Gernulf Olzheimer kommentiert (DLXXXIII): Das Auto

24 09 2021
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Was haben die Hominiden nicht schon alles an sich und vor sich hergetragen, um sich mächtig und stark zu fühlen: Muscheln, Zähne von Raubtieren und allerlei bunte Steine, Talisman und Fetisch, bis in der Bronzezeit die Serienfertigung der Objekte ihren Gebrauchswert in den Fokus rückte, wie auch immer der gerade aussah. Dem einen war das Stück Metall willkommene Hilfe bei der Bearbeitung des Ackers, anderen erleichterte es Körperverletzung mit Todesfolge bei kleinen Auseinandersetzungen oder die Vorbereitung eines Angriffskrieges, wenn es um größere Besitztümer ging. Noch immer hängt sich der gemeine Depp Gold und Geschmeide um den Hals, die er außerhalb der Nutzungszeit gut gesichert wegsperrt. Nur diesen Blechbömmel mit Blinker und Bremse klotzt er sichtbar vor die Butze und hofft, dass es den Nachbarn das Blut aus den Augen treibt. Es ist mehr als ein Statussymbol. Es ist das Auto.

Nichts wurde erfunden, gebaut, verkauft, das die Widersinnigkeit eines Kraftfahrzeugs auch nur näherungsweise erreichen würde. Angefangen vom Nutzungsgrad, der zuverlässig einstellige Prozente ergibt, wenn man die Mühle nur je dreißig Minuten zur Arbeit und zurück bewegt und noch einmal am Wochenende auf Parkplatzsuche vor dem Supikauf, über die Quote der Um- und Irrwege auf gestauten Innenstadtstraßen oder Autobahnen bis zur horrend hohen Rechnung für die Nachjustierung der blöde blinkenden Birne am Armaturenbrett, die zielsicher den Komplettaustausch des Bordcomputers fordert, die Kiste kostet. Wie Drucker, die schwarz-weiß als technisch unmöglich betrachten, solange nicht alle Farbpatronen voll sind, zerlegt das Ding auf vier Rädern Finanzreserven und Geisteszustand zu Kleinteilen, wie sie gerne in den Lüftungsschlitzen einer handelsüblichen Beifahrertür verlustig gehen, um dann in einem Paralleluniversum neben den Socken aufzutauchen, die die Waschmaschine frisst. Sollte die Kurbelwelle an der Schränkung leicht vordröllern oder der Stabilisator wegschwiemeln, ist die Katastrophe perfekt. Nächster Termin in der Werkstatt ist übernächsten Donnerstag, und da kann der ölverschmierte Sprallo nur feststellen, dass das jetzt aber echt teuer wird.

Aber ja, der Lack. Ursprünglich wurde das Zeug nur auf die Karosse geschmoddert, damit die Karre nicht schneller als nötig durchrostet, heute gibt es neun verschiedene Khakitöne, je nachdem, welches Land man mit dem Eierlaster überfallen will. Ob Metallic, Flop oder Flocke, alles dient dem Kratzer als Vorboten des Weltuntergangs, der sich als Blechschaden eine eigene Kategorie des Grauens in der Psyche geschaffen hat. Beule mit Weile, schon ab drei Millimeter Abtragung im Chrom kann der Bekloppte die ganze Stoßstange quasi ins Altmetall kloppen – und tut es auch. Ansonsten würden nach wenigen Jahrzehnten Wassermoleküle das Teil von innen zersetzen und mit fiesem Korrosionsbrand in einen rollenden Braunbrocken verwandeln. Nix da!

Wobei das wenigstens eine der individuelleren Arten von Kfz-Gestaltung wäre, die der gemeine Depp für den gesteigerten Wiedererkennungswert im Straßenverkehr sowie im Parkbereich benötigt. Plüschverkleidete Bömmel am Innenspiegel und ein Colt als Schaltgriff harmonieren schrill mit dem Wurzelholzimitat-Cockpit, das durch pinkfarbene Hosenträgergurte, 500-Watt-Scheunendiscoboxen und die La-Cucaracha-Hupe niedermolekular in der Proletensphäre verankert wird. Draußen dengelt der Profi Spoiler als optischen Brechreizbeschleuniger ans Heck und bollert fröhlich Frontschürzen vor die Mühle, die an der Parkhausausfahrt abgeschrammt werden wie Warzen aus der Radfahrerfresse beim Kavalierstart mit sechs Halben in der Birne. Nur der Anfänger klebt Sticker an den Autoarsch, die ein Herz für Kinder, für Sylt oder seinen Fußballverein signalisieren. Die Doppelauspuffattrappe beendet das Verkehrshindernis, nicht aber den Wahnsinn.

Denn was den Fetisch angeht, muss auch der im niederen Hubraumbereich verhaftete Bescheuerte Tribut zahlen. Ohne Zwangshandlungen kommt er nicht aus der Nummer, ohne rituelle Waschung des Pkw am Sonnabend unter Einhaltung einer in der Anwohnerschaft ausgehandelten Choreografie, die jedes zu hastige Abseifen mit Punktabzug straft und nach sechs Wochen Sprechchöre für mangelhaften Unterbodenschutz skandiert. Die Wahl des Wachses samt Podiumsdiskussion über den Härtegrad des Schaumstoffapplikators zur Lackkonservierung ist nach Hegelkongressen, Wirtschaftsverhandlungen mit Nordkorea und einer Partie Schach mit Armin Laschet ohne einen Tropfen Ethanol im Raum die größte Herausforderung ans limbische System, die bisher ohne Tote gemessen wurde. Wir nehmen das als Schicksal hin. Wer fährt schon mit dem Bus, wenn er auch fünfmal am Tag eine Hirnembolie im Kreisverkehr riskieren kann, weil der Vollarsch vor einem aus heiterem Himmel bei Rot in die Eisen steigt. Nein, wir wollen den kollektiven Untergang in der Blechlawine, solange unser Wagen größer, teurer, schneller ist als der von dem Typen, den wir nicht kennen. Wilhelm II. hielt das Auto für eine vorübergehende Erscheinung. Immer gut, wenn man Geschichte nicht zu kleinteilig denkt.





Gernulf Olzheimer kommentiert (DXL): Urlaub im Wohnmobil

13 11 2020
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Die Evolution hat den Hominiden ziemlich karg ausgestattet. Seine Körperbehaarung fällt eher überschaubar aus, dazu muss er durch beständigen Werkzeuggebrauch seine physischen Unfähigkeiten ausgleichen. Sich zweckdienliche Aufenthaltsorte zu bauen, wie es Biene und Ameise tun, wie allerlei Weichgetier ein eigenes Haus mit sich führen, das geht ihm ab. Nicht einmal die Begabung findiger Krebse besitzt er, sich fremde Kalkausscheidungen oder ähnliche Gehäuse zu eigen zu machen, und so muss er mehr oder weniger vergänglich Laubhaufen in die Flora kippen, Erdhöhlen buddeln, sich in die Kavernen oberhalb der Erdkruste oder unter die troglodytentauglichen Felsformationen zu hocken, um einigermaßen geschützt zu sein vor Gefahr und Witterung. Doch was passiert, wenn sich die ganze Sippe auf die Wanderschaft macht, die Steppe im Sturm durchquert und sich auf einen Aufenthalt in der Fremde einrichtet? Man nimmt Sack und Pack mit, weil der eigene Hausstand ja auch ein Stück Heimat bedeutet, und sei es nur der Dreck unter den Fußmatten, auf den man nicht verzichten will. Ob die Völkerwanderung auch so begonnen hat, weiß keiner mehr, doch es liegt nahe, dass der Urlaub im Wohnmobil so seinen Anfang nahm.

Mindestens einmal im Jahr will der Jetztzeitler im sterbenden Kapitalismus den Schadstoffausstoß pro Nase auskosten und ballert per Jet oder SUV ein paar Tonnen Gas in die Atmosphäre, damit es seine Kinder mal wärmer haben als er – es besteht keine Notwendigkeit für touristisches Reisen, das ja auch nur so heißt, weil man um den Globus rast, damit man um den Globus rasen kann, um hernach zu verkünden, man sei um den Globus gerast. Die Erweiterung des Horizonts spielt allerdings nur eine untergeordnete Rolle, allenfalls kümmert es den Hohlpflock, wenn er seine Gesichtsprominenz in Form eines Selfies vor die Wahrzeichen dieser Welt tackern kann, damit man seine temporäre Flucht aus der Heimatgemeinde als beglaubigt betrachtet. Je weiter, desto besser die Reise – Bekloppte in Bilbao sind gut, Bescheuerte in Beijing besser, und wer es dreimal um den Rotationsellipsoiden schafft, kriegt die Ananas am Band verliehen – doch wir nehmen halt die Sehnsucht nach Geborgenheit mit uns, wo immer wir uns aufhalten. Bei den typischen Deppen der Flusenlutschergeneration äußert sich dies halt in Schreikrämpfen, wenn in einer kleinen beninischen Pension nicht die Zuckerflocken von Schwuppi-Süd auf dem Frühstückstisch stehen. Wir suchen das Abenteuer, aber es muss vollklimatisiert sein.

Einfachere Kaliber lassen die Eigentumsbude in der Eifel zurück und verwahrlosen in der Eifel, wo sie in einem semipermeablen Unterschlupf nach Bauart einer NVA-Schlichtbehausung auf nassem Grund sachte durchmatschen, dem Gaskocher beim epischen Versagen zusehen, ihren zivilisatorischen Status mählich auf die Jungsteinzeit zurechtstutzen und sich wieder nach kalten Dosenbohnen sehnen, wie man es in ihrer Elterngeneration kannte. Der Heldenmut wird meist mit Hautabschürfungen und einem kleinen bakteriellen Souvenir belohnt, aber das ist nicht das Ende der Geschichte.

Die Wohnhöhle als beengtes Bewegtbehältnis macht die eklatante Verlotterung des Freizeiters erst perfekt. Schwiemelt er sich vor Reiseantritt die rohe Botschaft zurecht, Freiheit und Unabhängigkeit in fernen Gefilden zu spüren, hier darf er unbeugsam wie Halbfettmargarine in Konfrontation mit der Realität hadern. Die Parkplätze sind besetzt, sein Nachtlager ist minimal ungemütlicher als auf dem herkömmlich ausgewiesenen Camping-Areal, wo Frischwasser, sanitäre Einrichtungen und allerhand Einzelhandel sein Wohlbefinden suchen. Natürlich spricht seine fahrbare Butze jedem Anspruch an die Bedeutung von Wohnen brachialen Hohn – der aus Geschäftstüchtigkeit aufgekommene Streich, Buden aus Sperrholz mit dem Rauminhalt von Särgen als Eigenheim zu verkaufen, hatte eine Basis. Die Pirouette hat hier ihren Ursprung genommen, denn wo sonst muss man einatmen und die Arme an sich quetschen, wenn man sich einmal um seine eigene Achse drehen will. Der Beknackte bolzt mit dem Schädel gegen Schrankfronten, knickt Knochen ein und zerrt sich die restmuskuläre Masse, wo immer er Verrichtungen versucht. Er schläft beschissen, da er es so haben wollte, ernährt sich von Dingen, die wie mittelalterliche Strafen schmecken, nimmt von seiner Umgebung eigentlich keine nennenswerte Kenntnis mehr und muss demgemäß auch nicht als Opfer seiner Selbstzerfleischung leiden; er ist der Täter, also verdient er es nicht anders.

So klobig der Karosserieklotz um die Ecke schrammt, so ungelenk ist auch sein Lenker. Zwar mimt er mutig Autarkie, kann auf dem Feldweg Fischstäbchen brutzeln dank Akkumulator, doch relativiert sich dies schlagartig, sobald der Reisende auf die Schüsselsitzgelegenheit angewiesen sein sollte. Spätestens nachts zeigt sich der große Vorteil des Gefährts. Wer einmal nach dem klärenden Gespräch mit der internistischen Einheit Probleme bezüglich körperlicher Stabilität hatte, weiß den Personentransporter durchaus zu schätzen. Ohne Genehmigung fällt darin keiner um. Und genau das wird es sein, was die Reisenden erleben: es ist die Hölle auf Rädern. Wer nach der Tour lebend wieder seine Meldeadresse erreicht, fühlt sich spontan zu Hause und erholt. Im Sinne der Volksgesundheit ist das nicht zu unterschätzen.





Ponyhof

19 10 2020

„Autos!“ „Nein, Energie!“ „Autos!“ „Energie!“ „Warum denn immer nur irgendwas mit Autos?“ „Weil es nichts mit Corona zu tun hat.“ „Dann kann man ja auch mal einen Energiegipfel…“ „Ich will aber Autos!“

„So, dann haben wir ja alle mal unsere Meinung gesagt und können uns auf die wesentlichen Fragen der Bundespolitik fokussieren.“ „Autos!“ „Jetzt ist aber mal gut!“ „Sie sind ja schlimmer als Corona!“ „Das würde ich jetzt nicht sagen, das Thema geht uns alle an.“ „Haben wir nicht irgendwann kurz vor Weihnachten noch ein Klimatreffen?“ „Ja, aber das ist völlig informell.“ „Da wird nichts beschlossen.“ „Also wie immer.“ „Vielleicht könnten wir bei dem Termin mal die…“ „Nein!“ „Wäre ein allgemeiner Wirtschaftsgipfel in diesem Jahr noch machbar?“ „Kommt immer darauf an, was Sie unter allgemein verstehen und was unter Wirtschaft.“ „Da er aus Nordrhein-Westfalen kommt, sind das Küchenbauer und Autohändler.“ „Sage ich doch, Autos!“ „Die werden sich mit Sicherheit nicht für einen neuen Gipfel erwärmen können.“ „Es sei denn, sie wollen noch mal Kohle.“

„Und wenn wir den Klimagipfel…“ „Es war mehr so als ergebnisoffenes Gespräch gedacht.“ „Dann eben das Klimagespräch, das könnte man doch mit erneuerbaren Energien oder…“ „Autos!“ „Jetzt halten Sie doch endlich den Rand!“ „Jeder zehnte Arbeitsplatz hängt an der Autoindustrie!“ „Wir haben es auch geschafft, ohne Postkutschen und Schreibmaschinen zu überleben.“ „Das kann man doch so gar nicht vergleichen!“ „Wenn Sie das unbedingt so wollen, dann machen Sie doch einen Jobgipfel.“ „Wieso Jobgipfel?“ „Sie wollen doch in den nächsten Jahren viele neue Arbeitsplätze in der Elektromobilität schaffen, oder?“ „Wann haben wir das denn gesagt?“ „Er will nur wieder Geld.“ „Das stimmt so nicht, wir wollten mal über Feinstaub sprechen und Luftverschmutzung.“ „Was ist denn in Sie gefahren!?“ „Vielleicht könnte man das ja mit ein paar neuen Gesetzen legalisieren, dann müsste man nicht immer neue Software…“ „Sie haben ja einen Knall!“ „Ernsthaft, das klingt so bekloppt, da können wir ja gleich mit den Umweltfuzzis reden!“

„Irgendwas mit Ernährung?“ „Das wollen Sie gar nicht wissen.“ „Man könnte im Ministerium mal nachfragen, wie weit die Beschlussvorlagen für eine bundesweite…“ „Das wollen Sie nicht wissen, klar!?“ „Aber…“ „Seien Sie froh, wenn Sie sich mit dem Mist nicht beschäftigen müssen.“

„Aber ein Verkehrsgipfel könnte in der aktuellen Lage, in der wir uns befinden…“ „Okay.“ „Immer vorausgesetzt, die Lufthansa geht und nicht auf die Nerven.“ „So viel Geld, wie die wollen, haben wir gar nicht.“ „Wozu dann ein Gipfel?“ „Wir haben ja auch noch die Bahn.“ „Jetzt, wo Sie es sagen…“ „Und Autos!“ „Heilige Scheiße, wenn ich das Wort noch einmal höre, dann…“ „Der Kollege wird sich ab sofort zurückhalten, ansonsten müssten wir über seinen Verbleib in diesem Gremium noch mal ein ernstes Wort reden.“ „Pah, ich sitze hier, weil das die Kanzlerin so will!“ „Da hat er leider recht.“

„Pferde.“ „Wie bitte?“ „Naja, Pferde halt. Ein Pferdegipfel.“ „Was soll das denn werden?“ „Das hat was zu tun mit Natur und Landwirtschaft und irgendwie auch mit Verkehr, und das gibt schöne Bilder.“ „Kommt immer darauf an, wen man da aufs Ross hievt.“ „Wenn ich mir da den einen oder anderen Ministerpräsidenten vorstelle…“ „Hören Sie auf, das ist ekelhaft!“ „Aber jetzt warten Sie mal, so dumm ist das doch gar nicht.“ „Zumindest kann man mit dem Thema die Konservativen sehr gut ansprechen.“ „Reiten hat so etwas Heimatliches und Beruhigendes.“ „Sie waren offenbar auch lange nicht mehr auf dem Ponyhof.“ „Das ist doch mal ein schöner Vergleich!“ „Außerdem ist das eine der deutschen Spitzensportarten.“ „Und wenn Sie die Ernährung noch mit dazunehmen wollen, können Sie ja etwas über Lasagne erzählen.“ „Sehr witzig.“ „Sehen Sie, das Thema ist vielseitig.“

„Entschuldigen Sie mal, wir verplempern doch nicht unsere Zeit mit Pferden und Reiterei, während es so viele heiße Eisen…“ „Ha!“ „Ja, ich habe das vom falschen Ende her aufgezäumt und…“ „Ich wusste es, Sie finden die Idee auch gut.“ „Es gibt so viele wichtige Themen, die man an dieser Stelle mit den Betroffenen, der Politik, der Wirtschaft endlich mal besprechen müsste.“ „Wie viele Pflegegipfel hatten wir noch mal in diesem Jahr?“ „Meine Güte, jetzt nerven Sie nicht herum, Sie sind ja schlimmer als die Autolobby!“ „Ach, und der darf das sagen!?“ „Halten Sie endlich die Fresse!“ „Pferde kann man sicher auch therapeutisch einsetzen.“ „Und als neue Energiequelle im ökologischen Landbau.“ „Weil sich in der Landwirtschaft nach der Pandemie auch viel ändern wird.“ „Und es ist ein gutes Thema für den gehobenen Mittelstand, der nach einer neuen Investitionsmöglichkeit sucht.“ „Was soll das denn jetzt schon wieder?“ „Solange wir nicht wissen, wer der nächste Bundeskanzler wird, muss man flexibel bleiben.“

„Gut, dann müssen wir die Spitzen aus Politik und Wirtschaft für unser Anliegen gewinnen.“ „Und möglichst noch ein paar Sozialverbände.“ „Bitte die Gewerkschaften nicht vergessen.“ „Es wird ja von der Polizei so viel geredet, die müsste man auch an die lange Leine…“ „Was?“ „Was!?“ „Wobei die Arbeitgeberverbände auch dabei sein müssten.“ „Schon wegen der Gewerkschaften.“ „Die Kirchen natürlich ebenfalls.“ „Und der Einzelhandel.“ „Die Küchenbauer!“ „Meine Güte, was ist das wieder für ein elender Mist – rufen Sie bis morgen mal bei den Konzernchefs an, einen Autogipfel kriegen wir dies Jahr irgendwie noch unter.“





Organisatorisches Problem

15 09 2020

„… nach der krisenhaften Entwicklung eine neue Definition von Mobilität erfinden müsse. Damit sei die deutsche Autoindustrie jedoch überfordert, da sie ihre Innovationen in den letzten Jahren selten im Dienste der Kunden, sondern eher als verlängertes Sprachrohr der…“

„… sich nicht interessiert gezeigt habe. Merkel sei strikt dagegen, neuerliche Finanzspritzen in die börsennotierten…“

„… unter hohem Veränderungsdruck stehe. Als Wechsel des technologischen Paradigmas unter Beibehaltung der Innovationsvorsprünge schlage Söder vor, die Industrie komplett auf den Bau von E-Scootern und…“

„… sei das Argument, die Autoindustrie habe verkehrstechnisch und betriebswirtschaftlich die wesentlichen Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte versäumt oder sogar konterkariert, nicht stichhaltig, wenn gleichzeitig sowohl die Lufthansa und zahlreiche Kreuzfahrtreedereien enorme…“

„… habe die bisher bevorzugte Lösung, einige Milliarden Euro pro Jahr an Subventionen an die Automobilindustrie auszuschütten, nur Altmaier überzeugt. Es müsse aber gesichert sein, dass Boni weiterhin in voller Höhe ausgezahlt würden, wenn der Wirtschaftsminister nach den Wahlen nicht mehr als Mitglied der…“

„… Arbeitsplätze erhalten müsse. Laschet habe dem bayerischen Ministerpräsidenten energisch widersprochen, der den Bau von Flugtaxis nur im Freistaat statt an bisherigen Standorten in…“

„… dürfe man die Forderung des jetzigen Bundesverkehrsministers, bis 2020 alle Verbrenner gesetzlich zu verbieten, nicht ernst nehmen. Scheuer habe damals unter der Knute führender linksextremistischer Terroristen wie Stoiber und…“

„… Arbeitsplätze in der Branche der Zulieferer verteidigen müsse. Die SPD mache sich für die Arbeiter stark, die bisher als das Rückgrat der deutschen Leitkultur die Fabriken am Leben erhalten habe und fordere den nationalen Umbau der Fahrzeugindustrie in eine Struktur von Kleinmanufakturen, die im Niedriglohnsektor die Wettbewerbsfähigkeit der Konzerne an der Börse und an den großen internationalen Märkten der…“

„… die Kanzlerin erneut verlauten lasse, dass sie den Einzelinteressen der Bundesländer keine Arbeitszeit widme. Sie habe Besseres zu tun, als sich mit diesen…“

„… fördere insbesondere die Verbrennertechnik den Ausstoß klimafeindlicher Gase, ohne die der Aufbau neuer Arbeitsplätze in der Umweltindustrie niemals so nachhaltig und…“

„… sehe die Bundesagentur für Arbeit ein organisatorisches Problem, da in der Autoindustrie der von der Sozialdemokratie zitierte Arbeiter so gut wie nicht mehr existiere. Davon abgesehen sei es jedoch nicht weiter schwer, die Angestellten auf ein Lohnniveau unterhalb von ALG II zu…“

„… auch die FDP überzeugt habe, dass durch einen teilstaatlichen Beteiligungsfonds die meisten Automobilhersteller zu retten seien. Lindner stelle lediglich die Bedingung, dass dieser ausschließlich durch die pauschale Kürzung aller Sozialleistungen finanziert werde, da es ungerecht sei, wenn sich die Aktionäre durch ihre eigenen Abgaben am…“

„… dass der SPD-Vorschlag durchaus nicht abwegig sei. Allerdings wolle die EU zuvor durch ein Gutachten prüfen lassen, ob Deutschland eine Rolle als Billiglohnland nach dem Brexit noch…“

„… führe eine einseitige Förderung von Elektromobilität zur einer Vollbremsung kurz vor der Wand. Scheuer halte dies für nicht vereinbar mit seiner sonstigen Arbeit als Minister, CSU-Mitglied und Autofahrer und werde auch weiterhin die…“

„… als weiteren Vorschlag die Umstellung auf Batterieforschung und Akkubau eingebracht habe. Die SPD wolle vorab noch klären, ob die deutsche Wirtschaft dies im weltweiten Maßstab überhaupt leisten könne, sehe aber ansonsten keine Probleme mit den technischen…“

„… die Autobranche markenunabhängig eine kostenfreie Nachrüstung aller Benziner anbiete, mit der die Fahrzeuge keinerlei Emissionen mehr hätten. Dies beziehe sich zunächst auf die Anzeige auf dem Armaturenbrett, funktioniere nur im Labor und müsse von der Bundesregierung mit einer Einbaupauschale von jeweils…“

„… habe die massive Subventionierung von E-Autos zum Kauf von 90% Fahrzeugen mit Benzin- oder Dieselmotor geführt. Scheuer wolle deshalb nun die Verbrenner mit einer Prämie unterstützen, da sich daraus logischerweise die Förderung von Hybrid- und Wasserstoffantrieb ergebe, die letztlich als gewünschtes…“

„… autonomes Fahren für einen Schlüssel zur Vollbeschäftigung halte. Altmaier wolle zu jedem Neufahrzeug einen Arbeitslosen ausliefern, der dem Halter als sozialversicherungspflichtig beschäftigter Lenker seinen neuen…“

„… müsse der Mentalitätswechsel auch von den Kunden eingeleitet werden, die noch immer zu viele zu schwere und zu schnelle Fahrzeuge kaufen würden. Die Ansage der Bündnisgrünen sei jedoch von Gauland vollständig abgelehnt worden, der darin die Legitimation für die Umvolkung des…“

„… ein Zusammenwachsen von Auto- und IT-Industrie fördern wolle. Wenn die Hersteller künftig die ganze technische Infrastruktur für eine mobile Vorratsdatenspeicherung entwickeln würden, werde Scholz im kommenden Jahr auch über eine Prämie für Verbrennungsmotoren und weitere…“





Mobilitätssicherung

11 11 2019

„Ach was, nix mit Karneval – die meinen das ernst! Und wenn die Bundesregierung tatsächlich mal etwas ernst meint, also im Bereich Verkehrswesen, dann ist immer erhöhte Konzentration gefordert!

Nein, ich rede jetzt nicht vom Feinstaubgehalt, ich rede von der Prämie für die E-Autos. Da denkt man auch erst, die haben wieder irgendeinen Ministerdarsteller mit billigem Fusel abgefüllt und ihn dann von ein Mikrofon gestellt, damit seine Notschlachtung als Aufräumarbeit durchgeht. Aber das ist wie mit dem Rettungsschirm, als damals der Euro am Verrecken war. War der ja gar nicht, ein paar Milliardäre haben nur plötzlich nicht sehr viel mehr Kohle gekriegt, als sie erwartet hatten, und da musste man dann ein paar Ausländer als Parasiten in der Währungsunion anpöbeln. So ist das heute auch, nur zahlen wir diesmal nicht direkt an die Autokonzerne. Als Strafe, dass wir sie beim Betrug an den Dieselkäufern ertappt haben. Und als eine Art Wiedergutmachung, weil diese Justiz immer noch so tut, als dürfte sie ohne Rücksprache mit der Bundesregierung Rechtsstaat spielen.

Aber egal, Sie wollen ja Ihren Bonus und haben hoffentlich auch alle notwendigen Unterlagen mitgebracht? Gut, dann wollen wir mal sehen. Die Entscheidung ist gefallen für ein Modell? Das ist eine sehr gute Wahl, lassen Sie mich das ruhig mal sagen. Deutsches Fabrikat. Die ausländischen sind qualitativ teilweise besser, aber auch nur zu einem geringen Teil. Die anderen? Die sind qualitativ sehr viel besser. Aber die hier sind halt deutsch, und das ist ja auch schon mal sehr schön. Die werden von den vielen, vielen Linksextremisten auch nicht so häufig abgefackelt, sagt der Verkehrsminister. Es gibt dazu zwar noch keine Untersuchungen, aber wenn er das sagt, stimmt das schon.

Wir müssen auch wissen, wo sie wohnen und wo Sie den Wagen einsetzen. Wenn Sie den Wagen nur da einsetzen, wo es keine Stromtankstellen gibt, ist das ja anders zu bewerten, als wenn Sie eine eigene Zapfsäule haben. Da entscheiden wir dann je nach Gefühl, ob sich eine eigene Steckdose lohnt oder ob Sie eine Stromtankstelle in Ihrer Nähe auf Kosten des Steuerzahlers bekommen. Manchmal ist auch das öffentliche Interesse zu berücksichtigen, aber das heißt nicht, dass es die Entscheidung auch immer positiv beeinflusst. Wir haben es hier mit Verkehrspolitik zu tun, und das ist viel mehr als nur Mobilitätssicherung. Das sichert auch Arbeitsplätze, zum Beispiel in Ministerien und Vorstandsetagen und an der Börse oder in einer Partei, und wenn Sie als Bürger sich da solidarisch zeigen, indem Sie durch Ihren Verzicht auf individuelle Vorteile einem Aufsichtsratsvorsitzenden seine ohnehin schon sehr dürftig bemessenen Boni sichern, dann haben ja alle etwas davon. Also im Aufsichtsrat dieses Konzerns, Sie verstehen schon.

Außerdem verbinden wir diese Prüfung auch mit der Vertrauensfrage. Sind Sie als Bürger und zukünftiger E-Autofahrer damit einverstanden, dass wir zu Deckung Ihres Energieverbrauchs in Ihrer Kommune Kohleverstromung fördern? Sie müssen jetzt nichts dazu sagen, Sie können das auch noch nachholen, wenn die neuen Kohlekraftwerke schon am Netz sind. Die Bedürftigkeitsprüfung wurde von uns auch bei den Kraftwerksbetreibern durchgeführt und hat eindeutig ergeben, dass deren Gewinne sich nicht so sehr gesteigert haben, wie sie es… ach so, das hatten wir schon. Deshalb müssen wir da auch pädagogische Maßnahmen einführen und den Strom für die Industrie ganz extrem billig machen und auf der anderen Seite für die Privathaushalte viel teurer, so dass die derart viel Strom einsparen, dass die Energiekonzerne quasi ausbluten. Wir wissen noch nicht, wie das funktionieren soll, aber wir können es ja wenigstens einmal versuchen, oder?

Ist das Ihr Zweitwagen? Was haben Sie sonst noch an Fahrzeugen? SUV? Eventuell Krafträder? Wir wollen ja auch zielbewusst fördern, das heißt wir müssen wissen, ob Sie überhaupt am Verkehr teilnehmen, weil Sie die Elektromobilität als beste Lösung für sich entdecken, oder ob Sie ein E-Auto nur als zusätzliches Transportmittel nutzen, unter Umständen sogar bloß als Statussymbol. Letzteres ist im europäischen Vergleich eher selten, aber das sind ja deutsche E-Autos auch, also schlagen wir da zwei Fliegen mit einer Drosselklappe.

Dann natürlich die Fahrzeugklasse. Sie könnten auch einen Kleinwagen kaufen, aber die werden nur von Herstellern angeboten, die ihre Modelle nicht mit überteuerten Dieselkarren quersubventionieren. Damit entfernen Sie diese Anbieter vom Markt und sorgen gleichzeitig dafür, dass die Betrugskonzerne sich die Gewinne, die sich schneller steigern, als… – Egal, jedenfalls sind die Jobs weg, der Verbrauch an Elektrizität steigt, und das bisschen Klimapaket können Sie sich da reinschieben, wo noch Platz ist. Vielleicht da, wo Sie bisher Ihre Windkraft-Aktien aufbewahrt haben. Es ist Ihre Entscheidung. Seien Sie vernünftig, oder schützen Sie unsere Industrie, wie man es von einem guten Staatsbürger für eine großzügige Spende erwarten kann.

Dann brauche ich hier eine Unterschrift, und hier, und hier auch. Damit versichern Sie, dass Sie Halter dieses Fahrzeugs sind. Schön, dann nehme ich das mal so auf, und wir melden uns, sobald wir wissen, wie sich die Bundsregierung entscheidet. Ach so, noch eine Formalität, ich bräuchte mal Ihre Verdienstbescheinigung. Bankkonten wären jetzt optional, Sie sind nicht arbeitslos. Oha, das sieht man auch nicht alle Tage! Selbstverständlich, Herr Direktor! Aber gerne, Herr Direktor! Machen Sie sich nur keine Umstände, Herr Direktor, das Geld ist schon unterwegs!“





Fridays for Hubraum

7 10 2019

„… in ganz Deutschland aufgerufen habe. Die für den Freitag geplante Gegendemonstration gegen den Ökoterror werde von zahlreichen Aktivisten aus der nationalen und internationalen…“

„… sehe Hamburg den Autoauflauf kritisch. Sollte es innerstädtisch zu zäh fließendem Verkehr kommen, werde die Polizei eingreifen müssen, um die Berufspendler am…“

„… werde Lindner nur an der Veranstaltung teilnehmen, wenn die Mehrzahl der Teilnehmer SUV oder Sportwagen fahre. Der Parteichef habe keine Lust, sich mit Hartz-IV-Fahrern, die sich nur einen Opel leisten könnten, auf eine…“

„… lehne die SPD die Veranstaltung Fridays for Hubraum entschieden ab. Es gebe nur vereinzelte Stimmen aus der Fraktion im Bundestag, die sich eine Teilnahme in E-Autos als durchaus…“

„… keinen unsachgemäßen Gebrauch eines Kraftfahrzeugs erkennen könne. Der einzige nicht tolerierbare Umstand sei für Poschardt, dass die Demonstranten nicht mit 230 km/h durch die Innenstädte fahren könnten, um ihre Freiheit als deutsche Staatsbürger zu…“

„… wolle die CSU den Gerichten nur im Einzelfall erlauben, Autokorsos im Freistaat zu verhindern. Ministerpräsident Söder habe zwar den Umweltschutz erfunden, sei aber wegen seiner nicht ausschließlich göttlichen Eigenschaften kaum dazu geeignet, deren Gebrauch so zu überwachen, dass es zu keinem…“

„… die Veranstaltung grundsätzlich integrativ geplant sei. Diesel-Fahrer seien hier als Gäste ebenso willkommen wie…“

„… eine Ausländerin sei, von der per se große Gefahr für die deutsche Rasse ausgehe. Meuthen unterstütze daher die Anti-Greta-Proteste, da die AfD für die Rettung des deutschen Autos eine…“

„… in Städten wie Kassel oder Jena stattfinde. Eine Menge von weniger als tausend Kraftwagen genüge vollkommen, um der Regierung den wahren Volkswillen zu demonstrieren. Daneben habe BILD auch in Dresden, Essen und…“

„… seien automobile Treffen in der Stuttgarter Innenstadt als Brauchtumspflege bekannt und dürften gar nicht polizeilich unterbunden werden. Die Veranstalter drohten dem Oberlandesgericht mit einer empfindlichen…“

„… werde die AfD die Proteste in Nürnberg als Kraft durch Freude am Fahren anführen und dabei die Teilnehmer streng kontrollieren, damit kein Spion des mit jüdischem Kapital bezahlten Ökoterror-Kartells in die…“

„… ein striktes Fahrverbot erlassen habe. Nachdem Palmer sich bei der Einfahrt in die Kölner City als Polizeipräsident des Deutschen Reiches zu erkennen gegeben habe, sei er von den Beamten auf der Stelle in einen…“

„… Mordaufrufe gegen Greta Thunberg in den Kommentarspalten der Springer-Medien nicht strafrechtlich verfolgt werden sollten. Gauland sehe bei einer Einschränkung der Meinungsfreiheit die Gefahr eines Bürgerkriegs, der sich während der Stauveranstaltungen sehr schnell als…“

„… linke Porschefahrer zwar grundsätzlich willkommen seien, um das in der ausländischen Presse verbreitete Bild eines rechtspopulistischen Protests gegen internationale Abkommen zu zerstreuen, die Leitung wolle aber nicht für deren körperliche Unversehrtheit garantieren, da hier der gesunde Volkswille ohne Beeinflussung durch…“

„… eine gemeinsame Kundgebung mit Meuthen und Lindner wegen innerparteilicher Differenzen nicht möglich sei. Höcke habe seinen Platz aber freiwillig an Lindner abgetreten, da die inhaltlichen Differenzen mit der FDP viel geringer als…“

„… wünsche das Organisationsteam keine investigative oder kritische Berichterstattung über die Demonstrationen. Poschardt habe versichert, es werde zu keiner unwillkommenen…“

„… habe sich die Stadt Wesel gegen eine Teilnahme auswärtiger Fahrer ausgesprochen. Die gegen die Bürgermeisterin ausgestoßenen Beleidigungen habe sie sich, so Scheuer, selbst zuzuschreiben, da man nicht ohne Grund Werte wie Gastfreundschaft oder die hundertjährige deutsche Automobilkultur mit stalinistischem Hetzgepöbel und…“

„… müsse die FDP klarstellen, dass die Freiheit, mit dem eigenen Auto bei Höchstgeschwindigkeit über eine Bundesautobahn zu rasen, nicht für alle Bevölkerungsschichten gelten dürfe. Wer genug geleistet habe, etwa als Millionenerbe oder als rechtskräftig verurteilter Steuerhinterzieher, dürfe sich dagegen als Elite des…“

„… ein Reizgasspray gezückt und die Polizisten damit zu hindern versucht habe, ihm die Autoschlüssel abzunehmen. Palmer sei umgehend in Haft genommen und dem…“

„… die Teilnahme am Berliner Korso in letzter Minute abgesagt habe. Lindner sei zugetragen worden, dass auch Sechszylinder sich im Demo-Stau um die Siegessäule befunden hätten, was er als infame Beleidigung seiner…“

„… die am Hermsdorfer Kreuz stattgefundene Massenkarambolage mit insgesamt dreiundsechzig Todesopfern die größte Teilnehmerzahl dargestellt habe. Da sich die Fahrer an zu vielen Orten gleichzeitig versammelt hätten, habe es zwar keine Demonstrationen gegeben, wohl aber einen deutlichen Anstieg der Schadstoffwerte in mehreren deutschen Ballungsräumen, was zu einer Sperrung von Innenstädten für den Autoverkehr in mehr als…“





Gernulf Olzheimer kommentiert (CDLXXXI): Das SUV

13 09 2019
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Die Evolution hatte nicht nur Gewinner. Während manche Fadenwurmarten, Schleimaale oder Tonnensalpen sich in ihrem jeweiligen Habitat geradezu luxuriös einzurichten wussten, nichts auf Privatfernsehen und Anrufbeantworter gaben, bekam der Hominide hier und da nicht wirklich etwas gerissen. Kriege musste er anzetteln, peinlich anmutende Frisuren zu larmoyantem Schuhwerk in der Öffentlichkeit tragen, zumal in adoleszenter Entwicklungsstufe, Einzeller mit chronischem Verstandesverlust als Machthaber von vereinigten Staaten oder Königreichen inthronisieren, wenn das nicht half: die fest eingewurzelte Überzeugung, als Mensch nichts mehr wert zu sein, wenn man nicht in einer Blechkiste voller Selbsthass kreischend die Landschaft durchpflügen. Erst da wusste Mutter Natur, dass diese Spezies als Krebsschaden zu behandeln ist und ihr wenigstens die Liebe tut, sich aus epischer Doofheit selbst über die Wupper zu schnippen. Die Atombombe wäre eine Möglichkeit, ach was: die Chance überhaupt gewesen, aber der Return on Investment ist ja minimal, denn wer würde sich so eine Wuchtwumme in den Vorgarten stellen, wenn die lobotomierten Kriegstreiber schon auf die Steuereinnahmen schielen. Nein, das lässt man die SUV-Fahrer erledigen, den Schmierfilm am Boden der mobilen Gesellschaft.

Das SUV – ja, es ist sächlich, auch wenn es in der kognitiven Konsonanz hart kompensierender Knaben wie ein künstliches Gemächt benutzt wird – ist die nahtlose Fortsetzung des innerstädtischen Geländewagenwahns, der sich dialektisch als soignierter feiert, weil er nicht so offensichtlich auf Bollerauspufftöpfe und rallyelackierte Spoilerorgien setzt wie andere automobile Psychosen. Das Erscheinungsbild des Wagens definiert sich über die Masse an verbautem Dünnblech, gerne mit majestätischer Stärke verwechselt, hier aber in der Eleganz in der Sauropodenklasse steckengeblieben und dementsprechend wendig. Das Gerät ist in der City, für die es ja gedacht ist, denn wo sonst wird man damit genug Publikum beeindrucken können, allenfalls so sinnvoll wie ein Mähdrescher, mit dem man zwei Fahrspuren plus Radweg und Gehsteig zuparken kann, wenn man eine Einheit Kind in der Primarschule abliefert, wobei landwirtschaftliche Großmaschinen noch den Vorteil besäßen, dass sie unwegsames Gelände rumpelnd unter sich ließen, ansonsten den Weg zum Einsatzort aber sicher und solide erreichen würden. Wer ein SUV erwirbt, hofft offensichtlich auf eine legale Möglichkeit, Baustellen und Verkehrsinseln wegzuschwiemeln, wie es sonst mit der Frontschürze tiefergelegter Bolidenimitate erfolgreich versucht wurde. Der Formel-1-Darsteller schätzte noch die Nähe des Straßenbelags, an der sich sein Gummi abrieb, der ins intellektuelle Rentenalter driftende Motorist aber will die Kiste höher, und braucht deshalb auch zwingend den Kolbenhub eines Dreißigtonners.

Denn tiefer ist sportlich, höher ist Krieg. Und nein, es geht nicht um den üblichen Bürgeraufstand, in den sich die geistigen Tiefflüge wohlstandsverwahrloster Bumsbirnen einpassen. Es ist der im öffentlichen Verkehr ausgetragene Krieg um die gesellschaftliche Dominanz einer Kaste, die sich die Erde aus Gewohnheit untertan macht. Diese soziale Zusammenrottung karrt selbst den Nachwuchs in die Kita, obwohl er ihnen in Bezug auf den Klimawandel reißpiepenegal ist. Das bei Kerzenbeleuchtung einsetzende Gewissen, den Schadstoffausstoß auf olympischem Niveau forciert zu haben, wird mit der Pinkeltaste ausgeglichen, gerne auch auf der Kreuzfahrt. Ansonsten aber bekennt sich der Realitätsallergiker frohgemut zur nationalen Variante seines Verfassungszusatzes, der ihm das offene Tragen von Waffen gestattet – das Wettrüsten der Klötenkönige ist in vollem Gange, und mit dem Argument, höher zu sitzen und den immer aggressiveren Verkehr besser zu beobachten, kaufen die Ichlinge einen Citytraktor nach dem anderen, wohl wissend, das der Markt sich nach den Gesetzen von Dummheit und klassischer Mechanik nicht nur sättigt, sondern auch ausgleicht. Jetzt ist noch möglich, Fußgänger mit Kinderwagen und Radfahrer vom Hochsitz schneidig zu übersehen, mit vollem Stoßgewicht an parkende Kleinwagen zu quetschen und vom Asphalt zu radieren. Doch das Fenster schließt sich jäh, mit steigendem Anteil von Kampfpanzern in Metallic wächst auch proportional die Wahrscheinlichkeit, selbst eine Elefantiasis auf Rädern ungebremst in die Flanke zu kriegen, wo Beten besser hilft als ein Seitenaufprallschutz. Aber Newton betet nicht mehr, und wer in Quarta seine Physikstunden mit Schundheftchen unter der Bank zugebracht hat, der lernt es eben jetzt.

Es funktioniert wie mit Schusswaffen; sobald jeder eine trägt, nivelliert sich die Gefahr, allerdings auf einem erheblich höheren Niveau. Sinkt auch die Notwendigkeit, die eigene Knarre einzusetzen, um eine zünftige Schießerei anzuzetteln, irgendeiner hat seine Wumme schon dabei und kriegt schnell nervöse Finger. Je mehr naturverbundene Bürger in der Fußgängerzone jetzt noch eine Jagdwaffe mit sich führen müssen, ist eine Frage der Zeit – die bürgerliche Freiheit kennt ja keine Grenzen. Was den Verkehr betrifft, können alle, die die Ballerei überlebt haben, fortan gemütlich im Omnibus durch die City schaukeln. Der Komfort ist eins, aber man sitzt dort noch viel höher. Und darauf, wir glauben es ihnen, kommt es ja bei der inneren Sicherheit an.





Die Gnade der späten Geburt

14 02 2019

„… kategorisch ablehne, da es keine Hinweise auf besondere Gefahren durch Senioren im Straßenverkehr gebe. Scheuer werde einen Fahrtest nicht zur Pflicht für…“

„… lasse die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit ab einem gewissen Alter nach. Die Polizei habe jedoch auch Anhaltspunkte, dass bei schweren Unfällen, die von Fahrern über 70 verursacht würden, mehrheitlich jüngere Personen zu Tode kämen, was sich statistisch dann wieder positiv auf die…“

„… könne Scheuer die Aufregung nicht nachvollziehen. Da die meisten politischen Entscheidungsträger in der Autoindustrie bereits im Rentenalter seien, wolle man es ihnen nicht zumuten, nur mit behördlicher Sondergenehmigung auf deutschen Autobahnen zu…“

„… die Eigenverantwortung des Fahrers laut Bundesverkehrsministeriums immer noch klar im Vordergrund stehe. Wer es aus gesundheitlichen Gründen nicht zu einer ärztlichen Untersuchung schaffe, dürfe nicht diskriminiert, sondern eher als besonders unterstützungswürdig…“

„… an allen von Feministinnen verursachten Auffahrunfällen immer eine Frau beteiligt sei. Dobrindt forderte daher, allen Frauen sofort die Fahrerlaubnis zu…“

„… ein Herzinfarkt bei jüngeren Fahrern, Schlaganfälle bereits im Kindesalter auftreten könnten. Das Risiko, durch einen plötzlichen Notfall zum Verkehrsrisiko zu werden sehe Scheuer daher keinesfalls nur bei den…“

„… die Mehrheit der Bundesbürger sich nicht an grundlegende Verkehrsregeln halte. Es sei auch aus juristischer Sicht höchst ungerecht, nur ältere Fahrer dafür zu bestrafen, obwohl diese zum großen Teil nicht einmal mit Absicht die…“

„… dass gerade lebensältere Personen stark verunsichert seien, ob sie nicht in der nächsten Sekunde von der stalinistischen Marionette Greta Thunberg angehalten, aus dem Auto gezerrt und mit einer in Plastik verpackten Zuckerstange ins Wachkoma geprügelt zu werden, weil sie es gewagt hätten, als deutsche Staatsbürger in ihrem eigenen Land mit ihrem eigenen Diesel auf der…“

„… könne die Industrie eine Drosselung der Geschwindigkeit auf Knopfdruck nicht anbieten, da dies technisch nur durch protonengetriebene Warp-Module in dreifacher Lichtgeschwindigkeit zu…“

„… sei das Verhalten der meisten Senioren hinter dem Steuer absolut unauffällig. Erst in extremen Stresssituationen wie unmittelbar nach dem Starten des Motors, dem Lösen der Handbremse und dem Treten des…“

„… koste eine automatische Begrenzung der Fahrgeschwindigkeit mindestens eine halb Million Euro pro Achse und sei derzeit für den deutschen Markt nicht in Serienreife zu…“

„… werde die Mehrheit der Bundesbürger sowieso irgendwann nur autonom fahrende Autos besitzen und sei gar nicht mehr auf eine eigene geistige Leistung angewiesen. Man könne sie jedoch nicht einseitig belohnen, da die Gnade der späten Geburt noch keine eigene…“

„… seien viel mehr SPD-Wähler als Mitglieder der Partei Falschparker. Es stehe für Dobrindt daher außer Frage, dass man Sozialdemokraten nicht im Straßenverkehr…“

„… hätten die ersten erfolgreichen Tests mit autonomen Fahrzeugen stattgefunden. In der Untersuchung habe das Bundesministerium dreißig stark alkoholisierte Schimpansen mit einem Sportwagen auf die Autobahn gelassen und sei sehr zufrieden über die…“

„… Warnungen von Forschern nicht ernst genommen habe. Die Kommission habe aus etwa hundert Fachärzten für Lungenheilkunde bestanden, die zufällig herausgefunden hätten, dass das Rauchen von bis zu fünfzig Zigaretten pro Tag die einzig wirksame Therapie gegen eine Krebserkrankung der oberen…“

„… das Automobil eine deutsche Erfindung sei. Scheuer lehne es ab, mit psychisch gestörten Technikhassern zu diskutieren, ob man die nationale Schande, einen Teil des eigenen Volkes auszuschließen von der…“

„… auf freiwilliger Basis eingeführt werden könnten. Eine Freiwilligkeit dürfe man aber erst ab dreißig jährlich erfolgenden Einladungen zum Fahrtest nicht mehr annehmen, wenn man die…“

„… laut Auto Bild zu schweren Unfällen mit den selbstfahrenden Wagen gekommen sei. Die Kontrollgruppe habe aus zehn CSU-Mitgliedern bestanden, denen man vor der Auffahrt bei Bad Reichenhall auf die A8 einen…“

„… dass Linksfaschisten grundsätzlich auch zu Straftaten mit Kraftfahrzeugen bereit seien. Dobrindt wolle sie daher so schnell wie möglich als Autofahrer aus dem…“

„… sich das Bundesverkehrsministerium noch in dieser Legislaturperiode damit beschäftigen werde, bezahlbare Flugtaxis für Senioren zum Standard im Freistaat Bayern zu…“





Weißwurst

18 09 2018

„… nicht nur in Bayern, sondern auch in den restlichen deutschen Provinzen, die dem Freistaat angegliedert seien, für eine brutalstmögliche und lückenloseste Aufklärung des Dieselskandals sorgen und die Rolle der CSU als entschiedenste Umweltpartei in der ganzen BRD sofort und mit tausendprozentiger…“

„… offenbar Scheiße vom falschen Baum geraucht habe und dringend seinen Dealer wechseln solle. Der BMW-Vorstandsvorsitzende Krüger habe sich gefragt, ob Scheuer noch alle Tassen im…“

„… die Christsozialen damit gescheitert seien, deutsche Amts- und Landgericht für befangen zu erklären, weil diese Fahrverbote für Diesel-Pkw auf kommunaler Ebene im Zuge einer…“

„… zwar richtig sei, dass der Bundesminister die Manager als Drecksäcke, linkslinke Schweine, Kommunistenschwuchteln und grüne Volksverräter bezeichnet habe. Dies sei jedoch in Absprache mit der CSU-Führung und daher ohne weitere Gedanken über die Folgen dieser Äußerungen geschehen, weshalb Scheuer jetzt zunächst die Automobilkonzerne in der Pflicht sehe, mit einer vernunftbetonten Antwort die Öffentlichkeit von ihrer…“

„… dass auch andere konservativ regierte Bundesländer sich für Fahrverbote einsetzten, so sie der offiziellen Umweltschutzpolitik förderlich seien. Hessen sehe derzeit keinen Grund, auf die reaktionäre Linie des bayerischen…“

„… es noch große technische Bedenken im Bereich der Umweltschutztechnologie gebe. Scheuer habe sich nach Auskunft seines Sprechers zwei Quartanerinnen ins Ministerium bestellt, die ihm mit dem notwendigen physikalischen Fachwissen zur…“

„… es die Automobilindustrie recht gelassen sehe. Es stehe Scheuer jederzeit frei, Bundesmittel für die Aufrüstung von Dieselfahrzeugen zu versprechen, er müsse dies jedoch mit dem Ministerium für…“

„… technische Aufrüstungen aber weiterhin ablehne, da sie zwar Arbeitsplätze sicherten, was aber nur im Interesse der Wähler und nicht der bayerischen…“

„… Scholz die Pressevertreter gefragt habe, ob man in Berlin neuerdings Weißwurst kokse. Er habe weder von der Bundeskanzlerin noch von seinen Staatssekretären eine Nachricht bekommen, dass eine dreistellige Milliardensumme für deutsche Dieselfahrer im Nachtragshaushalt der…“

„… ein Urteil der EU niemals akzeptieren werde. Scheuer werde sich dafür einsetzen, dass der Freistaat aus der Europäischen Union geschlossen austrete, wenn es zu einer Strafzahlung für die…“

„… freiwillige Updates nicht zu bezahlen seien, da eine Überprüfung der Software technisch nicht ohne Dritthilfe bewerkstelligt werden könne. Das Bundesinnenministerium wolle keine Kontrolle durch legale Maßnahmen veranlassen, da sich auch Partei- und regierungsnahe Mitglieder unter den Fahrern der…“

„… dass das Verändern der Software noch mindestens zwei Jahre in Anspruch nehmen werde. Scheuer habe sich entschlossen, den Konzernen vier Jahre Zeit zu geben, um seinem Nachfolger im Bundesministerium für…“

„… könne die CSU sich mit den Autokonzernen einigen, wenn ein vernünftiges Angebot für eine Wahlkampffinanzierung vorliege, das es Scheuer erlaube, die Ablösung des Übergangschefs Söder schnellstmöglich zu…“

„… fordere die AfD eine Dieselgarantie bis 2050. Die Christsozialen hätten sich durch eine Einigung auf 2048 zwar schon intern gefestigt, wollten diese Marschroute aber erst nach der Wahl als offizielles…“

„… werde Scheuer persönlich dafür einstehen, dass die Autokonzerne hundert Prozent der geforderten Kosten für einen Umbau der Fahrzeuge und eine Entschädigung in Höhe von…“

„… minderjährige slowakische Hostessen aufgetaucht seien, die anlässlich von Scheuers Promotionsfeier in einem bayerischen…“

„… bis zum dreifachen Kaufpreis der Neuwagen erstattet werde. Die durch ausländische Hetze verunsicherte Autoindustrie müsse im Land gehalten werden, da sie in die USA abwandern und mit massiven Strafzöllen zu einer Katastrophe für die Mittelschicht in der…“

„… empfehle Lindner insbesondere den Arbeitslosen, Oldtimer zu kaufen. Wer nach dem Erwerb einer Eigentumswohnung die gesparten Mietzahlungen sinnvoll anlegen wolle, könne ab wenigen hunderttausend Euro bereits mit einer Wertsteigerung von mehr als…“

„… müsse man Investitionsanreize für geprellte Dieselkäufer schaffen, da diese die Hauptzielgruppe für Dieselfahrzeuge seien, denn nur sie könnten nach Scheuers Meinung die Vorzüge eines Diesels gegenüber anderen Fahrzeugen überhaupt sehen. Es verhielte sich mit der CSU ähnlich, weshalb eine absolute Mehrheit bei den Landtagswahlen nur noch eine Frage der…“





Drehzahl

5 03 2018

„Danke, Merkel!“ „Das löst doch das Problem auch nicht.“ „Trotzdem: Danke, Merkel!“ „Wir sollten uns eher auf die konstruktive Ebene begeben und die Probleme sachlich benennen, damit wir in einer offenen Diskussion mit dem…“ „Ich kaufe mir doch jetzt keinen scheiß Benziner, nur damit ich wieder Zigaretten holen kann, deshalb: Danke, Merkel!“

„Das ist ein Vernichtungsfeldzug gegen die deutschen Autofahrer, anders kann man das nicht nennen!“ „Wenn wir die Demo unter dem Namen anmelden, dann haben wir sofort die Regierung am Hals.“ „Und die Presse.“ „Ich wüsste nicht mal, was schlimmer wäre.“ „Widerstand?“ „Nationaler Widerstand gegen Fahrverbote!“ „Das würde ich nicht unterschreiben.“ „Wir wollen doch aber in ganz Deutschland demonstrieren?“ „Naja, aber die Formulierung ist halt suboptimal.“ „Er meint, das klingt nach Nazikeule.“ „Nee, umgekehrt.“ „Kaum sagt man in Deutschland mal seine Meinung, wird man in die rechte Ecke gestellt!“ „Danke, Merkel!“ „Ist doch gut.“ „Wieso?“ „Verstehe ich auch nicht.“ „Das bringt wenigstens Schlagzeilen.“ „Auch wieder richtig.“

„Wenn die deutschen Autofahrer wenigstens Vertrauensschutz genießen würden, dann wäre es nicht so schlimm.“ „Oder Rechtssicherheit.“ „Also sind Sie am Ende für diese Plaketten?“ „Die deutschen Autofahrer werden so oder so schleichend enteignet.“ „Ich kann doch jetzt nicht mit der S-Bahn zur Arbeit fahren!“ „Wieso denn nicht?“ „Weil es da, wo ich wohne, keine S-Bahn gibt.“ „Aber Busse.“ „Aber keine S-Bahn!“ „Und Busse machen noch viel mehr Abgase als Pkw.“ „Danke, Merkel!“ „Was hat jetzt Merkel damit zu tun?“ „Weiß ich nicht, ich wollte das nur mal gesagt haben.“

„Wenn man irgendwas mit freier Fahrt machen würde?“ „Hat da eventuell die Bahn den Daumen drauf?“ „Keine Ahnung.“ „Eher die FDP.“ „Oder der ADAC.“ „Da wäre mir die FDP lieber.“ „Oder BMW?“ „Jedenfalls müssen wir die Medien für unser Anliegen nutzen, sonst können wir uns nie durchsetzen.“ „Eventuell könnten wir den einen oder anderen Politiker für uns gewinnen?“ „Meinen Sie denn, dass sich die Politik für Autofahrer interessiert?“ „Man soll es nicht ausschließen.“ „Also wenn sie sich für die Autoindustrie einsetzt, kann ich mir das schon vorstellen.“

„Autos statt Ausländer!“ „Und Diesel statt Deutsche?“ „Bei Ihnen geht wohl gerade die Drehzahl durch?“ „Treten Sie mal auf die Bremse, Kollege!“ „Ich will einfach nur, dass uns die Politik mal zuhört!“ „Stimmt, das kann man heute ja nur noch mit Argumenten, die keiner mehr hören will, weil sie eben wahr sind.“ „Und dafür müssen jetzt die Ausländer herhalten?“ „Jetzt sind es die Autofahrer, ist Ihnen das etwa lieber?“ „Das grenzt ja an Landesverrat!“ „Fahren Sie doch Straßenbahn, wenn Sie Deutschland retten wollen!“ „Weichei!“ „Warmduscher!“ „Nazi!“ „Können wir uns jetzt mal auf die wesentlichen Dinge konzentrieren?“ „Danke, Merkel!“

„Theoretisch müsste man bis zur Weihnachtszeit warten.“ „Und wieso?“ „Denken Sie mal an die vielen Kerzen. Was da für ein Ruß rauskommt!“ „Gilt das auch für Zündkerzen?“ „Nur dann, wenn man sie in Innenräumen benutzt.“ „Das heißt, mit einer Kerze im Straßenverkehr ist das dann wieder kein Problem?“ „Sie sollten sie nicht unbedingt im Auto anzünden.“ „Die Zündkerze?“ „Nein, die…“ „Ach so.“ „Flugzeuge sollte man unter die Lupe nehmen!“ „Ölheizungen!“ „Und Schiffsdiesel?“ „Woraus bestehen eigentlich Chemtrails?“ „Man muss das wissenschaftlich sehen.“ „Das auch noch!“ „Irgendwo muss man doch anfangen.“ „Die Luft ist so sauber wie nie zuvor in Deutschland!“ „Also seit der Industrialisierung, meinen Sie.“ „Das ist doch dasselbe.“

„Und wenn man die Autohersteller in die Pflicht nehmen würde?“ „Wie stellen Sie sich das vor?“ „Wir müssten vor den Konzernzentralen in Stellung gehen und den Herren sagen, dass wir uns das nicht länger bieten lassen.“ „Genau, und dann fordern wir die Regierung auf, unsere Autos nachzurüsten!“ „Machen das nicht die Hersteller?“ „Ja, aber die Regierung muss denen das doch befehlen können?“ „Und wer bezahlt das?“ „Die Autoindustrie doch nicht.“ „Würde ich auch sagen, wir können die doch nicht in die Pleite schlittern lassen.“ „Dann gibt es bald auch keine Benziner mehr.“ „Oder Busse.“ „Richtig.“ „Dann sollte sich die Regierung langsam mal Gedanken machen, dass sie das auf die Reihe kriegt.“ „Und wer bezahlt das?“ „Die Regierung.“ „Also wir.“ „Auf keinen Fall!“ „Haben die nicht neulich erst gesagt, dass sie ein paar Milliarden mehr eingenommen haben?“ „Dann können sie wohl auch ein paar Milliarden für uns ausgeben.“ „Sehr richtig!“ „Ist doch besser, als wenn der Steuerzahler wieder dafür aufkommen müsste.“ „Danke, äääh…“