Stellvertreterkrieg

23 02 2021

„Das ist nicht Ihr Ernst!?“ „Doch.“ „Das ist doch aber verfassungsrechtlich gar nicht möglich!“ „Hat das die Union je interessiert?“ „Das wird doch nie im Leben funktionieren!“ „Ein Grund mehr, es zu versuchen, oder?“ „Söder und Laschet, das wäre…“ „Endlich mal eine echte Doppelspitze.“

„Das wäre die vorweggenommene Spaltung der Bundesrepublik.“ „Ich will Ihnen nicht unbedingt widersprechen.“ „Die Leute wissen doch jetzt schon nicht, wen sie wählen sollen!“ „Die Leute wissen eher nicht, wen sie nicht wählen sollen, und dieses Modell löst das Problem sofort.“ „Das heißt, wenn ich Söder nicht abkann, wähle ich Laschet?“ „So ähnlich.“ „Das heißt doch letztlich nur: wenn ich den wähle, kriege ich auch die ganze Scheiße, die ich nicht will.“ „Das dürfte im politischen Geschäft schon länger bekannt sein, und meines Wissen ist das nicht unbedingt auf die Union beschränkt.“ „Und wie stellen Sie sich die Regierung vor, sollen die beiden Kanzler dann immer Streichhölzchen ziehen, wer da etwas entscheiden darf?“ „Nun, sie müssen sich schon ein bisschen kompromissbereit zeigen.“ „Was ja zu den Kernkompetenzen von Söder und Laschet zählt.“

„Schauen Sie, wenn es wirklich zur Koalition mit den Grünen kommen sollte, muss der Kanzler auch eine Menge Zugeständnisse machen.“ „Aber das können Sie doch gar nicht vergleichen!“ „Ja, es wird natürlich dann keine inhaltlichen Rivalitäten mehr geben.“ „Weil die Grünen sich der Union unterordnen?“ „Auch, aber die Kanzler werden sich weniger wegen inhaltlicher Konflikte streiten.“ „Mit den Grünen würde Söder vermutlich schnell seinen Frieden machen.“ „Mit Laschet auch, immer vorausgesetzt, der hält seine Klappe.“ „Also nie.“ „Aber das wäre mal ein realpolitischer Vorschlag, der die Interessen der ganzen Bevölkerung so weit wie möglich berücksichtigt.“ „Naja, wer auf einen Macher steht, der pragmatische Entscheidungen trifft und sich als Krisenmanager volksnah in Szene setzt, kriegt halt Söder.“ „Der Rest kriegt Laschet.“

„Und wer wäre bei den beiden Vizekanzler?“ „Das ist doch kein politisches Amt.“ „Das heißt, sie vertreten sich gegenseitig?“ „Das wäre denkbar.“ „Als gegenseitige Stellvertreter?“ „Ja.“ „Und wenn die sich zanken, haben wir Stellvertreterkrieg?“ „Jetzt sehen Sie mal nicht gleich so viele Probleme, es hat doch auch seine guten Seiten.“ „Nämlich?“ „Der Unterhaltungswert ist doch viel größer.“ „Und was ist mit den großen Herausforderungen für die hart arbeitenden Menschen da draußen im Land?“ „Glauben Sie ernsthaft, irgendein anderer Kanzler würde in vier Jahren auch nur ein einziges Problem in Angriff nehmen?“ „Stimmt auch wieder.“

„Aber jetzt stellen Sie sich mal vor, die CDU…“ „Das müsste man dann natürlich ändern, weil die beiden Parteien nicht getrennt voneinander in den Wahlkampf gehen.“ „Also nicht CDU und CSU nach Ländern getrennt?“ „Eine Union, die dann im gesamten Bundesgebiet antritt.“ „Aber stellen Sie sich trotzdem mal vor, diese Union würde nicht die absolute Mehrheit bekommen und müsste mit den Grünen koalieren.“ „Das ist ausgeschlossen.“ „Dass die Union die absolute Mehrheit verfehlt?“ „Dass diese Union mit den Grünen regiert.“ „Wie soll denn sonst die Regierung zustande kommen?“ „Wie immer. Die SPD macht das wie vor vier Jahren, wenn die Union es nicht gerissen kriegt, wedeln die mit dem Schwanz.“ „Aber das wäre ja ein ewiger Krisenherd, in dem keine vernünftige Entscheidung getroffen werden kann.“ „Also ungefähr das, was wir jetzt schon haben.“

„Wirft Söder dann nicht irgendwann hin, wenn er nicht mehr alleine regieren kann?“ „Denken Sie daran, Laschet war immer für eine Teamlösung.“ „Naja, aber erstens für die CDU, zweitens mit Spahn, und drittens so, dass andere arbeiten und er seine Rübe in die Kameras hält.“ „Ich glaube kaum, dass das anders gekommen wäre als jetzt.“ „Sie meinen, Laschet hätte auch da nur die zweite Geige gespielt.“ „Höchstens.“ „Dann hätte er vermutlich irgendwann das Handtuchgeworfen.“ „Das sind doch erst mal keine schlechten Aussichten, oder?“

„Und wer vertritt dann die Bundesrepublik im Außenverhältnis?“ „Wer gerade dran ist.“ „Das heißt, die müssen dann doch knobeln?“ „Das würde vermutlich Söder übernehmen, der arbeitet ja quasi schon im Ausland.“ „Und Laschet wäre als Kanzler auch etwas sehr peinlich.“ „Für Staatsbesuche kann man den schon nehmen.“ „Können Sie sich den im Élysée vorstellen?“ „Also nur für Staatsbesuche bei uns.“ „Ach so.“ „Wenn wir ausländischen Gästen diese Knalltüte vor die Nase stellen, dann denken die sofort, Deutschland ist ein bisschen doof, aber harmlos.“ „Und für Amerikaner?“ „Die haben den Unterschied zwischen Bayern und Deutschland eh noch nicht kapiert, da würde ich jetzt nicht mehr dran rühren.“

„Und wer wäre da die Frau?“ „Wieso die Frau?“ „Einer muss doch die Frau sein, das ist doch immer so in einer Doppelspitze.“ „Wer hat Ihnen denn den Bären aufgebunden?“ „Die Grünen machen das, die Linke, mittlerweile auch die SPD, da kann die CDU doch auch mal eine Frau mit in die Doppelspitze nehmen.“ „Das würde nie funktionieren.“ „Weil es in der Union nicht genug Frauen gibt?“ „Das nun nicht gerade.“ „Ich weiß es nicht, vermutlich wird von der Leyen als Bundespräsidentin entsorgt.“

„Also ich bin jetzt überzeugt, wir brauchen eine Teamlösung für Deutschland.“ „Sehr gut.“ „Und das klappt auch tatsächlich?“ „Aber sicher doch!“ „Gut, ich verlasse mich darauf!“ „Hallo, Berlin? Ich bin’s, ich wollte nur sagen: es hat etwas gedauert, aber einen Wähler haben wir schon mal.“





Leuchtturmbau

16 02 2021

„… dürfe es keine Denkverbote geben. Dennoch sehe die CDU derzeit keinen Beweis, dass Wasser tatsächlich nass sei, und werde daher auch keine Maßnahmen zur Sicherung der…“

„… vereinzelte Niederschläge nicht für eine Studie ausreichen würden. Seehofer bedaure die Überschwemmungen auch im Freistaat Bayern und sei erleichtert, dass keine Personen ertrunken seien, dennoch dürfe man nicht vorschnell von…“

„… es zum Vorschulwissen gehöre, dass Wasser nass sei. Lauterbach erinnere sich, in seiner eigenen Grundschule Wasser überhaupt erst als Definition von Nässe kennen gelernt zu haben, und weise die unsinnigen Bezeichnungen der…“

„… sich mit den Untersuchungen der letzten Jahre eingehend beschäftigen müsse, um die ganze Tragweite anstehender politischen Entscheidungen abschätzen zu können. Söder wolle eine Gruppe von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der führenden nationalen Institute hören und danach in einer gemeinsamen Mitteilung die…“

„… erneut Starkregen erwartet werde. Die von den aktuellen Niederschlägen verursachten Schäden an Wirtschaftsgütern könne man nach Ansicht von Altmaier aber nur durch intelligentes Trockenlegen von Industrieanlagen, Gewerbegebieten sowie den überdachten oder unterirdischen Bereichen der…“

„… deutsche Unternehmen in den kommenden hundert Jahren das Trockenwasser erfinden würden, vorausgesetzt, die Bundesregierung schaffe sofort die Erbschaftssteuer ab und senke alle Abgaben, die für die Leistungsträger der…“

„… als ‚rote Lügendrecksau‘ bezeichnet habe. BILD habe Lauterbach außerdem unterstellt, als ‚kommunistischer Angsthetzer‘ die Deutschen ‚in Todesangst vor angeblicher Nässe‘ versetzen zu wollen, damit die SPD ‚als Nachfolger des Nationalsozialismus‘ die Wahlen zum…“

„… hätten zweihundert Fußärzte eine Erklärung aufgesetzt, dass ein Ertrinkungstod im Hallenbad nicht durch, sondern nur durch zufällige Nähe von Wasser geschehe, was auf keinen kausalen…“

„… gebe es laut Scholz keinen Beweis, dass die Bundeskanzlerin mehr Niederschläge befohlen oder durch Absprachen mit ausländischen Regierungen als Ausgleich für die in den Jahren 1933 bis 1945 von Soldaten der Wehrmacht in den heute als Ausland geltenden Gebieten verursachten…“

„… differenziert mit dem Thema umgehen müsse. Laschet sehe Nordrhein-Westfalen als das Land des Ostseetourismus und werde alle durch vermehrte Überschwemmungen anwachsenden Chancen auf ein Ferienparadies als seine eigene Idee zur Steigerung der Wirtschaftskraft in Fremdenverkehr, Bootsverleih und Leuchtturmbau sowie den anhängigen…“

„… gehöre Nässe zu den Gefahreigenschaften des Wassers, das aber andererseits zu den auf ganz natürliche Weise im menschlichen Körper vorkommenden Substanzen gehöre. Wasser könne daher gar nicht gefährlich und somit auch gar nicht nass sein, wie Weidel in einem Online-Video des veganen Selbstmordattentäters aus dem.…“

„… es den Konsens aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft brauche, um gemeinsam einen Plan zu erarbeiten, in dem alle Formen wasserbedingter Nässe berücksichtigt seien. Söder werde dies zur nationalen Aufgabe des nächsten…“

„… begrüße Lindner den Vorstoß von Laschet und wünsche sich touristisch voll erschlossene Beach Resorts in NRW, die außer Wasser sämtliche Leistungen für einen wirtschaftlichen Erfolg des…“

„… hätten die Grünen die Maßnahmen der bayerischen Landesregierung immer unterstützt, würden aber vor einer überparteilichen Initiative erst die langfristige Finanzierung sichern wollen. Es sei zu befürchten, dass nach der Wahl im September Scholz als Finanzminister einer erneuten Großen Koalition sämtliche Mittel für eine Strategie gegen Wasser und…“

„… dass Demonstrationen von Schülern und Studenten noch besser bekämpft werden müssten. Seehofer erwarte eine Genehmigung ausschließlich an niederschlagsfreien Tagen und rate dann zu einer Polizeitaktik der Härte, da alle Personen, die an niederschlagsfreien Tagen gegen Niederschläge auf die Straße gehen würden, die Gefahr einer linken Gewaltherrschaft in Deutschland noch mehr als…“

„… im Bundestag erst die Existenz von Wasser geleugnet, dann die Überschwemmung der BRD GmbH als Folge von Merkels Volkszerstörung durch ungebremste Einwanderung fremdrassischer Sozialparasiten bezeichnet, schließlich aber Regen als Menschenrecht gefordert habe, das nur Deutschen mit arischem Abstammungsnachweis zustehe. Steinbach sei danach wieder in die geschlossene Abteilung des…“

„… ein Wassermanagement auf Bundesebene zu einem nationalen Alleingang führen könne, wenn die EU nicht rechtzeitig mitziehe. Söder bedauere diese Entwicklung, mache sich aber dafür stark, die deutsche Vorreiterrolle als Motor internationaler Bündnisse in eine zunehmend durch…“

„… habe sich Scholz mit dem Thema schon ausführlich beschäftigt, könne aber vor der Bildung einer neuen Koalition keine genauen Aussagen darüber treffen, was er denke. Es werde daher auch noch keine Pläne über die…“

„… eines der besten Länder der Welt sei, was die Wasserversorgung betreffe. Merkel werde beide Seiten durch Zusammenwirken unterschiedlicher Kräfte in Bund und Ländern so weit wie möglich für Wasser sensibilisieren und dann vielleicht in…“





Dünnluft

15 02 2021

„Sie meinen, der macht es wie Stoiber?“ „Ach was, so bekloppt ist er auch wieder nicht.“ „Dann bleiben ja kaum noch Möglichkeiten.“ „Aber sicher doch.“ „Sie meinen…“ „Genau. Er macht es wie Merkel.“

„Aber Merkel hat doch damals Stoiber den Vortritt gelassen.“ „Genau das wird Söder jetzt auch machen.“ „Ach so.“ „Dachten Sie, ich meine Laschet?“ „Wäre der denn nicht normalerweise der legitime Nachfolger von Merkel?“ „Was soll an Laschet normal sein?“ „Naja, er ist korrupt, er redet Unsinn, seine Lösungen sind Teil des Problems, und jeder fragt sich, wie man dieser Knalltüte je hat Verantwortung über irgendetwas gegeben hat.“ „Das würde zumindest für seinen Parteivorsitz sprechen.“ „Dann wäre er der legitime Nachfolger von Merkel.“ „Und deshalb lässt ihm Söder auch den Vortritt bei der Kanzlerwahl.“ „Die Deutschen halten ihn aber für ungeeignet.“ „Und was daran sollte Söder hindern, Laschet als Kandidaten zu unterstützen?“ „Die Verantwortung für Deutschland und seine…“ „Wer jetzt als Ministerpräsident Verantwortung für Deutschland empfindet, lässt sich einschließen und schluckt den Schlüssel runter, aber lässt sich nicht als Kanzlerkandidat aufstellen.“

„Was sollte denn Söder davon haben, dass er Laschet den Vortritt lässt?“ „Seine Beliebtheit in Bayern schwindet rapide.“ „Die von Laschet nicht.“ „Nein, den halten nur die Deutschen für komplett unfähig.“ „Das ist eine sehr viel größere Basis für einen Kanzlerkandidaten.“ „Und Sie meinen, die Deutschen bleiben sich treu und wählen dann doch die größte Pfeife? selbst die eigenen Wähler wollen ihn nicht.“ „Bis zur Wahl sind es ja noch ein paar Monate.“ „Stimmt, da kann man dann die Pfeife in den dunklen Keller schicken, damit die Partei sich Mut macht.“

„Immerhin hat Laschet eine Wahl gegen Merz gewonnen.“ „Merz ist ein aufgeblasener Versager.“ „Das hat auch keiner ernsthaft bestritten.“ „Wenn Laschet gegen einen Sack Zement gewonnen hätte, würde es keiner an die große Glocke hängen.“ „Aber gegen Söder ist er auch nicht angetreten.“ „Kunststück, denen ist ja auch die SPD näher als die Christsozialen.“ „Sie meinen, man sollte da so eine Art Abstimmung machen?“ „Die machen die beiden Vorsitzenden unter sich, und wie gesagt: Söder lässt Laschet den Vortritt.“ „Obwohl er die besseren Umfrageergebnisse hat?“ „Alles eine Frage der Koalition.“ „Was haben denn die Grünen damit zu tun?“ „Denken Sie doch mal nach: wen halten denn die Grünen für wahrscheinlicher?“ „Söder.“ „Eben, deshalb kriegen sie Laschet.“ „Was ist denn daran logisch.“ „Söder würde sich mit den Grünen vier Jahre lang herumstreiten und dann nach Bayern zurückkehren, weil ihm der Laden unsagbar auf den Senkel geht.“ „Und deshalb lässt er Laschet den Vortritt?“ „Mit etwas Glück haben wir dann Grün-Rot-Rot, die Grünen beißen sich die Zähne an Scholz als Witzekanzler aus und sind froh, wenn sie mit jemandem regieren können, der sich ohne fremde Hilfe die Schuhe zubinden kann.“ „So hatte es Merkel damals auch gemacht.“ „Eben, und genau deswegen lässt Söder Laschet diesmal den Vortritt.“

„Meinen Sie denn, dass es danach für Schwarz-Grün reicht?“ „Danach sicher.“ „Und warum jetzt noch nicht?“ „Halten Sie die Grünen für viel, aber so dämlich können die gar nicht sein.“ „Dann bleibt Laschet ja nur noch eine Neuauflage von Schwarz-Gelb.“ „Wenn Sie mir noch erklären, woher die Stimmen der FDP kommen sollen?“ „Vielleicht hat Laschet ja irgendwo noch was im Keller?“ „Oder sein Filius kommt günstig an Zweitstimmen ran, man weiß ja nie.“ „Theoretisch könnten die Grünen ja auch Scholz wegen seiner politischen Erfahrung zum Kanzler wählen.“ „Oder die CDU wählt Lindner, weil die Lackpreise gerade im freien Fall sind.“ „Wollen Sie mich veralbern?“ „Wer hat denn angefangen?“

„Die Stimmung in der Bevölkerung könnte sich aber verbessern, wenn es erst mal mehr Impfstoff gibt und Lockerungen und…“ „Und das geht dann auf das Konto des Deppen von Düsseldorf?“ „Söder kann sich doch nur besser in Szene setzen, sonst hat er auch nicht mehr zu bieten als durchschnittliche Politik.“ „Eben. Er lässt Laschet sich aufplustern und wartet genüsslich, bis der sich wieder in heiße Dünnluft zerlegt.“ „Wenn die CSU nicht einmal einen Bayernplan vorlegt, dann will Söder sicher ohne Gegenkandidaten für die Union antreten.“ „Wenn die CSU keinen Bayernplan vorlegt, dann tritt Söder gar nicht für die Union an, sondern lässt Laschet aus eigener Kraft auf die Nase fallen.“ „Mit Söder hätte die Union doch die höheren Chancen, warum macht er es dann nicht für die Partei?“ „Sie sind doch ein erwachsener Mensch und haben jede Menge Wahlen miterlebt – ist Ihnen jemals ein Politiker untergekommen, der es nur die Partei macht?“

„Gut, wahrscheinlich haben Sie recht: Söder lässt Laschet den Vortritt, wartet vier Jahre ab und bewirbt sich als gemeinsamer Kandidat, der an die großen Erfolge von Merkel anknüpft, die damals vor ihrem Abtritt die Pandemie so erfolgreich besiegt hat.“ „Der Karnevalspräsident kann sich aufs Altenteil zurückziehen, in Deutschland wird wieder durchregiert, diesmal von den Amigos.“ „Es sei denn…“ „Was?“ „… Laschet gewinnt ganz überraschend die Wahl und wird Kanzler.“ „Das werden vier entsetzliche Jahre.“ „Für Söder?“ „Für Deutschland.“





Jeder. Nur Ein. Kreuz.

10 02 2021

„… dass der Bundestagswahlkampf unter dem Slogan Sozial. Digital. Klimaneutral laufen werde. Weitere Angaben werde die SPD vorerst nicht machen, da die Ausgestaltung sich mit der politischen Realität nur nach Gesprächen mit den zuständigen…“

„… die Behinderung erneuerbarer Energien gar nicht an erster Stelle stehe. Scholz’ Sprecher sehe neue Schikanen für Rentner, Alleinerziehende und Erwerbslose als wichtigere Bestandteile der…“

„… würden 100% der Befragten die neue Ausrichtung des Wahlprogramms als realistisch beurteilen. Die unter einem zufällig ausgewählten Passanten in der Innenstadt von Bad Salzuflen ausgeführte Umfrage habe die volle Unterstützung des…“

„… müsse Kritik am bisherigen Verhalten des Spitzenkandidaten bei einer Prognose keine Rolle spielen. Die SPD habe sich noch nie um die Ansicht der Wähler gekümmert und sei deshalb sei fast zwanzig Jahren fast ununterbrochen an der…“

„… dass die Kernklientel der Regierung von den Auswirkungen der Erderwärmung nur insofern betroffen sei, als dass ihre Kapitalerträge auf wasserdichten Servern gehostet werden müssten. Scholz könne dort gar nichts tun, werde aber für spätere Zugriffsmöglichkeiten freundschaftliche Kontakte zu Kriminellen nicht unnötig…“

„… noch einige Monate Zeit seien, um über Digitalisierung reden zu müssen. Die SPD habe aber bereits beschlossen, allen Schülern in den gymnasialen Abschlussjahrgängen kostenlose Laptops zu schenken, um ihnen die Teilhabe an den Bildungsprogrammen der Kultusministerien und…“

„… sich die CDU zurückhaltend geäußert habe. Etwaige Spuren vergangener Wahlprogramme seien nach 2005 verjährt und urheberrechtlich nicht mehr angreifbar, weshalb die Sozialdemokraten aber auch keine Ansprüche auf…“

„… für große Aufgaben stehe. Seit Beginn der Kanzlerschaft Kohls hätten führende SPD-Politiker Privatvermögen an Gewinne fossiler Energieträger geknüpft und den längst bekannten Klimawandel durch international bekannte Anwaltskanzleien als linksfaschistische Umsturzfantasien zu erklären versucht. Scholz werde nach der Machtübernahme die wirtschaftlichen Interessen der…“

„… die Agenda 2010 absichtlich nicht in den Vorabdrucken genannt worden sei. Laut Heil wolle man verfassungsrechtlich unzulässige Strafen für psychisch Erkrankte und Opfer von Aktenlöschung in den Jobcentern erst nach den Wahlen wieder…“

„… Klimawandel und Digitalisierung als die Eckpfosten der künftigen Politik feststecken wolle. Es sei mit dem Spitzenkandidaten lediglich noch nicht abgesprochen, welche der Optionen unbedingt gefördert und welche nach Kräften aufgehalten werden müsse, um Chancen einer wirtschaftlichen Erholung aus der…“

„… habe die Gruppe Sozialdemokraten in der SPD sich zwar frühzeitig einen Einfluss auf die Gestaltung des Programms zu sichern versucht, sei jedoch als nicht ausreichend in der Autoindustrie verwurzelt schnell aus dem inneren Zirkel der verantwortlichen…“
„… keine Koalitionsaussagen getroffen werden könnten. Scholz wolle allerdings die Überlegenheit seiner Partei gegenüber Union und Grünen nicht in einem offiziellen…“

„… ob die Bezeichnung Sozial. Demokratisch mehr Überzeugungskraft bei den Wählern gehabt hätte. Eine vorläufige Kommission unter Leitung von Franz Müntefering sei der Ansicht gewesen, dass im Wahlkampf so gut wie jedes Mittel gegenüber den…“

„… klimaneutrale Produkte erst dann in der deutschen Wirtschaft berücksichtigt werden könnten, wenn die SPD ihre linksgrüne Ideologie aufgegeben habe. Klingbeil sehe indes keinen Grund, eine derartige Ausrichtung in der Partei vor oder nach den Wahlen zu…“

„… dass der ökologische Umbau zwar ins Zentrum des sozialdemokratischen Programms gehöre, man aber andere Länder in der EU nicht am Neubau von Kohlekraftwerken hindern könne und dies auch gar nicht wolle, solange man durch Jobs in der deutschen Kohleindustrie den Boom in der regenerativen Energie ab 2065 mit den…“

„… es durch die Definition von ‚Zukunft‘ bisher keine ausreichenden Unterstützerunterschriften für die Kampagne gebe. Scholz sehe aber ein großes Potenzial in der Wählergruppe 70+, die aus Erfahrung eine Verbesserung ihrer Urenkel im…“

„… Mobilität eine große Rolle spiele. Scholz habe dies früh als Lockvogelangebot der Union durchschaut, da er nicht sehe, wie man sechsspurige Innenstadtstraßen durch dieselfreundliches WLAN attraktiver und arbeitgeberfreundlicher in der…“

„… sich beim Ausbau digitaler Projekte auf das Kabinett der Bundeskanzlerin verlassen könne. Merkel habe in der Pandemie einen Plan hinterlassen, den man auch in kommenden Jahren als durchschnittlichen…“

„… die Mehrheitsgesellschaft die Lasten tragen werde. Scholz habe allerdings bereits signalisiert, dass er nach der Wahl erläutern werde, wen er für die Mehrheitsgesellschaft halte und wem er die Lasten des…“

„… mit der Gigabit-Gesellschaft befassen werde. Eine Einführungsveranstaltung für das SPD-Präsidium, um den Unterschied zwischen C64 und Atari im historischen Kontext zu verstehen, könne der Branchenverband Bitkom bestimmt noch vor dem…“





Grüner Pfeil

11 11 2020

„Vorerst nur der Islamismus. Die Berater hatten den Eindruck, dass ein entschiedenes Vorgehen gegen den Islamismus in der deutschen Bevölkerung, also in der richtigen deutschen Bevölkerung, dass das sehr gut ankommt. Herr Habeck hat das auch sofort verstanden und wird das so umsetzen.

Wir sehen hier jetzt endlich eine entschiedene Null-Toleranz-Strategie, die man so von der Partei gar nicht für möglich gehalten hatte. Die Grünen sind in der politischen Wirklichkeit angekommen und wollen jetzt einen Aktionsplan vorstellen, damit Deutschland wieder sicherer wird. Diese Bedrohungslage muss man ernstnehmen, das ist den Grünen jetzt auch klar geworden, weil man nämlich sonst wichtige Wähleranteile verlieren würde.

Und ich sage Ihnen, die hängen sich ganz weit aus dem Fenster! Herr Habeck wird nächste Woche den Bundesinnenminister auffordern, einschlägig bekannte salafistische Vereine als terroristische Vereinigungen zu verbieten. Das würde sich kein anderer Politiker trauen. Also Seehofer sagen, was man als Bundesinnenminister tun sollte, wenn man nicht zu dämlich ist, Hosenträger anzulegen. Und dann wird er von ihm auch noch fordern, dass verdächtige Geldflüsse stärker kontrolliert werden müssen. Wenn sich Seehofer und Scholz jetzt gegen ihn verbünden und es wie einen Unfall aussehen lassen… –

Eine der Kernforderungen im Wahlkampf wird sein, dass mit Haftbefehl gesuchte Islamisten sofort verhaftet werden. Ja, das ist nicht der Habeck, den Sie zu kennen glaubten – eisenhart wird der das durchziehen! Unbarmherzig! Der wird der Union mal zeigen, wie man richtig Law and Order in die Politik bringt! Gut, wir haben natürlich das Problem auch mit Nazis, aber das ist strukturell ein bisschen anders gelagert. Da handelt es sich teilweise um Personen, die im Untergrund leben oder eine feste Meldeadresse haben, die sich nach langjähriger Fahndung als gar nicht existierend herausstellt. Der Verfassungsschutz könnte rein theoretisch und mit bereits zur Verfügung stehenden technischen und rechtlichen Mitteln auch alle diese Nazis in den Knast bringen, aber es gibt ja noch so viel andere Sachen, die man da nicht vernachlässigen darf – militante Marxisten, antikapitalistische Lesekreise, queere Kunstprojekte, die Liste ist unheimlich lang. Und die Polizei muss ja auch irgendwie ihren Job machen, was in Corona-Zeiten immer schwieriger wird. Sie sehen, der Mann tut was!

Das sind auch total neue Maßnahmen und ganz innovative Strategien, finden Sie nicht? Ja, nach all den Jahren war es auch mal Zeit für den kompletten Paradigmenwechsel. Das konnten Sie ja vorher in der deutschen Politik alles gar nicht machen, da waren ja fünfzehn Jahre lang nur Linksextremisten an der macht.

Gewöhnen Sie sich an den Gedanken, dass Herr Habeck ab jetzt mit der CSU die Marschroute synchronisiert, auf der die beiden Partner dann in Richtung Regierungskoalition voranschreiten. Das mag auf den ersten Blick befremdlich sein, denn wenn man bedenkt, dass der Islamismus für die CSU nur die logische Folge vom Islam sein kann, dann ist es auch die logische Folge, dass nach der Abschaffung des Islamismus die Abschaffung des Islams kommt. Und wenn die CSU sich als Partei der bürgerlichen Mitte für ganz Deutschland mit einem Kanzlerkandidaten etabliert, dann können Sie sich die logischen Folgen für die Grünen sicher ausrechnen.

Das stellt uns verfassungsrechtlich vor neue Aufgaben. Ziemlich viele islamistische Gefährder haben zusätzlich den Nachteil, dass sie deutsche Staatsbürger sind. Wie die Grünen ihren Erst-mal-abschieben-danach-Akten-anfordern-Plan halbwegs rechtssicher umsetzen wollen, hat sich noch nicht herumgesprochen. Und das ist ein gutes Zeichen für die politische Stabilität, wenn zwei Parteien sich an die Vorstellungen einer extremistischen Ideologie so weit annähern, dass sie mit den Mitteln einer extremistischen Ideologie antworten. Praktisch haben wir das ja bereits jetzt: immer neue Gesetze, anlasslose Überwachung, Datenspeicherung, scheiß aufs Grundgesetz, wenn der Koalitionspartner nicht mitmacht, gibt’s wieder Knatsch. Und jetzt kommt Herr Habeck, erfindet den Grünen Pfeil, und zack! scheiß auf die Ampel, wir biegen rechts ab, wann immer wir wollen. Bisher haben Kritiker immer nur gefordert, die Polizei solle ihre Kompetenzen voll ausschöpfen, bevor es neue Gesetze gäbe. Ob das rechtmäßig sei oder ob sie dazu in der Lage wäre, ist dann schon nicht mehr interessant. Aber jetzt kommt endlich mal Bewegung in die Sache.

Die CSU bleibt auch nicht untätig, und ich wette mit Ihnen, dass Sie die Vorschläge schon kennen: Verschärfung der Grenzkontrollen, Abschiebungen in Kriegsgebiete, anlasslose Überwachung durch den Verfassungsschutz, Staatstrojaner, transparente Passwörter für private Digitalgeräte, anlasslose Isolationshaft für politische Gefährder oder solche, die im Verdacht stehen, Kontakte zu Personen zu haben, die strafrechtlich noch nicht in Erscheinung getreten sind. Was den Punkt angeht, ist die CSU schon mal aus dem Schneider.

Nein, ich lege mich da fest, es wird auf jeden Fall Schwarz-Grün. Nur das Verhältnis wird noch durch den Wähler bestimmt. Dann wird ein stramm rechtskonservativer Kanzler mit den Naturschützern gemeinsam die Verhältnisse neu ordnen. Ich möchte nur wissen, was Herr Habeck als Entschädigung für den Handel kriegt. Wie wär’s denn, wenn man ein neues Kohlekraftwerk in Schleswig-Holstein nach ihm benennt? Wäre das nicht absolut passend?“





Fundi

21 10 2020

„Meinen Sie, dass ein Jahr dazu reicht?“ „Müssten wir halt darauf ankommen lassen.“ „Der Wähler entscheidet sich sowieso spontan.“ „Aber letztlich kommt es auch auf die Köpfe an.“ „Dann sind wir verloren.“

„Man müsste es allerdings so kommunizieren, dass die Öffentlichkeit die Trennung nachvollziehen kann.“ „Meinen Sie nicht, die Leute haben längst mitgekriegt, dass die Partei gespalten ist?“ „Aber zweimal Grüne, das ist selbst in diesen Zeiten nicht ganz einfach.“ „Weil sich sonst immer nur die SPD in ihre Einzelteile zerlegt?“ „Irgendwie könnte man doch mit Realos und Fundis…“ „Dann weiß ja wieder niemand, wer von den beiden wer ist.“ „Also die einen sind umweltfreundlich.“ „Was?“ „Merken Sie selber.“ „Meine Güte, wie soll man das denn definieren?“ „Ist das nicht eine realistische Perspektive, dass man Umwelt und Wirtschaft…“ „Und Frau und Karneval.“ „Sehr witzig!“ „Wenn man überhaupt auf die Wirtschaft Rücksicht nimmt, ist das aus grüner Sicht quasi fundamentalistisch.“ „Dann kriegen wir die Spaltung ja nie hin.“

„Gerade in Hinsicht auf Wählerpotenziale muss man die politischen Kernaussagen aber noch mal genauer definieren.“ „Wenn wir überhaupt so etwas wie eine Kernaussage hätten, wären wir schon die Ausnahme unter den Parteien.“ „Das wäre realo?“ „Eher etwas altmodisch.“ „Also fundi.“ „Und wenn wir gesellschaftliche Aussagen damit verbinden?“ „Elektroauto und Steuersenkungen?“ „Sie meinen sicherlich Elektroauto statt Steuersenkung.“ „Oder umgekehrt.“ „Das wäre dann progressiv.“ „Teils.“ „Man kann das ja verbinden.“ „Dann ist es doch gar nicht mehr so wichtig, welche Partei jetzt welche ist.“ „Ach.“ „Ja nun, wir sind doch liberal.“ „Aber in welchem Sinne?“

„Man könnte so einen Umweltflügel auch als Kampfansage gegen die neuen Umweltbewegungen sehen.“ „Weil die gegen uns sind?“ „Die machen schon das, was wir eigentlich immer wollten, aber die wollen jetzt wirklich, was sie sagen.“ „Und viel schlimmer, die machen das auch.“ „Das ist aber viel zu progressiv.“ „Dabei sind die doch voll fundi.“ „Das Problem ist ja, dass die damit so realistisch rüberkommen.“ „Weil die meinen, dass man das wirklich machen kann?“ „Die sehen das tatsächlich als gesamtgesellschaftliches Anliegen.“ „Das ist echt schwierig.“ „Da kann man nichts machen als Wirtschaft.“ „Sie meinen als Politik?“ „Ist das nicht dasselbe?“ „Für die Gesellschaft schon.“ „Und der realwirtschaftliche…“ „Realpolitische.“ „Ach so, ’tschuldigung.“ „Das passiert uns auch immer mal wieder.“ „Bei fast jeder Regierungsbeteiligung.“

„Würde das nicht mit unserer Parteigeschichte kollidieren?“ „Sie meinen, weil wir als Alternative angefangen haben?“ „Könnte man da jetzt nicht anknüpfen?“ „Die Frage ist, ob der Wähler Palmer als Spitzenkandidaten akzeptiert.“ „Dann wären wir bedingt koalitionsfähig.“ „Falls die Union sich auch spaltet.“ „Oder wiedervereinigt.“ „Was dann zur Spaltung bei den Wählern führen könnte.“ „Darauf würde ich mich nicht verlassen.“

„Und der Markenkern?“ „Naja, wir sagen im Wahlkampf, dass Sie total realitätsfremd sind.“ „Sie sind Fundis, oder?“ „Äh, ja. Richtig.“ „Moment, ich dachte, wir seien Fundis?“ „Nein, das…“ „Jetzt bin ich aber auch irritiert.“ „Eigentlich ist das doch echt egal, wer das wem vorwirft.“ „Im Grunde stimmt es immer.“ „Im Wahlkampf könnte es nur kompliziert werden.“ „Das macht uns aber gleichzeitig auch als diskussionsfreudige Partei, die sich…“ „Parteien.“ „Was?“ „Parteien. Wir sind dann zwei.“ „Ach so.“ „Das ist gleichzeitig eine Entscheidungshilfe für Liberale, die nicht wissen, was sie diesmal wählen sollen.“ „Dann müssten sie ja zweimal wählen.“ „Machen wir halt eine Zweitstimmenkampagne.“ „Stimmt, das kennen die Liberalen ja.“

„Und wer ist jetzt links?“ „Naja, niemand.“ „Das kann man sich angesichts der jetzigen Linken nicht mehr erlauben.“ „Wenn die mit uns koalieren würden, dann aber gute Nacht.“ „Wäre das fundi?“ „Auf jeden Fall nicht realistisch.“ „Oder zu realo.“ „Für die Linken?“ „Kommt darauf an, mit wem wir noch koalieren.“ „Oder die.“ „Das halte ich aber für unrealistisch.“ „Dann könnten wir doch auch gleich mit einer Doppelspitze kandidieren.“ „Das klingt praktisch.“ „Aber ist das im Wahlkampf so klug?“ „Man könnte ja gemeinsam losziehen und sich dann nach und nach trennen.“ „Wie das die Union auch immer mal wieder macht.“ „Gute Idee.“ „Und wir versprechen den Wählern dann dasselbe?“ „Wir müssten es nur jeweils anders verkaufen.“ „Das sollte bei einer Doppelspitze funktionieren.“ „War bisher ja auch nicht das Problem.“ „Jedenfalls kann sich ein einzelner Flügel besser durchsetzen, weil wir uns auf den Inhalt konzentrieren.“ „Das war bis jetzt immer das Argument gegen zwei Flügel.“ „Stimmt.“ „Wie gesagt, dann müssen wir das halt nur anders verkaufen.“

„Dann stehen ab sofort wir für pragmatische Sachentscheidungen.“ „Und wir?“ „Die reine Lehre.“ „Das klingt ja so, als wären wir nur so eine Art ausführendes Organ der Wirtschaft.“ „Das haben jetzt Sie gesagt, aber ich würde Ihnen nicht widersprechen.“ „So kommen wir nicht zusammen!“ „Na also, geht doch.“ „Was?“ „Und an welchen Sachentscheidungen sollen wir das jetzt im Wahlkampf…“ „Das sehen wir dann im Wahlkampf.“ „Der Wähler will doch bestimmt eine taktische Entscheidung.“ „Und wenn er weder das eine will noch das andere?“ „Das ist doch letztlich völlig egal. Am Ende koalieren wir sowieso.“





Seitenverkehrt

23 09 2020

„Aber Sie meinen das doch wohl nicht ernst?“ „Sie etwa?“ „Naja, müsste man dann mal sehen.“ „Den Koalitionsvertrag aber!“ „Wie gesagt, diesmal hat es noch geklappt.“ „Aber wir sollten es nicht mehr unter einen…“ „Wollen Sie jetzt mitregieren oder nicht!?“ „Ja, schon gut.“

„Es ist doch wie beim letzten Mal, wir müssen uns nur darauf einigen, wer die entscheidenden Maßnahmen trifft.“ „Das ist doch das Problem!“ „Wem sagen Sie das.“ „Wir sind so weit in die andere Ecke gerückt…“ „… dass wir Sie jetzt locker überholen können. Tragisch, aber das ist nicht unser Problem.“ „Aber für eine gemeinsame Lösung…“ „Jetzt fangen Sie schon damit an!?“ „Sorry, das ist halt reine Gewohnheit.“ „Eben, wir finden das auch zum Kotzen. Aber darauf wird es wohl hinauslaufen.“ „Und Sie wollen sich wirklich nicht auf eine Links-Rechts-Position in der…“ „Nein.“ „Aber das ist…“ „Würden Sie das denn von sich aus machen?“ „Natürlich nicht!“ „Eben.“

„Dann könnten wir diese ganze soziale Frage auch endlich mal ohne parteipolitische Rücksichten lösen?“ „Hahaha!“ „Ihre Häme ist jetzt wirklich nicht angebracht.“ „Hahaha!“ „Wer hat das denn all die Jahre mit Hinweis auf die…“ „Jetzt Vorsicht in der Kurve, Kollege!“ „… langfristige politische…“ „Das haben wir ja gerade noch mal geschafft.“ „… Ausrichtung zementiert?“ „Sie waren aber auch nicht ganz unschuldig.“ „Man tut, was man kann.“ „Und das war im Sinne des deutschen Volkes?“ „Wen interessiert das deutsche Volk?“ „Bei den Wahlen!?“ „Ach so. Natürlich.“

„Sorry, jetzt werde ich aber langsam mal sauer.“ „Alles gut, machen Sie mal.“ „Wie kann man denn die Meilensteine für das deutsche Volk so…“ „Die wollten im Grunde nur die Deutschmark.“ „Das ist klar, aber kann man nicht…“ „Es ging doch nur um die Symbolik, und das hat doch gereicht?“ „Ja.“ „Dann ist doch dieser Ost-West-Konflikt um die Wirtschaft endlich beseitigt, oder?“ „Sie wollen das nicht kapieren?“ „Meine Güte, wenn Sie unbedingt linke Positionen in der Ostzone…“ „Ich verbitte mir das!“ „Das ist wohl das Problem.“ „Wir haben aber 2020, die Probleme müssen irgendwo anders herkommen.“ „Wo die herkommen, gibt es genug davon.“ „Wir haben doch die letzten beiden Male schon ganz gut…“ „Also das wüsste ich aber.“ „Sie haben doch die Problematik noch gar nicht…“ „Sie sind doch für eine neue Koalition noch gar nicht aufgestellt.“ „Also personell schon.“ „Haben Sie denn noch Altfälle?“ „Wir dachten, wir nehmen die von dieser Fraktion noch mal.“ „Wird bei uns wohl auch darauf hinauslaufen.“ „Okay, dann könnten wir die inhaltlichen Entscheidungen doch vorerst an die Ausschüsse…“ „Und der Wahlkampf?“ „Mist! Ich wusste, dass wir wieder irgendwas vergessen!“

„Sie könnten ja zur Abwechslung mal eine klar linke Politik machen.“ „Ist das nicht Ihr Ressort?“ „Dann könnten wir zum Ausgleich unser rechtes Profil schärfen.“ „Und zum Schluss gibt es dann einen Kompromiss.“ „Wie soll das denn bitte aussehen?“ „Man könnte einfach die linken und die rechten Positionen aufgeben.“ „Klingt gut.“ „Dann hat wenigstens keiner etwas davon.“ „Ich wäre dabei.“ „Aber wenn es sowieso egal ist, können Sie auch mal linke Positionen einnehmen.“ „Das würden uns die Leute nie abnehmen.“ „Wir wären quasi für die Wirtschaft unwählbar.“ „Das muss ja nicht im Wahlkampf sein.“ „Denken Sie mal an die Spenden, die einem verloren gehen.“ „Da ist was dran.“ „Und wenn man es dann trotzdem nicht macht?“ „Kann man denn ausschließen, dass so ein Politiker, den man unter ganz anderen Bedingungen gekauft hat, es noch mal versucht?“

„Vielleicht sollten wir die Themen auch einfach anders besetzen.“ „Wie meinen Sie das denn?“ „Man kann doch auch rechte Lohnpolitik machen oder als Linker gegen Ausländer sein.“ „Das nimmt einem dann aber keiner mehr ab.“ „Aber versuchen kann man es doch wenigstens.“ „Wie gesagt, das ist nicht glaubwürdig.“ „Und Sie bezeichnen sich jetzt als glaubwürdig?“ „Hahaha!“ „Wir versprechen den Leuten wenigstens nichts, was nicht finanzierbar ist.“ „Hahaha!“ „Wobei das funktionieren könnte.“ „Nur nicht mit unseren jetzigen Politikern.“ „Ich habe es doch gesagt, wir haben zu viele Altfälle.“ „Wir könnten mal die Kirche fragen.“ „Gehen Sie lieber zu den Gewerkschaften.“ „Oder wir befragen mal die Basis.“ „Hahaha!“

„Oder wir machen das seitenverkehrt.“ „Wie, seitenverkehrt!?“ „Die, die vorher für linke Politik zuständig waren, machen jetzt rechte.“ „Aha.“ „Und umgekehrt eben.“ „Hm.“ „Aber das mit dem Kompromiss bleibt dann so?“ „Wenn dann beide Seiten wieder zurückrudern, wäre es machbar.“ „Es würde natürlich bedeuten, dass sich beide Seiten dann an die Abmachung halten.“ „Wie meinen Sie das denn nun wieder?“ „Wenn Sie jetzt als linke…“ „Wir sollten doch dann rechte Positionen…“ „… oder meinetwegen auch rechte Politiker plötzlich nicht mehr kompromissbereit wären, dann ist das keine gute Grundlage für eine Zusammenarbeit.“ „Also Sie misstrauen uns?“ „Das habe ich nicht gesagt.“ „Aber gemeint.“ „Das ist doch wieder so eine typisch rechte…“ „Nein, die sind doch links.“ „Aber dann wäre sie…“ „Wir haben doch noch gar nichts abgemacht.“ „Es wird eben nichts.“ „Das haben wir alle vorher gewusst.“ „Meine Güte, ist das nicht vollkommen übertrieben?“ „Also wie nun, wie bisher?“ „Polarisierender Wahlkampf und dann große Koalition?“ „Wie bisher.“ „Okay.“ „Kein Problem.“ „Ich wusste doch, auf Sie kann man sich jederzeit verlassen.“





Gefahrengebiet

13 08 2020

„Die haben sich schon beschwert.“ „Dass Scholz den Kandidaten gibt?“ „Wer beschwert sich denn da?“ „Wollten die nicht einen Rechtskonservativen als Kanzler?“ „Es ging wohl mehr darum, dass er mit den Linken koaliert.“ „Gut, das ist natürlich einsehbar, zumindest für die Wirtschaft.“

„Erwarten die jetzt den Kommunismus?“ „Erst mal wird der Sozialismus durchgesetzt.“ „Bestimmt mit Hilfe der Bundespolizei.“ „Und dann wird ganz Deutschland ein einziges Arbeitslager?“ „Wenn ich die Wirtschaft bisher richtig verstanden habe, dann finden die gerade das nicht ganz schlecht.“ „Dann sollte Scholz als Vertreter der Agenda doch keine Gefahr für die Wirtschaft darstellen.“ „Denen geht es möglicherweise um den Lagerwahlkampf.“ „Also einen Wahlkampf, in dem der Kandidat den Wählern verspricht, von denen auch die Wähler vorher schon wissen, dass sie der Kandidat nicht ernst meint und nichts davon umsetzen wird?“ „Das kann aber die Börsenkurse in Aufruhr bringen.“ „Weil ein Politiker sich ausnahmsweise mal als verlässlich erweist?“ „Das ist eine Gefahr für die Wirtschaft.“ „Dann verstehe ich auch, warum die FDP bei denen so beliebt ist.“

„Aber mal ernsthaft, war denn Scholz bisher nicht zuverlässig genug?“ „Immerhin hat er alles getan, um den Warburg-Skandal nicht aufklären zu müssen.“ „Und die Finanztransaktionssteuer, die nur das Geld nach oben umverteilt, war auch keine Überraschung.“ „Möglicherweise wird er sich als Bundeskanzler verändern und plötzlich geradezu bürgerfreundlich.“ „Weil die Linken ihm keine andere Wahl lassen?“ „Für die geht es ja auch ums Überleben.“ „Verstehe, deshalb wollen sie den Garant der rechten, arbeitnehmerfeindlichen Politik als Kanzler, damit man ihnen die Position einer bürgernahen, sozialen Fortschrittspartei abnimmt – im Gegensatz zur SPD.“

„Vielleicht wäre es besser, wenn Scholz gleich für die CDU antreten würde.“ „Inhaltlich würde das sogar hinhauen.“ „Und die Union hat dann endlich diese geistesgestörten Kampfhähne von der Backe, die genau wissen, dass Söder sie von der Klippe husten könnte, wenn er nur wollte.“ „Wobei die Kanzlerin die CDU so weit sozialdemokratisiert hat, dass sie einen Betonschädel wie Scholz sofort wieder rausschmeißt.“ „Auch wieder wahr.“ „Und deshalb nimmt die SPD jetzt die personifizierte Anspruchslosigkeit als Kanzlerkandidaten, damit sie hinterher sagen kann, sie sei wenigstens ihrem politischen Profil treu geblieben?“ „Was ist daran falsch?“ „Alles.“ „Ja, jetzt, wo Sie es sagen…“

„Kann es nicht trotzdem sein, dass er der beste Kandidat ist, weil er von der gesamten Konkurrenz so heftig abgelehnt wird?“ „Dahinter scheint wohl eher die Furcht zu stecken, dass er sich mit den Linken ein revolutionäres Programm gibt und dann die ganze Gesellschaft umkrempelt.“ „Also mit einem echten Mietendeckel, höherem Mindestlohn und einem Arbeitsminister, der nicht bei jeder sich bietenden Gelegenheit sagt, dass er die Verfassung für überflüssig hält?“ „Dann wäre die ganze Politik ein einziges Gefahrengebiet.“ „Damit kennt er sich immerhin schon aus.“ „Vielleicht befürchten die auch, dass die Linken Deutschland in Schutt und Asche legen, sobald Scholz sie von der Leine lässt.“ „Das dürfte kein Problem sein, der Wiederaufbau wäre eine Steigerung des Bruttoinlandsproduktes in ungeahnte Höhen.“ „Dann habe ich jetzt endlich kapiert, warum alle für die Erderwärmung sind.“

„Aber das heißt jetzt nicht, dass er sich auch für eine Vermögenssteuer oder eine Erbschaftssteuer aussprechen wird?“ „Kommt darauf an.“ „Worauf?“ „Ob er das vor der Wahl sagt oder danach.“ „Dann kann er nach der Wahl natürlich keine Koalition mit den Linken hinkriegen.“ „Will er vielleicht ja auch gar nicht.“ „Als GroKo-Fortsetzung würde das noch durchgehen.“ „Da wäre es dann allerdings auch egal, was er vor der Wahl versprochen hat.“ „In der nächsten GroKo wäre es auch völlig egal, was er nach der Wahl verspricht.“ „Jedenfalls dann, wenn er es als Kanzler versprechen will.“ „Er kann ja vor der Wahl versprechen, dass er nicht Kanzler werden will.“ „Damit er seine Wahlversprechen nicht brechen muss?“ „Das wäre dann allerdings das Gegenteil von Verlässlichkeit.“

„Das heißt, jetzt müsste die SPD nur noch wie immer links blinken und dann rechts überholen, um glaubwürdig zu sein?“ „So hat die Wirtschaft sich das wohl gedacht.“ „Aber dann wird es nichts mit einem Linksbündnis.“ „Das macht die SPD ja so verlässlich.“ „Dann muss nur noch ein Ergebnis deutlich über zwanzig Prozent…“ „Ich weiß jetzt nicht genau, wie realistisch das ist, aber eher kommt der Sozialismus als die SPD wieder zurück in den Bereich über zwanzig Prozent.“ „Wenn der Sozialismus zurückkehrt, gibt es wenigstens keine Schwierigkeiten, mit den Linken zu koalieren.“ „Falls die mit Scholz überhaupt koalieren wollen.“ „Hat da überhaupt mal einer nachgefragt?“ „Keine Ahnung, die werden bestimmt auf den Tag nach der Wahl warten, wenn alle Ergebnisse gründlich analysiert und besprochen worden sind, auch hinsichtlich der Zukunftsfähigkeit aller möglichen Koalitionen und ihrer Stabilität, Wahlprogramme in einer ganzen Legislatur zu realisieren.“ „Das wird aber letztlich vom designierten Kanzler abhängen, den Linken Koalitionsgespräche anzubieten.“ „Dann ist Scholz ja fein raus.“ „Wieso?“ „Seit wann tritt der für die Grünen an?“





Paulanergarten

22 07 2020

„Es gibt keinen süßen Senf! Und wir dekorieren auch das Kanzleramt nicht in Weiß-Blau! Sagen Sie dem Herrn Bundeskanzler, wir machen das hier schon ein paar Bundeskanzler länger, und wenn ihm das nicht passt, soll er wieder nach München!

Heiliges Kanonenrohr, der Mann kosten uns vielleicht Nerven! Und ich sag noch zu meinem Kumpel, Kalle, sag ich, wenn der die Wahl gewinnt und Kanzler wird, dann ist das hier die Zentrale vom Irrenhaus. Hat er dann ja gewonnen, weil mit den anderen kriegt man nicht mal zusammen einen Blumenpott. Ich hör das noch wie heute, wie die Merkel am Wahltag hier durch die Flure gehüpft ist. Also wenn die Frau Honeckers Rache war, dann ist Söder jedenfalls ihre.

Das muss man sich mal vorstellen. Die haben den Mann zum Kanzlerkandidaten gemacht, weil er nicht in einer Tour Scheiße gelabert hat. Das ist so, als wenn jemand Olympia-Gold im Schwimmen kriegt, weil er als einziger nicht sofort absäuft. Und dann war ja Wahl, und dann hatten wir den Salat. Also einesteils, weil jetzt muss er auch die Klappe halten und kann nicht einfach so rumposaunen, wie das ein Bayer halt tut, und zum anderen, wie soll er denn jetzt die Merkel nachmachen, wo sie weg ist? Wenn man Ministerpräsident in Bayern ist, das ist wie Opposition. Da darf man alles machen und alles sagen und nie Verantwortung übernehmen, weil erstens ist die Wiederwahl eine Frage der Zeit – falls nicht der Staatsanwalt dazwischenkommt oder der Leberschaden – und zweitens ist immer die Bundesregierung schuld, wenn man zum Beispiel die Schwerkraft aufheben will oder die Neun-Tage-Woche einführen. Oder so Sachen halt. Jetzt hockt der Söder am anderen Ende der Fahnenstange.

Wo ist der Mann eigentlich? macht der wieder den Ludewich? Das ist so eine Zwangshandlung, der hat extra einen Kahn aus Traunstein kommen lassen und schippert zwanzig Mal am Tag den Spreebogen runter, als wär’s der Chiemsee. Und wir, das heißt ich, weil mein Kumpel, Kalle, der ist ja sofort seekrank, ich darf dann das Ding wieder an Land ziehen, weil der Herr Bundeskanzler sich sonst die Schuhe nass macht. In der CSU zieht das vielleicht, aber hier in Berlin? Hier sind ja zum Teil Menschen, wenn ich das mal so sagen darf, die überlegen regelrecht, wen sie wählen. Und dann auch noch, warum. Die kann er mit Symbolpolitik zukleistern, das stört die nicht, das kennen die gar nicht anders. Aber so’n Kasperkram, das kann der Berliner gar nicht ab. Deshalb war die Merkel auch gar nicht so verkehrt, wie das, was sie gemacht hat.

Und dann die Bierkutsche, das ist doch alles ein Beschiss. Jeden Donnerstag kommt hier ein das Fuhrwerk angeklappert, dann laden die zehn Fässer aus und an die fünfzig Kisten Weißbier. Ich hab da mal ganz versehentlich eine Pulle fallen lassen. Nur Leitungswasser drin. Braucht er vermutlich für die Fotos vom Kabinettstisch, wenn er wieder ein Fass aufmachen will. Mein Kumpel, Kalle, der hat mir gesagt, dass die hinterher immer das Wasser in den Ausguss kippen, damit sie genug Leergut haben für den medienwirksamen Abtransport. Ich sag ja, der Söder kann halt nur Paulanergarten.

Wir warten hier ja nur auf den Tag, an dem er im Krönungsornat in den Bundestag einzieht. Den Umbau des Plenarsaals zur Spiegelgalerie hat er ja schon in Auftrag gegeben, leider ist der Bayerische Landesrechnungshof für solchen Firlefanz nicht mehr zuständig. Die ganzen Umgehungsstraßen im Allgäu, weil irgendein Kuhdorf noch mal eine halbe Milliarde brauchte und der Verkehrsminister aus dem CSU-Kindergarten kam, das kann er sich jetzt gepflegt in die Haare schmieren.

Seine Quittung heißt Dobrindt. Ich hab ja keine Ahnung, aber mein Kumpel, Kalle, der sagt, die haben die Kandidaten nach IQ sortiert und dann am falschen Ende vom Stapel angefangen. Gut, die zwanzig Jahre kriegt man auch irgendwie herum. Noch schlimmer als Dobrindt und Scheuer und Seehofer, der findet wieder mal nicht den Ausgang aus der Politik, noch schlimmer ist aber, dass sein Bayern nicht mehr sein Bayern ist. Also seins im Sinne von CSU-Besitz, das wäre für ihn schon echt eklig. Aber der behandelt jetzt die Bayern wie ganz normale Menschen, wie alle anderen Bürger auch. Weil er es muss. Der kann denen nicht mehr die Extrawurst versprechen, weil er weiß, dass er der große Zampano ist, und noch viel schlimmer: die haben den eingestellt, damit er mit den Flitzpiepen aus München mal ordentlich Schlitten fährt. Da ist seine Stellenbeschreibung. Aus der Nummer kommt er nicht mehr raus.

Ist möglich, dass der Söder jetzt seinen Alterssitz nicht mehr unbedingt in Bayern haben will. Der ist wahrscheinlich schneller weg vom Fenster, als die in Bayern sich wieder halbwegs normal benehmen können. Und ich wette, dass er denen todpeinlich wäre, wenn der sich da unten noch mal blicken lassen würde.

Momentan haben wir hier sowieso ganz andere Sorgen, aus Bayern kommen ja momentan ständig Demonstranten, die die Autonomie des Freistaates fordern. Sie dürfen gerne mal mitraten, was der Söder als staatstragender Regierungschef dazu gesagt hat. Aber wie sagt mein Kumpel, Kalle, wie sagt der immer? Augen auf bei der Berufswahl! So, und jetzt können Sie mich mal, und zwar freundlich wie auch sonst entschuldigen, der komische Vogel da muss heute noch weg. Da hängt dann ab nächste Woche der Löwe.“





Schnelle Stilllegung

13 02 2020

„… werde die Nachfolge der CDU-Vorsitzenden innerhalb der kommenden Wochen entschieden. Präsidium und Kanzlerin hätten sich auf einen Zeitplan geeinigt, der noch vor der Sommerpause in einer finalen Entscheidung des…“

„… zuversichtlich sei, dass er diesmal auch in einem Basisentscheid die Mehrheit auf sich vereinigen könne. Merz wolle die Partei nun…“

„… noch einmal zweifelsfrei klargemacht habe, dass die SPD nur mit Merkel als Regierungschefin bis zum Ende der Legislatur in der Koalition verbleiben wolle. Alle anderen Personalien würden zwangsläufig zum Ausstieg aus der…“

„… auch über soziale Fragen viel differenzierter denke. Merz unterstütze zwar das ausgehandelte Modell einer Mindestrente, wolle im Gegensatz zur Union aber keine Bedürftigkeitsprüfung, da dies die Antragsteller davon abhalte, eine ihnen zustehende Leistung auch in Anspruch zu…“

„… die Arbeitgeberverbände ihre Unterstützung für andere Kandidaten angekündigt hätten. Eine Anhebung des Mindestlohns auf zwölf Euro sei ein sicherer Weg in die Insolvenz für mindestens die Hälfte der deutschen Unternehmen. Es stehe inzwischen sogar im Raum, eher für Die Linke zu stimme, wenn diese ein moderateres…“

„… habe Merz die Kanzlerin scharf kritisiert. Merkel hätte sofort den Parteiausschluss sämtlicher Mitglieder und Unterstützer der sogenannten WerteUnion betreiben müssen, da dies einen klaren Verstoß gegen die christlichen und demokratischen Fundamente der…“

„… sich nicht habe durchsetzen können. Spahn sei im direkten Schlagabtausch mit seinem Kokurrenten um die Kanzlerschaft schon innerhalb der ersten Minuten gescheitert, da er nach Ansicht der Ärztevertreter nur inkompetente Antworten und objektiv falsche Tatbestände geäußert habe. Der Marburger Bund unterstütze den sofortigen Rücktritt des…“

„… für eine Stärkung des Umweltschutzes stehe. Merz sehe sich in der Pflicht, durch die Einbindung von Klimaaktivisten auch die Jugend der Partei an der Entwicklung Deutschlands zu beteiligen. Durch einen Verzicht auf Wachstum sei auch die Reduktion klimaschädlicher Gase und eine ressourcenschonende Wirtschaft möglich, die das Erreichen der Pariser Klimaziele schon vor…“

„… als klare Absage an eine mögliche Koalition werte. Lindner sehe die Union als sozialistisches Element und habe bereits angekündigt, mit einer Minderheitenregierung, die auch im Falle, dass die FDP nicht dem nächsten Bundestag angehöre, mit den Stimmen der…“

„… die soziale Schere als eines der größten Probleme der Gegenwart bezeichnet habe. Merz wolle die Boni von Managern und Vorständen stark beschneiden und durch eine höhere Spitzensteuer die Einkommensverteilung in der Bundesrepublik wieder auf eine normale…“

„… als vorschnelles Handeln bezeichnet habe. Schäuble lehne eine Gesetzesänderung, nach der die Verjährung der Cum-Ex-Betrugswelle verhindert würde, als undemokratisch ab und werde seine Gefolgschaft für den bisher konservativen Flügel der Union noch einmal gründlich…“

„… nicht zu Deutschland gehöre. Merz werde durch die schnelle Stilllegung der Kohlekraftwerke die Klimabilanz noch innerhalb der ersten 100 Tage auf einem Niveau von höchstens…“

„… mit der Unterstützung der Gewerkschaften rechnen könne, wenn dies mit der Wirtschaft auch abgesprochen werde. Der Plan der CDU, die Berufsabschlüsse ausländischer Arbeitnehmer viel schneller anzuerkennen, könne für die Integration in Arbeit eine erhebliche…“

„… keine Schnittmenge mit den neoliberalen Spinnereien einer Lindner-FDP sehe. Merz werde sich für eine Schwarz-Grüne Bundesregierung unter wohlwollender Unterstützung anderer progressiver Kräfte stark machen und die gemeinsame…“

„… ein bedingungsloses Grundeinkommen im Koalitionsvertrag noch nicht vorgesehen sei. Es müsse ein sanktionsfreies Existenzminimum geben, das allen Sozialverbänden parteiübergreifend in die…“

„… der Islam zu Deutschland gehöre. Merz werde sich für einen Runden Tisch einsetzen, der vor allem rassistische und rechtsterroristische Tendenzen in der Bevölkerung thematisiere und den betroffenen Gruppen mehr Beachtung schenke. Dies sei angesichts der jüngeren deutschen Geschichte eine…“

„… nicht ausschließen dürfe. Koalitionen auf Landesebene mit der Linken seien für Merz kein Problem, es müsse vorab nur geprüft werden, dass es im Rahmen der parlamentarischen Mehrheiten immer einen…“

„… sei es notwendig, Lohngerechtigkeit für Arbeitnehmerinnen durchzusetzen. Die einseitige Benachteiligung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt könne die CDU als Partei der Verfassungstreue nicht länger hinnehmen und werde sich sofort…“

„… als gefährliche und staatszersetzende Extremisten betrachte. Ein AfD-Verbot müsse so schnell wie möglich vom Bundesverfassungsgericht in die Wege geleitet werden, da ansonsten der parlamentarische Arm des Rechtsterrorismus nur durch die finanzielle Unterstützung durch den Staat eine nicht legitimierte…“

„… maßgeblich für die positive Entwicklung in Deutschland gewesen sei. Merz habe die Kanzlerin als epochales Vorbild mit souveränem europäischen Führungsanspruch bezeichnet und sich klar zu ihrer politischen Leitlinie bekannt. Er habe versprochen, die Regierung im Sinne einer Kontinuität so zu verfolgen, wie auch Merkel sie bisher im…“

„… mit mehreren Einschüssen im Hinterkopf aufgefunden habe. Politiker aller Parteien und Personen aus Wirtschaft und Gesellschaft hätten sich betroffen über Merz’ plötzlichen Tod geäußert, es habe weder Anzeichen für einen Suizid noch Auseinandersetzungen im engeren Umfeld des…“