Alle Jahre wider

13 12 2017

„… für erhebliche Beeinträchtigungen des Verkehrs gesorgt habe. Der Wintereinbruch sei von der nordrhein-westfälischen Landesregierung in diesem Jahr nicht mehr zu…“

„… ein Gesetz gegen überfrierende Nässe gefordert habe. Die AfD wolle insbesondere in der Nähe von Weihnachtsmärkten eine besondere Sicherung vor Lastkraftwagen, die auf der glatten…“

„… jetzt Prioritäten setzen müsse. Neben Volkswagen und BMW wolle auch Ford mit einer wissenschaftlichen Untersuchung zur Entwicklung umweltneutraler Bremssysteme starten, bis dahin müsse die Abgasregulierung noch einige Jahre lang auf einen von den jeweiligen Konzernen…“

„… nicht klar war, dass auch in diesem Winter wieder Temperaturen unterhalb des Gefrierpunktes erreicht werden könnten. Die Deutsche Bahn AG sei sich ihrer Verantwortung bewusst, habe aber mit dem flächendeckenden Frostschutz für ihre Bahnhofsimmobilien bereits alle veranschlagten Finanzmittel für dieses…“

„… es sich um witterungsbedingte Ausfälle gehandelt haben müsse. Dem Bundeskriminalamt sei sehr wohl klar, dass gut 500 Rechtsradikale in Deutschland mit Haftbefehl gesucht würden, nur könne es den Fahndungsbeamten nicht zugemutet werden, bei Temperaturen von…“

„… zahlreiche Busse auf Überlandstraßen liegen geblieben seien. Düsseldorf habe daher beschlossen, ab September den ÖPNV nur noch eingeschränkt zuzulassen, um Unfälle im…“

„… Tiefdruckgebieten aus dem Nahen Osten den Überflug nicht mehr gestatten dürfe. Weidel mache dabei direkt die Kanzlerin verantwortlich, mit der Grenzöffnung auch das Wetter über dem…“

„… einen hohen Personalaufwand erfordere. In Winterzeiten müsse die Polizei oft zur Sicherung von Unfallstellen ausrücken, auch seien an Rohrleitungen Schäden festzustellen, die unter Umständen zu Brüchen führen könnten. Es sei bei einer großen Anzahl an Überstunden nicht mehr möglich, deutschlandweit Steuerhinterzieher zu…“

„… der Individualverkehr von den Fahrverboten nicht betroffen sei. Die Freidemokraten hätten auf der eigenen Entscheidung der mündigen Bürger beharrt, sich auf den Autobahnen selbst mit…“

„… überhaupt nicht wüssten, was Schnee sei. Um sich diese Kenntnisse zu verschaffen fielen jährlich Millionen von Zuwanderern in die deutschen Sozialsysteme ein, die die AfD nur mit einem nationalen Notstandspakt aller durch die gezielte Volkszersetzung der…“

„… müsse jeder selbst wissen. Lindner sei strikt gegen einen Schneekettenzwang, der Staat könne immer noch eingreifen, wenn sich Fahrer größerer Personenkraftwagen durch gefährliches…“

„… den Klimawandel für eine Erfindung der linksgrünen Lügenpresse halte. Meuthen habe bereits auf dem Parteitag darauf hingewiesen, dass bei einer postulierten Erderwärmung Schnee über Deutschland in den Grenzen von 1942 gar nicht…“

„… dass Fahrstrecken wegen vereister Weichen nicht eingehalten werden könnten. Die Deutsche Bahn AG habe bereits in Aussicht gestellt, bei mangelnder Schienenheizung Züge mehrere hundert Kilometer rückwärts fahren zu lassen, um dann an einer geeigneten Abzweigung einen im Fahrpreis nicht enthaltenen Umweg zu…“

„… kein ordentliches Training garantiert werden könne. Ein erneuter Sieg der Borussen sei erst wieder im Frühling, spätestens aber im…“

„… Koalitionsverhandlungen nicht mehr in diesem Jahr beginnen wolle. Schulz habe sich unabhängig von weiter geplanten Schneefällen für eine Befragung des…“

„… die Pilotenvereinigung Cockpit die Einschränkungen der Flugverbindungen an den deutschen Großflughäfen nicht als gravierend bezeichnen wolle. Zwar seien sicherheitsbedingt zahlreiche Starts und Landungen abgesagt worden, dies sei aber nicht erheblich, da die Fluggäste am Boden gar nicht erst in die Nähe der…“

„… die Front des nationalen Notstandes alle Jahre wider die Merkelregierung auf die Straße gehen müsse. Höcke habe eine Klage vor dem Internationalen Gerichtshof für Menschenrechte angekündigt für den Fall, dass die Bundeskanzlerin es erneut an einem Montag in Dresden schneien ließe oder anderweitige Versuche, das deutsche Volk aus dem…“

„… eine für die Mittagszeit ausgegebene Schneewarnung im Großraum Köln bereits um elf Uhr eingetreten sei. Unter diesen Gesichtspunkten könne eine zielgerichtete Zusammenarbeit mit dem Deutschen Wetterdienst nicht als…“

„… warne das Bundesinnenministerium vor dem Umstieg auf das Fahrrad. Führe jeder Fahrgast eines mit 240 Sitzplätzen ausgestatteten Reisebusses einzeln per Zweirad auf die Autobahn auf, wäre dies ein Aufkommen an Verkehrswidrigkeit, das mit dem derzeit durch Fahndungsmaßnahmen gegen Linksradikale reduzierten Personal der Landespolizei nicht mehr…“

„… alle Weihnachtsmärkte wegen theoretisch drohender Schneeverwehungen abgesagt werden müssten. Da die Versicherungswirtschaft nicht für wetterbedingte Schäden aufkommen wolle, müsse man zur Risikominimierung Eintrittsgelder in Höhe von…“

„… keine weiteren Probleme zu befürchten habe. Schwierigkeiten seien für die Deutsche Bahn AG erst wieder im zweiten Quartal des kommenden Jahres mit der Inbetriebnahme der Klimaanlagen in den…“

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Butterpreisbremse

8 11 2017

„Das können die uns doch nicht antun!“ „Sehen Sie doch.“ „Aber die Partei…“ „Die hat halt immer recht, das ist ja das Problem.“ „In der Opposition auch?“ „Gefühlte Opposition zählt dazu?“ „Keine Ahnung, ist das bei der SPD ein Unterschied?“

„Wenn Scholz den Mindestlohn heraufsetzen will, was bleibt dann noch für Schulz?“ „Der kann vielleicht erklären, dass das nur für hart arbeitende Menschen gilt.“ „Und die Wirtschaft macht da mit?“ „Sie wollen damit andeuten, dass sich die Sozialdemokraten in eine Wirtschaftspartei verwandeln?“ „In eine wirtschaftsfreundliche vielleicht.“ „Das wäre ja noch zu verschmerzen.“ „Warten Sie mal ab, bis Sie die Definition von Wirtschaftsfreudlichkeit merken!“

„Aber an den Kündigungsschutz ist noch keiner gegangen?“ „Reine Vorsichtsmaßnahme.“ „Wozu das denn?“ „Die Linken würden denen sofort wieder ein Koalitionsangebot machen.“ „Ah, verstehe. Deshalb haben sie auch bei der Einschränkung der Leiharbeit nur so lala reagiert.“ „Doch, das sehe ich hier.“ „Scholz?“ „Schulz.“ „Ach so.“ „Außerdem eine Wahlkampfrede.“ „Das ist freilich etwas ganz anderes.“ „Nicht wahr?“ „Aber Equal Pay hatte er doch irgendwo genannt?“ „Wahrscheinlich auch so ein Versehen.“ „Das würde uns das Genick brechen.“ „Ich stelle mir das schon vor, Schulz und Wagenknecht auf dem…“ „Aufhören! Die Bilder kriege ich doch nie wieder aus dem Kopf!“

„Mietpreisbremse?“ „Schlagen Sie mich, aber ich habe da einen Verdacht. Die wurde nur so schlampig gestrickt, damit man sie wieder in der Versenkung verschwinden lassen kann.“ „Also wie die Ausländermaut?“ „Inwieweit die SPD hier ein ausländerfeindliches Interesse hatte, entzieht sich meiner Kenntnis, aber: ja.“ „Das würde dann aber doch für eine gewisse Regierungsfähigkeit der Partei sprechen.“ „Staatsrechtlich oder nur in politischer Hinsicht?“

„Wir müssen das mal systematisch betrachten, vielleicht kommen wir dahinter, was die alles vorhaben.“ „Sie meinen, was die alles vorhaben könnten?“ „Oder so.“ „Butterpreisbremse?“ „Das wäre gar nicht mal so verkehrt, schließlich leiden unter den steigenden Lebensmittelpreisen vor allem die… ach so!?“ „Eben.“ „Wenn jetzt die Butter billiger werden soll, stattdessen aber durch zahlreiche Ausnahmen am Markt und nicht vorhersehbare Gesetzeslücken teurer wird, dann ist das doch für die Wirtschaft ein stabilisierender Faktor, oder?“ „Au weia, denken Sie mal an Brot!“ „Denken Sie mal an den Sprit.“ „Mensch, das merke ich jetzt erst!“ „Strompreise, verstehen Sie?“ „Das hieße , dass der Strom für die Industrie…“ „Also im Gegensatz zur Butter macht sich die Wirtschaft ihre Strompreise immer noch selbst.“

„Das müssen Sie sich aber ansehen.“ „Was denn?“ „Sie wollen gegen die Automatisierung angehen.“ „Eine Art moderner Maschinensturm?“ „Jedenfalls ist das eine Kampfansage gegen die globale… nein, doch nicht.“ „Kein Kampf?“ „Schon, aber sie wollen im Zuge der Exporte natürlich vorerst nur gegen die Automatisierung in Deutschland sein.“ „Das macht dann auch richtig viel Sinn.“ „Eben, und dann wäre auch die Frage nach einem bedingungslosen Grundeinkommen wieder offen.“ „Sie meinen, es wird gezahlt, weil wir gegen den Abbau von Arbeitsplätzen nichts tun können?“ „Ich meine, es wird nicht gezahlt, weil im Zuge der globalen Billigarbeit soziale Standards keine Gültigkeit mehr haben.“ „Doch, aber wenn man in Bangladesch für dreißig Cent am Tag überleben kann, müssen wir das dem DGB schonend beibringen.“ „Immerhin ist dieser Kelch an uns vorübergegangen.“ „Der DGB?“ „Das Grundeinkommen.“

„Gucken Sie noch mal genau in der Post nach.“ „Wir haben nur E-Mails ausgedruckt, die Zentrale wollte das so.“ „Sonst nichts?“ „Nee.“ „Keiner hat eine solidarische Altersrente…“ „Doch, Mütter sollen auch etwas bekommen, theoretisch ist der Seehofer auch dafür.“ „Aber das Solidarische!“ „Arisch, das ist momentan ganz schwer, solange Seehofer und die AfD ihre…“ „Ich will das gar nicht hören!“ „Mann, das ist doch eine verdammte und…“ „Ich bitte Sie!“ „Auf jeden Fall zugenäht, das muss man doch mal sagen: wenn jetzt sogar die Taxifahrer angefressen sind, weil sie wegen ihrer mangelnden Fachkenntnisse aussortiert werden, was bleibt denn dann noch übrig?“ „Meinen Sie das jetzt generell auf die Arbeiterschaft bezogen oder haben Sie doch eher die SPD im Blickwinkel?“

„Hier kommen gerade noch Faxe rein.“ „Neue Parteilinie?“ „Kann ich nicht beurteilen, ich suche noch nach den Einzelteilen.“ „Das liest sich gar nicht gut.“ „Was ist das mit der Mindestrente?“ „Sagen Sie, dass das nicht wahr ist!“ „Die wollen über eine Börsenumsatzsteuer diskutieren!“ „Und hier, höhere Spitzensteuersätze!“ „Vermögenssteuer!“ „Das muss eine Fälschung sein!“ „Nein, sehen Sie den Absender?“ „Was zum…“ „Ich verstehe das nicht, ich verstehe das einfach nicht!“ „Da!“ „Was?“ „Das ist die echte SPD! Halleluja!“ „Was, wo? Was?“ „Hartz IV bleibt! Alles beim Alten!“ „Dann sind die Spenden aus der Wirtschaft gesichert!“ „Was für eine Zitterpartei!“ „Partei, meinen Sie?“ „Ja, egal. Hauptsache, die tun nur so.“





Missionarsstellung

2 11 2017

„Dann stimmt das also, dass die Kirche bei der Islamisierung mitmacht?“ „Haben Sie wieder Ihre Pillen nicht genommen?“ „Steht hier doch: der Papst klagt über zu wenig Kinder.“ „Das kann bei der Kirche ja auch ganz andere Gründe haben.“

„Aber wir sollen doch furchtbar…“ „Fruchtbar, das Wort ist: fruchtbar.“ „Egal, jedenfalls sollen wir uns im christlichen Abendland doch vermehren.“ „Gilt das auch für Protestanten?“ „Ich bin auch gegen diese rassefremden Invasoren, die haben doch keine andere Freizeitbeschäftigung, als die Herrenrasse durch den Geburtskanal zu…“ „Also gilt das nicht für Protestanten?“ „Sie können hier so viel protestieren, wie Sie wollen, aber deshalb muss doch der deutsche Export erhalten bleiben.“ „Gut, ich geb’s auf – Sie und der Papst werden in diesem Leben sicher keine Freunde mehr.“ „Das will ich dem aber auch geraten haben! Dieser Jesus, der soll ja damals in einer jüdischen Moschee beschnitten worden sein! Schweinerei!“

„Woran liegt das denn, dass sich die Deutschen nicht mehr vermehren?“ „Die kriegen kein Kindergeld mehr, wenn die Nordafrikaner hier einwandern.“ „Die sind doch ohne Kinder?“ „Aber die beantragen das, und dann wird das denen auch sofort ausgezahlt. Steht im Internet.“ „Und deshalb haben die Deutschen keine Kinder mehr.“ „Es kann natürlich auch daran liegen, dass die Kirche inzwischen heimlich Verhütungsmittel verkauft, um die Umvolkung voranzutreiben.“ „Das steht auch im Internet?“ „Könnte ja, aber die Politik würde das niemals zugeben.“

„Der Papst sagt doch selbst, dass die Menschen keine ausreichende wirtschaftliche Perspektive mehr haben.“ „Dann gucken Sie sich mal die ganzen Einwanderer an, die haben auch keine wirtschaftliche Perspektive, und trotzdem sind da lauter Kinder.“ „Dann müssen die ihre Kinder ja präventiv bekommen haben, bevor sie in die wirtschaftliche Unsicherheit in Europa gekommen sind.“ „Denen geht’s doch nicht wirtschaftlich unsicher, die kriegen doch alles nachgeschmissen in Deutschland!“ „Deswegen wollen Sie die auch wieder weghaben, stimmt’s?“ „Natürlich, aber das ist doch auch in deren Interesse. Die haben hier doch keine wirtschaftliche Perspektive!“

„Und dass die Deutschen nun keine Kinder mehr kriegen?“ „Wir machen die doch selbst!“ „Trotz der wirtschaftlichen Unsicherheit?“ „Die wird bald abgeschafft.“ „Wann?“ „Wenn wir endlich wieder mehr Kinder haben, dann können die auch mehr arbeiten und zahlen mehr Steuern, und dann sind wir nicht mehr wirtschaftlich unsicher in unserem eigenen Land.“ „Hm.“ „Sie glauben das nicht? Dann sind Sie genau wie der Papst!“ „Macht der die Kinder?“ „Der glaubt das auch nicht und redet die ganze Zeit davon, dass wir kein Geld haben.“ „Also von der wirtschaftlichen Unsicherheit.“ „Genau. Und dass wir nur mehr Geld brauchen, dann gibt es auch wieder mehr Kinder, aber das ist total falsch.“ „Wieso?“ „Dann gucken Sie sich doch mal diese ganzen Ausländer an, die haben kein Geld, aber die machen trotzdem ständig Kinder.“ „Wie das denn?“ „Die wollen uns umvolken.“ „Ich dachte immer, das machen die Politiker?“ „Die Kirche auch!“ „Also handeln die Flüchtlinge, die größtenteils muslimisch sind, im Auftrag der Kirche?“ „Oder umgekehrt, wer weiß das schon?“

„Und wenn man einfach die Löhne anhebt?“ „Dann kommen doch noch mehr von denen!“ „Aber dann können sich auch mehr Deutsche eine Familie leisten.“ „Dann haben wir noch mehr Arbeitslose, weil die uns die Jobs wegnehmen, wenn sie alle nach Deutschland kommen.“ „Wegen der wirtschaftlichen Unsicherheit?“ „Genau, sollen die doch lieber in Arabien arbeitslos sein. Dann bricht da auch kein Krieg aus und die müssen nicht immer nach Deutschland fliehen.“ „Jetzt habe ich das verstanden.“ „War doch damals bei Hitler genau so, alle waren arbeitslos, deshalb haben die einen Krieg geplant.“ „Die Deutschen?“ „Die Nazis. Also Hitler, aber die meisten wissen nicht, dass der aus Österreich kam.“ „Jetzt wird mir ja einiges klar.“ „Stellen Sie sich mal vor, der hätte für eine Umvolkung Ausländer nach Deutschland geholt – dann hätte er nie einen Krieg anfangen können.“ „Vielleicht brauchte er die ja gar nicht, weil er Osteuropa umvolken wollte?“ „Meinen Sie?“ „Man kann es nicht ausschließen.“ „Deshalb ging es dem Ostblock auch damals so schlecht. Die hatten ja gar keine wirtschaftliche Sicherheit.“ „Das könnte aber auch am Krieg gelegen haben.“ „Das glaube ich nicht, der Russe war doch daran beteiligt.“ „Und die haben deshalb so viele Kinder gekriegt, weil der Krieg…“ „Das verwechseln Sie jetzt. Außerdem hat das der Papst gar nicht gemeint, der ist doch für die Russen gar nicht zuständig.“ „Ah, das wusste ich nicht.“ „Der ist nur im Vatikan, und wahrscheinlich hat er jetzt nicht mehr genug Kinder für den Religionsunterricht.“ „Es ist aber auch verwirrend!“ „Der hat da ja eine Missionarsstellung, und die wirkt sich auf Russland gar nicht aus.“ „Auf Arabien auch nicht?“ „Da bin ich überfragt.“ „Auf jeden Fall wissen wir es jetzt, es liegt alles an der Wirtschaft.“ „Das war doch von Anfang an klar.“ „Wenn das nur jeder einsehen könnte…“





Leviten

30 10 2017

„… nicht mehr zeitgemäß sei. Deutsche Christen, die die Religionsfreiheit für sich in Anspruch nehmen wollten, sollten daher eine deutliche Distanz zur den in der Bibel formulierten…“

„… dass Männer, die einer menstruierenden Frau beiwohnten, nach Levitikus 20:18 zwingend mit dem Tode zu bestrafen seien. Problematisch sei, dass viele christlich motivierte Gruppen schon die Todesstrafe als eine religiös nicht zu vertretende…“

„… weiterhin für die Errichtung eines Staates der deutschen Rasse sei. Weidel werde keine andere Religion als den christlichen Fundamentalismus zur Durchsetzung ihrer…“

„… eine Hausfrau in Brandenburg mit einer Strafe habe belegen wollen. Es habe sich zwar ohnehin um eine Alleinerziehende gehandelt, die aber in Verkennung von Levitikus 19:19 ihren Balkonkasten gleichzeitig mit Schnittlauch, Petersilie und…“

„… die nach Hosea 9:3 verboten seien. Von Storch habe jedoch sowohl im Ausland als auch in der Dönerbude ein nicht der christlichen Kultur verpflichtetes Gericht zu sich genommen, was ihr nach sieben Jahren als Zwangsprostituierte die Begnadigung auf dem Scheiterhaufen des…“

„… alttestamentarische Strafen generell eher dem mosaischen Kulturkreis zuzuordnen seien. Die AfD sei nun gefordert, da sie gegen ihre eigenen Interessen den jüdisch-christlichen Kulturkreis gegen die islamische Zernichtung des…“

„… gemäß Levitikus 19:19 auch keine Kleidung aus mehr als einem Stoff tragen dürfe. Die Schussverletzung in Petrys Hinterkopf sei zwar nicht lebensbedrohlich, Gauland habe das Attentat allerdings durch ihr aus Baumwolle mit Lycra gefertigtes, stark an eine Burka erinnerndes Halstuch, mit dem sie bewusst die Herabsetzung der arischen…“

„… mehr als einen Samen im Feld ausbringe. Die Frage sei nun, ob das Abschlachten ihrer beiden Kinder im Namen des Herrn Jesus parallel, vor oder nach ihrer rituellen Vergewaltigung und dem…“

„… nur der biblischen Tradition verpflichtet seien. Diese sei im Gegensatz zu islamischen…“

„… es keine Handhabe gebe, die Periode der in Deutschland lebenden Frauen zu kontrollieren, geschweige denn sie als terrorrelevante Datei im…“

„… dass auch Gaulands Hundekrawatte aus Polyestermischgewebe bestehe. Er habe sich jedoch damit gerechtfertigt, dass christliche Maßstäbe grundsätzlich nicht für die gälten, die für sich die Religion des Christentums nicht in Anspruch…“

„… hinsichtlich des Ehebruchs von Pretzell und Petry keine zwei Meinungen geben könne. Die gemäß Levitikus 20:10 geforderte Todesstrafe beider Ehebrecher müsse spätestens mit der Geburt einer Leibesfrucht, die in Schande vor dem Herrn empfangen worden sei und deshalb auch kein Recht auf ein…“

„… und Menstruationsgruppen nicht sogleich mit terroristischem Hintergrund versehen würden. Es könne sich lediglich um eine individuell feministische…“

„… auch steuerrechtlich zu berücksichtigen sei. Der Verkauf einer Tochter in die Sklaverei gemäß Exodus 21:7 dürfe als Einkommen behandelt werden und sei damit eine…“

„… dass die Teilnehmer des AfD-Parteitages wegen ihrer Wochenendarbeit gemäß Numeri 15:35 vor den Veranstaltungsort zu führen seien, wo sie einer Steinigung durch die anwesenden Demonstranten der…“

„… von Storch mehrfach in Hosen gesehen worden sei. Nach Deuteronomium 22:5 müsse sie darum auch sofort…“

„… Exodus 20:4 eindeutig auch das Fotografieren verbiete. Wer sich für die Anfertigung eines Personalausweises ablichten lasse, sei demnach automatisch dem…“

„… jegliche politische Arbeit am Wochenende auch laut Exodus 35:2 einzustellen sei. Die Misshandlungen befänden sich demnach im Einklang mit der Schrift und könnten auf gerichtlichem Wege daher nicht…“

„… nach Prediger 9:8 ausschließlich weiße Kleidung tragen dürfe. Dienstliche Vergehen könne das deutsche Rechtswesen nicht tolerieren, weshalb die…“

„… sich wie in Levitikus 21:20 gefordert einer Kultstätte nicht nähern dürfe, wenn seine Augen von einer Krankheit befallen seien. Meuthen trage schon seit längerer Zeit eine Lesebrille, daher sei er gar nicht berechtigt, eine Kirche von…“

„… nach Levitikus 19:27 weder Haare noch Bart abschneiden dürften. Ein auf dem Erfurter AfD-Parteitag genannter Vorstoß, das deutsche Frisörhandwerk zu verbieten, sei allerdings nur sehr halbherzig im…“

„… im EU-Parlament beim Verzehr eines Hummers beobachtet worden sei. Das in Levitikus 11:10 klar geregelte Verbot müsse auch bei von Storch durchgesetzt werden, eine vorher zur Bewährung ausgesetzte Steinigung sei dagegen nicht mehr im Rahmen des…“

„… dass eine morgendliche Kopfsalbung mit Olivenöl nach Prediger 9:8 zwingend vorzunehmen sei. Obwohl sich die AfD-Basis weiterhin weigere, weil sie nicht in der Öffentlichkeit als Mitglieder einer schmierigen Populistenpartei wahrgenommen werden wollten, habe man an der Spitze der Bewegung bereits die…“





Gernulf Olzheimer kommentiert (CCCXC): Besserwisser

20 10 2017
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Das war Ugas einzige Passion. Nicht die Jagd, wo er als chronischer Danebenzieler meist nichts riss, zum Ausgleich aber oft auf die Fresse kippte und von den Gefährten durchs Dickicht aus der Trampelzone der Wollnashörner gezogen werden musste, meist im letzten Moment, was den Schmerz am Oberkörper nicht minderte, das Überleben aber deutlich wahrscheinlicher machte. Uga bedankte sich bei den anderen mit Unterweisungen rein theoretischer Natur, also altklugen Sprüchen, und fand sich in froher Waidmannsrunde wieder, bis ein Mammut in Griffweite war. Noch lange erzählte man sich kichernd Heldengeschichten, in kleiner Runde mit moralischem Unterton, dass niemand den mochte, der so jäh unter dem Unpaarhufer ins dürre Gras der Savanne gebissen hatte. So schnell der Besserwisser gekommen war, so schnell verstarb er auch wieder.

Natürlich muss ein jeder Klötenkönig heute sein Einzugsgebiet abstecken, da die Karte langsam zu dicht mit Fähnchen gespickt scheint. Der gemeine Spender von Antwortgranulat auf jede beliebige Frage des Lebens, der leckende Rohre verdengelt, aus dem Stand Kubikwurzeln zieht und zeitgleich die Geschichte der kambodschanischen Keramik in fünfhebigen Jamben rappt, hat ausgedient. Er verfügt über ein gerüttelt Maß an Meinung über die eigene Ahnung, damit wäre die geistige Aneignung auch abgeschlossen. Anfallsartig grätscht er in die soziale Interaktion, tapfer die eigene Ignoranz ignorierend, die ihn blindlings überkommt, sobald er schon das Mundwerk geöffnet hat. Doch nicht dem Spezialisten gehört die Welt, der Siegertyp erschließt sich allenfalls neue Sphären des Egos für seine Schussversuche. Er hat es auch nötig.

Denn nicht die überquellende Intelligenz ist die Triebfeder für den geistigen Dauerbefruchter, er leidet unter einem chronischen Defizit. Keiner hört ihm zu, so dass er bizarre Ausschussware in die Publikümmer schwiemelt, was seine Ausstrahlung auch nicht besser macht. Tapfer macht er seine empirische Unterfütterung selbst, hat schon Bienen angebaut und Kohlrabi gefüttert, Berge erklommen mit nichts als Rucksack und Harpune, Schränke gesägt aus gekochten Spaghetti, Republiken im Nahkampf gegründet und dem Frisör unfallfrei gesagt, wie er einem die Haare schneiden soll. Teufelskerle allesamt, die sich da auf die Hinterbeine stellen, aber das war auch nicht anders zu erwarten. Die Besserwisser sind eine Armee des verkannten Heldenmutes; kühn jodelt’s in den luftleeren Raum, denn wer will damit schon konkurrieren.

Das Interwebnetz hat der alten Wasserleiche Kompetenz neuen Auftrieb verliehen, sie dümpelt nun aufgebläht in der trüben Brühe herum und markiert schwerelose Beweglichkeit. In kaum einer Viertelstunde promovieren sich Teilchenphysiker zu Staatsrechtlern und verallgemeinern en passant noch den Satz von Kronecker-Weber auf beliebige Zahlkörper. Wo immer die Absonderungen von Hirnschrott auf geistig nicht gesegnete Genossen treffen, sind die Schulfuchser knietief in ihrem Element und entlarven sich doch dadurch. Wehe, es nahen sich Widerspruch oder Nichtachtung, sie reizen nur heftiger das Gefühl der Überlegenheit in der Ichattrappe des geistigen Hütchenspielers.

Nicht Meisterschaft, die Schwäche ist sein und damit die Neigung zu peinlicher Präpotenz, sich selbst in den Vordergrund zu spielen als Symptom einer durchaus neurotischen Verdübelung in Kopfhöhe. Er will nicht zugeben, dass er mit den einfachen Dingen des Daseins, Hammer, Flasche und Fisch, und gibt sich also den Anstrich, er allein sei in der Lage, Kathedralen aus Schmierkäse zu errichten, wenigstens theoretisch, und nichts könne ihn daran hindern, am wenigsten die Wirklichkeit. Nichts hält den mit jeder Plempe gewaschenen Gernegroß davon ab, sich in geradezu historische Dimensionen zu stellen, um der eigenen Bedeutung gerecht zu werden. Wer es einmal erkannt hat, stellt großflächig Wahndreiecke auf, kurvt entschieden um den Zerrspiegelfechter herum und lässt ihm mit seiner Rechthaberei im Regen stehen.

Meist wächst in demselben Grad wie die Dummheit das Gefühl der eigenen geistigen Größe; wie ja auch die Intelligenz immer gerecht verteilt ist, da jeder mehr als alle anderen davon erhalten zu haben meint. Im Besserwissen kulminiert die Anlage, der kompletten Mitwelt simultan auf die Plomben zu gehen, zum Feldzug gegen die eigene Lebensgrundlage, und nicht eben selten brennen die Sicherungen allen durch, die oft und lange unter dem Bescheidgabeterror des obersten Hohlpflocks gelitten haben. Wer die grundlegendsten Maximen der Kommunikation missachtet – reden ohne zu wissen, und ohne zu wissen, wann man besser nicht reden sollte – wird zum Schweigen gebracht. Wohl dem, der dann die Klappe hält.





Original und Fälschung

16 10 2017

„Können wir die rechte Flanke denn jetzt endlich mal schließen?“ „Wir müssen viel breiter aufgestellt sein!“ „Also mehr Angriffsfläche?“ „Aber die…“ „Wir können keine Toleranzgrenze für Intoleranz tolerieren.“ „Aber eine Obergrenze für…“ „Das ist mir jetzt zu viel.“ „Dann brauchen wir weniger.“ „Toleranz, oder wie jetzt?“

„Wieso wollen Sie denn die Alternative rechts überholen?“ „Wo denn sonst, etwa links?“ „Da ist im Moment wenigstens noch Platz.“ „Aber nicht für uns.“ „Wir dulden keine linken Spinnereien.“ „Und rechte?“ „Solange es nicht unsere eigenen sind, könnten wir uns in der Beziehung tolerant zeigen.“ „Und das heißt?“ „Im Wahlkampf wird doch auch viel gelogen.“ „Sie meinen, die Alternative macht ihre Politik grundsätzlich als Wahlkampf…“ „Sie inszeniert ihn als solchen.“ „… und deshalb müssen wir das auch?“ „Solange wir nicht unsere eigenen Spinnereien hinterher aufgeben müssen, ist das doch tolerierbar, oder?“

„Ich wäre für die maximale Provokation.“ „Wen sollen wir denn provozieren?“ „Die Alternative vermutlich.“ „Die doch nicht, die wissen, dass eine Provokation bloß eine Provokation ist.“ „Aber der Wähler, der weiß das nicht.“ „Deren Wähler oder unserer?“ „Da das dieselben sind, brauchen wir uns darüber keine Gedanken zu machen.“ „Wir müssten eher sehen, wie wir danach die Situation wieder in den Griff kriegen.“ „Das wäre mal eine positive Entwicklung, da gebe ich Ihnen recht.“ „Weil wir uns damit von der Alternative abgrenzen?“ „Weil wir das bisher nicht wirklich konnten.“

„Wir sollten eher herausarbeiten, dass unsere bayerischen Werte denen der Alternative sehr ähneln.“ „Das sehe ich anders.“ „Aber die…“ „Wenn etwas etwas ähnelt, dann ähneln die Werte der Alternative unseren bayerischen Werten.“ „Sie meinen das historisch gesehen?“ „Er meint das eher in Bezug auf die Zukunft.“ „Wo sehen Sie da einen Widerspruch?“ „Wenn man so eine Geschichte hat, wozu braucht man dann…“ „Bleiben Sie mal sachlich, meine Herren!“ „Vielleicht kann man das auf unser politisches Führungspersonal beziehen?“ „Ich sehe da vor allem ungebildete, arrogante Arschlöcher, korruptes Scheißpack und widerliche Stammtischnazis, bei denen ich spontan Brechreiz bekomme.“ „Naja, die Alternative hat auch keine besseren Leute zu bieten.“

„Beispielsweise die Familienpolitik.“ „Was ist mit der?“ „Die muss grundgesetzlich gestaltet werden, damit wir den Ausländern nicht zu viel Geld in den Hintern schieben.“ „Dazu müsste man sie aber wieder nicht grundgesetzlich gestalten.“ „Kann man nicht irgendwie eine Obergrenze für Grundgesetzlichkeit…“ „Aber die…“ „Das hat beim Formelkompromiss auch geklappt, und wenn man die Merkel mit irgendwas wegkriegt, schaffen wir die Alternative auch.“ „Wie, wir haben Merkel rechts überholt?“ „Also bei der Familienpolitik schon.“ „Beziehungsweise ist wieder links an uns vorbeigezogen.“ „Und das war grundgesetzlich so in Ordnung?“ „Wenn man uns überholt, ist das nie in Ordnung, merken Sie sich das!“

„Könnten wir nicht etwas von ihr lernen?“ „Ich verstehe, Sie wollen den politischen Gegner am Ende totkoalieren.“ „Die CSU ist nicht die CDU, merken Sie sich das!“ „Aber die…“ „Genau da sehe ich aber das Problem.“ „Wir müssten sonst auf die Alternative inhaltlich zugehen.“ „Eher eingehen.“ „Wenn wir auf die Alternative zugehen, gehen wir also ein?“ „Das habe ich jetzt nicht gesagt.“ „Wir können uns an die Inhalte inhaltlich…“ „Wie denn auch sonst?“ „Wie gesagt, nicht die CDU!“ „Dann müssen wir uns um Inhalte sowieso keine Sorgen machen, oder was wollten Sie damit sagen?“

„Lassen Sie uns das praktisch durchspielen.“ „Als Provokation oder inhaltlich?“ „Kirchtürme statt Minarette!“ „Wie gesagt, inhaltlich oder als Provokation?“ „Kirchturmpolitik können wir doch viel besser.“ „Mit uns gibt es kein Minarett in den bayerischen Dörfern!“ „Kirchtürme haben wir doch schon, wo wollen Sie da neue bauen?“ „Ohne uns würde es nur noch Minarette…“ „Aber die…“ „Übrigens rechte Flanke: dass die Alternative den Anschein erwecken will, sie sei die bessere CSU, das können wir aber auch nicht dulden.“ „Da brauchen wir eine Toleranzuntergrenze.“ „Aber die…“ „Der Wähler wird das denen nie durchgehen lassen.“ „Stimmt, weil er Original und Fälschung unterscheiden kann?“ „Die Alternative jedenfalls versucht wie eine bürgerliche Partei zu wirken – das können wir aber besser!“ „Wie eine bürgerliche Partei wirken?“ „Jetzt machen Sie es doch nicht komplizierter, als es nicht ist!“ „Die Alternative hat doch bisher immer versagt.“ „Und das können wir auch besser?“ „Also jetzt wird’s langsam komisch.“ „Finde ich gar nicht.“ „Wir können uns nicht ständig mit dieser Partei messen, die ist in ein paar Jahren weg vom Fenster.“ „Dann können wir von denen vielleicht noch etwas lernen.“

„Können wir uns jetzt doch auf etwas einigen?“ „Müssen wir?“ „Sollten wir schon.“ „Man könnte jetzt nach außen kommunizieren, dass die Sozen die Alternative groß gemacht haben.“ „Aber die…“ „Und wenn es sie nicht geben würde, dann müssten wir nicht so sein.“ „Wie die Sozen?“ „Das macht schon die Kanzlerin.“ „Weshalb wir auch nicht sein wollen wie die CDU.“ „Weil die Sozen wie die CDU ist.“ „Eher umgekehrt.“ „Da soll noch einer durchblicken!“ „Gut, dann haben wir’s jetzt?“ „Sagen Sie das der Presse: die Christsozialen lassen sich nicht von kurzfristigen politischen Ideen beeinflussen. Wir bleiben eigenständig.“





Machen wir selbst

11 10 2017

„Wir haben das alles sehr genau aufgeschlüsselt, was würde Sie denn interessieren? Stammdaten gibt es immer gratis, damit Sie die Zuordnung besser vornehmen können, und dann bieten wir die unterschiedlichen Datenpakete an. Alles schnell, zuverlässig, verlustfrei – Sie werden begeistert sein!

Die Partei hatte schon einmal ein paar Tausend Euro ausgelobt, um diese linken Volksverräter zu schnappen, die Adressen herausgegeben hatten, aber bis auf die Vorsitzende kam niemand in Frage. Ein besseres Qualitätsmerkmal können Sie sich doch für den Adresshandel gar nicht vorstellen, oder sehe ich das falsch? Das ist hochfeines Material, beste Ware, topaktuell, sehr gut sortiert und daher sehr gut sortierbar. Sie werden daran bestimmt recht lange Ihre Freude haben.

Politische Gesinnung ist zum Beispiel so ein Suchkriterium. Hier können Sie sich alle Mitglieder des rechtsextremen Flügels ausspucken lassen, da sind die typischen Wutbürger, hier haben wir die Überschneidungen zum Pegida-Lager, Sie kriegen die einzeln oder auch als eigene Dateien. Im rechtsextremistischen Spektrum gehen die meisten Organisationen ja meist nach gewisser Zeit unter, da wird dann derselbe Dreck unter anderem Namen wieder nach oben gespült, und diesmal können Sie enorm viel Zeit sparen, indem Sie Ihr bevorzugtes Klientel gleich anschreiben. Kombinieren Sie das auch gerne mit dem Vorstrafenregister – einzeln als Datensatz zubuchbar, klar – dann wissen Sie auch schon, wie Ihre Führungsebene aussehen sollte. Oder wer als Ordner für Ihren Gründungsparteitag in Frage käme.

Wenn Sie jetzt tatsächlich eine Konkurrenz zur Konkurrenz der Partei aufbauen wollen, dann sind Sie gut beraten, die Führungszirkel zu analysieren. Wer in der alten Ordnung immer nur in der zweiten Reihe war – man kriegt ja auch raus, wer da wem was gezahlt hat, um eben nicht mehr in der zweiten Reihe zu sitzen – der wird in der neuen politischen Organisation möglicherweise sehr viel mehr Input geben. Oder auch Geld, wer weiß das schon. Sie haben dann ja alles in der Hand, nicht wahr?

Wo wir gerade bei den Geldströmen sind, Sie werden sich ja sicher nicht nur um die Bundespartei kümmern wollen, sondern auch um unsere Landesverbände. Die einzigen Regelmäßigkeiten sind da die Unregelmäßigkeiten, und dann haben Sie diverse Wahllisten, und was Sie daraus machen, das steht schon nicht mehr in unserer Macht. Wir haben auch keine gesteigerte Lust, uns über Untreue oder ähnliches zu unterhalten, das müssen Sie schon selbst tun.

Natürlich haben wir auch noch jede Menge anderes Material. Alles bestes Kompromat, teils unter Mitwirkung des Verfassungsschutzes erstellt, aber absolut gerichtsfest. Wenn Sie gute Freunde fürs Leben suchen, hier werden Sie schnell fündig.

Sie könnten sich allerdings auch nur für die Vermögensverhältnisse unserer Parteigenossen interessieren. Wenn man da sieht, wer trotz überschaubarer Qualifikation plötzlich sehr schnell zu einem erquicklichen Haushaltsnetto kommt, der wäre für Sie sicher auch attraktiv. Sie haben doch noch Boote im Portfolio, oder? Ich meine, wenn man sich irgendwann mal das zweite Haus gebaut hat oder endgültig aus der Privatinsolvenz raus ist – die Reihenfolge ist da ja sehr individuell – dann will man mit der Knete auch etwas anfangen. Für später, wenn die Partei schneller im Eimer ist als die Karriere. Kann man ja nie ausschließen.

Wenn Sie als Versicherungskonzern gleichzeitig eine vernünftige Beratung leisten wollen, sollten Sie eine Kombination aus Vorstrafen, Position und eventuell drohenden juristischen Konsequenzen ins Auge fassen. Aus so einer Quersumme kann man ein Rechtsschutzangebot besser individualisieren, und das dürfte bestimmt in Ihrem Sinne sein. Ob im Sinne Ihrer Kunden, das lasse ich jetzt mal offen.

Wir sind aber als gesetzestreue Bürger auch nicht abgeneigt, unsere Daten an die Behörden zu geben. Sie kennen das sicher auch, da hat man auf einmal sehr viel Geld, das dann auf einmal gar nicht mehr da ist, wo man es versteuern müsste. Unsere Spitzenkandidatin ist da leider ein bisschen wenig kooperativ, außerdem nimmt sie gerne das Bankgeheimnis der Schweiz für sich in Anspruch, da müssen wir uns die nötigen Erkenntnisse schon selbst verschaffen.

Wir verkaufen aber auch nicht alle Daten, das müssen Sie auch wissen. Es gibt gewisse ethische rote Linien, die wir nicht überschreiten würden, nur weil die Partei sie schon überschritten hat. Da war ja geplant, eine Anschriftenliste sämtlicher Juden in Deutschland zusammenzustellen. Falls Sie sich fragen, ob es dazu gekommen ist: nein, und wir halten die betreffenden Daten nicht vorrätig. Aber wir können Ihnen gerne die Liste der Anschriften derer zur Verfügung stellen, die diese Daten damals sammeln wollten.

Gut, dann einmal Stammdaten und das große Paket. Das ist wie eine Art Gebrauchsanweisung für den rechten Rand, das verschafft Ihnen genau die Einblicke in nationalistische Kreise, die Sie wollen, und vor allem: absolut idiotensicher, selbst der größte Depp findet sich spielend darin zurecht. Sie werden zufrieden sein, Herr Dobrindt.“