Unheil

3 04 2017

„Sie ist halt scheiße. Ihre Vertrauten sind scheiße, sonst wären es ja nicht ihre Vertrauten. Dieses linke Scheißpack, das irgendwas von Mitte faselt und die Partei zerstört, das mag zwar machtpolitisch unsere Position festigen, meinetwegen auch mittelfristig, aber Sie müssen auch mal an die Geschichtsbücher denken. Wie kommen Sie jetzt auf Merkel? Wir sind die nationale Alternative und unsere Führerin ist bis jetzt immer noch Petry.

Ich sage, bis jetzt. Das kann sich aber innerhalb kürzester Zeit ändern, verstehen Sie? Sie erwägt den Rückzug aus der Politik – das ist doch das beste Anzeichen dafür, dass sie für die Partei nicht mehr tragbar ist! Wenn jeder hier zurücktreten würde, nur weil er mit Politik überfordert ist, dann können wir vor der Bundestagswahl den Laden dichtmachen! Und nur, weil da ein paar frauenfeindliche Sprüche gegen sie als Person kommen, wirft sie hin? Das ist ganz klar Verrat an unserer parteipolitischen Praxis, das können wir uns von einem Vorstandsmitglied einfach nicht bieten lassen. Schon wegen der negativen Signalwirkung in die Basis hinein, hier muss durchgegriffen werden. Sonst droht uns durch Petry Unheil.

Sie hat doch bis jetzt auch nichts für die Partei getan. Wer hat uns denn dieses ganze degenerierte Wüstenpack ins Land geholt, wegen dem heute die dümmsten Arschlöcher in den deutschen Landtagen sitzen und abwarten müssen, dass die Demokratie endlich durch einen ordentlichen Führerstaat ersetzt wird? Das war doch die Kanzlerin! Und dann hat Petry nichts Besseres zu tun, als die Rückführung aller Ausländer in ihre Herkunftsstaaten und das Verbot des Islams in Deutschland zu fordern? Hat der jemand heimlich das Hirn rausoperiert!? Das ist doch absoluter Wahnsinn – wenn wir mit solchen Forderungen durchkommen, dann haben wir keine nennenswerten politischen Inhalte mehr! Dann sind wir endgültig geliefert!

Oder gucken Sie sich doch mal den Umgang dieser Frau an. Meuthen, Gauland, Pretzell, lauter Neonazis. Gut, Gauland ist übrig geblieben, dem hat Hitler vermutlich noch selbst die Hand auf den Scheitel gelegt. Aber sonst sind das doch fast alles Figuren, die der Partei schweren Schaden zufügen. Nicht, weil es Neonazis sind, das ist eher gut, aber glauben Sie ernsthaft, dass die sich nach ihrem Ausstieg friedlich zusammensetzen und die Partei in den nächsten zwanzig Jahren an die Regierung bringen? Das glauben Sie doch wohl selbst nicht! Die ziehen nur an einem Strang, wenn sie eine Vorsitzende haben, die sie mobben können! Das ist Fahnenflucht, das lassen wir uns in dieser Lage nicht gefallen!

Ich sage Ihnen mal etwas: die will ja gar nicht zurücktreten. Die tut nur so. Dass das in der Partei sowieso schon zum gewohnten Erscheinungsbild wird, weil wir nur Personal von der moralischen Resterampe beschäftigen können, die kosten ja nicht so viel, weil sie es sowieso nur fürs Geld machen, dass das hier zur Gewohnheit wird, mit Geschrei von den billigen Plätzen nur für Aufsehen zu sorgen, damit dann niemand mehr so genau hinhört, was da eigentlich gesagt wird, das können wir nicht auch noch bei einer Vorsitzenden dulden. Was glaubt die, wer sie ist? Gerhard Schröder!?

Außerdem hat sie die Reihenfolge nicht so ganz kapiert. Man steigt erst aus der Partei aus, dann sieht man zu, wie sie sich in ihre Einzelteile zerlegt. Mit einer derart unprofessionellen Vorsitzenden ist doch kein Staat zu machen, oder wie hat die sich das vorgestellt? Sie kündigt ihren Austritt an, vermutlich geht sie zur Nationalen Mutterschaft, zweimal muss sie noch werfen, damit sie von der Leyen einholt, und wenn Steinbach endlich weg ist, wird sie als Quotenrevisionistin aufgebaut. Sie führt dann den völkischen Flügel. Und wie reagiert die Partei darauf? Die Leute tun ja gar nicht mal mehr, als würden sie das zur Kenntnis nehmen! Das ist unerhört!

Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass sie mit ihrer Drohung nur vom Sinkflug der Partei ablenken will. Da droht man doch damit, auf wehrlose Frauen zu schießen oder die Adressen von allen Juden im Bundesland zu veröffentlichen, aber doch nicht damit, als Vorsitzende genau dann in den Sack zu hauen, wenn alle Gegner gerade die Knarre im Anschlag haben! Wie unprofessionell ist das denn! Am Ende lässt sie uns mit Höcke zurück, das geht doch nicht – mehr als drei Prozent notorische Holocaustleugner kriegen Sie bis zur Wahl einfach nicht auf die Kette!

Es sei denn, sie macht für Pretzell den Weg als Kanzlerkandidaten frei und geht wieder zurück an den Herd. Das könnte natürlich sein, und es passt auch inhaltlich. Als Gattin des Führers müsste sie sich natürlich auch mal mit um den Staat kümmern, aber irgendwie kriegt sie das schon hin. Das wird zwar eine harte Prüfung für eine Profilneurotikerin, aber sie schafft das. Ganz bestimmt. Und wenn nicht, haben wir immer noch ihre E-Mails.“

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3 04 2017
Umleitung: Zuerst Satire und danach der Alltagsernst. Von der Gattin des Führers über die Print-Medien zum Ruhrtalradweg. | zoom

[…] Die Gattin des Führers: „Sie ist halt scheiße. Ihre Vertrauten sind scheiße, sonst wären es ja nicht ihre Vertrauten. Dieses linke Scheißpack …“ … zynaesthesie […]

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