Scharnierfunktion

20 05 2021

„Sind bei Ihnen eventuell antisemitische Vorurteile vorhanden? Das würde Sie für ein Angebot leichter vermittelbar machen. Sonst müssten wir mal sehen, ob wir erst mit einem Aufbaukurs starten oder Sie gleich in eine weiterführende Maßnahme schicken. Es soll sich für Sie ja auch lohnen.

Das Problem haben nicht nur Sie, wir werden hier täglich mit neuen Fällen konfrontiert – immer mehr Impfungen, es wird überall gelockert, viele fliegen sogar schon ins Ausland, da bricht für eine Menge Leute natürlich eine Welt zusammen. Diese ganzen Erzählungen, wie Sie angeblich gesehen haben, wie die Nachbarn von der Geheimpolizei abgeholt wurden, den Mann hat man noch auf dem Hof erschossen, die Frau wurde dann ins Lager gebracht, da hat man dann Menschenversuche mit Handystrahlen gemacht, und dann kommen die nach einer Woche gut erholt von der Ostsee zurück, das ist echt hart. Diese Corona-Diktatur, die gibt es gar nicht, keiner wurde gefoltert, Sie wurden bis heute nicht ein einziges Mal erschossen, das Leitungswasser ist nicht mit Ribosomen vergiftet worden, vermutlich gegen Dihydrogenmonoxid ausgetauscht, aber das hat keiner gemerkt, kleiner Scherz – also Ihnen ist jetzt die Lebensgrundlage entzogen worden, das sehe ich ein, und da wollen wir mal überlegen, was jetzt eine Beschäftigung für Sie wäre, die Ihnen Spaß macht und Sie ausfüllt.

Gerne gebucht wird ja der Reichsbürger-Kurs, das ist für zwanghaft orientierte Personen vielleicht das Beste. Haben Sie die Wahnvorstellungen noch immer, und treten die häufig auf? Dann könnte ich Ihnen die Reichsbürgermythologie sehr ans Herz legen, es erfordert nicht unbedingt viel politische Bildung, das meiste liest man sich sowieso im Netz an, dann bekommen Sie von uns noch einen kleinen Waffenschein spendiert, Nazi-Devotionalien, was man so braucht, und dann sollte es klappen.

Wenn Sie vorher schon ein gewisse Affinität zu naturwissenschaftlichen Theorien gehabt haben sollten, wäre da ein Grundkurs mit Chemtrails und Mondlandung ein guter Einstieg. Sie finden auch da rasch Anschluss, es gibt eine Menge Anknüpfungen zur Flache-Erde-Bewegung, also wenn Ihnen etwas an Vereinsaktivitäten und Fachvorträgen liegt, dann wäre das für Sie ausgesprochen passend. Sie wollen lieber demonstrieren? Verstehe. Machen Sie den Grundkurs trotzdem, das ist ein relativ leichter Einstieg in die Thematik des Klimawandelleugnens. Als Klimawandelleugnerin sind Sie sehr flexibel aufgestellt, Demo und Pressearbeit, Sie können im Internet hetzen, sich für beliebige Parteien im Wahlkampf einsetzen, meist für die, die Ihnen eh schon ideologisch vertraut sein dürften – wenn Sie die direkte Konfrontation suchen, können Sie auch auf Wahlkampfveranstaltungen gehen und dort die Kandidaten direkt anpöbeln oder bedrohen. Wenn Sie sich dabei filmen und eventuell sogar verhaften lassen, kommen Sie sogar als Märtyrerin groß raus. Ihnen liegt die Opferrolle, stimmt’s? Na also!

Alternativ würde ich Ihnen trotzdem gerne noch den klassischen Antisemitismus empfehlen. Darum hatte ich ja eingangs auch gefragt, wir müssen uns in dem Bereich den Nachwuchs sichern, und da ist momentan tatsächlich der größte Bedarf. Wenn Sie die geopolitischen Entwicklungen der vergangenen zeit ansehen, dann ist das eine der besten Optionen. In der Corona-Erzählung hatten wir sowieso immer eine antisemitische Komponente, wenn Sie sich da noch etwas tiefer reinarbeiten könnten, wäre das der ideale Ausgangspunkt für eine Tätigkeit in einer Scharnierfunktion. Sie wären sozusagen Bindeglied zwischen einer Gruppierung mit bürgerlichem Anstrich und einer rechtsextremistischen, ganz klar auf Gewalt und Genozid getrimmten Bewegung. Das muss man natürlich wollen, schon klar, aber Sie hatten ja vorher auch nicht unbedingt große Bedenken. Natürlich waren da auch andere, die sich als Sophie-Scholl-Verschnitt aufgespielt haben, die mit gelben Sternen demonstrieren gingen oder sich unbedingt mit Auschwitz-Insassen vergleichen mussten. Sie brauchen sich nicht zu entschuldigen, Sie waren ja nicht alleine. Aber Sie haben das mit einer gewissen Konsequenz durchgezogen, wo wir uns dachten: das kann man doch fördern, da sind die richtigen Anlagen vorhanden.

Diesen Basiskurs Regierungskritik würde ich jetzt nicht mehr so empfehlen. Wir bieten den zwar noch als Internet-Seminar an, aber solange wir nicht wissen, wie die nächste Regierung aussieht, bringt auch nur der Theorieteil etwas, und den haben Sie nach einer Woche erledigt. Wir gehen mal davon aus, dass Sie durch Ihre Zeit als Querdenkerin die argumentativen Strukturen sowieso schon eingeübt und internalisiert haben, und beim Eingangstest waren Sie so gut, dass ich Ihnen von diesen Basics sowieso abraten. Reine Zeitverschwendung. Sie könnten eventuell eine Differenzierung von linkem und rechtem Antisemitismus machen, das ist eine Vortragsreihe, die kriegen Sie aber auch als Podcast in fünf Teilen, damit ist man in einem Tag fertig. Wir nennen das scherzhaft das Hufeisendiplom, Sie wissen schon – Hufeisen? Naja, ist auch egal, aber das machen Sie maximal nebenbei.

Also gut, wenn Sie sich entschieden haben, dann trage ich Sie für den nächsten Kursstart ein, und Sie beginnen parallel mit den Praktika, die Sie vor Ort absolvieren. Sie dürfen sich da vollkommen frei bewegen, es zählt am Ende nur der Erfolg. Wir sind eine sehr unorthodoxe Behörde, deshalb sind Sie als Quereinsteigerin auch willkommen. Wenn Sie bitte hier unterschreiben möchten? Und keine Angst, Sie sind nicht die erste aus Ihrer Gruppe, die zum Verfassungsschutz wechselt.“





AntifD

14 07 2020

„Ganz ehrlich? das wussten wir schon. Längst. Hat uns der Fraktionsgeschäftsführer verraten, und der hatte die Chats alle ausgedruckt dabei. Also nichts gegen Ihren Belastungseifer, aber das persönliche Umfeld von Kalbitz und Höcke ist auserzählt.

Ach, Sie sind Gründungsmitglied? in welchem Landesverband, wenn ich fragen darf? Interessant. Ich kann mir gut vorstellen, dass wir da mal auf Sie zurückkommen werden, sobald die gesamte Partei unter Beobachtung steht. Und dass das früher oder später sowieso der Fall sein wird, muss ich Ihnen ja nicht erzählen. So viele Schiffe gibt’s gar nicht, wie momentan Ratten ins Wasser hüpfen. Das finde ich prinzipiell auch nicht verkehrt, es wird nur leicht ziemlich unübersichtlich. Wenn Sie da einen vor sich sitzen haben, der gerade jede Menge Dreck über einen engen Parteifreund rauskübelt, und der kommt dann einen Tag später und macht dasselbe mit dem ersten, das verrät einem dann auch einiges über die Persönlichkeitsstruktur und die Motivation der Parteigenossen.

Wir nennen solche Leute wie Sie Selbstanbieter. Klingt ein bisschen nach Straßenstrich, ich weiß, und bei Ihrem Niveau würde ich mich auch nicht auf eine politische Diskussion mit einer staatlichen Behörde einlassen. Wissen Sie, wie viele sich hier jeden Tag die Klinke in die Hand drücken? Ich habe zu zählen aufgehört. Vielleicht sollten wir uns für die Arbeitsplanung der kommenden Monate mal ein Mitgliederverzeichnis besorgen, damit wir wissen, wie viele noch vorbeikommen. Das können wir dann als Strichliste in die Schranktür hängen und einen nach dem anderen abhaken, der sich hier seinen Persilschein abholen will. Aber das kennt man ja aus der deutschen Geschichte, noch nie war so viel Volk schon immer im Widerstand gewesen wie direkt nach der Kapitulation. Die Nazis waren immer die anderen. Paradoxe Situation, oder?

Ein Problem könnte natürlich daraus entstehen, dass wir die Informationen gar nicht verwenden können, weil dadurch die V-Leute enttarnt würden. Den Fehler hat die Stasi auch schon gemacht, und wir wissen, wie das ausging. Auf der anderen Seite reicht es ja auch schon, wenn wir wissen, wer was weiß. Der nächste Verfassungsschutzbericht muss auch irgendwie voll werden. Und vielleicht hilft uns hier gerade das Paradox: jeder belastet alle anderen, weil ja jeder weiß, dass er selbst genau so tief in der braunen Jauche steckt wie die anderen. Wir haben dann eine Komplettpopulation aus Schrödingers Nazis, die gleichzeitig unschuldig sind, weil ja alle anderen auch schuldig sind, und alle wissen, dass alle genau die Scheiße am Schuh haben, für den man den Laden jederzeit dichtmachen könnte. Die AntifD, mehr Spaltung geht nicht.

Das kostet uns eine ganze Stange Geld, das ist schon klar, aber wenn ich Sie richtig einschätze, ist auch genau das Ihre Intention, richtig? Jede Menge Hass verbreiten, weil man sonst nichts kann, und davon finanziell profitieren, weil man sonst arbeiten müsste, das ist doch Ihre Kragenweite. Und Sie haben ja recht, das ist auch in unserem Interesse.

Es mag seltsam aussehen, aber wir haben aus unserer Geschichte gelernt. Zu viele Belastete aus der NSDAP in Schlüsselpositionen zu befördern war der eine Fehler, zu viele Nebenerwerbsnazis im Verfassungsschutz der andere. Wir regeln das jetzt einfach marktwirtschaftlich, indem wir uns von Ihnen die Beweise frei Haus liefern lassen gegen ein vernünftiges Entgelt. Sie können dann in aller Ruhe Gestapo gegen den eigenen Verein spielen. Sollten sich Überschneidungen mit Polizei oder Bundeswehr ergeben, umso besser. Der Gang durch die Institutionen ist eine interessante Sache, und fast hätten Sie es im Verfassungsschutz auch mit Hilfe von ganz oben hingekriegt, aber glauben Sie mir eins: wir können das auch.

Außerdem wird es auf Dauer zu gefährlich, V-Leute in die Partei einzuschleusen. Die Funktionäre haben inzwischen eine derartige Geschichte in den rechtsextremistischen Netzwerken, so eine Legende kann man ja gar nicht mehr stricken. Man müsste schon sämtliche Organisationen mit den eigenen Leuten durchsetzen, damit die sich gegenseitig Deckung geben könnten, aber es wäre auch nur eine Frage der Zeit, bis das aufkippt. Dann lieber mit verkommenen Subjekten wie Ihnen, da weiß man, was man hat. Natürlich können wir Ihnen nicht versprechen, dass Sie sich damit auf Dauer ein hübsches Zubrot verdienen, denn unser Ziel ist es immer noch, die Partei zu verbieten. Falls Sie den Laden nicht vorher selbst an die Wand fahren. Da holen wir Sie dann nicht raus. Und falls die Sache aus dem Ruder läuft, Opferschutz ist nicht. Sie sind auf eigene Rechnung für uns tätig, also reden wir Ihnen auch nicht rein, wie Sie sich absichern.

Aber wenn Sie schon mal da sind, packen Sie ruhig aus. Wir nehmen alles, auch die kleinen Sachen. Was die personelle Struktur dieser Partei angeht, sind wir uns ziemlich sicher, dass wir eine Menge unappetitlicher Sachen erfahren werden. Sie können uns auch gerne Beweismittel liefern, falls es welche gibt. Wir rechnen natürlich nicht gleich mit Spendenquittungen, aber wenn Sie schon mal was da haben, warum nicht?“





Selbstamputation

16 03 2020

„Da haben Sie bestimmt etwas falsch verstanden. Wir beobachten erst einmal nur den Flügel, aber auch das ausschließlich ergebnisoffen. Man würde uns sonst Voreingenommenheit vorwerfen können, und dann würden wir die Ergebnisse hinterher nicht mehr verwerten dürfen. Das will doch keiner.

Natürlich muss man hier differenzieren, es ist ja nicht jeder in der AfD Rechtsextremist. Und nicht jeder, der rechtsextremistische Überzeugungen hat, ist auch Mitglied in diesem Flügel. Das ist sowieso sehr schwierig, weil es keinerlei Mitgliederlisten für diese Gruppierung gibt. Wenn wir von der Chefetage den Befehl bekommen hätten, sämtliche Nazis in der Partei zu beobachten, dann hätten wir uns ein Mitgliederverzeichnis schicken lassen, und fertig ist die Laube. Aber so? Ich würde jetzt nicht gleich sagen, dass wir die AfD beobachten und gleichzeitig nicht beobachten sollen, aber ein bisschen paradox ist diese Situation schon.

Vor allem, weil man ja auch nicht weiß, ob es jetzt viele Mitglieder gibt, die eine Beobachtung abschreckt oder die sich jetzt Gedanken machen, ob sie nicht eventuell doch mit einer demokratischen Einstellung besser leben können. Dazu müssen Sie gar nicht Beamter sein, manche Leute möchten halt nicht jeden Morgen in ihren Rasierspiegel kotzen. Die würden wir als Verfassungsschutz dann einfach so mitbeobachten, obwohl wir gar nicht wissen, wie die denken. Schwierig. Auf der anderen Seite ist so eine Mitgliederliste nicht erschöpfend, da kann es durchaus passieren, dass einer gar nicht öffentlich gesagt hat, dass er Teil des Flügels ist, dass er die rechtsextremistische Einstellung dieser Leute teilt oder sich eventuell erst noch radikalisiert, weil er dazugehören will, bevor alles verboten wird. Da können wir gar nichts machen. Stellen Sie sich mal vor, man würde diese Menschen diskriminieren, sie durch gesellschaftliche Ächtung oder Berufsverbote ausgrenzen – schrecklicher Gedanke, das möchte ich nie verantworten müssen.

Stellen Sie sich mal vor, in der Partei gäbe es jetzt eine Art Selbstamputation: die Führung sägt alle ab, die sich nicht mehr auf dem Boden der Verfassung befinden, und verlangt von sämtlichen Mitgliedern ein schriftliches Bekenntnis zum Grundgesetz und zur Genfer Flüchtlingskonvention, und dann kündigt sie an, dass sie mit diesen ganzen demokratiefeindlichen Spielchen wie in Thüringen aufhört und nur noch konstruktive parlamentarische Sacharbeit leistet. Dann würde sich eine weitere Beobachtung natürlich erübrigen. Also nicht, weil sie dann in der demokratischen Gesellschaft angekommen ist, sondern weil sie mit ihren paar Hasardeuren, Pleitiers und Schreihälsen so etwas gar nicht auf die Kette kriegt und innerhalb von wenigen Jahren wieder aus den Parlamenten kippt. Dann hat sie nicht mehr den politischen Einfluss, den sie für eine tatsächliche Beseitigung der FDGO bräuchte, und damit ist ein Verbot der AfD vom Tisch. Das war es ja, was Karlsruhe an der NPD gefunden hat. Ganz nebenbei müsste die komplette Parteiführung sich selbst vom Hof jagen. Wer macht das schon.

Das mit den linken Provokateuren, das ist auch so eine Sache. Da gibt es ja teilweise Vollidioten in der AfD, wenn Sie hören, was die so alles vom Stapel lassen, gehen Sie sicher nicht davon aus, dass es sich um geistig gesunde, zurechnungsfähige Staatsbürger handelt, die aus Sorge um unsere Bundesrepublik Deutschland in den Grenzen von 1990 politisch tätig sind, größtenteils finanziert von dem Staat, den diese Damen und Herren für nicht existierend halten und von dem sie dennoch ihre Bezüge erhalten. Wenn das nicht irgendwelche Linken sind, die sich als Nazis verkleiden, welche Erklärung sollte es denn dann geben? Es sollen ja auch Ex-NPD-Mitglieder in die AfD eingetreten sein, dann sind das bestimmt die, die sich plötzlich als Linke verkleiden, damit sie gegen eine andere rechtsextremistische Partei angehen können. Das ist doch dann auch sehr unfair, wenn man die ganze Partei nur wegen rechtsextremistischen Mitgliedern ein Verbotsverfahren anhängt, obwohl noch nicht einmal feststeht, ob es echte Rechtsextremisten sind oder nur falsche Linke. Wenn wir als Behörde hier einigermaßen authentisch bleiben wollen, können wir doch gleich echte Linke beobachten, oder aber alle Linken gleich verbieten. So kompliziert kann das doch nicht sein.

Und man muss sich auch mal Gedanken machen um den Staat als Ganzes. Wenn wir die AfD als Ganzes beobachten, dann haben wir auch nur die Möglichkeit, sie als Ganzes zu verbieten. Es gibt da so viele Ausländerfeinde, Holocaustleugner, Leute, die gerne mal jemandem mit einer anderen Religion oder Hautfarbe ein ganzes Magazin in den Schädel ballern wollen, und solche, die als Reichsdeutsche das Privileg fordern, Frauen zu vergewaltigen. Die kriegen Sie nicht zurück ins bürgerliche Lager. Wir haben hier eine staatspolitische Verantwortung, und das ist ja ansonsten auch die Domäne der AfD. Ich bin mir nicht sicher, ob wir da einfach so eingreifen dürfen.

Aber das ist es ja noch gar nicht. Stellen Sie sich das mal vor, Sie sind bei der Steuerfahndung, Sie fangen die bösen Jungs, die den Staat und die ganze Gesellschaft berauben, gemeinschaftsschädigende Elemente, die alle Tricks kennen, um die Ärmsten der Armen aufs Kreuz zu legen und es dann auch noch als Notwehr auszulegen, weil sie sich in einer Opferrolle sehen, und dann drückt man Ihnen eine Adresse in die Hand, und es ist der elterliche Betrieb, in dem Sie lange genug selbst gearbeitet haben. Schon doof, oder?“





Notwehrüberschreitung

9 07 2019

„So, jetzt müssen Sie mir aber eben mal helfen. Das waren äääh… noch mal wie viele Leichensäcke?“ „Ich verweigere die Aussage.“ „Ja, ist okay. Wir haben ja die Zahl der entsprechenden Fälle hier auf den Listen, das ließe sich ja ganz schnell eben mal zusammenrechnen, aber wir wollen das ja auch ganz rechtssicher.“ „Keine Ahnung.“

„Also wir können schon feststellen, wir haben da weniger Leichensäcke auf dem Einkaufszettel als zu befürchtende Todesopfer bei einer aus dem Ruder gelaufenen Tötungswelle?“ „Wie meinen Sie das jetzt?“ „Es kann ja mal passieren, da geht man los und sagt sich: heute knalle ich den Schmidt ab und den Müller und den Schneider, aber dann läuft einem eben noch der Schulze über den Weg und der Hinz und der Kunz, und der Huber ist Zeuge, der Weber hat’s gesehen – da hat man halt Munition dabei, der echte deutsche Junge geht ja auch nicht ohne sein Taschenmesser aus dem Haus, hahaha!“ „Das kann schon sein.“ „Also war das dann auch rein zufällig?“ „Was?“ „Ich meine, dass Sie…“ „Diesen Lübcke, diese linke Scheißzecke haben wir mit einem Fangschuss beseitigt, damit das mal klar ist!“ „Wir?“ „Wer, wir?“ „Also Sie meinten da sicher, dass Sie noch eine Schusswaffe dabei hatten, sonst ist das ja nicht glaubwürdig.“ „Was weiß ich.“ „Sehen Sie, mit Ihnen kann man ja reden. Darauf kommt es doch auch an.“

„Wir haben die überhaupt nicht gekauft.“ „Die Leichensäcke? Die wurden doch aber geordert.“ „Keine Ahnung.“ „Kann das sein, dass Sie die nur für den Fall einer Epidemie kaufen wollten?“ „Was?“ „Ich meine ja nur. Falls es eine Epidemie in Deutschland geben könnte, dann wären wir ja dank Ihrer Mitwirkung auch bestens geschützt.“ „Ja.“ „Das höre ich gerne. Darf ich diese Anstrengung Ihrerseits dann als gelebten Katastrophenschutz zum Wohl des deutschen Volkes verbuchen?“ „Was interessiert mich das?“ „Sehr gut. Wirklich sehr gut, die Idee.“ „Hm.“ „Und haben Sie da schon konkret an eine Infektionskrankheit gedacht?“ „Ich weiß nicht.“ „Man kann das ja vorher gar nicht immer so abschätzen. Diese Asylanten bringen ja jede Menge Keime mit, nicht wahr?“ „Stimmt.“ „Dann verstehe ich auch, dass Sie so viel Löschkalk besorgen wollten.“ „Für die Gräber.“ „Ja, das versteht sich von selbst. Wenn so viele Deutsche an Cholera und Krätze sterben, weil das von den Flüchtlingen eingeschleppt wurde, dann braucht man natürlich jede Menge Löschkalk.“ „Klar.“

„Und Ihre Verabredungen, die haben Sie sicher per Postkarte getroffen?“ „Bitte!?“ „Wir haben da keine ausreichenden Spuren festgestellt. Telefone konnten wir nicht abhören, solange es keinen ausreichenden Tatverdacht gab, und nach dem, sagen wir mal, Mord an dem Lübcke, vielleicht war das auch nur eine verunglückte Diskussion oder da ist Ihnen eine Notwehrüberschreitung passiert, kann ja nationale Notwehr gegen die Überfremdung gewesen sein, oder?“ „Dazu will ich nichts sagen.“ „Verstehe ich, verstehe ich. Aber das mit den Postkarten wäre doch plausibel: die haben Sie nach dem Lesen einfach in den Schredder gesteckt, ja?“ „Weiß ich nicht.“ „Damit haben Sie schon mal zugegeben, dass es Postkarten gab. So eine Kooperation macht sich in der Hauptverhandlung gut.“ „Ja, wir haben Postkarten geschrieben.“ „Aber Sie erinnern sich nicht mehr daran, was auf den Karten stand?“ „Nein.“ „Sehen Sie, das hatte ich befürchtet. Deshalb kann ich an dieser Stelle leider nicht mehr weiter ermitteln.“ „Tja.“

„Dann bleibt uns immer noch eins, wir müssen die Überwachung der Bevölkerung ausweiten und mehr Daten sammeln.“ „Wozu das denn?“ „Damit wir mutmaßlichen Terror schneller aufklären können, nachdem er passiert ist.“ „Ach so.“ „Ja, ich verstehe natürlich Ihre Bedenken. Sie sind ja selbst Polizist und fragen sich manchmal, was soll man mit so viel Daten anfangen, die einem von den staatlichen Organen zur Verfügung gestellt werden.“ „Uns fällt da schon etwas ein.“ „Da bin ich mir sicher, dass Ihnen etwas einfällt. Wir sehen ja schon die ersten Ergebnisse.“ „Wie meinen Sie das?“ „Vielleicht bilde ich es mir nur ein, aber ich habe den Eindruck, dass bei uns nicht mehr so viele Autos brennen, seitdem wir vermehrt Datensätze von politischen Aktivisten zusammenführen.“ „Ja, Autos brennen nicht mehr, das stimmt.“ „Wir können den Terror ja größtenteils nicht verhindern mit unseren geheimdienstlichen Erkenntnissen, aber es ist immer ganz gut, wenn man ihn dann hinterher viel besser aufklären kann.“ „Ja.“ „Weil wir da auf die Integrität der Daten vertrauen, die nicht manipuliert oder versehentlich wieder gelöscht wurden.“ „Das würde bestimmt keiner machen.“ „Davon wollen wir als Staatsschutz auch ausgehen, man braucht da ja eine gewisse Sicherheit.“ „Da stimme ich Ihnen zu.“ „Fein, dann haben wir ja alles beisammen. Ach, eine Frage hätte ich da noch: diese ganzen Aktivitäten, Munition und Listen und Leichensäcke, ich verstehe da durchaus die einzelnen Teile, aber mir fehlt da irgendwie so ein größerer Zusammenhang. Warum haben Sie denn diese ganze Aktion gestartet? Es muss doch einen bestimmten Grund dafür gegeben haben?“ „Wir wollten Deutschland davor bewahren, dass die linksradikale Regierung um die Judensau Merkel die vom Islam befohlene Umvolkung durchzieht.“ „Ach so, ja. Das leuchtet natürlich ein. Es ist schon komisch, auf das Naheliegende kommt man gar nicht.“





Analysekompetenz

24 06 2019

„Sie können davon ausgehen, dass wir sehr besorgt sind. Schließlich verbirgt sich hinter jedem von uns auch ein Bürger, zumal ein doch jetzt besorgter, und wenn Sie sich unsere jüngere Geschichte ansehen, dann können Sie durchaus feststellen: ja, wir sind als Verfassungsschützer wirklich besorgte Bürger.

Unsere Behörde war immer schon eine ganz besondere Heimstatt der Analysekompetenz, davon profitieren wir gerade in solchen Situationen wie derjenigen aktuellen, in der wir uns befinden. Wir sehen da glasklar die Fakten, uns stellen fest: sie sind vorhanden. Da sehen Sie auf einen Anschlag, Schlag wollte ich sagen, auf einen Schlag, dass das Bundesamt für Verfassungsschutz unverzichtbar ist für die Stabilität unseres Staates. Wir akzeptieren ganz klar die Existenz aller Fakten, und dann können wir ja immer noch gucken, was man damit anfängt. Möglichkeiten gibt es ja genug.

Sie müssen jetzt nicht immer an Schreddern oder Wegschließen denken, dazu müssen die Fakten erst einmal aktenkundig gemacht werden, und das benötigt natürlich Zeit. Erst einmal werden wir da mit Untersuchungsausschüssen und Gerichten zu tun haben, aber da wir nicht unbedingt aussagen müssen, um unsere Quellen zu schützen – wir sind weder der Innenminister noch sind wir Journalisten – kann das schon mal komplizierter werden, und dann muss man doch hier und da Akten anlegen, um sie wegschließen zu können.

Wir kommen teilweise gar nicht an die ganzen Fakten heran, das ist ja auch in der Öffentlichkeit zu wenig bekannt: die V-Leute wissen mitunter gar nicht, wer von denen ist noch ein echter Nazi oder Waffenhändler oder kann Sprengstoff besorgen, und wer ist eigentlich ein Kollege. Und dann holen die sich riesige Mengen Sprengstoff – so eine typische Besorgungsmentalität, die haben die Bürger, das kommt wohl damals vom Schlangestehen im Osten – und plötzlich stellen sie fest, den könnte man ja für irgendwas auch gebrauchen, und dann lässt sich nie nachvollziehen, ob der aus Altbeständen in Pullach kommt oder gleich aus Russland, und dann sagen die im Bundestag wieder, was sie immer sagen, nämlich, dass sie es immer schon gesagt haben. Also die Linken.

Außerdem haben wir ja hier eine etwas sehr besondere Mitarbeiterstruktur. Das sind teilweise erlebnisorientierte Personen mit Alkoholhintergrund und langjähriger Praxis in der Strafjustiz, die wir behutsam über den rechten Rand wieder in die Mitte der Gesellschaft eingliedern wollen. Wie man in Sachsen sieht, funktioniert das ja teilweise auch schon, zumindest ist die CDU da schon bereit, mit Rechtsextremisten zu koalieren, um bei einer später erfolgenden Übernahme einen integrativen Weg zur Verbindung von Sozialem und Nationalem zu eröffnen. Auf Bundesebene kriegen wir das noch nicht so schnell hin, aber das wussten wir vorher. Da outet man sich nicht so schnell als Säufer.

Wir mussten da eine systemorientierte Lösung finden, indem wir Synergieeffekte nutzen und zugleich einen gesamtgesellschaftlichen Konsens anstreben. Deshalb haben wir unsere Abteilung für Informationsbeschaffung vorerst an die Antifa outgesourct. Wir haben auch vorher kooperiert, das heißt, wir haben hinterher entsprechende Fakten zur Kenntnis genommen, die die Antifa vor einer rechtsextremistischen Straftat schon hatte, und das ist trotz vieler Bedenken auch aus unserer eigenen Behörde immer recht gut gelaufen. Zum Beispiel hat die Antifa uns darauf aufmerksam gemacht, dass wir mit dem Thüringer Heimatschutz eine nationalsozialistische Terrororganisation aufbauen – das war uns allen schon klar, das war ja auch so gedacht, da wir sonst nämlich nichts zu beobachten haben, aber dass man uns das mal gesagt hat, das war schon neu. Da haben wir gesehen, diese Art von Analysekompetenz verträgt sich sehr gut mit unseren Erkenntnissen, und eine Aufgabenteilung ist damit auch gut zu bewerkstelligen.

Also damit ließ sich bisher leider kein Mord verhindern, aber das kann man ja jetzt schrittweise ändern. In einer Zwischenstufe zur übergangsweise implementierten Provisoriumslösung könnten wir uns vorstellen, rechtsextremistisch motivierte Taten so weit in der Planung mitzuverfolgen, bis wir mit explizitem Insiderwissen direkt danach den oder die Täter dingfest machen können. Für unsere Behörde wäre das ein enormer Prestigegewinn, keiner hätte mehr eine Möglichkeit, uns vorzuwerfen, wir seien auf dem rechten Auge blind. Wir müssen dann ja nicht zugeben, dass wir den Rechtsextremismus nicht beherrschen. Das tun dann andere für uns.

Das macht auch den Arbeitsprozess für uns viel einfacher. Bisher hat ja noch niemand sich diese Todeslisten angeschaut, die der NSU hinterlassen hat, aber wenn jetzt jemand abgeknallt wird, und er steht auf der Liste, macht uns das die Aufklärung gleich viel einfacher. Wir wissen zwar immer noch nicht, nach wem wir suchen müssen, aber wissen das viel genauer nicht. Von der Analysekompetenz her betrachtet ist das schon eine enorme Steigerung, finden Sie nicht auch? Und wenn wir jetzt auch noch von Antifa-Experten unterstützt werden, die uns die richtigen Sachen im Internet ausdrucken, dann bekommen wir langfristig viel mehr mit von der politischen Lage der Nation und können bessere Vorhersagen treffen, denn Sie sehen ja, die meisten der bisherigen Täter waren uns ja bereits bekannt. Wenn wir jetzt noch die eine oder andere technische Möglichkeit bekommen, uns mit den Menschen da draußen zu befassen, ich sage Ihnen: Sie werden dieses Land nicht mehr wiedererkennen. Geben Sie uns einfach noch ein paar Jahre.“





Rechtswidrig

29 01 2019

„… eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte einreichen werde. Sollte das Bundesamt für Verfassungsschutz die AfD weiter als Prüffall behandeln, werde die Partei den Volkszorn nicht weiter aufhalten, sondern im…“

„… sich gelassen gebe. Sollte die Alternative für Deutschland unter Beobachtung stehen, stehe ihr eine Klage vor dem Bundesverwaltungsgericht jederzeit frei, falls sie sich an die notwendigen…“

„… eine schwere Benachteiligung für die AfD sehe. Sie könne im Wahlkampf nur mit den Mitteln des linksjüdischen Parteienkartells vorgehen und sei so gegenüber der von Merkel initiierten Bewegung zur Schändung der deutschen Rasse klar im…“

„… eine konzertierte Aktion mit Polizei, Geheimdiensten und den Freimaurern vorwerfe. Meuthen sei zwar von den jüngsten illegalen Parteispenden nicht betroffen, habe keine Gelder erhalten, da er die Spender nicht kenne, und habe diese selbstverständlich zurückgezahlt. Er werde mit Wissen und Billigung der Bundesregierung um eine Millionensumme gebracht, die eine Privatbank ihm mit einem viel zu hohen Zinssatz als…“

„… auch in Personalschwierigkeiten komme. Erfahrungsgemäß sei der Verfassungsschutz nicht mehr gewillt, der AfD mit fachkundig geschulten Aktivisten zu helfen, so dass die bisherigen Mitglieder oft Gefahr liefen, Mordanschläge, Brandanstiftungen oder Sprengstoffattentate als Amtspersonen zu…“

„… nie zugelassen hätte. Gauland wisse ganz genau, dass eine satanistische Islamsekte, der auch Merkel angehöre, Maaßen ermordet, zerstückelt und in Säure aufgelöst habe. Außerdem habe man in der Öffentlichkeit einen Doppelgänger auftreten lassen, da dieser weder die Todesstrafe für alle Angehörigen der Regierung noch die Auflösung des von Linksfaschisten unterwanderten Bundesamtes für Verfassungsschutz…“

„… hindere der Inlandsgeheimdienst das gesamte biodeutsche Volk, sich gegen die drohende Islamisierung durch Zwangsvegetarismus, Gender, und die gesetzliche Verpflichtung jeder Mutter, mindestens ein Kind als Transe zu erziehen, mit einem politisch rechtswidrigen…“

„… größtenteils aus Nachfahren der NSDAP und damit Sozialisten bestehe, weshalb man das Bundesamt als linksextremistische Brutstätte bei nächster Gelegenheit in Brand stecken solle. Steinbach wisse außerdem, dass dort sehr viele Polackenschweine säßen, denen man endlich mal richtig eins in die…“

„… eine Ausgleichszahlung zu erfolgen habe, da die Regierung durch sinkende Wahlerfolge den finanziellen Niedergang der Partei beschlossen hätten. Es sei für Weidel auch nicht damit getan, dass unbesoldete Intensivstraftäter in die AfD abkommandiert würden, wie dies vor etwa einem Jahr mit Maaßen besprochen worden sei, da für die geplanten Aktionen weiterhin die finanziellen…“

„… keinen Grund sehe, inhaltlich gegen das Gutachten vorzugehen, da es ausschließlich aus öffentlich zugänglichen Quellen, Selbstzeugnissen und anderweitig von Höcke getätigten Aussagen zur…“

„… ein öffentliches Interesse bei den Taten der NSU, die das Vaterland von neun Kanaken und einer linken Volksverräterin befreit hätten, auch bestanden hätte, insofern sei es für Storch auch im Interesse der Bundesbehörde, Akten schnellstens im Schredder verschwinden zu lassen, da sonst die…“

„… die pauschale Abwertung von Flüchtlingen in der Partei nicht als Alleinstellungsmerkmal für eine Beobachtung herhalten dürfe. Weidel verlange von Seehofer, Scheuer und Dobrindt aus Solidarität eine Bereitschaft, die CSU als rechtsextremes…“

„… die Prüfung ergebnisoffen verlaufen solle. Gauland wolle das Ergebnis jedoch bereits vor dem Beginn einer tatsächlichen Beobachtung einklagen, da die AfD Vertrauensschutz fordere, um mögliche Investitionen zur Durchführung eines Staatsstreichs oder einer anderen militärischen…“

„… die Jugendorganisation sich auflösen müsse, da sie in der Vergangenheit nicht genug unternommen habe, um eine schnelle Zerstörung der Judenrepublik zu…“

„… sich ein schwerer Zwischenfall ereignet habe. Der Praktikant eines AfD-Abgeordneten im Deutschen Bundestag habe sich für den Schutz des Grundgesetzes ausgesprochen und sei daraufhin als Spitzel des…“

„… der klar nationalsozialistisch ausgerichtete Flügel nun zusätzlich bedroht werde. Da es dem Bundesamt nun gestattet sei, V-Leute in die Gruppierung zu entsenden, könne man neue Mitglieder bis auf Weiteres nicht mehr im…“

„… die Verletzung des Dienstgeheimnisses vorwerfe, da das Bundesamt das Gutachten bereits veröffentlicht habe. Meuthen bezeichnet es als besonders verwerflich, dass jeder jetzt Zugriff auf das Dokument habe und man es nicht mehr als reine Erfindung der linksversifften Lügenpresse…“

„… Maier als neuer Führer in Sachsen die Partei vertreten werde. Eine Volksdurchmischung mit Muslimen sei mit ihm ebenso wenig zu machen wie mit Verfassungsschützern oder den…“

„… das Ende der Prüfung im Führerbunker abwarten werde. Sollte die von Merkel geplante Ausrottung der reinsten Deutschheit aus dem Haufen der minderwertigsten Ballastrassen beschlossen sein, werde sich Höcke als männlicher Mann des dem Untergang geweihten Gottesvolkes eine Kugel durch den…“





Blaumacher

8 01 2019

„Komasaufen? ja, das ist schon mal ein ganz guter Anfang. Hobbymäßig? Wie darf ich mir das denn vorstellen, so als Kampftrinker Leistungsklasse? Nasenbein hat er auch schon gebrochen gehabt? Das klingt doch gar nicht schlecht. Solche Leute fühlen sich bei uns sehr schnell wie zu Hause.

Der Unterschied ist, hier wird halt nicht jedes Wochenende gebechert, hier muss man sich die Gelegenheiten halt erarbeiten, oder der Dienstplan schreibt es vor. So eine Polizeischule ist ja keine Dorfdisko, aber wenn es Sie tröstet, das wird im Polizeidienst schon anders. Man sagt dem Beruf eine gewisse emotionale Komponente nach, und da darf man sich dann auch mal ein Gegengewicht gönnen. Wenn Sie die ganze Woche immer nur Neger am Hauptbahnhof kontrollieren müssen, auf die Gefahr hin, dass einer einen deutschen Pass hat und man die dumme Sau nicht mal aufklatschen darf, weil das ein hoher Regierungsbeamter ist oder einer aus dem Bundestag, da wollen Sie Ihren Frust auch mal adäquat kanalisieren, und Weihnachten ist ja nur einmal im Jahr.

Ihr Sohn ist also schon erfahren damit? Also er muss jetzt nicht die ganze Strafprozessordnung auswendig können, aber sechs Monate Jugendknast sind für uns durchaus praxisrelevantes Wissen. Das bringt nicht jeder mit, schon gar nicht wegen einer Körperverletzung. Ladendiebstahl ist zwar für die psychosoziale Entwicklung etwas besser, aber Sie wollen ja nicht, dass Ihr Sohn als Erzieher arbeitet, oder? Sehen Sie. Und genau da muss eine moderne Polizistenausbildung auch ansetzen, wir wollen die junge Leute da abholen, wo sie die Gesellschaft hat im Regen stehen lassen. Der moderne Polizist ist ein Vorbild für unsere moderne Gesellschaft.

Natürlich muss man da auch Trends setzen. Als Fußballspieler darf man in einer Hotellobby in den Blumenkübel urinieren, warum darf man das dann als Polizist nicht? Es war ja auch nicht einmal eine Hotellobby, es war auf dem Weihnachtsmarkt, und das Toilettenhäuschen war zwanzig, also zehn, ich meine, das war mindestens einen Meter weit weg, und Sie können von einem Polizisten doch nicht verlangen, dass er sich in Ausübung seines Dienstes in die Hosen macht. Zumal diese Beamten ja schon genug getan hatten, um die Volkstümlichkeit der Schutzpolizei in der Bevölkerung zu steigern. Ich hatte Ihnen gesagt, Ladendiebstahl ist nicht das Ende der Fahnenstange. Da wissen die schweren Jungs doch, das sind welche von uns.

Und umgekehrt, richtig. Deshalb ist es auch nicht damit getan, auf der Weihnachtsfeier keinen Alkohol mehr auszuschenken, weil sich unsere Beamten so nicht mehr in den geistigen Horizont unserer Klientel hineinfühlen können. Empathie, verstehen Sie? Wer als soziales Vorbild sein Umfeld beeinflussen will, muss sich empathisch verhalten.

Deshalb geben unsere Jungs auch ihre Meinung nicht am Spind ab. Wenn man sich für die Belange des deutschen Volkes einsetzt, und das hat man als deutscher Polizist nun einmal zu wollen, oder man ist hier fehl am Platze, oder man gehört eben nicht zum deutschen Volk, als kurz und gut: solange es hier in Deutschland noch eine Volksgemeinschaft aus echten Deutschen gibt, und das wird sich nicht so schnell ändern, solange wir hier das Sagen haben und nicht diese linksversiffte Kuscheljustiz, werden wir uns die politische Meinung nicht verbieten lassen. Auch nicht bei der Polizei. Nein, da muss Ihr Sohn keine Angst haben, das wird ihm nicht zum Nachteil gereichen, das passt zur Uniform. Blau ist das neue Braun, bei uns sind die Übergänge recht fließend. Wir haben nichts gegen Blaumacher, wenn Sie wissen, was ich meine.

Wenn Sie eh schon Personen im Bekanntenkreis haben, die durch eher linke Gesinnung auffallen, dann sollten Sie Ihren Bekanntenkreis mal unter die Lupe nehmen. Und sich gegebenenfalls einen neuen suchen. Das heißt natürlich nicht, dass man nicht die Anfänge solcher politischer Irrwege in der Gesellschaft bekämpfen kann – dazu sind wir auch da, das wird nur vielen nicht bewusst. Sie lesen in der Zeitung, dass es mittlerweile Stadtviertel gibt, in die man sich als normaler Mensch gar nicht mehr reintraut, weil die von Clans regiert werden, die die Rechtslage nicht mehr zur Kenntnis nehmen. Das kennen wir hier auch, das sind Wahlkreise, da kriegt die SPD immer die absolute Mehrheit. Dass man da irgendwann mal durchgreifen muss, liegt doch auf der Hand.

Natürlich fördern wir auch die Kreativität der Beamten, die können hier ihre Neigungen ausleben und sich geeignete Maßnahmen für die jeweilige Situation ausdenken. Gerne sehr persönlich, wir haben die Wohnanschriften der Zielpersonen ja vorrätig, eine Fernsprechnummer zu besorgen ist nie das Problem, und wenn man mal einen Grund braucht, eine polizeiliche Überwachungsmaßnahme zu trainieren, hier findet sich immer einer. Das ist wie mit Alkoholkonsum im Dienst. Ist nicht an der Tagesordnung, aber wenn, dann gezielt.

Ihr Sohn ist gerade nicht abkömmlich? Ab wann könnten wir denn wieder mit ihm rechnen, gute Führung vorausgesetzt? Na, das klingt ja schon mal sehr gut. Wenn Sie mit der Sache nicht schnell genug vorankommen, geben Sie mir Bescheid, ich leite das dann weiter an die innere Revision, die kennen sich mit solchen Angelegenheiten aus. Kann ich sonst noch etwas für Sie tun?“





Quartett

21 11 2018

„Da haben wir ja echt noch mal Dusel gehabt, gell? Ein rechtsextremistischer Staat im Staat hat uneingeschränkten Zugriff auf Schusswaffen und Munition, und dann ist es bloß der ganze Gammel von der Bundeswehr! Ja, da können Sie sich wohl vorstellen, wie erleichtert wir alle waren.

Das sind ja ordentliche Jungs, das muss man ihnen schon lassen. Nicht diese verweichlichten Leutchen, die hier nur ihre zwölf Monate abziehen, die kommen mit selbst eingelegtem Gemüse und Konservendosen, ich meine, so gewinnt man einen Krieg an der Ostfront. Da sollte sich die Truppe mal ein Beispiel nehmen, die fangen doch mittlerweile schon an zu jammern, wenn von der Leyen ihnen in Mossul den Schokopudding nicht persönlich serviert. Kitabetreuung in der Kaserne – man kann es aber auch echt übertreiben! Wobei die Idee ja nicht schlecht ist, wenn wir mal wieder Volkssturm haben sollten, müssen wir den Jahrgang 2020 nicht an die Front tragen, die sind dann einsatzbereit.

Das Gute ist doch, wir müssen gar nicht mehr von Null anfangen, die meisten sind uns ja schon aus anderen Zusammenhängen bekannt. Das ist ein bisschen wie Quartettspielen, man kennt alle Karten, nur die Mischung ist öfters mal neu. Dafür haben wir allerdings auch gute Vorarbeit geleistet, teilweise jahrelang und ohne Wissen der Chefetage. Als Maaßen hier noch Behördenleiter war, wurden die Leute einfach eingestellt, und dann ist einem die Personalakte abhanden gekommen. Nur auf Grund der Gehaltszahlungen ließ sich nicht feststellen, wo jemand beschäftigt war, und da verliert man schon mal den Kontakt und findet jemanden erst wieder, wenn er einen Lkw in den Menschenmenge fährt.

Und wir haben in der letzten Zeit so gut wie keine Spuren von Linksradikalismus mehr in der Bundeswehr. Wenn Sie befürchten, dass in der Marine plötzlich wieder ein Aufstand losbrechen könnte, dann kann ich sie beruhigen. Das passiert nicht. Keine Linksradikalen. Nur noch in der SPD, aber das sind vermutlich bloß Reflexe.

Die Bundesanwaltschaft hat uns auch schon bestätigt, dass es sich nicht um Rechtsterroristen handeln kann wegen des Dosengemüses, die stehen nämlich alle schon in der Datei für Rechtsterror drin, und da man wegen derselben Straftat ja nicht zweimal verurteilt werden darf – Maaßen hat sehr großen Wert gelegt auf solche rechtsstaatlichen Grundsätze – haben wir uns auch abgewöhnt, gegen Rechtsterroristen zu ermitteln, weil man ja davon ausgehen kann, dass wir die schon kennen. Das macht den Rechtsstaat sehr viel leistungsfähiger, und man begreift als Außenstehender auch viel schneller, warum das Rechtsstaat heißt.

Wir haben nicht umsonst einen Traditionserlass, und wenn sich die Jungs hier gerne mit dem Rittertum beschäftigen wollen, ist das doch schön. So ein Ritterkreuz ist doch ein schönes Vorbild für die Leistungsfähigkeit unserer Armee, oder wie sehen Sie das? Man muss sich ja nicht gleich Hakenkreuze in die Stube hängen, auch wenn ich das für gar nicht so schlecht hielte. Einerseits ist nur ein offener Umgang mit allen, also wirklich allen Kapiteln der deutschen Geschichte sinnvoll, und andererseits: gucken Sie sich doch mal die Büros hier im Bundesamt an. Wenn Sie da die Schränke aufziehen, dann haben Sie aber keine weiteren Fragen mehr.

Jetzt hacken Sie alle wieder auf denen herum, weil sie militante Szenarien entwickelt haben sollen. Ja du liebe Güte, wo sind wir denn hier? In der Bundeswehr dürfte Ihnen doch klar sein, dass die ihre Konservendosen nicht mitgebracht haben, damit sie beim Grillen immer ein paar Erbsen mit auf dem Teller haben. Ich war ja auch nicht beim Bund, ausgemustert wegen politischer Gründe, ich wollte schon damals zum Amt, aber das kann ich Ihnen sagen, hier ist doch nicht die Heilsarmee! Naja, wenn Sie einen Buchstaben… –

Dass die Jungs hier endlich mal mit moderner Kommunikationstechnik umgehen können, das fällt dabei vollkommen unter den Tisch. Da wird immer gesagt, die Digitalisierung könnte eine ganz große Chance sein für Deutschland, sie sehen ja in den USA schon, wie weit das heute mit der digitalen Kriegführung geht, also zumindest bei den Russen, und wenn wir solche Talente nicht wahrnehmen, dann sind wir vielleicht irgendwann weg vom Fenster. Der Muselmann schläft ja auch nicht, ich sage nur: Holzauge, sei wachsam! und dass die Jungs sich damit auskennen, also mit der Bedrohung durch die volksfremde Kräfte, das hat man bei uns ja schon lange festgestellt. Wenn die nicht immer so lange bräuchten, bis sie mal eine Garage finden für die Fässer, was meinen Sie, was man dann schon für schöne Attentate hätte planen und verhindern können. Deutschland wäre viel sicherer, das können Sie mir glauben.

Dass das jetzt aufgeflogen ist, das verdanken wir nur einer kleinen Unvorsichtigkeit. Die wollten linke Politiker, also Kommunisten wie Spahn oder Seehofer, die wollten sie mit dem Lkw abholen. Wohin sie die bringen wollten, das haben wir nicht gefragt, ist ja klar, wir haben gegen die ja schon ermittelt, also müssen wir da nichts mehr tun, und noch sind die technischen Möglichkeiten, also wir müssten die, vielleicht direkt auf dem Lkw, da war ja die Überlegung, und dann wollten sie auch unbedingt, dass derjenige einen entsprechenden Führerschein, ohne Schein kein Führer, das wissen die Jungs ja, aber dann ist das nichts geworden. Feinstaub, war ein Diesel-Lkw. Und jetzt frage ich Sie, wenn man über solche Kleinigkeiten stolpert, müssen wir dann noch Angst haben um unsere Demokratie, also immer vorausgesetzt, dass unser Bundesamt auch noch vernünftig arbeitet? Na!?“





Azyklische Schwingungen

6 11 2018

„… mit sofortiger Wirkung aus dem Amt entfernt werden solle. Maaßen könne nach seinen jüngsten Entgleisungen nicht mehr für eine…“

„… bitte auch die SPD inständig, ihr etwaige linksradikale Mitglieder aufzuzeigen, auch wenn diese nur an der Basis und in unbedeutenden Ortsgruppen zu finden seien. Der Wiederaufbau der Partei könne so viel schneller und…“

„… Beweise für die Abschaffung der deutschen Rasse vorlegen werde. Der ehemalige Chef des Verfassungsschutzes habe in einem Geheimtreffen mit einer Gesellschaft interessierter Ex-Agenten Material erhalten, das die Finanzierung der Umvolkung mit dem Kapital der…“

„… sich Seehofer sofort von Maaßen distanziert habe. Der verhinderte Sonderbeauftragte habe nach Aussage des Bundesinnenministers behauptet, die Mutter aller Probleme sei die Migration, was die Bundesregierung nur als eine extremistische…“

„… nicht dazu befugt sei, ihn aus dem Amt zu entfernen. Das Bundesamt sei durch seine Besetzung mit ehemaligen SS-Kadern hinreichend legitimiert gewesen, Vertreter der BRD GmbH aber besäßen nicht die Macht, ihn als Leiter der…“

„… sei auch Gauland davon überzeugt, dass es in Chemnitz zu keiner Zeit fremdenfeindliche Ausschreitungen gegeben habe. Die einzig erkennbare Hetzjagd sei die gegen Maaßen, der sich konsequent der linksfaschistischen Propaganda der mit jüdischem Kapital bezahlten…“

„… die Vernichtung der NSU-Dokumente notwendig gewesen sei, um seine eigene Familie zu Maaßen habe berichtet, dass mehrere vermummte, aber deutlich als illegale syrische Einwanderer erkennbare Personen sein Büro durch einen Lüftungsschacht betreten ihm angedroht hätten, ihn bei Zuwiderhandlung sofort zur Homosexualität konvertieren zu lassen. Er sei ebenfalls gezwungen worden, seine Hände auf ein Grundgesetz zu legen, was bei ihm eine schwere posttraumatische…“

„… in jeder seiner bisherigen Beschäftigungen als notorischer Lügner und durch Unfähigkeit in Erscheinung getreten sei. Merz freue sich, bei der Machtübernahme im Dezember einen in seiner Radikalität erfrischenden Gefolgsmann mit neuen Aufgaben für die…“

„… die BRD GmbH den Stuttgarter Tiefbahnhof und den Hauptstadtflughafen nur hätten erbauen lassen, um ein Lager für mehrere Milliarden Kubikkilometer Giftstoffe sowie eine Chemtrail-Basis zur Vernichtung der blutsdeutschen Rasse vorzuhalten. Die Fortsetzung der Bauten sei nur ins Stocken geraten, da sich Merkel weigere, den Austausch der Bevölkerung durch Muslime vor der nächsten Bundestagswahl zu…“

„… sich Seehofer sehr enttäuscht gezeigt habe. Es sei seine Sache gewesen, fremdenfeindliche und offen rassistische Meinungen in die Koalition einzubringen, die Einmischung von Maaßen, obwohl sie im Kern durchaus richtig gewesen sei, hätte dieser nur auf Weisung des Bundesministers des…“

„… beispielsweise für Politiker gelte, die ihre wirtschaftspolitischen Erfahrungen später für eine zweite Karriere in der Wirtschaft einsetzen würden. Da Maaßen sich bisher vor allem theoretisch mit dem Thema Rechtsterrorismus befasst habe, liege es nahe, dass er ab sofort als…“

„… die Diktatur unter der russischen Spionin Angela Doroteowna Merkelowa jede seiner Bemühungen torpediert habe, die Fertigung der Reichsflugscheibe in Deutschland zu…“

„… habe Maaßen bewusst das Platzen der Regierungskoalition betrieben und Seehofer als sein Instrument benutzt. Der Innenminister sei sehr traurig, vor allem deshalb, weil er jetzt erst begriffen habe, dass Maaßen nicht in seinem Interesse gehandelt habe, sondern aus reinem…“

„… sich mehrere AfD-Landesverbände gegen eine Aufnahme von Maaßen in die Partei ausgesprochen hätten. Dieser habe nicht mehr die volle Entscheidungsbefugnis, um Akten verschwinden zu lassen, die eine Beobachtung der AfD durch den Verfassungsschutz verhindern könnten. Außerdem könne die Aufnahme des ehemaligen Sonderbeauftragten als ein deutliches Anzeichen für eine weitere Radikalisierung der…“

„… erste Demonstrationen in Dresden Maaßen als Gastredner angekündigt hätten. Nicht bestätigt sei bisher, ob der Verfassungsschützer für die NPD, die AfD oder die…“

„… das gesamte Aluminium im christlichen Abendland mit HAARP-Molekülen in azyklische Schwingungen versetzt worden sei, um das Erbgut der jüdischen Bolschewiken in die Zellstruktur der deutschen Rasse zu implementieren. Maaßen wisse dies von einem Geheimtreffen auf Sirius, das er mit Hitler, mehreren Marsbewohnern und vielen…“

„… der IS für den Gesundheitszustand von Maaßen die volle Verantwortung übernommen habe. Das Schreiben sei bereits am vergangenen Sonntag in der…“





Hase

13 09 2018

„Muss man ein verkokster Soziopath sein, um Präsident des Verfassungsschutzes zu werden?“ „Nein. Es erleichtert die Sache aber ungemein.“

„Dann hat sich Maaßen also jetzt damit aus der Affäre gezogen, dass er das nicht gesagt hat, was er gesagt hatte?“ „Er hatte ja das gesagt, was er gesagt hat, aber er hat eben nicht das gesagt, was er gesagt hatte.“ „Weil?“ „Weil er ganz exakt das gesagt hat, was er gesagt hatte, also kann das nicht richtig sein, weil er es gesagt hatte. Aber so war das ja falsch, weil er jetzt nämlich gesagt hat, was er vorher schon gesagt hatte, und das war vorher natürlich auch richtig, deshalb jetzt der Widerspruch, dass das, was er jetzt gesagt hat, etwas vollkommen anderes ist, weil es nämlich exakt dasselbe ist wie das, was er gesagt hatte, weil es nämlich jetzt korrekt sein muss, da es ja das Gegenteil von der Wahrheit ist, die er, er hatte es ja auch gesagt, gesagt hatte, weil die falsch war, also bewusst falsch, weil er ja jetzt die Wahrheit sagt, die das Gegenteil dessen ist, was er, als er im Bewusstsein, die Unwahrheit zu…“ „Hat der Mann eigentlich den Arsch offen!?“ „Ja. Selbstverständlich. Ohne jeden Zweifel.“

„Ich meine, er greift eine Medienquelle an, die die Hetzjagd als Hetzjagd bezeichnet.“ „Weil das eine Aussage ist, die jetzt als wahr bezeichnet werden kann, obwohl man vorher dem reinen Vorliegen objektiver Beweismittel glauben musste, ohne der eigenen politischen Propaganda vertrauen zu können. Man muss doch die eigene Ansicht vor eine Zwangsobjektivierung, allein das Wort schon, und man weiß nie, wer die Beweismittel sammelt. Am Ende sind das keine linksversifften Juden mehr, sondern Polizisten, die die von der Siegerjustiz dem deutschen Volk aufoktroyierten Gesetze mehr respektieren als den nationalen Widerstand gegen die Systemparteien.“ „Wenn die Menschenjagd auf eine…“ „Wir hatten uns ja vorher mit ihm nicht darauf geeinigt, dass es sich um eine Menschenjagd handeln würde, deshalb musste er ja auch zugeben, dass es sich um eine Tatsache handelt, ein absolut und überprüfbar korrektes Faktum, das folglich falsch war und durch seine Richtigkeit die falsche Annahme untermauert hat, dass es sich um eine Hetzjagd gehandelt hat, die aber deshalb schon keine Hetzjagd gewesen sein kann, da die absolute Wahrheit immer schon feststand, aber erst durch Maaßen als ihr Gegenteil bewiesen werden kann.“

„Und jetzt wüsste ich dann gerne noch, warum diese Flitzpiepe…“ „Er ist immerhin ein ranghoher politischer Beamter…“ „Warum verhält er sich dann nicht auch so?“ „… und ausschließlich dem Innenminister unterstellt.“ „Ja, das hatten wir schon gemerkt.“ „Also ist es die Frage, ob er korrekt gehandelt haben sollte?“ „Seit wann kann man das denn noch annehmen?“ „Immerhin ist er ja auch ein ranghoher politischer Beamter.“ „Ah, ich vergaß.“ „Das hat natürlich den Vorteil, dass er auch nicht mit irgendwelchen gewählten Politikern in Konflikt geraten kann. Meistens weiß seine Dienststelle sehr genau, warum man die größten Versager nach ganz oben katapultiert.“

„Und er hat definitiv kein Interview gegeben?“ „Der BILD? Nein, das war nur ein Gespräch. Wenn man mit einer Zeitung spricht, dann spricht man ja nicht mit einer Zeitung, also mit einem Redakteur oder Journalisten, sondern man spricht mit einem Journalisten, und das ist ein Gespräch mit dem Ziel einer Veröffentlichung durch Redakteure, eventuell auch Journalisten, weshalb man ja mit Journalisten spricht, damit die Redakteure, die mit den Journalisten, also mit den Journalisten, mit denen man spricht, oder irgendwie so. Aber das ist eben ein Unterschied.“ „Er hat doch damit rechnen müssen, dass eine Zeitung, mit der man spricht, auch darüber schreibt?“ „Sehen Sie, es gibt so viele, die sind der Meinung, BILD sei gar keine Zeitung, die würden sich bloß so nennen, obwohl sie sich eigentlich gar nicht so nennen dürften, aber sie nennen sich eben so, und deshalb sei das keine Zeitung. Deshalb hat er mit der Zeitung ja auch gesprochen.“ „Weshalb hat BILD das dann trotzdem ein Interview?“ „Zeitungen nennen das Interview, wenn einer mit ihnen spricht, also mit Journalisten, die dann mit den…“ „Dann hat BILD das wahrheitsgemäß als Interview bezeichnet?“ „Wie, wahrheitsgemäß? also damit konnte bei BILD nun wirklich keiner rechnen!“

„Und er hat bewusst von Mord gesprochen, obwohl die Staatsanwaltschaft überhaupt keine Anhaltspunkte für einen Mord sieht?“ „Das musste er, weil sonst die Öffentlichkeit den Fall falsch beurteilt hätte. Wenn man nämlich weiß, dass es sich um einen Totschlag hätte handeln können, dann hätte man es auch falsch behandelt, weil man es dann für einen Mord hätte halten können, deshalb hat er gleich von Anfang an davor gewarnt, dass das Tötungsdelikt sonst heruntergespielt werden könnte.“ „Er hat also, alles in allem, gelogen.“ „Ja. Aber das war notwendig, weil so viele mögliche Falschinformationen in Umlauf waren, dass man gar nicht mehr wissen konnte, welche denn die richtigen Falschinformationen sind, und jetzt wissen wir wenigstens: wenn Maaßen bewusst die Öffentlichkeit und den Innenminister und den Bundestag und das Kontrollgremium belügt, dann kann man das wenigstens erwarten.“ „Also wird er jetzt aus dem Amt entfernt?“ „Noch nicht.“ „Was muss denn noch passieren?“ „Schauen Sie, einer muss doch noch den Reichstag anzünden.“