Wechselwirkungen

29 09 2020

„… sich noch nicht festlegen wolle. Bisher könne die Bundesgesellschaft für Endablagerung jedoch noch nicht sagen, ob es eine geeignete Stätte für…“

„… sehr überraschend komme. In der kurzen Zeit seit der Entdeckung der Kernspaltung habe die Energiebranche keine über mehrere Millionen Jahre laufende Studie zum Gefahrenpotenzial von…“

„… aber überall in Deutschland sein könne, an buchstäblichen jedem einzelnen Ort, ob unter der Kirche oder im Schrebergarten. Allerdings schließe Söder den Freistaat Bayern kategorisch aus und drohe im Fall anderslautender Vorschläge mit…“

„… vertraue die FDP darauf, dass schon in wenigen Jahren bezahlbare technische Lösungen für eine Bohrung direkt in den Erdkern gefunden würden, die man durch Steuersenkungen für…“

„… dass die Wirtschaft nicht mit den Risiken einer von Wissenschaftlern immer wieder erklärten Strahlung konfrontiert werden dürfe, da dies die Entwicklung des Industriestandortes Deutschland hemme. Altmaier habe zwar seit 2005 vor der Radioaktivität gewarnt, wisse aber erst jetzt, dass er sich nicht durch eine rein politische Entscheidung vor den Folgen des…“

„… das Verfahren sofort wieder stoppen werde, solange es keine EU-weite Einigung gebe. Seehofer sei strikt dagegen, dass Deutschland seinen Müll im Alleingang entsorge, da dies ein falsches Signal gegenüber den anderen…“

„… schließe Lindner auch die Erfindung eines Weltraumlifts zur Sonne durch deutsche Ingenieure nicht aus. Er vertraue außerdem darauf, dass die Technologie in der EU bleibe, da beispielweise China zu den üblichen Arbeitszeiten auf der sonnenabgewandten Seite liege und so anfallenden Atommüll nur auf den…“

„… sich gegen linksideologische Hetze von Verbotsfetischisten wehre. Wenn die Grünen den Atommüll nicht in Gorleben lagern wollten, dann fordere Weidel, dass deren Parteiführer ihn im eigenen Wahlkreis unter dem…“

„… schlage Lindner den Import ausländischer Brennstäbe vor, die tagsüber von einem deutschen Weltraumbahnhof aus direkt in die…“

„… es noch nicht genug erforscht sei, welche Wechselwirkungen die Erwärmung der Weltmeere und die Verklappung von Atommüll in den Ozeanen erzeugen könnten. Altmaier sehe darin eine Chance, die Fotovoltaik und die Windenergie durch eine neue Brückentechnologie zumindest zeitweise…“

„… eine neue Marschroute finden wolle. Die CSU wolle die Diskussion zunächst bis 2030 verschieben, um dann eine Verschiebung bis 2045 vorzuschlagen, worauf eine erneute Verzögerung bis zum Jahr…“

„… kein Problem damit habe, die Diskussion auf pragmatischen und wissenschaftlichen Fakten basieren zu lassen. Habeck sei bereit, die Lagerung auch in seinem eigenen Wahlkreis zu gestatten, falls dies durch ein geologisches Gutachten gestützt werde. Die AfD werte dies als volksverräterische Hetze, die unter dem Deckmantel der Neutralität für eine mit jüdischem Kapital finanzierte Zerstörung der Heimat der reinblütig deutschen…“

„… nicht bestätigt werden könne. Nach Auskunft der Bundesregierung habe Putin kein Interesse an den Brennstäben angemeldet, da diese sich weder für zivile Nutzung noch für Experimente mit pharmakologischen…“

„… dürfe es in Deutschland keine nuklearen Stoffe geben, die nicht mehr arbeiten würden. Die Bevölkerung dürfe sich an diesen Zustand nicht gewöhnen, so Merz anlässlich einer…“

„… sich nicht dazu äußern wolle, dass ein in Gorleben geplantes Lager ohne geologische Studien sicherer sei als eine auf wissenschaftlichen Ergebnissen basierende Entscheidung für den Bayerischen Wald. Aiwanger könne sich auch nicht mehr an Untersuchungen erinnern, die die tödliche Wirkung von Infraschall innerhalb eines Kilometers von einer Winkraftanlage oder den…“

„… werde die AfD keine Endablagerung im ostdeutschen Grundgestein zulassen. Experten der Partei würden jedoch nachweisen, dass gefaltetes Prä-Oberkarbon wie um den Kyffhäuser erst durch islamische Invasionen im Perm zwangsweise als…“

„… internationale Abkommen zu einem Stopp der Plattentektonik von Deutschland ausgehen müssten. Durch eine gemeinsames Protokoll werde die Bundesregierung eine ungeregelte Verschiebung der Eurasischen Platte gegen die…“

„… müsse eine Endlagerstätte im Meer nicht zwangsläufig an der Nordseeküste liegen. Da das Bundesumweltministerium von einem irreversiblen Abschmelzen der Polkappen ausgehe und den Anstieg des Wasserspiegels relativ genau berechnen könne, werde man auch mit einem ebenerdigen Bau in Mecklenburg-Vorpommern durch Überflutung einen sicheren Ort für die…“

„… es viele aufgelassene oder illegale Minen in Afrika gebe, die man mit spaltbarem Material verfüllen könne. Klöckner nutze ihre guten Kontakte in die internationale Industrie, um eine nachhaltige und finanzierbare…“

„… nicht mehr gebraucht werde. Mit dem Ende der fossilen Energieträger in den nächsten Jahren stehe der Flugverkehr ohnehin auf den Prüfstand, so dass eine Neubewertung jederzeit willkommen sei. Die zivilisationsferne Lage spreche sehr für die Umwidmung des Hauptstadtflughafens, der sich als Lagerstätte einen herausragenden…“





Organisatorisches Problem

15 09 2020

„… nach der krisenhaften Entwicklung eine neue Definition von Mobilität erfinden müsse. Damit sei die deutsche Autoindustrie jedoch überfordert, da sie ihre Innovationen in den letzten Jahren selten im Dienste der Kunden, sondern eher als verlängertes Sprachrohr der…“

„… sich nicht interessiert gezeigt habe. Merkel sei strikt dagegen, neuerliche Finanzspritzen in die börsennotierten…“

„… unter hohem Veränderungsdruck stehe. Als Wechsel des technologischen Paradigmas unter Beibehaltung der Innovationsvorsprünge schlage Söder vor, die Industrie komplett auf den Bau von E-Scootern und…“

„… sei das Argument, die Autoindustrie habe verkehrstechnisch und betriebswirtschaftlich die wesentlichen Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte versäumt oder sogar konterkariert, nicht stichhaltig, wenn gleichzeitig sowohl die Lufthansa und zahlreiche Kreuzfahrtreedereien enorme…“

„… habe die bisher bevorzugte Lösung, einige Milliarden Euro pro Jahr an Subventionen an die Automobilindustrie auszuschütten, nur Altmaier überzeugt. Es müsse aber gesichert sein, dass Boni weiterhin in voller Höhe ausgezahlt würden, wenn der Wirtschaftsminister nach den Wahlen nicht mehr als Mitglied der…“

„… Arbeitsplätze erhalten müsse. Laschet habe dem bayerischen Ministerpräsidenten energisch widersprochen, der den Bau von Flugtaxis nur im Freistaat statt an bisherigen Standorten in…“

„… dürfe man die Forderung des jetzigen Bundesverkehrsministers, bis 2020 alle Verbrenner gesetzlich zu verbieten, nicht ernst nehmen. Scheuer habe damals unter der Knute führender linksextremistischer Terroristen wie Stoiber und…“

„… Arbeitsplätze in der Branche der Zulieferer verteidigen müsse. Die SPD mache sich für die Arbeiter stark, die bisher als das Rückgrat der deutschen Leitkultur die Fabriken am Leben erhalten habe und fordere den nationalen Umbau der Fahrzeugindustrie in eine Struktur von Kleinmanufakturen, die im Niedriglohnsektor die Wettbewerbsfähigkeit der Konzerne an der Börse und an den großen internationalen Märkten der…“

„… die Kanzlerin erneut verlauten lasse, dass sie den Einzelinteressen der Bundesländer keine Arbeitszeit widme. Sie habe Besseres zu tun, als sich mit diesen…“

„… fördere insbesondere die Verbrennertechnik den Ausstoß klimafeindlicher Gase, ohne die der Aufbau neuer Arbeitsplätze in der Umweltindustrie niemals so nachhaltig und…“

„… sehe die Bundesagentur für Arbeit ein organisatorisches Problem, da in der Autoindustrie der von der Sozialdemokratie zitierte Arbeiter so gut wie nicht mehr existiere. Davon abgesehen sei es jedoch nicht weiter schwer, die Angestellten auf ein Lohnniveau unterhalb von ALG II zu…“

„… auch die FDP überzeugt habe, dass durch einen teilstaatlichen Beteiligungsfonds die meisten Automobilhersteller zu retten seien. Lindner stelle lediglich die Bedingung, dass dieser ausschließlich durch die pauschale Kürzung aller Sozialleistungen finanziert werde, da es ungerecht sei, wenn sich die Aktionäre durch ihre eigenen Abgaben am…“

„… dass der SPD-Vorschlag durchaus nicht abwegig sei. Allerdings wolle die EU zuvor durch ein Gutachten prüfen lassen, ob Deutschland eine Rolle als Billiglohnland nach dem Brexit noch…“

„… führe eine einseitige Förderung von Elektromobilität zur einer Vollbremsung kurz vor der Wand. Scheuer halte dies für nicht vereinbar mit seiner sonstigen Arbeit als Minister, CSU-Mitglied und Autofahrer und werde auch weiterhin die…“

„… als weiteren Vorschlag die Umstellung auf Batterieforschung und Akkubau eingebracht habe. Die SPD wolle vorab noch klären, ob die deutsche Wirtschaft dies im weltweiten Maßstab überhaupt leisten könne, sehe aber ansonsten keine Probleme mit den technischen…“

„… die Autobranche markenunabhängig eine kostenfreie Nachrüstung aller Benziner anbiete, mit der die Fahrzeuge keinerlei Emissionen mehr hätten. Dies beziehe sich zunächst auf die Anzeige auf dem Armaturenbrett, funktioniere nur im Labor und müsse von der Bundesregierung mit einer Einbaupauschale von jeweils…“

„… habe die massive Subventionierung von E-Autos zum Kauf von 90% Fahrzeugen mit Benzin- oder Dieselmotor geführt. Scheuer wolle deshalb nun die Verbrenner mit einer Prämie unterstützen, da sich daraus logischerweise die Förderung von Hybrid- und Wasserstoffantrieb ergebe, die letztlich als gewünschtes…“

„… autonomes Fahren für einen Schlüssel zur Vollbeschäftigung halte. Altmaier wolle zu jedem Neufahrzeug einen Arbeitslosen ausliefern, der dem Halter als sozialversicherungspflichtig beschäftigter Lenker seinen neuen…“

„… müsse der Mentalitätswechsel auch von den Kunden eingeleitet werden, die noch immer zu viele zu schwere und zu schnelle Fahrzeuge kaufen würden. Die Ansage der Bündnisgrünen sei jedoch von Gauland vollständig abgelehnt worden, der darin die Legitimation für die Umvolkung des…“

„… ein Zusammenwachsen von Auto- und IT-Industrie fördern wolle. Wenn die Hersteller künftig die ganze technische Infrastruktur für eine mobile Vorratsdatenspeicherung entwickeln würden, werde Scholz im kommenden Jahr auch über eine Prämie für Verbrennungsmotoren und weitere…“





Ballermann

10 09 2020

„… dass die sächsische Polizei ab sofort mit kriegstauglichen Waffen ausgestattet werden solle. Nähere Angaben könne der Landesinnenminister aus Gründen der Geheimhaltung allerdings…“

„… ob ein Polizeifahrzeug mit Maschinengranatwerfer als militärische Ausrüstung bezeichnet werden dürfe. Die Panzer würden ausschließlich für den zivilen Einsatz und nur gegen Zivilisten in den…“

„… in einer durch zahlreiche öffentliche Versammlungen geprägten Zeit den SEK-Einheiten eine größere Rolle zuteil werde. Bei parallel verlaufenden Demonstrationszügen von nationalsozialistischen und demokratischen Gruppierungen könne deren Auftreten für ein subjektives Sicherheitsgefühl auf der Seite der…“

„… finde keine Kontrolle über die Beschaffung der Waffen und anderer Ausrüstungsgegenstände statt. Das Parlament sei nicht befugt, in diese sicherheitsrelevanten Bereiche des…“

„… durch zahlreiche Auflagen während der Pandemie erschwert werde. Wenn Demonstranten sich legal mit gefährlicher Schutzbewaffnung wie Gesichtsmasken ausstatten dürften, dann sei ein Wasserwerfer keine angemessene Antwort auf…“

„… mehrere Versammlungen bereits friedlich verlaufen seien, da die mit Granatpistolen und automatischen Gewehren ausgerüsteten Beamten keine Ausschreitungen von den…“

„… müsse man gerade in Sachsen mit möglichen Terroranschlägen gegen Politiker rechnen. Bis dahin würden die Einsatzkräfte ihre Ausrüstung im Einsatz gegen Demonstranten und andere Bürger bestmöglich trainieren, um im Fall einer Terrordrohung sofort mit dem…“

„… werde die Gefahr eines linksradikalen Netzwerks seit Jahren ignoriert. Die sächsische Landesregierung habe zwar nach wie vor keine Anhaltspunkte dafür, dass es linksradikalen Terror im Freistaat gebe, man werde aber nicht so lange warten, bis die ersten Attentate im…“

„… sei dieser Schritt verfassungsrechtlich geboten. Da das Grundgesetz den Einsatz des Militärs im Innern untersage, müsse man die technischen Möglichkeiten der Polizei bis zum Äußersten…“

„… werde auch das G36 mitgeführt, um sich vor dem erwartbaren feindlichen Beschuss durch AK-47-Gewehre zu wappnen. Die Ordonnanzwaffe werde hier jedoch als Dienstwaffe eingesetzt und sei damit weder militärisches Gerät noch…“

„… habe die Polizei damit begonnen, neben den Panzerwagen vom Typ Survivor R auch die Maschinengewehre durchzunummerieren. So falle beim Durchzählen der Ausrüstung ein eventueller Verlust von Polizeipanzern viel eher…“

„… sich als flexibler Arbeitgeber verstehe, der auf die Bedürfnisse seiner Mitarbeiter eingehe und sie entlaste. Es werde daher nur eine Granatpistole mitgeführt, die Reizgas, Blendgranaten sowie gummiummantelte Munition verschießen könne und den Beamten eine bessere Absicherung bei…“

„… den Eindruck vermeiden wolle, dass die Polizisten in Sachsen ihre Ausrüstung nur bekämen, um damit Ballermann zu spielen. Die Regierung des Freistaates habe betont, dass jeder Beamte zu seiner Bewaffnung stets auch ein Exemplar des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland erhalte und man davon ausgehe, dass die meisten diese auch mindestens gelegentlich…“

„… auch Warnungen gegeben habe, dass sich linksradikale oder antifaschistische Kämpfer in den Polizeidienst einschleichen können, um Zugriff auf funktionsfähige Waffen zu erhalten. Die Regierung des Freistaates habe diese Risiken jedoch schon im Keim erstickt und ein Klima in der Polizeitruppe geschaffen, das es linken Aktivisten sehr schwer mache, sich langfristig mit der…“

„… auf ausgewogene Sicherheitskonzepte zurückgreife. So seien Helme und Schutzwesten gegen den drohenden AK-47-Beschuss präventiv geordert worden, bevor es Gründe für deren Anschaffung gegeben habe. Auf diese Weise werde feindlichen Kräften kommuniziert, dass die Polizei für jede Bedrohungslage eine passende…“

„… das Employer Branding der Polizei wesentlich zu verbessern. Seit der Abschaffung der Wehrpflicht, spätestens jedoch mit den in Sachsen weit verbreiteten Bürgerwehren habe sich ein harter Konkurrenzkampf entwickelt, bei dem die Polizei dank ihrer inzwischen verbesserten Gesetzgebung wesentliche Fortschritte im…“

„… auch aus wirtschaftlichen Gründen erfolge. Die Ausrüstung werde größtenteils aus deutscher Produktion angeschafft, so dass Sachsen auch in der aktuellen Krise ohne Exporte eine positive…“

„… dass sich mit dem Wechsel der Ausrüstung auch das Selbstverständnis der Polizisten ändern könne. Eine gewisse Distanz lasse sich zwar durch die neuen Uniformen nicht mehr leugnen, dafür werde aber nach wie vor jeder sächsische Beamte bis zum Tode gegen Fahrraddiebe und…“

„… sei ein gemeinsames Vorgehen nicht mehr ausgeschlossen. Synergieeffekte seien nicht nur bei Waffen und Munition, sondern auch bei Panzern und Wasserfahrzeugen denkbar, was gemeinsame Ausbildung und Manöver an den neuen Systemen umfassen könne sowie ein einheitliches Konzept zur Sicherung des öffentlichen Raums. Kramp-Karrenbauer wolle auf die sächsische Polizei nur da zurückgreifen, wo es für die Bundeswehr keine Möglichkeit mehr gebe, sich mit eigenen…“





Industrieller Maßstab

9 09 2020

„Und wenn wir die Preise anpassen?“ „In welche Richtung, darauf kommt es doch an.“ „Dann würde auch die Qualität steigen.“ „Es geht schließlich um unsere Zukunft.“ „Dann werden die Preise wohl steigen.“ „Das wäre vernünftig.“ „Dann können wir’s ja gleich vergessen.“

„Die Ministerin wünscht sich eine wirtschaftlich erfolgreiche und gesellschaftlich akzeptierte Landwirtschaft.“ „Können Sie mal nachfragen, was sie unter ‚akzeptiert‘ meint?“ „Wenn Sie schon da sind, dann fragen Sie doch auch gleich, von welcher Gesellschaft sie da gerade spricht.“ „Das werden die Handelsgesellschaften sein.“ „Oder meint sie die Produktion?“ „Der Verbraucher hat mit den Erzeugern aber gar nichts mehr zu tun.“ „Eben.“ „Vermutlich schwebt ihr der wirtschaftliche Erfolg der Gesellschaft vor.“ „Also alles doch billiger.“ „Das hieße doch aber, wenn wir die Schnitzel nicht teurer machen, dann haben die Bauern gar keinen Gewinn mehr.“ „Irgendwas stand da noch drin mit Verantwortung.“ „Das finde ich jetzt aber sehr mutig.“ „Wieso?“ „Was meinen Sie, was passiert, wenn jemand Klöckner zur Verantwortung zieht.“

„Ist denn diese Tierwohlabgabe noch aktuell?“ „Das wäre dann ja eine Preissteigerung.“ „Die aber nur dem Tierwohl dienen sollte.“ „Das heißt, dass die Zucht- und Schlachtbetriebe immer noch die Schweine durch die Gegend karren und dann im Leiharbeitergulag weghauen?“ „Mit dieser Abgabe werden dann aber bestimmt die Ställe ein bisschen größer.“ „Das wird sicher teuer.“ „Aber es geht halt um unsere Zukunft.“ „Diese ausländischen Arbeiter, die kann man nicht einfach aussperren?“ „Mit welchem Recht?“ „Dann hätten wir auch keinen Spargel mehr.“ „Dann kann ich aufs Schnitzel auch verzichten.“ „Man könnte das machen, aber dann setzen die Osteuropäer ihre EU-Standards noch weiter runter.“ „Gibt es denn eine Möglichkeit, diese wirtschaftliche Abhängigkeit zu stoppen?“ „Brexit sagt Ihnen etwas?“

„Was würde denn passieren, wenn wir diese Option ziehen würden?“ „Wenn Polen oder die anderen Billiglohnländer…“ „Sie meinen das im Vergleich zur Bundesrepublik, nehme ich an.“ „… die Erzeugerpreise senken würden, könnte der Handel weiter sein Niveau halten.“ „Und das kann man nicht in der nationalen Gesetzgebung regeln?“ „Dann würde es sich aber auch anbieten, die…“ „Wenn er jetzt vom Mindestlohn anfängt, schreie ich!“ „Wieso das denn?“ „Wenn die Verbraucherpreise steigen, können wir irgendwann auch Hartz IV erhöhen.“ „Das ist doch unsere Zukunft!“ „Es ist schrecklich.“ „Und mehr können Sie nicht zu den…“ „Wir müssen doch zugeben, dass es sich um eine schreckliche Entwicklung handelt“ „Richtig, aber in unsere Berechnung wurde der schlimmste Faktor noch nicht integriert.“ „Klöckner?“ „Klöckner.“

„Die macht doch einen sehr guten Job.“ „Sagt die Bundesregierung auch.“ „Merkel leistet sich in letzter Zeit auch mehr fachexterne Berater, wenn sie mal was zum Rausschmeißen braucht?“ „Immerhin hat sie die richtigen Denkansätze.“ „Weil sie die steigenden Kosten kritisiert, die da auf die vielen kleinen Familienbetriebe in der Landwirtschaft zukommen.“ „Dann müsste man Fleischproduktion vielleicht eher im industriellen Maßstab denken.“ „Das kann sie ja.“ „Sie meinen, weil sie eh nur für die Industrie denkt?“ „Die Industrie meint, dass sie denkt.“ „Meint sie das nicht auch?“ „Naja, nur halt nicht maßstabsgerecht.“

„Haben wir wenigstens einen Kompromiss in Aussicht?“ „Die SPD muss wieder querschießen.“ „Was wollen die denn diesmal?“ „Dass geltendes Recht durchgesetzt wird.“ „So kommen wir ja auch nicht weiter.“ „Schlimm!“ „Dabei ist das unsere Zukunft!“ „Es wird dann ja sowieso erst nach der nächsten Wahl umgesetzt.“ „Also ohne die SPD.“ „Hoffentlich ohne Klöckner.“ „Wir haben zweimal Weltkrieg, die Wiedervereinigung, die Eurokrise und Corona ausgehalten, da werden wir doch…“ „Fällt Ihnen auf, dass die Einschläge langsam näher kommen?“ „Dann können wir es ja nur noch vom Markt regeln lassen.“ „Das wäre effektiver als ein Krieg.“ „Nein, durch genossenschaftliche Modelle zum Beispiel.“ „Das geht aber auch nicht von heute auf morgen.“ „Wenn die Regierung so arbeitet wie bisher, fangen die auch erst übermorgen an.“ „Und dann könnte man das alles rechtlich durchsetzen?“ „Dafür wäre dann wieder die EU zuständig.“ „Also niemand?“ „Wir machen nur die Finanzierung.“ „In dem Fall die Gegenfinanzierung.“ „Das sind dann aber natürlich Centbeträge.“ „Um die man auch jahrelang diskutieren kann.“ „Das darf aber nicht an den Verbrauchern hängen bleiben!“ „Regelt das nicht der Markt?“ „Grundsätzlich ja.“ „Wir könnten natürlich auch Subventionen an Umweltauflagen koppeln.“ „Das wäre schon unfair denen gegenüber, die sich nicht daran halten.“ „Also die Mehrheit.“ „Und der Klimaschutz?“ „Regelt den nicht auch der Markt?“ „Wir könnten ja die Preise durch mehr und nicht kontrollierte Subventionen…“ „Dann wird auch das Fleisch wieder billiger.“ „Und wird mehr gekauft.“ „So dass wir im Grunde den Markt damit geregelt kriegen.“ „Genial!“ „Vielleicht haben wir damit eine neue Exportquelle eröffnet.“ „Das ist ein guter Schachzug!“ „Aber die Zukunft!?“ „Welche Zukunft meinen Sie denn?“ „Vermutlich die, die Klöckner schon hinter sich hat.“





Finanzspritzen

8 09 2020

„… einen Untersuchungssausschuss vor der Hamburger Bürgerschaft einsetzen wolle. Bisher habe Scholz zu den Cum-Ex-Geschäften zwar alle Vorwürfe zurückgewiesen, auf der anderen Seite jedoch alles eingeräumt, was sich nicht mehr in…“

„… es keine rechtsfreien Räume gebe. Vielmehr habe der Bundesfinanzminister selbst durch ein Gesetz dafür gesorgt, dass die illegal erstatteten Zahlungen nur rechtmäßig in der Hand von…“

„… sehe die Hamburger SPD-Fraktion den Ex-Bürgermeister als entlastet an. Weder könne man einen Zusammenhang mit der HSH Nordbank noch Verstrickungen mit den G20-Krawallen als…“

„… den Deutschen Bundestag nicht in seiner Funktion als Kanzlerkandidat der SPD belogen habe, sondern als ehemaliger Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg. Da Scholz nun aber dieses Amt gar nicht mehr innehabe, fühle er sich nicht mehr in der Verantwortung für den…“

„… nicht auszuschließen sei, dass Scholz die Rückzahlungen zur Vermeidung einer drohenden Bankenkrise gestoppt habe. Möglich sei aber auch, dass die Privatbank selbst ohne Wissen des SPD-Bürgermeisters Verbindungen zum Fiskus…“

„… würden sich auch die Sozialdemokraten in ihrer Wahl des Kanzlerkandidaten bestätigt sehen. Scholz beweise durch seine Vergangenheit, dass er ebenso wie Friedrich Merz eine große Nähe zur Wirtschaft sowie erhebliche Kompetenz in der…“

„… dass von Warburg ein Berater instruiert worden sei, eine stringente Argumentation für die Steuerbehörde zu entwerfen. Dass die SPD nur auf Anweisung der Bank gehandelt haben könnte, trage bereits zur Entlastung der…“

„… die Spende an die Hamburger SPD rein zufällig kurz nach einer Wirtschaftsprüfung erfolgt sei. Leider habe die Partei kein Konto bei Warburg gehabt, so dass die Zahlung nur über einen…“

„… würden Kanzler üblicherweise erst nach der Wahl den Bundestag trotz erwiesener Tatsachen belügen. Die Sozialdemokraten seien fest davon überzeugt, dass dies nur für Scholz spräche, als Regierungschef die…“

„… die Bankberater von Steuererhöhungen abgeraten hätten, da zahlreiche Leistungsträger dann keinen finanziellen Spielraum mehr besäßen und dies die Versuchung für weitere Cum-Ex-Geschäfte oder andere…“

„… auch Finanzspritzen für weitere Vorhaben sammeln würde. Es sei daher nicht auszuschließen, dass ein weiteres Kohlekraftwerk in…“

„… sichere die Kanzlerkandidatur von Scholz der Partei auch große Stimmanteile im gehobenen Mittelstand, der nun nicht mehr auf die CDU als…“

„… habe Scholz zwei der drei Treffen mit dem Co-Chef von Warburg vergessen, da er durch die Lektüre einer Biografie von Helmut Kohl einen oder mehrere Blackouts im…“

„… trage man als Regierender Bürgermeister große Verantwortung für die Wirtschaft, vor allem, wenn eine Bank schon durch Rückzahlung illegaler Gewinne in eine gefährliche Schieflage zu geraten drohe. Scholz’ Amtsnachfolger habe sich durch sein beherztes Eingreifen für eine politische Karriere in höchsten Ämtern qualifiziert und werde damit…“

„… endlich wieder einen Spitzenkandidaten habe, der sich frühzeitig mit Machtpolitik befasse und mit epochaler Fähigkeit zum Aussitzen eine große Chance besitze, eine geistig-moralische…“

„… Teil eines langfristigen Plans sei. Scholz bereite eine Senkung der Wirtschaftskriminalität in der Bundesrepublik vor, die durch eine innovative Gesetzgebung in der SPD-geführten Regierung auf den niedrigsten Stand seit…“

„… ob es sich um einen verfassungsrechtlich umstrittenen Eingriff in die Abgabenordnung handele. Scholz weise jedoch darauf hin, dass nur sehr wenige Bürger von dieser Rechtsunsicherheit betroffen seien, so dass für die breite Bevölkerung zu keiner Zeit eine Gefahr bestanden habe, zu hohe oder steuerrechtlich problematische…“

„… hätte eine Rückforderung falsche politische Signale ausgesendet. Die Sozialdemokraten hätten immer wieder mit dem Vorurteil zu kämpfen, das Kapital aus Deutschland zu vertreiben oder wenigstens den Kapitalisten ihre…“

„… sei es für Scholz aber noch zu früh, sein Ehrenwort zu geben. Allerdings bestehe auch kein Zweifel daran, wer die Spenden an die…“

„… es erhebliche Schwierigkeiten gebe. Viele der Cum-Ex-Beträge seien inzwischen ausgegeben worden und könnten daher nicht zurückgefordert werden, was insgesamt wieder zu einer ungerechten Behandlung der…“

„… rücke die SPD grundsätzlich nicht von ihrem Spitzenkandidaten ab. Solange mit Scheuer und Klöckner Mitglieder der Bundesregierung jeden Standard unterlaufen können, gebe es keinen Grund für Scholz, sich als…“

„… auf einen strikten Sparkurs einstimmen werde. Der Bundesminister der Finanzen sehe nicht nur durch die Folgen der Corona-Pandemie die Notwendigkeit, soziale Errungenschaften auf den Prüfstand zu stellen und gegebenenfalls mehr Eigenverantwortung von den Bürgern zu verlangen, da Deutschland durch sinkende Steuereinnahmen mehr Instrumente zur Planungssicherheit für die Banken und den Handel…“





Gernulf Olzheimer kommentiert (DXXIX): Die Theorie der kulturellen Phasenverschiebung

28 08 2020
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Ein unverzichtbarer Inhalt der Ausbildung zum Jäger und Sammler war der professionelle Umgang mit der Keule, wie sie Ugas Vorväter schon mit einigem Geschick bedienen konnten. Dies umfasste Fertigung und Wartung des Gerät, den Einsatz und die dazu notwendigen körperlichen Fähigkeiten, die meist am Kleingetier trainiert wurden, bis sich zur Jagdprüfung der jugendliche Absolvent einzeln an die Säbelzahnziege wagen sollte. Überlebte er das Examen, und das war nicht ausgeschlossen, so gab es in den folgenden Tagen gleich noch schmackhaft zubereitetes Wildbret. Leider ging allmählich das Wissen um die Keulenjagd unter, obwohl sich noch immer alle Heranwachsenden ans Schnitzen und Ballern machten, um in der Sippe einen Platz als vollwertige Mitglieder zu erlangen. Nur war die Säbelzahnziege inzwischen rar geworden, der Löwe hatte es sich am Ende der Nahrungskette bequem gemacht und fand das Habitat der Hominiden recht wohnlich. Wobei ihn die Hominiden ein bisschen nervten, da sie alle paar Tage mit ihren albernen Keulen ankamen, Lärm machten und dann nicht einmal sättigten. Andere Bewohner des Landstrichs kamen irgendwann auf die Idee, das Jagdgerät an die Beute anzupassen und den vom Fischfang als geeignetes Instrument bekannten Speer auch zum Werfen zu benutzen. Uga aber dachte langsam und an der Problematik vorbei. Was nicht heißt, dass mit ihm die Theorie und Praxis der kulturellen Phasenverschiebung ausgestorben wäre.

Natürlich treibt der technische Fortschritt unsere Gesellschaft an. Täglich schwiemeln sich mehr oder wenige kluge Köpfe neue Erfindungen zusammen und schmeißen sie auf den Markt, um das Leben als solches schöner, bunter, sicherer oder wenigstens für andere weniger angenehm zu machen. Dabei zeigt jedoch die Geschichte, dass die Menschheit zuverlässig zu blöd ist, um damit auch umgehen zu können – in vielen Fällen ist unsere an Bedürfnisse voraufgegangenen Generationen angepasste Welt nicht geeignet, mit der Veränderung umzugehen. So fahren wir heute nicht mehr mit kleinen, wendigen Autos durch die Innenstädte, deren Planung und Bau meist Jahrhunderte her ist, der gemeine Depp walzt im Straßenpanzer durch enge Gassen und nervt mit dem ewigen Gejammer, dass er auf dem Parkplatz nicht mehr aussteigen kann, weil neben ihm dasselbe Monstermodell steht und das Öffnen der Fahrertür zwangsläufig Blechschäden macht. Ab und zu löst ein Krieg die Situation, dann bombt der ehemalige Wirtschaftspartner das historische Ensemble zu Schutt und ermöglicht den Neubau in kraftfahrzeuggerechten Dimensionen. Was so flink und praktisch erscheint, ist jedoch wegen der nicht nur angenehmen Nebenwirkungen unbeliebt und lässt sich auch politisch nur mühevoll durchsetzen.

Dabei wäre diese Lösung tatsächlich hilfreich, wenigstens in Form einer mittleren Katastrophe oder Revolution ist manches denkbar. Zog einst die Industrialisierung Arbeitskräfte zusammen und ließ sie in der Fabrik werkeln, so verharrt doch die Rolle der Frau noch heute im ausgelutschten Klischee als Gattin und Mutter, die zwar irgendwann wieder in den Beruf zurückkehren darf, aber höchstens in der Teilzeitfalle, falls sie überhaupt eine Betreuung für die Blagen bekommt und nicht alleinerziehend den Zorn der Selbstgerechten auf sich lenkt. Auch hier haben militärische Ereignisse die Einbindung der Frau in den Wirtschaftsprozess gefordert und stark beschleunigt, mit dem Ergebnis, dass das im Biedermeier eingekrustete Geschlechterstereotyp gründlich wegplatzte. Insofern wäre sicher eine von den Folgen des Klimawandels getriggerte Havarie ein gewaltiger sozialer Kipppunkt.

Dass wir noch nicht genug von der Gegenwart kapieren, um über die Zukunft urteilen zu können, zeigt der Kopfschrott, der in der aktuellen Krise zum Thema Digitalisierung aus den Luken quillt, hinter denen man Bildungsexperten vermutet, obwohl ihr intellektueller Output daran zweifeln lässt. Selbstverständlich erwarten wir von Kindern und Jugendlichen digitale Kompetenzen, um in der Arbeitswelt anzukommen, während gleichzeitig die pädagogischen Angebote auf dem Niveau von Kasperletheater herumdümpeln, sekundiert von der dünkelhaften Aggression gegen das Smartphone, das lediglich als Suchtfaktor betrachtet wird, oder E-Sport, den durchschnittliche Hobbypsychologen als sicheren Weg in den Terrorismus betrachten. So überzeugt sind wir von den Wundern, die uns die moderne Technik irgendwann bescheren wird, dass wir gar nicht daran denken, die Folgen der digitalen Revolution auf dem Arbeitsmarkt, in Medien und Industrie konsequent zu Ende zu denken. Es wird nicht mehr reichen, Megastores mit Gigaparkplatz auf die grüne Wiese zu klatschen, damit alle für ein Sträußchen Petersilie zehn Liter Diesel in die Luft pesten können. Früher oder später lässt sich ein nicht mehr zu ignorierender Teil der Konsumenten das im Netz georderte Zeug ins Haus liefern. Aber vielleicht ist das unrealistisch, weil wir schon jetzt in den Metropolregionen eine digitale Infrastruktur haben, die in manchem ostasiatischen Fischerdorf um Längen besser ist. Der Krieg findet nicht statt. Wir müssen uns etwas anderes überlegen.





Existenzminimum

24 08 2020

„… ein bedingungsloses Grundeinkommen als neoliberale Idee ablehne. Scholz werde den Umbau des Sozialstaates unter keine Umständen als…“

„… unter der Leitung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung ein Modellprojekt starte, das 120 Bürgern drei Jahre lang einen Betrag in Höhe von 1.200 Euro auszahlen werde. Eine von der SPD unterstützte Studie könne das langfristige Comeback der Partei bedeuten, auch wenn dazu einige bisher vertretenen Positionen vollständig …“

„… müsse es zunächst mehr Arbeitsplätze in Deutschland geben, damit der Mindestlohn angehoben werden könne. Nur so sei der Sozialstaat reformierbar, der durch niedrige Sozialleistungen durch Arbeit Bürgern eine echte Teilhabe am…“

„… würde bei einem garantierten Einkommen niemand mehr bei der Müllabfuhr arbeiten. Scholz werde demnach bei der kommenden Wahl für den Deutschen Bundestag mit dem Slogan Wir wollen keine Verhältnisse wie in Sizilien eine wesentliche…“

„… dass schon Pofalla, Althaus und Oettinger unabhängig voneinander das Grundeinkommen für finanzierbar erachtet hätten. Die SPD habe sich von diesen teils sozialistischen, teils linksradikalen Personen aus naheliegenden…“

„… müsse zunächst der Mindestlohn angehoben werden, damit es wieder mehr Arbeitsplätze gebe, weil nur dies den Bürgern bei gleichzeitig niedrigen Sozialleistungen Anreize gebe, sich um Jobs zu…“

„… eine Gruppierung innerhalb der Partei klargestellt habe, dass es der Wahlkampfleitung nur um die vollkommen überzeugten Wähler gehe, dass die kategorische Ablehnung älterer SPD-Kader auch auf freiwilliger…“

„… werde nach Überzeugung fortschrittlicher sozialdemokratischer Arbeitsmarktexperten die Digitalisierung viele bisherige Berufe überflüssig machen, was zur Folge habe, dass nicht mehr genug Steuerzahler zur Finanzierung eines…“

„… könne Scholz natürlich nicht wissen, ob sich die Arbeitgeber gemeinsam auf eine möglichst langfristige Lohnkonstanz einigen würden. Diese würde zwar den sozialdemokratischen Prinzipien entsprechen, könne aber nur mit fiskalischer…“

„… sei das BGE in der Corona-Krise auch als zeitlich befristete Hilfe für Selbstständige und Freiberufler diskutiert worden. Scholz müsse aber als Finanzminister dagegenhalten, dass der Staat sich in absehbarer Zeit nicht noch eine Pandemie leisten könne, um eine derartige Umverteilung von Einkünften zu den…“

„… möglicherweise nicht für den Konsum, sondern für die Altersvorsorge verwendet werde. Diese mögliche Zweckentfremdung widerspreche jedoch der Idee eines Grundeinkommens, wie es die SPD in ihrem…“

„… nicht von der FDP oder der CDU mitgetragen würde, was für Scholz eine Koalition nicht nur erschweren, sondern möglicherweise auch als fast unmöglich…“

„… sei ein Betrag von 1.200 Euro nicht einmal geeignet, um durch ungedeckte Leerverkäufe oder missbräuchliches Dividendenstripping den Fiskus so nachhaltig zu betrügen, dass man von den Einnahmen ein Existenzminimum im Sinne des…“

„… und als neoliberal bezeichnet habe, da ein Grundeinkommen die Fortführung der bisherigen Marktwirtschaft voraussetze. Die SPD fordere aber eine sozialistische Alternative, die Arbeiter so gut bezahle, dass diese sich eine Villa im Tessin und einen eigenen…“

„… zwar korrekt sei, dass der Markt auch das Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage regle, doch habe die SPD sei 1998 den Anspruch, den Arbeitsmarkt durch die Politik regeln zu lassen, die ihrerseits auf Zuruf der Wirtschaft einen…“

„… befürchte, dass bis zu sieben Milliarden Menschen einwandern würden, da sie spätestens als Asylbewerber einen Anspruch auf das bedingungslose Grundeinkommen geltend machen könnten. Für derartige Menschenmassen sei der Verwaltungsapparat nicht ausgelegt, so dass es zu massiven Fehlern in der Auszahlung des…“

„… seien bisher sämtliche Feldversuche mit bedingungslosen Lohnersatzleistungen nach ihrem Ende wieder in den ursprünglichen Verhältnissen aufgegangen, so dass ein neuerlicher Versuch mit der Gesamtheit der anspruchsberechtigten Bürger von vornherein zum…“

„… rechne Scholz bei einem BGE mit einer steigenden Zahl von Unternehmensgründungen, von denen jedoch viele nicht überleben würden. Eine wachsende Zahl von Insolvenzen schädige die Reputation des Wirtschaftsstandortes Deutschland allerdings so nachhaltig, dass nur durch eine Senkung der Unternehmenssteuern, die dann wieder für geringere Einnahmen im…“

„… werde sich die SPD nicht vor der Wahl in ideologiekritische Grundsatzdiskussionen begeben, um den Horizont ihres Kanzlerkandidaten zu verringern. Im neoliberalen Sinne sei ‚neoliberal‘ mehr als neoliberal und müsse daher als …“

„… strebe der Kanzlerkandidat neben dem Abbau der Staatsverschuldung und erheblichen Steuersenkungen für das oberste Einkommensdezil nicht auch noch eine Verbesserung der allgemeinen Befindlichkeit der Bürger an. Dies könnten im Falle einer Koalition die CSU beziehungsweise die…“

„… lehne Scholz auch den Borkenkäfer, Handcreme, dunkelrote Kleinwagen, Sojafleisch, Blasmusik im Freien sowie den Grönlandstrom ab und werde diese innerhalb der ersten hundert Tage seiner Kanzlerschaft mit allen Mitteln…“





Personalkosten

11 08 2020

„Das hat Sie überrascht? also das überrascht mich jetzt aber. Dass Sie das überrascht hat. Wir haben den Mitarbeitern doch ganz deutlich gesagt, dass sie für uns unverzichtbar sind. Jeder einzelne Mensch ist für uns systemrelevant, wirklich. Nur die Löhne halt nicht, oder überrascht Sie das auch?

Dass die Löhne bei uns im Einzelhandel in den letzten zehn Jahren real gesunken sind, das liegt am gesellschaftlichen Trend. Wir können ja auch nicht einfach so die Löhne anheben, da wir sonst die Nachfrage nach unseren gesellschaftlich und auch marktmäßig relevanten Jobs schwächen würden. Sie wissen doch, wie das in der Pflege ist: da gibt es auch keine zu hohen Gehälter, teilweise sind die mit Zulagen, die dann nicht gezahlt wurden, oder mit den Boni, die man hat ausfallen lassen, dadurch sind die Personalkosten dann auf einem konstanten Niveau gehalten worden. Und die Zahlen der beschäftigten Mitarbeiter eben auch. Denn stellen Sie sich das mal vor, die hätten die Gehälter einfach mal so angehoben. Man hätte den Pflegekräften ja signalisiert, dass die gar nicht systemrelevant seien, weil die das am Ende nur fürs Geld machen. Das wäre in höchstem Maße unfair, und so wollen wir im Einzelhandel unsere Tarifpolitik gar nicht erst anfangen.

Wir haben durchaus stabile Umsätze, das ist korrekt. Einerseits die Hamsterkäufe, das war für uns eine erhebliche Stärkung, und dann haben die Kunden seit der Senkung der Mehrwertsteuer auch sehr viel mehr bei uns gekauft, was sie sonst nicht gekauft hätten. Wir müssen die Senkung nicht aus eigener Tasche bezahlen, aber für uns ist sie ein hervorragender Werbeeffekt. Dass einige Händler den Kunden darüber hinaus noch höhere Rabatte gewähren, das ist Marktverzerrung, aber das halten wir aus. Unsere Mitarbeiter können ja gerne bei denen einkaufen, wenn es ihnen bei uns im eigenen Laden zu teuer ist.

Auf der anderen Seite müssen Sie beachten, dass wir durch die Umstellung auf niedrigere Steuersätze einen erheblichen Mehraufwand an Personal hatten, der unsere Kosten nach oben treibt. Würden wir jetzt noch mehr Mitarbeiter einstellen, die dann auch genau wissen, dass es sich um einen Job mit viel Stresspotenzial handelt, dann müssten wir die Löhne auch anheben – das kann man den Mitarbeitern nicht zumuten. Wo bleibt denn da die Lohngerechtigkeit? Wenn wir jetzt Mitarbeitern, die Mehrarbeit geleistet haben, die Vergütung dafür wegnehmen würden, die ja eigentlich der Erhöhung der Löhne entspricht, dann wäre das letztlich auch schon Betrug, und dann würden wir keinen mehr finden, der uns bei Mehrarbeit unterstützt, und das wäre kein gutes Signal für andere Einzelhändler.

Außerdem müssen Sie hier das Prinzip der situationsangepassten Lohnzurückhaltung immer auf dem Schirm haben. Wenn eine Rezession droht, will man die Ausgabenseite unter Kontrolle haben, damit man nicht in die roten Zahlen kommt, wenn es dann auf dem Tiefpunkt zu hohe Lohnkosten sind im Vergleich zu den anderen Posten, die Sie für ein laufendes Geschäft berücksichtigen müssen. Wenn dann die Umsätze langsam wieder steigen, wenn sich dann der Aufschwung ankündigt, dann muss man doppelt vorsichtig sein, weil jetzt jede Gehaltserhöhung die Chancen auf dem Markt wieder zerstören kann, weil die Kapitalbasis nie angegriffen werden darf. Und wenn Sie auf dem Höhepunkt sind, voll im Boom – das weiß ja jedes Kind, da ist es unmöglich, die Löhne zu erhöhen, weil es viel zu wenige Arbeitskräfte gibt, und da der nächste Abschwung schon am Horizont drohen könnte, wäre es ja geradezu Wahnsinn, den Leuten mehr zu zahlen als unbedingt nötig.

Und betriebswirtschaftlicher Unsinn ist es auch, aber das wissen Sie ja. Wir haben schließlich eine Verantwortung für den Markt, und gerade wir im Einzelhandel sollten uns dessen immer bewusst sein. Wir kalkulieren nach dem Minimalprinzip: so wenig wie möglich ausgeben, damit wir den Vorteil auch weitergeben können. Das sichert Marktanteile, und damit ist es auch sozial verantwortlich, weil es Arbeitsplätze sichert. Kommen Sie noch mit? Ein Beispiel: wir können die Verkaufspreise für Fleisch nicht beliebig gestalten, weil wir da nicht genügend Kontrolle haben, deshalb müssen wir einen Teil der Kontrolle abgaben an die Produzenten. Wie die ihre Ware erzeugen, das entzieht sich letztlich unserer Kenntnis, deshalb können wir das ja auch nicht kontrollieren. Vermutlich haben die da ihre eigene Kalkulation, aber uns geht das gar nichts an, wir brauchen dann eben nur den Preis für das Produkt, und da setzt dann unsere eigene Betriebswirtschaft an. Wenn wir den Preis nicht optimieren können, dann gefährden wir Arbeitsplätze, und letztlich werden wir damit unserer sozialen Verantwortung nicht mehr gerecht.

Das ist ja auch alles ganz schön, wenn sich die Politik hier einmischen will und wenn sie einen allgemeinen Tarifvertrag für den Einzelhandel fordert, aber Sie müssen bedenken, wir haben einen durchaus funktionsfähigen Markt, unsere Branche ist stark, zum Teil sind unsere Börsenkurse gerade extrem stabil, wenn wir uns gerade konsolidieren müssen, und dann müssen Sie auch an die Zukunft denken, denn wir brauchen auch für andere Lagen noch ausreichend Mitarbeiter, damit wir den Markt versorgen können, ob mit Pandemie oder ohne. Da müssen Sie als starke Branche auftreten und den Bewerbern sagen können: unsere Jobs sind so systemrelevant, dafür gehen Kunden sogar auf den Balkon und klatschen. Oder was meinen Sie, wie man so einen Konzern in die Gewinnzone führt?“





Mechanische Lösung

10 08 2020

„… habe Deutschland immer noch einen viel zu großen Nachholbedarf bei der IT-Ausstattung der Unternehmen. Altmaier wolle daher durch eine temporäre Stärkung der Schreibmaschine als…“

„… allen Überlegungen zur Digitalisierung zuwiderlaufe. Auch der Deutsche Industrie- und Handelskammertag sehe keine Vorteile in der…“

„… dass die Deutschen die Schreibmaschine als mutigen Impuls verstünden, der auch bei der nicht ausreichenden Netzabdeckung funktionieren könne. Zugleich wolle das Bundeswirtschaftsministerium durch einen Kreativwettbewerb die Nutzung der Übergangstechnologie für neue und…“

„… große Fehler gemacht worden seien. Die Bundesregierung freue sich daher ausdrücklich, dass nun durch eine ergebnisoffene Diskussion die bereits seit 2005 anvisierten Ziele für eine stärkere Anbindung an die weltweiten Standards im…“

„… der Schreibmaschinenmarkt nicht mehr vorhanden sei. Um den Absatz zu fördern, müsse es mehr verpflichtende Kurse im Tastschreiben geben, die auch auf die speziellen Eigenschaften einer rein mechanischen Maschine beim…“

„… offen sein müsse für neue Entwicklungen. Habeck erkenne zwar keinen Vorteil für die IT-Infrastruktur, wolle sich aber den Plänen in einer schwarz-grünen Koalition nicht verweigern, wenn die Schreibmaschinen weitgehend klimaneutral und unter hinreichend guten ethischen Standards im…“

„… auch Scholz zur Lösung der anstehenden Probleme beitragen wolle. Mit einer einmaligen Sonderabgabe in Höhe der halben Mehrwertsteuer auf alle Halbleiterprodukte könne man eine Stützung der deutschen Schreibmaschinenindustrie erreichen, so dass sich mindestens ein Hersteller als börsennotiertes Unternehmen mit einer größeren Gewinnausschüttung an die Anteilseigner wieder in der positiven Entwicklung des…“

„… sehe die Bundesregierung auch eine Chance in der Schreibmaschinenfertigung, schnell viele tausend Arbeitsplätze zu schaffen für Menschen, die nicht in der Pflege bleiben wollten. So komme die deutsche Wirtschaft gestärkt aus der Krise und könne sich für eine weitere…“

„… erste Ergebnisse der internationalen Runde bestätigt worden seien. China könne sich vor allem auf die Fertigung und die Reparatur mechanischer Schreibmaschinen spezialisieren und biete daher der EU langfristige Konditionen ab, die auch die Teilhabe an Produktinnovationen umfasse. Altmaier habe sich zuversichtlich gezeigt, dass durch die Außenhandelsbeziehungen bald auch wieder mehr Exporte für die…“

„… aber kontrovers diskutiert werde, ob die elektrische Schreibmaschine vertretbar sei. Während Habeck sich für einen größeren Anteil an regenerativen Energien ausspreche, wolle Altmaier die vom Preisanstieg bei fossilen Brennstoffen verursachten Kosten durch Einsparen bei den Privathaushalten dämpfen, so dass mechanische Lösungen sich als effektiveres…“

„… die restliche Kohle recycelt werden könne. Mit etwa hundert Blatt Durchschlagpapier pro Monat könne eine durchschnittliche Maschine die zusätzlichen Subventionen für die…“

„… einen Deal befürworte, solange die Partner zur Fertigung deutschen Stahl verwenden würden. Die Einfuhr könnte im Gegenzug um bis zu…“

„… die Anbindung ländlicher Regionen für die Wirtschaft zu verbessern. Durch Schreibmaschinen seien nun auch preiswerte Gewerbeflächen ohne Stromanschluss möglich, die eine…“

„… noch nicht genau verstanden habe, was die Problematik sei, aber bis zum Ende der Legislatur ein Strategiepapier vorlegen wolle, in dem die Ziele der Digitalisierung durch die wasserstoffbetriebene Schreibmaschine festgeschrieben würden. Scheuer wolle mit weniger als 600 Millionen Euro eine…“

„… als flankierende Maßnahme Nasskopierer in die Betriebe bringe. Amthor habe der Kanzlerin ein Konsortium vorgeschlagen, das hochmoderne Geräte mit Datenanbindung an sämtliche…“

„… und sehr große Potenziale für maßgefertigte Schreibmaschinen erkenne, die individuell an den Bedarf des Kunden angepasst würden. Altmaier habe dies als Modellprojekt für die Industrie 4.0 im Auge und könne sich einen sehr erfolgreichen…“

„… durch die Entwicklung einer lückenlosen Infrastruktur die Innovationen von selbst einstellen würden. Karliczek wolle ein nationales Netzwerk von Schreibmaschinenreparaturbetrieben zur Sicherung der wirtschaftlichen Handlungsfähigkeit in sämtlichen…“

„… erwartet die Wirtschaft Kostensenkungen, die beispielweise durch den Austausch alter EDV durch moderne Schreibmaschinen und eine…“

„… werde eine schreibmaschinentechnische Ausstattung der deutschen Wirtschaft angepeilt, die die Voraussetzungen für die Digitalisierung in der Fläche schaffe. Dann könne die …“

„… ob eine preiswerte Schreibmaschinen-App, die auf den meisten Smartphones laufe, auch für den mobilen Gebrauch gebraucht werden könne. Da dann nur einzelne Dokumente und nicht ein ganzer Datenträger transportiert werden müsse, könne der Austausch von Informationen sehr viel…“

„… von den Unternehmen nicht wie erwartet angenommen werde. Die Bundesregierung wolle stattdessen zunächst mit der Einführung von Flugtaxis in die…“





Gernulf Olzheimer kommentiert (DXXVI): Kapitalistischer Eskapismus

7 08 2020
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Früher, als die Gummistiefel noch aus Holz waren, da schien jene unlösbare Verbindung von Religion und Gesellschaft noch sinnvoll zu sein; wer mühselig und beladen war, und das waren eben alle, suchte Erquickung im Glauben, wo sich die unfreundliche Realität ein Stück weit ausblenden ließ. Zwar hält sich der Unterhaltungswert von zwanzig Rosenkränzen für Durchschnittspersonen ohne ausgesprochene Leidensbejahung in engen Grenzen, doch schon die Heilige Messe mit Brot und Wein, Weihrauch und Georgel stärkte die Kraft der Menschen, in einer Welt voller Sünde und miserabler medizinischer Versorgung vor der Erfindung von Flaschenbier und Streamingdiensten den notwendigen Beitrag zur Erhaltung weltlicher Güter im Dienste der Obrigkeit zu leisten. Uns geht es vergleichsweise gut, wir haben Flaschenbier und Streamingdienste, zahlen Steuern, statt den Zehnten abzugeben, und befinden uns trotzdem in einer eher noch mieseren Lage. Die Religion hat sich in die Transzendenz verkrümelt, das System verspricht so gut wie jedem irdisches Heil, wo er nur gewillt ist, dafür anderen eins aufs Maul zu geben, und nur die Ewigkeit ist geblieben, dummerweise in Gestalt des Hamsterrades, dem Sinnbild des Kapitalismus. Was aber hält uns heute so leidensfähig?

Das Flaschenbier ist es nicht, da abgesehen von ein paar aufgekratzten Werbespots keiner das Zeug zum Objekt unserer existenziellen Träume macht. Wir haben aus unseren affektiven Bedürfnissen, aus der Suche nach Entspannung und Ablenkung, einen Hochleistungssport gemacht, der selbstverständlich den Gesetzen des Marktes genügt: immer die beste Gelegenheit suchen, das Minimalprinzip verfolgen, und alles außer uns ist Feind. Wenn wir uns schon zu Tode amüsieren müssen, dann soll es wenigstens erfolgreich sein. Was uns integriert, Identifikation und Selbstfindung gibt, ist nur Nebenwirkung der hektischen Suche nach emotionaler Erregung, die erst mit dem Übergang zur Biomasse jäh abbricht, weil wir die Endlichkeit begreifen. Aber begreifen wir denn überhaupt die Wirklichkeit davor?

Wo uns die Conditio humana mit voller Wucht einholt, breitseitlich trifft und aus der Bahn kegelt, bemerken wir, dass die apokalyptischen Reiter noch immer munter ihre Runden drehen. Technisch sind wir inzwischen imstande, den Planeten mehrfach in die Luft zu jagen, wenn nicht zuvor aus klinischer Beklopptheit heraus unsere Art die erste ist, die sich zielgerichtet selbst ausrottet, weil sie ihre religiösen Fantasievorstellungen hier auf Erden verwirklichen will – der Kapitalismus ist die Religion geworden, die sich den Nachwuchs in den Gierschlund stopft, und also kann sie nicht mehr als teils sinnvolle, teils ins Absurde entlastende Gegenwelt der materiellen Gesellschaftsordnung dienen, sondern nur noch sich selbst auf sich selbst beziehen, womit dann auch die Identifikation brüllend an die Wand fährt, wo der ganze Rest schon herunter rinnt. Selbst da, wo der große Grauschleier der Langweiligkeit das Sein in unerträglich breiigen Stumpfsinn verschwiemelt, bleiben nur noch Entfremdung und Angst, die im Rausch weggeshoppt werden, im perpetuierenden Partymarathon über die Klippe stolpern, auf der Flucht vor der Flucht rund um den Globus fliegen und immer neue Fluchtpunkte suchen, bis wir mit touristischen Mitteln den Rest der Umwelt erledigt haben.

Sehnt sich der Realitätsallergiker nach Katharsis im Sinne der Tragödie oder einfacher Regeneration, wie sie eine Woche Malle im Ethanolkoma en passant erledigt als Fußtritt in den Resetknopf? Ist Gleichgewicht von intelligenzabstinenter Duldung der Istzeit und idealtypischer Traumwelt mit oder ohne Hilfsmittel aus der Drogenküche ein guter Weg, auch wenn ihn die obersten Zehntausend für sich behalten? Harmonisieren wir uns gerade zu Tode, um den Boden unter den Füßen zu finden, damit die Würg-Life-Balance Balance uns nicht versehentlich den Magen umkrempelt? Oder ist der Schmodder doch nur verzweifelte Reaktion auf den Triebstau, den Priester der Betriebswirtschaft in uns erzeugt haben, als sie drakonische Strafen für die Steuerhinterzieher unterhalb der Armutsgrenze mit Notwehr gegen den Staat für Steuerhinterziehung oberhalb der Milliardengrenze verteidigten, weil man den Stumpfstullen stets vorturnen muss, dass sie als Opfer der intellektuellen Raumkrümmung nicht in ihrer eigenen Blödheit gefangen sind, sondern in den taktischen Grenzen des Systems?

Was auch immer sich hier anstaut, es sucht nach einem Ventil. Dies Virus hat uns nur angezählt, das nächste ebnet ein, was die Flut an Zivilisation nicht mehr beseitigen wird. Religionen mögen noch Heil versprechen, solange es keiner Marktanalyse nach Verbraucherzufriedenheit unterzogen wurde, doch der Kapitalismus kann mit Freiheitsversprechen, die nur Narkose von der Sklaverei meinen, nicht viel erreichen. Wir wären gerne Kapitalisten, uns fehlt nur das Kapital, weshalb eine Ersatzreligion mit der Option auf Mitmachgerede so kläglich versagt. Die alten Vorstellungen hatten noch eine Gemeinschaft der Heiligen, quasi das Zwei-in-eins-Produkt der virtuellen Spiritualität. Welcher Knalldepp gibt das für den sozialen Vollkollaps aus?