Aufbaukurs II

11 12 2018

„Heiratsmaterial, würde ich sagen. Kann schon die Pantoffeln holen, kocht inzwischen ganz gut, also Dosensuppe, Gartenarbeit, aber sonst: picobello. Heiratsmaterial. So eine Hausfrauenschule ist doch durch nichts zu ersetzen.

Als mein Großvater damit angefangen hat, das war gleich nach dem Krieg, wir hatten ja nichts, nicht mal Dosensuppen, Dosen hatten wir, aber die Suppe musste man selbst mitbringen, und da haben wir die neue Generation der deutschen Familie in Schuss gebracht. Zucht und Ordnung, klar verteilte Rollenbilder, da wusste man noch, wer wofür die Zuständigkeit hatte. Alles war einfacher, also nicht wirklich einfach, man musste sich ja bei vielen Dingen erst durchsetzen, aber der Gesetzgeber hatte auch andere Vorstellungen als heute. Das muss man alles mitberücksichtigen. Wir hingegen, wir sind da recht modern und können die… –

Meine Güte, doch nicht mit dem Zeug! Wie oft habe ich Ihnen das gesagt, erst die Möbelpolitur, dann noch mal trocken drüberwischen! Machen Sie das zu Hause auch? Ich meine, dürfen Sie da die Möbel überhaupt anfassen? Wenn Sie so putzen, wie Sie kochen, nein: wenn Sie so kochen, wie Sie putzen, dann ist das auch kein Wunder, dass Sie noch Single sind. Jetzt stellen Sie sich hier nicht so an, das ist schließlich schon der Aufbaukurs II, die anderen Kurse haben Sie wohl im Tiefschlaf hinter sich gebracht, wie!?

Immer noch viel von den Eltern, ja. Wir haben ja auch ein gewisses Niveau, also preislich, und da leistet man sich in der höheren Mittelschicht, wo man auch ein Privatflugzeug hat und Verwandte, die wegen Steuerhinterziehung brummen, da leistet man sich so ein Programm für den Nachwuchs. Wir haben die besten Referenzen, dessen versichere ich Sie gern. Und wir stehen ganz im Dienste des Gemeinwohls, deshalb sind unsere Kurse auch so sozialverträglich. Außerdem lernen Sie hier den… –

Ich werde noch wahnsinnig! Das Ei wird vorher mit der Gabel ordentlich verrührt, Salz und Pfeffer, die Pfanne gut buttern, aber doch nicht so! Es hilft auch nichts, wenn Sie jetzt die Pfanne wie blöde in der Küche herumschwenken, das wird so jedenfalls nie ein vernünftiges Rührei. Und ich möchte auch nicht die Eierschalen in der Spüle liegen haben, Sie schmeißen dann wieder Besteck drauf, dann haben wir die Eierschale im Abfluss, das muss doch nicht sein! Herrgott im Himmel, warum habe ich mich nicht im Insiderhandel selbstständig gemacht! Man ist von asozialen Arschlöchern umgeben, aber man ist selbst eins und merkt es nicht so.

Wo waren wir? Geschlechterrollen. Früher hatte man ja gar keine Wahl, auch diese Festlegung, ob man Beruf oder Karriere machen wollte, die stellte sich einem gar nicht in den Weg. Wer sich eine Entscheidung offen halten wollte, der musste dann früher oder später feststellen, dass die gar nicht mehr zur Debatte stand. Aber das ist jetzt anders, und in der Hinsicht ist es gut, dass wir in der Gegenwart leben. Keine Klischees mehr, man kann sich heute ganz ideologiefrei für einen Lebensweg entscheiden, wenn man akzeptiert, dass man diese Entscheidung nicht mehr revidieren wird.

Und wir sind technisch gut ausgerüstet, wenn Sie mal schauen möchten. In unserem Atelier haben wir eine ganze Fensterfront, immer bereit zum Putzen dank einer neuen Berieselungsanlage, die in zehn Minuten frische Schmutzstreifen anbringt, und wenn Sie mal hier in unserem Bügelzimmer… –

Ich rege mich nicht auf. Ich rege mich nicht auf, damit das mal klar ist! Meine Herren, ich habe noch nie in meinem Leben jemanden derart umständlich ein Oberhemd bügeln sehen, und ich bin seit mehr als dreißig Jahren im Geschäft. Wann haben Sie zum letzten Mal ein Herrenoberhemd gesehen? und das hatte solche Knitterfalten? Damit können Sie ja Reklame für Wellpappe machen! Es ist nicht zu glauben! Da kauft man die teuersten Bügeleisen, die machen die Arbeit quasi von alleine, einmal auf den Knopf drücken, zack! mit einem Dampfstoß vorne, und hinten, und hier, und da, wenden, noch einmal so, und falten, Manschette, Manschette, und jetzt ab auf den Bügel. Ich arbeite hier mit Idioten, oder vielleicht bin ich selbst einer.

Das Gute ist, wir geben nie die Hoffnung auf. Das machen wir unserer Kundschaft auch immer wieder klar: solange wir dafür bezahlt werden, machen wir immer weiter, bis es klappt. Bei uns lernen Sie kochen und backen, die üblichen kleinen organisatorischen Dinge des Haushalts, etwas Technik – man muss ja nicht jeden Mal den Klempner rufen, wenn der Abfluss überläuft – und alle Putzarbeiten. Kinder sind fakultativ, dafür gibt es auch andere Anbieter, und wenn man den Spagat zwischen Erziehung und beruflichen Pflichten für sinnvoll hält, gut, warum nicht. Aber wir warnen auch davor, das auf die leichte Schulter zu nehmen, das rächt sich. Die realistische Einschätzung geht oft verloren, und aus unserer Perspektive ist ein gutes Rührei immer besser als ein Posten im Aufsichtsrat. Und nachhaltiger sowieso.

Wie gesagt, wenn Sie sich für unser Programm erwärmen würden, könnte ich Ihnen gerne mal ein Angebot zukommen lassen, Schnuppertag umsonst, Termin machen wir telefonisch ab, und unser neues Verzeichnis ist… – Ich werde gleich zum Mörder! Sehen Sie sich diese Handtücher an, das ist doch Kochwäsche! Das steht doch sogar auf dem Etikett! Nein, ich rege mich nicht auf, aber das hört mir nach diesem Kurs auf, und zwar endgültig. Nie wieder Männer!“

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Morgenmagazin

4 12 2018

„Nehmen Sie sich einen Kaffee.“ Selten hatte ich Siebels so müde gesehen, und es lag nicht an seiner langen Anfahrt vom Flughafen; er hatte schon zwei Tage vorher nicht richtig geschlafen, und es war nicht seine Absicht gewesen, unseren Einsatz damit besonders gut vorzubereiten.

Ihn fröstelte; Siebels knautschte seine Hände tief in die Manteltaschen, und ganz wie aus alter Gewohnheit griff er stumm zu, als ihm einer der Kabelträger mitleidig ein Päckchen Filterzigaretten hinhielt. Dass der Produzent, manche nannten ihn die graue Eminenz des deutschen Fernsehens, seit Jahren schon nicht mehr rauchte, fiel ihm erst auf, als er in den Taschen kein Feuerzeug fand und mich hilflos ansah. „Zu früh“, murmelte er. „Also für mich. Es fängt ja auch gleich an.“ Die Stahltür der Halle öffnete sich knirschend, die Aufnahmeleiterin nickte, drückte uns stumm die Besucherausweise in die Hand und zeigte mit dem Daumen nach rechts, wo die Garderobe stand. Es war unangenehm warm in diesen Räumen, es roch nach Bohnerwachs und Weichspüler, und irgendjemand hatte meinen Becher frisch mit schwarzem Kaffee aufgefüllt. „Da hinten“, flüsterte die Leiterin, „der Wettermann ist da und die Moderatoren kommen auch gleich.“

Auf dem Kontrollmonitor sahen wir, wie die Sendung angejingelt wurde. Jens-Peter Lüderich, Sprecher bei irgendeinem Privatsender, und Hanna Kieseritzky, ebenfalls ohne nennenswertes Talent, hockten krumm auf der Biegung einer rostroten Couch, stets um Contenance bemüht und doch klar ersichtlich am Rande ihrer Möglichkeiten. „Hier sind die Nachrichten“, murmelte Kieseritzky, „und dann das Wetter von…“ Sie vollführte eine Geste, die so gut wie alles bedeuten konnte. Am anderen Ende jubelte eine frisch ausgeschlafene Newsfrau die Schlagzeilen herunter, Wirtschaft und andere Kriegsberichte, Bilder von den schönsten Erdbeben der Saison und einem drogensüchtigen Fettsack, der sich für den Präsidenten der Vereinigten Staaten hielt. „Nur eine Minute“, stöhnte Lüderich, „bitte – Sie dürfen mich auch wieder…“ „Nichts da“, zischte die Aufnahmeleiterin, „wir haben ein Konzept, das ziehen wir jetzt durch!“ Er krümmte sich wimmernd auf der Couch und drohte schon herunterzurollen, doch flink wurde er von zwei starken jungen Männern daran gehindert, die ihn mit einem Klettverschluss an der Rückenlehne befestigten. „Wie Sie sehen“, teilte die Leiterin mit tiefer Befriedigung mit, „haben wir alles im Griff.“

Der Wettermann schwankte ein bisschen, um ein Haar hätte er sich an der Videowand festgehalten. „Bis eben hatte er ja auch noch den Stehtisch“, murmelte Siebels. „Und wenn Schlaf im Stehen auch nicht immer besonders angenehm ist, es ist immerhin Schlaf.“ Sah er sich gerade nach einem Stehtisch um? Nein, das hatte ich mir wohl nur eingebildet. Routiniert spulte der Meteorologe seine Vorhersage ab, im Grund hätte er es auch im Liegen machen können, aber dann wäre er nicht im Bild gewesen. Der Zuschauer, hatte man uns erklärt, wolle das nämlich so.

„Sehen Sie sich das nicht auch jeden Morgen an?“ Die Leiterin winkte der Regieassistenz, um die Übergabe an den Sport abzuwickeln. „Ich schalte den Fernseher im Halbschlaf an“, gestand ich, „und dann höre ich mit einem halben Ohr Nachrichten, während ich den Kaffee durchlaufen lasse.“ Sie nickte. „Sie befinden sich in bester Gesellschaft, so halten es die meisten unserer Zuschauer.“ Auf einen weiteren Wink kam der junge Mann mit der Kanne und füllte noch einmal die Becher nach. Siebels winkte ab. Sogar ihm wurde es zu viel.

Kieseritzky hatte glücklicherweise einen Tisch vor sich und konnte sich auf die Platte stützen, dafür stand sie einem Experten gegenüber, der ihre hilflos genuschelten Fragen zum europäischen Außenhandel mit mehr oder weniger entnervten Antworten versah. „Ich hatte es mir nicht so schlimm vorgestellt“, stöhnte Siebels, „aber um so besser. Wenigstens weiß ich jetzt, dass man das den Leuten zumuten kann, wenn sie es denn wirklich sehen wollen.“ Ich war irritiert. „Was soll das alles denn bedeuten?“ Siebels schloss für einen Moment die Augen; er sah aus, als würde sich unter ihm alles drehen. „Dieses Frühstücksfernsehen“, murmelte er, „dies verdammte Frühstücksfernsehen wird seit Jahren von jubilierenden Moderatoren präsentiert, die einem chronischen Morgenmuffel wie mir schrecklich auf die Magenschleimhaut gehen. Ich brauche das nur einen Tag lang zu gucken und habe für eine Woche schlechte Laune.“ Lüderich war tatsächlich gerade vom Sitz gesackt und musste in Position gebracht werden, solange der Filmeinspieler noch lief. „Also haben wir das Programm mit Leuten besetzt, die zu dieser Uhrzeit eigentlich noch nicht verhandlungsfähig sind. Und das Ergebnis sehen Sie hier.“ „Schön“, antwortete ich, „wenn ich morgens nicht aus dem Bett komme, helfen mir schlaftrunkene Mattscheibengesichter bei der Orientierung, richtig?“ „Zumindest fühlen Sie sich dann nicht mehr so alleine.“ Er gähnte und hielt sich dabei am Garderobenständer fest. Drüben war Kieseritzky schnell eingesprungen und haspelte einen Text herunter; sie wirkte plötzlich hellwach und hatte alles im Griff, wedelte erregt mit den Armen vor dem Gesicht und verlor dabei eine ihrer Moderationskarten. Sicher war das für die Leiterin schon wieder zu viel. Der Wettermann lehnte an der Wand und drohte jeden Augenblick umzukippen. Leise knirschte die Tür. Draußen war es bitter kalt. Der Mond stand bleich am Himmel. Was sonst musste man noch wissen von diesem Tag.





Glückskekse

19 11 2018

„Also er hat jetzt zwei zweimal diese Figur mit dem Hütchen bewegt, und die hatten dieselbe Farbe. Ach, das ist beim Schach immer so? Da können Sie mal sehen, wie gut unsere Prognosen sind. Wir beschäftigen uns nicht mit den Einzelheiten und haben deshalb auch immer irgendwie Recht.

Ich war gleich gegen die Schachmeisterschaft, aber machen Sie das mal Wirtschaftsredakteuren klar. Die haben in der Regel Theologie studiert oder andere Sachen, die man nur beweisen kann, wenn man nicht genau weiß, woran man glaubt, oder wenn sie richtig gut sind, haben sie das Studium zwischendurch geschmissen, haben geheiratet oder sich privat mit dem Strafvollzug beschäftigt, weil sie von den anderen Börsentipps wussten, wie man geldgierige Knalltüten nach Strich und Faden betrügt – und nicht, wann man mit der Scheiße aufhören sollte. Einige wenige haben plötzlich ihre moralischen Anwandlungen, die gehen auch ins Fernsehen, aber die machen dann Homeshopping, auch nicht schlecht, da wird man als Arschloch wenigstens fest bezahlt fürs Lügen, oder sie werden Autor für Glückskekse. Glückskekse gehen immer, und Horoskope kriegen Sie mittlerweile billiger aus dem Archiv.

Ja, wir beobachten inzwischen eine Menge sehr unterschiedlicher Variablen, um unsere Datenbasis zu vergrößern und unsere Leistungen ein bisschen wissenschaftlicher zu machen. Was twittert Trump? Hat Kramp-Karrenbauer öffentlich verkündet, dass die geplante Zwangshomosexualisierung durch die linkfaschistischen Abtreibungsveganer Schuld ist an der Kreuzigung vom lieben Jesulein? Und sammelt die AfD schon Spenden, damit sich Weidel für die Knastdusche Korken reinstecken kann? Früher hätte man das Wetter mit einem Laubfrosch analysiert, aber auf Zufälle kann man sich ja heute einfach nicht mehr verlassen.

Man kann ja auch die Anzahl der islamistischen Attentate als Grundlage nehmen, aber das stößt auf ein geteiltes Echo. Die einen beschweren sich, dass die Erdrotation noch nicht als islamistischer Terror gerechnet wird oder die Geburt vom Säuglingen in Guatemala, bei denen nicht ausgeschlossen werden kann, dass einer von zehn Millionen eventuell mal zum Islam konvertiert, die anderen finden es nicht okay, dass man die neunundneunzig Prozent der islamistischen Attentate einrechnet, nur weil sie in islamischen Ländern stattfinden. Meistens würfeln wir dann, weil die Ergebnisse genauer sind.

Manchmal kann man die Daten extrapolieren – hat nichts mit dem Raumpflegedienst zu tun, echt nicht – wenn man schon die nötigen Zahlen vorliegen hat. Hier haben wir beispielweise einen Anstieg der Börsenkurse, der führt dazu, dass an der Frankfurter Börse die Kantine mehr frequentiert wird, meistens in der Mittagspause, und dann steigt hinterher der Kaffeekonsum bei Schmittchen, das ist der Laden gegenüber, die bieten nicht so einen Urinersatz in Halbschwarz an, sondern richtigen Kaffee, den brauchen Sie auch, wenn Sie diesen Brechreizbeschleuniger aus der Fressetage in Ihren unschuldigen Magen gejagt haben, und dann holen sie sich auch immer einen Schokoladenkuchen. Als Belohnung. Wir nehmen das als Indikator: wenn der Schokoladenkuchen sich gut verkauft, steigen die Börsenkurse.

Wenn man’s genau betrachtet, ist es natürlich umgekehrt, aber noch haben sich die Volkswirte nicht damit befasst, und Betriebswirten fehlt es am Durchblick.

Fußball ist natürlich auch immer gut, da versteht man die Ergebnisse auch einigermaßen schnell, aber das ist dann auch schon der Nachteil: jeder versteht die Ergebnisse. Außerdem kann man das momentan echt nicht bringen. Bisher war die Sache immer klar, die Bayern gewinnen, also gibt es gute Börsenwerte, der DAX steigt, alles gut, morgen sehen wir weiter. Und jetzt? Das ist alles so kompliziert, das kann man auf die einfachen Sachverhalte nicht mehr anwenden. Gut, immer noch besser als Politik, da ist es auch wieder andersherum, aber das war ja jetzt auch nicht die Frage. Sonst könnte man schon die Entscheidungen der Bundesregierung für die Börse verantwortlich machen, aber das wollen Sie nicht wirklich, ich sage nur: Haftung. Die Merkel hat doch dreizehn Jahre lang vermieden, dass sie irgendwas tut, was sich sofort als politisch verwertbar herausstellen würde. Und wenn Sie sich angucken, was da heute so durchs Kabinett kriecht, das ist ja nicht einmal wirtschaftlich für sein Handeln zur Verantwortung zu ziehen.

Strompreise? das wäre mal eine Überlegung wert, die haben auch meist nichts mit der Wirtschaft zu tun. Und dann die letzten Prognosen für die SPD – die Kleinigkeiten hinter dem Komma machen oft viel aus, man soll sich da nicht täuschen – und die Einschaltquoten für den Tatort. Das ist für das Geschäftsklima immer ganz wichtig, wenn man die richtigen Zahlen parat hat, und wenn man dann gefragt wird, woher man die hat, einfach sagen: wir haben den Leitindex ausgerechnet, oder das waren die Ergebnisse der letzten fünf Quartale hochgerechnet auf die aktuellen Zahlen. Oder irgendwas halt. Aber gucken Sie mal, der hat wieder eine Figur bewegt, und jetzt hat er sie vom Spielfeld genommen. Fragen Sie mich nicht, was das bedeutet, aber irgendwas bedeutet das. Das bedeutet, dass sich da irgendwas bewegt, und jetzt fragen Sie mich nicht, was und wohin. Das erklärt Ihnen heute Abend diese Tante da im Fernsehen. Die versteht das auch nicht, aber vielleicht etwas genauer als wir.“





Schnäddärädäng

15 11 2018

„… eine europäische Armee aufstellen wolle. Die Leitung werde jeweils mit den Regierungschefs der Europäischen Union in den…“

„… parallel zum Vorsitz im Rat der Europäischen Union angeführt werde. Kurz werde als amtierender Generalfeldmarschall der…“

„… könne jedes Land seine Neuverschuldung durch zusätzliche Übernahme von Truppenteilen kompensieren. Kritikern sei bewusst, dass dann eine rein italienische Armee in der…“

„… als Verkehrssprachen jeweils die Landessprache, daneben wahlweise auch Deutsch oder…“

„… sich die österreichischen faschistischen Regierungskräfte gemeinsam mit der AfD für eine Umbenennung in Christlich-Abendländische Wehrmacht ausgesprochen habe und die…“

„… warne Steinbach ausdrücklich vor der Armee unter Donald Tusk als Präsidenten des Europäischen Rates. Die Polen hätten schon einmal einen Weltkrieg gegen Deutschland begonnen und seien noch heute eine von linken Kräften unterwanderte jüdische…“

„… italienische Panzer einsetzen wolle, die durch ihre Geschwindigkeit für eine beschleunigte Truppenabsetzbewegung im Zuges des…“

„… das Bayerische Heer mit einer eigenen Gebirgsmarine an den Manövern teilnehmen werde. Großadmiral Markus I. Söder werde mit einem neu zu bestimmenden Defiliermarsch an der…“

„… ausstatten könne. Der Umsatz der deutschen Rüstungskonzerne könne sich durch die EU-Armee innerhalb weniger Jahre mehr als…“

„… sich Österreich nicht entscheiden könne, seine Truppenteile auf Deutsch oder in der Landessprache zu…“

„… freiwillig Zugeständnisse bei den Brexit-Bedingungen mache, wenn Großbritannien sich in der Schlussphase nicht an der Planung beteiligen wolle. Insbesondere beim Management der Truppenverpflegung habe es heftige…“

„… nur dann zustimme, wenn die EU-Armee mit der Schusswaffe gegen die Asylbetrügerflut an der deutschen Außengrenze eingesetzt werden könne. Weidel schließe im Falle einer Versagung allerdings ihren Rücktritt kategorisch…“

„… im Verteidigungsfall einheitliche Formulare benutzt werden könnten. Diese müssten allerdings erst durch Freigabe im Europäischen Parlament und eine namentliche Abstimmung im…“

„… nach der zweiten Gesprächsrunde geklärt sei, dass neben der jeweiligen Landessprache nur Französisch als…“

„… keine Ausfuhrbestimmungen von Waffen habe. Die Vergabe der Aufträge könne daher nicht einfach durch eine Ausschreibung an einen Verwandten von Ursula von der Leyen gehen, sondern müsse zunächst durch eine in ihrer Familie angesiedelte Beratungsfirma mit dem…“

„… pochten die Vereinigten Staaten heftig darauf, dass auch amerikanische Rüstungsgüter bei der Ausstattung der Armee berücksichtigt würden. Trump habe andernfalls einen Handelskrieg gegen sämtliche…“

„… jetzt nur noch Französisch als Verkehrssprache zugelassen werden solle. Alle anderen Landessprachen seien bis auf Weiteres…“

„… sei die Bundeswehr nicht davon überzeugt, dass ohne Wiedereinführung der Wehrpflicht eine ausreichende Truppenstärke zu…“

„… hoffe die AfD andererseits auf eine schnelle Einsatzfähigkeit der Armee, um Merkel von den EU-Soldaten standrechtlich…“

„… sich auch für den Einsatz als schnelle Eingreiftruppe empfehle. Voraussetzung sei, dass ein Einsatz von der NATO mindestens zwei Wochen im Voraus angekündigt werden müsse, wenn er nicht mit einem Verfahren wegen…“

„… den Einsatz der EU-Truppen im Innern noch diskutiert werde müsse. Scholz empfehle einen Test beim nächsten G20-Gipfel, der gerne unter seiner persönlichen…“

„… nicht als Garant sehe, dass zwischen den europäischen Staaten nun Frieden herrsche. So sei Orbáns Forderung, nur nichtjüdische Soldaten in der Truppe einzusetzen, nicht mit der EU-Menschenrechtskonvention zu…“

„… könne sich durch eine neue Verantwortung der deutsche Militarismus endlich von den Belastungen der Geschichte lösen. Gauland fordere regelmäßige Auslandseinsätze, die beispielsweise zu einem durch Kolonien vergrößerten Absatzmarkt für viele deutsche…“

„… sicherstellen werde, dass bei Abspaltungen aus der Europäischen Union die Armee nicht gegen einzelne souveräne Mitgliedsstaaten oder austrittswillige Teilgebiete eingesetzt werden dürfe. Söder würde im Falle des…“

„… zu Verwicklungen kommen werde, falls französische Panzerspähfahrzeuge von deutschen Armeeangehörigen gelenkt würden. Die Frage, ob das Herkunftsland des jeweiligen Waffensystems oder seines Bedieners für die Rechtmäßigkeit…“

„… dass die Ausstattung mit deutschen Kampfflugzeugen nur zu einer bedingten Abwehrbereitschaft der EU-Armee führen werde. Andererseits könne man durch die mangelhafte Qualität der Ausrüstung gut unterstreichen, dass es sich um eine Friedenstruppe für die…“





Gernulf Olzheimer kommentiert (CDXXXIX): Das Kind als Erweiterung des Ich

9 11 2018
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Wie bunt und einfallsreich hat doch Mutter Evolution die Aufzucht und Hege der Brut gestaltet. Im Beutel und im Mäulchen, im Nest und im Kadaver diverser Beutetiere ziehen die Arten ihren Nachwuchs groß, teils unter erheblichem Stress, teils schicksalsergeben vor dem Hintergrunde, dass es genetisch in ihnen angelegt ist, sie also einem Code folgen, der jedoch in all seiner Verpeiltheit die Vernunft für sich beanspruchen darf, sinnvoll zu sein, sonst hätte er sich nicht von Generation zu Generation in die DNA geschwiemelt. Nur eine Spezies hat es schwerer, braucht doch die Frucht ihres Leibes Jahre, um die Grundausstattung einigermaßen zum Laufen zu bringen, und noch zweimal dieselbe Zeit, bis der Klumpatsch die Reproduktion für sich entdeckt. Er ist ein Nestflüchter, der Hominide, aber nur auf Raten und nur dann, wenn man in einem taktisch günstigen Moment nach dem Rausschmiss Türen und Fenster hermetisch hinter ihm verschließt. Die Kinder sind weg, das Erziehungsziel ist erreicht.

In gewissen sozialen Milieus spielt diese Perspektive, wenn überhaupt, nur eine marginale Rolle. Das Kind, vor allem das gerade abgenabelte – die Geburt ist höchstens sieben bis maximal zehn Jahre her – wird von heftig helikopternden Knalltüten überwacht, auf dass es unter keinen Umständen über physiologisch relevante Prozesse wie Atmung, Stoffwechsel und Lallen hinauswächst. Die Vorstellung, dass die Brut eines Tages mit Doktor und Sportwagen das Kinderzimmer verlässt, triebe das Muttertier in eine autoaggressive Depression, in deren Verlauf Landstriche vom Angesicht dieses zweifelhaften Planeten verschwänden. Kein Risiko!

Die stabile Mutter-Kind-Beziehung, bösartig durch die Trennung von Säugling und Nachgeburt vollzogen, sie reißt klaffende Wunden auf in der Übermutter Teresa, die ihren eiligen Schein aus Bling-Bling für Blag und Ego mit Bordmitteln aufpustet. Mutter werden ist nicht schwer, doch wer warnt die Ich-AG entbindungsnah vor dem Verlust der Strahlkraft, die auf das schrumpelige Ding mit Geräuschentwicklung übergeht. Übergangsriten sind, der Name sagt’s, der Ablösung verschrieben, aber was macht Mutti, das gravitätische Rund im dunkelschwarzen Loch, wenn die Schwerkraft sich jetzt woanders einen abkräht? Schöne Scheiße. Da hilft, wenn überhaupt, nur noch Psychologie.

Dummerweise greift die Humanoidglucke zu gröberen Mitteln und schnürt den Ex-Fötus in die eigenen Weichzonen, gerne mit Bio-Indigen-Faktor als Tragetuch, weil ja die westlichen Industrieländer mangels Kleinkindaufzucht eine Sterblichkeit von knapp tausend Promille aufweisen, schwör! Und es ist im alternativen Dunstkreis ja sowieso besser, den Zellhaufen immer millimetergenau an die Mamma gequetscht zu transportieren, Ringbahn oder Rockerkneipe, Hauptsache Stallgeruch aus Kernseife und Dinkelkrüstchen, denn nur die Mutter weiß wirklich, was dem Sprössling fehlt.

Noch lässt sich keine industrielle Ware finden, in die sich beide einknöpfen können, am besten im Hinten-vorne-Verschub, um wenigstens zeitweise den Eindruck von Schwangerschaft wieder zu erzeugen, während sich tagsüber die Frau mit Nebensächlichkeiten wie Einkauf, Erwerbsarbeit oder Weltrettung abgibt. Nachts allerdings ist das Problem zur Zufriedenheit gelöst, in kofötaler Haltung statt mit dem Schuldgefühl, das Kind im Gitterbett inhaftiert den Alpträumen auszusetzen, während die Egoistin in Bauchlage durchschläft. Noch ist keine Kinderdemo bekannt, auf der die Verdammten dieser Erde mit Transparenten wie Dein Bauch gehört mir ein Ende der Aussperrung fordern. Stattdessen schreit das Kind, genauer: die Mutter unterbindet jede nicht programmgemäß vorgesehene Äußerung. Nicht aus Selbstschutz, der liefe dem sadomasochistischen Tenor des quasireligiösen Konzepts zuwider, nur aus Trainingsgründen, wenngleich nicht für den Junior. Die Mutter ist’s, die nicht emotional verhärten soll, fraulich und weich muss sie bleiben, im Einklang mit Welt und Klischee, wenn sich schon der Geburtskanal gänzlich überraschend als Einbahnstraße herausstellt.

Ihr späteres Leben verbringt die Gebärerin mit Prothesen, karrt Knaben zum Fußball und in die Universität, festgeklemmt im SUV, eine Hand im Terminplaner, die andere an der Schusswaffe, um sich gegen andere Mütter in Stellung zu bringen, die ihre Brut im SUV vom Ballett zur Bundeswehr bringen. Gewiss, sie konsumieren, aber lässt sich damit der Weltfrieden finden? Den Nobelpreis verdient nur die saubere Lösung, den Zellklumpen postnatal wieder in die Mutter zu implantieren, damit die liebe Seele Ruh hat. Ist vor der Trennung das Kind nicht ohne Mutter lebensfähig und kehrt sich’s danach ins Gegenteil, hilft nur Endgültiges, zum Beispiel die totale Mutterschaft als innerer Wert. Niemand wird mehr nörgeln, weil ihm der Kita-Platz fehlt. Baby to go! Schöne, neue Welt, in der die Androiden träumen. Wer weiß, wovon. Und womit.





Gernulf Olzheimer kommentiert (CDXXXVII): Wandern

26 10 2018
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

War es ein Mangel an Sitzgelegenheiten? Rrt lief nicht nur zweimal zum Buntbeerenstrauch, er stromerte ziellos am Bächlein herum, latschte in konzentrischen Kreisen um den Tümpel und guckte in die Wolken, und schon war der Tag herum. Die Restsippe freute sich dementsprechend, denn wer dichtete jetzt die Fenster der Eigentumshöhle? Wer machte Feuer? Die Klagen gegen den Müßiggänger begannen sich zu häufen. Nicht einmal der Häuptling hatte noch Zugang zu ihm, denn Rrt war einfach mal weg, inklusive des Gruppengefüges. Dass die arbeitsteilige Gesellschaft ohne Urlaubsanspruch eine einseitig beschlossene Zeitsouveränität nicht ohne Weiteres verträgt, hatte sich noch nicht herumgesprochen. Das Wandern blieb nicht des Troglodyten Lust.

Nicht die zweckfreie Bewegung stand am Anfang des Problems, sie wurde zum Problem, und das unter mehrerlei Gestalt. Wäre der gemeine Depp noch unterwegs, weil sein Maultier gerade in der Werkstatt gewartet wird, er bekäme Pardon. Doch die in neandertaleskes Schuhwerk gestopfte Masse, meist in diversen Abstufungen von Beige bis Kariert verkleidet, hat es nicht anders verdient. Windstärkenunabhängig schwappt aufdringliches Liedgut über zertrampelte Wild- und Waldwege, es naht sich der organisierte Mob mit Knotenstock und Butterbrot, die Landplage aus der Jugendbewegung von vor hmzig Jahren. Wer auch immer durch die Gaue tapert, hat mit der Kultur abgeschlossen und lebt seine niederen Instinkte durch Belästigung der Umwelt aus. Hier schnitzt der rüstige Rentner sein Monogramm in wehrloses Gehölz, dort schmoddert der geneigte Konsument die Hinterlassenschaften seines Alkoholkonsums in die Gegend, gemeinsam verstören sie Brut und Aufzucht der Fauna, die ihnen nur in Form von Wurstwaren und Fotografie in den Sinn käme. Aus dem edlen Wilden wurde ein dekadenter Naturverbraucher, der Nachschub will und jeden Quadratmeter dieses Planeten mit seiner Präsenz entnervt.

Der Hominide neigt bekanntlich zum Extrem, einmal nicht aufgepasst, schon waren ganze Völker auf Achse. Immerhin haben die spätantiken Stämme bei jeder sich bietenden Gelegenheit die Architektur am Wegesrand korrigiert oder die Eigentumsverhältnisse anderer Menschen an ihre eigenen Bedürfnisse angeglichen, aber was ist das gegen eine Kohorte enthemmter Endsechziger, die in polartauglicher Funktionskleidung durch den Westerwald stampft, als wolle sie die kontinentalen Höhenzüge auf Normalnull nivellieren. Die Naturbegeisterung des Bildungsbürgers war ein durchaus ehrenwertes Moment, aber dafür hätte ein bisschen Gewackel durch den Stadtpark gereicht, ab und zu eine Bootspartie oder ein Spaziergang durchs Gewächshaus. Gerade der Teutone aber geht brutalst gründlich ans Werk. Zwischen Nacht- und Nacktwandern lotet er die Manie leistungsbezogen aus, den Schwellenzustand zwischen Selbsthass und zelebrierter Grobheit. Ohne Schmerzen ist dieses offenporige Gebaren nicht zu erklären.

Das Grauen hält bereits als Wandertag Einzug in den Bereich schulischer Bußübungen – im Pulk wälzt sich der Klassenverband durch Wald und Heide im quasi militaristischen Gewaltmarsch, Gepäck und Verbandskasten am Mann, um Durst und Blasenwurf nicht verlegen – auf dass der Ekel vor dem Landstrich möglichst lange anhalte. Kein geistig gesunder Bürger käme sonst auf die grenzwertige Idee, Jugendliche im Verbund durch die Gegend zu prügeln, es sei denn kurz vor der Kapitulation und mit einer Flak auf der Achsel. Hier aber blüht das Wesen der tiefschwarzen Pädagogik in schillernden Farben. Erst spät bis kurz vor dem Abkippen wählt der Vollverkalkte aus reiner Vergangenheitsverklärung wieder die Fortbewegung in Zeitlupe, bar jeder Scham und in ritueller Horde, weil er alleine nicht mehr überlebensfähig wäre. Und so greift das mobile Einschwatzkommando dann auch in der Innenstadt zu Knobelbecher und Tropenhelm, seilt sich vorschriftsmäßig im Museum an und plant drei Tage mit Halbpension wie Survivaltraining, gerade im Ausland, wo er nicht sicher sein kann, dass er deutsche Bratwurst und deutsche Kopfkissen kriegt. Andererseits schlurft er in Sandaletten im Himalaya umher, weil ihm sein verschwiemeltes Hirngestrüpp nicht mehr zwischen körperlicher Wirklichkeit und Glitzereinhornland zu unterscheiden erlaubt. Nur wenige entweichen seitlich ins Nordic Walking, in geringer Quote werden fußkranke Jammerlappen in den Kegelsport abgeschoben und verschonen die Öffentlichkeit mit ihrer institutionalisierten Sucht. Ratten und Dünen, ja. Nieren. Falken, okay. Aber wozu die vorläufige Sackgasse der Evolution, der Trockennasenaffe, der gewerbsmäßig sein Habitat in eine Kloake umbaut, auf seinen Hinterpfoten über die Krume stolpert, wird wohl ewig sein Geheimnis bleiben. Not tut es jedenfalls nicht.





Publikumsbeschimpfung

11 10 2018

„Der Wähler ist schuld!“ „Das hört sich jetzt fast so an, als hätten wir hier demokratische Verhältnisse.“ „Ich bitte Sie, in Bayern?“ „Guter Witz!“ „Aber der Wähler macht nun mal das Wahlergebnis.“ „Das ist korrekt, aber für einen korrupten Haufen Dreck wie die CSU klingt das wie die Machtergreifung der homosexuell-veganen Linksfaschisten.“

„Der Wähler ist schuld, diese linksversiffte Sau! und wenn wir die absolute Mehrheit haben, werden wir diese kommunistischen Volksverräter in die…“ „Erste Nachricht: es sind keine Kommunisten, die Leute wählen SPD?“ „Die wollen doch seit diesem faschistischen Maulwurf die katholische Kirche als volkseigenen Betrieb weiterführen! Der hat extra eine Ausländerin geheiratet!“ „Was hat Donald Trump damit zu tun?“ „Er meint Brandt.“ „Ach so.“ „Guter Witz!“ „So gut war der nun auch wieder nicht.“ „Willy?“ „Ach, hören Sie doch auf!“

„Zweite Nachricht: Sie werden keine absolute Mehrheit mehr haben.“ „Wann denn?“ „Ab sofort.“ „Also Fake News, typisch für so eine linke Zecke, die immer nur mit ihren eigenen…“ „Ich meinte nicht, dass Sie ab sofort die absolute Mehrheit haben, ich meinte: ab sofort werden Sie keine mehr haben.“ „Und wann…“ „Gar nicht. Nie mehr.“ „Aber das ist technisch unmöglich.“ „Warum?“ „Weil wir immer eine hatten.“ „Aha. Stand das im Mietvertrag für den Freistaat, als Sie ihn damals übernommen haben?“

„Es kann sich nur um islamistischen Terror handeln, das ist sicher!“ „Jetzt kommt er wieder mit der beschissenen Kruzifix-Nummer.“ „Guter Witz?“ „Naja. Geht so.“ „Wenn jemand, und er steigt ein in der Staatskanzlei, dann…“ „Gleich holt er wieder sein Kreuz raus.“ „Glaube ich nicht.“ „Damit hat er ja eh ein Problem.“ „Dabei betrifft es ihn selbst.“ „Sagt wer?“ „Der Erzbischof von München und Freising.“ „Der steht nicht auf der Payroll von irgendwelchen Waffenherstellern, der hat nichts zu melden.“ „Sagt wer?“ „Die Staatskanzlei.“ „Deshalb erklären die ja auch, was christlich ist.“ „Und was sozial ist?“ „Wir wollen es mal nicht übertreiben.“ „Ich werde diese Verräter des christlichen Abendlandes in die…“ „Was will er jetzt mit dem Kreuz?“ „Vermutlich will er uns zeigen, wie das Christentum bedroht wird.“ „Also am praktischen Beispiel?“ „Das haben Sie gesagt.“ „Guter Witz!“ „Jedenfalls ist für ihn alles, was seine Hysterie um christliche Symbole angeht, die er als hysterische Symbole ohne christliche Bedeutung verwendet, direkt vom Islam gesteuert.“ „Sie meinen von Islamisten?“ „Nein.“

„Gestern hatte er noch gesagt, dass die Grünen sich als unzuverlässige Koalitionspartner im…“ „Da hatte ihm jemand gesteckt, dass die vielleicht mehr Stimmen bekommen könnten als die CSU.“ „Und die waren durch Zuwanderung gespeist?“ „Sicher.“ „Hören Sie, wie hoch waren in Bayern die Wahlergebnisse der SPD?“ „Das tut doch jetzt nichts zur Sache!“ „Warum nicht?“ „Ich würde das auch gerne wissen.“ „Die sind ungefähr gleich geblieben.“ „Dann waren es vermutlich Schwaben, die zur Begrünung Bayerns ausgewandert sind.“ „Ich dachte immer, dieser Teil der Umvolkung hätte nur in Berlin stattgefunden?“ „Die sind bestimmt über Berlin gekommen und haben unseren Freistaat zu einer sozialistischen Kloake gemacht, in der alle nur noch Linke wählen!“ „Und wie erklären wir uns dann das mit der AfD?“ „Wahrscheinlich hat die Steinbach einmal im Leben recht gehabt mit ihrer These, dass Nationalsozialisten auch nur Sozialisten sind.“

„Wenn der Wähler schuld ist, was machen wir denn dann?“ „In anderen Kulturkreisen mit noch weniger Respekt für die Demokratie könnte der amtierende Ministerpräsident schon mal vorsorglich klarstellen, dass er nur ein Wahlergebnis akzeptiert, das ihm in den Kram passt.“ „Und alles andere ist dann gleich Wahlfälschung?“ „So schlimm muss man es ja nicht gleich ausdrücken.“ „Kann man aber.“ „Guter Witz!“ „Selbst wenn der Wähler an der Sache schuld ist, er muss doch einen Grund gehabt haben.“ „Wofür, so zu wählen?“ „Klar.“ „Ich wiederhole mich ungern, aber das hier ist Bayern. Hier braucht man zum Wählen selten einen Grund. Deshalb hat die CSU hier ja auch eine absolute Mehrheit.“ „Obwohl die Leute eigentlich anders hätten wählen wollen?“ „Obwohl sie anders hätten wählen können. Aber die meisten haben ja nicht gewählt, die haben einfach Kreuzchen gemacht.“ „Ach, und das unterscheidet sich für Sie von einer Wahl?“ „Das ist doch eine ganz andere Motivation, finden Sie nicht?“ „Dann ist Kreuzchen machen keine politische Legitimation?“ „So sieht das in einem nicht besonders demokratisch regierten Staat nun mal aus.“ „Und diese Kreuzchenmacher, die sind dann auch nicht aus Begeisterung für die Politik der CSU zur Wahl gegangen?“ „Wie es der Stoiber gesagt hat, die haben die Errungenschaften dieser großartigen Partei überhaupt nicht verstanden und reagieren deshalb auch nur aus Unkenntnis so.“ „Also sind die Bayern einfach zu blöde?“ „Er hat es immer noch nicht verstanden?“ „Ja Kruzifix, wie erklären wir es dann!?“ „Wenn Kreuzchen machen eben keine Wahl ist…“ „Ja?“ „Guter Witz!“ „… dann haben wir’s doch: Bayern wird zerstört durch die vielen Nichtwähler.“ „Na endlich!“ „Ja, das macht Sinn.“ „Perfekt!“ „Dass das so einfach ist mit der Politik, das hätte ich nicht gedacht!“ „Na, dann ist ja alles wieder gut. Die Wahl kann kommen!“