Corona Tours

30 07 2020

„Das ist echt total dufte, die ersten haben sofort zugegriffen und sind total begeistert. Total gut. Wir haben zwei Hotels, direkt nebeneinander, direkt in Strandnähe, das wird ein super Urlaubserlebnis. Sie werden sich wirklich richtig super erholen. Falls Sie das wollen.

Wir glauben ja an das Menschenrecht auf eine individuelle Urlaubserholung, das ist bei uns in der Unternehmensbeschreibung auch so beschrieben, und wenn Sie sich einfach zwei Wochen lang ohne Sorgen entspannen wollen, dann können Sie sich mit uns auch zwei Wochen lang einfach so ganz ohne Sorgen entspannen. Total gut. Sie sind von Anfang an in den besten Händen – also keine leeren Sitze in der Maschine, wir können uns das nicht leisten und Sie wollen natürlich auch nicht auf dies Urlaubsfeeling verzichten, stimmt’s? – und das wird auch bis zum Ende so bleiben.

Bis zum Ende der Reise, nicht, dass wir uns da jetzt falsch verstehen. Unser Risikomanagement ist total professionell, das haben wir mit mehreren sehr professionellen Unternehmen abgesprochen, und da wir das für professionell halten, kann man das auch als professionell bezeichnen. Sie brauchen also gar keine Befürchtungen zu haben. Wir empfehlen in der Reiserücktrittsversicherung selbstverständlich das Tragen von Schutzmasken, weil es irgendwo in einem Vertragsbestandteil stehen muss, aber das ist ja auch nicht weiter kompliziert. Sie lesen das nicht, davon gehen wir mal stark aus, und wenn Sie es lesen, dann unterschreiben Sie es halt trotzdem, oder wir haben kein Problem, weil Sie dann nicht mit uns verreisen. Total easy, also vor allem für Sie. Wir kümmern uns um den juristischen Rahmen, Sie brauchen eigentlich nur mindestens zwei Wochen, in denen Sie nichts anderes vorhaben.

Dieser regionale Ansatz ist für uns total toll, da wissen wir schon: Reisewarnungen sind innerhalb der EU wichtig, aber Sie wollen sich ja entspannen und Urlaub machen, also muss Sie das kümmern? Eben. Es kann ja sein, dass die Einheimischen sich eher infizieren, aber ich frage Sie jetzt mal ganz ehrlich: wann haben einen deutschen Urlauber diese Einheimischen interessiert? Vielleicht kurz nach dem Krieg, weil man da seinen Kindern über den Weg gelaufen ist, ohne es zu wissen, aber das kann man heute ja ausschließen. Auf der anderen Seite haben wir für Sie in der Reiserücktrittsversicherung eine Bestimmung aufgenommen, dass Sie für die Infektionen in Ihrer Kommune nicht verantwortlich sind und sich auch nicht informiert haben, ob Sie ein Infektionsrisiko darstellen. Das müssen Sie gar nicht weiter ernstnehmen, wir wollen uns da nur absichern, falls die anderen Länder ihre Gesetze plötzlich ändern sollten. Dann muss man reagieren. Das werden Sie als Verbraucher sicher verstehen.

Dann haben wir ein paar Extras installiert, die sind auch total klasse für deutsche Kunden, weil die das ja nicht anders gewohnt sind. Wir haben für Sie selbstverständlich Frühstücksbüffet, ist zwar sonst verboten, aber die Hotels bauen das in der Kellerbar auf, da fällt das nicht so auf. Der Vorteil für Sie, es gibt ab acht Uhr Alkohol, je nachdem, ob Sie noch wach sind oder schon wieder. Total gut. Natürlich ist das nur für spezielle Gäste und wird sehr streng kontrolliert, aber nur bis zur Kellertür. Sie müssen die Masken also bis zur Kellertür mitnehmen und vorhaben, sie aufzusetzen, und was dann hinter der Kellertür ist, das wird dann nicht mehr kontrolliert. Unser Manager war mal Sicherheitschef bei einem Fleischproduzenten, der kennt sich mit Richtlinien aus. Total gut.

Was auch total gut ankommt, ist unser Service am Pool. Sie müssen da nicht mehr selbst Liegen reservieren, wir legen Ihre Handtücher schon vor Sonnenaufgang drauf. Sollte es da nichtdeutsche Gäste geben, brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen. Wir werden denen früh genug beibringen, wo der Hammer hängt. Das läuft total gut. Wenn das Personal sich schon freut, dass endlich wieder Deutsche da sind, dann werden Sie mit den paar Ausländern im Urlaub auch zurechtkommen. Also mit den Gästen. Die anderen leben da, das lässt sich nicht immer so schnell ändern. Denken Sie an den letzten Weltkrieg.

Diese Quarantänemaßnahmen müssen Sie nicht wirklich ernstnehmen. Das ist nur für den Fall, dass die Bundesregierung das tatsächlich anordnet, aber da wir jetzt die Kommunen in der Pflicht haben, ist es nicht wirklich ersichtlich, dass Sie als Urlauber irgendwelche Bestimmungen des Seuchenschutzes zu bedenken hätten. Wenn Sie jetzt zum Beispiel am Flughafen München, dann starten Sie ja unter Umständen auch schon mal in Hamburg-Altona, und wenn Sie auf dem Rückflug, das ist ja dann vertraglich total gut gesichert, dann werden Sie mit der Sportmaschine direkt in der Lüneburger Heide abgesetzt. Das ist dann viel dichter am Standort als München. Vor allem, wenn man sich da mit drei Rollkoffern den Weg bis zur nächsten Bundesstraße zusammengoogeln muss.

Wir denken an alles. Keiner weiß, wie sich die kommenden Monate entwickeln, und wenn Sie jetzt noch einmal eine schöne Zeit erleben, dann ist das für Sie und für alle eine hervorragende Zeit, in der wir uns total um Sie… – Einbettzimmer? Nein, das ist nicht das, was Sie denken. Nur für den Fall, dass wir medizinische Komplikationen haben. Also eher Sie.“





Stammbaumforschung

29 07 2020

Hier war schon länger nicht mehr gelüftet worden. Aber das passte zu der düsteren Kneipe, in deren Ecke Doktor Doppler den Inhalt seines Köfferchens ausbreitete. „Die ersten werden gleich da sein“, erklärte der Politologe. „Bestellen Sie sich schon mal ein Bier, dann können wir gleich anfangen.“

Unter einem Dorfkrug hatte ich mir etwas anderes vorgestellt, aber auch das hier war durchaus bezeichnend. Aus dem Hintergrund dudelte kratzig und monoton ein Spielautomat, die Aschenbecher wurden vermutlich einmal im Jahr grob gesäubert, das Getränkeangebot entsprach in etwa der Genfer Konvention: wer hier reingeriet, verdurstete nicht. Damit war der Kultur aber auch Genüge getan. Der Wirt, ein faltiger Mann von undefinierbarem Alter in einer Lederweste, die noch älter sein musste als er selbst, ließ in stoischer Ruhe Bier in die Gläser laufen. Langsam betraten die Gäste den Raum, einer nach dem anderen, und setzten sich missmutig auf Bank und Stühle. „Lahnstein“, murmelte einer der Herren, eher verärgert als erfreut, mit der halben Andeutung eines Kopfnickens. Er und der zweite, der sich später als ehemaliger Postbote zu erkennen geben sollte, hatten schon die Gläser vor sich stehen. So hätte der Abend enden können.

„Sie haben dies sicher schon gelesen“, begann Doppler die Runde, indem er ein Schriftstück in die Mitte des Tischers schob. „Tja“, sagte Jensen, „da macht man nun so Aufhebens davon, dabei ist da gar keiner zu Schaden gekommen.“ Der seit Jahren pensionierte Verwaltungsbeamte, der überwiegend im Rathaus seinen Dienst versehen hatte, wiegelte ab. „Dass die das nicht als Postbrief verschicken, sondern als elektronische E-Mail, das ist ja auch zu bedenken. Das hätte man einfach löschen können.“ „Jedenfalls hätte ich einen Drohbrief sofort bei der Polizei angezeigt. Sofort!“ Theodor Motzfeld, als Feuerwehrmann mit 64 im Ruhestand, sank in den Stuhl. „Ich will gar nicht wissen, woran Du einen Drohbrief erkannt hättest“, warf er ein. Hubert kniff beleidigt die Augen zusammen. „Am Umschlag. Nach spätestens zwanzig Jahren weiß man, was in einem Brief steht, und muss ihn nicht mehr…“

„Und einen Doppelten“, brummte Zeisig. „Wie immer“, bestätigte der Wirt und stellte die beiden Gläser vor den Pferdewirt. „Es handelt sich hierbei um schwerste Straftaten“, wandte Doktor Doppler ein. „Na“, sagte Motzfeld bedächtig, „es sind nicht nur Ausländer gewesen.“ „Die können doch wieder nach Hause ziehen“, gab Jensen zurück, doch Karl-Friedrich Lahnstein wusste es besser. „Manche von denen sind hier geboren.“ „Dann sind es eben keine Ausländer“, beharrte Zeisig und kippte den Kurzen. „Deshalb auch die Mails“, bestätigte Jensen. „Wenn man Ausländern schreibt und nicht weiß, wo die sich gerade aufhalten, macht man das per Mail, weil die überall zugeschickt wird.“ Keiner konnte der Logik widersprechen. Sie schauten beruhigt in ihre halbvollen Biere.

„Der Skandal ist doch aber“, mischte sich der Doktor erneut ein, „dass es sich um einen Polizisten gehandelt hat, und um seine Frau.“ Motzfeld legte die Stirn kraus. „Um einen ehemaligen“, korrigierte er. „Ein ehemaliger Polizist, also handelt es sich nicht mehr um ein Dienstvergehen.“ „Und wie kam er dann an einen Polizeicomputer?“ „Das muss er doch wissen“, stichelte Lahnstein. „Wer einmal zur Verwaltung gehörte, der ist immer noch gern als Gast gesehen und kann, nur mal so als Beispiel, den Pritschenwagen vier Wochenenden hintereinander als nicht fahrtauglich melden, weil seine Tochter gerade am Waldpark das Häuschen baut.“ Jensen grinste. „Ich wäre ganz vorsichtig“, antwortete der bullige Brandmeister. „Sonst kommt noch raus, dass einer seit 1975 die Fotokopien fürs Archiv des Anglervereins im Bürgermeisterbüro macht.“

„Sagen Sie mal“, ergriff Zeisig das Wort, „Sie sind doch einer von der Staatspresse, richtig?“ „Wie kommen Sie darauf?“ Doktor Doppler war ehrlich entrüstet. „Ich arbeite für das Bundesministerium des Innern!“ Der Wirt begann sofort, die Schnäpse wieder nachzufüllen. „Das ist doch fast dasselbe“, motzte der Briefträger. „Entweder Sie finden raus, was die am nächsten Tag im Fernsehen sagen sollen, oder das Fernsehen sagt Ihnen, was Sie am nächsten Tag rausfinden müssen!“ Zeisig goss den Korn in den Hals. „Wollen Sie uns denunzieren, weil wir uns von dieser kommunistischen Diktatur nicht den Mund verbieten lassen?“ „Das darf man ja alles in der Öffentlichkeit schon gar nicht mehr sagen“, ereiferte sich Motzfeld. „Ich kenne genug, die sind von der Polizei abtransportiert worden!“ Ich stellte das Glas ab. „Gut, wen denn?“

„Es hat keinen Zweck.“ Doktor Doppler ging noch einmal die Anweisungen des Protokolls durch, bevor er den Koffer schloss. Es war auch schon dunkel geworden. Jeden Augenblick musste das Taxi kommen, das uns bis zum Bahnhof in der Kreisstadt fahren würde. „Dennoch halte ich es für eine gute Idee, wenn man in diesen politisch so unruhigen Zeiten den Konflikten auf den Grund geht und sich genau überlegt, woher diese irrational aufgeladene Haltung kommt und wie sie sich auf die sozialen Spannungen auswirkt.“ Hastig zündete er sich eine Zigarette an. Nach ein paar Zügen wirkte er schon entspannter, aber auch resigniert. „Wir müssen es wohl zugeben, es gibt immer noch eine gewisse Schicht, die sich nicht integrieren will und auch gar nicht integrieren kann. Was meinen Sie, so als verfassungstreuer Staatsbürger – ob man die einfach aufgeben soll?“





Nicht ausreichend qualifiziert

6 07 2020

„… und die Wehrpflicht wieder einführen wolle. Angesichts der vermuteten rechtsextremistischen Kreise in der Armee sei der Bürger in Uniform eine gesellschaftspolitisch richtige…“

„… energisch zurückgewiesen habe. Högl habe als neue Wehrbeauftragte die Diskussion nicht angestoßen, um sichern zu können, dass die SPD auch nach der nächsten Bundestagswahl keine nennenswerte Regierungsrolle spielen müsse. Scholz könne bereits jetzt bestätigen, dass die Partei das ganz ohne die Hilfe von…“

„… lehne die Verteidigungsministerin den SPD-Vorstoß ab, da er inhaltlich zwar ganz ihrer Linie entspreche, aber nicht aus der Union komme. Es sei jedoch verfrüht, den Vorschlag noch einmal aus der christsozialen Gruppe im…“

„… nach verfassungsrechtlichen Bedenken auch nochmals neu entscheiden müsse, ob im Zuge der Gleichberechtigung eine Wehrpflicht für Frauen kommen müsse. Parteiintern wolle man eher eine Kombination mit der von Kramp-Karrenbauer als Ergänzung bevorzugten allgemeinen Dienstpflicht in der kommenden…“

„… massive Erweiterung des Wehrhaushalts zu erwarten sei. Beobachter seien sich darüber einig, dass die Bundeswehr möglicherweise sogar mit funktionierenden Fahrzeugen, Helikoptern oder Schiffen ausgerüstet werden müssen, um für die Wehrpflichtigen einen adäquaten…“

„… bestehe für Seehofer kein Problem. Da es keine sozialwissenschaftlichen Studien zu rechten Netzwerken in der Bundeswehr gebe, könne man zum jetzigen Zeitpunkt deren Existenz verneinen, so dass keine Gefahr einer Beeinflussung der Wehrpflichtigen durch rechtsgerichtetes…“

„… eine Beschränkung auf eine sechs Monate dauernde Grundausbildung sehr gut organisiert sei. Für den praktischen Einsatz seien Wehrpflichtige damit nicht ausreichend qualifiziert, man habe ihnen aber ein halbes Jahr Lebenszeit mit einer sinnlosen Aufgabe genommen und ihre Chancen auf eine berufliche Karriere geschmälert, die auch den Wirtschaftsstandort Deutschland nachhaltig schädigen können. Damit habe die SPD ihre Auffassung vom Verhältnis des Staates zu seinen Bürgern in geradezu idealtypischer…“

„… habe man in der Corona-Krise gelernt, die Gefahren der Infektion durch zu engen persönlichen Kontakt zu minimieren. Seehofer setze daher auf eine strikte Trennung von rechtsextremistischen Berufssoldaten und Wehrpflichtigen, um Risiken bereits im Keim zu…“

„… ob Högl die Debatte nicht auch als Anstoß zu einer Förderung der deutschen Wirtschaft habe verstehen wollen. Zumindest die Rüstungsindustrie könne nach jetziger Planung Umsatzsteigerungen im mehrstelligen Milliardenbereich sowie eine…“

„… setze sich Kramp-Karrenbauer für ein erweitertes Modell ein. Durch den sechs Monate dauernden Pflichtdienst in der Pflege könne so eine Entscheidungshilfe geleistet werden, dass viele den Beruf nicht erst nach Ausbildung und mehreren Arbeitsjahren verlassen würden, sondern sich gar nicht erst zu einem…“

„… verlange der Verfassungsschutz eine verantwortungsvolle Rekrutierungspraxis sowie die zeitgemäße politische Bildung der Soldaten. Der Bundesinnenminister habe bereits durchblicken lassen, dass dies seinen Kompetenzbereich nicht…“

„… dass die Umwandlung der Bundeswehr in einen börsennotierten Staatskonzern auch für die Ausgabenseite Vorteile habe, wenn zugleich die Rüstung in öffentliche Hand überführt werde. Merz werde dies als Bundeskanzler sofort in die…“

„… habe die Unterstützung der zivilen Kräfte in Nordrhein-Westfalen gezeigt, dass die rasche Eindämmung der Pandemie ohne Bundeswehr unmöglich gewesen sei. Laschet setze sich für einen Einsatz von Wehrpflichtigen ein, die auch andere humanitäre Katastrophen außerhalb von…“

„… keine Gewissensüberprüfung mehr geben könne, da diese staatsrechtlich nur noch schwer zu rechtfertigen sei. Seehofer werde jedoch stattdessen einen Gesinnungscheck ausarbeiten, um die Gefahr eines anwachsenden Linksextremismus in der…“

„… bei den Grünen auf strikte Ablehnung stoße. Wenn die Regierung durch mehr Personal die Armee vom Faschismus befreien wolle, so sei nur zu erwarten, dass sich die rechtsextremistischen Kräfte nach den Regeln der Homöopathie noch sehr viel stärker in den…“

„… habe die Bundesregierung dazu angeregt, Soldaten, die unter Verdacht rechtsextremistischer Gesinnung stünden, durch den intensiven Kontakt mit Jugendlichen von ihrer fehlgeleiteten Ideologie zu befreien. Um diesen Personenkreis wieder in die Lebenswelt deutscher Staatsbürger zu integrieren, wolle Högl bei den Wehrpflichtigen auch auf dunkelhäutige, muslimisch oder jüdisch versippte sowie anderweit national unzuverlässige…“

„… damit eine Kernforderung der AfD umsetze. Gauland begrüße die Anregung und verlange eine umfassende Neuorganisation der Reichswehr, die auch im Innern die Bestrebungen der von Bill Gates installierten Marionettenkanzlerin zur Umvolkung der Herrenrasse im…“

„… eine vollkommen überflüssige, inhaltlich falsche und von weltfremden Voraussetzungen ausgehende Debatte vom Zaun gebrochen habe, die Zweifel zurücklasse, ob der Vorschlag nicht reine Profilierungssucht sachkenntnisfreier Schwätzer sei. Högl freue sich, dass sie damit den Markenkern der SPD wieder einmal klar und deutlich in der…“





Extrem

30 06 2020

„Und Sie sind…?“ Bevor ich noch der Dame am Empfang meine Karte hatte reichen könne, kam Minnichkeit aus dem Aufzug, mausgrau wie immer und noch ein bisschen tollpatschiger als sonst. „Wir freuen uns“, strahlte er. „Lassen Sie uns sofort in die Redaktion fahren, er erwartet Sie schon!“

Seit Trends & Friends, der leicht überkandidelten Agentur, hatte er nicht mehr so ein Vergnügen gehabt. Der Bürojob hatte ihn für ein paar Jahre beruhigt, doch nun zog es den Kreativen zurück in sein Metier. „Ich habe ihn entdeckt“, sagte Minnichkeit nicht ohne Stolz. „Wir sind so gut wie ausgelastet, es läuft großartig.“ Der Lift bimmelte, wir hatten das Stockwerk erreicht. Kaum rollten die Türen zur Seite, sahen wir ihn auch schon, wie er aufgeregt mit einem leeren Becher über den Flur stürmte. „Kaffee-Wahnsinn“, keuchte er, „schon wieder leer!“ Minnichkeit nickte. „Er ist in seinem Element. Eigentlich die ganze Zeit.“ „Und was ist noch mal genau seine Aufgabe?“ Der alte Freund zog die Brauen empor. „Er ist unser Schlagzeilenspezialist.“

Wir hatten uns schon im Büro niedergelassen, da kam der Spezialist zurück. „Super-Sommer“, verkündete er. „Was Sie jetzt gegen Monster-Hitze tun können!“ Und er kippte das Fenster. „Ich sehe“, bestätigte ich, „Sie sind ein Meister Ihres Faches.“ „Wir sind auch sehr zufrieden“, sagte Minnichkeit. „Ein komplett neues Geschäftsmodell, und es hat sofort wie eine Bombe eingeschlagen.“ „Business-Killer“, erklärte der Redakteur, „Wahnsinns-Umsatz im ersten Quartal – das Start-Up, das Sie kennen müssen!“ Ich schlug die Pressemappe auf. „Das sind also die Titel der letzten Wochen.“ Doch Minnichkeit rümpfte die Nase. „Ich bitte Sie, das machen wir an einem Vormittag!“

„Chaos-Wirtschaft!“ Offenbar hatte unser Schreiber wieder eine Eingebung. „Deutschland geschockt von Merkel-Plan!“ „Ich kann damit jetzt nicht viel anfangen“, bemerkte ich. Möglich, dass es neue Entwicklungen in der Europäischen Union gab, von denen ich noch nichts gelesen hatte. „So werden wir von Ekel-Ausländern abgezockt!“ „Da lag ich dann wohl falsch.“ Minnichkeit knetete die Hände. „Manchmal ist er ein bisschen, wie soll ich sagen – direkt.“ Ich nickte. „Sie richten sich ja auch nicht gerade an eine intellektuelle Zielgruppe.“ „Noch mehr Hartz IV!“ „Ist das jetzt gut oder schlecht?“ „Bezahlt Merkel Corona-Drosten?“ Ich merkte, dass ich eine Pause brauchte. Zum Glück war ihm auch der Kaffee ausgegangen. Wir konnten uns auf dem Balkon ein wenig die Beine vertreten. Dort draußen war die Sommerluft sogar angenehm.

„Klopapier-Terror“, stöhnte er und setzte sich wieder in seinen Drehsessel. „Ist Steuer-Irrsinn jetzt noch Deutschland?“ Ich nippte nur einen kleinen Schluck aus meiner Tasse, aber Minnichkeit lief rot an. „Wir hatten das doch gerade erst“, stöhnte er, „das kann doch jetzt nicht schon wieder… – “ „Hitler-Gold!“ Ich schielte nach dem Fenster. „Vielleicht ist es doch ein bisschen warm hier.“ Ich hatte recht, und der Werbekaufmann erklärte es mir sogleich. „Er läuft ab und zu heiß, dann bleibt er an einer Ecke hängen und wir müssen ihn langsam wieder beruhigen.“ Ich stellte die Tasse zurück auf den Tisch. „Scheint sich um die rechte Ecke zu handeln.“ Minnichkeit räusperte sich mit einer Art von Bestimmtheit, die ich von ihm gar nicht kannte. „Sie wissen, aus welcher Branche ich komme, und da muss man schon darauf achten, dass man sein Produkt auch verkaufen kann – wir würden doch sonst die Leser gar nicht erreichen.“ Ich lehnte mich zurück und wollte gerade antworten, aber ich kam nicht dazu. „Sex-Schock! Extrem-Ausländer! Wird Deutschland von Feministinnen vergewaltigt?“ „Ihr Problem“, antwortete ich kühl, „ist nicht Ihre Branche, Ihr Problem sind Ihre Kunden.“

Minnichkeit blieb eingeschnappt; er rührte noch ein bisschen in seiner Tasse herum, dann blätterte er wieder in der Mappe. „Wir müssen ja heute noch ein bisschen arbeiten“, sagte er schmallippig. „Von alleine macht sich das ja nicht, auch wenn es Ihnen so scheint.“ „Klinik-Skandal“, setzte der Redakteur ein. „Impf-Irrsinn! Merkel fordert neue Risiko-Milliarden für EU! Corona-Wurst tötet Rentner! Ist Autofahren bald verboten?“ „Vielleicht sollten Sie die Installation einer Klimaanlage in Erwägung ziehen.“ „Ruhig“, zischte Minnichkeit. „Das sind die besten Titel, die uns pro Stück mindestens…“ „Lügen-Virologe kriegt Geld vom Staat! Drama im Freibad – Kinder schwimmen in den Tod! Fußball-Entzug für Hartz-IV-Schnorrer! Asylanten fordern Milliarden für Drogen!“ Er hustete kräftig; nicht auszuschließen, dass es psychosomatisch war. „Randale-Migranten – Prügelstrafe jetzt! So viel Geld kosten uns Arbeitslose! Linke wollen alle Polizisten ins Lager schicken! Deutsch-Terror – Grüne schaffen Zigeunerschnitzel ab!“ „Schön“, lobte Minnichkeit, „sehr, sehr schön. Das ist einer der besten Tage seit langem, und ich muss sagen, ich bin wirklich zufrieden mit Ihnen.“ Fast hätte man sagen können, dass ein Lächeln über das Gesicht des Schlagzeilenproduzenten gehuscht wäre, aber vielleicht hatte ich mich auch nur getäuscht. „Wie Sie sehen, haben wir mit unserem Geschäftsmodell eine große Lücke im Journalismus geschlossen und sind auf dem Weg zum großen Erfolg.“ Ich lächelte. „Minnichkeit, nehmen Sie es mir nicht übel, aber dass jemand die Schlagzeilen zu Zeitungsartikeln…“ Er winkte ab. „Nein, Sie haben das nicht verstanden. Er liefert die Titel. Was die Zeitungen dann für Artikel schreiben, das ist nicht mehr unser Problem. Wie gesagt, ein ganz neues Geschäftsmodell.“





Kritik der öffentlichen Vernunft

22 06 2020

„Sofort wegkloppen. Nicht lange fackeln, das stellt eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit dar. Wenn wir unsere deutsche Geschichte jetzt durch alle im öffentlichen Raum vorhandenen Kunstwerke von den Makeln der Vergangenheit bereinigen können, dann sollten wir das auch machen. Keine Angst, die Geschichte wird Sie nicht verurteilen, hauen Sie diese Judensau weg.

Das wird gern vergessen, dass Karl Marx zu denen gehört, deshalb müssen wir sofort eingreifen. Kein Angriffspunkt, da haben die Typen aus Amiland schon recht, diese Denkmäler gehören sofort, unverzüglich aus dem öffentlichen Raum entfernt. Privat darf natürlich jeder seine eigenen Assoziationen haben, da gibt es noch keine gesetzliche Grundlage. Aber wir haben hier eben ein christliches Abendland, und wenn die Nazis aus der AfD, die noch nicht an der Regierung beteiligt sind und deshalb vorerst noch als Nazis behandelt werden müssen, also wenn die Nazi das im Namen ihrer konservativen Revolution in ein jüdisch-christliches Abendland umdeuten wollen, dann ist das natürlich klar, dass wir da als Demokraten sofort widersprechen. Nicht mit uns. Wir fordern, dass der öffentliche Raum frei bleibt von diesen extremistischen Forderungen.

Hier, Oskar-Maria-Graf-Straße – wen wollen die damit verarschen!? Das war ein Bäckergehilfe, der sich freiwillig durch eine demokratisch von den Deutschen gewählte Reichsregierung hat vertreiben lassen. Was meinen Sie, was das heute kosten würde, da kriegt der Reichs-, ich meine: da kriegt der Bundesinnenminister einen Schlaganfall. Das war noch nicht einmal eine Abschiebung nach geltender Gesetzeslage, und dann kriegt diese linke Sau dafür auch noch Straßenschilder? Es gibt so viele Heimatschriftsteller, die waren teilweise rein katholisch versippt, das war bei den Nazis auch nicht immer einfach, wenn Sie da einen Kardinal in der Familie hatten oder einen Papst, der zehn Jahre später mal was gemerkt hat, kann ja mal sein, und dieser vorsätzliche Emigrant, der Deutschland im Stich gelassen hat, soll auch noch durch einen Straßennamen geehrt werden? Wir sind hier doch nicht bei den Hottentotten!

Eine Plakette für Walter Ulbricht, nur weil diese rote Sau bis zur Flucht nach Moskau in diesem Viertel gehaust hat? Mein Güte, das kann man doch auch mit Ostalgie nicht mehr rechtfertigen! Leipzig ist eine besondere Stadt, die sind da alle nicht ganz dicht, wenn man unserem Innenminister glauben darf, aber ansonsten muss man die doch mal mit normalen Maßstäben beurteilen – Linksfaschisten, da lohnt sich keine Diskussion, und genau darum ist es so wichtig, dass wir unsere gemeinsame deutsche Diskussionsgrundlage beibehalten, die uns die historische Bewertung der DDR ermöglicht.

Schauen Sie, das ist doch das Schöne an diesem politischen System. Wenn Sie Probleme haben mit zu viel Toten durch Autobahnraserei, mit korrupten Abgeordneten, mit Nazis in der Bundeswehr, mit Nazis in der Polizei, überhaupt mit Nazis, wer ist denn dann schuld? Richtig, der Linksextremismus. Linksextremismus ist wie ein Einhorn, jeder hat schon mal ein Bild davon gesehen, also muss es ihn geben, weil sich so etwas ja keiner ausdenkt.

Wenn Sie den Linksextremismus und diese, ich möchte mal sagen, übertriebene Vaterlandsliebe mit nicht immer ganz legalem Schusswaffeneinsatz für die Ehre der Volksgemeinschaft vergleichen, dann ist Ihnen doch hoffentlich klar, dass die Deutschen, also die deutschblütigen Volksgenossen, seit der Invasion der ostischen Feindvölker sehr viel mehr unter den stalinistischen Untermenschen gelitten haben als durch die zivilisatorische Aufbauarbeit der westintegrierten Kulturnationen. Gucken Sie sich nur mal die Demografie an, seit 1949 sind doch im Osten Millionen Kulis verreckt. Das mag auch statistische Verzerrung sein, manche sind mit 70 schon tot, manche sterben an Altersschwäche oder an Krebs, aber das ist doch nur Augenwischerei. Hätte Stalin im Ostblock Bananen erlaubt, die wären im Schnitt alle ein Jahr später gestorben.

Und da setzt unser Ansatz der Bewältigung der Geschichte im öffentlichen Raum an, dass wir jetzt den öffentlichen Raum als öffentliche Geschichte ansehen. Hier zum Beispiel, Stralsunder Straße – das ist ein Wohnviertel, das gegen 1960 erschlossen wurde, und da befand sich Stralsund wo? Dieser heimliche Sozialismus-Kult, der DDR-Namen nutzt und Städte, die damals im offenen Widerspruch zur westlich-demokratischen Weltordnung standen, die werden wir auch in Zukunft nicht mehr dulden. Das ist für Sie hoffentlich kein Widerspruch mehr, denn sonst müssen wir wohl davon ausgehen, dass Sie zu den reaktionären Feinden unserer öffentlichen Grundordnung gehören. Sie wissen sehr gut aus der Geschichte der SBZ, dass es deren Ziel bis heute war und ist, das ideologiefreie Staatswesen durch Hetzpropaganda zu spalten, damit sich einzelne Bevölkerungsschichten trotz des allgemeinen in der Bevölkerung spürbaren Wirtschaftsaufschwungs… – Wo war ich? Erich-Mielke-Chaussee, haben Sie denn noch alle Latten am Zaun!? Das ist vielleicht Ihre Meinung, aber im Bundesministerium des Innern würden wir doch so ein organisatorisches Genie nie undifferenziert behandeln. Wir lieben doch alle! Wir setzen uns doch dafür ein!“





Gernulf Olzheimer kommentiert (DXVIII): Ekelwerbung

12 06 2020
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Keiner weiß wirklich, wie es angefangen hat, es liegt jedoch nahe, dass der römische Statthalter Marcus Tullius Stultus vor dem Gastmahl einen seiner etatmäßigen Sänger auftreten ließ, der beim Aperitif mit Lerchenzungen und Otternasen mäßig klampfte und alsbald ausrief: „Fußgeruch!“ Schnell und unbürokratisch war die Stimmung im Eimer, der Präfekt sparte gebratenen Fasan, allerlei Obst, Wein und Zuckerzeug. Immer wieder schön, wie es ihm gelang, die Gesellschaft aufzulockern und im Gespräch zu bleiben. Leider geriet sein Beispiel in den kommenden Jahrhunderten nicht hinreichend in Vergessenheit, denn bis heute müssen wir es leiden, wie noch das deutsche Farbfernsehen in epischer Breite und täglich zur schönsten Sendezeit seinen wehrlosen Zuschauern in den Neocortex ballert, und das in Gestalt der Ekelwerbung.

Zur schönsten Sendezeit, das heißt: im Alltag meist kurz vor oder im Zieleinlauf der abendlichen Nahrungsaufnahme, wenn die Studierenden bereits das Bewusstsein erlangt haben und Senioren noch nicht sediert sind, die familienfreundliche Stunde, die nach Erwerbsarbeit und Sozialkontakten ganz der Entspannung dienen soll. „Ich bin Entwicklerin in einem großen Unternehmen für Hundeleinen“, jodelt’s da aus der Glotze, „deshalb kenne ich mich mit hartem Stuhlgang aus!“ Nach dreißig quälenden Sekunden beendet die Darmleuchterin ihr Gewürge und leitet ansatzlos in den nächsten Spot über, der in barocker Plastizität von Diarrhö singt, als gäbe es damit einen Krieg zu gewinnen. Spätestens nach der zweiten Einheit an Verkaufsförderung von Bauchheilmitteln kommt dem wehrlosen Zuseher die ganze Plempe mit Hochdruck aus allen anderen Körperöffnungen entgegen, spätestens bei der bunten Reizdarm-Reklame fliegt der Flimmerkasten mit Fahrtwind durch die ungeöffnete Scheibe und touchiert final die Straßenoberfläche.

Früher meuchelten Hüfthalter noch diskret die Damen, heute setzen sich völlig verseifte Mimen vor die Kamera und spielen jugendlich bewegte Pärchen, die einander bei einem guten Rotwein die Vorzüge einer Zahnpasta preisen, weil das Zeug die Blutung oberhalb der Beißer wegschwiemelt. Wer herausfindet, welche Gesellschaft das abbilden soll, ist herzlich eingeladen, sich bis zum Ableben in deren Obhut zu begeben und möglichst nie mehr in die zivilisierte Welt zurückzukehren, um mit derlei Geschmacksverkalkung eine ganze Nation in die kollektive Übelkeit zu treiben. Drüben in der Küche schält vermutlich das Gespons Kartoffeln und salzt bedächtig nach, während adoleszente Gutausseher, die wir selbst gerne sein wollen – zumindest ist es das Ziel der Filmchenfuzzis, uns eben dieses in die Birne zu pfriemeln – die unerträgliche Seichtigkeit des Neins zum Nagelpilz zelebrieren. Nagelpilz, wer ist nicht im Thema, wenn sich hippe Typen um Lifestyle-Themen wie Enddarmausstülpungen oder entzündete Haut dank bakterieller Superinfektion unterhalten, auf dass sich alles am Ende easypeasy im Arm liegt. Vermutlich bricht sich das brüllend über die Schulter, aber wir wischen’s ja nicht weg.

Ja, tröpfelt’s aus dem Kanal, die Vorderseite ist auch schon dran. Allerlei Zeug zum Naturheilen in Pille-Palle-Form gegen permanente Entwässerung im fortgeschrittenen Mannesalter dräut uns, und jetzt wird auch klar, was die Propagangster wollen: die komplette Aufmerksamkeit der von Enkeltrick und Apothekenpostillen umzingelten Generation, die sich mit Baldrian, Knoblauch und Kürbiskernen gegen irreversible Alterungserscheinungen mästet, vorsichtshalber den Gegenwert einer Mahlzeit in Form von Nahrungsergänzungsmitteln in die Diät einpreist und jede Kasperade sofort kauft, weil die Nachbarn es sicher auch tun. Steht der Quark erst einmal gut sichtbar bis prominent in der Drogerie, hebelt ihn sich der eine oder andere Ruheständler für teuer Geld in den Wagen, ob es hilft oder nicht.

Früher fielen den Benutzern der falschen Paste wenigstens noch Zähne aus, dass eine griechische Tragödie nichts dagegen war. Üble Schmutzränder krusteten sich an der Keramik entlang. Vorläufiger Endpunkt des Grauens war die Katastrophe namens Gefrierbrand, die dem Kurzgebratenen unmittelbar vor dem Besuch des Vorgesetzten dräute. Alles vom Tisch, Körperscham und Psychohygiene, es geht munter zurück in die infantile Phase der schwindenden Scham, mit der die Demenz sich anschleicht – wer sonst, wenn nicht Herrschaften im kaufkräftigen Ruhestand, ist hier gemeint, der sich vor lauter sickerndem Sekret und nässenden Ausfallerscheinungen nicht angesprochen fühlte? Noch hat man uns diverse Hygieneartikel nicht im lebensechten Gebrauch gezeigt. Unerschlossen ist das Würgegefühl beim Einsatz diverser federnder Zahnbürsten. Aber sollte sich die Check-24-Familie jemals zum Thema Verstopfung äußern, brennt die Mattscheibe. Versprochen.





Schwarzer Kanal

8 06 2020

„Wir könnten diese eine da aus Berlin einladen.“ „Die Journalistin?“ „Sie meinen die Ärztin.“ „Weiß ich nicht, aber die ist Ausländerin.“ „Ich dachte, die ist deutsch?“ „Wenn Sie die Farbige da meinen, die kann doch nicht deutsch sein.“ „Wozu soll die denn kommen?“ „Naja, Rassismus halt.“

„Dann lade ich aber keine Ärztin ein.“ „Meinen Sie, als Ärztin ist man keinem Rassismus ausgesetzt in Deutschland?“ „Ärzte machen hier gerade nur Corona.“ „Ich dachte, für Corona holen wir nur die Wirtschaft und ab und zu einen Schauspieler?“ „Wenn wir die jetzt einladen, dann wollen doch alle, dass die auch irgendwas zu Corona sagt.“ „Die Diskussion kann man doch auf Rassismus…“ „Ich meine, die will dann wieder eingeladen werden, das geht doch nicht!“ „Und diese Journalistin?“ „Wir haben schon einen Journalisten in der Sendung.“ „Muss der denn eingeladen werden?“ „Der ist so gut wie immer da.“ „Wenn wir den rausnehmen, dann kommt er so schnell nicht wieder.“

„Dann hätten wir noch den Sänger, der ist ja in letzter Zeit auch ganz bekannt.“ „Das ist aber kein Ausländer.“ „Muss ja auch nicht.“ „Wenn er aber Ausländer wäre, dann könnte er besser vergleichen, wo jetzt mehr Rassismus ist.“ „Ja, das klingt okay.“ „Dann laden Sie den mal ein.“ „So war das aber nicht gemeint!“ „Ich meine, so als Künstler ist das auch eher zu emotional besetzt, der steigert sich in eine unwissenschaftliche Definition von Rassismus rein, die wir hier nicht senden können.“ „Gucken Sie mal nach, ob Sie einen farbigen Soziologen im Telefonbuch haben.“ „Da ist einer aus Hamburg, aber das ist ein Psychologe.“ „Einen Versuch wäre es wert.“ „Schmidt, der ist seit dem…“ „Nee, das klingt scheiße.“ „Zu deutsch.“ „Wenn er Ausländer wäre, ginge es.“ „Als Österreicher?“ „Ich will hier keinen Stress mit dem Chefredakteur kriegen.“

„Die Frage ist doch erst mal, wie definieren wir Rassismus?“ „Das sollen doch die Farbigen für uns machen.“ „Wer macht denn hier das Programm, die Gäste oder wir?“ „Wir sind doch nicht der schwarze Kanal!“ „Ich möchte sowieso mal wissen, was die in der Sendung sagen wollen.“ „Dass es Rassismus in Deutschland gibt.“ „Das können wir doch im Spätprogramm immer noch machen.“ „Als Feature ist das auch leichter zu verarbeiten.“ „Und wenn es richtig spät kommt, guckt keine Sau zu.“ „Dann haben wir wieder das Problem, dass uns jeder vorwirft, nichts gegen Rassismus zu tun.“ „Doch, wir haben mindestens ein Dutzend Features über Rassismus.“ „Kann man neu zusammenschneiden, das merkt auch keiner.“ „Da könnte man doch den Soziologen reinsetzen, der kommentiert das.“ „Der ist Psychologe.“ „Meinen Sie, irgendjemand kapiert den Unterschied?“ „Ist halt ein Schwarzer.“ „Aber er vertritt dann nur die wissenschaftliche Definition und verzerrt die objektive Sicht auf das Material.“

„Insgesamt fehlt mir das kritische Element.“ „In den anderen Sendungen ging es zum Beispiel um Ausländer, da hatten wir diesen Nazi, der die halbe Sendezeit über gelogen hat.“ „Genau, so hatten wir die Chance zur dialektischen Diskussion.“ „Es gab doch mal diesen Ex-Muslim, der alle Muslime als Terroristen bezeichnet hat.“ „Genau, das bräuchten wir.“ „Einen Ex-Schwarzen?“ „Hähähä!“ „Es gibt doch Rechte, die alle Ausländer grundsätzlich aus Deutschland rausschmeißen wollen.“ „Und wenn wir nun einen deutschen Schwarzen einladen?“ „Einen schwarzen Deutschen meinen Sie.“ „Das ist doch dasselbe!“ „Für Rechte schon.“ „Dann haben wir wenigstens eine Chance auf eine Diskussion, die wir sonst im Alltag nicht führen.“ „Als Weiße sowieso nicht.“

„Wir könnten doch trotzdem diesen Sänger und vielleicht noch einen Fußballspieler einladen.“ „Das halte ich nicht für zielführend.“ „Vermutlich meint ein Teil des Publikums dann, dass die ja eigentlich alles geschafft haben.“ „Trotz ihrer Hautfarbe.“ „Sie meinen positive Diskriminierung?“ „Das wäre dann ja letztlich wieder Rassismus gegen Weiße.“ „Für die Diskussion wäre das gut.“ „Wir müssen nur sehen, dass wir da niemanden einladen, der noch mal wiederkommen soll.“ „Keine Sorge, von denen kommt keiner.“ „Zumindest nicht freiwillig.“

„Man könnte ja trotzdem mal einen schwarzen Polizisten einladen, der kann über institutionellen Rassismus mitreden.“ „Ich kenne da diesen einen Schauspieler, der…“ „Ja, der spielt aber nur einen schwarzen Polizisten.“ „Er ist aber ein Schwarzer, der einen Polizisten spielt.“ „Hätte er Polizist werden wollen, wäre es möglicherweise gar nicht erst geworden.“ „Vielleicht ist er deshalb ja gleich Schauspieler geworden?“ „Das führt doch zu nichts!“ „Warum kann die Redaktion nicht einmal eine schwarze Quotenfrau raussuchen!?“ „Die sind alle mit Behindertenbonus versehen.“ „Ach so.“ „Es bieten sich doch immer so viele an.“ „Da wäre ich vorsichtig, vielleicht wollen die nur mal ins Fernsehen.“ „Dann riskieren wir, dass die unschöne Sachen sagen.“ „Genau.“ „Was aber viel schlimmer wäre, die wollen dann jedes Mal eingeladen werden.“ „Sie meinen immer, wenn irgendwo ein Zwischenfall mit Ausländerfeindlichkeit in den Medien ist?“ „Wenn es sich um Deutsche handelt, ist es ja keine Ausländerfeindlichkeit.“ „Okay, dann muss man sie auch nicht einladen.“ „Also diese Dominanz von Farbigen kann sich auf den Sender auch negativ auswirken.“ „Sage ich ja, Rassismus gegen Weiße.“ „Wir können uns doch nicht ewig dieses Gejammer anhören, dass es in Deutschland Rassismus gibt!“ „Eben, woanders ist es noch viel schlimmer.“ „Ich bin jetzt die Faxen leid.“ „Haben Sie die Nummer von dem Arzt?“ „Corona?“ „Ja.“ „Okay.“ „Meine Herren, die Sendung steht.“





Gernulf Olzheimer kommentiert (DXVII): Deutsche im Todestrieb

5 06 2020
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Sie sind, auch wenn sie so tun, als hörten sie es nicht gerne, die Musterschüler unter den halbwegs als Industrienation erkennbaren Pausenclowns der Erdgeschichte, zufällig in der von Flachland, einer Gebirgsregion und langweiligen Hügeln geprägten Geografie Mittelmitteleuropas geboren und damit erkennbar privilegiert, weil sie innerhalb der letzten Jahrtausende nur wenig Gelegenheit hatten, von Naturkatastrophen ausgelöscht zu werden. Hier und da nagten Sturmfluten kurz an der Küste, aber sonst führten sie ein apathisches Dasein. Hätten sie es nicht hin und wieder durch Kriege aufgelockert – teilweise blitzartig fürs Volk ohne Raum, teilweise als dreißigjährigen Versuch, Raum ohne Volk zu erschaffen – sie wären schläfrig in Trübsal und Verdruss versuppt, elend erschlafft, matt ins Grab gesunken und längst vergessen. Natürlich hätte eine Weltgeschichte ohne Deutsche auch funktioniert, mutmaßlich nicht schlechter, aber nicht ohne die manisch mahnende Vorbildfunktion dieses Volkes, das von nichts mehr beherrscht wird als von seinem Todestrieb.

Andere feiern Dolce vita oder Savoir-vivre, der Teutsche ist zuerst pünktlich, dann gründlich, und zuletzt trennt er den Müll, auch hier in der Stunde des Abschieds vom Dinglichen penibel, weil er sich vom Paradies der Einwegflaschen nur die sortenreine Auferstehung vorstellen kann. Wo Verwertungslogik regiert, und wo in diesem Land regierte die nicht, da sucht sie ihre Rechtfertigung im Rituellen, wofür der Preuße ja wie geschaffen scheint, liebt er doch nichts mehr als die Wiederholung des immer gleichen. Denn wo sich nichts ändert, nichts sich entwickelt, sind nur Stillstand und Zustandserhaltung möglich, von vorsichtigen Kritikern Konservativismus genannt, von Realisten Tod. Der labile Status, ob als Knick im Paradekissen oder billiger Sprit an der Tanke, alles das darf nie verloren gehen und wird zum Unvergänglichen verschwiemelt, das auf Erden und erst recht anderswo Ereignis wird, vornehmlich als Leitkultur, von der keiner weiß, was da eigentlich drinsteckt, eventuell das christliche Abendland, der Weihnachtsmann oder die Einheit. Alles das sind wir sofort bereit, über die Wupper zu jagen, damit es kein anderer mehr besitzen kann. Auch wenn es weg ist, das gehört noch uns: Ostgebiete, Kolonien, der Kaiser.

Das Klima erhitzt sich, der Acker verdorrt, doch der Deutsche will, will, will nach Malle fliegen, im Straßenpanzer über die Autobahn ballern und zu Weihnachten südamerikanischen Flugspargel in den Schlund schieben. Ja, er verheizt die Zukunft seiner Kinder, aber die sind selbst schuld – was mussten die auch so spät geboren werden. Der Bescheuerte ändert sich nicht, so wie sich Universitäten nicht ändern, weder Justiz noch Politik, Märkte oder die metaphysischen Diensteanbieter, die allesamt in ihren Handlungsmustern erstarrt sind, damit alles so bleibt, wie es niemals war. Es vereinfacht nicht nur das Leben, es entlastet vom nörgelnden Über-Ich, das immerzu die Vernichtung der anderen verbietet, mit Moral kommt und einem die Regression madig macht, in die sparsame anale Phase zu glitschen. Wen wundert’s schon, dass der Teutone in der Existenzkrise vor allem Toilettenpapier hamstert.

Und so kombiniert der teutonische Töffel im Angesicht der Gefahr beides, die Vernichtung des Lebendigen an sich und der Außenwelt. Die Bilder der Toten vor Augen greint er nach Haarschnitt und Biergarten, als müsse er im Bunker hocken und den Putz von den Wänden lutschen. Er will es einfach, am besten zurück in den Mutterschoß, wo er die Verantwortung für dieses Leben loswird. Alles soll sich so wiederholen, wie es früher einmal war, ohne die Hiobsbotschaften einer sich verändernden Welt, ohne Rücksicht auf Verluste. Der einzige Schmerz ist ihm, über Leichen zu gehen, denn dazu muss er sich ja bewegen. Aber was tut man nicht alles.

Jenseits des Unlustprinzips scheint sich der Deutsche ohnehin nach Ewigkeit zu sehnen, ohne sie aber noch durch erwähnenswerte Eigenaktivität am Laufen halten zu müssen; seine Vorstellung von Jenseits ist die einer andauernden Rente, die er am Nullpunkt der Teilchenbewegung verbringt, nur mit ausgeklügelten Messmethoden von der Zeitlosigkeit des Anorganischen unterscheidbar, eins mit allem wie ein beiger Fleck in der Landschaft, der sich erst bei sehr hoher Auflösung als Seniorengruppe am Einstieg eines Reisebusbahnhofs entpuppt, während um sie herum sich die Thermodynamik verhakt. Ein Meister aus Deutschland hat das Auto erfunden und den Verbrennungsmotor, Kernspaltung und alles, was ihm bis zum bitteren Ende einen Eintrag in der Geschichte der Auslöschung sämtlichen Lebens auf diesem Planeten sichert. Sollte es wider Erwarten doch intelligentes Leben geben, dann wird es unser Sonnensystem erst in ferner Zukunft entdecken und diesen mit einer Sauerstoffatmosphäre, zahlreichen Parkplätzen und Kriegsdenkmälern ausgestatteten Rotationsellipsoiden betreten. Sie werden sicher im Halteverbot landen, aber es wird keiner mehr da sein, der auf sie schießt. Schwer vorstellbar: ein Himmel auf Erden, alles tot. Wie traurig, dass wir das nicht mehr erleben dürfen.





Gernulf Olzheimer kommentiert (DXVI): Die Küchenschublade

29 05 2020
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Alles war einfacher, als Uga noch direkt vom Baum aß. Seine Söhne hatten schon mehr mit der Evolution zu tun, sie trugen nicht nur die Früchte des Buntbeerenbuschs in die Einsippenhöhle, sie schwenkten auch langsam auf eiweißreiche Kost um: Säbelzahnziege, Backenhörnchen am Spieß und Wollnashorn. Nachdem Rrt sich einst beim Zerlegen eines Beutelsäugers gewaltig in die Finger geschnitten hatte, beschloss die Familie, ihm das Essen mit der verbliebenen Hand zu erleichtern: sie zerkleinerten die traditionell am Stück servierte Keule vor dem Verzehr mit dem Knochenmesser, und das Verhängnis nahm seinen Lauf. Der Way of Life, von der Hand in den Mund zu leben, hatte seinen ersten Bruch erfahren.

Hübsch zu erwähnen, nur nicht bei römischen Sittenlehrern, ist die Tatsache, dass Petrus Damiani die Gabel, das Essinstrument der Pastafari, als Werkzeug des Teufels gebrandmarkt hatte; sicher ist, dass sich die Katholiban auch in höheren Chargen einen fliegenden Darmwind um derlei modischen Grützkotz geschert haben, sobald sie der dumpfen Gesellschaftsschicht kommunizieren konnten, dass es nur legitim sei, sich die Kalorien mit den Fingern bis in die nicht mehr vorhandene Bezahnung zu pfropfen. Wahrscheinlicher ist, dass Hildegard von Bingen, Erasmus von Rotterdam und Louis Quatorze von der Gouvernante eins auf die Griffel gekloppt bekommen haben, weil sie ihre Flossen in den Braten gesteckt hatten, bevor der Zeremonienmeister den Schlitzwender in den Gurt gesteckt hatte. Heute aber muss keiner mehr theologische Höllengespräche führen um die Frage, ob die drei- oder die vierzinkige Gabel für Salat geschmacklich und ästhetisch oder testamentarisch geeignet sein könnte. Böse Zungen wollen wissen, Luther selbst habe im inneren Konflikt zwischen Fisch- und Konfektgabel Geschmacks- und Gottesfurcht total verloren, wobei sich heute nur eins nachweisen lasse. Sicherlich nicht Fisch.

Wer immer sich den vormodernen Megabums an Lebensmittelverschnippelungsgelump vorgesellt hatte, er besaß eine putzig eingeschränkte Fantasie. Möhre oder Kartoffel vor dem Kochvorgang zu enthäuten ist das eine. Ein komplettes Universum an Zutaten jedoch zu transformieren, das erfordert schon eine quadrantenverschobene Echtzeit, auch und deutlich in der sich rasch wandelnden Wahrheit des aufpoppenden Bürgertums, das aus der Quere der bourgeoisen Möchtegerne sich zu behaupten wusste. Hier wurde das Schlürfen nicht weniger als unanständig, es ging nur den Anständigen gewaltig an der Sitzfläche vorbei. Und da mündet der Anspruch des Bürgertums. Sie wollen kochen.

Leider mit Gedöns. In einem durchschnittlichen Reihenhaus, pädagogische Angestellte, Fachmann für Handwerksgeschraub, sie haben das lange genug studiert und wissen, wie die Butter sich im Baufett manifestiert. Man zieht das ominöse Fach auf und verfällt in vorsokratisches Staunen. Butter-, Obst-, Dessert-, Brötchenmesser, bei denen noch nicht einmal klar ist, wie sie ihre semiotische Form aus der halbwegs bekloppten Form hatten schwiemeln können, ohne dass Eco mit einem soliden Lachanfall die Frühstücksindustrie in Grund und Boden interpretiert hätte. Schichten zwischen halbfestem und nicht wirklich unterem mittlerem unterem Bürgertum der unteren bürgerlichen Klasse haben sich mit dem Pfirsichmesser geplagt, aber das waren nicht die wirklichen Kriegszustände.

Das wimmernde Bürgertum hat alles: den leidigen Apfelentkerner und den Ananaskastrator, weil man ja ständig Ananas frisst; Austern- und Hummergabel, Schneckenzange, Knoblauchschäler und Paprikaenthäuter. Ohne Lachsmesser (für drei Konsum-Punkte in der Handels-Kloake der Wahl erhältlich, Set à zehn Messer) und Käseschneider (fünfzig Punkte, etruskischer Wellenschliff, Schaft aus handgeöltem Büffelhorn mit Griffmulden im Gladiatorenstil) warzt diese Stumpfbestückung in ein elendes Geröll ab, dem man sich nicht gern stellt, selbst nicht vor der Küste. Käsemesser und Erdnüsschentange spotten den Gegenübern, mit denen man Eiswürfel, industriell entkernte Oliven oder sonstiges Schrumpelobst über die Tischfläche hinweg zirkulieren ließ. Wozu diese Apotheose von Messer und Gabel jeden hätte führen können wenn nicht ins Sortierbingo des Außenhandels, das aber habe sich die Industrie nie geäußert. Wir aber müssen noch lange über Tomaten- und Melonen- und Papayaschälern meditieren, damit wir nicht merken, dass staatlich geprüfte Nichtschwimmer mit diesem Unfug uns auf die Rehe gehen.

Vermutlich gibt es längst eine Abteilung in den Forschungen der Besteckindustrie, die herausfindet und produziert, was uns am meisten auf die Plomben geht: Erdbeerentkerner, Schneelöffel, Heringsbesteck, Margarinestreicher. Sie wollen uns damit abschaffen, wie eine demnächst entstehende Verschwörungstheorie feststellt. Aber es wird ihnen nicht gelingen. Die Erdbeerlöffel retten uns.





Staatszirkus

27 05 2020

„… die Intensität des Spielbetriebs durch die Corona-Krise erheblich verschärft werden müsse. Wenn Fußballprofis demnächst gezwungen seien, zwei- oder dreimal pro Woche aufzulaufen, könne das mit den aktuellen Kadern gar nicht mehr…“

„… sei Fußball schließlich systemrelevant. Ohne die Möglichkeit, Markenbotschaften durch Sponsoring und Stadionwerbung zu senden, könne der Zentralverband der Deutschen Werbewirtschaft nicht mehr für die Überlebensfähigkeit ihrer…“

„… auch arbeitsrechtliche Folgen haben müsse. So sei den Spielern eine regelmäßige Abfolge der Pflichtspiele, fakultativ auch Pokal- oder andere Partien zuzumuten. Was über die übliche Belastung jedoch hinausgehe, müsse sich in der Entlohnung ihrer Leistungen für den…“

„… keine Förderungsmöglichkeiten vorsehe. Heil rate den Spielern, vorübergehend Leistungen nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch zu beantragen. Er werde sich auch persönlich dafür einsetzen, dass es keine Prüfung der Vermögen und keinen vorherigen…“

„… eine ausreichend große Menge an Tests besorgen müsse, um die Mannschaften vor jedem Spiel prüfen zu können. Spahn werde dies durch mehrere zehntausend Testsätze, die versehentlich nicht an Kliniken und Pflegeeinrichtungen geliefert worden seien, schnell und unbürokratisch…“

„… könne Altmaier keine Anleihenläufe bei Vereinsaktien befürworten. Die Clubs seien noch nicht in finanziellen Schwierigkeiten, daher könne man Zahlungen nur dann veranlassen, wenn sich zum Beispiel die Vorstandsmitglieder über fehlende Zahlungen oder einen nicht rechtzeitig…“

„… dass Kurzarbeitergeld nur dazu führen werde, einen normalen Spieltag mit jeweils einer Partie festzuschreiben. Der Sozialminister könne aus finanziellen Gründen keine anderen Lösungen anbieten, rege aber an, dass gemeinsam mit dem Deutschen Fußball-Bund intensiv über eine…“

„… beispielsweise über einen staatlichen Einstieg in die Vereine finanziert werde. Der Bund werde dann Mehrheitseigner und könne in der laufenden Saison einen…“

„… plädiere Heil für Spiele nach den Regeln der D-Jugend, d.h. zweimal je dreißig Minuten, allerdings auf einem regulären Großfeld. Für diese Möglichkeit biete die Bundesagentur für Arbeit eine Entgeltersatzleistung in Höhe von 60% des…“

„… die komplette Liga gekauft habe. Söder habe sofort erklärt, dass er die Einmischung regierungsfremder Personen in den Spielbetrieb nicht dulde. Merz wolle Fortuna Düsseldorf durch Hilfskredite in Höhe von 2,3 Milliarden Euro in eine andere US-amerikanische Sportart…“

„… als reinen Staatszirkus betrachte. Merkel lehne jede Beschäftigung mit der Liga ab und werde auch in Zukunft keinen…“

„… auf Freiwilligkeit bestehe. Bei einer für den Klassenerhalt gefährlichen Situation berufe sich Werder Bremen auf die Zusicherung, nicht gegen die Interessen der vereinsinternen…“

„… keine Gastronomie möglich sei. Es werde aber laut Söder, der ja nicht der Bundesregierung Rechenschaft schulde, weiterhin in kommunaler Hand einen Verkauf von Bier, Bratwurst und den üblichen Backwaren geben, was natürlich ohne den gesetzlich vorgeschriebenen Schutz für…“

„… die Gehälter deutlich anzuheben seien. Spieler des FC Bayern München beriefen sich inzwischen auf den branchenüblichen Mindestlohn, den sie nicht ohne vertragliche…“

„… für schwierige Fälle bereit sei. Zwar habe Mehdorn die Deutsche Bahn AG nicht saniert und Air Berlin an die Wand geklatscht, Werder Bremen sei bei ihm aber an der absolut sicheren…“

„… gelb-rote Karten eine Beeinträchtigung leistungsbereiter Spieler darstellen würden. Scheuer werde diese bei einer Veränderung der Regeln natürlich unmittelbar…“

„… für den Torjubel stundenweise angeheuerte Kräfte mieten wolle, die sonst Erdbeeren oder…“

„… keine Verluste für Thüringen sehe. Es sei daher geplant, andere Veranstaltungen wie Häkeln oder Rechtsrock unter den Schutzschirm der…“

„… die Übernahme der Spielerhonorare auch dann gesichert sei, wenn diese durch spontane Erkrankungen wie Anpassungsstörung, mangelnde Motivationsbereitschaft oder chronische Unlust vom nationalen…“

„… habe Seehofer die Absicht, Spielern durch die Verkürzung ihrer Aufenthaltserlaubnis eine bessere Trefferquote nahe zu legen. Bei einer Zahl von mindestens 69 Spielern sei die…“

„… langfristig durch Leiharbeiter ersetzen wolle. Schröder werde in seiner ersten Podcast-Folge einen ehemaligen Parteifreund befragen, ob die regionale Bestückung der offenen Positionen mit osteuropäischem…“

„… die Meisterschale für ein Jahr in den Besitz der Bundesregierung übergehe. Der DFB habe sich sehr zurückhaltend über diesen…“

„… immer mehr Krankmeldungen eintreffen würden, was den Spielbetrieb zusätzlich aufhalte. Es werde aus dem Kanzleramt bereits überlegt, ob sich ein Abbruch der Saison nicht als bessere…“

„… am 30. Mai auch die Dritte Liga wieder starten zu lassen. Die Bundesregierung werde den Spielbetrieb mit aller gebotenen Vorsicht und viel Zuversicht in die…“