Eine Art Déco

25 03 2015

Raum ist bekanntlich in der kleinsten Hütte. Und so stapelt der New Yorker, seine Architektur stets im Auge, gerne ein bisschen hoch. Und feiert. Wie der jüngste Freitagstexter mehr oder weniger bewegt zeigte.

Wir vermuten, dass es sich um eine Einweihungsparty handelt. Mehr als diese formschöne Regalkombination konnte sich das junge Paar allerdings nicht leisten. Wobei das integrierte Hochbett in unmittelbarer Nähe zum Esszimmer schon für vieles entschädigt. Und so setzt die Raumausstattung ihrerseits starke Akzente für die Weiterentwicklung für den modernen Wohnungsbau.

Hier im Arbeitszimmer ist es geräumiger. Unter eine der Dachschrägen passt jenes klappbare Siegertreppchen, das auch in diesem Wettbewerb wieder einen glanzvollen Einsatz erlebt. Noch etwas Art-Déco-Folie drüberziehen, die Grünpflanze (Zimmerlorbeer wäre gut gewesen) einen halben Meter nach links, und dann wären wir auch schon bereit für die Siegerehrung.

Wie man sich bloß verhält, wenn man beobachtet wird, wie man als Teilnehmer etwas beobachtet. Bronze geht in dieser Runde an die testsiegerin und ein schönes Beispiel von Selbstreferenz, die sich selbst als Selbstreferenz versteht:

Scharf sind wir selber!

Andererseits bieten sich wirr in der Gegend bewegende Objekte frei nach Heisenberg eine derartige Unschärfe heraus, dass deologische Interpretationen quasi auf der Hand liegen. Man muss halt dran glauben, wenn man nichts wissen kann. Silber für das Abendmahl, das g2 uns kredenzt:

Kaum hatte Hans-Werner den Arm in die Höhe gerissen, wurde seinen Homies von der Polyestergang schummrig vor Augen.

Damit liegt natürlich die Vermutung nahe, dass es sich ohnehin um eine bewusstseinserweiternde Veranstaltung handelt, die nicht das Ende aller Dinge bedeutet. Wir müssen nur die Perspektive wechseln, dann sehen wir klarer. Der goldene Freitagstexter-Pokal geht in dieser Runde an den Wortmischer, der die Dame auf dem west-östlich ausgerichteten Diwan erkannt hat:

Im Anschluss an den traditionellen Totentanz würde Rajid die Witwe mit Alkohol übergießen und karmawirksam verbrennen.

Was zugleich ein schönes Bild für diese heitere Blogrunde ist: das Rad der Inkarnationen dreht sich fröhlich weiter, und während die einen noch als Grashalm die beschauliche Stille des erleuchtungsnahen Nichtbewusstseins genießen dürfen, müssen andere Affenarten wie ich Pötte aus Edelmetall in Sperrholzkisten mit Luftpolsterfolie hieven. Zu nachtschlafenden Zeiten. Herzlichen Glückwunsch! Weiter geht’s am Freitag, den 27. März beim Wortmischer. Ich wisch nu den Raum wieder auf.

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7 responses

25 03 2015
Wortmischer

Mir brennen noch die Finger nach der Sati (→ Wikipedia) und schon soll ich meinen Schuhkarton nach neuem Bildmaterial durchwühlen!

Herzlichen Dank jedenfalls an den Herrn Bee, ich fühle mich geehrt & gehe erst mal ablöschen.

25 03 2015
bee

Ich sehe, hier wird nachhaltig gearbeitet.

25 03 2015
g2

Gratulation an den Mixer und merci für Silber.

26 03 2015
bee

Freitagstexter ist ja auch Glaubenssache.

25 03 2015
testsiegerin

Ich freu mich über Bronze! Glückwunsch an meine Kollegen auf den Treppchen.

26 03 2015
bee

Tageszeitlich bedingt musste ich Scharfe zählen.

27 03 2015
Freitags: Nudeln statt Fisch | Wortmischer

[…] Eine Art Deko hat mir der Herr Bee vermacht, in Form eines vollendet formschönen Goldpokals. Und dies allein für die Tatsache, dass ich mich für Witwenverbrennung stark gemacht habe. Vielen Dank für den Platz auf dem Siegertreppchen der Zynæsthesie! […]

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