Lauäugig

1 08 2018

„Versetzen Sie sich doch mal in unsere Lage. Es gibt in Deutschland dreißig, ach was: mindestens fünfunddreißig linksextremistische Attentäter, die sind so geheim, dass man von den Tausenden von Attentaten, die sie täglich, was sage ich: Tausende pro Stunde, und das kriegen wir gar nicht mit! Die muss man doch erstmal aufklären, diese ganzen Morde, und dann können wir immer noch schauen, ob wirklich alle Holocaustleugner in diesem Land kriminell sind.

Vielleicht hatten die nur eine schlimme Kindheit oder eine posttraumatische Belastungsstörung. Ist doch möglich, so kriegsbedingt. Um die muss man sich auch kümmern, aber wir leben schließlich in einem Rechtsstaat, und da kann man doch mal vom Guten in einem Menschen ausgehen, oder? Sehen Sie, das hatte ich erwartet. Und Sie müssen auch wissen, das sind ja nicht alles Deutsche. Also nicht alle, ein paar Polacken und Russen sind dabei, und sagen Sie selbst: wenn da so ein Ostvolk steht, das kann doch kein Nazi sein. Die haben vielleicht ein bisschen zu viel patriotisches Gefühl, aber das ist doch gut, wenn die das für Deutschland ausleben, statt Propaganda für die Ostgebiete zu machen.

Oder Islamisten zu werden. Stellen Sie sich das mal vor. Als könnten Spinnen auch noch fliegen. Und das ist der Knackpunkt, es gibt eben Gebiete, auf denen können wir einfach nicht erfolgreich ermitteln. Da können Sie sich einen Rauschebart wachsen lassen und sehen immer noch aus wie der Weihnachtsmann. Oder wie die Scharia-Polizei. Naja, ist ja so gut wie dasselbe. Aber wir haben unsere natürlichen Grenzen, und innerhalb derer müssen wir unsere Erkenntnisse gewinnen, um die Sicherheit der Bundesrepublik zu gewährleisten. Und dann ist es natürlich immer auch eine Kosten-Nutzen-Rechnung, ob wir unseren Aufwand mit Augenmaß betreiben. Nehmen wir nur mal den NSU, was da während der juristischen Aufarbeitung alles nicht gefunden wurde – man kann doch in so einen Untergrund keine V-Männer reinschicken, das ist wie Treibsand. Die sehen wir nie wieder! Wenn Sie sich hingegen das linke Spektrum ansehen, den antifaschistischen Sympathisantensumpf, da kennt jeder jeden, teilweise können Sie als Ermittler da Ihre Familie gründen, Kinder kriegen, das machen die mit, und das Schöne ist, es kann quasi jeder ein Antifaschist sein. Das reicht ja auch schon als Vorwurf, und dann haben Sie quasi freie Hand.

Aber mal im Ernst, dass wir die Beobachtung der AfD verhindert haben sollen, das ist doch ein schlechter Scherz. Wir haben mit denen auch nicht kooperiert, also jedenfalls nicht so, wie Sie sich das vorstellen. Dazu waren noch viel zu viele Mitarbeiter an die NPD gebunden, und bis man da die entsprechende Glaubwürdigkeit aufbaut, das kann schon mal dauern. Es bringen zwar etliche Mitarbeiter schon ein entsprechendes Vorwissen mit und die Szene ist auch recht impulsiv, aber geplant wird doch eher von langer Hand.

Das mit Höcke müssen Sie in einem ganz anderen Licht betrachten. Wir schützen ja unsere Verfassung, und wenn man die von einem schützen muss, dann ja wohl vor dem. Gucken Sie sich den mal ganz genau an. Schwerer Dachschaden, und was die Glaubwürdigkeit angeht, der ist nicht mal Reichsbürger. So einer tendiert in jede Richtung, das ist für eine Partei, die sich als Alternative zum demokratischen, nein, als deutsche demokratische, wieder falsch – also jedenfalls als Alternative, und da kann dann nicht jeder mitmachen. Da sehe ich in der Partei schon eine gewisse Lauäugigkeit. Blau ist da ja genug, Höcke auch, aber wenn der schon das Parteiprogramm nach rechts vertreten will, dann doch bitte auch konsequent.

Da sehen Sie auch mal, dass wir uns heute viel mehr in der Rolle der Politikberatung verstehen. Was gestern noch als radikal galt, ist morgen schon ein alter Hut. Sehen Sie beispielsweise an der SPD. Und wir halten uns vorwiegend in der Gegenwart auf und sorgen für ein harmonisches Miteinander der gesellschaftlichen Kräfte. Mehr kann man doch nicht erwarten. Und wenn wir das nicht für jeden tun, dann zeigt das doch andererseits auch, wie ausgewogen wir sind. Man kann ja nicht immer die Vergangenheit der NPD ohne die Zukunft der Linken verstehen, das gehört politisch immer auch zusammen. Wenn die NPD eine Zukunft hätte, dann wären die Linken in Deutschland jedenfalls schon mal Vergangenheit.

Und dann muss man ja auch mal sehen, wenn eine Partei in unserem offiziellen Bericht erscheint, dann ist das für manche Leute ja regelrecht ein Ritterschlag. Das muss man auch verhindern, denn so bekommen die immer mehr Zulauf, gewinnen die Kontrolle über parlamentarische Gremien – wir können davon ein Lied singen, wir haben immer vermieden, mit parlamentarischen Kontrollgremien zu kooperieren. Die ahmen die Strukturen nach, die wissen offiziell von nichts, und plötzlich ist der Schaden eingetreten. Stellen Sie sich mal zehn bis fünfzehn Prozent Nazis im Bundestag vor. Mehr dürfen das aber auch nicht werden.

Wieso Haushalt? Ja, der andere Geheimdienst bekommt natürlich auch ein bisschen mehr. Und das Bundeskriminalamt, aber offiziell dürfen wir mit denen nicht… – Jetzt verstehen Sie uns doch auch mal: bei unserem Budget und der personellen Ausstattung, und dann wird die AfD zum Abschuss freigegeben. Ich frage Sie, wo sollen wir denn da überhaupt noch arbeiten!?“

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Ehrenmorde

12 07 2018

„… zu einer lebenslänglichen Haftstrafe verurteilt habe. Weiter hätte das Gericht die besondere Schwere der Schuld festgestellt, so dass eine Entlassung nicht eher als…“

„… es nun keinen Schlussstrich geben dürfe. Seehofer sei fest davon überzeugt, dass man auch in seinem neuen Lebensjahr weiterhin willkürliche Abschiebungen und Diskriminierung gegenüber muslimischen und…“

„… nicht von einem Endsieg sprechen könne. Gauland habe betont, dass das Gericht wenigstens einen der Angeklagten aus der Haft entlassen werde, was natürlich für die Unschuld des…“

„… es sich laut Scheuer um den Großen Unbekannten handeln müsse, der auch diverse Steuerhinterziehungsskandale innerhalb der CSU zu verantworten habe. Da man nun nach einem Urteil alle Ermittlungen einstellen dürfe, sei für die Partei nun endlich eine…“

„… es sich im Wesentlichen nur um Unterstützer der beiden Straftäter gehandelt habe. Meuthen beklage, dass gerade die deutsche Tugend der Hilfsbereitschaft gegenüber den eigenen Landsleuten durch dieses nicht vom Volk legitimierte Gericht so sträflich…“

„… der AfD-Abgeordnete Pasemann die Kosten von etwa dreißig Millionen Euro für viel zu hoch ansehe. Als indirekte Flüchtlingshilfe habe der Prozess eine sehr schlechte…“

„… das Leben einer möglicherweise nicht schuldigen Frau zu zerstören, nur weil sie sich nicht zwischen zwei Männern habe entscheiden können. Das Gericht habe nach Weidels Ansicht weit über seine Kompetenzen als…“

„… es mit der Kreuzpflicht sicher keine NSU-Morde gegeben hätte, da die Attentäter als gute Deutsche angesichts eines christlichen Symbols in der Öffentlichkeit niemals derartige…“

„… die Taten als nationale Notwehr bezeichnet habe. Höcke wolle in den nächsten Tagen den Antrag stellen, der Verurteilten das Großkreuz des Verdienstordens der…“

„… bereits in der Bezeichnung als NSU die sozialistische Idee fest verankert sei. Steinbach fordere nun noch mehr entschiedene Maßnahmen gegen den linksgrünen Terror, der eine echte Sicherheitsgefahr in der deutschen…“

„… habe sich gezeigt, dass die Gewalttaten im Ausländermilieu trotz der Inhaftierung der Angeklagten nicht aufgehört hätten. Gauland lehne die Debatte um ein Anwachsen der rechten Gewalt kategorisch ab, da die Angeklagte aus ihrer Haft heraus nicht verantwortlich gemacht werden könne für Straftaten, die ohne ihr Wissen oder ihre Billigung…“

„… die Ergebnisse des Prozesses sehr unbefriedigend ausfallen würden. Das Bundesamt für Verfassungsschutz habe nun keine ausreichende Planungssicherheit mehr, insbesondere eine gute Personaldecke sei unter diesen Voraussetzungen so gut wie nicht mehr…“

„… die Verurteilte nicht der Gefahr eines feigen Mordanschlags durch antifaschistische Untermenschen aussetzen dürfe. Dobrindt fordere eine humane Unterbringung in einem gut gesicherten Umfeld, beispielsweise in Spandau, um die Sicherheit der Leistungsträger nicht mehr als…“

„… die mediale Darstellung der vermeintlichen Täterin scharf kritisiert habe. Gauland befürchte, dass niemand sie mehr in seiner Nachbarschaft…“

„… dass als Lehre aus dem Prozess die Waffengesetze wesentlich gelockert werden sollten. Die möglicherweise unschuldigen Opfer der beiden deutschen politischen Polizeiopfer und ihrer Freundin seien nicht mit legalen Waffen getötet worden, deshalb dürfe man den Reichsbürgern nun auch nicht verbieten, immer mehr Waffen zu…“

„… könne man die Taten, die sich gegen die Umvolkung Deutschlands gerichtet und die Ehre des deutschen Blutes verteidigt hätten, durchaus als Ehrenmorde im Sinne eines…“

„… es sich nicht um eine Mordserie gehandelt habe. Es seien laut Verteidigung neun bedauerliche Einzelfälle, die schließlich wegen eines stark zwangsislamisierten Aussehens einer deutschen Staatsbürgerin zum technischen Versagen des…“

„… sich in 120 Jahren keiner mehr für die Vorgänge interessieren werde. Steinbach rechne fest damit, dass dann keiner mehr in der Bundesrepublik lebe, der ausreichend Deutsch verstehe, um die Ermittlungsakten zu…“

„… müsse die Rehabilitation von Terroristen, die sich von ihren Taten distanzierten, viel schneller in die Wege geleitet werden. Die AfD habe dies bei der RAF, die Deutschland international isoliert und an den Rand eines neuen Weltkrieges gebracht hätte, noch akzeptiert, wolle aber jetzt eine ganz andere Regelung des…“

„… zeige sich in der Folge der Dönermorde, dass die Bundesrepublik Deutschland kein sicheres Herkunftsland mehr sei für Personen mit Migrationshintergrund. Seehofer werde das Grundrecht dieser Wirtschaftsflüchtlinge auf mehr Sicherheit durch verstärkte Abschiebemaßnahmen und eine noch mehr am…“





Böses Blut

21 11 2017

„Das haben Sie jetzt richtig verstanden, der Verfassungsschutz hat sich aktiv um die Abwehr terroristischer Gefahren in Deutschland gekümmert. Wobei wir zur Bekämpfung derselben ja auch erstmal eine Gefahr haben müssen.

Der Kollege Amri war da sehr zugänglich, ja. Es ist im Grunde immer dasselbe, man macht diese jungen Leute, die nur einen Sinn in ihrem komplett entwurzelten Dasein sehen wollen, auch einen Sinn geben. Für die einen ist das Geld, bei den anderen arbeiten wir noch daran.

Islamismus, ja… die wenigsten sind wirklich religiös, und die, die wirkich religiös sind, haben mit Fanatismus nichts am Hut. Das ist unsere Herausforderung, da müssen wir einhaken. Wenn die Politik Islam und Islamismus auseinanderhalten will, wo soll das hinführen? Der Staat hat schon so seine Aufgaben, aber sehen Sie mal, wir als Staat im Staat, wir müssen auch sehen, wo wir bleiben.

Der Einstieg ist bei denen ja inzwischen recht einfach. Man spendiert denen den Lkw-Führerschein, und schon hat man den Fuß in der Tür. Alles nicht so kompliziert. Die Schwierigkeit besteht nur darin, dass wir die Gelder richtig verteilen, damit wir mittelfristig effizient arbeiten. Das hat nichts mit der Finanzierung zu tun, die ist ja im Wesentlichen schon gesichert. Aber sehen Sie mal, Terrorismus ist natürlich auch ein Markt, da gibt es Trends und Entwicklungen, da muss man auch im internationalen Vergleich mitziehen. Wenn die in London jetzt plötzlich komplett auf Lieferwagen umschwenken und wir immer noch Sattelschlepper finanzieren, dann müssen wir uns von der Buchhaltung auch anschnauzen lassen, ob wir unser Geld selber drucken würden. Das schafft böses Blut. Und das will ja am Ende keiner.

Wir suchen uns beispielweise nur die raus, die keinen Pass haben. Wenn wir nämlich die gut integrierten Deutschen nehmen würden, die eh unter dem Raster der anlasslosen Überwachung durchgerutscht wären, was meinen Sie, würde dann passieren? dass dann plötzlich und unerwartet die anlasslose Überwachung abgestellt wird, an Ende noch aus verfassungsrechtlichen Bedenken? Das machen die in Großbritannien falsch, die in Belgien und Frankreich auch. Gut, die haben auch eine andere Kolonialgeschichte, aber das kann man uns nicht auch noch zum Vorwurf machen. Wir gehen mit den Ausländern auch ordentlich um. Naja, manchmal.

Angestachelt… na, wissen Sie: wenn man dem Mann gesagt hätte, er kann innerhalb kurzer Zeit mit geringem Investment zwanzig Prozent Rendite machen, wäre das angestachelt? Terrorismus, das schon. Gemeinschaftsschädlich. Aber angestachelt? Wir haben ihm das übliche Zeugs erzählt von den Jungfrauen, dass der böse Westen den Islam vernichtet und dass der Islamismus daher unbedingt vorher den Westen vernichten muss. Sie sehen, wir können da sehr gut unterscheiden. Wenn die Jungs aus der arabischen Welt das nicht können, ist das ein Problem, aber nicht mehr unseres. Wir haben unseren Job ja getan.

Das mit der Verantwortung möchte ich nicht mehr hören, fragen Sie doch mal die Polizei, ob die sich bei Großdemonstrationen an rechtsstaatliche Spielregeln hält. S 21, G 20, wo auch immer. Oder wenn in Sachsen die Nazis marschieren. Ist doch auch egal. Wir machen hier nur unseren Job, so wie er vorher beschrieben war, und dann ist auch mal gut. Wer kann das denn heute schon noch von sich behaupten? Die Kohleindustrie? Die FDP? Ja, da haben Sie recht. Den Unterschied kapiert keiner mehr.

Die Unterschiede sind nicht mehr zu unterscheiden. Wer Freund und wer Feind ist, kann keiner mehr sagen. Genau da setzen wir an: den Freund so lange verwirren, bis er nicht mehr weiß, ob er nicht doch Feind sein könnte, und dann ihn daran erinnern, dass er doch immer ein so guter Freund war. Wir sind dann ganz auf Augenhöhe mit unseren Freunden, vor allem religiös, oder wie auch immer Sie das bezeichnen wollen. Manche werden dann schon ein bisschen unangenehm aufdringlich, aber die meisten haben schon kapiert, dass sie einen ganz normalen Job machen. Manchen muss man das aber auch immer wieder mal in Erinnerung rufen, sonst werden sie am Ende übermotiviert. Sie kennen das vom Fußballplatz, obwohl: Moral schießt auch keine Tore.

Sie sind da einem sehr gefährlichen Irrtum aufgesessen, aber Sie konnten auch nichts dafür, weil Sie die Verschwörung nicht kennen. Wir werden nicht finanziert, um die Rechten zu füttern, die gegen die bösen Islamisten kämpfen. Wir werden finanziert, aber von den Rechten. Die sind leider immer noch ein bisschen knapp bei Kasse, leider deswegen, weil die Zahlungsmoral ja meist gut ist, also die Zahlungen, aber die Moral ist hier nicht so wichtig, und mehr muss man auch nicht wissen. Solange die Börse noch fest schließt, können Sie in Deutschland bekanntlich machen, was Sie wollen.

Kommen Sie, machen Sie sich keinen Kopf. Das wird schon wieder, und es kann ja nicht immer dieselben treffen. Glühwein gefällig? Gegenüber öffnet gerade der Weihnachtsmarkt.“





Inschallah

23 10 2017

„Hier, Allahu und Dings und so… ja, wir sagen das so, das ist Ihnen vielleicht nicht geläufig, aber Sie kommen eben auch aus Tunesien und nicht aus Kassel. Das ist schon ein Unterschied. Womit ich jetzt nicht gesagt haben will, dass Ihre Traditionen weniger wert sind als unsere, aber Sie wissen halt, Sie sind Einwanderer.

Als solcher werden Sie sich natürlich auch über die deutschen Verhältnisse in Kenntnis gesetzt haben, richtig? Richtig, ich wusste es. Die Frau im ersten Stock war immer gut zu Ihnen? Dann passen Sie mal gut auf: die heißt Kraußwinkel, das ist ein typisch deutscher Name, und diese Leute sind in der Regel islamophob. Die lehnen Sie ab, ob Sie das nun festgestellt haben oder nicht, Sie sind in deren Nachbarschaft einfach nicht erwünscht, und wenn Sie dann mal in eine andere Nachbarschaft umziehen, dann kann das nicht mit rechten Dingen zugehen. Diese feindlichen Elemente sind eindeutig in der Überzahl, das müssen Sie wissen!

Glauben Sie nicht diesem geistig behinderten Arschloch aus Erfurt, wenn es herumkräht, dass die Islamisierung Deutschland von Claudia Fatima Roth und Angela Cohn Merkel zur Ausrottung des arischen Herrenvolks schon vollzogen sei. Das ist Fake News. In Wahrheit haben wir noch einen sehr langen Weg vor uns. Sie sind alle noch nicht in die Knie gegangen. Die normalen Bürger sind immer noch in der Mehrzahl, und das Schlimmste ist: sie haben so gar keine Angst vor uns.

Transporter bringt gar nichts. Das ist schon lange out, damit marmeln Sie vielleicht drei, vier Muttis mit Kinderwagen an die Wand, aber Sie wollen als Märtyrer in die Abendnachrichten, was sage ich: Unterbrechung des laufenden Programms, darunter tun Sie’s doch nicht, oder? Na also. Geht doch. Deshalb haben wir in Kooperation mit den internationalen Speditionspartnern, die derzeit auf unseren Rastplätzen etwas unruhig schlafen, eine hübsche Flotte an Dreißigtonnern requiriert. Die sind alle total von der Rolle, weil denen überall die Ladung vom Bock geklaut wird, und dann wird man schon mal unruhig. Jedenfalls schläft von denen keiner eine Nacht lang durch. Schnarchnasen allesamt. Und dann krallen wir uns die Lkw, der eine oder andere wird vielleicht für den Sieg der gerechten Sache sterben müssen, Inschallah, ist halt so, und dann…

Doch nicht jetzt, Mann! Ich habe gesagt, ich bin nachher wieder im…

Wo waren wir? Laster. Das mit dem Sprengstoff war auf die Dauer logistisch zu schwierig, und dann hatten wir immer das Bundeskriminalamt an der Hacke, das geht ja auf Dauer gar nicht. Da ist der Anschlag doch schon in den Abendnachrichten, bevor der erste Ungläubige in die Luft fliegt. Wir arbeiten jetzt fokussiert, da soll es auch keinen Leerlauf mehr geben. Sie wissen also, wenn wir mit Ihnen kooperieren, dann heißt das, wir kooperieren nicht mit jedem, und dann bedeutet das für Sie, dass wir mit Ihnen kooperieren, weil…

Heilige Scheiße, ich habe doch gesagt, ich kann jetzt keine Anrufe gebrauchen! Warten Sie doch damit, bis wir die endgültige Zusage… – Haben Sie längst? Dann rüsten Sie den Mann doch aus, wo ist denn das Problem? Wir haben den ganzen Scheiß da, wir brauchen nur einen Projektplan, den Zettel mit den notwendigen… hören Sie mir doch mal zu, wir arbeiten dezentral, da weiß der eine nicht unbedingt von den anderen, aber in der Summe sind wir erheblich effektiver.

Das ist die Karte, die Einkaufszentren haben wir natürlich nur zufällig eingezeichnet. Hier wird der Laster abgestellt, den Schlüssel bekommen Sie in den Briefkasten eingeworfen. Wir wollen nichts dem Zufall überlassen, am Ende wird der Wagen noch geklaut und jemand begeht damit eine Straftat. Haben wir alles schon gehabt.

Aber reden Sie nicht mit jedem darüber, das könnten möglicherweise andere Leute in den falschen Hals kriegen und als Terrorpropaganda einstufen, und dann hängen wir alle mit drin. Da kommt man so einfach nicht mehr raus, weil ja in Deutschland Propagandadelikte normalerweise härter bestraft werden als Anschläge. Das wissen Sie, sobald Sie versuchen, ohne fremde Hilfe eine Synagoge anzuzünden.

Waffe würde ich Ihnen nicht empfehlen, nur für den Notfall haben wir noch Restbestände aus Tschechien. Lassen wir per Kurier aus Zwickau kommen, wenn Sie möchten. Doch, vielleicht wäre eine Waffe sogar ganz gut. Wir müssten ja notfalls auf Sie schießen, und wenn Sie sich nicht wehren, klappt das nicht mehr mit den 72 Jungfrauen. Ich habe keine Ahnung, wir sind ja auch noch nicht so lange dabei. Also halten wir fest, Sie melden sich kurz zurück, wenn Sie auf Position sind, und dann lassen wir den Rest ablaufen? Gut, dann rufen Sie morgen zur Sicherheit noch mal an, nein – ich rufe Sie an. So machen wir das.

Sieben, hören Sie? Hier ist Null-Eins. Läuft nach Plan. Die Zielperson hat bisher keinerlei strafrechtlich relevante Äußerungen getätigt, es gab auch keine Hinweise auf Linksextremismus. Keine Radikalisierung im Internet. Es verläuft mal wieder alles nach Plan.“





Völklore

22 11 2016

„… die mutmaßlichen Straftäter nicht als rechte Terroristen verfolgen wolle, da der Verein einen für das Bundesland Sachsen und sein Bevölkerung typischen Zusammenhalt verkörpere, der sich schon oft in der Geschichte als außerordentlicher…“

„… dass einige der Neonazis tagsüber auch sozialversicherungspflichtiger Arbeit nachgegangen seien. In Zeiten, in denen der gesellschaftliche Zusammenhalt mehr und mehr fehle, müsse man dies als positives…“

„… das Kraftfahrzeug eines Stadtrates der Linken durch eine Explosion mit einem illegal hergestellten Sprengsatz schwer beschädigt hätten. Aus umweltschützerischer Sicht sei die Maßnahme allerdings sehr zu begrüßen, die Grünen hätten zum Verzicht auf Autos und…“

„… habe ein Mitglied der Gruppe Freital einen Job als Pizzafahrer ausgeübt. Dies spreche für eine gelungene Integration in die westliche Wertegesellschaft, da auch ausländische Gerichte von diesem mutmaßlichen Neonazi…“

„… für die Hinweise der Ermittlungsbehörden nicht interessiert habe, da der Landesregierung bereits im Vorfeld bewusst gewesen sei, dass der Ruf Sachsens nachhaltig…“

„… ein Parteibüro der Linken beschädigt haben solle. Man müsse den mutmaßlichen Straftätern zugutehalten, dass ein größerer Teil der Deutschen ihre Taten billigend in Kauf nähmen, was als ein entlastendes Moment den Strafrahmen sehr…“

„… die Staatszugehörigkeit oder andere Merkmale nicht als typisch deutsch anerkennen würden. Dies liege nach Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft daran, dass die sächsische Landsmannschaft seit Jahren mit der deutschen Sprache ein eher gebrochenes…“

„… habe die Gruppe Freital aus Vorsicht auf einen medial wirksamen Namen verzichtet, auch sei ihnen im Gegensatz etwa zur Baader-Meinhof-Bande ein solcher von der bürgerlichen Presse nicht angehängt worden. Dies sei ein weiterer bedeutsamer Hinweis, dass die mutmaßlichen Straftäter kein großes Aufsehen aus ihrer nationalen Gesinnung…“

„… zahlreiche Straßenumfragen ergeben hätten, dass PEGIDA-Demonstrationen nur bis zu einer neuen Verfassung für die BRD GmbH…“

„… sie zur Durchführung ihrer Anschläge Sprengstoff aus tschechischen Feuerwerkskörpern benutzt hätten. Dies zeige ihre Problembewusstsein, dass der EU-Binnenhandel durch zu viele Importe aus Ostasien in ein schweres…“

„… den Patriotismus eine spezifisch sächsische Gangart von Heimatliebe praktiziere, die sich bis in die unionsgeführte Landesregierung…“

„… einer der Untersuchungshäftlinge einen illegalen Sprengkörper im Garderobenspind bei den Dresdner Verkehrsbetrieben gelagert habe. Dies deute zuverlässig darauf hin, dass die Gruppe ihre Attentate nicht im Geheimen, sondern mit Kenntnis und Billigung der völkischen…“

„… fürchte das Bundeskriminalamt nun die Gründung mehrerer rechter Terrorzellen in der Bundesrepublik. Die Bundesanwaltschaft habe die Ermittler dahin gehend beruhigt, dass für eine Welle von Nachahmungstätern zunächst einmal ein klares Vorbild geschaffen werden müsse, was bisher…“

„… Anschläge teilweise auf dem abendlichen Heimweg vom Arbeitsplatz geplant hätten. Die Behörden sähen dies als eine besonders gute Work-Life-Balance, die sich bis in die sächsische Unterschicht…“

„… zunächst einmal begreifen müsse, ob sich Sprengstoffanschläge gegen einen katholischen Würdenträger aus allgemeiner Frustration, einer tief greifenden Ablehnung des christlichen Glaubens oder aus der Auseinandersetzung mit der Politik der Bundeskanzlerin der…“

„… eine Beteiligung des Verfassungsschutzes schon deshalb nicht ausgeschlossen sein könne, weil der Verfassungsschutz mehrmals betont habe, dass eine Beteiligung des Verfassungsschutzes auf gar keinen Fall…“

„… der Verfassungsschutz zwar Mitglieder der späteren Gruppe zusammengeführt, militarisiert, im Umgang mit illegalen Waffen und Sprengstoff ausgebildet und sie finanziell unterstützt habe, sie aber über Planung und technische Hilfe einzelner Mordanschläge hinaus so gut wie nicht…“

„… mit der Landesnatur zusammenhängen könne. So sei das sächsische Brauchtum von Alters her eher militant, was sich auch in den Aufzeichnung zwischen 1933 und…“

„… sei auf die mangelnde Bildung der Sachsen zurückzuführen, die jeden ausländischen Besucher ablehnten. Zwar habe die Landesregierung gewaltbereite Jugendliche und Heranwachsende schon frühzeitig davon in Kenntnis gesetzt, dass schwedische oder italienische Touristen den Bau einer Moschee in Freital nicht unbedingt als…“

„… sei die Ablehnung der Demokratie schon vor der totalen Überfremdung mit 0,2 Prozent Muslimen eine feste Größe in der sächsischen Mentalität gewesen. Schuld habe daher alleine die Bundesregierung, die durch fehlende Veränderung der Umstände eine katastrophale Veränderung der gesamten…“

„… viel schärfer gegen den Linksterrorismus vorgehen wolle. Es sei oft dazu gekommen, dass bekennende Sozialisten ihre brennenden Autos auf öffentlichen Verkehrswegen geparkt hätten, dies müsse nun mit Hilfe der Bundesanwaltschaft und engagierter Anwohner aus dem nationalen Spektrum als schwere volksschädliche…“





Einer für alle

17 10 2016

„Hier, haben wir Heißkleber?“ „Heißkleber? Wozu brauchen wir…“ „Viel wichtiger ist doch der Gürtel, oder?“ „Also wenn’s darum geht, dann ist ja wohl der Sprengstoff absolut…“ „Aber ohne den Heißkleber kriegt man den nie an den Gürtel dran.“ „Und der Zünder?“ „Wie jetzt, Zünder?“

„Sie wollen mir jetzt nicht ernsthaft erzählen, dass hier niemand an den Zünder gedacht hat!?“ „Ich bin neu hier im Team.“ „Und ich war damals beim NSU immer nur für Großkalibermunition zuständig.“ „Ich für die Banküberfälle.“ „Und Sie wollen hier ernsthaft in der Terrorismusabteilung aufsteigen? mit diesem Halbwissen!?“ „Ich muss zu seiner Verteidigung sagen, dass er Quereinsteiger ist. Von Islamismus hatte er vor der Versetzung so gut wie keine Ahnung.“ „Die hat er jetzt jedenfalls auch nicht.“ „Ich habe nur gesagt, dass ich nicht weiß, wozu wir hier den…“ „Also Bomben bauen können Sie nicht, gestern waren Sie nicht in der Lage, ein Telefonat mitzuschneiden, und dann noch diese beschissene Panne mit der Verfolgungsjagd!“ „Er hat es doch nicht so gemeint.“ „Ich wollte die Beamten nicht unnötig aufregen.“ „Wenn die in ihrer Kampfmontur auf Verfolgungsjagd gegangen wären, dann hätte sich möglicherweise einer von ihnen überanstrengt, und dann…“ „Haben Sie noch alle Latten am Zaun!?“ „Es ist doch nur wegen der Gesundheitsgefährdung.“ „Wir können doch sonst nicht das Bundesministerium unterstützen, das für solche Fälle gerne Bundeswehreinsätze im Innern haben würde.“ „Dann zieht man eben einen zweiten Ring um das Zugriffsobjekt!“ „Aber bisher lief es doch immer.“ „Wir haben das beim Bankraub für die NSU auch immer so gemacht.“ „Eben, deshalb haben wir auch nie einen von denen geschnappt.“ „Aber das war doch gar nicht unsere Aufgabe gewesen.“ „Sie verstehen das falsch – es ging in der Abteilung um Bankraub, nicht um Aufklärung.“

„Jedenfalls muss dies ganze Arrangement doch wenigstens so aussehen, als ob die Sicherheitskräfte eine Chance hätten, die Täter zu fassen.“ „Ach so.“ „Sie sind jetzt wie oft befördert worden? und mit dem Eintritt in mein Team gleich noch mal?“ „Ich dachte, wir machen das hier genau so wie damals.“ „Meine Güte, wir dürfen nichts mehr dem Zufall überlassen!“ „Es ist auch alles durchgeplant.“ „Wir haben sogar die Blaupausen von der Sauerland-Gruppe besorgt.“ „Das kann ich bestätigen.“ „Aber Sie haben die falschen Mengen an Chemikalien besorgt, so wird das nie ein Sprengstoffgürtel.“ „Wir könnten noch ein bisschen aufheben.“ „Wofür?“ „Dann wird die Strafandrohung höher.“ „Es könnte ein besonders schwerer Fall werden, dann haben wir schneller den Bundeswehreinsatz im…“ „Wollen Sie mich auf den Arm nehmen?“ „Aber ich habe doch nur…“ „Und die Polizisten, die die Wohnung stürmen? Geht’s noch!?“

„Wir könnten eventuell die Beobachtung an die Kollegen vom…“ „Nein.“ „Lassen Sie ihn doch erst mal ausreden.“ „Nein, weil wir das in Eigenregie durchführen werden. Es gibt nur eine Behörde, die dafür qualifiziert ist, und das sind wir. Einer für alle, klar?“ „Bis jetzt ist uns immer irgendwas in die Grütze gegangen, da können wir doch…“ „Sie wollen heute noch mein Team verlassen?“ „Er meint es nicht so.“ „Ja, so war das nicht gemeint. Aber ich erinnere mich noch an den NSU, da haben wir die Observierung auch mit Fremdpersonal erledigt, und das war so gut wie unser eigenes.“ „Die waren so bescheuert wie Sie, wollten Sie wohl sagen.“ „Jetzt werden Sie nicht ungerecht, sie haben sich streng an die Anweisungen gehalten.“ „Sie halten sich gefälligst auch streng an Anweisungen, und zwar an meine. Ich dulde keinen Widerspruch.“ „Wir könnten die Beschattung ja eventuell mit einem Peilsender in seinem Telefon…“ „Das ist ein Wegwerfhandy, das liegt spätestens übermorgen in irgendeinem Papierkorb.“ „Aber wir könnten seinen Weg wenigstens bis zu diesem Papierkorb…“ „Welches Wort von ‚Nein‘ hatten Sie jetzt nicht kapiert?“ „Sie wollen doch wohl nicht die Nummer mit den falschen Bärten bringen.“ „Wozu denn?“ „Die sind so unauffällig, da merkt der nie, dass wir ihn im Visier haben.“ „Am Ende flieht der nicht mal, dann sitzen wir voll in der Tinte.“

„Nur mal als Frage, was ist eigentlich, wenn wir von Bürgern auf verdächtige Personen hingewiesen werden?“ „Je nach Aufenthaltsstatus kann man die wegen Behinderung der Justiz ausweisen.“ „Und wenn es Deutsche sind?“ „Jetzt malen Sie mal nicht gleich den Teufel an die Wand.“ „Sie sagen doch immer, dass wir auf alles vorbereitet sein müssen.“ „Sind wir auch. Machen Sie Ihren Job, holen Sie den Heißkleber, und dann schreiben Sie Ihren Bericht.“ „Ist denn die Polizei vorbereitet für den Einsatz?“ „Wir haben an dem Abend zur Vorsicht Urlaubssperre verhängt.“ „Und wenn der Täter jetzt aus irgendeinem Grund zu spät kommen sollte?“ „Dann kommt das Zusatzteam zur Hilfe. Sagen Sie mal, lesen Sie eigentlich Ihre Einsatzbefehle?“ „Ich dachte, das könnte ich noch am…“ „Mir platzt jetzt wirklich gleich der Kragen!“ „Hören Sie, er meint es doch nicht so.“ „Langsam habe ich die Schnauze voll von diesen dilettantischen Methoden – wir haben hier einen klaren Auftrag, und ich lasse mir meine Karriere nicht von einer Stümpertruppe wie Ihnen kaputt machen, verstanden? Das wird jetzt durchgezogen, und basta! Oder meinen Sie, dieser verdammte Flughafen jagt sich von selbst in die Luft!?“





Blutsbrüder

16 05 2016

„Dann steht der Deal? Sie beobachten uns nicht und wir zünden in der Zwischenzeit keine Moscheen an? Also – vorerst nicht.

Es soll doch beiden Seiten geholfen sein. Wir wollen auf jeden Fall vermeiden, dass Sie sich mit der Beobachtung unserer Partei übernehmen. Das kann böse ausgehen, und das wollen wir doch für Sie nicht. Da ist es doch besser, wenn wir uns mit Ihnen regelmäßig an einen Tisch setzen, dann besprechen wir alles, was Sie beispielsweise an Hinweisen von den linksgrün versifften Altparteien bekommen haben, gerne auch mit Namen und Anschriften, und dann kümmern wir uns um die Kritiker unserer Partei. Da müssen Sie doch nicht extra ausrücken.

Zumal wir auch gar nicht garantieren können, ob wir verantwortlich sind, wenn Straftaten in der national gesinnten Bevölkerung begangen werden – oft hat man hier als konservativer Politiker gar keine Ahnung, ob es sich um Straftaten handelt. Es fallen täglich Leute tot um oder irgendwo erleiden Autos oder Häuser eine spontane Selbstentzündung, da muss man nicht immer sofort von Straftaten ausgehen. Sie sollten das vielleicht auch mal etwas lockerer sehen. Und es gibt ja auch Gruppierungen, die gehören nicht direkt zu unserer Partei, wir sind den Volksgenossen zwar nicht böse, wenn sie sich für unsere Ziele einsetzen, aber wenn sie Mittel wählen, die wir nach aktueller Gesetzeslage noch nicht als geeignet bezeichnen dürfen, dann darf das auf keinen Fall gegen uns verwendet werden. Wir könnten möglicherweise etwas heftig reagieren, wenn Sie uns da die Schuld in die Schuhe zu schieben versuchen.

Und bitte keine Operationen bei irgendwelchen Identitären aus Österreich, die werden von Ihnen schon mal gleich gar nicht observiert. Erstens sind das Ausländer, da ist nämlich das Bundesamt für Verfassungsschutz überhaupt nicht zuständig, und zweitens stehen die als eine Art Großdeutsche im Sinne der blutsmäßigen Volksverwandtschaft unter unserem besonderen Schutz. Wir können da nicht unbedingt garantieren, dass sich die deutschen Kameraden besonders zurückhalten, wenn Sie die österreichischen Nationalsozialisten angreifen. Wie gesagt, wir haben wirklich etwas dagegen. Und nur, falls Sie schon irgendwelche Erkenntnisse bei den Blutsbrüdern aus der Ostmark gefunden haben sollten, Sie werden das Material natürlich nicht gegen uns verwenden. Wir müssten da wieder eine gemeinsame Aktion durchziehen, und das wollen Sie doch am wenigsten, weil es wieder jede Menge Arbeit für Sie bedeutet.

Naja, es kann schon passieren, dass man sich bei Ermittlungen über den Weg läuft, wir sind das gewohnt, dass man uns immerzu ungerechtfertigt verdächtigt, nur weil wir das mit der Opferrolle so perfektioniert haben, aber wenn jetzt beispielsweise im Hofbräukeller zufällig etwas explodieren sollte, dann ermitteln Sie gefälligst in eine Richtung, und zwar nicht in unsere. Das wäre schon unangenehm, wenn wir mit der Polizei besser zurechtkämen als mit dem Verfassungsschutz. Also unangenehm für den Verfassungsschutz. Das wollen Sie doch sicher auch vermeiden.

Wir sollten alle mal ein bisschen toleranter sein, finden Sie nicht auch? Wenn Parteigenossen vom rechten Flügel der Bundesregierung vorwerfen, die deutsche Rasse durch Umvolkung auszulöschen, dann machen Sie da doch nicht so ein Theater. Das meint die gar nicht so. Die schießt ja auch nicht auf kleine Kinder. Vielleicht auf Kümmeltürken wie damals bei den ethnischen Säuberungen unserer Zwickauer Kameraden. Aber nicht auf richtige Menschen. Halten Sie da einfach mal die Füße still, dann passiert auch nichts. Sie haben ja dann auch wieder ausreichend Kapazitäten frei, sich um diese terroristischen Muslime zu kümmern, und dann machen Sie wieder so lange Angst, bis die Kohle kommt, das können Sie doch so gut. Seien Sie sich sicher, da werden wir Sie natürlich nach Kräften unterstützen, Deutschland braucht Feindbilder und Traditionen, warum soll man da nicht das Unangenehme mit dem Nützlichen verbinden? Und wenn mal Akten wegmüssen, wir sind da ganz bei Ihnen.

Nein, das haben Sie jetzt falsch verstanden. V-Leute bei uns gibt es nicht, jetzt nicht und erst recht nicht in Zukunft. Wir wollen auch nichts davon hören, dass ein eventuell anstehendes Verbot der AfD dadurch erleichtert würde. Das sind interne Angelegenheiten, in die Sie sich nicht einmischen werden. Sie werden diese Leute, wenn es sie denn gibt, alle abziehen, zu Ihrer Sicherheit. Ob Sie dann irgendwann werden sagen können, Sie hätten nichts gewusst, das interessiert auch keinen mehr. Wenn wir das Sagen haben, gibt es keine Verfassung mehr und folglich auch keine Verwendung für einen Verfassungsschutz. Also spielen Sie mit, solange wir Sie lassen. Seien Sie artig. Vielleicht kriegen Ihre Leute dann auch ihr eigenes Lager?“