Arbeitskampf

10 05 2018

„… dass häufig erkrankte Arbeitnehmer nicht in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen würden. Die Deutsche Post AG bewege sich damit aber klar innerhalb der gesetzlichen…“

„… es nicht allein um die Häufigkeit von Erkrankungen gehe, sondern auch um die Summe der Fehltage. Dies erlaube dem Unternehmen eine viel differenziertere…“

„… die Neubesetzung der Stellen nicht einfach werde, wenn es nicht ausreichend Insolvenzen wie Air Berlin oder…“

„… immer noch besser sei als eine andere arbeitsrechtliche Lösung. Da die Arbeitnehmer nicht unmittelbar mit einer personenbedingten Kündigung rechnen müssten, sondern bis zum Ende ihrer Vertragsdauer beschäftigt blieben, könne man das Vorgehen nur als sozial und…“

„… habe das Unternehmen aber ausdrücklich berufsbedingte Erkrankungen nicht als Grund für eine Auflösung des Arbeitsverhältnisses genannt, was im Vergleich der Logistikbranche als sehr…“

„… nur als normalen Vorgang im sozialen Arbeitskampf bezeichnen könne, da sich die Verwendungsfähigkeit für die Mitarbeiter einfach aus den evolutionären…“

„… es gar nicht auf die Arbeitsfähigkeit der Postzusteller ankomme, nur ihre Anwesenheit sei von Belang. Als ehemaliges Staatsunternehmen wolle man keinen…“

„… auch die Arbeitsgruppe Arbeit und Soziales der CDU/CSU-Bundestagsfraktion das Vorgehen begrüße. Nicht geklärt sei jedoch, ob die Union nicht bereits bei der ersten Krankmeldung einen…“

„… sich die Deutsche Bahn AG ein Beispiel an der Praxis der Post nehme. Man könne dann auch langjährigen Mitarbeitern kündigen, um endlich eine imagekonforme Verjüngung des…“

„… die Rechtsprechung der Arbeitsgerichte mit Augenmaß umsetzen müsse. Dass der Ausschussvorsitzende darauf für den Deutschen Comedy-Preis nominiert worden sei, habe die Fraktion durchaus…“

„… sollte ein Briefzusteller schon deshalb gut in Form sein, weil er den ganzen Tag an der Außenluft tätig sei. Dadurch könne man auch sämtliche Kosten für die gesundheitliche Prävention der…“

„… nicht einmal Grund hätten, sich über typische Verletzungen wie einen Hundebiss im Vorgarten zu beschweren. Das Personal sei in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich…“

„… den Zustellern geraten werde, sich aus Gründen des Eigenschutzes schnellstmöglich nach einer anderen beruflichen Perspektive umzusehen, wenn sie durch zu häufige…“

„… korrekt, dass das Vorgehen sittenwidrig zu nennen sei. Dies sei jedoch dem Umstand geschuldet, dass die aktuelle Bundesregierung ihre moralischen Maßstäbe noch unterhalb der…“

„… befristete Arbeitsverträge abschaffen wolle, um sich als verantwortungsvoller Konzern zu zeigen, der seine Arbeitnehmer rechts- und sozialverträglich beschäftige. Um künftig ihre Stellen überwiegend mit Minijobs besetzen, wolle die Post auf Schwangerschaftsnachweise und…“

„… es Alleinerziehenden daher leichter gemacht werde, fristlos zu kündigen. Sie müssten wie bei einem Mietverhältnis lediglich einen neuen Arbeitnehmer für die frei werdende Stelle im…“

„… die Kriterien des Entfristungskonzepts seit mehreren Jahren nicht mehr angewendet würden, da die Post bedauerlicherweise nicht mehr genug Personal fände, das nach einer einzelnen Erkrankung wieder im Unternehmen beschäftigt sowie noch in ungekündigter…“

„… sich in starkem Wandel befinde. Die Arbeitnehmer seien dagegen natürlich frei, sich kollektiv gegen eine Beschäftigung bei diesem Konzern auszusprechen, was jedoch für die Steuereinnahmen eine sehr…“

„… dass auch Schwangerschaft als Grund für eine krankheitsbedingte Kündigung anerkannt werde, allerdings nur in Fällen, in denen eine Schwangerschaft mehr als zwanzig Tage oder häufiger als sechsmal pro…“

„… alle Verträge eine Laufzeit von 24 Monaten besäßen. Die Mitarbeiter hätten also volle zwei Jahre Zeit, sich überlegen, ob sie eine Familie gründen, eine Immobilie finanzieren, Angehörige pflegen oder im…“

„… auch im Raum stehe, in den kommenden zehn Jahren auf eine Lohnsteigerung zu verzichten. Eine solche Lösung treffe alle Mitarbeiter und sei daher nicht nur sozial ausgewogener, sondern betriebswirtschaftlich durchaus…“

„… bleibe den Betroffenen immer noch die Möglichkeit, einen neuen befristeten Arbeitsvertrag mit der Deutschen Post AG zu…“

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Dafür gibt’s kein Geld

22 04 2018

für Kurt Tucholsky

Drei Wochen bis zum Abschlussball –
was wird das für ein Rummel!
Die schönsten Kleider überall,
doch Lieschen trägt nur Fummel.
Der ist schon fast zehn Jahre alt,
und das bei Balltoiletten!
Der Tochter Klage lang verhallt… –
Da ist nichts mehr zu retten.
    Ach, dafür gibt’s kein Geld –
    so ist nun mal die Welt.
    Womit die Sache steht und fällt:
    dafür gibt’s kein Geld!

Herr Patzke ist nicht Prokurist,
um Kapital zu schenken.
Er muss, wie es Bestimmung ist,
den Laden sauber lenken.
Er zahlt an Ultimo erst aus
nach Lieferung und Leistung
und hält auch Skonto, was ein Graus,
vom Kunden für Erdreistung.
    Nein, dafür gibt’s kein Geld –
    wohl dem, der seins behält.
    Womit die Sache steht und fällt:
    dafür gibt’s kein Geld!

Man könnte dieses Land so schön
und ganz in Ordnung bringen.
Die Reichen wollen gar nichts sehn.
Die Armen müssen ringen.
Von Straßen werden sie nicht satt,
und will man Häuser bauen,
wird auch gespart. Wer hat, der hat.
Wem soll man was noch klauen?
    Denn dafür gibt’s kein Geld –
    Ihr habt das zwar bestellt,
    was macht das schon, wenn man Euch prellt:
    dafür gibt’s kein Geld!





Crossposting

4 04 2018

„Sie können unbegrenzt Fotos hochladen, auch von Leuten, die Sie nicht kennen. Wir kennen die für Sie, schließlich haben wir mit den Leuten jeden Tag zu tun. Das bietet Ihnen Facebook nicht. Das kann nur die Deutsche Post.

Also das war jetzt kein Ausrutscher, verstehen Sie das nicht falsch. Das war auch kein Testballon. Wir haben nur ein sehr spezielles Produkt im B2B-Bereich verkauft, ging ja auch ganz gut, und dann haben Sie in der Zeitung gelesen, dass wir dabei gegen kein Gesetz verstoßen haben. Kann ja mal vorkommen. Dass wir unser Adressmaterial jetzt gerade an die CDU geliefert haben, das war eine marktwirtschaftliche Entscheidung. Die haben am meisten dafür gezahlt, und wir tun damit auch etwas für die Umwelt. Wenn man nur da Werbung hinschickt, wo sie auch gelesen wird, spart das eine Menge Papier und Rohstoffe.

Aber das ist ja auch erst der Anfang, wir dehnen unseren Service natürlich für sämtliche Kunden in Deutschland und Europa aus, optimal auf die Bedürfnisse der modernen Nutzer zugeschnitten, und das Beste ist: Sie zahlen nichts. Alles absolut kostenneutral. Natürlich nur für Sie.

Sie müssen die Debatte im Kontext der letzten Jahre betrachten. Da haben Politiker immer wieder eine deutsche Alternative zu Facebook gefordert. Hohe Datenschutzstandards, bessere Technik, alles im Rahmen der geltenden Gesetze. Also der Gesetze, die die Politik dafür macht – wenn Sie sich nicht gerade ein Jahresabo vom Neuen Deutschland nach Niederbayern liefern lassen, wird sich kein Schwein für Ihre Anschrift interessieren. Für Sie ist das vollkommen kostenfrei und wird ständig weiterentwickelt. Das verspricht Facebook auch, aber das ist ein Riesenkonzern, der gehört sich quasi selbst, und wir haben nicht einmal Server in Amerika stehen. Unsere Daten werden noch regional produziert. Das ist doch was!

Jetzt stellen Sie sich mal vor, Sie sehen ein paar Klamotten und bestellen die im Internet, die werden Ihnen geliefert, wir haben zwar die Lieferadresse, aber Sie wissen ja: Datenschutz, daraus lässt sich für uns kein Rückschluss ziehen, dass Sie die auch bestellt haben. Alles absolut sicher. Wenn Sie jetzt aber den speziellen Service kostenlos dazubuchen, dann teilen wir Ihnen schon vorher mit, die Hose ist ein bisschen eng, Rabatt beim Fitnessstudio wird gleich klargemacht, wir stellen das auf Ihre Seite ein, gleich in Ihr Profil, wird am Liefertag ergänzt, wir wissen ja, wann geliefert wird, beziehungsweise wann Sie üblicherweise zu Hause sind, und zack! Influencer. Neue Hose. Hundert Profilbesuche garantiert. Macht Ihnen Facebook nicht.

Ja, die haben Fernsehserien. Wir müssten mit der Telekom reden, dass wir für die Rechnungen die Anschriften abgleichen können, aber das dürfte nicht schwierig sein. Sie bekommen das ja auch kostenlos, einmal anklicken, wir pflegen das in unser Programm ein. Das Gute ist, Sie brauchen keine zusätzlichen Geräte, zumindest nicht von uns, und da Sie nichts dafür bezahlen, brauchen wir auch keine Kontodaten. Clever, oder?

Grundsätzlich ist es so, dass wir Ihnen nur maßgeschneiderte Angebote machen. Das, wofür Sie die nötige Kaufkraft haben und das passende Bankverhalten, je nach Ihrer mutmaßlichen Bildung und Familienstruktur. Vielleicht sind Sie eher der Typ für Fantasy-Serien, dann bieten wir Ihnen halt keine Musicalfilme an. Oder Western. Wir verschicken Ihre Briefe ja auch nicht ungefragt per Luftpost, nur weil es uns ein bisschen mehr Umsatz bringen würde. So gut sollten Sie Ihren Anbieter schon kennen.

Das könnte Ihr gesamtes Leben revolutionieren, endlich haben Sie mal soziale Medien, die diesen Namen auch verdienen. Sie schließen eine nette Urlaubsbekanntschaft, dann fällt Ihnen plötzlich auf, dass Sie ganz vergessen haben, nach der Adresse zu fragen, zack! Treffer auf Ihre Post-Seite, die Postbenachrichtigung machen wir sogar schriftlich für Sie, wenn Sie das nicht online erledigen wollen, und Sie brauchen sich um nichts mehr zu kümmern. Wir stellen Kontakte her.

Das haben Sie jetzt falsch verstanden. Die Aktion mit den CDU-Anschriften war ganz anders gemeint, außerdem haben Sie davon ja gar nichts mitgekriegt. Das ist ein Beitrag zur Demokratie in Deutschland, denn wir wollen die Mitwirkung der demokratisch gewählten Parteien an der politischen Willensbildung unserer Kunden unterstützen. Und wir haben die CDU damit nicht finanziell gefördert. Ganz im Gegenteil. Und wir haben auch unsere Reserven dadurch aufgefüllt. Das heißt, eine Portoerhöhung ist damit erst mal vom Tisch. Davon profitieren Sie sogar, wenn Sie nicht CDU wählen.

Wissen Sie, was das Beste an unserer Arbeit ist? dass bei uns grundsätzlich alle Daten anonymisiert werden. Verlassen Sie sich darauf. Oder glauben Sie, die Deutsche Post interessiert sich für ihre Kunden?“





Leipziger Allerlei

3 04 2018

„… für die Entwicklung der deutschen Wirtschaft unabdingbar sei. Ohne einen Zugang zu den großen Wasserstraßen könne die sächsische Industrie keinen Beitrag für den…“

„… der Aufbau Ost jetzt auf die Wiederanlage des Leipziger Hafens setze. Die Verkehrsprojekte seien seit längerer Zeit bekannt und müssten nur noch von Scheuer durch die zuständigen…“

„… als vollkommen überflüssig ansehe, da er die Beschäftigungssituation der sächsischen Arbeiter nicht verbessern werde. Diese seien mit dem Anzünden von Flüchtlingsunterkünften schon derart ausgelastet, dass sie für eine geregelte Erwerbstätigkeit ohnehin keinen…“

„… für einen Heimatbegriff stehe, den auch Ausländer nachvollziehen könnten. Für Scheuer stehe das Bauprojekt darum vor allem für die Führungsrolle des christlich-abendländischen…“

„… in einer Koalition aus CSU, AfD, NPD und anderen fortschrittlich gesonnenen Kräften, die in Sachsen das Zentrum eines zukünftigen…“

„… und bis 2033 eine Anbindung an die Elbe erreichen müsse, um rentabel zu bleiben. Eine Steigerung der deutschen Containerschifffahrt um 800% setze die Bundesregierung daher als notwendiges…“

„… sich Zuwanderung wieder lohne. Gauland habe der Bundesregierung vorgeworfen, zu wenig Kriege zu führen, in deren Folge regelmäßig Arbeitswillige als Flüchtlinge nach…“

„… mit Elster und Saale zwei der bedeutendsten Flüsse des Kontinents zu epochalster Größe verbunden würden, die die großdeutsche Wirtschaft als bestimmenden Faktor im ganzen Welthandel…“

„… die Umbenennung von Leipzig in Germania, wie es Höcker gefordert habe, am breiten Widerstand der Bevölkerung gescheitert sei. Vorerst müsse das Bauvorhaben, da es aus Mitteln des Landes finanziert werde, noch eine rein sächsische…“

„… und dazu nur ein jährlicher Anstieg der Umsatzsteuer um zwei Prozentpunkte angedacht sei. Mit der Streichung des Kindergelds rücke die Finanzierung des Bauvorhabens bereits innerhalb weniger Jahrzehnte in greifbare…“

„… Umweltschutzmaßnahmen eine steigende Bedeutung erhielten. So könne man auf den bisherigen Schwemmflächen des Pissener Grabend zwischen Kötzschau und Witzschersdorf keine Windkraftanlagen errichten, da dies ein zu großer Eingriff in die natürliche Umgebung des…“

„… nicht mit den Auswirkungen auf den internationalen Handel gerechnet habe. Scheuer habe bei der chinesischen Regierung ein Protest eingelegt, da diese den Bau von Schiffen zulasse, die wegen ihrer Breite nur noch in Seehäfen und…“

„… sich das Außenhandelsdefizit schneller als geplant vergrößere. Um täglich 15.000 Kubikmeter Erdreich zu verlasten benötige man mehr Baumaschinen, als es die Berechnung des Planungsstabes für den…“

„… nicht relevant sei. Alle Pläne, einen unterirdischen Hafen in der sächsischen Schweiz zu errichten, hätten sich durch einfache Berechnungen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge als so personalintensiv erwiesen, dass die Bauleitung davon Abstand…“

„… den Durchbruch zum Bodensee vorerst nur theoretisch in Erwägung ziehen wolle. Die Rheinschifffahrt sei zwar aus logistischen Gründen nicht außer Acht zu lassen, die Fahrtwege dürften aber auch dann nicht länger als…“

„… einem Zirkelschluss aufsitze. Zwar sei der Handel mit den ostasiatischen Industrieländern in den vergangenen Jahren kontinuierlich angewachsen, doch rühre dies vor allem von der großen Anzahl der Erdbaumaschinen her, die zum Ausbaggern des sächsischen…“

„… dass die Wasserstraßen erst nach der Fertigstellung von Schleusenanlagen, Hafenbecken und Umschlagzentren angelegt würden. Dies sei durch den Bundeshaushalt vorgegeben und dürfe nicht mit dem…“

„… die digitale Wasseranzeige in sämtlichen Bauabschnitten veraltet sei und neu installiert werden müsse. Insgesamt erhöhe dies die Kosten um einen Betrag von mehr als…“

„… Schienenanbindung nicht vorgesehen sei. Der Leipziger Hafen könne durchaus gut von der Wasserseite erreicht werden und besitze das Potenzial, in weniger als dreißig Jahren eine…“

„… nicht genug Arbeitskräfte für den Betrieb des Hafens vorhanden seien. Da es in Deutschland für viele Jahre keine qualifizierten Ausbildungen mehr gegeben habe, um genug Bauhelfer nach Sachsen entsenden zu können, sei der aktuelle Fachkräftemangel im weltweiten Vergleich noch viel schlimmer als…“

„… die Frachtkosten bei zehntausend Euro pro Tonne und Kilometer lägen, was im internationalen Wettbewerb so gut wie keinen sinnvollen…“

„… aber nicht mehr geflutet werden könne. Das Ingenieurbüro, das die Zuleitungen erstellt habe, sei in Wirklichkeit eine aus Rumänien stammende…“

„… die Brandschutzauflagen nicht einhalten könne. Eine endgültige Betriebserlaubnis werde das Bundesamt daher bis auf Weiteres…“

„… wasserdurchlässig sei. Ein im Jahr 2020 erstelltes Bodengutachten habe auf die Schichten hingewiesen, die eine Kanalanlage problematisch hätten erscheinen lassen, doch sei der damalige Minister für Verkehr, Migration und gesundes Volksempfinden nie auf die Einzelheiten des…“

„… den Kanal großflächig mit Beton verfüllen könne. Dies schaffe nochmals mehrere Millionen Jobs, wie es in den letzten neun Wahlkämpfen…“

„… umwidmen wolle. Mit etwas Glück, so Altkanzler Scheuer, werde man den Großflughafen Berlin-Brandenburg in weniger als…“





Quasimonopol

26 03 2018

„Kurzzüge.“ „Kurzzüge?“ „Das sind dann halt kurze Züge, die…“ „Das war mir schon klar, ich will nur wissen, wozu wir Kurzzüge einsetzen.“ „Na, die sind halt kurz.“ „Aha.“ „Und brauchen nicht so viele Wagen.“ „So, so.“ „Deshalb dachte ich, wir könnten die einsetzen. Damit wir nicht so viele Wagen brauchen.“ „Das löst aber unser Problem jetzt nicht.“ „Das ist richtig. Aber wir sind ja auch die Deutsche Bahn.“

„Fakt ist, wir haben zu wenig Waggons für das Fahrgastaufkommen.“ „Toll, oder?“ „Was finden Sie an dieser katastrophalen Lage toll?“ „Dass wir mehr Fahrgäste haben, als wir transportieren können.“ „Wir haben nicht mehr Fahrgäste, als wir transportieren können, sondern schlicht zu wenig Waggons.“ „Dann haben wir schon Kurzzüge? das ist ja toll!“ „Meine Güte, jetzt kapieren Sie’s halt mal: wir haben eine Nachfrage, die wir nicht befriedigen können.“ „Das ist insofern nicht weiter tragisch, als wir ein Monopol auf Schienenverkehr haben.“ „Das ist verkehrt, und das wissen Sie ganz genau.“ „Ein Quasimonopol.“ „Aber wir sind nicht die einzige Transportmöglichkeit für die Fahrgäste. Das wird uns über kurz oder lang das Geschäft beschädigen.“ „Das bedeutet ja auch, wenn wir so weitermachen, dann haben wir mittelfristig wieder nur noch so viele Fahrgäste, dass wir jeden mit den Wagen befördern können, die wir haben.“ „Ja schon, aber das kann doch nicht der Sinn der Sache sein.“ „Wir stellen nur die Fahrgäste zufrieden, die auch unsere Leistungen in Anspruch nehmen. Ich finde das betriebswirtschaftlich vollkommen in Ordnung.“ „Das klären Sie dann bitte mit der Zentrale, ja?“

„Seien Sie doch nicht so negativ, wir haben noch jede Menge Möglichkeiten.“ „Als da wären?“ „Schienenersatzverkehr.“ „Wie meinen Sie das?“ „Man muss die Fahrgäste doch nicht unbedingt schienengebunden transportieren, wir können auf jede andere Verkehrslösung ausweichen.“ „Und was schwebt Ihnen da genau vor?“ „Taxi, Fahrrad…“ „Fahrrad?“ „Genau, Fahrrad. Das ist nicht nur eine sehr preiswerte Sache, die ist auch nachhaltig. Und gesund!“ „Toll.“ „Ja, nicht wahr?“ „Sie wollen also Leihräder an jedem Bahnhof aufstellen?“ „Wer hat denn das gesagt? Viel zu viel Aufwand, und dann bekommen Sie keins mehr, wenn alle weg sind, und außerdem vertraut man einem geliehenen Rad nicht so wie dem eigenen.“ „Und welche Räder nehmen wir dann?“ „Die Leute bringen halt ihres mit.“ „Die bringen ihre Räder mit und fahren dann von Flensburg bis zum Bodensee.“ „Wir können das ja erst mal im Regionalverkehr antesten. Vielleicht merken die Fahrgäste, dass ihnen ein Fahrrad nicht ausreicht, und dann wollen sie lieber ein Moped.“ „Ein Moped.“ „Motorrad ginge natürlich auch, aber da wird’s dann langsam kritisch.“ „Kritisch.“ „Die Schadstoffemissionen, Sie verstehen. Da sind wir mit dem Rad weiter vorne, und als Unternehmen Zukunft sind wir uns das einfach schuldig.“

„Die Leute kommen also mit dem eigenen Rad zum Bahnhof und fahren dann gleich weiter.“ „Ohne Umsteigen, das ist ein enormer Service – das bietet Ihnen kein Busbetreiber.“ „Toll.“ „Ja, nicht wahr? Wir haben hier ein Geschäftsmodell am Wickel, dagegen ist das autonom fliegende Taxi doch ein Witz.“ „Sie sehen mich begeistert.“ „Und wir können die Preismodelle flexibler gestalten. So genau wie mit dem Fahrrad kriegen Sie das mit dem Zug ja nie hin – die Bahnhöfe stehen halt da, aber Ihr Fahrziel ist wesentlich besser zu planen.“ „Das klingt ja nach einer Revolution. Warum ist mir das nicht eingefallen.“ „Ach, Sie sind schon seit ein paar Jahrzehnten im Geschäft. Vielleicht wird man da irgendwann betriebsblind?“

„Und wie wollen Sie das berechnen?“ „Nach angefangenen hundert Metern. Das wird sich doch technisch irgendwie machen lassen.“ „Das heißt, wir bezahlen unsere Fahrgäste?“ „Wieso denn? Die nutzen schließlich einen Service der Deutschen Bahn, dafür müssen sie auch ordentlich in die Tasche greifen. Man kann doch nicht einfach aufs Fahrrad steigen und so tun, als würde man Bahn fahren?“ „Aha, also eine lizenzrechtliche Sache. Das klingt ja spannend.“ „Toll, oder?“ „Toll. Da soll sich unsere Rechtsabteilung gleich mal schlau machen, wie wir das am besten verkaufen.“ „Eben, die wissen das viel besser als wir.“

„Und wo soll das Ihrer Ansicht nach hingehen?“ „Wir können den Service ausweiten, beispielsweise mit Heißgetränken während der Fahrt – also vorerst nur im Bahnhofsbereich, die Radler können unsere Gastronomiebetriebe ansteuern und bekommen einen preiswerten Kaffee to go.“ „Coffee to bike.“ „Ja, das klingt gut. Hätte von mir sein können.“ „Das unterschreibe ich sofort.“ „Ach, ich wusste es. Sie verstehen mich einfach.“ „Aber ich meine, wo soll das hin? Betriebswirtschaftlich? Und dann auch unternehmerisch?“ „Die Einnahmenseite kann man auf die Art natürlich enorm steigern.“ „Und dann?“ „Wie, und dann? Mehr Einnahmen, solides Geschäft, vielleicht kann man das als Lizenzmodell an andere nationale oder regionale Bahnbetreiber verkaufen.“ „Und mit dem Geld werden wir reich.“ „Ja, aber wir bilden auch Rücklagen.“ „Rücklagen? Wofür denn Rücklagen?“ „Für neue Wagen. Dann haben wir endlich wieder so viele Wagen, dass wir alle Fahrgäste mit der Eisenbahn transportieren können. Toll, oder?





Einsatzwirtschaft

31 01 2018

„Das verstehen Sie also unter ‚Fluchtursachen bekämpfen‘?“ „Es hat etwas mit Bekämpfen zu tun, das stimmt.“ „Aber nicht mit den Fluchtursachen.“ „Mittelbar.“ „Wenn, dann überhaupt nur unmittelbar.“ „Das verstehen Sie falsch. Syrien kriegt doch gar keine Waffen von uns.“

„Deutschland liefert Waffen an die Türkei.“ „Das ist unter Bündnispartnern doch nicht weiter verwerflich, oder?“ „Es ist aber sicher nicht gerade zielführend, wenn die deutschen Panzer in Syrien eingesetzt werden.“ „Es handelt sich dabei um einen inneren Konflikt, da sollten wir uns nicht einmischen.“ „Einen grenzüberschreitenden inneren Konflikt.“ „So gesehen ist das eine Fluchtursache, ja. Aber die wird natürlich von der Türkei zu verantworten sein, deshalb sollten wir sie als Bündnispartner möglichst stabilisieren.“

„Das ist doch eindeutig völkerrechtswidrig, da darf Deutschland auf keinen Fall mitmachen.“ „Wir können doch den Kurden jetzt keine Panzer liefern, das wäre eine Einmischung in einen bewaffneten Konflikt.“ „Und was ist das jetzt?“ „Wir haben die Waffen an die türkische Regierung geliefert.“ „Wo ist denn da der Unterschied?“ „Gibt es etwa eine kurdische Regierung?“

„Hatte nicht Außenminister Gabriel eindeutig gesagt, dass es keine Waffenlieferungen an die Türkei geben dürfe?“ „Vielleicht hatte er sich gerade erinnert, dass er mal Wirtschaftsminister gewesen war.“ „Das entschuldigt nichts.“ „Das ist richtig.“ „Das führt uns auch nicht weiter.“ „Das ist auch richtig. Aber sehen Sie mal, dass wir den Türken Waffen liefern, liegt nur daran, dass wir zu ihnen wieder so ein entspanntes Verhältnis haben. Das war ja nicht immer so.“

„Ihnen ist schon klar, dass wir damit den Kampf gegen islamistische Terroristen nachhaltig schwächen?“ „Das ist eine innere Angelegenheit der Türkei, die wir damit gleichzeitig stärken.“ „Damit sie die Kurden bombardieren, die die Nato als Verbündete betrachtet?“ „Sie müssen dabei natürlich beachten, dass die Türkei außerhalb der Bündnisgrenzen operiert. Da gelten dann andere Maßstäbe.“ „Man muss deutsche Waffen also nur außerhalb der Nato einsetzen, dann sind sie nicht mehr völkerrechtswidrig?“ „Das ist so nicht richtig, aber für die deutschen Waffenexporteure ist das sowieso nicht relevant.“ „Weil die sich nicht ans Völkerrecht halten müssen?“ „Wir sind Exporteure, da achten wir natürlich in erster Linie auf grenzüberschreitende Einsatzgebiete.“

„Was machen wir denn jetzt, wenn die Lage eskaliert?“ „Das könnte uns tatsächlich vor eine schwer zu beurteilende Situation stellen.“ „Ach was!“ „Sehen Sie, die deutsche Rüstungsindustrie ist eine der leistungsfähigsten der Welt, aber auch wir stoßen irgendwann an unsere Grenzen. Und wir wollen den Waffenbrüdern nicht freiwillig den Weg zu anderen Anbietern ebnen, wenn Sie verstehen, was ich meine.“ „Sie interessiert lediglich der Absatz, nicht der Einsatz.“ „Naja, es heißt ja auch Absatz- und nicht Einsatzwirtschaft.“

„Haben Sie sich mal Gedanken gemacht über die Folgen im internationalen Kontext?“ „Wir müssten notfalls eine Kooperation mit Russland eingehen, wenn sich die USA nicht zur Verfügung stellen.“ „Unsinn, der UN-Sicherheitsrat berät schon über diese Offensive.“ „Das ist gut, die wollen meistens nur spielen. Die tun nichts, außer einer Resolution hier und da, aber Blauhelme wird da keiner schicken. Immerhin ist die Türkei ein zuverlässiger Bündnispartner.“ „Die EU-Außenbeauftragte geht die Wände hoch.“ „Da können Sie mal sehen, was eine vorausschauende Europapolitik für positive Effekte haben kann. Die Türkei ist immer noch nicht in der EU, also müssen wir uns über etwaige Sanktionen nicht den Kopf zerbrechen.“ „Und die Folgen der Militäroffensive fallen einfach so unter den Tisch?“ „Das wollen wir mal nicht hoffen. Mit etwas Glück hält der Konflikt noch ein bisschen an.“

„Ihr Zynismus kotzt mich an.“ „Schauen Sie, die Steuern…“ „Die Sie hinterziehen.“ „… muss Deutschland erstmal verdienen. Und dann geht es natürlich auch noch um Arbeitsplätze und um die internationale Stabilität.“ „Wo sehen Sie die denn?“ „Wenn Sie sich die Türkei ansehen, einen stabileren Krisenherd werden Sie in Europa oder in der Nato nicht finden.“ „Dass es sich dabei um einen Stellvertreterkrieg handelt, in dem die westlichen Mächte langsam wieder in eine Konfrontation mit Russland driften, dürfte Ihnen sicher entgangen sein.“ „Keinesfalls. Aber so weit wollen wir noch nicht vorgreifen – Sie wissen, die Rohstoffpreise sind volatil, wir können jetzt noch keine Angebote schreiben für die nächste Phase.“

„Sie werden sehen, das fällt uns allen auf die Füße.“ „Wir arbeiten zur Friedenssicherung, haben Sie das vergessen?“ „Wohl eher im Auftrag der Rüstungsindustrie.“ „Aber nein, Sie müssen doch an die Folgen der internationalen Konflikte denken, das haben Sie selbst gesagt.“ „Die Folge wird sein, dass wir mehr islamistischen Terror in Europa haben, weil wir die Feinde des IS beseitigen. Wenn demnächst in Deutschland die Sprengsätze detonieren, sind Sie schuld daran.“ „Eben. Und was meinen Sie, wo genau trainieren wir denn die Bundeswehreinsätze im Inneren?“





Zugbeeinflussungssysteme

17 01 2018

„… keine Risiken mehr eingehen wolle. Der Bahn-Vorstandsvorsitzende Lutz habe der Presse zu verstehen gegeben, dass die Fernverkehrszüge ab sofort bei Niederschlägen nicht mehr…“

„… es sich um sämtliche Niederschlagsformen handele. So unterscheide der Personenverkehr nicht mehr zwischen Schnee, Hagel, Regen oder…“

„… gerade im Niedertemperaturbereich schnell überfrieren könne. Daher dürfe in extremen Höhen oder Niederungen ab September kein Zug mehr in den jeweils…“

„… physikalischen Bedingungen ausgesetzt seien, die beim Bau nicht vorauszusehen gewesen wären. Dies treffe beispielsweise auf Radreifen zu, deren Legierung bei starker Luftfeuchtigkeit zu Flugrost neige, was sich nachteilig auf die Stabilität und den…“

„… die Buchfahrpläne mit einer weiteren Spalte für witterungsbedingte Eintragungen versehen werden müssten. Das Bundesverkehrsministerium werde dieses Projekt erst nach einer gründlichen Evaluation, die mit höchstens drei Jahren jedoch noch verhältnismäßig…“

„… als Gefahr erkannt worden sei. Bodennebel führe unweigerlich zu einem vorzeitigen Verschleiß von Karosserieteilen, was Fahrten in Gewässernähe zum nicht kalkulierbaren…“

„… auch Zugbeeinflussungssysteme durch stärkeren Nieselregen schon außer Kraft gesetzt worden seien. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass die elektrischen Leitungen durch unkontrolliert eindringende Feuchtigkeit dem…“

„… erhöhte Rutschgefahr auf den Trittrasten nicht ausgeschlossen werden könnten. Sollten Fahrgastbegleiter in größerer Zahl im Gleis verschwinden, so sei dies ein äußerst alarmierender und mehr als…“

„… Kurzschlüsse der Bordelektronik zumeist durch eindringendes Kondenswasser verursacht würden. Die Bahn arbeite bereits an einer überwiegend flüssigkeitsresistenten Bauweise der Anzeigeelemente, könne aber aus heutiger Sicht noch keinen endgültigen…“

„… Fenster nicht öffnen könne. Dies werde jedoch auch bei feuchtwarmem Wetter immer wieder versucht und verursache erhebliche Schäden an den inneren…“

„… die Bremsen einer überdurchschnittlichen mechanischen Belastung ausgesetzt seien. Die im Gleis befindlichen Schmutz- und Pflanzenpartikel hätten unter Nässeeinwirkung eine zusätzliche Gleitreibung zur Folge, was wiederum auf die stark herabgesetzte Unfallsicherheit des…“

„… den Fahrgästen einen angenehmen Aufenthalt ermöglichen wolle. Da aber ein erhöhter Anteil der Passagiere bei Regenwetter sich für länger als zehn Minuten im Bordrestaurant aufhalte, sei jeder Versuch zum Scheitern…“

„… in Korrelation zur Personalstärke stehe. Da sich bei Niederschlag messbar mehr Mitarbeiter krank meldeten, müsse die Deutsche Bahn AG die Fehlzeiten durch eine zusätzlich kostenintensive…“

„… vorgekommen sei, dass unter Nässe sich die Türgriffe verzogen und den Schließmechanismus nicht rechtzeitig freigegeben hätten. Da dies durch empfindliche Verzögerungen im Anschluss eine erhebliche Beeinträchtigung der Pünktlichkeit nach sich ziehe, müsse die Bahn schon aus statistischen Gründen eine Einschränkung des…“

„… nicht rekrutiert würde. Mitarbeiter für das Bordrestaurant seien auch trotz nachgewiesen fehlender Sprachkenntnisse, komplett mangelnder Impulskontrolle und moralischem Vollversagen bei nasskaltem Wetter im Praktikumsbetrieb viel zu…“

„… Kurzschlüsse auch an den Signalen auftreten würden. Angesichts der angespannten Lage im Personenverkehrsbereich könne es dem Unternehmen nicht auch noch zugemutet werden, die Schienenwege mit einem zusätzlichen…“

„… vereinzelt Fenster von Regenwasserlecks beeinträchtigt würden. Die technische Leitung des Konzerns kenne dies Problem seit 2009, man werde das Facility Management am Bahntower Potsdamer Platz mit einer erheblichen Klage auf Schadenersatz überziehen, bevor die Kunden der…“

„… zahlreiche Brücken sich in einem nicht mehr befahrbaren Zustand befänden. Bereits kleine Flüssigkeitsmengen reichten aus, um enorme…“

„… dass die klimatischen Bedingungen in Deutschland viel zu sehr auf Marketingaktivitäten der Deutschen Bahn AG und ihrer Aktionäre Einfluss nähmen. Der Aufsichtsratsvorsitzende Felcht habe vorgeschlagen, ab sofort Werbemittel nur noch in der Dominikanischen Republik oder…“

„… das Preissystem der Deutschen Bahn AG mit einem tages-, dann auch stundenaktuell bekannt gegebenen Modell für wetterbedingte Zuschläge in die entsprechenden…“

„… für den Fernverkehr kompatibel zu machen gedenke. Da die Marketingkampagne mit dem Claim Deutschland – Don’t think about it, we imagine the worst shit ever sich nicht als…“

„… als gegeben hinnehmen müsse. Die reguläre Steigerung im operativen Feld der Vorstandsbezüge sei von Aufgaben der betriebswirtschaftlichen Aufgaben der internen…“