass die Probeaufzeichnungen hundertprozentig als…“

„… Geschwindigkeitsübertretungen mit dem System überhaupt nicht gemessen werden könnten, da es sich um Standfotos handle, die im…“

„… spätestens sechs Monate nach der Erhebung gelöscht würden. Angesichts der aktuellen Personalstärke im Bundesverkehrsministerium sei eine Verarbeitung der Daten innerhalb der ersten fünf Jahre ohnehin so gut wie…“

„… tatsächlich nur zwei Drittel der fraglichen Kameras nicht angeschlossen worden seien. Die restlichen seien zwar von einer CSU-nahen Stiftung beziehungsweise von einem privaten Unternehmen mit Sitz in Palermo unter der Führung von Haderthauer gekauft und bezahlt, aber nie an die dafür gedachten Masten an der…“

„… dass Scheuer sich für eine umgehende Veränderung der Personalstruktur im Bundesamt ausgesprochen habe. Wenn die Daten innerhalb der ersten zehn Jahre überhaupt angefasst würden, müsse man ein schweres Staatsversagen in der…“

„… die Vorratsdatenspeicherung überhaupt kein Vergleichsobjekt sei, da hier nicht Personen mit Bürgerrechten, sondern lediglich Autos im Fokus der…“

„… im Schnitt zwei bis drei Euro pro Monat für das Erfassungssystem aufwenden müssten. Die Bundesregierung wolle dies aus Gründen der Solidarität natürlich nicht auf Dieselfahrzeuge beschränken und wolle daher…“

„… die verbleibenden Kameras nur noch instandgesetzt werden müssten. Dies könne bis 2034 geschehen, falls nicht der Freistaat Bayern die Finanzierung der im Freistaat Bayern aufgestellten Kameras auch durch Mittel des…“

„… hundert Euro pro Jahr und einmalige Kosten für die Installation in Höhe von knapp tausend Euro verlange. Nach VW und BMW habe auch Mercedes ein Komplettpaket für die dieselbetriebenen…“

„… als Sonderbeauftragten zu beschäftigen. Maaßen sei damit befasst, die Daten komplett und nachhaltig zu vernichten, bevor sie überhaupt im Ministerium für…“

„… acht- bis maximal zehnmal so teuer sei wie eine Neuanschaffung der Kameras. Scheuer habe sich allerdings aus Umweltgesichtspunkten für eine Reparatur der Geräte, die stückweise nach Singapur geschickt und dort…“

„… eine funklesbare Lösung zum Glück nicht möglich sei, da das deutsche Internet durch zahlreiche Engpässe und technische Mängel nicht in der Lage sei, die…“





Pinkeltaste

11 07 2018

„Fünfundneunzig auf zweiundachtzig. Schon schön, was Ihre Potenzprothese so an Bohrung mal Hub hat. Sie sind verheiratet? Geschieden. Hätte man bei dieser Fahrzeugklasse ja rausfinden können, dass Sie sich keinen Therapeuten leisten können.

Vor zwei Jahren haben Sie angegeben, dass Sie nicht den Maserati, sondern den SUV nehmen, um die Tochter Ihrer Teilzeitbettdekoration zur Kita zu fahren, weil der Seitenaufprallschutz auf hundert Metern Wegstrecke besser wäre. Merken Sie schon, oder? Gut. Das gibt ordentlich Minuspunkte. Hallo!? Feinstaub! Sie wollen mir doch jetzt nicht weismachen, dass Sie die paar Schritte zur Kita nicht mit dem Fahrrad zurücklegen können? Haben Sie sich mal überlegt, dass Sie die Erde nur von Ihren Kindern geborgt haben? Ah, verstehe. Mit einem dicken Bankkonto lässt sich die Scheiße in der Gated Community viel besser verkraften. Das nenne ich mal einen nachhaltigen Lebensentwurf. Gut, dass Ihr Tochter das noch nicht kapieren muss.

Fleisch essen Sie auch? Immer die guten Fertigschnitzel von Feinkost Schnuckiputz? Das Wertvollste an den Lappen ist ja die Verpackung. Naturbelassene Folie aus handgeschöpftem PVC. Das können Sie noch in fünfhundert Jahren aus dem Meer ziehen, wenn Sie da zufällig noch Wasser finden sollten. Minuspunkte. Sie haben sich diesem Test gestellt, also kriegen Sie auch das Ergebnis.

Natürlich haben Sie sich diesem Test gestellt. Wer ein neues Auto kaufen will, wer eine neue Heizung für sein Eigenheim braucht und keine emissionsneutrale Lösung wählt, wie sie die Branche dank der Subventionen inzwischen quasi zum Selbstkostenpreis anbietet, der muss halt blechen. Wo ist Ihr Problem? Ihre Lebensgefährtin ist nicht besonders hell in der Birne, also warum sollten wir uns da etwas vormachen. Sie schaffen das schon ganz gut alleine. Jetzt hat sie sich in den Kopf gesetzt, nach Mallorca zu fliegen. Seit gut zehn Jahren Biosphärenreservat der EU. Wenn Sie mich fragen, die Alte ist behämmert. Da muss man einfach nur mal gegenrechen, dann ist das Thema aber so was von erledigt.

Jedes Jahr ein neues Smartphone. Sie lassen sich die Dinger von Paketo schicken. Lebensmittel übrigens auch, was hatten wir da? Avocados. Spargel. Gut, das war letztes Jahr zu Weihnachten, und der war natürlich mit Wasser aus den Anden angebaut. Nur die Luftfracht aus Chile stand nicht im Prospekt. Sie bevorzugen seit einigen Wochen Ananas? Ja, das passt. Pinkeltaste? Seit wann kriegt man Bonuspunkte für eine Pinkeltaste? Wissen Sie eigentlich, wie oft und wie lange Sie pinkeln müssten, um einen Flugkilometer nach Mallorca zu rechtfertigen? Oder einmal mit dem SUV zum Bäcker, damit die Brötchen noch warm zu Hause ankommen.

Ich weiß es auch nicht. Vielleicht stellen Sie für ein paar Jahrhunderte das Ausatmen ein, dann könnten wir uns über Ihren Antrag noch mal unterhalten. Gucken Sie mich nicht so an, ich habe das Gesetz nicht gemacht. Größere Eingriffe in die Biodiversität, Flugreisen, wasserwirtschaftlich relevante Baumaßnahmen, das muss jetzt eben alles mal ordentlich begründet werden, sonst machen wir den Planeten noch schneller kaputt. Wobei, da packt mich tatsächlich mal die Neugier. Wozu um alles in der Welt braucht man im Garten einen Heizpilz? Zum Grillen im Winter? Ja, das klingt logisch. Und Ihre Gartenmöbel aus Tropenholz, die sind sicher auch nur ironisch gemeint? Also angeschafft ist angeschafft, das ist wie in Flensburg. So schnell kriegen Sie die Punkte nicht weg.

Nein, ich will nicht über Energiesparleuchten mit Ihnen reden. Die Dinger sparen zwar Energie, wenn auch wenig, aber irgendwer muss die ja auch produzieren. Ja, das ist auf demselben Planeten. Die Erkenntnis kommt für viele etwas überraschend, weil man ja meist glaubt, die wachsen im Baumarkt nach. So wie die Ananas in der Dose. Und Ihnen ist auch klar, was die Leuchten für eine Toxizität haben, wenn sie mal verbraucht sind. Austauschen hilft nur bedingt, Sie müssen die schon bis zum bitteren Ende weiter benutzen. Und dann haben Sie immer noch etwas davon.

Bio-Schokolade? Ja, kann man machen. Wir sind hier keine Moralapostel. Wir interessieren uns für Ihre Öko-Bilanz, und zwar nur für die. Was Kinderarbeit angeht, hat die Politik schon eine sehr klare Vorstellung, die sie nicht in die Tat umsetzt.

Also wenn Sie schon einen Zweitwohnsitz haben, warum nehmen Sie den nicht als Feriendomizil? Ah, verstehe. In den Kühlschrank passt nicht genug Champagner. Und nein, ich weiß gerade nicht, wie man dafür die Kompensationen berechnet. Wahrscheinlich irgendwo im Bereich von Hundesteuer. Keine Ahnung. Und nein, es würde nicht helfen, wenn Sie regional erzeugten Champagner kaufen. Oder regional erzeugte Flaschen. Oder regional erzeugte Kühlschränke.

Gut, das wäre dann hier einmal und da einmal, und da bekomme ich noch eine Unterschrift für den Datenschutz. Das sind dann drei Wochen Radtour durch die Eifel mit dem Wurfzelt. Drei Personen. Für Ihre Enkel. Also, falls Sie mal Enkel haben sollten.“





Brrmmm-Brrmmm

14 08 2017

„Das ist da aber nur für den Tundra GLS und die Sondermodelle mit Sportfahrwerk. Der Rest ist im Stadtverkehr vorbildlich, im Stau hört man den kaum, und wenn Sie den Savanna XL mit Benziner bestellen, der ist fast noch besser, wenn er nicht zufällig schlechter ausfällt.

Sie können gerne mal reinhören, wie laut die Dinger im Stand sind, wir haben hier jede Menge auf dem Parkplatz stehen. Da können Sie dann gerne mal eine Probefahrt machen, natürlich nur bei Schrittgeschwindigkeit – regen Sie sich ruhig auf, aber das schreibt die Straßenverkehrsordnung vor, und wir haben nicht vor, aus Sicherheitsgründen unser Personal zu gefährden. In Deutschland gehen wir mit dem Thema sehr sensibel um.

Also der Tundra GLS ist bei 50 Kilometern pro Stunde – und innerhalb geschlossener Ortschaften bewegen sich unsere Kunden auch nur mit dem Tempo, das wissen wir ganz genau, wir haben da nämlich zweimal nachgefragt in den letzten Jahren – bei 50 wie gesagt ist der gar nicht so laut. Der Eingriff in die Klappensteuerung und das mit den Rohren, die mehr oder weniger Störschall filtern, das kommt ja erst, wenn der Wagen schneller fährt. Aber das ist dann eben außerhalb geschlossener Ortschaften, und da frage ich Sie direkt mal: muss man in seiner Freizeit direkt an der Autobahn stehen und sich über die Geräusche aufregen? Das macht hohen Blutdruck, da atmen Sie am Ende noch zu viel Feinstaub ein, und niemandem ist damit geholfen. Außerdem stehen da eh schon die Lärmschutzwände, also können wir uns das auch sparen.

Klar, es gibt auch Grundstücke, die direkt an der Straße liegen, teilweise liegen die direkt an der Autobahn. Also wenn der Makler in der Anzeige etwas von optimaler Verkehrsanbindung schreibt, dann wollen Sie die Wohnung, und wenn auf der Straße aus Versehen Autos fahren, dann ist es Ihnen auch wieder nicht recht? Wie fliegen Sie eigentlich ohne Flugzeug? Und haben Sie keine Kinder, die mal auf den Spielplatz gehen? Reden Sie sich nur raus, das wird alles gegen Sie verwendet!

Jedenfalls ist das technisch gar nicht anders möglich, wenn Sie mit einem Auto, jedenfalls mit einem Kraftfahrzeug mit Verbrennungsmotor, wenn Sie da schnell fahren wollen, dann müssen Sie eine gewisse Geräuschentwicklung einfach mit in Kauf nehmen. Und die ist nicht vollständig unerwünscht, die ist im Zuge unserer Mobilitätsgesellschaft zu einem unverzichtbaren Teil öffentlicher Sicherheit geworden. Stellen Sie sich mal jemanden vor, der auf der Straße – da wird nicht nur gewohnt, da bewegen sich Menschen teilweise auch außerhalb der Fahrgastzelle – einem Auto begegnet. Als kleines Kind, als alleinerziehende Mutter über 30, das sind so Zielgruppen, die wir unter unseren Kunden eher selten antreffen, die wollen doch eine möglichst frühzeitige und sicherheitsspezifische Warnung haben, oder? Da hilft ihnen der sonore Sound eines Zwölfzylinders, den ignorieren Sie nicht. Kann sein, dass die Fahrweise auch innerhalb geschlossener Ortschaften das akustische Bild der Straßen prägt, aber zumindest weiß man: wenn da was bollert, dann ist es ein Auto. Ich möchte mir nicht vorstellen, wie die Unfallzahlen in einer vollständig auf Elektromobilität umgestellten Stadt aussehen.

Und dann natürlich das Fahrgefühl, das ist ja nicht nur das Lederlenkrad oder die elektronische Fahrdynamikregelung. Sie wollen auch dieses auditive Erlebnis, das mit Ihrem Auto kommt, dieses Brrmmm-Brrmmm, das ist wie ein Erkennungsmerkmal von Marke und Fabrikat, und das macht doch das Fahren erst zum Fahren, oder? Das geht bis zum Schallschwingungserlebnis, wenn Sie die Tür zuschlagen, da trennt sich Pappe von männlichem Stahl!

Das kann man auch regeln, wir hatten für den neuen Pampa Gran Tour ein ausgeklügeltes System mit Motoraufhängungsvarianten und zuschaltbaren Krümmern im Ansaugtrakt geplant, aber das Ding reagierte völlig falsch. An der Ampel macht das Teil einen Lärm wie eine Klimaanlage in Kabul, und auf der Schnellstraße müssen Sie alle paar Sekunden nachgucken, ob der Motor noch läuft. Schrecklich, sage ich Ihnen. Unsere Testfahrer hatten traumatische Erlebnisse, manche meinten, sie säßen auf dem Fahrrad. Das kann empfindliche Lücken in die Kundenbindung reißen, und wer erklärt dann dem Dobrindt, wo die Arbeitsplätze hin sind?

Übrigens verfolgen wir nur die offizielle Politik der Bundesregierung, und unsere Kanzlerin ist nun mal Physikerin. Der können Sie nichts vormachen, die weiß nun mal, wie physikalische Prozesse eben so ablaufen. Uran strahlt? Haste nich gesehn! Aus der Braunkohle kommt Kohlendioxid? Wer hätte das gedacht! Ein Explosionsmotor funktioniert mit Explosionen, schon mal gehört? Die Kanzlerin hat das offensichtlich zur Kenntnis genommen und allem Anschein nach hat sie es auch verstanden. Der muss man das nicht erklären, die versteht das von sich aus. Das liegt bei ihr an der Geschichte. Die war mal real-sozial-istisch, sozial ist weg, und mit dem Rest kommt man ganz gut klar. Also wir als Industrie, und das zählt doch, oder?“





Hitzschlag

6 06 2017

„Sie müssen doch auch mal das Positive sehen! Wenn es wirklich Erderwärmung gibt, dann kann man das bestimmt irgendwie wirtschaftlich nutzen, oder? Das heißt mehr Arbeitsplätze, mehr Stimmen bei der Bundestagswahl, so muss das laufen!

Hören Sie mal, wir sind hier in der CDU, da ist Regierungsverantwortung, oder wenigstens ist hier wichtig, dass wir regieren. Da können wir uns nicht ständig von irgendwelchen Kanzlerinnen erpressen lassen, sonst läuft hier bald gar nicht nichts mehr. Also jammern Sie nicht, machen Sie mal lieber ein paar Vorschläge, wie man die ganze globale Sache hier irgendwie vermarkten könnte. Das mit der Temperaturerhöhung ist ja schon ein guter Anfang, aber so nützt uns das noch nichts.

Sie meinen touristisch? Klingt gut. Safari in der Lüneburger Heide! Da könnte man das ganze Zeugs nachzüchten, das vom Artensterben bedroht ist, und dann können Sie vor Ort Elefanten abknallen! Da steigen Sie in den Münchener Hauptbahnhof ein und sind im Grunde genommen gleich in Afrika. Hübsche Hotelanlage dazu, Pool, ein paar Neger als Zimmermädchen, fertig ist die Laube. Nein, doch das nicht – ich bitte Sie, nur weil wir da ein ordentliches Schwimmbad reinbauen, muss man das nicht gleich mit Sonnenkraft beheizen. Das ist irgendwie blöd, da könnten wir gleich ein veganes Frühstücksbüfett anbieten. Sehen Sie lieber die Standortvorteile, wenn wir ausländische Touristen nach Deutschland locken. Wir haben hier Sonne, die Bimbos saufen ab und gehen uns mit ihrem ewigen Gejammer nicht mehr auf die Nerven – Win-Win, Kollege! Dann können wir endlich mit der Scheißentwicklungshilfe für die Hungerleider Schluss machen und haben mehr Biodiesel für uns. Das werden noch Zeiten!

Das mit der Wissenschaftlichkeit, das ist doch auch wieder so ein Totschlagargument. Wenn etwas nicht wissenschaftlich begründbar ist, dann sollen die Leute nicht daran glauben? Ist doch Unfug! Das sagen Sie mal der Kirche, da haben Sie aber sofort ein Verfahren am Hals! Meine Güte, wem sagen Sie das – die sind ja nicht besser. Also als Union sind wir natürlich der kirchlichen Tradition verpflichtet, aber diese Drecksäcke kommen einem ja immer gleich noch mit Christentum! Schöpfung bewahren, wenn ich diese Kommunistenscheiße schon höre! Die sollte man alle ins Arbeitslager stecken, da können sie in Ruhe beten, dass sie irgendwann wieder rauskommen! Wir lassen uns jedenfalls nicht länger von dieser Windkraftlobby moralisch erpressen. Oder von den Solaranlagenbauern. Das sind lauter polnische Juden, die die deutsche Wirtschaft zerstören wollen, haben Sie das nicht gewusst? Also ich glaube auch nicht daran, das sagt nur die Steinbach, und die ist halt Mitglied in unserem Arbeitskreis.

À propos Schöpfung, wir müssten wir dann mal nachdenken über neue Fischfangmöglichkeiten. Wenn es bald in der Nordsee Thunfisch gibt, sind wir auf die teuren Importe nicht mehr angewiesen. Das macht natürlich auch mit den Handelswegen eine Menge aus, dass wir dann die Bundeswehr nicht mehr zur Sicherung der Rohstofftransporte brauchen. Die Rüstungsgüter können wir dann in Saudi-Arabien loswerden und in Israel, bisher mussten wir uns immer entscheiden, aber das ist ja nun vorbei. Sie finden das unmoralisch? Wie lange sind Sie schon in der Partei, wenn ich mal fragen darf?

Wir haben dann auch ganz neue Rohstoffe im Auge, das kann ich Ihnen flüstern. Wenn die Tundra auftaut, dann kommt da Methan raus, dafür müssten Sie eine Milliarde Kühe auswringen. Man müsste Finnland irgendwie luftdicht verschweißen, was weiß ich – da oben leben sowieso nur Säufer und Rentiere, die kriegen das wahrscheinlich gar nicht mit, dann reißen wir den Energiemarkt so richtig auf und verkaufen denen ihre eigene Scheiße als biologisch-dynamische Stromzukunft! Mann, das sind vielleicht Perspektiven!

Gut, Schleswig-Holstein können wir in die Tonne treten. Schade um Sylt. Niedersachsen sowieso. Hamburg dann wahrscheinlich auch. Mit dem Rest muss man dann mal sehen, wir haben da nicht so wirklich Ahnung, aber unsere Aktionäre sitzen zum größten Teil in den USA. Denen ist das wumpe, ob Europa absäuft. Und wir, also Sie und ich, ich meine, was soll uns groß passieren? Sie sind siebzig, ich bin auch fast siebzig, bis der Planet die Grätsche macht, sind wir beide hoffentlich tot. Ach was, auf Ihrem Grab würde sowieso keiner die Blumen gießen. Sie sind genauso ein Arschloch wie ich. Nur, einer von und hat einen Maserati in der Garage und neunzig Millionen in Panama, und Sie sind es nicht.

Terrorismus? Das halte ich jetzt aber für sehr weit hergeholt. Die ganze Menschheit in Geiselhaft nehmen für niedere Beweggründe, ideologische Verblendung und – wie jetzt, Sie vertreten ernsthaft die Ansicht, es gibt gar keinen Klimawandel? das sollen alles bloß Messfehler sein? Sind Sie noch ganz richtig im Kopf, Kollege? Nee, bedaure. Bleiben Sie mal in Ihrer Parallelwelt, mit Ihnen will die CDU nichts zu tun haben. Noch nicht.“





Gernulf Olzheimer kommentiert (CCCXVI): Möchtegernökos

18 12 2015
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Großen Vorsitzenden der richtigen Partei ausging, dass alle Welt sich schnellstens einen Distinktionsgewinn suchte, und jedermann ging, so er nicht gerade SUV fuhr oder in die Karibik flog, auf dass er sich ein Renommiergewissen um den Hals hinge, und siehe, es war gut so.

Glückselig wie jüngst bekehrte Konvertiten, die eine satanistisch-stalinistisch geprägte Jugend in Stumpfsinn und Nöten verbracht haben, jetzt aber das Angesicht der heiligen Kuh erblickten und jene in paradiesischem Licht mit sich umhertragen, so lächeln sie einen nieder. Freuet Euch, schwiemeln sie jedem ins Ohr, der sich nicht rechtzeitig vor einen einfahrenden Zug schmeißt, freuet Euch, wir möchten Euch auf den Sack gehen jetzt und immerdar. Mit der Sensibilität eines nordkoreanischen Nachrichtensprechers schlagen sie Widerhaken in die Schwarte, bevor sie zum Sermon ansetzen. Hat man zunächst noch die Abwehrschirme auf Standby geschaltet, weil die Horde der Protzbrocken wie tausend andere von ihrem Veganertum berichten, so ist es im nächsten Augenblick schon zu spät. Ja, sie haben auch keinen Fernseher mehr, ja, sie lassen jetzt immer das Auto stehen und fahren die zwei Minuten bis zum Office gerne mal auf dem Liegerad. Sie trinken nur noch europäische Weine und fair gehandelten Kaffee, den sie von Hand aufbrühen, jawollja, und dazu gibt’s ganz viel Schokolade, aber nur die ohne Kinderarbeit.

Die Möchtegernökos haben inzwischen eine Art missionarische Kampfsportreligion gegründet, bei der Bonuspunkte einsammelt, wer möglichst oft und penetrant seinen Mitmenschen auf die Plomben geht. Als Monstranz des doppelplusguten Lebens trägt der Hohlschwätzer den Jutebeutel vor sich her, jenen erhabenen Fetzen des Doppelstandards, der aus demselben Textilgulag stammt, in dem von Pflanzenvernichtungsmitteln benebelte Frauen zum Hungerlohn Designerfummel zusammenklöppeln. Aber die Demos liegen halt immer so ungünstig, und man muss ja noch gegen Atomkraft auf die Straße.

Von tatsächlichem Umweltschutz im Alltag verstehen diese verseiften Weichstapler meist nicht die Bohne. Die Pinkeltaste gehört zum guten Ton auf dem WG-Klo, ansonsten waschen sie gerne ihre Terpentinquasten im Waschbecken aus und kippen die Kippen in die Kanalisation. Nein, sie sind strikt gegen Kaffee in Aluhütchen, wickeln aber jeden Quadratzentimeter Industriekäse in Metallfolie, statt ihn im Mehrzweckgefäß zwischenzulagern. Wenn Mammi zu Besuch kommt, wienern sie die Küchenspüle mit Zellstoff von der Rolle, bevor sie das Ding trocken fönen. Nicht zu erwähnen, dass der selbst ernannte Naturbursche seine Nestwärme mit einer ungeregelt rußenden Holzabfallheizung erzeugt oder, wenn die Kohle anderswo lagert, auf Bioethanol umsteigt. Aber dafür muss ja keiner die Wälder umklappen, wenigstens nicht in Europa.

Ansonsten fliegen sie alle weiterhin fröhlich in die Karibik, gerne auch zweimal im Jahr, um die Tourismusbranche in den Entwicklungsländern zu stärken, sie brettern alle drei Tage zum Biobauern auf dem platten Land, um sich die alten Obstsorten direkt vom Erzeuger zu kaufen, und sie kaufen Flugmango und mit bestem Andengletscherwasser gezogenen Spargel (erntefrisch aus dem TK-Sortiment) nur dann, wenn sie repressionsfrei und ohne Kunstdünger produziert worden sind. Klar, sie verzehrten auch argentinisches Rind, aber das war schon tot und musste schnellstens verstoffwechselt werden, sonst wäre ja alles voll umsonst gewesen. Ab und an, wenn sie sich auf einem kurzen Ausflug in die gewissenlose Welt der Turbokapitalisten wieder Karmapunkte reinpfeifen wollen, dann rüsten sie ihren SUV auf Biodiesel um und erlösen mit ihren Palmölpanzern jede Menge Säuglinge in einem Land voller Kuffnucken, dermaleinst als Jugendliche auf dem Mittelmeer abzusaufen. So viel Güte!

Der kleine Umweltschützer weiß, wie er sich zum Heiland der Schranzen hochrutscht. Eine fein laminierte Spendenquittung in der Jackentasche hilft der Mutti mit dem wirr bebatikten Leinensack auf die Bettkante, denn darauf kommt es an: die repressionsfreie Vermehrung der Suppenkasper in natürlichem Habitat. Der Umwelt ist es ja wumpe, ob sich mehr oder weniger geistig zermarmelte Primaten in ihr herumtreiben; sie hat Kopffüßler, Knochenfische und Dinosaurier ertragen, mit den Säugern ist sie noch nicht ganz fertig, und sollte das diesmal mit den Menschen schief gehen – keine hunderttausend Jahre, dann ist dieser ganze Schmadder vergessen.

Ja, es gibt Hilfe gegen das Gute, man wird sie los. Überall, auch im schmucken Stadtwäldchen, gibt es noch einen kleinen Platz, wo man das verbuddeln kann, sogar grundwasserneutral und im Einklang mit Fauna und Flora. Wenn man nur den Jutebeutel separat im Sondermüll entsorgt.