Der Style der Partei

23 11 2017

„Was hat er da gesagt? neu denken?“ „Respekt, Lindner. Zwei Lügen in zwei Worten.“ „Na, dann ist er ja in der SPD goldrichtig.“

„Das ist doch jetzt nicht Ihr Ernst!?“ „Wieso denn nicht, der halt alles richtig gemacht. Die FDP ist wieder da, wo sie hingehört, und die notwendige Marginalisierung der Grünen findet nicht statt.“ „Aber ich verstehe nicht, wieso er jetzt in die SPD soll?“ „Mann, dieses Standing! Was, meinen Sie wohl, brauchen wir jetzt am meisten?“ „Dass die Perspektive, also auf das deutsche Volk, und dann die Partei, die Partei, die uns…“ „Eier! Eier, verdammt noch eins! Da geht doch noch was!“ „Sie können diese Splitterpartei ja wohl nicht mit einer politischen Kraft vergleichen, die Deutschland schon in historischen…“ „Kommen Sie mal runter, Mann. Geschichte ist out! Bedenken, hier, das muss alles neu, digital und so, und dann eine total andere Fokussierung auf den Style der Partei.“ „Wenn sich Schulz das Jackett ausgezogen hat, haben die immer alle gesagt: lass es doch lieber an.“ „Reden Sie doch keinen Mist, Mann – das muss jetzt anders, das muss jetzt alles ganz neu! Wir holen uns den Lindner, dann machen wir Große Koalition, und dann rocken wir den Laden!“

„Ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass der Typ so gut wie keine Substanz hat?“ „Sicher, das ist doch der Clou.“ „Sie finden das gut, dass Lindner absolut nichts zu sagen hat außer seinen komplett ausgelutschen…“ „Naja, sind halt Botschaften wie alle anderen auch. Da drehen Sie nichts dran.“ „Man muss doch aber die Wähler überzeugen!“ „Haben wir doch! Der Wähler hat gewählt, der Bundestag hat sich eingerichtet in der trüben Brühe, was soll uns denn da noch passieren, außer dass wir nicht an der Regierung beteiligt sein sollten?“ „Und dann schicken Sie einfach so ein Rumpelstilzchen nach vorne und lassen den sagen: wenn Ihr nicht mit uns spielt, dann wollen wir auch nicht mehr?“ „Klingt stark verkürzt, es ist auch dem Ernst der Lage, in dem sich das Volk befindet, nicht wirklich angemessen, ja mehr noch: es verhöhnt nachgerade die Verfassung, um die sich große Männer wie der Präsident gerade sorgen. Also im Großen und Ganzen haben Sie schon recht.“

„Wir könnten die Fortsetzung einer Koalition mit der Kanzlerin doch ganz einfach auf dem…“ „Eben nicht!“ „Bitte!?“ „Eben nicht, Schulz hat doch sein dummes Maul aufgerissen und alles davon überzeugt, dass er nur unter einer anderen CDU-Führung weiter das Schoßhündchen geben würde. Wie scheiße ist das denn!?“ „Jetzt hören Sie aber mal auf, eine Koalition mit der CDU ohne Merkel ist doch so gut wie…“ „Eben! und Sie alter Theoretiker kommen mal von ihrer Zimmerpalme runter und in der Wirklichkeit an, ja?“ „Aber…“ „Wenn Schulz, oder wer auch immer der nächste sein wird, der da im Namen der starken Sozialdemokratie in Deutschland für eine neue Gerechtigkeit in der Sozialpolitik zu Kreuze kriecht und sich in den Enddarm einer parteiführenden Person rein arbeitet, wenn Schulz ganz am Anfang der Koalitionsverhandlungen gesagt hätte: jetzt passt mal auf, Ihr Volleulen, das ist mir doch wumpe, wer unter mir die Kanzlette gibt! Meinen Sie, die CDU hätte einmal aufgemuckt?“ „Das hätten die doch nie…“ „Wen hätten die denn schicken sollen? etwa Spahn, diese optisch in die Hose gegangene Hohlraumummantelung?“ „Ich weiß ja nicht, machen das die Grünen mit?“

„Wir bräuchten jetzt auch so einen atmenden Rahmen.“ „Damit sich die CSU am Ende bei uns bedankt?“ „Wieso denn nicht?“ „Hören Sie mal, diese Freizeitnazis, mit denen ist kein Staat zu machen!“ „Zwei von drei Merkel-Legislaturen haben wir immerhin durchgekriegt auf die Tour.“ „Man kann sich doch nicht immer beugen, wenn man alles unter dem Mantel des Sachzwangs…“ „Wieso denn nicht?“ „Weil das unserer politischen Glaubwürdigkeit schadet!“ „So einer wie Lindner geht breitbeinig auf diese bayerischen Dorfdeppen zu und erklärt ihnen, wo der Hammer hängt – und dann sind sie die besten Freunde, weil es ihm egal ist, ob sie ihn hassen, solange sie sich beim Gedanken an ihn in die Hosen machen.“ „Und dann?“ „Und dann hätte das Merkel erstmal ein größeres Problem, weil die Feinde meiner Feinde bekanntlich meine Freunde sind.“ „Also Merkel und die CDU wären dann unsere Feinde?“ „Nein, wir würden ihr nur klarmachen, dass wir die CSU noch von früher kennen, weil wir die bösen Jungs waren, die im Schulbus immer ganz hinten gesessen haben.“ „Oha!“ „Und genau deshalb brauchen wir jetzt den Lindner. Der hat Biss, der Mann – ich will nicht übertreiben, aber diese Ausstrahlung hatte wohl Schröder zuletzt.“ „Schmidt?“ „Was rauchen Sie denn für einen Dreck!?“ „Entschuldigung, ich wollte doch nur…“ „Sie wollen doch diesen Waschlappen für untenrum nicht mit einem Kanzler vergleichen, der den Namen auch verdient?“

„Und jetzt?“ „Gucken wir mal.“ „Wir können doch nicht warten, bis sich irgendeine Möglichkeit ergibt, diese Koalitionsverhandlungen mit der…“ „Zuhören war jetzt nicht Ihre Stärke? wer hat denn davon gesprochen, dass wir auf irgendwas warten? Wozu brauchen wir denn dann den Lindner, wenn wir zugucken, bis er zu uns kommt?“ „Wir hätten da ein Angebot.“ „Von wem?“ „Rot. Also Rot-Rot.“ „Hm.“ „Wagenknecht.“ „Geben Sie mir mal die Telefonnummer vom Konrad-Adenauer-Haus. Und gucken Sie mal, ob der Gabriel noch irgendwo unten in der Kantine herumschwirrt.“

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Kriechtiere

15 11 2017

„Also ich kann diese Angst schon verstehen.“ „Wer hat denn Angst?“ „Die Politiker natürlich.“ „Klar, die sollten auch Angst haben – jahrelang holen sie uns diese Leute in die…“ „Ich meine aber nicht die Regierung.“ „Wie, die!? Die haben doch aber alles getan, um das deutsche Volk vor dem…“ „Ich meine diese Sondierungstrupps. Die Liberalen und diese Dummköpfe aus Bayern.“

„Wieso sollten die denn Angst haben?“ „Weil sie in einem jähem Moment der Nüchternheit gemerkt haben, dass der Wahlkampf schon seit Stunden vorbei ist.“ „Stunden?“ „Sie müssen doch aber die Aufmerksamkeitsspanne eines Insekts berücksichtigen.“ „Kein Kriechtier?“ „Die, die seinen Abgang in Nordrhein-Westfalen schon hatten kommen sehen, weil sie seinen Abgang bei der Partei in Erinnerung hatten.“ „Eine handelsübliche Lobotomie würde da reichen.“ „Die geschieht meist aus Einsicht.“ „Tja, damit ist bei der FDP nicht zu rechnen.“ „Schon aus Kostengründen.“

„Aber das ist doch nicht Lindner alleine?“ „Sie vergessen Kubicki.“ „Dem sollte mal einer sein Maul stopfen!“ „Inhaltlich schaffen Sie das mit einer Stecknadel.“ „Aber warum machen die das?“ „Was erwartet man von einer neoliberalen Partei?“ „Dass sie auf Befehl in jede Pfütze fällt, wenn die Summe stimmt.“ „Was machen die Kriecher vom Rechtsrand gerade?“ „Die verteidigen Deutschland gegen die… nee, doch nicht.“ „Sehen Sie?“ „Mir war jetzt nicht klar, dass das so einfach ist. Also dass sie für Kohle arbeiten, das war mir schon klar, aber…“ „Aber?“ „… dass der Lindner das so wörtlich nimmt, das ist doch schon überraschend.“

„Haben Sie es jetzt begriffen?“ „Sie meinen, die FDP arbeitet bewusst auf Neuwahlen hin?“ „Was sagt Ihnen das?“ „Erstmal muss ich wissen, ob das wirklich so ist. Die wären doch gekniffen, wenn sie plötzlich wieder knapp oberhalb der Fünf-Prozent-Hürde herumkrebsen müssten.“ „Schon richtig.“ „Oder vielleicht sogar unterhalb?“ „Auch nicht verkehrt.“ „Dann frage ich mich ernsthaft, was das soll – sind die komplett bescheuert?“ „Was wäre denn die Alternative?“ „Weidel und Gauland und…“ „Ich meinte: realistisch.“ „Ach so. Neuwahlen und wieder raus aus dem Bundestag.“ „Das heißt?“ „Keine Mandate mehr für den…“ „Realistisch im Sinne der FDP.“ „Ah, verstehe. Keine Verantwortung mehr.“ „Sehr gut, und noch?“ „Weiterhin von der Partei bezahlt und…“ „Aha, bezahlt?“ „Meinetwegen: ausgehalten, aber dann trotzdem als Fundamentalopposition unterwegs und stets bemüht, sich von der AfD abzugrenzen, wenn es möglicherweise passen können würden täte.“ „Wir kommen der Sache langsam näher.“

„Meinen Sie, es könnte so eine Art Wutbürger von oben geben?“ „Damit Nazis mit Schulabschluss nicht mehr die Rechten wählen müssen? Lässt sich schwer sagen, das Problem hat sich in den letzten neunzig Jahren immer nur in Österreich gestellt.“ „Bleiben Sie doch mal ernst!“ „Die AfD ist auch in erster Linie eine neoliberale Clique, die den Sozialstaat einstampfen will, damit die Wirtschaft sie dafür durchfüttert.“ „Das geht aber nicht mit den Grünen.“ „Das ist ein Problem, aber noch nicht das entscheidende.“ „Und das wäre?“ „Es gibt für sie nicht mehr genug Wutbürger.“

„Das klingt jetzt logisch: sie hauen lieber in den Sack, als sich vor den Grünen zu blamieren und von Merkel endgültig verheizen zu lassen.“ „So ist es.“ „Aber warum haben die sich dann überhaupt in den Bundestag wählen lassen?“ „Denken Sie noch mal scharf nach.“ „Ach so, ja.“

„Und deshalb halte ich es auch für durchaus denkbar, dass die FDP als turbokapitalistisches Auslaufmodell in der AfD auf- und untergeht, weil sie weniger Stimmen- als Stimmungsfang betrieben hat.“ „Sie meinen, die sind diesmal endgültig weg vom Fenster?“ „Haben Sie diesmal irgendeine neue Forderung gehört, die nicht schon in den letzten FDP-Wahlkämpfen herumgekräht wurde?“ „Dass Merkel Griechenland aus dem Euro rausschmeißen soll.“ „Weil sie das nicht kann. Rechtspopulisten stellen immer nur Forderungen wie ‚Alle Ausländer raus‘ oder ‚Wir wollen die D-Mark wieder‘, weil man damit garantiert an der undemokratischen Mehrheit scheitert und allen anderen die Schuld für sein Versagen geben kann.“ „Deshalb auch die Sache mit den Steuersenkungen.“ „Richtig. Und die Partei kann eine ganze Regierungszeit durch weiter im Oppositionsmodus verharren und kommt mit ihrem infantilen Geplärr in jede Talkshow.“ „Sie beschreiben gerade die AfD.“

„Jedenfalls dürfte damit klar sein, wer in der künftigen Koalition Juniorpartner ist.“ „Moment, erst müssen sie verhandeln, ob es überhaupt zur Koalition kommt.“ „Das ist ja das Paradoxe. Sie müssen einer Regierung angehören, um nicht die letzten Wählerstimmen zu verlieren, und verlieren sie auch, wenn sie es überhaupt so weit kommen lassen.“ „Schreckliche Vorstellung.“ „In jeder Hinsicht, ja.“ „Eine inhaltlich komplett entkernte Gurkentruppe, die einfach nur regieren will, obwohl sie oft genug gezeigt hat, dass sie dazu einfach nicht in der Lage ist, weder programmatisch noch personell. Wo wir gerade davon reden, warum meinten Sie, dass die CSU Angst hat?“ „Haben Sie in den letzten Wochen mal Seehofer gesehen?“





Dauerhaftes Provisorium

10 08 2017

„… die Verständigung mit Russland nicht mehr als nötig gefährden wolle. Die FDP werde sich dafür einsetzen, dass auch weiterhin eine…“

„… auch von anderen lernen könne. Lindner sei überzeugt, als künftiger Außenminister das Bild der Deutschen in der Staatengemeinschaft wieder zu einer neuen…“

„… der Vorsitzende der außerparlamentarischen Opposition darauf bestehe, ein Tabu gebrochen zu haben. Rechtspopulistische Äußerungen seien in dieser Zeit so gut wie nie zu hören und würden auch medial meist zensiert, so dass der Vorstoß als ganz neues, geradezu bahnbrechendes Moment im Bundestagswahlkampf einen gewaltigen…“

„… habe Baum die Äußerung als Angebot zum Dialog an Russland verteidigt. Da man sowieso nicht vorhabe, mit der Ukraine zu verhandeln, könne Deutschland genau so gut…“

„… die Entlassung von Kremlkritiker Udalzow scharf kritisiert habe. Nur weil man ihm keine Straftat vorwerfen könne, so Lindner, dürfe man nicht einfach jedes schädliche Element aus dem…“

„… bereits in Nordrhein-Westfalen bewiesen habe. Durch die Abschaffung der Kennzeichnung von Polizeiangehörigen habe man gegenüber Partnern wie Russland oder der Türkei eine sehr integrative…“

„… die Liberalen mehr Einsatz für China und seine aufstrebende Wirtschaft fordern würden. Die Partei habe daher angeregt, vorsorglich die diplomatischen Beziehungen zu Tibet abzubrechen und dem Dalai Lama ein Einreiseverbot…“

„… der deutsche Waffenhandel das Angebot, sich auf FDP-Ticket an der Ausrüstung der russischen Armee zu beteiligen, dankend abgelehnt habe. Die Rüstungsindustrie sei bisher mit dem sozialdemokratischen Personal so gut gefahren, dass auch die Sorge vor Entspannung und plötzlich eintretenden Friedensverhandlungen sie nicht in…“

„… auch Nacktbilder von Putin enthalte. Lindner habe zu seinem Bedauern festgestellt, dass er nur die für den Export bestimmte Version des Kalenders…“

„… ein Einmarsch nach Kasachstan nicht geplant sei, zumindest sei die FDP auf den üblichen Informationswegen bis zur Stunde noch nicht…“

„… die Rendite auf 19,8 Prozent einzubrechen drohe, wenn sich die deutsche Politik mit dem unbedingten Willen, Völkerrecht durchzusetzen und die Belange der deutsche Aktionäre schamlos zu…“

„… als Profilierungsversuch eines größenwahnsinnigen Arschloch bezeichnet habe. Ob Putin überhaupt von den Wahlkampfaussagen des FDP-Chefs Kenntnis gehabt habe, sei aber nicht…“

„… das Motto Du bist nichts, die Partei ist alles habe bisher nur wenig positive…“

„… aus Versehen als Stalinistenschweine beschimpft habe. Lindner sei mit schweren inneren Selbstverletzungen in eine Therapieeinrichtung…“

„… sich die Freidemokraten in Hinblick auf politische Moral nicht belehren lassen müssten, was ein dauerhaftes Provisorium…“

„… müsse sich Leistung wieder lohnen. Es sei den Wählern der Liberalen nicht zu vermitteln, warum dies ausgerechnet nicht für Wladimir Putin gelte, der als militärisches Genie der strategischen Völkerverständigung dem…“

„… habe die FDP nicht vor, die Mongolei als souveränen Staat in Frage zu stellen und werde alles dafür tun, um das friedliche Zusammenleben der Völker in diesem Kontext nicht zu stören. Sollte jedoch aus rein wirtschaftlichen Gründen eine Annexion, der sich die Mongolen mit aggressivem Beharren auf Unabhängigkeit widersetzen, für das Brudervolk der…“

„… wieder entlassen worden sei. Wagenknecht habe den Chefliberalen, der nur knapp einer schweren Traumatisierung entkommen sei, mehrmals in der…“

„… den Ribbentrop-Preis für innovative Ostpolitik zugesprochen habe. Lindner werde die Auszeichnung mit großer…“

„… mit dem Namen nichts verbinde. Putin habe zwar einige Erinnerungen an den amtierenden Außenminister, könne aber beim besten Willen nicht sagen, wer dieser komische…“

„… in seiner Rede die Anerkennung des Einmarsches in Polen als provisorische und daher auf Dauer angelegte Grenzgestaltung des…“

„… kein Interesse mehr an einer Kooperation mit der AfD habe. Steinbach sei unter großer Zustimmung als neues Mitglied in die…“

„… verlassen hätten. Um die Partei vor einem personellen Aderlass zu bewahren, habe der Vorsitzende angekündigt, niemand habe die Absicht, eine Mauer zu…“

„… nicht bestätigt habe. Beobachter hätten berichtet, Lindner hätte an Kim Jong-un nicht nur politisches Interesse und plane für die Zeit nach der Wahl bereits einen ganz…“

„… dass die Ukraine für die Mauer zahlen werde. Ein Telefongespräch zwischen Poroschenko und dem…“





German Armut

20 05 2015

„… über eine freiwillige Spende der Kreisverbände zu finanzieren, da der FDP auf Bundesebene sonst der finanzielle Kollaps…“

„… die EZB um einen Milliardenkredit gebeten habe, um das laufende Defizit zu decken. Das Bankhaus habe geantwortet, man werfe zwar das Geld inzwischen in die nächstbeste Pfütze, sei dem Steuerzahler aber immerhin so weit verpflichtet, dass man die Liberalen nicht mit überflüssigem…“

„… eine solidarische Spende aus Griechenland einfordere. Sie hätten jahrlang ohne jede Rücksicht auf die realen Verhältnisse luxuriöse Wünsche auf Pump finanziert, den Staat mit erheblicher krimineller Energie um seine Steuern betrogen und mit windigen Versprechungen die Öffentlichkeit hingehalten, getäuscht und verhöhnt. Daher fühlten sie sich dem südeuropäischen Volk zutiefst…“

„… dass eine Lotterie nur mit staatlicher Genehmigung einzurichten sei, was aber für eine marktliberale Partei aus naheliegenden Gründen absolut undenkbar sei. Der FDP-Bundesvorstand habe dem heftig…“

„… seien die Steuerrekordeinnahmen ein deutliches Zeichen, dass die Deutschen die FDP immer noch unterstützen würden. Solms habe für eine Steuererhöhung plädiert, die direkt in die Förderung einer neuen liberalen Kraft im Bundestag…“

„… sei es kein Zeichen einer gesellschaftlichen Schere, wenn die Armen diesmal den Reichen helfen müssten. Lindner habe betont, die gesamte Politik der Liberalen baue doch darauf auf, dass die Armen den…“

„… noch nicht geklärt sei, ob Möllemann tatsächlich jüdische Vermächtnisse in Höhe von genau 8,5 Millionen…“

„… man sich auf Ärzte, Anwälte und Apotheker besinnen müsse, da diese schon immer zu den freigiebigsten Bürgern in der…“

„… sich nochmals korrigiert habe. Die Armen müssten selbstverständlich den Reichen helfen, was zu keinerlei sozialen Verwerfungen führen müsse, da die Reichen ja auch viel mehr wert seien als…“

„… die Wirtschaftskompetenz der Partei schon daran ersichtlich sei, da es der FDP so lange gelungen sei, ihre Zahlungsunfähigkeit vor den Medien zu…“

„… oder dass sich die Fundraising-Abteilungen der FDP ausgerechnet vor den JobCentern der größeren Städte postiert hätten. Unangenehm aufgefallen seien die Spendensammler vor allem, weil sie die Erwerbslosen bedroht hätten, sie würden als spätrömisch-dekadente Parasiten mit Absicht dafür sorgen, dass Lindner bald dem Hungertod…“

„… empfehle die Deutsche Bank ihrem politischen Arm einen betrügerischen Konkurs, da sonst keine genügend hohen Schulden für einen Rettungsschirm…“

„… es nicht möglich sei, die FDP durch Sponsorengelder zu finanzieren. Angesichts der Vielzahl der Geldgeber sei es ausgeschlossen, dass die Parteispitze gleichzeitig im Hintern von…“

„… von einer Fusion mit des künftigen rechtsrechten Rechtsauslegers der AfD abrate, da Hans-Werner Sinn bereits mehreren inzwischen bankrotten Konzernen gewaltige Kursgewinne…“

„…als Konkurrenzprodukt zum Lucke-Klub den Markt mit goldenen Euro-Münzen zu…“

„… müsse man sparen, sparen und nochmals sparen, viel mehr unternehmerisches Denken auch bei betriebswirtschaftlichen Kleinigkeiten an den Tag legen, leistungsorientiert handeln, sich fortwährend für die Aufgaben der Zukunft qualifizieren und sich von seinem lieb gewonnenen Vermögen trennen, sich auf die eigentlichen Kernkompetenzen besinnen, um wettbewerbsfähig zu werden, wesentliche Ressourcen beim Personal einsparen, auch und gerade in den sozialen Bereichen, in denen man jedem Arbeitnehmer zeigen Arbeitnehmer zeigen kann, was für ein vernachlässigbarer Dreck er ist, kurz: die Volksgemeinschaft müsse erheblich mehr Eigenverantwortung zeigen, um ihrer Rettung vor der Umverteilung nach unten zu entgehen, was nur durch eine marktliberale Partei…“

„… es Westerwelle abgelehnt habe, sein Privatvermögen für eine Gruppierung einzusetzen, deren Mitglieder teilweise durch ekelerregende Lebensumstände wie Erwerbsarbeit…“

„… der Schufa-Eintrag der Freien Demokraten in die neue Kategorie Ramsch Minus…“

„… als letzten Ausweg die Vorräte an Glühlampen im Online-Handel zur Finanzierung der…“

„… man auf das Hotelfrühstück künftig eine Abgabe in Höhe von zehn Euro für die…“

„… sich Brüderle mit seinem Hut in der Kölner Innenstadt nicht gut gemacht habe, da die Passanten ihm statt der erhofften Banknoten Literflaschen mit billigem Riesling…“

„… internationale Rating-Agenturen die Bewertung German Armut als einen…“

„… nicht klar, ob der Vorschlag aus Griechenland komme. Eine geordnete Insolvenz der FDP sei jedoch der einzige ehrliche…“





Return on Investment

2 09 2014

„Was würden Sie denn investieren? So wenig? Sie dürfen nicht vergessen, wir waren eine supertolle Regierungspartei in einer der großartigsten – nein, das verwechseln Sie jetzt. Die FDP ist gerade am Arsch. Wir sind die neue Partei. Uns können Sie dafür gar nicht verantwortlich machen.

Ja, wir sind schon irgendwie liberal, aber das ist doch jetzt kein Diskussionspunkt für Sie, oder? In dieser Parteienlandschaft liberal zu sein ist immer auch ein irgendwie geartetes Irgendwie. Uns ist das sowieso egal, aber das ist doch nicht der Punkt. Wir wollen uns von der ramponierten Marke lossagen. Das hier ist ein parteipolitischer Relaunch des deutschen Liberalismus. Nur halt ohne Partei. Und das mit der Politik machen wir auch irgendwann später, okay?

Klar, das ist schon eine Schlagzeile wert, aber da stimmt auch wieder nur die Hälfte. Da steht, dass die alten Kräfte jetzt eine linksliberale Partei gründen wollen. Also zunächst mal ist das nicht links, das macht ja momentan schon die Kanzlerin. Und da sie auch manchmal sozial und ab und zu demokratisch ist, brauchen wir das Terrain nicht auch noch zu besetzen. Von Partei ist auch nicht die Rede, zumindest nicht bis zur Gründung. Sie haben das doch für diese AfD auch so gemacht: bis zum Parteitag war das eine Interessengemeinschaft für die Wirtschaft, oder? Dann können wir das doch so auch handhaben. Ist Ihnen sicher auch lieber.

Zunächst mal ist das ja eine Frage der Finanzen. Und da dachten wir natürlich an Sie, weil Sie als Wirtschaftsmacht in Deutschland schon vor langer Zeit – ach so, ja. Vor langer Zeit. Dann kam also Westerwelle. Na, das ist Ihre persönliche Meinung. Uns würde das von einer Spende für den Aufschwung des deutschen Freiheitsgedankens nicht abhalten, wollte ich Ihnen nur mal gesagt haben. So als Bundesbürger zu Bundesbürger. Auch wenn Sie das momentan gar nicht interessiert.

Sie zeichnen jetzt eine Spende für unser neues Projekt – das machen unsere Steuerberater, die kriegen das schon hin, die haben schon den ganzen Laden von Lambsdorff geregelt – und dann haben wir bis zur nächsten Bundestagswahl eine neue politische Kraft, die sich für die Belange der liberalen Bundesbürger, oder was wir dann, oder vielleicht haben Sie auch etwas beizusteuern? Da sind wir recht offen, das ist alles eine Frage der Kosten. Also des Preises. Beziehungsweise – ich mache Ihnen ein Angebot, Sie zeichnen jetzt eine Option auf ein Gesetz in einem Bereich Ihrer Wahl, Kündigungsschutz, Banken, Versicherungen, und dann werden wir Sie sofort nach der Wahl – Energie? Tut mir Leid, da müssen Sie sich direkt an die SPD wenden, die sind inzwischen näher dran als die Kanzlerin. Wenn Sie nicht zufällig selbst Aufsichtsratsvorsitzender sein sollten, haben Sie gegen Gabriel so gut wie keine Chance mehr.

Weil Deutschland eine neue liberale Partei – auf jeden Fall fehlt hier eine Antwort auf das, was wir als nicht liberal verstehen. Dies Land muss wieder neue Impulse für ein vernünftiges, mitfühlendes Wirtschaftswachstum haben. Sehen Sie Lindners Frisur? Das wollen wir für Deutschland!

Wir wissen doch nicht, wer sich da engagieren will. Angefragt haben wir bei den Fachkräften. Niebel, Rösler, Döring. Die Personaldecke war noch nie berauschend bei uns, aber das ist nun mal ein Fehler der anderen liberalen Partei. Dafür können Sie uns nicht verantwortlich machen.

Also hören Sie mal, Freiheit heißt doch heute, Selbstbestimmung und Kontrolle über die eigenen unmittelbaren Lebensbedingungen zu behalten! Diese ganze absolutistische Bürokratie, diese international agierenden Monopole – wenn die Amerikaner einen ausspionieren, dann möchte ich doch vorher Endbenutzerlizenzvereinbarung lesen, das mache ich doch bei meinen Updates auch! Wir sind doch moderne Menschen, an denen kann man doch nicht so einfach vorbeiregieren, oder?

Deshalb dachten wir uns das auch als Aktiengesellschaft, damit Sie genau so viel kaufen, wie Sie später an Investitionsvolumen rauskriegen wollen. Return on Investment, man kann ja die Marktgesetze nicht einfach außer Kraft setzen, nur weil man linksliberal statt freidemokratisch ist. Gut, von allen demokratischen Anflügen frei sind wir jetzt immer noch, aber das können wir später dann ins Parteiprogramm schreiben.

Sehen Sie das mal so gesamtdemokratisch, oder irgendwie so. Bisher waren es drei Prozent, und da die Summe immer mehr ist als die einzelnen Teile, sind unsere Chancen ungleich höher. Das muss Ihnen doch einleuchten. An der Börse geht’s ja ähnlich logisch zu. Wir sind dann zur nächsten Bundestagswahl 2107 personell und inhaltlich so aufgestellt, dass wir genau die Interessen der bisher nicht berücksichtigten liberalen Unternehmen, die durch irgendwie liberale Bürger, oder wollen Sie das nicht? Stellen Sie sich doch nicht so an, bisher haben wir das doch auch hingekriegt. Sie als Unternehmer brauchen halt Wähler, die uns legitimieren. Das hat doch schon einmal geklappt, und dann haben wir ja auch nicht gemacht, was wir vorhaben wollten, also wo ist das Problem? Nein, Sie müssen sich da nicht festlegen. Machen wir ja auch nie.

Okay, mein letztes Angebot. Sie kaufen dann prozentweise. Sie würden nach unserem Wahlsieg anteilig für die Abgeordneten im Bundestag eine jeweilige –

Drei Prozent!? Ach leck mich doch!“





Restschutzmittel

2 07 2014

„Oder doch irgendwie liberal und so?“ „Das macht mich jetzt aber echt betroffen, Du.“ „Leute, könntet Ihr vielleicht freundlicherweise mal kurz das Ziel vor Augen behalten?“ „Erneuern, oder?“ „Ja, aber die liberale Marke!“ „Ach so.“ „Hm.“ „Und ich dachte schon, die FDP.“ „Oder uns.“ „Oder so.“

„Es gibt keine Denkverbote, Ihr müsst einfach nur…“ „Was müssen wir?“ „Und wieso eigentlich: müssen?“ „Pff.“ „Sollen wir uns jetzt erneuern oder nicht?“ „Wir brauchen einen neuen Markennamen, das ist nach der letzten Bundestagswahl doch wohl klar ersichtlich.“ „So klar ist das gar nicht.“ „Was wir bräuchten, wäre ein neuer Markenkern.“ „Und eine neue Markendefinition.“ „Oder überhaupt mal die Frage, warum wir uns überhaupt als Marke aufstellen müssen, wenn wir noch nicht einmal einen einzigen Inhalt haben.“ „Soll ich Euch alle an die frische Luft setzen!?“ „Typisch.“ „Die übliche Tour, die Parteiführung besteht aus nach oben durchgereichten Versagern, und wir dürfen deren bekloppte Ideen zur Weltrettung umsetzen.“ „Habt Ihr schon Westerwelle gefragt?“ „Nee, der war ja schwer damit beschäftigt, ein paar Hundert Presseleute einzuladen und ihnen mitzuteilen, dass sie seine Angelegenheiten nichts angehen.“ „Der Markenkern der FDP, würde ich sagen.“

„Wie hieß noch mal dieser Profilneurotiker mit der Polyesterfrise?“ „Berlusconi?“ „Nee, Lindner.“ „Richtig. Der wollte vernünftige Wirtschaftspolitik in der deutschen…“ „Dann sollte er seinen Laden nicht umbenennen, sondern abwickeln.“ „Oder an die Grünen verkaufen.“ „Das macht mich aber total betroffen jetzt.“ „Nicht ernst nehmen. Vorsitzende kommen, Vorsitzende gehen. Solange sie Niebel noch nicht aus dem Bombenkrater gekratzt haben.“ „Bitte! Wir brauchen einen…“ „Den hätten wir schon vor Jahrzehnten gebraucht, aber dann kam leider der Falsche.“

„Irgendwas mit Politik.“ „Klingt nicht schlecht, ist aber zu sperrig.“ „Finde ich auch.“ „Moment, das war jetzt nicht als…“ „Wobei das mit der Politik ja eher Nebenkriegsschauplatz war.“ „Die sind auch eher für irgendwas mit Politikern zu gebrauchen.“ „Irgendwas mit Wirtschaft?“ „Jedenfalls nichts mit Menschen.“ „Wir sollten uns vielleicht auf die Kernkompetenzen der…“ „Irgendwas mit Propaganda.“ „Das tendiert ja sogar wieder in Richtung Markenbewusstsein, sehr gut!“ „Klasse!“ „Hauptsache, wir haben endlich dieses blöde D draußen.“ „Deutschland?“ „Wieso Deutschland?“ „Weil Deutschland in dieser Partei keine… nee, Moment mal.“ „Ist doch besser andersrum.“ „Dass die Partei nicht mehr in Deutschland ist?“

„Wie wär’s mit Konzertierte Lobbyisten Organisation?“ „Korrupt?“ „Geht auch.“ „Merkt man ja kaum.“ „Vor allem die Abkürzung ist gut.“ „Genau!“ „Da weiß man auf dem Wahlzettel wenigstens sofort, wo man seine Stimme rein schmeißt.“

„Leute, es geht nicht darum, dass Ihr das Rad neu erfindet.“ „Das wäre ja noch verhältnismäßig leicht.“ „Und ausnahmsweise mal eine sinnvolle Aufgabe für die Zukunft.“ „Wir müssen…“ „Wir?“ „Er meint uns.“ „Also einer schwingt die Reden und die anderen baden es aus.“ „Typisch.“ „Nein, ich meine nur, dass wir…“ „Die Partei braucht einen neuen Anstrich.“ „Bei dem Zustand auch nicht verwunderlich.“ „Eine Art Rostschutzmittel.“ „Hier wohl eher Restschutzmittel.“ „Wie ist das mit Mövenpick?“ „Wollen wir jetzt als Discounter-Ware auftreten?“ „Nein, aber dann hätten wir wenigstens mal eine Dachmarke mit renommiertem Namen.“ „Stimmt.“ „Hatten wir ja länger nicht.“

„Und wenn man das ganzen Personal…“ „Statt der Namensänderung?“ „Er meint bestimmt zusätzlich.“ „Dann wär’s ja überhaupt nicht mehr die FDP.“ „Also Mission erfüllt.“ „Warum sollen wir das eigentlich machen?“ „Wüsste ich auch gerne.“ „Na, wir wollen glaubwürdig bleiben.“ „Also ist eine Partei dann besonders glaubwürdig, wenn sie ihren Namen wegschmeißt?“ „Wohl eher dann, wenn sie ihre Herkunft verleugnet.“ „Diese Kritik an den Linken ist durchaus…“ „Wissen wir, macht es aber nicht besser.“ „Oder hat die Partei jetzt vor, den Linken alles nachzumachen?“ „Ja, aber viel erfolgreicher.“ „Na dann Prost.“

„So, keine Müdigkeit vorschützen! Liberal! Eine neue Marke in der Parteienlandschaft!“ „Und das sollen wir jetzt auf die Schneller erledigen?“ „Bis zur nächsten Bundestagswahl ist ja nicht mehr viel Zeit.“ „Bis zur nächsten Bundestagswahl ist auch nicht mehr viel Luft.“ „Nach oben schon.“ „Und wenn wir dann auch scheitern?“ „Dann sind wenigstens zwei Namen verbrannt.“ „Klingt auch nicht besser.“ „Ist es auch nicht.“ „Was darf das überhaupt kosten?“ „Frag lieber, was das wen kosten wird.“ „Den Vorstand sicherlich nichts.“ „Und was haben wir für Mittel?“ „Nicht viel.“ „Also irgendwas Junges.“ „Möglichst preiswert.“ „Und hip.“ „Oder so.“ „Ich glaube, ich hab da was.“ „Und das wäre?“ „Moment noch. – Hallo, Ikea? Ich hätte gerne den Mitarbeiter gesprochen, der die Klappstühle benennt.“





Umtopfen im Kopf

28 05 2014

„Oder eine Schnellrestaurantkette.“ „Da denken die Leute doch gleich wieder an Dreck und minderwertige Qualität und mangelnde Sozialstandards und…“ „Ja, gut.“ „… Geldgier und Kulturlosigkeit und…“ „Wir haben es verstanden!“ „… diese ganze künstliche und aufgeblasene…“ „Ist jetzt mal gut!?“ „Ich weiß nicht, aber irgendwas muss man doch mit der Marke machen.“ „Aber was ist schon FDP?“

„Nein, der Kollege Kubicki hat schon ganz recht. Wir haben als Marke verkackt.“ „Du meinst, wir werden FDP nicht mehr los?“ „Wieso loswerden? ich dachte, wir verkaufen das Ding?“ „Ja, das auch. Aber Hauptsache, wir kriegen den Pickel erstmal aus dem Gesicht.“ „Na hör mal, das klingt jetzt ja fast so, als gäbe es daran nichts Erfreuliches mehr.“ „Wir sind nicht mehr im Bundestag, wir haben keine Chancen mehr auf die Mehrheit der Landtage…“ „Das lässt sich doch alles noch irgendwie verschmerzen.“ „… und unser Parteivorsitzender ist Christian Lindner.“ „Okay, das allerdings weniger.“

„Vielleicht machen wir irgendwas mit Werbung.“ „Zu viel Fernsehen geguckt?“ „Wieso, muss man das dazu?“ „Naja, so falsch ist die Idee nicht.“ „Eben, den Leuten große Versprechungen machen und ihnen das Geld aus der Tasche ziehen. Das können wir schließlich.“ „Verpackungsdesign.“ „Cool, dann müssen wir uns nicht um die Inhalte kümmern.“ „Oder eine Unternehmensberatung.“ „Dann schon lieber Arbeitsvermittlung.“ „Bist Du bekloppt? Von uns arbeitet doch keiner freiwillig!“ „Mach mal halblang, wir vermitteln ja auch nur.“ „Und wer arbeitet dann?“ „Die anderen.“ „Es gibt doch eh keine Jobs mehr.“ „Ist doch dufte, dann müssen wir auch nicht mehr so viel arbeiten dabei.“

„Leute, wir sollten jetzt nicht den Kopf hängen lassen, sondern in die Zukunft schauen.“ „Der war ja gut!“ „Brüller, echt.“ „Nein, echt!“ „Sag ich ja, Brüller.“ „Wenn wir uns jetzt für eine ganz neue Linie entscheiden und uns politisch neu…“ „Geh doch nach drüben, wenn’s Dir hier nicht passt!“ „Heee, was sollen denn diese Töne!?“ „Geh doch dahin, wo der Rösler steckt, diese Flitzpiepe! Wir haben keinen Bock, uns Deine bescheuerte…“ „Aber es kann doch jeder schaffen, wenn er nur will? Wenn wir uns ganz fest vornehmen, dass wir demnächst wieder als zweitstärkste Partei im Bundestag…“ „Haltet mich fest, oder ich hau diesem Lackaffen die…“ „Ruhig, ganz ruhig!“ „Ich wüsste gerne mal, wie der auf diesen Scheiß kommt?“ „Das haben wir doch selbst jahrelang gepredigt.“ „Ach ja, stimmt. Kann man ja mal vergessen.“

„Wir könnten in einen Technologiekonzern gehen.“ „Au ja, da gibt’s bestimmt Subventionen, und dann können wir als Aufsichtsratsvorsitzende den ganzen Laden…“ „Sonst alles klar?“ „Müssen wir da etwa arbeiten?“ „Igitt, das kann man doch nicht von uns verlangen?“ „Wieso überhaupt Technologie?“ „Nanotechnologie wahrscheinlich.“ „Du meinst, wegen der Wahlergebnisse?“ „Oder Homöopathie, das geht wenigstens mit den Pharmaunternehmen, in denen wir…“ „Quatsch, wir machen was mit Spurenelementen.“ „Und wenn die Grünen doch recht hatten?“ „Bist Du jetzt plötzlich auf den Ökotrip gekommen?“ „Wir sollten ihn rausschicken, am Ende ist das ansteckend.“ „Wir brauchen doch mal eine andere Perspektive. Vielleicht das, was wir am besten können?“ „Was wir wirklich am besten können?“ „Und dann so eine Öko-Kampagne? Umtopfen im Kopf?“ „Wenn wir das tun, was wir momentan am ehesten machen können, wird’s wohl eher eine Umbettung.“

„Vielleicht sollten wir uns auch nur mal wieder ganz neu motivieren!“ „Vielleicht solltest Du einfach mal die Fresse halten.“ „Ich meine, wir sollten eine neue Kampagne…“ „Kollege, gut jetzt!“ „… oder ein neues Projekt beginnen.“ „Hat jemand was gegen 1,8 Prozent einzuwenden? Gegenstimmen? Danke.“

„Wir könnten uns ja auch mit Hütchenspiel über Wasser halten.“ „Übrigens haben uns ja auch ein paar Leute verlassen, um in dieser Lucke-Partei Karriere zu machen.“ „Echt?“ „Ja, habe ich auch gehört.“ „Hat das jetzt was mit unserer finanziellen Zukunft zu tun?“ „Nee, aber mit Hütchenspiel.“

„Dann muss ich mal die Merkel anrufen, ob die noch was für uns klarmachen kann.“ „Können wir voll vergessen, die geht doch demnächst eh in die Energiebranche und guckt zu, wie von der Leyen den Laden verkackt.“ „Energiebranche?“ „Wer torpediert denn gerade den Atomausstieg?“ „Dann könnte sie uns vielleicht ein paar Vertriebsjobs anbieten.“ „Brennstäbe?“ „Eher Abklingbecken.“

„Also irgendwas, das nicht zu viel Arbeit macht, nicht zu viel Intellekt erfordert und möglichst schnell viel Geld bringt.“ „Wir könnten doch in die Politik gehen.“ „Haltet mich fest, sonst zimmer ich ihm gleich eine rein!“ „Ruhig, Brauner!“ „Atme mal tief durch.“ „Sorry, ist mir nur so rausgerutscht. Ich weiß doch auch nicht, wie es weitergeht.“ „Golfplatz aufmachen?“ „Hm, klingt schon mal interessant.“ „Nicht übel.“ „Irgendwas mit Lifestyle und so.“ „Muss ja zu uns passen.“ „Elitär.“ „Aber nicht zu sehr, also wenigstens von der Wirkung her.“ „Aber durchschlagend.“ „Und mit klarem liberalem Profil.“ „Unverkennbar FDP eben.“ „Okay. Fallschirmspringen?“