Gernulf Olzheimer kommentiert (DLXXXIII): Das Auto

24 09 2021
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Was haben die Hominiden nicht schon alles an sich und vor sich hergetragen, um sich mächtig und stark zu fühlen: Muscheln, Zähne von Raubtieren und allerlei bunte Steine, Talisman und Fetisch, bis in der Bronzezeit die Serienfertigung der Objekte ihren Gebrauchswert in den Fokus rückte, wie auch immer der gerade aussah. Dem einen war das Stück Metall willkommene Hilfe bei der Bearbeitung des Ackers, anderen erleichterte es Körperverletzung mit Todesfolge bei kleinen Auseinandersetzungen oder die Vorbereitung eines Angriffskrieges, wenn es um größere Besitztümer ging. Noch immer hängt sich der gemeine Depp Gold und Geschmeide um den Hals, die er außerhalb der Nutzungszeit gut gesichert wegsperrt. Nur diesen Blechbömmel mit Blinker und Bremse klotzt er sichtbar vor die Butze und hofft, dass es den Nachbarn das Blut aus den Augen treibt. Es ist mehr als ein Statussymbol. Es ist das Auto.

Nichts wurde erfunden, gebaut, verkauft, das die Widersinnigkeit eines Kraftfahrzeugs auch nur näherungsweise erreichen würde. Angefangen vom Nutzungsgrad, der zuverlässig einstellige Prozente ergibt, wenn man die Mühle nur je dreißig Minuten zur Arbeit und zurück bewegt und noch einmal am Wochenende auf Parkplatzsuche vor dem Supikauf, über die Quote der Um- und Irrwege auf gestauten Innenstadtstraßen oder Autobahnen bis zur horrend hohen Rechnung für die Nachjustierung der blöde blinkenden Birne am Armaturenbrett, die zielsicher den Komplettaustausch des Bordcomputers fordert, die Kiste kostet. Wie Drucker, die schwarz-weiß als technisch unmöglich betrachten, solange nicht alle Farbpatronen voll sind, zerlegt das Ding auf vier Rädern Finanzreserven und Geisteszustand zu Kleinteilen, wie sie gerne in den Lüftungsschlitzen einer handelsüblichen Beifahrertür verlustig gehen, um dann in einem Paralleluniversum neben den Socken aufzutauchen, die die Waschmaschine frisst. Sollte die Kurbelwelle an der Schränkung leicht vordröllern oder der Stabilisator wegschwiemeln, ist die Katastrophe perfekt. Nächster Termin in der Werkstatt ist übernächsten Donnerstag, und da kann der ölverschmierte Sprallo nur feststellen, dass das jetzt aber echt teuer wird.

Aber ja, der Lack. Ursprünglich wurde das Zeug nur auf die Karosse geschmoddert, damit die Karre nicht schneller als nötig durchrostet, heute gibt es neun verschiedene Khakitöne, je nachdem, welches Land man mit dem Eierlaster überfallen will. Ob Metallic, Flop oder Flocke, alles dient dem Kratzer als Vorboten des Weltuntergangs, der sich als Blechschaden eine eigene Kategorie des Grauens in der Psyche geschaffen hat. Beule mit Weile, schon ab drei Millimeter Abtragung im Chrom kann der Bekloppte die ganze Stoßstange quasi ins Altmetall kloppen – und tut es auch. Ansonsten würden nach wenigen Jahrzehnten Wassermoleküle das Teil von innen zersetzen und mit fiesem Korrosionsbrand in einen rollenden Braunbrocken verwandeln. Nix da!

Wobei das wenigstens eine der individuelleren Arten von Kfz-Gestaltung wäre, die der gemeine Depp für den gesteigerten Wiedererkennungswert im Straßenverkehr sowie im Parkbereich benötigt. Plüschverkleidete Bömmel am Innenspiegel und ein Colt als Schaltgriff harmonieren schrill mit dem Wurzelholzimitat-Cockpit, das durch pinkfarbene Hosenträgergurte, 500-Watt-Scheunendiscoboxen und die La-Cucaracha-Hupe niedermolekular in der Proletensphäre verankert wird. Draußen dengelt der Profi Spoiler als optischen Brechreizbeschleuniger ans Heck und bollert fröhlich Frontschürzen vor die Mühle, die an der Parkhausausfahrt abgeschrammt werden wie Warzen aus der Radfahrerfresse beim Kavalierstart mit sechs Halben in der Birne. Nur der Anfänger klebt Sticker an den Autoarsch, die ein Herz für Kinder, für Sylt oder seinen Fußballverein signalisieren. Die Doppelauspuffattrappe beendet das Verkehrshindernis, nicht aber den Wahnsinn.

Denn was den Fetisch angeht, muss auch der im niederen Hubraumbereich verhaftete Bescheuerte Tribut zahlen. Ohne Zwangshandlungen kommt er nicht aus der Nummer, ohne rituelle Waschung des Pkw am Sonnabend unter Einhaltung einer in der Anwohnerschaft ausgehandelten Choreografie, die jedes zu hastige Abseifen mit Punktabzug straft und nach sechs Wochen Sprechchöre für mangelhaften Unterbodenschutz skandiert. Die Wahl des Wachses samt Podiumsdiskussion über den Härtegrad des Schaumstoffapplikators zur Lackkonservierung ist nach Hegelkongressen, Wirtschaftsverhandlungen mit Nordkorea und einer Partie Schach mit Armin Laschet ohne einen Tropfen Ethanol im Raum die größte Herausforderung ans limbische System, die bisher ohne Tote gemessen wurde. Wir nehmen das als Schicksal hin. Wer fährt schon mit dem Bus, wenn er auch fünfmal am Tag eine Hirnembolie im Kreisverkehr riskieren kann, weil der Vollarsch vor einem aus heiterem Himmel bei Rot in die Eisen steigt. Nein, wir wollen den kollektiven Untergang in der Blechlawine, solange unser Wagen größer, teurer, schneller ist als der von dem Typen, den wir nicht kennen. Wilhelm II. hielt das Auto für eine vorübergehende Erscheinung. Immer gut, wenn man Geschichte nicht zu kleinteilig denkt.





Sündenbock

22 09 2021

„… es in der Union derzeit keinen Konsens gebe. Sicher sei nur, dass das schlechte Abschneiden der CDU ausschließlich von Merkel verursacht worden sei, da sie nicht mehr als Kanzlerin und Vorsitzende der Partei in den…“

„… eine Reaktion aus dem Kanzleramt nicht zu erwarten sei. Die Vorwürfe seien weder neu noch zutreffend, so dass eine Auseinandersetzung in der jetzigen Situation nicht mehr zielführend und…“

„… die Schuld nicht nur bei der Kanzlerin liege, sondern in der Art, wie sie ihn als größten Politiker der Nachkriegszeit davon abgehalten habe, das Land wieder an die Weltspitze zu bringen. Merz sehe sich ganz klar in der Pflicht, als Kanzler und CDU-Vorsitzender die nächsten…“

„… sich aber nicht auf einzelne Politikfelder beschränke, sondern im Gesamtergebnis gesehen werden müsse. Spahn sehe in Merkel immer noch die beste Bundeskanzlerin der letzten 16 Jahre und werde für den nächsten Bundeskanzler, der seiner Ansicht nach der beste Bundeskanzler der nächsten Jahre sein werde, einer der besten Minister sein, der dann später einmal als der…“

„… liege der Fehler nach Schäubles Ansicht darin, dass Merkel zwar noch Kanzlerin sei, durch ihren Rücktritt als CDU-Vorsitzende aber den für die letzten Wahlen typischen Amtsbonus nicht mehr in die…“

„… nicht bestätigt werden könne. Es gebe für Mitglieder der Parteispitze keine therapeutischen Angebote, diese seien auch nicht angefragt worden, da man sich entschlossen habe, durch weitere zum Teil konstruktive Diskussionen in der…“

„… dass sich die Union insgesamt sehr stark verändern müsse, personell und inhaltlich, um die vergangenen Jahre hinter sich zu lassen und mit modernen Impulsen die Gesellschaft zu gestalten. Merz sei überzeugt, dass nur er dies leisten könne, und werde daher unmittelbar nach der Wahl als neuer Vorsitzender der…“

„… habe Schäuble zu Bedenken gegeben, dass eine Vorsitzende Merkel durch ihre Möglichkeiten im Wahlkampf auch nach einem Rücktritt als Kanzlerin in der Mitte der Legislatur eine viel bessere Basis für einen erfolgreichen…“

„… auch Kräfte in der Union stärken müsse, die bisher bundespolitisch noch nicht in Spitzenämtern gewesen und daher unbelastet seien. Amthor sei für diese Erfahrung noch zu jung, deshalb wolle man ihn erst in einigen Jahrzehnten mit der…“

„… aber nicht für die Fehler von Ministern verantwortlich gemacht werden dürfe. Außerdem sei für Söder die traditionelle Besetzung des Verkehrsressorts mit einem Christsozialen absolut unproblematisch gewesen, was auch an der starken Zustimmung innerhalb Bayerns und den…“

„… durchaus Erfahrung in wichtigen Bereichen wie Korruption und Veruntreuung vorweise und mit vielen gewaltbereiten Rechtsextremisten vernetzt sei. Spahn sehe in Amthor einen ausreichend qualifizierte Kandidaten für den Parteivorsitz, den er durch loyale Unterstützung fördern werde, um in einigen Jahren eventuell selbst als…“

„… eine gemeinsame Kandidatensuche nicht parteiintern geklärt werden könne, da man dazu auch die Basis befragen müsse. Sollte es dennoch auf eine Kür des Sündenbocks hinauslaufen, werde Merz sich der Wahl nicht stellen, da er genügend Zeit brauche, um eine Übernahme von Regierung und Vorsitz der…“

„… sei es ein Versäumnis der Bundeskanzlerin, dass sie in den letzten Jahren Umweltministerinnen der SPD ins Kabinett berufen habe. Da das Klima nicht durch eigene Parteipolitik bekämpft worden sei, habe sich die Opposition nun mit…“

„… von allen Parteiämtern entbinden werde. Merkel habe auf diesen Vorstoß ihrer Kritiker nicht reagiert, da sie nach der Amtsübergabe ohnehin in den Ruhestand gehe und keine weiteren…“

„… müsse sich die Kanzlerin anrechnen lassen, dass sie nicht genügend auf die Expertise zweier SPD-Umweltministerinnen vertraut habe, sondern durch parteiinterne Politik Versäumnisse in der…“

„… dem Bundesvorstand negative Energien verleihe. Die öffentliche Diskussion zwischen Merz und Schäuble, wer mehr unter Merkel gelitten habe, sei nicht mehr produktiv für den…“

„… dass in den letzten Legislaturen ein viel zu christliches Profil die Politik bestimmt habe. So sei die wirtschaftliche Kompetenz wichtiger Fachleute in den Bereichen Rente, Pflege oder Wohnen stark in Misskredit geraten, was sich nun auf die…“

„… sich der rechte Parteiflügel offen für einen Ausschluss von Merkel ausgesprochen habe. Zwar habe man sich in den vergangenen Jahren in vielen außerparlamentarischen Beschäftigungen schnell bereichern können, doch werde die Nachhaltigkeit dieser Geschäftsmodelle durch den Verlust der Kanzlerschaft viel zu plötzlich unterbrochen, um neue Geldquellen jenseits einer…“

„… beispielsweise bei der FDP zur Entwicklung eines mitfühlenden Liberalismus geführt habe, der mehrere Tage lang in den Medien präsent gewesen sei. Laschet müsse bis zum Vorabend der Wahl eine deutliche Distanzierung von der Bundeskanzlerin zeigen, indem er ein Ohne-Mutti-Weiter-so als neue Brückenlösung bis zu einer…“

„… mit der parteiinternen Aufarbeitung der aktuellen Lage durchaus zufrieden sei. Immerhin spare sich die CDU komplizierte Wahlanalysen und könne gleich in den Prozess der Selbstzerstörung übergehen. Merkel sehe dies mit tiefer Befriedigung und einer gewissen…“





Kaufkraftbereinigt

21 09 2021

„Auswandern? super Idee, sind Sie noch nicht weg? Oder war das jetzt mal wieder so ein Angstgekläff, weil Sie einfach zu feige sind, um sich öffentlich als Waschweib in Ihrer Opferrolle zu suhlen?

Dürfen wir dann in den nächsten Wochen damit rechnen, dass Sie sich vom Acker machen? Das war ja eine der Peinlichkeiten im letzten Wahlkampf in den USA, dass lauter halbwichtige D-Promis, lauter Knalltüten wie Sie, immerzu versprochen haben, in einer wiederhergestellten Demokratie könnten sie gar nicht leben. Das ist durchaus ehrlich, ich zum Beispiel wüsste auch nicht, was wir hier in einer wiederhergestellten Demokratie mit jemandem wie Ihnen anfangen sollten, aber letztlich frage ich mich doch: wen interessiert’s? Sollten Sie ein akutes Aufmerksamkeitsdefizit entwickelt haben, machen Sie Ihre eigene Fernsehshow. Kaufen Sie sich den Scheiß, wenn’s gar nicht anders geht, irgendjemand hockt schon vor der Glotze und hat zu wenig Hirn unter der Kalotte, um unfallfrei abzuschalten. Dem können Sie dann erzählen, dass Sie jetzt sofort ans andere Ende der Welt ziehen, weil sie keinen Bock mehr haben, ihm seine Stütze zu zahlen.

À propos Zahlen, Ihnen ist ja hoffentlich klar, dass wir nicht nur über Einkünfte reden, die bei Ihnen sicher hervorragend sind, sondern auch über Vermögen. Das war dann mal weg. Auswanderer haben in der Regel keinen Anspruch mehr auf Lohn und Gehalt, wenn sie den Job nicht mehr machen, und wenn Sie der Meinung sind, mit Ihrer Kohle könnten Sie in Bangladesch wie ein König leben, muss ich Sie enttäuschen. Bangladesch ist eine parlamentarische Republik, der Taka ist nicht mehr so viel wert, und wenn Sie die Einkünfte eines TV-Spaßmachers umrechnen, langt’s bei Ihnen sicher für zwei Zimmer, keine Küche, Gartenschlauch auf der anderen Seite des Hofs. Aber ja, es fallen da so gut wie keine Heizkosten an, und kaufkraftbereinigt nehmen Sie mit etwa fünftausend US-Dollar pro Jahr am Bruttoinlandsprodukt teil. Macht aber nichts, die Beschäftigungsverhältnisse sind da meist informeller Natur, Sie werden also so wenig Geld, verdienen, dass Sie keine Steuern zahlen. Ist doch mal ein ganz neues Erlebnis, oder?

Wenn Sie Anschluss an die herrschende Kaste suchen, würde ich Ihnen empfehlen, über eine Anzeigenkampagne die Regierung als verfolgte Opposition darzustellen, die vor ganz schlimmen Repressionen durch mittellose Landarbeitern in ihre aus Steuergeldern finanzierten Paläste fliehen muss. Legen Sie ein bisschen von Ihrem Lohn als Arbeiter auf der Plantage zurück, oder als Handlanger in einer Autowaschanlage für die wenigen Touristen, die Ihr Dorf sieht. Schon nach wenigen hundert Jahren sind Sie so reich, dass Sie die notwendigen Sicherheiten haben für ein Bankkonto. Sie schaffen das, ich bin fest davon überzeugt.

Da wäre noch ein Frage, Sie verzichten doch mit Vergnügen auf die deutsche Staatsbürgerschaft? Das ist so ein Privileg, müssen Sie wissen – in dem Staat, in dem sich Arschlöcher wie Sie wohlfühlen würden, könnte man den Leuten einfach so ihren deutschen Pass abnehmen. Sie können das natürlich gerne freiwillig tun, es würde zum Beispiel Ihre Glaubwürdigkeit untermauern. Verstehe, so wichtig war es jetzt nicht, Sie wollen nur nicht mehr mit Deutschland in Verbindung gebracht werden, wenn man Sie hier wie alle anderen behandelt. Sie wollen lieber einen Staat, der Sie nicht so behandelt, als wären Sie auch nur ein Mensch. Behalten Sie Ihre deutsche Staatsbürgerschaft, dann wird das leicht zu machen sein.

In Deutschland wäre es ja einfacher, wenn Sie auf Diskriminierung abfahren, behalten Sie einfach die Staatsbürgerschaft Ihres Herkunftslandes. Die Bevölkerung ist da schon etwas weiter, aber für die Politik bleiben Sie immer der Ausländer, auch nach zwanzig Jahren, wenn Sie längst einen deutschen Pass haben. Stellen Sie sich mal vor, Sie kämen aus Deutschland – so viel Fantasie haben Sie sicher noch – und dann sollen Sie in Nigeria leben. Da fallen Sie sofort auf, auch wenn Ihnen beim Blick in den Spiegel einfach nicht klar wird, warum. Natürlich ist das unangenehm, und Sie werden in Nigeria sicherlich viel nette Leute kennenlernen, die keine Rassisten sind, aber Sie gehören dann halt nicht dazu. Sie sind keiner von denen. Schon gar nicht, wenn jeder Sie fragt, ob Sie ihn kastrieren wollen, damit Ihre politischen Freunde Sie mögen.

Dass Sie Ihren Privatjet hier lassen dürfen, war klar? Naja, so ein findiges Kerlchen wird doch ganz bestimmt irgendeine Möglichkeit sehen, sein Ziel zu erreichen. Balkanroute, Mittelmeer, Sie können bei irgendeiner Schlepperbande sicher auch einen Schuldschein unterschreiben. Oder Sie lassen gleich eine Niere da. Das regelt der Markt schon. Falls Sie unterwegs absaufen, dürfen Sie sicher sein, dass die Frontex-Truppe Ihretwegen keine Ausnahme macht. Da sind wir moralisch ganz auf Ihrer Seite. Wir verraten die Moral, die Sie für sich gar nicht erst reklamieren, Sie verraten das Volk, indem Sie sich aus dem Staub machen wollen. Aber Sie können das gerne als Zeichen von Freiheit interpretieren, weil das in einer sozialistischen Diktatur, die Sie gerade in der Bundesrepublik Deutschland erblicken, gar nicht möglich gewesen wäre.

Ach, Sie wollen doch lieber bleiben? Pakistan und Uganda sollen für Flüchtlinge nett sein, da würden Sie gar nicht auffallen. Bangladesch auch. Da nimmt man jeden, Sie bestimmt auch. Wenn Sie einen Moment warten, suche ich Ihnen etwas raus, wo Ihnen Verhaftung und Enteignung durch eine Diktatur droht. Sie wollen sich da doch wie zu Hause fühlen, oder?“





Wählertäuschung

20 09 2021

„… darauf hinarbeiten werde, dass beim Sieg der SPD eine Koalition mit der FDP und den Grünen möglich sei. Im Falle einer Zuwiderhandlung werde Söder alle parlamentarischen Mittel nutzen, um die Verweildauer eines Konkurrenten im Amt so kurz wie nur rechtlich zulässig zu…“

„… gehe man auch im Konrad-Adenauer-Haus davon aus, dass es sich bei der Wahl leidlich um eine Momentaufnahme der politischen Meinung einer Minderheit handle, die an der Abstimmung teilgenommen habe. Im Gegensatz dazu könne man belegen, dass die Volksmeinung den einzig legitimen, da von Gott gesandten Kandidaten als Retter der Nation vor den sozialistischen…“

„… gehe Scholz inzwischen davon aus, dass die Äußerungen des CSU-Chef ein weiterer Versuch seien, eine erneute Große Koalition zu bilden. Dies werde er aber nach jetzigem Stand nicht zulassen und vertraue auf die Verhandlungen mit dem…“

„… zu Irritationen geführt habe, da manche der Unionsmitglieder aus dem inneren Kreis um den Kanzlerkandidaten ihre Befürchtungen geäußert hätten, sie würden im Falle eines Wahlsieges bei der Ämtervergabe nicht ausreichend berücksichtigt. Vor allem dreizehn Parteifreunde, denen Laschet das Kanzleramt versprochen habe, seien derzeit nachhaltig verärgert mit dem…“

„… dass die ungebrochen ansteigende Quote an Briefwahlstimmen zur Verzerrung des Ergebnisses beitragen werde. Söder habe angekündigt, dass in Bayern nur vorab eingereichte CSU-Stimmen in das Endergebnis einfließen würden, da man bei anderen davon ausgehen könne, dass Enkel, Kinder oder anderweitig linksextremistisch indoktrinierte Feinde des christlichen Lagers eine…“

„… auch möglich sei, dass der Kanzler nicht aus der Mitte des Deutschen Bundestages gewählt werde. Da Laschet vermutlich nicht dem Parlament angehören werde, sei es im Ergebnis egal, ob die Union den CDU-Kandidaten oder besser gleich ihn zum Regierungschef mache. Söder wolle auf jeden Fall mit parlamentarischen Mitteln die Macht für ein Bündnis mit der…“

„… eine Regierung unter Laschet zwar als legitimen Nachfolger akzeptieren werde, solange das Bundesverkehrsministerium weiterhin in CSU-Hand sei und die verabredeten Finanzmittel in den Freistaat transferiere, sich bei weiteren Fragen der Ämterbesetzung aber Nebenabreden vorbehalte, etwa in der Frage, wer als Bundeskanzler für…“

„… dass vom Bundesverfassungsgericht geprüft werden müsse, ob nicht ein besonders schwerer Fall von Wählertäuschung vorgelegen habe. Die CSU sei davon ausgegangen, dass der Kanzlerkandidat der Union ein geistig gesunder, zurechnungsfähiger Mann von politischem Sachverstand sei, dem man jederzeit zutrauen könne, dass er seine Schuhe ohne fremde Hilfe zubinde. Da dies offensichtlich nicht zutreffe, sei diese Bundestagswahl ungültig und müsse schnellstmöglich wiederholt werden, und zwar mit einem Kandidaten, der nicht als…“

„… stehe die christsoziale Partei loyal zum CDU-Kandidaten. Der bayerische Ministerpräsident spreche ihm ausdrücklich sein uneingeschränktes Vertrauen aus und werde ihn nach Möglichkeit nicht weiter in die Kandidatur…“

„… sei es durchaus möglich, wenigstens die gemeinsame Führung der Unionsparteien auf den Chef der Christsozialen zu konzentrieren. Laschet werde nach einer verlorenen Wahl und ohne ein parlamentarisches Amt und die dazugehörige Indemnität im Visier strafrechtlicher Ermittlungen stehen, weshalb eine zeitnahe Entlastung ganz im Sinne der Parteibasis und der…“

„… dass ein Koalitionsvertrag auch den Passus enthalten könne, der die Amtsnachfolge des Bundeskanzlers regle, wenn dieser nach Ansicht der Parteiführung nicht mehr das Vertrauen der Partei oder ihrer Führungsgremien genieße. Söder sehe eine jährliche Abstimmung als guten Weg, um 2022 die Regentschaft für den bis dahin nicht mehr von der Union getragenen…“

„… eine Koalition des größten Fortschritts mit SPD und Grünen bilden könne. In diesem Fall sei mit Scholz und Baerbock vereinbart worden, dass das Bündnis nicht mit Laschet geschlossen werden solle, da dieser für grundlegenden Fragen erheblich zu wenig Ahnung von Bereichen wie Politik, Wirtschaft oder…“

„… rate Söder, alle an die Union fallenden Ressorts im Bundeskabinett gleich mit Ministern aus der CSU zu besetzen. So falle es bei Neuwahlen oder einer informellen Amtsübernahme durch ihn dem Volk sehr viel leichter, eine Kontinuität in der politischen Willensbildung nach der…“

„… das Amt eines Hofnarren einführen wolle, das Laschet bis auf Weiteres ausüben dürfe, bis sich die Strafverfolgungsbehörden mit seinen…“

„… sei es jetzt noch zu früh, um die Übernahme der CDU durch ihre bayerische Schwesterpartei zu beschließen. Spätestens bei diesem Schritt werde es aber unumgänglich sein, aus Tradition die Einheit wiederherzustellen durch die Personalunion von Parteivorsitzendem und Bundeskanzler, wie es bereits im…“

„… dass die FDP ebenfalls Teil der nächsten Regierung sein müsse, weil Lindners politisches Schicksal daran hänge. Er werde sämtliche Befehle aus München wohlwollend empfangen und freue sich schon auf eine vertrauensvolle und…“

„… seien Abschiebungen integraler Bestandteil der CSU-Identität, so dass man aus folkloristischen Gründen für Laschet auch einen Daueraufenthalt in Brüssel oder…“





Gernulf Olzheimer kommentiert (DLXXXII): Denkmäler

17 09 2021
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Kurz bevor das ganze Reich unterging, ließ sich Aššur-bāni-apli noch mal in voller Montur samt Krönchen ins Relief dengeln, wie er mit Pfeil und Bogen Großwild jagte. Als Ganzfigur mit Bart und Korb warb er für assyrischen Wohnungsbau, dann war auch bald Schicht im Schacht. Mehr noch als in der Antike, im Mittelalter, erst recht in der Neuzeit war den Völkern des Altertums klar, dass alles recht vergänglich ist. Dynastien kamen, Dynastien gingen und wurden von Schutt und Asche bedeckt, damit kommende Herrscher auf rauchenden Trümmern neue Verwaltungseinheiten organisieren konnten, die die Machtverhältnisse gründlich neu ordneten und schon durch das Erscheinungsbild monumental angelegter Kunst im öffentlichen Raum änderten, was es zu ändern galt. Hier und da meißelten die dienstbaren Geister die Grinsrüben aus dem Fels, wie sie noch heute in jedem besseren Personenkult von Mauern und Fassaden hängen, sofort guckte der neue König so gütig wie machtvoll aufs Volk, kurz: der alte Klotz war weg, der neue Klotz war da. Wozu braucht es da heute noch Denkmäler?

Die Herren der Macht, und es sind immer nur Männer, Ottokar der Dehnbare, Kurfürst Heribert von der Klappstulle und irgendein Friedrich von Dingenskirchen mit Pelz und Perücke, haben sich größtenteils in Eisen gießen lassen, lungern nun auf steinernem Podest mit güldener Inschrift, damit sie keiner mit dem Gründer der städtischen Hunde-Wasch- und Reinigungsanstalt verwechselt, in den fußläufigen Zonen nahe Kirchen und Rathäusern herum, werden fotografiert, mit Pappnasen und Altpapier verschwiemelt und dienen allenfalls als Treffpunkt für Jugendliche, die vorabends alleine in modischer Kleidung mit flamboyantem Schuhwerk auf ihresgleichen warten. Trostlos fürwahr, und da ist das Denkmal nicht einmal mit eingerechnet. Die knöterigen Staubfänger längst vergangener Epochen stehen störrisch im Stadtbild, ohne die Aufschrift wüsste kein Passant, ob es sich um einen Kaiser, einen König oder den Erzherzog einer nicht mehr existenten Provinz handelt – mit Aufschrift weiß es auch keiner, aber wen kümmert das schon.

So schön ersichtlich an berittenen Deppen in rostiger Wehr, wie sie Reklame für den nächsten Krieg machen, für Preußens Gloria und Schlesiens Untergang, so zweifelsfrei stehen die dominanten Hohlkörper für nichts mehr, was mit der Gegenwart auch nur entfernt zu tun hätte. Allein die in alle teutonischen Weichbilder gerummsten Bismarcke verkünden nur noch mit Getöse die Apotheose von Pickeln auf der Haube, neben denen der Deutsche gerade noch genug Zeit für Kolonialismus hatte und den Platz an der Sonne mit Leichentüchern sicherte. Die Erinnerungskultur richtet sich an unterkomplex denkende Weichstapler, die mit Geschichte nicht viel am Hut haben, sonst müssten sie das präpotente Säbelrasseln der nationalen Besoffenheitsapostel ganztägig reflektieren. Womit schon.

Das Denkmal hat vielmehr die Aufgabe, alles an Geschichte zahnschonend zu verklittern, was den künftigen Generationen Probleme beim Schlucken verursachen könnte. Steht irgendwo am König vor dem Katasteramt, dass er ein mieser Militarist war, ungewaschen, versoffen und rassistisch dazu? Da das, was auch immer das ist, früher nun mal so war, müssen wir uns eben damit abfinden, dass man auf dem Weg zum Supermarkt an Antisemiten vorbeiradelt, an Arschlöchern, die zur Finanzierung eines neuen Lustschlosses mit Menschenhandel und Zwangsarbeit ihre eigenen Untertanen in den sicheren Tod trieben oder auf der Jagd durch Privatwälder ihre Tage herumbrachten, während das Volk nicht einmal Brennholz sammeln durfte. Es fehlt an den einordnenden Hinweisen, die Kriegsherren und Fürstbischöfe als zwielichtige Egoleptiker kennzeichnen, die hinter den blinden Flecken der Historie in Deckung gehen.

Interessant nun, dass man Saddam und Stalin, Hitler und Pol Pot sauber abgesägt, Putschisten wie Lettow-Vorbeck oder die Nagelbirne Hindenburg ordentlich entschuldigt, Wissmann, den Schlächter von Ostafrika, allenfalls einlagert, sobald sich eins an den Sklavenhandel als Grundlage für deutschen Wirtschaftsaufschwung erinnert. Überhaupt ist es die germanische Eigenheit, Wohlstand auf Kosten fremder Ethnien, jenes deutsche Wesen, das die Welt gerade noch überlebt hat, als Errungenschaft der Eliten in Erz zu kippen und irgendwo in eine Grünanlage zu stellen. Jede Gesellschaft vererbt ja die Vorbilder, die sie für geeignet hält, über ihre Tage hinaus zum Idol zu taugen, rituell angebetet zu werden und zur intellektuellen Auseinandersetzung in der Gegend herumzustehen – in der Reihenfolge. Es geht ja weniger um Authentizität, erst recht nicht in den übrigen Randbereichen des Erinnerns, Krieg oder Genozid, sondern um die Sakralisierung, die unsere Säulenheiligen im säkularen Umfeld notfalls museumstauglich macht, irgendwo eingeklemmt zwischen Pathos und Kitsch. Wenn sich der Spießer schon Bismarck als Aschenbecher und Bierhumpen in die Bude stellt, warum dann nicht auch Hitlern als Klobürste, wie es seine Kriegsgegner taten? Es gäbe da, um die objektive Verwertbarkeit der Geschichte zu gewährleisten, manche Möglichkeit.





Gamechanger

16 09 2021

„Natürlich nur unter Armin Laschet. Wenn die SPD mehr Stimmen haben sollte als wir, dann heißt das noch lange nicht, dass wir keine Regierung bilden können, und das schließt natürlich auch eine große Koalition nicht aus. Wir lassen einfach alles so, wie es ist, nur Bundeskanzler wird dann halt Laschet.

Das ist doch für Sie als Sozialdemokraten eine durchaus komfortable Situation, schließlich sind Sie es doch, die sich gegen die Vorwürfe zur Wehr setzen müssen, dass mit Ihrem Kanzler sofort der Sozialismus ausbricht und Deutschland innerhalb weniger Monate in einen Staatsbankrott taumelt und mindestens hunderttausend Prozent Inflation kriegt. Sie überlassen uns das Kanzleramt, dafür sind Sie an der Regierung beteiligt. Wenn wir uns das recht überlegen, dann dürfen Sie sogar Scholz weiterhin als Finanzminister beschäftigen, der hat seine Sache ja nicht schlecht gemacht. Und da wir als kleinerer Koalitionspartner traditionell das Recht auf den Außenministerposten haben, werden wir das mit Altmaier besetzen, damit Merz ins Wirtschaftsministerium kann. Zum Ausgleich wäre vielleicht das Entwicklungshilfeministerium frei, weil die CSU sich jetzt auf ihre Kernkompetenzen beschränken wird. Wir haben da noch ein paar sehr kostspielige Infrastrukturprojekte in Oberbayern, der Scheuer muss diesmal mehr als achthundert Milliarden ranschaffen. Pro Jahr. Da werden Sie froh sein, dass Sie im Finanzministerium die paar Euros zusammenhalten können.

Es ist auch billiger, verstehen Sie doch – wenn man nicht immerzu alle Ministerien neu besetzen muss, dann schafft man mehr Kontinuität, es gibt die alten Türschilder noch mal, das alte Briefpapier, die alten Staatssekretäre, und wir müssen auch nicht so viele Übergangsgelder zahlen. Eigentlich muss auch nicht unbedingt ein neuer Koalitionsvertrag geschlossen werden, solange wir mit dem alten noch nicht fertig geworden sind. Wir zumindest sind der Ansicht, wenn sich eh nicht viel ändert, dann muss man auch keine Neuausrichtung der Politik erfinden, die der Wähler am Ende sowieso nicht glaubt. Sie meinen, mit dem Argument kann man sich Wahlen gleich ganz ersparen? Das haben Sie gesagt!

Jetzt seien Sie doch nicht gleich eingeschnappt! Sie wollten ja immer die ganz große Wende, den Gamechanger in der deutschen Politik, und jetzt haben Sie ihn! So eine Koalition der Stabilität und der Kontinuität ist ein ganz ungewöhnliches Signal an die politischen Beobachter. Da können Sie mit Fug und Recht behaupten: ‚Die CDU wollte absolut keine Experimente wagen, aber wir, die SPD, haben sie dazu gebracht, dass sie unserer Idee folgt!‘ An Ihrer Stelle würde ich mir das gut überlegen, so eine Riesenchance kriegt man höchstens einmal im Leben. Wenn Sie jetzt nicht zugreifen, und das sage ich Ihnen ganz offen, dann könnte das für Sie der Untergang sein, ja: der Untergang. Danach sind Sie möglicherweise mit den Linken in einer Rot-Grün-Koalition, aber wir wissen doch beide, dass Sie das gar nicht wollen. Und dass das gar nicht gut ist für Deutschland. Und dass die SPD danach komplett und endgültig in der Bedeutungslosigkeit versinkt, wie Sie das vor dem Wahlkampf schon einmal fast erlebt hätten. Das wäre jetzt ein Pyrrhussieg, das müssen Sie mir glauben. Den wollen Sie nicht.

Natürlich würden wir Ihnen entgegenkommen, damit Sie merken, dass es uns ernst ist. Sie müssten nicht einmal mehr den Vizekanzler stellen, weil wir den diesmal ins Wirtschaftsministerium verlegen. Sie haben ja gesehen, dass man das Amt auch vom Finanzministerium aus ausüben kann, und da wir zu internationalen Terminen Altmaier einfach nicht mitnehmen können – abgesehen davon, dass Sie den in kein Flugzeug reinkriegen, falls Sie vorhatten, das Ding in die Luft zu bekommen, der Mann ist dümmer, als er fett aussieht – macht das Merz. Mehr als wirtschaftliche Beziehungen sind für uns ohnehin nicht interessant, und dass Merz alles andere vollkommen egal ist, dürfte sich bis zu Ihnen herumgesprochen haben. Sie können sich dann ganz auf Steuersenkungen konzentrieren.

Mitziehen müssten Sie als SPD jetzt schon, sonst macht das ja alles keinen Sinn. Das ist auch nicht undemokratisch, wenn Sie das meinen – der Wählerwille wird ja respektiert, weil die Wähler nicht den Bundeskanzler wählen, sondern eben den Bundestag, und wenn die Abgeordneten nun mal für Laschet stimmen, dann ist das richtig demokratisch. Sie dürfen natürlich ein paar Mal gegen Laschet stimmen, mit solchen Manövern haben Sie als SPD ja genügend Erfahrung, aber das wird Ihnen nichts nützen. Wir werden Ihnen ein Angebot machen, das Sie gar nicht werden ablehnen können. Sie sind eh in der Rolle gefangen, dass Sie immer umfallen und dann der CDU in die nächste Koalition folgen. Wie Sie mit dem Imageschaden zurechtkommen, das ist nicht unser Problem. Sie müssen bloß unseren Kandidaten wählen, dann haben Sie wieder vier Jahre Ruhe, und in der Zwischenzeit haben sich die Verhältnisse wieder so eingependelt, dass Sie hinter der CDU liegen. Ich denke, das haben Sie kapiert. Und da wir in dieser Zeit eine leichte Öffnung des rechten Flügels zur AfD vollziehen werden, haben Sie die Gelegenheit, sich durch flexibles Beharren in der Mitte als ausgleichende Kraft zu profilieren. Also überlegen Sie sich das gründlich.

Gut, Sie wollen Scholz. Dann machen wir Ihnen aber kein Angebot mehr, wenn wir doch wieder die stärkste Kraft im Bundestag werden. Das haben Sie dann davon. Aber das hätte uns ja von Anfang an klar sein müssen: Sie als Sozialdemokraten stehen eben immer auf der falschen Seite der Geschichte.“





Katastrophenalarm

14 09 2021

„Haben Sie da gerade jemanden?“ „Aus dem Kompetenzteam?“ „Die sind doch schon weg.“ „Aber wir bräuchten einen.“ „Ob uns da ein Berater hilft?“ „Lieber gleich zwei.“ „Der muss aber gut sein.“ „Und vor allem schnell, wir haben ja nicht mal mehr eine Woche.“

„Ein bisschen mehr schon.“ „Sie müssen aber berücksichtigen, dass wir erst mal abwarten sollten, ob die Wähler unseren Neustart auch bemerken.“ „Und dann müssten wir auch schauen, dass sich das in den Vorhersagen abzeichnet.“ „Weil ja dann erst die Ergebnisse besser werden.“ „Verstehe.“ „Also vier bis fünf Tage?“ „Das dürfte sehr eng werden.“ „Wir müssten erzählen, dass Scholz eine miese Sau ist und falsch parkt und Mundgeruch hat und…“ „Ruhig!“ „Also wirklich, jetzt mal langsam!“ „Wir einigen uns erstmal auf einen Berater, der uns eine Strategie vorschlägt, und dann können Sie hier mit Ihren Inhalten kommen, okay?“

„Und wenn wir künstliche Intelligenz in den…“ „Ich sagte doch, Inhalte können wir dann immer noch machen.“ „Man kann doch irgendwas in der Richtung jetzt für den Wahlkampf benutzen.“ „Aber von uns hat doch keiner Ahnung.“ „Von Wahlkampf oder von Intelligenz?“ „Jetzt machen Sie mich hier nicht nervös!“ „Das sind doch alles Dinge, die wir irgendwann sowieso besprechen wollten.“ „Aber die dauern zu lange!“ „Ich dachte, diese künstliche Intelligenz nimmt man, damit es schnell geht?“ „Das muss man doch erst mal aufbauen!“ „Ach so, wir haben da nicht genug Platz?“ „Wenn es am Geld liegt, ich kenne da einen, der würde uns auch kurz vor der Wahl noch etwas spenden.“ „Das ist doch jetzt völlig irrelevant!“ „Wieso, Geld kann man doch immer gebrauchen, oder?“

„Irgendwas mit Stabilität?“ „Klingt irgendwie verlässlich.“ „Nein, nichts mit ‚verlassen‘!“ „Das ist doch aber…“ „Fragen Sie mal die künstliche Intelligenz, ob der etwas einfällt.“ „Dazu müssten wir erst einen Berater haben, der die künstliche Intelligenz fragen kann.“ „Verstehe.“ „Trotzdem ist Stabilität ganz gut.“ „Klingt immer noch besser als Katastrophenalarm.“ „Was ist daran jetzt schlecht?“ „Ich meine ja auch nur, das ist besser als…“ „Also wenn wir eine Katastrophe haben, dann sollten wir auch den Mut zum Katastrophenalarm…“ „Das ist doch Quatsch!“ „Eben, oder haben wir hier eine Katastrophe?“ „Wir haben Stabilität, und das sollten die Wähler auch erkennen.“ „Trotzdem wäre es eine Katastrophe, wenn es diese Stabilität plötzlich nicht mehr gäbe.“ „Das können wir nur mit künstlicher Stabilität…“ „Sie meinen künstliche Intelligenz?“ „Nein, warum?“ „Warten wir doch erstmal ab, was der Berater dazu sagt.“

„Jedenfalls muss sich jetzt alles ändern.“ „Wie kommen Sie denn auf den Unfug?“ „Wir sind doch die Partei der Stabilität!“ „Aber für einen neuen Aufbruch, weil wir jetzt die Zukunft der…“ „Was haben Sie bloß mit Ihrer Zukunft?“ „Seine ist doch gar nicht so wichtig, es geht hier schließlich um die Partei.“ „Und um Deutschland!“ „Er ist noch nicht so lange dabei, stimmt’s?“ „Den Eindruck habe ich auch.“ „Wir brauchen ein Sofortprogramm auf den Gebieten Digitalisierung und Bürokratieabbau!“ „Das bezeichnen Sie als Aufbruch?“ „Ein Berater hätte das auch nicht schlechter hingekriegt.“ „Das funktioniert durch sofortigen Bürokratieabbau?“ „Die Digitalisierung lässt sich aber schneller in den Ämtern und Behörden durchsetzen.“ „Zum Beispiel mit einem abgesicherten Mail-Programm?“ „Dann müssen wir nur noch irgendwann das Programm neu machen, wenn die überflüssigen Gesetze weg sind, die wir mit digitalisiert haben.“ „Aber es ist ein Aufbruch!“ „Kann ich das mit der künstlichen Intelligenz noch mal sehen?“

„Videoüberwachung?“ „Das könnte man gegen Clankriminalität und…“ „Wollen Sie uns alle in den Knast bringen!?“ „Er ist wirklich noch nicht lange dabei.“ „Am besten gegen Steuerhinterziehung, Sie Pfeife!“ „Hat er und schon T-Shirts drucken lassen mit ‚Wir sind die Verbotspartei‘?“ „Wir könnten für den Klimaschutz eine…“ „Der ist ein U-Boot.“ „Das Gefühle habe ich auch.“ „Gleich schlägt er noch eine Beschleunigung für Genehmigungen im Bauordnungsverfahren vor.“ „Machen das nicht die Kommunen?“ „Deshalb schlägt er es ja vor.“ „Verstehe.“ „Und wie finanzieren wir das?“ „Wenn man die Spitzenverdiener entlastet, dann schaffen wir mehr Kapital für Investitionen.“ „Beim Staat?“ „Das muss aber auch schnell umsetzbar sein.“ „Wir haben doch vier Jahre Zeit.“ „Drei Jahre.“ „Stimmt, im nächsten Wahlkampf brauchen wir ja was.“ „Es müsste jetzt perspektivisch etwas geben, was wir vollkommen ignorieren.“ „Dann haben wir für den nächsten Wahlkampf auch was.“ „Genial!“ „Damit ist der Berater überflüssig!“ „Ich will mich ja nicht selbst loben, aber das Honorar könnte man dann doch gleich mir auszahlen, oder?“ „Sehen Sie, so macht man das!“ „Der ist auch schon etwas länger in der Partei.“ „Verstehe.“

„Und wenn wir uns das alles gar nicht leisten können?“ „Wir müssen sowieso erstmal abwarten, was die Kassenlage ergibt.“ „Das heißt, im Zweifel können wir gar nichts umsetzen?“ „Dann sind die Ausländer schuld.“ „Und der Sozialismus.“ „Sind die fürs Klima verantwortlich?“ „Die Chinesen schon.“ „Vielleicht brauchen wir da doch wieder einen Berater.“ „Ich hätte da noch Barmittel.“ „Wir könnten künstliche Intelligenz davon kaufen.“ „Da werden Sie nicht viel bekommen.“ „Und für die, die nicht wissen, was sie wählen sollen?“ „Wir müssen anschlussfähig sein nach allen Seiten.“ „Nach allen Seiten?“ „Verstehe, kein Problem: wer gendert, wird erschossen.“





Eingliederungsmaßnahmen

9 09 2021

Eine kleine Gruppe Männer in auffällig billigen Polyesteranzügen stand vor der Tür; sie rauchten. Dies kannte ich bereits von anderen Tagungs- und Therapiezentren, hier aber scharten sich alle um mich wie die Kletten und flüsterten mir zu, dass sie Geld bräuchten. Der eine wollte eine halbe Million, ein anderer war schon mit dreihunderttausend Euro zufrieden. Vielleicht hatte ich aber auch nicht genau hingehört.

„Sie sind eben sozial inkompetent“, seufzte die Leiterin und drückte auf den Fahrstuhlknopf. Wir fuhren ins zweite Obergeschoss. Rumpelnd öffnete sich die Tür, sofort packte mich wieder einer der grauen Männer am Arm. „Zehntausend“, keuchte er. „Kleine Scheine, keine Quittung. Ich verrate auch nichts!“ „Meine Güte“, knurrte ich und schüttelte ihn ab, „warum suchen Sie sich nicht einen Job?“ Frau Doktor Kliebner schob ihn unsanft beiseite. „Genau darum sind sie ja hier. In absehbarer Zeit ist Schluss mit dem Faulenzen, dann müssen sie einer Erwerbsarbeit nachgehen, denn bisher haben sie ihr Geld nicht auf ehrliche Art verdient.“ „Nicht durch normale Bettelei?“ Sie drehte dem Mann den Arm auf den Rücken und stieß ihn weg. „Abgeordnete, wenn Sie’s genau wissen wollen: CDU. Eine ganze Menge von ihnen stehen bald vor dem Aus, und wir sollen hier Eingliederungsmaßnahmen leisten.“

Ich errötete; waren die parlamentarischen Mittel sonst eher wenig sinnvoll, weshalb ich die Karte mit der Einladung gar nicht erst genau gelesen hatte, so war dieses doch durchdacht. „Wir gehen derzeit von etwa 150 Abgeordneten aus, die sich in den kommenden Monaten um eine Neuordnung der existenziellen Koordinaten bemühen müssen, und je nach Ausfallerscheinungen ihres Spitzenkandidaten können es noch einmal mehr werden.“ Wir gingen in eine Art Klassenzimmer, in dem die zukünftigen Ex-Parlamentarier saßen, ein altmodisches Telefon vor sich und ein paar Blätter Papier. Die meisten riefen offensichtlich in Firmen an, von denen sie einmal eine Menge Geld kassiert hatten. „Es gibt zwei Wege für sie“, erklärte Frau Doktor Kliebner. „Die meisten möchten weiterhin Geld haben, haben aber noch nicht ausreichend verinnerlicht, dass sie den Unternehmen gar nicht mehr die Gefälligkeiten erweisen können, wie sie es als Abgeordnete getan haben.“ Hier und da hörte man ein Schluchzen, eine ehemalige Volksvertreterin stieß wüste Drohungen aus, allgemein lag eine verzweifelte Stimmung im Raum. „Wie ich bereits sagte“, erwiderte ich, „warum suchen sie sich nicht einen Job?“ Sie sah mich mit einer gewissen Müdigkeit an. „Warum, glauben Sie, sind diese Leute Abgeordnete?“

Tatsächlich hatten einige von ihnen anfänglich versucht, als gute Bekannte eine freie Stelle bei den Unternehmen zu besetzen, für die sie sich zuvor verwendet hatten. Leider wurden sie als durchaus durchschnittliche Juristen, Lehrer oder Politologen in Rüstungskonzernen oder in der Chemiebranche nicht so einfach eingestellt. „Ab und zu wird schon mal über den Drehtüreffekt engagiert“, berichtete die Leiterin. „Sogar außerordentlich dämliche Idioten, denen kein zurechnungsfähiger Mensch den Hausmeisterposten übertragen würde.“ Das überraschte mich nun doch. „Dann besteht für diese armen Menschen noch Hoffnung.“ Sie schüttelte den Kopf. „Ich vergaß zu sagen, dass das so gut wie nur für ehemalige Minister gilt.“

Einer der grauen Anzüge, in dem ein kleiner, untersetzter Kahlkopf mit Goldrandbrille steckte, kam auf mich zu und überreichte mir seine Karte. „Ich bin Experte“, klärte er mich auf, „und kenne mich mit so gut wie mit allem hervorragend aus.“ „Sehr gut“, antwortete ich. „Wie viele Einwohner hat Dschibuti?“ Er stutzte. „Welche Bodenschätze werden da am meisten exportiert?“ „Er wird das nicht wissen“, warf Frau Doktor Kliebner ein. „Ihm wird Wirtschaftskompetenz nachgesagt, aber das war, weil er einmal auf dem Golfplatz zusammen mit einem Bankmanager gesehen wurde.“ „Ich bin im Bilde“, gab ich zurück. „Finden Sie raus, wo das ist, vielleicht heuert Sie dann einer als Spezialisten für Ostasien an.“ Schon war er verschwunden.

„Was haben wir nicht alles versucht.“ Frau Doktor Kliebner war nicht verzweifelt, schließlich wurde sie gut bezahlt dafür, alles an den Probanden zu probieren, was ihr einfiel. „Viele von ihnen haben acht Jahre und länger für ihre Partei im Deutschen Bundestag gesessen, in Ausschüssen gedöst oder in der Kantine herumgelungert, um einmal im Quartal im Plenarsaal zu sitzen und zu den Ausführungen der Kanzlerin zu klatschen.“ „Das klingt nach einem Profil, auf das der Arbeitsmarkt nicht gewartet hat.“ Sie nickte. „Wir können nicht allen wieder ins Leben zurück helfen, wenn sie sich nicht helfen lassen wollen.“ Ich überlegte. „Wäre es nicht möglich, sie legal mit dem zu beschäftigen, was sie vorher nebenbei und mitunter illegal getan haben?“ Die Leiterin lächelte schief. „Dann beschäftigen wir drei Dutzend Idioten damit, Masken und medizinische Schutzkleidung zu überhöhten Preisen einzukaufen?“ Das hatte ich nicht bedacht. „Kommen Sie“, sagte sie. „Ich zeige Ihnen etwas.“

In einem großen Saal saßen viele Männer auf langen Bänken. Vorne stand einer von ihnen auf dem hölzernen Podest. „Die deutsche Politik“, deklamierte er, „ist die Politik, die wir hier, meine Damen und Herren, in Deutschland und für Deutschland, das muss in dieser Klarheit einmal zum Ausdruck gebracht werden!“ Frenetischer Beifall begleitete seine Ausführungen. Frau Doktor Kliebner nickte. „Wenn wir jemanden finden, der den ganzen Mist bezahlt, dann hätten wir’s.“





Krisenstäbchen

8 09 2021

„Hat sie eigentlich irgendwann mal eine Strickjacke getragen? so kohlmäßig? Sonst haben wir nur diese Schlandkette, aber die war nie so wichtig. Politisch gesehen. Hosenanzüge, kann man ja machen, aber welchen soll man da nehmen?

Das ist mal wieder eine Schnapsidee, die sich die Partei ausgedacht hat. Merkel-Museum. Das ist der blödeste Einfall, seitdem der Kanzlerkandidat irgendwas gesagt hat, und der sagt ja dauernd was. Wie soll man aus Merkel ein Museum machen? und was zeigt man da? Und warum? Die Partei hat sich gedacht, wir zeigen das politische Erbe, aber nur positive Sachen. Gut, wären wir dann fertig?

Im Eingangsbereich erst mal die Abteilung über die Umweltkanzlerin, obwohl: die war sie gar nicht. Da müsste man in einem eigenen Stockwerk alle Absichtserklärungen sammeln, sämtliche Versuche, die deutsche Wirtschaft vor den Auswirkungen der Erderwärmung zu schützen – die deutschen Bürger hätte sie schützen können, aber das war genau das Problem, dass sie ihre Politik nicht für deutsche Bürger gemacht hat. Sondern für die Wirtschaft, unter anderem auch für die deutsche. Was dann Solaranlagen betrifft, da kann sich die chinesische Wirtschaft nicht beschweren. Die Auswirkungen auf Deutschland, dazu bräuchte man so eine Art Erlebnispädagogik. Einen Raum, der unter Wasser steht und an einer Ecke wegbricht. Also sie hat was fürs Klima getan, nur eben nicht für die Menschen. Dem Klima ist das egal, das war ihr immer schon klar. Sie ist ja Physikerin.

Immerhin hat sie nach dem Ausstieg aus dem Ausstieg aus der Kernenergie den Ausstieg aus dem Ausstieg aus dem Ausstieg hingekriegt. Das war als Wahlkampfmanöver gedacht und hat trotzdem ganz gut funktioniert. Da könnte man ein Modell von Fukushima bauen, als Bezug zu ihrer Politik. Wobei sie ja eher die langsame Brüterin ist, aber wenn es aus dem Ruder läuft: sofort alles stoppen. Das war in Afghanistan nicht anders, da hat sie auch ein paar Jahre gebraucht, bis sie gemerkt hat, dass die Wissenschaftler, die sie vor einer Katastrophe warnen, Wissenschaftler sind, die sie vor einer Katastrophe warnen. Sie bremst schon, aber eben erst dann, wenn die Wand vor ihr beschleunigt.

Ihre Parteisoldaten haben sechzehn Jahre lang gesagt, dass sie bei ihrer Politik immer auch alle deutschen Bürger mitnimmt. Das stimmt. Fragen Sie die Wand.

Es gibt auch einen Flügel in der Partei, die die positiven Aspekte gar nicht sehen wollen. Denen ist so ein Museum eigentlich nur als Gruselkabinett willkommen, damit sie hinterher sagen können, dass sie alles besser gemacht hätten, nur eben nicht jetzt, wo sie es nicht mehr besser machen, weil ihnen keiner mehr zutraut, dass sie es besser würden machen können. Die wollen unbedingt eine kontrafaktische Abteilung, da wird zum Beispiel das Märchen von der Grenzöffnung noch mal ganz groß aufgeblasen mit allen Artikeln aus der Presse, in denen das so dargestellt wurde. Am besten gleich rautenförmig, wegen der Symbolik.

Oder hier, Europa – da wollen die Flügelleute am liebsten eine vergoldete Kanzlerin auf dem Podest, weil sie erst mit ihrer Sparpolitik so richtig dafür gesorgt hat, dass die ganze Eurozone auf dem Zahnfleisch ging. Eine Bankenkrise hätte Europa ja noch alleine hingekriegt, aber sie hat eine richtige Staatsschuldenkrise gezaubert, mit externalisierten Kosten für die anderen, denen man dann vorwerfen kann, dass sie nicht genug Feuerwehr haben, wenn wir ihnen regelmäßig wieder die Bude abfackeln. Das ist Balsam für die deutsche Nationalseele, die am liebsten alles alleine macht, weil sie überzeugt ist, dass die anderen es nicht so gut hinkriegen.

Die Destabilisierung des politischen Systems in Deutschland zur marktkonformen Demokratie darf man hier auch nicht vergessen. Asymmetrische Demobilisierung ist das eine, aber wenn die Leute überhaupt wählen, wählen sie je nach Bundesland bis zu einem Viertel Faschisten. Eigentlich könnte man denen einen ganzen Raum überlassen. Braun anstreichen reicht, den Rest machen sie selbst. Viel Gegenwehr war da nicht, für Hanau oder Halle oder den NSU brauchen keinen Extraraum. Wir könnten einen versprechen und ihn vergessen, das wäre im Duktus der Kanzlerin. Vielleicht gräbt mal einer aus, ob es Bilder vom Krisenstab gibt. War wohl eher ein Krisenstäbchen. Das können wir irgendwo im Kuriositätenkabinett aufhängen. Bei der sozialen Schere und neben der Ehe für alle. Oder auf den großen Scheiterhaufen. Also das, was von ihr noch übrig ist. Das reicht dann für den Ausgangsbereich.

Haben Sie noch eigene Ideen? Gut, war jetzt nur so eine rhetorische Frage, aber da sind wir auch auf der richtigen Seite, weil der Flügel das sowieso zu verhindern weiß. Die alternde Gesellschaft wird man ihr in die Schuhe schieben, vor allem, weil sie nicht mehr die Partei wählt, das Scheitern der Partei als Partei, die Pandemie, dass sie Merz nicht an die Macht gebracht hat, dass sie Merz nicht vernichtet hat, dass sie ewig da war, dass sie nicht weg ist, dass sie weg ist, dass sie nicht wiederkommt. Das kann man irgendwann mal als Sonderausstellung aufziehen. Das große Versprechen an die Sparer in der Krise, Digitalisierung, Arbeitslose, Pflege, die dummen Arschlöcher im Kabinett, die von dummen Arschlöchern ersetzt wurden. Eine Kriecherin, die die Darmschleimhaut der einzelnen Autokonzerne am Geschmack erkannt hat. Sie allein wusste, wir wollen an die Wand, die Wand wusste es, wir wussten es. Und nur sie wusste: wir schaffen das.“





Liebesgrüße aus Aserbaidschan

7 09 2021

„… könne jeder Bürger anonyme Hinweise melden, denen die Staatsanwaltschaft bei begründetem Anfangsverdacht nachgehen werde. Laschet werde nach seiner Wahl zum Bundeskanzler dafür sorgen, dass die Online-Wache gegen Clankriminalität zur funktionsfähigen und schlagkräftigen Einheit im…“

„… ein ganz normales Verfahren sei, um die Rechtssicherheit in der Bundesrepublik wieder herzustellen, da die Bürger von ihrer Regierung erwarten dürften, dass sie nicht in sozialistischer Misswirtschaft oder einem…“

„… erste Meldungen eingegangen seien. Diese beträfen Einzelheiten eines Geschäftes mit FFP2-Masken, die zu deutlich überteuerten Preisen an das Bundesgesundheitsministerium vermittelt worden seien. Es seien teilweise Gelder ausgezahlt worden, bevor die Lieferanten hätten sicherstellen könne, ob sie die bestellten Produkte überhaupt noch im…“

„… die Ermittlungen an sich gezogen habe, da man durchaus von Clankriminalität sprechen könne. Die Union habe in einer Vielzahl von Verbrechen ihre von der Außenwelt abgeschotteten Subkulturen und deren hierarchische Struktur für eine…“

„… weise Laschet den Vorwurf an die CDU vehement zurück. Seiner Erfahrung nach könne es in der Union keine organisierte Kriminalität geben, da die personelle Gliederung zur Durchführung so komplexer Aktionen auf Bundes- wie auf Länderebene in viel zu geringem Maße für eine…“

„… keiner der genannten Abgeordneten im persönlichen Kontakt mit ausländischen Herstellern gestanden habe. Im Falle von Altmaier und Spahn seien ohnehin nur die Staatssekretäre mit einer Vollmacht ausgestattet worden, um größere Beträge aus dem Bundeshaushalt an kurz zuvor gegründete Scheinfirmen zu…“

„… habe Merz den Begriff Clankriminalität im Zusammenhang mit der CDU als stark abwertend kritisiert. Das Wort sei zwar diskriminierend gemeint, werde aber mit Bezug auf die Union zum Rassismus gegen Deutsche, die in ihrem eigenen Vaterland nicht mehr als…“

„… deutliche Anzeichen für die Förderung einer Parallelgesellschaft sehe, in der das geltende Recht nicht mehr zur Anwendung komme. Das Gericht sehe es als erwiesen an, dass diese kriminellen Machenschaften innerhalb der Partei auch zur Anwerbung neuer Mitglieder aus Wirtschaft und…“

„… würden sich einzelne Parteifunktionäre durch ihre Nähe zu fremden Kulturkreisen, deren politisches System mit dem der BRD nicht mehr kompatibel sei, auch beim Aufbau von parallelen internationalen Staatenbeziehungen engagieren. Wer sich nicht langfristig füge, laufe zudem Gefahr, als Verräter mit Kosequenzen rechnen zu müssen, was im Falle der Parlamentarierin Strenz bis zu ihrem plötzlichen und unerwarteten…“

„… andererseits in Schutzgelderpressungen von anderen Clans verwickelt sei. Altmaiers Zahlungen an Energiekonzerne und Fluggesellschaften seien durch die Absicht zu erklären, die Steuervermögen des Bundes regelmäßig abzuschöpfen, damit der aufwendige Lebensstil der Konzerne, die teilweise auch untereinander geschäftliche und private…“

„… auf Bundes- und Landesebene häufig auf Respektlosigkeit gegenüber staatlichen Behörden treffe und ein erhebliches Aggressionspotenzial bei der Abwehr juristische Maßnahmen feststelle. Vor allem Laschet sei durch gewalttätige Angriffe aufgefallen, die bis zur Auflösung ganzer Behörden, die Ermittlungen gegen ihn, Mitglieder seiner Familie, seines Clans und der…“

„… pflege die in der Partei teilweise durch nicht mit der Führung kooperierende Untergruppen eine Werteordnung, die nichts mit dem Rechtsstaat zu tun haben wolle, sondern ihre eigenen patriarchalen Machtverhältnisse nutze. Dies zeige sich etwa in der familienähnlichen Struktur, in der Mitglieder wie Amthor von älteren Mentoren dazu angehalten werde, in die Finanzierung ausländischer Firmen in sicherheitsrelevanten Bereichen des…“

„… untereinander konkurrierende Banden gebe, die durch gegenseitige Bespitzelung, Denunziation und Whistleblowing auffallen würden. So habe ein Teil der CDU-Bundestagsfraktion unter dem Mantel der Kooperation mit Behörden eigene Abgeordnete verraten, nachdem die Warnung Liebesgrüße aus Aserbaidschan in einer anonymen…“

„… enge personelle Verbindungen zwischen Kredit- und Immobilienwirtschaft nachgewiesen werden könnten, die im Falle von Spahn zu einem viel zu günstigen Kauf einer Villa ohne eigenes Kapital geführt hätten. Gleichzeitig habe der Minister versucht, die gerichtliche Anordnung, über laufende Ermittlungen berichten zu dürfen, durch erhebliche Einschüchterungsversuche gegen die…“

„… gehe die Verstrickung der Union nicht nur bis in höchste Kreise von Rüstungskonzernen oder Energieerzeugern, sondern bis in die Spitze der Ermittlungsbehörden. So seien die Untersuchungen gegen Scheuer nach der versehentlichen Löschung aller Daten auf seinem dienstlichen Mobiltelefon nicht weitergeführt worden, obwohl eine rasche Rekonstruktion technisch im Bereich des…“

„… wehre sich die Union gegen undeutsche Zerstörungsversuche der wichtigsten Volkspartei, die als flankierende Maßnahme für den kommenden Linksruck gewertet werden müsse. Laschet habe die Befürchtung, wenn bald gegen bisher noch nicht rechtskräftig verurteilte Politiker auch wegen des Anfangsverdachts der Steuerhinterziehung ermittelt werden könne, dann werde ein sozialistisches Terrorregime statt einer christlichen und sozialen Marktwirtschaft den endgültigen Untergang des…“