Abschwung

2 02 2023

„Sie müssen mir die Zahlen nicht erklären, ich habe auch Augen im Kopf. Uns geht’s richtig beschissen, und wie beschissen es in Zukunft, will ich gar nicht wissen. Die Wirtschaft kollabiert in Zeitlupe, alles schrumpft, und wir wissen immer noch nicht wem, wem wir die Schuld in die Schuhe schieben sollen.

Natürlich wissen wir, dass wir uns das selbst eingebrockt haben, aber das will niemand hören. Irgendein Wahlkampf steht uns immer bevor, die Bundesregierung können wir nicht verantwortlich machen, obwohl das so schön einfach wäre, und nun müssen wir uns eine Erklärung aus den Fingern saugen. Wenn wir wenigstens so eine Aktion wie den Brexit gemacht hätten, dann wäre das jetzt eine einfache Nummer, und mit etwas Glück könnte man die Leute dazu motivieren, weiter fröhlich in die Rezession reinzulaufen. Aber wir haben einfach nur das gemacht, was wir immer machen. Gar nichts.

Wir haben die Energiewende sauber verrissen, das lässt sich nicht verleugnen, genauer gesagt: wir haben zugesehen, wie diese korrupte Fettsau von einem Wirtschaftsminister sich daran bereichert hat, die deutsche Solarindustrie zu vernichten, damit ein paar Millionäre noch höhere Boni einstreichen. Die Energiepreise gehen durch die Decke, blöderweise hat das nichts mit dem Krieg zu tun, weil wir mehr Strom produzieren, als wir verbrauchen können, eigentlich müssten wir es uns einfach machen: der Russe ist schuld, weil die meisten Wähler meinen, alle Energiepreise müssten irgendwie aneinander gekoppelt sein, notfalls ist es der Chinese, der uns zwingt, diese teuren Solarpaneele zu kaufen, weil die Bundesregierung sogar dann Atomkraftwerke abschalten lässt, wenn die Betreiber sie gar nicht weiter laufen lassen wollen. Sie merken schon, es ist verzwickt. Normalweise würde man spätestens hier irgendwie linke Chaoten zur Hauptursache des Übels erklären, weil ständig Lösungen haben, statt zu erklären, wie schlimm alles ist. Aber irgendwie verfängt das nicht.

Sie denken ja wieder viel zu kompliziert. Wenn wir zum Beispiel den Fachkräftemangel betrachten, sehen wir, dass wir schon zu wenig Auszubildende in den Betrieben haben, was auch daran liegt, dass wir zu wenig Jugendliche mit Schulabschluss haben und zu wenig Jugendliche, deren Schulabschluss in den Betrieben noch als gut bewertet wird, weil in den Schulen keine vernünftige Bildung vermittelt wird, weil wir zu wenig Lehrer haben und das Geld kostet. Bis Sie das im Wahlkampf erzählt haben, ist den Leuten das Gesicht eingeschlafen. Sie müssen das nicht erklären, Sie müssen einen Schuldigen für die Sache ausmachen, am besten einen, der sich nicht wehren kann, also sagen Sie, dass diese faulen Arbeitslosen schuld sind, weil die sich absichtlich in den letzten zwanzig Jahren nicht vom Maurer zum Chirurgen haben weiterbilden lassen, damit sie sich jetzt vom Bürgergeld Kaviar und Champagner kaufen können. Klar ist das von vorne bis hinten gelogen, aber eben nicht viel zu kompliziert.

Man könnte auch den einfacheren Weg gehen und das tun, was unsere politischen Freunde in so einer Lage immer tun. Den Ausländern die Schuld geben, Asyl als Grundrechtsmissbrauch bezeichnen und schnellere Abschiebungen fordern. Dann haben wir immer noch keine Fachkräfte, und die, die wir zur Einwanderung motivieren wollen würden, die würden gar nicht mehr wollen. Das ist rhetorisch natürlich ein Balanceakt, wenn man egoistische Ausländer beschimpft, die aus rein wirtschaftlichen Gründen gar nicht mehr nach Deutschland kommen wollen, dass die damit vorsätzlich den Abschwung herbeiführen wollen. Man müsste mal probieren, ob da eine Drohung helfen würde, dass wir die gar nicht mehr reinlassen, wenn die Wirtschaft sich wieder erholt haben wird. Der Deutsche hat ja gerne Angst, vor allem und jedem, aber ob das bei den Ausländern auch wirkt?

Ich sage doch, Sie haben das nicht verstanden. Sicherlich gibt es wissenschaftliche Studien, die den Rückgang der Wirtschaft als unerlässliche Voraussetzung ansehen, wenn wir das System auf einer ökologisch-sozialen Basis reformieren wollen. Wachstum von weniger als einem Prozent pro Jahr als vernünftig zu betrachten und am Ende auch noch positive Effekte daraus zu ziehen, das wäre ja Framing, und das geht gar nicht. Sie können das den Leuten schon erzählen, und wenn Sie Glück haben, verstehen sie es auch und finden das sogar noch gut. Aber die meisten würden doch denken, wir machen jetzt einfach gar nichts mehr, also so wie immer schon, und dann wird alles gut, aber es wird eben nicht gut, wenn es irgendjemanden gibt, der daran schuld ist, dass es eben nicht gut wird. Haben Sie das jetzt verstanden? Sie denken eben nicht kompliziert genug.

Es ist ja so, dass wir innovative Technologien halt komplett verpennt haben. Und weil wir jetzt eine ganz neue, freiheitsorientierte Politik haben, die auf Potenziale setzt und nicht auf Verbote, deshalb machen wir jetzt das, was wir immer schon gemacht haben, nur eben so, wie wir das noch nie getan haben. Früher haben wie wir die innovativen Technologien nicht gefördert und stattdessen nichts getan, jetzt tun wir überhaupt nichts mehr und sind total davon überzeugt, dass irgendwann innovative Technologien erfunden werden, und dann werden wir gar nichts mehr tun müssen. Das ist eine sehr gute Perspektive, denn dann werden wir gar nichts mehr tun müssen. Wie das diese faulen Arbeitslosen mit ihrem Bürgergeld jetzt schon tun. Und das ist dann gut, weil es so schlimm ist, und irgendjemand wird daran schon schuld sein. Das kapieren dann auch die Wähler. So kompliziert ist das ja nicht.“





Energiemanagement

16 01 2023

„… die Stromversorgung des Freistaates nicht mehr sichergestellt werden könne, solange sich die CSU-Regierung weigere, dem Bau einer Nord-Süd-Trasse zuzustimmen. Die Verwendung von Flächen in der Münchener Innenstadt sei unumgänglich, um einen Windpark von geeigneter Größe und Leistung innerhalb der vorgesehenen…“

„… mit scharfem Protest begegnet sei. Söder werde das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts auf keinen Fall umsetzen und notfalls bis nach Karlsruhe gehen, um die Recht des bayerischen Volkes gegen die linkslinke Bundesregierung zu…“

„… sich das Heimatministerium in den Jahren zuvor vor allem um den Erhalt des ländlichen Raums gekümmert habe. Der Aufbau von Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien könne demnach nur in den Städten, allen voran in der Metropolregion als am besten geeigneter…“

„… unsinnig sei, da die Richter von Energiesicherheit keine Ahnung hätten. Aiwanger habe selbst festgestellt, dass aus den Steckdosen rund um die Uhr ausreichend elektrischer Strom fließe, den man lediglich dem Netz entnehmen und speichern müsse, um die Versorgung anderer bayerischer Haushalte oder Wirtschaftsbetriebe mit der notwendigen…“

„… könne sich der Freistaat nicht aus dem vom Bundesverwaltungsgericht verfügten Erlass herauskaufen. Das von Dobrindt angeregte Bauprojekt von zehn neuen Kernreaktoren, die zunächst ohne spaltbares Material ans Netz gehen und schnellstmöglich zu Fusionskraftwerken umgerüstet werden sollten, werde die Situation nicht verbessern, da als Ausweichstandorte für das atomare Endlager eine Fläche im Erdinger Moos, in Schwabing oder der angrenzenden…“

„… könne die CSU nicht ausschließen, dass die Folgen eines so großen Flächenverbrauchs in der City nicht schwerwiegende Folgen für das Klima und die Gesundheit der Bevölkerung haben würde. Die Regierung verstehe sich als Verteidiger des Volkes und warne vor dem Infraschall, der noch weit bis nach Baden-Württemberg und bis ins…“

„… als schweren Eingriff in die Seele des Bayernlandes bezeichnet habe. Söder werde eine Massendemonstration am Karlsplatz zum Erhalt der historischen Bausubstanz anführen und rechne mit mehreren Millionen Bürgerinnen und Bürgern, die sich dem kapitalistischen Diktat der BRD GmbH und ihrer Handlanger in den Energiekonzernen mit entschiedenstem…“

„… die Christsozialen wenigstens den Englischen Garten erhalten wollten. Die Verträge müssten umgehend geprüft werde, ob es aus betriebstechnischen Gründen möglich sei, dort einen Biergarten einzurichten, um eine der Hauptfunktionen der Landeshauptstadt zu…“

„… das Abbaggern der Frauenkirche für eine ebene Fläche keinen Hinderungsgrund darstelle. Einerseits werde das Erzbistum München und Freising im Nachgang finanziell entschädigt, wenn sich herausstellen sollte, dass die Kirche angesichts der hohen Dichte an Sakralbauten im Weichbild der Landeshauptstadt überhaupt noch vonnöten gewesen sei, andererseits seien Kirchen in anderen Bundesländern schon aus viel geringeren Gründen durch die Räumungstrupps der…“

„… insgesamt dreißig Mitarbeitende der Staatskanzlei erschienen seien, die auf eine dienstliche Weisung hin während ihrer Arbeitszeit mit Transparenten, auf denen sie die Gefahren von Windrädern für den Vogelbestand und die…“

„… sich für die Bundesnetzagentur die Diskussion, ob der Freistaat durch ein besseres Energiemanagement und die Erzeugung von Elektrizität aus Pumpspeicherkraftwerken im Alpenvorland die Errichtung des Windparks abwenden könne, als müßig darstelle. Der Abriss der Landeshauptstadt sei eine idiotische Idee und werde im Ausland als Ausdruck nicht fassbarer Dummheit aufgenommen, beruhe aber auf einer rechtskräftigen Gerichtsentscheidung und könne deshalb nicht mehr…“

„… auch die Theresienwiese vollständig für die Energiegewinnung genutzt werde. Nach Aussage des Landespolizeipräsidenten erhoffe man sich davon vor allem einen erhebliche Rückgang der Kriminalität, die durch den jährliche Drogenkonsum während des…“

„… dass die Räumung der Ortsteile Bogenhausen und Laim unmittelbar bevorstehe. Die Einsatzleitung, die die E.ON-Tochter Bayernwerk AG aus organisatorischen Gründen von der Bereitschaftspolizei durchführen lasse, sei durch sämtliche im Polizeiaufgabengesetz genannten Maßnahmen flankiert worden, so dass es neben zahlreichen nur leicht verletzten Bewohnern auch eine große Anzahl an…“

„… rufe des Bundesminister für Wirtschaft und Klimawende zur Vernunft auf. Selbstverständlich werde Deutschland als Ganzes durch die Planierung von München viel mehr gewinnen als verlieren, da die Bauwirtschaft eine große Anzahl an befristeten Jobs schaffe und sich mit der Betreibergesellschaft der Großwindanlagen ein Player am internationalen Aktienmarkt etablieren werde, der viele Investoren anlocke und den Wirtschaftsstandort erheblich…“

„… schwere Verletzungen durch gezielte Tritte ins Gesicht erlitten hätten. Da sich Söder und Dobrindt auf dem Odeonsplatz auf der Fahrbahn festgeklebt hätten, um den herannahenden Baufahrzeugen den Zufahrtsweg zu versperren, müssten sie im Falle einer Verurteilung mit Haftstrafen von…“





Kassenmonster

20 12 2022

„Fiebersaft 2018, Fiebersaft, Fiebersaft, höre ich zehn Ibu 600, zehn Stück, zwanzig, zwanzig zum erstem, zum zweiten und zum… dreißig Ibu 600, dreißig, vierzig, vierzig zum erstem, zum zweiten und zum… dritten! Glückwunsch an die Dame mit dem Kleinkind!

Das ist ja nur eine Möglichkeit, aber ich finde das super. Sie sehen ja, mit welcher Begeisterung die Menschen diese Auktionen annehmen, zum Teil haben wir mehr Angebote als Versteigerungen, aber bei bestimmten Arzneimitteln müssen wir nehmen, was man kriegt. Vier Jahre drüber, da kann man den Fiebersaft noch verwenden, wenn die Flasche gut verschlossen ist und das Zeug noch nicht ausflockt. Die Leute dürfen ruhig ein bisschen mehr Vertrauen haben, an der Imbissbude kratzt sie das auch nicht.

Nun ist der private Handel mit apotheken- oder verschreibungspflichtigen Medikamenten untersagt, eigentlich – aber schauen Sie, wir haben nun mal den Trend zur Erlebnisgesellschaft, wir haben die Eventgastronomie, Sie können überall Gutscheine kaufen für Bergklettern und Bungee, ob die dann auch eingelöst werden, ist ja nicht mein Problem. Wenn man nun Schmerzmittel im emotionalen Ausnahmezustand kauft, setzt das gleich positive Gefühle frei. Man kann sein Schicksal selbst in die Hand nehmen, ob man das jetzt überlebt, ist wieder eine andere Frage, aber wenn Sie hinterher noch in der Lage sind, sich an irgendwas zu erinnern, dann haben Sie wenigstens etwas, an das Sie sich noch lange erinnern werden.

Und jetzt das ganze Paket Parkinson Plus für tausend Euro, ich pack da noch Neuroleptika drauf, verdienen tu ich da nix mehr, und hundert ASS und hundert Halstabletten von Opa noch, und ich muss verrückt sein, diese Krankenhauspackung Binden, originalverschweißt, tausend Euro!

Das mit den Flohmärkten war ja eine nette Idee, aber der Typ war halt ziemlich weltfremd. Es soll ja Ärzte geben, die nicht ständig auf dem Golfplatz abhängen, dann fallen die da über die Stände her und kaufen den weihnachtlich gestimmten Leuten die Vorräte weg – die haben ja das Geld, unsereins eben nicht, und damit ist der Gedanke der Hilfe zur Selbsthilfe, der die Eigenverantwortlichkeit so nett mit der gesunden Geldgier verbindet, wie man das in der Politik nicht anders kennt, damit ist das alles auf einmal futsch und die Sache ist nur noch ein ganz normaler Markt, der ganz normal versagt.

Wenn wir immer nur nach Vernunftgründen handeln würden, was würden wir dann nicht alles machen – Maskenpflicht, Isolationspflicht, Pflege besser bezahlen, Distanzunterricht, Luftfilter, und dann kann man beispielsweise Medikamente oder überhaupt Güter für den Gesundheitsbedarf mal in Deutschland oder zumindest in der EU herstellen und in ausreichender Menge lagern. Aber wo bliebe da bitte der Nervenkitzel? So eine Blinddarm-OP ist heutzutage ein Routineeingriff, da macht man sich keine großen Gedanken mehr. Aber wenn man nicht sicher sein kann, ob die Anästhesie auch genügend Narkosemittel vorrätig hat, dann ist da Musik drin!

Alles verstaatlichen? Ja, hört sich vernünftig an. Das wird aber auch an irgendwelchen Sachzwängen scheitern, weil es sich kurzfristig nicht rechnet. Sie müssen ja bei Börsenbewegungen, und das löst ja immer irgendwelche Börsenbewegungen aus, ganz schnell vorher kaufen und dann noch schneller alles wieder abstoßen. Das ist bei Klima und Energie vermutlich nicht anders bei Corona.

Sie haben 800 Punkte, wählen Sie zwischen Tür A, Tür B und Tür C – wo sind die Betablocker? Sie haben sich entschieden für Tür B! Tür B, und unser reizender Assistent aus der Bundesärztekammer wird Ihnen die Lösung verraten! Tür A – Glück gehabt, da sitzt das Kassenmonster! Meine Damen und Herren, das Spiel geht weiter! Tür C – jetzt öffnen wir Tür C, und was verbirgt sich hinter Tür C? Da sind sie, eine Großpackung Betablocker, in Ihrer Dosierung! Schade, schade, das wäre jetzt Ihre Chance gewesen, aber wir haben ja noch Tür B – und das verbirgt sich hinter Tür B! Gebissreiniger! Viel Spaß mit Ihrem Gebissreiniger! Applaus!

Ihnen macht das keinen Spaß, aber man muss die nötige Neigung für solche Sachen mitbringen. Neulich hatten wir eine Kandidatin, die hatte schon seit einer Woche kein Asthmaspray mehr. Die erste Hälfte war ganz okay, dann wurde sie ein bisschen kurzatmig, und dann war hier richtig Action. Ich sage Ihnen, dagegen ist so ein Flohmarkt gar nichts. Wir müssen ja das Gesundheitssystem auch etwas interessant gestalten, sonst haben wir alle Angst vor der Krise und bewegen uns gar nicht mehr. Mit dem Mindset haben wir mehrere Kriege durchgestanden, da laufen wir doch jetzt nicht weg, oder?

Frau Mickeleit hat noch zwei ganze Packungen Blutdrucksenker im Nachttisch gefunden – ihr Mann ist ja nun nicht mehr, und jetzt wollen wir mal sehen. Schade, als Erwerbsminderungsrentner hat Herr Krechler da leider das Nachsehen, aber das Ehepaar Carla und Hans-Peter Wenzkaus nimmt dieselben Tabletten. Wie gut, dass Sie beide noch den Bausparkredit… – Können Sie mich verstehen? Sie waren für das Hörgerät hier? Ja, hätte mir auch auffallen können. Mein Fehler.

So, dann gucken Sie mal, ob Sie irgendwas von den Rückläufern gebrauchen können. Die sind zum Beispiel sehr gut bei Durchfallerkrankungen, die sind eigentlich für Malaria und so ein Zeugs, aber wenn man nichts anderes hat, gehen die auch. Bis 03/1999 waren die auch noch okay, vorher waren die rot, aber das ist nur der Überzug, also greifen Sie zu. Was das hier werden soll? Na, Sie stellen ja Fragen. Haben Sie noch nie Lotterie gespielt?“





Ungünstige Prognose

15 12 2022

„… eine Reihe von Maßnahmen beschlossen habe, um die Bevölkerung während der Weihnachtstage vor den schlimmsten Entwicklungen zu schützen. Die akute Unterversorgung der Bundesrepublik mit präklinischer Notfallmedizin sei eine echte…“

„… rate das Bundesgesundheitsministerium den Bürger, in diesem Jahr auf Weihnachtskerzen zu verzichten. Es seien nicht genug Notfallsanitäter in den Ballungsgebieten verfügbar, um im Brandfall eine schnelle Rettung zu…“

„… der Berliner Senat sich nach dem jüngsten Zwischenfall entschieden habe, flexiblere Lösungen für den Rettungsdienst auf den Weg zu bringen. So sei es ab sofort möglich, auch ohne Notarzt oder geschultes Personal Einsätze zu fahren, da ein Notfall als erfolgreich gelöst gelte, wenn allein das Fahrzeug an den Einsatzort…“

„… es nicht zielführend sei, präventiv sämtliche Klimaaktivisten zu einer lebenslangen Haftstrafe zu verurteilen. Für die Berichterstattung könne es viel einfacher sein, eine weit entfernte Demonstration als Begründung für den Ausfall des gesamten…“

„… rate das Bundesgesundheitsministerium nun auch dazu, mit elektrischen Lichterketten vorsichtig zu verfahren. Neben den üblichen Gefahren eines kurzschlussbedingten Brandes oder Herzstillstand durch Stromschlag müsse man besonders Kinder, die sich eine Strangulation zuziehen könnten, mit deutlichen Warnhinweisen auf dem…“

„… die Hauptstadtverwaltung sich mit der Deutschen Bahn AG verständigt habe, um ihre Statistik wieder in den grünen Bereich zu drehen. Es sei nun geplant, alle Einsätze, bei denen ein Rettungsfahrzeug überhaupt den Unfallort erreiche, als pünktlich zu kategorisieren, was als wesentliche Entlastung vor allem für den Senat und seine…“

„… Löschversuche an brennenden Bäumen oder Adventskränzen nicht selten der Auslöser schwerer Erkältungskrankheiten bis zu Bronchitis oder Lungenentzündung würden. Lauterbach rate daher in diesem Jahr, jede Art von Beleuchtung in den Privatwohnungen zu vermeiden, da dies eine der einfachsten und auch sparsamsten Lösungen für den Schutz der Bevölkerung vor einem…“

„… nun auch Rettungssanitäter fahren lassen werde, die sich zuvor nicht mit der Bedienung eines Einsatzfahrzeuges befasst hätten. Die Berliner Innensenatorin sehe im Fall eines Verkehrsunfalls den Vorteil, dass sich dann ein Rettungsteam sofort vor Ort befinde und lebensrettende Maßnahmen für die Einsatzkräfte im…“

„… es Überlegungen in den Krankenkassen gebe, vor der Alarmierung der Rettungsleitstelle zunächst eine Zweitmeinung eines niedergelassenen Arztes einzuholen. Sollten etwaige Wartezeiten den Notfall erledigen, so würde auch dies zu einer sehr viel besseren Versorgungslage für andere…“

„… die Einweisung in eine Klinik im Radius von fünfzig Kilometern nun der Normalfall werden müsse. Die Hamburger Sozialbehörde wolle damit eine Entzerrung des Krankenhausbetriebs erreichen, der nur geringe Erweiterungen der Fahrleistung bei Feuerwehren und anderen…“

„… zu Einschränkungen in der Freizügigkeit führen könne. Da sich während der Weihnachtstage viele Bewohner ländlicher Regionen in den Städten aufhalten würden, könne es dort auch zu einer viel größeren Häufung an Notfällen kommen, was durch ein generelles Besuchsverbot in den kreisfreien …“

„… die Flexibilisierung müsse weiter führen und auch in umgekehrter Richtung funktionieren. Für die Berliner Verwaltung liege es nun nahe, dass auch Kraftfahrer, die man auf dem angespannten Arbeitsmarkt viel leichter als nebenberufliche oder in Teilzeit tätige Helfer finde, mit medizinischer Versorgung am Unfallort beauftragt werden könnten, um eine Entlastung der Politik im…“

„… sich die medizinischen Kenntnisse in der Normalbevölkerung nutzen lassen würden, wenn vor dem Notruf mindestens eine Recherche der Leitsymptome im Internet verpflichtend werde. Im Bundesgesundheitsministerium begrüße man den Vorschlag der Rettungsdienste und werde sich mit ihm wohlwollend und vorurteilsfrei…“

„… dass Patienten auch im Umkreis von etwa hundert Kilometern eingeliefert werden könnten. Zur Kooperation mit niedersächsischen Kliniken werde man von Hamburg aus auch Notfälle in den Gängen und Kellern diverser Krankenhäuser…“

„… bei kritischen Fällen, bei denen nur eine sehr ungünstige Prognose gestellt werden könne, eine spezielle Rufnummer helfen werde. Von den Rettungsdiensten werde diese Leistung als Letzte Hilfe angeboten, die üblicherweise erst nach dem Ende einer regulären Schicht in den…“

„… auch im Sinne eines Schnupperpraktikums besetzt werden könne. Dabei sei es für den Berliner Senat unwichtig, ob es vor den Einsätzen eine fachliche Unterweisung in medizinische oder…“

„… zur Teamwork aufgefordert habe. Bei nicht erfolgreich verlaufenden Einsätzen bestünden die Krankenkassen darauf, dass die Rettungsdienste ihre Fahrten entweder zu einem deutlich reduzierten Kostensatz oder aber vollkommen ohne eine…“

„… in Bezug auf die Gesamtzahl der Einsätze betrachtet werden müsse. Zwar könne auch durch pandemiebedingte Ausfälle, spontane Kündigungen zum Jahresende oder eine allgemeine Unlust in den Rettungsdiensten eine Überlastung konstatiert werden, ein gesetzliches Verbot des Entzündens von Feuerwerkskörpern zu Silvester bedeute jedoch für Buschmann eine viel zu starke Einschränkung der Freiheitsrechte, die keinesfalls gegen die gemeinhin eigenverantwortlich handelnden…“





Dunkeldeutschland

13 12 2022

„… die Weihnachtsbeleuchtung in den Innenstädten nicht einer gesetzlichen Verordnung unterlägen. Das Bundeswirtschaftsministerium sei nicht befugt, den Stromverbrauch zu regeln, weise aber darauf hin, dass die Kosten nicht von der Regierung…“

„… sich mehrere Gemeinden in Niedersachsen entschlossen hätten, auf die diesjährigen Lichter zu verzichten. Der Handelsverband Deutschland werde dies allerdings nicht tolerieren und habe bereits eine Klage vor dem Bundesgerichtshof und der…“

„… eine Straßenumfrage ergeben habe, dass die Verbraucher auch in der aktuellen Energiekrise nicht auf die Festbeleuchtung verzichten würden. Die unter zwei zufällig ausgewählten Personen im Eingangsbereich eines Hamburger Geschäfts, das die Erhebung in Auftrag gegeben habe, sorgfältig durchgeführte Befragung sei mit einer…“

„… habe Chrupalla vor dem Blackout gewarnt, der technisch eintreten müsse, sobald die linksgrüne Regierung unter dem Bolschewisten Scholz die Beleuchtung abschalte. Die AfD fordere ab sofort kostenlosen Strom für alle Einzelhändler, die ohne fremdländisches Personal in die…“

„… die Ladengeschäfte als sozialen Ausgleich betrachten müsse. Lindner rufe alle Privathaushalte zum Stromsparen auf, damit die Wirtschaft in diesem Jahr mehr Flexibilität bei der Planung ihrer Werbemaßnahmen für einen…“

„… es auch in Nordrhein-Westfalen zu einer Diskussion über den Stromverbrauch komme. Die CDU-geführte Landesregierung könne vorerst keine Subventionierung der Beleuchtung versprechen, der grüne Koalitionspartner sei aber gesprächsbereit, wenn es sich um ökologisch erzeugte Energie aus Wind- oder Wasserkraft und eine faire…“

„… der Fachverband der Sportartikelhändler die Weihnachtsbeleuchtung für eine psychologische Notwendigkeit halte. Gerade bei Kindern, die durch Maskenzwang und Schulschließungen traumatisiert seien, könne das elektrische Licht eine sehr gute therapeutische Wirkung entfalten, die nur noch durch den Erwerb von Sportartikeln zu…“

„… vor dem Verbot elektrischer Geräte in der Sozialistischen Ökodiktatur Dunkeldeutschland nicht zurückschrecken werde. Die bei Springer erscheinende Zeitung habe den Wirtschaftsminister in einem anderen Beitrag als ‚linken Hitler‘ bezeichnet, der auf dem elektrischen Stuhl…“

„… vorerst keine Preiserhöhung geplant sei. Um die Tarife für Großverbraucher wie beispielsweise kommunale Handelskooperationen verlässlich auf einem niedrigen Niveau zu halten, müsse es den Energiekonzernen erlaubt sein, die Preise für Bürger in einem deutlichen Schritt um etwa…“

„… die Kosten für die diesjährige Illumination nicht auf die Verbraucher umlegen dürften. Lindner wisse zwar, dass dies weder nachprüfbar noch im Fall einer Zuwiderhandlung bestraft werden könne, er sei jedoch zuversichtlich, dass die Märkte dies im Sinn einer eigenverantwortlichen Lösung…“

„… hätten die Energiekonzerne ihr Vorgehen gegenüber den Verbraucherschutzorganisationen verteidigt. Im Gegensatz zum häuslichen Einsatz sei die öffentliche Beleuchtung für alle Menschen gut sichtbar und sei daher im Pro-Kopf-Verbrauch viel günstiger als eine Deckenlampe, ein Staubsauger oder eine…“

„… könne der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels sich keine Weihnachten ohne eine flächendeckende Beleuchtung vorstellen. Vor allem für Senioren, die wegen stark angestiegener Kosten für Verbrauchsgüter nicht mehr so häufig in den Supermarkt gehen könnten, sei ausreichendes Licht vor den Geschäften eine tröstliche Erfahrung, die ihnen die Inflation ein kleines bisschen…“

„… werde es täglich mehrere tausend Tote geben, die nur die Grünen zu verantworten hätten. Wendt wisse von zahlreichen Berichten aus Kreisen der deutschen Polizei, dass es durch mangelhafte Beleuchtung an Fahrzeugen immer wieder zu schweren Verkehrsunfällen komme. Sollte auch nur ein einziges unbeleuchtetes Ladengeschäft sich mit überhöhter Geschwindigkeit auf eine Gruppe von mehreren tausend Passanten zu bewegen, so müsse man mit einer fürchterlichen…“

„… liege es dem Bundesverband des Deutschen Textileinzelhandels sehr am Herzen, dass Frauen in die richtige Kauflaune versetzt würden. So könne die Frau nach wissenschaftlichen Erkenntnissen berühmter Marketingpsychologen überhaupt nur dann einkaufen, wenn sie genug Licht hätten, um die angebotenen Waren auch zu sehen. Dies sei ein Grund, das schleppende Weihnachtsgeschäft durch eine motivierende Beleuchtung noch einmal in…“

„… der Bundesregierung ein geradezu elendes Versagen vorwerfe. Merz fordere die Koalition auf, zur Deckung des unbedingt erforderlichen Bedarfs bis zum Jahresende mindestens fünfhundert neue Kernkraftwerke zu errichten, die seines Wissens nach sofort einsetzbar seien und damit die von den linken Chaoten geplante Zerstörung Deutschlands durch Millionen von Windrädern unverzüglich…“

„… wisse aus absolut sicherer Quelle, dass der für die Weihnachtsbeleuchtung erzeugte Strom aus gegenderten Solarterrorfabriken in Wirklichkeit an islamistische Scheinasylanten verschenkt werde. Weidel werde dies noch vor dem nächsten Putsch im Deutschen Bundestag auf die…“

„… die energieeffiziente Beleuchtung durch LED-Ketten bereits vor mehreren Jahren in den Innenstädten von Hamburg und Berlin eingesetzt habe. Die von der Union lancierten Meldungen, der Einzelhandel werde aus dem Bundeskanzleramt gesteuert, entbehre damit jeglicher…“





Sterben ist die beste Medizin

6 12 2022

„Und wenn wir Leute aus dem Ausland holen?“ „Die wären bestimmt erst im nächsten Jahr hier.“ „Und dann könnte keiner von denen arbeiten.“ „Ist auch nicht notwendig.“ „Wieso?“ „Hauptsache, die Kinderintensivstationen sind besetzt.“

„Wir haben doch jetzt schon zu wenig Leute auf anderen Stationen.“ „Weiß ich doch.“ „Sie können doch deshalb nicht Leute aus dem Ausland holen, Sie müssen erst mal hier suchen.“ „Es ist dringend, teilweise müssen Eltern hundert Kilometer weit mit den Kindern fahren.“ „Lassen Sie sich doch endlich mal eine pragmatische Lösung einfallen!“ „Warum suchen wir dann nicht im Umkreis von hundert Kilometern?“ „Großartig!“ „Dass wir darauf nicht selbst gekommen sind!“ „Dufte!“

„Aber mal ehrlich, wir können und doch jetzt nicht auch noch andere Krankenhäuser schädigen!“ „Die sind doch alle untereinander im Wettbewerb, also richtet das der Markt.“ „Und die Kinder?“ „Die Kinder, die Kinder, ich bitte Sie – wir können jetzt nicht auch noch populistische Sprüche bringen!“ „Das Problem ist doch viel älter.“ „Haben wir nicht eine Menge Arbeitslose?“ „Sie können doch nicht Leute ohne jede Erfahrung auf eine Intensivstation schicken!“ „Wieso, in den Bundestag kommen die doch auch rein?“

„Wir hätten bei Corona schon ganz anders auf die Überlastung reagieren müssen.“ „Das hilft uns jetzt auch nicht weiter.“ „Mir schwebt da vor, dass wir vielleicht den Prozess erst einmal sehr genau beobachten und dann analysieren, welche Fehler da konkret gemacht worden sind, und dann kann man in einem zweiten Schritt Maßnahmen ergreifen, die der Qualitätssicherung dienlich sind.“ „Sind Sie der DFB, oder warum quatschen Sie so eine Scheiße!?“ „Jetzt bleiben Sie mal gelassen, wir brauchen eine schnelle Lösung.“ „Genau, es sterben Kinder!“ „Dann sollten wir an vorderster Front für eine gute, nachhaltige Lösung kämpfen!“ „Und wie stellen Sie sich das konkret vor?“ „Naja, in den Medien halt – ich wäre auch bereit, die meisten Auftritte in den bekannten Fernsehtalkshows zu übernehmen.“

„Verdammt, es sterben Kinder!“ „Ja, wir hatten das mit den populistischen Sachen schon mal.“ „Sie sind nicht in der Lage, eine reale Gefahr für das gesamte deutsche Gesundheitswesen zu erkennen und dementsprechend zu handeln?“ „Wie gesagt, es ist erst mal nur eine Krankheit, wenn wir es mit mehreren komplexen Erkrankungen zu tun haben, können wir uns immer noch aus unserem seit der Pandemie gut ausgerüsteten Werkzeugkasten…“ „Also erstens ist die Pandemie nicht vorbei!“ „Und zweitens, was machen Sie bei einem Notfall?“ „Ist das jetzt Ihr Patentrezept, dass Sie Kinder zu Hause festschnallen, damit sie nicht bei einem Unfall ins Krankenhaus müssen?“ „So hatte ich das noch gar nicht betrachtet, das ist ja ein wirklich interessanter Ansatz!“ „Heilige Scheiße!“ „Wir sind durchaus gut ausgerüstet, wir könnten zum Beispiel jederzeit die Maskenpflicht in Schulen und Kitas reaktivieren, wenn die Eigenverantwortung zum Tragen von Masken in Innenräumen nicht ausreichen sollte, sobald dann im nächsten Jahr die Maskenpflicht in den öffentlichen Verkehrsmitteln nicht mehr unsere Freiheit einschränkt.“ „Das ist doch…“ „Ich werde mir das gleich mal notieren, die nächste Talkshow kommt bestimmt!“

„Wir haben kein Personal mehr!“ „Ich kann Sie beruhigen, wir haben beispielsweise noch viele Intensivbetten, die eigentlich für Corona reserviert worden waren, die kann man jetzt jederzeit auf eine Kinderintensivstation schieben, wenn man sie vorher einmal gut abstaubt.“ „Abstaubt!?“ „Zur Not kann man dafür Reinigungspersonal rekrutieren, auch aus dem Ausland, da die Anforderungen an die Deutschkenntnisse dafür nicht so hoch sind.“ „Sie haben doch nicht mehr alle Tassen im Schrank!“ „Und so eine Knalltüte ist Minister!“ „Wir könnten das auch kombinieren, vielleicht holen wir uns aus dem Ausland Reinigungskräfte und schulen sie hier zu Intensivpflegekräften um.“ „Entschuldigung, für die dummen Witze war doch er zuständig?“

„Clowns?“ „Ich kann Ihnen gerade nicht ganz folgen.“ „Man könnte doch Clowns in die Kliniken schicken, das macht doch dieser Klimatyp aus dem Fernsehen auch.“ „Kommt als nächstes ‚Lachen ist gesund‘?“ „Das kostet die Kassen auch nicht so viel.“ „Ich schätze, es läuft wie mit Homöopathie und anderen Scherzartikeln.“ „Genau, der Patient ist schnell weg vom Fenster, und das Klinikbett ist wieder frei.“ „Sterben ist die beste Medizin.“ „Das würde ich so nicht sagen, aber lassen Sie uns den Gedanken nicht ganz aus den Augen verlieren.“ „Es schwappt doch schon auf die Kinderärzte über, das lässt sich auch nicht mehr vor der Öffentlichkeit verbergen.“ „Die Eltern machen ja auch den Fehler, mit an sich nicht so schwer erkrankten Kindern zum Arzt zu gehen.“ „Wie sollen Eltern denn sonst herausfinden, ob ihre Kinder erkrankt sind?“ „Keine Ahnung, dafür gibt es schließlich Kliniken.“ „Man kann doch nicht mit jedem Kind gleich in die Notaufnahme!“ „Also bitte, es wird doch in diesen Land keiner gezwungen, Kinderarzt zu werden.“

„Ich will gar nicht wissen, was wir an Klagen an den Hals kriegen, wenn ein einziges Kind es nach einem Unfall nicht mehr rechtzeitig in die Klinik schafft.“ „Oder wenn es auf der Intensivstation von unqualifiziertem Personal behandelt wird.“ „Und daran stirbt.“ „Machen Sie mal halblang, ich hatte es Ihnen doch schon gesagt: kein Populismus mit Kindern, die wählen uns nicht.“ „Aber ihre Eltern.“ „Meine Herren, die Lage erfordert eine sofortige Diskussion!“





Rechnerische Schwierigkeiten

5 12 2022

„… mehr Flexibilität erlaube, wenn die tägliche Arbeitszeit auf mehr als zehn Stunden erhöht werde. Der Freistaat Bayern könne nach Ansicht der Landesregierung damit eine erhebliche…“

„… dass es sich bei dem Vorstoß nicht um ein arbeitsrechtlich diskussionswürdiges Problem handle. Da der gesetzliche Rahmen überwiegend auf Bundesrecht beruhe, könne man dies nach Ansicht des CSU-Experten Dobrindt ignorieren, weil eine nur für Bayern geschlossene Regelung die Gesetze des Bundes nicht außer Kraft setze oder sie durch eine zusätzliche…“

„… zunächst in einer Umverteilung der Arbeit bestehe. Für Einzelhandel und Gastronomie sei in einem ersten Schritt denkbar, durch eine Zehn-Stunden-Schicht das normale Arbeitspensum auf vier statt auf bisher fünf Werktage zu verteilen, was dann auch mehr Freizeit und eine bessere Work-Life-Balace für die…“

„… Proteste von Gewerkschaften und Ärzten für typisch linksorientierte Panikmache halte. Die Situation auf dem Arbeitsmarkt gestatte es derzeit den Arbeitgebern einfach nicht, die Wünsche der Arbeitnehmer nach mehr Freizeit unberücksichtigt zu lassen. Scheuer wisse genau, dass das Konzept der Arbeits- und Sozialministerin Scharf richtig sein müsse, da er es nach mehrmaligem Durchrechnen nicht verstehe. Dies sei auch für Kollegen in der CSU das untrügliche Zeichen, dass es sich um…“

„… auch dem Volkswillen entspreche. Söder habe auf einem Weihnachtsmarkt drei willkürlich ausgewählte Bürger gefragt, ob sie ihrer Kündigung durch viel mehr Arbeit zuvorkommen würden, was diese mit Zweidrittelmehrheit verfassungskonform bejaht hätten. Damit sei der von den Christsozialen einmal beschlossene Weg nun nicht mehr zu…“

„… schwierig sei, da sich Öffnungszeiten von Geschäften im Einzelhandel nicht mit dem neuen Modell vertrügen. So würden entweder die Kosten für Energie ansteigen, oder es werde Ausfalltage geben, an denen die Läden gar nicht erst…“

„… bei vollem Lohnausgleich stattfinde. So sei eine Vier-Tage-Woche für Söder selbstverständlich auch mit zwanzig Prozent niedrigem Entgelt zu berechnen, da mehr Freizeit für die Arbeitnehmer selbstverständlich bereits eine sehr wertvolle…“

„… Proteste aus dem linken Lager nicht ernst nehme. Für Aiwanger sei das Arbeitspensum mancher Selbstständiger, die auch nachts, an Sonn- und Feiertagen für die Allgemeinheit tätig seien, ein Grund mehr, die verweichlichte Jugend, die sonst nur an Klima und Gendern denke, mit dem…“

„… rechnerische Schwierigkeiten nicht zu vermeiden seien. Da ein 40-Stunden-Tag pro Woche sich in der Personalplanung nicht oder nur schwer abbilden lasse, müsse die Planung auf zwei 20-Stunden-Tage verteilt werden, die zur besseren Organisation direkt nacheinander liegen könnten, um nicht durch Anfahrtswege, Pausen oder…“

„… seine Familie nachts und am Wochenende sehen könne. Um die Arbeitsplätze in Bayern auf Dauer zu schützen, werde es sich nicht umgehen lassen, die Heimatkontakte zu reduzieren, um eine effizientere und günstigere Lösung des…“

„… und komplexer Algorithmen für die Personalwirtschaft erfordere, wenn sich ein im Dreischichtbetrieb produzierendes Unternehmen auf eine Arbeitszeit von zehn Stunden, die jeweils ohne eine interpolierte Rüstzeit in der…“

„… einen freien Arbeitstag in der Woche auf die Anzahl der Tage für den bezahlten Erholungsurlaub gemäß Bundesurlaubsgesetz anrechnen werde. Nach Scheuers Ansicht sei damit der gesetzliche Mindestanspruch bereits abgegolten, so dass nur die Einführung der 50-Stunden-Woche zur Rettung der Tourismusbranche einen notwendigen…“

„… seien im Pflegebetrieb Doppelschichten, Überstunden oder Mehrarbeit an der Tagesordnung. Dobrindt wolle schon aus Respekt vor diesen hart arbeitenden Menschen nicht, dass sich Bürger zur vorsätzlichen Destabilisierung der Wirtschaft im Freistaat schon nach acht Stunden aus dem…“

„… nach Planungen der Landesregierung zu leisten sei. Das jeweils mit zehn Stunden pro Tag berechnete Pensum müsste somit zunächst auf die üblichen Handwerks- und Dienstleistungsberufe beschränkt werden, da die CSU hoch belastete Arbeitnehmer wie Abgeordnete, Investmentbanker, Rechtsanwälte, Lobbyisten oder…“

„… die Acht-Tage-Woche mit fünf Stunden pro Einsatz bevorzuge. Scharf wolle möglichst geringe Veränderungen in der Bezahlung der…“

„… sich auch bei verlängerten Öffnungszeiten der Umsatz in Ladengeschäften nicht erhöhe, da die zur Verfügung stehenden Löhne und Gehälter der Konsumenten gleich blieben. FDP-Chef Lindner sei verärgert, dass diesmal wie bei allen bisher etwa hundert Versuchen der gewünschte Effekt nicht…“

„… zur Vereinfachung des Schichtbetriebs die Arbeitszeiten auf zwölf Stunden verlängern werde. Vor allem in Bereichen wie Medizin und Pflege sei dies nach Söders Ansicht eine hervorragende Idee, da die Ampelkoalition nicht darauf gekommen sei, mit einer einfachen Ausweitung der…“

„… und sich für den Schutz der Arbeitnehmer einsetzen werde. Merz wolle jedoch zunächst alle Tätigkeiten, die eine so geringe geistige Leistung erforderten, dass sie auch von Ausländern erbracht werden könnten, eine Mindestarbeitszeit von …“

„… sich bald auf den 25-Stunden-Tag mit rotierenden Schichten und Schalttag einigen wolle. Ein verkaufsoffener Sonntag pro Monat sowie Ausgleichszahlungen für die anteilig steigenden Personalkosten seien für Söder die beste…“





Gernulf Olzheimer kommentiert (DCXLII): Die X-Y-Theorie

2 12 2022
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Schon wieder schlurft ein Gespenst um die Stammtische der Leistungsgesellschaft. Es riecht streng nach Braunfäule und Leichentuch, was kein Wunder ist, stammt es doch aus den Chefetagen der Arbeitgeberverbände – dort, wo man nicht viel von Arbeit versteht, da man andere für sich arbeiten lässt. Es ist diese verdammte Trägheit, die man von sich selbst kennt, und das nicht nur beim Denken, auch bei tätiger Schaffenskraft guckt der Patron in die Röhre: der Mensch an sich ist faul, obwohl es darauf kein Recht gibt, vor allem nicht in dieser unserer kapitalistischen Gesellschaft. Da irrlichtert schon das Grundeinkommen am Horizont, clever verkleidet als Bürgergeld, das gnadenlos entlarvt, wie mies der Lohn in Handel, Handwerk, Fertigung ist. Doch mit wissenschaftlicher Genauigkeit weist die organisierende Kaste dem schwerfällig am Fließband lümmelnden Proletarier nach, dass sie noch viel zu gut behandelt wird, solange man sie nicht mit der Knute zum Schaffen bringt. Sie nimmt dazu die X-Y-Theorie.

Zu Beginn der 1960-er Jahre entwickelte der US-amerikanische Managementtheoretiker Douglas McGregor die X-Theorie, die den Menschen als grundlegend unwillig beschreibt, von einer tiefen Unlust geprägt, sobald er Mühen erblickt, vor denen er sich also mit allerlei Tricks und Finten zu fliehen versucht, bisweilen durch Renitenz und Sabotage, manchmal mit höherem Aufwand, als die Erfüllung einer zu vermeidenden Arbeitsleistung erfordern würde. Allenfalls erledigt er einen Job, um nicht von ihm erledigt zu werden, aber auch das nur, wenn der Vorgesetzte ihm mit der Peitsche im Nacken sitzt. Zuckerbrot gibt’s keins, das sind die Kulis schließlich nicht wert. Nicht gekündigt ist genug gelobt, so der profitorientierte Philanthrop.

Die konträre Y-Theorie jedoch besagt, dass der Hominide zunächst einmal willig ist, da er Arbeit als Bereicherung seines Lebens empfindet, als eine Möglichkeit, die eigenen Potenziale auszuloten und sich intrinsisch zu motivieren – hat er sein Ziel erreicht, sucht er sich ein neues, das ihn zugleich anspornt als auch die anderen, mit denen er im Arbeitsablauf zu tun hat. Der arbeitenden Mensch ist nicht zuletzt Gruppenwesen, befriedigt durch die wachsende Verantwortung und Selbstbestimmung auch sein Bedürfnis nach Selbstverwirklichung, das ihn in einer passenden Struktur schließlich die Selbstwirksamkeit spüren lässt, in der Arbeit nicht nur bezahltes Totschlagen sowieso ablaufender Zeit ist, sondern ein Kreativität und Initiative fordernder und fördernder Prozess. Die Verbesserungen, die die moderne Industriegesellschaft vorantreiben, beruhen auf diesem Denken, denn organisatorische Probleme lösen sich nicht von selbst.

Wann immer die Bestätigungsverzerrung sauber arbeitet, dass man passende Informationen, Muster und Erklärungen für plausibel hält, wenn sie die eigene Verblendung untermauern, schlägt sich der geneigte Zerebraldilettant auf die Seite dogmatisch argumentierender Mehrheitskapitalisten. Mit mehr Lohn kann man die Handlanger nicht reizen, es ist ohnehin rausgeschmissenes Geld, da nur in Schnaps und Zigaretten investiert. Also braucht es Kontrolle, am besten externe, Strafen, Zwang, Sanktionen, um die Masse überhaupt erst einmal an die Arbeit zu gewöhnen, die dann als Lebenssinn begriffen wird, wie es auch die konservative Oberschicht hält.

Dieses so hübsche Denkgebäude hat nur einen Haken, den es mit vielen anderen Vorstellungen aus Psychologie und Soziologie teilt: es ist falsch, da es zu einem Zweck verwendet wird, zu dem es nicht vorgesehen war. Die X-Theorie diente McGregor lediglich zum Beweis, dass man aus einem Haufen billiger Vorurteile und etwas wissenschaftlichem Anstrich innerhalb kürzester Zeit einen passablen und als Entschuldigung für die eigene Bräsigkeit brauchbaren Managementgrundsatz schwiemeln könne, wenn man auf die Engstirnigkeit der meisten Bosse setzt. Die Crux an der Schubladisierung ist, dass Menschen selten nur in eine Schublade passen, also wird Arbeitswelt ohne soziale Beziehungen in den seltensten Fällen denkbar sein, schon gar nicht unter Zuhilfenahme von schwarzer Pädagogik, auch wenn die das einzige Mittel ist, das Geprügelten einfällt.

Im Anwendungsfall haben wir nicht weniger als zwei selbstverstärkende Prozesse, die entweder als Sand im Getriebe oder als Motivation fungieren. Mit Kontrolle und Zucht tötet der Gebieter jedes Engagement ab lässt die Kräfte der Arbeiter stetig auf dem niedrigsten Niveau dümpeln, kurz vor dem Stillstand, immer auf Sicherheit bedacht und selten in eigener Verantwortung. Mit Freiheiten und mehr Selbstbestimmung, Wertschätzung und Raum für Kreativität fördert der Arbeitsablauf eben diese Abläufe, was ebenso regelmäßig zur Entwicklung des Personals beiträgt. Gut, dass man mit diesem System, in dem kollektive Entscheidungen zum Wohl aller Bürger, individuelle Verantwortung auf der Basis eines kollektiv gelebten Wertekanons und eine Orientierung an der tatsächlichen Arbeit statt an der Ideologie des Rechthabens berücksichtigt werden, immer noch Parteivorsitzender werden kann. Seine Socken stopft halt eine Frau. Für Geld.





Deutsch-Arabische Freundschaft

23 11 2022

„… verteidige der Deutsche Fußball-Bund die Entscheidung der FIFA, die umstrittene Binde nicht auf den Spielfeldern der Weltmeisterschaft zu dulden. Es könne in einem internationalen Turnier nur nach den Regelngespielt werden, die auch die Wertvorstellungen aller Staaten und…“

„… in der deutschen Politik nicht nur auf Widerstand stoße. Für Söder sei jeder Protest, der geltende Regeln breche, generell ungerechtfertigt, wobei die Tatsache, dass es damit möglicherweise gar keine strafbare Handlung gebe, die man durch ein Gericht verurteilen könne, noch ein wesentlich schlimmeres Signal an die…“

„… sich der DFB nicht nur für Minderheiten einsetzen dürfe, da dies auf die Diskriminierung der Mehrheit hinausliefe. Weidel müsse sich nicht lange umsehen, um in der Bundesrepublik alle Anzeichen einer Unterdrückung des rassisch-moralisch überlegenen Deutschtums und der…“

„… könne das deutsche Team auch ein gutes Signal der Integration senden, ohne die Armbinde zu tragen. Gerade die Homophobie der ungarischen EU-Partner sei ein strittiger Punkt, bei dem die Fronten innerhalb des Bündnisses verhärtet seien. Um mehr Verständnis für diese Position zu zeigen, sei der Verzicht von Neuer eine sehr gute…“

„… warne Merz vor Pädophilen, die sich unter dem Deckmantel der Homosexualität in sozial wichtigen Bereichen herumtreiben würde, um ihre Neigungen populär zu machen. Gerade im Hinblick auf die Nachwuchsförderung dürfe der deutsche Fußball nur für anständige männliche Fachkräfte attraktiv sein, die ihre Wertvorstellungen an die kommende Generation…“

„… es sich rechtlich um Befehlsverweigerung handle, die in der Wehrmacht selbstverständlich zu einer standrechtlichen Erschießung geführt hätte. Rechtsexperte Gauland habe kein Verständnis für die privaten Ansichten einer ansonsten guten…“

„… einen Dammbruch befürchte. Dobrindt habe vor einer Fußball-RAF gewarnt, die ihre Werbung für Gendern und Umoperation zu Männinnen und Frauerichen mit brutaler Gewalt durchsetzen werde. Spätestens mit dem Festkleben auf dem Rasen sei ein negativer Effekt auf den 1. FC Bayern München zu erwarten, dessen wirtschaftliche Entwicklung für den Freistaat eine geradezu katastrophale…“

„… von Klimaaktivisten aufgegriffen werden könnte. Die von Wissenschaftlern nachgewiesenen Fakten, dass die in Katar zum CO2-Ausgleich gepflanzten Bäume, die wegen der Hitze durch eine Meerwasserentsalzungsanlage gewässert werden müssten, was enorme CO2-Emissionen erzeuge, würden nach Ansicht der Atomkraftwerksbetreiber in NTW zusätzlich einen Schatten auf die Verhältnisse vor Ort werfen und die Bemühungen der…“

„… auch die deutsche Industrie betroffen sei. Durch ostentatives Beharren auf Menschenrechte komme es möglicherweise zu schweren Konflikten mit den Ländern der Dritten Welt, die die Preise für seltene Rohstoffe etwa für die Hableiterfertigung, die Baubranche und die kontinuierliche Versorgung der Fleischproduzenten mit Arbeitskräften zum…“

„… genau im Auge behalten werde, bis zu welchem Punkt die Öffentlichkeit das Verhalten der Nationalspieler noch kritisieren wolle. Merz behalte sich vor, bei unsinnigen Weiterungen wie Tier- oder Pflanzenrechten oder einer Forderung, das Gendern im Behördenverkehr zu erlauben, mit Eingriffen in die Rechtsordnung der Bundesrepublik zu…“

„… sich der BDI für eine Kompromisslösung stark machen wolle, die gleichzeitig den sportlichen wie auch den völkerverbindenden Aspekt beinhalte. Ein kombiniertes DaFB-Motiv, das auch den inkriminierten Schriftzug One Love zeige, sei als Ausdruck der Deutsch-Arabischen Freundschaft gerade in Zeiten prekärer Versorgung mit sicheren Energieträgern eine wesentliche…“

„… dürfe das deutsche Team nicht einfach eine gelbe Karte akzeptieren. Diese Aktion mindere unter Umständen sogar den Börsenwert des Vereins dieses Spielers und könnte Auswirkungen auf viele Vermögenswerte in den finanztechnischen…“

„… dass die gemeinsame Lösung noch immer zielführend gewesen sei, in der sich der Konsens der Staaten zu einem rationalen Ergebnis verbinde. Söder habe dies bereits im Klimaschutz als sehr vernünftig empfunden, dass die führenden Länder ihren Beitrag zur Rettung des ganzen Planeten erst dann leisten bereit seien, wenn ausnahmslos alle anderen sich auch erklärt hätten, dies zu…“

„… er sich sehr gut in die Position von Infantino versetzen könne, der inzwischen die Kritik an den Spielern als Mobbing verstehe, wie er es selbst in seinen jungen Jahren wegen seiner roten Haare erlebt habe. Dobrindt habe noch gute Erinnerungen daran, wie er in seiner gesamten Schulzeit als das dämlichste Arschloch der gesamten…“

„… sei der polnische Verband von Anfang an nicht einverstanden gewesen, diese Kampagne in Katar zu realisieren. Für Gauland biete sich hier die einmalige Chance, das Verhältnis zum traditionell homophoben, antisemitischen, frauenfeindlichen Nachbarland wieder auf eine freundschaftliche…“

„… ein Zeichen von Reife und Mannesmut sei, sich dem Gepöbel des überwiegend linksextremen Mobs zu stellen, der die sittliche Verrohung der Spieler fordere. Merz empfinde viel Sympathie für die Fußballer, die sich nicht auf eine Debatte über Werte oder Verantwortung einließen, solange sie auf der finanziell gesicherter Basis der gehobenen Mittelschicht stünden und keine Sorge vor der Zukunft in einem…“





Gernulf Olzheimer kommentiert (DCXL): Überwachungskapitalismus

11 11 2022
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Früh am Morgen steht der Arbeitnehmer auf und widmet sich der Körperpflege. Sollte der Proband noch nicht Qualität und Quantität seines Schlafs in die elektronische Handfessel eingespeist haben, so bleibt ihm wenigstens dieses kleine Geheimnis. Der Verbrauch an Zahnpasta allerdings, die Intensität seiner Dentalhygiene und das anschließend in die Waage getretene Nettogewicht gibt er freiwillig preis, um diverse Kosmetika günstig und schnell in den Haushalt geliefert zu bekommen. Ein kleiner, nervender Jingle erinnert ihn beim ersten Kontakt mit dem Smartphone daran, dass er schon seit zwei Wochen keine neuen Klamotten geshoppt hat, was für seine Alterskohorte gar nicht statthaft ist – auch deshalb nicht, weil er sonst der regelmäßigen Angebote seines Onlinehändlers verlustig ginge, in der Öffentlichkeit negativ auffiele oder sogar den notwendigen Sozialkredit verlöre, der ihm Zutritt zu angesagten Clubs verschafft. Er ist glücklich, er merkt es nur nicht. Aber vielleicht ist es auch nur diese eigenwillige Definition von Glück, die den Überwachungskapitalismus so kratzig macht.

Der Hominide ist nicht nur das Produkt, das sich unbeirrt selbst verkauft, er lässt sich bereitwillig kapitalisieren und entmündigen, denn die Datenspur determiniert sein Dasein. Wie immer steht am Anfang seiner Tragödie die Unfähigkeit, alleine in einem Zimmer glücklich und genügsam zu leben, da er seine Lieblingsmusik, alle 239.481 Stücke in zufälliger Reihenfolge, unbedingt überall und zu jeder Tages- und Nachtzeit hören will, auch auf den Plastebömmeln, die ihm einst als Fernsprecher ans Ohr genietet wurden von einer Marketingabteilung auf schlechtem Koks. Wir kommunizieren, wo wir Dinge sehen und nicht sehen, wie selbstverständlich im Trachten, nicht nicht kommunizieren zu können und es auch gar nicht zu wollen. In der gehässigen Antwort, die geheimdienstliche Durchleuchtung sei auch nicht schlimmer als ständiger Verhaltenscheck durch die marktbeherrschenden Konsumschleudern, zeigt sich ein profundes Wissen kapitalistischer Politik, die Überwachen und Strafen von allen Seiten gleichermaßen nutzt, wo die von WLAN, Smart Home, Auto und Gesichtserkennung unsubtil gesammelten Einbrüche in die Privatsphäre in eine gemeinsame Verarbeitung durch die Maschine münden, die uns noch im hintersten Winkel der zivilisierten Welt mit Sonderangeboten und Klatsch zumüllt, damit die Trennlinien zwischen Ich und Markt sanft verschwimmen. Einmal mehr ist Freiheit das, was wir Grützbirnen aushalten müssen – kein Wunder, wir haben uns selbst eingebrockt, was wir als ubiquitäre Verfügbarkeit der Produkte feiern, auch wenn wir nichts mehr verstehen.

Das systematische Abschöpfen aller Daten aus dem Inneren unserer Verbrauchssteuerung liefert Paybackpunkte aus dem Immunsystem, dass auch Schopenhauer stolz wäre, wie wir den freien Willen der Markregulierung übertragen, die uns als Großer Bruder die Sorgen des Daseins abnimmt. Was ist eigentlich an einer übermächtigen Wirtschaft noch Nichtregierungsorganisation? Mit der Frage werden die Objekte einer neoliberalen Ordnung allein in der Wüste aufgestellt, wo sie nicht mehr finden, das an eine Gesellschaft erinnert, und hier lohnt sich dann auch Egoshopping, will moralisches Handeln längst in die Frage nach Besitz verschwiemelt ist.

Aber die Zivilgesellschaft schlägt zurück. Weiß der Algorithmus eventuell früher als wir selbst, ob eins schwanger ist, einen Tumor mit sich durch die Gegend schleift oder eine Sucht – alles, was die Finanzberatung interessiert, auf dem Jobmarkt oder für die Sozialversicherungen relevant wird – kann bereits die biestige Weigerung, irgendeiner Firma das Jagen und Sammeln zu erleichtern, Sand im Getriebe sein. Die Asymmetrie der Konzerne beruht auf ihrer Intransparenz, die erst in die Knie geht, wenn Gerichte sich damit befassen und Ansprüche auf Auskunft, Löschung und Betriebsgeheimnisse einklagbar machen. Auf den Putsch von oben lässt sich nur mit Ungehorsam antworten, nicht zuletzt in einer Ära, die potenziell gewaltsame Konflikte um Sicherheit und Ressourcen heraufbeschwören wird, obwohl das Wachstumsgeseier der Ökonomen auch mit brutalem Entsolidarisierungszwang nicht mehr durchzusetzen ist. Wir wollten die Digitalisierung, also haben wir sie auch bekommen, mitsamt der beidseitigen Öffnung aller Schleusen für Schmutz und Dämlichkeit. Wenn wir den Faschismus wieder als denkbare Alternative ansehen, wird er sich beim nächsten Aufschlag sicher nicht als Faschismus zu erkennen geben; es ist gut möglich, dass er zehn Prozent Rabatt auf die private Krankenversicherung verspricht, wenn wir allen verbliebenen Freunden unsere Lieblingsdroge empfehlen.

Und doch, wir sind gesegnet mit der Ignoranz, die einmal mehr nicht von Bonzen ausgeht, sondern von der heilsamen Beklopptheit der Deppen, die uns in Parlamenten ein Paradies aus Schmierkäse zu schnitzen versprechen, je um je, und es dann doch nicht auf die Reihe kriegen. Die Erlösung ist das Funkloch, ist der bescheuerte Algorithmus, der uns alles zum Kauf vorschlägt, was wir soeben erworben haben. Wenn das künstliche Intelligenz sein soll, was ist dann künstliche Dummheit?