Präpositionale Ergänzung

7 06 2021

„Was haben wir denn bisher?“ „Gendern verbieten und dass wir weiterhin…“ „Das heißt jetzt aber ‚Schokokuss‘.“ „Und das mit dem Schnitzel.“ „Und Braunkohle bis 2070.“ „So viel gibt’s ja gar nicht mehr.“ „Egal, Opposition ist Mist.“ „Aber für ein Wahlprogramm ist das doch etwas dünn.“

„Wir müssen als Volkspartei schließlich eine sehr breit aufgestellte Mitte ansprechen.“ „Wissen wir, aber mit Themen kann man den Wählern nicht mehr kommen.“ „Auf der Sachebene zu diskutieren ist mittlerweile viel zu kompliziert.“ „Das liegt vor allem an den Grünen.“ „Man könnte den Eindruck bekommen, Sie haben überhaupt keine Lust mehr, ein Programm zu erarbeiten.“ „Das ist keine Frage des Wollens, Mann!“ „Also können Sie schon gar nichts mehr?“ „Was soll man diesen ideologisch verbohrten Linksfaschisten denn entgegensetzen?“ „Irgendwas Vernünftiges?“ „Das ist Ihr erster Wahlkampf für die Union, richtig?“

„Gut, ich würde das dann so an den Kandidaten kommunizieren, dass wir dieses Mal mit keiner inhaltlichen Auseinandersetzung an die Gegner herantreten werden.“ „Keine Experimente!“ „Das ist ja schon wieder Inhalt.“ „Sie interpretieren da schon wieder Ihre Ideologie rein.“ „Wieso meine Ideologie, ich bin doch selbst…“ „Ja, ist ja auch egal.“ „Wir könnten uns doch wenigstens für ein paar Positionen offen zeigen, mit denen wir den Wählern zeigen, dass sich CDU lohnt.“ „Das hat doch mit den Wählern nichts zu tun.“ „Das soll sich für uns lohnen.“ „Lassen Sie mal, so schlecht ist sein Vorschlag gar nicht, wir müssten uns nur die richtige Richtung dazu aussuchen.“ „Und was wäre das für Sie?“ „Klimawandel.“ „Klimawandel!?“

„Sie wollen uns doch jetzt nicht weismachen, dass wir den ganzen Zirkus veranstalten, nur damit unser Kandidat denselben Mist labert wie diese grüne…“ „Keine justiziablen Beleidigungen, das ist auch nicht zielführend.“ „Sie wussten ja gar nicht, was ich sagen wollte!“ „Aber mein erster Wahlkampf für die Union ist das nicht.“ „Es geht auch nicht um den Klimawandel, es geht darum, dass er als Begründung für die Verbotsideologie der Grünen herhalten muss.“ „Das heißt, wir kämpfen gegen die Verbotspolitik der Grünen?“ „Wir sind skeptisch.“ „Gegenüber den…“ „Dem Klima. Es ist ja noch gar nicht raus, ob sich das verändert.“

„Sie wollen ernsthaft in unser Wahlprogramm schreiben, dass die Union den Klimawandel nicht als Tatsache ansieht?“ „Das habe ich überhaupt nie gesagt, und das wissen Sie genau.“ „Also das ist doch jetzt Haarspalterei!“ „Eben, auf die Art hat unser Kandidat auch die Diskussion um dieses antisemitische Arschloch abgebogen.“ „Fakt ist jedenfalls, dass Sie die Union mit rhetorischen Tricks als Klimaleugnerpartei positionieren.“ „Das würde ich vor der Wahl nie in dieser Deutlichkeit sagen.“ „Aber danach!“ „Danach ist es ja auch egal, dann haben die Leute ja schon gewählt.“ „Es ist also keine Positionierung?“ „Ich würde höchstens von einer Präposition sprechen?“ „Wovon!?“ „Das ist eine präpositionale Ergänzung, aber die CDU bleibt natürlich immer noch die Hauptaussage.“ „Und das ganze Geschwurbel halten Sie ohne Kopfweh aus?“ „Ist eben sein erster Wahlkampf.“

„Dann ist die Union also demnächst in den Schlagzeilen, weil sie wirre Wahnvorstellungen konsensfähig machen will.“ „Und jede Menge gewaltbereiter Verfassungsfeinde auf die Straße bringt.“ „Das wäre doch wünschenswert, oder?“ „Ich weiß nicht, was Sie rauchen, aber Sie sollten es besser lassen.“ „Das ist doch großartig, wir sind in den Schlagzeilen, mobilisieren die Menschen und sind mit unserer politischen Meinung dem linkslinken Mainstream mindestens zehn Jahre voraus.“ „Hat nicht Merkel gesagt, wir dürfen auf keinen Fall mehr Klimaschutz wagen, damit wir nicht mehr Klimaleugner heranzüchten?“ „Deshalb wollen wir jetzt überhaupt keinen Klimaschutz mehr wagen, dann gibt es überhaupt keine Klimaleugner.“ „Aber wir sagen doch selbst, dass wir die Klimaveränderung…“ „Das ist völlig egal, wir können den Leuten doch nicht vorschreiben, welche Meinung sie haben sollen, solange sie uns nur wählen.“ „Das gilt dann als Meinungsfreiheit?“ „Natürlich, das ist es doch jetzt schon.“ „Ihre Auffassung von Bürgerrechten ist allerdings etwas ungewöhnlich.“ „Das gibt sich, irgendwann ist es kompatibel mit der neuen Mitte.“

„Und wie wollen Sie das erreichen?“ „Was erreichen?“ „Naja, Demonstrationen organisieren und Gegenöffentlichkeit schaffen und…“ „Wer redet denn von Gegenöffentlichkeit, wir werden nur die nächste Bundesregierung dafür kritisieren, dass man in Deutschland überhaupt nichts mehr gegen die Klimapolitik sagen darf.“ „Hat er sich jetzt nur versprochen oder haben wir uns alle verhört?“ „Ich dachte, wir sind die nächste Bundesregierung?“ „Hat das irgendeinen Regierungspolitiker von uns jemals abgehalten, populistische Forderungen an die Regierung zu stellen?“ „Ich verstehe das alles nicht mehr.“ „Dann kann es so verkehrt nicht sein, die Leute denken ja auch selten logisch.“ „Sehen Sie?“ „Ich weiß ja nicht.“ „Wir warten in Ruhe ab, bis die Coronaleugner sich ein neues Thema gesucht haben, das hat bei der AfD auch immer ein paar Monate gedauert, und dann schauen wir mal, wer da wann und wo auf die Straße geht.“ „Ich bin da skeptisch.“ „Ach was, Hauptsache ein neuer Markenkern.“ „Etwas Besseres kann uns doch bei diesem Kandidaten gar nicht passieren.“ „Und wenn wir es doch mal mit einer sinnvollen Strategie für die Zukunft versuchen?“ „Wie gesagt: Keine Experimente!“





Scharnierfunktion

20 05 2021

„Sind bei Ihnen eventuell antisemitische Vorurteile vorhanden? Das würde Sie für ein Angebot leichter vermittelbar machen. Sonst müssten wir mal sehen, ob wir erst mit einem Aufbaukurs starten oder Sie gleich in eine weiterführende Maßnahme schicken. Es soll sich für Sie ja auch lohnen.

Das Problem haben nicht nur Sie, wir werden hier täglich mit neuen Fällen konfrontiert – immer mehr Impfungen, es wird überall gelockert, viele fliegen sogar schon ins Ausland, da bricht für eine Menge Leute natürlich eine Welt zusammen. Diese ganzen Erzählungen, wie Sie angeblich gesehen haben, wie die Nachbarn von der Geheimpolizei abgeholt wurden, den Mann hat man noch auf dem Hof erschossen, die Frau wurde dann ins Lager gebracht, da hat man dann Menschenversuche mit Handystrahlen gemacht, und dann kommen die nach einer Woche gut erholt von der Ostsee zurück, das ist echt hart. Diese Corona-Diktatur, die gibt es gar nicht, keiner wurde gefoltert, Sie wurden bis heute nicht ein einziges Mal erschossen, das Leitungswasser ist nicht mit Ribosomen vergiftet worden, vermutlich gegen Dihydrogenmonoxid ausgetauscht, aber das hat keiner gemerkt, kleiner Scherz – also Ihnen ist jetzt die Lebensgrundlage entzogen worden, das sehe ich ein, und da wollen wir mal überlegen, was jetzt eine Beschäftigung für Sie wäre, die Ihnen Spaß macht und Sie ausfüllt.

Gerne gebucht wird ja der Reichsbürger-Kurs, das ist für zwanghaft orientierte Personen vielleicht das Beste. Haben Sie die Wahnvorstellungen noch immer, und treten die häufig auf? Dann könnte ich Ihnen die Reichsbürgermythologie sehr ans Herz legen, es erfordert nicht unbedingt viel politische Bildung, das meiste liest man sich sowieso im Netz an, dann bekommen Sie von uns noch einen kleinen Waffenschein spendiert, Nazi-Devotionalien, was man so braucht, und dann sollte es klappen.

Wenn Sie vorher schon ein gewisse Affinität zu naturwissenschaftlichen Theorien gehabt haben sollten, wäre da ein Grundkurs mit Chemtrails und Mondlandung ein guter Einstieg. Sie finden auch da rasch Anschluss, es gibt eine Menge Anknüpfungen zur Flache-Erde-Bewegung, also wenn Ihnen etwas an Vereinsaktivitäten und Fachvorträgen liegt, dann wäre das für Sie ausgesprochen passend. Sie wollen lieber demonstrieren? Verstehe. Machen Sie den Grundkurs trotzdem, das ist ein relativ leichter Einstieg in die Thematik des Klimawandelleugnens. Als Klimawandelleugnerin sind Sie sehr flexibel aufgestellt, Demo und Pressearbeit, Sie können im Internet hetzen, sich für beliebige Parteien im Wahlkampf einsetzen, meist für die, die Ihnen eh schon ideologisch vertraut sein dürften – wenn Sie die direkte Konfrontation suchen, können Sie auch auf Wahlkampfveranstaltungen gehen und dort die Kandidaten direkt anpöbeln oder bedrohen. Wenn Sie sich dabei filmen und eventuell sogar verhaften lassen, kommen Sie sogar als Märtyrerin groß raus. Ihnen liegt die Opferrolle, stimmt’s? Na also!

Alternativ würde ich Ihnen trotzdem gerne noch den klassischen Antisemitismus empfehlen. Darum hatte ich ja eingangs auch gefragt, wir müssen uns in dem Bereich den Nachwuchs sichern, und da ist momentan tatsächlich der größte Bedarf. Wenn Sie die geopolitischen Entwicklungen der vergangenen zeit ansehen, dann ist das eine der besten Optionen. In der Corona-Erzählung hatten wir sowieso immer eine antisemitische Komponente, wenn Sie sich da noch etwas tiefer reinarbeiten könnten, wäre das der ideale Ausgangspunkt für eine Tätigkeit in einer Scharnierfunktion. Sie wären sozusagen Bindeglied zwischen einer Gruppierung mit bürgerlichem Anstrich und einer rechtsextremistischen, ganz klar auf Gewalt und Genozid getrimmten Bewegung. Das muss man natürlich wollen, schon klar, aber Sie hatten ja vorher auch nicht unbedingt große Bedenken. Natürlich waren da auch andere, die sich als Sophie-Scholl-Verschnitt aufgespielt haben, die mit gelben Sternen demonstrieren gingen oder sich unbedingt mit Auschwitz-Insassen vergleichen mussten. Sie brauchen sich nicht zu entschuldigen, Sie waren ja nicht alleine. Aber Sie haben das mit einer gewissen Konsequenz durchgezogen, wo wir uns dachten: das kann man doch fördern, da sind die richtigen Anlagen vorhanden.

Diesen Basiskurs Regierungskritik würde ich jetzt nicht mehr so empfehlen. Wir bieten den zwar noch als Internet-Seminar an, aber solange wir nicht wissen, wie die nächste Regierung aussieht, bringt auch nur der Theorieteil etwas, und den haben Sie nach einer Woche erledigt. Wir gehen mal davon aus, dass Sie durch Ihre Zeit als Querdenkerin die argumentativen Strukturen sowieso schon eingeübt und internalisiert haben, und beim Eingangstest waren Sie so gut, dass ich Ihnen von diesen Basics sowieso abraten. Reine Zeitverschwendung. Sie könnten eventuell eine Differenzierung von linkem und rechtem Antisemitismus machen, das ist eine Vortragsreihe, die kriegen Sie aber auch als Podcast in fünf Teilen, damit ist man in einem Tag fertig. Wir nennen das scherzhaft das Hufeisendiplom, Sie wissen schon – Hufeisen? Naja, ist auch egal, aber das machen Sie maximal nebenbei.

Also gut, wenn Sie sich entschieden haben, dann trage ich Sie für den nächsten Kursstart ein, und Sie beginnen parallel mit den Praktika, die Sie vor Ort absolvieren. Sie dürfen sich da vollkommen frei bewegen, es zählt am Ende nur der Erfolg. Wir sind eine sehr unorthodoxe Behörde, deshalb sind Sie als Quereinsteigerin auch willkommen. Wenn Sie bitte hier unterschreiben möchten? Und keine Angst, Sie sind nicht die erste aus Ihrer Gruppe, die zum Verfassungsschutz wechselt.“





Strahlenatome

28 04 2021

„Halten Sie Ihren Ausweis bereit.“ Siebels schmiss den Plastikbecher in den Papierkorb vor dem Eingang und klingelte an der Pforte. Ein Surren kündigte den Türöffner an. Wir betraten die Anstalt und gingen auf die Pförtnerloge zu. Der Mann mit der Schirmmütze winkte uns mit einer müden Handbewegung durch. Das also war es.

Ich sah mich um. „Das hatte ich mir ganz anders vorgestellt“, bekannte ich. „Vermutlich mit vielen schweren Türen und vergitterten Fenstern“, knurrte der Fernsehmacher. „Sie verwechseln es mit einem Gefängnis, aber da sitzen ausschließlich geistig gesunde Menschen.“ Er hatte ja recht. In dieser geschlossenen Abteilung bewahrte man die schweren Fälle auf. Vollkommen friedlich saßen zwei Männer in der Sonne, während eine Frau an der Mauer entlang spazierte. Unvermittelt stand die Leiterin vor uns. „Sie sind pünktlich“, stellte sie fest. „Das weiß ich zu schätzen, wir haben hier alle Hände voll zu tun mit unseren Patienten.“

Sie führte uns nach unten in den Innenhof, der auf dem Niveau des Kellergeschosses angelegt war. „Seien Sie bitte vorsichtig“, riet sie. „Man sieht ihnen nicht unbedingt an, ob sie gerade einen Schub haben.“ Jetzt fiel uns auf, dass einer der Insassen eine Taucherbrille trug. „Herr Kistner“, mahnte die Ärztin, „Sie haben schon wieder Ihren Mundschutz nicht korrekt angelegt.“ Der Angesprochene sprang auf. „Sie haben die Strahlung angestellt“, schrie er. „Da kommen Strahlenatome aus der Maske, die für die Fernsteuerung programmiert sind.“ „Einer unserer leichten Fälle“, bestätigte die Leiterin. Ich stutzte. „Es gibt hier keine großen Überraschungen, bei ihm wissen wir immer, was er sagt.“ „Sie will mich fernsteuern“, kreischte Kistner. „Dafür zahlt der Stromminister von China hundert Milliarden pro Atom!“ „Gut“, meinte Siebels. „Ich weiß noch nicht, ob wir damit arbeiten können, aber ich kann mir wenigstens schon mal einen Eindruck über Ihre Einrichtung verschaffen.“

Während die Leiterin den immer noch tobenden Kistner zu beruhigen versuchte, gingen wir in den Hofgarten hinein. „Würden Sie mir vielleicht auch verraten, was wir hier gerade suchen?“ „Nur die Ruhe“, antwortete Siebels. „Wir sind ja gerade erst angekommen.“ Und er ging weiter, bis er an der Mauer angelangt war. Die Frau hatte sich auf eine Bank gesetzt und blickte in den Himmel. „Es gibt im Augenblick nur Tarnflugzeuge“, sagte sie. „Die anderen hat Merkel verbieten lassen, weil sonst die Verträge mit dem Islam ungültig sind.“ „Sehr gut“, frohlockte Siebels. „Sehr gut, damit können wir arbeiten. Kommen Sie, es lohnt sich.“ Die Leiterin hatte noch immer genug mit dem schreienden Mann zu tun, ich setzte mich auf die Bank gegenüber. „Die Wolken werden jetzt einzeln ionisiert durch Geschwindigkeitsaufladung“, sagte die Patientin. „Dann können die Chemtrails von alleine bis nach Afrika ziehen.“ „Interessant“, meinte Siebels. „Sie glauben mir nicht“, argwöhnte sie. „Dabei haben Sie sich damit vorher noch nie beschäftigt und wissen wahrscheinlich auch nicht, dass es diese Megasäuren nur gibt, weil Merkel sie im Islam hat entwickeln lassen.“ Siebels räusperte sich. „Was ich noch nicht ganz verstehe, wenn es nur noch diese unsichtbaren Flugzeuge gibt, warum hat man sie nicht schon viel früher eingesetzt? Dann wäre doch der Plan nie rausgekommen.“ Sie sagte nichts. Die Leiterin kam herüber. „Regen Sie Frau Trischke bitte nicht zu sehr auf.“ Siebels musterte die Dame. Sie dachte offenbar gerade angestrengt nach. „Das Geld musste ja erst gestohlen werden“, gab sie zurück. „Dazu haben sie Corona erfunden, Merkel und die Islamiker, und dann werden von denen, die im Krankenhaus sind, die Wohnungen durchsucht und das Geld gestohlen, und jetzt gibt es allein in Berlin hunderttausend unsichtbare Flugzeuge.“ „Es reicht jetzt“, drängte die Leiterin. „Sie ist sonst den ganzen Abend wieder so unruhig.“

Siebels ging noch ein bisschen durch den Garten und sah sich den Springbrunnen in der Mitte an, der leise vor sich hin plätscherte. „Jetzt sagen Sie mir bitte, was Sie hier suchen.“ „Experten“, sagte er. „Keine Talkshow ohne Experten, das wissen Sie dich genau so gut wie ich – nur, dass wir das ein neu interpretieren werden.“ Ich war verwirrt. „Sie wollen diese Wahnsinnigen allen Ernstes in ein Fernsehstudio mit Politikern und Wissenschaftlern setzen?“ Siebels nickte. „Als Betroffene.“ Ich verstand überhaupt nichts mehr. „Schauen Sie“, sprach er. „In einer Sendung über Rassismus fällt den Produzenten nichts Besseres ein, als einen Nazi in die Diskussionsrunde zu setzen. Geht es um den Pflegenotstand, holen sie eine Aktionärsarschgeige, die gerade als Gesundheitsminister versagt. Wir werden in den kommenden Wochen noch genug Formate haben, in denen die explodierenden Zahlen der dritten, fünften, dreizehnten Welle durchgekaut werden.“ „Und Sie wollen jetzt…“ Er nickte. „Wir setzen Frau Trischke ins Studio und lassen sie in aller Ruhe ihren hirnverbrannten Blödsinn reden. Viel hirnverbrannter als ein CDU-Kanzlerkandidat kann man nicht sein, und vielleicht öffnet genau das den Zuschauern die Augen.“

Er besprach noch etwas mit der Leiterin, machte sich eine kleine Notiz und blickte dann auf die Uhr. Dann verabschiedete er sich und ging wieder herauf ins Erdgeschoss. Siebels machte einen durchaus zufriedenen Eindruck. „Einen Abend pro Woche“, verkündete er. „Dafür bekommen wir sie auch exklusiv.“ Und er lief auf den Eingangsbereich zu, wo der Pförtner zwei Finger an den Rand seiner Schirmmütze legte und uns müde zulächelte. Was hatte er nicht alles schon gesehen.





Schutzzone

18 01 2021

„Die Polizei!? nee, auf die ist doch hier schon lange kein Verlass mehr. Oder würden Sie bei einer Bande von Autoknackern anrufen, wenn Sie nachts auf der Landstraße liegen bleiben?

Man muss den Behörden das nur klar genug machen, dann spielen die auch mit. Wir haben uns jetzt organisiert und auf eigene Kosten ausgerüstet, wir haben alle Waffenschein, Waffenbesitzkarte und ordnungsgemäß aufbewahrte Waffen samt Munition in gesicherten Schränken außerhalb der Wohnung, und nichts aus Bundeswehrbeständen. Und jetzt sichern wir unseren Ort eigenständig mit unserer Bürgerwehr. Der nächste Querdenker, der sich hier blicken lässt, kriegt ordentlich aufs Maul.

Das dürfen Sie im Antrag natürlich nicht so formulieren, sonst haben Sie keine Chance. Da drin muss stehen, dass Sie für die Einhaltung von Recht und Ordnung einschließlich der auf kommunaler und Landesebene erlassener Verordnungen sind und diese mit legalen Mitteln durchsetzen wollen, um die Einsatzkräfte der Polizei zu unterstützen und sie vor allem nachts sowie an Sonn- und Feiertagen zu entlasten. Also immer dann, wenn diese verstrahlten Bumsköppe hier durch die Gemeinde ziehen und ihre Nazifahnen schwenken, weil die Regierung uns ihrer Meinung nach die ganze Pandemie vorspielt, um das deutsche Reich in den Grenzen von 1937 zu zerstören. Ich würde den Leuten ja sonst Tabletten geben, aber das wollen sie nicht. Vermutlich waren beim letzten Mal die Nebenwirkungen nicht korrekt dosiert. Da muss man eben zur Selbsthilfe greifen, sagt ja die Politik auch. In der Corona-Krise muss die Bevölkerung sich solidarisch zeigen, damit die Gefahr eingedämmt werden kann.

Wir haben hier schon eine fürchterlich hohe Inzidenzzahl, da kommt es auf die Reduktion von Kontakten an. Die Ausgangssperre ist eine Form der Maßnahmen, die wir gerne unterstützen, und die Einhaltung des 15-Kilometer-Radius kommt hinzu. Wenn wir beispielsweise sehen, dass sich zu den Kundegebungen auch Einwohner aus anderen Bundesländern einfinden, manche auch mit dem Bus angereist, dann sorgen wir natürlich für einen seuchentauglichen Empfang. Unsere Freiwillige Feuerwehr hat im letzten Jahr ein neues B-Rohr angeschafft. Wir verzichten auf den Stützkrümmer, damit der Druck nicht verloren geht, und unsere Kameraden kriegen das zu dritt ganz gut hin. Mit etwas Glück überlebt man so einen Einsatz ohne bleibende Schäden. Also als Demonstrant.

Offiziell haben wir das natürlich als hygienische Maßnahme begründet, und was soll ich sagen, die Verwaltung hat sich nicht damit beschäftigt, weil sie die Vorschriften nicht kennt. Die Polizei hat eh keine Lust mehr, ständig über die Dörfer zu fahren, und wir haben die Lage mittlerweile auch im Griff. Wenn Sie mich fragen, wir sind hier sicher.

Dann hatten wir noch den Schriftverkehr mit dem Amtsgericht, die uns bestätigt haben, dass wir sie bei der Verhinderung des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen tatkräftig unterstützen dürfen. Wir hatten hier einen Bauern, der zu Führers Geburtstag gerne mal die Hakenkreuzfahne aus dem Schuppen geholt hat. Der hat ja erstaunlich lange überlebt, dann wurde sein Sohn Ortsvorsteher, und kaum war er wieder aus dem Knast raus, saßen die auch schon im Landtag. Damit wir uns nicht falsch verstehen, man kann die Pandemiemaßnahmen durchaus als nicht ausreichend parlamentarisch kontrolliert kritisieren, aber wenn diese Herrschaften hier mit Kriegsflagge einmarschieren, zeigt ihnen unsere Dorfjugend gern mal, wie schnell man in eine Prügelei verwickelt werden kann. Bei uns wird ja Schlagball noch ganz groß geschrieben. Und in Hessen soll es vorzüglich ausgestattete Gesichtschirurgen geben, habe ich mir sagen lassen.

Manchmal haben wir allerdings auch kleinere Probleme, zum Beispiel mit dem Ortsvorsteher. Der ist ja im Hauptberuf Frisör, und deshalb hat er auch letzten Samstag den Salon wieder geöffnet. Gegen die Dauerwelle, wie er das nennt. Ihn selbst hat das ein hübsches Bußgeld gekostet und die Lizenz zum Föhnen. Außerdem schützt unsere Bürgerwehr die Läden jetzt sehr effektiv. Vor allem gegen plötzliche Inbetriebnahme, wenn die Besucher aus anderen Bundesländern uns Broschüren in den Briefkasten schmeißen, dass die Regierung der BRD GmbH gar nicht befugt sei, uns die Ladenschließungen zu befehlen, damit hinter unserem Rücken der Islam die Scharia einführen kann. Wir sind in Sachsen, da kann es dauern, bis sich die Polizei für Äußerungen des gesunden Volksempfindens interessiert.

Natürlich können die Querdenker gerne weiter zum Demonstrieren herkommen. Gerne auch mit Polizisten an ihrem freien Tag. Hier zählt die robust ausgetragene Meinungsverschiedenheit über Themen aus dem Staatsrecht zur Folklore, und wer das nicht glaubt, darf sich gerne die benachbarten Ortschaften anschauen. Da wurde seinerzeit eine Schutzzone geschaffen für die Einwohner, die sich von importierter Kriminalität durch Feinde des Heimatvolks gefährdet sahen. Bedrohungslage klar erfassen, nicht auf den Staat warten, proaktiv selbst handeln. Wenn von uns Eigenverantwortung verlangt wird, um die Krise einzudämmen, dann werden wir das eben in die eigene Hand nehmen. So einfach ist das.“





Gernulf Olzheimer kommentiert (DXLVII): Der Aluhut als Ersatzreligion

15 01 2021
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Irgendwann werden sie angefangen haben, sich die Welt zu erklären: warum jeden Tag die Sonne aufging, die Jahreszeiten wechselten und das Gras wuchs, wenn man Körner auf den Acker streute, unter dem die Ahnen lagen. Die ersten ethischen Fragen schienen auf. Wächst das Gras schneller, wenn wir die Verwandtschaft frühzeitig unter die Scholle schieben? Haben die Jagdtiere eine Seele, die uns für den Verzehr bestraft? Hat der Hominide in der Natur eine Sonderstellung, weil er sich für intelligenter hält als andere Wesen, die ohne seine Existenz ein wunderbares Leben hatten und es auch weiter gehabt hätten, würde er nicht immerzu seine dämlichen Griffel in alles reinstecken und es für Fortschritt halten? Irgendwann muss der Mensch die Zusammenhänge in mythologische Formen geschwiemelt, mit rituellen Handlungen verknüpft und in ein systematisches Konzept gepresst haben, das er fortan für wahr hielt, wenngleich sich diese Wahrheit nicht empirisch begründen ließ – abgesehen vom Wahrheitsbegriff, den jede Religion für sich beansprucht, die durch Götzen, Geister und Götter geformt die Opfergabe von Tierblut als unerlässlich für die nächste Ernte ansah oder den Genuss von Backwaren und Alkoholika als bindend betrachtete für ein feinstoffliches Weiterleben nach der Rückkehr des Körpers zur Biomasse. Irgendwo zeigt sich dann der Bruch, die Wissenschaft dringt jäh ein in die Zaubererzählungen, es gilt keine Geschichte vom Weihnachtsmann mehr und kein Fantasyelaborat von Männern, die übers Wasser laufen und in den Himmel reiten. Dann aber muss schnellstens Ersatz her.

Spätestens durch den Einbruch protestantischer Tugendethik, die mühsam als Markt verkleidet die Gesellschaft mit ihrem Selbsthass terrorisiert, ist der Glaube eine säkularisierte Veranstaltung, die nur noch aus Gründen der Opportunität stattfindet. Ostern und Zuckerfest sind ökonomische Marker im Einzelhandelsjahr, Platzanweiser für korrekten Konsum und ansonsten private Events, die unter Beobachtung des sozialen Nahbereichs ablaufen. Die ordnende Kraft des Religiösen, die das Glauben an sich bestimmt, ist fundamentalmaterialistischen Anschauungen gewichen, unter denen sich auch moralische Ansprüche kommod verstauen lassen. Ob die Risse im Gebälk der Aufklärung auch die Unsicherheit zeigen, mit der sich die realistische Geisteshaltung der Postmoderne herumschlägt? Wir sind uns dessen zumindest nicht bewusst, neigen zu Übersprungshandlungen und Übertreibungen.

Eine der psychologisch wichtigen Aufgaben von Religion ist die Bewältigung existenzieller Krisen; der Verlust eines Länderspiels, lebensbedrohliche Erkrankungen oder die Aussicht auf das eigene Ableben sind Grenzerfahrungen, mit denen wir nur ungern konfrontiert werden. Geht uns nun der stabilisierende Rahmen des Grundvertrauens in eine metaphysische Ordnung verlustig, was zusätzlich eine geistige Krise provoziert durch den Einbruch des nicht mehr Fassbaren – ein Paradox, das sich bei Verfügbarkeit strafender Gottheiten gar nicht erst zeigt und bei gleichzeitig barmherzigen in ein lustiges Logikwölkchen löst – bedürfen wir rasch eines tauglichen Substitutionsgutes. Hier kommt die Verschwörungsideologie in ihrer praktischen Form des leicht Begreifbaren ins Spiel, beispielsweise in Gestalt des Aluhutes, Querbommels oder einer beliebigen Flagge, die man beliebig hochhält.

Die faktische Kraft des Irrationalen erlaubt uns, alle möglichen Sperenzchen zu einem Synkretismus aus geistigem Bauschaum und sozialverträglichen Wahnvorstellungen zu vermengen, der gleichzeitig die Schuldfrage klärt, wenn wir für unsere eigene Beklopptheit nicht bestraft werden wollen, und die Irritation unserer elementaren Überzeugungen durch Externalisierung auf böse Mächte schieben lässt. Sinn stiftet das nicht, aber darauf kommt es vorrangig nicht an; es erlaubt dünn angerührten Kaspern, sich an der selbst zusammengekloppten Krücke einigermaßen durch den Morast der eigenen Ängste zu schleppen, ohne übermäßig rational zu werden, da dies Rechenkapazität zieht und die hedonistisch geprägten Gewohnheiten durch lästige Fragen stört. Hat sich die Schwurbelgurke erst einmal mit der Problematik beschäftigt, welche Konsequenzen sein normiertes Spießerdasein mit sich bringt, für ihn und für andere, besteht immer die Gefahr, dass die Fragen nicht mehr aufhören. Beten und Büßen wären eine nette Übung, sich zu exkulpieren, leider ist die himmlische Instanz gerade im Nirwana verdampft.

So unternehmen die Rotte der Stumpfstullen wütende Wallfahrten, latschen pöbelnden Priestern hinterher und spenden eine Menge Kleingeld für eine Erlösung, die man nicht sehen kann und an die man besser nur glaubt, nachdem man sie als absurd anerkannt hat. Wir sind verloren, wenn wir nicht begreifen, dass diese Ansammlungen fanatischer Flusenlutscher der Untergang der freien Welt ist, wenn wir sie nicht in ihre Löcher zurück stopfen. Die Erleuchtung kam noch nie aus dem Dreck, und die Auffassung allein, dies als legitimen Glauben zu tolerieren, macht nichts besser. Nicht einmal da, wo das Pathos des Unbedingten wirkt.





Nicht ohne meine Katze

13 01 2021

„Und Sie haben dann ganz bewusst das Hack aus der Fleischfabrik gekauft, die europäische Zerleger mit Werkverträgen beschäftigt? weil die Politik der Wirtschaft das nicht befehlen darf, dass Ihr Fleisch teurer wird, damit diese Ausländer an Deutschen verdienen? Ja, das ist eine Widerstandshandlung. Lassen Sie sich da bloß nichts anderes einreden.

Es war uns von Anfang an klar, dass das einen gewissen sozialpädagogischen Aufwand bedeuten würde, aber wir hängen uns da wirklich rein. Seit die ersten Idioten mit Sophie-Scholl-Plakaten fürs Einkaufen ohne Gasmaske demonstriert haben, hört das hier quasi nicht mehr auf. Alles ist Widerstand, alles ist gegen das System, wir können das nur noch an den Rändern einhegen. Die Leute kleben sich ja inzwischen einen gelben Stern auf die Jacke, damit sie gegen die Lügenpresse schwarzfahren und als Erwachte im Supermarkt Schnaps klauen dürfen.

Beratungsstelle Widerstand, wie kann ich Ihnen helfen? Das ist richtig. Sie dürfen sich in Gebieten mit entsprechender Inzidenzzahl nicht weiter als fünfzehn Kilometer von Ihrer Wohnsitzgemeinde entfernt aufhalten, es sei denn, es liegt ein triftiger Grund vor. Arbeit wäre beispielsweise einer. Gut, das trifft auf sie nicht zu. Ich wollte ja auch nur mal gefragt haben. Polizeikontrolle, aha. Ja, die dürfen nach dem Grund Ihrer Autofahrt fragen. Es handelt sich um eine Kontrolle im Straßenverkehr, da kann ein Kennzeichen schon mal verdächtig aussehen. Sie können den Grund Ihres Aufenthaltes natürlich verschweigen, das ist richtig. Allerdings müssen Sie dann auch die Konsequenzen für Ihr Verhalten tragen. Die Polizei? warum soll jetzt die dafür bestraft werden? Weil ein Polizist Ihnen neulich auf der Demo erzählt hat, dass die Merkelsau in die Gaskammer gehört, und ein anderer Polizist will Sie wegen einer Ordnungswidrigkeit belangen? Sie wollen das dann lieber vor dem Volksgerichtshof von Ihrem Reichsanwalt verteidigen lassen? Das ist Widerstand, da haben Sie recht.

Also Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, aber wenn er mich nicht ausreden lässt, ist das nicht mein Problem. Wir sind hier nicht die Lebenshilfe für unterbelichtete Profilneurotiker. Das kommt bei denen ja meist raus, wenn sie jahrelang den ganzen Nachmittag vor der Glotze hocken und Hitlerdokus bingen: intellektueller Kriechstrom, wenn Sie mich fragen. Die wissen genau, welche Panzendivision der Führer wo gegen Stalin hat aufrollen lassen, aber nicht, wann die aufs Maul gekriegt hat. Das sind historische Unkosten, aber sie kapieren es nicht.

Beratungsstelle Widerstand, wie kann ich Ihnen helfen? Die Genehmigung der Gemeinde liegt vor, sagen Sie – Sachsen? Verstehe, da darf man sich ‚Volksstandarte Reichssturm 1933‘ nennen. Ihr Schwager ist Staatssekretär und saß mehrfach ein? Das steht in keinem ursächlichen Zusammenhang? Das hat ja auch keiner behauptet, wir kennen ja die Ursache auch noch nicht.

Sie dürfen selbstverständlich eine Bürgerwehr gründen, die die Polizei zum Feindbild hat – meist ist die Bürgerwehr attraktiver als die Polizei, weil man dann in Sachsen gesellschaftlich nicht mehr so ausgegrenzt ist. Sie müssen nur Ihre Mitglieder darauf hinweisen, dass staatsfeindliche Propaganda während der Dienstzeit nicht als Widerstand gilt. Ob es da für Reichsbürger Sonderregelungen gibt, ist mir nicht bekannt, wäre aber logisch. Wenn Sie schon einen Staat abschaffen wollen, der gar nicht existiert, dann sollten Sie sich von ihm wenigstens den Lebensunterhalt finanzieren lassen.

Ja, das ist alles ein bisschen wirr mit diesen Leuten. Die demonstrieren unter Polizeischutz gegen die Regierung, um zu zeigen, dass sie in einer Diktatur leben, die ihnen die Grundrechte entzieht. Und da sie der Ansicht sind, dass diese Grundrechte für sie sowieso nicht gelten – es gibt ja gar keine richtige Verfassung, die wurde uns von den Feindmächten nach der Zerstörung des Reiches einfach aufgezwungen – berufen sie sich ständig auf das Grundgesetz für die gar nicht vorhandene BRD. Was kommt als nächstes? Generalstreik für Freibier? Nicht ohne meine Katze?

Beratungsstelle Widerstand, wie kann ich Ihnen helfen? Sie wollen sich tätowieren lassen? Das ist ja mal etwas ganz Neues. Was soll es denn werden, irgendwelche SS-Runen, Hakenkreuze, Nazikram in falsch buchstabierter Fraktur? Ach so, das ist ja verboten. Also den Akt des Tätowierens selbst als Widerstandshandlung definieren, das kann man schon machen. Das kostet den Tätowierer dann wohl ein ordentliches Bußgeld, weil er sein Studio entgegen der Verordnung betreibt. Natürlich kann man das auch zu Hause am Küchentisch stechen, keine Frage. Dann kann der gute Mann allerdings gemäß Gewerbeordnung seine Zulassung verlieren, dann ist das vielleicht Widerstand gegen den bösen Kapitalismus, in dem Läden betreiben muss. Oder Widerstand gegen das Gesundheitswesen, falls Sie sich dabei infizieren und mit einer Sepsis in die Klinik eingeliefert werden, die Sie nicht aufnimmt, weil alle Betten wegen einer nicht existierenden Pandemie belegt sind. Also ich würde das an Ihrer Stelle machen. Das führt zu Marktbereinigung, wenn Sie verstehen, was ich meine.

Ja, so geht’s hier zu. Das ist ein ganz normaler Arbeitstag in der Beratungsstelle. Zum Glück hatten wir heute nicht den Typen, der alle paar Stunden durchruft, wenn er aus Widerstand pinkeln geht. Wenn Sie keine Fragen mehr haben, ich mache jetzt Feierabend, weil morgen ein langer Tag ist. Da helfe ich aus im Einsatzzentrum Meinungsfreiheit.“





Antijudäische Volksfront

12 01 2021

„… dass eine Radikalisierung der sogenannten Querdenker-Bewegung durchaus möglich sei. Söder sehe zwar noch keine Beweise für einen Anschluss der Szene an rechtsextremistische oder…“

„… zwei Fahrzeuge mit Motorschaden auf der Autobahn liegen geblieben seien. Die Auslieferung des Serums sei aber nach Aussage der regionalen Gesundheitsämter nicht gefährdet, da zwischen den beiden Vorfällen in Baden-Württemberg und im Saarland keine ersichtlichen…“

„… müsse der Staat sofortige Vorkehrungen treffen, um die Gefahr eines kommunistischen Umsturzes zu bannen. Seehofer fordere daher ein sofortiges Verbot der Antifa, deren Mitglieder sich durch ausländisch finanzierte Spenden und…“

„… nach dem Vorwurf des gemeinschaftlich verübten Totschlags in drei Fällen vom Einsatz im Asylbewerberheim abgezogen worden sei. Es sei jedoch keine Absicht, alle noch auf freiem Fuß befindlichen Mitglieder des Wachschutzes im Impfzentrum des…“

„… dass die Polizei künftig auch ohne Anlass Personen, die theoretisch verdächtig aussehen könnten, durch einen finalen Präventivschuss in den Hinterkopf ausschalten müsse. Wendt habe auch ein Gesetz angeregt, dass Passanten mit undeutscher Hautfarbe und gefährlichen Namen so schnell wie möglich in den…“

„… etwa dreitausend Handzettel in mehreren Stadtbezirken verteilt habe, die vor der Impfung gewarnt hätten. Unter dem Briefkopf mit dem Stadtwappen von München sei jedoch versehentlich der Schriftzug Antijudäische Volksfront und eine Telefonnummer des…“

„… fürchte der bayerische Ministerpräsident eine ‚Corona-RAF‘, die sich im Untergrund radikalisiere, der deutschen Wirtschaft erhebliche Schäden zufüge und die politische Stabilität der Union noch vor den…“

„… einen Impfstofftransport mit Waffengewalt an der Weiterfahrt habe hindern wollen. Das LKA Sachsen gehe weiterhin von einem missglückten Überfall auf einen Geldtransport aus, da es im Vorfeld keine Hinweise auf derartige…“

„… seien auch die Lehrerinnen und Lehrer in die Pflicht zu nehmen. Aiwanger fordere sämtliche Pädagogen auf, ihre Spring- und Klappmesser auch in der Schule mit sich zu führen, um jeden Versuch einer maoistischen Hetzpropaganda in den unteren Klassenstufen sofort zu…“

„… seien bereits an mehreren Impfzentren Rohrbomben gefunden worden. Das BKA sei in diesem Fall sicher, dass es sich um einen linken Anschlag handle, da ein aufgesprühtes Hakenkreuz zweifelsfrei als Tarnung durch Symbole des…“

„… die Querdenker als linksextremistische Terrororganisation verbieten lassen wolle. Der Bundesinnenminister habe jedoch beschlossen, mit dem Verbot so lange zu warten, bis es zu eindeutig als links interpretierbaren Äußerungen von Seiten der…“

„… könne man den Brandanschlag auf die Fertigungsstätte in Idar-Oberstein mit ziemlicher Sicherheit dem trotzkistischen Aktivisten Jens D. (89) nachweisen. D., der seit 2007 in einem Demenzpflegeheim in der Nähe von Husum lebe, habe den Verdacht auf sich gelenkt, da er keinen Antrag auf Impfung bei der zuständigen…“

„… die Treffen der Pandemiekritiker nicht mehr mit vollem Polizeischutz ausstatte. Herrmann wolle nicht zulassen, dass sich mehr Beamten als nötig der Gefahr einer Virusinfektion aussetzen müssten. Stattdessen sei nur noch eine Begleitung für die Gegendemonstrationen geplant, die sich teilweise durch Masken der Gesichtserkennung entzögen und daher leicht dem linksterroristischen Spektrum…“

„… die Geiselnahme in Erfurt unblutig beendet worden sei. Die AfD-Landtagsfraktion habe die Aktion im Gesundheitsamt verurteilt, gleichzeitig aber auch Verständnis dafür geäußert, dass ein unbeugsamer Volksgenosse sich gegen die von Bill Gates befohlene Zwangsdigitalisierung des…“

„… dass friedlicher Protest auch weiterhin möglich bleibe. Seehofer empfehle den Medien, stilisierte Judensterne oder Plakate, auf denen die Vergasung der Bundesregierung angekündigt würden, nicht mehr so deutlich zu zeigen, damit es nicht zu Nachahmungstaten oder…“

„… keinen Grund zur Strafverfolgung sehe. Die Forderung der Demonstranten, ein ausländerfreies Reich zu schaffen, könne nach Ansicht des OLG Bamberg auch metaphorisch gemeint sein und sei offensichtlich wegen der verfassungsmäßig verankerten FDGO nicht auf den deutschen…“

„… die Vorratsdatenspeicherung auch gegen das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts schnellstens implementieren werde. Scheuer wisse aus absolut sicherer Quelle, dass es keine weitere juristische Auseinandersetzung vor einem europäischen…“

„… die Wehrsportgruppe Corona Kretschmer eine Einladung ausgesprochen, die dieser gerne angenommen habe. Zur Sicherheit werde man das Treffen mitstenografieren, da es fraglich sei, ob sich der sächsische Regierungschef an das erinnern könne, was er während des…“

„… sehe der Verfassungsschutz derzeit keine Gefährdungen für die Öffentlichkeit. Solange die beobachteten Gruppen noch historische Personen wie Stauffenberg als Vorbilder bezeichneten, könne man keine Anzeichen für einen gewaltsamen…“





Gernulf Olzheimer kommentiert (DXLVI): Demagogie als Geschäftsmodell

8 01 2021
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Manches begann mit der Ausbreitung der Pest. Während das gemeine Volk trüb aus der Wäsche guckte, hatten die Händler des Heils schon Arznei aus fernen Ländern parat. Allerlei Krauts, Beeren und krümelartige Substanz wechselte den Besitzer, wobei ein Part des Geschäfts zutiefst überzeugt von der Wirkung des Therapeutikums war – bei Kunden aus dem Publikum teils auch beide. Das tat nun der Verbreitung derartiger Wundermittelchen keinen Abbruch, im Gegenteil: da die Gesellschaft mit dem Intellekt von Zahnbelag ausgestattet war, graste ein Scharlatan nach dem anderen die Lande ab und ließ seiner Konkurrenz die übrig, die das Spektakel so weit überlebten, dass ihnen die Kreuzer noch lose im Beutel saßen. Möglicherweise schwiemelte sich der zweite Zocker eine ganz andere Story zurecht, doch wen störte das, solange sie Pülverchen, Pillen und anderen Schnickschnack kauften? Esoterik als Geldquelle ist bekannt, seitdem Hominiden Geister und Dämonen in eine institutionelle Ordnung mit konstantem Finanzierungsbedarf überführt haben. Warum sollte dieses Geschäftsmodell nicht auch für Demagogie funktionieren?

Zwar kommen die Wirkstoffe heute größtenteils aus Parallelwelten, aber ein Unterschied ist das nicht. Die Mehrheit weiß, dass es mehr als einen Kontinent gibt, und eine Minderheit hält die Erde wieder für eine Scheibe. Durch Alphabetisierung haben die westlichen Ausbeuternationen immerhin die Lesekompetenz so weit gesteigert, dass der durchschnittliche Knalldepp seine Kröten für wirre Wahnergüsse in debilen Traktaten ausgibt, die die Denkfähigkeit des Kunden nach dem Erwerb nicht zwingend erfordern. Hauptsache, der Führer hat mit einem Haufen Papier oder anderweitigen Medien über seinen Kampf in Kenntnis gesetzt, wer bisher noch keine Erleuchtungsmöglichkeit für seine Rübe zu finden vermochte. Ein Amulett mit Bildnis der Heiligen Stultitia hätte es auch getan, leider kann man den Bommel nur einmal verticken. Der Absatz erfordert also Märkte, die sich verstetigen lassen, düster verquaste Abomodelle, Lizenzen, Vereine, kurz: alles, was sich mit etwas menschenfeindlicher Energie der Gier dienstbar zur Seite stellt, um die Realitätsallergiker systemkonform ausbluten lässt.

Lustigerweise nutzen diese Klötenkönige genau das System und seine rechtlichen Statuten, die sie an anderer Stelle bekämpfen oder wenigstens tapfer ignorieren, um nicht von unerlaubterweise geistig gebildeten Quertreibern argumentativ am Kopf erwischt zu werden. Aber wie es auch Beamte gibt, die heulend ihr Gehalt einklagen von einem Staat, der für sie gar nicht existiert, ist Habgier stets ein zuverlässiges Mittel, um jeden Anstand streifenfrei zu entfernen.

Trefflich eignen sich moderne Dienstleistungen für den Vertrieb, etwa Wallfahrten zum Auflauf der Heckenpenner, touristisch aufgemotzt zum Event unter medialer Begleitung, die als Werbesperrfeuer auf sämtlichen Kanälen nicht nur das Begehren weckt, selbst unter den dümmsten Zufallsgeburten durch die Gegend zu stolpern, sondern auch ein veritables Markenbewusstsein generiert, im Namen des ausgegebenen Produkts Botschafter zu sein für die Unterkellerung des Niveaus, für die man freudig abgelascht hat. Unter den Triefaugen des obersten Aasgeiers lassen sich die kognitiv suboptimierten Aluhütchenspieler zu Allotria treiben, an denen sie natürlich selbst schuld sind. Der Demagoge tut nichts, der will nur am Spiel verdienen.

Anfänger verticken nun den billigen Tinneff, Mitgliedsausweise, Teilnahmebescheinigungen für den Tag X, an dem die eigene Blödheit gegen das Recht verteidigt wird, die Profis versprechen schon die gehobenere Klientel an, die sich mit Vernunft nicht mehr abfindet. Früher besorgte man liquiden Fürsten Einhörner, dem Volk getrockneten Mist derartiger Fabeltiere, immerhin: die Kasse klingelte. Heute tut’s schon ein Wisch mit ärztlichem Testat, die Restwelt nicht mit seinem Gesichtsübungsfeld belästigen zu müssen, sinnvoll wie ein Brennholz-Verleih, rechtssicher wie ein Lottoschein, der nach der Ziehung ausgefüllt wird. Denn die Welt ist so einfach, wie sie kompliziert aussieht; an jedem Tag steht ein Dummklumpen mehr auf, als zuvor von ihnen auf die Nase gefallen sind. Der Tisch ist also auf Dauer reich gedeckt.

Früher mussten pseudoreligiöse Extremisten noch öffentliche Hexenverbrennungen organisieren, um ihren Machtanspruch vor den Grützbirnen zu zementieren, heute geben Verschwörungsterroristen einfach eine ausländische IBAN an und lassen sich am Fiskus vorbei die arbeitsscheue Parallelexistenz mit einer luxuriösen Apanage polstern, um vor den Stumpfstullen auf der Straße und im Internet als erfolgreich, also rechtschaffen dazustehen. Es ist nichts als die konsequent zu Ende gedachte Praktik des Spätkapitalismus, nicht für jeden Profit Leichen suchen zu müssen, über die man gehen kann, wenn es auch in entgegengesetzter Richtung klappt. Denn jeder, der ins Gras beißt, hinterlässt ein bisschen Geld, und den Prozess gilt es zu beschleunigen. Wäre es nicht so elegant und schlüssig, man hielte es für einen perfiden Verschwörungsmythos. Aber was sagt das schon.





Mythen in Tüten

17 11 2020

„Bisschen Antisemitismus? Also Antisemitismus geht immer. Wird auch gerne genommen, in letzter Zeit nicht mehr nur, weil man sich jetzt traut, solche Ansichten auch öffentlich zu äußern, sondern weil man auf dem Markt anschlussfähig bleiben will.

So ein Verschwörungsnarrativ ist ja letztlich schnell in die Welt gesetzt, aber wenn Sie es nicht sorgfältig durchplanen, dann sind Sie auch ganz schnell wieder in der Versenkung verschwunden. Wenn Sie da keinen harten Markenkern vorweisen können, setzen Sie sich nie gegen die Konkurrenz durch. Das muss sich ja nicht widersprechen, das kennen Sie vielleicht von den Algorithmen aus dem Internet: wenn Sie Socken kaufen, empfiehlt Ihnen der Algorithmus auch eine Bratpfanne. Macht auf den ersten Blick jetzt nicht viel Sinn, funktioniert aber. Und Sie wissen, was Erfolg hat, hat Erfolg. Also nutzen Sie lieber altbewährte Komponenten und setzen Sie die etwas individueller zusammen. Was kann schon schief gehen?

Momentan wird Überwachung gern genommen. Wir haben da hervorragende Angebote, sogar mit Geld-zurück-Garantie. Das letzte Paket war ganz auf den staatlichen Datenschutz zugeschnitten, den es jetzt ja nicht mehr geben soll, weil wir sonst von den fremden Geheimdiensten ausspioniert werden. Jetzt haben wir gar keinen Datenschutz mehr, und die eigenen Geheimdienste spionieren uns aus. Das Privatsphäre-Modul bekommen Sie von uns gratis für die ersten Demos dazu, mit dem können Sie dann ein bisschen herumexperimentieren, damit es in Ihre Verschwörungsideologie passt. Wir haben schon gesehen, dass es anschlussfähig ist an die technikfeindlichen Komponenten, WLAN-Strahlen oder 5G, und es ist mit den Klassikern kompatibel. Wir werden also wahlweise von den Freimaurern im Auftrag der Juden ausspioniert oder umgekehrt. Wenn Sie irgendwas mit Echsenmenschen oder Aliens ausprobieren wollen, nur zu. Was noch nicht passt, wird halt passend gemacht.

Wir haben ja durchaus auch Klassiker auf dem Markt. Ein paar kleinere Vereine werden von uns seit Jahrzehnten mit den Basics beliefert, die sich im Wesentlich nie geändert haben. Deutsches Reich und Dolchstoß und solche Sachen, es gibt immer noch erstaunlich viele Nostalgiker, die das kaufen. Jedes Weihnachten machen wir eine Aktion, für ein weiteres Jahr Kundensupport mit Versailler Vertrag und Protokolle der Weisen von Zion. Das ist ein bisschen komisch, weil es für die alten Kamellen gar keine Ersatzteile mehr gibt, keine Updates, also im Grunde auch keinen Kundensupport. Aber die Leute ordern das, weil sie es immer schon hatten, und wir müssen das doch nicht korrigieren. Auftrag ist Auftrag, oder nicht?

Ein paar Komponenten haben sich als nicht ausreichend kompatibel erwiesen. Wenn Sie sich mit der Mondlandung beschäftigen, werden Sie sehr schnell feststellen, dass es sich nicht mit dem Philadelphia-Experiment verträgt. Wie kann eine US-Regierung gleichzeitig mit ein paar Tausend Technikern ein ganzes Raumfahrtprogramm im internationalen Fernsehen vorspielen, ohne dass sich einer verplappert, während ein ganzes Schiff 500 Kilometer weit gebeamt wurde, mit dem Ergebnis, dass zahlreiche Besatzungsmitglieder an Bord geschmolzen, verbrannt oder explodiert sind, auch wenn sich das nicht beweisen ließ, weil ja alle dicht gehalten haben. Sie müssen sich da schon für eine Straßenseite entscheiden. Also für Freiheit und Souveränität und einen Friedensvertrag und die Abschaffung des Grundgesetzes demonstrieren, aber gleichzeitig US-Truppen anfordern, die die demokratisch gewählte Bundesregierung ins Konzentrationslager stecken soll – rote Pille oder blaue Pille, aber nicht beides.

Beachten Sie bitte, dass die Gewaltbereitschaft frühzeitig geklärt ist. Sie wollen mit der Erzählung auf die Straße, da muss dann ja auch irgendwas passieren. Wenn Sie es selbst nicht verantworten wollen, dann ist auch hier Anschlussfähigkeit das höchste Gebot. Nehmen Sie frühzeitig Kontakt auf mit der organisierten Gewalt, beispielsweise mit Gruppen, die keine eigene politische oder soziale Richtung vertreten, sondern nur die Drecksarbeit für andere machen. Ansonsten kombinieren Sie die Verschwörungsideologie gerne mit stochastischer Gewaltbereitschaft. Sie sind nicht mehr für die reale Gewalt verantwortlich – es sei denn, Sie rufen zu Anschlägen und Terror und Mord auf, aber dann haben Sie das Konzept halt nicht kapiert und fallen aus der Garantie raus – aber Sie haben auf der anderen Seite auch keine Kontrolle mehr. Wenn Sie plötzlich zum Kollateralschaden werden, weil ein paar Abtrünnige Ihre Ideologie als gelenkte Opposition betrachten und zur Vergeltung aufrufen, dann haben Sie ein Problem. Unsere AGB sind da auch eindeutig, und ich würde Ihnen empfehlen, sie vor der Bestellung gründlich zu lesen.

Gut, dann haben wir unterirdischen Ritualmord an deutschen Säuglingen mit Umvolkung – Sie denken bitte rechtzeitig daran, dass die deutsche Rasse, deren Existenz Sie da behaupten, für die Babies erhalten bleiben muss, weshalb ein Ersatz für Deutsche in der BRD GmbH völlig sinnlos ist, aber es ist ja Ihre Bestellung – und ein von Merkel im Auftrag der Illuminaten mit jüdischem Kapital finanziertes Zwangsimpfungsprogramm, letzteres mit dem Update, dass COVID-19 von türkischen Migranten geplant wurde. Alles sehr komplex für Aberglauben, aber Sie wollen es ja so. Drei Prozent Skonto bei Barzahlung. Zum Mitnehmen?“





Moronen

5 11 2020

„… als gottesdienstliche Handlung eingestuft worden sei. Die Beamten seien durch ihre übliche Dienstpraxis, die auch die Gottesfurcht als Ziel des Freistaates Bayern ansähe, nicht auf den Gedanken gekommen, dass es sich bei den rechtsnationalen Demonstranten um eine…“

„… nicht mit dem römischen Ritus zu vereinbaren seien. Die Deutsche Bischofskonferenz habe angekündigt, jeden Teilnehmer an einer dieser Kundgebungen mit der Exkommunikation als Tatstrafe zu überziehen und die sofortige…“

„… sich verwaltungsrechtlich nicht einfach untersagen lasse. Die Teilnahme von anerkannten Priestern sei nicht erforderlich, da es sich nicht auf christliche Glaubensgemeinschaften oder…“

„… sich auf Nachfrage der Polizei als Kirche der Wütenden der letzten Tage Merkels bezeichnet hätten. Es sei nach der zweiten Versammlung noch nicht zu entscheiden gewesen, ob sich das Verbot, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, mit Religionsfreiheit und…“

„… habe sich der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland ebenfalls für einen Kirchenbann gegen die Demonstranten ausgesprochen. Es sei dabei nicht zwingend notwendig, dass die Personen dazu im vollen Einverständnis mit Anmeldern und Veranstaltern handelten, ausschlaggebend sei allein der Glaube an die…“

„… werde auch in Dresden künftig eine wöchentliche Messe stattfinden. Die Gründung der Freien Völkischen Gemeinde Sankt PEGIDA durch den ehemaligen Zuhälter und Drogenhändler…“

„… beziehe sich die Querdenkerbewegung auf die Anti-Atom-Gottesdienste, die auch gegen staatlich gesteuerte Versuche, das Volk mit Hilfe amerikanischer Strahlen zu ermorden und die…“

„… drohe ein Aktivist der Polizei mit Strafanzeige, wenn Beamten die Kundgebung betreten wollten. Dies werde von den Demonstranten als Störung der Religionsausübung im Amt angesehen und als Offizialdelikt mit…“

„… dass es innerhalb der Gemeinde zu Missverständnissen gekommen sei. Die Mitglieder hätten sich selbst teils als Vogonen, teils auch als Moronen bezeichnet und damit ihre Unterstützung für den US-amerikanischen…“

„… sei bei der Polizei in München inzwischen der begründete Verdacht entstanden, dass es sich bei der Versammlung auf der Theresienwiese doch um eine weltliche Veranstaltung gehandelt haben könnte. Nähere Erkundigungen könne man aber erst nach Rücksprache mit der Staatskanzlei und den…“

„… das Austeilen veganer Wurst nicht gegen Maßnahmen zum Infektionsschutz verstoße. Es handele sich dabei um ein Abendmahl, das zum Gedächtnis an viele Milliarden Kinder, die die Reptiloidenfürstin Merkel täglich zur Deckung ihres persönlichen Bedarfs an Christenblut unter…“

„… der Bayerische Verwaltungsgerichtshof die Zahl der Teilnehmenden bei weiteren Messen auf hundert Personen beschränken werde. Jürgen Fliege habe darauf seine Teilnahme an weiteren Demos abgesagt, da er in seiner Selbsthilfegruppe ein größeres Publikum zur…“

„… ein mitgeführter Galgen für die Kanzlerin der guten christlichen Tradition entspreche, alle Riten unter einem Hinrichtungswerkzeug zu begehen. Es könne daher von Seiten der Organisatoren nicht von einer Bedrohung des…“

„… müsse das Bayerische Landeskriminalamt erst durch eine Prüfung nachweisen. Zwar sei dem Erzbischöflichen Ordinariat München eine Lesung aus dem Buch Corona verdächtig vorgekommen, man wolle jedoch zuvor die Kongregation für die Glaubenslehre, gegebenenfalls auch die Päpstliche Bibelkommission um eine Stellungnahme zum…“

„… sei der Dönerimbiss Mustafas Fresstempel auf dem Marienplatz wegen Gotteslästerung von sechzig Beamten geschlossen worden. Eine Abschiebung des Besitzers könne trotz Intervention des Bundesinnenministers nicht durchgeführt werden, da der Besitzer Max Alois Gschwörlpfleiderer in neunzehnter Generation…“

„… würden sich die Initiatoren weigern, die Hygieneauflagen einzuhalten. Nach ihrem Wissen würden in der Heiligen Schrift weder Mundschutz noch Handdesinfektion erwähnt, was für eine Verbindung des Virologen Christian Drosten zu den interstellar-gequantelten Satanisten des…“

„… es sich nur um eine symbolische Beisetzung des Grundgesetzes gehandelt habe. Eine Auferstehung der auf der Theresienwiese vergrabenen Verfassung könne innerhalb von drei Tagen erwartet werden, so dass nicht von einer mutwilligen Bodenverunreinigung im…“

„… die Bezeichnung von Merkel als ‚Judensau‘ und die Forderung, die Bundeskanzlerin ‚ins Gas zu prügeln‘, müssten nach Auskunft des LKA gerade im Zusammenhang mit dem Veranstaltungstermin kultursensibel relativiert werden dürfen. Einen Tag nach dem Reformationsfest dürfe die Tradition eines pogromorientierten Antisemitismus nicht aus der Öffentlichkeit ausgespart werden, um die ganze Bandbreite der deutschen Kirchengeschichte im…“

„… die Sperrung der islamischen Einrichtungen im Freistaat Bayern einschließlich sämtlicher Schneidereien, Taxiunternehmen und Arztpraxen ausreiche, um einer Beleidigung des christlichen Abendlandes durch feindliche Elemente im Keim zu…“