Blaue Periode

18 10 2017

„Natürlich kann man das dann in einem konservativ bis freiheitlichen Kontext interpretieren, weil die Formulierung an sich ja viele Spielräume lässt. Und wenn wir jetzt ‚völkisch‘ gar nicht völkisch meinen, sondern vielleicht in einem ganz neuen, liberalen Sinne, muss man auch uns eine neue politische Aussage zubilligen.

Wir beziehen als Blaue ja das Völkische nicht mehr auf die NS-Ideologie, wie das die AfD getan hat. Gut, das hat damals die Vorsitzende Petry nicht davon abgehalten, antisemitische Klischees und Ausländerfeindlichkeit zu bedienen, aber das ging nicht anders. Diese Partei, der sie ja von Anfang an nur vorgesessen hat, um sie vor den vielen Rechten in Deutschland zu schützen, diese Partei wendet sich ganz entschieden gegen einen Begriff vom Völkischen, der die Nichtvölkischen ausgrenzt. Sie können also durchaus Tscheche sein oder Däne, aber eben nicht Neger. Da ziehen wir schon feine Unterschiede. Als Neger sind Sie nicht Teil einer bestimmten Nationalität. Es gibt das Weltnegertum, das ist heute überall stationiert, und wenn Sie einen Neger identifizieren, dann muss dieser nicht unbedingt auch Deutscher sein, der das Grundgesetz für sich in Anspruch nehmen kann. Das unterscheidet uns von anderen Parteien. Wir schießen auch an der Grenze, aber eher so ganzheitlich. Mehr Rente für Mütter, aber nur für deutsche. Das muss schon einen neuen Anstrich bekommen, damit man das Braun darunter nicht mehr so sieht.

Wir sehen uns als eine CSU für Nichtbayern, also nur für Deutsche. Ob wir uns mit denen auf einen Nichtangriffspakt einigen, das steht noch in den Sternen – unser bisheriges Konzept sieht ja so aus, dass wir den Christsozialen eine Politik zubilligen, die weder christlich noch sozial ist, was für uns koalitionstechnisch durchaus praktikable Lösungen bereithalten könnte. Aber bei der Zielsetzung muss schon klar herauskommen, dass die Seehofer-CSU sich klar an den Forderungen der alten AfD orientiert. Nu so macht das ja auch Sinn: wir setzen unser eigentliches politisches Programm mit Hilfe des größeren Partners um, die CSU verleiht uns den Anstrich einer koalitionsfähigen Partei. Damit sind alle anderen raus.

Betrachten Sie das jetzt aber nicht als blaue Periode, wir werden natürlich langfristig sämtliche inhaltlichen Positionen der AfD neu besetzen und sie damit komplett überflüssig machen, so wie das die Christsozialen jetzt schon in Bayern tun. An Personal mangelt es nicht, wir hätten zwar gerne noch Steinbach gehabt, aber der sind wir zu links. Mal sehen, vielleicht tritt noch der eine oder andere aus oder wir könnten ihn durch die Möglichkeit eines doppelt honorierten Fraktionsvorsitzes auf unsere Seite bringen. Das wird sich zeigen.

Und natürlich haben wir eine freiheitliche Komponente in unserer Politik. Wenn Sie zum Beispiel irgendwas mit dem Islam zu tun haben, dann steht es Ihnen frei, Deutschland zu verlassen. Deshalb setzen wir auf den Dialog, besonders mit den ostdeutschen Wählern, die diese Dialogformen erst richtig in die Öffentlichkeit getragen haben, etwa in Dresden. Da werden uns die Politik und die Medien schon zuhören, weil wir schließlich eine politische Meinung äußern und nicht die AfD sind.

Politisches Programm? Wir müssten das erst abstimmen, sonst wird eine Tolerierung durch die CSU in Bayern schwierig, und wir wollen ja langfristig wenn nicht die Regierung übernehmen, so doch mitregieren. Außerdem muss der Mann unserer Vorsitzenden ja auch irgendwas zu tun haben, als Vater die ganze Zeit zu Hause sitzen und Bankrott machen ist ja auf Dauer auch nichts.

Also sehen Sie uns als anschlussfähige Partei – das hat jetzt nicht mit Österreich zu tun, klar? – die die Forderungen der schweigenden Mehrheit befriedigt. Damit sind wir natürlich nicht automatisch auch politischer Mainstream, das werden wir ja erst, wenn wir dann tatsächlich an der Regierung beteiligt sind. Und selbst da werden wir dann nicht die Systempartei, die wie die AfD unter ihrer Ex-Vorsitzenden lediglich Mandate und Diäten haben will. Hier wird sich Petry jetzt ganz anders verhalten, weil sie weiß, dass sie eine echte politische Chance hat, mit den in der AfD erprobten Mitteln der parlamentarischen Demokratie dieses Land unter ihre Kontrolle zu bringen. Da werden dann wir sie jagen und vor uns hertreiben, und wenn sie der Meinung sein sollte, dass es sich für eine Koalition eventuell lohnen sollte, ihre eigenen Positionen beizubehalten, dann sind wir diejenigen, die das letzte Wort darüber haben. Ist doch nicht so kompliziert, oder?

Wieso die Wehrmacht? und Buchenwald? Dazu können wir uns erst nach dem Bundesparteitag äußern, solange müssen Sie mit Ihrer Berichterstattung dann halt warten. Das werden Sie auch noch lernen müssen, dass wir nicht wie die anderen Parteien ständig in den Talkshows sitzen und die Schlagzeilen der Lügenpresse anführen wollen. Oder warum wollten Sie dieses Interview?“

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Original und Fälschung

16 10 2017

„Können wir die rechte Flanke denn jetzt endlich mal schließen?“ „Wir müssen viel breiter aufgestellt sein!“ „Also mehr Angriffsfläche?“ „Aber die…“ „Wir können keine Toleranzgrenze für Intoleranz tolerieren.“ „Aber eine Obergrenze für…“ „Das ist mir jetzt zu viel.“ „Dann brauchen wir weniger.“ „Toleranz, oder wie jetzt?“

„Wieso wollen Sie denn die Alternative rechts überholen?“ „Wo denn sonst, etwa links?“ „Da ist im Moment wenigstens noch Platz.“ „Aber nicht für uns.“ „Wir dulden keine linken Spinnereien.“ „Und rechte?“ „Solange es nicht unsere eigenen sind, könnten wir uns in der Beziehung tolerant zeigen.“ „Und das heißt?“ „Im Wahlkampf wird doch auch viel gelogen.“ „Sie meinen, die Alternative macht ihre Politik grundsätzlich als Wahlkampf…“ „Sie inszeniert ihn als solchen.“ „… und deshalb müssen wir das auch?“ „Solange wir nicht unsere eigenen Spinnereien hinterher aufgeben müssen, ist das doch tolerierbar, oder?“

„Ich wäre für die maximale Provokation.“ „Wen sollen wir denn provozieren?“ „Die Alternative vermutlich.“ „Die doch nicht, die wissen, dass eine Provokation bloß eine Provokation ist.“ „Aber der Wähler, der weiß das nicht.“ „Deren Wähler oder unserer?“ „Da das dieselben sind, brauchen wir uns darüber keine Gedanken zu machen.“ „Wir müssten eher sehen, wie wir danach die Situation wieder in den Griff kriegen.“ „Das wäre mal eine positive Entwicklung, da gebe ich Ihnen recht.“ „Weil wir uns damit von der Alternative abgrenzen?“ „Weil wir das bisher nicht wirklich konnten.“

„Wir sollten eher herausarbeiten, dass unsere bayerischen Werte denen der Alternative sehr ähneln.“ „Das sehe ich anders.“ „Aber die…“ „Wenn etwas etwas ähnelt, dann ähneln die Werte der Alternative unseren bayerischen Werten.“ „Sie meinen das historisch gesehen?“ „Er meint das eher in Bezug auf die Zukunft.“ „Wo sehen Sie da einen Widerspruch?“ „Wenn man so eine Geschichte hat, wozu braucht man dann…“ „Bleiben Sie mal sachlich, meine Herren!“ „Vielleicht kann man das auf unser politisches Führungspersonal beziehen?“ „Ich sehe da vor allem ungebildete, arrogante Arschlöcher, korruptes Scheißpack und widerliche Stammtischnazis, bei denen ich spontan Brechreiz bekomme.“ „Naja, die Alternative hat auch keine besseren Leute zu bieten.“

„Beispielsweise die Familienpolitik.“ „Was ist mit der?“ „Die muss grundgesetzlich gestaltet werden, damit wir den Ausländern nicht zu viel Geld in den Hintern schieben.“ „Dazu müsste man sie aber wieder nicht grundgesetzlich gestalten.“ „Kann man nicht irgendwie eine Obergrenze für Grundgesetzlichkeit…“ „Aber die…“ „Das hat beim Formelkompromiss auch geklappt, und wenn man die Merkel mit irgendwas wegkriegt, schaffen wir die Alternative auch.“ „Wie, wir haben Merkel rechts überholt?“ „Also bei der Familienpolitik schon.“ „Beziehungsweise ist wieder links an uns vorbeigezogen.“ „Und das war grundgesetzlich so in Ordnung?“ „Wenn man uns überholt, ist das nie in Ordnung, merken Sie sich das!“

„Könnten wir nicht etwas von ihr lernen?“ „Ich verstehe, Sie wollen den politischen Gegner am Ende totkoalieren.“ „Die CSU ist nicht die CDU, merken Sie sich das!“ „Aber die…“ „Genau da sehe ich aber das Problem.“ „Wir müssten sonst auf die Alternative inhaltlich zugehen.“ „Eher eingehen.“ „Wenn wir auf die Alternative zugehen, gehen wir also ein?“ „Das habe ich jetzt nicht gesagt.“ „Wir können uns an die Inhalte inhaltlich…“ „Wie denn auch sonst?“ „Wie gesagt, nicht die CDU!“ „Dann müssen wir uns um Inhalte sowieso keine Sorgen machen, oder was wollten Sie damit sagen?“

„Lassen Sie uns das praktisch durchspielen.“ „Als Provokation oder inhaltlich?“ „Kirchtürme statt Minarette!“ „Wie gesagt, inhaltlich oder als Provokation?“ „Kirchturmpolitik können wir doch viel besser.“ „Mit uns gibt es kein Minarett in den bayerischen Dörfern!“ „Kirchtürme haben wir doch schon, wo wollen Sie da neue bauen?“ „Ohne uns würde es nur noch Minarette…“ „Aber die…“ „Übrigens rechte Flanke: dass die Alternative den Anschein erwecken will, sie sei die bessere CSU, das können wir aber auch nicht dulden.“ „Da brauchen wir eine Toleranzuntergrenze.“ „Aber die…“ „Der Wähler wird das denen nie durchgehen lassen.“ „Stimmt, weil er Original und Fälschung unterscheiden kann?“ „Die Alternative jedenfalls versucht wie eine bürgerliche Partei zu wirken – das können wir aber besser!“ „Wie eine bürgerliche Partei wirken?“ „Jetzt machen Sie es doch nicht komplizierter, als es nicht ist!“ „Die Alternative hat doch bisher immer versagt.“ „Und das können wir auch besser?“ „Also jetzt wird’s langsam komisch.“ „Finde ich gar nicht.“ „Wir können uns nicht ständig mit dieser Partei messen, die ist in ein paar Jahren weg vom Fenster.“ „Dann können wir von denen vielleicht noch etwas lernen.“

„Können wir uns jetzt doch auf etwas einigen?“ „Müssen wir?“ „Sollten wir schon.“ „Man könnte jetzt nach außen kommunizieren, dass die Sozen die Alternative groß gemacht haben.“ „Aber die…“ „Und wenn es sie nicht geben würde, dann müssten wir nicht so sein.“ „Wie die Sozen?“ „Das macht schon die Kanzlerin.“ „Weshalb wir auch nicht sein wollen wie die CDU.“ „Weil die Sozen wie die CDU ist.“ „Eher umgekehrt.“ „Da soll noch einer durchblicken!“ „Gut, dann haben wir’s jetzt?“ „Sagen Sie das der Presse: die Christsozialen lassen sich nicht von kurzfristigen politischen Ideen beeinflussen. Wir bleiben eigenständig.“





Kopfpflicht

12 10 2017

„… dass generell keine Unkenntlichmachung des Gesichts in der Öffentlichkeit mehr gesetzlich geduldet würde. Die Polizei werde dies mit der ganzen Härte des…“

„… die ersten Konsequenzen gefordert habe. Drei ältere Damen mit Vollverschleierung seien dem Haftrichter vorgeführt worden, der ihre Zugehörigkeit zur Gesellschaft der heiligen Ursula nicht als Entschuldigung für den…“

„… nur vorläufig festgenommen worden sei. Das Anlegen eines Hutbandes diene allein der Befestigung und stelle noch keinen vermummenden Eingriff in den…“

„… sich der Vatikan nicht in den Streit einmischen wolle. Sobald Kardinäle oder Bischöfe von der Regelung betroffen seien, so das Governatorat, werde man an Sanktionen gegenüber dem…“

„… es sich um eine reine Provokation gehandelt habe. Die tschechische Performancekünstlerin habe sich lediglich mit einer Papiertüte über dem Kopf in der Wiener Innenstadt aufgestellt, um die Polizei durch bewusstes Irreführen über ihre Person zu…“

„… das Anlegen von Sonnenbrillen in den öffentlichen Verkehrsmitteln nochmals unter besondere Strafe zu stellen. Die Gefahr einer Tram-Entführung könne bereits durch einen einzigen Fall auf 100% steigen, deshalb müsse sofort die…“

„… die Ordensfrauen wieder auf freiem Fuß waren. Das Innenministerium habe nochmals darauf hingewiesen, dass bei Sicherheitskontrollen der Habit als potenzielle Tarnung über einem Sprengstoffgürtel oder einer…“

„… die Helmpflicht des Motorradfahrers in dem Augenblick ende, in dem er sein Kraftrad nicht mehr bewege. Strittig sei dennoch, ob er den Helm beim Stopp an Ampeln und Fußgängerüberwegen sofort abzulegen habe oder erst auf eine Anweisung des dazu befugten Beamten der…“

„… auch in Supermärkten und Drogerien Sonnenbrillen zu verbieten. Schwierig sei zwar, dass die im Einzelhandel feilgebotenen Brillen dann nicht mehr anprobiert werden könnten, die innere Sicherheit sei aber damit um einen wesentlichen Punkt näher an die…“

„… das Tragen einer Hundemaske zur Eröffnung eines Fachgeschäfts für Zoofachhandel nicht erlaubt sei, solange eindeutig geklärt sei, dass sich unter der Maske tatsächlich ein…“

„… zu traumatisierenden Erlebnissen komme. Bisher seien nur in den Vereinigten Staaten Schüler in Handschellen abgeführt worden, das Einsatzkommando von Ottakring jedoch habe den Kinderfasching sehr professionell und mit nur geringen Verletzungen der…“

„… dass die chinesische Wirtschaftsdelegation nun des Landes verwiesen werde. Obwohl die Feinstaubwerte durch Pkw in den vergangenen Jahren erheblich zugenommen hätten, rechtfertige dies doch nicht das ganztägige Anlesen von Schutzmasken im Bereich des…“

„… eine Parade mit den Originalfiguren aus Disney World nicht stattfinden könne. Dies entspreche nicht dem europäisch-abendländischen Brauchtum, außerdem sei durch die Maskierung nicht geklärt, ob sich eine männliche oder weibliche Person unter den jeweiligen…“

„… Radhelme grundsätzlich wie Motorradhelme behandelt werden müssten. Dabei ergebe sich nur die Schwierigkeit, dass der Helm erst mit Antritt der Fahrt angelegt und unmittelbar danach angenommen werden solle, was aber gegen andere Sicherheitsvorschriften verstoße, gemäß derer der Helm schon vor Antritt der…“

„… bewusst oft die Figur Darth Vader ausgewählt worden sei. Es habe sich zwar um zehn- bis zwölf Jahre alte Kinder gehandelt, dennoch müsse man polizeilich auch hier Vorsicht walten lassen, um nicht durch eine Massenpanik im…“

„… einen Mundschutz im OP-Bereich getragen habe. Die Geldbuße trage dem Umstand Rechnung, dass es sich um ein öffentlich zugängliches Spital gehandelt habe, das auch von Inländern und…“

„… zu Ehren des japanischen Botschafters aufgetreten seien. Die Darsteller des Nō-Ensembles seien jedoch wegen ihrer stark an Masken erinnernden Schminke noch vor dem Betreten der Bühne direkt in Polizeigewahrsam…“

„… ein Clown auch auf einer Abbildung eine latente Terrorgefahr darstelle, weshalb die Plakate des Circus Knie unverzüglich aus dem…“

„… das Baufahrzeug mit halbautomatischen Schusswaffen abgedrängt und die Arbeiter zum Aussteigen genötigt worden seien. Der vor dem Betreten des Baustellengeländes angelegte Atemschutz falle unter die sicherheitsrelevanten Verbote einer…“

„… die Gasmaske eines Feuerwehrmannes im Einsatz einer hinreichenden Legitimation bedürfe. Diese könne jedoch im Brandfall durch einen formlosen, für sechs Stunden gültigen Antrag, der spätestens einen Werktag vor dem Einsatz…“

„… den Nikolaus darstellen solle. Auch unter Berücksichtigung der aktuellen Bartmode sei die Kostümierung nicht zu…“

„… besser geregelt werden solle. Schwerer Atemschutz dürfe jetzt bereits getragen werden, wenn sich der Brandmeister schriftlich vor dem Einsatz an die oberste Leitung des…“

„… es sich bei dem wegen eines zu hoch über der Nase geschlungenen Wollschals verhafteten Radfahrer um den Bezirkspfarrer Franz Pospischil gehandelt habe. Der Vatikan habe nochmals betont, dass er für Personen unterhalb der Bischofswürde keine rechtlich…“

„… es sich beim Nikolaus in Wahrheit um einen Dissidenten aus der heutigen islamischen Welt handele. Um politische Provokationen mit der Türkei zu verhindern, dürfe keine weitere…“

„… in erster Instanz verloren habe. Mitglieder einer freiwilligen Feuerwehr seien demnach nicht berechtigt, einen beantragten und bewilligten Atemschutz bereits beim Anrücken auf dem Fahrrad, das sich noch auf einem öffentlichen Radweg in der…“

„… als ‚Muselsau‘ beleidigt habe, die ‚ins Gas gehöre‘. Obwohl die koptisch-katholische Kirche mit Rom uniert sei, sehe der Heilige Stuhl keine Veranlassung, die Behandlung des Patriarchen von Alexandrien am Westbahnhof durch die Bezirkshauptmannschaft des…“

„… das neue Wintercouleur der Germania 1937 auch den schwarz-weiß gemusterten Schutz gegen linksjüdische Pest vorsehe. Das Bundesministerium für Inneres wolle von einem Verbot absehen, da es in der Ballsaison nachts auch empfindlich…“

„… zu Boden gerissen und mit mehreren Faustschlägen ins Gesicht lebensgefährlich verletzt habe. Das Kopftuch, dass die Königin von England und Schottland traditionell auf Flugreisen trage, sei dabei im…“





Numerus Claudius

9 10 2017

„Das ist jetzt eher eine nominale Zahl, oder so. Wenn wir eine gewisse Zahl an Pflegekräften nicht erreichen, ist das an sich noch nicht schlimm oder alarmierend oder irgendwie so, dass das wichtig wäre. Man muss das immer im Verhältnis sehen zu den Patienten, und wir wissen ja, alle die sind auch irgendwann mal weg, also müssen wir uns da noch keine Sorgen machen.

Wir haben genügend ausgebildete Kräfte, auch in den anderen attraktiven Berufen wie Frisör oder Restaurantfachmann. Wenn da ab und zu nach der Ausbildung die Fachkräfte abwandern, dann ist das zunächst mal sehr gut – wir haben dann in den anderen Mangelberufen wieder potenzielle Kräfte, die wir verwenden können. Beispielsweise in den personalintensiven Bereichen der Pflege, in denen es im entferntesten Sinne um Menschen geht. Das wissen ja viele heute gar nicht mehr – das ist ein Berufsbild, das zwar auch sehr viel zu bieten hat für die Freunde der statistischen Unterhaltung, das aber in wesentlichen Komponenten immer noch nicht ganz auf den Pflegebedürftigen verzichten kann, denn der bringt nun mal die Kohle.

An uns wird ja der Wunsch herangetragen, das Berufsbild möglichst attraktiv zu gestalten, aber so einfach ist das gar nicht. Im Büro kann man statt der Stühle Sitzbälle aufstellen und in der Fabrik hat man heute schon bunte Schraubenzieher oder sogar Bilder an der Wand, aber was soll man in der Pflege machen? Hübschere Patienten oder attraktivere Krankheiten? Trinkwasserspender auf jeder Etage? Wir haben so viele unterschiedliche Leute in den Pflegeeinrichtungen, da bekommen Sie niemals alle Geschmäcker befriedigt.

Sagen Sie nicht, wir müssten die Angestellten bloß besser bezahlen. Das ist eine Beleidigung der größtenteils gar nicht so materiell eingestellten Pflegekräfte, die diesen Beruf mit viel Idealismus und natürlich gerne auch unter schwierigsten Bedingungen ausüben, wenn man sie lässt – es öffnet Tür und Tor für eine Negativentwicklung, da dann andere Arbeitgeber nachziehen werden, die werden, die noch höhere Gehälter zahlen, dann sind da die Fachkräfte wieder weg, und dann kommen wieder andere, und wieder, und irgendwann haben wir riesige Summen herausgeschmissen und die Pfleger sind vielleicht längst in einem anderen Beruf, weil sie da noch mehr verdienen, da sie sich längst an diese höhen Gehälter gewöhnt haben. Das können Sie doch nicht wollen!

Dass wir die einzelnen Berufsbilder seit jüngster Zeit verschmelzen, ist nämlich nicht aus Zufall passiert, wie man vielleicht denken könnte, das machen wir absichtlich. Wenn Sie nämlich mal gucken, dass da eventuell ein Altenpfleger auf dem Arbeitsmarkt verfügbar ist – der hatte vielleicht nur einen Bandscheibenschaden oder Burnout, also nicht unbedingt lebensbedrohliche Erkrankungen – dann wussten Sie vorher, das ist ein Altenpfleger. Das ist schön, da weiß man immer, der Mangel wird von echten Fachkräften verursacht. Jetzt muss aber im Zuge der Globalisierung immer auch eine gewisse Flexibilität mitgebracht werden, die lassen wir halt von unseren Arbeitnehmern mitbringen – es ist ja auch deren Beruf, da wollen wir uns in ihre Bemühungen um Eigenleistung nicht einmischen – und schon kann man mal sehen, dass plötzlich bei der Stellenbesetzung einen Behindertenpfleger drin haben, der ist vielleicht sogar noch im Job, also in ungekündigter Stellung, der ist nicht arbeitslos, was immer gut ist, weil solche Leute ja auf Kosten der Sozialsysteme leben, und das ist nie gut, gerade in einem Sozialberuf, Eigenleistung und so, und dann stellen Sie fest, es gibt statistisch gesehen gar keine fehlenden Fachkräfte mehr. Den Behindertenpfleger kann man beispielsweise auch in der Altenpflege mitrechnen, dann haben wir eine Win-Win-Win-Situation, auch bei Fachkräften, die es noch gar nicht gibt, weil wir ja wissen: wenn es sie gäbe, wären sie sehr zahlreich. Das muss dieser Numerus Claudius sein, oder wie der heißt, jedenfalls hat das Zukunft, weil wir es jetzt noch nicht verstehen.

Eine Untergrenze wird es mit uns nicht geben, das halte ich für ausgeschlossen. Man kann doch nicht einfach irgendwann beschließen, dass ein Pfleger nur noch für soundso viele Patienten zur Verfügung stehen darf, das ist doch Kokolores. Dann haben Sie plötzlich Patienten, denen geht es bei einem sehr viel niedrigeren Personenschlüssel prima, und dann wollen plötzlich alle Pfleger sich auf die Station versetzen lassen – ausgeschlossen, das bringt nur Unruhe in den Betrieb, und für die Insassen ist das bestimmt auch nicht gut. Genau, die leiden dann nämlich unter der Aufregung, dann sinkt die Lebensqualität plötzlich wieder ab, und schon haben wir wieder eine nicht belastbare Zahl an Pflegeaufkommen, mit der wir uns die ganze Statistik zerschießen.

Ich gebe Ihnen da einen Tipp, ausnahmsweise mal kostenlos: pflegen Sie Ihre Angehörigen am besten mal zu Hause. Da sind Sie nicht vom Fachkräftemangel bedroht, Sie wissen immer, wo der nächste Verantwortliche zu finden ist, die Statistik erledigen Sie selbst, und wenn Sie keinen Bock mehr haben, entschließen Sie sich ruhig zu einer professionellen Ausbildung im Pflegebereich. Danach können Sie immer noch als Fachkraft in einer ganz anderen Branche anfangen!“





Gernulf Olzheimer kommentiert (CCCLXXXIX): Das Kulturmagazin

6 10 2017
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Uh, wie furchtbar. Hui, wie dolle. Sieht aus wie Zoo, ist aber keiner, und ausschalten kann man es auch. Könnte man, wenn man denn wollte, aber wer sich freiwillig und meist zu später Sendezeit die Kinderstunde für Erwachsene antut – oder für die, die sich unbedingt als solche benehmen müssen – gehört zu denen, die es nicht besser verdienen. Die Besserverdiener versüßen sich den fortgeschrittenen Abend im Schlummer, beim Fußball, im Rausch, nur der verbissene Spätaufsteher, die angewachsene Oberstudienratshose, der nullogame Troglodyt mit der Hegel-Gesamtausgabe in der Schrankwand, sie alle weinen still in die Fernbedienung hinein, wenn die Trottellaterne mittelalterliches Personal in moderaten Hipsterlook näht und vor die Kamera schubst, um des Deutschen Spießers Wunderhorn zu füllen mit Dichterwort und Korkenknall. Es ist wieder Zeit fürs Kulturmagazin.

Schräglich behoste Herren und Damen mit asymmetrischen Frisurversuchen sind schon immer über die Mattscheibe geturnt, und mit etwas Glück haben sie keine Spuren im Neocortex hinterlassen, wenn der Guckreiz sich verflüchtigte. Wie aus einem Guss verquickt dieses Modell hysterischen Nachwuchs und historische Ansprüche zu pauschal penetranter Individualität, denn Kultur, zumal die massenmedial breitgequarkte, darf alles sein, nur nie Mainstream. Was an Mittelstrahl das bürgerliche Feuilleton durchplüscht, ist für die Experten nur ein Betäubungsmittel, das die letzten Reste kritischer Praxis verödet. Mokiert die halbstaatlich bestallte Redaktöse sich angesichts einer Mozart-Oper, die wie selbstverständlich im KZ inszeniert wird, dann brezelt der Gaffenstall sich frohlockend eine Provokationsvorlage aus dem Stoff, wissend, dass zwischen die Neuentdeckung venezolanischer Epik und eine Poetikvorlesung maximal ein Pils passt, denn nüchtern ist diese Mische nicht zu ertragen.

Gäbe es eine Messgröße für Selbstverliebtheit, sie läge in dieser Sendung begründet. Man kann die Protagonisten scheint’s schlecht bezahlen, denn im Entgelt inbegriffen sind offenbar bunte Pillen und das Versprechen, einmal in der Woche durch die Wohnküchen wehrloser Verbraucher zu stelzen. Sie verklappen freiwillig neorealistische Novellen und den neudeutschen Film in ihren Schimmelhirnen, unerschrocken bis schmerzresistent, letzteres wohl ein Einstellungskriterium, indem sie das Klischee der verhassten Deutschstunde auf links krempeln: das, liebe Kinder, wollte der Dichter Euch nämlich mit dem Gesabber sagen, und wir sind befugt, unser geistiges Geröll über Euch auszukippen, ungefragt und deshalb richtig.

Ab und zu schleichen sich Kulturschaffende ins Studio. Hier wird ein bekannter Komponist zur Menschenrechtslage in den Seealpen befragt, dort eine Stararchitektin zum Biopicfimmel. Für ihr Entkommen ist in der Regel gesorgt.

Schlimm, aber unausweichlich und nahezu konstituierend für das Kerngenre der intellektuellen Bespaßung ist der erhobene Zeigefinger, die Moralerektion als Monstranz des missionierenden Besserwissers im Feldzug der Verdeppten. Die Welt des Geschmacksdiktators besteht zu vier Dritteln aus Problemen, die er nicht wird lösen können, Umweltkatastrophen in Afrika, der mähliche Tod des Kastenfroschs, ein schleichender Niedergang des Schamanismus in entlegenster Gegend von Hinterasien, und alles das wird mit Sonetten und Mambo bekämpft, Nasenflötenmusik und Theater in der Badewanne als postmoderner Thespiskarre, jedoch vermutlich nur, damit ein mies bezahlter Redakteur mitsamt zweier Kabelträger sich in der kirgisischen Steppe zwei Dutzend hauptberuflicher Freizeittänzer widmen und eine Stunde Material über sie kurbeln kann, der dann als Drei-Minuten-Terrine in die Haushalte schwappt, befremdliche Bilder aus einer wirren Welt, in der man zum Glück nicht auch noch leben muss, aber schön hüpfen tun die Wilden, das ist doch auch schon etwas. So berichtet die Sendung mit dem Graus je um je von Mode aus der Altkleidersammlung, gerne auch als Buch, Film oder Podiumsdiskussion, bis sie sich dem eigentlichen Zweck des Bildschirmflirrens hingibt, dem Marketing.

Hat die Absatzförderung schon mit Verve die Talkshows okkupiert und in ein unliterarisches Terzett neuronal überforderter Klosteinverkoster verwandelt, wie sie alle das letzte Druckerzeugnis, die letzte Leinwandarbeit, die grassierende Tour durch deutsche Gaue zum letzten Tonträger ohne Sinn und Verstand mit Hosianna vollloben, so schwiemelt sich die Produktplatzierung auch hier ins Format hinein, wo unverbindliche Larmoyanz für scheinbare Objektivität sorgt, den Daumen stets überm Preisschild, weil ja die gesellschaftliche Relevanz zählt. Dafür also hat man die Werbung unterbrochen. Aber Dranbleiben lohnt sich, denn alles geht irgendwann einmal vorbei. Vielleicht kommt ja hinterher ein vernünftiger Western.





Eintopfsonntag

5 10 2017

„Weswegen ich mein Parteibuch zurückgebe? weil die Genossen seit zehn Jahren wissen, dass sie an der Scheiße schuld sind und sich genau diese Scheiße auch noch bunt reden. Da mache ich nicht mehr mit. Punkt!

Erinnern Sie sich noch an diesen Hinterbänkler, wie hieß denn der noch? Gabriel, sonst nie in Erscheinung getreten, aber da konnte er das Mantra der Partei runtersingen. Es gibt kein Freibier, man muss schon arbeiten oder in der Partei sein, dann gibt’s was umsonst, also nicht als Arbeiter, aber wenn man keinen Job hat: hinten anstellen. Da hat sich der Mann schlagartig so beliebt gemacht, ich glaube, aus dem ist doch noch irgendwas geworden, aber genau weiß ich es jetzt nicht. Die laden mich ja seit längerer Zeit nicht mehr ein, der Ortsverein soll links geworden sein, aber ich glaube es nicht.

Das war übrigens derselbe Gabriel, der dann im Wahlkampf plötzlich entdeckt hat, dass Schäuble mit seinem Sparzwang gar nicht an den kaputten Schulen schuld sein konnte, weil die gar nicht aus Bundesmitteln finanziert werden. Hätte man im Wahlkampf ungestraft sagten können, aber da war er ehrlich – dass die Bankenrettung nicht aus den Geldern der Arbeitslosenversicherung gespeist wird, hat er keinem verraten. Oder die Bankenrettung wird tatsächlich aus den Geldern der Arbeitslosenversicherung gespeist. Damit hätte er die besten Einschaltquoten aller Zeiten gekriegt, zumindest für die SPD.

Wir haben da eine Bundeszentrale für politische Bildung, die Adresse sollte man gelegentlich dem Maas mal schicken, aber der Rest der Partei scheint ganz froh, wenn sich keiner mehr dafür interessiert. Es gibt Bund, Länder und Gemeinden – damit wären Sie bei Jauch schon mal ganz weit vorne, wenn Sie den Unterschied erkennen würden – und die haben ihre jeweiligen Rechtskompetenzen in der Finanzierung. Die einen machen Bankenrettung, die anderen retten Flüchtlinge, wenn die EU sie nicht gerade auf Kosten des gemeinsamen Budgets im Mittelmeer hat absaufen lassen, und für die Arbeitslosen ist das von den Mitteln übrig, was die Bundesagentur nicht versehentlich für die eigenen Angestellten zur Jobrettung abzwackt. Das hätte man ganz klar kommunizieren können, aber das war der SPD vermutlich viel zu kompliziert, weil der Kern der Sache zu einfach zu begreifen war. Wie wollen Sie Politik machen, am Ende noch Bundespolitik und dann auch noch im Wahlkampf, wenn die Problematik ein normaler Mensch ohne geistige Einschränkung sofort verstehen kann?

Sie haben diesen ganzen Scheiß immerzu in einem Topf geschmissen, es war bei der SPD wie bei den anderen permanent Eintopfsonntag. Und jetzt erklären Sie mir mal, wie man in einem Ortsverein mit mehrheitlich bewegungsunfähigen Altsozen überhaupt Realpolitik machen soll, wenn die Belegschaft aus Sympathie mit der Konkurrenz schon anfängt, jede Meinung als Lügenpresse zu bezeichnen?

Dieses Wir-Gefühl, Nahles’ hochgerülpste Currywurst und Steinbrücks Fahrradkette, das war der springende Punkt. Wir haben das geschafft, weil der Wähler den Unterschied zwischen Volks- und Betriebswirtschaft nicht kennt, und die Propaganda hat das ausgenutzt. Wir werden nicht mehr gewählt, weil man den Unterschied immer noch nicht in die Menge getragen hat. Wir haben jetzt kein Geld mehr für Kinder von Erwerbslosen, der Flüchtling lebt ja so komfortabel in der Sammelunterkunft und frisst uns die Butter vom Brot. Merken Sie was?

Mir geht’s ja gut, aber wenn ich sehe, dass mir der Ortsverein den sozialen Abstieg einredet, der in dieser globalisierten Arbeitswelt so gut wie jeden treffen könnte, dann müssen wir gar nicht lange verhandeln. An der Lage ist die SPD selbst schuld, und wer war noch mal die Partei, die andere für das Elend der eigenen Wählerschaft verantwortlich macht? Wenn man den Leuten jetzt schon erzählt, unsere Kinder werden nach über fünfundvierzig Berufsjahren auch eine Armutsrente bekommen, weil es uns so gut geht wie nie zuvor nach dem Ende des letzten offiziellen Krieges mit deutscher Beteiligung, dann dürfen Sie sich nicht wundern, wenn sie die wählen, die das erfunden haben.

Es gab mal den Glauben, dass man sich mit Leistung emporarbeiten konnte. Das sagen heute nur noch diese unrasierten Versager von der FDP, und die müssen sich dabei das Lachen verkneifen. Warum sollte man das den eigenen Leuten glauben, wenn sie seit zwanzig Jahren gegen die eigenen Wähler schießen? Wir haben die Mittel in der Hand und die politische Macht, das abzustellen, wenn wir nicht weiter wie bisher gegen die Mittelschicht arbeiten und alles, was darunter ist. Warum sollten wir das glauben, warum sollten wir das tun? Und wenn wir schon kapiert haben, dass wir seit ein paar Jahren gründlich angeschissen werden von einer Herde Bürokraten, denen es nur um die eigene Versorgung geht, warum wählen wir nicht gleich die, denen die Lüge ins Gesicht geschrieben steht? Weil wir dann mit unlauteren Mitteln gegen die antreten müssten, die mit unlauteren Mitteln gegen uns gekämpft haben, als wir sie noch mit unseren Mitgliedsbeiträgen durchgefüttert haben?

Weswegen ich mein Parteibuch zurückgebe? Die ganz Rechten rücken schon weiter nach rechts, die anderen werden früher oder später nachrücken. Vielleicht ist dann ja irgendwann wieder Platz für eine vernünftige sozialdemokratische Partei. Mal sehen, wie wir die dann nennen.“





Pinselei

4 10 2017

„… gesetzlich verankert werden müsse. Der Gamsbart gehöre außerhalb des Freistaates nicht zur Leitkultur und dürfe deshalb auch in…“

„… verteidigen werde. Seehofer habe das Verbot des Hutschmucks mit der Verfolgung der Juden im Dritten Reich bezeichnet und werde die Lehren daraus ziehen. Ab sofort sei die CSU noch mehr an einem Rechtskurs…“

„… sehr indifferent reagiere. Während die meisten Bayern sich für das Thema kaum interessiert hätten, seien in den südlicheren Teilen des Landes Spontandemonstrationen mit Fackeln und…“

„… in einem Gutachten ausgeführt worden, dass die Bestände des Gamswildes in Bayern noch nicht gefährdet seien. Dies bedeute aber nicht gleichzeitig, dass die Jagd auf das Tier weiter im bisherigen…“

„… Entwarnung gegeben habe. Das Tragen des Gamsbartes sei in Bayern weiterhin erlaubt, es bedürfe weder einer Genehmigung noch sei der Besitz eines oder mehrerer…“

„… daher nicht rechtserheblich sei, ob der Hutschmuck aus Gams- oder Dachshaar gefertigt werde. Die als Gamsbart im Rechtsverkehr geführte Form besitze eine Wirkung, die sich ungeachtet des Materials von seinem…“

„… das Gesetzesvorhaben als rein symbolisch kritisiere. Scheuer habe darauf hingewiesen, dass der normale Bayer seinen Gamsbart ausschließlich in der Heimat trage und es im übrigen Bundesgebiet eine statistisch nicht mehr messbare Anzahl an…“

„… sich nicht um Männerdiskriminierung handle, da in der Damenhutmode der Gamsbart als Accessoire Einzug gehalten habe. Dies dürfe aber laut Rechtsgutachten der Staatskanzlei nicht als Tradition betrachtet werden, da es erst in den vergangenen zehn bis zwanzig…“

„… zwar korrekt sei, dass es außerhalb Bayerns so gut wie nie Gamsbärte auf Herrenhüten gebe, doch verlange die innere Sicherheit, dass man sich als Deutscher in Deutschland an gemeinsame Regeln halte, die nur durch eine gemeinsame…“

„… eine EU-weite Volksabstimmung über den Gamsbart angekündigt habe. Söder habe sein politisches Schicksal an den Hutpinsel geknüpft und würde bei einer Niederlage sofort aus dem…“

„… das Haarbüschel in verkleinerter Form als Zeichen des Widerstandes auf Pudelmützen und Baseballkappen getragen werde. Neben den traditionell vom Verfassungsschutz beobachteten rechtsnationalen Gruppierungen habe auch die CSU sich zum…“

„… unsaubere Argumentation vorgefunden habe. Die von der bayerischen Landesregierung vorgebrachte Meinung, es handele sich um ein rein in Bayern erfundenes und verbreitetes Kulturgut, sei durch die oft dokumentierte Herkunft des Gamsbartes aus dem österreichischen Alpenraum leicht zu widerlegen. Wie die in Persien erfundenen Hosen sei auch dieses ausländische…“

„… bis zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gehen werde. Da Söder die Abstimmung verloren habe, werde er das Ergebnis nicht…“

„… ihnen ein fehlender Wille zur Integration nachgewiesen werden könne. Daher sei der bayerische Sonderweg ein weiteres Anzeichen von größerem…“

„… erste Kontrollen in Fernzügen sowie an Flughäfen vorgenommen habe. Sollten Fluggäste im Besitz eines Gamsbartes sein und diesen aus dem bayerischen Luftraum ausführen, so sei dies zunächst mit einer Ermahnung verbunden, erst beim Anlegen müsse der Täter mit einem Bußgeld in Höhe von…“

„… kulturanthropologisch als Potenzsymbol gelte, das geeignet sei, Frauen zu diskriminieren. Auch das ironische Tragen eines Gamsbartes könne sozial durchaus zur Ausgrenzung von…“

„… dass das Tragen eines Gamsbartes im öffentlichen Dienst generell untersagt werde. Diese Bestimmung gelte für alle Bundesländer und damit auch für den…“

„… dass es sich bei der alpenländischen Tracht vorwiegend um eine Ideologie handele, die in den vergangenen Jahrhunderten den Anspruch erhoben habe, den gesamten deutschen Kulturraum durch potenzielle…“

„… nur eine Bundesgesetzgebung existieren könne, die in allen Bundesländern gleichermaßen umgesetzt würde. Da es sich beim Gamsbart nicht um einen Bestandteil deutscher Leitkultur im Sinne der Bundesrepublik handele, gelte das Verbot in allen Ländern, somit auch in…“

„… Söder Bayern bereits mit Marokko oder dem Sudan verglichen habe, wo es den Gamsbart nach einer jahrhundertelangen kulturellen Fehlentwicklung gar nicht gebe, was sich in den terroristischen Strukturen des…“

„… zu einer Geldbuße von dreißig Euro verurteilt habe, da er seinen Gamsbart auch nach mehrmaliger Aufforderung in der Staatskanzlei nicht…“

„… damit implizit die Neigung des Freistaates zum Aufbau einer öffentlichen Terrormiliz zugegeben habe. Söder habe sich verteidigt, er wolle lediglich die in seiner Heimat verankerte Kultur vollkommen wertfrei und ohne ideologische Überfrachtung in den…“

„… als Hamburger Modell benannt worden sei. Die von einer deutschen Modekette verkauften Mini-Klobürsten seien innerhalb kurzer Zeit auch auf dem bayerischen Markt als letzter Schrei der…“