Seitenverkehrt

23 09 2020

„Aber Sie meinen das doch wohl nicht ernst?“ „Sie etwa?“ „Naja, müsste man dann mal sehen.“ „Den Koalitionsvertrag aber!“ „Wie gesagt, diesmal hat es noch geklappt.“ „Aber wir sollten es nicht mehr unter einen…“ „Wollen Sie jetzt mitregieren oder nicht!?“ „Ja, schon gut.“

„Es ist doch wie beim letzten Mal, wir müssen uns nur darauf einigen, wer die entscheidenden Maßnahmen trifft.“ „Das ist doch das Problem!“ „Wem sagen Sie das.“ „Wir sind so weit in die andere Ecke gerückt…“ „… dass wir Sie jetzt locker überholen können. Tragisch, aber das ist nicht unser Problem.“ „Aber für eine gemeinsame Lösung…“ „Jetzt fangen Sie schon damit an!?“ „Sorry, das ist halt reine Gewohnheit.“ „Eben, wir finden das auch zum Kotzen. Aber darauf wird es wohl hinauslaufen.“ „Und Sie wollen sich wirklich nicht auf eine Links-Rechts-Position in der…“ „Nein.“ „Aber das ist…“ „Würden Sie das denn von sich aus machen?“ „Natürlich nicht!“ „Eben.“

„Dann könnten wir diese ganze soziale Frage auch endlich mal ohne parteipolitische Rücksichten lösen?“ „Hahaha!“ „Ihre Häme ist jetzt wirklich nicht angebracht.“ „Hahaha!“ „Wer hat das denn all die Jahre mit Hinweis auf die…“ „Jetzt Vorsicht in der Kurve, Kollege!“ „… langfristige politische…“ „Das haben wir ja gerade noch mal geschafft.“ „… Ausrichtung zementiert?“ „Sie waren aber auch nicht ganz unschuldig.“ „Man tut, was man kann.“ „Und das war im Sinne des deutschen Volkes?“ „Wen interessiert das deutsche Volk?“ „Bei den Wahlen!?“ „Ach so. Natürlich.“

„Sorry, jetzt werde ich aber langsam mal sauer.“ „Alles gut, machen Sie mal.“ „Wie kann man denn die Meilensteine für das deutsche Volk so…“ „Die wollten im Grunde nur die Deutschmark.“ „Das ist klar, aber kann man nicht…“ „Es ging doch nur um die Symbolik, und das hat doch gereicht?“ „Ja.“ „Dann ist doch dieser Ost-West-Konflikt um die Wirtschaft endlich beseitigt, oder?“ „Sie wollen das nicht kapieren?“ „Meine Güte, wenn Sie unbedingt linke Positionen in der Ostzone…“ „Ich verbitte mir das!“ „Das ist wohl das Problem.“ „Wir haben aber 2020, die Probleme müssen irgendwo anders herkommen.“ „Wo die herkommen, gibt es genug davon.“ „Wir haben doch die letzten beiden Male schon ganz gut…“ „Also das wüsste ich aber.“ „Sie haben doch die Problematik noch gar nicht…“ „Sie sind doch für eine neue Koalition noch gar nicht aufgestellt.“ „Also personell schon.“ „Haben Sie denn noch Altfälle?“ „Wir dachten, wir nehmen die von dieser Fraktion noch mal.“ „Wird bei uns wohl auch darauf hinauslaufen.“ „Okay, dann könnten wir die inhaltlichen Entscheidungen doch vorerst an die Ausschüsse…“ „Und der Wahlkampf?“ „Mist! Ich wusste, dass wir wieder irgendwas vergessen!“

„Sie könnten ja zur Abwechslung mal eine klar linke Politik machen.“ „Ist das nicht Ihr Ressort?“ „Dann könnten wir zum Ausgleich unser rechtes Profil schärfen.“ „Und zum Schluss gibt es dann einen Kompromiss.“ „Wie soll das denn bitte aussehen?“ „Man könnte einfach die linken und die rechten Positionen aufgeben.“ „Klingt gut.“ „Dann hat wenigstens keiner etwas davon.“ „Ich wäre dabei.“ „Aber wenn es sowieso egal ist, können Sie auch mal linke Positionen einnehmen.“ „Das würden uns die Leute nie abnehmen.“ „Wir wären quasi für die Wirtschaft unwählbar.“ „Das muss ja nicht im Wahlkampf sein.“ „Denken Sie mal an die Spenden, die einem verloren gehen.“ „Da ist was dran.“ „Und wenn man es dann trotzdem nicht macht?“ „Kann man denn ausschließen, dass so ein Politiker, den man unter ganz anderen Bedingungen gekauft hat, es noch mal versucht?“

„Vielleicht sollten wir die Themen auch einfach anders besetzen.“ „Wie meinen Sie das denn?“ „Man kann doch auch rechte Lohnpolitik machen oder als Linker gegen Ausländer sein.“ „Das nimmt einem dann aber keiner mehr ab.“ „Aber versuchen kann man es doch wenigstens.“ „Wie gesagt, das ist nicht glaubwürdig.“ „Und Sie bezeichnen sich jetzt als glaubwürdig?“ „Hahaha!“ „Wir versprechen den Leuten wenigstens nichts, was nicht finanzierbar ist.“ „Hahaha!“ „Wobei das funktionieren könnte.“ „Nur nicht mit unseren jetzigen Politikern.“ „Ich habe es doch gesagt, wir haben zu viele Altfälle.“ „Wir könnten mal die Kirche fragen.“ „Gehen Sie lieber zu den Gewerkschaften.“ „Oder wir befragen mal die Basis.“ „Hahaha!“

„Oder wir machen das seitenverkehrt.“ „Wie, seitenverkehrt!?“ „Die, die vorher für linke Politik zuständig waren, machen jetzt rechte.“ „Aha.“ „Und umgekehrt eben.“ „Hm.“ „Aber das mit dem Kompromiss bleibt dann so?“ „Wenn dann beide Seiten wieder zurückrudern, wäre es machbar.“ „Es würde natürlich bedeuten, dass sich beide Seiten dann an die Abmachung halten.“ „Wie meinen Sie das denn nun wieder?“ „Wenn Sie jetzt als linke…“ „Wir sollten doch dann rechte Positionen…“ „… oder meinetwegen auch rechte Politiker plötzlich nicht mehr kompromissbereit wären, dann ist das keine gute Grundlage für eine Zusammenarbeit.“ „Also Sie misstrauen uns?“ „Das habe ich nicht gesagt.“ „Aber gemeint.“ „Das ist doch wieder so eine typisch rechte…“ „Nein, die sind doch links.“ „Aber dann wäre sie…“ „Wir haben doch noch gar nichts abgemacht.“ „Es wird eben nichts.“ „Das haben wir alle vorher gewusst.“ „Meine Güte, ist das nicht vollkommen übertrieben?“ „Also wie nun, wie bisher?“ „Polarisierender Wahlkampf und dann große Koalition?“ „Wie bisher.“ „Okay.“ „Kein Problem.“ „Ich wusste doch, auf Sie kann man sich jederzeit verlassen.“





Gefahrengebiet

13 08 2020

„Die haben sich schon beschwert.“ „Dass Scholz den Kandidaten gibt?“ „Wer beschwert sich denn da?“ „Wollten die nicht einen Rechtskonservativen als Kanzler?“ „Es ging wohl mehr darum, dass er mit den Linken koaliert.“ „Gut, das ist natürlich einsehbar, zumindest für die Wirtschaft.“

„Erwarten die jetzt den Kommunismus?“ „Erst mal wird der Sozialismus durchgesetzt.“ „Bestimmt mit Hilfe der Bundespolizei.“ „Und dann wird ganz Deutschland ein einziges Arbeitslager?“ „Wenn ich die Wirtschaft bisher richtig verstanden habe, dann finden die gerade das nicht ganz schlecht.“ „Dann sollte Scholz als Vertreter der Agenda doch keine Gefahr für die Wirtschaft darstellen.“ „Denen geht es möglicherweise um den Lagerwahlkampf.“ „Also einen Wahlkampf, in dem der Kandidat den Wählern verspricht, von denen auch die Wähler vorher schon wissen, dass sie der Kandidat nicht ernst meint und nichts davon umsetzen wird?“ „Das kann aber die Börsenkurse in Aufruhr bringen.“ „Weil ein Politiker sich ausnahmsweise mal als verlässlich erweist?“ „Das ist eine Gefahr für die Wirtschaft.“ „Dann verstehe ich auch, warum die FDP bei denen so beliebt ist.“

„Aber mal ernsthaft, war denn Scholz bisher nicht zuverlässig genug?“ „Immerhin hat er alles getan, um den Warburg-Skandal nicht aufklären zu müssen.“ „Und die Finanztransaktionssteuer, die nur das Geld nach oben umverteilt, war auch keine Überraschung.“ „Möglicherweise wird er sich als Bundeskanzler verändern und plötzlich geradezu bürgerfreundlich.“ „Weil die Linken ihm keine andere Wahl lassen?“ „Für die geht es ja auch ums Überleben.“ „Verstehe, deshalb wollen sie den Garant der rechten, arbeitnehmerfeindlichen Politik als Kanzler, damit man ihnen die Position einer bürgernahen, sozialen Fortschrittspartei abnimmt – im Gegensatz zur SPD.“

„Vielleicht wäre es besser, wenn Scholz gleich für die CDU antreten würde.“ „Inhaltlich würde das sogar hinhauen.“ „Und die Union hat dann endlich diese geistesgestörten Kampfhähne von der Backe, die genau wissen, dass Söder sie von der Klippe husten könnte, wenn er nur wollte.“ „Wobei die Kanzlerin die CDU so weit sozialdemokratisiert hat, dass sie einen Betonschädel wie Scholz sofort wieder rausschmeißt.“ „Auch wieder wahr.“ „Und deshalb nimmt die SPD jetzt die personifizierte Anspruchslosigkeit als Kanzlerkandidaten, damit sie hinterher sagen kann, sie sei wenigstens ihrem politischen Profil treu geblieben?“ „Was ist daran falsch?“ „Alles.“ „Ja, jetzt, wo Sie es sagen…“

„Kann es nicht trotzdem sein, dass er der beste Kandidat ist, weil er von der gesamten Konkurrenz so heftig abgelehnt wird?“ „Dahinter scheint wohl eher die Furcht zu stecken, dass er sich mit den Linken ein revolutionäres Programm gibt und dann die ganze Gesellschaft umkrempelt.“ „Also mit einem echten Mietendeckel, höherem Mindestlohn und einem Arbeitsminister, der nicht bei jeder sich bietenden Gelegenheit sagt, dass er die Verfassung für überflüssig hält?“ „Dann wäre die ganze Politik ein einziges Gefahrengebiet.“ „Damit kennt er sich immerhin schon aus.“ „Vielleicht befürchten die auch, dass die Linken Deutschland in Schutt und Asche legen, sobald Scholz sie von der Leine lässt.“ „Das dürfte kein Problem sein, der Wiederaufbau wäre eine Steigerung des Bruttoinlandsproduktes in ungeahnte Höhen.“ „Dann habe ich jetzt endlich kapiert, warum alle für die Erderwärmung sind.“

„Aber das heißt jetzt nicht, dass er sich auch für eine Vermögenssteuer oder eine Erbschaftssteuer aussprechen wird?“ „Kommt darauf an.“ „Worauf?“ „Ob er das vor der Wahl sagt oder danach.“ „Dann kann er nach der Wahl natürlich keine Koalition mit den Linken hinkriegen.“ „Will er vielleicht ja auch gar nicht.“ „Als GroKo-Fortsetzung würde das noch durchgehen.“ „Da wäre es dann allerdings auch egal, was er vor der Wahl versprochen hat.“ „In der nächsten GroKo wäre es auch völlig egal, was er nach der Wahl verspricht.“ „Jedenfalls dann, wenn er es als Kanzler versprechen will.“ „Er kann ja vor der Wahl versprechen, dass er nicht Kanzler werden will.“ „Damit er seine Wahlversprechen nicht brechen muss?“ „Das wäre dann allerdings das Gegenteil von Verlässlichkeit.“

„Das heißt, jetzt müsste die SPD nur noch wie immer links blinken und dann rechts überholen, um glaubwürdig zu sein?“ „So hat die Wirtschaft sich das wohl gedacht.“ „Aber dann wird es nichts mit einem Linksbündnis.“ „Das macht die SPD ja so verlässlich.“ „Dann muss nur noch ein Ergebnis deutlich über zwanzig Prozent…“ „Ich weiß jetzt nicht genau, wie realistisch das ist, aber eher kommt der Sozialismus als die SPD wieder zurück in den Bereich über zwanzig Prozent.“ „Wenn der Sozialismus zurückkehrt, gibt es wenigstens keine Schwierigkeiten, mit den Linken zu koalieren.“ „Falls die mit Scholz überhaupt koalieren wollen.“ „Hat da überhaupt mal einer nachgefragt?“ „Keine Ahnung, die werden bestimmt auf den Tag nach der Wahl warten, wenn alle Ergebnisse gründlich analysiert und besprochen worden sind, auch hinsichtlich der Zukunftsfähigkeit aller möglichen Koalitionen und ihrer Stabilität, Wahlprogramme in einer ganzen Legislatur zu realisieren.“ „Das wird aber letztlich vom designierten Kanzler abhängen, den Linken Koalitionsgespräche anzubieten.“ „Dann ist Scholz ja fein raus.“ „Wieso?“ „Seit wann tritt der für die Grünen an?“





Paulanergarten

22 07 2020

„Es gibt keinen süßen Senf! Und wir dekorieren auch das Kanzleramt nicht in Weiß-Blau! Sagen Sie dem Herrn Bundeskanzler, wir machen das hier schon ein paar Bundeskanzler länger, und wenn ihm das nicht passt, soll er wieder nach München!

Heiliges Kanonenrohr, der Mann kosten uns vielleicht Nerven! Und ich sag noch zu meinem Kumpel, Kalle, sag ich, wenn der die Wahl gewinnt und Kanzler wird, dann ist das hier die Zentrale vom Irrenhaus. Hat er dann ja gewonnen, weil mit den anderen kriegt man nicht mal zusammen einen Blumenpott. Ich hör das noch wie heute, wie die Merkel am Wahltag hier durch die Flure gehüpft ist. Also wenn die Frau Honeckers Rache war, dann ist Söder jedenfalls ihre.

Das muss man sich mal vorstellen. Die haben den Mann zum Kanzlerkandidaten gemacht, weil er nicht in einer Tour Scheiße gelabert hat. Das ist so, als wenn jemand Olympia-Gold im Schwimmen kriegt, weil er als einziger nicht sofort absäuft. Und dann war ja Wahl, und dann hatten wir den Salat. Also einesteils, weil jetzt muss er auch die Klappe halten und kann nicht einfach so rumposaunen, wie das ein Bayer halt tut, und zum anderen, wie soll er denn jetzt die Merkel nachmachen, wo sie weg ist? Wenn man Ministerpräsident in Bayern ist, das ist wie Opposition. Da darf man alles machen und alles sagen und nie Verantwortung übernehmen, weil erstens ist die Wiederwahl eine Frage der Zeit – falls nicht der Staatsanwalt dazwischenkommt oder der Leberschaden – und zweitens ist immer die Bundesregierung schuld, wenn man zum Beispiel die Schwerkraft aufheben will oder die Neun-Tage-Woche einführen. Oder so Sachen halt. Jetzt hockt der Söder am anderen Ende der Fahnenstange.

Wo ist der Mann eigentlich? macht der wieder den Ludewich? Das ist so eine Zwangshandlung, der hat extra einen Kahn aus Traunstein kommen lassen und schippert zwanzig Mal am Tag den Spreebogen runter, als wär’s der Chiemsee. Und wir, das heißt ich, weil mein Kumpel, Kalle, der ist ja sofort seekrank, ich darf dann das Ding wieder an Land ziehen, weil der Herr Bundeskanzler sich sonst die Schuhe nass macht. In der CSU zieht das vielleicht, aber hier in Berlin? Hier sind ja zum Teil Menschen, wenn ich das mal so sagen darf, die überlegen regelrecht, wen sie wählen. Und dann auch noch, warum. Die kann er mit Symbolpolitik zukleistern, das stört die nicht, das kennen die gar nicht anders. Aber so’n Kasperkram, das kann der Berliner gar nicht ab. Deshalb war die Merkel auch gar nicht so verkehrt, wie das, was sie gemacht hat.

Und dann die Bierkutsche, das ist doch alles ein Beschiss. Jeden Donnerstag kommt hier ein das Fuhrwerk angeklappert, dann laden die zehn Fässer aus und an die fünfzig Kisten Weißbier. Ich hab da mal ganz versehentlich eine Pulle fallen lassen. Nur Leitungswasser drin. Braucht er vermutlich für die Fotos vom Kabinettstisch, wenn er wieder ein Fass aufmachen will. Mein Kumpel, Kalle, der hat mir gesagt, dass die hinterher immer das Wasser in den Ausguss kippen, damit sie genug Leergut haben für den medienwirksamen Abtransport. Ich sag ja, der Söder kann halt nur Paulanergarten.

Wir warten hier ja nur auf den Tag, an dem er im Krönungsornat in den Bundestag einzieht. Den Umbau des Plenarsaals zur Spiegelgalerie hat er ja schon in Auftrag gegeben, leider ist der Bayerische Landesrechnungshof für solchen Firlefanz nicht mehr zuständig. Die ganzen Umgehungsstraßen im Allgäu, weil irgendein Kuhdorf noch mal eine halbe Milliarde brauchte und der Verkehrsminister aus dem CSU-Kindergarten kam, das kann er sich jetzt gepflegt in die Haare schmieren.

Seine Quittung heißt Dobrindt. Ich hab ja keine Ahnung, aber mein Kumpel, Kalle, der sagt, die haben die Kandidaten nach IQ sortiert und dann am falschen Ende vom Stapel angefangen. Gut, die zwanzig Jahre kriegt man auch irgendwie herum. Noch schlimmer als Dobrindt und Scheuer und Seehofer, der findet wieder mal nicht den Ausgang aus der Politik, noch schlimmer ist aber, dass sein Bayern nicht mehr sein Bayern ist. Also seins im Sinne von CSU-Besitz, das wäre für ihn schon echt eklig. Aber der behandelt jetzt die Bayern wie ganz normale Menschen, wie alle anderen Bürger auch. Weil er es muss. Der kann denen nicht mehr die Extrawurst versprechen, weil er weiß, dass er der große Zampano ist, und noch viel schlimmer: die haben den eingestellt, damit er mit den Flitzpiepen aus München mal ordentlich Schlitten fährt. Da ist seine Stellenbeschreibung. Aus der Nummer kommt er nicht mehr raus.

Ist möglich, dass der Söder jetzt seinen Alterssitz nicht mehr unbedingt in Bayern haben will. Der ist wahrscheinlich schneller weg vom Fenster, als die in Bayern sich wieder halbwegs normal benehmen können. Und ich wette, dass er denen todpeinlich wäre, wenn der sich da unten noch mal blicken lassen würde.

Momentan haben wir hier sowieso ganz andere Sorgen, aus Bayern kommen ja momentan ständig Demonstranten, die die Autonomie des Freistaates fordern. Sie dürfen gerne mal mitraten, was der Söder als staatstragender Regierungschef dazu gesagt hat. Aber wie sagt mein Kumpel, Kalle, wie sagt der immer? Augen auf bei der Berufswahl! So, und jetzt können Sie mich mal, und zwar freundlich wie auch sonst entschuldigen, der komische Vogel da muss heute noch weg. Da hängt dann ab nächste Woche der Löwe.“





Schnelle Stilllegung

13 02 2020

„… werde die Nachfolge der CDU-Vorsitzenden innerhalb der kommenden Wochen entschieden. Präsidium und Kanzlerin hätten sich auf einen Zeitplan geeinigt, der noch vor der Sommerpause in einer finalen Entscheidung des…“

„… zuversichtlich sei, dass er diesmal auch in einem Basisentscheid die Mehrheit auf sich vereinigen könne. Merz wolle die Partei nun…“

„… noch einmal zweifelsfrei klargemacht habe, dass die SPD nur mit Merkel als Regierungschefin bis zum Ende der Legislatur in der Koalition verbleiben wolle. Alle anderen Personalien würden zwangsläufig zum Ausstieg aus der…“

„… auch über soziale Fragen viel differenzierter denke. Merz unterstütze zwar das ausgehandelte Modell einer Mindestrente, wolle im Gegensatz zur Union aber keine Bedürftigkeitsprüfung, da dies die Antragsteller davon abhalte, eine ihnen zustehende Leistung auch in Anspruch zu…“

„… die Arbeitgeberverbände ihre Unterstützung für andere Kandidaten angekündigt hätten. Eine Anhebung des Mindestlohns auf zwölf Euro sei ein sicherer Weg in die Insolvenz für mindestens die Hälfte der deutschen Unternehmen. Es stehe inzwischen sogar im Raum, eher für Die Linke zu stimme, wenn diese ein moderateres…“

„… habe Merz die Kanzlerin scharf kritisiert. Merkel hätte sofort den Parteiausschluss sämtlicher Mitglieder und Unterstützer der sogenannten WerteUnion betreiben müssen, da dies einen klaren Verstoß gegen die christlichen und demokratischen Fundamente der…“

„… sich nicht habe durchsetzen können. Spahn sei im direkten Schlagabtausch mit seinem Kokurrenten um die Kanzlerschaft schon innerhalb der ersten Minuten gescheitert, da er nach Ansicht der Ärztevertreter nur inkompetente Antworten und objektiv falsche Tatbestände geäußert habe. Der Marburger Bund unterstütze den sofortigen Rücktritt des…“

„… für eine Stärkung des Umweltschutzes stehe. Merz sehe sich in der Pflicht, durch die Einbindung von Klimaaktivisten auch die Jugend der Partei an der Entwicklung Deutschlands zu beteiligen. Durch einen Verzicht auf Wachstum sei auch die Reduktion klimaschädlicher Gase und eine ressourcenschonende Wirtschaft möglich, die das Erreichen der Pariser Klimaziele schon vor…“

„… als klare Absage an eine mögliche Koalition werte. Lindner sehe die Union als sozialistisches Element und habe bereits angekündigt, mit einer Minderheitenregierung, die auch im Falle, dass die FDP nicht dem nächsten Bundestag angehöre, mit den Stimmen der…“

„… die soziale Schere als eines der größten Probleme der Gegenwart bezeichnet habe. Merz wolle die Boni von Managern und Vorständen stark beschneiden und durch eine höhere Spitzensteuer die Einkommensverteilung in der Bundesrepublik wieder auf eine normale…“

„… als vorschnelles Handeln bezeichnet habe. Schäuble lehne eine Gesetzesänderung, nach der die Verjährung der Cum-Ex-Betrugswelle verhindert würde, als undemokratisch ab und werde seine Gefolgschaft für den bisher konservativen Flügel der Union noch einmal gründlich…“

„… nicht zu Deutschland gehöre. Merz werde durch die schnelle Stilllegung der Kohlekraftwerke die Klimabilanz noch innerhalb der ersten 100 Tage auf einem Niveau von höchstens…“

„… mit der Unterstützung der Gewerkschaften rechnen könne, wenn dies mit der Wirtschaft auch abgesprochen werde. Der Plan der CDU, die Berufsabschlüsse ausländischer Arbeitnehmer viel schneller anzuerkennen, könne für die Integration in Arbeit eine erhebliche…“

„… keine Schnittmenge mit den neoliberalen Spinnereien einer Lindner-FDP sehe. Merz werde sich für eine Schwarz-Grüne Bundesregierung unter wohlwollender Unterstützung anderer progressiver Kräfte stark machen und die gemeinsame…“

„… ein bedingungsloses Grundeinkommen im Koalitionsvertrag noch nicht vorgesehen sei. Es müsse ein sanktionsfreies Existenzminimum geben, das allen Sozialverbänden parteiübergreifend in die…“

„… der Islam zu Deutschland gehöre. Merz werde sich für einen Runden Tisch einsetzen, der vor allem rassistische und rechtsterroristische Tendenzen in der Bevölkerung thematisiere und den betroffenen Gruppen mehr Beachtung schenke. Dies sei angesichts der jüngeren deutschen Geschichte eine…“

„… nicht ausschließen dürfe. Koalitionen auf Landesebene mit der Linken seien für Merz kein Problem, es müsse vorab nur geprüft werden, dass es im Rahmen der parlamentarischen Mehrheiten immer einen…“

„… sei es notwendig, Lohngerechtigkeit für Arbeitnehmerinnen durchzusetzen. Die einseitige Benachteiligung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt könne die CDU als Partei der Verfassungstreue nicht länger hinnehmen und werde sich sofort…“

„… als gefährliche und staatszersetzende Extremisten betrachte. Ein AfD-Verbot müsse so schnell wie möglich vom Bundesverfassungsgericht in die Wege geleitet werden, da ansonsten der parlamentarische Arm des Rechtsterrorismus nur durch die finanzielle Unterstützung durch den Staat eine nicht legitimierte…“

„… maßgeblich für die positive Entwicklung in Deutschland gewesen sei. Merz habe die Kanzlerin als epochales Vorbild mit souveränem europäischen Führungsanspruch bezeichnet und sich klar zu ihrer politischen Leitlinie bekannt. Er habe versprochen, die Regierung im Sinne einer Kontinuität so zu verfolgen, wie auch Merkel sie bisher im…“

„… mit mehreren Einschüssen im Hinterkopf aufgefunden habe. Politiker aller Parteien und Personen aus Wirtschaft und Gesellschaft hätten sich betroffen über Merz’ plötzlichen Tod geäußert, es habe weder Anzeichen für einen Suizid noch Auseinandersetzungen im engeren Umfeld des…“





Sehschwäche

12 02 2020

„Mit diesen Linksfaschisten!?“ „Sind Sie noch ganz bei Trost?“ „Wir sollen mit diesen Kommunisten reden? Da können wir ja gleich ganz Deutschland zum Gulag umbauen!“ „Ihre Verallgemeinerungen bringen uns hier auch nicht weiter.“ „Wenn wir als CDU mit rotlackierten Nazis paktieren, dann können wir unseren Laden dicht machen!“ „Ach, und was machen wir ohne sie?“

„Diese Stasischweine haben das Land schon einmal in den Abgrund gerissen.“ „Ich erinnere mich, da war etwas mit dem Reichstagsbrand.“ „Reden Sie keinen Unsinn, die Linke ist bis heute von Spitzeln durchsetzt.“ „Deshalb wird sie ja auch so intensiv vom Verfassungsschutz beobachtet.“ „Das würde gar nicht klappen, die beobachten doch nicht ihre eigenen Leute.“ „Deshalb muss man ja auch auf die Partei mit der höchsten Stasi-Dichte zurückgreifen.“ „Und, was ist daran unvernünftig?“ „Das ist die CDU.“ „Wir!?“ „Die Ost-CDU hat als loyalste aller Blockflötenparteien nicht nur ihr Vermögen mit in die Wiedervereinigung gebracht.“ „Das müssen Sie aber auch historisch einordnen, ohne eine gewisse Anpassung ans Regime konnten Sie damals oft gar nicht überleben.“ „Das ist mir bekannt, am 8. Mai 1945 waren auch vier von drei Deutschen schon immer im Widerstand gewesen.“

„Ihre ganze Boykotthetze wird Ihnen nichts bringen, wir werden mit diesen Kommunisten nicht zusammenarbeiten.“ „Aber bei der AfD machen Sie eine Ausnahme?“ „Haben Sie bei denen etwa schon mal Kommunisten gesehen?“ „Sonst fällt Ihnen zu der Partei nichts ein?“ „Wir können die auf Dauer nicht ignorieren, sonst werden wir politisch von denen abgehängt.“ „Sie wollen also Koalitionen mit Faschisten, bis sie dann irgendwann keine Partner mehr zum Koalieren brauchen.“ „Das unterstellen Sie mir doch wieder, dafür gibt es keinen Beweis!“ „Im Parteiprogramm steht ja auch nicht, dass sie die Demokratie zerstören wollen.“ „Dafür steht bei den Linken, dass sie den Sozialismus durchsetzen!“ „Das steht bei der SPD auch.“ „Bei denen weiß man aber, dass sie es niemals auf die Reihe kriegen werden.“

„Haben wir denn in Thüringen nach einer Legislaturperiode Arbeitslager für Oppositionelle?“ „Das trauen sich diese Ostzonenschweine wohl noch nicht, erst wenn sie mit den anderen Linken die absolute Mehrheit haben, wird man von denen abgeholt.“ „Sie müssen da etwas verwechseln, das ist eine Spezialität Ihrer rechten Freunde.“ „Das sind nicht meine Freunde. Wir haben als Volkspartei der Mitte die Verpflichtung, das Wahlverhalten der Bevölkerung zu beachten, und wenn das fast ein Viertel sind, die sich für eine volksnahe Partei der rechten Mitte aussprechen, dann können wir das nicht länger ignorieren.“ „Wenn ein Drittel der Bevölkerung die Linke wählt…“ „… dann muss es eine Volkspartei der Mitte geben, die das bekämpft und die Sozialistenschweine hinter Schloss und Riegel bringt.“ „Fahren Sie eigentlich noch selbst Auto?“ „Was soll denn diese Frage?“ „Ich dachte nur, wegen Ihrer Sehschwäche.“

„Wir können in dieser Situation jetzt keinen Linksruck zulassen!“ „Welche Situation meinen Sie denn?“ „Wir werden von links bedroht durch eine anwachsende Mehrheit von Wählern, die…“ „Eben haben Sie doch noch gesagt, die müsse man dann durch Koalitionen beseitigen.“ „Sie wollen mir gar nicht zuhören, das kenne ich von Ihnen schon.“ „Sonst sagen Sie doch immer, wir haben längst einen linksgrünen Mainstream.“ „Natürlich, und das muss jetzt für alle ein Alarmzeichen sein.“ „Wenn wir einen linksgrünen Mainstream haben, wie kann man denn da noch nach links rücken?“ „Sie müssen das natürlich differenzieren. Nur weil einige zum Beispiel deutliche Anzeichen für eine Islamisierung sehen oder den Schuldkult beenden wollen, wegen dessen wir seit 75 Jahren die Juden mit Milliarden dafür bezahlen, dass sie uns immer wieder Verbrechen vorwerfen, die wir gar nicht begangen haben, ist doch nicht die ganze AfD eine nationalsozialistische Partei.“ „Also rücken wir die CDU weiter nach rechts, weil wir jetzt schon zu weit in der Mitte sind.“ „Unsinn, wir sind doch zu weit links.“ „Weil wir eine Volkspartei der Mitte sind, sind wir links?“ „Die Mitte ist doch jetzt zu weit links.“ „Und wie wollen Sie jetzt die Mitte verrücken statt die CDU?“ „Weil wir die Mitte sind, Herrgottnochmal, sehen Sie das denn nicht ein?“ „Eben war doch die AfD noch so etwas wie die bürgerliche Mitte, wie kann denn dann plötzlich die rechte bürgerliche Mitte durch einen Rechtsruck von der Mitte nach links kommen?“ „Ich weiß es auch nicht, aber das beweist doch schon, dass die AfD gar nicht rechtsextrem sein kann.“ „Warum nicht?“ „Weil, das ist eben so. Die bezeichnen sich gar nicht als rechtsextrem, dann werden sie es eben auch nicht sein. Und die müssen es ja schließlich am besten wissen.“

„Warum bezeichnet sich dann die Linke auch nicht als radikal?“ „Das würde Ihnen so passen, als Bankräuber erzähle ich ja auch nicht jedem, woher ich mein Geld habe.“ „Warum gilt dasselbe dann nicht für die Rechten?“ „Ich will Ihnen mal etwas sagen: mir ist das vollkommen egal, ob das Nazis sind oder nicht. Das sind nützliche Idioten, mit denen wir koalieren, um uns die Macht zu sichern, damit die Sozen nicht wieder den Kanzler stellen. Wenn wir das geschafft haben, verbieten wir sie einfach.“ „Ich habe mich geirrt.“ „Wie, was?“ „Sie haben keine Sehschwäche.“ „Natürlich nicht.“ „Sie reden nur die ganze Zeit mit Ihrem Spiegelbild.“





Bürgerliche Rechte

6 11 2019

„Außerdem werden wir diesen ökostalinistischen Terror der langhaarigen Bombenleger nicht mehr tolerieren!“ „Ja Herrschaftszeiten!“ „Richtig!“ „Wir werden uns gegen die Wahnsinnigen durchsetzen!“ „Wieso?“ „Wieso was?“ „Durchsetzen. Warum will sich die CSU da durchsetzen?“ „Weil die Grünen sonst die Wahl gewinnen.“

„Also haben Sie nichts in der Hand?“ „Wir als CSU haben immer die bessere Politik in der Hand!“ „Das will ich meinen!“ „Aber sicher doch!“ „Und wir als CSU sind immer schon für Umweltschutz gewesen. Nicht für mehr Umweltschutz, aber für Umweltschutz, wo wir ihn jetzt schon für einen wichtigen Standortfaktor ansehen.“ „Sehr gut!“ „Das heißt, wenn die Mehrheit der Wähler für eine ökologisch-soziale Wende ist, dann wollen Sie die nur da, wo sie sich nicht vermeiden lässt.“ „Wir als CSU…“ „Sie haben sich also von der Vorstellung einer Mehrheit, die nicht nur aus Versehen, sondern auch aus inhaltlichen Motiven zustande kommt, inzwischen komplett verabschiedet.“ „Das kann auch nur einem linksgrünen Spinner einfallen!“ „Ja Herrschaftszeiten!“ „Kruzifix!“ „Wir legen ja gar keinen Wert auf eine Mehrheit aus Ökotaliban und Terrorveganern, wir wollen und wir werden unsere Wähler nicht im Stich lassen im Kampf um die verdiente Freiheit des…“ „Dass Ihre Wählerschaft damit schrumpft wie Ihr Hirn beim Betreten eines Bierzeltes, das merken Sie natürlich nicht.“ „Das muss sich eine stolze Partei wie die CSU nicht anhören!“ „Deshalb haben Sie ja auch immer noch die absolute Mehrheit.“ „Werden Sie jetzt nicht komisch, Sie grün angestrichener Linksfaschist!“

„Vielleicht irre ich mich ja, aber wo wollen Sie den Grünen denn Stimmen wegnehmen?“ „Jetzt fragen Sie halt nicht so deppert. Im Westen!“ „Das weiß man doch!“ „Im Osten hat es ja auch keinen Zweck mehr, Sie Kulturbolschewik!“ „Die CSU will doch bestimmt ein Ziel damit verfolgen, sehe ich das richtig?“ „Wir wollen endlich wieder ein geeintes Vaterland!“ „Halleluja!“ „Wir vollenden die Wende!“ „Das habe ich doch irgendwo schon mal gelesen?“ „Das bilden Sie sich ein, Ihr seid ja alle permanent bekifft!“ „Hähähä!“ „Und dass die Union im Osten die Geschäftstätigkeit einstellt und das Land nach Kräften spaltet, das ist in Ordnung?“ „Wir kooperieren da mit den rechten Bürgerlichen, beziehungsweise es sind eigentlich bürgerliche Rechte, aber das verstehen Sie sowieso nicht.“ „Das heißt, sie wollen dort mit Nazis koalieren, weil deren Hauptfeind auch die Grünen sind.“ „Das ist ungeheuerlich!“ „Ja Herrschaftszeiten!“ „Aber das muss man ihm lassen, er begreift schnell.“

„Was machen Sie, wenn in zehn Jahren plötzlich die Temperatur ansteigt und der Meeresspiegel gleich mit?“ „Junger Freund, wenn es Ihnen noch nicht aufgefallen sein sollte: Bayern liegt nicht an der Nordseeküste.“ „Die Grünen gibt es dann immer noch und die Temperaturen können Sie auch nicht den Einwanderern in die Schuhe schieben.“ „Das ist eine typisch linksgrüne Provokation!“ „Die Wirtschaft kann sich diese ständige Zerstörung des Standortes durch Ökohetze nicht gefallen lassen!“ „Daher lässt sie lieber durch den Klimawandel ihre Standorte von der Bildfläche entfernen?“ „Sie gehen mir langsam auf den Geist mit Ihrer linken Schwarzmalerei!“ „Deshalb haben Sie seinerzeit auch herumgetönt, dass Umweltschutz Staatsziel wird. Und den Baum haben Sie sicher auch nur zum Spaß umarmt, weil Sie gerade keinen Geldkoffer zur Hand hatten.“ „Ja Herrschaftszeiten!“ „Deshalb haben Sie auch so lange die Rechtsextremisten bei jeder Gelegenheit nachgeäfft und sich gewundert, dass die Leute dann doch lieber gleich das Original wählen.“ „Hören Sie mir eigentlich zu!? Genau darum werden wir diese Linksfaschisten nicht nachmachen, sondern auf die harte Konfrontation setzen!“ „Richtig so!“ „Sakradi!“ „Und wenn sich irgendwann herausstellt, dass Sie mit Ihrem ganzen ideologischen Gerümpel die Karre vor die Wand gefahren haben?“ „Haben Sie eine Glaskugel!? Welche Politik wir wann nachmachen, das lassen Sie doch bitte unsere Sorge sein!“

„Und was passiert, wenn die Union gar nicht ohne die Grünen regieren kann?“ „Jessasmaria!“ „Pfui Deifi!“ „Herrschaftszeiten!“ „Dann werden wir diesen Kümmeltürken zeigen, dass sie sich ihre Biodiktatur abschminken können!“ „Jawoll!“ „Sehr richtig!“ „Das wird natürlich ganz spannend, wenn die Grünen den Kanzler stellen, aber was weiß ich schon. Sie wollen das ja unbedingt durchsetzen.“ „Wer will hier was durchsetzen, Sie Witzbold!?“ „Sie haben doch eben noch gesagt, dass Sie sich gegen die Grünen durchsetzen müssen, weil die sonst die Wahl gewinnen.“ „Ja, aber so war das ja auch gar nicht gemeint. Die sind doch gegen die Union sowieso chancenlos.“ „Richtig!“ „Kruzifix!“ „Und wozu braucht man dieses Geschrei? Um die eigenen Leute zu beruhigen?“ „Ja sicher, und die anderen auch. Die außerhalb der CSU.“ „Verstehe, das heißt dann, Sie wollen mit den Grünen regieren, da die ja die Wahl verlieren, und deshalb müssen Sie nur noch dafür sorgen, dass sie die Wahl verlieren.“ „Ja, so ähnlich. Aber davon verstehen Sie halt nichts, das nennt man Strategie.“ „Und wenn tatsächlich noch so ein kleines bisschen fehlt, was machen Sie dann?“ „Was soll denn da fehlen?“ „Denken Sie nur mal an die letzten Wahlen im Osten. Wenn da ein paar Sitze fehlen, vielleicht nur einer? oder zwei?“ „Da sieht man mal, was Sie von Strategie verstehen! Raten Sie mal, warum wir diesmal nicht die SPD angreifen!“





WLAN-Kabel und Lederhose

8 08 2019

„Es sieht vielleicht so aus, ist aber kein Misthaufen. Und das ist ja das Großartige, es wird das überall in Bayern geben, nicht nur in den Großstädten, wo man es vielleicht erwarten könnte, nein: auch in den kleineren Dörfern im Freistaat wird es die geben, dafür sorgt der Söder schon. Sie sollen mal sehen!

Weil es eben kein Misthaufen nicht ist. Der besteht aus Plastik, das man nicht gleich wieder in den Stoffkreislauf integrieren kann – Integration wird sowieso von einer ganz anderen politischen Instanz verhandelt, das wissen Sie in Bayern aber – und das man nicht gleich wieder nach Afrika zurückschicken kann. Ah, jetzt haben Sie’s! So ist das in der CSU, Sie wollen alles integrieren, aber letztlich landet doch alles wieder in Afrika.

Aber wie gesagt, die Misthaufen. Die sind ja bis jetzt traditionell in einem jeden Dorf in Bayern vorzufinden, das findet der Söder ganz großartig, und deshalb soll es ab sofort auch für Recycling diese Haufen geben, statt der Säcke, die gehen ja meistens schon bei einer Milchtüte kaputt, aber in Bayern kommt die Milch nicht aus der Tüte, sondern aus der Kuh, und deshalb brauchen wir auch keine Säcke. Deshalb machen wir dann diese Misthaufen, die keine sind. Nein, das haben Sie in den falschen Hals bekommen – wenn es großer Mist ist, aber nicht so aussehen soll, dann macht das der Scheuer.

Wir verhindern damit effektiv, dass der ganze Müll in den Weltmeeren schwimmt. Das ist insofern auch sehr uneigennützig, da ja Bayern gar nicht an einem Weltmeer liegt. Und wir verbinden es mit der Tradition, die wir in unserem schönen Bayernland haben, verstehen Sie? Genau so wie bei den Kühen, die unsere Alpenmilch geben, die werden jetzt auf Veranlassung vom Söder umgerüstet. Die sind noch nicht klimaneutral, aber passen Sie auf, der Söder hat befohlen, dass bis 2022 die erste bayerische Katalysatorkuh gezüchtet wird. Da kommt hinten nur noch Heißluft raus, und selbst die kann man in der Staatskanzlei noch recyceln, wenn die CSU mal wieder Lieferschwierigkeiten hat.

In nicht allzu ferner Zukunft wird der Söder die bayerischen Bienen derart gerettet haben, die können mit dem eigenen Flugtaxi zur Arbeit summen. Das ist ein sehr innovativer Mann, der Söder, und vor allem hat der einen Weitblick. Vor zehn Jahren, da hat noch keiner gedacht, dass der einmal die Geschicke des Freistaates lenken würde – gut, tut er auch nicht, das macht immer noch die Autoindustrie, und auch die nimmt lieber so einen Wegwerfkasper wie den Scheuer als Marionette, aber er kriegt das Gehalt des Ministerpräsidenten und ist bis auf Weiteres auf seinem Amtssessel festgeschraubt. Und da er ja ein ungeduldiger Mensch ist, der Söder, gibt er sich nicht mit solchen Kleinigkeiten wie dem Weltklima zufrieden wie die Grünen, der geht gleich aufs Ganze. Bayern oder gar nichts, verstehen Sie?

Es geht ja das Gerücht um, dass diese Kruzifixe in Wirklichkeit nur der Verbreitung von freiem Internet in sämtlichen bayerischen Dienstgebäuden gedient haben. Seitdem der Söder da alle Gebäude hat inspizieren lassen, ist nicht ein einziges WLAN-Kabel gesichtet werden. Verstehen Sie, Laptop und Lederhose war gestern. Jetzt müssen wir uns auf die Zukunft vorbereiten, und die fängt ja bekanntlich heute schon an.

Überhaupt muss mehr für den Umweltschutz in Bayern getan werden, nehmen Sie nur einmal die ganzen Handystrahlen. Es gibt keinen bis heute keinen wissenschaftlichen Beweis dafür, dass die unschädlich sind, und da muss der Söder streng auf die Einhaltung der Normen achten. Wenn man zum Beispiel Wechselwirkungen mit Feinstaub ins Auge fasst, dann ist es ganz klar, dass das Verbot, im SUV mit dem Handy zu telefonieren, noch viel strenger durchgesetzt wird. Da können furchtbare Unfälle passieren, wir dürfen das nicht zulassen. Ich will ja nicht wissen, wie der Dobrindt zustande gekommen ist, aber meinen Sie nicht auch, das wäre eine plausible Erklärung?

Bienenschutz, Waldschutz, Plastikschutz, mehr Brutto vom Netto, nein, das war die FDP, aber der Bürger braucht auf jeden Fall eine deutliche Entlastung, damit die privaten Haushalte auch mehr in den Umweltschutz investieren können, und zur Sicherheit greift der Söder auch in den Flugverkehr ein. Er hat jetzt angeordnet, dass Flugzeuge so schnell wie möglich raus aus bayerischen Luftraum herausfliegen müssen, damit die Emissionen in Bayern reduziert werden. Ich finde das ganz toll, das zeigt nämlich, dass wir alle etwas für den Umweltschutz und für das Klima tun können, wenn es nur einen gibt, der für uns die großartigen Ideen hat.

Aber natürlich sind das generationsübergreifend gute Pläne, da können Sie absolut sicher sein. Wenn Sie sich mal anschauen, was das alles für Folgen für die Bevölkerung haben wird, dann werden Sie das schon begreifen. Höhere Mehrwertsteuer auf Fleisch, Abgabe auf Kohlendioxid, Strom wird teurer, die Preise für Bahnreisen werden aus Solidarität mit den anziehenden Kosten für den Autoverkehr nach oben korrigiert, dazu kommt doch noch eine Maut, die muss nur irgendwie in den Umweltschutz fließen, bis dahin finanzieren wir einfach ein paar Flughäfen damit, dann noch die Erhöhung für Gas und Wasser, und dann gucken Sie mal auf Ihren Gehaltszettel: das ist der komplette Kohleausstieg. Den schafft der Söder, wetten?“





Vollendete Gewalttaten

10 07 2019

„… verbieten wolle. Die SPD im Freistaat Sachsen sei inzwischen nicht mehr davon überzeugt, dass PEGIDA tatsächlich auf dem Boden der Verfassung stehe und werde deshalb eine Prüfung des…“

„… bereits Morddrohungen gegen Dulig geäußert worden seien. Diese sehe der Staatsschutz aber nicht um Zusammenhang mit dem geplanten Verbot, da die betroffenen Bürger generell sehr gewaltbereit und zu schwersten Straftaten…“

„… wolle man die Demonstranten nicht einfach als faschistische Wegbereiter einstufen. Viele von ihnen seien sehr enttäuscht, dass nach Sozialismus und parlamentarischer Demokratie kein politisches System die deutsche Größe habe wiederherstellen können, wie sie während der Zeit des…“

„… müsse es zuvor einen Prüfbericht geben. Die AfD-Fraktion im Sächsischen Landtag habe dies dringend angemahnt, da es unabdingbar sei, in Deutschland und insbesondere in Sachsen die geltenden Gesetze einzuhalten, damit dem deutschen Volk kein…“

„… eine Islamisierung längst nicht mehr im Fokus der Volksbewegung stehe. Die Union sehe in der völkischen Schar auch eine durchaus mit sozialem Gedankengut operierende Wählergruppe, die viel Verständnis für sehr konservative…“

„… könne sich die Landesregierung keinen politisch geplanten Mord gegen einen der Minister vorstellen. Kretschmer habe explizit von den Dresdner Demonstranten noch keine vollendete Gewalttat gegen Mitglieder seines Kabinetts registrieren können uns sehe aus strafrechtlicher Sicht daher auch keinen…“

„… die ‚Absaufen‘-Sprechchöre der Demo-Teilnehmer in keinem ursächlichen Zusammenhang mit aktuellen politischen Ereignissen stehen müssten. Möglicherweise beziehe sich dies auf die sommerliche Situation in zahlreichen deutschen Freibädern, wo es aktuell zu vielen…“

„… sehe der Verfassungsschutz vor, dass es einen Prüfbericht geben müsse, ob es einen Prüfbericht geben könne, um danach einen…“
„… sich der Mord an Walter Lübcke niemals wiederholen dürfte. Das Landesamt für Verfassungsschutz habe diesen Gedanken aufgenommen und bestätigt; er werde sich niemals wiederholen, Lübcke sei ja inzwischen tot und könne daher gar nicht…“

„… die Bezeichnung des Ministerpräsidenten als ‚verjiddelte Drecksamöbensau‘ eine völlige Verkehrung der Tatsachen darstelle. Kretschmer entstamme einer rein christlichen Familie und könne daher mit dieser Bezeichnung gar nicht…“

„… habe sich die Landesregierung darauf geeinigt, dass die SPD in Sachsen alles sagen dürfe, ohne dass der Ministerpräsident sich danach zu irgendeiner Handlung genötigt fühlen müsse. Man wolle dadurch die gute Stimmung im Freistaat vor der Landtagswahl nicht unnötig…“

„… könne es sich möglicherweise um vereinzelte Rechtsextremisten handeln, die eine Ansammlung verfassungstreuer Wutbürger für ihre gewaltsamen und…“

„… gerichtlich gegen eine Einschränkung der Demonstrationen vorgehen werde. Es sei daher auch nicht weiter erstaunlich, wenn weitere Galgen für die Landesregierung und die…“

„… es nicht auszuschließen sei, dass es zu Radikalisierungen unter den PEGIDA-Teilnehmern gekommen sei. Diese habe sich jedoch größtenteils fernab der Demonstrationen ereignet, beispielsweise im Internet, so dass man die gewaltbereiten Rechtsextremisten leider nur noch als bedauerliche Einzelfälle bezeichnen könne, die sich gegen die schweigende Mehrheit der…“

„… mehrere rechtsorientierte Personen eine Rolle als außerparlamentarische Opposition für sich in Anspruch genommen hätten. Kretschmer habe ihnen zu verstehen gegeben, dass eine Verfolgung und Ausgrenzung wie seinerzeit bei der RAF heute nicht mehr denkbar seien und man daher ein Treffen in einer möglichst neutralen Atmosphäre so schnell wie…“

„… betrachte sich Bachmann als Opfer des linsextremistischen Mainstreams, der in Kretschmer seinen besonders exponierten…“

„… mit Bedauern sehe, wenn sich die Gerichte in die Auseinandersetzung einmischen würden. Es sei gerade in Italien zu sehen, dass die nationale Gerichtsbarkeit nicht imstande sei, die Probleme in ihrer ganzen Tragweite zu…“

„… nicht von einer außerparlamentarischen Opposition die Rede sein könne, wenn die AfD das in Teilen rechtsextremistische Gedankengut bereits im…“

„… es nicht Aufgabe der Zivilgesellschaft sei, sich Gerichte zu suchen, mit denen die legitime Meinung der schweigenden Mehrheit im öffentlichen Raum als eine…“

„… dass die Polizei bei den Rufen ‚Deutschland den Deutschen, Juden ins Gas‘ die Demonstration nicht sofort abgebrochen habe. Man müsse hier anerkennen, dass die Ordnungskräfte den nötigen Respekt vor dem gesunden Volksempfinden bezeigt hätten und nicht gegen jede…“

„… wolle Kretschmer gerade in Hinblick auf die Koalitionsmöglichkeiten nach der Landtagswahl keine vorschnellen Verurteilungen dulden. So sei es selbstverständlich das Recht, substanzielle und wohlbegründete Kritik etwa an Grundgesetz oder Menschenrechten auch öffentlich zur…“





Deutsches Klima

30 04 2019

„… die sofortige Abschaffung der Klimareligion als Schulfach fordere. Meuthen werde im Europa-Wahlkampf die Öffentlichkeit gründlich aufklären, um die Rettung der völkischen…“

„… seitdem der von den Deutschen erfundene Gott, der die Deutschen als mächtigstes Volk im Universum erschaffen habe, die ganze Nation vor der Beeinflussung durch rassefeindliches Klima habe schützen wollen. Höcke sehe allein in einem präventiven Angriffskrieg gegen die Schweden einen Ausweg aus dem tausend und tausend Jahren, die die Zernichtung heiligster Deutschheitigkeit in den unvölkischen…“

„… es keinen Beweis für den Klimawandel gebe, der nicht von Wissenschaftlern stamme. Weidel lehne jegliche Zusammenarbeit ab mit von sich aus linksextrem agierenden Volksschädlingen, die nach der Wahl der AfD zur Führerfraktion sofort mit Einschränkungen ihrer Schmarotzertätigkeit in deutschen Hochschulen, Lügenpressorganen oder den…“

„… als Einschränkung gelten lasse. Daher werde Meuthen nach der Machtübernahme in der EU Dieselfahrzeuge nur noch verantwortungsvoll handelnden Europäern mit drei Generationen arischer Vorfahren gestatten, während linke Elektroautos für die…“

„… Umsatzsteuerfreiheit für Alufolie fordere. Es sei für Storch ein deutsches Menschenrecht, sich gegen die Gedankenkontrolle der islamischen Mächte zu wehren, wozu ein preisreduzierter Aluhut für jeden Volksdeutschen und jede…“

„… müsse die EU schnellstmöglich abgeschafft werden, da die vom internationalen Judentum vom Weltislam gekauften Überflugrechte des Reiches in den Grenzen von 1937 zur Ausbringung giftiger…“

„… die Impfpflicht aufgehoben werden müsse. Weidel werde schnellstens für eine Einführung der Impfpflicht in der gesamten Union sorgen, um dann in einem Akt des nationalen Widerstandes alle deutschen Kinder vor dem…“

„… habe Maier die standrechtliche Erschießung aller Wehrmachtsangehörigen angekündigt, die an der Ausbringung von Impotenzmitteln über der BRD GmbH mitgewirkt hätten. Er selber wisse aus eigener Anschauung, dass die plötzliche erektile Dysfunktion nur an Tagen unter oder über zwanzig Grad im…“

„… es gar keine Dinosaurier gegeben haben könne, da diese nicht in der Bibel vorgekommen seien. Höcke werde die Ausmerzung des deutschen Spielwarenbestandes mit der härtesten Männlichkeit, die je ein deutsches…“

„… nur noch Deutsche am deutschen Klima teilnehmen sollten und es so automatisch gegen einen vom Islam verursachten Wandel immunisiert werde. Die Abschiebung von etwa 40% der in Deutschland lebenden Personen könne, so Meuthen, für eine wesentliche Stabilisierung der…“

„… das deutsche Volk bereit sei, die heroischsten Opfer zu bringen zur Reinerhaltung des elektrischen Stroms vor der Windkraft. Eine Verdreifachung der Preise könne laut Gauland nur die entschiedene Abwendung des Mittelstandes von der Energieumvolkung hervorrufen, die eine von ausländischen Konzernen gesteuerte…“

„… auch um die Wohnsituation kämpfen müsse. Höcke fordere grundsätzlich kostenfreies Wohnen der rassereinen Volksfamilie mit mindestens zehn erbgesunden und wehrfähigen Kindern, die von einer Mutter westischen Typs im nationalen Sinne erzogen und vom Vater in trutzigster Weise gestärkt und gestählt für den Endsieg gegen den…“

„… deutscher Spargel kein Wahlkampfthema für die AfD sei. Weidel habe verlauten lassen, dass sie derartige Ressentiments in einem persönlichen Gespräche bereitwillig an die FDP abgetreten habe, die größere Probleme bei der Profilierung und noch wenig Erfahrung beim Verwenden rechter…“

„… den Wetterbericht abschaffen wolle. Storch sehe in den Wetterkarten des Staatsfernsehens mehr und mehr geheime Informationen, die an die Bundeswehrbomber herausgegeben würden, um am kommenden Tag den Himmel mit Silbernitrat und Kokain zu…“

„… aus nationaler Notwehr heraus Flüchtlinge anzünden wolle, um den Deutschen zu zeigen, dass dies keine Auswirkung auf die Klimabilanz habe. Maier werde dies mit Feindstrafrecht vor dem…“

„… das deutsche Volk von den Kosten der Sozialversicherung entlasten könne. Dies sei für Meuthen eine nationale Aufgabe, die zwar nichts mit der Wahl zum EU-Parlament zu tun habe, er wolle sie aber dennoch auf den Plakaten seiner…“

„… erst einige Jahre abwarten wolle, um sich dann für oder gegen eine Umsetzung der aktuellen Klimaziele auszusprechen. Gauland stelle sogar in Aussicht, dass er dies sofort nach seinem Ableben umsetzen lassen wolle, fürchte jedoch angesichts diverser innerparteilicher Querelen, dass er in absehbarer Zeit selbst im…“

„… die Entlastung natürlich nur durch eine sofortige Privatisierung aller Sozialversicherungen ermöglicht werde. Dies werde die AfD allerdings vor der Wahl nicht offen kommunizieren, da sie um Stimmenverluste besorgt sei und nicht vor habe, die Wahrheit so schnell ans…“





Kernkräftchen

19 02 2019

„Wenn Sie hier noch einmal dies gottverdammte Geseier von den hart arbeitenden Menschen hoch kotzen, dann spucken Sie Blut, klar!?“ „Jetzt seien Sie doch nicht gleich so aggressiv, man kann doch über alles…“ „Nein, kann man nicht. Vor allem nicht dann, wenn in diesem Scheißladen eh über alles immer nur geredet wird.“

„Meinen Sie nicht, dass wir uns endlich mal ein Ziel setzen sollten, mit dem wir unseren Weg zurück in die Regierungsverantwortung auch thematisch begleiten können?“ „Und woran hatten Sie da so gedacht? Steuersenkungen für Reiche? Mehr Bestandsschutz für Vermieter?“ „Sie sehen das viel zu negativ, die SPD ist schließlich eine Arbeiterpartei.“ „Ich hatte mich klar ausgedrückt: keine Worthülsen mehr.“ „Wir meinen das ernst!“ „Seit wann denn das?“ „Schon immer, aber jetzt erst recht. Schließlich geht es uns doch darum, auch langfristig wieder unser Profil zu schärfen.“

„Und was haben Sie sich jetzt ausgedacht?“ „Wir wollen zunächst einmal Hartz IV hinter uns lassen.“ „Also nicht abschaffen, Sie lassen es nur hinter sich.“ „Aber in einem durchaus politischen Sinn, wir möchten uns ja dafür entschuldigen.“ „Sie meinen, für die Folgen.“ „Auch dafür.“ „Und deshalb haken Sie es ab, statt es aufzuarbeiten.“ „Das kann man so nicht sagen. Wir wollen zunächst ein Bürgergeld einführen.“ „Statt Hartz IV?“ „Die Höhe ist ja nicht der Streitpunkt, aber hören Sie mal: Bürgergeld.“ „Und?“ „Bürgergeld, das klingt doch gleich viel besser. Wenn Sie Bürgergeld vom Staat kassieren, dann erfahren Sie doch schon mal eine gewisse Wertschätzung, weil Sie als Bürger wahrgenommen werden.“ „Statt wie bisher als Haustier, wollten Sie sagen?“ „Jetzt seien Sie doch nicht immer so negativ, was haben Sie denn?“ „Das alles schon erlebt. Genau denselben Mist hat sich von der Leyen schon ausgedacht, als sie noch keine Waffen brauchte, um das Land in die Scheiße zu reiten.“ „Wir wollen diese Bürger doch in die Mitte zurückholen. In die bürgerliche Mitte, wenn Sie so wollen.“ „Sie meinen, Sie wollen die SPD da zementieren.“ „Hier werden nun mal Wahlen gewonnen.“ „Dann verstehe ich auch, warum alle anderen Parteien denselben Anspruch haben. Da kann ja mit dem Profil nichts mehr schief gehen.“

„Außerdem brauchen wir wieder den Kontakt zu unserer Kernklientel.“ „Werden Sie von denen nicht längst verprügelt, wenn Sie Wahlstände in deren Straßen aufbauen wollen?“ „Bei der Mitte der Bürger?“ „Ich meinte eher die Arbeiter.“ „Guter Mann, die gibt es doch gar nicht mehr.“ „Haben Sie noch nie einen Arbeiter gesehen?“ „Schauen Sie, was Sie meinen, sind Facharbeiter, aber die sind für uns längst die arbeitende Mitte.“ „Sagt wer?“ „Naja, die Partei halt.“ „Nahles.“ „Das ist doch dasselbe.“ „Für Nahles vielleicht, aber haben Sie schon mal die Partei gefragt?“ „Sie kennen doch die Antwort.“ „Stimmt. Die Partei, die Partei, die hat immer recht.“ „Sie enttäuschen mich aber.“ „Ach, nicht solche Schmeichelei – das können Sie doch viel besser.“

„Aber wir müssen jetzt auf die tüchtige Mitte setzen, die uns eine…“ „Auf wen, bitte!?“ „Das ist doch die Kernklientel, die uns wieder stärken wird, wenn wir als Regierungspartei eine…“ „Welche Kernklientel denn?“ „Die entfalten dann eine Kraft, mit der die SPD sich…“ „Eine Kernkraft, meinen Sie? wohl eher ein Kernkräftchen.“ „Jetzt lassen Sie doch endlich mal diese Wortklauberei, so kommen wir nicht voran.“ „Was Sie da als tüchtige Mitte bezeichnen, bezeichnen andere als Leistungsträger.“ „Wir sind ja auch eine liberale Partei.“ „Abgesehen davon, dass dieser Scheißbegriff schon physikalisch zum Kerninventar lernbehinderter Vollversager gehört, wen meinen Sie denn bitte damit?“ „Wir wollen doch wieder für die da sein, die sich dann mit uns solidarisch und…“ „Also alles oberhalb des faulen Prekariats, das die SPD dann mit dem ganzen Hartz-Müll hinter sich lassen kann.“ „Das haben jetzt Sie gesagt.“ „Sie trauen sich ja nicht.“ „Wir können doch hier keine volkswirtschaftlichen Nebenkriegsschauplätze aufmachen.“ „Also bleibt es ein Hauptkriegsschauplatz bei der SPD.“ „Die Produktivität der tüchtigen Bevölkerung ist doch für uns auch ein Maß, wie gut es uns geht.“ „Uns? Also Ihnen, im Vergleich zu Ihren Werktätigen.“ „Wir müssen uns doch auch von der Oberschicht absetzen.“ „Als tüchtige Mitte?“ „Das ist die Mitte, die arbeitet und Steuern zahlt und…“ „Verstehe, und damit Ihre Profilierung funktioniert, zahlen die oben dann einfach weiter keine Steuern.“ „Das ist dann ja auch ein Zeichen von Tüchtigkeit.“ „Wenn man keine Steuern mehr bezahlt?“ „Nein, wenn man sie zahlt.“ „Und was ist mit denen, die so wenig verdienen, dass sie gar nicht erst in die Verlegenheit kommen, Steuern zu zahlen?“ „Für die gibt es ja dann Bürgergeld.“ „Was bislang noch als Hartz IV zur Aufstockung benutzt wird.“ „Ja, aber das wollen wir hinter uns lassen.“ „Weil es sich volkswirtschaftlich nicht rechnet.“ „Doch, aber es ist auf Dauer unsolidarisch. Wenn jetzt jemand schon seit langen Jahren…“ „Ach, die Leier. Lassen Sie es, ich habe genug gehört.“ „Aber…“ „Damit haben Sie mich endgültig verloren. Nie wieder die SPD, das können Sie mir glauben.“ „Was machen wir denn bloß falsch?“ „Das müssen Sie mir doch sagen können, die Partei hat immer recht.“ „Denken Sie mal darüber nach.“ „Ich weiß es wirklich nicht, vielleicht hat Nahles…“ „Dicht dran. Ganz dicht.“ „Was?“ „Daran hat sie hart gearbeitet.“